Hr. 2<8 Erstes Erscheint täglich, auher Sonn- und Feiertags. Beilagen: GiebenerFamilienblütter Heimat im Bild. KonatsiBejugspreis: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGeschästsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSietzen. poslschecttonto: Frankfurt a. M. 11886. Blatt 174- Jahrgang Dienstag, 21. Sttober 1924 GietzenerAiiMger General-Anzeiger für Gberhefsen vnlck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Ztelndruckerei H. Lange in Sieben. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Lnzetgcn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örllid)8, auswärts 10 (Bolbpfcnnig; für Reklame-Anzeigen v70inm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/, Auf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r. Friedr. Wilh. Lange: ür den übrigen Teil: Ern st B lu m sch c i n: fü r d c n Anzeigenteil:.ßans Beck, sämtlich in Gießen. Reichstagsneuwahlen. Die Negierungserweiterung am Widerstand der Demokraten gescheitert. — Der Appell an das Volk. Berlin, 21. Ott. (TU.) Amtlich toirbmit» geteilt: Die Bemühungen des Reichskanzler-, die jetzige R e i ch s r e g i e r u n g zu erweitern, um ihr eine sichere Mehrheit im Reichstage zur Fortführung der bisherigen Politik zu verschaffen, sind endgültig gescheitert. Daraufhin hat der R e i ch s k a n z l e r, da sich ein anderer gangbarer Weg nicht zeigte, i n U e b e r - einstimmung mit dem gesamten RelchSkabinett beim Reichspräsidenten die Auflösung deS Reichstages beantragt, um dem Volke die Gelegenheit zu bieten, eine solche Mehrheit zu schaffen. Der Reichspräsident hat dem Anträge des Reichskanzler- entsprochen. Die dahingehende Verordnung deS Reichspräsidenten hat folgenden Wortlaut: Parlamentarische Schwierigkeiten machen die Beibehaltung der gegenwärtigen Reichsregierung und gleichzeitig die Bildung einer neuen Regierung auf der Grundlage der bisher befolgten Innen» und Außenpolitik unmöglich. Auf Grund deS Art. 25 der Reichsverfassung löse ich deshalb den Reichstag auf. D e r l i a, den 20. Oktober 1924. Der Reichspräsident: gez. Ebert. Der Reichskanzler: gez. Marx. w 6taat6feTretär Bracht hat gestern abend dem Reichstagspräsidenten das Auflöfirngsdekret überbracht. Dieses wurde sofort gedruckt und sämtlichen Reichstagsabgeordneten zugestellt. Mit der Auflösung des Reichstages haben, auch sämtliche Ausschüsse des Reichstages ihre Arbeiten beendet. Auch der AufwertunqSausschuß tritt daher nicht mehr zusammen. Die Fraktionen tagen ebenfalls nicht mehr als solche. Der Präsident wird aber ihrem Zusammentreten keine Hrnder- nisse in den Weg legen, indem er fte als Vertrauensleute der Parteien betrachtet. Der Termin der Neuwahlen. Berlin, 20. Ott. (LA.) Wie die Telunion erfährt, findet eine Vollsitzung des Reichstages nicht mehr statt. Die Neuwahlen werden frühe» stens am 3 0. November stattfinden. Da aber in Preußen und Hessen Landtagswahlen bevorstehen, hat man den Wunsch, diese mit den Neuwahlen zum Reichstag zu vereinen. Wenn das gelingt, so würden die Neuwahlen zum Reichstag erst Mitte Dez ember erfolgen. Nach Artikel 25 der Verfassung des Deutschen Reiches vom 11. August 1919 muß die Neuwahl spätestens am 60. Tag nach der Auflösung, d. h. also, da die Reichstagswahlen an einem Sonntag stattfinden, späte st ens am 14. Dezember. Die letzte Etappe der Regierungskrisis. Die Demokraten versagen sich dem Kanzler. Berlin, 21. Oft. (Priv-Tel.) Die von Samstag auf Montag vertagten Verhandlungen k,lüpften naturgemäß an das Verhalten der Demokraten zur kommenden Rechtskoali ion an, auf deren Mitwirkung der Kanzler — wmigstens soweit sie den Reichswrhrmimster Dr. G e ß l e r betraf, nicht verzichten wollte. Gegen 6 Ahr nachmittags überbrachte der demokratisch: Fraflions» vorsihende Koch dem Kanzler die folgende Entschließung der demokratischen Fraktion: „Die deutsch-demokratische Fraktion hat wiederholt erklärt, daß nicht der geringste Grund für eine Regierungskrise vorgelegen hat. Wenn der Herr Reichskanzler sich entsprechend dem Geiste der Verfassung entschlösse, unbekümmert um die schwankend.' Haltung einzelner Fraktionen, m i t d e m j e tz i g e n K a b i n e t t vor den Reichstag zu treten, so würde dieses Kabinett vor dem Reichstag ein glattes Vertrauensvotum erhalten. Die schwere austenpolitische Gefahr, die nnt der Einbeziehung der Deutschnationaten in das Kabinett bei ihrer unsicheren austenpolnischen Haltung verbunden ist, hat die deutsch-demokratische Fraktion wi^>erholt zu dem Deschlnh veranlaßt, eine einseitige Verbreiterung des Kabinetts nach rechts nicht mit ihrer Verantwortung zu decken. Die geplante Zusammensetzung des neu.-n Kabinetts, in das auch Deutschnatlvnale berufen werden sollen, die sich dem Dawes- Gutachten gegenüber ablehnend verhalten haben, rann die demokratisch: Fraktion in ihrer Haltung nur bestärken. Daß die Fraktion, die dafür erntritt, das jetzige Kabinett in seiner Gesamtheit zu erhalten, ihre Zustimmung dazu gäbe, ein Mitglied ihrer Fraktion in einem, ohne sie neu gebildeten Kabinett zu belassen, und kdäst sie durch einen derarcig?n holbea A.schluh Unflate Verantwortlichkeit schaffe, ist ein Verlangen, dem die Fraktion nicht entsprechen rann." Diese Entschließung muhte nach der bekannten Auffassung des Reichskanzlers zur Auflösung des Reichstags führen, die bann ja auch in einer Kabinettssitzung beschlossen und vom Reichspräsidenten ausgesprochen wurde. Die Presse zur Reichstagsauflösung. Berlin, 21. Ott. (T. A.) Der „Lokal- Anzeiger" hebt hervor, dah das deutsche Volk die gestern abend gefallene Entscheidung begrüßen wird und schreibt weiter: Die innere Logik der politischen Entwicklung hat die Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartei diesmal in die gleiche Frontstellung hi rei .gezw ingen. Die Gesin- nungs- und die Kampfgemeinschaft dieser beiden großen nationalen Partien verbürgt allein schon den Sieg, der errungen werden m ß. wenn Deutschland nicht zum willenlosen Objett fremder Macht- intereffen herabsinken soll. Der „Tag" schreibt: Dieser Reichstag hat entschieden einen noch schlechteren Eindruck hinterlafien und ist noch unrühmlicher gestorben als der vorige. Die Schuld tragen nicht die nationalen Parteien. Zeder obsekttv denkende Deutsche muh das zugeben. Deutschnationale und Deutsche Dolkspartei wuhten, was sie wollten, sie wünschten den Dürgerblock, wünsch en eine klare, fest fundierte Innen- und Auhenpolitik durch die Parteien, die zur realpvlitrschen Einstellung befähigt sind und dementsprechend sozialistische und pazifistische Atopien ablehnen. Die „Do s s. Z t g." schreibt: Der Reichstag des 4. Mai ist tot. Er war eine Nachgeburt. Der Reichstag des 4. Mai stand im Zeichen des Anfriedens. Das deutsche Doll muh dafür sorgen, dah sein Nachfolger im Zeichen bes8 Friedens steht. Die „Dörsenzeitung" spricht die Hoffnung aus, dah im Interesse von Volk und Vaterland sowohl die Deutschnaitionalen wie die Deutsche Dolkspartei die rechte Antwort auf die vom Sozialismus ausgegebene Wahlparole: Dürgerblock oder Sozialdemokratie, finden werden. Jetzt darf es feine fle in l ichen Parteiunterschiede geben. Die Trennungslinie darf nicht zwischen ihnen liegen, sie muh weit links von ihnen ausschlieh- lich gegen die Sozialdemokratie und deren Linksblock gezogen werden. Das „Berliner Tageblatt" hätte es aus Gründen der parlamentarischen Gepflogenheit lieber gesehen, wenn das Kabinett sich in offener Feldsch lacht dem Parlament gestellt hätte. Dann hätte sich die Verantwortung dieser oder jener Partei an dem Sturz der Regierung flat von dem nebelhaften Horizont der parlamentarischen Krise abgehoben. Die „Deutsche Zeitung" schreibt: Das Dorgefecht ist beendet. Es hat einen vollen glänzenden Sieg der vereinigten Marxisten gebracht und eine ebenso völlig unrühmliche Niederlage der sogenannten staatsbürgerlichen Parteien. Die Sozialdemottatie hat ihren Willen glatt durch- geseht, Reichstagsauflösung und Neuwahlen erreicht. Die „D. A. Z." meint: Die Regierungskrise hat gestern eine neue "Vertagung erfahren. Der Reichstag ist aufgelöst. Die Wähler sollen sellrer entscheiden, ob sie ehre autoritative Regierung wünschen, die nicht den Klassenkampf, sondern die Zusammenfassungaller staats- bejahenden Kräfte bedeutet, oder ob sie die Führung des Reichs denen in den Hände geben wollen, die eine Illusionspolitik auf dem Rücken des deutschen Volkes zu betreiben wünschen, wie sie den Beifall nur in manchen Kreisen des Ausland finden kann. In der „Deutschen Tageszeitung" schreibt Decker: Mit dem besten Gewissen können die rechtsstehenden Parteien dem Wahlkampf entgegensehen. Dabei muh allerdings von vornherein der dringende Wunsch ausgesprochen werden, dah nach Möglichkett eine einheitliche Front dieser Parteien für die Wahl hergestellt werde. Die „Kreuzzeitung" schreibt: Alle Folgen, die sich aus der Auflösung des Reichstags ergeben, fallen der Sozialdemokratie und ihren frciwllligen Helfern zur Last. Wenn heute Neuwahlen herbeigeführt worden find, so wird die Deutschnattonale Dolkspartei um so sicherer mit Ruhe in den Wahllampf hineingehen tonnen, als sie den außerordentlich schwierigem Verhältnissen des Landes bis zuletzt Rechnung getragen und im Gegensatz zu der schamlosen Parteipottti^ die von links her betrieben wurde, bewiesen hat. wo die Verantwortung für Staat und Volk zu Hause ist. Die „Germania" schreibt: Die Sicherung des bisherigen Kurses bei deutschen Politii wird das Ziel der bevorstehenden Wahl sein müssen Selbst die Deutschnattvnalen haben durch ihre Abstimmung am 29. August ein Bekenntnis für die Richtigkeit dieser Politik abgelegt. Es wird jetzt alles darangesetzt werden müssen, einen Reichstag zu schäften, der eine sichere Mehrheit für diese Politik der Befreiung aufbringt. Der „Vorwärts" stellt fest, dah di: Kund: von bec Reichstagsauflösung in ben Krnen ber Parteigenossen Genugtuung hervorgerufen habe, unb man empfinde diese Auslösung als einen Sieg ber Vernunft unb des Rechts. Die Pariser Morgenblätter zur Reichstagsausrösung. Paris, 21. Oft. (TA.) Die heutige Pariser Morgenpresse beschäftigt sich z. T. ausführlich mit der Reichstags-Auslösung, die gestern abend in Paris bekannt geworden war. Aeberraschend ist die Auslösung sicher nicht gekommen, das ersieht man aus den Kommentaren der verschiedenen Blätter klar und deutlich. Der ,,M a t i n“ meint, es sei unmöglich gewesen, ein Konzentrations-Kabinett zu bilden, so lange die Rationalisten stark genug geblieben seien, um für jede Koalition ein Hindernis zu bilden. „L ' O e u v r e" knüpft an die Musterungen Her- riots in Boulogne an und schreibt, dah Deutschland zwischen zwei Wegen schwanke. Die Neuwahlen gäben Deutschland Gelegenheit, zu zeigen, welchen Weg es gehen will. Der Wahlkampf beginnt. Der „Vorwärts" gegen die Kommunisten. Berlin, 21. Oft. (TA.) Kurze Zeit nach DeLanntwerden der Reichstagsauflösung liehen die großen Berliner Zeitungen auf ben ©traben Extrablätter verteilen. Der „Vorwärts" hat als erstes Blatt ben Wahlkamp s eröffnet, denn in seinem Flugblatt seht sich die Sozialdemvkvatte mit den Deutschnationalen heftig auseinander uno verkündet das Wahlprogramm für den kommenden Kampf Besonders scharf sind seine Angriffe auf die Deutsch- nationalen, jedoch seht er sich auch mit ben Kommunisten auseinanber. Es heißt bort: „Die Kommunisten haben im Reichstage gar keine besonbere Bedeutung. Sie haben mit ihrem Kinde rtrompetenkonzerl unb ihren Rüpelszenen bas Ansehen ber Arbeiterklasse, das sie angeblich gleichfalls vertreten wollen, aufs schwerste geschädigt. Im übrigen haben sie nur als Bundesgenossen ber äußersten Rechten ge- wrrtt. Die ungeheur: Zersplitterung der Parte en ist ein Ansinn. Es gibt nur zwei große Parteien: Deutschnationale und Sozialdemokraten. Zwischen beiden muh entschieden werden. Am Schluß heißt es: „Es muh anders werden in Deutschland. Es wird anders werden. Werft die Deuftchnationalen, diese gesinnungslosen Verkäufer ihrer Seelen, diese gewissenlosen Verderber Deutschlands, ihre Helfershelfer aus dem Reichstage heraus!" Sitzung aller Reichstags- frohtionen. Berlin, 21. Ott. (TA.) Infolge der Reichstagsauflösung haben fast sämtliche Fraktionen für Dienstag vormittag Sitzungen einberufen, in welchen sie zu der neuen Lage und zu den Neuwahlen Stellung nehmen wollen. Die Sitzung ber sozial- dem akratischen Fraktion ist für Mittwoch Vormittag 10 Ahr in Aussicht genommen. Dor der morgigen Sitzung der Nationalsozialisten findet eine Sitzung des Vorstandes der Partei mit dem Vorstände des Preußischen Landesverbandes statt. Auch der Reichstagsvorstand der demokratischen Partei tritt am Dienstag in den Räumen des Reichstages zu einer Sitzung zusammen. Die Rückwirkung auf Preußen. Berlin, 21. Oft. (TA.) Wie die „Tele- graphen-Anion" erfährt, werden die Fraktionen des Preußischen Landtages voraussichtlich am Mittwoch oder Donnerstag zu der durch die Auslösung des Reichstages geschaffenen Lage und ihrer Rückwirkung auf Preußen Stellung nehmen. Es wird erwartet, dah die Fraktionen die preußische Regierung auffordern werden, den Landtag ebenfalls aufzulösen, um durch die Zusammenlegung der Wahlen im Reich und in Preußen einen weiterenWahltagin den nächsten Monaten zu vermeiden, der notwendig werden würde, weil verfassungsmäßig ber neue Preußische Land- tag bis zum 20. Februar 1925 gewählt sein muh. Es ist damtt zu rechnen, dah sich die preußische Regierung diesem Antrag der Frattionen nicht widersetzen, das Kabinett vielmehr die Auflösung beschließen wird, die bann durch den preußischen Ministerpräsidenten unb die Präsidenten des Preußischen Landtages unb des Staatsrates gemeinsam verkündet werden würde. Der westfälische Windthorstbund gegen Schwarz-Rot-Gold. Bochum, 21. Oft (TA.) Die Herbsttagung des West sälischen Wrndthorstburrdes ersuchte den Reichs Parteitag des Zentrums, zur Frage des Reichsbanners Schwarz-Rot-Dold eine klare Entschließung zu fassen. Man lehnte mit großer Mehrheit grundsätzlich sowohl die Zugehörigkeit zu Rechts- organifationen wie auch zum Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold a b. Reichslagsabg. Dau mhos teilte mit, daß die preußische Landtagsfraktion des Zentrums cüi|iim- mig den Beitritt zu Rechtsorganisationen ablehnt, ebenso einmütig gegen das Reichsbanner Stellung genommen habe, weil die Gründung von Sozialdemokraten ausgegangen sei und die Führer des Reichsbanners zu großen Bedenken Anlaß geben. Zum Schuhe ber Verfassung seien Regierung, Parlament unb Reichswehr berufen. Eine Rede des Reichspostministers. Dortrnunb, 20. Olt. (TA.i Gestern nachmittag fanb hier eine außerordentliche Parteitagung des Zentrums des Wah ir i c - Dortrnund- Hörde statt. Minister H ö f le ging in feiner Re.e zunächst auf die großen Fragen ber deutschen Außenpolitik ein und behandelte den Londoner Pakt. Trotz aller Belastungen, die er für die einzelnen Berufs- unb Wiri'chaf sgruppen bringt, bedeutet er doch im allgemeinen einen großen Erfolg. Im besetzten Gebiet stehen 93 Prozent ber Bevölkerung auf dem Boden bes ßonboner Paktes. Nicht all: unsere Wünsch: wurden in Lonbon erfüllt, vor allem in ber Besatzu gssr-g?. Desonbers wichtig ist, daß bie Räumungs- frage, wie es von al'iierier S ite beab.tätigt war, in feiner Weise mit Handels- unb wirtschaftspolitischen Fragen verknüpft wurde. Auch die S lllung ber Reparationskommission ist durch den Lon- boner Pakt eine ganz andere geworden. Das t Londoner Abkommen muhte angenommen werden, trotzdem es eine ideale Lösung nicht genannt werden kann, wenn Deutschland nicht die ganze Welt gegen sich haben wollte. Der Minister ging bann auf bie Innen- Politik ein, schilderte eingehend die Entwicklung ber Dinge unb sagte: Deutschland wird im nächsten Jahre nur auf dem Boden ber Koalition stehen unb regiert werben können. Der Minister brückte bie Aeberzeugung aus, dah diezuküns - t ig e Koalition nur durch die Er weite ru n g bet Reichsregierung nach rechts geschaffen tioerfccn kann. Der Den t fch- nationalenVolkspartei mit ben 105 Abgeordneten ist auf bie Dauer der Eintritt in ixi* Reichsregierung nicht zu versagen. Die Räumung Dortmunds Abmarsch der Franzosen voraussichtlich Mittwoch früh. Dortmund, 20. Okt. (T. A.) Die genaue Stunde des Abmarsches der französischen Truppen ist vom Hauptquartier ber 3. Limendivision, bie sich in Dortmund befinbet, noch nicht festgesetzt toorben. Man nimmt aber an, dah bie Franzosen dem Wunsch: ber beutschen Behörden entgegen kommen und in den frühen Morgen st unden des2 2. Oktober abmarschieren werden, um Zwischenfälle zu vermeiden. Die Polizei toirb umfangreiche Absperrungsmaß- n a hmen treffen und Verstärkungen heranziehen. Im Anschluß an ben Abmarsch ber Franzosen trifft bereits ein nicht unerheblicher Teil ber früher in Dortmund stationierten Schuhmannschaft ein. Die Bestimmungsorte ber a is Dortmund abrückenden Truppen werden von den Franzosen noch geheimgehalten. Doch verlautet, daß Recklinghausen und Düsseldorf als neue Garnisonen in Aussicht genommen sind. Die Einquartierungsschwierigkelten in dem schon ohnehin überlasteten Düsseldorf sollen die Verzögerung des Abmarsches um einig? Tage hervorgerufen haben. Das Divisionskommando wird wahrscheinlich noch nicht verlebt. Die militärischen Räumungsarbeiten sind berlltS zum allergrößten Teile durchgeführt. In französischen Händen befinden sich nur noch einige große Gebäude Di: Kleinwohnungen, die von den Familien ber französischen Offiziere unb ßotbaten belegt wurden, sind fast sämtlich geräumt unb bie Familien abtransportiert. Auf dem Dottmunder Hauptbahnhof kann man noch zahlreiche französische Familien bevbachtm, be mit Sack unb Pack bie (Stabt verlassen. In ben Hotels ist man am Werk, das Eigentum ber Desatzungstruppen unb bas Bureaug rät zum Bahnhof zu schassen. Die Bevölkerung nimmt von bieten Räumungsarbnten keine Notiz. Die Uebergabe der Dortmunder Bahnlinien. D o r t m u n b, 20. Oft. (TA.) In ber Nacht zum Montag um 12 Ahr ist bie lleoergabe ber in ber Dortmunber Zone von ber französischen Regie verwalteten beutschen Cllerwahlli ie.i an bie deutschen Behörden erfolgt. Di: Ab. i lu gs- arbeiten, vornehmlich bie Aebergabe des Mat e r i a l s , werben noch einige Tage in Anspruch nehmen. Die Eisenbahndiret- ti o n, bie seinerzeit von Dortmund nach Hamm verlegt würbe, ist am Mvn ag nach Dortmu nb gekommen. Frei finb nach ber Ae. ergäbe folgende Strecken: Dortmunb-Löhn, Hoerd QLöUrbea, Soest, Hamm, Schwert cund Dorunund S.d Die Regreeisenbahner französische - ~ ationalb tät sink) schon abtransportier! und werden in Mainz untergebracht. Dort werden p.e e.n.:e^ kleidet unb ihren früheren Eüenbahinornuttronen zugeteilt. Der Bahnhof Limvurg an die Neichsbahnoerwaltnng zurückgegeben. Koblenz. 21. Oft. (Sil) Die Bahnhöfe Limburg unb Eschhofen sind von der Regie an die Reichsbahnverwaltung zurückgegeben worden. Di« Liebergabeverhandlungen Wickeln sich reibungslos ab. Der übrige Teil der Strecke Höchst — Limburg bleibt einstweilen noch in der Verwaltung der Regie. Dör Besetzung der Stadt Limburg wird am 2 3. Oktober mittags aufhören. Aus Eschhofen sind die französischen Posten bereits abgezogen. Die zukünftige Regelung der Besatzungssrage. Wiesbaden, 20. Oft. (SU) (D. Z.) Die aus Berliner Zentrums- und Regierungskreisen immer gut unterrichtete „Rhein. Volkszeitung" meldet heute, das; sich die zuständigen Regierungsstellen gegenwärtig sehr eingehend mit der Dor- bereitung der für Ende dieses Jahres in Aussicht stehenden Verhandlungen über die zukünftige Re- gellrng der Besatzungssrage beschäftigen. Die deutsche Regierung habe einen Vorschlag ausgearbeitet, der eine grundsätzliche Aenderung des Besah ungs- jyst « ms vorsieht und der die Ersetzung der interalliierten Rheinlan dkommis- sion durch eine gemischte deutsch-alliierte Behörde verlangt. 3n Berliner politischen Kreisen habe man den Eindruck, daß dieser Vorschlag viel Aussichten auf Annahme habe. 3ntereffant sei die Tatsache, das) dir englische Regierung einen ähnlichen Vorschlag der Konferenz der ll^sahungsmächte zu unterbreiten aedenv. Die englische Regierung habe in den ktzten Monaten die Beurteilung der Besatzungs- prtttck grundsätzlich geändert und ihren ehemaligen Plan der sogenannten Reutralisierung der Rhettllande auf dem Wege der Einsetzung einer Völkerbundshvheit wieder zurückgezogen. Der Hirnmelsbach-Skandal. Die Freiburger Firma I. Himmelsbach, die auch in Ridda (Oberhessen) eine Filiale hat, legt begründeten Wert darauf, nicht mit der in Rr. 245 genannten Firma Gebr. Himmelsdach A. G. identifiziert zu werden, da sie an den von der gesamten deutschen Presse scharf verurteilten Lieferungsverträgen für Schnittholz, die die Wrma Gebr. Himmelsbach A. G. mit der Be- bchrmgsbehörd« gegen Ueberlassung von beschlagnahmten Staatswaldungen zur Abholzung abgeschlossen hatte, in keiner Weise beteiligt ist und auch sonst mit der genannten Firma in keiner Geschäftsbeziehung steht. Dank der Regierung an Dr. Schacht. Berlin, 21. Oft. (Sil.) Der Reichskanzler Hat anQhlich der Riederlegung desAmts DeS Reichswährungskommissarsdurch sden Reichsbankpräsidenten Hjalmar 'S ch a ch t, die sich aus der Reuregelung der Wäh- «ungsverhältnisse ergeben hat, Dr. Schacht in -einem Schreiben den Dank der Regierung für seine tSätigfeit als Währungskommissar ausgesprochen. 'Unter Hervorhebung der Verdienste, die sich >Dr. Schacht als Reichswährungskommissar durch .seine zielsichere und feste Kreditpolitik, durch die Schaffung der Golddiskonthanf und durch ife|ne Arbeiten an dem Zustandekommen des Sachverständigengutachtens und am Ab- 'schluh der 8 0VMillionen-Anleihe er- toorben hat. Zur hessischen LandLagswahl. Darmstadt, 20. Oft. (Eig. Der.) Rechtsanwalt Dr. Fritz A. Pagen st echer in Mainz, der früher unter den hessischen Iung- Ciberalen eine führende Stellung einnahm, dann gu den Demokraten überging und eine Zeit- Hang als Abgeordneter dieser Partei der Hess. Volkskammer angehört?, ist zur Deut- ischen Dolkspartei übergetret en. — -Der Generaldirektor der Landwirtschastskammer. 'OeEonomicrat Dr. Hammann, war in verschiedenen Blättern als Kandidat für die Landtags- jw. aitjkn dem der Gründer des französischen Faschistenorgans „Das Reue Italien", und der o f f i - zielle Vertreter der Faschistischen Partei. Besonderes Interesse erweckten die vielen Zeugen, unter denen sich eine ganze Reihe bekannter französischer Politiker befindet, darunter L6on Blum, Paul Boncourt, Ferdinand Buffon, Mouttet, ferner der spanische Publizist ilnamuno und eine ganze Reihe anderer Politiker und Parlamentarier. \.l . ----! ! Der Kamps in Mekka. London, 21. Oft. (TU.) „Times" meldet aus Hedschas, daß der Sultan von Rediem Ibn Saud in Mekka eingetroffen ist. Er vevöfient- lichs besonderen Wohlgeschmackes stets gern gesehen. Daß dabei nur von frischgelegten Eiern, die man fast überall als „Trinkeier" bNeichnet, b.e Rede sein kann, ist selbstverständlich. Man braucht 'durchaus keinen übertrieben feinen Gaumen zu haben, um im Geschmack ein alles Ei von einem frischen zu unterscheiden. Um im voraus zu erkennen, ob ein Ei frisch ist, halt man es nach einer alten Vorschrift gegen das Licht. Fci'ch- gelegte Eier sind hell durchscheinend unb zegen nur eine sehr kleine Luftblase an der Spitze. Je großer bie Blase ist unb je trüber die C er erscheinen, um so älter sind sie. Ganz undurch- sichtige Eier sind sicherlich ungoeig \e.v zur Nahrung. Bisweilen aber verbergen sich unter ber Marke „Trinkeier" auch minbcrwert ge Erzeugnisse, unb es gibt hier unb ba Händler, b.e fern Bedenken tragen, all« ausländisch« Sier als „Trinkeier" zu verkaufen. Trinkeier! Ist es denn wirklich empfehlenswert, so viele rohe Eier auszutrinken? Unsere meberne, von hygienischen Vorstellungen beeinflußte Geschmacksrichlung weist uns im allgemeinen gerade daraus hin, bie Speisen in besonderer Weise zuzubereiten, sie zu kochen, zu b-ra'en. Insbesondere das Eiweiß gerinnt beim Kochen und wird dadurch leichter verdaulich. Trotzdem findet man die Sitte, Eier roh zu genießen, allenth Üben verbreitet. Vielleicht hat her der Geschmack, über den man b kanntlich nich! streiten soll, ein Wörtchen mitgesprochen. Andererseits gibt es auch viel« Menschen, di« v)r einem ungekoch «n Ci einen wahren Widerwillen empfinden. Aus jeden Fall ist beim rohen Ei zu beachten, daß das Ci tüchtig geschlagen unb gerührt wird. Denn das Eiweiß des ungrkochten, nicht geschlagenen Ei.s ballt sich im Magen zu eignem Klumpen zusammen, der nur langsam vom Magensaft durchdrungen wird. Wer aus irgendwelchen Grünben r h: Eier, mögen es auch die besten „Trinkeier" fein, nicht verträgt, soll sie unter allen Umstände i gekocht genießen. Weich gckocht, sind sie jedenfalls le chl verdaulich. Magenkranke pflegen Eier, bie elloa drei Minuten gckocht worden |inb, am besten zu vertragen. Harte Eier sind weniger bekömmlich, wenn sie nicht in dünne Scheiben g schnitt n ober zerkleinert genossen we ben. In diesem Fall werden sie vom Magensaft noch schneller gelost, als weiche unb rohe. So nahrhaft Eier aber auch sind, so werden si« doch immer langsamer unb schwieriger verdaut als manche Flcischarten. Uebcr die Verabfolgung von @iern an Kinder gehen daher die Ansichten der Aerzte aus inander Es gibt sogar ein« ganze Reihe von Aellulapiü'gern, auch im Lager der Kinderäi-zt« selbst, treldj? das Ei als Kii.d:rnahrung gcrab zu verbieten und, wenn d e Mütter drängen, allenfalls ein Ci für kleine Kinder in ber Woche zugestehen. Sie weisen darauf hin, daß Kinder nicht selten eine große Empfindlichkeit geg n den Ei rg nutz durch Eierbauchweh, Reffäausschl->g Ast iyma usw. g igen. Die Frage ist aber von der Wissenschort noch nicht restlos geklärt. Rach der Ansicht bedeutender Forscher ist die zur Zett öfter hervort.etend« Scheu vor dem Hühnerei auf je)«n Fall unb.° gründet, wenn man das von Eiweiß befreite Eigelb allein gibt, und es besteht'kein Grund, Eier in dieser Form und in mäßiger Menge bereits vom zweiten Lebensjahr ab nicht zu verabfolgen. D»i gesunden Säuglirigen ist jedoch solche Zulage keineswegs nottoer.b.g und bei überfütterter zu stärkerem Fettansatz neigeiber Ki dn > oga ur- Ateedmä6ig. Bei englischer Krankheit unb bei kindlicher Tuberkulose wiederum spiell das Eigelb wegen s«n«s Gehalts an wirksamen Nährstoffen als Stärkungs- und Kräftigungsmittel eine we- entliche Rolle. Gictzener Wochenmarktpreise am 21. Oktober 1924 (Hänblerpveise). Es kosteten auf dem heut gen Wochenmarkt; Butter 230, Matte 25, Käse 75, W.rsing 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 6, Rottraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 30. älntettohlrabi 6, Rosenkohl 45, Feldsalat 50, Tomaten 50, Zwiebeln 12 bis 15, M.e.rettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 40, Kürbis 5, Kartoffeln 5, Aepfel 10 bis 20, Birnen 10 bis 15, Brombeeren 50, (Zwetschen 20, Nüsse 45 bis 60 Pf. das Pfund. Eier 17 bis 18, Blumenkohl 20 bis 150, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 8, Lauch 10 bis 20, Rettich 10, Sellerie 20 bis 60 Pf. das Stück, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100, Gänse 100 Pf. das Pfund. $ Zum Flu gtag in Gießen. Mit bet Herrichtung des Wiesengeländes hinter dem Gericht zu einem einwandfreien Sportflugplah ist gestern begonnen worden. Die Arbeitet werden mit aller Kraft gefördert, so daß damit gerechnet werden kann, daß der Platz am Freitag beim Eintreffen der Flugmaschinen allen Erfordernissen entsprechen wird. Erfreulicherweise zeigt sich schon jetzt in allen Teilen ber Bürgerschaft sehr großes Interesse für diese bedeutsame flugsportliche Veranstaltung; dieses äußert sich namentlich auch in den Zeichnungen zum Garantiefonds. Der Werbeausschuß, der diese Zeichnungen zu sammeln hat, berichtet, daß seine Arbeit trotz der Schwierigkeiten der Zeit sehr gute Erfolge zeitigt, weil man eben erkannt hat, daß dieser Flugtag doch mehr ist als nur eine sportliche Veranstaltung, daß ihm eine hohe nationale Eigenschaft innewohnt: nämlich überall nach besten Kräften Bausteine zusammenzutragen zurWiederaufrichtung unseres deutschen Flugwesens! 5>iefe über den Tag hinausreichende Bedeutung der Veranstaltung haben sich die bisherigen Zeichner vor Augen gehalten und danach ihr Handeln auf der Zeich- nungslifle eingestellt, und es darf wohl als sicher angesehen werden, daß auch die übrigen Mitbürger, bei denen der Werbeausschuß in diesen Tagen noch vorsprechen wird, unter den gleichen Gesichtspunkten ihre Entfcheidung treffen werben. Der Vorverkauf der Einttittskarten wird jetzt in Gang kommen, die Kartenverkaufsstellen werben in unserem morgigen Anzeigenteil zur Kenntnis des Publikums gebracht. Von auswärts liegt bereits eine außerordentlich rege Nachfrage nach Karten vor; hoffentlich wird sich die gleiche starke Nachftage auch in unserer Stadt selbst zeigen. ** Eine öffentliche S tad tverord- neten-Versammlung findet am nächsten Donnerstag, nachmittags 4 älhr beginnend, statt. Als bedeutsamster Punkt steht folgende Vorlage auf der Tagesordnung: .Schritte zur gesetzlichen Einschränkung der E.ltlassung von Arbeitern unb Angestellten, Verlängerung der Dauer ber Erwerbslosenunterstützung und Svnberzuweisungen an Kurzarbeiter." Zahlreich« kleinere Vorlagen machen das Arbeitspensum des Hauses ziemlich umfangreich. **Dieälmst«llung auf Reichsmarkkonten geben die hiesigen Banken im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes bekannt. Man lenke der Anzeige seine Aufmerksamkeit zu. D i e Anstalt für Gpilep tis che in Nieder - Ra m stabt (Kreis Darmstadt), die bekanntlich Eplleptisch« (Fallsüchttge) aus allen Kreisen Hessens aufnimmt, beabsichtigt, die ministeriell genehmigt« Hauskollekt« für 1924 in den nächsten Wochen in der Stadt Gießen erheben zu lassen. Mit Rücksicht auf den guten Zweck dürft« dieser Hinweis wohl genügen, den Kollek- tanten offene Türen unb Herzen finden zu lassen unb das Liebeswerk durch reiche Gcrbrn der Lieb« zu unterstützen. ** Der Gießener Konzertverein lädt im heutigen Anzeigenteil zum Abonnement auf seine Winterkonzerte ein, deren reichhalttges Programm hier bereits besprochen wurde. ** Bei den diesjährigen Kreis- Obstversteigerungen erzielte die Kreisver» toaltung aus der Obsternte an den Kreisstrahen des Kreises Gießen den Betrag von rund 18 000 Mark. ** Der Goethebund veranstaltete am Somrtag abend eine Feier zum Gedächtnis des schwäbischen Dichters Cäsar Flaischlen, mit dem er in dessen letzten Lebensjahren durch warm« freundschaftliche Beziehungen verbunden war. Das Orchester des Bundes unter Leitung des Herrn! Käst ein schuf dem Abend durch den Vortrag von Werken Händels, Haydns und Lindsags einen feingetönten Rahmen, von dem sich die von Fräulein Friedel Lerch gesprochenen Gedicht« Flaisch- lens stimmungsvoll abhvben. Eine Ansprache des Brrndeswarts feierte den Dichter als den Kämpfer unb Sieger, dessen Lebensbejahung, auf ernstestem Grunde ruhend, in ber trüben Gegenwart dem eins einen wie dem deutschen Volke vorbildlich sein darf. —o— ** Der Dau«r'sche Gesangverein stellte am Sonntag seine Sangeskunst unb die künstlerischen Fähigkeiten mehrerer Solisten in den Dienst einer ausgezeichneten Wohltätigkeitssach«. Er veranstaltete in der Reuen Aula ber ättnversi- tat ein Konzert, dessen finanzieller Ertrag für die Kriegsblinden bestimmt war. Der s«hr stark« Besuch ber Veranstaltung bewies dem Verein, daß sein älnternehmen von der vollen Sympathie breiter Schichten unserer Einwohnerschaft begleitet wurde. So lobenswert dieser edle Dienst der Nächstenliebe war. so ausgezeichnet fielen auch die künstlerischen Darbietungen aus. bie den Gästen geboten wurden. Der Chor sang unter der fcingeffaltenben Führung seines Leiters Otto Gorlach eine Reihe von Chorkomposittonen, darunter recht schwierige, von denen man einige zwar schon bei früheren Gelegenheiten von dem Verein gehört hatte, die aber doch allesamt dank der gesanglich au^g-zcich-e en Durcharlei ung und der prächtigen stimmlichen Qualitäten des Chors einen vollen, ungetrübte i Genuß bereiteten. Verstärke Beifall, mit dem die Zuhörer bie Sänger unb ihren Leiter auszeichneten, war denn auch voll unb ganz am Platze. Konzertm ifter Christian Hüttenberger von Bad Homburg erfreute durch künstlerisch vollendet« Violinvorträge in hohem Maße. Pianist Hahn von hier wurde als Begleiter und als Solist in ausgeze.chneter Weis« seii.er Aufgabe gerecht. Kurt Richter, der von seiner Tätigkeit an unserem Stadttheller her in weiten Kreisen unserer Stadt geschätzt wird, sang als Dereinsmitglied zwei Lieber, die dazu beitrugen. die alte Wertschätzung weiter zu befestigen. Daß bei diesen v rtrefflichen Grben auch den Solisten starker Beifall gespendet wurde. i>er- • steht sich natürlich von selbst. ist sparsamimGebrauch und von ausgezeichneter Wafchwirkung! . Henkel ri Jr. *Tr>., *' V " • -- '• SM •< ■ mtL j '.i Ab Dienstag, 21. Oktober nm................................................................................................................ mit erläuterndem Vortrag. Außerdem: Fix- und Fax-Lustspiel Beiprogrammfilm. der neueste Expeditionsfilm: manischen nhlihiillilllilllliiiilillllllHilHlllllüulliiihlllllliiiillllllllllllli'iHllilllllllIHHIIIIIlI Jagdpfaden HessischeBilderbiihne Lindenplatz. sevat.) . Landkreis Gießen. neiD 7733a HL Spie gcl zu Merke: Telovhon 240 f. Autoiabrten. 7707V Alter Blei (Bleiröhrew kauft Brühlsche Druckerei 6U7D Schulstr. 7 9. OUllilllllllllllllllillllllllllill Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Diplom.Kaufmann Dipl.-Handelslehr. Gießen, Bleichstr. 5 Alleinige Handelsschule arji Platze, deren Inhaber Schulleiter, Lehrer und Fachmann ist. Noch täglich Aufnahme für die neuen Kurse 8,0°a Prospekt frei Lastauto- Fuhren werd, jederzeit übernommen. Tel. 1546. w„4 SahnfctietrtSp. kaufen gesucht. * Schr. Ang. u. 024406 i an den Gien. Anz. Handels-Schule „Hermes“ Gießen Bahnhofstraße 60. Bis 3. Novbr. noch täglich Aufnahme für die neuen Kurse. [Nh. toe, eise tik). mJ0*1 8?>io, 'S' SEe 30 ^.Tv' ^4 35 blz iS*® 'N iX ‘le 100 Ps In (024149 Damenhüten biete ich große Auswahl aller Neuheiten vornehmen Geschmacks bei billigster Berechnung F.Mandlet Gr. Steinweg 15 p IKein Laden! Felle- Pelzstreifen ■ Krimmer- Astrachan S links • Plüsch für Besatz an Kleider und Mäntel zu günstigen Preisen △ Reiskirchen, 20. Oft Gestern am Erntedankfest. fand hier im Gundrumschen Saal crn gutbefuchtei Gemeindeabend statt. Das Hauptthema des Abends war: „Der Lauf des Jahres", wobei 50 schöne Lichtbilder nach Ludwig R i ch t e r gezeigt wurden. Dann Wurde noch Allerlei Fröhliches auö Kindheit und Jugend in Wort und Bild vorgeführt. Die beim Ausgang erhobene Kollekte erbrachte den schölten.Betrag von 40 Mart Dieser wurde der Hessischen A o t h i l s e überwiesen. Kreis Friedberg. 'Trais-Münzenberg. 19. Okt. Gegenwärtig wird das Ghrendenkmal für die im Weltkr ieg gefa llenen Helden unseres Dorfes errichtet. Es wird vor der Kirche aufgestellt. Die Ramen unserer befallenen Bürger stehen auf einem quadratischen Postament, das von einem Kreuz überragt wird. Der Entwurf des Denkmals stammt von Reg.-Miumeisler Bötticher in Friedberg. Mit bei' Ausführung ist dte bekannte Grabmallunstwerkstütte Werner in Hungen betraut worden. Als Matenal wird der prächtige Beuver Lungstein verwandt. 4 Bad-Rau heim, 19.^ Ott. Eme mit 300 Äummern beschickte Geflügel- und Kaninchen-Ausstellung veranstaltete gestern cmd heute der hiesige Geflügel- und Kantnchen- zuchtverein. Der Eröffnung wohnten Vertreter der Behörden bei. Herr Muntermann-Ofsenbach hielt einen sehr lehrreichen Vortrag über Gefluge - zücht. 3m nächsten 3ahre begeht der Geilugel- inb Kaninchenzuchtverein die Feier seines 25jahrt° gen Bestehens. Aus diesem Anlast wird hier eine gi-vste Ausstellung der oberhessischen Züchter statt- Friedberg, 20. Okt. 3m vergangenen Winter hat die freiwillige Hilfsge ellschaft „Winterhilfe" in wirttich grostzügigw Weise, eir.e segensreiche Tätigkeit entwickelt, mdem sie 1 eben Tag an Bedürftige mehrere hundert Portionen Mtttagessen kostenlos verabfolgte. 2luch in dem kommenden Winter ist beabst.ch.igt, dieses Werk der Rächstenltede fortzufehen, vovauSgei»!. dast die benötigten grosten Mittel zusammenkommen. Die Madch«nsortbildungsfchule hat durch einen erfolgreichen bunten Abend den ersten Grundstein gelegt, verschiedene Beveine planen ebenfalls Wohltätigkeitsvorstellungen. Einen grosten Erfolg batte im vergangenen 3ahre der Wcih- nachtsmarkt im Caalbau und es ist deshalb natürlich, dast man auch in die fern Jahre eine Wiede^ holung veranstalten will. Heute tagte deshalb der Ausschust und hat brschlos'en. am 14. Dezember in womöglich noch gröberem Maststabe diesen Gedanken wieder zur Ausfühi-ung zu bringen. Man hofft, dast ein grober Teil der Gegenstände schenttveise überlassen wird, doch sollen auch die Friedberger Geschäftsleute mit Einkäufen bedacht werden. Da die Heu ige Ver- sammlung aus besonderen Gründen nicht sehr start besucht war, soll eine weitere am nächsten Montag stattfindem. _ ,__ sf. Friedberg, 20. Ott. 3n der heutigen Stadtverordnetensihung wurde der Fall 3akob über den wir schon wiederholt berichteten nochmals verhandelt Da die Weigerung verschiedener Stadtverordneten, mit dem Abg. 3akob zusammen in einem Ausschuh zu sitzen, solange n.cht eine Rücknahme seiner belerdrge.r- den Ausführungen gegen das Stadtbauamt und den Bauauskchub erfolgt sei, den ganzen städtischen Betrieb zu stören droht, ist der Antrag gestellt, die drei Ausschüße, denen derselbe angehört, neu zu wählen. Es kommt über diesen Gegenstand wieder zu einer hitzigen Aussprache. Die Sozialdemokratie verlangt ilebcrtocifiing an eine Kommission, während der Stadtv. Schroder sofortige Erledigung verlangt. Da dieser Antrag mit 15 gegen 12 Stimmen genehmigt wird, verlassen Sozialdemokraten u-nd Kommunisten den Saal. Da das Haus aber trotzdem beschlußfähig ist, werden die drei Kommissionen, denen Jakob a.r- gehörte der Bauausschub, der Fincmzausschuh und der Licht- und Wasfevausschüh, mit Aus- schlub Jakobs neu gewählt. Ob der Fall, der schon soviel Opfer an Arbeit und Zeit erfordert hat, damit erledigt ist, wird die Zukunft lehren. 3n der weiteren Verhandlung wird tue Anschaffung einer Kokszerklernerungsmaschine für das Gaswerk genehmigt, ebenso die Erweiterung des Rohrnetzes in der Bismarck- und Hanauer Stcave. Das Kino „Zentraltheater" hat seither 12'Prozent Vergnügungssteuer bezahlt wahrend iXls neu errichtete „Grob-Friedberg" 25 Pro^nt bezahlt. Da eine derartige ungleichmäst ge Behandlung gesetzlich nicht zulässig ist, sollen für die Fotae beide Lokale bei Eintrittspreisen bis zu 1 Mk einschl. 12'/-. bei höheren Preisen 25Prvz. Steuer bezahlen. Die von verschiedenen Firmen nachgesuchte Erlaubnis zur Anlage von Benzin- tankstellen für Automobile soll bis zur Erih>lung von Erfahrungen in anderen Städten verschoben werden. _ 4 Ziegenberg-Langenhain, 19. Ott. Während man in der Wetterau in den letzten 3ahren immer zeitiger mit der Obsternte r^gimu, hält man hier am alten Brauche fest, das Obst, vor allem die Aepfel, möalichst lange hängen und dadurch zur Vollreife kommen zu basten. 3n Händlerkreisen und bei Apfelweinproduzenten rst das auch bekannt, sie kommen deshalb immer gern zu hon hier erst im Oktober ftattfinbenten Versteigerungen. Roch bis vor furgein tounte fner Obst geerntet. Kettervbst kam das Malter 10 bis 12 Mk. , Kreis Schotten. Ober-Schmitten, 20. Ott. .H^uie ftuh entgleiste zwischen Cichelsdorf und ObN- Schmitten in der Rühe des Himmelsbachschen Sägewerks der von Schotten kommende G ü t e r z u g aus unbekannter älrsache. Das Schie- nengeleise wurde aufgerissen, die Lokomvttve sprang aus und stellte sich quer über die neben dem Schienenstrang hinführende Chaussee. Em sofort herbeibsu'derter Hilfszug aus «^ledberg arbeitet an der Instandsetzung der Strecke, Man hofft bis zum Abend die Strecke frei machen zu können, so dast der 8.30 Mr abent>3 m Ridda abgehende Personenzug nach Schotten, wenn auch "Hhpothekenkreditefürdie Landwirtschaft. Der Deutschen Genossenschaftshypo- thekenvank. die zum Konzern des Reichsverbands der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften gehört, ist es nach längeren Verhandlungen gewogen, mit der Gemeinschaftsgruppe deutscher Hypothekenbanken ein Abkommen zu Iterfen, welches die Beschaffung von Hypotheken für die Land- wirtschaft vezweckt und gegenüber anderweitigen Mommen wesentliche Vorteile und Vn-günsti- mmgen ausweist. 3n Hessen gilt das Abkommen ftr die Mitglieder des hessischen Genossenschaftsverbandes zu Darmstadt. Diesen Mitgliedern können durch Dermtttlung der Landergenossenschaftsbank e. G. m. b. H. zu Darmstadt Hypothekenkredite gewährt werden. Die Hypothekei' müssen möglichst erststellig sein und auf landwirtschaftliche Grundstücke in Feingold eingetragen werden, sie dürfen bezüglich ihrer Höhe einschliestlich aller Voreintra- gungen 25 Proz. des Wehrbeitrags nicht übersteigen und sollen zunächst nicht kleiner fein als 3000 Goldmark. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, V/t Uhr: „Der F emde". hierauf „Der zerbrochene Krug". — Lichtspielhaus: Ausgerechnet Wolkenkratzer. — Hessische Dilder- bühme: „Auf afrikanischen 3agdpfaden". — Heute abend 8 Uhr findet im grosten Hor- faal der Universität ein einmaliger Lichtbildervortrag des Herrn Gdw. Ehrlich, Fuh- Spezialisi und Orthopäde vom bekannten Dr.- Schell-3nftitut in Chikago und Frankfurt a. M, über das Thema statt: „Fustleiden — ihre Entstehung und Verhütung". Der po- pulär-Wissenschaftllche Vortrag enthält neben einer Reihe interessanter Lichtbilder zahlreiche Hinweise auf amerikanische Verhältnisse in Schule. Gesmchheitssürsorge. Erwerbsleben und Sport in ihrer Beziehung zu obigem Thema. (Siehe 3n- Mladen in rcicherAuswahl. Wmkrilhkr °- SarenBnjebition Lindcnplatz 1. von da abgeholt. § Ulrichstein, 20. Ott. Am SamStag wurde nachmittags zum ersten Male mit der von der Firma Rincker in Sinn entliehenen- Glocke geläutet, so dast nun wenigstens die glockenlose Zeit vorüber ist. Das neue Geläut wird in diesen Tagen bestellt. Theodor Koch-Brünberg t Am vergangenen Freitag tauf aus Manaos in Brasilien bie Aachricht hier ein. dast Theodor Koch -Grünberg der Malaria zum Opfer gefallen ist. Dor wenigen Monaten noch weilte er in Gtesten, um vor seiner Ausreise von seinen Verwandten und Freunden Abschied zu nehmen. Den ersten Teil seiner Forschungsreise hatte er glücklich zurückgelegt, da greift der unerbittliche Tod in dieses Forschers Lebensgang ein und nimmt den in der Vollkraft der 3ahrc stehenden im Alter von 52 3ahren hinweg, ein schmei-z- licher Verlust für die Hinterbliebenen und Freunde nicht weniger schmerzlich für die deutsche Wissenschaft! , _ , Theodor Koch-Grünberg war ein Sohn der oberhesfischen Erde. Geboren wurde er am 9. April 1872 als Sohn des Pfarrers in unserem Rc»h- barstädtchen ©rünberg. Rach Besuch der Bürger- schule !einer Heimatstadt trat er 1885 In das Gymnasium zu Laudrch ein, das er im 3ahre 1891 mit dem Zeugnis der Reife verliest. Er bezog im gleichen 3abre die Universität Giesten und hörte hier Vorlesungen über klassische Philologie Geschichte, Deutsch und Geogi^aphie. 3m Sommersemester 1892 weilte er in Tübingen Die übrige Studienzeit verbrachte er an unserer Landesuniversität woselbst er Mitglied der Landsmannschaft „Darmstadtia" war. Rachdem Koch-Grunberg 1896 die Prüfung für das höhere Lehramt bestanden und das Pädagogische Seminar am Gymnasium zu Giesten absolviert halte, war er von 1897 ab an verschiedenen hessischen Lehranstalten tätig. Das 3ahi- 1898 führte ihn zum erstenmal nach Südamerika. Er hatte Gelegenheit, an der zweiten Reise Hermann Meyers nad> dem Quellgebiet des Tingü, der Hochfläche von Matto Grosto teilzunehmen: es gelang damals der Expedition,' den Ronurv als Hauptguellsluh des Tingu festzulegen. Im Frühjahr 1900 kehrte Koch von dieser Reise zurück. Als Ergebnis seiner Forschungen veröffentlichte er verschiedene Schriften zur Ethnographie einiger 3ndianerstämme des von der Expedition berührten Gebietes. 1902 erwarb er sich in Würzburg die philosophische Doktorwürde auf Grund einer Arbeit über die Guoikuru, eine Gruppe von Indianerstämmen, die am Paraguay und im nördlichen Teil des Chaco leben. Von 1900 bis zum 3uni 1901 war Koch Lehr- amtsasscssor am Gymnasium zu Offenbach, verliest dann den hessischen Staatsdienst, um am Museum für Völkerkunde zu Berlin eine Stelle als Assistent anzunehmen. 3n diesem Amt verblieb er bis zum 3ahre 1909. ' 1903 führte er im Auftrag des Museums selbständig eine Expedition nach Brasilien Als Arbeitsgebiet wählte er die Rordweslecke dieses Landes das Grenzgebiet von Brasilien, Columbia und Venezuela im Bereiche des oberen Rio Regro und des Iapurä. Schon damals drohten ihm die klimatischen Verhältnisse der Amazonasniederurg seine Pläne zu vereiteln. 3n Manaos, dem Ausgangspunkt der Reise lag er schwer am gelben Fieber darnieder, aber schliehltch setzte sich seine Qlatur siegreich durch. 3n zweijähriger Reise erforschte er das in geographischer Hinsicht wenig erforschte, in ethnographischer ganz unbekannte Gebiet Es gelang ihm. den Zusammenhang der Flustgebiete des Orinoco, Rio Regro und Iapura festzustellen, besonders reichhaltig aber toar feine Ausbeute auf ethnographischem Gebiet Durch seinen langen Aufenthalt bei seinen „braunen Freunden" vermochte er ein klares Bild der Kultur bet Avowak- und Betoyainnnme zu ge* den, neue Sprachgruppen zu entdecken und all dies durch reiche Sammlungen von rthiiograpbl- schen Stücken und linguistischen Materialien zu belegen. Auch diese Reise ergab einen reichen literarischen Riederfchlag Wir erwähnen das 1909 in erster Auflage erschienene Werk „Zwei 3a b r c unter den Indianern", das infolge feir.ci anschaulichen Darstellung und seiner technisch voll» endeten Abbildungen die Leistungen Kochs den weitesten Kreisen nahebrachte. DaS Tafelwerk „Indianertypen aus dem AmazonaSgebiet" 11905 11) zeigten Kochs vollendete Kunst der Reiseph« ographie, rnd seine Schriften „Anfänge der Kunst imllr« walde" (1906), „S u d a m e r i k a n i s ch e F. ls' Zeichnungen" (1907) bringen Hunderte wert« voller Reproduttionen von Handzeichnungen jener Indianerstämme. 1909 habilitierte sich Koch in Freiburg i. B. und lebte dort bis 1915 In diese Zeit fällt seine dritte Reise nach Südamerika, die er 1911 bis 1913 ausführte. Auch diesmal ist Manaos der Ausgangspuickt, und unter unsäglichen Mühen bringt er zum Quellgebict des Orinoco vor. Rach fast zweijähriger Fahrt kam er im März 1913 wieder in Manaos an. Zwar war ihm die Entdeckung der Quellen des Qrinocos nicht gelungen — dies war nach Kochs Meinung nur einer rein geogiaph.fchen mit grosten Mitteln ausgestatteien Erpedition möglich —, dafür hatte er, dem Die ethnographischen Probleme über den gcograpni- schen standen, auf diesem Gebiete austeiwrdentlich wertvolle Ergebnisse zu verzeichnen Aufzeichnungen über 21 Indianersprachen. Phonogiamme von indianifchen Gesängen und Melodie jetzt in ellen meinen iur Kenntnis irts liegt be- lchfrage nach gleich: starke t zeigen, »tberord- im nächsten nnend. statt, ide Vorlage r gesetzlichen abeitern und uer der Er- rzuiveisungen ne Dorlagen mses ziemlich eichsmark« iken im An- bekannt, Man ikit zu. ptifäe in mfladtl, bic } aii8 alten gt, die mini- 1921 'm d: n eben erheben guten Zwak i, ten Kolİ iden zu lassen brn der Liebe sertt)ctcin i Wonnemenl i reichhaltiges m wurde ien KreiS' ‘ üe KreiSder- i Kreisstrab-n g von runti :anstaüete am kdöchtnis des )len, mit dem durch warm Mmr.Das M des Herrn > den Dortrag Lindsagse'men die von SM- edichte Mis^ Ansprache z den Kampfer auf ernstestem dem vvrdridiich sangverei^ SSÄ» SU Sr-tvag kSZ 5 iiete« <®£ z i - te» w» Str" des s hier A^ise zr'chr^ervon )tt^-1mcrh sang Mt Q bei* die W be< —1 eeewee# Handarbeiten Mäusburg 1 ' ÄöMlsH verspätet, vurchgeruyick werden kann. Die heute fälligen Züge verkehrten nur bis Ober-Schmitten, tilnft wurde durck» das Postauto in Schotten Henkersseifenpulver ' • r • . >«/ • JVr *-• — "I1 • *• ' > -• k ? 1 . .. — • ■fi t- auf jeder Packung! mir dem Na men/zug: M :' ,WM<. II ' murmnr- -W—... r----------- ------------------------ ------—------'---- Die kluge Hausfrau * nimmt nur^ da/ e.chh& Bekanntmachung. Grnndstücksverpachtung der Stadt Gießen. Donnerstag, den 23. Oktober, Freitag, den 24 Oktober, Montag, den 27. Oktober und Dienstag, den 28. Oktober 1924 sollen die abgelaufenen Grundstücke der Stadt Gießen öffentlich meistbietend an Ort und Stelle auf weitere 6 Fahre verpachtet werden, und zwar: Donnerstag, den 23. Oktober 1924 a) Vormittags 873 Uhr, Zusammenkunft am Eichamt in der Dammstraße 5 Grabstücke in Flur II zwischen Damm- straße u. Schillerstraße, entlang d. Bahn 10 Grabstücke in Flur II zwischen Schillerstraße u. Weserstraße, entlang d. Bahn 2 Gärten in Flur II an der Weserstratze (früher Weißbindermeister Wagner) 23 Grabstücke in Flur II rechts d. Ederstr. 3 Grabstücke in Flur XXVII rechts am Wißmarer Weg (fr. Tonnenschuppen) 2 Grabstücke in Flur XXV u. XXVI am Wißmarer Weg bei der ftüheren Keßler- schen Feldscheuer 4 Aecker in Flur XXII u. XXIII in der Nähe des Neuen Friedhofs. b) Nachmittags 2 Uhr, Zusammenkunft am Schlachthaus 1 Garten in Flur XXXVIII hinter der Pulvermühle (fr. Metzgermstr. Schreiner) 38 Grabstücke in Flur XXXVIII auf der Hohleiche (hinter dem Schlachthaus) 3 Aecker in Flur XXXVIII auf der Hohleiche (an der Leimenkaule) 2 -lecker in Flur XXXV auf der Hardt über der Kropbach 1 Grabstück in Flur XXXV in der Nähe des Windhofs 3 Wiesen in Flur XXIX an der alten Krosdorfer Straße. Freitag, den 24. Oktober 1924 a) Vormittags 8l/2 Uhr, Zusammenkunft an den Bahnhöfen (Wirtschaft Teigler) 6 Grabstücke in Flur VI u. VIII vor der Thromschen Fabrik 9 Grabstücke in Flur VIII zwischen Mar- garetenhütte und Kläranlagen 2 Aecker in Flur VIII neben Wirtschaft Sänger 1 Acker in Flur XV hinter d. Kläranlagen 15 Grabstücke in Flur XV hinter den Klär- anlagen. b) Nachmittags 2 Uhr, Zusammenkunft bei der „Schönen Aussicht" 6 Grabstücke in Flur V u. VII am Wartweg bei der „Schönen Aussicht" 50 Grabstücke in Flur VII links am Aulweg fr der Nähe der „Schönen Aussicht" 2 Aecker in Flur XII am Wartweg bei der „Schönen Aussicht" 4 Aecker in Flur XII am Ohlebergsweg hinter dem Sägewerk 7 Grabstücke in Flur XII am Erdkauterweg hinter d. Heyligenstaedt'schen Fabrik 2 Gärten in Flur V an der Wilsonstraße (früher Kennelsches Besitztum) Montag, den 27. Oktober 1924 a) Vormittags 8x/2 Uhr, Zusammenkunft Stephanstratze - Goethestraße bei Wirtschaft Markert 11 Grabstücke in Flur IV in der Stephans- mark 1 Wiese in Flur XIII am Heegstrauchsweg 10 Grabstücke in Flur XIII am Schiffen- berger Weg links 9 Grabstücke in Flur XIII am Schiffen- berger Weg rechts (ftüher Pfaffsche Sand- 7 Aecker in Flur XIII u. XV am Schiffen- berger Weg links 7 Grabstücke in Flur XIII am Schiffen- berger Weg links hinter den Gärten 2 Aecker in Flur XVI links am Altenfeldsweg. b) Nachmittags 2*/2 Uhr, Zusammenkunft Licher Straße - Ecke Gg.-Ph.-Gail-Straße 26 Grabstücke in Flur XVI rechts der Licher Straße (Holzlagerplatz) 23 Grabstücke in Flur XVI am Nahrungsberg an der Bahn nach Fulda. Dienstag, den 28. Oktober 1924 a) Vormittags 872 Uhr, Zusammenkunft Licher Straße (Wirtschaft zur Stadt Lich) 21 Grabstücke in Flur XVII hinter der Maschinengewehr-Kaserne 40 Triebviertel in Flur XVIII zwischen Wohnbaracken und Mittelweg. b) Nachmittags 2l/2 Uhr, Zusammenkunft an der Wirtschaft „Zum Philosophenwald" 3 Grundstücke in Flur XX bei der Wirtschaft „Zum Philosophenwald" 34 Triebviertel in Flur XX zwischen Philosophenwald und Oberlach. Gießen, den 17. Oktober 1924. 81208 Der Oberbürgermeister. 3. V.: Klingspor. Bekanntmachung. Sperrzeit für Tauben. Die Besitzer von Tauben werden aufgefordert, ihre Tauben während der Saat- zeit vom 15. Oktober bis 15. November 1924 einzuhalten, andernfalls die Taubenhalter zu gewärtigen haben, daß sie bestraft und die Tauben von dem Feldschuhpersonal abgeschoffen werden, Gießen, den 11. Oktober 1924. Der Oberbürgermeister. 0. B_: Klingspor. 80348 Mittwoch, den 22. Okt. nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neuenweg 28 (im Löwen) und anschließend an Ort und Stelle zwangsweise gegen Barzahlung: I. 1 Obstkelter und Obn wühle, eine Partie Schubwaren, mehrere Nollen Dachpappe, 3 Gasherde, 1 Cmatlleherd, 1 Gasbackofen und sonstige Möbel. II. 1 Trumeauiviegel, 1 Auszieb tisch, 4 Robrstllhle, mehrere Flaschen Kognak und Rum, 7 Stücke Herren- anzugttoffe, 100 Mir. Dandlnchttoff, eine größere Partie neue Svortanzüge, Windjacken, Svortbosen, Kindcrsport anzüge, Arbeitsboseu und bessere gestreifte Hosen, 2 Faß Svindelöl, vier Faß Konsisteuzsett, 50 Säckchen Seifen- Pulver. Die Versteigerung unter II. findet voraussichtlich bestimmt statt. 8172V Junker, Gerichtsvollzieher in Gießen. | Vermietungen | Ml. Mil- II. S«WM I in der Nähe der Klinik an soliden Herrn abzugeben Hofmanustr. 7 p. Sfljöa mööl. rocön- unö SWMiim (mittelflr.) ii. evtl.gr. Einzelzimmer an ruhig, gebildet. Mieter abzugeben. Anzus. 9-11 u. l-2*/2 kuvlvigslk. 4? I. Zimmer mit 2 Betten sofort zu vcrntieten o-m> Liebigstraße 57 II. Lichtspielhaus Bahnhofstrasse Am Sonntag abend liy2 Uhr entschlief sanft im 58. Lebensjahr meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin, Gote und Tante Frau Kath. Koller geb. Balser. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: W f; , Ab morgen bis einschl. Sonntag: der weltberühmte Lustspieldarsteller in einer Bravourrolle in der Sensationskomödie Ausgerechnet Wolkenkratzer oder Der Luftikus. 7 Akte 7 Nur eine einzige Sensation gibt es in diesem Film. Harold Lloyd klettert die Fassade eines zwanzigstöckigen Wolkenkratzers hinauf. Aber diese Sensation dauert über eine Stunde. Es ist sicherlich die härteste Probe auf die Spannkraft der Nerven, wenn man sieht, was Harold Lloyd hier ausführt, es stellt das Unerhörteste dar, was jemals in einem Film gezeigt wurde. Sie werden sich den Kopf zerbrechen wie dieser amerikanische Film denn eigentlich technisch hergestellt sei; es ist eine Technik, wie wir sie in Europa einstweilen nicht nachzuahmen ___ vermögen. Es gibt keinen Widerstand gegen diesen „Er“ Diese Komödie hat in jeder Szene diese überlegene Gewißheit, wartet nur, es kommt noch besser Sehen Sie sich die köstlichste aller Komödien selbst an, denn es wird für Sie die fröhlichste und spannendste Unterhaltung, die Sie bisher im Film erlebt haben. Anfang 4, 6 und 8.15 Uhr. Grosses Orchester. S17OC Harold LBo^d der Allerweltsliebling, der Fürst unter den Film- Komikem Oießerser Konzertverein CAFE AMEND 8169c Für die Herren Aerzte und Krankenkassenvorstände sind Plätze reserviert. la Eröffnung EndedieserWoche CÄ des Zc Mottet 33 Mchtm Admiro Za-an liischm gchend Ä De flxrtlid fOauer-i Wäsche alle Formen Kaufhaus i Katz A fiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Lin Zimmer mit Küche zu mieten gesucht. Sielt. Dame oder Herr kann mit- vervstegt werden. 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Der Herausgeber der neuen Dolu- mentenpublikation des Auswärtigen Amtes, der Vorttagcnde Oegation^rat im Auswattigen Amt Dr Friedrich Stiebe, stellt in den nachfolgenden Ausführungen die Gestalt Jswotstis d ssen ve.hangn:s- volles Wftcken durch dos neue Ällen- wett vor allem auf gehellt werden soll, in den für das Verständnis des Lcse.s notwendigen zeitgeschichtlichen Zusammenhang. Diese Darlegungen werden, in erweiterter Form, das Einleitungskapiiel des Ergänzungsbandes bilden, den der Herausgeber unter dem Titel „Fswol.kl und der Weltkrieg" zusammen mit den Dokumentenbänden am 23 Oktober bei der Deutschen Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin W 8 veröffentlichen wird. DDG. Alexander Petrowitsch Iswolski wurde im Jahre 1856 geboren. Ürber sein Leben, ferne Entwicklung und vor allem seine politiiche Tätigkeit vor 1911, das heißt vor seiner Ernennung zum russischen Botschafter in Paris, wissen wir verhältnismäßig wenig. Iswolski war Schüler des Kaiserlichen Lyzeums in Petersburg und trat mit 19 Fahren in den Dienst des russischen Auswärtigen Amtes ein. Drei Fahre später wurde er als Sekretär einer internationalen Kommission nach Philipps- poli gesandt, wo er zuerst mit den Problemen des nahen Orients in Berührung kam. Hierauf bekleidete er diplomatische Posten in Bukarest und Washington. Fn ziemlich jungen Fahren erhielt er den Auftrag, sein Land beim Vatikan zu vertreten, wo er sechs Fahre blieb und besonders gute Beziehungen zum Kardinal Rampolla an» knüpfte. Später war er Gesandter in Belgrad, München, Tolio und Kopenhagen. 3m Jahre 1906 wurde er zum russischen Außenminister ernannt. Fswolski war ein überzeugter Anhänger jener Richtung in der russischen Politik, die das Heil ihres Landes im Zusammengehen mit den Westmäch 1 en, Großbritannien und Frankreich, erblickten. Dementsprechend war er als Vertreter des Zarenreiches in Tokio nach seinen eigenen Worten gegen jede Verschärfung des Gegensatzes zu Fopan, und er zog sich durch diese Haltung sogar die Ungnade seines Monarchen zu, der sich unter dem Einfluß von Dszobrazow und der Admirale Abaza und Alexeiew zum Kriege gegen Japan entschloß. Gegen Ende des Russ.sch-Fapa- nischen Feldzuges tauchte in Petersburg vorüber- ss^end der Plan auf, Fswolski zum Botschafter *n Berli n zu ernennen, der jedoch nicht ver- wircklicht wurde. Auch seine Entsendung zu den Friedensverhandlungen nach Portsmouth kam nicht zustande, und zwar weil er selbst sich dagegen erklärte. Jedenfalls gewann der Diplomat, der von den Unternehmungen im fernen Osten abgeraten hatte und durch den unglücklichen Ausgang des Krieges recht behielt, wieder an Ansehen, und das war der Grund, warum ihm im Mai 1906 die Geschäfte des Außenministeriums übertragen wurden. Kurz vorher, d. h. im März, begab er sich nach PariS, wo er mit drei anderen russischen Diplomaten, dem Botschafter in London. Graf Benckendorff, dem Botschafter in Parts, Relidow, und dem Botschafter in Rom, Mura w i e w, zusammentraf. Unter den vier Politikern fand ein Gedankenaustausch über das Programm statt, dem Rußland folgen müsse und das der neue russische Außenminister dann bei seinem Amtsantritt seinem Kaiser unterbreitete. Jswvlsti bezeichnet es selbst als das Programm, „dessen weitere Entwicklung zu dem unter der Bezeichnung Triple-Entente bekannten System führte." Ueber die einzelnen Erwägungen, die zu diesem Kurs führten, schreibt er nach einer gründlichen Verurteilung des 1905 zuDjörkö zwischen Kaiser Wilhelm II. und Zar Nikolaus II. abgeschlossenen, aber nachher nicht ratifizierten deutsch-russischen B.ü ndnisve r trage s ausführlich in seinen Memoiren. Am Schluß wird die Besprechung der vier Diplomaten in Paris wieder erwähnt und festgestellt: „Wir •) „Ter Diplomatische Schriftwechsel Iswolskis 1911—1914.“ Aus den Geheimakten der Russischen Staatsarchive. Im Auftrage des Deutschen Auswärtigen Aintes in deutscher Ueber» tragung herausgegeben von Friedrich Stieve. Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin. waren zu dem einstimmigen Schluß gelangt, daß die Außenpolitik Rußlands weiterhin auf der un° erschüttert.chen Grundlage re.n?8 Bündnisses mit Frankreich beruhen müsse, daß aber dieses Bündnis durch Abkommen mit England und Japan geftärtt werden solle.' Die wiederg g-ebenen Worte sind deshalb von Bedeutung, weil sie den für das Schicks al unseres Weltteiles entscheidenden Augenblict schildern, in dem das russische Reich sein Gesicht dem fernen Osten ab- und Europa zuwandte, in dem sein Drang zum Meere nicht mehr an der Küste des Stillen Ozeans, sondern im Westen nach Befriedigung strebte Und der Vollstrecker dieser historischen Wendung des grvßslaw schen Imperialismus war niemand anberiJ als Alexander Iswolski. Sehe bald machte sich eine notwendige Folge des neuen Petersburger Kurses bcme Eb r: Das gute Verhältnis zu Oesterreich das besonders hinsichtlich des Balkans jahrelang bestanden hatte, fing an, sich zu lockern. Auch hier spüren wir Iswolskis Hand. Als in Mazedonien die zwischen Rußland und der Donaumonarchie vereinbarten juttstischen Reformen durchgeführt werden sollten, erklärte er plötzlich, alle Großmächte müßten herangezogen werden, und im Verlauf der weiteren Verhandlungen wurde es kla.er, daß er auch in diesem Punkte mit England Zusammengehen wollte. Ganz langsam begann schon jene verhängnisvolle Kluft, die ganz Europa in zwei scharf voneinander geschiedene Lager, nämlich in das der Entente und in das der Mittelmächte trennen sollte. Diese Kluft entstand aber erst richtig und in ihrer ganzen bedrohlichen Tiefe, als Iswolski vorschnell von der defensiven Seite seines Programmes: der Ueberwindung bisheriger Widersprüche zu England, zur offensiven überging und eine Lösung der Meerengenfrage im russischen Sinne m Angriff nahm. Fswolski versuchte zuerst auf dem Wege der Verhandlungen mit den Großmächten eine für fein Land günstAe Lösung dieser Frage herbeizuführen. Dieser Versuch mißglückte. Gab es nun kein anderes Mittel, diese Lösung dennoch herbeizuführen? Das war die Lieberlegung, die sich logischerweise aus der erlebten Ablehnung ergab. Es ist angesichts des Mangels an zuverlässigem Aktenmaterial aus jener Zeit natürlich ganz unmöglich, die Gedankengänge Fswolskis im einzelnen zu verfolgen. Immerhin geben u.as einige Umstände auffchluß'.'eiche Fingerzeige und Anlässe zu ganz bestimmten Vermutungen. Es sind vor allem drei Dinge, die un erc Aufmerksamkeit verdienen. Kurz nach der Annexion Bosniens und der Herzegowina hielt der russische Außenminister in der Duma eine Rede, in der er den Balkan st aaten den Rat erteilte, sich zu einem Bunde zusammenzuschließen Gleich daraus machte er sich die grobserbische Forderung zu eigen, Oesterreich-Llngarn müsse aus der Balkan-Halbinsel verdrän gt werden. Lind im Dezember 1909 wurde zwischen Bulgarien und Rußland ein G eheim- l Der trag geschlossen, dessen fünfter Artitel fest- | stellte, „daß die Verwirklichung der hohen Fdeale der slawischen Völker auf der Balkan-Halbinsel, | die dem Herzen Rußlands so nahestehen, nur! nach einem günstigen Ausg ang des Kampfes Rußlands mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn möglich ist". Wenn damit nach dem unmittelbaren Zusammenhang des Textes auch zunächst der diplomatische Kamps gemeint war, so zeigen uns diese Worte doch sehr genau, in ttxldjer Richtung sich die Gedankengänge Fswolskis bewegten. Fetzt bereitete er, wenn man so sagen darf, eine große Lösung der Meerengenfrage vor, nachdem die Reine mißlungen war. Diese Lösung sollte auf dem Wege über die Balkanstaaten die russische Vorherr-schaft in der Südostecke Europas und daran an schließend die Gewalt über d,e Meerengen bringen. Daß Konstantinopel immer die goldene Frucht blieb, nach der Iswolski letzten Endes seine Hand ausstreckte, geht schon aus den am 24. Oktober 1909 zu Racco - n i g i mit Italien getroffenen Vereinbarungen hervor, kraft freren Ftcll en Wohlwollen de Haltung versprach, wenn das Zarenreich die Meerengen ausrollen wolle, während letzteres f ch mit einem Vorgehen Roms gegen Tripolis einverstanden erklärte. Der großen Lösung auf die der russische Auhenm nister und mit ihm die russische Politik infolge der diplomatischen Niederlage anläßlich der bosnischen Krise verfiel, standen als direktes Hindernis die Türkei selbst, Oesterreich- Ungarn, und letzten Endes auch der Freund beider Länder, Deutschland, entgegen. Es hat Augenblicke bei Fswolski gegeben - einige Anzeichen sprechen dafür —, wo er die Möglichleit erwog, bic deutsche Politik von Wien abzuziehen, was die Erreichung des von ihm gesteckten Zieles natürlich ganz bedeutend erleichtert hätte. Da jedoch derartige Bemühungen erfolglos bleiben mußten, wurde Deutschland als der stärkste Teil des Blockes, der Fswolskis Absichten im Wege stand, zugleich, je fester die erwähnte große Lösung ins Auge gefaßt wurde, mehr und mehr geradezu der Hebelpunkt zur Durchführung des ganzen Planes. Von diesem Gesichtspunkte aus wurde die Entente mit England und Frankreich von immer aktuellerer Bedeutung, weil s e am ersten die Möglichkeit einer Beseitigung des mitteleuropäischen Bollwerkes in sich schloß. Das waren zweifellos die politischen Erwägungen, die von dem verhängnisvollen Zusammenschluß der russischen Meerengenwünsche. der englischen Einkreisangstattik gegen -Deutschland und der französischen Revanchelust im Hinblick auf Elsaß- Lothringen führten. Drei sriettensgefährdende Faktoren vereinigten sich und richteten ihre Spitze gegen das Herz des europäischen Kontinents. Wir sehen oben, daß Fswolski während der bosnischen Krise in London und Paris für fein Verlangen nach den Dardanellen taube Oh:en fand. Die Ablehnung ging letzten Endes von England aus. das eine Erhaltung der Türkei, vor allem in Kleinasien, wegen feiner eigenen asiatischen Lebensintereffen wünschen mußte. Frankreich sekundierte d.m britischen Bundesgenossen, obwohl es nicht direkt engagiert erschien. War es nun nicht logisch von russischer Se.te im Hinblick auf die geschilderte große Lösung der Meerengenfrage, gerade in ''Baris mit der Arbeit zu beginnen, um den Widerstand der Bundesgenossen gegen den Vorstoß des Zarenreiches nach den Dardanellen von d.m schwächeren Punkte dieses Widerstandes aus zu überwinden? Konnte man nicht hoffen, durch eine Entfachung der französischen Revanchegefühle gegen Deutschland jene Beseitigung des Mittelblockes in Europa zu erreichen, der. wie wir oben sehen, das eigentliche Hindernis auf dem Marsch nach Konstantinopel war? Erg bt sich diese Konsequenz nicht logisch aus dem, was wir bisher an der Hand einzelner Tatsachen festzustellen vermochten? Fswolski ging nach seinem Rücktritt als Außenminister, der am 28. September 1910 erfolgte. als russischer Botschafter nach Paris. Ein Franzose, Ernest Fadet. hat kürzlich in der „Humanste" einen Bries veröffentlicht, der im Hinblick hierauf einen wertvollen Aufschluß enthält. Denn hier lesen wir: „Er (Fswolski) erschien mir sofort mit seinem wirklichen Gesicht, das erst später offenbar wurde, darauf brennend, die franko- russ ische Allianz zu ändern und ihren ursprünglichen Charakter zu entstellen: aus einem rein defensiven Vertrag eine 21 n » grif fsmaf chine zu machen. Herr Fswolski war als Vertreter seines Landes hierhergekom- men, um den französischen Boden zu sondieren und jene Rolle zu spielen, die ihm als Botschafter am Herzen tag. Ein alter Kandidat für denselben Posten hatte mich auf die möglichen Absichten aufmerksam gemacht, die die Wahl eines anderen Schauplatzes für die Tätigkeit Derbarg. Hat mir doch Gras Murawiew, der später in Rom gestorben ist, nach einem reichlichen Frühstück im Hotel Maurice anrer» traut: Um die heilsame Krisis auszulösen, um die europäische Politik zum Punkte d^s Bruches zu führen, ist es wirkungsvoller, i n P a ri s als in St. Petersburg zu arbeiten.“ Dieses Zeugnis ist eine Bestätigung der von uns ausgesprochenen Vermutungen. Die heilsame Krisis, der Druchpunkt der europäischen Politik, das war die Zertrümmerung der großen Schranke: Deutschland, Oester» reich-Un garn und Türkei, die den Weg nach Konstantinopel versperrte. Und zu ihr gelangte man am besten über Paris, weil sich von dort aus der Ansturm gegen den lebenskräftigsten Teil der Schranke, gegen Deutsch» land mobilisieren ließ. Entsprechen unsere Annahmen, entsprechen die Aussagen Murawiews und Judets der Wirklichkeit? Hierauf geben die Papiere Fswolskis selbst aus seiner Zeit als Pariser Botschafter des Zarenreiches Aufschluß, die uns in großer Fülle und chronologischer Reihenfolge Vorlieben. Lassen wir sie sprechen, so werden wir einen Blick in die Dunkelkammer des großen Problems der Entstehung des Weltkrieges tun. Wirtschaft. Neuwahlen und Wirtschaftsleben in England. Don Roh Hopkins, §crauSgcbcr des „Cconomist", London. Ein politischer Sturm heiligster Art hat England zu einem Jeitpunkte erlaßt, in welchem man hoffte, daß das Land der so sehnsüchtig erwarteten Wiederbelebung seiner Wirtschaft und der Hebung seiner industriellen Unternehmungslust entgegengeben würde. Wenn auch diese Ho,fnungen infolge des Vorhandenseins mancher unbekannter, weil auswärtigen Ein süssen unterworfener Faktoren zum Teil aus unsicheren Füßen standen, so rechnete man doch im allgemeinen mit einer günstigen Entwicklung in nächst er ^kunft. Statt dessen werden Reuwahlen mit all ihren Unruhen und Aufregungen über das Land hereinbrechen, und die Un- sicherl)eit der politischen Entwicklung wird auch das industrielle Leben des Landes, dessen Geldwesen und Handel in einem ungünstigen Sinne beeinflussen. Die allernächste Zukunft des Landes muß daher unter einem ganz neuen Gesichtswinkel betrachtet werden. Gehen wir von dem schärfsten, well am leichte- len reagierenden Barometer des Wirtschifts- lebens, der Effektenbörse, aus. Sie hat bisher auf die bevorstehenden Ereignisse nur mit einer geringen Flaute, die auf den Rückgang der Umsätze zurückzuführen ist, reagiert. Bei den zahlreichen unkontrollierbaren Gerüchten, dem Wulst von alarmierenden Rachrichten und dem Meer von Unklarheiten, die mit einem Wahlfeldzug nun einmal hergebrachter Weise verbunden sind, muß man mit einem Fortbestehen dieser abflauenden Tendenz, ja mit deren Verschärfung rechnen. Trotzdem sind hinreichend Gründe für die Hoffnung vorhanden, daß die kommenden Neuwahlen sich am Londoner Geldmärkte nicht in dem Maße aus» wirken werden, als die vor etwa einem Fahre gleichfalls stattfindenden Wahlen. Eine Benachteiligung der Dent s chl an d- anleihe war aus diesem Grunde nicht zu befürchten. Die gegenwärtige politische Krise hat eben weder das große Publikum noch die Börse mit der gleichen Ueberraschung getroffen, wie Mr. Baldwins plötzlicher Appel an das Land im November 1923. Damals befand sich Baldwin In sehr starker Position mit einer sicheren Parlamentsmehrheit hinter sich. Seine plötzliche Absicht, diese konservative Mehrhe': aufs Spiel zu setzen und sie — wie es sich später herausstellte, sogar einer Laune zu opfern — löste damals im ganzen Lande und nicht zuletzt bei der Börse äußerstes Erstaunen aus, das sich in einer scharfen Reaktion der Effektenkurse bemerkbar machte. Fn diesem Jahre (1924) erwarteten wir die Neuwahlen aller- dings nicht so ftüh, wie sie wirklich eingetreteiH sind, doch war die politische Stellung der Arbeiterregierung von jeher reichlich unsicher, so daß Gerüchte von Neuwahlen sich bereits seit einigen Monaten in der öffentlichen Diskussion breit machten. Der Faktor einer besonders plötzlich herein- brechenden Ueberraschung, der Wirtschaftsleben und Geldmarkt scharf beeinflussen könnte, ist daher nicht vorhanden. In zweifacher Richtung ist außerdem die gegenwärtige Situation bezüglich ihres Einflusses auf die finanzielle und wirtschaftliche Lage des Landes grundverschieden von derjenigen im vorigen Jahre. Damals bedeutete die kommende Ar- Deitenegierung für viele Leute eine vollkommene, sehr gefürchtete Umwälzung. Heute ist das Land mit ber Politik und den Ansichten der Arbeiterregierung vollkommen vertraut, und selbst in den Kreisen, die in ihrem poli.ischen Glaubm sb^ennt- nis eine natürliche Feindschaft gegen die Aroeiter- regierung hegen, hat die Bekanntschaft mit deren Ansichten viel dazu beigetragen, den feindlichen Gefühlen die Schärfe zu nehmen. Die Frage, ob in der nächsten Zeit eine grundlegende Aenderung in dem Steuersystem Großbritanniens ein treten wird, bildet daher nicht den, Mittelpunkt der Erörterungen. Diese Frage veranlaßte bekanntlich im vorigen Jahre die Geschäftswelt zu einer starken Zurückhaltung und wirkte sich in einer ungünstigen Entwicklung der Effektenbörse aus. In diesem Jahr (1924) werden zwei der bestehenden drei politischen Parteien sicherlich an dem bestehenden Steuersystem festhalten, während die dritte sich nicht weiter verpflichten will als vielleicht zu einem verstärkten Schutz bestimmter Industrien, die durch die jüngsten politischen und wirtschaftlichen Vorgänge in Europa in eine besonders gefährliche Lage gekommen sind. Der Einftuß des politischen Kampfes auf das Wirtschaftsleben Englands wird sich ferner in diesem Jahre kaum in so heftigem Maße auswirken als im vorigen Fahre: auch die Warenmärkte scheinen zur Zeit in weit gefestigterer Lage zu fein, um den ungünstigen Einflüssen politischer Geschehnisse widerstehen zu können. Der Valutamarkt Seltsame Hlitterwochen. Roman von Arnold Fredericks. 25. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Grace war absichtlich früher von Ver a.lles fortgefahren, überzeugt, daß die Räuber sich nicht vor frühestens acht ilfjr auf den Weg machen würden. In dieser Annahme hat e sie recht gehabt. Der Wagen der Entführer fuhr augenblicklich etwa zwei Meilen hinter ihr Paris zu: die Insassen sahen überall nach Stapleton aus. Der Präsekt war in ängstlicher Spannung. Jeden Augenblick glaubte er das bl ne Licht von einem der zahlreichen vorbeisah.enden Wc»' gen aufblitzen zu sehen. Wenn er kam, folUen seine Leute aufspringen und den andere i Wa e.i rasch durch Ab chiehen ihrer mit Schrot gclad ne r Karabiner auf die Räder zum Stehen bringen Seine Leute würden dann mit Hilfe des Wagenführers die Insa sen des anderen WagenZ übe » wältigen, bevor sie zur Erfüllung ih..c Dün ch e gelangten. Im Wagen hofften sie, das Kind zu finden. Der Plan war gut aus-gedacht, leider getan i er jedoch nicht Den Grund tannte der Präfekt nicht, aber keiner der Wagen, die an ibn v r- beifuhren, gab ein baues ichtzeichen. Fn l en schienen friedliche Automobilisten zu sitzen, lie Paris und seine Vergnügungsstätten möglichst । rasch zu erreichen suchten. War seine Verkleidung durch chaut worden? Er konnte es nicht glauben. Er fuhr sehr ärgerlich zur Präfektur zurück und wunderte sich, wieso die Sache nicht geklappt hatte. Grace erwartete ihn mit r.cug:crigcm Lächeln. „Hier ist das Geld," sagte sie und legte das Päckchen auf seinen Schreibtisch „Haben Sie die Leute erwischt?" „Nein." Der Präfekt warf sich auf seinen Stuhl. „Sie gaben kein Zeichen." „Aber — wie kommt das?" Das Vers»gen ihres Planes war sehr ärgerlich „Ich kann mir nur ciren Grund denken Die Burschen müssen auf irgendeine Art S.apletons Wagen erkannt haben, als sie sich ihm näherten — an einem Zeichen vermutlich, das ich nicht geben konnte." „Aber in den Anweisungen, d.e ich Stapleton brachte, war von feinem Zeichen die Rede. Er gab keines, als wir uns ihm näherten." „Fiel Ihnen irgendetwas Be anderes an der Erscheinung sein.eS Wagens auf — ctaxeS, was es diesen Burschen erleichtert hätte, ihn auch in der Dunkelheit bestimmt zu erkennen?" Grace überlegte einen Augenblick, dann machte sie ein bestürztes Gesicht. „Eines fiel mir auf, als Stapletons Wagen auf uns zukam und ich bin außer mir darüber, daß mir dessen Bedeutung nicht gleich klar wurde." „Was war es?" „Der el. ktri'che Scheinwe fer auf m iner Seile leuchtete _feb.- schlecht. Tatsächlich scher ec nahezu erloschen zu fein. Der andere leuchtete strahlend." Ter Präfekt sprang auf. „QKon Tieu," rief er aus. „Natürlich. Das ist so einfach, als dc»h zwei und zwei vier sind!" „Aber wer —?° „ Francois. Der Bursche ist an d.r Sache beteiligt. Er bchauptet, ge chlafen zu haben, als der Knabe gestohlen wurde. Er führte den Wagen, der Sie nach Ihrer Verschleppung zurückbrachte. Er stahl, verkleidet, die Zigarettenschachtel. Er stellt die Scheinwerfer so, daß die Räuber nicht nur sicher sind, das Zeichen dem richtigen Wagen zu g.ben, soirdem daß alles in Ordnung ist — daß Stapleton keine Detektive oder Polizisten im Wagen versteckt hat. Daran dachte ich nicht. Dies ist alles völllg klar. Glauben Sie mir, mein Kind, wäre jemand bei Stapleton gewesen, so hätten beide Lampen gleich strahlend geleuchtet, wie die meinen. Sie gaben mir das Zeichen nicht, weil ihren die Lampen nicht anzeigten, daß alles in Ordnung war." Grace sah rasch auf. „Wenn das stimmt," sagte sie. „so wußte Francois, daß Stapleton das Geld in den falschen Wagen geworfen Hal. Zweifellos und gleichzeitig wußten es auch seine Genossen. Natürlich wurde das Kind nicht ab= geliefert. Wir sind soweit wie vorher." „Sie werden Fvanyois sofort verhaften, nehme ich an?" „Nein, es hat keinen Zweck. Wenn wir ihn frei lassen, können wir manches erfahren. Setzen wir ihr — ahne bestimmten Beweis gegen ihn — fest, so erreichen wir gar nichts." „Was wollen Sie dann tun?" „Sie bringen Stapleton das Geld fofort zurück. Wenn Sie wollen, können Sie ihn sagen, wie Sie dazu kamen. Er wird natürlich wütend sein, aber er muß verstehen, daß die Gefangennahme dieser Verbrecher für die Stadt Paris so wichtig ist, wie de Auffindung feines Sohnes. Wir haben unser Bestes getan und es mißlang. Wir müssen von vorne anfangen." „Richard war am Versailler Tor," bemerkte Grace. „Er versuchte, meinen Wagen anzuhalten." „Ja. Ich fah ihn. Er kommt gleich hierher." „Dann muß ich gehen." sagte die jung? Frau; erregt sich erh.bend. „Es wäre sehr fatal, wenn er mich hier finden würde." Ein Klopfen an der Türe war hörbar. Der Präfekt stand auf und sah vor ichtig bi naus, dann wandle er sich mit schelmischem Lächeln an Grace und flüsterte: „FH. Mann ist im Vorzimmer." „Aber — wo soll ich hin?" „Warten Sie hier drin!" Lefevre öffnete die Tür. die zu seinem Privatkabinett führte. „Eie können alles deutlich hören Nach dem, was Sie mir Erzählten, wäre ich nicht erstaunt, wenn er auf Ihrer sofortigen Verhaftung bestehen würde." „Ich bin nicht aufrichtig ihm gegenüber! Armer Richard, ich fürchte, er kann mir dies alles nie verzeihen!" „ilrrfinn! Säe sind für den sehr lobenswerten Versuch angestellt, Stapletons Kind aufzufinden. Ebenso er. Ihr Ziel ist dasselbe. Nur — er hielt mit bezeichnendem Lächeln ein wenig inne — von meinem Standpunkt aus wäre es mir lieber, wenn die Auffindung des Jungen dec Pariser Polizei, das heißt Ihnen, die Sie zur Zeit ihr angehören, zuzuschreiben wäre!" Richard Duvall betrat die Diensträume des Präfekten ein wenig beklommen. Der Raum, der ihm von früher her vertraut war, crinreite ihn naturgemäß an Grace, mit der er sich in Gedanken tatsächlich die letzten paar Tage fortwährend beschäftigt hatte Hier, in diesem Raume, hatte sie ih-ii zum ersten Male ihre Liebe gestanden — während der aufregenden Verfolgung Victor Girards und der Million Franken. Er sah sich in der vertrauten -Umgebung um. iFo.tietzung folgt) FABIAN ___Jl 5n Billionen Prozent Datum: ♦ die Banrnoteei (Ohne Gewähr.) voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll 2lm sich (TA.) Ein- wegen tretet des selbständigen Maklerstandes. G eId- und Devisenmarkt zeigten keine nennenswerten Veränderungen. Protest der Berliner Börse gegen Börsen-Umsatzsteuer. Büchertischc X Das Heilige Reich der Deutschen. Unter diesem Titel gebt der Philosoph Leopold Ziegler ein neues, grob angelegtes Werk (Drei Bücher in zwei Bänden) im Otto Reichl Verlag zu Darmstadt heraus. Es wird nach Angabe des Verlages Anfang Rovern ber erscheinen, und wir behalten uns vor. unfern Lesern ausführlich darüber zu berichten, sobald es vorliegt. • — Vas wvethe- GeIVvuch: | Reise nach Weimar" von Albert Willrich, hevauSgegeben von der Gesellschaft der Goethe- Freunde in Hamburg im Verlag C. Boysen. Hamburg 36. — Auf eine ganz eigene, tiefsinnige Art erleben wir eine Begegnung mit Goethe. Auf geistigem Wege, über das bedeutendste und umstrittendste Werk des Meisters, dem Faust, fuhrt uns der Verfasser nach Weimar, in das zaubererfüllte Schloß Goethes, um dort die Steine reden zu machen, die ütatuen und Bilder wie die symbolischen Sähe einer Ervica erklingen zu lassen. Kunstwissenschaftliche Thesen des Verfassers über Goethes Schaffen und das Verständnis feiner Werke, insbesondere das des Faust, die der Autor in diesen seinen Ausführungen aufstellt, fordern die Beachtung jedes Gebildeten heraus. 966 ffrnnffirrt rt. ’m.) Berlin Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 20. Oktober, Tie Börse stand völlig unter dem druck des von Der Berliner Börse heute Hindernis für dre Investierung ausländ^chen sta- pitals in Deutschland. Die Börse fei etne wichtige wirtschaftliche Einrichtung und eine unbedingte RotwendigkÄt, sie sei das Organ, die das Geld aus dem Auslande hereinschasst und der Volkswirtschaft zuführt, deshalb sei die Abschaffung des hohen Börsenstempels dringend erforderlich. Rach ihm ergriff Herr Direktor Wassermann (Deutsche Dank) das Wort und wies eindringlich darauf hin, daß die gesamte Volkswirtschaft ein eminentes Interesse an der Aufhebung der jetzigen Slernpelabgabe habe. Man dürfe sich bei Wirtschaftspolitik nicht nach persönlichen Empfindungen und Sympathien und Antipathien richten. Es handle sich bei der jetzigen Lage in Deutschland Parum, die Spekulation wieder anzuregen und in den Dienst der Kapitalbeschaffung für die deutsche Wirtschaft zu stellen. Als dritter Redner kam ein Vertreter der selbständigen Makler. Herr K l i m i h, zu Worte, der ganz besonders darauf hinwies, daß die Reihen des alten soliden Maklerstandes sich durch das verfehlte Gesetz sehr gelichtet haben, und daß an der Börse eine Inflation durch ein gewisses Proletariat entstanden sei. Als letzter Sprecher trat ein Vertreter der Bankangestellten. Herr Ballot von der Deutschen Dank, auf, der ganz besonders auf den noch immer stark vor sich gehenden Abbau bei den Danken aufmerksam machte. Es wurde keine Entschließung gefaßt, jedoch forderte Herr Klimih als Vertretet des Makler- standes zum Schluß die Dörsenbesuchet auf, heute zum Zeichen des Protestes gegen die hohe Dürfen-llmsahsteuer dieBörsezu verlassen. Dieser Aufforderung wurde von einem so großen Teil der Dörsenbesuchet Folge geleistet, daß jeder Börsenverkehr erlosch und die Börse als geschlossen zu betrachten ist. Börsenkurse. Berlin. 20. Ott. An der Berliner Börse sand heute eine spontane Kundgebung Der Dörsenbesuchet gegen den Dötsen-LImsah-Stempel statt. Das Geschäft wurde auf allen Märtten gegen 11,45 Uhr Dornt, unterbrochen und die Börsenbesucher traten sämtlich im zweiten Börsensaal zusammen, wo Herr Ha mol das Wort ergriff, um die schädigende Wirkung der hohen Börsen-Umsatz-Steuer darzulegen. Der Redner wies vor allem darauf hin. daß feit längerer Zeit die Vertreter der Dörsen- interessenten bei der Regierung vorstellig geworden sind, um die umgehende Deseittgung der jetzigen untragbaren Lasten zu erwirken, daß man aber bisher nur erreicht habe, daß der Stempel auf die Hälfte reduziert werde. Inzwischen habe es sich durch das vollkommene Grüegen des Geschäftes gezeigt, daß eine derartige Ermäßigung nicht entfernt hinreicht, um dre Börse lebensfähig zu erhalten. Es könne sich nicht darum handeln, die Dörsensteuer langsam abzubauen, sondern es müsse verlangt werden, daß der D ö r s e n- stempel auf eine ganz andere Mentalität eingestellt werde, als heute. V o r dem Kriege feien 30 Pf. für das Tausend Kundenstempel erhoben worden, heute betrage der Kundenstempel 15 Mk. pro 1 000. Siefe enorme Höhe des Kundenstempels sei das Haupt- . 28,75, Hafer, inländ. 20 bis 23, Mais, gelb 20,50 Z bis 20,75, Weizenmehl, inländ., Speziall 0, 36 bis 38.50, Roggenmehl 34,50 bis 37, Weizenkleie 12,50 bis 12,75. Roggenkleie 12,25 bis 12,50, Erbsen 32 bis 40, Linsen 50 bis 55, Heu, süddeutsches, gut, trocken 11, Weizen- und Roggenstrvh 7 bis 7,50, Treber, getrocknet 19,50 bis 20,50. Tendenz: Etwas schwächer. bietet hier für das beste Deisptel. 2Cfl voeWayten des Jahres 1923 die auf gesicherter Grundlage ruhende Volkswirtschaft überraschten, ging die Sterltngvaluta. die vorher schon eine leicht sinkende Tendenz hatte, plötzlich scharf herunter: Depositengelder aus dem Auslande wurden in bedeutender Menge zurückgezogen. Diese Entwickttmg wurde, wie man sich erinnert, durch die Indiskretion eines jungen Kabinettsministers verschärft, der die Möglichkeit der Durchführung einer Inflationspolitik ausplauderte. Eine weitere Verschärfung wurde natürlich durch die Aufnahme einer allgemeinen Vermögensabgabe in das Programm der Arbeiterpartei hervorgerufen. In diesem Jahre (1924) brachte der Frühherbst im Gegenteil eine auffällige Besserung des Sterlingkurses, die selbst im September — einem sonst gefährlichen Monate — von nur kleinen Abschwächungen unterbrochen war. Diese auffallende Festigkeit der englischen Währung zu einet Zeit, wemt der Kurs normalerweise aus den Erfordernissen der Handelsausgleichung eine Tendenz nach unten zeigt, läßt sich aus zwei Gründen erklären. Einmal aus der Steigerung des Riveaus der Lebensmittelpreise in der .Union und zweitens aus dem Her- überströmen amerikanischen Geldes nach England für Investietungszwecke infolge des höheren Zinssatzes. Ratürlich wird der kommende Wahlkampf kaum ohne eine ungünstige Beeinflussung unseres £els und des Londoner Geldmarktes abgehen. werden bei einem solchen Wahlfeldzuge viel alarmierende Gerüchte, Verdächtigungen und Indiskretionen in die Wett gesetzt. Wahlkampf ist nicht immer Kampf mit ehrlichen Waffen. Welche Einflüsse aber auch immer aus dem Wahlfeldzuge auf das Wirtschaftsleben zu erwarten sind, sie treffen das Land bezüglich seines Geldwesens in einer weit besseren Verfassung als vor einem Iahte. Es ist sicher eine weit geringere Kraft dazu nötig, eine bereits im Flusse befindliche Bewegung zu größerer Schnelligkeit anzutreiben, als eine in einer bestimmten Richtung sich vollziehende Bewegung anzuhalten und ihr eine entgegengesetzte Richtung zu geben. Obwohl daher die diesjährigen Wahlen vielleicht manche Uebertaschungen bringen werden, irgendein Prophezeien daher gefährlich ist, so glaubt man doch in den führenden Kreisen der Londoner City, daß die Einflüsse des Wahlkampfes auf Börse und Wirtschaftsleben sich in weniger scharfen Formen bewegen werden, als im vorigen Jahre. Auch die wenig erfreulichen Anstrengungen gewisser englischer Zettungen und der Versuch bestimmter Publizisten, auf dem Kontinent den Eindruck zu erwecken, Großbritannien sei über die voraussichtlichen ungünstigen wirtschaftlichen Folgen des Dawes-Planes Dermalen erschreckt, daß es seine Unterschrift unter die Reparationsurkunde nicht einlösen wotte, verdienen in diesem Zusammenhänge erwähnt zu werden. Es kann nicht stark genug betont und auch für die deutsche Oeffentlichkeit nicht klar genug gemacht toerben, daß die Reparationsfrage keinen Programmpunkt der kommenden Wahlen bilden wird. Sämtliche politischen Parteien Englands sind fest entschlossen, die Unterschrift Großbritanniens unter dem Londoner Pakt zu honorieren und alles zu tun, die neue wirtschaftliche Regelung in Europa in jeder Weise zu unterstützen. Berliner Börse. (Eigener Drahtbeticht des «Gießener Anzeiger".) Berlin, 20. Okt. (Eigener Drahtbericht des «Gießener Anzeiger".) An der Berliner Börse setzte das Geschäft zu Wochenbeginn außerordent- ttch langsam und unlustig ein. Die schwebende Nmerpolittsche Krise ertötet jegliche Unterneh-- yungslust und läßt alle anderen wirtschaftlichen und politischen Faktoren wett in den Hintergrund treten. Ebenso tot war das Geschäft am A k t i e n - markt. Hier lagen bei den Banken weder Kauf- noch Derkaufsorders in nennenswertem Umfang vor, so daß bei den ersten Kursfestsetzungen die meisten Rotierungen wegen Mangels an Umsätzen unterbleiben mußten. Das Interesse der Börse konzentrierte sich völlig auf eine spontan sich entwickelnde Kundgebung der Börsenbesucher gegen die Börsen-Umsatzsteuer. Es ergriffen das Wort gegen diese Steuer: Herr Hamol (Firma Sponholz u. Co.), Herr Direktor Wassermann (Deutsche Dank) und ein Ver- FrcrnkfnrLer Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des «Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 20. Okt. Auftrieb: 2329 Schweine. Es wurden bezahlt pro Zentner Lebendgewicht. Schweine: votlfleischige von 80 bis 100 Kilo 76—83, unter 80 Kilo 65—75, von 100 bis 120 Kilo 80—85, von 120 bis 150 Kilo 80—83, Fettschweine über 150 Kilo 80—83, unreine Sauen und geschnittene Eber 65—75. Marktverlauf: Ruhig und etwas Ueberstand. Rächster Rinder- und Kleinviehmarkt Mittwoch, 22. Okt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 20. Okt. Der Produktenmarkt hatte ruhiges Geschäft, da die Käufer sich unlustig und zurückhaltend zeigen. Die Preise nicht viel geändert. Mehl war unanbringlich. Es notierten pro 1000 Kilo: Weizen, märt. 222 bis 228, Roggen, märt. 222 bis 227 Gerste, märt. 240 bis 270, neue 215 bis 230, Hafer, märt. 186 bis 193, fromm. 176 bis 184, Raps 390 bis 400, Lein- faat 400 bis 410, pro 100 Kilo: Weizenmehl 32 b:s 35,25. Roggenmehl 31 bis 35 Weizenkleie 13,60. Roggenkleie 13 bis 13 20, Biktoriaerbsen 31 bs 33, kleine Erbsen 25 bis 27, Futtererbsen 19 bis 20, Peluschken 17 bis 19, 2lckerbohnen 20 bis 22, Wicken 19 bis 20, Lupinen blau 14 bis 15, gelb 16 bis 19, Serradelle alt'1450 bis 16, neu 20 bis 25, Rapskuchen 16 20, Leinkuchen 25,20. Trockenschnihel 11, Torfmelasse 9 25, Kartoffelslocken 19,50 Mk. Zur hessischen Mchensteuerveranlagung (924 Don Regierungsrat a. D. Wilhelm Luleh, Rechtsanwalt in Gießen^. Auf Grund eines Uebereinkommens zwischen der evangelischen und katholischen Kirche, dem Finanzministerium und dem Landesfinanzamt wird für das Jahr 1924 die Kirchensteuer auf Grundlage der Reichseinkommensteuer-Veranlagung für das Jahr 1922 erhoben. Die Kirchengemeinden stellen ihren Iahresbedarf in einem Etat fest. Die zur Deckung des Etats erforderlichen Mittel werden dadurch aufgebracht, daß jeder Steuerpflichtige für je 1000 Mk. Einkommen im Jahre 1922 einen Satz, der sich durchschnittlich zwischen 20 bis 70 Goldpfennige für das Tausend bewegt, zahlt. Es ist dabei übersehen worden, daß die nackten Einkommenszahlen 1922 eine allgemein gültige Grundlage für die Kirchensteuer im Jahre 1924 nicht mehr bilden können. Die Veranlagung zur Einkommensteuer erfolgt zwar grundsätzlich für das Kalenderjahr, jedoch ist zugelassen, daß für die Feststellung des Einkommens aus dem Betrieb der Land- oder Forstwirtschaft oder aus dem Betrieb eines Gewerbes oder Bergbaues, bei Steuerpflichtigen, die im vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr (Geschäftsjahr) regelmäßige Geschäftsabschlüsse machen, an Stelle des Kalenderjahrs das Wirtschaftsjahr, das in dem Kalenderjahr endet, tritt. Eilte sehr große Anzahl Steuerpflichtiger hatte deshalb der Besteuerung für das Jahr 1922 nicht das Kalenderjahr, sondern ein im Laufe dieses Jahres abschließendes Geschäftsjahr zugrunde zu legen. Die Veranlagung im Jahre 1922, in dem die Inflation sich zu überstürzen begann, hat die verschiedensten Papiermarkzahlen ergeben, je nachdem der Steuerpflichtige sein Geschäftsjahr früher oder später abschließt. Ende Januar 1922 stand der Dollar 201,25, am 31. März 305, am 30. Juni 374, Ende September 1647, Ende Dezember 7 350. Aus diesen Zahlen ergibt sich schon zur Genüge, daß die Papiermarkabschlüsse im Jahre 1922 die verschiedensten Zahlen ergeben mußte bei vollkommen gleichem Einkommen. Ein Goldmarkein- kommen von 4000 Mk. bedeutet beispielsweise Ende Januar 1922 200 000 Papiermark, Ende Juni ungefähr 360 000 Pafriermark, Ende Dezember 7 360 000 Papiermark. Es leuchtet ohne wetteres ein, daß es ein Hnöing ist, bei so verschiedenen Möglichkeiten der Pafriermarkeinkommensteuer. Veranlagung diese Papiermarkzahlen ohne jeg« liche Korrektur der Ktrchensteuerveranlagung zu- gründe zu legen. Tatsächlich ist dies aber geschehen. Die Folge ist die, daß eine Reihe von Steuerpflichtigen für die Kirchensteuer sozusagen steuerfrei gestellt ist, während andere Steuerpflich« tige wett über ihre Verhältnisse hinaus zu Dei- tragsleistungen herangezogen werden. Es scheint, als ob der wahre Grund dieses Mißverhältnisses noch nicht erkannt worden ist. Richt nur für Steuerpflichtige mit Bilanzen Ende 1922 ergibt sich bei dieser Errechnung der diesjährigen Kirchensteuerveranlagung eine durchaus ungerechtfertigte Mehrbelastung. Auch die freien Berufe, ebenso wie Beamte und Angestellte, sowie alle anderen Lohnempfänger werden unverhältnismäßig hart zur Kirchensteuer herangezogen. Auch für sie ist das Papiermarkeinkommen in dem Jahre 1922 maßgebend, das bei ihnen zwar anfangs des Jahres noch verhältnismäßig gering war, aber mit fortsteigender Inflation auch für diese Gruppe von Steuerpflichtigen hohe Zahlen ergibt. Die Folge dieser undurchdachten Bestimmung ist die, daß solche Steuerpflichtige, die einen frühen Geschäftsabschluß im Jahre 1922 hatten, außerordentlich geschont werden und der sich hieraus ergebende Ausfall zum Teil den schwächeren Schultern zur Last fällt. Zur Beseitigung der dadurch entstandenen Unzufriedenheit empfiehlt sich dringend eine A 6* änöerung der Deran lagun gsme- den Multiplikator ein Ausgleich geschaffen wirb, Einkommensteuepvorauszahlung 1923 ein Multiplikator festgesetzt wird, mit dem die Einkommenssteuerveranlagung 1922 bei solchen Geschäftsabschlüssen, die Anfang oder Mitte 1922 liegen, zu multiplizieren ist, können die Papiermarkzah- len Anfang oder Mitte 1922 den zahlenmäßig sehr viel höheren, innerlich gleich- oder minderwertigen Abschlüssen Ende 1922 angeglichen werden. Auch werden diese Abschlüsse dadurch einigermaßen an das Niveau der zahlenmäßig sehr viel höheren Papiermark-Gehälter herangebracht. An der Veranlagung 1922 kann als Grundlage für die Feststellung der Kirchensteuer 1924 nur fest- gehalten werden, wenn auf dem Wege der Multi- plikatwn der geringen Papiermarkzahlen Anfang und Mitte 1922 mit einem nach Maßgabe der fortschreitenden Markentwertung zu bemessen- fden Multiplikator ein Ausgleich geschaffen wird, der eher als Erlässe geeignet ist, eine gerechte Veranlagung zu schaffen, und der vor allen Dingen verhindert, daß kapitallräftige Steuerzahler praktisch befreit bleiben. rrrff«, 20. Oktbr. Slntertranlfrtjc Noten . . . , . Belgische Noten ....... Dänische Noten ........ Englische Noten ....... straiizösische Noten ..... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Dl-utsch-Oesterr, ä wo Kronen ihumantfrue Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten . Tichechoslowakilche Noten . . Ungar,sehe Noten . . ... 6% Deutsche RetchSanlelve . 4% Deutsche NeichLanleihe . 8'/,°/° Deutsche Netchsanleihe 3®/- Deutsche NeichSanletbe . Deutsche Svarpruunenanlethe 4% Preußische KousolS - . . 4% Hessen .......... 3VA Dessen 3°/0 Hessen........... Deutsche Wend. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Anwetsag.tt 4®/o Zoll türken ...... 6% Goldmerikan« ...... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat°Bauk. Darm ft. und Nacionalbauk . Deutsche Bank......... Deutsche Bereinsbank .... DiSconto Commandit .... Mctallbank........... Mitteldeutsche (Kreditbank. . Oeslerreichtsche Creditanstalt Weltbank............ Bochumer Guß ...... BuderuS........ Caro.......... Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerk. . Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . Slalhwrf Westeregeln. .... Laurahütte....... Oberbedarf...... • ♦ . . Phönix Bergbau ...... Rheinstahl....... Rtebeck Montan ....... Telluü Bergbau Hamburg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Lloyd .... Cberamische Werke Albi» . . Zementwerk Heidelberg .. . Philipp Holzmana..... Vnalo-Cont -Guano ..... Badische Anilin ....... Chemische Mayer Slapdt .. Goldschmidt....... . . Gries eiiner Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung..... RütgerSwerke ......... Scheideanstalt......... Slllg. Elektrizitüts-Gesellschast vcrgmann........... Mainkrastwerke . ...... Cchuckert........ Siemens & HalSke ...... Adlerwerke Kleyer ...... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt ........ Megutn. ..... Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgeiell'ckaft Frankfurt. Prt Union A.-G Schnhlabrtk Herz . . .... Sichel. Zellstoff Waiühof Zu^ersabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . [ •) Dom Rucuaylungswert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSgedrückt. BuenoS-AtreS, London, Neu« York, Japan, Rio de Janeiro für etne Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. Biart. In der Do rsenumsah steuer cingeletteten Proteststreiks. Die Bewegung begegnet in 03örfenfreifen vieler Sympathie, und bei den ungewöhnlich hohen Dörsenumsahsteuern, die als unerschwinglich betrachtetwerden, glaubt man nur mit alter Energie etwas erreichen zu können. Da von Berlin so gut wie keine Aufträge hierher gelegt worden waren, verlief das Börsengeschäft wieder unter größter Zurückhaltung bei minimalen Umsätzen. Die an der 27achborse einsetzende leichte Besserung war auch im Abendverkehr zu beobachten. Rennenswerte Kurs Veränderungen erfolgten aber auf keinem Gebiet. Rur in Chemieaktien kam es zu einigem Geschäft, wobei kleine Kursgewinne erzielt wurden. Badische Anttin 19Vi plus 1/4, Chemische Griesheim 17 plus Vs. Elberfelder Farben 17 plus 0,1, Th. Goldschmidt 12 plus 1/4, Höchster Farben 17, Holzverkohlung 61/2. Rutgers- werke 17. Am Montanmarkt wurden gehandelt: Deutsch-Luxemburg 51 Geld, Mans selber 3,2 Geld, Phönix 483/i, Telkus 2,5, Rheinische Braunkohlen 27v2, Laurahütte 46/s plus Vs, Westeregeln 153/4. Die Kurse für diese Gruppe waren unverändert. Das gleiche trat der Fall am Elektrvmarkt, wo AEG. 8,4, Licht und Kraft 7%. Reiniger 1,82 Billionen Prozent notierten. Am Bankenmarkt stellten sich vereinzelt leichte Erholungen ein. Berliner Handelsgesellschaft 24 Geld, Kommerzbank 41/2, Darmstädter Dank 9 plus Vs, Deutsche Dank 10 plus Vi, Diskonto Kommandit 13ys plus IVs, Dresdner Dank 63/i plus 1/4, Mitteldeutsche 1,65, Reichsbank 53Vi, Rheinische Kreditbank 2,3, Oesterreichische Kreditaktien 0,33. Von Trans- porttverten wurden Daltimore mit 44 Dillionen Prozent umgesetzt. Sonst famen noch zur Rotte- rung: Daimler 2,87, Aschaffenburger Zellstoff 19 minus 0,1, Zement Heidelberg 2IV4 plus 1/4. Dycker hoff und Widmann 3,8 plus 0,1, Hoch- und Tiefbauten 2,25. Spinnerei Hammersen 203/4 plus 1/4» Julius Sichel 3,2, Chemische Mainz 91/2 minus 0,1, Dadische Zucker 2,2 plus 0,2, Frankenthalzucker 3. Am heimischen Rentenrncnckt war das Geschäft lustlos bei bescheidenen LImfätzen. Kriegsanleihen 587V2 Plus li 2 Milliarden, 3proz. Preuh. Konsvls 1260 unverändert. Preußenkali 31/2, 4frroz. Preußische Schätze 890. Von ausländischen Renten wurden gehandelt Ungarische Goldrente V/e, 1914er Ungarn 6 Dillionen Pwzent. Die Abend- bvrse schloß in ziemlich fester Haltung. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 20. Oft. Es wurden notiert: Weizen 24 bis 25 Roggen, inländ. 23,75 bis 24,75, Sommergerste für Dvauzwecte 25 biS 4,11 4,21 20,18 20,28 72,12 72,48 18,015 48.015 12,04 72.1 103,84 1'4,66 18,29 18,39 59,65 59,95 5,90 5,92 2,28 2 30 111,32 111,88 80,35 80,75 66,11 £6,39 12,49 12,55 6,42 5,44 Schluß Kurs Schluß Abend- börfc Schlich, flurs SchluhK. Wittag« hörte 17.10 | 29. O. 17.10. 20.10. 0,670 0,5875 0,569 —- — — ,993 — — 0.976 — 1,485 — —— —— C,43 — — ^■e 1 —— — _ 1,15 — — _ 1,25 — — — 1,02 — — 4 2 MB — — 88 — — _ 9,625 — — — 40 — 24,40 24 24,975 4,6 4,5 4,5 «— 8,9 S 9 — 10 10,13 — «MOB — ■■■ ■■■ — 13,13 12,13 — , I ' - —— ■■■ M . — 1,65 1,60 — 0,3225 C.330 0,325 — 0,175 — 0,45 — — — 49,50 — — — 10 —— — _ 10,10 — 51 51,5 —- —• — 64,30 — — 82 — — * 13 — —> 15,75 16,25 — MB 4,76 4,9 — — ■■ 9.5 48,75 39 — — 34,70 — — 35 —» 2,65 8,6 — —- — 85,6 4,58 — 4,70 — ■■ 18,9 21,28 — — — 8,90 •— * — 10 — 18,9 19,25 19,25 — — — — 12,5 12 12,25 — 17,13 17 16,5 — 16,9 17 16,75 — 6,25 6ch0 —- 17 17 17,13 — — —- — —• 8,40 8,4 8,40 — — — 12,1 — — — _ 39 — — — 45,40 — — — 2,10 — 3,80 2,9 3,30 — — — — — —— — — — — — — —- — — 1 —— —— — —- — —— — 1,4 —• 2,9 — — 3,2 3,40 — _ —— 8,65 — 3 2,51 2,2(1 — — 17. Oktbr. 20 Okt r. Nepart. Bmlltdje Diotterung Jtott2c 1 > 1 Geld Brief Geld 17. 20 Dmst.-Nott 1o3,84 *1.4,66 163,18 164,81 voll voll Brss.'?kntw 20,22 20,32 20,18 20,28 voll voll Thristianto. 59,2, 59, 5 59,/5 60,50 voll voll Kopenhagen 72,42 t2,78 12,22 72,68 voll voll Stockholm . ' : 11,42 112,98 111,47 112,03 voll voll HelssngforS- Italien. . . London. . . 10, 2 18,31 10, 8 18.11 10,53 18,29 10,59 18,3) voll voll voll voll 18,81", 18,90 18^82 18,91 voll voll Neuyork .. 4,11 4,21 4.1 J 4,21 voll voll Tari3.... 12,00 12,12 $1,97 $2,0i voll voll Schwei; . . 8ü,4ß 80,80 80,425 80,821 voll voll Spanien . . Wien fn D.» bG,24 16.62 b5,1b 16,44 voll voll abgest 8,91 5 6,945 6,915 5,945 voll voll Prag . . . . Budapest. . 12,48 12,55 1'2,49 12,-5 voll voll 5,47 6,49 5,16 6,48 voll voll Buen-Aires 1,54 1,55 1,54 1,55 voll voll Bulgarien stapan . . . Nio de ftan 1»605 3,t8 1,616 i)S 3,07 1,615 voll voll voll voll 0,465 0,47? C.465 6,47a voll voll Belzrad . . 5,915 6,945 6,09 6 6,125 voll voll Lissabon 13.72 13,78 13,72 13,78 voll voll DIE ZIGARETTE DES ANSPRUCHSVOLLEN