Vlenrtag, 22. April 192$ U4- Jahrgang Erstes Blatt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vr»s Md Verlag: »rShl'lch« Untoerr'täts.Bndi. und SteindruSerei R. tauge in Sietzen. Schristleitung und Sesch-ftrft-lle: Schalüratze Z. Annahme doh Anzeigen für die lageenummerbis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeü. Preis fär 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- blame-Anzeigen v.7vmm Breite 35 Goldpfennig, Plotzvorschrist 20% Auf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton Dr. Friede. Wilh. Lange j für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. m. 94 Erscheint täglich, außer Bontu und Feiertag,, mit d. Samstagsbcilage: GießenerFamilienbtätler Monats-Lezvo,preis: 2 Goldmark u. 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch.Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 5L Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger-tetz«». Postscheckkonto: Frankfurt a. M- 11688. OCX, 1XDCTIS ICUl. eui -uuiv uu.v vuu , « er unmittelbar das neue Leben feiner Ursprung- Was an kirchlichen Dogmensystemen und an der lichen Menschheit stiften. Endlich beruhigt sich ! vulgaren Aufklärung überlebt, matt und unbefrre- Dir Besten unter seinen Zeitgenossen haben seine Philosophie nicht nur als Etahlbad empfunden, sondern auch wir einen neuen Schöp- fungstag der Erkenntnis und wie die höhere Stufe des Begriffes „Mensch sein". alles in der Schöpfung scinerGeschichtsphilosophte, die eigentlich Psychologie der Völker, Kulturen und Seiten ist. Diese Geschichtsphtlosophie aber weih sich als eine gottinmge Religion. Die Welt in ihrer Fülle wird göttliche Einheit, ein Reich der weisesten Güte, Liebe und Schönheit. Das aber ist Kants Frage und Sorge, ob ein solches Erkennen deS Alls in seiner Einheit und Ganzheit möglich sei, ein Erkennen, wie es dann sein mußte, aus reiner Vernunft. Als der Mann des logischen Gewissens sucht er die Rotwendig leiten der Begriffe im Gesamtgebiet ter menschlichen Erkenntnis. Ruch er ist um das All bemüht, abar nicht um das All der Welt, sondern um das All des Geistes. Auch bei ihm geht es um die Grunde des Lebens, und es fehlt nicht an tragischer Gröhe: den Menschen gilt es zu verstehen als das mit seinem Zuge zum Anendlichen inS Endliche ein geschlossene Wesen. Freilich wenn er nun die Raturwissenschaft in ihren Grundbeg.isfen bestimmt und Har auf ihre Ziele richtet, so ergibt sich, daß die Olatur der Raturwis'entchaft Gott nicht kennt. Auch die Sittlichkeit iit ihrem Grunde leimt Gott nicht. Kant wird der g.o .e Lehrer des eu opä> schen Gedankens von der iy sich selber und in ih.er Freihett begründeten Sittlichkeit. DaS si t° liche Leben freilich kennt und find.t Gott ut dem Glauben, der seine Seele ist, an diese Well als eine Well des Helligen Willens. Das Schö. e endlich ist ein Reich der Freude am reinvn Schauen und an der reinen Gestalt, ein Reich des blohen Scheins, das im Spiel der Einbildungskraft entspringt. Kein Zufall, daß ter Ge-genlatz an der Geschichtsphllosopk-ic zum Ausdruck tommt Das Werk Herders wird im innersten vernicht.t du ch den Rachweis, Last es einmal dem großen Geschichtsseher an einem Begriff der Geschichte fehlt, und Last sodann das große Werk eine dogmatische Metaphysik ohne jede 'Begründung in den tragenden Begriffen ist. Jede Verständigung war ausgeschlossen. ES steht die religiöse Gewitzheit gegen die logische Pünktlichkeit. Im Grunde aber vollendet Kani die Revolution, zu der Herder auf dem Wege ist. Das Ziel der wissenschaftlichen Bildung liegt in der Bereinigung der logischen Bewußtheit mit dem scha u enden Berstehen. Herder ergänzt Kant, der ihm persönlich zum Verhängnis wurde, sachlich in der Well der deutschen Bildung als eine unentbehrliche lebendige Kraft der Ergänzung. Am Ostermontag erfolgte die Einweihung deS neu geschaffenen Grabmals ImmanvelKants gründen will. Wir sehen im übrigen den Aus- flieg e nes extremen Rationalismus in Deutschland als eine sehr große Drohung an und als gefährlich für Europa und beklagenswert auch für Deutschland, aber die Politik der Alliierten tragt zum großen Teil die Verantwortung fär diesen Aufstieg des deutschen Nationalismus. Macdvnald drang endlich darauf, Deutschlands Wort anzunehmen. Wenn wir aufhören, all Kerkermeister zu handeln, dann können die vor Deu schland g g brnen Bürgschaften angcnvmmer werden. Lahr uns zu Deutschland fagei\. wenn ihi erklärt, daß ihr diese Berichte annehmen werdet dann werden wir euch bet eurem Wort nehmen Wir haben keinerlei 'Vorbereitungen getroffen um irgend einen Verzug auf eurer Seite zu begegnen. Wenn ihr nach dieser feierllchen Verpflichtung in Verzug geratet, dann werden wir unseren Alliierten näher stehen als je und wir werden auf das Ergebnis warten. Aber wir vertrauen euch. si MacdonaldsAutzenpolitik London, 19. April. Premierminister Mac- donald erklärte m einer mit Spannung e.warteten Rede auf der Zusammenkunft de älnabhängigen Arbeiterpartei in'Bork, die jetzige Regrerung bestehe nur aus Menscher, sie habe Fehler gemacht und werde weiter Fehler machen. Wenn sie ihr Amt in zwei Woch.n nie^e-legen würde, so würde sie doch der Geschichte^ der Arbeller- bewegung ihren Stempel auf gehäuft haben; die Arbeiterpartei sei seit 3anuar größer geworden nicht an Umfang, aber dem Geist nach Macdonald trat der Auftastung entgegen, dast die A.better- vegierung zwar tm Amt sei, jedoch keine Macht besitze, und sagte, wer an der Macht sei, habe Gelegenheit, und Gelegenheit bedeute Habe die Regierung nicht Rußland are tonnt? Werde etwa mit dem Bau te8 Singapore- docks fortgefahren? Der Premiecmmister be* schästiLte sich weiter mit der Reparation-Unter den persönlichen Schülern Kants in der Heimatstadt war Herder der wichtigste Ihm ist Kant in doppeltem Sinne das eigenlliche getftige Schicksal geworden, er eröffnet ihm in der Jugend die große Well des philosophischen Gedankens und trifft bann später Herders Hauptwerk mit jenem Angriff, der sich als Todesstoß für Herder erwies. Zwei Begabungen — jede in ihrer Weise von der höchsten Art — bildeten hier einen Gegensatz, der immer ausschließlicher herdortrat. Herder hat das Ohr der mitfühlenden und mit» lebenden Liebe und so offenbart sich ihm die Seele im Liede, im Geistus, in einem Volle. Das Verstehen entfaltet sich in einer pädagogischen Sehnsucht nach vollem und ursprünglichem Menschentum und mündet in einen großen W llen der allgemeinen verstehenden, fördernden Menschenliebe. Sein Erkennen möchte ein unmittelbares Schaffen deS Lebens fein. Als ein Bote von Gott möchte Königsberg, 19. April (Wolffst Die Veranstaltungen zum Gedächtnis des 200. Geburtstag s Imma uel Kants wurden am San st. rg abend durch eine Festsetzung der Ortsgruppe Königsberg der Kantgesellschaft in der Aula des Friedrichskollegiums. die mit den Büsten der b Iben größten Schüler des Kollegiums, Herders und Kants, geschmückt war. eingeleitet. Rach einem Orgelv-rsviel sprach der Vorsitzende der £r sgrupp , Prf Dr Kowalews t» Ä:nig3» berg, vom „Heimatgeist in der Kantischen Philosophie. Prof. Dr. Otto Schondörffer, ebenfalls aus Kön'gsberg, feierte als zweiter Redner Rudolf Reicke und Emil Arnoldt als Wieder- erw.'cker b:8 3nt r ff s an d:r Phil s.phie Kants. Der dritte Redner des Abends, Prof. Dr. Artur L i e b e r t, der G schäftsführer der Kant- g sellschaft, hielt einen D)rtrag über „Äant und dir geschichtl che Weliansicht". In dem Kant- jublläum erblicken wir ein mahnendes Symbol, dessen Gehalt den Charakter einer höchst sittlich n Verpflichtung in sich trägt. Hier wird die ti fste Inn'rl.chk it unseres W.srns aufgerufen. In der Gedenkfeier für Kant erfüllen wir eine sittl che Forderung, der wir treu sein müssen, and rnfalls wir der Idee unseres Lebens nicht genügen. Durch dieses Gefühl werben wir bestimmt, im Geiste Kants „Kritik" an uns selbst zu üb n. wenn wir nicht des sfttllchen Rechtsanspruchs unseres Leb.ns verlustig g.hen wollen. Die große Kant-Gesellschaft hielt Sonntag vormittag zunächst eine geschäftliche Sitzung ab. Zu CSbcenmttgltebern wurden ernannt der bisherige Kurator der ilniverft ät Halle, Geheimrat Professor Meyer in Halle, Landgerichtsrat War da in Königsberg, Professor Goedeckemeyer in Königsbe g, Professor Groenewegenin Amsterdam. Es fötale bann die Verkündung des Ergebn.ftes der Br. Ludwig Iaffs-Preisaufgabe: ter gestiftete Preis wurde keiner der eingereich.en Arbeiten zuteil, doch wurden die Arbeiten von Dr. Pringsheim in Breslau und Professor Dr. Alfred Dippe in Erfurt ehrend anerkannt. Gegen 12 ftlh-r mittags wurde alsdann in dem bis auf den letzten Platz besetzten großen Saal der Palästra Albertina die öffentliche Festsitzung der KanttGesellschaft durch P ofrssor Dr. Artur Liebert eröffnet, fcer tm Ramen der Geschäftsführung der Kant-Gesell,chaft tie G-- schienrnen toilltDmmen hie') und gleich eitig mft- teilte, bah der am erster Stelle borg fth ne Festredner Seb im at Professor Dr. Vaihinger wegen seines unsicheren Grfundh itszustandes kt- Ler verhindert sei, seine Ansprache über „Staat in der Philosophie der G^enwart" selbst zu halten. In dieser, die daraus von Prof. Liebe.t verlesen wurde, sucht der Reslvr der deutsch n Käntsorscher zu zeigen, wie trotz mancher Abweichungen vom Buchstaben deS Kritizismus d ch dec Geist des groben KonigSberger Denkers alle modernen philosophischen Ber uche direkt ober in- dirett beeinflußt und so for.wi.kt. Die einzelnen philosophischen Hauptshsteme der Gece.ftv.uft w r- den in prägnanten Skizzen vorgeführt und kri.isch beleuchtet. — Sodann sprach Dr. Eugen Kühnemann, Professor an der Uni» versität Breslau, über „Kaut und Herdes. am Dom. Zu der vorangehenden akademischen Ffter hatten sich in dem ehrwürdigen Gotteshause gegen 12 älhr die hier anwesenden Vertreter ber Reichs- und Staatsminifterien und die Mftglleder sämtlicher provinziellen und städtisch:» Behörden und Körperschaften mit den ausländisch n und heimischen Teilnehmern eingefun- d n. lln'er Gl)ckengelaute und Orgelspiel, wäh- " ' ' ' ' ' von den frage; er erklärte, er sei froh, zu sehen, dah das ganze Land hinter ihm stehe in dec Ansicht, daß der Sachverständigenbericht als Ganzes angenommen werden mühte. Der Bericht enthalte Dinge, die er schätze, und Dinge, die er nicht gern habe, aber wenn er diese oder jene Einzelheiten aufzuwerfen beginnen würba so würden F.ankreich, B.ftgien und Deut.chland dasselbe tun, und man würde sich in genau derselben Lage befinden und genau wieder da fein, wo man angefangen habe. Hier ist Europas Gelegenheit — ergreift sie sofort und vollständig und bringt Stieben und Sicherheit für den Kontinent. Es g-ht aus den Berichten der Sachverständigen llar hervor, daß, wenn man noch zwei Jahre di selb: Politik führt, welche man seit zwei oder drft Jahren betrieben hat, keine Hoffnung auf Sicherheit und Frieden mehr besteht. Ein Eintritt Deutschlands in den Völkerbund würde die Organisation vollenden, auf ber ich gern den künftigen Frieden Europas Das Kantjubiläum. Der Festakt der Kantgejellschast in Königsberg. — Einweihung des Kant-Grabmals. rmb dessen . _ . . - Plötz n erhoben hatte, zogen die Abordnungen sämtlicher student scher Korporationen mit ihren Fahnen und Dannern in den Dom. Dahinter folgten die Rektoren der auswärttgen älniversi- tät.n und Hochschulen im Ornat, an ihrer Spitze ö:r preußische Kultusminister Doelitz. Staatssekretär Becker und Ministerialrat Professor Richter. Den Schluß des feierlichen Zuges blld.te die Professorenschast der Albcrtusuni-- berf.tät Rachdem die Studentenschaft sich mit ihren Bannern um den Altar gruppiert hatte, sprach Prof. Adolf von Harnack von der wissenschaftlichen Persönlichkett Kants, sodann von seinem Werk und endlich von den Wirkungen dieses Werkes bis zur Gegenwart. Seine ganze Leidenschaft und daher sein Lebenswerk war der Erkenntnis des W'rllichen und der Wahrheit heft gewidmet, so daß man ihn Öen „Heiligen Franziskus der Wissenschaft" nennen darf. digend war, das schien nun alles beseitigt, waS art der Aufklärung des Zeitalters wahr uno befreiend war, das erschien gerechtfertigt, v. Harnack schloß seine Rede mit einem Hinweis darauf, was Kants eisernes Pflichtgefühl dem niedergeworfenen deutschen Vaterland auch heute bedeuten kann. Als der Redner geendet hatte, verließ der Zug bet Studentenschaft und der Rektoren daä Gotteshaus und begab sich um den Dom herum zu der Gräbst ä 11 e Kants, wo sich die übrigen Festteilnehmer versammelten. Ringsum hatten die Königsberger Schulen mit Fahnen Ausstellung genommen. Oberbürgermeister Lohmeyer dankte dem Schöpfer des jetzigen Grabmals, Prof. Lahrs, für fein Werk. „Edle Emfatt und fülle Größe waren Kants Wesen und Wirken. Scr steht auch heute in schlichten und einfachen Formen dieses Grabmal vor uns. Jedem Beschauer jederzeit zugänglich, Helles Licht kann von allen Seiten hereinfluten. Wir sind stolz darauf, den großen Meister Kant zu den Unfern zählen zu können und darauf, daß von hier aus die Strahlen feines Geistes über die ganze Wett hinaus gegangen find. Cs wird die Spur von feinen Erdentagen nicht untergehen. Und nunmehr übernehme ich als derzeitiger Oberbürgermeister der Stadt diefes Grabmal." Rach diesen Worten öffnete der Oberbürgermeister bk Tür des Säulentempels und legte an der Grabstätte des großen Toten, über der in goldener» Buchstaben nur die Worte stehen: .Immanuel Kant" einen schlichten Kranz nieder. Dann löste sich die Festoersammlung still auf. Der Reichspräsident zum Kant jublläum- Berlin, 19. April. (Wolff.) Der Reichs. Präsident richtete anläßlich' der Äantfeier an den Oberbürgermeister der Stadt Königsberg and den Rektor der dortigen Universität folgendes Schreiben: „3u meinem Bedauern ist e8 mir nicht möglich, der freundlichen Einladung Königsbergs und ber ALbeltunioersität Folge zu leisten, und persönlich an der Äantfetcr teilzuneHmen, huldige aber mit Ihnen dem Gedächtnis des großen Mannes An diesem Gedenktage feiert das deutsche Voll nicht nur den Denker, der in beispielloser geistige' Kraft und vorbildlicher Aufrichtigkeit und Trew der Ar bett ein neues Weltbild errichtete und damtt für alle Völler eine neue Epoche der Denkens begründete, eS bekennt sich auch zu den uupersieglrchen Quellen seiner eigenen seelrschr» Kraft, die gerade tm Geiste KantS aus tiefstem Grunde strömen. Kant 'bat die hohen Ideale, die das Leben bestimmen, m das Gebiet ber pe.fönlichen lieber- zeugung versetzt^ er hat den erhabenen Pflicht- b e g r i f f, der sich an die F.e'chett des Menschen richtet, in den Mittelpunkt der Moral gerückt, er hat den hohen Begriff ber Menschenwürde aufgestellt, wonach die Menschen nicht zu bloßen Zwecke anderer auf Kosten ihrer Kuttuv und ihres Menschentums herabgedrückt werden dürfen, und er wies den sicheren Weg zu einem sinnvollen Z u s a m m e n wi r ke n de r Völker und Staaten. Aus den Menschen selber aber hctt er ihr Bestes herausgeholt, weil er ihnen gutes zutraute. So wurde er In einer für die Kultur Deutschlands wichtigsten Zeit der moralische Gesetzgeber und zugleich jedem einzelnen Deutscher ein Vorbild. Die deutsche Republik wird mit den besten Kräften des deutschen Geistes verbündet bleiben, solange sie die Kantschc Idee der Freiheit als dw Grundlage und den Antrieb ihres staallichen Lebens anerkennt und sie in der Staatsform zu verwirklichen sucht, die auf dem Gedanken Kants beruht, „was ein Voll nicht selbst über sich beschließen kann, kann auch ein Gesetzgeber nicht über an Voll beschließen". Möge dic Kantfnrr in ber chrwürdtgLn Stadt seines Wirkens den Geist und den Stnn aller Dollsgenossen e.hBen und sw in ihrem Aufstieg aus Zwang und Rot beflügeln und stärken." Der Japan-Konflikt. ES sind keine srvhen Osterbotschaften, die auS Rordamerika kommen. Das friedliche Auskommen zwischen den Bereinigten Staaten und Japan, das feit Jahrzehnten durch immer neue KonsliktSanlässe in Frage gestellt ist, erscheint seit einer Woche unhaltbar erschüttert, so erschüttert, daß ängstliche Auhenpolitiker bereits von dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Weltmächten sprechen. Das hat mit seinen Beschlüssen der Kongreß in Washington angerichtet. Das Repräsentantenhaus nahm die neue Einwande- rungSbill, die den japanischen Zusttom künsttg glatt unterbinden will, mit einer erdrückenden Mehrheit von 322 gegen 71 Stimmen an. Der Senat, noch iapsfemdllcher, beschloß die Billigung der Gesetzesvorlage in fast derselben Fassung wie das Repräsentantenhaus. Ja, als die Erörterung der Rassenfrage in der stets sehr aufgeregten amerikanischen Presse sich erhitzte, wiederholte der Senat die Abstimmung. Er beschloß mit 71 gegen 4 Stimmen von neuem die Fernhaltung aller japanischen Einwanderer, wobei besonders fanatische Senatoren ausdrücklich den Wunsch äußerten, daß ihre Aamen auf die Liste der Abstimmenden gesetzt werden. Der Gang der Gesetzgebungsmaschine in den Staaten ist nun derart, dah die Vorlage zuletzt an den Pra- sidenten zur Unterzeichnung gelangt, der dann sein Veto aussprechen kann. Eoolidge wird dies wahrscheinlich nicht tun, trotzdem er und sein rührigster Mitarbeiter, Staatssekretär Hughes, gegen die Anti-Iapan-Paragra- phen sind, weil sie die bedenklichsten politischen Folgen voraussehen, und mit Recht. Aber der Kongreß zu Washington ist nach der Verfassung in der Lage, das Veto des Präsidenten unwirksam zu machen, indem nämlich beide Häuser des Parlaments das Gesetz mit Zweidrittelmehrheit abermals beschließen. Die Zweidrittelmehrheit ist, wie man gesehen hat, reichlich vorhanden, der unbeugsame Wille der Volksvertteter ebenfalls. Das Unheil würde also voraussichtlich durch ein Veto des Präsidenten nicht aufgehalten werden. Man ist dann so weit wie zuvor. Die Welt ist um ' eine Kriegsgefahr reicher. Wie kam eS zu dieser gespannten Lage? Roch ehe das Repräsentantenhaus an die Beschlußfassung über das Einwanderungsgesetz heranging, hatte Hanihara, der Botschafter Japans in Washington, aus Vorsorge oder im Äebereifer, wie man will, eine Rote an das amerikanische Auswärtige Amt losgebrannt, worin er auf die „schweren Folgen" eines solchen Gesetzes hinwies. War dies schon ein ungewöhnlicher, well etwas eigen- mächtiger Schritt des Botschafters — der selbstbewußte Amerikaner ist in solchen Dingen stark empfindlich, der Deutsche hat in seinem politischen Elend vielleicht das Gefühl dafür verloren — so wuchs die Erregung, als der Wortlaut der Botschafternote bekannt wurde. Es hieß nämlich darin wörllich: „Das amerikanische Einwanderungsgesetz in seiner neuen Form ist eine Maßnahme, die den berechtigten Stoh einer befreundeten Ration beleidigt, einer Ration, die in ihren Bemühungen um die Erahltung freundschaftlicher Beziehungen mit ihrem Volke stets großen Eifer gezeigt hat; schlimmer noch: Die neue Bill wirft die Frage der Vertrauenswürdigkeit der japanischen Regierung auf und zieht damit die Ehrenhaftigkeit der Regierung von Tokio oder doch zum mindesten ihrer Exekution in Zweifel." Um wiederum dies zu verstehen, muh man wissen, daß der japanische Minister des Aeußern, Baron Matsui, mehrmals die Erwartung ausgesprochen hat, daß die Anwendung des QuotenshstemS durch Amerika und des sog. Genttemenabkommens durch Japan die wirksamste Kontrolle der Auswanderung darstellen werde, dah also ein neues Gesetz mit japanfeindlichen Paragraphen überflüssig sei. Es fragt sich also sehr, ob die Regierung von Tokio ihren Washingtoner Gesandten als Sündenbock in die Wüste schicken wird. Denn mit seinen drohenden Bemerkungen hat er eigentlich den Nagel aufden Kopf getroffen. Die Wirkung des amerikanisch-japanischen Konflikts auf Europa ist auch schon sichtbar. England will angesichts der Spannung im äußersten Osten von neuem prüfen, ob es die Arbeit am Flottenstützpunkt Singapore einstellen soll. Macdonald hat im Tlnterhcms eine neue Abrüstungskonferenz vorgeschlagen. In Paris wird bereits amtlich jede Aeuherung über diesen englischen Plan und über die „allenfallsige Haltung Frankreichs" abgelehnt? Dies alles in dem Augenblick, da der Weltfriede im Punkte der Reparation Auferstehung feiern soll! Will Amerika mit seinem Zapankonflikt ein so schlechtes Beispiel geben? Mißfarb. Zähne Kleine politische Nachrichten. Vom 28. Aprll bis 2. Mai findet tu Paris die dritte Tagung des Generalrats des Verbandes der 2 o-t e n - K r e u z - Vereinigung statt. Unter den Landern, welche di? En senbung von Del gierten b.schlossen haben, befindet sich auch Deutschland. Das 2fr» britsprrgrarmn umfaßt zahlreiche Fragen, darunter die Organisation der Rationalen, des inter- ■f Bei Steigung zu Fettansatz sollten 6t« eine Zehrkur vornehmen. Wir raten Ihnen, w Ihrer Apotheke 30 » Toluba-Kerne zu kaufen, die wirksame, völlig unchädlische Stoffe enthalten. Der „Temps" berichtet aus Bukarest, Stu- mänin werde Freizonen in den Häfen von Braila, Galatz und Constanza schaffen um den Transitverkehr namentlich mit Polen und der Tschechoslowakei zu heben nationalen HilsSwesens bei UnglückSfSNen um, den Kampf gegen die Tuberkulose. * 2hr Anwesenheit zahlreicher Deputieriec und Senatoren und Vertreter der Stadt wurde Mussolini heute feierlich zum Bürger der StadtRvm ernannt. Rlussolini dankte in seiner Aussprache für die ihm von der ewigen Stadt erwiesene Ehre. Er erinnerte dabei an den Ruhm ^eS alten Rom 'und versprach, die Stadt zu neuem Glanze emporzuführen. * Aach einer Meldung aus Athen sollen die Vereinigten Staaten und Belgien die neue republikanische Regierung von Griechenland bereits anerkannt haben. * Reuter berichtet aus Bagdad, daß gegen die Annahme des Vertrages zwischen England und dem Irak eine Agitation im Gange fei. 2010 verlautet, sollen nur 14 von 100 Abgeordneten bereit, sein, für den Vertrag zu stimmen. Eine llare Zusicheruirg werde gefordert, daß der oraf, wenn nach Ablauf der Vertragsperiode dir Umstände den Eintritt Iraks in den Völkerbund verhindern s llten, vollständig unabhängig sein soll ohne eine Verlängerung des Mandats. Die politische Lage in Bagdad nähere sich rasch einer Krise. Aus zwei Abgeordnete, die als Anhänger der Ratifizierung des Vertrages mit England bekannt seien, wurde ein Mordanschlag verübt. Reuter meldet aus Kairo die Ermordung eines britischen Flieger Unteroffiziers. Als Täter kommen zwei Aeghpter in Betracht, von denen einer verhaftet wurde. Acuter meldet aus Simla, daß neuerdings 200 fanatische Srlhs, die sich nach >>rito (?) begehen hatten, um den heiligen Schrein zu be-- fircherr, festgcnvmmen toor.en sind Zu Unruhen tarn es nicht. Die Zahl der Verhafteten belauft sich jetzt auf 2000. Amerikas Konflikt mit Japan. Washington, 20. April. (Wolff.) Der iapantsche Botschafter hat Sta«tssekre är Hughes mitgeteilt, er habe feine erste Erklärung nicht abgegeben, um zu drohen, und auch mcht in der Absicht, in die inneren Angelegenheiten der Vereinigten Staaten einzugreisen Staatssekretär Hughes bat gean'wortet. Das frühere Schreiben des japanischen Batschas- ters . stelle eure freimütige und freundschaftliche Erklärung dar. Gr sei überzeugt, daß der Bol- schaster in keiner Weise die Absicht gehabt habe, irgendeine Drohung auszusprechen oder durch- Midfcn zu lassen. Havas berichtet hierzu, in 'Dchyrngton giaubc man, daß die von dem japanischen Botschafter abgegebene Erklärung die Zustimmung seiner Regierung habe. — Wie aus Tokio berichtet wird, hat der Botschafter der Vereinigten Staaten eirc bange Besprechung mit dem Außenminister gehabt. Aach einer weiteren Mel ung aus Tokio der amerikanische Botschafter öf endlich er!lär+ er habe den Präsidenten Cvolidge empfohlen. das von dem Senat angenommene Gesttz über die Einwanderung nicht zu sanktionieren. Es wäre außer Zweifel, daß Japan in keiner Waise die Abficht habe, Amerika zu bedrohen. Bor Abschluß des franko-rumänifchen Bündnisses. - ^Kar 191. April. Rach dem Intrcmsigeant find der noch in Paris weilende rumänische Außenminister Duca und Ministerigldirektor P e r etti d ella Rvcc a mit der Vorbereitung einer sranzös sch-rumän schen Allianz beschäftigt dre aber nicht nach dem Muster der französisch^ tschechoslowakischen, sondern in Anlehnung an Frankr ichs Vertrag mit Polen gestaltet werden werde. Das Blatt glaubt zu wissen daß er einen mll.tärischen Teil von großer Wichtigkeit enthalten und daß die französisch-rumänische Allianz überhaupt ziemlichaktiv sein werde. Das Osterfest nahm in unserer Stadt den gewohnten feiertäglichen Verlauf. Die Kirchen waren an beiden Feiertagen sehr stark besucht. ia überfüllt von Gläubigen, die sich am Worte Svttes erbauen wollten. Das veränderlich«, aber dennoch im großen und ganzen angenehme Wetter veranlaßte einen sehr lebhaften AuSflüglerver- tehr d^w in erster Linie der engeren Umgebung der Stadt zuströmte, wo in Feld und Wald Tausende von Mitbürgern Erholung suchten. Die Ausflugsorte in der Stadtnahe hatten recht regen Betrieb, ferner fanden die sportlichen Darbietungen. tote das Fußballwettspiel auf dem Sportplatz an der Hardt am 2. Feiertage, das lebhafte Interesse der Sportfreunde und der Spazier- ganger. Von den entfernteren Ausilugsstätten war namentlich das Biebertal das Zel vieler DolkrsenLscheid über den Achtstundentag. Berlin. 22. April. (Priv.-Tel.) Wie der .Montagmorgen" berichtet, hat der Allgemeine Deutsche G e w e r k s ch a f t s b u n d auf Antrag des Deutschen Tektilarbeiterverbandes beschlossen, die Frage des Achtstundentages auf dem Wege über den Volksentscheid zur Entschet- 2ung zu bringen. Eibe Kommission, in der auch der Allgemeine freie Angestelltenbund und der Allgemeine deutsche Deamtenbund vertreten sind, ist gegenwärtig mit den technischen Vorbereitungen beschäftigt. Wie das Blatt erfährt, wollen die sreitzewerkschaftlichen Spitzen- verbände nicht ein besonderes Gesetz über den Achtstundentag zur Vollsabstimmung stellen, sondern die Ratifikation des Washingtoner Abkommens verlangen, das die grundsätzliche Festlegung des Achtstundentages enthält. Das Volksbegehren wird erst nach den Wahlen dem neuen Reichstag eingereicht werden. Drohender Streik im MauSfelder Revier. Helbra (Mansfelder SeekreiS), 21. April. (WTD.) Heute nahm hier eine stark besuchte Ge- werkschaftsfiinktionär-Konferenz Stellung zu dem w,lden Streik der 2000 Jungarbeiter und der daraus erfolgten Aussperrung von 4000 Bergarbeitern. Die Mansfelder A. G. droht für morgen die gesamte Aussperrung an, von der rund 25 000 Bergarbeiter einschl. der zugehörigen Metall- usw. Arbeiter betroffen würden Die Konferenz hat beschlossen, kein Mittel zur Beilegung der Lifierenzen unversucht zu lassen. Schlägerei zwischen Rechts- nnd Linksradikalen. Berlin, 22. Aprll. (Priv.-Tel.) Buckow r ^5 touröc am Oftersonntagnachmittag Der Schauplatz einer großen Schlägerei zwischen Konnnunisten und rechtsradikalen Iugendbünd- lern, wobei ein Mitglied der rechtsradikalen Iu- gcndbündler erstochen und ein junger Kommunist durch Messerstiche schwer verletzt wurde. Einige in der Rahe wellende Förster trennten mit Gewalt die Kämpfenden und nahmen zwei Kommunisten fest, deren Freilassung jedoch wieder von den Kommunisten erzwungen wurde. Dem „Lvkalanz." zufolxfe wurde noch ein zweites Mitglied der rechtsradikalen Jugend so schwer verletzt, daß es feinen Verletzungen erlegen ist. entstellen das schönste Antlitz. Ubier Mundgeruch wirkt ab. stotzend. Beide üb«! werden sofort in volllommen untoäbL Weise beseitigt d. d. bewährte Zahnpaste Chloro-dont, widerrechtlich fepaenommenc Geiseln fretgelasten zu haben. Diese Annahme trifft n i cht zu. Die deutsche Regierung hat in -en dem Aus- tausch Vvrangegangeneu diplomatischen Verhandlungen die französische Regierung von Anbeginn au in keinem Zweifel darüber gelassen, daß die völkerrechtswidrig festgeuom- meueu Geiseln für uns unter keinen Umstanden als AuStauschobjekt in Frage kommen könnten, ihre Freilassung vielmehr eine nu- erlähliche DorauSfehung der DegnadigungS- aktion fei. Die Verhandlungen haben demgemäß auf der Basis Kopf gegen Kopf zur Freilassung der örei Franzosen d'Armonk, Aubert und Lang im Austausch gegen die gleichfalls zu langen Freiheitsstrafen berurteiltcn Deutschen Ger dun, B c r g e r und Schwebe! geführt. Von den von französischer Seite gleichzeitig freigelass e - nen deutschen Geiseln war übrigens der Oberbürgermeister vonWedelstädt vor seiner Freilassung durch ein Kriegsgerichtsurteil gleichfalls zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Bemühungen, weiteren deutschen politischen Gefangenen im Wege des Austausches die Freiheit wiede rzugeben, werden fortgesetzt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 22. Aprll 1924. Neuordnung des Fürsorgewesens in Hessen. Am 1. April ist die Reichsverordnung über die F ü r f o r g e p f l i ch t vom 13. Februar 1924 in Kraft getreten. Das hessische Gesamtminifte- rium hat hierzu febr umfangreiche Aussührungs- bestimmungen erlassen, die u. a. festsetzen, daß der Landesfürsorgeverband das Land und dre Bezirks-Fürsorgeverbände die Kreise sind. Ik^den Kreisen Darmstadt, Mainz, G i e g e n, Offenbach und Worms bilden die genannten S t ä dte und die Landgemeinden des Kreises je einen besonderen Bezirks- Fürsorgeverband. Mit besonderer Genehmigung können noch weitere Städte zu Bezirks-Fürsorgeverbänden erfiärt werden. Soweit der Landes- Fürsorgeverband endgültig fürsorgepflichtig ist, werden die Kosten zunächst von demjenigen Bezirks-Fürsorgeverband vorgelegt, in dessen Bezirk sich der Unterstützte beim Eintritt der Hllfs- >e6ürftfg£efi befand. Die durch die Reichsverordnung über die soziale Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenen-Fürsorge, sowie durch das Gesetz über die Beschäftigung Schwerkriegsbeschädigter den Hauptfürsoraestellen übertragenen Ausgaben werden auch weiterhin von den Haupt» ürforgeftcllen der Kriegsbeschädigten usw. durch- geführt. In Zweifelsfällen, oder bei Streitigkellen zwischen Gemeinden das gleichen Fürsorgeverbandes über die Zuständigkeit bestimmt die Bezirks- Jürsorgestelle, welche Gemeinde die Fürsorge durchzuführen hat. Gegen deren Entscheidung kann der Kreisausschuß angerufen werden, der end- guLtig entscheidet. Don deut Fürsorge-Aufwand tragen die Gemeinden die Hälfte der Kosten des einzelnen Für- sorgefalles enbgültig. Die Kosten der Armen» Fürsorge fallen ihnen ganz zur Last. Die Kosten für Kriegsbeschädigte usw. werden von Dezirks- Fursorgeverbänden allein getragen. In Rotfällen soll die Fürsorgebehörde auch ohne Antrag eingreifen und Personen, die aus Unkenntnis oder Scheu vor der Fürsorge keinen Antrag gestelll haben, zur Antragstellung ocran« lassen. Wird ein Antrag von Verbänden oder Organen der freien Wohlfahrtspflege gestellt, so soll der Rachweis der Dertretungsbefugnis in der Regel nicht gefordert werden. Zur Entscheidung über Beschwerden von Sozial- und Kleinrentnern sollen als Beisitzer tunlichst Vertreter aus dem Gebiet zugezogen werden, dem der Fürsorgefall angehört. Zur Entscheidung über Beschwerden von Kriegsbeschädigten usw. müssen als Beisitzer Vertreter aus deren Reihen zugezogen werden. Das Ministerium des Innern bestimmt, welche Anstallen zur Unterbringung arbeitsfähiger Hilfsbedürftiger oder Unterhaltspslich.iger geeignet sind. Insbesondere kann auch die Einweisung in eine Heilanstalt, z. D. eine Trinkerheilanstalt, in der Gelegenheit gegeben ist, den Eingewiesenen mit angemessener Arbeit zu beschäftigen, angeord- net werden. Diese Verordnung gllt nur bis zum 31. März 1925. Bis dahin hat eine gesetzliche Regelung zu erfolgen. • Die Reichs-Teuermugsziffer. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung. Wohnung, Heizung. Beleuchtung und Belleidung) beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den 1 6. April auf das 1.12-bil- lionenfache der Vorkriegszeit. Gegenüber der Vorwoche (1.11-billionenfach) ist demnach eine Steigerung von 0.9 Prozent zu verzeichnen. -MtwAyaiya:, wie überhaupt cre sxUöer trr Oer weiteren Umgegend bet Stadt von zahlreichen Wanderlustigen und Radfahrern durchstreift wurden. Alles m allem: wenn auch das Osterwetter nicht gerade an die unmittelbare Rachbarschaft des Wonnemonats erinnerte, so lieb eS d»ch einen Genuß des Osterfestes zu, mll dem man zu- fneben sein kann. ** Das neue Schuljahr für die Volks- und Fortbildungsschule beginnt am kommenden Montag. Zur Anmeldung der Schulpflichtigen wird im heutigen Bekannt machungsteil aufgefordert. ’ * Aufhebung des Demobil- machungskommifsariats. Auf Grund der Reichsverordnung über die Aufhebung deö ^-^es der Demobilmachungskommissare vom 2o. Marz hat das Hess. Gesamtministerium folgende Verordnung erlassen: 1. Das Am' Staatskvmmifiars für die wirtichaflllH« T^^bllmachung in Hessen wird mit Wirkung vom L Arll 1924 aufgehoben. 2. Die z. Zt. dem De- moblkmachungskommissar noch obliegenden Ausgaben gehen auf das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, Abteilung für Handel und Gewerbe, vom gleichen Zeitpunkte ab über. Aufgerufenes Papiermark- Rotgeld. Der Reichsfinanzminister hat das au' Paprermark lautende Rotgeld, dessen Aussteller ir Würllemberg. im unbesetzten Gebiet Heile n s sowre im Gebiet der Freien Stadt Hamburg ihren Sitz haben, mit Wirkung vom 1. Mai 1921 aufgerufen. Die Einlösungsfrist läuft bis einschl 31. Ulat 1924 Ausgenommen von diesem Aufruf b erben das Rotgeld der deutschen Reichsbahn unt die Aaatskassenscheine Württembergs. i r ^ur Aerztekammer f ü t Jeffcn. Dre Wahlfrist, innerhalb deren di. Stimmzettel zur Wahl der Mitglieder der Aer-te kämmet für den Dvlksstaat Hessen und ih7e Er- satzmannet ernzusenden sind, ist von dem Wasil .^schütz auf bic Zeit vvn Montag, den 30 Hunt bis Donnerstag, den 10. Huli einschließlich, nach- rnittag« 6 Uhr. festgesetzt worden. Ssimmp^rch tigt und wählbar als Mitglied der Aerztekammer vder als Ersatzmann ist nach Artikel 22 der Aerzte- vrdnung vom 15. Hanuar 1924 jeder im Volks- staat Hefien wohnende und die deutsche Staats- angchotigkeit besitzende Arzt, der sich nach Art. 2 der Aerzteordnung bei dem zuständigen Kreis- ge'undHellsamt angemeldet hat und in bei Wäb- leritfle eingetragen ist, es sei denn, daß das Stimm- uni» bie Wählbarkeit nach den Vorschriften der Artikel 23 und 24 der Aerztevrdnung ruht Oder verloren ist oder nach Artikel 25 a. a O auf das Recht zu wählen oder gewählt zu werden, rechtswirksam verzichtet ist. Die Wählerliste ist von Montag, den 23. Aprll bis einschließlich Montag, den 5. Mai auf dem Ministerium des Innern, Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege, in Darmstadt offengelegt Während der gleuten Frist liegt auf jedem Kreisamt während der ubl'.chen Dien st stunden eine Liste der in dem betreff enden Kreis als stimmberechtigt anerkanntei Aerzte zur Einsicht durch die kreisringesesseten Aerzte offen. Einwendungen gegen die Richtigkeit oder Vollstäirdigkeit der Wählerliste sind spa- testens binnen einer Frist von 1 Woche nach De- endigung der Offenlegung, also bis längstens Montag den 12. Mai einschließlich, nachmittags b Uhr, bei dem Wahlleiter, Obermedizinalrat: Dr Schrv he in Darmstadt. Ministerium des Innern Abtellung für öffentliche Gesundheitspllege, vor- zubringen. rmk. Die ungünstige Zugverbin^ ^ung im Lumdatal bat dem Abg. Dr Werner (Dnat.) Veranlassung zu folgendem Antrag im Hess. Landtag gegeben: Arbeitgeber 'unb Arbeitnehmer haben sich bisher leider verfeb- lich bemüht, bei der Reichsbahndirertivn eine Der- oesserung der Zugverbindung im Lundatal zu erreichen. Der Zugverkehr hatte sich auch dort dem Achtstundentag angepaßt und bleibt auch so bestehen, obwohl die Arbeitszeit iirzwischen auf Zehn Stunden verlängert wordeir ist. Dadurch werden zahlleiche Arbeitnehmer und Angesteill-' erheblich benachteiligt, well der Mangel an Anschluß mgen zu mehrstündigem Aufenkball am Bah, h >f oder in der Wir scha t;wingt. Eiic zweckentsprechende Regelung wäre die, daß der Arbeiterzug morgens von Grünberg aus um 6,50 Uhr in Lollar antämc und abends um 6,10 Uhr dvn Lollar abginge Ich beantrage, die Regierung ,zu ersuchen, in diesem Sinne vorstellig zu werden." R u r a m t l i ch h e r g e st e l l 1 e Stimmzettel sind bei der R c i ch s t a g s w a h s gültig. Amtl'.ch wird mitgetcilt: Das Rcichs- wahlg.setz in der Fassung vom 6. März 1924 kennt nur amtliche, auf Kosten des Reichs heraesteüte Stimmzettel. Daher hat die mit Zustimmung des Reichsrats vom ReichSminister des Innern erlassene Reichsstimmordnung vor- gesehen, daß jeder Wähler nach dem Betreten d s Abstimmungsraumes einen Stimmzettel und einen Umschlag erhält, im Abstimmungsraum den Stimmzettel auszufüllen hat und daß die Stimmzettel, die als nicht amtlich her- gestellt erkennbar sind, ungültig sind. Dem vom Reichstage bei der Einführung deS amllichen Stimmzettels verfolgten Zweck wüpde eS wider» sprecheir. wenn den Parteien gestattet würde, den amllichen Stimmzettel nachzudrucken, um ihn mit der entsprechenden Eintragung ausgefüllt an ihre Anhänger zu verschicken. Desgleichen ist es mit den Wahlbestimmungen nicht vereinbar den Stimmzettel g-gen Kostenersatz an die Partei-' Freikarten nach Amerika für Reisende nach Amerika werden in einer be sonderen neu einaertchtelen Ableitung der White Star Vtne, und American Line Tambur», Alster dämm 39, bearbeitet. Diese Abteilnnn erteilt kosten los lebe gewünschte Auskunft über diese foa Brevaid-Passagen und über Seereisen im Allgemeinen. Wenn jemand Bekannte oder Verwandte in Amerika besuchen will, welche für ibn oic Uebersahrt bezahlen, so kann er die genaue Adresse an dte obengenannte Prevaid-Abieilung einsenden und diese wird sich bemühen, Schiffs- kane und Eisenbahnfahrkarte bis zum Reiseziel zu besorgen, ohne daß dem Betreffenden Soften dadurch erwachsen. Die American Vinc ist in Gleken, Bahnhofstraße 68 durch Gebrüder Jullmann vertreten._________________________ 2615s Frankreich und die Gutachten. Pari«, 22. April. (WTB.) Der .Trmps- bsrichtet, die fraltzösische Regierung hab^ auf Me Mtttellung der ReparattonSkommifston, in der der Beschluß vom letzten Donnerstag mit» gcte-Ui wurde, bereits geantwortet. Sie habe dic Haltung eingenommen, die man vorausgesehen habe. Ihre Meinung über den Bericht der Sachverständigen welche nicht von der Meinung der englischen Regierung ab. Sie erwarte jetzt, daß die Reparations- kommijsivn die Entscheidung treffe, die tiyr zu- Tomme, um den endgültigen Plan auszu- arbetten. Denn die Reparationskommission t n ben Grenzen ihrer Bef ugnisse beschlie- feen werde, könne die französische Regierung d':e Maßnahmen bestimmen, die sie zu ergreifen habe. DaS Mort habe also von mm an die Repa- rationsrommifsion. Sie allein sei qualifiziert im Rahmen ihrer Kompetenz, das Werk vorzubevetten, wie sie es am Donnerstag angekündigt habe. Sie allein könne den Konllufionen der Sachverständigen Gewicht gehen, nachdem sie die vorbereitenden Arbeit?n durckgeführt habe. — Der „Matin" beftätigt die> Meldung des ^Temps". Rach dem Blatte wird die Antwort zweifellos 'freute vervfienllicht werben. Dic französische Regie,mng verschweige darin nicht, daß sie vor der Arbeit txr Sachrerständigen die gleiche Achtung habe, wie die Reparations- kommission und die anderen alliierten Regterun- gcn, aber sie bemeike der Reparationskommission daß dtese ihre Arbeit noch nicht vollendet habL Es genüge nicht, den Bericht der Sach- verflandrgen anzunehmen und die Arbeit die mtt ihrer Derantwortlichkett zu leisten sei,' unter daS Reich und dte Alliierten zu verteilen, rndem man dem ersteren sage, es muffe die notwendigen Gesetze votieren und den zweiten emp- feble, sich über die Maßnahmen zu verständigen die ihrer Befugnis unterstehen Uebrigens habe la dic Reparationskonrmifiion in Punkt 6 ihrer Empfrhlung anerkannt, daß auch sie selbst in gewissem Grade die Arbeit der Sachverständigen vervolckommnen müsse, namentlich hinsicht- ltch des schwierigen Problems der Transferierung der deutschen Zahlungen nach dem Ausland sei kaum etwas geschehen. ES scheine also, daß der logische Verlauf der Dinao nicht vollkommen beachtet worden sei und es fii normal, daß die Reparationskcmtmisswn sich zuerst der Mühe unterziehe, ein präzises und vollkommenes AeparationSs Programm auf der Grundlage der Sach. Verstandrgeu-Derichte au^uarfreiten. Dieses Programm hake die Kommiss ron dem Deutschen Reiche zu übermitteln, um ihm seine Derpfllchtungen bekanntzugeben und zu gleicher Zeit sich an die alliierten Regierungen zu wenden und ihnen die Fragen zu bezeichnen, die nach ihrer Anficht deren Kompetenz und nicht der Kompetenz ber DeparatronSkommtz sivn unter- flefre. Die Tatsache, dafe Macdonald in einer öffentlichen Rede über die Lage sehr verschiedene Ansichten gegenüber der französischen Anitchl kundgegeben habe, mache die Rückkehr zur logischen Ordnung notwendtg, weim man einen Mißerfolg vermeiden wolle. So habe also die französische Regierung dem Vor- sitzenden der Reparationskommisfion geantwortet, sie werde in einem aufrichtigen Geist des Entgegenkommens die Maßnahmen prüfen, die sie ihrerseits vorzunehmen habe, um das Gelingen des .Sachversiandigenprogramms zu erleichtern. 'Aber vorher müsse die ReparatwnskomMission ihre Entscheidungen vervollkommnen, indem sie di- Punkte b^eichne, über die die Alliierten noch zu verhandeln hätten. Die Pariser Kritik. Paris. 21. April. Zu der Rede Macdo- tta lr>s in Bork schreibt der Pariser ^Temps" am Sonntag abend, Macdonald liefere das Ar- Sent, an welches er nicht gedacht habe. Seine arung rechtfertige baß Verbleiben der französischen Truppen im Ruhrrevier. nicht als ein Werkzeug der wirtschaftlichen Ausbeutung, sondern. wie Poincare es auseinandergesetzt habe, K ein eventuelles Zwangsmittel. Wenn die eng» si'chc Regierung es vorziehe, sich jeder vorherrgen Abmachung über die Sankttonen zu enthalten, so fei es einigermaßen natürlich, daß die französische Regierung die von ihr getroffenen Maßregeln bribehalte und daß kic jrcn o i cfr? Re ierung keineswegs gewillt ist, ihre Sanktlvnsforderungen ruruckzustellen. Der in letzter Zeit häufig offiziöse ^M a t i n" schreibt. Macdonald verwahre sich gegen den Dorwurf, eine Polemik einleiten zu wollen, aber er habe rrrchfiSbestoweniger seiner Ansicht über dte von den AlliiertLN einNmehurende Aal- tvng Ausdruck gegeben, welche in diametralem Gegensatz zu der Haltung bet französischen Regierung stehe, was Macdonald durch den diplomatischen Schriftwechsel der letzten Tage bekannt sei. Wenn man m England nicht der Tatsache Rechnung trage 5afe Frankreich Pfänder besitze und sie nur für gleichwertige, für die Gesamtheit der Alliierten gestellte, aus der Hand geben werde, so drohe die bemerkenswerte Leistung der Sachverständigen in eine Sackgasse zu führen. Echo Rational" schreibt, das brttifche Kabinett wolle in der Reparationsfrage Frank- reich offenbar in eine Prozedur verwickeln, damit o- in möglichst kurzer Frist die wirtschaftlichs Besetzung des Ruhrgebiets aus gebe. Am Dienstag habe Macdonald im Unterlaufe das Stichwort ausgegeben: Annahme der Entschließungen der Sacyverftandigen en bloc und sofortig? Ausführung. In Bork habe er den gleichen Gedanken entwickelt. Man dürfe aber Macdonald, der eine erste Mittellung des französischen Botschafters über eventuelle Sanktionen "om’?en *u haben ichnne, nicht tm Zweifel lassen über die Art in der die Rechte Frankreichs verteidigt werden wurden. “ Der Austausch der Gefangenen. . 3.6 • 15>,31- (OBoIff.) Am Sarftciiag fcmd in Kehl Oer Austausch von deutschen und französischen politischen Gefangenen statt. Ein Berliner Matt hat dies in feiner Ostersonntagsnum- mer zum Anlaß eines Angriffes auf das auswärtige Amt genommen, dem es vor allem vvrwirft den französischen Spion d'Armont gegen -drei von den Franzosen in dem besetzten Gebiet auÄgugtben, barmt der dttmm^cttel des AbstimmunsSraumes parteimäßig hergerichtet werden kann. •* Vaftwirtetagung. Heute beginnt hier ber 41. Der bandS tag des Rhein-Main» Sa st Wirteverbandes tmb zugleich damit feiert der Gcrsi Wirteverein für (Stellen und Um* yegenb sein 40jähr. ÖabUäum. Diele Qkifltoirte aus ben drei Provinzen deS Hessenlandes und den angrenzenden preußischen Gebietsteilen werden aus diesem Anlaß hier erwartet. Heute abend findet eine Begrüßungsfeier, morgen, Mittwoch, der Delegiertentag im Gesellschaftsbaus statt. Daran wird sich eine Besichtigung der Stadt und des MuseumS anschliehen Die Feier des fahrigen HubilaumS des Gießener Dereins ist für Mitt- -wochabend In Aussicht genommen. ** Her Verein ehem. 116er in Gießen hielt dieser Tage im Postkeller seine dies- iLhrige Hauptgeneralversammlung ab, die sehr gut besucht war. Die Pflege der alten Kameradschaft, Unterstützung der hilfsbedürftigen Mitglieder und deren Hinterbliebenen, frei von allen politischen und religiösen Bestrebungen, sind die Richtlinien, welche der Verein in aller Ueber- licserung befolgt. Dem Verein war es möglich, im jubgetoufenen Geschäftsjahre seine Mitglieder* zächl um 106 auf weit über 600 Mitglieder zu erhöhen. Bornotizen. — TageSkalender für Diensta g: Stadttheater: 7 Uhr »Hunggesellendämmerung . — Sozialdemokratische Partei: 8V4 Uhr Wähler- Versammlung im Restaurant »Philosophenwald". - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: «Der Absturz". — Palast-Lichtspiele: «Louise de Lavalliere". — Rundfunkhaus, Löberstraße 12: 81/2 Uhr Brahms- Abend. — Reichs Wirtschaf ts m inifl er a. D. Dr. Decker spricht am Sonntag vormittag in Der Turnhalle am OswaldSgarten in einer öffentlichen Wä hlerversammlung der Deutschen Bvlks- Partei. (Siehe Anzeige.) Kreis Schotten. • Schotten. 20. April. 3n der jüngsten Versammlung der Bürgermeister des Kreises, die unter dem Vorsitz von Geheimrat Bveckmann hier stallfand, wurde u. a. mit- geteilt, daß nach der Statistik von dem Schlachtvieh des Kreises Schotten 30,3 Prozent Kühr und 11,3 Prozent Rinder alS tuberkulös befunden wurden, während die Kälber durchweg gesund waren. Das ist-ein höchst ungünstiges Ergebnis. Zur Bekämpfung des Uebels sind nach den erteilten sachverständigen Ratschlägen nötig: Tummelplätze, HungviehweiLen, Aus nerzunz t ar.* Icr Tiere im vorgeschrittenen Zustand, Verbesserung der Stallungen: sonst nimmt die Tuberkulose weiter zu und die Schäden der Landwirte find' gewaltig. ch Gedern. 20 April. Der Gemeinde* rat beschloi- die Aufnahme eines Kredits von 40 000 Mk., um den Siedlern den Ankauf des von der Fürstlichen Verwaltung zur Abgabe -kommenden Geländes (ca. 150 Morgen) zu er« ,möglichen. — In einer Sitzung mit dem Kreis' bauamt Schotten kam eine Einigung über die Straßen- und Baupläne der neuen Brühl st raße zustande, die eine schöne Ge- samtwirkung verspricht. A> Dom Vogelsberg, 21. April. Weiße Ostern hatten die Orte des höheren Vogels* berges, denn am Donnerstag und Samstag herrschte leichter Schneefall, der an den Ost er* tagen Feld und Wald mit einem weißen Schleier deckte. 3m Oberwald liegt noch aller Schnee vom Winter her. Die AuSsaat von Hafer und Gerste konnte noch nicht beendet werden. KreiÄ Friedberg. £\ Bad-Rau heim, 21. April. Von der Eröffnung der FrühjahrLsaisvn kann infolge des ungünstigen Wetters noch keine Rede sein. Es sind bis jetzt nur sehr wenig Kurgäste eingettosfen. Starkeuvurg und Uhetnheffen. • Da rmstadt, 20. April. Der Milch- preiS ist vom 22. Aprll ab von 40 Pfg. daS Liter Vollmilch auf 34 Pfg. herabgesetzt worden. rm. Worms, 20. April. Großes Aufsehen erregt die Verhaftung deS Pfarrers Pabst von der Lutherkirche durch die Franzosen. Bis Hel war übet die Ursache der Festnahme nichts zu ermitteln. Hessen-Nassau. • Marburg, 20. April. Für daS Rechnungsjahr 1924 beträgt die Hundesteuer in der Stadt Marburg für den ersten Hund 24 Mk., für den zweiten Hund 56 Mk., für den dritten Hund 104 Mk.. für den vierten und jeden wetteren Hund 142 Mk. 3n diesen Steuerbeträgen ist die Kreishundesteuer enthalten. Amtsgericht. Gießen, 15. April. Ein Güterbodenarbei'er aus Fellingshausen, der auf dem Bahnhof in Gießen beschäftigt war, entwendete kurz vor Weihnachten aus einer bereits in einen Eisenbahnwagen verladenen Kiste mehrere Kistchen Zigarren, nachdem er vorher den Verschluß durch Losreißen der Bretter geöffnet hatte. Ein Kistchen übergab er einem anderen Güterbodrn- arbeiter aus Hausen, der gerate dazukam. als Schweigegell». Der Dieb wurde unter Annahme mildernder Umstände zu der Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis verur- teilt, während der Hehler mit einem M 0- n a t bestraft wurde. Ein früherer Goldschmied ist deS Diebstahls von Kohlen aus einem Eisenbahnwagen auf dem hiesigen Bahnhof angeklagt. Er stand auf dem Wagen und hatte, wie er angibt, schon etwa 25 Pfund in seinen Sack gefüllt, als et von einem Polizeiwachtmeister angehallen und veranlaßt wurde, die Kohlen wieder in den Wagen zu entleeren. Da es sich um eine Verhältnis mäßig geringe Menge Kohlen von unbedeutendem Wert handelt, der Angeklagte auch unwiderlegt behauptete, in Rot gehandelt zu haben kam ein Rückfalldiebstahl, wie die Anllage annahm, nicht in Frage, sondern ein sogen. R 0 t d i e b st a h l, ober eine Verbrauchsmittel-Entwendung. Eine Bestrafung konnte dieserhalb jedoch nicht erfolgen, weil der hierzu erforderliche Strafantrag nicht gestellt war. Der Angeklagte wurde daher lediglich wegen unbefugten Betretens des Dahn- geländcs zum Zweck des SteH.enS mit Rücksicht auf sein: Vorstrafen zu brei Tagen Hast verurteilt. Die Privatklage eines Schneidermeisters von Wieseck gegen die Frau eines Dahnschafsners von da, die beschuldigt war, die Ehefrau des I Ersteren durch Ueberschütten mit kochen* dem Wasser verletzt zu haben, enbete mit einem Verg leich Bride Teile tragen ihre Anwalts- und die Hälfte der Gerichtskosten. Wegen Beleidigung wurde die Ehefrau eines Arbeiters von hier zu einer Geldstrafe von 3 0 Gold mark verurteilt. Eine weitere Privatklage eines Bäckermeisters von hier gegen eine Witwe wegen Beleidigung wurde aurutfgenommen. Aus Dem Amtsverkündigungsblatt. * Das AmtsverkündigungSblatt Rr. 28 vom 15. April enthält: Verordnung über die Prämien für Rotstandsarbeiter. Gesetz zur Abänderung des Gesetzes über den Urkundenstempel. Verordnung über die vorläufige Unterbringung Ausgewiescner. Reichstagswahl 1924. Rein gung der Schulräume. Uebrrsiedelung schulpflichtiger Kinder in andere Gemeinden. Vieh- markt in Lich. Grundabtretung für die Gewerkschaft Gttßener Draunsteinbergwerke in der Gemarkung Großen-Linden. Einsendung der Kir- chenrechnungen. Zurückziehung der Zulassung eines Azetylenentwicklers Feldbereinigungen Harbach, Lumda und Holzheim. Dienstnachrichten. Bücherlich Reue Äant*ßUeratat. Zum Kantjubrläum hat die ohnehin schon kaum übersehbare Kant-Literatur einen gewaltigen Zuwachs erfahren. Don den uns vorliegenden Werken verdient das Buch unseres Gießener Philosophen Professor August Messer, aus dessen Feder auch unser Festartikel zu Kants 200. Geburtstag stammt, in erster Linie genannt zu werden. »Immanuel Kants Leben und Philosophie" (bei Strecker & Schröder in Stuttgart) ist ein neuer Beweis für die hervorragende, aber leider gerade auf diesem Gebiet so seltene Begabung Messers, schwierige philosophische Probleme klar und faßlich, aber ohne die üblen Setten der meisten Popularisie- rungsversuche, einem Publikum näherzubringen, das im allgemeinen der philosophischen Wissenschaft fremd gegenübersteht oder durchs den gelehrten Apparat der meisten philosophischen Werke abgefchreckt wird, ein Verhältnis zur Philosophie zu suchen. Schon der hier vor einigen Wochen anaezeigte »Fichte' des Verfassers vereinigte auf das glücklichste wissenschaftliche Gründlichkeit mit einer fesselnden, leicht faßlichen Form der Darstellung. DaS neue Kant-Buch zeigt diese Vorzüge in erhöhtem Maße. Wurde bei Fichte der Ausgangspunkt von der Religion her genommen, so geht der Verfasser bei Kant vom Sittlichen aus, um von hier aus daS Verständnis des Gesamtsystems zu erschlieften. Rach einer kurzen Skizzierung des Lebenslaufs deS Philo- fophen legt der Verfasser Kants Philosophie des Sittlichen dar, die in dem kategorischen Imperativ ihren höchsten Ausdruck findet. Wettere Sta- pitel geben Kants Drkenntnislehre, seine Phllo* sophie des Zweckmäßigen einschliehttch der Gc» schichtsphilosophie unb seine Religionsphilosophie. 3n einem Schlußartikel wird Kants Persönlichkeit, seine geschichtliche Wirkung und Bedeutung für die Gegenwart überzeugend geschildert. Messers Buch ist ein neuer, und soweit wir sehen, der gangbarste Weg zu dem Lebenswerk des Königsberger Philosophen. — Lin anderes Werk: Karl August Meißinger, Kant und die deutsche Aufgabe (bei Englert & Schlosser in Frankfurt) stellt, wie eS der Titel schon andeutet, noch ausgesprochener wie Messer, die Rot unserer Tage, den auge.rblicklichen „Zustand geistiger Anarchie" in,Beziehung zu Kant. Aus Üyr heraus zur Gewinnung einer einheitlichen deutschen Lebensform zu gelangen, dazu soll Kant Helsen. »Gin Aufruf zu Kant an jeden deutschen Märschen" will dies Buch (ein, „der es innerlich mit der Jugend halten wlll und den Ehrgeiz hat, mit dabei zu fein, wo an einem neuen Deutschland gebaut wird."' Die Einteilung des Stoffes ähnelt dem vorgenannten, ohne daß dem Verfasser in der Darstellung der Kanlschen Philosophie die gleiche Klarhett eigen ist, die das Messersche Buch auszeichnet, was wohl m der allzubewußten Zwecksehung der Schrift fernen Grund hat. Interessant und wertvoll sind dagegen die 5 um Schluß aus der Lehre Kants, abstrahierten „Anwendungen", bic allerdings im allgemeinen über Anregungen nicht hinausgehen. — Ein Buch für das deutsch Haus will das K a n t - buch Max Hochdorfs (Deutsches Derlagshaus Dong & Co., Berlin) fern. Es gibt in seinem ersten Teil eine recht klare und geschickt gruppierte Darstellung der Kantschen Philosophie, wobei besonderer Wert darauf gelegt wurde, die Drücke zu den Problemen der Gegenwart zu schlagen. Ihm folgt ein interessantes Lebensbild des Phllosophen aus der Feder eines Zeitgenossen und dann — als besondere Bereicherung der Kant-Literatur — eine mit viel Geschick getroffene Auswahl aus den Werken Kants. Das mit zahlreichen Portätwiedergaben, einem Albumblatt und Handschriftenproben ausgeslattete Buch wird gewiß seinem Zweck gerecht werden. — Den großen Menschen Kant uns Gegenwart- menschLN näher zu bringen, dient Paul Landaus: Immanuel Kants Leben in Darstellungen feiner Zeitgenossen aus der bekannten Sammlung .Lebensbilder aus veutstvcr rvrgangenhett" des Verlage» »Wt- ming & WiSkott A.-G in Berlin. Drei Schüler und Freunde des Philosophen, der Pädagog» R. D Iachmann. der Kirchenrat BorowSki und der Königsberger Diakonus WasianSki schildern uns mit großer Gegenständlichkeit die Persönlich* kett und das Leben Kant». Wir gewinnen auS den Driesen deS ersteren, aus den biographischen Skizzen der anderen ein vortreffliches Bild deS Menschen Kant, das zum Verständnis seiner Werke naturgemäß von eminente: Bedeutung ist. — In gleicher Richtung läuft ein dichterischer Versuch August Schr ickerS. den der Präsident der Kant-Gesellschaft, der bekannte Hallenser Philosoph Hans Vaichinger zur rechten Zeit wieder ans Tageslicht gezogen hat. (Verlag Schlüter & Düring, Leipzig-Plagwitz.) „Wie Kant beinahe geheiratet hätte', erzählt der Verfasser, ein Freund deS Fürll°ReichS- kanzlers Hohrnlohe au8 dessen Straßburger Zell auf Grund genauer archivalischer Studien mit viel Delikatesse. Kants Leben, sein Hauswesen, seine Gewohnheiten und Arbeitsweise, seine Um gebung, sein Freundeskreis tritt in der geistvollen Darstellung Schrickers plasttsch vor unser: Augen Das Büchlein bringt uns Kant näher, da cs uns in dem großen Philosophen den lieben»' werten Menschen zeigt, dec stetig bemüht ist, fett Leben nach den von ihm aufgeft eilten sittlichen Postulaten zu gestalten. Briefkasten der Redaktion. (Rcchtsgu lachten sind ohne Verbindlichkeit d« Schriftleitung.) Ä. G. D. W i r können Ihnen die Frage, ob ein elektrischer oder ein Rohölmotor für Sie vor- tetlhaster ist, nicht beantworten. Lassen Sie sich doch von sachverständiger Sette beraten; z. B. von einem ElektrizitätS- ober Maschinenbau- fachmann. H. Sch. in T. Die Krankenkasse ist zur Leistung von Zahnersatz, auch wenn sie durch Unfall nötig wird, nicht verpflichtet, in der Regel wird die Krankenkasse aber wohl einen Zuschuß zur Beschaffung der Zähne leisten. In Ihrem Falle liegt eine körperliche Beschädigung bei Ausübung des Berufes vor, und dafür muh die Berufö-Gc- nossenschast eintreten. D. S- Anonyme Einsendungen derückiichllgr.n wir nicht. Bei Darmträgheit nimmt man die echtes Apelbeker Bloh. Breadte Schweizerpillen Erhältlich in allen Apotheken. Schutzmarke seit dorn Jahre 1877 weißes Kreuz im roten Felde. Extr.Sel.p ll5,Ach.m.Al.,Abs.ial,Trif.g.äaO,5,R.gentTrif.iaf.p.5i Schäfer Ast'r Heilverfahren wird wie feit Jahrzehnten nur in Radbruch bei Lüneburg von seinen Söhnen A. und G. Ast auÄ« geübt Alle ähnlichen Methoden sind Rach« ahmungen. Bei brieflichen Anfragen Einsendung einiger Rackenhaare erforderlich. 3123D («en.-93ertr. u. Fabrillager: AlbcrtGoebel, Cane Wörthstrabe 23, Fernruf 7221. 27Ö0. von äußerst hohe« Kälte- «trt stellt di« beste Kinder, «md Kranken-Tlobrang dar HAQTWI6AV0GELAF6 r ID-THOMPSON SEIFEN-PULVER LU s X i JD X m THOMPSON ’-S -SEIFENPULVER ♦ stets vorrätig. Anfuhr prompt. 2925C Holzfnbmission Aus den Waldungen der Gemeinde Reiskirchen soll im Wege schriftlichen Angebots nachverzeichnetes Holz vergeben werden: 10 Stück Fichtenstämme 3. ÄL = 15,37 fm 19 „ „ 4. „ = 19,60 „ 7 „ „ 5a „ •= 3,55 „ 32 „ „ 5b „ = 11,83 „ Das Holz ist mit Rinde gemessen, jedoch enttindet und lagert im Forstort Walders- berg, ungefähr 20 Minuten von der Bahnstation Reiskirchen entfernt Vorherige Besichtigung erwünscht, spätere (Einwendungen werden nicht berücksichtigt Angebote sind in Goldmark, getrennt nach Sortiment und Klaffen, mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Donnerstag, den 24. d. Wts-, nachmittags 1 llhr, bei unter- zeichneter Bürgermeisterei etnzureichen, wo- selbst auch die Derkaufsbedingungen ein- gesehen werden können. Zuschlagsftist 5 Tage. Reiskirchen, den 18. April 1924. 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Lauterbach), Ostern 1924 Den GELEITSCHEIN Brudiadjen «Derart BfKÄTS die vrShl'sche Univerfitöts-Vruckerei, R. Lange, Giehen. Schnlstr. 1- Frau Scbnatterich! •WtMWw SM IMSWeB! » »V SRI MMSMirtMl 1. Prao Schnitt erleb tat die temperamentvolle Witwe vee Schnatter!ch 6 Co, Fabrik analysenfester Südweine, alkoholarmer Liköre nnd Kunstdünger en gros aus Neustadt Aus welchem Neustadt darüber müssen sämtliche Schleier sämtlicher Geheimnisse, sämtlicher Nkk-Carter-Bücher gebreitet bleiben, das muß in Dunkelheit gehüllt bleiben, um der Dame alle Belästigungen durch Zuschriften zu ersparen. Solche sind vielmehr an die unterzeichnete Kukirol-Fabrik zu richten, die sie. Je nachdem sie sich zu der Verarbeitung in die neue Reklame- Serie eignen oder nicht, durch Uebersendung eines hübschen Geschenkes beantworten,odersle sonst nach Verdienst behandeln wird- Frau Schnatterich hat schon eine große Anzahl minderwertiger Hühneraugen-Mittel durchprobiert und die dabei üblichen Ovalen mit wahrhaft deutscher Geduld ertragen. Sie hat Resolutionen gegen ihre Hühneraugen und gegen die untauglichen Hühneraugen-Mittel gefaßt, hat sich entrüstet, empört und erbittert, aber sie hat sich so still gefügt, wie ein deutscher Reichskanzler, wenn ihm Polncard eine neue Note schickte. Endlich hat ihrdas in vielen Millionen Fällen bewährte Knklrol- Hühneraugen pflaster schnell, sicher und schmerzlos geholfen. Die Hühneraugen schwanden dahin wie der französische Frank, nnd seitdem schwört sie auf das Kukirol-Hühneraugen-Pflaster. UeberatI, wo sie hinkommt, verkündet sie das Lob de« Kuklrol-Hühneraugen-Pflasters, und da sie Ihre Papiermark auf dem Umwege in Hypotheken in Rentenmark umgezaubert hat, •o kommt sie viel In der Welt herum. Sie wird mit ihrem dazu eingerichteten Mundwerk die Torheiten der Zeit geißeln, sie aber mitmachen, weil’» modern ist Sollte sich jemand dadurch getroffen fühlen, so wird er seine Gründe dafür haben. Für heute verabschiedet sie sich, um das ihr zum Herzen»- bedürfnis gewordene tägliche Kukirol-Fußbad zu nehmen. Das Kukirol-Fußbad (nach Sanitätsrat Dr. med. Campe) reinigt die Füße gut, verhütet Wundlaufen, Brennen und Anschwellen der Füße und ist für die zweckmäßige Fußpflege unentbehrlich. Es kräftigt Nerven und Sehnen, beseitigt außerdem aber auch den üblen Schweißgeruch. Sie erhalten beide Kuklrol-Fabrikate in Jeder größeren Apotheke und wirklichen Fachdrogerie. (Kukirol-Hühneraugen-Pflaster M. 0.76, Kukirol-Fußbad M. 0.50 pro Packung.) Wo solche nicht vorhanden sind, führen die besseren Parfümerien und Friseurgeschäfte unsere Fabrikate, well auch in kleineren Städten das Publikum auf die Wohltaten der Kuklrol-Fabrikate Anspruch erheben kann. Achten Sie stets auf die Kukirol-Schutamarke .Hahn mit Fuß' und lassen Sie sich niemals etwas anderes aufreden. Besseres gibt es nicht, und Schlechteres wollen Sie doch nicht Ladenhüter müssen zwar auch verkauft werden, aber die sollen andere kaufen. Wichtig! Verlangen Sie die aufklärende und überaus lehrreiche Broschüre .Die richtige Fußpflege', die wir Jedem Interessenten Kostenlos und portofrei zusenden. Unsere, unter der Leitung eines alten, erfahrenen Arztes stehende .Wissenschaftliche Abteilung* erteilt gegen Einsendung von Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über alle Fragen, die sich auf Fußpflege und Fußleiden beziehen. Kukirol-Fabrik Groß-Salze Del Magdeburg. besorgt das MESSEAMT KOL Sofortige Anmeldung erbeten l N für die Einreise nach KÖLN Färberei Gebr. Rover Laden» Marktplatz 18. 373tD Lang-Oöns, den 22. April 1924. 19386 kocher 019206 019870 Terpentin Schuh putz. macht wasserdicht Zu melden Mittwoch früh 9 Uhr, Pfalzer Hof, Schanzenfttahe 2. 4,27 190,08 420,24 307,25 35,51 138,71 192,60 Anna Elisabetha Veite Familie Kd. Müller II. Familie Karl Schmidt III 1,91 Fm. 2,36 „ Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres teueren Entschlafenen und für die vielen Kranzspenden sagen wir innigsten Dank. Mittwoch 23. Avril 1924, 8,15 abends GeWMM WMMg 3tobinÖroniil5 ' r«M. Schriftliche Angebote unter 3111D an den Gießener Anzeiger erbeten. tiefiügelalttlie, Knochen» ntüblen, Zuchtnerijte TSr Bru lösen l'efert P“id Geflflgelhol.HergeBt- heim 233. Katal. frei werden evtl, besorgt Schrifil. Angebote unter 019385 an den Gieh. Anz. erbeten. 1000 Ml. auf erste Hypothek zu leihen gesucht. Schrifil. Angebote mit näheren Angaben unt. 019383 au d. Gieß. Anz. Stadttheater Mittwock23.Avril »'/, Ubr: Osterniärchen für die Kiuderwelt: Semmel oder Die öle Saseu öazu kamen Ker zu leaea. Vei-kLuts | Tla Läufer zu verkaufen. 019381 Schmidt, Griining eu. Ein Binder Liegewagen, ein Svort- wagen, beides sehr gut erhalten, mit Berdeck. eine Brotschneidemaschine, ein grober F-isch- 11,62 Fm. 65,35 w Danksagung. Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagt innigsten Dank Im Namen der Hinterbliebenen: Adolf Noll Katzenfurt, 18. April 1924. 7-10= 189 11-17 = 553 18-23 = 655 24 - 34 = 50 Nach langem Leiden entschlief sanft mein herzensguter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Hermann Petri Metzgermeister i. R. im 81. Lebensjahr. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Elisabette Petri, geb. Schmidt Familie Jakob Stein Familie Karl Schott Familie Ernst Pommert Lieh u. Schotten, den 21. April 1924. Vie Beerdigung findet Donnerstag, den 24. April, nachm. 4 Uhr, vom Trauerhause aus statt. 8,”D Wir verkauf, wieder neue Pianos mit langjähriger Garantie zu den Sintotn WuG- BediiiMgti. L Licblenslein & Co. gegr. 1864. 8riiikMti.Miin Seil 1O4L ”*83 2. 3. 4. 5. 3. 4. 5. Achtung! Empfehle nur für Mittwoch primaUuhfleisch p.pf-.V.5«M. Gletzener Fleischhalle Walltorstrab« 32. 019S9, Bekanntmachung. Das neue Schuljahr beginnt für die hiesige Volks- und Fortbildungsschule am Montag, dem 28. April 1924. Schulpflichtig werdende Kinder sind, wenn es noch nicht geschehen sein sollte, an diesem Tage vormittags 10 Llhr anzumelden, und zwar die Knaben im SchulhauS Dordanlage und die Mädchen im Schulhaus Schiller- strahe. Die Anmeldung der in die Fortbildungsschule neu eintretenden Schüler und Schülerinnen hat zu erfolgen: 1. für die Allgemeine Abteilung am 28. April 1924, nachmittags 2 übt, in der Alten Klinik, 2. für die Mädchen - Abteilung am 28. April 1924, vormittags 11 älhr, im Schulhaus Äeusiadt, 3. für die Gewerbliche und Kaufmännische Abteilung bereits am 24. April 1924, von 9 Uhr vormittags ab, in dem Gewerbehaus Kirchstrahe bzw. Kaufmännischen Vereins Haus Aordanlage. Fortbildungsschulpflichtig werden mit Beginn des neuen Schuljahres alle Schüler und Schülerinnen, die zu Ostern aus der Volksschule entlaßen worden und die aus höheren Schulen nach achtjährigem und mehr als achtjährigem Schulbesuch, aber vor vollendetem 10. Schuljahr ausgetreten sind. Zwecks Einweisung in die einzelnen Klassen haben sich die Schüler und Schülerinnen der Kaufmännischen Abteilung, die zu Anfang des neuen Schuljahres in das 2. und 3. Fortbildungsschuljahr eintreten. am 28. April 1924, vormittags 8 älhr, in ihrem Schulhaus einzufinden. Dabei find etwaige Wünsche der Lehr- Herren bezüglich der Zuweisung zu bestimmten Klaffen schriftlich vorzrckegen. Gießen, den' 19. April 1924. 31258 Stadtschulamt. 3. D.: Dr. Alles. Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. A wurde am 5. April 1924 eingetragen: Die Firma Karl Schmulbach, Lollar. Zn- Haber ist der Eisenbahnsekretär i. A. Karl Schmulbach in Lollar. Giehen, den 15. April 1924. Hessisches Amtsgericht. 31218 Redegew. Herren jeden Standes gesucht. Am 1. Feiertag, abends 97, Uhr, verschied nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Rühl im 63. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bittet im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Otto Rühl. Gießen (Hammstraße 20), Laasphe, Diez, den 21. April 1924. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 23. April, nachmittags nm 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 6|em Mil- mK Löberttrage 12: Dienstag 22. Avril 1924, 830 abends Ende gegen */>12 Brahms Sonate in A-Dur Lieder. Lesar Frank Sonate sürKlavier und Violine. gielemMoHMIfloii der StM Wen. , Nachstehend verzeichnetes Holz aus den Waldungen der Stadt Giehen (Bezirk des Försters Geisel, Giehen) soll auf dem Sub. Mlssionsweg verkauft werden: Los 1 -- 13 St. Kieferschnittholz 2. KL • 2 - 25 = 97 „ „ 3. „ „ 6 = 2 „ Kieferbauholz 1. _ 2 Markenartikel Führende Firma der Branche sucht für den Bezirk Giehen zur selbständigen systematischen Bearbeitung von Groh, und Kleinabnehmern der Kolonial-, Lebensmittel, und Drogenbranche einen arbeitsfreudigen, tüchttgen Reisenden znm baldmöglichsten Eintritt bei festem Gehalt, Pro. Vision und Spesen. Herren, die flotte Verkäufer sind und denen an angenehmer Dauerstellung gelegen ist, wollen Bewerbungen mit Bild, Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüchen unter 3043 nz an den Gießener Anzeiger senden. Leistungsfähige *iii.MlraeiilaMi.Miiiiel sucht gut eingeführten Vertreter. (gemischte 209 Lose) 436 Los 35 = 45 öt Kieferschwellenholz (Zopf 26 cm, 2,6 m und vielfach lang) 24,90 „ Angebote auf den Festmeter in Goldmark, für jedes Los und für jede Klaffe besonders, sind verschlossen mit der Auf. schrift „Submissionsholzverkauf 10. 5. 24- bis spätestens Sams» tag, den 10. Mai 1924, vorn». 11 Uhr, an den Oberbürger. meister der Stadt Giehen einzureichen. Eröffnung im Stadthaus (Bergstrahe) in Gegenwart etwa erschienener Bieter. Zahlung de» Kaufpreises innerhalb 14 Tagen nach Iuschlagserteilung; Iuschlagsfrist 10 Tage. - Vorherige Besichtigung empfohlen. Nächste Bahnstation 4 km entfernt Loseeinteilungen (mit Stamm- Verzeichnis für das Schnittholz) und Submissionsbedingungen sind zum Preise von 1 Goldmark hier erhältlich. Gießen, den 17. April 1924. 3077B Der Oberbürgermeister. I. B.: Klingsvor. zu verkaufen Amis. Str. 4II. Einige Rubren 01OTH w abzugeben. NnbereS lWgeslemerweg 2L [Verschiedenes IMl S ____J" J __Ihre Zimmer-Ausetattungen, Garderobe usw< Der eine oder S1E 8 H ffr™ ■■ H h I H tr* BH andere Gegenstand läßt sich durch ehern. Reinigen oder Färben M I W I ■ ■ W sicher wieder wie neu herstellen. M KÖLNER £1 MESSE 11.-17. MAI 1924 M KÖLNER £1 MESS E Servus Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberyessen) Dienstag, 22. April (924 rlr. 94 Zweites Platt Die deutsche Jugend und Kant. Don Dr. Frank Heinrich. 3n diesen Tagen klingt ein Dame auch an dein Ohr, deutsche Jugend: Immanuel Kant. Der Dame eines der größten Deutschen der grüßten Menschen. Ein Adelsname. Lind wenn du nichts von ihm weiht, eines von dem. was der Königsberger Philosoph kündete und lebte, muh auch in dir lebendig werden: sein »kategorischer Imperativ", sein Wort von der »unbedingten Pflicht". Ideenwelten stiegen auf vor des einsamen Denkers Seele: alles, was Jahrtausende durchdacht, dachte er neu, unerbittlich in der Kritik, unbeugsam in der Wahrheit. Dem Wissen gab er Bahn, dem Erkennen Grenzen, für künftiges Forschen schuf er das Fundament. Doch ob alles zu stürzen schien vor der Klarheit seines Geistes, was an Lehrgebäuden die Zeit vor ihm errichtet hatte, eines stand ihm fest, zeitloS-ewig, ohne Bedingtheit: das Wort von der Pflicht. Ein adliges Wort, und ein Deutscher war's, der es der Menschheit, einhämmerte, unvergeßlich, unverlierbar. Was ein anderer Deutscher seiner Epoche in unsterblicher Tat der Welt gezeigt, Friedrich der Gröhe, das prägte der deutsche Philosoph der Wissenschaft ein und schuf damit die Grundlage für das, was die kommenden Geschlechter als sittlich, als rechtlich, als sozial anscchen. Die Zeit seither wurzelte in diesem Worte Kants: Schiller gestaltete es dichterisch, Fichte verkörperte es in seinem Willen zu Staat und Volk, den Freiheitskriegen ward es das Siegel: neues Leben gewann es in Bismarck, und das Deutsche Reich wuchs heraus aus der »unbedingten Pslicht". Adelsmenschen, die das Adelswort, den Ddelssinn zur Tat machten! Deutscher Adel! Dann — kam eine andere Zeit. Am »Unbedingten" wurde gerüttelt wie an der »Pflicht": alles nannte man „relativ", un) über dem Rea- tiven stürzte mitsamt der Pflicht auch die Treue und die Ehre und das Deutsche Reich. Dein Reich, Jugend! Sind wir keine Adelsmenschen mehr? Deutsche Jugend, die täglich den Tanz um Götzenbilder, die Lüge, Röhhett. Unzucht. Sche bertum sieht, glaubst du noch an den Adel des Deutschen? Und fühlst du Kraft, die Linie fort- zusctzen, die von Armin bis Hindenburg führt — die Linie der Pflicht? Hast du den Glauben? Dicht auf die Diederungen sieh', nicht auf den Schlamm der Gosse. Der Adelsmensch, der Freie, hebt zu den Sternen sein Haupt. Und ging uns der Adel verloren in grauenvoll irrender Zeit — erkämpfe ihn neu. Ein Jahrzehnt versloh seit dem Ausbruch des Ringens von 1914. Wir leben in einer kleinen — doch auch in einer großen Zeit: ein neues Kämpfen hob an, um das Ewige in uns, um unfern Adel. Jugend, willst du Amboß oder Hammer fein? Adel verpflichtet. Uns alle Bann kein Gecken-, Mode- oder Genießertum retten, nur das Bekenntnis zu Kant, der Wllle zum kategorischen Imperativ. Jugend von 1924, das ist deine Aufgabe. Der Gott, an den der Königsberger Weise unerschüttert geglaubt, d:s Alten Fritz „Alliierter", der Gott Schloiermachers, Fichtes. Arndts und Bismarcks — er lebt. Und Unser Geschlecht wollte sich seiner schämen? Er aber läßt sich nicht spotten, auch mit Konzessionen und Kompromissen nicht. Ihr Jungen, macht's besser als eure Haler, seid radikal zum Guten, radikal zur Pflicht. Mit Gott im Bündnis seid ihr stärker als die hassende Well: schafft unferm Bolk die innere Erneuerung — der Tag der äußeren folgt dann gewiß. Seid Zeugen solcher Wahrheit: Blutzeugen, so es fein muh. Wir find die Parias der Bölker: laht uns nicht Parias Gottes fein. Erkämpft den alten AdUstitel, und glaubt an die Auferstehung nach der deutschen Passion. Mir zieht das Lied durch den Sinn, das vor hundert Jahren die Burschenschafter sangen: „Wir hatten gebauet ein stattliches Haus . . ." Das Haus sank in Trümmer, an Lug und Her» rat; dennoch: „Die Form kann man zerbrechen — die Liebe nimmermehr!" Und wenn die dunklen Stunden kommen, dann singt's und jubell's hoffensstark und gläubig durch mein Herz: „Der Geist lebt in uns allen, und unsere Burg ist Gott!" Jugend von 1924 — im Geiste Kants, der auch aus jenem Liede tönte, ans heilige Werk! Dieser Geist wird Deutschland erlösen: durch Pflicht in die Freiheit. Der fröhliche Kant. Kant, bet „Hohepriester der reinen Bernanft", wie man ihn genannt hat, erscheint uns gewöhnlich als der strenge nüchterne Denker, besten an» gestrengte Geistesarbeit ihm keine Zeit für die »eitere Seite des Lebens liefk Aber nichts ist alscher als das Bild eines grämlichen und rnürri- chen Philosophen, das man sich v)n Kant gemacht hat. Bielmehr war der Grundzug seirn.s Wesens Fröhlichkeit. Das leuchtet sehr deutlich hervor aus den prächtigen biographischen Darstellungen seiner Zeitgenossen Jachmann, Borowski und Wasianski, deren Aufzeichnungen das Wichtigste über Kants Persönlichkeit darbieten und die soeben in einer gekürzten und erneuten Ausgabe im Verlag von Flemming u. Wiskvtt in Berlin erschienenen sind. „Kants Gemüt war von Datur zur Fröhlichkeit gestimmt", sagt Jachmann von ihnr. „Er sah die Welt mit heiterem Blick, faßte ihre erfreuliche Außenseite auf und übertrug wieder seinen Frohsinn auf die Außendinge. Aah:r war er gewöhnlich zur Freude aufgelegt. Selbst wenn man ihn bei seinen tiefsinnigsten Arbeiten unterbrach so äußerte er eine frohe und muntere Laune, die er auch sogleich anderen mitieilte." Sein vieljährig.r Freund, der Kriegsrat Scheffner, meinte daher, daß „das Wort Kindlichkeit am besten Den ganzen Kant crusdrücfe". Dieses kindli-he, heitere Gemüt strahlte aus seinen Augen. „Kan s Auge war wie vom himmlischen Aeth.r gebildet", sagt Jachmann, „aus welchem der tiefe Geistes- bluch besten Feuerstrahl durch ein leichtes Eewöll Wirtschaft. Vom Getrcidcmarkt. Seit Wochen verzeichnen wir am Produllenmarkt eine Stabilität der Preise, wie sie in solchem Ausmaße und in solcher Länge kaum je festzustellen war. Die Gründe für di.se Lage des Protuktemnar'ies sind verschiedenster Art. Einmal mögen die B e r k ä u f e der Reichsgetreide st eile gewissermaßen eine Meberfättigung t-er Abnehmer bewirkt haben, deren Aufnahmefähigkeit in olge der herrschenden Gelt knapp fyiit an und für sicy nicht allzu groß war. Im Gegenteil zwinat ber Mangel an Betriebskapitalien die Mühlln, so schnell a'.S möglich einen Teil ihrer Hoiräte abzustoßea. 11 nb hier liegt ter andere Grund für die ilnbeweglich- leit der Preise am G:tteitemarkt. Denn auch die Bäcker sind auf längere Zeit bä,raus mit Mehl cingedeckt, namentlich mit billigeren Auslandserzeugnissen, und fino aus Sorge um die Haltbarkeit ih er Ware bestrebt, diese Borräte erst einmal aufzubrauch.n Dies würde in normalen Zeiten hxh'iwah.schelnllch eine starke Senkung der Preise habeiführm. Lll'cht so jetzt! Die Landwirte sind jetzt bei den Best ellungsa r beiten, haben aber auch sonst keine Lust, ihre Ware zu tem ihnen allzu niedrig cr- fd>einen>2n Preisen abzustoßen. In Händler tt i 212 16) $. men im Januar 1913, an Mehl 45251 Tomen gegen nur 1638 im Jahre 1913. Diese Herminderu g der Kömereinfuh.- unter gleichzeitigem Anschwe.» len der Mehleinfuhr stellt eine äußerst ungefunre Entwicklung der Cinfuhroerhält -is e dar und gibt zu den fti^rerflen Bedenken Anlass Die russischen Ge trendep r e i s e sind gegen das Ende des vorigen Monats allgemein weiter stark zucückgogangen. Weizen fiel z. B. In Odessa von 140 auf 127 Goldkp. per Pud, in Charkow von 170 auf 150, in Kiew von 16) auf 14-5, im Durchschnitt also um 15—30 Goldkp. Im nördlichen Kaukasus, in verschiedenen anderen Hersvrgungsgebieten ebrnso, sanken die Getreidepreise sogar unter 1 Goldrubel. Die Roggen» preise sanken durchschnittlich entsprechend etwa um 10—15 Goldkp. Infolge dieses Rückganges blieb der Getreidemarll im März stlll unö geschäftslos. * Die Preisbildung in der Landwirtschaft. Dach de i M ßzrlk n der „Land- wirtschaftftchen Wochenschau" sind in der ersten Aprilhöifte bei den landwirtscha t ichen Betriebsmitteln Preisänderungen nur bei Stabeisen mit einer Steigerung auf 132 Prozent und bei kleineren Maschinen und Geräten mit einer Steigerung auf 140 Prozent des Friedenspreis? fest- zustellcn. Das Durchschnitsniv-au der Dettnebs- mittel liegt wenig über 142 Prozent de? F iedens- durchschnitts. Unter den landwirtschaft ichen Erzeugnissen ist die starke P.eisferkung für Butter herv izuhebm, die sich abgeschwächt auch Im Kle n- handel und in geringem Maße bei Margartro auswirkt. Der Durchschnitt der landwirtschaftlichen Erzeugnisse liegt weit unter dem Friedensniveau, insbesondere Roggen 85 Prozent. Ochsen 78 Prr ent und Schweine 95 Prozent. Bei den LebensmitteMeinHandelspreisen fällt die Bcr- teucrung der Kartoffeln auf 128 Prozent auf. Die Preise für Rind- und Schweinefleisch sind auf 107 bezw. 111 Prozent gestiegen, wodurch sich die Spanne zwischen Erzeuger- und Be.braucher- preis weiter'hin vergrößert hat. • Keine Herabsetzung der Stickst o f f p r e 1 s e. Das St ckstosfsyndikat teilt mit: Es ist mehrfach die Ansicht laut geworden, daß die Stickstoffpreise mit Wirkung vom 1. Mai eine Senkung erfahren werden. Diese Ansicht ist irrig. Die heutigen Preise für einheimischen Stickstoffdünger l egen durchschnittlich dreizehn Proz nt unter den Horkricgspr: s n D:r deutsche St.ctstoff zählt daher zu den b.lligsten industriellen Prrdultionsmitt.l.r für die Landwirtschaft. Sine Herabsetzung kommt für das laufende Düngejahr umsowcn ger in Frage, als Löhne und Preise für dir H lssmittel drr Stickstoffindustrie steigende Tendenz zeigen. * Frankreichs Handelsbilanz im ersten Bierteljahr 1 924 Franircich hat in den ersten drei Monaten des Jahres 1924 Waren Im Werte von 10 224 325 020 Franken eingeführt und solche im Werte von 10 972 8)7 020 Franken ausgeführt. Gegen die entsprechende Z:it des vor gen Jahres ist der Wert der Einfuhr um rund 3V2 M lliarden, der der Ausfuhr um rund 4V2 M.lliarden Franken gestiegen. DermLscytes. Bemerkenswerte Dersuchr auf dem Gebiete der drahtlosen Telephonie. Emden, 19 Ap.rl. (Wo f ) Am Sonntag, 13. April, wurde die Ember Herfehrsaesellschaft 21.-©. Emden, die Generallertreluag d:r Hamburg— 2lmerila°Linie, von der Funkstation Dorddeich angeweckt und gele.cn, auf der Amtslertung ein Gespräch mi' de. Bordstation d s H.-A. L.-D ampfers Albert D a l l i n“ auf-unvbmen. Tiefer Te such gstang ebenso gut wie der am nächsten Tage unternommene; am Montag wurde nämlich die obengenannte Gesellschaft. die auch die Generalvertretung d:r Hamburg—Südameri.ani'chr'a Dampfs i fa> isg el - scha t hat. mit dem H S. D. G.-D ampfer „Gap Bolonir" drahtlos telephonisch von Ser Dorddeicher Station verbünde r Di: H e r - flänuigung war in beiden Fäl en ei: e gute, so wähl in Emd n. als auch an Bord de. beiden Schiffe, die sich in Fahrt befanden und zirka 1 5 0 M e 11 e n in Lusllinie — ungefaßt bei Hoek van Holland — vodr Emden entfernt waren. Es ist Tatsache geworden, dast ei ie Berbt n d u n g eines Fernsprechteilnehmers in einem Binnenlandptah a f g wohnlichen Apparat — über eine Funistatton mit der B 0 rdstati 0 n eines mit Fankentel:» graphie b?zw. -T lephonie ausgerüst te.i Schis- f e s effektiv möglich ist, und daß für beide vernehmlich ein: Unterhaltung gesüh t werden kann. D m rkmswe.t an d'e em TI ph^nve'.fehr ifl, daß es heute möglich Ct, von jedem Platz tm Binnenlande aus — früher nur von ei'er Funkstation aus — durch geeignete Te stär.u g der Schallwellen mit eiine n auf See be indlichrn Schiff über eine Fankstation zu fp.echLN. Diese beiden Berfuche dürften wohl deswegen schon eine historische Beae tung erfahren. Eleonore Dnse f. Pi11sburg 20 April. (Wolff.) Eleonore Düse ist gestorben. Wie man echte Teppiche erkennt. Konstantinopel ist der Hauptmarkt der orientalischen Teppiche, und es gibt dort keine Art von echten Teppichen, die man nicht zu kaufen bekommt. Lieber die verschiedenen Klassen dieser echten Teppiche und die Merkmale, die sie aufweisen, macht ein türkischer TeppichhLndler eingehende Mittellungen. Die orientalischen Teppiche lassen sich nach der 21 rt ihrer Herstellung zunächst in zwei große Gruppen einteilen. Die erste umfaßt die gewöhnlichen Teppiche, die sog. Hali, wie sie auf türkisch heißen, mit dem Akzent auf der letzten Silbe; sie haben eine plüschartige Oberfläche. Die zweite Gruppe ist der türkisch „Kelim" genannte kleinere Teppich mit weicher Oberfläche, die wie gewebt auSsehen und ein wenig an Gobelins erinnern. Aach ihrer Herkunft werden die orientalischen Teppiche in drei Klassen eingeteilt, in persische, türkische und turkmenische. Die persischen Teppiche haben Blumenmuster, die gewöhnlich ziemlich symmetrisch und naturalistisch gezeichnet sind. Die türkischen Teppiche sind entweder GebetStep- piche, sog. Sijadeh, die die stilisierte Zeichnung einer Moschee haben, oder sie weisen Blumenmuster auf, die steifer und unbeholfener gezeichnet sind als die persischen. Die turkmenischen Teppiche hadea geo et isch' Ornamente In Form von Quadraten oder Rhomben mit allerlei merkwürdigen Zeichnungen, die bald wie Haken und bald wie Spinnen aussehen. Der gewöhnliche Käufer, der sich für seine Wohnung einen Teppich kaufen und nicht zuviel Geld anlegen will, darf nicht den Ehrgeiz haben, einen alten Teppich zu erwerben, der vor dem 19. Jahrhundert entstanden ist. Das sind Teppiche, die sich mehr für Sammler und Museen eignen. Der gewöhnliche Käufer wird am besten tun, einen guten modernen Teppich zu erwerben, der etwa 40 bis 50 Jahre alt ist. Damals waren Zeichnung und Farbe In den orientalischen Teppichländern noch ganz auf der Höhe. Unter diesen modernen Teppichen kommen die besten Arten der persischen Teppiche aus Feragan, SennS und Sataband; die besten türkischen Teppiche aus Ladtt, Kula und Panderma; die besten turkmenischen aus Schirwan, Bochara und Belud sch ist an. WaS der Papageienckvnig erzählt. Den stolzen Dornen des „Papageien- königs" führt in den Kreisen der Händler mit teilten und exotischen Tieren George Bruce Ehap- man, in dessen Familie der Fang und Herfauf von Papageien schon fett mehr als 100 Jahren betrieben wird. Dieser interessante Beherrscher eines nicht alltäglichen Holkes von bunten und plappernden Wesen erzählt in einer Londoner Zeitschrift aus den Erfahrungen, die er mit Papageien gemacht hat. „Es gibt einige 20 verschiedene Arten von Papageien, mit deren Fang und Erziehung ich mich beschäftig:", erklärte er. „Die beliebtesten Tiere und die besten Sprecher sind die brasilianischen Amazonen: das sind grüne Högel mit gelbem oder blauem Kopf und mit roten Flecken auf den Schultern und den Flügeln: seht begehrt ist auch der graue afrikanisch: Papagei mit rotem Schwanz. Die brasilianische Amazone ist äußerst gesprächig und wird so zahm, daß sie aus ihrem Käfig kommt und denen, die sie gern hat, auf die Hand fliegt; sie wird selbst einen vollkommen Fremden mit einem freundlichen „Guten Tag" begrüßen. Der graue Afrikaner nimmt das Leben ernster: er sieht schon gesetzter aus und ist auch in seinem Wesen lange nicht so zutraulich, viel würdevoller und schweigsamer. Ob er der klügere von den beiden Hogclarten ist, kann ich nicht sagen. Die brasilianischen Papagecen sind jedenfalls die Lieblinge der Frauenwelt und führen allerlei luftige Späße aus, können aber auch durch ihre Plaaderhaftigkeit gefährlich werden, denn sie schnappen alles auf, was in ihrer Gegenwart gesprochen wird, und wenden es häufig zur Unzeit an.“ Des Papageienkönigs Tochter Ada Martz Chapman hat jetzt 3 Jahre in Brasilien verbracht und als Erfolg ihrer Tätigkeit jährlich 15 000 Papageien nach England befördert. In den tropischen Wäldern beobachtet der eingeborene Papageienfanger die weiblichen Papageien im Umkreis seiner Hütte und paßt auf, wann sie Eier legen. Er läßt dann das Rest nicht aus dem Auge, und wenn dann die Jungen so weit sind, daß sie mit ihren Schnäbeln die Eierschalen aufgepickt haben und gerade herausgrfro- chen sind, dann entfernt er ihnen rasch die Schwungfedern des einen Flügels. Dann wartet er 6 bis 7 Wochen, während deren die Eltern ihre Jungen auffüttern. Sind diese all genug, dann können sie nicht fortfliegen und lassen sich leicht fangen. Hat der Eingeborene ein Dutzend oder mehr gesammelt, dann bringt er sie mit seinem Maultier nach dem nächsten Dorf. Hon dort werden die Tiere nach einem Hafen, meistens nach Bahia oder Pemambuko gebracht, und dort nimmt sie ein Wärter der Londoner Firma in Empfang, der sie während ihrer Reise bewacht. Der Papageienkönig hat regelmäßig vier solcher erfahrener Wärter in Brasilien, von denen jeder etwa 500 Högel mitbringt Zunächst reifen dle Papageien als Deckpassagiere, aber wenn sie in das kältere Klima kommen, müssen sie in wärmere Kabinen gebracht werden. 27710 Die feine Zigarette | Schloß Amerongenf 8 Großformat Stück 5 Pfg. 9 8 Rihofa • Zigarettenfabrik • Frankfurt/M« £ * 4M0 eten und an der Front durch langsame» Zurückgehen verzögern. Der nächste Tag brachte Rcxhrichten von allen Setten. Rachrichten, die wohl geeignet waren, den Regenten in seiner "Auffassung der Lage zu verstärken. Die Meldungen vom linken Flügel seiner Kräfte lauteten nicht günsttg. Die Heber gange bn Asts Ferghanatal waren durch Sprengungen untz künstliche Hindernisse so erschwert, dah nur di« Möglichkeit geblieben war, die Truppen in Transportkreuzern vorzubringen. Rur einem Teil dieser Kreuzer war es gelungen, Truppen unversehrt zu landen. Plötzlich waren hier starke Kainpsschiff« der Kompagnie ausgetreten und hatten der- gelben Flotte schweren Schaden zugefügt. Es sah gerade so aus, als ob die Luftstreitkräfte der Kompagnie hier bemüht Versteck gespielt hätten, um nach dem Durchflug der leichten gelben Luftkräfte nach Westen die schweren Panzerkreuzer, welche die Truppen»Konvois begleiteten, mit unverbrauchter Kräften anfallen zu können. Die Lage der dort gelandeten chinesischen Truppen war besorgniserregend, da sie sofort in schwere Kämpfe mit der gegnerischen Truppen verwickelt wurden. Aber schliehlich war der Stand der Dinge im Ferghona« tal für die Gesamtlage nicht von grober De- beutung. t Fortsetzung folgt j Nervöse Zustände fe!u*Äi!ferTLe*i,l’ da> Ernährung viel zu wünschen übrig laßt. Es ist Klugheit und Pflicht eines Jeden, dem Körper neues frisches Blut zuzuführen, wodurch die Nerven gekräftigt werden und die nervösen Zustände dann verschwinden, hierfür wird Leciferrln ärztlich gerne verordnet 3120ss Galenoa Chemleche Indnstrle Q. m. b.Frankfort/M. Dr. Becker spricht Sonntag, 27. April, vormittags fl’A Uhr, in der Turnhalle am Oswaldrgarten in ölleulliciier srvopye uno Die tteTCthrtrj« öprengung zum gröberen Teil zu zerstören. 2wer auch die gewaltigen Reste des Riesenbau Werkes boten den vorstohenden chinesischen Streitkräften noch ein schtver überwind- licheS Hindernis. Wenn die Koinpagniekräfte ihrerseits eine plötzliche Schmelze in den 3ü- bcrgen verursachten, wenn die plötzlich zu Tal gebenden Wassermassen sich auch nur vor den Dammruinen stauten, war das Tal für jede großer« Truppenmenge kaum passierbar Die Gebirge des oberen Ilitales waven daher schon seit Wochen unter einer derartigen Bewachung durch gelbe Luftstrettkräste. dah an ein Schmelzen in größerem Stile nicht gedacht werden konnte. Trotzdem war der Weg durch das untere 311* tal auherordeutlich erschwert. Rur wenn es gelang, die Kompagniestellungen an den Berglehnen ?u umgehen, den Damm selbst zu nehmen und in ein« Trümmer breite Durchfahrten einzusprengen, war die Passage für gröhere Heeresmassen möglich. 2ln diese Ausgabe hatte der Regent seine besten Truppen aus den mongolischen Randgebirgen gesetzt. Don der Schnelligkeit, mit der hier der Borstoh gelang, hing viel vom Erf)lg des ganzen Krieges ab. Anscheinend viel einfacher gestaltete sich der Durchbruch im 3rtyschtal. Durch seinen Rachrichtendienst hatte der Regent erfahren, dah die weihen Truppen jenes Tal beinahe bis SeiNipa- latinfl hin geräumt hatten. Vergeblich hatte er mit feinem Stabe die Gründe für diese Bewegung zu erforschen gesucht. Er wuhte zur Genüge, daß er an dem General von Bulow einen erfahrenen, verschlafenen Gegner hatte. Dah hinter dieser unerklärlichen Mastnahme eine Finte stecken müsse, sah er ein. Aber welche? Ernst Hofmann Emmi Schaeff Hans Wassmann in dem wundervollen Sittendrama Louise de Lavaliiere 1 Vorspiel, 0 Akte. Ferner: DerMeilenfresser Humoreske aus dem Badfahrlcben. MMMöllWsW-Wn. 8m Roman aus dem 21. Jahrhundert w>n Hans Dominik. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) . . ^erul Ee in das Rebenzimmer. Durch Adiutanten lieh er die telephonischen Befehl« hmausgeben. Dann kam er zurück Georg Osenbrandt hatte inzwischen die Depesche zu Ende entziffert. «s^?^»^xene^1' gehe jetzt zu den Stand- Platzen unserer Flugfchisfe. Sobald das letzte Geschwader von hier fort ist, fliege ich nach Rorden jwm Sarsan-2lor. Wir treffen uns später in vemipalatrnsk in 3hrem Hauptquartier" * . * Am Abend des 7. Quli war Doghon-Khan in Khami angekonrmen. Hier Hefen die Rachrichten txm allen Stellen seiner Froitt ein Georg 3senbvandt hatte seinen Plänen durch dre Errichtung des Dammes von Seiet ein schweres Hindernis entgegengesetzt. Wohl war es seinerzeit gelungen, den Damm durch die Hochwasserkata- Aerzte und Krankenkassen. Auf den Artikel vom 16.4.24 der Krankenkaffen nur einige Wort« der Erwiderung. . . Degen die Notverordnung vom 30.10. 23 ist sofort von allen Aerzten Deutschlands (co. 50 000) protestiert worden, und es sind, um sich den Folgerungen der Der. ordnung zu entziehen alle Kaffenverttäge gekündigt worden. Die Verordnung war erlaffen, ohne dah vorher Vertreter der Aerzte gehört worden waren. Für einen Gesetz, geber em unerhörtes Vorgehen! Die Regierung nahm dann später einige Bestimmungen zurück, andere suspendierte sie, sodah jetzt von der ganzen Notverordnung nur noch einige Paragraphen zusammenhanglos in der Luft schweben. Auf der Tagesordnung der letzten Reichstagssitzung stand schon die Besprechung dieser Notverordnung- durch die Auslosung unterblieb sie leider. Die Aerzte haben sich allerdings der Verordnung nicht gefügt sie zogen aber daraus die Folgerung und kündigten ihren Vertrag, wozu sie ^ut Entscheidung mehrerer Gerichte berechtigt waren. Fetzt konnte keine Regierung ihnen Vorschriften machen Anders die Krankenkassenoorstände: Das Reichsorbeits- mmtstenum billigte ihr Verhalten nicht und erließ die Verfügung, dah bis zum Abschluh neuer Derttäge ,n Berlin, die für das ganze Reich Gültigkeit haben sollen, die alten Derttäge provisorisch weiter laufen. Füst in ganz Deutschland wurde dem Folge geleistet, nur in Sieben nicht. Das ist die Achtung vor dem Gesetz! , m Die Kaffen operieren immer damit, dah wir ihre Mitglieder zu den Mindestsätzen der Gebührenordnung behandeln muffen. Das ist falsch. Dies muh nur ein Arzt tun, d« vertraglicher Kaffenarzt ist und dann, wenn sich der Patient vor der Behandlung als Kaffenpattent ausweist. Die Aerzte haben aber ausdrücklich erklärt, dah sie die Angehörigen der hiesigen Kaffen, soweit diese der hiesigen Ortskrankenkaffe Gefolgschaft leisten, mcht mehr als Kaffenmitglieder behandeln! Wer also zum Arzt ging, kam als Privatpatient und hatte die Beratung selbst zu bezahlen in einer Höhe, die der Arzt nach der Vermögenslage des Kranken bestimmen konnte. Als Regel ist der Mindestsatz der freien Praxis genommen. Wir Aerzte haben uns bei diesem Verfahren glücklich gefühlt, weil wir unferm sozialen Empfinden nachgehen konnten. Es sind wohl noch me soviel Patienten umsonst behandelt werden wie in diesen Zeiten. Den „Aermsten der Armen- wurde von uns schon geholfen; aber erliefe die Kaffe ihnen auch die Bettrage? ‘ I t .. ^ie Aerzte verfügen über 80% der Kaffeneinnahmen-; allerdings, denn durch 1 'h-e Unterschrift ermöglichen die Aerzte die Auszahlung von Krankengeld, die Anserti. gung von Arzneien, die Krankenhavsbehandlung und auch die Zahlung der Aerzl" Honorare. Soll denn etwa ein Kaffenschreiber die Krankheit bescheinigen und nach seinem Gutdünken Arznei und Krankenhaus bezahlen? Die Dersicherungsordnung sieht doch wcchl vor, dah alles Geld den Kranken zu gute kommt, an hshe Derwaltungskosten, an den Druck, grober Flugblätter ist sicher nicht gedacht worden. Das Gesetz sieht Verwalter der Kaffen vor, nicht aber ernennt es die Vorstände zu Vorgesetzten und Arbeitgebern der Aerzte; dies ist der springende Punkt, um den sich der ganze Streit dreht. Wir Aerzte erkennen an, dah eine gewisse Kontrolle ausgeübt werden muh, wir verbitten uns es aber, dah dies von Kaffenschceibern geschieht. Die Kassen wissen recht wohl, dah von fetten der Aerzte immer wieder neue Verhandlungen angebahnt wurden, dah sie aber oft von den Kaffen hinausgeschoben und teils durch vorhergesiellte Bedingungen unmöglich gemacht wurden. So können wir nicht zugeben, dah eine grohe Zahl von Aerzten brotlos gemacht wird dadurch dah das Land tn bestimmte Bezirke mit je einem Arzt eingeteilt wird. Es könnte bann der Kranke nicht mehr den Arzt seines Vertrauens aufsuchen. Der Bezirksarzt wäre dec Angestellte der Kaffe. Und die zynische Bemerkung eines Kaffenvorstandes, ein Teil der so „abgebauten" Aerzte könnte ja einen andern Beruf ergreifen, wird wnhl nicht den Beifall der Kranken finden, denen der Arzt in unermüdlicher Arbeit tags und nachts geholfen hat. Wir haben das uns von den Kaffen gebotene Pauschale von 10 Mk. für die Behandlung einer ganzen Familie im ganzen Fahre als zu niedrig abgelehnt. Das von den Kaffen zitiette Schiedsgericht in Darmstedt, deffen Spruch wir in Giehen an. geblich nicht angenommen hätten, sah 18.60 Mk. cor. In der letzten gemeinsamen Sitzung lehnten die Kaffen auf unsere Anfrage diese Summe ab. Sehr matt ist die Entgegnung auf die drei Beispiele, die wir angesühtt haben, um zu zeigen, rote durch das Verhalten der Kassen die Kranken geschädigt werden Wenn man erwidert, muh man auch den richtigen Sachverhalt angeben! Der ist in dem zwetten Fall aber folgender: Die Kaffen halten vielgebrauchte Arznei, mittel vorrätig und geben sie furch einen von ihnen angestellten Apotheker nach Rezept eines Arztes ober auch ohne ein solches ab In diesem Falle war das vom Arzt Verordnete nicht vorrätig. Darauf verschrieb der Kaffen-Apotheker ein anderes Mittel ' das in einer hiesigen Apotheke geholt werden muhte. Da der Patient keine genaue Anweisung erhalten hatte, kam es zur Vergiftung. Ob der Patient einen dauernden BrtMW 31 Wftii7 n. 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