Nr. 70 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertag«, mit d Samstaqsbeilaqe: ©icfcenerjomilitnt lütter Monatr-dezvorpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold» Pfennig für Trägerloh«, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Vertag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für vrahtnach» richten rinzetgerStetze». pa-fchecktonto: Zrantsurt a. M. U8M. Erstes Blatt 174- Jahrgang Samstag, 22. März 192$ GietzenerAn;eiger General-Anzeiger für Oberhessen ümtf tmt Derlog: Vrlihl'fche rlniversitäts-vvch- tmö Steinörudcrei K. Sanne in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: SchulM'aße 7. Annahme von Anzeigen fürdieTagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichh, auswärts 10 (Bolöpfennig; für Reklame-An eigen d 70mm Breite 35 Goldpfennig, Plotzvorfchrift 20" „ Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: l)r Friedr. Will) Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für Den Anzeigenteil Hans Beck, sämtlich in ffiießen. Die Plaidoyers im Hitlerprozeh. München, 21. März. (WB) Am heutigen 19. Verhandlung«rag des Hillerprozesses wurde unter allgemvtirer Spannung mit den Plaidoyers begonnen. Zu Begnrn der Sitzung gab der Vorsitzende im Flamen des Geiich:es eine Erklärung ab, die auf eine Volt.; in der .Frankfurter Zeitung" Bezug nimmt, wonach Kronprinz Rupprecht im Hintergrund des Prozesses stehen soll. Sn der Erklärung heißt es u. a.: Die Verhandlungen im Hitlerprozeß haben feinerlei Anhaltspunkte dafür erbracht, daß Kronprinz Rupprecht irgendwie den Ereignissen vom 8. oder 9 Rovember nahegestanden habe Sm Urteil im Fuchs°M» narchischen System angewendet wurden, sind nunmehr unvermmdert auf die republikanische Staatsform übe,gegangen. Herr Hitler hat Recht, wenn er ausgeführt hat, dah der Hochverrat das einzige Verbrechen ist, das nur dann bestraft wird, weim es mißlingt. Dieser Grundsatz muh auch auf die Angeklagten angewandt werden. Ihre Lat ist nicht gelungen und daher straffällig. Der Staatsanwalt erörtert dann das Problem Kahr-Lossow-Seisser Die Frage, ob die 3 Männer in ftrafbarer Weise sich an der Tat der Angeklagten beteiligt hätten, sei für die Schuldsrage belanglos. Es sei selbstverständlich, dah die Frage einer strafbaren Beteiligung der drei Männer gewissenhaft verfolgt worden sei. Auch dafür, dah sie sich vorher an den Vorbereitungen für das Vorhaben der Angeklagten beteiligt hätten, sei kein R^weis erbrach worden. Es sei also der Tatbestand des Hochverrats nicht festgestellt. Bei dem Verhalten der Herren Kahr, Lcssow und Seisser am 8. November dürfe nicht vergessen werden, daß diese sich damals in einer furchtbaren Zwangslage befanden und dah sie rücksichtslos in den Staatsstreich hinein g e st o h e n wurden. Die drei Männer bestrebten. nach ihrer Darstellung, im Verein mit anderen norddeutscl-en Politikern die Errichtung eines nationalen Reichsdirektorrums auf dem Wege der Reichsverfassung. Ein Direktorium mit dem Ramen Hitler-Ludendorff war nie zwischen ten Angeklagten und den drei Männern vereinbart worden. Sn der Besprechung vom 6. Ro- vember hätten die Diei unzweideutig angekündigt, dah sie fest entschlossen seien, jeder gewaltsamen Llmwälzung mit Waffengewalt zu begegnen. Cs ergebe sich der Schluß, dah die Urheber der Ak.ion sogar entschlossen gewesen seien, nötigenfalls auch bei einer Weigerung der drei Männer das Unternehmen durchzuführen. ob die Qlngetlagten nur eine Olenberung der regierenden Persönlichkeiten, oder ob sie eine Aenderung der Verfassung anstrebten. Mit dem Marsch nach Berlin sollte eine völlige Shsternänderung im Reiche hrrbeigefuhrt werden. Sn erster Linie sollte die bayerische Verfassung und die Regierung gewaltsam geändert werden. Das Kabine t sei abgesetzt, die Minister verhaftet und der Land ag ausgeschaltet worden. Das alles bedeute die B seiiigu >g der Paragraphen 2, 3 und 4 der bayerischen Verfassung Sm Reiche sei die Regierung der „Rovemberverbrecher" und Der Reichspräsident als abgeseht erklärt worden. Cs sei also eine gewaltsame Verfassungsänderung in Bayern u n d im Reiche unternommen worden. Darauf ging der Staatsanwalt zu den einzelnen Angeklag en über, wobei er sich zunächst mit Hitler befähle, dessen Ehrlichkeit er einleitend rühmte. Sn seiner Hemmungslosigkeit liege seine tragische Schuld. Shn treffe die Haupt verantwormng an den Geschehnissen, die er selbst nicht leugne. Der Angeklagte Ludendorff habe sich auch da, wo er gegen das Ges tz veisstich als ganzer Mann und tapferer Soldat gezeigt; sein Floherrnruhrn sei unberührt geb liebe, i. Laren do rss habe sich schließlich an die Spitze des u h i Id ollen Zuges gesetzt, obwohl er mit der Moglichk.it eines Zusammenst her gerechnet habe. Daher habe er das Gesetz verletzt und dies müsse daher auch ihm gegenüber zur Anwendung kommen. Mit offenen Augen hibe Lu- dendorfs gssehen, dah es sich hier um einen g e - Walts um en ül m stürz handelte. Der Ange- Frankreichs „Sicherheit". (Ein neuer französisch-britischer Briefwechsel? - Deutschland und der Völkerbund. - Ein Sicherheitsvertrag zwischen Deutschland und der Entente. Paris, 21. März. (Wolfs.) Der Londoner Berichterstatter der „Chicago Tribüne" will wissen, dah trotz der Versicherungen Macdonalds im Parlament, es würden keine weiteren Verhandlungen mit Poincars geführt werden, bis die Sachverständigen ihren Bericht veröffentlicht hätten, zwischen den beiden Premierministern bereits wieder ein Austausch von Briefen stattgefunden habe, die noch für einige Zeit geheim gehalten werden sollen. Macdonald habe Poincarö etwa folgendes mitgeteilt: 1. daß Frankreich das Recht habe, eine Regelung der Sicherheitsfrage zu verlangen, da es in der Luft schwebe, seit England und die Vereinigten Staaten den militärischen Garantiedectrag nicht unterzeichnet haben; 2. daß die deutsche Bedrohung heute für Frankreich ebenso bestehl, wie für Deutschland nach 1870 die französische Bedrohung existierte, und daß dagegen etwas geschehen müsse; 3. erhebe Macdonald Einspruch gegen militärische Verträge nach, der Art, wie sie vor dem Kriege abgeschlossen worden seien, denn nach seiner Ansicht trügen sie zum Ausbruch von Stiegen bei und er schlage deshalb vor, daß Deutschland in den Völkerbund eintreten soll, damit Deutschland und Frankreich in der gleichen Weise gedeckt seien. Ferner wurde nach dem Vorschläge Macdonalds die gesamten englischen Land-, See- und Luststreitkräfte die Verpflichtung haben, gegen das Land vorzugeheu, das einen Konflikt herbeiführen würde, ohne vorher die Angelegenheit dem Völkerbund unterbreitet zu haben. Macdonald wolle diese Sicherheits- frage aber erst nach der vollkommenen Re» gelang der ReparatianSftage aufwerfen. Dem Pariser Vertreter des Wolff-Bureaus ist heute vormittag in englischen Kreisen erklärt worden, dah von einer von Ramfay Macdonald eingeleiteten neuen Korrespondenz, wie die ^Chicago Tribune" sie airkundigt, nichts bekannt ist. Der diplomatische Redakteur der Havas- Agentur bestätigt auf Grund von Informationen von autorisierter Seite diese Feststellung. Sn Wirklichkeit, fügt er hinzu, habe Poincarä seit dem am 2. März veröffentlichten Schriftwechsel keinerlei persönliche Schreiben feinet englischen Kollegen erhalten und ihm seinerseits keines zugehen lasset). Dagegen werde zwischen den beiderseitigen Kanzleien ein eifriger Meinungsaustausch über die Sicherheits- und Repa- vationSfrage gepflogen. Abgesehen von diesen Unterhandlungen, die durchaus normaler Art seien, existiere jedoch kein neuer Schriftwechsel zwischen den beiden Ministern. Merkwürdig berührt bei dieser Feststellung lebhafter Verhand- tungen zwischen Paris und London, das der „Temps", der mit dem Fortschreiten der Sachverständigmarbei en immer dringender an die französische Regierung die Aufforderung richtet, Verhandlungen mit den Alliier en, besonders mit England, aufzunehmen. E> schreibt heute in einem Lci arli'el zur Sicherhesssfrage: Wenn man den Versuch mache, das Problem schon jetzt völlig zu lösen, so müsse man zugeben, daß es stch zum mindesten aus zwei (Siemen.en zusammensetze. In erster Linie handele es fk't, die gemeinsamen, dauernden Interessen der Besatzungsmächte im Rheinlands festzustellen. Es feien noch feine zehn Jahre her, daß ein und dasselbe Ereignis, der Einfall Deutschlands, für Belgien, Frankreich und England zu gleicher Zeit eine vitale Frage aufgeworfen habe. Dieser Lehr T der Erfahrung dürfe man Rechnung tragen, ohne irgendwie jemand zu bedrohen oder zu beleidigen, und man form e nicht vergessen, ohne eine Art Selbstmord zu begehen. Aber die Herstellung des Friedens in Europa Eonne nicht ausschließlich darin bestehen, daß man Vorsichtsmaßregeln gegen Deutschland treffe. Man müsse den Vorsichtsmaßregeln eine Maßnahme überordnen, die beruhigend wirke, mit anderen Worten: man müsse der S'dee der Gegenseitigkeit und der Idee der Solidarität Sinkt 1) verschaffen. Die Sicherheits - frage würde, wenn man sie schon jetzt in ihrem ®ejenn diese Prager Ableugnungsve'rsuche bet der staunenden Mitwelt auf so geringes Der» ständwiis stoßen, und es auch Herrn P v i n c a r e nicht ohne weiteres gelingt, die Urheber der angeblich gefälschten Dokumente zu überführen, wie Kl,aber, die Marmelade genascht und sich dabei t-i ? Fj.nger beschmutzt haben — woran sich das „Echo de Paris" bereits reichlich voreilig berauscht —, so liegt Der Hauptgrund hierfür in der unleugbaren Tatsache, daß dec offizielle, beim Sekretariat des Völkerbundes hinterlegte ftanko- tschechische Vertrag vom 24. Januar 1924 ohne die jtztzt veröffentlichten Geheimabmachungen eine Schal:- ohne Kern, „ein leeres Schaugericht" ist. Der „Vorwärts" weist besonders darauf hin, daß der Wortlaut des offiziellen Vertrages in allen sachlich bedeutsamen Pavai-irapheu die beiden Derlragskontrahenten verpfllchtet, sich gegebenenfalls über, öle zu treffen* den „D orkehru ngen" za „verständigen“. Der „Vorwärts" bemerkt mit Recht dazu, daß diese immer wiederkehrende Formel „vollkommen nichtssagend bleibt, solange sie nicht durch Clnzelaussührungen ausgefüllt ist". Erst die zur gleichen Zeit. Weihnachten 1923, zwischen Poim-care und Beaesch getroffenen geheimen Abmachungen geben Der Schale ihrer schwerwiegenden Kern. Mll bem offiziellen Ab« kcmmen gedachte man der Welt Sand in Die AugiÄi zu streuen, um umso ungestörter Die erneute Einkreisung Der Mittelmächte zu betreiben. Rachdem das franko-tschechssche Krie^zsbündnis geschlossen war, das das tschechische Heer unter französischen Oberbe e'll stellte, Die Tschechoslowakei zu einer französischen öatrapie machte, fiel Poincarös commis voyageur, Herrn Eduard Benesch Die 2Iufgabe zu, auf feinen europäischen Rundreisen, weitere Teilnehmer zu Dem geplanten Kesseltreiben gegen DeutschlanD zu suchen. Auch gegen Italiens Mittelmeerstellung richteten sich Die beiderseitigen müHungen Es ist gewiß nicht Herrn Beneschs Schvld, daß ec eine weniger glückliche Hand hatte, als sein gefronter Ramensveller, E)uard VII. Iwzrslawien versagte sich Dem tschechischen Liebesweiden. Rintschitsch hielt Den italienisch-ser- bischen Ausgleich für wichtiger und wollte sich iruj- gegen Ungarn sichern. Der Sturm der Entrüstung, den die Enthüllungen gerade in der römi- schsir Presse entfacht haben, erscheint hiernach bcgictflid) Haben doch in Rom und London schon dize umfangreichen Rüstungskredite, Die Frankreich Dem Prager Vasallen vor wenigen Wocl>en erst gowährte, starke Bedenken geweckt. Jetzt weiß inan auch hier, was man von oein französischen Bundesgenossen zu halten hat Uno auch hier scheint man sich nicht von Den fr gwürdigen Argu- nuenten täuschen lassen zu wollen mit Denen Die Herren Benesch und Tusar Die peinlichen Dokumente zu entkräften tersuchen. Die Welt hat einen neuen Beweis, wie Der sranzösifche Imperialismus I urtier Dem Schuhe des VöllerbunDes, unter Dem I Vorgehen der beDrohten „Sicherheit" Frankreich- * zu neuen Kriegen rüstet e 3n ipattomentar^djÄSV Kreisen spricht man davon, dah bte tm Haushalt vom ^kerfrrmmt fest» gefetzte Ersparnis von einer Milliarde die Abschaffung des Gesundhelts- und des Ärbeitsmtnisteriums, sowie die Der- rfchm-elzung des Hcrn dels- und des Landwirt schafts- "mtiriftertuiroS im ein; Min istertumdvrnatioe» xnalen Wirtschaft, weiter die UmtoairMung mehrerer Llnterstaatssekvetariate in Direktionen 'und die Abschaffung der meisten Llnterpräfekten nach sich ziehen könnte. Die Regierung hat hierüber noch kerne Entscheidung getroffen, aber die verschiedenen Ministerien prüfen augenblicklich die allgemeine Verschmelzung der öffenllichen Dienste. Das französische Notgesetz. Paris, 21. März. (WTD.) Die Kammer sst in die Diskussion des vom Senat zum Teil abgeändert zu rückg etommenen Gesetzentwurfes ein«. getreten, der die Schaffung neuer Steuern und di« Durchführung von Ersparnissen vor- steht. Es entspinnt sich eine inbevessante Debatte, in der der Abgeordnete Bonnet feststen^ dah der Ministerpräsibent geglaubt habe, vor dem Senat die Vertrauensfrage stellen zu müssen, damit die hauptsächlichsten Bestimmungen des Gesetzes angenommen würden. Gr persönlich würde es beklagt haben, wenn sich das Ministerium Poincare als durch den Senat gestürzt erklärt hätte. Wenn die Regierung nicht die Mehrheit des Senats für sich gehabt hätte, wäre es anttkonstitutionell gewesen, wenn sie demissioniert hätte. Potncar 6 erwidert; Der Senat hat tatsächlich nicht daS Recht, die Regierung zu stürzen, aber «tat Regierung hat da» Recht, zu erklären, daß sie nicht weiterregieren will, wenn sie bricht die Mehrheit der beiden gesetzgebenden Der- sammlungen für sich hat. Der Abgeordnete Herrlot begrüßt daS Steigen des Fvanken seit der Annahme des Gesetzentwurfes im Senat. Es habe den Frankenspeku- lauten eine heilsam« Lehre erteilt, aber daS Steigen des Franken habe nichts mit der Annahme des Entwurfes zu tun, wie der Berichterstatter behauptet habe. Poincars ruft dazwischen; Entschuldigen Sie, wir hatten die Kredite nicht bekommen, wenn der Entwurf nicht angenommen worden wäre. Herciot erinnert an die Ausführungen von Klotz und Loucheur, die in der Kammerdebatte festgestellt hätten, daß die Regierung schon 1923 den Fvanken hätte slabllisteren können, wenn sie sich einen gewissen Vorrat zu Interventionszwecken beschafft hätte. P o i n c a r 6: Dann hätten sich also diejenigen, die behauptet haben, die Hausse des englische« Pfundes sei durch die Ruhrbesetzung verursacht werden, angeblich getäuscht. Herriot spricht feine Verwunderung darüber aus, daß der Minister» prästdent die Ruhrfrage zur Sprache bringe, auf bte er selbst mcht angespielt habe. Er glaube nicht, daß dte Ruhrbefetzung eine der Ursachen der sprunghaften Kurssteigerung des engltschen Pfundes gewesen sei, aber er sei immer der Ansicht gewesen, daß bte Spannung des Pfundkurses eine ständige Erscheinung gewesen sei seit dem Sage, an dem eine Politik ins Werk gesetzt wurde, die er nutzt in Ausdrücken kennzeichnen wolle, durch dte stch der Ministerpräsident vor den Kops gestoben fühlen könne, die aber jedenfalls gegen d t c Interalliierten Abmachungen und Konferenzen gewesen sei. Die radikale Fraktion werde also gegen den Entwurf stimmen. Die Ceneraldiskussron wird sodann geschlossen und btc Kammer nimmt den Steuergesehentwarf mit 374 gegen 175 Stimmen an. Der Gesetzentwurf geht nunmehr wiederum an den Senat zurück. Der Senat seinerseits wird Stellung dazu nehmen, irrib die Kammer wird sich morgen nachmittag in einer aus 5 Uhr einberufenen Sitzung nochmals mit dem aus dem Senat zurückgetommenen Gesetz beschäftigen. Die Sachverftündiyenarbeiten. Daris, 21. März. (WB.) Das Kabinett Dawes hat beschlossen, seine Sitzungen für drei Tage einzustellen, um seinen Mi gliedern die Möglrch- kett zu geben, während dieser Zeit eine gewisse Anzahl von internationalen Studien auszuarbeiten über die Emissionsbank, die Anlethe, die Eisenbahnen usw. Es ist wahrscheinlich, daß Dr. Schacht dem Dank-älnterausschuh edfl am Dienstag oder Mittwoch die schriftlichen Ausführungen übergeben wird, die von ihm verlangt worden sind. Der revidierte Bericht der Eisenbahnsachverständigen wird gleich'a'ls am Dienstag ober Mittwoch übergeben werden. Der Dank- oder der Dadgel-LIntetausschust werden vor Dienstag nicht zusammentr^tm. Der zweite Unter» auSschuh wird die Ei Wirkung -i prüf n we ch die Erklärungen der deutschen ^-.-legierten, die heute vormittag gehört worden sind, auf die von lhm abgefatzten Konklusionen haben können. Der „Tieto Vvrk Herald" bemerkt tm Hinblick auf die mehrtägige Vertagung der Beratungen; Poincar^ habe TSkcl darauf gelegt, hast der Bericht während der kommenden Woche vollendet werde, und er habe die französischen Delegierten gedrängt, die Arbeiten so rasch wie möglich zu fördern, damit von feiten derjenige, dte die Erholung des Franken an ccftü&ten, nicht der Einwand erhoben werden könnte, Frankreich er f chwere bte Lösung der größten europäischen Frage Der Reich shaushatts- voranschlaq 1924. Berlin, 22. März. (Priv.-Tel.) Die Blätter oerösfentlichen eine vorläufige Uebersicht ifter den Rc-ich-haushalt für das Rechnungsjahr 1924, die allerdings die Wiederherstellung der Wirtschaftseinheit und der Steuer- Hoheit des Reiches und der beteiligten Wnder im besetzten Gebiet zur Voraussetzung hat. Die Gesamt einnahmen des Tteiches betragen dar- nach 5,71 und die Gesamt ausgaben 5,27 Milliarden Gold mark. 3m ordentlichen L-anÄhilt werden die Einnahmen mit 5,144 Millionen iHold- •roarf veranschlagt, denen fast ebenso hohe Aus- «sben gegenüberstehen. 3m au herorden, - lichen Haushalt werden 130 Millionen Gold- marf Einnahmm erwartet, denen Ausgaben für frerf-#ebene Zwecke, so zur Beseitigung von I Kri Abfolgen, für öffentliche ‘Bauten usw. gegen- | überstehen. Für Ausführung des Frie- ?iL.n 81?^rt.t kommt eine anderweitige Festsetzung der Ortszuschläge, die gleichsam als WohrrungSzu schuß gelten sollen. Herabgesetzt werden bte an den besonders teueren Städten geltenden Sonberzuschläge. 3m allgemeinen dürfte die Gesamterhöhung etwa 20 Prvz. betragen, die sich allerdings durch bte Herabsetzung ber Sonberzuschläge für die an den besonders teueren Orten toofjnienben Beamten wieder auf 15—16 Proz. ermäßigt, so bat) die ftäbt Beamten an den kleineren Gemeinden gegenüber ihren ftäbt Kollegen im 'Vorteil sind. Das Gesetz fand einstimmige Annahme, ber Bauernbund hat sich, ebenso wie bei den weiteren Gesehen, der Abstimmung enthalten. Der Entwurf des Gesetzes über die Kreis- und Prvvinzial- Umlagen wurde in vorläufiger Abstimmung erledigt. Da verschiedene Fraktionen noch einmal dazu Stellung nehmen wollen, wird die desinitive Abstimmung auf die nächste Sitzung verschoben. Dann findet noch das Aussührungsgesetz zu dem Finanzausgleichsgeseh mit kleinen Abänderungen Annahme. Der Zeignerprozeh. Leipzig, 21. März. (Wolff.) Zu Beginn des fünften Derhandlungstages beantragte Rechtsanwalt Marschner die Ladung einer Menge von Leumundszeugen für Zeigner, die bekunden sollen, baß Zeigner frei von Habsucht und stets HUsbereich gewesen sei. Große Teile seines Vermögens habe er zur Unterstützung wohltätiger Einrichtungen und notbürftiger Personen verwandt. Hieraus wird ber Zeuge, Bürgermeister Raumann-Pegau vernommen, ber mit dem Zeugen Weiner in Chemnitz die gleiche Schule besucht Hal. 3m Gommer 1920 habe er Weiner im Kaffee Falsche getroffen und habe Ihn nach seiner Militärsache gefragt Weiner habe ihm geantwortet, dem Trainbataillon habe nichts daran gelegen, die Sache weiter zu verfolgen. 3m Vorzimmer des Majors habe ein Oucifi, Dr. Zeigner. gesellen, ber hätte ihm gesagt, wenn er 3000 bis 5000 Mark flüssig machen könne, würden seine Akten verbrannt werkten. 1921 habe er eine zweite ilnterrebung mit Weiner gehabt, der sich sehr abfällig geändert habe, baß Zeigner Minister werden könnte. Er selbst habe daran gedacht, ob er nicht bte Verpflichtung habe, die Sache anzuzeigen, habe jeboch ba ix>n abgesehen, um nicht Angriffen in seiner Stellung ausgesetzt zu werden. Hierauf wirb bte Beweisaufnahme zum Falle Friedichsen fortgesetzt. Der Zeuge Priborski erklärt, bte Schmuck- sachen hätten nicht für Zeigner sein sollen, fonbetn für MöbiuS. Der Dorsitzenbe hält dem Zeugen feine früheren Aussagen vor, wonach die Schmucksachen für Zeigner bestimmt gewesen seien. Zeuge bleibt bei seinen heutigen Aussagen. Dte Zeugin Frau FriÄ>richsen hält ihre Aussagen aufrecht, wonach die Schmuckstücke nicht MöbiuS, sondern dem Zustiz- Minister persönlich auSgehänbigt werben frollten. Der Zeuge Kaufmann Fried- r i ch s e n fei, tote er aussagt, von Priborski nur ganz allmählich In die Begnadigungsangelegenheit eingeweiht worden. Wenn die Begnadigung perfekt war«, sollten 4000 Mark an denjenigen gezahlt werden, der die Begnadigung ausspreche, und 2000 an MöbiuS. Später habe Möbius gesagt, es mühten vorweg 15 000 Mark nach Dresden abgesührt werden, sonst könne die Begnadigung nicht perfekt werden. Da die Summe zu hoch gewesen fei, sollten Schmucksachen gegeben werden. Direkt sei von Zeigner noch nicht gesprochen: aber es fei immer deutlicher geworden, daß Zeigner selbst gemeint gewesen sei. Es folgt die Erörterung des Falles Schm er le r. Möbius vermittelte eine Zusammenkunft be8 ukrainischen Staatsangehörigen Schmerler mit Zeigner im Alberi°Eafä in Dresden. Schmerler hatte um Aufenthaltsgenehmigung gebeten Das Gesuch war aber von der Kreishauptmamischaft abgewiesen worden. Bei der Zusammenkunft diktierte Zeigner dem Schmerler die Unterlagen für ein NKues Gesuch an das Ministerium. Später soll Zeigner von Schmerler tn sein Geschäft gebeten worden fein. Hier fei ein Da menPelz ausgesucht worden. Daß der Pelz für Frau Zeigner fein sollte, habe Möbius nicht gehört. Darauf ei man tn eine Weinstube gegangen, wo Schmerler We i n bezahlt habe Kurz vor Ostern habe Schmerler Möbius in seine Woh* nungtn Oetzsch kommen lassen und ihm gesagt, „Hier ist ein Pelz .den kannst Du Frau Zeigner bringen." Er habe daraufhin den Pelz!zu der Schwieger- mutter von Frau Zeigner gebracht Ec habe an* genommen das) der Pelz befahlt worden sei. 3m März 1923 habe er von Schmerler 100 000 Mark erhallen, aber nicht, wie er früher ausgasagt hkche, ür feine Vermittlung bei Zeigner, sondern für eine Arbeit im Fellhandel. Zeigner bekundet, im September oder Oktober 1922 habe er sich nach einem Pelz umgefehen. Als er von einem Bekannten gekommen fd .habe er Möbius getroffen, Um diese Zeit fei das Schrner- lersche Gesuch, an ihn gelangt, welches er ord- nungsgemast trcitTgeleitet habe Ein es Samstags, als er von Dresden nach Leip.li gekommen ei, hätte ihn Möbius mit einem Paket an ber Elektrischen erwartet. Er wäre mit aufgestiegen. Möbius hätte glefagt: Hier ist Pelzfutter von Schmerler. Gr selbst sei ganz verblüfft gewesen. Möbius sei schon vor ber nächsten Haltetelle abgesprungen. Ec habe den Worten Möbius entnommen, bas) es sich um ein G e s che n k handeln solle. Gr sei darauf nach Leipzig ge- ahren und habe das Paket zu Schmerler gebracht. Schmerler sei betreten gewesen und habe gesagt' er wolle bas Futter billig berechnen. Schließlich habe er sich einverstanden erklärt, das Pelzfutter zu nehmen. Die Bezahlung sollte im Januar und Februar erfolgen. Schmerler habe ihn auch gebe en, für feine Frau einen Pelz auSzusucher. Gr habe dieS abgelehnt, ba er feiner Frau selbst kurz vorher eine Lammfelljacke gekauft habe. Schmerler habe jeboch man nacygeiasllm. Schließlich yaoe et zugesagt, mit seiner Frau gelegentlich vorzusprechen. Rach Ostern habe seine Frau za seinem Erstaunen einen Pelz getragen. Er habe ben Pelz Schmerler zurüclgebracht. Schmerler habe ihn aber dringend gebeten, den Pelz doch zu behalten, da er für ihn selbst keinen groben Wert habe. Er habe bas abgelehnt und sich erboten, die Kosten für die Herstellung des Pelzes zu ersehen. Weitere Aussagen zu diesem Punkte zu machen, lehnte Zeigner ab. Der Vorsitzende hält Zeigner einSchreibenSchmeclers vor, wonach der Pelz nicht bezahlt worden sei. Gegen 6% Uhc wird die Verhandlung vertagt. Aus Stadt und Land. G i e b e n. ben 22. März 1924. Grippe in Gießen. Don berufener Seite wird uns mitgeteilt: 3n ben letzten Wochen hat sich, wie tn anderen Städten, so auch hier In ©leben, eine Heber» handnahme von Grippeerkrankungen be- medbar gemacht, die im allgemeinen gutartig verlaufen, aber auch schon vereinzelte Todesopfer forberten. Als häufigste Komplikation wurden Katarrhe der Luftröhre beobachtet, bi mehreren Fällen brachte die Grippe Lungen- und Rippenfellentzündung mit sich. Erkrankungen an ber gefürchteten Kopfgrippe (Gehirngrippe, Schlafkrankheit) haben sich in ber letzten Zell In Gtesten und dessen Umgebung nicht ereignet; dte zu Beginn der Grippe stets sich eiinftellenbe.1 Kopfschmerzen dürfen n icht ohne weiteres als Symptome einer Gehirngrippe gedeutet werden. Qhiffallcnb ist ein durch dte leichte ilebertrag- barfelt erklärliches Defallensein mancher Familien mit all ihren Mitgliedern, bte je nach ihrer Empfänglichkeit unb Widerstandskraft in verschieden ftaiiem Grade erkranken. Bekanntlich gibt es einen sicheren Schutz vor dieser auhecordentlichleichi übertragbaren Krankheit nicht, es kann aber doch jeder Einzelne viel tun, um die Krankheit von sich fern zu halten oder nach ihrem Auftreten einen schlimmen Verlauf zu verhüten, was immer wieder hervorgehoben zu werden verdient. Am meisten wirb die Krankheit verbreitet durch die leicht Erkrankten, die nur an „etwas Dch.nipfen unb Hüften", an einer „Erkältung mit Kopfweh" leiben unb babei nicht nur ihrem Geschäft nach» gehen, sondern auch D:rsammllmge.i, Theater, Kinos, Caf6S usw. besuchen und hier durch An- husten und Riesen die Krankheit unmittelbar auf ihre Rachbarn übertragen. Man meide nach Möglichkeit solche Anst.eckungsherde während der Grippegefahr: auch vor dem Befuch von Grippekranken muh gewarnt werden. Mit ber Pflege von Grippekranken beschäs- ttgten Personen find Rasen - unb Munb- spülungen mit lauwarmem übermongansaurem Kali in dünner Lösung ober Wasserstoffsuperoxyd, Gurgeln mit chlorsaurem Kali ober Anwen* bung von Mund-Desinfektionsmitteln, wie Forma- mint, Pergenol zu empfehlen. Jeder Grippekranke gehört tnfl Bett, sobald sich dte ersten Grschetaungen, wie Frösteln, Kopfweh, Steigerung der Körperwärme einstellen. Gegen die quälenden Kopsschmerzen hilft eine Aspirin* ober Pyrami* bontablette in ben meisten Fällen: um erleichlern- ben Schweih herbeizu führen, kann bas Trinken von heißem Flieder- ober Linben^ütent« empfohlen werben: fobalb aber fchwereve Krankheitserschei- nwngen auftreten, ist ber Hausarzt zuzuziehen. 3n ben Wvhnräumen unb besondei-s Bureaus ist auf grünbl i che Lüftung zu achten, während bte Räume unbenutzt stab Auf dte gesund- heitliche Gefahr überheizter Zimmer fei yingewiefrn. Wie oben bemerkt, ist es gegenüber ben Erfahrungen ber Nachkriegszeit bis jetzt bei einem tat allgemeinen milden Charakter des Krankheitsverlaufes und einer relativen Harmlosigkeit ber Komplikationen geblieben unb somit zu Besorgnissen kern Anlaß gegeben. . Dr. Sch. *• Rü ckke hr In die Garnison. Das 1. (Hess) Vatl. deS 15. 3nf.-Rgts. wirb nach fast halbjähriger Abwesenheit am kommenden Dienstag vormittag 11,33 Uhr wieder hier eintreffen, •• Steuerfreie Zuwendungen. Rach einem Grlah deS Reichsfinanzministers sind Zuwendungen, die unmittelbar dem Rutzen der All» gemeinhdt dienen, von der Srbanfall- und Schenkungssteuer befreit. Als steuerbefreit gelten, so schreibt bad Preu bische WvhlfahrtsMiniste tum, in diesem Sinne Zuwendungen, die ausschliehlich Zwecken der Jugenderziehung und Volksbildung dienen. Darunter fallen insbesondere Zuwendungen zur Linderung der wirtschaftlichen Rotlage von Lehrkörpern, Schülern und Studierenden, für Zwecke der Säuglings-, Kinder- und Multerfür- forge, für Zwecke der körperlichen Ertüchtigung der Jugend (Turn- und Sporlwesen). Das Gleiche gilt für Anfälle an Gesellschaften, Anstalten oder Stiftungen, die die genannten Zwecke verfolgen. ** Vereinfachter Umtausch unbenutzter Fahrkarten. Seit der 3n* flationÄzeit wurden unbenutzte Fahrkaven, die an der Sverre noch nicht gelocht waren, nur am Lösungstage zurückgenommen, während für jede andere Fahrkarte, die man etwa erst am nächsten Tage umtauschen wollte, ein Erstattungsantraq an daS zuständige Eisenbahnverkehrsamt geri htet werden muhte Dieses etwas umständlihe uid zeitraubende Verfahren, das üb?rdies die Verkehrsämter ungemein belastete, sch:i it nach der Stabilisierung der deutschen Währung nicht mehr zeitgemäh. Um den Reisenden unnötige Kosten and Schreibereien zu ersparen, und auch zur Entlastung der Verkehrsämter, hat sich die Reichsbahnverwaltung damit einverstanden erklärt, dah unbenutzte und ungelochte Fahrkarten wie früher innerhalb ihrer Geltungsdauer (dH. also vier Tage einfchl. LösungStag) ohne weiteres an den Fahrkartenschaltern, bzw. in den Reisebureaus, wo sie gekauft wurden, um- getauscht werden. Rach Ablauf der Gültigkeit muh er alte Weg des GrslattungsanitraqeS beibehalten werden, ebenfo für Fahrkarten, btt zwar nicht benutzt, aber bereits gelocht sind. Auf bieten Karten muh der Aufslchtsbramte des Bahnhofs die Richtbenutzung befchrinigen, und bte Fahrkarte Ist mit einem kurzen Grstattungsantrag, ber die Grünbe der Richtbenuhung angibt, an bas zustänbige Verkehrsamt einzusenden, bas bte Auszahlung unter Abzug ber Verwaltungskosten burchführü Da die Äichtbenuhung hi manchen Fällen erst einwandfrei festgestellt und bei Auslandsfahrkarten auch dre fremde Verwcrllung in Anspruch genommen werden muh, dauert die Erledigung dieser Anträge zuweilen geraume Zeit. *• Der Gießener Frühjahr- » Pferdemarkt findet am 2. April auf den städtischen Marktanlagen an der Rod Heimer Str. statt. Mit dem Markt ist eine Prämiierung de- besten Pferdematerials verbunden. ** Eine Tagung de r heffifchen Schuhmachermeister wird am 26. August in Darmstadt stattfmden. Die Veranstaltung ist in großem Rahmen geplant und wird drei Tage bauern. Damit verbunben wird eine Schuh- macher-Fachausstellung. •• Der Verkehrs verein hielt gestern abend bet Gastwirt Rahneseld eine Mitgliederversammlung ab. Der Vorsitzende des Vereins, Stadtv. W i n n , erstattete zunächst einen kurzen Bericht über die Tätigkeit in den letzten Zähren. Durch die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse sei auch die Wirksamkeit des Vecckehrsvereins in den letzten Zähren wesentlich gehemmt gewesen. Rach Eintritt stabiler Verhältnisse erschein: es auherordentlich notwendig, dach auch der Ver- kehrsvcretn wieder eine ausgedehnte Tätigkeit entwickele. 3n der anschließenden Aussprache, bei welcher der Ausfassung des Vorsitzenden bezüglich der weiteren Tätigkeit des Veveiq^. allseitig zu- gestimmt wurde, hob Stadtv. Schwab besonders hervor, dah durch die für Greben in Frag« kommende außerordentliche steuerliche Belastung dec Gasthöfe der Foemdenverkehr unferer Stadt wesentlich beeinträchtigt sei. Eine Hebung deS Fremdenverkehrs sei nur durch Verrmgerung der Steuerlasten des Verkehrsgewerbes, wie dies auch in anderen Städten geschehen, möglich. Stadtv. Kirchner wies auf die außercrdentliche Bedeu- tung der Wirllamkeit der DerkehrSvereine hin, die durch Förderung des Verkehrs nicht nur ben Gewerbetreibenden und deren Zlngestellten günstige Verdienstmöglichkeiten sichern, sondern auch die Steuerkrast weiter Kreise wesentlich stär» len. Das sei gerade in der heutigen Zeit von austercrdentlicher Wichtigkeit. 3m weiteren Verlaus der Versammlung würbe angeregt, eine groß#» Zügige Werbearbeit zu entfalten, um einerseits alle interessierenden Kreise zur Mitarbeit zu ge* toirmen, andererseits den Fremdenverkehr nach Möglichkeit zu heben. Weiter wurde beschlossen, bei der Stadt auf Ermäßigung der Fremden- verkehrssieuer hinzuwirken. Zur Regelung der weiteren Ausgaben des Vereins wurde ein provisorischer Vorstand gewählt, beftebenb aus den Herren Stadtv. Wi nn, 1. Vorsitzender. Stadtv. Kirchner, 2 Vorsitzender, Derwaltrmgssekoetäe Maus, Schriftführer, Kaufmann Herr, Rechner, Redakteur B l u m f ch e i n , Stadtv. Schwab unb Stabtv. Schwieber, Beisitzer. “ Altertumsmuseum im Alten Schloß faal einen Familienabend. Bornotlzen. — Tageskalenber für Samstag. Freiw. Gailsch« Feuerwehr: SV? Ubr im Schipka- Pab orbentf Hauptversammlung. — Ruderklub Hasfia: Mitgliederversammlung im Bootshaus. — S enrgraphen - Gesellschaft Gabelsberger: 8 H hr hn Kaufmännischen VereinShaus Veveinsabend. — 1. Gtebener Billard-Club: 8 Hhr tm Caf6 Amend Generalversammlung. — Vereinigte Fuhr* weiksbesitzer: 8V? Hhr Versammlung. — Verein Rudersport 1913: 9 llfjr im Bootshaus M)natS- verscrmmlung. — Lichtspielhaus, Dahnhosstrahe: „Erdgeist". — Palast-Lichtspiele: ,Ä>deSreigen". — Astoria*Lichtspiele: Eddie Polo. — Tageska lender für Sonntag. Stadttheater: 31/2 Uhr „Drei alte Schachteln . abends 7 Uhr „Alt-Heidelberg". — Buderus- Röchltag-Werckskapelle: Konzert in ber Turnhalle am Oswaldsgarten. — Maler* unb Weihbindw- Zwangsinnung für Stadt und Kreis Gießen: 3 Hhr im Lenzschen Felsenkeller ordentl. Hauptversammlung. — M. T. V : Tumgang Abmarsch 10 Hhr vorm. vom Kath. Dereinshaus. — Lichtspielhäuser dasselbe Programm wie Samstag. — Aus dem S ta b 11 hea t er b u reau wirb uns geschrieben: Am Sonntag nachmittag wirb btc reizenbe, flotte Operette „Drei alte Schachteln", bie am vergangenen Mittwoch bei der Denefizvorstellung einen so stürmischen Erfolg errungen hat, wleberholt. Der Besuch ber Vorstellung lohnt sich umso mehr, ba nur nach wenige Opevetten-Dorstellungen gegeben werben fönnen, weil die Operettenmitgleder mit bent 31. Marz ausscheiben. — 3n ber Abeirb-Vorstel- lung von „Alt-Heidelberg" wird Frl. Dina H ö r* nicke vom Stobltheater tn Regensburg alsKathle auf Anstellung als erste Raive gastieren. — Es fei schon heute auf den einmaligen Vortragsabend des Herrn Professoi Marcell Salzer hinge- wiesen, der am Donnerstag, dem 27. Marz, statt- findet. (Siehe Anzeige.) — Deutsche Demokratische Partei. Am Dienstag, dem 25. März, abends 81/, Ahr, spricht im Katholischen Veretnshaus (kleiner Saal) Geheimrat Prof. Dr. M i 11 e r m a i e r über „Der Vorstoß Bayerns gegen die Reichsetnheit". (Stehe Anzeige.) — Gießener Konzert verein. Sonntag, 30. März, 7’/5 Hhr tn ber Aula: Berliner Dokalte^ett. (Sleye 3nferat) — ®er Evangelische Ar bertervev» e i n veranstaltet am Sonntagabend im Markus«- saal einen Farnllienabend — T. V 1 8 4 6. Montag abend Lichtbilder» Vortrag. (Siehe 3nserat.) Wettervoraussage Meist bedeckt, Temperatur wenig verändert, südw. Winde, höchstens leichte Riederschkäge. Landkreis Gictzen. * W i e s e ck, 22. März. Morgen abend, 8 Hfyr, veranstaltet das Männer-Quartett Harmonie sein diesjähriges K)nzeick. Sammr- tnr tut fe L. Kümmel-Darmstadt hat feine Mitwirkung zu gesagt. ♦ G cünberg, 21. März. Architekt Zäger von Queckborn hat an die Stadt ein Gesuch nm Erzählen Sie es doch allen Freundinnen und Bekannten, dah Sie 3hre Kleider, Blusen, Gardinen usw. nur mit den weltberühmten echten Heitmann'- Farben. Marke Fuchskopf im Stern, selbst färben. Heitmann s Farbe spart den Färber. Fay's ächte Sodener Mineral-Pastillen Ueberall seit mehr als 40 Jahren Verkauf* erhältlich bestens bewährt gegen preist M«, Husten, Unterteil uni Verschleimung Bg SW*2 V'jSw äiboun«» ' ij siell« c» i r« w j bet aulgefvroer X De meindest aufwetp. J tocrben. W schliehun» die 2^ XSU sand tm . Hau-versa bouDtte stall. AuS iernlch» bauatW ‘ Wilglieder gen, flbtt f tbren ÄuSti etwa nmb 1 Kch Dorla derDonvs' tung unter} gliMbeilra bi Dolserö den Derem ML | da Mor I HaaSrch i tung, hb auf bte 21 1 zelhetm 1 ES handel i Klappc । festgestellt : Haas blu: Vrudfa nialS «bei Staattair- g< tragen i ben. Dies Bedeukllir gestellt kv Mttal v den lag, I litte ber rrnd dies Staattann Oberschenk feit nach i Fra«. Selten hu auf ®rube Daldj um I i™1 Rein nut ®uf ber '“9ngu 8 Hi i Schloß Makkaroni und Eiernudeln?s W LMW. wn ........ n j,.i '.iMErT: ~jjih »MHi B. M. v. D.HM ZklllM. LcU Vervacktuna. I Bullenverkauf ' , j| rmAnfni1 h»n 94 'TTlnri n Montag, den 24. März, nachm. 47: Wer würde ein 21331) liefert 0903f) erärrdert, )lo-e. m 6af< teFuhr- ■ herein vistrahe: Äwigen“. erver- Mckus- htbtldcr- Uhr wird ein gut genährter Simmentaler Bulle bei guter Dezahlg. vermieten? Schr. Wnn. u. 01842> 03 den Bteh. Au». Carl Haas jr. «Jrnnfhirter Str 59. Telephon 1682. 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Sch-pka- uderklub olShous. r: 8 Mr fOr vnd öervf *0r Sooft und Erholung Das besta Rad Geschäftliches. Jede verständige Mutter gibt ihren Kindern Kathreiners Malzkaffe«. Kathreiners Malzkaffee erhalt die Ätnöer frisch unb kräftig und- macht den Kleinen die Milch schmack- hast. — Tausende von Aerzten empfehlen ihn! Wie spare ich mir Verbrüh? Wenn Ihre hellfarbigen Strümpfe und Kleider dunkle Flecken aufweisen, sv ist dies in vielen Fällen nur dadurch zu erklären, d-afi Ihre Schuhe abfärben. Dies ist besonders bei Regenwetter der Fall. Wie kommt es? Die benähen eine minderwertige Schuhcreme, diese vermischt sich mit dem Regenwafser und als schmutzige Brühe veruiv reinigt sie Ihre Strumpfe und Kleider Gegen solche verdruherregende — direkte Schädigung ja-atzt nur eine Schuhcreme, die das Regenwafser nicht annimmt. Dazu muh sie aber aas reinem Terpentinöl hergestellt sein. Sie können also nur die reine Terpentrnölware Dr. Gentners Schuh- putz Bigrin-Extra benutzen. daß * t mit d-n tn>r,e iSSrbet« dr«. er 6t« btj Kirchliche Nachrichten. GvcmgeUsche Gemeinden. Gießen. Sonntag, den 23. März 1924. OfuIL Stadtkirche. 91/,: Pst. Becker. 11: Kinderk. für die Markusgem., Pst. Decker. 6: Pst. Mahr. Beichte u heil. Abendmahl für die Matthäus- u. Markusgem IohanneSkiche. 91/,: Pst. Ausfeid 11: Kinderk. für die Iohannesgem., Pst. Ausfeld. 6: Pst. Bechtols- heimer. Mittwoch, d. 26. März. 6: 4. Pasfionsand. Pfr. Bechtolsheimer. Konfirmandensaal (Liebig, str. 56). 2: Taubstummengotlesdienst. Pst Bechtolsheimer. — Kirchberg. 10. — Mainzlar. l*/„ — Wieseck. 9e/t; 11: Kinderk.: abds.Passionsand Katholische Gemeinden. Gtetzen. Samstag, 22. März. 4'7, u. 7 Beichte. Sonntag, 23. März. (3. Fastensonntag. Schulsonntag.) 6'/, Beichte, 7 Messe, 8 Komm., 9 Hochamt m. Pred., 11 Amt mit Pred., 5V, Christen!, und Pasfionsand. — Grünberg. 9'/, Messe m. Pr. Die Schafweide der Gemeinde Beuern für 1924 soll Dienstag, den 25. März, nachmittags 3 Llhr, auf unterzeichneter Bürgermeisterei öffentlich meistbietend versteigert werden. Bedingungen werden vor der Bersteigerung bekannt gegeben. 21450 Beuern, den 22. März 1924. Hessische Bürgermeisterei Beuern. I. B.: Arnold. Als BotDertflufsnene gerinnet empfehlen wir unsere ®e- fdiftftoftellc Plockstr 5. sowie nttfeie Vcfe&nlle Kirchenol i» den verehr!. Vereinen,Veranstaltern v. Voriragen. Konzerten eie. v»n hier u. anStvärtö 2156h | Hcrio, Mitield. i'lnn.-Erv. Plockitr 5. t Hü r- (tanun^* ine» i Jäger rsnch ’cn chuh. öesiirv Mdeo Kreutz Mtn darren. «Itnllft •N üt emi es Weli che. bei «JÜfllld "ig zu- nonberj „,5/age Haftung r Stadt ln9 dej ung^ 'leS auch 6tabti>. .Debni' ine hin, cht nur eßellteo sondern ">ch flär. tii Don ■n Der- e groh n-rseits ** Sein nach gossen, itembär- ung brr ein pro- aus den Stablv, rsekortäl c, Rech, -chvai Mnrrns „Terlorenem ParabieS" Versagen roftüDe. Als sie dies geleistet hatte, oeriprach er ihr 10 Mark für das Auswendiglernen von „Rome» und Julia". Als sie auch diese Aufgabe spielend erledigte, versprach er ihr 5 Mark für das Hersagen des „Macbeth". Dann aber war es ihm zuviel, und er sagt«: »Für das Auswendiglernen des nächsten Dramas zahle ich blvh noch 50 Pfennig." Neue Mommsen-Anekdoten. Zwei heitere Geschichtchrn von Mommsen erzählt 3. Kastan im neuesten Hest dec bei Hoffmann & Campe erschienenen Zeitschrift „Dimmt". Nach einem Essen der Mitglieder der Akademie der Wissenschaften im Hotel de Nome nahmen sich Bveckh, Haupt, Droysen und Oltommfe.i gemeinsam eine Droschke zweiter Güter, um nach Hause zu fahren. Der Rosselenker, der augenscheinlich dem Alkohol noch mehr zugesorochen hatte als die gelehrten Herren, war aber zum Fahren tn sehr schlechter Verfassung, und so ent- schlaft sich Mommsen, der damals noch jung und wagemutig war, seinen Platz auf dem Dock ein- zunehmen und die anderen Herren nach ihren Wohnungen zu fahren. Schließlich fährt er sich selbst nach seinem Haus an der Charlottenburger Chaussee. Wie er aber dort den liefschnarchenden Kutscher ausrütteln will, da entringen sich dem Gehege der Zähne des Rosselenkers nur die Worte: »Wer fahrt fetzt mir zu Hause?" — Der Versasser der römischen Geschichte war wegrn seiner scharfen Kritik bekannt, und ein bittre- ernster Anlaft dazu bot sich, als der erste Dand der groften Ausgabe der Werke Luthers nach langen Vorbereitungen endlich erschien. Das Werk, dessen Leitung einer feiner Akademie- st liegen übernommen hatte, war nach dem Urteil der maßgebenden Gelehrten vollkommen nnh° glückt, und bei einer Zusammenkunft der Akade- miker wurde die leidige Angelegenheit verhandelt. Als man Mommsen um seinen Rat fragte, antwortete dieser, der bis dahin ganz still gewesen war, lakonisch mit dem einzigen Wort: „®in- stampsenl" sondern ste überträgt zugleich dem Gewerbe- und Kaufmannsgericht eine erhebliche Zahl neuer Ausgaben, welche bisher von den Schlichtung Saus- schüfsen bearbeitet wurden. Ihre Hauptaufgabe ist die Neuregelung des Schlichtungswesens zum Zwecke des Abschlusses von Tarifverträgen, namentlich bei Streits und Aussperrungen. Das Buch bringt die einschlägigen Destimmungen in übersichtlicher Form mit einem alpyabetisch.m Verzeichnis und Erläuterungen der auf beiden Gebieten praktisch erfahrenen Verfasser in gemeinverständlicher Form zum Gebrauch für die Schlichtungsausschüsse und Arbeitsgerichte, sowie für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, besonders die Mitglieder der Betriebsräte, für welche die Kenntnis der Destimmungen namentlich in der gegenwärtigen wirtschaftlichen schwierigen Zeit unentbehrlich ist. beitern ein annehmbarer Wvchenlohn erreicht werden Tann. Die gewonnenen Steine lallen zur Erbauung des neuen Hochbehälters dienen, der bekanntlich in absehbarer Zeit an die Stell« des unbrauchbar werdenden Dehälters im DiebstulM treten muh und auf der Warle errichtet werden soll. — ©in neuer Lungstein- bruch soll am Fußpfad an der Queckbörnec Höhe, auf dem städtischen Grundstück rechts jenseits des Bahnüberganges, erschlossen werden. Der Abtransport der Steine hatte durch die Butzbach—Licher Eisenbahn zu erfolgen, die von bei Stadtverwaltung bereits zu Verhandlungen aus gefordert worden ist. KreiS Büdingen. )( Bergheim, 21. Würz. Uitffcr Gemeindest« in bruch der sehr gutes Material aufweist, soll wieder in Betrieb genommen werden. Ein« norddeutsch« Firma betreibt die Er- fchliebung. 3m Interesse unserer Arbeiterschaft ist die Inbetriebsetzung des Bruches nur zu begrüben. )( Nidda, 20. März. Gestern nachmittag fand im .Gambrinus" dahier die diesjährige Hauptveisammlnng des Obst - und Gartenbauvereins für den Kreis Büdingen statt. Aus dem von KreiSobst bau Inspektor Metternich vorgerragenen Jahresbericht war die bedauerliche Tatsache zu entnehmen, daß etwa 800 Mitglieder im vorigen Hahr wegen der notwendigen, aber sehr geringen Erhöhung der Beiträge chren Austritt erklärten, so dah zur Zeit nur noch etwa rund 1000 Mitglieder dem Verein angehören. Dach Vorlage der Rechnung für 1921—1923 wurde der Voranschlag für 1924 einer eingehenden Beratung unterzogen und hierbei einstimmig der Mit- glieds bei trag auf 2 Mk. pro Jahr festgesetzt. Die tn Wolferborn entstandene Ortsgruppe wurde in den Verein auf genommen. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M^ 21. Marz. In bet M o rd s ache des Staatsanwalts Dr. Haas erfolgte am Mittwoch eine Verhaftung. die vermutlich ein ganz neues Licht auf die Angelegenheit werfen und die Einzelheiten der Bluttat völlig aufdecken wird. Es handelt sich um den 23jährigen Archur Klapp aus der Hmuboldlsttafte. ES wurde festgestellt, daß Klapp kurz nach der Lat an Haas blutbesudelte Hände hatte. Unter dem Druck des Verhörs gab Klapp jetzt zu, den damals neben der Laterne zu Boden geworfenen Staatsanwalt aufgehoben, einige Meter fort- , getragen und dann zu Boden geworfen zu haben. Diese Tatsache ist insofern von groher Bedeutung, als bisher noch keine Person fest- gestellt werden konnte, die den Hergang der Bluttat vor der Zeit, wo Dr. Haas am Boden lag, bis zu feinem Fortschleifen auf die Mitte der Strafte gesehen haben wollte. Während dieses Vorganges hatte nämlich der Staatsanwalt den todbringenden Stich in den Oberschenkel erhalten. Aller Wahrscheinlichkeit nach kommt hierfür nunmehr Klapp in Frage. * M a r i e n b e r g, 21. März. Der von beiden Setten hartnäckig geführte Arbeiterkampf auf Grube -Alexandria" bei Höhr (Westerwald) um die verlängerte Arbeitsze it ist nunmehr zu Ende gegangen. Die Belegschaft sand sich bereit, die vom Reichsarbeits- mbiifterium für rechtsverbindlich erklärten neuen Arbettsbedin gu ngen anzunehmen. Die Technikch« Nothilfe wurde somit nach Hf fl wird durch minderwertige Zusatz* verdorben! Ä „Webers Carlsbaderfr dagegen gibt selbst mit ™ einer billigeren SorieTtaffeebohnen ein kräftiges, wohlschmeckendes Getränk von prächtiger&Jpn und vorzüglichem Jffroma. jtttän echt mit der „Xnne"! stübenwochtgem Einsatz zurückgezogen. Die 94 eingesetzten Nothelfer haben in dieser Zeit 15 000 Tonnen Kohlen auf 32 492 Loren nach dem Kraftwerk befördert. ikiotzon I schaftung auch für Giehen aufgehoben Q/ltötU. 1 wordeu ist, soll die Lieferung des Milch- Oie beste Pflege ler Kopfhaut and der Haare bilden regelmäßige, •inroal wöchentlich wiederholte Kopfww±>uneen mit lern altbekannten, millionenfach bewährten Schanin- >on mit dem schwanen Kopf. Die Kopfhaut wird )ei Gebrauch dieses Mittels von Staub, Fett und illen sonstigen Absonderungen befreit, das Haar erhält Glanz und Fülle und läßt sich eicht Irisieren. Schaumpon ist mild, entwickelt prächtigen Schaum und kann ohne edenken ausgiebig angewandt werden. Ian achte stets auf die nebenstehende hutzmarke „Schwarzer Kopf", denn diese allen • .i-ro-t das echte Fabrikat von bekannter Güte Büchertisch. — Bon „Deutschlands Erneuerung", der nationalen Monatsschrift, ist das Märzheft herausgekommen. (I. F. Lehmann, München, Einzelheft 1,10 GM., vierteljährlich 3 GM.) Das Destveben dieser Zeitschrift, den Aufbau des nationalen Staates, nach allen Richtungen ethisch und wissenschaftlich zu begründen und eine nationale Gesinnungsgemeinschaft auf diese Weise zu schaffen, kommt auch in diesem Hest wieder erfolgreich und glücklich zum Ausdruck. Der Jenenser Staatsphilosoph Professor Dr. Max Wundt schreibt über „Das Wahlverfahren im Lichte der Logik und Ethik". Es ist bezeichnend, dafi gerade ein deutscher Forscher der erste ist, der dies Problem so tief erfafit und so restlos klärt. — 2lus dem übrigen Inhalt sei hervorgehoben, dah Armin v. !>fele unter dem Titel „Am Sterbelager der sittlichen Kräfte" in ergreifender Weise den kulturellen und sittlichen Niederbruch in unserem Wirtschafts- Staats- und Rechtsleben schildert. Frau Elisabeth Döhm-Lamgarben schreibt über die „Grundlagen des völkischen Staates" und gibt wertvolle Anregungen zur Pfleg« deS Sippen- und Stammesgefühles. Ünb im „Bild der Lage" umreiht Dr. E. Kühn, der Herausgeber, di« Notwendigkeiten mrd Vorbedingungen für eine Ge- sinnungsumstellung, welche die Volksgemeinschaft und ihnen Defreiungskampf im Gefolge hat. — Buch- und Betriebsprüfung und Beweiskraft der Handelsbücher für die Steuerveranlagung von Hanns Eckstein. — Preis 1,80 Grldrnark. — Industrieverlag Spaeth & Linde, Berlin C2. — Der im Buchprüfungsdienst erfahren« Fachmann schildert in dem Buche, dem ersten seiner Art, ausführlich und anschaulich di« Dciaussetzungen und Ziele der Buch- und Be- tiiebsprü,ung. sowie die Voraussetzungen für die Beweiskraft der Handelsbücher. Das Buch ist sowohl für den Kaufmann wie für den Steier- beiater, nicht minder aber auch für den Steuer- beamten unentbehrlich. — Die Verordnung über das Schlichtungswesen vom 30. Oktober 1923 nebst Ausführungsbestimmungen. (Schlichtungs- ausschüsfe und Arbeitsgerichte.) Mit Erläuterungen von Obermagistvatsrat Paul Wölbling und Dr. Riese. Preis 3 Goldmark. Industrieverlag Spaeth & Linde, Berlin C2. Die Verordnung regelt nicht nur das Schlichtungswesen, bedürft im Rechnungsjahr 1924 der medizinischen, Frauen- und Hautkliniken, chirurgischen und Ohren-Kliniken, Augen- und kinder-Kliniken, psychiatrischen Klinik öffenthd) vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen können bei der Verwaltung jeder Klinik, nachmittags von 3-5 Uhr eingesehen weiden. Angebote - verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen - sind an die Verwaltung jeder Klinik bis zum Eröffnungstermin am Dienstag, den 25. März 1924 vormittags 11 Uhr, einzureichen. Zuschlagsfrift 3 Tage. Gießen, den 17 März 1924. Die Verwaltungen 19898 der Univerfitats-Kllniken. Dienstag, den 2d. März, vormittags 9 Uhr Nutzhofzversteigerung bei Gastwirt Keller, Atzbach. 62,76 Fstm. Eichestämme 3. 4. u. 5. Kl. 18 Rm. Eiche-Nutzholz 2 m lang 1 Buchestamm 3. Kl 0,83 Fstm. Inhalt 8,47 Fstm Fichteftämme und Stangen kU«V«rrassu ng von Bauplätzen an der geplanten Derbindungsstrahe zwischen Dezicts- st»arkasse und Giehener Strahe gerichtet. Ec will eine Antzahl Reihenwvhnhäuser nach neu- zeitttchen städtebaulichen Grundsätzen errichten und fefi>fl M« Kosten für die Anlage der Wussrr- leitungs- und Abslutzrvhr« übernehmen, die zuc Zeit für ine Stadt nicht tragbar find. Die Entscheidung über das Gesuch wurde vom Gemein berat in der jüngsten Sitzung zurückgestellt. Einig« Grünberger Handwerker befürchten eine Deein° trächtigung für di« hiesigen Unternehmen und eine Benachteiligung der Wohnungsuchenden bei einem etwaigen späteren Berkaus der Häuser: sie haben Vie Geltendmachung ihrer Bedenken bis zur nächsten Sitzung m Aussicht gestellt. — Die Stadt beabsichtigt, an die Erwerbslosen demnächst das Brechen von Steinen im alten Stein- B» •irt Vermischtes. Woher stammt die Blatternimpfung? Armenien ist eines der Zentren, von dem die Blatternimpfung, allerdings noch tn empirischer Form, ausging. Seit alters sammelten die Armenier die Krusten der etngetrockne- ten Blattern und konservierten sie im Saft« gettvckneter Trauben, was sie als Prophylaktikum eingaben. Später kamen sie dann aus die Impfung durch Etnschneiden und Einreiben. Armenische Auswanderer brachten dieses Verfahren 1718 nach Konstantinopel, von wo es Lady Montagu in England einfuhrte. Das größte Aquarium der Welt. Das Aquarium des Londoner Zoo, das demnächst feierlich eröffnet werden wird, ist das größte und schönste Institut dieser Avt, daS bisher errichtet wurde. Jeder der 95 riefigen Schaubehälter, in denen sich die so überaus bunte und phantastische Welt der Wassertiere entfaltet, bietet ein fesselndes Bild für sich. Den Hintergrund dieser Wasserschauspiel« bilden Felsen und Stemc, Schlingpflan^n und Baumwurzeln, die von weit her zur Ausschmückung der Wasserbehälter herbeigebracht wurden. Hier und da sind Höhlen unter Wasser angelegt, in die man wie in geheimnisvolle Tiefen durch das grüne Glas hin einschaut. Das Olquarium ist 450 Fuh lang und enthält eine Salzwasser-, eine ©üb- wafter- und eine tropische Llbteilung. Die Schöpfer des Aquariums, die beiden Zoologen Boule n g e r und Chalmers Mitchell, haben die schönsten existterenden Aquarien, darunter auch das Berliner, eingehend studiert und auf Grund ihrer Erfahrungen die neue Anlage geschaffen, die 54 000 £ kostet. Di« Einrichtung dieses „Wasserzoo" stieh auf manche unerwartete Schwierigkeiten. Das Seewasser, das die Tanks füllt, wurde zu Schiff vom Golf von Discaya nach den Londoner Docks gebracht und dann mit Hilfe riesiger Röhren in das Aquarium geleitet. Dies Wasser wird infolge sachgemäher Behandlung mehrere Jahre tn dem Aquarium bleiben können. Die Gröhe der Behälter, deren gröhter 30 Fuh miht und etwa 350 Hektoliter umfaht, machte die Wahl eines Glases nötig, das diesem gewaltigen Druck Widerstand leisten konnte. Danttt hatte man zunächst kein Glück. Eimes Tages wurde dec Zoo durch die Nachricht in Aufregung verseht, dah einer der größten Tanks zerbrochen sei. Es war ein dramatisches Schauspiel, als plötzlich grob« Rochen und Sägefische in sden Korridoren des Gebäudes herumschwammen und sich sehr ungehalten darüber zeigten, dah man sie so aufs Trockne gesetzt hatte. Es gelang glücklich, die Tiere wieder einzufangen, ohne dah sie durch dieses 2ll>en- teuer in dem ungewohnten Element geschädigt waren. Das Glas, das dann fchliehlich für die größten Tanks benutzt wurde, hat eine Dicke von ll/4 Zoll. Wunder deS Gedächtnisses. ®tn italienischer Professor erregte kürzlich dadurch Aussehen, dah er in einer einzigen Sitzung Don 20 Stunden die ganze ,götttiche Komödie" Dantes aus dem Gedächtnis hersagte: er begann um 6 Uhr abends und war mit der Riesenleistung um 2 Uhi am 2lachmittag des folgenden Tages zu Ende. So erstaunlich diese Gedachtnisprobe ist, so steht sie doch nicht einzig da. Ein bekanntei- Pianist spielte einmal 400 Stücke aus dem_ Gedächtnis hintereinander, und er wurde noch über- trossen durch die Leistung eines anderen Klavierspielers, der 1500 verschieden« Kompositionen 40 Stunden hintereinander vortrug, ohne eine Rote vor sich zu haben. Ein Beamter im Norden Englands fang kürzlich, wie tn einem Londoner Blatt erzählt wird, bei der F-ier seines 72. Geburtstages auswendig 72 Lieder, für jedes Jahr seines Lebens eins, und wenige Tage später übertraf er sich noch, indem er in 6V4 Stunden 100 Lieder, jedes mit vielen Strophen, aus dem Gedächtnis vertrug. Es gibt Schauspieler, die ein geradezu wunderbares Gedächtnis haben. Dazu ge-ört di« englische Schauspielerin Lillah McCarthy, die schon in ihrer Jugend im Auswendiglernen Erstaunliches vollbrachte. Ihr Vater versprach ihr einmal 20 Mark, wenn sie das 2. Buch von Men- Wh MM AWWHVIZ Bekanntmachung. Die ftädt. Tennisplätze auf der Liebigs- höhe und hinter dem Schützenhaus sollen für die diesjährige Spielzeit vermietet werden. 1 Anmeldungen find unter Angabe der ge. I wünschten Tage und gelten Stadthaus» Bergstratze, Zimmer 29, einzureichen. - Die vorjährigen Mieter erhallen tunlichst ik re alten Plätze wieder zugeteilt, falls sie bis zum 30. März d. I. entsprechende Nach- richt dorthin gelangen losten. ©leben, den 21. März 1924. 21543 Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Selb. Zum Schlachten geeigneter vogelsbergerBulle soll auf dem Wege der Submission abge» geben werden. Etwaige Bewerber wollet verschlostene Angeboke mit der Aufschrift Bullen verkauf dis zum Dienstag, den 25 März 1924 vormittags 10 Uhr auf der Bürgermeisterei abqeben, woselbst an- schlietzend Angebote g öffnet werden. Bürgermeisterei Aodheim a. d. B. Der Bürgermeister Leicht. 2127V Mittwoch, den 86. März 1924, abendS 8 Uhr MMIH im Restaurant „8um Postkeller". 2142v Aus der Tagesordnnnn steht n. a.. Das 50iflat. SkWnMll oes Detetns. W M MW an dem Unterricht der Thesa-handarbeit im HotelSchwab (Felsenkeller) Eingang Liebigstr. 5 durch den Hof Melft immer wieder wie beliebt diese Arbeit bei den Damen ist. Bestchttgung und Unterricht gratis Samstags geschloffen. 2153A Wohnungstausch MmscIb.Fmkimt-.M.-8iÄll «boten: 5-Z.-W. mit all. Zubehör, l®t- Mans, 43alL Beranda, feine La ie. Elektr. Licht, GaS. Nächst d. elettr. Sirahenbahn. Gesucht: 5—GZ. W* oleirbroertlg in nutet Lage. Umzug bald erivünscht. Schrifil. Angeb, tint. G1M38 nn d Wien. 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Sie hat der internativnalen Devifenfpckulation eine schwere Schlappe beigebracht, allerdings nicht aus eigener Kraft, sondern mit freundschajtlicher Unterftütjung englischer und amerikanischer Finanzkreise, die ihr im SinDcmebmen mit ihren Regierungen im kritischen Augenblick zu Hilfe eilten. Es bedurfte dabei nichl einmal des Aufwands großer Mittel, denn es bestanden an allen groben Devisenmärkten der Welt umfangreiche Baisseengagements in französischen Francs, der>.n Deckung im Verlause weniger Tage ohnehin schon eine ungeheure Nachfrage und dementsprechende Kursslcigerungen Hervorrufen mutzte. Die schwersten Verluste. bei diesem plötzlichen Umschwung der Kursbewegung scheint die s ra n z ö s i s che Dank well selbst erlitten zu haben, die sich in den letzten Wochen ganz und gar auf die Devisenspekulation verlegt hatte. An zweiter Stelle figurieren die Börsen von Amsterdam und Wien als Leidtragende. Diese beiden Plätze haben sich in den letzten (Zahnen zu bevorzugten Treff punkten internationaler Devisenschieber entwickelt. In Wien waren es weniger eingesessene Siemen, als vielmehr jene Spekulantenthpen aus dem südöstlichen ©uro)xi, die eine Zeitlang auch Berlin unsicher machten und die jetzt, nachdem die deutsche Mark für sie ein abgenagter Knochen ist. nach neuen Opfern Ausschau halten. Die deutschen Börsen wurden von diesen Vorgängen insofern stark in Mitleidenschaft gezogen als die internationale Grotzspekulalion sich die Mittel zur Deckung ihrer am Franc erlittenen Verluste durch erhebliche Verkäufe deutscher Gfsek- ten beschaffte, und diese Verkäufe auch noch toeiter fvrtseht. Sie macht dabei immer noch ein ganz «Utes Geschäft, denn trotz des augenblicklichen stark gedrückten Kurses bringen diese Effekten, in Edeloaluten gerechnet, heule noch einen wescnt- lich grösseren Erlös, als die aufgewendete Kauf- fumme vor Jahr und Tag betragen hat. An den inländischen Börsen kann sich unter diesen Verhältnissen vorläufig kern rechtes Leben entwickeln. Alle Anregungen, die von günstigen Konjunkturberichten oder besonderen Ereignissen, wie die Erschließung neuer ergiebiger Petroleurnguellen auf den Terrains der Deutschen Erdöl-A.-G., ausgehen, bleiben wirkungslos. Auf der Börse Lastet wie ein Alp die Sorge vor den kommenden Entscheidungen der Sachverständigenkommissionen. Die anhaltenden Kursrückgänge haben zweifellos schon zahlreiche kleine Firmen schwer geschädigt, so daß auch hieraus sich gewisse Befürchtungen für die nächste Zukunft ergeben. Weiterer Rückgang der Arbeitsloscnziffcrn. Aach den amtlichen statistischen Meldungen ist bte Zahl der unterstützten Erwerbslosen tm unbesetzten Teile des Reiches wiederum zurückgegangen, und zwar von 1 307 268 am 15. Februar aus I 176 873 am 1. März 1924, b h. um rund 10 v. H. Die Zahl der unterstützten Kurzarbeiter verringerte sich weiter von 252 562 am 15 Februar auf 143 696 am 1. März 1924, also um rund 43 v. H. Aus den Denchten der Landesämter für Mrtte März geht hervor, datz trotz der noch anhaltenden umfangreichen Arbettskämpse, besonders in der Werft- und Metallindustrie, und trotz des sortgeseylen Per- srnalabbaues bei den Behörden, die schien der Arbeitssuchenden und Erwerbslosen weiter erheblich zurückgegangen sind. Die Mehrzahl der Industrie- und Gewerbszweige zeigte sich m zunehmendem Matze ausnahmefähig: au herbem fetzte mit Eintritt etwas günstigerer Witterung eine lebhaftere Dermittlungstätigleit für die mit Autzenarbeit beschäftigten Berufe ein. * * Rege Bohrtätigkeit im hannoverschen Erdölgebiet. Zu den Erdölsunden b. i C e I l e wird berichtet, daß au f die Aach-- richten über den starken Oelausbruch in den letzten Tagen von den verschiedenen Gesellschaften mehr Rethmar und Klein-Lebke zahlreiche Bohrversuche vorgenommen. Gegenwärtig sind noch eine ganze Anzahl weiterer Gesellschaften, die sich die Erdölgewinnung in Hannover zum Ziele gesetzt haben, in Bildung begriffen. Die Kalibergöahn der Gewerkschaft Airdersachsen dürfte ausgebaut werden, um das gewonnene Oel abtransportieren zu können. * Ein neuer Goldpfandbriefthp. Aach mehrjähriger Unterbrechung nimmt die Preußische P.andbrief-Dank zu Berlin ihre Ernis- sionsrätigkcit wieder auf und beginnt mit der Verausgabung eines für den Markt der Hypo- thekenpfandbiiefe neuartigen Typs, eines sechs- prozentigen Goldpfandbrieses mit kurz Gemessener Umlauf Der neue Pfandbrief ist allmählicher Tilgung nicht unterworfen, wird vielmehr im April 1929 ohne vorherige Kündigung oder Auslosung zur Rückzahlung fällig und alsdann zum vollen Goldnennweri einge.öst. Die Begebung der Pfandb i fe in Gesamtbeträge von 30.0 sOOGold- mark erfolgt Im Wege der öffentlichen Zeichnung. Der Zcichuungspreis beträgt 80 Pcoz. Die Stücke lauten über 20, 100, 500 und 1000 Goldina rk. (Siehe heutige Anzeige.) Dörsenkurfe. (Ohne Gewähr.) •) Dom Rückzahlungswert. Frankfurter Dorfe. In Simonen Prozent Frankfurt a M Berkin Schluh. bd)l - Ächluh. Sckluh. £ nr s st II 8 st>i-. Datum: 0. 3. 21 3. 20 3. 21 3 5*/n Icntlrtjr NrlrvSanirlhe Ü.081 0,0815 o.ovi 0,082 «*/, Deutscht Rktd,4anlrih« 0, (üi 0.500 U, 00 Ü.rOa !'/»•/. Drnrfch. f ,295 — 0 310 0,299 TU Hculfchc tHrtd>*mldbe 0 25 0,910 0,9 0 0,940 Demi»? Lvarprtimlrnauleth« 0,150 0, 40 — <•/« Prcußitch^ Koulol» — 0,3jG 0325 0,315 <•'« »»P'. n........... — — — B'/.'/n &tffen ......... — — — »1. »eflen ........ — 0,3-)0 — Dcussche WertDollar Anl 4,2 4 2 4,2 4,2 dto-Doll.-Schotz-Aiiwetlung.') 83,75 82,5 83,75 83,4 <•/, yoHfürfm ...... 6*/» ®o(bmtrilanei ... . 8 7 — 6,75 52 52 54 53,75 verNner HandkkSoevllschalt fommeri' und Privat Bant 35 5,1 32,5 5 36 5,65 34 5,25 turrnft und Naiionaldank 10,13 9,75 102 9,7 SbfiiflAe Pank Dcu^kve BeretnSbank . . . 10,5 1 10 1 10,25 10 DiSconro Lonmiandit . - . 12,13 11,25 12,3 11,1 OTciflQbcnf ... 16 15,75 — Wttklbciititfcr iüb'8urembnrg...... Gelsenkirchener Bergwerk. 45,9 45 46 43,75 50,65 49,5 50,5 ‘0,1 Harveuer Pcrabau...... Kaliwerke Slswerslebeu. . . . 64 64 62 87 63,8 13,25 13,9 1 25 14.7 Mailmtrf Welleregel«..... 20 20 20,75 20 13 Kcurabültt ....... 14,87 14 14,75 14,38 t brrbebars • ........ 21 Aj 21,5 2 ,S 21.65 Pdönir Bergbau ....... 32 31,5 31,5 3i,7 mbftunabl . ...... Vii bk't IVontan ...... — 33,25 33 53 -3,5 47,5 Tellub Bergbau........ 2,9 29 — Hamburg-Amerika Vattt- . ßtorddeutichrr Llovb .... 29,5 6.6, 28 25 6,45 28,9 6,6 28,1 6,38 yiicramiftfie Werke Albin . . 8,5 3,5 — — Armentroerf Heidelb«- . . Vbtlipp Holiuuum...... 12,>3 11,6 — — 3,4 3,25 3,25 3,4 Angko-Cont.-Kuano ..... — 30 30 29 Badische Anilin........ Chemische Mayrx Alaptll. . . 1638 15,25 16,1 15,5 1,75 — — Goldschmidt.......... 14,25 14.5 14,13 15 Griesheimer Electron .... 13 12,5 13,1 12,55 Höchster Harbwerke...... 12,87 12,7 12,87 12,6 Hotzveriohlung........ '1,5 11 — — Hiülgcrswerke......... 14,75 14,75 15,5 14,8 Echeidcanstalt......... 17,5 17.5 — — «Na eifrtrtihäH^tfeafNen 10,25 9,7 10 9.5 Veromann ........ 15 14,5 16,1 15,75 Mainkra'twerke ........ M 4,5 — — Schuster« .......... 38 36.25 21 Siemen» 1 HalSw..... — 37,75 38,25 «dlerwerke Kleye, . . . . 2,5 2,3 2,6 • 2,5 Daimler Motoren. ..... 3,95 3,9 j 3,8 3,8 Heyli(,enstaed« ........ w.eguin .......... 4 4 — — 26 26 26 28,5 frankfurter Armaturen . . . 1,2 1.’ 1.6 — — flonferveumbrif Braun . . 1,6 2 2 Mctallaesellichast Frankfurt 16 16,7 — — Bei. Union ....... 2,4 2,2 2,4 2,5 ubfabrit Her;....... — 4 4,13 5 Sichel.............. Zellstoff Waldhof....... 9,87 9,6 — — 11 10,4 '1,1 10.25 Zuckerfabrik Frankenthal . . 4 4 4,25 4,38 Zustersabrik töaahausel - . . 4,1 4 — — als 40 Bohrverträge abgeschlossen worden sind. Die kürzlich gegründete Oleum A. G. in Hannover, die sich bei ihren Bohrinteressen umfang» reicher Auhungsgelände, anschließend an das der Rohölindustriegesellschaft in Airnhagen bei Gelle, gesichert hat, beginnt nunmehr ebenfalls mit Bohrungen. Ferner hat die Greiser G. m. b. H in Hannover umfangreiche Bohrverträge in den Bezirken Sehnde und Peine abgeschlossen und auf diesen Gebieten mit ausgedehnten Bohrungen begonnen. Auch in dieser Gege.rd haben sich bereits in geringer Tiefe Oelvorkommen bisher in nur schwachem Ausmaß gezeigt, doch hofft man, in größerer Tiefe stärker fü idig zu toe.bcn. Auch die Firma Slinnes hat erneut in den Bezirken Eehndr- Franksurt a. M.. 21. März. Tendenz: Unregelmäßig. — Es hatte am Borsenwochen- schlutz den Anschein, als ob sich eine freundlichere Stimmung einstellen wollte. Es kam allerdings zu keinem größeren Geschäft, doch toaren verschiedentlich KurSerhöhungen zu verzeichnen. Einheitliche Tendenz war aber aus keinem der Industriemärkle zu beobachten. Montanattien eröffneten für die meisten Aktien behauptet. In Mansfelder haben die Verkäufe aufgehört, die Kurse zeigten sich leicht befestigt. Harpener verloren 2 Billionen. Chemische Aktien lagen etwas schwächer. Badische Anilin nachgebend. Scheideanstalt gut behauptet. Rhenanin lagen anziehend. Am Maschinenmarkt stellten sich Daimler, Adler, Karlsruhe abge» WWMsWlW-klM. Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik. 53. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Eire drückende Stimmung lastete über Peking. Schon bald war sie auf die Freudentage beim Einzüge des Kaisers gefolgt. Aiemals hatte seit diesen Tagen ein Auge den Herrscher wieder erblickt. Die Bulletins der Aerzte blieben auch jetzt nicht immer günstig, sprachen von Ruhe und Schonung, deren der Sohn des Himmels noch bedürfe. Der abnorme Schneefall am Tage des Einzuges war von Abergläubischen als ein böses Zeichen gedeutet worden. Die hermetische Abschliehung des Kaisers gab vielen zu denken Ebenw wie die Veränderungen in der hauptstädtischen Garnison. Immer neue mongolische (Regimenter zogen in die Residenz ein und lösten die alten chinesischen Besatzungen ab. Wie damals gleich nach dem Attentat, so wurden auch jetzt wieder von neuem energische Schritte gegen alle republikanisch Gesinnten unternommen. Aachrichten aus dem Süden des Reiches, Dem alten Herde der republikanischen Bewegung, erzählten von neuen Verfolgungen. Wozu? . . . Weshalb? fragte sich die große Menge. Wo war die Gefahr, der man durch solche Maß a l-men entgegen treten wo'l e? 3m Kai er Palast batte der Schanti seit der Rückiel-r dea Kai ' s seinen ständigen Wohnsitz genommen. Wi die Bulletins fugten, war der Kaiser noch nicht so weit erstarkt, um die Zügel Her Regierung wieder selbst zu führen In dem alten kaiserlichen Arbeitszimmer saß der Regent. Um ihn sein enger Rat. Mongolisch war hier die Sprache. Ein geübtes Auge konnte wohl auch aus dem Schnitt der Gesichter ernennen, daß ein Chinese dem Kreise angehörtte. Aur die treuesten seiner Getreuen, die besten der mongolischen Generale und Staatsmänner hatte der Schanti in diesen Rat berufen. Damals, als er von Schehol zurückkehrte, den Ring des Dsch ngiS-Khan am Finger, den nahen Tod des Kaisers vor Augen, da hatte er dessen mongolische Paladine zusammrngerufen. Er wußte, daß sie ihm nicht alle blindlings folgen würden, daß mancher dem Kaiser treu Ergebene in ihm nur den Rivalen sah. Mit den Künsten des genialen Staatsmannes hatte er sie für sich zu gewinnen gewußt. Wohl gab ihm der Ring an seinem Finger die 2lutori- tät des Regenten, dem sie den Gehorsam nicht verweigern konnten. Aber Toghon-Khan wollte mehr. Seine Klugheit b erbot ihm, diese Macht bedingungslos aus- zunutzen. Aicht stummen Gehorsam wollte er. Mit Leib und Seele wollte er sie gewinnen, und es gelang ihm. Immer mehr waren sie der Suggestion unterlegen, daß nicht Toghon-Khan es sei, dem sie gehorchten, sondern Kubelai-Khan, ter Hwang Ti, der H.rr und Kaiser selber. Aur ter Träger und Vollstrecker der Pläne und des Willens des kaiserlichm Herrn war der Regent. Auch wenn der Kaller von bannen ging, blieben sie alle die Fvrtfüh.er feilter Gedanken und Absichten, blieben sie ihm nach wie vor Rechenschaft schuldig. Berliner Dorfe. schwächt. Elekrtizitats A. E. G., Licht und Krast ruhig. Lahmeyer leicht ermäßigt. Aorddeutscher Lloyd und Hapag bei kleinen Umsätzen leichter. Als gebessert sind anzusühven Mainkraft, Rtzein. Geppert. Jul. Sichel gaben etwas nach, auch Dycker hoff abgeschwächt. Heber den Bankaktienmarkt ist wenig zu berichten. Eine Ausnahme machten Metattbank, welche sich gut behaupteten. Der Auslandsrentenmarkt, wie auch das Geschäft in deutschen Renten blieb still bei lau kn veränderten Kursen. 5proz. Reichsanleihe 801/- Milliarden. Zolltürken, Bagdad II tagen schwach. Zuckerwertc zeigten gute Widerstandsfähigkeit. Zellstoff Waldhof abgeschwächt. Der Fr.i e.kchr zeigte bei bescheidenen Umsätzen eine schwache Tendenz. Api 5,5, Becker Stahl 8,5, Becler Kohle 8,75, Benz 4, Brown Boweci 2,5. Elektro Unter- franken 0,650, Growag 0.225, Holsatia 1,5, Ufa 6,75, Mez Söhne 4,25, Hansa Lloyo 1,6, Deutsche Petroleum 15 bis 15,5 bis 16, Ludwigsburger Porzellan 3,25, Rastatter Waggon 7,25. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (<>n Billionen Mark ausoedrnstt. Buenos '?!:res, London, Ncu- Dorf sfcipan, Nio ftp ^a: ciro für eine Einheit, Wien und Budapeil für 100'XX) Einheiten, alle« übrige für 100 Ei.iheiten.) Lelearavhtf che 21 uszahlung____ •Bon HOenmo. Sich!. fioDfiüjmenen. Jsditas titiö 0fieofiiu6 sowie auch von Schmerzen in den Gelenken und Gliedern, Influenza, Grippe und Nervenschmerzen befreit man sich durch das hervorragend bewährte Togal. Die Togal- Tabletten scheiden die Harn, säure aus und gehen direkt zurWurzel des Hebels Togal wird von vielen Aerzten und Klinik, in Europa empfohlen. (Es hinterlaßt keine schädlichen Nebenwirkungen. Die Schmerzen werden fsofort behoben und auch bei Schlaflosigkeit wirkt Togal vorzüglich. In allen 2lp0theken. Best. 64,3'°/„ Acid. acet, salje., 0406% Ohinin, 12,6°/,, U thium ad 100 Amyl. Berlin, 21. März. (Wolff.) ----—- sicherheit über die weitere Gestaltung der politischen und wirtschaftlichen Lage noch nicht behoben ist, trat auch heute keine Veränderung in der bisherigen lustlosen, abwartenden und daher äußerst geschäftsstillen Haltung der Börse ein. Mit Spannung und einiger Besorgnis sieht man der kommenden Ultimoregulierung entgegen, da anscheinend die Differenzen aus fehlgeschlagenen Daissecngagements in Frankenwährning doch größer sind, als allgemein vermutet wurde. Im Zusammenhang damit setzten sich die Realisationen und Verkäufe, wenn auch in stark vermindert em Umfange fort. Diele Käufe sollen übrigens haupt- säcblich für Frankfurter Rechnung erfolgt fein. Die Eröffnungskurse wiesen daher Jiir fast alle Drvidendenpapieve eine weitere Senkung von durchschnittlich 1 bis 3 Dilliv-nen Prozent auf. Dre schon gestern zu beobachtende Widerstandskraft, die bereits anfangs in Kurserholungen für einige wenige Papiere zum Ausdruck kam, tarn Da die Un- später jedoch wieder etwas ausgesprochener zum Duichbiuch, zumal die Spekulation Deckungen zum Wtchenschlv.tz für angebracht hielt. Bedeut md waren die Kursveränderungen aber nicht. Das hier Gesagte gilt für alle QHarftgebiete. Am Geldmarkt erhielt sich die bisherige Flüssigkeit. Am Devisenmarkt haben sich Veränderungen von Bedeutung wieder nicht ergeben. Märkte. Berliner Prodttkienbörse, Berlin, 21. März. (Wolff.) Wie an bet Fondsbörse ist auch am Produktenmarkt keine Veränderung in der bis hurtigen lustlosen und daher geschäftssttllen Haltung eingetreten. Viel geklagt wird neuerdings iUxtx' den mangelnden Absatz von Getreide und Futtermitteln tm Inland. Dec überall vorhandene empfindliche Geldmangel verhindert jegliche Unternehmungslust, die sich sonst in Käufen betätigen würde. Auch die seit einiger Zeit für Roggen zu bemerken gewesene Kauftätigleit von Gen. ssenschaftsveroänden, deren Anschaffungen man nach den Dispositionen für Ine Ware als mit der Reichsgetreidestelle in Verbindung stehend brachte, haben seit gestern aufgehört. Die Preise wiesen bei beit unbedeutenden Umsätzen, die sich in ajlen Artikeln vollzogen, nur geringe Veränderungen auf. Es notierten für je 1000 Äilo: Weizen, märt. 170 bis 176. Roggen, märt. 137 bis 1143, pommerschen 133 bis 137, Braugerste 168 bis 190 (still), Futtergerste 150 bis 160 (still), Hafer, märt. 116 bis 124 e, westpr. 116 bis 12C- (still). Raps 310 (still), aat 410 bis 415 (still)! für je 100 Kilo: Weizenmehl 25,5 bis 27,25 (stetig), Roggenmehl 21,5 bis 23,75 (stetig), Weizenkleie 11 bis 11,2 (zu ermäßigten Preisen gefragt), Roggenkleie 8,4 bis 8,6 (zu ermäßigten reifen gefragt), Diktoria- erbsen 28 bis 29, Kleine Erbsen 17,5 bis 18, Futtererbsen 14 bis 14,5, Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen 16 bis 17, Wicken 14 bis 14,5, Lupinen blau 13 bis 14, Seradella alt 16 bis 16,5, neu 14 bis 15, Rapskuchen 11,6 bis 11,8, Leinkuchen 22,25 bis 23, Lmxkenschnitzel 9,20; für je 50 Kilo . Weizen- und A.vggensttoh, drahtgeb. 0,80 'bis 1,00, Haferstroh, dnahtgepreßt 0,70 bis 0,80, Stroh, strohseilgebündet't 0,60 bis 0,80, Häcksel 160 bis bis 180, Wiesensxn, gut, gesund und trvck. 105 bis 125, Handels^vliches Heu 105 bis 120. Kleeheu 230 bis 237. Frankfurter Getreidebörse. F r a n t f u r t a. M., 21. März. Es notierten für je 100 Kg.: Weizen (Wetteiau) 18.25 bis 18.50, Roggen 16.25 bis 16 5tO, Sommergerste für Brauzwecke 20.50 bis 21.50» Hafer (inlänb.) 15.50 bis 16, Weizenmehl (südd. Spezial 0) 27.25 bis 28.25, Rrggenmehl 24 bis 24. 75, Weizen- und Roggenkleie 9.75 bis 10.75, Lfrplata-Mais 19.50 bis 20. Tendenz stetig. _____________ 20. Mar; 21 Mär, Repari °0 20. |21. Amtliche ‘Jioherii:i .mllich- .'kotier i 11 6'rib Brie- Hrier TImn.-'Hott. 155,91 126,39 155,61 156,3 > 2 2 Brll -?!ittro. 17,16 17,54 174. 17,54 2 2 Cbristiania 57,11 67,39 67,85 8.1 > 2 2 Kovenhageit 65,83 66,17 65,59 65,91 2 2 Stostliolm 11t,72 111,23 110,72 111,2! 2 2 HelsingforS. 10,r»7 10,63 10,57 10,63 2 2 Italien 17 93 18.14 7 95 18,04 2 2 London 18,055 18,141 18,055 18,145 2 2 if.'enhork . 4,19 4 ?1 1J 4,21 1 1 Pari» . . 21,35 21,4' 21,75 21,8 2 1 Lchwei, 72,7? ■ 3,0 72,62 72,98 2 2 Spanten Wien hi D - 3, 7 13,63 54,11 L4.3-J 2 2 Oeit.abgest ,08 6,12 6,08 6,12 3 5 Prag - 12,21 12,29 12,21 12,29 2 doll Budapest 6,58 6,62 5,<-8 6,02 2 3 Burn^Airel Buloaricn 1,435 1J15 1,40. 1,415 3,11 2 2 3,115 3,135 . ,09 voll voll Japan >,775 i ,78 i 1,775 1,785 9 voll 8iio de Jan. 0,475 I-.48 0,455 0,46. voll voll Belgrad 5,48 5,52 5,43 6,52 voll voll üinadon '2,96 '3,04 ■2,96 13,04 10 10 Banknoten. rr eriin. 21- März Nevart- % Veld Brief Gchwekzr, Voten......... »ramöniche Noten ........ kchivedtlche Noten . ....... Holländische Noten........ Wemsch-Qesterrcich. 6 100 Krone» Pmcrikonische Diolen....... Englische Noten....... • Belgisch, Noten ......... Nnaocisch. Noten . ....... rsch>cholloivakische Notnr- .... Nonveglsch' Noten ..... biuiiiänistb« Noten....... Svanilche Noten 72. 2 23,44 65,59 110,72 155,61 6,08 4,19 18,05 19,00 1?,46 4,59 T',21 67,85 2, 9 C4.11 72,98 3, 6 66,91 111,28 156, 9 6,12 4,21 18,1 19,10 17,54 4,61 V?, 9 68,15 ■ ,21 54,o9 5 50 5 5 4 5 1 2 85 4 voll 3 10 voll 10 n Verlangt die guten CAIIIOM Hanfa-Gurnmiablatze *7^ TW5 ■ .HMB. M Damals hatte er sie auch mit den Plänen des Kaisers bekanntgemacht. In einer Weise, daß alles, was jetzt auf seine Anordnung geschah, un- mi Mbar auf den Befehl des Kaisers zu geschehen schien. Jedem von ihnen hatte er große Aufgaben übertragen, die nicht nur Arbeit, sondern auch Ehre und Macht brachten. Als dann der Tod des Kaisers wirklich eintrat, koimrte er es wagen, im Einverständnis mit ihnen jenen ungeheuren Betrug zu unternehmen ... der Hauptstadt ... ja der ganzen Welt den toten Kaiser als lebendig. . . als genesen 'zu zeigen. Dadurch aber hatte er sie noch viel fester an seine eigene Person gefesselt. Die Männer, die jetzt mit ihm zu Rate saßen, waren ihm mit Leib und Seele ergeben. „Wie weit sind die Truppenbewegungen an der russischen Grenze durchgeführt?" wandte der Regent sich an den Generalstabschef. „Sie sind noch nicht weit gediehen. Die Um° gtubbleiiing nimmt sehr viel Zeit in Anspruch weil sie verschleiert durchgeführt werden muß. Sie Formte schneller vonstatten geben, wenn ich die Vollmacht bekäme, die Vei-kehrsmittel zu beschlagnahmen. Die Militärschiffe können die Massen nicht so schnell bewältigen." Der Schanti wehrte ab. „Unmöglich! Jede auffällige Maßnahme muh unterbleiben. Es genügt, wenn zuerst die Truppen in Iünnan und Klvangsi ausgetvechselt werden. Die anderen Bewegungen können später erfolgen. Die Magazinbestände all den Westgrenzen sind voll auf gefüllt?" „Es ist geschehen, Herr." Der Generalstabschef sprach weiter: »Leider ist es noch nicht gelungen, hinter das Geheimnis der Kompagnieschifse zu kommen. Unsere Agenten belichten uns die Rachricht, daß Kreuzer mit Streuv orrichtungen ausgerüstet werden, von deren Zweick man noch keine Kenntnis hat." Die Falten au# der Stirn des Regentep vertieften sich „Der Ingenieur Isenbrandt! ... Er ist das Haupt unserer (Steepler. Alle technischen Teufeleien kommen von ihm! . . . Jetzt ist es zu spät. Längst hätte er unschädlich gemacht werden müssen. Geht es einmal vom Ili los, muß Wierny das erste Ziel fein . . . Rein! . . . Wierny muß früher fallen. Den Schiedsspruch beantworten wir sofort mit dem Awfstand der russischen Kirgisen. Wie weit ist er vorbereitet?" Der Generalstl'fbschef antwortete: „Es bedarf nur eines Funkens, um ihn auf* l-odern zu lassen. Unsere Emissäre haben die Kirgisen fest in der Hand. Die Irredenta arbeitet gut. Die Spreng un-g am Terekdamm zeigt, wessen die kirgisischen Brmder fähig sind." Die Linke des ‘.Regenten ballte sich zusammen. „Die Schmelzai.'beit war schlecht! Sie ist die Scherereien nicht wcxrt, die wir jetzt darum haben.. Man verlangt von uns Entschuldigung und Wiedergutmachuiitzi. Wir behandeln die Angelegenheit dilatorisch. Ich habe antworten lassen, daß unser Recht, m unserem Gebiet zu schmelzen, unzweifelhaft ist. Da man uns von der Errichtung des Ili- dammes bei Terek offiziell nicht benachrichtigt hat, konnten wir ihn als nicht existierend betrachten. Damit entfällt für uns die Pflicht, allen Schaden zu ersetzen. Ohne den Dammbruch wäre die Katastt-pphe nicht so bedeutend ge- wefen . . (Fortsetzung folgt.) Der geehrten Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend zur Kenntnis, daß wir ein Maler- und Anstrachergeschäft eröffnet haben. 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Die Pfandbriefe lauten auf den Geldwert einer bestimmten Menge Feingold und werden in Abschnitten zu 20, 100, 500 und 1000 Goldmark ausgegeben. Sie sind mit halbjährlichen Zinsscheinen versehen, deren erster am 1 Okt. 1924 fällig ist. Die Rückzahlung erfolgt Im April 1929 zu 100°/0 des Goldnennwerte». ...... r», ... , Durch die Abstellung auf Feingold sind die Pfandbriefe dem Einflüsse etwaiger Schwankungen deutscher und ausländischer Währungen entzogen. Der Zoichnungspreia beträgt für je 20 Goldmark Nennwert 16 Goldmark, wobei 1 Goldmark - **/« Dollar gerechnet wird. Zeichnungen werden von den nachgenannten Bankinstituten und ihren sämtlichen Filialen und Depositenkassen direkt oder durch Vermittlung aller anderen Banken und Bankfirmen entgegengenommen. Zeichnungsschluß bleibt vorbehalten. Borsenelnführung wird beantragt. Berlin und Köln, im März 1924. PreoBischß Staatsbank (Handlung) Dresdner Bank Commerz- nnd Prioal-Baok 1-6. Darmstädter und Nationalbank K. a. 1. Deichmann $ Co. Direction der Disconto-Gesellschatt Berliner Bankinstitut Joseph Goldschmidt S Co. Rongenrentenbank 1-6. Ägrar- und Commerz-Bank 1.-6. Mische Plandbriel-Bank. snso Auftrage in Lohnhobeln u. Lohnschneiden inki Profilierung ieglicher?ltt wer den in allen Quant! ölen au billigsten 'Breifen übernommen; ev'l. kann Aer- tigware fofori umge'anscht werden. GletSans.biub V0t banden. Siigmerl heim Heger G.M.S.S. Lich i. Oberh. 21141) Preußische Pfandbrief-Bank zu Berlin. M.3000090.- .. . “■ gesichert durch erststellige Feingoldhypotheken. Hansa-Handelsschule Z.8WÜVM Tel. 821 Gietzen Tel. 821 Bleichstratze 5 M 2. M Beginn neuer Surfet Unverbindliche Auskunft bereitwilligst. Ausführliche Prospekte kostenlos. Wodurch werden wir Land- f| wirte die Sorgen über das f ewige Steuerzahlen los • Wir haben bei sachgemäßer Anwendung von künstlichem Dünger während der letzten Jahre die besten Erfahrungen gemacht dermahen, daß die Ernte erheblich gesteigert wurde. Dah pro Morgen je nach Lage der Derhältnisie mehrere Zentner (Betreibe mehr erzielt wurden bei einigermahen genügender und richtiger Anwendung der Düngemittel, ist nicht 311 viel gesagt und ergibt dieser Mehrertrag unter Umständen bte für die Steuern erforderlichen Geldmittel. Es ist zu berücksichtigen, dah die durch die Debauung und Aussaat erforderlichen Aufwände sowie die steuerliche Belastung für den Grundbesitz dieselben bleiben, sodaß also die mehr erziehen Produkte abzüglich der Kosten für die Düngemittel, welche z. B. bei Getreide vielleicht den Erlös von 1 ßentner pro Morgen ausmachen, unbelasteter Reingewinn sind. Es ergibt sich hieraus, dah weniger als je auf die Anwen. düng von Künstlichem verzichtet werden kann, und dah intensivste Wirtschaft das einzig wirksame Mittel gegen durch die Steuerlasten starkgefördertes Abwirlschaften darstellt. „Nur das tft wahrer Reichtum, was die Erde hervorbringt", sagte Friedrich der Gröhe. 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März 1924 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesser.) Die auswärtige Politik der des neuen Kurses. Don Dr. Gustav Rvlvff, ord. Professor Geschichte an der Universität Gießen. ) I. Dertvcruen m den deutsch-russischen Beziehungen auffcmmen lassen wollten, und der Kaiser bemerkt Lazu, „Ruhland will, wir sollen ihm auf der Ballanhalbinsel durchs irgend eine noch so unscheinbare Einmischuttg Gelegenheit geben, sich über uns zu beschweren, und mit einem Schein von Berechtigung dann Wer uns Friedensstörer und heimtückische Verräter herfallen; indem es sich noch dazu mit der Gloriole moralischen Rechtes und getränkten Vertrauens umgeben will." Im übrigen war das Vertrauen auf die Widerstandskraft der russischen Regierung gegenüber den chauvinistischen panslawistischen Strömungen nicht größer als früher unter Bismarck, und das; von dem Thronerben eine Wendung zum 'Bessern nicht zu erwarten fei, führte der Botschafter ©roif Schweinitz überzeugend aus (1890): er leb.' in einer Umgebung, „die nicht von des Gedantens Blässe angekränkelt", aber in ihrer absoluten Mittelmäßigkeit klug genug sei, „alle, die kluger sind als sie, fernzulmlten". Don England urteil’c man allgemein, insbesondere in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre, daß es in jeder europäischen Krisis eine Festlamdsmacht zur Vertretung der englischen Interessen zu veranlassen strebe, um bei einem etwa ausbrechenden Konflikt sich entweder ganz fernzuhalten oder feinem Heiser feine äkn ter stütz ung teuer zu verkaufen. Der englischen Regierung blieb diese Anschauung nicht verborgen. Als z. B. einmal der deutsche Generalkonsul in Kairo, Graf Metternich, sich mü Kitchener, dem Kommandeur der englischen Truppen in Aegyvten, über die Möglichkeit unterhielt (März 1896), den in Abessinien l>edrängten Italienern Hilfe zu bringen und dabei zügle'.ch zur Festigung .er eitglischeir Herrsct-ast im , \V tal beizutragen, meinte Kitchener, die London *c Regierung werde sich dazu nicht entschließen. Metternich „erwiderte mit der brüsken Offen t'-eit, welche im Verkehr mit Engländern mitunter angebracht ist, der englische Giaubenssa.;, daß man einem Freunde in der Rot unter keinen Umständen hÄsen dürfe, scheine so weit zu gehen, daß der Engländer lieber selbst Schaden litte, als einem andern beizuspringen". Lord Salisbury beklagte sich gelegentlich über dies Miß-- trauen gegen seine Politik, konnte aber nicht leugnen, daß er mit Rücksicht auf Parlament und öffentliche Meinung eine Verpflichtung auf die Zukunft nicht übernehmen könne. Dies Bestreben, sich gegen die beiden egoistischen Grohmächte die Selbständigkeit zu wahren, bvachte den Reichskanzler Caprivi gleich beim Amtsantritt zu dem oft umstrittenen Entschluß, den Rückversicherungsvertrag von 1887, der 1890 ablief, nicht zu erneuern. Er verpflichtete beide Mächte zur wohlwollenden Neutralität, wenn Deutschland, von Frankreich und Rußland von Oesterreich angegriffen wurde. Der Vertrag, dem Bismarck mit Rücksicht auf die Abhängigkeit der russischen Regierung vom Panslawismus nur relative Bedeutung zugemessen hatte, hatte das Räherrücken zwischen Rußland und Frankreich nicht verhindern können, Bismarck wvllle ihn aber doch erneuern, weil er darin ein Mittel sah, die russische Regierung zu beeinflussen. Die neue Regierung fand dagegen, daß der Vertrag Ruhland einseitig begünstige, da es, durch ihn vor jeder Bedrohung des isolierten Oesterreich gesichert, seine Rüstungen im Westen und Sudwesten ungestört habe fördern können. Einen entsprechenden Vorteil hatte Deutschland von dem Vertrage nicht, and mit dem Geist des Dreibundes schien sich dieses geheime Abkommen nicht zu vertragen, zumal es außer jener Bestimmung noch die Anerkennung des russischen vorwaltenden Einflusses in Bulgarien unb in den Dardanellen enthielt, womit sich Oesterreich nie einverstanden erklärt hätte. Die deutsche öffentliche Meinung, die durch eine Indiskretion Rußlands oder durch einen anderen Zufall, etwa durch eine Aeuh-e- rung des Fürsten Bismarck, davon erfahren konnte, würde nie die Vereinbarkeit des Geheim- vertvags mit den Verpflichtungen gegen Oesterreich verstehen, sagte Caprivi: „Das Prestige, das Fürst Bismarck in Bezug auf auswärtige Politik sowohl im eigenen Lande als auch bei allen fremden Mächten hatte, würde es ihm vielleicht ermöglicht haben, die Vereinbarkeit der verschiedenen von uns eingegangenen Verpflichtungen der öffentlichen Meinung in Europa plausibel zu machen. Rach dem Ausscheiden des Fürsten Bismarck kann mit dieser Möglichkeit nicht weiter gerechnet werdem" cklnd ein solches Sonder- abkommen lege eine Mine unter den Dreibund, die Rußland alle „Tage zünden kann". Rußland hatte es in der Hand, durch den Bruch des Geheimnisses das tiefste Mißtrauen zwischen Deutschland und seinen Dreibundsgenoffen her- vvrzurufen; durch die Drohung mit einer solchen Indiskretion hätte also Rußland stets einen gewaltigen Druck auf Deutschland ausüben können. So ging die Regierung von einer nüchternen und ohne Zweifel zutreffenden Einschätzung der persönlichen wie sachlichen Verhältnisse aus, und eine Verschlechterung der Lage ist durch das Aufhören des Verttags nicht eingetreten. Eine andere viel kritisierte Handlung des neuen Kurses unmittelbar nach Bismarcks RückDer Nückverfichermtgsve-trag. — DerHelgo- landvertrag. Den ersten sechs Bänden der großen Allen- Publikation, die oie Zeit des Fürsten D i s m a r ck behandelten, sind verhältnismäßig schnell sechs weitere gefolgt, die nicht gang das erste Jahrzehnt nach dem Rücktritt Bismarcks die Kanzlerschaft Caprivis und den Hauptteil der Kanzlerschaft Hohenlohes umfassen. Die äußere Foran ist dieselbe wie der früheren Bande. Der Stoff wird in eine Anzahl Kapitel zerlegt und innerhalb der Kapitel werden die Allenstücke, vorwiegend Erlasse des Auswärttgen Amtes an die Botschafter und Berichte der auswärtigen Vertreter, in chronologischer Reihenfolge abgedruckt. Natürlich war .es nicht möglich, Stück für Stück zu bringen, es mußte eine Auswahl aus dem Riesen stoff getroffen werden, und man wird, toenn man sich tiefer in «bie Allen versenkt, oft aus Lücken stoßen, aber das ist ein Nachteil, den jede derartige Veröffentlichung mit sich bringt. Mit Hilfe äüerer Publikationen, auf die die Herausgeber dankenswerter Weise aufmerksam machen, ist es möglich, sich ein Bild von den; Beziehungen Deutschlands zu den Großmächten zu entwerfen^ wer tiefer graben will, muß eben die übrigen in den Archiven ruhenden Akten heran- ziehen. Dem Titel kann freilich der Inhalt nicht geregt werden: die Politik Deutschlands ist wohl zu erkennen, keineswegs aber immer die der übrigen Mächte. Dazu reicht weder das vorliegende, noch das ungedruckte deutsche Material allein aus. Don der ersten Serie unterscheidet sich die neue auf den ersten Blick in einem charakteristischen Punkte. In den ersten Bänden fesselte das Hauptinteresse die alles überragende Persönlichkeit Bismarcks, die Lektüre feiner Korrespon- .denz mit dem Kaiser und den Botschaftern gewährte zugleich einen politischen und ästhetischen Genuß Solche den Leser in derselben Weise zugleich anziehende und beherrschende Darlegungen fehlen in dieser Zeit, aber es fehlt nicht an vortrefflich geschriebenen Aktenstücken, die ausgezeichnete Kenntnisse, vortreffliche Beobachtungsgabe, selbständige politische Gedanken unb wertvolle Rückblicke enthalten. Vor allem seien da erwähnt die Berichte des Grafen Paul Hah- f e l d t aus London, die, nach Inhall und Form Äzeichnet, den besonderen Vorzug haben, dgß en bie Tätigkeit des bedeutendsten damaligen Staatsmannes, des Marquis Salisbury, geschildert wird. Hahfeldt und Salisbury waren einander ebenbürtig, kannten sich durch langjährigen Verkehr genau unb hegten persönliche Sympathie für einander, so daß ihre Beziehungen einen besonderen freundschaftlichen Charakter trugen. UeberauS anziehend ist es daher zu beobachten, wie sich die beiden Männer bn politischen Gespräch gegenübertreten, wie sie bald miteinander ringen, um die Anschauungen des andern kennen zu lernen und zu überwinden, bald sich schnell durch kurze Andeutungen, ja durch bloße Blicke zu verständigen vermögen. Es braucht kaum besonders betont zu werden, daß der UmtrebS der auswärtigen Geschäfte mit dem allmählichen Hineinwachsen Deutschlands in die Weltpolitik beträchtlich zunahm, aber wie zu Bismarcks Zeit standen die europäischen Verhältnisse im Vordergrund des Interesses, insbesondere die Notwendigkeit, dem deutschen Reich Sicherheit gegen die französische Angriffslust zu schaffen. Es war schon dem Fürsten Bismarck nicht gelungen und war jetzt noch weniger möglich, die Verbindung zwischen Frankreich unb Kußland zu vereiteln, es galt daher die europäische Lage so zu gestalten, daß sich für beide Mächte ein Angriff verbot oder mindestens Rußland seinen Vorteil in der Aufrechterhaltung des Friedens erblickte. Daneben werden die Beziehungen zu England stetig wichtiger; zwischen Den beiden Weltmächten Rußland und England mußte sich Deutschland in seiner Selbständigkeit behaupten, wenn es -eine Großmacht bleiben wollte. Beide Mächte, von einander durch viele Gegensätze in Asien und im Orient getrennt, hatten ba£ natürliche Bestreben, sich Deutschlands in irgend einer Weise für ihre Zwecke zu bedienen, ohne dafür entsprechende Gegenleistungen zu gewähren. In Deutschland hegt man darüber keinen Zweifel: in Rußland, schreibt Gras Po urtales aus Petersburg (1890), gäbe es Kreise, die kein *) Die große Politik der Europäischen Kabinette 1871—1914. Sammlung der diplomatischen Akten des Auswärtigen Mntes. Im Auftrage des Auswärtigen Amtes herausgegeben von Johannes Lepsius, Albrecht Mendelssohn Bartholdy, Friedrich Thimme. Bd. 7—12. 1923. Berlin, Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte. tritt ist der Vertrag mit England über Helgoland unb ©anfibar. Er stellt eine Sorte setzung oder Wiederaufnahme von Besprechungen dar, die Fürst Bismarck bereits mit Salisbury begonnen hatte, und hat ungefähr zu dem Resultat geführt, das man in Deutschland von Anfang an erstrebt hatte. Die Hauptsache für Deutschland war der Erwerb von Helgoland, dessen Besitz, schrieb der Staatsfekretär Marschall v. Bieberstein anHatzseldt, „für uns von größter Bedeutung und toeitau^ der wichtigste Gegenstand bei der ganzen jetzt schweben- den Verhandlung ist. Seine Majestät teile die Ansicht des Herrn Reichskanzlers, daß ohne Helgoland der Rvrbostseekanal keine Bedeutung für unsere Flotte hat." In England hatte man dagegen eine so hohe Vorstellung von der Bedeutung des Fellennestes nicht. Es wurde im Kabinett wohl geltend gemacht, daß die Insel in einem Kriege mit Deutschland, der doch nicht für alle Zukunft ausgeschlossen sei, einen Stützpunkt für die englische Flotte bilden könne, aber, schreibt Hatz selb t, die wirklic^n Bedenken, bte in England hätten aufsteigen müsien, seien den Ministern nicht gekommen: „Die Besorgnis nämlich, daß der Uebergang der Insel in deutschen Besitz vielleicht die Mißstimmung der Franzosen gegen England wesentlich erhöhen wird, scheint nicht erkannt ober doch nicht zur Erörterung gelangt zu sein. Ebensowenig bat bas englische Kabinett sich klar gemacht, welchen Wert Helgoland mit Rücksicht auf den Ostseekanal für uns hat. unb ich habe es selbstverständlich auf das sorgfältigste vermieden, diese Erkenntnis aufkom- men zu lassen." Die internationale Wirkung des Vertrags war günstig. Frankreich fühlte sich enttäuscht, weil es, wie der Botschafter Gras Münster berichtete, auf Verfeindung zwischen England und Deutschland wegen der vstafrikw nischen Gegensätze unb infolgedessen auf eine französisch-englische Verständigung gerechnet hatte. Daß der militärische Wert Helgolands in Deutschland nicht überschätzt worden ist, hat bet Weltkrieg zur Genüge bewiesen. Landwirtschaft und Gartenbau. Achtet aus den Drahtwurm. Wo die Drahtwürmer, die Larven der Schnellkäfer, im Ackerboden sind, werden sie von dem gesäten Getreide abgelenft, wenn zur Zell der Keimung zwischen ben Reihen in gleichen Entfernungen Stucke von Kartoffeln oder O e l k u ch e n, etwas tn ben Erbboben eingedrückt, ausgelegt werben. Rach einigen Tagen, wenn die Insekten sich in die Köder hinelngezogen haben, sind diese zur Vernichtung ber Schüblinge zu sammeln. Das Auslegen kann von Reihe zu Reihe mehrere Tage lang fortgesetzt werben. Jedenfalls empfiehlt sich diese Maßregel dort, wo begründete Gefahr des Dvahtwurmsraßes vorliegt. Diese darf wegen ber mehrjährigen Larvendauer des Drahtwurms vermutet werden auf Feldern, wo sich der Fraß schon im vorigem Jahre gezeigt hat. Die Larven wachsen nämlich sehr langsam unb brauchen oft bis. 5 Jahre zu ihrer Entwicklung. Aus einer Domäne in älngarisch-Altenburg, wo Kartoffelstücke zum Köbern von Drahtwürmern gebraucht wurden, waren diese durch unb burch von ben Drahtwürmern zerfressen, unb in ihrer Nähe befanben sich ebenfalls viele bieser Schädlinge, die, wahrscheinlich vom Köder angelockt, auf dem Wege dahin waren. Man zählte in manchen Kartoffelstücken nicht weniger als 35 Löcher, unb diese waren bei ber Entnahme aus bem Boden —{die Stelle, wo die Köder lagen, war mit einem 0,6 bis 1 cm hohen Rohrstöckchen bezeichnet — mit je einem Drahtwurm ungefüllt. Die benutzten Kartoffelstücke brauchen nur gereinigt zu werben, worauf sie abermals zum Kobern verwendet werden Sinnen. Die vorhandene Drahtwurmgefahr kann man auch vorher feststellen durch eine Drahtwurmprobe. Zu diesem Zweck lege man kurz vor der Bestellung des Planes an einigen über das Feld verteilten Stellen solche Kartoffelstücke aus. Findet man nach einigen Tagen die Köder erheblich mit Drahtwürmern besetzt, barm liegt Gefahr vor. Aufbesserung schwacher Wintersaaten. Die Ursache schwacher Wintersaaten, besonders beim empfindlicheren Weiten, tonnen rasche unb abnorme Witterungsumschlage tm Frühjahre sein. Wo srch berartig in Mitleibenschast gezogene Saaten zeigen, muß eine zweckmäßige Behandlung bei eintretenber wärmerer Witterung unvvrzüglich vorgenommen werden. Empfehlenswert ist, zunächst den Boden bei feucht- warmem Wetter aufzueggen. Man besitzt hierin ein ausgezeichnetes Mittel, am zu dünn stehende Saaten noch zu einer kräftigeren Bestockung za verhelfen. Durch bas Aus eggen erfolgt nämlich gewissermaßen eine Behäufelung ber schwachen Pflänzchen, b h die vom Fl ost auf gezogenen und zum Teil bloß hegenden Wurzeln werden wieder mit Erbe bebeeft unb können darin sich weiter entwickeln. Bei nassen Böden bricht außerdem die Egge die über den CS intet entstandene harte Kruste, unb Licht unb Luft, Wärme und Feuchtigkeit vermögen thron kräftigenden Einfluß auf die Pflanzen zur Geltung zu bringen. Man befürchte nicht, daß barch die Eggarbeit viele Pflanzen ausgerissen werden und schließlich doch zugrunde gehen: nur sehr wenige dürften entwurzelt werben, toomit aber auch noch keineswegs gesagt ist, baß biese nicht wieder in dem jetzt gelockerten Erreich zu- rechtsinden unb gedeihen können. Eine an und für sich gesunde Pflanze stirbt nicht so leicht, sondern besitzt einen zähen Lebensmut, ber sie befähigt, von neuem „festen Fuß" za fassen, wenn bie örtlichen Verhältnisse nur irgenbtoie dazu angetan sind. Wie außerordentlich vorteilhaft der Einfluß bes Eggens auf bie Saaten ist, wirb man sehr halb wahrnehmen. Man benutzt zur Arbeit eine Egge mit eisernen Zinken, sie bars aber nicht zu schwer sein. Erweist ber Boden sich fest und stark verllustet, so wirb man natürlich kräftiger eggen müssen, als auf lockerem. Don Ruhen ist es, leichtere Bobenarten, sobald nach bem Eggen bie Erbe gut abgetrocknet ist, mit ber Ringelwalze zu behandeln, da bies den Pslanzenwurzeln einen festeren Hall im Boden verleiht. Durch Düngemittel mit rascher Wirkung lassen sich bann die schwachen Pflänzchen weiter träftigen. Wohl in jeder Wirtschaft steht hierzu Jauche zur Verfügung, bie besonders nach bem Aufeggen ben Saaten vorirefflich bekommt, noch dazu, wenn man sie bei feuchter Witterung aus- sährt. Don künstlichen Düngemttteln übt bie schnellste unb sicherste Wirkung ber Chiles al - peter (Natronsalpeter) aus. Man streut davon 20 bis 40 Psunb je Morgen recht fein unb gleichmäßig aus, aber nur bei s euch twarmer, nach« zu trockener Witterung, am besten, wenn es sich machen läßt, vor einem Regen. Unzweckmäßig ist es, zu viel Salpeter zu geben, well man bann womöglich mit Lagerfrucht zu rechnen hat. Chilesalpeter' macht sich weniger burch Körnerbildung als durch vermehrte Stroherzeugung geltenb. Werden die schwachen Wintersaaten in ber mitgeteilten Weise sorgfältig behanbell, so bleibt in den meisten Fällen der erhoffte gute Erfolg nicht aus. Bei stark ausgewrnterlen Saaten würde bie Mühe indessen kaum zum Ziele führen, man hätte zu befürchten, baß später zu große Leerstellen auf bem Acker erscheinen. Es ist darum notwendig, sich die Saaten vor ber Arbeit recht genau anzusehchi unb zu prüfen, ob diese sich wirklich noch lohnt. Hat man Lein rechtes Zutrauen, so tut man entschieden richtiger, den betreffenden Ackerschlag umzubrechen unb neu zo besäen. Oswald Junger. gur Bekämpfung der Wühlmaus Die Wühlmaus ist einer ber schlimmsten Schädlinge, deren Bekämpfung häufig ziemlich Schwierigkeiten bereitet. Hm in ber Frage ber Bekämpfung weiter zu kommen, haben Dr. P Kott Hof von der 2drstall für Pflanzenschutz unb Samenuntersuchung an ber Landwirtschaft-- Cammer in Münster unb Obstbau Inspektor Lenders von der Obstbautnspektion für Büren und Paderborn eingehende Hntersuchungen angestellt. Rach ihrem Bericht tn ber „Landwirtschaftlichen Zeitung für Westfalen unb Lippe" wurden von neueren Mitteln angewendet: Tetrastn, Maushim, Sokial-Kuchen, Shruplatwerge mit Dariumkar- bonat und Arsen. Besonders gute Erfahrungen sind mit Sokial-Kuchen gemacht worden. In einem Dersuchsgarten konnte durch- wieberhvlles Auslegen der Kuchen in den Löchern eine dauernde Beseitigung der Wühlmäuse erzielt werden. „Das Präparat hat," so schreiben die Verfasser, „den Vorzug, daß es nur für Mäuse, nicht aber für andere Tiere giftig ist." Dauernde Erfolge bei ber Wühlmausbekämpfung sind jedoch nur bei gemeinsamem Vorgehen aller Grundstückbesitzer zu erzielen. Fragekasten. Frage 8. Ich habe eine sonnige, nach Süd- osten gelegene Hauswand, Giebelseite, von 12 m Breite. Welche Obstsorten eignen sich am besten dazu, um sie gewinnbringend auszunützen? Antwort: Pflanzen Sie zwei Pfirsichbäume in ben Sorten Amsden unb Große Mignon. Diese beiben Ctoume bedecken später bie ganze Wandfläche, toenn sie von vornherein rich tig gepflanzt unb behandelt werden. Dazu gehört, baß bie Pslanzgruben wenigstens einen Meier groß ausgehvben unb ber Boden durch Beimengen von reichlich Kompost und etwas Kalfichutt verbessert wird unb bie Spalierlatten auf 25 cm Weite angebracht werden, fo baß- man die jungen Triebe bequem anheften kann. Das jüngste Königreich. Die staatsrechtlrchen Verhältnrsse Islanos sind seit ein paar Jahren geändert. Island war ursprünglich dänische Kolonie, wurde bann als Provinz Dänemark einverleibt und ist feit Dezember 1918 selbstänbig unb nur noch durch Personalunion mit dem Dänenreiche verbunden. Sein König ist gleichzeitig König von Dänemark. Im „älniversum" macht Dr. Adrian Mohr aus Reykjavik einige interessante Mitteilungen über dieses junge Königreich, über bas man im allgemein nicht sehr viel weih. Ist Island ein wirklich, selbständiges Reich? Man könnte glauben, seine junge Anabhängtg^tt sei nur politische Formsache, während es wiri- schastlich und kulturell doch noch immer nur dänische „Dependance" sei. Run, wer ins Land kommt, muß sich schnellstens davon überzeugen, daß dieses Heine Island durchaus eine Welt für sich, eine Welt von starker völkischer Eigenart ist. Es hat seine Sprache für sich, seinen Dolkscharaller für sich unb steht in einer volkswirtschaftlichen Lage, die wohl ohne Beispiel ist. Die Sprache ist bas Alt-, um nicht zu sagen: llrgermanische. Sie ist von grauer Vorzeit her so unverfälscht unb unverändert erhalten, bah jeder Islänber die „Edda" versteht unb lesen Tarrn. Unb noch bie heutigen Isländer sind ängstlich bemüht, dieses alte Sprachgut rein zu bewahren. so schwer sie sich auch das Leben damit machen. Denn da niemand sonst in ber Welt ihre Sprache versteht unb ihre Dolkszahl zu dein ist, um für eine eigene große Literatur ober von ätebersehungen fremder Geist es werke ben genügenden Untergrund abzuheben, so müssen alle Isländer erst eine ber großen Kultursprachen lernen, wenn sie mit ber übrigen Menschheit Geschäftsverkehr pflegen ober an ben geistigen Kulturgütern Anteil haben wollen. Unb dies wollen sie durchaus. Sie machen jeden Kulturforifchrttt mit; halte niemand sie für Eskimos ober bessere Walfisch- unb Pelzjäger! 2n der Wahl der Kullursprachen haben sie keinen schlechten Griff getan: sie bevorzugen bie deutsche Sprache. Richt nur weil bie deutsche (in erster Linie die wissenschaftliche) Literatur reichhaltig wie keine andere ist, sondern auch aus dem Gefühl echter Freundschaft für das deutsche Volk. Wie hochdeutsche Kultur in Island geachtet wirb, mag unter anberem bie Tatsache erhellen, baß als einziges großes fremdes Literaturwerk Ecethes „Faust" tn isländische Sprache übertragen ist. Dre Uebersetzung ist aus Staatsmitteln geschaffen worden; sie ist ein Werk des Dichters Bjarni Ionsson fra Vogt, des begeistertsten Freundes, ben Deutschland in Island besitzt. Die Grundzüge des isländischen Vvlkscharak- ters sind neben einem starken Bildungstriebe und - ber Liebe zur schönen Literatur bas „Evangelium" vcn ber völkischen Zusammengehörigkeit und ber alles ausgleichenben Vaterlandsliebe. In Island könnte man sogar die (an Zahl nicht geringen) „Drlschewikcii" Chauvinisten nennen. Für ben Isländer gibt es nichts Schöneres in ber Welt als sein Lanb. und in der Frembe plagt ihn zehrendes Heimweh bis an fein Lebensende. Sein Stolz ist, wenn auch ber Landfremde sich für ferne schöne Insel unb ihre unvergleichliche Rattir begeistert — und das tut jeder, ber je seinen Fuß auf dieses schöne Land setzte. • Verschrien ist es im Auslande als kalt, stürmereich. halb Wüste, halb Krater- unb Gletscher- gebiet. gewiß, etwas Wahres ist hieran, unb doch ist bieses Eiland mit den hohen Bergen, ben saftigen Gras- unb Moostälern, der schäumenden See. ben enblofen Sommertagen unb ben geheimnisvollen, langen, norblichtzaubervollen Rächten unbeschreiblich schön! Fast jeder kennt ben andern unb dessen Vorfahren. Ist doch feit tausend Jahren über jeden Isländer, jeden Eingewander- ten, über Krnd und Kindeskind sorgsam Buch geführt worben. Man hat sich hier gegenseitig nicht aus ben Augen verloren wie in anberen Ländern. Alles betrachtet sich hier wie Glieder ein unb berfelben großen Familie. So gibt es unter ben „echten" Isländern auch keine Famlliemiamen. Familiennamen trennen ein Volk in mehrere, in viele Familien, die Isländer alle zusammen aber wollen nur eine Familie sein. Man hat hier nur Dcrnamen unb nennt sich zum Unterschieb von Stammesvettern nur noch „Sohn des Ion" oder „Tochter des Gisli". Selbst verheiratete grauen nehmen nicht amtlich den Namen ihres Gatten an. Ist Island ein reiches Land? Nun feine Fischgründe fmb bte ergiebigsten ber Welt: das weiß jedes Kind. Auch große Kohlenlager birgt bet Doben, Spat unb Doppelspat, unerschöpfliche Schweselguellen; und bie isländischen Wasserfälle, also bie weiße Kohle, sind bie größten Europas unb werden nur von drei ober vier anderen in Amerika unb Afrika übertroffen. Aber ber Abbau der Kohle kann etnfttoeilen nicht gewinnbringend gemacht werden, und bie weiße Kohle ist so lange wertlos, als bie Technik nicht Starkstrom drahtlos versenden kann. Die Land wirtschaft muß sich in ber Hauptsache auf Schafzucht beschränken, denn ©etreibe gedeiht nicht (wie auch Wälder fast unbekannt sinh). So liefert Island seinen Bewohnern an Qebenöbebarf nur Fleisch. Fisch und Schafwolle bte aber fast restlos ins Ausland verkauft wird, da Island selber nur eine etnztge Spinnerei hat. Das junge Köntgretch befindet sich fomtt in ber eigenartigen Lage, daß es fast alles, was zum Leben gehört, im ; udlanbe kaufen maß. Natürlich kann Island nur kaufen, wenn man ihm selber zuvor feine eigenen Produkte (Frischfisch Salzfisch. Klippfisch. Wolle, Fleisch. Pferde) ab- gekauft hat. Es ist daher leicht einzusehen. baß das junge Königreich seine wirischas tllchen Gorgen hat unb mehr als jedes andere Land darauf sehän muß. seine Handelsbilanz aktiv zu erhalten. 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