Hr.1% Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monats-Vezuarpreir: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSietzen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Donnerstag, 2\. August 192$ Erstes Blatt 17$. Jahrgang SietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnic? und Verlag: vrühl'sche Univerfität5-Vuch- und Sttinbruderei B. Lange in Gietzen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/, Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Vor der Entscheidung des Reichstags. * Wenn nach der morgen im Reichstag beginnenden Aussprache eine Äveidrittel-Mehrheit für die Annahme der sogenannten Dawesgesehe zustande kommt, kann am 30. August die vorgesehene endgültige Unterzeichnung des Londoner Schluß- Protokolls erfolgen. Das würde zur Folge haben, daß am 31. August der Bezirk von Dortmund und Hörde, die Flaschenhälse und das in Mannheim, Karlsruhe und Darmstadt widerrechtlich besetzte Gebiet geräumt wird und daß kurz nach diesem Tage die Zoll- und Verkehrsschranken zwischen besetztem und unbesetztem Gebiet fallen, daß die Gefängnisse die Don Franzosen seit dem 11. Jan. 1923 verurteilten Deutschen entlassen, daß die Vertriebenen wieder zurückkehren und die deutschen Beamten ihre Funktionen wieder ausüben. Es würde ferner bedeuten, daß die von dem Druck der Mi- cumabgaben und der fremdländischen Kontrolle bald befreite Ruhrindustrie allmählich wieder wettbewerbsfähig wird, und daß die Industrie des unbesetzten Deutschland wieder ihren Bedarf an Rohmaterial und Halbfabrikaten im Rheinland und im Ruhrgebiet decken kann, ohne erhebliche Zollabgaben wie seit der Einführung der franko- belgischen Regie leisten zu müssen. Gewiß muh das gesamte deutsch Volk für diese an sich selbstverständliche und nur teilweise Wiederherstellung des Rechtszustan- des an seine Erpresser ein ungeheuerliches Lösegeld zahlen. Aber sehen wir Deutschen nicht seit alters freudig für die Befreiung unserer Brüder und Schwestern, für die Freiheit von Heimat und Vaterland selbst das letzte, das Leben, ein, und war es je Sitte, daß die wehrlosen Angehörigen von unter die Räuber gefallenen Leuten sich um die Höhe des Lösegeldes die Köpfe einschlugen, anstatt so rasch wie möglich die Befreiung der Verzweifelnden herbeizuführen? Und wir sind — wenn man eine gewisse Parteipresse verfolgt — anscheinend wieder auf dem besten Wege, uns in einem Streit um nichtangewandte Mittel und falsche Verhandlungsmethoden zu zerfleischen, anstatt die gegebenen und vorhandenen Möglichkeiten auszunuhen und das bereits verloren geglaubte deutsche Land erst einmal wieder in Besitz zu nehmen und durch klügere und bessere Arbeit als bisher den Schaden wieder gut zu machen. Denn nicht die taute und unfruchtbare Kritik, die noch immer billig wie Brombeeren ist, nicht das Zetern über begangene taktische oder strategische Fehler, nicht die Vorwürfe über die Umwandlung der angeblichen Minimalforderungen in Höchstforderungen und ähnliche Dinge können u. E. zur Zeit dem deutschen Volke auch nur den kleinsten Vorteil bringen. Sondern es gilt, die Stunde zu nutzen und so rasch als möglich den freigekauften besetzten Westen mit dem übrigen Deutschland wieder zu einer Einheit zu verschmelzen. Es gilt, keine; Minute zu verlieren, um die Vorteile auszunühen, die gegenüber dem augenblicklichen Zustand die Londoner Abmachungen bieten. Gerade, weil wir das denkbar stärkste Mißtrauen der französischen Politik entgegenbringen, gerade, weil London wichtigste deutsche Forderungen nicht erfüllte, müssen wir alles, was an Fortschritten! und Gewinnen das Londoner Protokoll bietet, auf die schnellste nur denkbare Weise in unsere Hand zu bringen und für uns nutzbar zu machen versuchen. Die Wiederangliederung des Rhein- und Ruhrgebiets an Deutschland, die Wiederherstellung der administrativen, fiskalischen, wirtschaftlichen und politischen Einheit, die Erlösung von 12 Millionen deutscher Frauen und Männer aus der Abgeschlossenheit und ihre Befreiung aus dem Joche welscher Gerichtsbarkeit und welscher Verwaltung ist kein Pappenstiel und keine Reben- fächlichkeit, ber der es nicht darauf ankommt, ob sie einige Wochen früher oder später erfolgt. Und wir fürchten, daß die überwältigende Mehrheit des Volkes und daß besonders die 12 Millionen unter den Ruhrkampfordonnanzen noch immer schmachtenden deutschen Brüder und Schwestern von dec folgenschwersten Erbitterung erfaßt würden. wenn der Reichstag nicht jene Zweidrittelmehrheit aufbringen würde, die — man mag noch so berechtigte Bedenken gegen die Mängel der Londoner Abmachungen und den Dawrsptan überhaupt haben — die Gesamtlage Deutschlands doch mit einem Schlage nicht unerheblich bessern kann. Denn nicht nur aus dem Gesichtswinkel des besetzten Gebietes betrachtet, ist das Abkommen von London nicht die von verschiedenen „Drauflosschreibern" behauptete schwere Riederlage, sondern ein erheblicher Fortschritt gegenüber dem gegenwärtigen Zustande. Ein Fortschritt, der um so höher zu bewerten ist, als noch vor wenigen Monaten kein Kenner der Lage und der Verhältnisse eine so rasche und so umfangreiche Wiederherstellung der deutschen Souveränität und Autorität im besetzten Gebiet, wie sie jetzt zu erreichen ist, für möglich gehalten hätte. Wir haben wiederholt betont, daß wichtiger wie alles das, was wir in London noch nicht erreicht haben, die rascheste Besitzergreifung des verlorenen Landes und die Ausbeutung der LNs durch das Abkommen neu gewährten Vorteile ist. Darüber hinaus muß immer wieder darauf hin gewiesen werden, daß London nur cm Anfang, nur ein Dorfühlen, nur eine Art diplo- matisck^'n Aufklärungsgefechtes war. Der eigent- -iche Kampf um den wahren Frieden des deutschen Rechts kann erst beginnen, wenn der Aufmarsch vollendet und wir diejenige Stellung wieder eingenommen haben, deren Verlust unsere gesamte Voltskraft lahm gelegt hatte. Und der Reichstag sollte einem Parteidogma zuliebe die Wiedereinnahme dieser Stellung unmöglich machen? Wir vermögen es nicht zu glauben, weil wir es nicht für mögllch und denkbar halten, daß verantwortungsbewußte deutsche Männer die jetzt erreichbare Befreiung von zwölf Millionen Deutschen unmöglich machen oder auch nur um einen Tag verzögern könnten, weil die Forderungen ihrer Partei nicht restlos durchgeseht werden konnten. Das Gegebene und Rormale wäre nach unserer Ansicht, daß der Reichstag endlich jene große geschlossene Front aller wahrhaft national- gesinnten Deutschen — und das sind die zum höchsten Opfer bereiten I — darstellen und dadurch einer entsprechend erweiterten starken Regierung die Möglichkeit geben würde, den Endkampf erfolgreich durchzuführen. Raschere militärische Räumung, Ausmerzung des Kriegsschuldlügeparagraphen, Anerkennung der Besehungs- fristen durch vertragsmäßige Räumung der Kölner Zone sind die Ziele dieses Kampfes. Daß sie angesichts der ungünstigen und durch den Verlust des Westens geschwächten Stellung Deutschlands nicht schon durch das Londoner Aufklärungsgefecht erreicht werden konnten, hat jeder Besonnene gewußt. Jeder Besonnene weiß aber auch, daß die internationale Politik sich nicht auf Parteiwünsche einstellt. Die Entscheidung des Reichstags über die Londoner Abmachungen, die entweder die Wiederangliederung dec von uns wirtschaftlich, siskalisch und verwaltungstechnisch getrennten 12 Millionen Deutschen im besetzten Gebiet oder die Fortdauer und Verschlechterung des gegenwärttgen Zustandes bedeutet, wird aus allen diesen Gründen von weittragendem Einfluß auf die außen- und innenpolitische Entwicklung sein. Das deutsche Volk hat Grund, dieser Entscheidung in Sorge entgegenzusehen, denn die gestern von uns veröffentlichte Regierungserklärung läßt keinen Zweifel darüber, tvas bei einer Ablehnung der Dawesgesehe und der dadurch unmöglich gemachten Un- terzeichnung des Londoner Protokolls zum 30. August auf dem Spiele steht. Hochbetrieb im Reichstag. (Eigener Informationsdienst.) Be r l i n, 21. Aug. In den Wandelgängen des Reichstags herrscht ein außerordentlich lebhaftes Treiben. Die Fraktionen sind nahezu vollzählig in Berlin versammelt. Die Deutsche Vvlkspartei, die Deutschnationalen, das Zentrum und die Demokraten werden ihre entscheidenden Sitzungen am Donnerstagabend abhalten. Man diskutiert alle Möglichkeiten, die sich etwa aus einer Ablehnung der Ausführungsgesetze durch die Deutsch- nationalen ergeben könnten Von deutschnationaler Seite wird uns soeben mitgeteilt, daß die Haltung der Reichstagsfraktion bis zum gegenwärtigen Augenblick noch in keiner Hinsicht festgelegt ist. Es stehe zwar unbedingt fest, daß die Fvaktion die Londoner Vereinbarungen ablehnen wird, ober es wäre unbedingt falsch, anzunehmen, daß die deutschnatio- nale Reichstagsfraktion das Zustandekommen einer Zweidrittelmehrheit von sich aus verhindern werde. Ohne irgendwie die Politik der Reichsrcgierung billigen zu wollen, seien sehr viele deu t sch na tivna le Abgeordnete der Tleberzeugung, daß es nicht opportun wäre, die unbestreitbaren geringen Vorteile der Londoner Abmachungen durch Ablehnung der Aus- führungsgesehe preiszugeben. Aus diesem Grunde sei es nicht unwahrscheinlich, daß die Reichstagsfvaktion den Vorschlag billigen wird, daß jedem deutschnationalen Abgeordneten die Zustimmung zu den Ausführungs» gesehen, die ja auch mit den Londoner Abmachungen nicht in direktem Zusammenhang stehen, frei- gestellt wird. Aussprache im Auswärtigen Ausschuh. Berlin, 20. Aug. (WTB.) In der heutigen Aussprache des Auswärtigen Ausschusses über den Verlauf und die Ergebnisse der Londoner Verhandlungen sprach zunächst der Vorsitzende des Ausschusses, Müller- Franken (Soz.), den aus London zurückgekehrten Regierungsmitgliedern den Dank des Ausschusses dafür aus, daß sie trotz der Arbeitsüberlastung, die nach dem Abschluß der Londoner Konferenz auf ihnen ruhe, es als ihre Pflicht betrachteten, ungesäumt dem Parlamente Rede und Antwort zu stehen. Darauf ergriff der Reichskanzler Dr. Marx das Wort, nach ihm sprachen Reichsauhenminister Dr. Stresemann und Reichsfinanzminister Dr. Luther. ♦ Wie wir hören, werden zu den Sitzungen des Auswärtigen Ausschusses, der heute und die folgenden Tage gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Sonntags beraten wird, auch die Mitglieder des Reichstags Zutritt haben, die dem Ausschuß nicht angehören. Außerdem soll eine Auswechslung der Mitglieder der Fraktionen durch andere Mitglieder als ständige Stellvertreter für diesen besonderen Fall zugelassen werden. Kommunisten und Deutsch-Völkische. Lieber die Besprechungen des Reichskanzlers mit den Kommunisten und den Deutschvölkischen wird aus Berlin gemeldet, daß die kommunistische Rerchstagsfraktton die Abgeordneten Fischer, Katz und Stöcker zum Reichskanzler entsandt haben. Der Reichskanzler hat ihnen im allgemeinen einen Lieberblick über die Londoner Verhandlungen gegeben. Die Kommunisten erllärten, daß sie weitere Besprechungen von den beiden folgenden Fragen abhängig machen: 1. Ob die Regierung bereit sei, die von ihr in London zugesagte Amnestie für die Separatisten auf alle politischen Gefangenen ausza- dehnen. 2. Ob die Regierung bereit sei, zur Erörterung der Ergebnisse der Londoner Konferenz die veräücnen kommunistischen Zeitungen wieder freizugeben. Ta der Reichskanzler aus diese beiden Fragen Erlläi/ungen abgab, von denen die Fragesteller nicht befriedigt waren, brachen die kommunistischen Vertreter die Unter rebung unter Protest ab. Zu der Besprechung des Reichskanzlers mit den Deutschvöltischen erschienen die Abgeordneten Graf Reventlow und Fahrenhorst. Rach den Ausführungen des Reichskanzlers über die Londoner Verhandlungen gaben die Abgeordneten die Erllärung ab, daß sie nach wie vor das Sachversrändigengutachten adle h ne n. Die Haltung der Deutschnationalen. Unterredung mit einem Führer der Partei. Gegenüber den Gerüchten und Kombinationen in der Presse erklärte einer der Führer der deutschnationalen Reichstagsfraktion unserem Berliner Vertreter in einer Unterredung: Die entscheidende Sitzung der deutschnatio- nalen Rcichstagsfrattion findet zwar erst morgen (Donnerstag) statt. Soviel aber könne er schon beute sagen, daß die Haltung der Deutschnationalen nach wie vor scharf ablehnend sei, selb st auf die Gefahr einer Reichstagsauflösung hin. Die Foaktton sei sich der Verantwortung gegenüber dem deutschen Volke, die auf ihr ruhe, in vollem Umfange bewußt, und gerade aus diesem Grunde gehe sie sogar darauf aus, daß der Reichstag aufgelöst werde und es zu Reawählen komme. Die Londoner Abmachungen seien für die Deuftch nationalen durchaus unbefriedigend, und die deutschnationalen Wähler würden es nicht ertragen, daß die Fraktion den Londoner Vereinbarungen zustimme. Hinsichtlich der Räumung des Ruhrgebietes hätte die Reichsregierung keine festen und bindenden Zusagen erhallen, und es sei sehr zweifelhaft, wieweit man sich auf die Zusagen des französischen Ministerpräsidenten Herriot verlassen könne, zumal man nicht wisse, wie lange er am Ruder bleiben werde. Im übrigen genügten auch die sonstigen Londoner Vereinbarungen den Forderungen der Deutsch nationalen zum größten Teil in keiner Weife und seien daher für sie unannehmbar. Die Ansicht der bayerischen Regierung. Man muh das Abkommen ratifizieren. München, 20. Aug. (Wolff.) Im Einvernehmen mit dem bayerischen Ministerpräsi- denten empfing am Mittwoch mittag Staatsrat Schme lzle, der die deutsche Delegation als Vertreter Bayerns nach London begleitet hatte, im Staatsministeriurn des Ä ußern die Vertreter der Münchener und der auswärtigen Presse und gab ihnen eingehenden Aufschluß über Einzelheiten der Londoner Verhandlungen. Zusammenfassend äußerte er sich dahin, daß diejenigen, die gerecht fein wolste.i, anerkennen müßten, daß nicht ganz Unwesentliches auf der Konferenz erreicht worden ist. Die Entscheidung, die jetzt di; Heimat und das Parlament zu treffen hätten, könne nur die sein, das Londoner Abkommen zu ratifizieren. Morgen wird Schmelzle im bayerischen Minister rat Bericht über die Londoner Verhandlungen erstatten. Die 26°/oige Zollabgabe. Eine Aufklärung durch den Neichs- verband der deutschen Industrie. Die Korrespondenz des Reichsverbandes der Deutschen Industrie schreibt zu der Wiedereinführung der 26prozentigen englischen .Reparationsabgabe, für den deutschen Exporteur bedeute diese Abgabe, wie sie im Sachverständigenbericht vorgesehen sei, überhaupt keine materielle Belastung, da die Erstattung der in England einbe» haltenen 26 Prozent des Kaufpreises in voller Höhe, und zwar aus der Reparationskasse stattgefunden hat. „Alle Rachrichten, die diese Abgabe als einen Sonderzoll auf die deutschen Waren bezeichnen, sind daher irrig. Diese Reparationsabgabe ist überhaupt kein Zoll und stellt weder für den englischen Importeur noch für den deutschen Exporteur eine materielle Belastung bar.“ Irrige Schlußfolgerungen würden in solchen Fällen nicht gezogen werden, wenn die amtlichen Pressestellen derartige Rachrichten sofort mit dem notwendigen Kommentar versehen würden. Die bevorstehenden Anleihe-Verhandlungen. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 21. Aug. Rach der erfolgten Annahme der Londoner Beschlüsse wird sich Reichs- inanzminister Dr. Luther abermals nach London begeben, um dort die Unterschrift Deutschlands unter das Protokoll der Konferenz zu setzen und die Verhandlungen über die 800-Mlllionen-Anleihe aufzunehmen. Wie wir hören, rechnet die Reichsregierung damit, daß die Anleihe-Verhandlungen nicht länger als eine Woche dauern werden. Während ursprünglich als Termin der Auflegung der Anleihe der 15. September in Aussicht genommen war, muh man jetzt damit rechnen, daß die Auflegung erst im Laufe des Monats Oktober erfolgen kann. Diese Verzögerung war unvermeidlich, da die Londoner Konferenz viel länger gedauert hat als man ursprünglich vor- aussehen konnte. In den deutschen Finanzkreisen betont man, daß über die Rotwendigkeit der Anleihe zwischen allen beteiligten europäischen Regierungen volle Uebereinftimmung besteht. Die Entscheidung hängt also einzig und allein von den Bankiers ab, ' * Aus gut unterrichteten Londoner Fi - nanzkreisen wird dem „Deutschen Handelsdienst" erklärt, daß man die Aussichten für die Unterbringung der Reparationsanleihe nicht ungünstig beurteile. Zwar wäre mit einer De- teiügung des großen Publikums nicht zu rechnen, da die Qlnleibe für diejenigen nicht in Betracht kommt, die sonst eine der Hauptstützen des Londoner Geldmarktes waren. Die Anleihe werde deshalb von den Emissionshäusern selbst übernommen werden. Da ber auf London entfallende Betrag nicht übergroß ist, ergibt sich die Möglichkeit die Anleihe zunächst im Tresor aufzubewahren und nach und nach abzustoßen. Londoner Auswirkungen Micum und Zollregie stellen ihre Verkäufe ein. Rach einer Berliner Meldung haben die französischen Zollbehörden in Düsseldorf ihre Derkaufsbuveaus (Verwertung verfallener beschlagnahmter Sachen) eingestellt. Bereits schwebende Beschlagnahmungen bzw. Destvafungen sollen aufgehoben werden. Die Micum hat gleichfalls ihre Verkäufe eingestellt. Keine Zollnebengebühren bei der Eisenbahn- regle mehr. Dortmund, 20. August. Das Reichsbahnverkehrsamt Dortmund teilt mit; Mit sofortiger Wirksamkeit werden die Zo lI- ne b e ngeb ü hren der Eisenbahn (Vorfüh- rungs-, Absertigungs-, Schreib- und Formular- gebühren) im Verkehr von und nach der Regie auf den Reichsbahnübergängen von der Reichs» bahn nicht mehr erhoben. London und Leipziger Messe. Leipzig, 20. Aug (Wolsf.) Dir Londoner Konferenz ist für die bevorstehende Leipziger Herb st must ermesse gerade noch rechtzei ig zu Ende gegangen. Während sichvo:h:r die Kaufleute im allgemeinen noch zurückhiellen, erhöhte sich die Zahl der Einkäufer und Anmeldungen» seitdem in London eine Einigung zustande gekommen ist, sofort stark, so bah auf einen Besuch in dem gewohnten Umfange gerechnet w>-- den kann. Belgiens Vertreter im Völkerbund — ein Gegner des Ruhrabenteuers. Paris, 21. Aug. Rach dem Brüsseler Korrespondent des „Oeuvre" hat der Ministerrat beschlossen, an Stelle des bisherigen belgischen Vertreters im Völkerbund, Baron Beyens, den Sozialisten de Brouckers erneut zum Vertreter Belgiens im Völkerbunde zu ernennen. Letzterer war wegen seiner Stellung gegen die belgische Ruhr- besehung von Genf abberufen worden. — Gegenwärtig, so fügt der Korrespondent hinzu, sehe die belgische Regierung keine Schwierigkeiten mehr darin, daß er seine Stellung in Genf wieder ein» nehme. Die französische Industrie gegen Sachlieserungen. Paris, 21. Aug. Die „Journee industrielle“ teilte gestern mit, daß die französische Regierung beabsichtige, ungeheure Mengen rollenden Materials auf Reparationskonto in Deutschland zu bestellen und drohte aus diesem Anlaß mit der Aussperrung von 150 000 Eisenbahnern. Ein hochstehender Beamter hat dazu dem „Quotidien" erklärt: Die Beschwerde der französischen Wagenbauer .werde sorgsam geprüft werden, aber die Regierung werde sich in ihrer Loyalität nicht überraschen lassen. Frankreich müsse seine Reparationen erhalten. Die Sachlieferungen seien für das allgemeine Budget- von Wichtigkeit und die Regierung Herriots werde niemals zugeben, daß die Interessen einiger Aktionäre und einiger Wagenba uer den allgemeinen Interessen vorange st ellt würden, die sie zu wahren beabsichtige. Der „Quotidien" billigt diesen Standpunkt der Regierung und erklärt, daß es in der Tat nicht angängig sei, daß offene oder geheime Manöver, die den Wiederaufbau Frankreichs gelähmt hätten, erneut bei ber Durchführung der Londoner Beschlüsse in Erscheinung treten. Die neue Goldnotenbank. Nur Deutsche als Direktoren. — Die Relchsbank bleibt gentral- noteninstitut. Berlin, 20. Aug. (WTB.) Durch das neue Bankgesetz wird die Reichsbank als deutsches Zentralnoteninstitut aufrechterhalten und noch dem Plan des Sachverständigen-Gutachtens u m g e st a l t e t. Sie wird vom Einfluß der Regierung völlig gelöst. Ihre Aufgaben bleiben die alten wie nach dein Bank- gcsetz, nämlich: Geldumlauf zu regeln, Zahlungsausgleichungen zu erleichtern, für Ruhbar- mochung von verfügbarem Kapital Sorge zu tragen und das Äotenausgaberecht. Die Bant hat für die Dauer von 50 Jahren das ausschließliche Recht der Banknotenausgabe in Deutschland. Die Rentenbank tritt in Liquidation. Die deutsche Golddiskontbankgeht in der Reichsbank auf. Rur vier der bestehenden Privatnotenbanken behalten das ihnen nach dem alten Bankgeseh zustehende Roten- kontingent bis zum Höchstbetrag von 194 Millionen OUarf. Die neuen Banknoten lauten auf Reichsmark. Die Stückelung geht herunter bis auf Mk. 10,00. Sie sind die einzigen unbeschränkten Zahlungsmittel in Deutschland. Eine Reichsmark ersetzt eine Billion alter Reichsbanknoten. Das Kapital der Reichsbank soll mindestens auf 300 Millionen, kann jedoch erforderlichenfalls bis 400 Millionen erhöht werden. Es setzt sich zusammen aus etwa 100 Millionen Ablösungssumme für die alte Reichsbank, etwa 100 Millionen für die Golddiskontbank. Für den Restbetrag werden neue Anteilscheine zu je Mk. 100,00 gegen Einzahlung von Gold oder Devisen ausgegeben. Die neue Dank ' wird wie bisher durch das Reichsbankdirektorium, daS ausschließlich aus deutschen Reichsangehorigen besteht, verwaltet. Dieses bestimmt insbesondere den Währungs- oiskont und die Kreditpolitik der Bank. Der Präsident wird von dem Generalrat auf vier Jahre gewähll, die Mitglieder werden von dem Präsidenten auf 12 Jahre ernannt. Die Ernennung des Präsidenten bedarf der Unterschrift des Reichspräsidenten auf der Ernennungsurkunde. Die Beamten werden vom Präsidenten auf Borschlag des Direktoriums ernannt, ihre Rechte und Pflichten werden durch besonderes Beamtenstatut im engen Anschluß an die Regelung für die Reichsbeamten festgelegt. Der Zen- tralausschuh und dessen Deputierte bleiben in der bisherigen Form erhallen. Ein neues Organ der Dank ist der Generalagent, der in engem Anschluß an die Bestimmungen des Sachverständigengutachtens gebildet wird. Er besieht aus 14 Mitgliedern, von denen sieben die deutsche Reichsangehörigkeit besitzen müssen. Durch eine entsprechende Bestimmung des Sachverständigengutachtens erhält die Bank einen Kommissar, der die Ausfertigung, die Ausgabe, die Einziehung und die Vernichtung der Banknoten zu überwachen hat, der ferner darüber zu wachen hat, daß das Rotenausgaberecht und die Deckungsvorschriften für die Roten nicht verletzt werden. Der Geschäftskreis der B am k blieb im »wesentlichen der des alten Bankgesetzes: An- und Verkauf von Gold- und Silbermünzen, Devisen, Diskontierung von Wechseln 'und Lombardgeschäfte. Einige bedeutsame Abänderungen sind: Anzukaufende Wechsel muffen künftig regelmäßig drei Unterschriften tragen, wobei von einer dritten Llnterschrift ab- geschen werden kairn, wenn die Sicherheit des Wechsels durch eine Rebensicherheit gewährleistet ist. Derhältais zum ReichsfiskuS. Dem Reich darf bis zu 100 Millionen Reichsmark Betriebskredit gegeben werden, der jeweils bis zum Ende des Geschäftsjahres der Reichsbank zurückerstattet sein muß. Post und Eisenbahn können zusammen bis zu 200 Millionen Reichsmark Betriebskredit erhalten. Als Gegenleistung dafür kann die Bank verlangen, daß die beiden älnternehmen ihre Geschäfte über die Reichsbank abwickeln. Bei der Reichsbank wird schließlich ein Reparations-Sonderkonto geführt, das ohne Zusttmmung dec Dank zwei Milliarden Reichsmark nicht überschreiten darf. Die Rvtendeckung der Steuern und die Deckungsvorschriften für die neuen Roten sind geändert. Es ist eine Deckung der Roter in Gold und Devisen von 40 Proz. vorgeschrieben, wovon drei Viertel, also 30 Proz. des Llmlaufs in Gold geschahen muß. Aus dem Gewinn der Dank erhalten die Anteilseigner eine jährliche Div.dende von 8 Prozent. 20 Prozent des Reingewinns werden dem Reservefonds zugeführt, so lange er weniger als 12 Prozent des Rotenumlaufs bettägt. Don dein Restbetrag des Reingewinns der 'Dank erhält das Reich von den ersten 50 Millionen die Hälfte, die Anteilseigner die andere Hälfte. Privatnotenbanken. Da im Reichsban^esetz bezüglich der Privat- nvtenbanken nur der Grundsatz ihrer Aufrechterhaltung unter der Feststellung des Gesamthbchst- ausgaberechts von 194 Millionen Reich smart ausgesprochen ist, war es notwendig, deren Rechtsverhältnisse in einem besonderen Gesetze zusammenfassend zu regeln. Die Regelung ist unter Wahrung ihrer geschichtlichen Entwicklung erfolgt. * * * Der Entwurf des Gesetzes über die deutsche Reichsbahn-Gesellschaft. Der Entwurf eines Gesetzes über die deutsche Reichsbahngesellschaft ist nunmehr dem Wortlaut nach bekannt. Es seht sich aus 4? Paragraphen zusammen. In der Anlage wird die Satzung der deutschen Reichsbahngeiellschaft veröffentlicht. 2lach dem Entwurf errichtet das Deutsche Reich zum Betriebe der Reichseisenbahnen eine Gesellschaft mit der Firma „Deutsche Reichsbahngesellschaft", die ihren Betrieb nach kaufmännischen Grundsätzen zu führen hat. Das 15 Milliarden Goldmark betvageirde Grundkapital ist eingeteilt in zwei Milliarden Vorzugsaktien und dreizehn Milliarden Stammaktien. Reparationsschuldverschreibungen werden von der Gesellschaft im Renn- werte von elf Milliarden Gold mark herausgegeben, deren Inhaber durch einen von der Reparationskommission ernannten Treuhänder verlle- ten werden. Dio Schuldverschreibungen sind als erststellige Gesamthypothet im Dorrange vor allen sonstigen Pfandrechten auf alle zrun Reichsbahn- Vermögen gehörenden Grundstücke eingetragen. Alle Zahlungen für den Zinse,r- und Tilgungs- dienst der Reparationsschuldverschreibungen sind von jeder unmittelbaren die Zahlung belastenden deutschen Steuer frei. * * * Die Industriebelastung im Dawesplan. Lieber die Verteilung der Belastung der Industrie nach dem Dawes-Gutachten liegt jetzt der Plan zum Gesetzentwurf nach den Beschlüssen des zuständigen Organisationskomitees vor. Den einzelnen großen Jndustriegruppen wird eine Mindestgrenze der Bezahlung auferlegt, die für die Schwerindustrie 20, für die Maschinen- und elektrotechnische Industrie 17, für die chemische Industrie 8 und für die Textilindustrie 7 Prozent der Gesamtlast beträgt. Als Mindestgrenze des heranzuziehenden Betriebsvermögens ist zunächst der Betrag von 50 000 Goldmark festgesetzt. Die rheinischen Gewerkschaften und London. Die freien Gewerkschaften des Kölner Industriegebiets richteten an die Regierung und den Präsidenten des Reichstags die folgende Entschließung: „Die freien Gewerkschasten des Wirtschaftsgebiets Groß-Köln und Umgebung nahmen von dem Ergebnis der Londoner Konferenz Kenntnis. Sie stellen ausdrücklich fest, daß eine ganze Reihe von berechtigten deutschen Wünschen nicht erfüllt worden ist. Rach reiflicher Erwägung sind sie jedoch der Ansicht, daß das Resultat der Konferenz dennoch die endliche Befreiung von dem zur Llnerträg l ichkeit gesteigerten Druck im rheinisch-westfälischen Wirtschaftsgebieterhofsen läßt. Wir fordern daher von der deutschen Regierung und dem Reichstag, daß sie mit allem Rachdruck dahin wirken, daß die zur Durchführung des Sachverständigengutachtens erforderlichen Geehe ohne Zeitverlust angenommen werden und daß die aus der Annahme erwachsenden Belastungen in gerechter Weise, d. h. nach dec Tragfähigkeit der einzelnen Beoölkerungs- krerse verteilt werden." Das Dezirkssekretariat des Allg. De u Ischen Gewerkschaftsbundes für das gesamte rheinisch-westfälische Gebiet in Düsseldorf richtete eine ähnliche Entschließung am Dienstag an die Reichsregierung und an den Allg. Deutschen Gewerkschaftsbund. Der Alte aus Topper. Roman von Hanns von Zobeltitz. 48. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Einen Moment nur hielt sie dun Brief mit spitzen Fingern, ließ ihn fallen — älnd da, da die Zeitung! Ein paar Blätter — Haube & Spener — der Aoler, harunter: Mit Königlicher Fr äh it . . . Vie.u dzw.mzig Post.l- lvne . . . Salutschiehen . . . Schlacht bei Torgau . . . Viktoria . . . Daun auf dec Flucht . . . Festung Torgau besetzt . . . Seine Majestät dec König wohlauf . . . Alles ließ die Frau liegen und stehen, raffte dir Blätter zusammen, lief über den Flur in des Stabskapitäns Stube. Auf dem Flur blieb sie plötzlich stehen, griff nach dem Herzen. ,Der Jui^e! Kaspar! Mein Kind, mein geliebtes!' Die Tränen wollten ihr schießen. Aber gleich hatte die Tapfere sich wieder. .Linser Herrgott wird ihn in seinen Schuh genommen haben'. Lind lief weiter, cih die Türe auf. Da saßen am Fenster der Christian und der Vater, schoben an den Dominosteinen „Herr Vater! Christel! Dec König hat eine große Bataille gewonnen. Bei Torgau an der Elbe. Den Daun aufs Haupt geschlagen! In Berlin haben sie Dik oria geschossen!" Jubelt der Stabskapitän: „Viktoria! Viktoria! Vivat FrädericusI" Lind dann: „Ich könnt nicht Labei sein! Doch was tut's: Viktoria! Viktoria! Gib die Gazette her. Laß uns lesen Linser großer König)" Lind sie rückt sich den Schemel heran, ganz dicht zu ihm. Sitzen nebeneinander, Wang' fast an Wang', lesen, lesen, wie mit einem Äug', wie mit einem Herzen. Drüben der Vater aber ist seltsam still. Hat sonst immer am lautesten Vik.oria geschrien, ist ins Dorf gelaufen, daß auch jeglipec bis zum Schweinehirten wüßte, der König hat wieder gesiegt. Heut spricht er kein Wort. Schiebt noch ein Weilchen an den schwarz-weißen St. inen — schwarz-w.lh wie Preußens Farben — steh dann auf, spaziert langsam im Zimmer auf und ab. Hört freilich, was die beiden lesen, bald h -1 blau st bald mit gehobener Stimme, und tut doch, als hörte er's nicht. Als wär' ihm das alles gleichgültig, das mit den vierundzwanzig Postillonen, die in Berlin einritten, um die Siegeskunde zu bringen, das vom Salutschirhen, das vom Jubel in den Straßen, das von der Rachricht aus Mag* deburg, wie dec Feldjäger Ihrer Majestät der Frau Königin die frohe Kunde g b acht und gemeldet: .Der König hält' gerne an Eure Ma estät geschrieben, aber es manquierte das Papier.' Die beiden sind ganz vertieft. Das Papier raschelt. Run flüstern sie miteinander: auch vom Junker, vom Kaspar. „Mein Jung'." sagt Beate. „Ter Glückliche." sagt der Stabskapitän. Lind über der Gazette hinweg finden sich ihre Hände. „Llnser siegreicher großer König!" sagen sie beide. Ta wird's dem Vater zuviel. Bleibt stehen, stampft mit dem Fuß auf. „Also hört endlich auf!" ruft er grimmig. „Tas geht nun an die sechs Jahre. Sieg und Sieg und Sieg. Aber was dazwischen kommt, das vergeht ihn! Die Riederlagen, Hochkirch und Kolin unb Kunevs- * doch Lind all das gute Blut! Lind die Feinde Aus Stadt und Land. Gießen, den 21. Aug. 1924. Erstes Frösteln. Die Tage werden schon merklich kürzer. Es ist vorbei mit den frühen Stunden und mit der Abendhelle, die fast bis 10 Lihr anhielt, jeden Morgen kommt die Sonne ein wenig später, jeden Abend geht sie ein wemg früher; man achtet kaum darauf, aber dann wird es einem doch einmal bewußt, weil man sich erinnert, daß man ja vor vier Wochen noch zu dieser Stunde im Freien seine Zeitung las. Cs ist ein unbehagliches Gefühl, das einen dabei überschleicht. Die Zeit vergeht, und wir sind ohnmächtig, sie zu halten, gleichgültig, ob wir etwas damit anzufangen wissen oder nicht. Sie ist fort, und keine Macht der Erde bringt sie uns wieder zurück. Das Jahr, das sieghaft in Sonne und Licht auf seine Höhe gestiegen ist, wendet sich nun wieder traurig zur Llmkehr und geht in Dunkel und Liefe zurück, langsam zwar, aber um so stetiger. Man sieht die Blätter leise sinken, ohne daß ein Windstoß sie anrührt: sie fallen von selbst: keiner hat sie von den Zweigen geriffelt wie im Frühling, wo sie so fest saßen. Jetzt sind sie so locker, durch eigene Schwere brechen sie ab. Lind wenn die Luft einmal schärfer weht, iXum liegen ihrer schon soviele auf dem Strahenpflaster, daß du unwillkürlich nach oben blickst und dich fragst: ist es denn schon so weit? Es ist noch nicht so weit. Das sind die ersten Vorboten des trüben Herbstes, der den Menschen so melancholisch macht. Glücklicherweise ist es noch nicht so weit. Roch haben wir unser Sommer“ lachen auf den braunen Wangen, noch lockt Wald, Wiese und einsamer blumengesäumter Feldweg, über dem die Falter gaukeln: noch stehen die Gärten in voller Pracht, nur die Astern deuten darauf hin. daß die düftereichen Blumen die Herrschaft verlieren sollen. Zwar blühen bald die Rosen zum dritten Mal und fast schöner als im Juni, weil über September- und Oktober- rosen die leise Wehmut des Abschiedes liegt, die klagende Melodie: „Letzte Roje", aber es ist kein Verschwenden mehr in diesem Blühen wie es im Frühling war: fast scheint es, als ob die Ratur sparen lernen wollte, weil sie ihre Kräfte schwinden fühlt, wie allo alten Leute sparen und haushalten. Sie drängt und treibt noch, aber das .Üngeftüm trunkener Glückseligkeit über unbegrenzte Fülle ist einem bedachtsamen Atemanhalten gewichen. Die Sonne beginnt schon langsam das Abendgold an die Tapete deines Zimmers zu werfen und dir feurige Rosen um die alten Bilder zu hängen, auf die du kaum noch achtest. Du stehst entzückt über das reizvolle Interieur aus Licht und Alltäglichkeit und siehst es über die Wand Hinspielen; es dauert ein paar Minuten und erlöscht. Dann weißt Du mit einem Male, daß sich der Herbst anmelden will mit seinem bunten Farben spiele — eine Erinnerung fliegt vorüber: es fröstelt dich. Ha. Giehener Wochenmarktpreise am 21. August (Händlerpreise): Es kosteten: Butter Pfd. 2 Mk., Matte Pfd. 35 Pf., Käse Pfd 60 Pf., Eier Stück 14 Pf., Wirsing Pfd. 20 Pf., Weißkraut Pfd. 20 Pf., Rorrraut Pfd. 30 Pf., gelbe Rüben Pfd. 10 Pt, rote Rüben Pfd. 10 Pf., Spinat Pfd. 30 Pst. Römischkohl Pfd. 10 Pf., Dohnen Pfd. 15—18 Pf., Salat Stück 8—10 Pf., Salatgurken Stück 10—50 Pf., Einmachgurken Stück Pf., Endivien Stück 20—25 Pf., Ober-Kohlrabi Stück 10 Pf., Erbsen Pfd. 30 Pf., Tomaten Pfd. 20 Pf., Zwiebeln Pfd. 15—20 Pf., Rettich Stück 5—10 Pf., Pilze Pfd. 15 Pf., Kartoffeln Pfd. 4V2—5 Pf., Falläpfel Pfd. 8 Pf., Aepfel Pfd. 25 Pf., Birnen Pfd. 25—30 Pf., Brombeeren Pfd. 50 Pf., Zwischen Pfd. 35 Pf., Mirabellen Pfd. 35 Pf., Reineklauden Pfd. 35 Pf., Honig Pfd. 25 Pf., junge Hahnen Stück 1 Mk., Suppenhühner Pfd. 80-90 Pf. HorinitHCll. — TageskalenderfürDonnerstag. Artillerieverein: Zusammenkunft der Damen im Bootshaus. — Stadtmission, Löberstr., 8l/2 Llhr: Lichtbildervortrag. — Rundfunkhaus: 8V2 Llhr: Musikabend. — Lichtspielhaus: „Das närrische Paradies". — Astoria-Lichtspiele: „Eltemsünde". ®?cttcruura8.si" La schluchzte die junge Frau auf. „Vater, Ihr seid grausam," rief dec Stabskapitän. „Tie Wahrheit sag' ich, die mir schon lange die Gurgel schnürt. Hab' sie mir selber nur nicht gestehen wollen. War auch verblendet, wie ihr alle, von der großen Sonne. Möcht' jetzo mit dem frommen Mann, dem Paul Gerhardt, rufen: ,Wo bist du, Soime, blieben ?’ — Trag mir den Wisch 'raus. Beate, die windige Zeitung mit den Pvsaunenstößen . . . ich will sie nicht sehen! Will nichts hören von eurem König, von feinen Bataillen und Viktorien. Lim Schlesien. Was frommt uns Schlesien? Waren besser daran, als wir nur Brandenburger gewesen. Geh! Geh!" Lind zog sich den Sllthl heran, setzte sich schwer, daß frag Holz krachte, griff zu den Steinen: „Wollen weiter spielen, Christel. Vielleicht bringt einen das auf andere Gedanken —" (Fortsetzung folgt.) * Srkevrgte Lehrerst eiten werden 5. Kriminalfilm In 6 Akten. Franz Neumeier Spezialhaus für Arbeiter- und Berufsschuhwerk Sonnenstraße 20 Gießen [6463D a. D. Dr. nicht besucht. 64HD Der Syndikus Wendt Notar Unter dem Druck der Geldknappheit habe ich einige 100 Paar Arbeiter- und Berufsschuhe, darunter Touristenstiefel mit und ohne Doppelsohle, bester Qualität, billigst eingekauft. Ich empfehle daher, sich jetzt schon für den Winter mit gutem Schuhwerk einzudecken Um G462D Altes Blei (Bleiröhren) kaust Brühlsche Druckerei eiliD Schulstr. 7 9. Der Schatzmeister Scheithauer Privatier Der Dorfitzende phil. Helding, Studienrat Der Auffichtsrat H alv e s Rittmeister a. D. 64B4C MagistvriSwahlmrsfchutz, der sich nun schon fett Monaten mit der Angelegenheit beschäftigt, tarn man sich nicht einigen Zunächst wollte man Dr. Voigt wiederwählen, bann kamen einzelne Fraktionen mit Sonderkandidaturen. Persönlichkeiten, an die man herantrat, lehnten ab. Heute steht die Sache so, dah man als aussichtsreichen Kandidaten den Oberbürgermeister von Königsberg, Dr. Lohmeyer, präsentieren konnte. Run aber sollen die Sozialdemokraten wieder mit ihrer Kandidatur Südekum austreten, eine ganz aussichtslose Kandidatur, da die bürgerlichen Gruppen diesem Bewerber kaum ihre Stimme geben dürften. Auch das Zentrum soll jetzt den früheren Regierungsrat der hiesigen Polizei, ©Obmann, einen ausgewiesenen Strassburger, empfehlen. Wenn nicht alles täuscht, wird es nun wohl so kommen, dah im ersten Wahlgang keine Entscheidung fallt, und dah im zweiten Gang der seitherige Oberbürgermeister Dr. Doigt wiedergewählt wird. Die Wahl dürfte nunmehr in aller Kürze stattftnden. — 3m Stadtwalde verübte der 32jährige Schmied Franz R e i ch o w aus O f f e n b a ch auf zweifache Weise S e l b st m o r d. Zunächst hängte er sich auf, dann jagte er sich eine Kugel in den Kopf. Da der Vorfall sich auf Frankfurter Gebiet abspielte, beschlagnahmte die Frankfurter Kriminalpolizei die Leiche. Die erste Annahme, dah Reichvw einem Verbrechen zum Opfer gefallen fei, bestätigt sich nicht. spd. Frankfurt a. 1, 20. Aug. DerD>r- steher einer Filiale der Deutschen Dank, Loew, wurde am Dienstag wegen Llnterschlagung von der Kriminalpolizei festgenommen. Er hatte Depotlurrden Kredite gewährt, die über die Höhe des Danftontos wesentlich hinausgingen und später nicht mehr gebest werden konnten. Die Höhe der fehlenden Summe wird auf annähernd 60 000 Mk. veranschlagt. — 3n der vergangenen Dacht lieh sich ein junger aus Büdingen stammender Kaufmann in einer Auto- drvschke vor den Zoologischen Garten fahren and halten. Plötzlich ertönte ein Schuh aus dem Innern des Wagens: der junge Mann hatte sich erschossen. h>b. Aus dem Westerwald, 20. Aug. 3n Rehe bei Rennerod wollte ein Handwerker einen neu erworbenen Schweihapparat auf feine Leistungsfäh gkeit untersuchen. Plötzlich explodierte der Apparat. Durch die umherfliegenden Stücke wurde ein 13jähriges Mädchen auf der Stelle getötet, ein neunjähriger Knabe lebensgefährlich verletzt. __________ Vorstände der Vereine: OöettjfffWt BleOMnölet-Berehi MWiMr-vmin «leisen n. 11mg. BieMänölerBetein Bnw n. 11mg. Bieönönoiet-Btteln firels IBtSlot. BWnOlet-Betein öe? Steifes Bin unö BieöeHtonf BleBiflnölet-Betein für Ole Steife Sinn- Hain, matourg unö StonfenOetg. Volksschulen zu Pfungstadt (Mietwohnung) vnd Osthofen (keine Dienstwohnung) und für ern€ ev Lehrerin an der Volksschule zu Pfung!- stadt. Spinat td9“£r% Bohnen Tomaten per Pfd. 25 Pf. Großverbraucher und Händler Vorzugspreise. 022723 tt. 2ertz, nenenroefl 52. 1. 2. 3. 4. 1 Unterzeichnete Vereine ver- lA handelten heute in Gießen ergebnislos, die Verhandlungen gehen weiter. Der Markt in Gießen wird SuchenSleGeld? Gegen sofortige Kasse kaufe ich jeden Posten Parriewaren in Herren- und Damen-Gar- beroben, Leib- und Bettwäsche, Smuh- waren u. a. Komme sofort. Nur ausfuor- liche Angebote unter F, V. 0.3743 an die Annonreu-Expoditlon von Bnioli Boise, Friiklort a. B. erbeten.<>4&jss Es liegt iö ihrem eigenen Interesse wenn Sie bei allen vorkommenden SAMklilMn oder Reparaturen sowie bei allen Neu- und Umbauten (hier und auswärts) Men NkenMlng elnhßlen. Als Spezialität führe ich Ladeneinrichtungen nach gegebenen oder eigenen Entwürfen bei preiswerter Berechnung aus Schriftliche Angebote unter 022710 a. d. Gietz. Anzeig. Mieterverem Freitag, 22. Aug., abds. 81/» Uhr, im Hotel Felsenkeller General - Versammlung. . Verschiedenes. vollzähliges Erscheinen wird dringend gebeten. Der Verstand. Astoria-Lichtspiele Seltereweg. Bi* einschließlich Sonntag: ■— Elternsünde Drama in 5 Akten mit Elena Bakowska. - Ferner: Das Geheimnis von Schloß Ronay Tagesordnung: Bericht Rechnungsablage Dorstandswohl Stand der Mieterbewegung (Referent: Herr Reallehrer Hebermehl, Gießen) Landkreis Gi<;cn. ( • Srvtzen-Dufeck, 20. Aug. Zu unserer Meldung von dem Unglück des sechsjährigen Töchterchens des Landwirts Wagner erfahren wir, dah ibag Kind hi einem unbeaufsichtigten Augenblick lin eine am Boden liegende Sense hineingelaufen ist. Erfreulicherweise hat sich die Befürchtung,, Lab das verletzte Dein steif bleibt, nicht bestätigt. Kreis Schotten. • AuS dem Vogelsberg, 21. Aug Das Unwetter der letzten Tage hat im Vogelsberg ungeheuren Schaden angerichtet. Im Obernseenerhof wurden die Keller des Gutes überschwemmt, so dah man das Vieh aus den Ställen treiben muhte. Ein starker Hagelschlag bedeckte die Felder mit einer bis 10 Zentimeter hohen Hagelschicht. Kreis Büdingen. • Aus dem Niddertal, 20. Aug Statt der um diese Zeit fälligen Hundstagshd-e herrscht nun schon 2—3 Wochen regnerisches, kühles Wetter, dah man schon den Ofen anft ecken könnte, fast' jeden Tag gibt es ein oder mehrere Gewitter und ungeheure Rsgenmafsen ergiehen sich auf das Land. Die auf dem Feld noch massenhaft stehmde oder liegende Frucht bietet einen traurigen Anblick, die Körner fallen oder wachsen aus. Wenn nicht in aller Kürze besseres Wetter eintritt, dürften grvhe Teile der Ernte verloren sein. Die Kartoffeln bieten teilweise gute Aussichten, teilweise sind sie jedoch völlig vom Mehllau befallen, jedenfalls brauchen sie unbedingt trockenes Wetter. Das Obst hat selbstverständlich grohen Schaden gelitten, durch die andauernde kühle Witterung ist es klein geblieben, die Sühe fehlt, das Steinobst platzt auf und fault teilweise an den Bäumen. Mit sorgenvollen Herzen sichen Landleute und Gartenbesitzer nach dem Himmel und hoffen immer noch auf den anderen Tag, der Sonnenschein und Wärme bringen soll- ' Ortenberg, 20. Aug. Statt eines Sportfestes fanden am Sonntag auf dem hiesigen Sportplatz mehrere schöne Fußballspiele statt. Die Zungmannschaft spielte gegen die gleiche Mannschaft von F. B. E. Viktoria Nidda, wobei Nidda mit 2:0 den Sieg davon trug. Dagegen gewann die 1. Mannschaft des hiesigen F. D. C. tat-Mi’ßiiK -Mette und -Aleier Blamengefrtjöft Rüger 4 Kreuzplatz 4. Televb. 1649. “«D v MlMiOs nieötig find meine Preise für » ' Kohlen u. Koks allerArt,Union- Briketts, Buchen-u. Tannenholz Lieferung in Waggons direkt ab Zeche, in Fuhren ab Bahn oder in Säcken ftei Keller H.Abel, Kohlenhandlung Wetzsteingasse 19. 022713 Telephon 865. Hornhaut, fcd) toi eien «. Warzen befcthgi fdrneu schmerz, ft, U K SI* O B A^rUch'empfohlen. 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Metzger Robert Mach- toirt aus Schöneberg bei Kreuznach wegen Meuterei und eines Ausbruchsversuchs im Gefängnis in Benshnm zu 1 Jahr Zuchthaus k^w. 6 Mo- nate Gefängnis. — 3n Dreieichenhain, wo gegenwärtig Ausgrabungen vorgenommen werden, wurden Tierknochen gesunden, die vermutlich aus der Permzeit stammen. Sie werden jetzt wissenschaftlich untersucht. e Ofsenbach, 20. Aug. (Eig. Bericht.) Innerhalb der Kommunistischen Partei in Offenbach ist es zu scharfen Auseinandersetzungen gekommen, in deren Verlauf der Stadtv. Seekamp seinen Austritt aus der Partei erklärte. Er erhielt nun die Aufforderung vom Parteivorstand, sein Mandat niederzulegen, weigert sich aber, dies zu tun. 3n einem Schreiben an die Stadtverordnetenversammlung teilt er diese Weigerung mit und wirft gleichzeitig darin seinen Genossen Ehrabschneidung, Grotzenwahn und sogar eine Unterschlagung vor. • Heppenheim (Devgstrahe), 20. Aug. (Eigener Bericht.) Da in Heppenheim jetzt die Städtevrdnung eingeführt ist, so muh jetzt ein Stadtvat gewählt werden. Die Wahlen find für den 30. Thiguft anberaumt. Auher den politischen Parteien haben auch wirttchaf tlichr Bereinigungen Vorschlagslisten aufgestellt. Es sind 21 Stadtverordnete zu wählen, die form den Bürgermeister zu wählen haben. Bis jetzt sind schon mehr als 50 Bewerbungsschreiben eingegangen. Hessen-Nassau. f£b Frankfurt a. M., 20. Aug. Der Streit um den zum 1. Oktober freiwerdenden Posten des Oberbürgermeisters — die Amtszeit von Dr. Doigt ist abgelaufen — nimmt immer schärfere Formen an. 3n dem 7VV. ©legen, 20. 2togmt. un oaxw'A wurde der freiwilligen Feuerwehr die Abhaltung eines Festes verboten. Darauf zog eine Schar junger Burschen, nachdem sie sich Mut in der Gastwirtschaft des Ortes angetrunken hatte, vor das Haus des Bürgermeisters und bombar» diertees mit Steinen. Dann wurden sämtliche Fenster und Türen zerstört. Schließlich bereiteten die Burschen der Wohnung des Lehrers und dem Dereinshause das gleiche Schicksal. Die aus dem Nachbarorte alarmierte Polizei mutzte die Horde mit Knütteln auseinandertreiben. Die Haupttäter wurden verhaftet. Schöffengericht. Dietzen, 20. Aug. 1924. Unter Ausschlutz der Oessentlichkeit wurde heute gegen den Lehrer Peter Scheid von Dietzen wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Cs tourtx ihm zur Last gelegt, mit 3 noch nicht 14, 3ahre alten Schülerinnen unzüchtige Handlungen vor- genommen zu haben. Nach umfangreicher Beweisaufnahme kam das Gericht zur Freisprechung mangels Beweises. Kirche und Schule. Vereinigung der Freunde des Humanistischen Gymnasium«. Darmstadt, 19. Aug. 3n der Leitung der Freunde des Humanistischen Gymnasiums ist eine Aenderung eingetreten. Der seitherige verdiente Vorsitzende der Vereinigung Professor S ü f f e r t hat infolge erhöhter dienstlicher 3nanfpruchnahme den Vorsitz niedergelegt. An seine Stelle ist Herr Provinzialdirektor Dr. Kranz-Bühler getreten. Wie in früheren Semestern, so sollen auch heute wieder Leseabende abgehalten werden. Verantwortlich für Politik und Feuilleton: 3. V.: Heinz Gorrenz. Aufruf! Alle Besitzer Deutscher Reichs-, Staats- oder Stadtanleihen, Obligationen, Pfand- und Rentenbriefe, Inhaber vorkriegszeitiger Reichsbanknoten und Sparkasienguthaben pp. werden 'm eigenen Interesse ersucht, ihre genaue Adresie sowie Bezeichnung und Nennwert der in Frage kommenden Papiere bzw. Hohe der Guthaben dem unterzeichneten Verbände fofort bekanntzugeben. Für Rückantwort ist frankierter Briefumschlag mit der eigenen genauen Adresie beizufügen. BetDanö MMresieuleu jur ßrlnngang her Wertung ooo BeKOs-, 5100(5- unö gommunolanlelOen du. G. B. Betiln-6öariot(enöurg 2. LICHTSPIELHAUS ___________ItahnhofwfraBe 34. Bin einschließlich Sonntag: Das närrische Paradies Eine tragische Geschichte in 6 'Akten. — Ferner: Mister Mastix Tolle Groteske in 3 Akten mit flerhard Damann und Hansl Dege. Ein Posten Korsetten in nur guten Qualitäten in vielen Weiten weit unter Preis, Stück 3.50, 6457a Wieseck, Großen-Buseck, 21. August 1924. zu bedeutend ermäßigten Preisen ab 6456c Versuchen Sie 6469a HoWeePM BöWee 1^2.40 n M » » H H » Ingolstädter Holzhäuser Sveise^EÄW Stern lÄto Familie Familie Familie Familie H *5; 3.00 UPM See 6e'°$;.Ä 3.20 „111^5.20,11*14.40 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Blumen- und Kranzspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Groth von Rödgen bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir aufrichtigen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Bonbons ElsnMeln-^0.30 SWMlAllSLO.30 Pfeffcrmiinz- ViPf-ff OK brnrb ./6U.Lu Heinrich Hochstätter Brandplatz 1 / Ecke Schloßgasse IP'«2.80 IIP’’«3.40 IV *'.«3.80 V*'3;4.40 die idealen Wohnhäuser für Stadt und Land solid —komfortabel —warm— schnell beziehbar—preiswert-liefert Uhlmann Sc Co. A.G. Zweigbureau Frankfurt a. M. Eschenheimer Anlage 9. Hansa 6417. Jllustr. Katalog gegen 3 Mk. 0,08D Schokolade „niimÄUoo VsMUllS Ein Versuch überzeugt Sie von der vorzüglichen Qualität. Um vor Eintreffen von Neuheiten zu räumen, gebe ich eine Anzahl Teppiche Bettvorlagen Divandecken Tischdecken Angebot: Kakao lose, Pfd. 704 Hamburger Kaffee-Lager M»LWi Mäusburg 3. Telephon 829. Wilhelm Haas Emil Deibel Otto Reuter Karl Kling. 6470V [Vermietungen | Möbliert, ruhiges Wohn- und Schlafzimmer in der Nähe der Kliniken zu verm. Näheres 022712 Glaubrechtstr. 1. Schön möbliertes Zimmer sofort zu verm. Om?it Landmannstr. 2Op. 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Meile lang - genau 660 Fuh — 83 Fuh breit und besitzt einen Rauminhalt von 2 4 00 0 0 0 Kubikfuh. Das Fahrzeug kann 80 Domren, darunter 43 Donnen Auhlast, mit sich sühreir, d. h. dieses Riesengewicht kann das Luftschiff in Form von Passagieren oder Frachtgut befördern. Die 'Besatzung be trägt 24 Personen, darunter ten eigentlichen Leiter, verschiedene Offiziere, Techniker, Seilmacher, Radwvperateure. Küche und Stewards. Für 2 0 Passagiere ist Schlafgelegenheit vor Händen. Die Fahrschnelligkeit beträgt etwa 68 englische Meilen in der Stunde, so daß der ganze Tvansatlanti^lug etwa 70—80 Stunden in An spruch nehmen dürfte. Wenn das Luftschiff sich in die Luft erhebt, gleicht es einem riesigen Fische,, wobei bte seitlichen Tragflächen den Flossen des Fisches ähnlich sehen, während der silberfarbene Körper gleichfalls stark an einen Fisch erinnert. Beim ersten Anblick erscheint das Fahrzeug außerordentlich plump, nur wenn man es genau betrachtet oder sich von einem Fachmann die Einzelheiten erklären läßt, bemerkt man, daß bei der ganzen Durchführung doch austerordentliche Rücksicht auf wohlgefällige Form, ja man kann sagen, auf Grazie genommen wurde. Steuerung und mascyrnelle Ausrüstung sind ein modernes Wunder. Einige Vergleiche müssen dies ertäw fern: Das Gewicht des Lustlreuzers entspricht demjenigen eines kleinen Fischkutters, es hat aber einen gröberen Raumiichalt, als der größte Ozeandampfer. Tas ist auch der Punkt, wo die 50011= struttionsschwierigteiten lagen. Jeder Teil des riesigen Fahrzeuges muh auhervrdentlich leicht Und doch ungewöhilich stabil sein. Seine Außrn- bcflctbung ist nicht wie beim Schiffe aus Stahl, sondern aus dünnem Segeltuch, das Rahmenwerk ganz leichtes Aluminium, der Fußboden ist von einem besonders festen und zähen Holz von rächt stärkerer Dicke als einer Zigarrenkiste. Vom Kopf bis MM Schwanz — um beim Vergleich des Fisches zu bleiben — laust eine Art Rückgrat, ähnlich wie das Grätengerüst beim Fisch, in welchem ein Gang durch das ganze Schiff hin verläuft. An jeder Seite sind große Kanister für Petroleum, Benzin und Wasser angebracht. Kurze Seitengänge führen M ben fünf Maschinenräumen, tx>n denen sich je Mei auf einer Seite und einer am Ende befinden. Selbst wenn das Schiff vollkommen mit Gas gefüllt ist, kann man dasselbe von Anfang bis Eiche durchschreiten, da die 13 Gasbehälter sich nicht bis zu dem Gang, der durch das Rückgrat läuft, erstrecken. Der vordere Teil des Untergestells, das mit dem Hauptstück des Luftschiffes in Verbindung steht, enthält den Führerstand mit den Lenk- und Steuervorrichtungen, bann folgt der Radi)vaum mit einer Radiveinrichtung von einem Wirkungskreise von etwa 3000 englischen Meilen. Die Straft hierzu wird durch einen darüber befindlichen Windmotor erzeugt. Die Stärke der Radi Einrichtung ist so groß, baß bas Schiff bereits mit Amerika in Verbindung treten kann, wenn es noch nicht außer Sicht Europas ist. Hinter dem Radioraum beftnden sich die Gästeräume, die Waschräume, der Speiseraum und die Küchen- anlagen, die mit ihrem elektrischen Ofen, dessen Kraft gleichfalls durch einen mit Windnwtorkvaft betriebenen elektrischen Dynamo erzeugt wird, be- bient wird. Jede der Luxuskabinen ist in der Ausstattung komfortabler als ein»Pullmannwaqen. Hinter den Gästekabinen befinden sich die Schlafräume der Bebienungsmannschast, mit Hängematten ausgestattet. Rachdem nunmehr Amerika sich für den Ausbau seines Luftverkehrswesens durch Luftschiffe entschlossen hat, fragt es sich, wie die Aussichten für einen Handelsbetrieb dieses Beförderungsmittels liegen. Ein Rückblick mag hier Anhaltspunkte geben. In Deutschland wurde bereits vor dem Kriege ein Luftverkehr als praktisch durchführbar angenommen. Bereits im Jahre 1910 bestand in Deutschland eine Gesellschaft, die sich mit dem Betriebe von Luftschiffen befaßte. Von diesem Zeitpunkte an bis zum Kriegsausbruch, mit weichem alle verfügbaren Zeppelins für Militärgebrauch beschlagnu-chmi wurden, hatte dieser Konzern, der fünf Fahrzeuge in Betrieb hatte, folgendes Ergebnis seines Betriebes auf- zuweisen: Anzahl der Flüge 1588 Dauer der Flüge (Std.) 3167 *) Siehe Ar. 192 des „Gieß. Anz.". Philosophie im Garten. Der Garten spiegelt in seiner wechselnden Gestaltung die feinsten Empfindungen und Gefühle, die der Mensch der Aatur gegenüber hegt, denn er will ja in diesem Stück Land, das er mit ferner Persönlichkeit erfüllt, eine 3bealform der Landschaft schaffen, die er am meisten liebt. Aber nicht nur edle Grüble, sondern auch hohe Gedanken sind schon im Garten ausgedrückt worden. Das 17. und 18. Jahrhundert haben ganze naturphilo- svphische Systeme in die Anlage und den Ausbau des Gartens hineingeheimnißt. Solche barocke Gartenphilosophie blieb jedoch Spielerei. Dagegen haben die Japaner, die ernte so wundervolle Gartenkultur besitzen, ihre Weltanschauung wirklich in der Formung der Aatur zum Ausdruck gebracht, freilich eine uns ft em de Weltanschauung, deren Tiefe man aber begreifen muß, um die Schönheit des japanischen Gartens zu erfassen. Der bekannte Gartenfachrnarm Eamillo Schneider behandelte diese eigentümliche Philosophie im Garten der Japaner in einem Aufsatz der „Gartenschönheit", der zugleich durch eine Fülle sehr interessanter Aufnahmen aus japanischen Gärten diese exotische Welt uns nahe bringt. Der Garten ist für den Ostasiaten in erster Linie eine Zufluchtsstätte zu beschaulichem Aachdenken und deshalb mit dem Temperament und der Beschäftigung des Besitzers in Einklang gebracht. Der Garten eines Priesters ober Dichters ist so angelegt, daß sich in ihm der Charakter würdevoller Einsamkeit, Tugendhaftig- keit und Selbstverleugnung ausdrückt; der Garten des Samvrai oder Ritters atmet wieder eine stolze, kriegerische Stimmung. Sv hat die japanische Gartenkunst sich eine Kunstsprache ausgebildet, die tor nicht nur ermöglicht, bestimmte Gefühle aus- jpidrücken, sondern auch Sinnbilder der Sittlich- Zahl der zurückgclegten Kilometer 172 535 Anzahl der beförderten Passagiere 34 228 Die fünf Luftschiffe, die im Dienste dieses Konzerns ftanben, hatten jedoch keine reguläre Route. Erst nach dem Kriege wurde der erste regelmäßige tägliche Passagierdienst eröffne! Die „Bodensee" vertehrte damals täglich zwischen Friedrichshafen und Berlin, wobei die Re.se etwa 5—8 Stunden dauerte. Der Fahrpreis bet.ug runb 80 Mark, was etwa dem Preise der ersten Klasse Cisenbahnsah-rt zwischen beiden Orten entspricht Die „Bodensee" machte 80 Flüge in 98 Tagen, wobei 18 Tage für ungünstiges Wetter zu rech ea sind, an denen das Schiff in der Halle blieb, sowie für Flüge außerhalb des normalen Programms. Ein Schwesterschiff, die „Aorbsiern", wurde im Jahre 1919 gebaut und sollte gleichfalls dem Verkehr zwischen Berlin und Fr^edffchshafen dienen, es wurde jedoch bald nach der Fertigstellung von der interalliierten Kontoallkvmmi imr beschlagnahmt . Die „Bodensee" wurde als erstes der deutschen Zeppeline an Frankreich abgeliefert, die „Aorbfiern" nach Italien gegeben. Allgemeine Annahme, daß der Flugzeug» oder Lustschifsahrtvertehr außergewöhirlich teuer ist, ist irrig. Zahlreiche Flugzeuglinien werden h utc in Europa mit großem Gewinn betrieben. Direkte Lustschiffverkehrsliirien bestehen noch nrcht, da bisher nur die Deutschen die Durchführung eines derartigen Verkehrs versucht haben. Die deutschen Luftfchifflinien warfen jedoch, bevor die Alliier en den Verkehr untersagten, einem etwa 30prvzentigen jährlichen Gewinn ab. Fachleute erklärten mir, daß sich eine Luftschiff ftnie im allgemeinen bezal-lt mache, wenn sie in der Lage ist, eine ebenso große Rutz last zu befördern, als sie im Stande ist an Betriebs material mitzu- fühoen. Der „Z. R. 3" hat, wie oben aufgeführt, eine Auhlast von 43 Tonnen und ist in der Lage, etwa 30 Tonnen an Betriebsstoff mit sich zu führen. Aach Abzug aller General- und Betri ebsun kosten ist das Fahrzeug baber in der Lage, noch über 10 Donnen an gemimt bringender Auhlast zu beforbem. Aach Meinung der Fachleute emrnte man mit entsprechenden Luftschiffen leicht einen zehntägigen Rund-nm-bie- Weltluftverkehr einrichten, wobei die Reifen von Kontinent zu Kontinent im Luftschiffe und die Reisen auf den einzelnen Erdteilen durch anschließende Flugzeuglinien hergestellt werden könntet. Für lange Reisen ist der Luftschiffdienst angenehmer als das Flugzeug, da der Reisende sich leichter gegen schlechtes Wetter schützen kann. Obwohl der Bau von Luftschiffen in dir Zeppelinwerft mit Ausnahme d:s „ Z. R. 3" unter dem Drucke der interalliierten Kontrollkommission ausgesetzt hat, hat man doch die technischen Studien bei den Werken weitergeführt. Die Pläne und Berechnungen, die von den Deutschen in langwieriger Arbeit aufgestellt werden, die aber aus der Ungunft der Verhältnisse heraus nie zur Ausführung gelangen konnten, dürften damit nunmehr in die Härckre der Goobtzear-Zeppelin--Eorporativn in Mron, Oh o, übergehen. Verschiedene Mitglieder der Zeppelin- gesellschäst werden sich auch mit nach Amerika begeben, um dort für den neuen Konzern tätig zu sein. Die Zukunftspläne enthalten u. a Ausarbeitungen eines langen -Heberfanbflugeß für Passagiere in Fahrzeugen von doppelter ®rößc des „Z. R. 3", äleberwachung des transaftankischen Dienstes unb Einrichtung eines halbtäglichen Vev- tcbr£ zwischen Aeuyvrt und Chicago. Für diesen Verkehr haben Ingenieure der Zeppelinwerften vor kurzem die Vereinigten Staaten besucht, um die Möglichkeiten für dessen Durchführung zu untersuchen. Das Ergebnis spar äußerst günstig, indem man für den Sommer die Durchführung eines 12 Stundenbiettstes mit 100 Proz. Sicherheit und Regelmäßigkeit und für den Winter einen Prozentsatz von 80—90 Proz. errechnete. * Friedr ichs Hafen, 20. Aug. (WTD.) Heute vormittag fand die Besichtrgung des für Amerika bestimmten Luftschiffes durch etwa 150 Vertreter der deutschen und auswärtigen Presse statt. Die Füllung des Luftschiffes, mit ber am Montag begonnen worben ist, wird 6 bis 7 Tage dauern. Mitte nächster Woche finden die ersten etwa zweistündigen Probffahrten statt. Von dem Ergebnis dieser Fahrten wird der Termin für die weiter in Aussicht genommenen beiden Fahrten abhängen, nach deren Gelingen die große Probefahrt vorgenommen werden soll, die nach Möglichkeit die großen Städte Deutschlands eventuell auch Schweden berühren wird. Der Weg der Fahrt ist von der Wetterlage abhängig. Aach dieser großen Probefahrt wird das Luftschiff zur äleberführung nach Amerika klar gemacht, die bei günstigem Wetter voraussichtlich Mitte September ftattftnbet. feit unb Weisheit aufzustellen. Der Garten wird zum Vermittler von Ideen und wirkt auf den Japaner, wie auf uns ein philosophisches Gedicht ober ein ibeales Gemälbe. Die Gartensprache des Japaners verfügt über bte mannigfachsten Aus- brucksmittel. die bei uns eine geringere Rolle spielen. Sv wird großer Wert gelegt auf die Schönheit der Steine, auf die Art der Drücken unb Lauben, auf Pagoden, Laternen usw. Festumris- sene Typen für Gärten haben sich herausgebildet. So gibt es Hügelgärten, Flachgärten, Seegärten, Durchgangsgärten, „Gärten des späten Frühlings, „Gärten für hohen Besuch" usw. Die einzelnen Gartenarten haben wieder verschiedene Stilformen, in denen sie ausgeführt werden. So unterscheidet man beim Hügelgarten den „Meeresfelsenstll" mit felsigen Szenerien, den „breiten Flußstil" mit Wasserfall, den „Wildbach- fttt“ mit Gebirgsbach unb kleinem Teich, unb die „Seewogen-Szenerie", die die Mündung eines Flusses in einen See darstellt: endlich noch die „Schilfsumpf-Szenerie" mit niedrigen Hügeln und flachen Steinen. Genau festgelegt ftnb auch die einzelnen Steine, die in einem Hügelgarten angebracht werden müssen Da gibt es den .Wächterstein", ber im Gegensatz zu dem weiblichen, dem „Klippenstein", männlich ist. Ganz vorn imMittel- grunb liegt der „Stein der Anbetung", ber wie der Wächter stein in keinem japanffchen Garten fehlen darf. Von diesem Stein aus muß man den besten äleberblick über das Landschaftsbild genießen. Auch der „Stein der vollkommenen Aussicht" ist auf einen älmblick berechnet. Ein anderer Stein heißt ber .Wartestein". Der „Ehrensitzstein" wftd bem bevorzugtesten Gaste angeboten. Der „ Faulenzstein" befindet sich an einem schattigen Platz und lädt zum Träumen ein. Ganz ähnlich ist es mit den wichtigsten Bäumen im japanischen Die Ruhegehälter der Offiziere. Der D. O. D. Hessen schreibt uns: Zu ber Mitteilung über das Dienstalter ber früher bei den Desirlskommandos tätigen Offiziere gibt die „Hessische Landeszettung" vom 16. August 1924 eine Mitteilung, die, damit keine Beunruhigung der betrefjenben Pensionäre eintritt, der Ergänzung bedarf. In ber bem Pensionsgesetz 06 zugrunde liegenden Desoldungsvorschrift gab es nur einstufige Majors, Oberstleutnants ohne und mit Oberst- leutnantszulage und Regunentslommandeur-Ge- hälter usw. Die Pensionen dieser Gruppen stiegen mit den Jahren. Cs war dabei gleichgültig, wann z. D. ein Offizier die CBatailtond- oder Regimentskommandeur-Pension erdient hatte, zwei bis drei Jahre länger Truppen- oder Bezirckskom- manbeur war. Aach Einführung ber neuen Gehälter mit Stufen unb Gruppen haben sich nun zwischen dem Finanzministerium and bem D. O. B. Streitigkeiten ergeben, die vom R V.-Gericht teils zugunsten der Offiziere, teils zu deren Ungunst en entschieden worden sind. - In der Dienstvang- unb Dienstst sllungsfvage haben die Offiziere nach mehrfachen Obsiegen, wodurch bas Fmanzmini- ftcrium zu neuen einschränkenden Gesehen sich veranlaßt sah, nunmehr einen coieg im 1. Senat des R. D.-Gerichts errungen, so baß diese Frage bem großen Senat überwiesen wird. Um diese Streitigkeiten aus der Welt za schassen, hat ber D. O. D. 2Inträge bei dem Reichstag gemacht, dieselben gesetzlich zu regeln. Unter anderem: 1. Wiederherstellung des durch bas Ermächtigungsgesetz gestrichenen Rechtszustandes. Auszahlung der Derstümmelungszulage, Kriegszulage, Kampfzuschlages, Tropen- und Seefahrckszillage usw. unbKriegs- witVengelber nach Pens.-Gesetz 06. 2. Wiederherstellung des Rechteanspruches auf Pensionierung nach ber Dienst stelle (unb nicht nach dem Dimrst grab.) 3. Verleihung des Rechtsanspruches an bte Reserve- usw. Offiziere nach Wahl nach R. V. G. ober Pensiynsgefetz 06 pensioniert zu werden, nach denselben Grundsätzen, wie die aftiben Offiziere. 4. Dolle Anrechnung der in einer Etats stelle des Heeres verbrachten Dienstzeit auf Besoldungsdienstalter (Offiziere bei den Bezirkskommandos ufto.). 5. Berechnung der Dienstzeit ber im Kriege — vor allen Dingen bei den Fronttumpstrjppen —wiederverwendetenOftiziere als Fortsrhung der attiven Dienstzeit. Tie Deutsche Vollspartei, die Deutsch nationale und völkische Partei werden diese Wünsche unterstützen. Die D. V. P. hat sogar zu Punkt 1 einen diesbezüglichen Antrag eingebracht. Die neuen Gehälter sind in den obersten Stufen wesentlich erhöht worden. Man versteht es daher nicht, wenn bei- Finanzminister ausgerechnet bei den Kriegsbeschädigten und im Kriege wiederverwendeten alten Offizieren und Kriegswitwen sparen will. Vom Fliegerlager auf der Wasserkuppe. (Von bem Spezialberichterstatter des „Gieß. Anz.) Wasserkuppe, 19. Aug. 1924. Seit Sonntag herrscht wieder ein unglaubliches Wetter hier oben. Die öffentliche Meinung, im Meßtrupp wenigstens, neigt immer mehr zu ber Ansicht, daran fei die große Zahl der hier versammelten Meteorologen, „Laubfrösche" genannt. schuld. Windgeschwindigkeiten bis über 20 Meter in der Sekunde wechseln ab mit beinahe windstillen Perioden. Dazu wie gewöhnlich Regen und Aebel. Aatürlich tft an fliegen nicht zu denken, und deshalb toirb der Gedanke bereits erwogen, die Dauer des Wettbewerbs zu verlängern. Sonst wäre es u. 11 nicht möglich, alle Preise, die z. T. recht ansehnlich sind, auszufliegen. Den Weltrekord im Dauer-Segelflug, der eine Zeitlang in französischen Händen war, wurde von Schulz durch seinen glänzenden Flug von 8 Stunden 42 Minuten während des zweiten Deutschen Küstensegelflugs in Rv s - f itte n nach Deutschland zurückgebracht. Wir alle setzen große Hoffnungen auf ihn unb wünschen ihm neue Erfolge im diesjährigen Rhön- Segelftug-Wettbewerb, an bem er natürlich teilnimmt. Zum ersten Male erscheinen bei bem diesjährigen Rhön-Segelf lug-Wettbewerb Flugzeuge Garten, die ihre besonderen Aamen und ihre tie- fere Bedeutung haben. Der Hauptbaum, der im Mittelpunkt des Hintergrundes jedes Gartens steht, heißt der „Baum des aufrichtigen Geistes". Für beschauliche Stunden des Aachdenkens ist der „Baum der Einsamkeit" da. Außerdem gibt es den „Baum der untergehenden Sonne", durch den der HinnnelÄxrll beim Untergang besonders schön hindurch leuchtet, den „Baum der Ferne", der einen fernen Wald anbeutet usw. Aus diese Weise entfaltet sich eine ganze Philosophie im japanischen Garten. „Uns erscheinen diese Gartenszene- rien als wunderöolle Ausschnitte der Aatur," sagt der Derfaffer. „Für Japaner bedeuten sie aber weit mehr, älns sind sie, gleich so vielen seiner Gemälde, Raturgedichte voll ergreifenden Stim- nrungsgehalt. Für den Japaner aber besitzen all Sie Raturffvrmen eine ungeheure suggestive Kraft. Sie drücken ihm nicht nur eine Aaturstimmung aus, sondern auch eine individuelle orientalische Seelenstimmung." Kunst und Politik in Frankreich. Zu dem bereits viel besprochenen Ausschluß Deutschlands unb Rußlands von der Pariser Kunst gewerbe- Ausstellung nimmt das Organ des Schweizerischen Werkelndes „Das Werk" in beachtenswerten Auslassungen Stellung. „Bekanntlich ftnb zu der Internationalen Kunstgewerbe- Ausstellung 1925 in Paris alle Staaten mit Ausnahme von Deutschland und Rußland eingeladen worden," schreibt der Herausgeber. „Es wäre müßig, über diese Dinge noch Worte zu verlieren; wir wissen ja auch in ber Schweiz zur genüge, wie alle kulturellen, wissenschaftlichen und künstlerischen Fragen zum offiziellen Frankreich immer nur unter dem Gesichtspunkte ber Politik behandelt werden. Die Ausstellung von 1925 ist eine Der- Donnerstag, 2\. August (924 , timn-unn----— mit Hilfsmotor. Die Rhön-Segelslug Forschung-^ arbeit war bisher die erste Etappe zum Leichtflugzeug. Jetzt beginnt in ber Rb 0 n 0 t 2 zweite Etappe. Möge es den bctcii-tr :q Fliegern, jungen wie alten, besch'.eben sein, ne >' deutsche hervorragende Leistungen auch bei diesem Wettbewerb zu erzielen. Don den Preisen für Segelflüge mit i.nd ohne Motor, hierin der Rhön Y vonnen können, find - .11 ,1 erwähnen: Der groj < Rhön°Scgffpreis 1921 in Höhe von 3000 M'., drei Preise für Fernsegelsluge 1500, 1000 unb 500 Mk., drei Prise für größte Flughöhen (Mindesthöhe über Start 350 Metern ebenfalls von 1500, 1000 und 500 Mk., Zweisiherpreise >011 2000 und 1000 Mk., Leisttingspreise in 5 g ff.r ml 5000 Mk., Preise für größte Flugstrecken bei 1 e - sch irdenen Windgeschwin-digleiten, insgesamt 3000 Mk. Daneben sind noch eine Anzahl Sonderpreise vorgesehen, barurrter sind za neunen: Die Tidcmannpreise: 400 amerif. Dollar, der Gur • bäty-Preis: 1000 Mk., ber Juhl-Preis: 1563 Zigarren, der 'Wanderpreis des Aero-Klubs von Deutschland: 1 silberner Pokal, der Stadta- Seg aber ist es, daß die Mehlzahl ber französischen Künstler sich biesem Protest ber Liga angeschlossen hat. Schon bei der bekannten, als Kultu'rdvkument unschätzbaren Ruirdsrage der Zeitschrift „L' Amour be l Art" von 1922 waren sie es, die für die Beteiligung Deutschlands eintraten, und neuerdings spricht auch Waldemar George im „Paris-Journal" diese Meinung energisch aus. „Ein ftanzo- sischer Sieg", meint er, „in Abwesenheit Deutschlands, des einzigen Gegners, ber zählt, wäre ein Hohn." Der Ueberblick über den Stand des frarrzö-- sischen Kunstgewerbes, den die genannte Zeitschrift „L' Amour be l'Art" im April publiziert hat, läßt nun freilich einen solchen ftanzösischen Sieg auch in Abwesenheit Deutschlanbs einigermaßen zweifelhaft erscheinen. In dieser unheilvollen Sucht nach Bevormundung der Kunst durch bte Politik aber hat unstreitig die Stadt Straßburg den Vogel abgeschlossen mit der Bestimmung, baß an bem kürzlich eröffneten Wettbewerb für einen Bebauungsplan nur Architekten Frankreichs unb ber bem Völkerbund angehörigen Staaten sich beteiligen dürfen! Man ist in Straßburg doch wahrhaftig nahe genug bei Genf, um zu wissen, baß die Zrrgehörigkeit des Staates zum Völkerbuick) in den meisten Fällen das Resultat rem politischer Schachzüge ist. Gerade der Völlerbund fxil eine Kommission für internationale geistige Zusammenarbeit eingesetzt, ber auch namhafte deutsche und schweizerische Gelehrte angeboren TZtcnuinb wäre berufener als sie, dergleichen ^^ächerlichikeitcn rechtzeitig aus der Welt zu schaffen." tvacyden. 5Xv Schwerzer Sntmftrte hat eS nicht verstanden, ihre Preise, die zum Teil über bcrrt Niveau der Weltmarktpreise liegen, entsprechend der Besserung des Franken zu senken. Ärsbeson- dere der Import aus Frankreich bebeutet eine schwere Konkurv-cnz auf dem Schweizer Markte, denn die französische (Industrie hat nicht nur Lank ihrer schlechten Valuta günstigere Liefe- rungsmöglichkciten, sondern auch geringere Lohne. Die Löhne in der Schweiz sind im allgemeinen bedeutend höher als die deutschen und französischen und trotz der zahlreichen Arbeitslosen will es bisher nicht gelingen, die Löhne abzubaucn. So ist denn eine hohe Valuta, wie wir aus eigener Anschauung wissen, kein uw- getrübKö Glück. Die Klagen der Schweizer Industrie wollen nicht verstummen. Auch sie erhofft von einer europäischen wirtfchafts-politischen Entspannung ihr Heil. Die Haussebewegung in den Schweizer Börsen, die die Londoner Berhand'- lungen begleitete, zeugt für die wirtschaftspolitischen Hoffmingen, denen man sich auch in ders Schweiz hingibt. Die Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 19. Augast berechnete Grohhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom Stande v)m 12. August (120,2) um 0,8 Prvz. auf 121,2 gestiegen. Bon den Hauptgrappen haben sich Lebensmittel von 110,4 auf 111,9 oder um 1,4 Prvz., davon die Gruppe Getreide und Kartoffeln von 97,8 auf 99,5 oder um 17 Proz. erhöht. Lkndustriestoffe sind mit 138,5 (Vorwoche ,138,6) nahezu unverändert geblieben, ebenso die Gruppe K>hle und Eisen mit 129,5 und die Hauptgruppe Einfuhrwaren mit 158,1, während diejenige der Inlandswaren von 112,7 auf 113,8 oder um 1,0 Prvz. an gezogen hat. • * Zur Hausse in hessischen Staats- an leih em Der „Deutsche Handelsdienst" teilt folgende Bekanntmachung des hessischen Ministe riums für Finanzen mit: Die Steigerung des Kurses der 8—Ibprozentigen hessischen Staatsanleihe, die in den letzten Tagen beobachtet worden ist, veranlaßt uns zu der Mitteilung, daß der Staat derselben vollständig f e r n st e h t. Irgendeine reale ® nm Mage für eine Höherbewertung bestehl unseres Dafürhaltens in keiner Weise. Dagegen sind Anhaltspunkte dafür vorhanden, daß von interessierter Seite aus in rein spekulativer Absicht diese Bewegung künstlich in Szene gesetzt worden ist. Durch unsere Dörseiwertretung haben wir sofort nach Dekanntwerden der weiteren Steigerung auf neun Milliarden Prozent die maßgebenden Kreise informieren lassen. * Der Londoner Goldpreis. Nach einer Bekanntmachung im „Reichsanzeiger" beträgt der Londoner Goldpreis ab 20. August für ein Llnze Feingold 91 sh 7 d, ein Gramm Feingold demnach 35.3336 Pennies. " Verschlechterung der Lage im Siegerländer Erzbergbau. Die Lage der Siegerländer Gruben hat sich noch weiter verschlimmert. Die Detriebseinftellungen mehren sich, und ab 1. August werden nur noch ca. 30 Prozent der Bergarbeiter auf den Gruben beschäftigt. Der Absatz der Gruben wird trotz der Herabsetzung der Verkaufspreise für Eisenstein keine Besserung erfahren, so lange nicht die Eisenbahnfrachten und Drennstvffpreise ermäßigt werden. ' Berzelius Metall-Hütten A. G. i n Frankfurt a. M. Die H.-V. genehmigte den Jahresabschluß und die Goldmarkbilanz sowie die Umstellung des Kapitals von 64 Mill. Papiermark auf 6,4 Mill. Goldmark. Die 5000 Stück Vorratsaktien befinden sich im Besitz der Metallbank, die in der Verwendung an eine besondere Vereinbarung gebunden ist. Bezugsrecht und Dividende ruhen bis zur Verwendung. ' * Th. Goldschmidt A-G. in Essen. Die H.--V. genehmigte die Papiermarkbilanz für 1923 und erteilte den Verwaltungsorganen Entlastung. Eine Dividende gelangt nicht zur Ausschüttung. Börsenkurs. 34. 13,87» 14,13 0,370 14,62 41 19,9 18,25 ,26 13,9 14,5 1,2 1,26 3,9 ) Dom Rückzahlungswert. ii 4,62 10,25 16,75 15 10 18,40 16,60 27,76 7,10 10,65 17 30,5 7,70 13,60 14,50 0,33 13,75 14 2,35 0,4375 0,370 2.1 3,5 5,k>0 10,75 34,40 8,10 10,75 12,13 4,60 12,70 19,37 4,30 12,9 20 2,3 0,450 0,6 53,75 13 9 15,75 54 57 69,6 17,4 21,75 8,90 15,40 14,25 17,25 16 7,3 18,9 16,3 10,60 17,12 8,90 38 47,5 14,75 17,65 16,25 37,8 46,6 2,65 3 33,5 6,875 10,40 11,75 13,12 15,76 65 67,75 71 17,12 39,8 48 2,9 3,25 1,9 3,3 5,5 11 SSL 69 17 21,60 8 14,75 37,75 33 40 2,40 27,76 7,18 3,1 A 14 19,40 34 6,75 10,25 11,76 0,350 13,75 13,5 2,125 0,425 0,3 62,6 13,40 14,75 64,5 66.12 68,6 17,40 21 8 14,25 37,5 31,62 38,75 20 1.6 14,25 18 16,25 7,75 20 16,40 10,9 17,25 9,50 40 46 2,80 3,20 2,9 13L 0,65 1,2 14 2,15 3 13,6 0,65 1,3 13,82 2,2 3 5,12 11 4,8 3,90 2,20 30,40 7,75 2,8 13,1 4,25 Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prtvat-Bank. Dannst. und Nationalbank . Deuliche Bank........ Deutsche BereinSbank .... Disconto Lommandit .... Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank. . Oestcrreichische Lreditanstalt. Westbank............ Bochumer Goß ...... BuderuS........ Coro.............. »Luxemburg...... trchener Bergwerke. . Harpeucr Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte......... . Oberbedarf....... Phönix Bergbau . Nhcinitadl........... Riebeck Montan........ Tellus Bergbau...... . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont -Guano..... Badische Anilin . . Chemische Mayer Alapdr . . Goldschmidt.......... GrtcSl eimer Electron . ... Höchster Farbwerke...... Holzverkoylung ........ RütgcrSwerke ........ Scheideanstalt......... All«. ElektrizitütS^Sesellschaft Bern mann........... Mainkraftwerke Schuckert......... Siemens A HalSke...... Ldlerwerke Kley« ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedt Megnin.........f. . . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgescll'chaft Frankfurt. Pet. Union A-G..... . . Schuhfabrik Herz Eichel . Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . lln ytntonfn Prozent Frankfurt a. M. Berlin Sd)lu6- Sur» Schlul;. Kur» Schluß- Kur» Schlutz- Kur» Datmn: 19. 8. 20.0. 19. 6. 20. 8. 6°/o Deutsche RetchSanleihe . 0,6625 0,725 0,950 0,720 <% Deiitsche RetchSmileihe . S'/,»/. Deutsche Nclchsanleih« 3°/n Dculfche Reichsanleibe . Deutsche Sparprämienanleth« 1,150 1,16 1,30 1,11 1,060 1,15 1,05 1,03 1,500 0,499 1,6 0,405 1,575 0,450 1,575 0,440 4% Preußische KonsolL . . . 0,9 1.2 1,200 1,31 4% Hessen........... — 1 — 3*/»% Hessen.......... 8% Hessen........... _ 0,9 — 0,9 — 0,9 0,85 Deutsche Wertb. Dollar-Slnl. 4,2 4,2 4,2 4,2 bto. Doll--Schatz.Anwetsng..) 86,25 87,25 86,25 87,25 4% Zolltitrke»......... 10,90 10,5 | 10,50 I 10,50 6% Goldmextkan« ...... 41 43 | 42 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger.") Berlin, 20. Aug. Äe Londoner Beichte zeigen, daß die Unterbringung der Anleihe nicht ohne Schwierigkeiten vor sich gehen wird, weil das breite Publikum sich kaum beteiligen dürfte, da die Hetzereien der einzelnen Blätter nicht ganz ohne Wirkung geblieben sind und auch der 10. Jahrestag des Kriegsbeginnes in einzelnen Schichten der Bevölkerung verstimmend wirkte. Alle Hoffnung richtet sich deshalb auf Amerika und man glaubt, daß es gelingen wird, den: größten Teil der Anleihe hier unterzubringen, obgleich die Organisation des aaneriranischen Geldmarktes nicht so durchgebildet ist, tote die des englischen. Die Spekulation legt sich als Folge davon und auch im Hinblick auf die bevorstehende Neichstagsentscheidung noch immer Zurückhaltung auf. Der Montanmarkt erhöhte sich um durchschnittlich zirka 1 Prvz Kaliwerte waren wiederum lebhaft begehrt, doch waren irgendwelche Kursveränderungen sowohl in den notierten, als auch in den unra>tierten Werten kaum zu verzeichnen. Auslandsrenten lagen fest. Bankaktien konnten wesentliche Veränderungen nicht verzeichnen. Frankfurter Börse. sEkgener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger.") Frankfurt, 20. Aug. Anleihe fest, Aktien behauptet. — Das Börsengeschäft hatte schon wiederum eine Umstellung zu verzeichnen. Während -in den letzten Tagen der Aktienmarkt Der» stcncktes Interesse auf sich lenkte, war heute der Schwerpunkt auf den Anleihemarkt gerückt, der aufs neue eine haussierende Bewegung erkennen lieh. Die schon so oft dementierte Aufwertungsfrage kam aufs neue in Fluß und gab toiebet Anlaß zu einer Spekulationsbewegung für diese Werte in größerem Ausmaße. Einige Gerüchte wollen von einer Sprozentigen Aufwertung wissen. Tie Umsätze auf diesem Gebiete waren bedeutend. Besonders im freien Verkehr lassen sich die Kurssteigerungen als beträchtlich bezeichnen. Es ist selbstverständlich, daß der Fndustriemarkt infolge dieses Vorganges etwas in Vernachlässigung geraten ist und recht stillen Verkehr aufwies. Die Kursbew^ung zeigte im allgemeinen eine befestigte Haltung, doch waren auch infolge von Abgaben dichte Kursabbröckelungen zu beobachten, die namentlich der Montan- und Chemiemarkt aufwies. Am Geldmarkt hält sich Angebot und Nachfrage die Wage, doch waren Anzeichen einer Erleichterung der Geldmarktlage zu bemerken. Die Zinssätze waren die gleichen wie gestern, Monatsgeld iy8 bis l3/8 Prozent, tägliches Geld 5/16 pro Mille. 3m Devisenverkehr war eine neue Rückwärtsbewegung des Pariset Franken und des Pfund Sterling festzustellen. Dagegen konnte sich die Mark wieder bis zu ihrem Höchststand erholen. 3m älsancenhandel wurden genannt der Pariser Franc mit 83 bis 83Vs in Pfundparität, und mit 18,45 in Dollarparität, das englische Pfund mit 4,50 bis 4,5074 Dollar, die Mark mit 4,166 Dollar. Arn Effektenmarkt war die Nachfrage sehr gering. Der Montanmarkt lag nicht einheitlich, doch überwiegend waren hier teilweise erhebliche Kursgewinne zu verzeichnen. Der freie Verkehr Leigte lustlose Haltung, die Kurse neigten zum Nachgäen, Api 4,75, Becker-Stahl 3,87, Ufa 8,37, Petroleum 20,25, Entreprise 26, Krügershall 9,62. 3m weiteren Verlauf blieb das 3nteresse für den heimischen Nentenmarkt bestehen, doch wurde die Stimmung etwas unsicher. Der Aktienmarkt bewahrte ruhige Haltung. Devisenmarkt Berkin—Frankfurt a. M. (Sn Billionen Mark auSgedrückt. BnenoS-AireS, London, Neu« York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit. Men »nd Budapest für 100000 Emdeitrn, alles übriae für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. 19. Aug. 20. Aug. Repart. Amtliche Geld Dotierung Briei Amtliche Notteruai Geld Brief 19. 20. AmN. Rott 163,49 164,31 162,44 163,26 Poll voll Brff.Nntw 21,35 21,45 21,05 21,15 voll voll Cüristiania. 58j0 58.3C 57,85 58,15 voll voll Kopenhagen 67,83 66,17 67,68 68,02 voll aalt Stockholm . 111,62 111,83 '.11,22 111,78 voll DOll HelsingforS- Italien. . . London. . . 10,47 18,775 18,935 10,53 18,875 10,47 18,65 W voll voll voll voll •9,025 18,815 voll voll Reu York . . 4,1) 4,21 4,19 voll voll Paris. . . . 22,89 £3,01 22,615 voll voll Schweiz . . 79,00 79, tO <8,95 voll voll Spanien . . 65,83 66,14 65,61 65,89 voll voll Wien in D-- Oest. nbgeft. Prag . . . . Budapest. . 5,92 12,60 Ä 58! 5,935 12,65 voll voll voll voll 5,52 6,64 6,52 5,-4 voll voll Bur n.° Aires 1,40 1,41 1,40 1,41 voll voll Bulgarien 3,07 3,09 3,04 8,0 G voll voll Japan . . . 1,71 1,72 1,71 1,72 voll voll Rio de Fan- C.40 0,42 0,40 0,42 Up 11 voll Belzrad . . 5,215 6,235 5,19 5,21 ■toU voll Lissabon - - 11,52 11,58 11,52 11,58 voll voll Banknoten. Frrrfn, 20. Aug. Geld | Brief Repare. °/n Amerikanische Note« 4,19 4,21 voll Belgische Noten . . . . 20,92 21,02 voll Dänische Noten . . . . 67,50 67,9? voll Englische Noten. . . . A * * A 18,80 18. SO voll Fran;ol>schc Noten . . 22, 8 22.70 voll Holländische Noten . . ... 162,31 163,15 voll Italienische Norwegische Noten . . 18,65 18,75 voll Noten. . 67,8 V 58,09 voll Deutsch-Oesterr.,äioo Kronen 5,91 5,93 voll Numanische Noten . . voll Schwedische Noten . . 111,07 111,63 voll Schweizer Noten . . . 78,95 79,33 voll Spanische Noten . . . 55,51 56,79 voll . Tschechoslowakische Noten . . 12,56 12,62 voll Ungartsche Noten . • • 4 6,45 5,47 voll Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 20. Aug. (Drahkverlchß des „Gieß. Anz.") Es wurden notiert: Weizen, Weltenauer 22 bis 22,50, Roggen, inländischer 18 bis 18,50, Sommergerste für Drauzwecke 22 bis 23 Hafer, inländ. 19 bis 19,50, Mais (geM 17,50 bis 17,75, Weizenmehl, inländ. Spezial 0 33 bis 34, Roggenmehl 26,50 bis 26.75, Weiten- und Roggenkleie 11,25 bis 11,75 Mk. Berliner Produktenbörse. Berlin, 20. August. Am Prr^mktenmarkt folgten die Preise teilweise dem Rückschlag der Börsen von Neuyork und Chicago. Die Rückgänge waren allerdings gering, weil die Vev- käufer bei rückgängigen Preisen sofort zurückhalten, während sich umgekehrt die Käufer abwartend verhalten, so daß mir geringes Geschäft zustande kommt. 3m Geiste ist der Markt völlig geteilt. Die besten Qualitäten sollen Preise bis zu 23 Mk. erzielen, während Futterware mit 20 Mk. pro 100 Kilo angeboten ist. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, mark. 204 bis 210, Roggen, märt. 148 bis 155, Gerste, märt 205 bis 216, neue 182 bis 187, Hafer, märt 161 bis 170, Raps 305 bis 310, Leinsaat 400; für je 100 Kilo: Weizenmehl 28 bis 30,50, Roggenmehl 22 bis 24,50, Weizenkleie 11,50, Roggew- kleie 11,10 bis 11,20, Viktoriaerbsen^-25 bis 31, kleine Erbsen 18 bis 20, Futtererbsen 14 bis 16, Peluschken 13 bis 17, Ackerbohnen 15 bis 17, Wicken 14,50 bis 16,50, Rapskuchen 12,60, Gebt* kuchen 22, Trockenschnitzel 10,60 bis 10,80, Torfmelasse 8 bis 8,20, Kartoffelflocken 24,50 Aus aller Welt. Großfeuer in Danzig. Durch ein Grohfeuer wurde in dem Danziger Vorort Langfuhr die Danziger Strohhülsenfabrik vernichtet. Auch das angrenzende Vrennstofflager des Wohlfahrtsamts, das große Vorräte enthielt, wurde ein Opfer der Flammen. Rur mit großer Mühe gelang es der Feuerwehr, ein toettere8 Umsichgreifen des Brandes zu verhindern. AutounfäHe ohne Ende. Mit dem Lastauto gegen einen Daum. Nach einer Meldung aus Stettin ist auf der Chaussee Neuwedel-Reeth im Kreise Arns- Walde ein Lastkraftwagen gegen einen Baum gefahren. Aer Chauffeur brach das Genick. Der Mitfahrer wurde 15 Meter weit fortgeschleudert und erlitt schwere Verletzungen. Hirsche als Arfache eines Autounglücks. Bei Ballenstedt im Harz fuhr ein Automobil in ein Rudel Damhirsche. Dabei tam das Auto aus der Bahn und fuhr gegen eine Eiche, wobei die 3nsasse>r hrvausgeschleudert wurden. Der Chauffeur und zwei Damen wurden schwer, zwei Herren leicht verletzt. In Marokko. Nach einer Havasmcldungaus Casablanca ist ein Automobil zwischen Safi und Masagan umgeschlagen, wobei 4 Eingeborene getötet und 20 verletzt wurden. Die Strafe für den Verräter. Vor dem Strafsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart hatte sich der Friseur Albert Faber aus Karlsruhe wegen Spionage zu verantworten. Er hatte am 26. April v. 3. die Verhaftung zweier Polizeibeamtet in Zivil im hiesigen Rheinhafen ourch die Franzosen veranlaßt. Das Urteil lautete auf 3 Jahre 1 Monat Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Die Stadt Leipzig hat beschlvffen, die wegen Diebstahlsgefahr bisher eingezogenen und in Verwahrung gehaltenen Metalldenkmäler wieder aufzustellen. Die Aufstellung der Kupfer- und Dronzedenkmäler in den städtischen Anlagen ist bereits seit Montag im Gange. lindetmefjl spart Seife und Seifenpulver! Mitverwendimg vonüemlk® beider Wehe verbilligt das Wehen. Vomigliches Eiiweidunittel - u-? ■ ^-^#Z/zZz/zZzzz, ßr-prD | Ijrnhd'' f LichHodoZ 'Z/zV/ZÄV'zVt MK AMW MH r W' ■ WK-8WM ist Macht, aber sie will gepflegt werden. Wo sie ist, mutz man sie erhalten, und wo sie fehlt, die Schäden ausgleichen. Besonders die Figur ist es, die gepflegt werden will. 21 Ue Pflege und Verbesserung darf aber der Gesundheit nicht schaden. Ein richtig passendes Nesorm-Korsett oder Büstenhalter trägt wesentlich dazu bei. Zu haben in allen Weiten im °nf” Reformhaue, Kreuzblatt 5. 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