Donnerstag, 22. Mai (924 Erstes Blatt V4- Jahrgang beit den Behörden überlassen ten. Es würde sonst eine Kellerer oder ein Blut» dem man nach Herzenslust die gewerkschaftlichen Cmad>t= und Kampsrni.tel antoanjtee; es war eine Lust, sie immer wieder in Bewegung zu setzen — bis sie allmählich stumpf tourten; die Stvtzbe- wegung löste bei den Unternehmern unD Artei l- gebern eine heftige Gszensivtztetoegu -g aus. Und weil man all uoft Th ater spielte, anstatt wirklich za fechten ward die öffentliche Meinung bald den Gewerkschaften feindselig gestimmt. Man txrlor sich zu sehr an die Masse, und damit ward Die notwendige straffe Führung gelockert. Man ging von der eigentlichen Aufgabe, der Regulierung des Ärbeitsmarktes, ab und rollte alle sozialen, rechtlichen und kulturellen Probleme auf. Man trieb große Politik mit allen Künsten und verlief) dabei den Weg des einen Notwendigen: der Beeinflussung der Wirtschaft und der Standwerdung der Arbeiterschaft. Damit war die Krfte da:DieCharakter- und Wesensveränderung der Gewerk- schäften, gleichsam eine schwere innere K ank- heit. Diese Krankheit bedarf W sachkundigen Arztes und einer heilenden Medizin. Gs bedarf der Rückbesinnung auf Wefen und Ziel der Gewerkschaftsbewegung, um die Kri.se zu lösen. Die Gewerkschaften sollen Standrsbewegnng s.in, und durch die Gewerkschaft soll die Arbeiterschaft Stand werden; der Gewerkschaftler muh heraus wollen aus dem Proletariat, denn dieses ist Masse ohne Lebensform und Lebensinhalt. Beides zu geben ist Sinn der Gewerkschaft. Die Lvhnfrage kräfte sind nicht in dollem Umfange eingesetzt worden, um ihn zu zerstreuen. Es muh aber der Legende entgegengetreten werden, als hätte die Polizei mit zweierlei Mah gemessen. Die Kommunisten haben trotz ihrer riestgen Propaganda nicht annähernd eine so große Teilnehmerzahl für Halle zusammengebracht, tote die Deutsch- nationalen. (Stürmische Zurufe bei den Kommunisten: Sie haben sie ja nicht nach Halle gelassen. Sie haben sie ja festgehalteu!) Bielen im Volkspark wird es nachher lieb gewesen fein, dah Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichb, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v.70mrn Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20% Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck sämtlich in Gießen. Der „Deutsche Tag". Berlin 21. Mai. (Priv.-Tel.) Im preu - ßischen Landtag stehen zur Beratung die Interpellationen über die Vorgänge in Halle anläßlich der Wiederaufrichtung des Moltkedenkmals und über das Verbot von Umzügen bei öffentlichen Feiern. Abg. Dr. Waentig (Soz.): Wie die Genehmigung zur Abhaltung des Deutschen Tages in Halle gegeben werden konnte, ist meinen politischen Freunden ein Rätsel, nachdem der Arbeiterschaft solche Kundgebungen am 1. Mai verboten worden waren. Die Teschränkungen, an die die Genehmigung gebunden war, sind von den Veranstaltern nicht eingehalten worden, es gab stundenlang geschlossene Llmzüge mit fafzistischen Fahnen, und entgegen der vorherigen Ankündigung liest die Eisenbahn Dor- und Rachzüge gehen. Die Polizei hat offensichtlich- mit zweierlei Mast gemessen. Der Kredit, den der Innenminister nicht nur tn den Kreisen meiner Parteifreunde genießt, 'bat durch diese Vorgänge eine erhebliche Einbuße erlitten. Wird nicht eingegrrffen, so stehen wir unmittelbar vor einem faszistrschen Putsch und damit vor dem Zusammenbruch. Wir verlangen Stärkung der Staatsgewalt, und als deren sichtbaren Ausdruck ein Verbot an alle Behörden, sich an solchen Auszügen zu beteiligen. Abg. von Lindeiner-Wildau (Dn.) Der preuhische Minister des Innern habe in letzter Zeit in völlig unerträglicher Weise Umzüge be- öffentlichen Feiern der verschiedensten Art verboten. Das sei geschehen bei der völlig Überpartei» lichen Kundgebung in Halle, bei der Veranstaltung von Trauerfeiern für Schlageter, bei der Tleberführung des in französischer Gefangenschaft zu Tode gequälten Dreher, beim illanentag in Fürstenwalde und bei vielen gänzlich unpolitischen Sportveranstaltungen. Weil die Kommunisten Gegendemonstrationen androhten, kapitulierte der i Minister vor ihnen. Er verbot die von den Kommunisten bekämpften Kundgebungen und erklärte damit den vollständigen Bankrott seiner und der Autorität des Staates. Durch solche Verbote läht sich eine so starke Bewegung nicht zurück drängen. Ein Staat, der mit derartigen Mahnahmen Vorgehen muß beweist damit, dah dies« Republik nicht als Dolksstaac zu betrachten ist Das vom Minister des Iranern angewandte Sh- Mittelpa rtei em vorbereitete sachliche Plattform I ist in der gestrigen Besprechung überhaupt nicht verhandelt worden, nachdem die Deutsch-nationalen die Personenfrage in den Vordergrund gestellt hatten. Heber die Haltung des Zentrums, das gestern nachmittag noch zu einer Fvaktionssitzung zusammengetreten war, teilt die „Germania" mit, dah es für das Zentrum ausgeschlossen sei, die teutschnatio- na le Taktik, bestimmte Persönlichkeiten an den I Vordergrund zu schieben, mitzumachen. Die „Deu tscheTageszeitun g" schreibt: Die Verhandlungen waren von Anfang an dadurch erschwert, dah in der außenpolitischen Frage des Sachverständigen-Gutachtens die Parteien der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft mit einem starren Programm erschienen, das im wesentlichen den Standpunkt der Geschäftsregierung vertritt und lediglich in den sogenannten Ehrenpunkten, wie z. B. in der Frage der Ausgewiefenen, der Bedrückung der Ruhrbevöl- terung ufto., dem deutsch-nationalen Standpunkt entgegenEommt. Da die Deutschnationalen diesem „Roli me tangere“ gegenüber natürlich ebenfalls an ihrem Programm festhielten, so wurden kurz nach 12 Tlhr die Verhandlungen vorläufig ergebnislos abgebrochen. Man will sie aber baldigst forbsetzen. Obwohl die Verhandlungen zwi- fd>en den Deutschnationalen und den übrigen Parteien noch nicht über das Anfangsstadium hinausgediehen sind, schwirren bereits die verschiedensten Kombinationen über angebliche deutsch- nationale Mini ft erlist en umher. Richtig ist, daß von ihrer Seite für den Kanzlerposten Großadmiral von Tirpih in erster Linie in Vorschlag gebracht werden wird. Ebenso würde es nahekiegen, für das Innenministerium den Abgeordneten W a l l r a f in Aussicht zu nehmen, der bereits während des Krieges vorübergehend Staatssekretär des Innern gewesen ist. — Wie das „Derl. Tageblatt" wissen will, soll sich Tir- p itz mit Luden darf f ins Benehmen gesetzt und ihn gebeten haben, eine Koalition s- regierun g der Deutschnationalen und der bürgerlichen Mittelparteien mit seiner Fraktion wohlwollend zu behandeln. m. 120 Erscheint täglich, außer Sonn; und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienb lütter monats-E I würden, mit der fafzistischen Gefahr fertig zu Weeder schwerste Doch soll diese reife Frucht er- ten (Ruse bei ten Kommunisten: Dann waren Sie -Een M sie dä Schwertz es ^wert: Geweckschafts- nicht mehr Minister.!), dann käme etwas besseres arbeit ist Erziehungs.irbeit, und die Gewei-ffchafis- heraus. Derbotwidrig ist allerdings von den Renn- fühcer müssen Erzieher und Bildner sein, Die ge° | bahnwiesen em llmzug erfolgt und die Polizei- toissenhaft heim „Kleinsten begimievtz um G e- f i n n u n a zu wecken, tenn sie macht den Rlen- schen zur Persönlichkeit. Das mutz ter Gewerkschaftler werten wollen, sonst bleib1, er eine leere Kummer in einer großen Masse. Diese Gesinnung allein fordert die Bewegung, nicht ter Kultus Der großen Zahl. Sie regelt die engeren Fragen gewerkschaftlicher Beziehungen z B. die Lohn- fraae und löst sie in einsichtigster Weise. Sie aibt die teste Kraft, über sie in die Weite zu wachsen in Die Desitzanteilnahme an der .... . . Wirtschaft und die Mitbeteiligung sie Nicht nach den Rennbahnwlesen kommen tonn an der politischen Führung hinein. T? ™ vergießen gegeben Haven, bet Dem öle Kommu- niffcn unter die Räder gekommen wären. Die körn- munistischen Demonstranten standen nicht nur im Verdacht, die völkische Demonstration stören zu wollen, sondern sie hatten genaue Anweisungen von der kommunistischen Zentrale, in denen deutlich zur Gewaltanwendung aufgefordert wird. Oeffentliche politische De- nionstrationszüge kann sich Deutschland nicht leisten in dieser Zeit, in der wir nach der Fnfla- tionsnot die Kreditnot mit ihren Folgen haben. Wir können uns nicht den Luxus erlauben, jeden Sonntag die Schuhpolizei in Massen aufzichieten, um die Ruhe und Ordnung gegen Demonstranten zu schützen. Hoffentlich kommen wir bald wieder zur freiwilligen Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung, damit die Polizei nicht den Büttel zu spielen braucht. 2lbg. Hehdenreich (D. Vp.) weist als Teilnehmer des Deutschen Tages in Halle die kommunistischen und sozialistischen Angriffe gegen den Minister und die Polizei zurück. Die Schutzpolizei Habe in mustergültiger Weise die Ruhe und Ordnung gewahrt. Minister Severing habe durch sein Verhalten in diesem Falle an Kredit außerhalb seiner Partei erheblich gewonnen. Die Stadt Halle habe fünf Jahre lang unter dem roten Terror gelitten. Die Bevölkerung freue sich, bah jetzt statt der roten die schwarzweihrote Fahne gezeigt werde. Mit dem Minister ist der Redner der Meinung, dah politische Demonstrationen nicht gestattet werden durften. Die Enthüllungsfeiern von Denkmälern mühten natürlich gestattet werden. Das Hakenkreuz sei ein altgermanisches Wahrzeichen und die vaterländischen Verbände mühten der Sammelpunkt für alle natio- nalgesinnten Deutschen fein. Abg. von Lindeiner-Wildau (deutschn.) erkennt die Rotwendigkeit an, in erregten Zellen große politische Demonstrationen zu verhindern. Das dürfe aber nicht Aum Verbot von überparteilichen nationalen Kundgebungen führen. Das Verbot von Regimentsfeiern und Denkmalsenthüllungen sei geradezu ein Beweis für die Sch wäche der Republik. Minister Severing habe selbst indirekt dies anerkannt durch die Aufstellung neuer Grunds ätze, die sich dem deutschnationalen Standpunkt erheblich nähern. Minister Severing: Die Vorgänge in Hall' "haben mir gezeigt, dah so etwas sich nicht wiederholen darf, unb dah ich künftig diese Dinge allein in die Hand nehmen muh. Streikunruhen im Ruhrrevier. Gelsenkirchen, 21. Mai. (Priv.-Tel.) Heute nacht haben sich im Ruhrgebiet die ersten ernsthaften Zusammen st öhemitden streikenden Bergleuten ereignet. Auf der Zeche 2 r a s s e r t bei Marl, der nördlichsten Zone des eigentlichen Ruhrgebietes, hatte sich eine mehr- tausendköpfige Menschenmenge annesammelt, unter der sich auch viele Frauen befanden. Die Massen versuchten die Rotstandsarbeiter zu hindernundzumihhandeln. DasZechsi- tor wurde gesprengt. Schließlich muhte Polizei herbeigeholt werden, die dann auch mit blanker Waffe vorging, nachdem sie mit Steinen tunb Schüssen empfangen worden war. Die Kämpfe dauerten bis 11 Mr nachts, wobei die Massen immer neuen Zuzug auch von Recklinghausen her erhielten. Zwischen 11 und 12 Uhr griffen auch die Belgier ein. aber auch in ihrer Anwesenheit ging der Kampf noch eine Stunde weiter. Die Belgier haben die Zeche jetzt besetzt und werden sie auch den Tag über in der Hand behalten. — Die Zahl der Verwundeten ist sehr schwer festzvstellen, da die Arbeiter ihre eigenen Samariterkolonnen bei sich hatten, die die verwundeten Leute sofort wegbrächten. 3m Kranken Hause wurden zwei schwerverletzte Arbeiter eingeliefert. Auch in Wattenscheid kam es gestern zu einem Zu- sanrrnenstoh zwischen Polizei und Streikenden. Die Streikenden versuchten, eine Konditorei zu stürmen, j?on der das Gerücht ging, sie habe der SchuK> ein Lastauto zur Verfügung gestellt. Die Polizei war auch hier gezwungen, von der blanken Waffe Gebrauch zu machen, und es gelang, die Ordnung wiederherzustellen. Das Gutachten im Ruhrkonflikt Berlin, 21. Mai. (Wolff.) 3m Reichsarbeitsministerium sind heute vormittag die vom vorläufigen Reichswirtschaftsrat vorgeschlagenen Unparteiischen zur Abgabe eines Rechts- gutachtens zusummengetreten. Der Reichsarbeitsmini st et eröffnete im Beisein von Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Verhand- luftgen persönlich. Er bezeichnete die zu begutachtende Frage dahin, welche Arbeitszeit im Ruhrbergbau unter Tage nach Ablauf des Manteltarifvertrages und der Vereinbarung vom 29. Rvvember 1923 am 1. Mai 1924 z u Recht bestand. Es handelt sich allo nicht, wie in der Oeffentlichkeit anscheinend vielfach irrig angenommen wird, um die Beurteilung der gesamten Rechtslage, sondern lediglich um die Begutachtung eines einzelnen Streitpunktes, der nach den bisherigen Erklärungen Das Busecker Tal. Von Dr. H. Kraushaar. Oestlich von Gießen, zu beiden Seiten der kleinen Wieseck, breitet sich bis nach Reiskirchen hinaus das Busecker Tal aus. Mit seinem herrlichen Wi?sengrunde und den waldigen Höhen links und rechts darf es als eine der schönsten Gegenden Oberhessens angesehen werden. Wer einmal oberhalb des Dorfes Alten-Duseck oder gegenüber bei Rödgen stand und von dort seinen Blick über das liebliche Tal schweifen lieh, wessen Augen sich nur ein einziges Mal im Anblick des malerischen Hintergrundes: der Stadt Gießen und weiterhin des Gleibergs, Vetzbergs, Düns- bergs und 6er übrigen Höhen des Weslerwaldes erquickten, vergißt nie wieder die „oberhessische Schweiz" unb begreift unseren Stolz, hier unsere Heimat zu haben. 3nmitten des Dusecker Tales, umgeben von einem Wald an Obfl bäumen, bespült von der reihenden Wieseck, liegt das kleine Dörfchen Trohe. Der Rame Trohe bedeutet: Das Dorf an dem wirbelnden Dache. So klein es auch ist — es hat nur 26 Häuser unb etwa 150 Einwohner — so alt ist es aber doch. Bereits in Urkunden aus dem Jahre 1210 wirb es erwähnt. Seine meistens kleinen Häuser lagern sich friedlich um den alten Burgberg" herum, der sich wie ein Kegel haushoch erhebt. Hier wohnten einst die Herren von Lrohe, deren Wappenzeichen drei Kleeblätter Der ^Parteien für die Entstehung des Kampfes von entscheidender Bedeutung war. Auf die vom Reichsarbeitsministerium vorgelegte Frage haben die Sachverständigen geantwortet. Arn 1. Mai 1924 war die Arbeitszeit in folgender Weise geregelt: 1. Die Rvrmalarbeitszeit betrug 7 Stunden nach Maßgabe des § 2 des Manteltarifs, 2. zugleich bestand die Verpflichtung zur Leistung einer lieber stunde nach Maßgabe des Tarifabkommens vom 29. Ruvember 1923, 3. bei der Schwierigkeit ber rechtlichen Beurteilung ist nicht anzunehmen, daß die Weigerung der Arbeitnehmer zur Leistung ber lieber- stunden auf ein schuldhaftes vertragwidriges Verhalten zurückzuführen ist. Tie Sachverständigen werden zu diesem Gutachten eine Begründung ausarbeiten, die ber Oeffentlichkeit gleichfalls mllg.teilt w.rden wird. Reichs- unb Staatskommissar Mehlich hat nunmehr die Parteien des Ruhrbergbaues auf Freitag vormittag 10 Uhr nach Essen zu einer Besprechung ber zwischen ihnen strittigen Fragen eingeladen. Die Pariser Verhandlungen. Paris, 21. Mai. (Havas.) Entgegen den Erwartungen hat heute kein Ministerrat ftaügcfunben, jedoch hatte P o i ncar ö mit dem Finanzminister Marsal eine längere Unterredung, in deren Verlauf die verschiedenen Regie-- rungsmahnahmen .^ur Besserung des Franlen- kurses besprochen wurden. Rach Schluß dieser Besprechung begab sich Ministerpräsident Poin- care in das Elisse, um mit dem Präsidenten ber Republik Millerand zusammenzutreffen. Er war begleitet vom Finanzminister Marsal. Kurz nach ihnen trafen die Abgeordneten Her- riot unb Painleve im Elysee ein, denen PoincarH und Marsal im einzelnen die Finanzlage Frankreichs darlegten. Die Besprechung im Elysöe dauerte annähernd 2 Stunden. Es wurde folgendes Communiquä ausgegeben: Auf Veranlassung des Ministerpräsidenten Hat im Kabinett des Präsidenten der Republik eine Sitzung stattgefunden. Ministerpräsident Poincare und ber Finanzminister Francois Marsal haben den LDgeorbneten Herri )t unb Painleve im einzelnen bie französif che Finanzlage auseinandergeseht. Painleve und Herriot haben die Heberzeugung ausgesprochen, daß ein strenger Ausgleich des französischen Budgets für jede Regierung, wie sie sich auch zusammensetzen möge, geboten sei. Rach dem „Matin" haben sich Herriot und Painleve auf den Standpunkt gestellt, daß es nicht möglich sei, die Steuerpolitik festzulegen, die sie zu befolgen gedenken, ohne daß sie mit ihren politischen Freundqn gesprochen hätten. 3m übrigen interessiere diese Steuerpolitik m keiner Weise die ausländische Finanz, vorausgesetzt, dah das alleinige Ziel, nämlich ber Ausgleich im Budget ohne Anleihe mit dem Geld ber regulären Steuereinnahmen vor sich gehe. Finanzminister Marsal habe während der Tage, die er noch im Amte bleibe, freie Hand. Er sei nicht allein von dem Präsidenten Mille- ranb unb dem zur Zeit noch im Amte befindlichen Ministerium, sondern auch von dessen im voraus bestimmten Nachfolger ermächtigt, die nötigen Maßnahmen zu treffen. Niemand habe nach ber gestrigen Besprechung im Elysee sagen können, daß die französische Finanzpolitik des kommenden Kabinetts gefährdet werden könnte. Havas ertlärt ferner, man könne aus ber Erklärung, bie nach dem offiziellen (Kommunique die beiden Abgeordneten abgegeben hätten, den Schluß ziehen, daß ber Grundsatz, der bie Finanzpolitik Frankreichs nach der Frankenkrise im Frühjahr bestimmt habe, nämlich, daß keine Ausgabe ohne die Bewilligung entsprechender Einnahmen durch bas Parlament gemacht werden sollen, aufrechterhalten ble'.bm. Auf diese Weise seien die Absichten ber verantwortlichen Führer der kommenden Mehrheit ’ genau festgelegt. Das kommende Pariser Kabinett. Paris, 22. Mai. (WTD.) Das Bureau des geschäftsführenden Ausschusses ber radikalen Partei hat gestern abend unter dem Vorsitz des Abgeordneten Herriot eine Sitzung abgehalten. Es hat bie nötigen Vorkehrungen für den Zusammentritt des geschäftsführenben Ausschusses am Sonntag den 1. unb Montag den 2. Juni in Paris getroffen. Bei dieser Tagung, die sämtliche Abgeordnete und Delegierte ber Partei aus dem Lande beiwohnen werden, wird die Lage geprüft werden. Der Abgeordnete Herriot yat geftern abend hervorgehoben, von welcher Wichtigkeit es für Land und Partei sei, alles zu tun, um aus dem Wahlsieg der radikalen und radikalsozialistischen Partei alle Konsequenzen zu ziehen. Es ist beschlossen toorben, daß bie radikal unb radikal- I waren. Das heute lebende Geschlecht hat ein- gedenk ber stolzen Vergangenheit seiner Heimat dieses Wappen an dem Glocken türm chen des neuen Schulhauses anbringen lassen. Die Burg in Trohe war eine Wasserburg, b. h. sie war rundum von Wasser umgeben unb somit gegen etwaige Feinde gesichert. Roch heute kann man die Spuren des alten Grabens erkennen. Wie so viele herrliche Burgen in unserem lieben Daterlande, zerfiel auch sie im Laufe der Zeit, und die Bewohner der llmgegenb holten sich die Steine zum Häuserbau. Heute läßt nur noch ein riesiger Schutthaufen bie einstige Herrlichkeit ahnen. Erhalten ist allein ein großer Keller, den die freundliche Durgvellerwirtin zum Aufbewahren ihrer Vorräte benutzt. Aber immer wieder versucht ein oder ber andere Anwohner, mittels Graben in den Berg zu gelangen, um vielleicht Schätze zu finden, die darin verborgen sein sollen. Doch nur ein riesiger Schlüssel unb ein paar alte Hufeisen sind bis jetzt zutage gekommen. Meterdicke Mauern machen alle Anstrengungen zuschanden unb ein Weiterellidringen unmöglich. Es ist, als wolle bie alte Ruine niemand ihre Geheimnisse schauen lassen. Nur zwei bis drei Minuten vom Dorfe entfernt nach Gießen zu soll — wie man mir erzählt hat — mitten in den Wiesen noch eine ttemere Burg gestanden haben. Reste sind von ihr nicht mehr zu sehen. Nur nach starkem Regenwetter bleibt auf einem rechteckigen Platze das Wasser sozialistische Parlamentsfraktion sämtliche der Partei angehörenden Mitglieder, aber auch nur diese umfassen werbe. — Das „Oeuvre" ist in der Lage, festzustellen, Herriot fei entschlossen, das Kabinett mit oder ohne die Sozialisten zu bilden, unter dem alleinigen Vorbehalt, daß diese die Verpflichtung übernehmen, seine Regierung zu unterstützen und ein vorher aufgestelltes P r v- gramm zum Erfolg zu verhelfen. Wenn bie Sozialisten bereit wären, in das Kabinett einzutre- ten, werde er ihnen einen starken Einfluß einräumen. Wären sie nicht dazu bereit, so werde er ein homogenes radikales Kabinett bilden. 48 Stunden vor dem Zusammentritt des sozialistischen Kongresses vom 1. Juni werde ber Führer der radikalen Partei den Sozialisten den Wortlaut des Programms mitteilen, bas er auf alle Fälle durchzuführen entschlossen sei. Die Sozialisten könnten dann in voller Kenntnis ber Sache sich entschließen, ob sie es für opportun halten, dieses Programm zu unterstützen und an seiner Durchführung gegebenen Falls als Mitglieder ber Regierung mitzuwirken. Coolidge und das Einwanderungsgesetz. Paris, 22. Mai. (WB.) Nach einer Meldung des „Reuyvrk Hevalb" aus Washington beabsichtige Präsident Coolidge, bas Einwande- rungsgeseh, das mit Wirkung vom 1. Juli b. 3- die Japaner von der Einwanderung nach den Vereinigten Staaten a u s s ch l i e h t, dem Kongreß mit einer Botschaft zurückzuschicken, in der die Abänderung ber Ausschluhbestim- imungen verlangt wird, so daß Zavan Darin keine Verletz u ng erblicken kann. Aus dem Hessischen Landtag. Von unsererDarmstäbterRedaktion. Darmstadt, 22. Mai. Der Gesetz ge- bungs ausschuß na'fjm den Gesetzentwurf über die Wanderung des Gesetzes betr. bie Brand- versicherungsanstaltfürGebäubean. Diese Vorlage ^zweckt, die Versicherung bei ber Drandversicherungsanstalt unb insbesondere auch die Leistungen auf der Golbmarkbasis wertbe- ftänbig festzulegen Es ist dies erforberlich, nachdem allgemein die Golbmarkrechnung eingeführt ist. Sie Abschätzung unb Feststellung Der Versicherungssumme unb Brandschäden erfolgt auf der Grundlage ber burchschnittlichen ortsüblichen Daupreise vom 1. August 1914. Der von bem Abg. Fenchel gegebenen Anregung auf schnellere Auszahlung ber Brandschäden an Die Beschädigten (statt wie bisher 1/4, nunmehr^/g ber Summe innerhalb 14 Tagen) würbe von dem Re- gierungdbertreter zugestimmt. Der Antrag bes Abg. Mann, Die Vergütung für erhöhten Feuerschutz von x(a Pf. auf 1 Pf. zu erhöhen, 'tourDe abgelehnt. Dasselbe geschah mit der Vorstellung des Bürgermeisters Denkert von Reu-3sen- burg, ber dieselbe Erhöhung wünschte. Die Vorstellung des Hermann Holzapfel und Bruno Wittig in Butzbach wurde durch bie Regierungsantwort für erledigt erklärt. Die Regierungsvorlagen zu dem Gesetz über die Umlegung von Bauland die hier für bie Gemeinden Eberftadt, Viernheim unb Weisenau m Frage kommen, wurden angenommen, ©ine eingehende Aussprache veranlaßten bie beiben Vorstellungen der Schuhgemeinschaft f-ür die höheren Schulen und bie Vorstellung des Bundes der Freunde der humanistischen Bildung in Alzey über bie künftige Gestaltung des höheren Schulwesens. Die beiden Vorstellungen der Schahgemeinschaft wurden der Regierung als Material überwiesen. Die Vorstellung ber Freunde ber 'humanistischen Bildung wurde durch Die Regierungsantwort für erledigt erklärt. Der Finanzausschuß des Landtags setzte seine Beratungen bei Kap. 53 (Landes- aint für Dildungswesen) fort das genehmigt wurde. Ebenso wurden genehmigt die Kap. 54 bis 57 (Stellvertretungen und. Aushilfs- kosten, Postgebühren, Lehrerseminare, Volksschulen). Bei Kap. 57 wurde allgemein vom Ausschuß gewünscht, den Fortbildungsunterricht zeitlich günstiger zu legen, besonders die Landwirtschaft bittet Darum. Bei Kap. 58 (Turn- und Zeichenunterricht) ist Die Stelle des Lanbesturninspektors aufgehoben. Der Ausschuß wünscht dah Diese Stelle nicht wieder geschaffen wird oder mit einer ©Jette für Fortbildung Der Le'hrer (Kap. 63) verbunden wirb. Die Kap. 59 (Taubstummenanstalt) unb Kap. 60 (Blindenanstalt in Friedberg) wurden genehmigt. Bei Kap. 61 (Gymnasien) wurde wegen der Der- wenbungsmöglichkeitderAssessoren angefragt. Don einer Seite wurde beanstandet, daß die beiden Söhne des Großherzogs ohne Examen in die Unterprima aufgenommen worden sind. 3n diesem Kapitel ist auch ein Betvag für ärztlich e Untersuchungen von Kindern Der Volks- unb höheren Schulen ausgesetzt; es wurde gefragt nach Deren Ergebnissen. Die Kap. 62 bis 66 (Höhere Bürgerschulen, Fortbildung der Lehrer, Jugendpflege Volksbildung, Förderung zwei bis drei Tage stehen. Dort soll noch das Mauerwerk der „Weihburg" im Boden sein. Von ihr erzählt man folgende Sage: »Die Stadt Frankfurt war in früheren Zeiten verpflichtet, Den Herren von Trohe jährlich eine Fuhre Wein zu liefern. Der Fuhrmann mußte aber nicht nur Den Wein, sondern auch sein Gespann zurücklafsen unb mit der Peitsche allein zurück nach Frankfurt gehen. Das ging durch viele Jahre hindurch, bis einmal ein jähzorniger Mann die Fahrt nach Trohe antrat, -lieber den Schimpf, nur mit der Peitsche in der Hcnzd armselig weggehen zu müssen, erbost, steckte er die Burg in Brand, daß sie bis auf den Boden abbrannte." So erzählen sich in Trohe die Leute und erklären Damit das Fehlen jeglicher Spuren dieser Burg Was an der Geschichte Wahres ist, konnte ich trotz eifrigsten Suchens nicht hevausfinden: 3n Den geschichtlichen Quellen über das Busecker Tal wird nur immer eine Burg — eben jene mitten im Dorf — erwähnt. Jo, unlängst wurde mir sogar von einer dritten erzählt, die beim Friedhof gelegen habe. Hedenfalls handelt es sich aber auch hier, genau wie bei der Weißburg, um eine Art von Vorwerk. So ergeht sich die Phantasie des Volkes in der Erinnerung an längst vergangene Zeiten. 3n Sage unb Lied zehrt es von Den Schihen einer ruhmvollen Vergangenheit. Selten findet man ein sangesluftigeres Völkchen als gerade im Der Kunst) würben genehmigt, ebenso Kap. 67 (Land packungtreffenbeute einschüSamStagein Herren-, Damen- und Mädchen-Stiefeln 4212a Prima Schellfisch i. Ausschnitt Seelachs, Seehecht, Flutz- hecht, Nhein- salm, leb. Aale alles zu btll. Preisen Hamburger Fischhandlung Schulftr. 10.Tei.161Z Für ftfltnWI- u. BaüenBefißet FürdasBundesturnsestinWaldgirmes am 28. und 29. Juni sind Plätze zu | Verkäufe hardl- steinbruch zwischen Gießen u. Heuchelheim sofort zu verkaufen. 011723 Näh. Becker, Land- graf-Phil.-Piab 101. niiiiiuiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiin gu verkaufen Kuh tSchwarZscheck», mehrere trächtige Mutterschweine. 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Nach dem Vortrag zwischen x/2 und 8/«l Uhr Ansprache Seiner Magnifizenz Herrn Prof. Dr. Laqueur am Liebig-Denkmal, Ostanlage. II. Montag, den 26. Mai, abends 8 Uhr, im Kath. Vereinshaus: 1. Vortrag des Herrn Geheimrat Prof. Dr. Elbs: „Die Entwickelung des chemischen Unterrichts in Deutschland". 2. Rezitation der Komödie „Die Goldmacher" (von R. Sommer) durch Herrn Regisseur Volck vom Stadttheater. Eintritt für Mitglieder frei, Nichtmitglieder 1 Mk., Studenten die Hälfte. Mitgliedsbeitrag für 1924:2 Mk. Vorverkauf u.Mitgliedskarten bei Challier. Gesellschaft Liebig-Museum Gießen. Stellenangebote! Irdentlicbe Flick!™ Hochf. gebr. Bohnenkaffee eigener Röstung, das Pfund zu Mk. 3.— u. 4.— Feinste fr. Tafelbutter V,Pfd. 1.20 IaRomadourStan^enkäRe^jb.0.80 Naturreinen Apfelwein d.Liter 1.— Himbeersaft mit Zucker, garant. rein......lose das Pfund Mk. 1.20 in VrLiterfl. in '/«Ltterff. in V, Literfl. Mk. 1.80 Mk. 1.- Mk. 0.60 Fruchteaft mit Zucker Zusanimenkuiifl des lsM'IIiiIl.WIiq Sonntag, den 25. Mai 1924 ia Bad-Nauheim Ab 7.15 Uhr Empfang am Bahnhof. Besichtigung des Bades. Vorm. 10 Uhr IusammenK. i. Sprudelhof. Dorm. 11 Uhr Versammlung in der Turnhalle, Hauptstraße 102. Anmeldung, z. Mittagessen ll.50G.-M.) sind spätestens bis zum 23. Mai an Gastwirt Robert Jeffer, Turnhalle, Haupt- urabe 102 zu richten. Um zahlreiches Erscheinen bittet j Vereine | U Turnverein G 1846. Fectilriege beute, den 22.5.24. Fechtstunde 8 Uhr im Gewerbehaur K i r ch'tr. 16. Lr,«v iltersoerelnigung 1872-11)22 Samstaa,24.5.24. Äusilun »acti dem Dr. geteyten AlterS sucht 1 bis 2 gut möblierte Zimmer. Schriftl. Angebote unter 4207D an den Gieff. Anz. erbeten. Wohnungstausch) Wobnunastauht) zrllnssurl/M.Gletzen Geboten: Schöne 5-Zimm. - Wobng. m. Zubeh. in bester Lage in Frankfurt a.M. Gesucht ebensolche 5-6-Zimmer- Wobng. in (Ziehen. Schr. Angeb. unter 011732 a. d.Gieh.Anz. 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Alai (92| Sinnliche Notierung Amtlich: '. iotietiit 1 ■O Geld Arier Geld Arier 20. 157,60 158,40 157,60 158,40 2 19,55 19,65 13,55 19,66 soll I 58,85 58,95 58,85 69,15 bü 71,42 71,78 71,4? 71,78 10 111,97 112,53 111,97 112,53 10 10,62 10,63 10,62 10,68 voll 18,85 18,95 18,80 18,90 voll 18,355 18,445 18,355 18,445 2 4,19 4,21 4,19 4,21 1 22,74 22,86 22,91 23,06 voll 74,5 8 74,94 74,‘1 74,99 2 58,45 68,75 68,45 58,75 60 6,98 6,02 6,93 6,02 voll 12,46 12,54 12,53 12,64 60 4,58 4,62 4,58 4,62 voll 1,^75 1,c85 1,375 1,=85 voll 3,03 Lil 3,065 3,085 voll 1,685 1,695 1,685 1,693 voll 0,455 0,465 0,450 0,460 voll 6,23 6,27 6,23 5,27 voll 12,53 12.64 12,56 12,64 — Banknoten. 21,25 5,1 2,63 17,25 13,9 10,75 10 87 10.75 11,9 Keine Kursänderung der Gold 12,37 7,63 M- Rcpart. 21. Mai 20. Mai S-rrNn, 19. Mai Berliner Börse. eröffnet bei Man achte auf unversehrten Plombenverschluß. Man verlange ausdrücklich MAGGIS Würze 4210c -oll voll voll voll voll 21,75 5,13 an leihe. aufgetaucht, mehr stabil Stücke der 10,13 10,87 1,13 2,25 6,75 26 4,25 7,2 8.4 0,575 8,8 13,5 1.7 0,375 0,400 8,75 2,67 2,75 18,75 29,75 42.25 1,4 28 14,2- in Qualität, Ausgiebigkeit und deshalb Billigkeit. 14 1,3 10,37 10,75 11 6,75 11,75 13,1 7,8 11,25 4,6 30,5 40 13,25 1,2 2,2 5,55 7 ?,45 2,87 10/3 15,25 44,75 46 54 9 13 7 13,25 24,25 2 ,25 37 1,8 21 5 ’O 10 4,6 7,65 0,540 9 13,75 1,75 0,375 0,400 45 10,6 16 48 50 66 9 14 7,25 14,5 26,25 25,5 38,5 2,237 5,13 An der Börse waren Vermutungen daß der Kurs der Goldanleihe nicht bleiben würde, nachdem die kleinen Gvldanleihe eingezogen und ihres als Zahlungsmittel entkleidet sind. hing Berlins und Käufe der Arbitrage etwas Stimmung gemacht worden wäre, wären die Kurse hier gegen die amtliche gestrige Rotiz schwächer geworden, so konnten sie eher etwas darüber hinausgehen, wenn auch die gestrigen nachbörslichen Kurse nicht ganz erzielt wurden. Der Geldmarkt ist nach wie vor flüssig. Doch sind die Geldgeber heute wieder sehr vorsichtig und geben nur an allererste Adressen. 3m freien Verkehr ist besonders das leichte Anziehen der Becker- Werte zu verzeichnen. Sonst herrscht größte Lustlosigkeit. Becker-Stahl 31/4, Becker-Kohle 55/s, 2lpi 31/4, Kvntiba.uk 0,085, Entreprise 40, Growag 0,200, Krügershall 37/e, Petroleum 127/8. Auf dem Valutamarkt ist der französische Franken heute erneut schwächer, nachdem er bis gestern abend auf 7972 gegen London erholt hatte. Börsenkurse.________________ (9tx Billionen Mark aui^edrnckt. Buenos SireS, London, Neu« hort Japan, Rio de Janeiro fur eine Einheit Wien und Budapest für 100000 (grübelten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 8,6 2,85 19.5 14,25 10 11,25 .1,25 7,13 12,75 12,6 8,15 11,5 4,5 42,5 1,45 2,6 2,6 14 Hmft./Rott DrlteAntw. Cbnstiania. Kopenhagen Stockholm. HtlsingforS. Italien. . • London.. » Neuvork .. Paris, . Schwei; » Spanien . ■ Wien in D-- Lest, abgeil. Prag . . . - Budapest. . Buen^Atrei Bulgarien ■ Japan .. . Rio dr Jan. Belgrad . - Lissabon. ■ ses keinesfalls zu rechnen sei. * Große Betriebsstillegungen im 27,25 4,63 7,7 8,8 9 1,8 0,425 62 10,8 15,13 48 51 57,13 9 14,5 7,2 15/3 26,13 25,13 29 4,6 7,6 8,5 8,75 1,0 0,375 0,450 46 10,1 14,1 44 46,25 53,25 9,3 13,37 7 1,75 23,25 22 37 Wirtschaft. Preisrückgänge in der Textilindustrie. Auch in der TextilinLmstrie beginnen sich die Zweifel zu mehren, ob auf einen weiteren günstigen Verlauf des Absatzes zu rechnen ist. Vor allen Dingen erscheint es fraglich, ob die Aufträge der Textilfabriken, die die Beschäftigung bis zum Herbst oder Ende des Zahres sichern formten, tatsächlich abgenommen werden: es wird von Fachleuten die Annullierung eines großen Teiles der Aufträge für die Hahcesmitte befürchtet. Der Inlandsbedarf scheint gedeckt zu sein, und die Kaufkraft der Verbraucher den gestiegenen Preisen nicht mehr nachkommen zu können. 3n Aachen hat zur Zeit das Geschäft in der Streichgarnspinnerei schon ganz erheblich nachgelassen. Beben Belgien tritt dort auch England als scharfer Konkurrent auf. Auch im Woll- gvohhandel ist eine starke Zurückhaltung in der Erteilung von Aufträgen eingetreten. In den Baumwollspinnereien hat dagegen die lebhafte Rachfrage nach Garnen ganz erheblich nachgelassen. Es wird nur der notwendigste Bedarf an Garnen gedeckt; allem Anschein nach hoffen die Weber auf ein Zurückgehen der Preise auf dem Baumwolte und damit auch auf dein Garnmarkt. Die Nachfrage nach in Deutschland lagernden Wollen, Kammzeug und Kämmlingen hat nachgelassen. Die Preise für Kammzüge konnten sich zwar im allgemeinen behaupten. Kämmlinge waren jedoch im Preise gedrückt. Die Beschäftigung in der Tuchindustrie war befriedigend. Zn den Flachsspinnereien war die Beschaffung der Rohstoffe nach wie vor schwierig. Dec Ausfall I der russischen Flachsernte war schlecht. Deshalb hielten die russischen Flachslieferanten bei steigerten Preisen mit Verkäufen stark zurück Die Svwjetregierung verhinderte sogar durch Erlaß eines Ausfuhrverbotes die Ausführung aller zu billigeren Preisen getätigten Abch'.ü,se. Die Rachfrage nach Feinleinen und auch nach gröberen Leinen ist zurückgegangen. Zn der Wäscheindustrie hat der Eingang neuer Aufträge nachgelassen, nur die Wäsche-Ausstattungsindustrie erfreute sich nach wie vor einer lebhaften Rachfrage. Lieber die Konfektionsindustrie wird aus Schlesien günstig berichtet, während in Berlin das Geschäft stockte. Das Ausland ist in sehr geringem Maße als Käufer aufgetreten. Kaufaufträge ruhiger, die Festigkeit konnte sich aber behaupten. Am Devisenmärkte waren die Kurse im allgemeinen unverändert; infolge der weiteren Abnahme der Anforderungen konnten die Zuteilungen vereinzelt erhöht werden, so für Reuyork von 1 auf 2 Prozent, für Christiania von 50 auf 100 Prr^ent. Berliner Produktenbörse. Be r l i n, 21. Mai. (Wolff.) Der Produkten» markt zeigte gegen die Vortage kein wesentlich anderes Bild. Weizen war trotz des ziemlich billigeren Angebots schwer zu verkaufen wegen des mangelnden Mehlabsatzes. Zn Mitteldeutschland wird Weizen verschiedentlich billiger als Roggen gehandelt. Roggen blieb von den Pro- dinzmühlen zu verhältnismäßig niedrigeren Preisen gefragt. Auch fand Roggenmehl leichten Absatz. Inländische Gerste begegnete nur geringem Znteresse, ausländische hatte ziemlich feste Haltung. Hafer behauptete seinen Preisstand infolge einiger Verkäufe nach der Küste. Mais war aus reichlich erngetroffener Plata- und Zavazufuhr viel angeboten und lag schwach. Andere Artikel wurden wenig umgeseht. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märkischen 154 bis 157, (stetig), mitteldeutschen 152 bis 156 (stetig), Roggen märkischen 128 bis 132 (stetig), Braugerste 158 bis 168 (stetig), Futtergerste 145 bis 155 (stetig), Hafer märkischen 127 bis 134 (stetig), Raps 300 (still); für je 100 Kilo: Weizenmehl 21,25 bis 24,25 (stetig), Roggenmehl 18,50 bis 20,50 (stetig), Weizenkleie 9 bis 9,20 (stetig), Roggenkleie bahn- stehend 9,40 bis 9,50 (stetig), Viktvriaerbsen 20 bis 22, Kleine Erbsen 15 bis 16, Futtererbsen 13 bis 14, Peluschken 11 bis 12, Ackerbohnen 14 bis 15, Wicken 11,50 bis 13, Lupinen blau 11 bis 11,50. Seradella alt 14 bis 15, neu 11 bis 13, 1920er 10 bis 10,20, Leinkuchen 21, Trockenschnitzel 8.80 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 21. Mai. Es notierten je 100 Kg. Weizen, Wetterau 16,25 bis 16,50, Roggen 14,25 bis 14,50, Sommergerste für Brauzwecke 16,75 bis 17,25, Hafer, inläng. 14,50 bis 15, Weizenmehl, südd. Spezial 0 25,50 bis 27,75, Roggenmehl 21,50 bis 22,50, Weizen- und tleie 9.25 bis 9,75. Büchertisch. — Die ro le Kaschgar" von Fedor von Zobeltih. Der neue Zobeltitz spielt zuerst in Berlin, dann in Peking, zur Zeit des Boxevauf- standes, zum Schluß tm einsamen, vom Schnee- sturm überfallenen Hochgebirge von Pamir und in den Steppen der Kirgisen. Die Haupfigur ist ein junger deutscher Diplomat, dessen Schicksal sich in der Fremde abenteuerlich verwirrt. Drei Frauen, an deren eine er durch eine Scheinebk gebunden ist, spielen eine entscheidende Rolle rn seinem Leben. Der spannende Konflikt führt zu einem tragischen Ausgang Die Farbigkeit der Schilderung die Kenntnis der großen 'Welt, die glaiizvolle Technik zeigen Zobeltitz auf der Hohe seines Schaffens. — Handbuch des guten Tones unk der feinen Sitte von K. v Franken. 48. verbesserte QLiftoge, geb 3 Mk. Max Hesses Verlag, Berlin W. 15. Guter Ton und einwan!>- fveies 'Benehmen sind gerade in unserer Zeit er* slrcbenswerter denn je. Von den zahlreichen Büchern der gleichen Art vereinigt kaum eins so viele Vorzüge in sich, wie gerade dieses. Richts von blutleeren, steifen Förmlichkeiten, überall gehl Verfeinerung der äußeren Formen mit innerer Veredelung, stets Höflichkeit mit Herzlichkeit Hand in Hand. Selbst der Erwachsene, der gesellschaftlich Feingebildete wird vieles aus dem Buche lernen. Kein Alter, kein Stand, keine Lebenslage ist unberücksichtigt gelassen. — Zn diesen Tagen feierte Raoul H Francs, der Begründer der Lebens lehre, seinen 50. Geburtstag. Leben und Forschung des Gelehrten hat Dr. H. von Brvnsart uicseren Lesern bereits in einem Auffatz nahegebracht. Hier sei nur noch auf eine dem Werk Frances gewidmete F e st s ch r i f t des Verlags Walter Seifert, Heilbronn hingewiesen, zu der u. a. auch Friedrich Lienhard und Stefan Zweig Beiträge geliefert haben. — Rosengarten- Lieder des unver» geblichen Dichters und Waidmanns Hermami Löns in der Vertonung für Laute von Carl Pfister gibt der Verlag Rich. Banger Rachf. (A. Oertel), Würzburg in geschmackvoller Aufmachung zum Preise von 3 Mk. heraus. Die dichterischen urü> musikalischen Qualitäten des ■ Gebotenen sind zu bekannt, als daß es nötig wäre, hierüber noch etwas zu sagen. (Zn einem Teil der Auflage wiederholt.) Anruhen in Albanien. Paris, 21. Mai. (WB.) Der «Malin" meldet aus südslavischer Quelle, in Rordalbanien seien Anruhen ausgebrvchen. Die Aufständigen hätten angeblich Skutari und andere Städte genommen. •) Vom Rückzahlungswert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. Charakters „ „ Demgegenüber wird von zuständiger Stelle ausdrücklich erklärt, daß mit einer Senkung des Kur- 2,6 2,75 14 0,650 | 13,13 1,2 2 5,37 6.9 3,1 2,7 I 4°/0 Zolltürkcn......... 5% Golvmcxikaner...... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. Darmst. und Nationalbant . Deutsche Bank......... Deutsche Bercinsbank .... Disconto Commandit .... Metallbank........... Mitteldeutsche Kreditbank . . Oesicrreichische Kreditanstalt. Westbank............ Bochumer Guß........ BuderuS............ Caro ............. Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahülte........... Obcrbedarf........... Phönix Bergbau....... Roeinstahl Rn deck Montan........ Tellus Bergbau ........ Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd .... Cheramische Werke Albin .. Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann ...... Analo-Cont.-Guano Badische Anilin....... Chemische Mayer Alapin. . . Goldschmidt.......... Griesheimer Electron .. . Höchster Farbwerke...... Holzverloylnng........ Rülgcrswerke Schcideanstalt All«. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Mainkraflwerke........ Schlickert............ Siemens & Halske...... Adlcrwcrke Kicher...... Dailnlcr Motoren....... Heyligenstacdt......... Meguin............. st ranksurter Armaturen ... slonservensabrik Braun . . . Melallgesellschaft Frankfurt. Pct. Union A.-G Schuhfabrik Herz Sichel.............. Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Aus dem AmtsverkttuDkqnuqsblatt. ♦ Tas Amtsverkündigungsblatt Rr. 33 vom 16. Mai enthält: Die Erh^ung einer vorläufigen Gewerbesteuer. — Tichmarktern Hungen und Grünberg. — Gebührenordnung der Hebammen. - Die französische Fremdenlegion. - Schul-Lesestoff. - Feldbereinigung rn Ronnen- roth. — Dienstnachrichten. — Straßensperre Schuh der Vögel. __________ ijum.u-iii.iiMi Werte namentlich des Montamnarktes namhafte Kursbesserungen herberführten. Ratürlich profitierten besonders die in den letzten Tagen ftori mitgenommenen Werte. So gewannen Bochumer 5 Dill., Harpener 21/2 Bill., Klöcknerwerke 4 Bill., Kattowitzer ziemlich 3 Dill., Derlrn Karlsruher Zndustrie 6^/4 Dill.. Ludwig Löwe 21/i Bill. Prozent. Auch Phönix zogen um ziemlich 2 Dill. Pvo- -ent trotz angekündigter Stillegung des Werkes wegen Kohlenmangel an. Das Geschäft wurde ?war nach Erledigung der anfangs vorliegenden Der rechte Schutzheilige für jeden Kaffeetrinker ist nntu geiviff der alte freundliche Kaffee-Onkel. Er ist das Stenn- und Schutzzeichen für die echte Kaffee- Effenz in den Silbervakelen und melken Blechdosen. Jeder rechte Kaffeelrinker mag feinen braunen Trank nur, wenn Pfeiffer & Dillers Kaffee-Essenz hinzu- ^tVür'bie Hausfrau aber ist der Kaffee-Onkel ein outet Svarhelser. Nimmt man Pfeiffer & Dillers Knffee-Essenz zu Bohnen ober Malz, dann werden die Geschmacks- und Nährstoffe erst richtig auSge- nutzt. Es gibt mehr und vor allem billigeres und besseres Kaffeegetränk und wem wäre eine solche wirkliche Küchenhilfe heutigen Tages nicht vielmal w i ll k ommen? MAGGI* Würze ist einzig I ili- -ÜM.U -um Vorteilhaftester Bezug in großen Originalflaschen zu 6m. 5.-. Schweizer Noten.......... Französische N oten ..... Dänische Noten.......... Schwedische Noten........ Holländische Noten ...... Deutsch-^eslerrcich, ä 100 Kronen Amerikanische Noten....... Englische Noten.......... Italienische Noten......... Belgische Noten.......... Ungarische Noten . ....... Tschechoslowakische Noten..... Norwegische Noten........ Rumänische Noten......... Spanische Noten.......... Der Hessische Grünlandtag der am Samstag im Kreis "Büdingen statt- kand, nahm, begünstigt durch herrliches Maiwetter, einen sehr guten.Verlauf. Kleber 100 Teilnehmer versammelten sich um 1/28 Llhr morgens am Bahnhof Mittelg ründau, von wo aus man sich nach dem benachbarten H ü h n e r h v f begab. Rach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden des Grünlandvereins, Dvmänenpächter Ru o f f-Krn° radSdorf, schilderte Oekonvmierat Knauer, der Pächter des Hühnerhvfes, in großen Zügen den Aufbau des Betriebes und seinen jetzigen Wirt- schoftsplan, und darauf begann die eigentftche 2lrbeit draußen auf der Weide. Der als Pionier unserer neuzeitlichen Grün- lcmdwirtschast bestbekannte Prof. Dr. Weder - Bremen wies seine Begleiter an Hand praktischer Beispiele immer wieder darauf hm, wie n-ot- wendig es ist, daß der Landwirt seine Grünland- flächem mit ebenso kritischen Augen betrachtet wie seine Aecker. Rur die scharfe Trennung zwischen guter Futterpflanze und minderwertigem ilntraut \ gibt den Schlüssel zu den Dürrnungs- und, Pflege- Maßnahmen der Wiesen und Weiden. Die pflan- zenbautechnische Seite der Grünlandwirtschaft bildet die Grundlage einer gedeihlichen Viehzucht. Zn der Knauerschen Herde ist trotz der Schäden tn den Kriegs- und Rachkriegsjahrea die Vereinigung von Gesundheit und Leistungsfähigteil, die sich jedoch ganz im Rahmen der Wirtschaft- lichckeit halten jnufe, deutlich zu erkennen. Der Leitgedanke bei *t>er Einrichtung des Weidebe- triebs auf dem Hühnerhof war: Er- ^hung der Rentabilckät unter gleichzeitiger Steigerung der Ertvagsfähigkeit. Die Vorteile, die sich aus der Umstellung des Betriebes ergaben, springen deutlich in die Augen. Zn den ersten Zähren nach der ätebemahme war das gesamte Areal unter dem Pfluge und diente fast ausschließlich dem Getreidebau. Die Bearbeitung., Bestellung und Aberntung der Stell- Hänge war mit großen technischen Schwierigkeiten verbunden und erforderte alljährlich einen hohen Aufwand an Arbeit und Kapital. Erst mit der Diederlegung dieser kuppierten Schläge in Dauerweide tarn der Betrieb in ruhigere Bahnen und sicherte ihm die notwendige Stabilität. Erhöhte Futterproduktrvn, Vermehrung der Stalldüngermengen und Freiwerden menschlicher und tierischer Arbeitskräfte ermöglichten die Einreihung beä Hackfruchtbaues und intensiveren Getreidebau. Bemerkenswert ist noch daß in diesem Zähre zum ersten Wal Grassamen-Vermehrungsbau betrieben wird. Der Rundgang führte anschließend auf die Weiden des Hof gutes Mittelgründau, das vonOekonomierat Rullmann bewirtschaftet Gero | Drlek s °/. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 21. Mai. Tendenz: Behauptet. — Geringere Aufnahmefähigkeit und große Lustlosigkeit kennzeichnet die hmtige Stimmung an der Börse. Es sind die hinlänglich bekannten Schwierigkeiten auf wirtschaftlichem und namentlich auf sinanziellem Gebiet, die keine reche Unternehmungslust aufkommen lassen. Man ist jetzt wieder da angelangt, wo man vor 14 Tagen ftanb" vor einer vollkommenen ilntätigteit. Man hofft auf eine bessere zukünftige Entwicklung, wenn erst einmal sowohl die neue deutsche, als auch die neue französische Regierung gebildet sein werde. Inzwischen steht man wieder interessenlos beiseite und die Spekulation wird in dieser Haltung bestärkt durch die Befürchtung neuer Vorfälle, wie bei der Decker-Stahl A.--G. Dei diesem Unternehmen scheint man die Situation übrigens jetzt wieder etwas besser zu beurteilen, wenigstens konnten die Papiere dieses sintern rhmens etwas anziehen. Wenn nich auf die festere Hal- wird. Den Mittelpunkt des Znteresses bildete hier die Kaltblutpferdezucht. Eine prächtige Fohlenherde von hervorragender Ausgeglichenheit und bestechenden Formen, musterte die 'Besucher. All- . gemeine Anerkennung fand die Knochenstärte, so- Ruhrgebiet in Sicht. Die Direktion der Wohl bei den Föhlen, als auch bei dem Zungvieh. Kruppschen Werke wird heute darüber bera- Der an sich nicht kalkhaltige Buntsandsteinver- ten, ob angesichts der überaus schlimmen Lage in wittevungsboden erhält in regelmäßigem Turnus der Kohlenversorgung die Werke stiilgelegt werden eine mäßige Düngung mit Kalk, Kompost, Kalk- sollen. Die etwa 30 000 Mann zahlens Bllegschaft stickstofs oder Thomasmehl. Es ist bemertensweri, ist dann auf die Erwerbslosenfürsorge angeipicien. daß eine im Zahre 1897 angelegte Weide heute Auch die Verwaltung der D 0 r t m u n b e r il n 1 - iroch die Sorgfalt erkennen läßt, mit der man bei on gibt bekannt, daß sie wegen Koh len mangels der Anlage zu Werke ging: Ein Botaniker hat sehr bald ihr Werk werde stlllegen müssen Die s Zt werft auf umliegenden Raturwiesen und Phönix-Werke in Ruhrort durften gleichfalls an Wegrainen exakte Aufnahmen gemacht, um noch diese Woche schließen, wahreno dieienigen in festzustellen welche Gräser in dortiger Gegend Düsseldorf-Hamm noch für etwa 14 ~age mit Kotz- natürlich Vorkommen. Es find bei der Analyse len versehen sind vorgefunden worden: Tastardklee, Weißklce, * Das Bankunternehmen des Homschotenllee. englisches Raygi-as, Lieschgras, Becker-Konzerns unter Geschasts- Wiesenfuchsschwanz und Goldhafer. Diese Arten auf sicht. Aus Dusieworf wird gemeldet,: Die wurden bei der künstlichen Einsaat wieder ver- Z n du str zelle Bankgesellschaft mit bewendet mit dem Ergebnis, daß sie sich von dorn- schrankter Haftung, das Bankuntemehmen des herein auf der Weide wohlfühlten und diese in- Beckerkonzerns, ist, wie die Düsseldorfer Rachrich- folgedessen heute noch ertragreich ist. Mit der I ten“ melden, unter Geschaftsaufsicht gestellt wor- Desichtigung der Hof- und Stallräume des Gutes den ' und der Vorführung des Zuchthengstes fand die Rheinische tallwaren -Ma- Rrfttrfmn ihr ®nbe schrnenfabrit A.--G, Düsseldorf Die Rachmittags fand in Büdingen eine Der- Gerüchte über Eeschäftsaufsicht bü Rhftn-Metall fammUng statt, die Domänenpächter Ruoff mit werden von der »inni als ^lltemmen auä ber einer Tischrede einleitete. Rachdem durch den Luft gegriffen bezeichnet Es ist der Duett on Geschäftsführer des Grünlandvereins ein kurzer nicht einmal ^Aarlich^wodurch eiii solches Derucht Qkrkbt über die bisherige praktische Arbeit er- überhaupt entstehen ^rmte Bei einigen Sterten Hattet war, begann Prof. Dr. Weber mit sei- ist Kurzarbeft eingeführt worden, von einer ©tüte nem Vorträge: „Anlage und Pflege des dauern- legung der Betriebe k^in ledoch keine R^>e sein, den Grünlandes". Gestützt aus eine 50jährige b er d 1 rlse in d er Eis e n - vraktische und wissenschaftliche Arb^eit, audgeruflet 1 n d u strie v v n O st - Oberschle sie n teilt mit einer glänzenden Teobach.ungsgabe, konnte das „Derl. Tageblatt Mit, daß, nachdem die der greife Redner anknüpfend an die Demvn- Bereinigte Königs- und Laurahutte ihre Betriebe st S'SÄ'S» &SÄÄ Viehhaltung gls wichtigen Teil unserer Volkser- 1 nährung nicht wieder in die uns eben erst zum Verhängnis gewordene Abhängigkeit vom Ausland bringen, sondern müssen alles daran sehen, um die in der deutschen Scholle bisher brachliegenden Kräfte zu mobilisieren und der Ernährung nutzbar zu machen. Zn der Aussprache kam der Wille zum Ausdruck, mitzuhelfen an dem großen Werte das aber nur vollendet werden kann, wenn sich die Mitarbeit eines kleinen Kreises von Mutigen zu einer Massenbewegung auswächst I A. Kö. Berlin, 21. Mai. Die Börse angeregter Geschäftstätigkeit. Gerüchte von guten Aussichten für eine Beilegung des Bergarbeiter- avsstandes sowie die durch französische Zeitungs- äufyerungen erweckte Hoffnung auf eme baldige Räumung des Ruhrreviers veranlaßten angesichts des niedrigen Kursstandes Znterventions- täute die im Verein mit Auslandskauf en und Deckungen der Baissespekulation für bevorzugte an DMlonen Prozent Frankfurt a. M. Berlin Schluß- Kur» Schluß. Kur» Schluß. Kur» Schluß. Kur, Datum: 20. 5. | 21.5. 20. 5. 21.5. 5% Deutsche ReichScinIeihe . 0,074 0,071 0,070 0,069 4% Deutsche Reichsanleihe . 0,425 0,425 0,4:0 0,42a 3'/r°/o Deutsche Retchsanleihe 3°/n Deutsche Reichsanletve . Deutsche Sparprämtenanleihe 0,205 — 0,205 0,200 0,885 0,100 0,830 0,091 0,220 0,850 0,104 0,859 0,102 4°/0 Preußische KonsolS • . . 0,230 0,209 — 4°/0 Hessen........... -— — — 3"/a% Hessen.......... 3% Hessen........... —- Deutsche Wertb. Dollar-Anl. 4,2 4,2 4,2 4,2 dto.Doll.-Schay-Anweisung.e) 76,9 76,60 76,9 76.6 74,51 74,80 voll 22,91 22,06 voll 71,42 71,78 5ü 111,97 112,53 60 157,60 158,40 10 6,86 5,88 voll 4,19 4,21 10 18,35 18,45 voll 18,65 13,75 voll 19,15 19,25 voll 4,59 4,6' voll 12,52 12,58 voll 68,85 69,15 voll 2,04 2,06 voll 68.35 68,65 voll Die Bantiger. Vornan von Herman n Stegemann. 9. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Lupo, der Schäferhund, begleitete sie. Hart neben ihr herschreitenb, jenseits dec Drücke von ihrer Hand am Halsband gehalten, geleitete er seine Herrin durch den dunklen Herbstabend. Leh-- tes verwischtes Rvtgold schmolz über den Hügeln der schwarzen Runs. Agnes und Pvonne hatten wenig Gemeinsames, um so leichter floh die Unterhaltung. Die Reise des Vaters blieb unberührt. Auch Lenz, den der Taumeister noch telephonisch von seiner Abwesenheit benachrichtigt hatte, bli?b dem un-- ausgesprvchenen Grundsatz treu, darüber nicht zu reden. Erst am anderen Abend fiel zwischen den Geschwistern das erste Wort über den Abwesenden. Lorenz fuhr mit dem Automobil auf den Altmarkt hinüber, sah mit der Schwester rasch die Briefschaften durch, die sich auf die Geschäfte bezogen, und fragte mitten im Gespräch über die nächsten großen Fälligkeiten: „Hast du Nachricht, datz der Tater erst morgen abend heimkehrt?" Gns warf erschreckt den Kopf in die Höhe. „Tlachricht? Morgen? Das — ist doch nie geschehenI" antwortete sie tonlos. „Das Baubureau in Eggstetten hat das Telegramm an mich weitergegeben. Ich erhielt es soeben." „Ura> deshalb bist du gekonnnen? Richt wegen der Briefe da! Du willst es mir schonend bei° bringen. Ich danke dir für die gute Meinung, aber nötig war's nicht. Sicher nicht." Sie trat von dem Tisch von dem Bruder weg und macyte sich an den 'Dücherfchränten zu schaffen. Er sah, daß sie blasser war als sonst. Ein beklemmendes Schweigen fiel ins Zimmer. Plötzlich wandte sie sich um und ihre Stimme war voller Angst, als sie sagte: „Es wird ihm doch nichts zugestoßen sein, Lenz?" Törichte Frage, schoß es ihm durch den Kopf, aber er biß auf die Lippen, zuckte die Achseln und fagte schließlich: »Vielleicht ist er noch in Geschäften aufs Eisenbahnamt. Das Bahnprojekt lastet auf ihm." Da lächelte die Schwester überlegen: „Lastet auf ihm? Rein, Lenz, das hat noch kein älnternehmen getan. Es hält ihn frisch, erwächst wieder an ihm, und er führt auch dieses, sein größtes Werk zu Ende." Sie hatte den Anlaß ihrer Sorge vergessen Aber dann schoß es ihr wieder heiß ins Bewußtsein, und plötzlich schlug ihr die Scham ins Gesicht. „Er ist noch dort, ist noch auf dem älniers- berg, und deshalb läßt er uns, läßt er mich ohne Rachricht." Lorenz Bantiger schwieg zu dieser Erklärung. Er wußte keine bessere. Er kramte noch eine Weile in den Papieren und entschloß sich dann, zu gehen. „Kommst du wieder zu uns in die Sonnhalde? Wollen wir zusammen hinaufgehen, Ens?" Sie lehnte die Einladung ab. „Fahr nur allein und schone dich noch. Ich bin müde." Er wußte, daß sie keine Müdigkeit kannte, und sah, daß jeder Rerv an ihr gespannt war, ließ ihr aber den Willen und ging. Es war spät geworden. Da brachte ein Bote ein Telegramm aus Zell am See, in dem der 'Tater RgneS mitteilte, daß er erst am nächsten Abend zurückkehren werde. „Morgen abend zurück Bantiger," las sie langsam und prüfte unwillkürlich, unsinnigerweise die Schrift, als könnte sie daraus auf die Gründe der Verspätung schließen. Sie wußte nicht, ob der Bericht sie freute oder kränkte, und bat in plötzlich aufflackernd er Stimmung Ceiie Engler mit ihrer Mutter, Ellh Drüderlin und Mlys Brüder Franz und Heinz zu einem verspätet angesagten Abendsih zu sich. Als die Einladung angenommen wurde, ging sie selbst an die Ausschmückung des Musikzimmers und der Halle. Sie trug Wein, Früchte, Räsche- reien und Rauchzeug zusammen, sandte den Gärtner in den stichdunklen Garten, um die Tische mit Blumen zu schmücken, und ließ alle Leuchter aufflammen. Sie zog ihr leichtestes Kleid an, steckte das Haar mit einem spanischen Kamm hoch und ließ das Grammophon in die Halle stellen. Sie wallte lustig fein, sie brannte vor Begierde, sich dem Vergnügen in die Arme zu werfen, und als die Gäste kamen, fieberte sie voll älngeduld und verhaltenem Leben. Üiti> sie ritz alle mit sich fort. Man lachte, spielte Klavier, fang, schied sich in zwei Danzpaare, die in der matt erhallten, vom herben Duft der Herbstblumen erfüllten Halle auf und nieder glitten, und braute aus Rheinwein, Sekt und M>rtwein eine Bowle, die Schluck für Schluck eine Hemmung nach der anderen auf» Mlösen drohte « Als der Abend vvrrückte, ergab Frau Engler sich einem fünften Schläfchen. Franz Drüderlin zog Lene in die dunkle Ecke hinter dem Bechsteinflügel und bestürmte sie mit Zärtlichkeiten, Heinz tanzte mit Agnes, ohne Atem zu ia-opsen, und schob tm Dorveitanzen die ‘JCafcet des Grammophons immer wieder auf den äußer- sten Rand der Platte, damit der Tanz kein Ende finde. Ellh flüchtete sich zu den Süßigkeiten und beobachtete dabei heimlich Agnes und Lene, um sich an der Entfesselung ihres von Wein und Tanz erregten Wesens zu weiden. Da ritz Ens sich plötzlich von ihrem Tänzer los und brachte das Grammophon so hart zum Stillstand, daß die Radel brach und die Musik in einem gräßlichen Mißtvn erstarb. Heinz hatte sie erst fester an sich gepreßt, als die Sitte erlaubte, dann die Lippen auf ihren Hals gedrückt und zuletzt ihre Lipp-en gesucht. Sie hatte ihn mit einem seltsamen Gefühl der Erlösung gewähren lassen,.bis sie sich in seine Gewalt gegeben fühlte und eine heiße Dlutwelle ihr die Herrschaft über sich selbst zu rauben drohte. Da war auf einen Schlag eine wilde, ungeheure Kraft in ihr erwacht. Es war kein Erwachen zur Selbstbesinnung, keine RücSehr in die Schranken, die die Gesellschaft aufgerichtet hat, sondern ein Aufbäumen ihrer Ratur, ein Sieg ihres krampfhaft gespannten äleberlegenheitsgefühls^ über aufgepeitschte Rerven und weibliche Schwäche. Sie wollte nicht unterliegen, sie wollte sich ihren Willen nicht stehlen, sich nicht von einem anderen unterjochen lassen, sie war ihre eigene Herrin und nicht dazu gemacht, dieser Herrschaft zu entsagen. Sie war wie der Vater. Der lieh sich auch nicht verführen und schwächen, der gab sicher keinem Weib sein Schicksal in die Hand, sondern blieb ihnen auch in dieser Stunde überlegen. Sie matz Heintz mit prüfenden Dlicken, fand nichts an ihm und zog sich auf sich selbst zurück." Der Aufruhr ihrer Sinne legte sich zu bleierner Ruhe. (Fortsetzung folgt.) ZU BAN Wieseck, den 17. Mai 1924 G.ZUBAN1MUNCHEN Größte K Lichen-Stamm 1. ÄI. = 1,70 Fstm. und 2933V Emmericher Waren-Expedition 4052D Ortsgerichteoorsteh er.