Montag, 21. Zult 1924 Erstes Blatt m. Jahrgang kann auch der Kredit Frankreichs unter genauer Berücksichtigung der auf i&m ruhenden Derpflich- Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbindlichlreit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichL, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Plahvorschrist 20u/„ Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansBeck sämtlich in Gießen. Staatsbudgets wesentlich berringert. Um die Regierungsfinanzen noch mehr aus Tatsachen und nicht auf Vermutungen ßu stützen, mutz- noch mehr Klarheit über das in« ter nationale S chuldentoesen bestehen. Das aber ist eine zweite Entwicklungsfolge, die Nr. 169 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monats-Vezuyspreis: 2©oT7>marh u. 20 Gold- pfennlg für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolqe höherer Gewalt. Fernspre ch-Anschlüsse: für die Schriftleitung 1112"; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11886. Der nachfolgende Originalbeitrag Sir Josiah S t a m p s dürfte allseitig die Beachtung finden, die eine grundsätzliche Stellungnahme eines der hervorragendsten englischen Männer zu den Problemen der Gegenwart verdient. Josiah S t a m p, Direktor der Dank, von England, gilt in den Kreisen der „Wissenden" als der eigentliche Vater des Dawes- planes. jedenfalls ist sein Einfluß, und seine Haltung rvie bei der Abfassung des Gtt- achtens, so jetzt bei den Kommissionsbevatun- gen in London ausschlaggebend zu nennen. Wir glauben aus diesem Grunde, durch die Veröffentlichung der nachstehenden Ausführungen wesentlich Z'ur Aufklärung der Oefsent- lichkeit über die Absichten der allmächtigen Londoner City beizu tragen. Die Schriftleitung.. An der Wende Europas! Bon Sir Josiah Stamp. ist, ein Wert der augenblicklich vollkommen ün- geklärt und nicht feststellbar ist. Eins scheint mir indessen gewiß zu sein, daß nämlich der französische Dauer — der beste Sparer des Landes •— allmählich Ku der Ueberzeugung gekommen ist, daß der Frank von 1924 nicht mehr der Frank won 1914 ist, auf dessen unverrückbaren Wert er bisher so fest baute, daß vielmehr ein großer Teil seiner Ersparnisse für diekünstlicheRegu- lierung des Arbeitsmarktes verwandt wurde, für die Bekämpfung einer Adelle von Beschäftig ungs- losigkeit, wie sie andere Länder 'Die Kompromißpolitik, die in London — wie wir am Samstag bereits ausführten — in schönster Blüte steht, "hat zu Beschlüssen von weittragender Bedeutung geführt. England hat seinen Widerstand gegen die französisch-b.lgi che a Eanl- tivnssoiderungen und di? Bestallung der Reparationskommission als maßgebende Instanz aufgegeben. Der Kvmpromißvorschlag d?s Amerikaners Owen Boung, der eine finanzielle Garantie für die Anleihrzeichner und die Ergänzung dcs amerikanischen Generalagenten duich eilten Dertre er der Geldgeber b.-i der Feststellung einer deutschen „Verfehlung" und der Ergreifung von Sanktionen vorsieht, befriedigte die Engländer derart, daß sie ihre ablehnende Haltung aufg b.n. Die'er neue „Umfall" muß in Deutschland erhebliche Beunruhigung hervorinfen. Mit Recht erklärt die „Zeit" in Aussiihrungen, die sichtlich die Ansicht des Außenministers Dr. Stresemann wiedergeben: „Es ist unverständlich, wenn man sich auf der Gegenseite vorstrllt, daß. eine Aende rung derartig eleme n tarer V ertragsbestimmungen- durch einseitigen Beschluß der Alliierten auf Grund des Artikels 22 überhaupt möglich sei. Der englische Vorschlag sucht zwar den französischen zu verbessern, ist aber ebenfalls äußerst bedenklich. Auch er läßt territoriale Sankt icnen grundsätzlich zu. Das steht in völlig unverständliche mWiderspru chzuder en g- lischen Rechtsauffassung, wie sie in der englischen Rote vom 11. August 1923 im besonderen niedergeleqt ist. Eine derartige grundsätzliche Anerkennung territorialer Sanktionen wäre für die deutsche Auffassung schlechterdings unannehmbar. Es ist ferner äußerst bedenklich, daß auch der englische Vorschlag nicht mehr zum Ausdruck bringt, daß nach F.ststellung deutscher Verfehlungen Sanktionen gegen Deutschland nur von allen Alliierten gemeinsam beschlossen werden dürfen. Dadurch wird mindestens indirekt dre These Herrtots anerkannt, wonach Frankreich seine Handlungsfreiheit behält, wenn eine Verstän- ! digung der Alliierten nicht erzielt wird" An dieser Ansicht und Stellungnahme werden auch die Deruhigungspillen nichts ändern, die, wie der untenstehende Reuterbericht zeigt, als „französische Auffassung" der Welt und uns verkündet werden. Die deutsche Oeffentlich- keit wird sich auch durch die honigsüßesten Versicherungen nicht bluffen lassen und keine deutsche Regierung wird in der Lage sein, einen zweiten Wilsonfrieden abzuschließen. Der Kamps um die Sanktionen. Ein amerikanischer Kompromihvorschlag. Alles in allem bestehen zur Zeit bessere Aussichten, daß die böse Saat des nationalen Hasses erfolgreich unterdrückt wirb als je zuvor. Um „Verfehlungen und Sanktionen". Enyland gibt wieder nach. — Bor der Einladung Deutschlands, ein bestimmtes klares Programm erseht werden, das keinem Finanzminlster die Möglichkeit einer Umdeutelung oder Umgehung gestattet. Damit SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: Vrühl'sche Umverfitäts-Vuch- und Steindruckerel B. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftraße 7. eines Verzugs die Art der Sanktionen die angewendet werden, bestimmen und sie so organisieren, daß sie rasch und wirlsam siitd. Artikel 3 lautet: „Uni den Dienst der An» leihe von 800 Millionen Goldmark, du oon den Sachverständigen in Aussicht gmommm ist, zu garantieren und ihre Unterbringung in der Oessentlichleit zu erleichtern, erklären die alliiert n Mächte, daß im Falle der Anwendung von Sanktionen 'nach einem Verzüge Deutschlands der Dienst dieser Anleihe von ihnen als eineer st e Hypothek über alle Hilfsquellen Deutschlands, die in ihrenr Besitz oder unter ihre,Kontrolle kommen angesehen wird." Artikel 4 besagt: „Unter Berücksichtigung dci formalen Bestimmungen, die im voraasgehenaea Paragraphen enthalten sind, werden alle Rechte, die die Signatarmächte augenblicklich unter dem Vertrag genießen, Vorbehalten Der Umfall Englands. Rach einem Bericht der „Times" erklärte sich der englische Vertreter Snowden bereit, die Bedingung, daß keine Maßnahmen, die die Besetzung deutsch:« Gebietes bedeuteten, v.r/> ternommen werden sollten, fallen zu lassen. Ratürlich bedeute dies nicht, daß derartige Maßnahmen endgültig vorgesehen werden, sondern es solle einfach keine Anspielung auf eine derartige Aktion erfolgen. Die amerikanischen Mitglieder würden mit hilfreichen Vorschlägen beispringen und die italienischen und belgischen Delegierten wetteiferten mit den Ameritarern, um eine Lösung zu finden, die sowohl für Frankreich als auch für Großbritannien annehmbar sei unfr cs könne im allgemeinen gesagt werden, daß die französischen Delegierten voll die Rotwendiql il er» kennen, den ObligationsinHabern das Vertrauen zu geben, daß sie jetzt bereit feien, dem Dienst der Reparativnsanleihe absolute Priorität zuzuerten- nen. Die britische Delegation ist vollauf befriedigt. London, 20. Juli. (WTD.) Ueber den Stand der Arbeiten des ersten Konferenzausschusses berichtet „Observer": Der erste Konferrenzausschuß hat gestern seine Beratungen beendet und ist imstande, der Kon- ferenz einen einstimmigen Bericht zu unterbreiten. Er hat den Vorschlag Poungs finanzieller anstatt politischer Garantien für die Dondsinhaber angenommen und b e - schlossen, daß im Falle der Erklärung eines deutsches Verzuges der Generalagent für die Reparationszahlungen und ein Ver- tre ter der Dondsinhaber befragt werden, bevor Sanktionen ergriffen werden, durch welche die Entscheidung die britische Delegation vollauf befriedigt ist. Der Ausschuß beschloß ferner, daß zwecks Verwirklichung des Dawesberichtes keiner der Alliierten in feinem Falle besondere Sanktionen ergreifen darf, während sich jeder Alliierte für alle Angelegenheiten, die außerhalb des Dawesplanes liegen, seine ihm durch die Artikel 17 und 18 des Anhanges 2 des Teiles L des Versailler Vertrages gegebenen Rechte vor- gefaßt werden: 1. Die Alliierten verpflichten sich feierlich, sich aller Sanktionen zu enthalten, die dadurch, daß sie in das Wirtschaftsleben Deutschlands eingriffen, die Interessen der Geldleiher und den Dienst der Anleihe beeinträchtigen könnten. 2. Sie verpflichten sich, daß, wenn Sanktionen angewendet wurden, der Dienst der A u- leihe, abgesehen von der allgemeinen ersten Hypothek auf die Gesamthilfsquellen Deutschlands, von den Erträgnissen dieser Sanktionen weiterhin gesichert wird. _ 3. Sie verpflichten sich, daß die Sanktionen, die angewendet würden, mit den Anempfehlungen, die bezüglich dieser Frage vom Dawesbericht selbst gemacht wurden, übereinstimmen. 4 Unter Berücksichtigung der obinen Bestimmungen bleiben alle Dertragsrechte der Mächte bestehen. Dem Berichterstatter zufolge wurden unter Zugrundelegung dieser Vorschläge verschiedene alternative Formeln von den Alliierten ausgearbeitet und schließlich von P e r e t t i d e l l a R o c- ca eine neue Formel unterbreitet. Artikel 1 derselben entspricht Artikel 1 der ersten Formel unter Anfügung des Schlusses des Artikels 1 des rivalisierenden britischen Wortlauts, wonach die private amerikanische Bürger, den man in die Reparationskommission wählen ivill, in Zusammenhang mit einem deutschen Verzug zu- rücktreten soll, wenn zu irgend.irrer Zeit Amerika seine volle Mitgliedschaft in der Kommission geltend macht. , . rr Artikel 2 deckt sich mit Artikel 2 des britische? Textes mit einer geringen Aenderung zum Schluß dahingehend, daß di« Alliierten im Falle behält. , Ter Berichterstatter bemerkt dazu, es sei nicht wahrscheinlich daß außerhalb des Dawesplanes eine Lage entstehen werde, die die Reparationen in Mitleidenschaft ziehen werde, weshalb die gefundene Lösung des strittigen Punktes befriedi- gent> sei. Die vier Vorteile des „Tenips". P a r i S, 20. Juli. (WTB.) Der ,.TempS" erblickt in dem geschlossenen Kompromiß in der Frage der Verfehlungen und Sanktionen vier Vorteile. Die Entscheidung verhindere vor allem den Zusammenbruch der Konferenz, also auch den sofortigen Zusammenbruch des Systems DatoeS. Sie führe außerdem die Vereinigten Staaten wieder an die Seite der Alliierten, wenn es sich auch nur um eine Rückkehr handelt. In dritter Linie enthalte der Beschluß eine allgemeine Verpflichtung der Alliierten, sie gäben sich das Versprechen, gemeinsame, rasche und wirksame Sanktionen zu ergreifen, um jeder Verfehlung Deutschlands zu begegnen. Man hätte wünschen können, daß diese Verpflichtung klarer und gebieterischer zum Ausdruck komme, aber hierbei fehle vor allem derguteWille. Wenn diese Verpflichtung nicht erfüllt würde, so würde der vierte Vorteil sogleich in die Erscheinung treten. Jede der alliierten Regierungen würde sich dann erinnern, daß sie a l l e R e ch t e, die der Versailler Vertrag enthalte, behalte. Die Auffassung der Franzosen. London, 21. Juli. (WTD.) Wie Reuter erfährt, dürfte die Auffassung der maßgebenden französischen Kreise in London über die Fortschritte der Konferenz die folgende sein: Frankreich ist vornehmlich an dem Erfolge der Konferenz interessiert, der nach seiner 2ln- sicht für Frankreich wie für England durcha iS nötig ist. Ihr beiderseitiges Zufammenarbestqq durchmachen müssen, für die Erhal- : tung einer größeren Armee, als sie m k i. i sich andere Länder leisten können und ÄUÄ f^ben Wia»-r°a,baa G beutung fein: biete zu Kosten, die deren wirt schuf t- 1. Die Lösung der Reparationsfrage und li ch e Er f o r de r n is se wei t üb er stei g en. ihre Auswirkungen: Es ist möglich, daß, wenn der wahre innere 2. das französische Budget; aßert des Franken herausgefunden ist, indem ton ® tobSS.^ a$CTeWen ®taa* all bie feinen QBert jetzt verschleiernden UmhÜl- Die ungeheure Bedeutung des ersten ernsten lungen entfernt werden, eine wirkliche F ranken- Versuches einer Lösung der Repavationsfrage stabilisierung zu erwarten ist. Dann erst werden auf der Grundlage des Dawes-Berichtes ist die tolr ,^i der bedeutendsten europäischen Rationen ^®eUaZ[i7gVnVee,abietVA*fünhVgn1D^a?^ -ns dem W-ge ,am wahr« Wiederaasban und fame und äußerst wichtige Maß nah- innerer Konsolidierung sehen, der ihnen jene men damit zu verbinden. Ratürlich wird Sicherheit gibt, die Abmachungen, welche auf eine Lösung des Problems einen sofort sichtbaren c|ne Aeihe von Jahren getroffen werden., der- I^d l n - peTÄ e Ä langen mAsen unb bl. bi-Grundlage aller Ziv.. dem ßaiibe, das mit der ganzen gewaltigen Ma- hfation und jeben Fortschritt bildet. fchinerie für Massenproduktion, mit ungekürzter cEOaS Italien anbetrifft, so wird unsere über '"-n iüngst-n Erselg rn tor toren für eine gesunde Entwicklung besitzt, in dem Balancierung seiner Budgets durch Zweifel an aber die volle Wirkung jener Faktoren in den I seiner politischen Stetigkeit etwas gedämpft, letzten Swei ^.0ahren durch die In Oesterreich ist die Wiederherstellung ^ng der Verpflichtungen aus tarn Friedensver- der öffentlichen und privatwirtschaftlichen Finan- trage für eine bestimmte Reihe _ von_ Zähren gen trotz einiger wenig glücklicher si..anziellev öffnet aber zugleich die Tür für eine Seitensprünge über alle Maßen erfolgreich ge- ©anierung und dauern de Stabili- , fier ung des Geldwesens. Dies bringt wesen. natürlich die Möglichkeit mit sich, einer neuen Die Tschechoslowakei wird sich lang Inflation, die sich ettoa aus Regierungs- fam von den Schädigungen ihres Uebereifers in schwierigkeiten entwickeln könnte, von vorn- scharf durchgeführten Deflation, die in ihrer-Wirkung «»Meinungen ton zwar ver. lisierung um eine Kreditausdehnung schiebener Form, aber darum nicht geringerer vhne wirtliche Gefahr für die Geldgeber mög- Schärfe hervorgerufen hat, als sie in denjenigen lief) zu machen und so eine gesunde industrielle Ländern austraten in denen die Inflation ihre Entwicklung zu gewährleisten. eigene Rächerin gewesen ist, erholen. IS?P olen ist wenigsten« fo wei. gegangen, ba6 und'sicheren Faktors in die Wirt- s es sich um gesunden finanziellen Rat bemüht, schäft einer Reihe anderer Staaten, besonders Frankreichs und der nicht hoch genug zu veranschlagende Gewinn, daß nunmehr sichere und berechenbare Faktoren anstelle von zweisel- yasten poittllchen Hoffnungen, feste Tatsachen an die Stelle zweideutiger Redewendungen treten. Hiermit wird natürlich der Kreis der Unbekannten in den Eingängen der verschiedenen London, 20. Iali. (WTD.) Der diplomatische Deikchterstatter des „Daily Telegraph" schreibt: Am Donnerstagabend nach denr Bankett in Lancaster House sind gewisse amerikanische Vorschläge, die Owen Voung za geschrieben worden und die bestimmt sind, eine Kompromißformel zwischen der britischen und der französischen These in der Frage des Verzuges und der Sanktjonen zu schassen, unter den alliierten Delegierten in Umlauf gesetzt worden. Sie wurden dann am Freitag bei dem Frühstück, das Macdonald in der Downing Street gab, zwischen ihm und den Haupt- | sächlichsten alliierten Delegierten weiter erörtert. Diese Vorschläge können wie folgt zusammen- Aufs engste hängt mit allen diesen Problemen die Frage zusammen, zur Vermeidung einer künftigen Unsicherheit in den verschiedenen Ländern zur Goldwährung zur ückzukeh - r e n. Hier kommt es natürlich ganz auf die!Stellungnahme und Politik Amer ikas an und darauf, wie lange die Vereinigten Staaten fort- | fahren werden, bedeutende Mengen des inter- w _______ _____ _______ w nationalen Goldbestandes aufzusaugen und seine | Heb' aas" ber Regelung der Reparationsfrags I Geldvorräte so an^uwenden, daß Ue ihnen Nicht ergeben dürste. Wenn einmal das Reparations- ?Um eigenen Schaden gereichen Sottte stch die vrogramm festgelegt ist, fo sollte damit auch die bisher geübte Politik, deren Einzelheiten im Rah Frage der internationalen Schul- men dieses Artikels nicht interessieren, als zu den re gelang für ernsthafte Unterhandlungen kostlpielig erweisen sollte sich auf der an- aus sicherer Grundlage reif sein. Damit wird deren Seite im Inter^se der eigenen Wirt natürlich ein weiterer wichtiger Punkt aus dem schastsentwicklung die Rotwendi^eit zur Gold- Gebiet der Ungewißheit und des Zweifels in ausfuhr hevaasstellen so werden ^ industriellen dasjenige der Tatsachen überführt. Interessen sich tvahifcheinlich als stark genug er Sn bem anb d-r Ausmachung b-« «Wen.»u ^nb^bah französischen Budgets wird sich die bisherige Fertig fabrikate vor sich geht. Das vielleicht unbewußte Selbsttäuschung nicht län- ^old wird dann vielleicht in der Form von aer batten lassen können. Die Idee der abge- Da r l e hn s ka p i t a l nach An r o pa zu - schätzten Eingänge aus Deutschland muß durch | ru^cf HU ben, un^^ar^zu^ d$ =n[8 ig einer Gol dwährung in Europa sich ohne übergroße Zinsverpflichtung durchführen lassen wird Falls natürlich das Gold nicht für diesen ehemals wichtigsten Zweck d h für die Fundierung von Gvwwäh- ------------- , utngen, verwandt wird, dann wurde die Gefahr tungen auf eine bestimmte und sichere Basis ge- ermeuter Schwankungen a ufbeninter nat onatert bracht werden. Der kürzlich von französischer Warenmärkten aufs neue schärfste Formen Seite laut gewordene Entschluß, das Steuer- nehmen. Itzst-M au, °.a° gesunbr brr Wirt,-^ftMagr rat- «.^ wratgrn. abar «lub^n^rr^ sprechende Höhe zu bringen — und zwar p ^^rch künstliche Reguliermittel aufzubauen, tisch als unterschiedlich von der Theorie - wird auf €ine materielle Unterlage toie Gold dann auf die Probe gestellt werden können. Dann ^rückzugreifen. werden kci^ Ro- toir sehen, o f i ft I die politische und^nßrtfchastliche Stabilität der rung um die Besteuerung ernst zu tun ist ‘ Staaten Großbritanniens, Frank- oder aber, ob dieser Entschluß nur a us der . Deutschlands verlassen, um eine Angst vor ein em neuen Franke n stürz ^^ahrlose Anwendung ihrer Wahrung zu grbarru murbr, wir faft ben Wn °mP,aMa. hat, da nach der Besserung des Franken dieses ' ^tscheidung in die Hände einer toe- Gefühl wieder mehr in den Hindergrund getreten nig^T g€ft(j)erten politischen Macht Osteuropas tft Dann wird auch der internationale Finanz- 3,u ^gen? 'markt in der Lage sein herauszufinden, wetthes wirkliche Wert, des Franken auf lange Sicht l e n Dele- Eine Bombenfabrik in Thorn. einer Meldung aus Thorn hat die dortige Polizei bei einer Haussuchung in einem Privatgebäude Line geheime Dombensabrik und ein Lager von Sprengstoffen entdeckt. Es besteht der Verdacht, daß von Thorn die Bomben und Explosivstoffe für die Anschläge in Warschau and Lemberg geliefert worden sind. Die Polizei hat im Zusammenhänge damit zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. der Rationen. Eine Drohung amerikanischer Bankiers Reuhork, 20. Juli. (WTB.) 3n einem Artikel des „Wallstreet Journal" wird erklärt, es könne nicht bestimmt genug erklärt werden, daß die amerikanischen Bankiers nicht die deutsche Gqjdbank. wie im DaweSbericht vorgesehen, unterstützen würden, falls Deutschland nicht den DaweSbericht bedingungslos annehme. Wettervoraussage Bewölkt mit Regenfäklen, Winde auS südlicher Richtung, wärmer. Die ruhige Hochdruckwetterlage wird wieder von Aallgebieten, die vom Atlantischen Ozean her gegen den Kontinent vorrücken, gestört. Die heute morgen eingetretene Verschlechterung des Wetters dauert fort. • Vornotlzen. — Tageskalender für Montag: Rundfunkhaus. Loberstr.» 8Vs Ahr: Musik" abend. — Lichtspielhaus. Bahnhofstr.: „So sind die Männer". — Theater Millowitsch, 8 Ahr Katholisches Vereinshaus letzte Vorstellung: „Familie Raffke". Direktor des Lehrerseminars 0t. Wendet geworden. Bei allen Schulplänen der Saarregierung hatte er seine Hand im Spiele. Er war es auch, der gemeinsam mit Rotten seinerzeit in St. Wendel einen mehrwöchigen Kursus des bekannten pazifistischen Professors F. W. F ö r st e r veranstaltete, in dem die saarländische Lehrerschaft für die französische Schulpolitik dieser eigennützigen Streber reif gemacht werden sollte. Zell hat sich dann, als durch Veröffentlichung der „Sozialdemokratischen Dolksstimme sein schändliches Treiben . an der ihm unter- stellten Schuljugend aufgedeckt wurde, vor der ihm zudiktierten Gefängnisstrafe unter dem Schuh seiner Protektoren ungehindert in die Schweiz geflüchtet. Der Steckbrief dec Staatsanwaltschaft kommt also reichlich spat. Immerhin rückt er die Machenschaften des all- gewaltigen Herrn Rotton gerade im rechten Augenblick noch einmal ins rechte Licht. Aus Stadt und Land. Gießen, den 21. Juli 1924. Feier des Verfassungstages. Im amtlichen Teil der „Darmstädt«. Zciiung" veröffentlicht das Gesamtministerium so.« genden Erlaß an alle unterstellien Behörden: Das Gesamtministerium hat beschlosen. daß der Verfassungstag auch in diesem Jahre in besonderer Weise im Lande gefeiert wird. Die öffentlichen Gebäude sind für die e Feier am 11. August in den Reichs- und Landesfarben zu beflaggen. Wenn nur eine Gelegenheit zum Aufziehen der Fahne vorhanden ist, sollen unter allen älmständen die Reichsfarben gezeigt werden. Heberatt dort, wo schon am Sonntag, dem 10. • August, eine Veranstaltung für die Verfassungsfeier stattfindet, sind auch an diesem. Tage die öffentlichen Gebäude wie vorerwähnt zu beflaggen In allen Schulen des Landes ist am 11. August eine Feier zu veranstalten, in der der Wiederkehr des Derfusungstag2s zu gedenken ist. Bei dec Festlegung dieser Schulfeiern ist Rücksicht auf die anderen Veranstaltungen des Tages, soweit sie der Vecfassungsfeier gewidmet sind, zu nehmen: gegebenenfalls ist der Schülern und Schülerinnen Arlaub für Teilnahme an solchen Veranstaltungen zu erteilen. Zur Teilnahme an der Verfassungsfeier seitens der Beamten und Angestellten wird für den 11. August Bureauschluh ungeordnet. Wegen der Feier des Verfassungstages in den Städten (außer Darmstadt) und Ortschaften des Landes wird folgendes bestimmt: In den Kreisstädten haben die Kreisdrrek- toren in Verbindung mit den Spitzen der Kommunalbehörden — in allen anderen Städten und Orten des Landes die Bürgermeister — sich mrt Vertretern der Bevölkerung (Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Handelskammer. Innungen, Beamten- und Angestelltenorganisationen, Sportvereinen, politischen Vereinen) ins Benehmen zu sehen, um eine gemeinsame Feier der Bevölkerung und deren würdige äußere Gestaltung herbeizuführen. Auch empfiehlt es sich, mit den örtlichen Reichsbehörden in Verbindung zu treten. Wenn auch die Verschiedenheit der örtlichen Verhältnisse eine einheitliche Regelung ausschließt, so läßt sich wohl folgender allge- meiner Rahmen der Feier des Verfassungstages einhalten: Gedenkrede: musikalische und sportlichc Darbietungen: Kinderfest und ähnliches rm Freien soweit die Witterung es zuläht. Wegen Beteiligung der Kirchenbehörden ar der Begehung des Tages ist die Regierung bereits mit diesen in Verbindung getreten. Von dem durch § 3 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 28. Februar 1924 ergangenen Verbot für Veranstaltungen und Ilm» züge unter freiem Himmel sind für Feiern des Verfassungstages durchweg Ausnahmen zu gelitten. An sämtliche Turn-, Sport- und Spielvereine Hessens wendet sich das Gesamtministerium mit folgender Bekanntmachung: ES ist beabsichtigt, auch in diesem Jahre zur Feier des Verfassungstages turnerische und sportliche Wettkämpfe zu veranstalten. Der Herr Reichspräsident hat genehmigt, daß für besondere Leistungen bei diesen Wettkämpfen wie im vorigen Jahre eine auf die Veranstaltung des Tages hinweisende Plakette verliehen wird. Der Reichsausschuh für Leibesübungen hat sich bereit erklärt, bis zum 25. Juli 1924 eine Aebersicht über die in Aussicht genommenen Veranstaltungen einzusenden. auf Grund deren eine Verteilung und rechtzeitige Aeberweisung der Plakette an die veranstaltenden Verbände möglich ist. Etwaige Anmeldungen derartiger Wettkämpfe, die gleichzeitig nähere Angaben über Art und Umfang der Kämpfe zu enthalten hätten, sind an den „Deutschen HeichSausschuß für Leibesübungen". Berlin W 35, Kurfürstenstr. 48, zu leiten. Die Arbeiter-Turn- und Sportver- bände und -vereine würden von etwa zur Feier des Verfassungstages stattfindenden 1 Wettkämpfen der „Zentralkommission für Sport und Körperpflege", Berlin W 35, Kurfürstenstraße 48, Mitteilung zu machen haben. Sachverstandigenplan zur 'LtuSfuhcung gebracht sei, sondern sobald die deutschen Geseheerlassenseien. Diese Fonnel biete den Alliierten den Vorteil, daß sie das Deutschland gewährte Moratorium um zwei Monate verkürzt. Die in den besetzten Gebieten während der Heber gang 3 a eit etnge» aangenen Summen würden dem G en erat - aaenten für die Reparationszahlungen über wiesen weiden' und zur Fuianzre- rung der Sachlieferungen dienen. Die Eis e n bahn f rage, die gestern nicht beraten worden sei, werde höchst wahrscheinlich erst am Schluß der Konferenz wieder aufgenommen werden. Man dürfe hoffen, daß dann eine Verständigung erzielt werde. Um die Zulassung Deutschlands. Paris, 21. Juli. (WTB.) Wie der Berichterstatter des „Mattn" aus London meldet, treten die Delegierten der Konferenz heute vormittag um 10 Hhc 30 zu einer inoffiziellen Sitzung zusammen, um eine Reihe wichtiger Fragen, wie z.B, wann die deutschen Delegierten nach London berufen werden sollen, zu besprechen. Es sei auch wahrscheinlich. daß sie beschließen werden, die Konferenz zur Vollsitzung für heute nachmittag etnzuberufen. um über verschiedene Konklusionen dec ersten und dritten Kommission, die neue Instruktionen verlangt haben, zu beraten. Theunis aus den Spuren PoincarSs. Paris, 20. Juli. (WB.) Der belgisch« Ministerpräsident T heu n i s hat dem Svnd.rbericht- etftatter dss „Intransigeant" eine Unterredung gewährt. Er sagte, die Entscheidung der ersten Kommission betrachte er als einen wirklichen Erfolg. Sie lasse einen guten Verlauf der Konferenz vvraussehen. Es scheine, daß man jetzt zum Ziele gelangen werde und daß das Rcpa- ratronsproblem endlichdieLösung finden werde, die man seit langem gesucht habe. Er glaube nicht, daß man 1921 die gleichen Hoffnungen habe hegen formen. Rach Ansicht von Th.unis hat der Sachverständigenplan nur ausgearbeitet toerben können, weil die Ruhrbe- sehung viele Realitäten aufgezeigt habe. Der gestrige Tag werde in den Annalen des Friedens verzeichnet werden. Eine neue A- mosphäre sei geschaffen, und man nehme an, daß sich auch die Deutschen beugen werden. Ohne die Durchführung des Dawesplanes sei cs mit dec Rentenmark zu Ende, und in Berlin wisse man sehr gut, daß man sich nicht zweimal wiederaufrichten könne. W e n n De u t sch- land guten Willens bleibe, werde man ihm Vertrauen schenken, besonders wcil die Amerikaner an den Beratungen und Entscheidungen, sowie an den Operationen teilnehmen. Aus der Londoner Sonntagspresse. Arbeiterkundgebungen in Polnisch-Oberschlesien. Ka11vwitz, 20. Juli. Wie der „Oberschlesische Kurier" meldet, rief die Regierungsverordnung über die Verlängerung der Arbeitszeit unter der Arbeiterschaft der ostob^- schlesischen Hüttenindustrie Erregung hervor. Als die Bekanntgabe in dem Hüttenrevier Rodzin- Schoppinitz erfolgte, kam es zu lebhaften Kundgebungen. Die gesamte Belegschaft der Pauls- Hütte nahm die Arbett nicht wieder auf, sondern demonstrierte vor dem Verwaltungsgebäude. Die Organisationsvertreter wurden nach Rodzin berufen, um die Arbeiterschaft zu beruhigen Schwientochlowih, 20. Juli. (Wolff. Die Direktion der Falvahütte legte für gestern und Montag Feierschichten ein, um am Dienstag mit der Einführung des Zweischichtensystems zu beginnen. Die gesamte Belegschaft beschloß daraufhin das Werk zu verlassen. Die Rot st and s- arbeiten werden von den Beamten ausgeführt. Aehnliche Vorgänge spielten sich auf der Silesia- Lipine-Hütte ab. Ein „sauberer" französischer Schulmann im Saargebiet. L o n i> o n, 20. Juli. (WTB.) Die Sonntaas- biatter äußern sich in ihren Kommentaren über den Stand der Londoner Konferenz und insbesondere über die Fortschritte der Arbetten des ersten und zweiten Ausschusses sehr befriedigt. In der „Sunday Expreß" heißt es, trotz der noch ’hoftpEonbcrt Rkeinunasv er schied enheiten vertrauten bestehenden Meinungsverschiedenheiten i die französischen und belgisch gierten, daß für alle Parteien eine annehmbare Formel gefunden werde. Im „Observer" gibt Garvin seinem tiefen Bedauern Ausdruck, daß Macdonald nicht imstande gewesen sei, Deutschlands Zulassung zur Londoner Konferenz auf gleichen Fuß mit den übrigen Teilnehmern von Anfang an zu sichern. Der Verfasser schreibt, Deutschlands Ausschluß sei sinn- und zwecklos. Im Dawesbericht werde immer wieder die willige Mitarbeit Deutschlands als wesentlich bezeichnet. 5 Jahve nach Beendigung des Krieges sei in Europa von Zusammenarbeit und Versöhnung noch immer keine Rede: es müsse endlich dec Anfang damit gemacht werden. Im weiteren Verlauf des Artikels schreibt Garvin noch, wenn zwecks Vermeidung des Abbruches der Konferenz beschlossen werden sollte, die französischen und belgischen Eisenbahner dem deutschen Personal der Rheinbahnen einzugliedern, so müßte England grundsätzliche Vorbehalte machen und ins^sondere deutlich zu verstehen geben, daß es mit der unbegrenzten Besetzung des Rhein- lcmdes nicht einverstanden fei. Auch wenn die De- sehungsfrist nur noch 10 Jahre laufe, so sei dies eine zu lange Frist im Hinblick auf das Interesse des europäischen Friedens und der Versöhnung Ein italienisch-amerikanische Zwischenfall. London, 21. Juli. (WTB.) Reuter meldet aus Washington, die italienisch e B o 1 s ch a f t hat das Departement für auswärtige Angelegenheiten um Aufklärung gebeten über die „willkürliche Verhaftung" des Kapitäns und der Offiziere des Dampfers „Duilio", die des Schmuggels von alkoholischen Gettänken beschuldigt werden. Die Botschaft erklärt, daß kein genügender Anlaß zu den Verhaftungen bestand und daß die amerikanischen Beamten im Aebereifer gehandelt hätten. Frankreich und Ruhland. Ein Teleqrammwechsel zwischen Tschitscherin und Herriot. V ar i s, 20. Juli. (WB) Wie Havas berichtet, hat ein Telegrammwechsel zwischen Tschitscherin und Herriot stattgefunden. Der französische Ministerpräsident beschwerte sich in einem Telegramm vom 15. Juli, daN die SowM- behöcden im Auslände systematisch die Sichtvermerke für die französifchen Pässe für Rußland verweigerten. Er, Herriot, wünsche, daß die Regierung in Moskau in gleicher Weise wie die französische Regierung die Lösung der Angelegenheit erleichtere, die er nach der Londoner Konferenz in Angriff nehmen werde, und die darauf abziele, in kurzer Frist normale Beziehungen zwischen Frankreich und Rußland wieder h^zu stellen. In einem Telegramm vom 18. Juli erwidert Tschitscherin, er nehme mit voller Befriedigung die freundlichen Erklärungen Herriots für die baldige Lösung der Frage der Wiederaufnahme der normalen Beziehungen an. Im gleichen Geiste wohlwollender Freundschaft werde die Svwjetrcgierung die Pabfragen zur Entscheidung bringen; die Franzosen würden in gleicher Weise wie die Bürger anderer Länder behandelt werden. Die Schwierigkeiten, die sich jetzt mit Frankreich ergäben, rührten daher, daß ferne Beziehungen zwischen den beiden Regierungen bestehen, wofür allerdings die Sowjetregierung in keiner Weise verantwortlich gemacht werden könne. die Sanktionen ständigenberichtes selber zur Anwending anrangt, so ist eine Formel d>s Sachver - gekommen, an die sämtliche Regierungen gebin- ben sind, die nach dem Berichterstatter folgenden Wortlaut hat: „Im Falle einer deutschen Verfehlung wird es von Wichtigkeit sein, die Art der anzu- wendenden Sanktionen zu bestimmen und sie so zu organisieren, daß sie prompt und wirksam sind. Dabei weiden die Gläubigerregierungen im De- wußtscin ihrer gemeinsamen Verantwortlichkeit gegenüber ihren eigenen Interessen und gegenüber den Interessen derjenigen Privatpersonen handeln die zwecks Ausführung des Sachverständig cnplans Kapital vorgeschossen haben." Cs liegt natürlich auf der Hand, fährt der Berichterstatter fort, daß man in dem Augenblick, in dem man, um die Reparationen zu finanzieren, einen internationalen Kredit in Anspruch nimmt, bcn Geldgebern zuverlässige ©aranti e n gewähren muß, die sie zur Leistung der gewünschten Vorschüsse anreizen. Es wird also der Zinsen-und Tilgungsdienst der Anleihe mit einer sicheren Priorität auf alle Einnahmequellen Deutschlands ausgestattet werden; auf diese Weise ist das Recht der Sanktionen nicht aufgehoben, es ist vielmehr in aller Form vorgesehen. Die Sankttonen, die Anwendung finden werden, dürfen nicht die Spezialpfänder beeinträchtigen, de durch den Abschluß der 800 MillionenGoldmark- Anleihe belastet werden und die die Garantie für die Zinszahlungen barstellen. Diese Verpflichtung, die völlig in Ordnung ist, beläßt jedoch Frankreich seine Handlungs- freihrit. Frankreich kann auch in Zukunft für sichallein Sanktionen durchführen, nur daß es Spezialpfän- ber für den Zinsen- und Tilgungsdienst der Anleihe respektieren muß. Der gestern angenommene Piotokollentwucf behält den alliierten Mächten übrigens ausdrücklich sämtliche Rechte aus dem Versailler Vertrag, sowie aus dem Sachverstän- digenbericht vor. Die Ränmungsfrage. Paris, 21. Juli. (WTB.) lieber die Arbeiten des Unterausschusses der zweiten Kommission (Freigabe der Pfänder) meldet der Sonderberichterstatter des „Quottdien": Die erste Annuität des Sachverständigenplanes solle nicht mehr in dem Augenblicke beginnen, in dem deckst wesentlich, um die Unterstützung -Amerikas zu sichern. Dies ist die einzige Politik, die zum Wiederaufbau Europas fuhren wrro. Frankreich ist durchaus Willens, Deutschland hilfreiche Hand zu bieten. Was tattächlich zu erstveben ist, ist die Aufrechterhaltung der Entente mit Großkwitannlen und eine Entspannung im VechaltntS zu Deutschland. Das eine miß indessen betont werden daß die öffentliche französische Meinung darauf'besteht, den Versailler Vertrag sv genau wie möglich du r ch zu f ü h re n. Der DaweSbericht ist das Resultat der Repa- rationskomrnission. Frankreich wünscht keine Einmischung in chr Werk. Der von Logan vorgeschlagene Plan bcr^in- Zuziehung eines amerikanischen Mrt- alieds zur Reparationskommission befriedig t den französischen Standpunkt und erhalt gleichzeitig die Kommission in ihrer Ursprung» sichen Form. Der französisch-belgische Vorschlag betreffend die wirtschaftliche und fiskalische Einheit Deutschlands, ist in so weitherzigem Geiste gehalten, bah er sede Vermutung, als hätte Frankreich irgendeinen Hin- tergedanken, beseitigt. Was einen möglichen Verzug durch Deutschland betrifft, so besteht darüber die einmütige Auffassung, daß dieser vor der Reparationskommission und den Regierungen selbst festgestellt wird. Was letzt notwendig ist, sind finanzielle Garantten. Dabei weist Frankreich auf den Vorteil eines gemeinsamen Handelns hin, auf bringenoe QfcbürfniS einer einheitlichen Fwrrt. Gleichzeitig ist es unmöglich, die Rechte aufzugeben die mr Vertrage festgelegt sind. Die Schwierigkeit wnn durch die Leistung finanzieller Garantien über- trnnben werden. Die Priorität muß dem Zinsendienst für die für Deutschland vorge- schlagene Anleihe und für die zu diesem Zwecke notwendigen Garantien zu g esp r ochen Heroen. Der Zinsendienst für die Anleihe wurde im Verhältnis zu den Mitteln des Reiches sehr gering fein, und nach der Ansicht Frankreichs ist es durchaus nötig, daß die Geldgeber ;ede sina^i^le Sicherheit erhalten. Der Kernpun kt des D° w es - P laues ist die Anleihe Frankreich list der Ansicht, daß dec D a w e s - P l a n in dem Augenblick, in dem die Bankiers die Anleihe unterzeichnen, wirksam wird. Der Plan Seydoux schlägt sogar die vorherige Räumung vor, er beseitigt zu diesem Zeitpunkte die Schranke zwischen dem unbesetzten und dem besetzten Gebiet. Gestern nachmittag erklärte Herriot, daß et du rchaus zufriedengestellt sei über den Fortschritt, der durch den einstimmigen Beschluß des ersten Komitees tm einzelnen erzielt worden sei. Ein Havasbcricht. Paris, 20. Juli. (WTB.) Ueber die gestrigen Beschlüsse der erst en Kommission der Londoner Konferenz sagt der Sonderberichterstatter der Havasagentur in einer offenbar beeinflußten Darstellung: D-ie Konferenz hat gestern einen bedeutenden Fortschritt gemacht. Der ersten Kommission ist es gelungen, einstimmige Entschließungen AL formulieren hinsichtlich der Regelung der Verfehl ungs- und der Hank- tionssragen. Zunächst gibt die Beiordnung Les amerikanischen Delegierten zur Re- pa'rationskommission für die Feststellung von htnf- ttatn Verfehlungen Deutschlands zu keiner Kritik kLilas), da dec Versailler Vertrag einen ständigen Amerikanischen Sih in der Reparationskommis- si-on normalerweise vorsieht. Da ferner die ameri- kanischen Finanzleute ein besonderes Interesse an dem Erfolge dec 800 Millionen-Goldmark- anleihr und dec Unterbringung der deutschen In- Lu st rie- und Gisenbahnobligationen haben, ist es natürlich gewesen, eine Möglichkeit zu schaffen, Laß die Vereinigten Staaten in der Repacations- lommission ihren Standpunkt geltend machen. Was Die kommunistischen Umsturzpläne. Königsberg, 20. Juli. Am heutigen Sonntagnachmittag wurde das Urteil in dem Prozeß gegen die Kommunisten Kaleber und Genossen gesällt. Es wurden Strafen von 2 Monaten Gefängnis bis zu 7 Jahren Zuchthaus verhängt. In der Urteilsbegründung heißt es, der S taa t s ge r i ch t s Hof erachtet es als erwiesen, daß spätestens im Septembcr 1923 die Kommunistische ParteiDevtschlands den Entschluß faßte, nach einem fest ins Auge gefaßten unb bis in die Einzel- heiten durchgearbeiteten Plan die Ziele der Kommunistischen Partei in allernächster Zeit zu verwirklichen. Dieses Ziel war, die gegenwärtige Regierung mit Gewalt zu stürzen und an ihre Stelle eine Arbeiterregierung nach dem Muster der Sowjetrepublik auf- zuiichten. Zur Verwirklichung d.eses Zieles sollten Putschversuche rechtsgerichteter Kreise dienen, an die man bestimmt glaubte. Es ist voll widerlegt, daß etwa die Ang'k lagten oder Mitglieder der Kommunistischen Partei sich lediglich darauf beschränkt haben, sich gegen diesePutsch- decsuche zu wehren, es ist vielmehr klargestellt, daß sie darüber hinaus ihrerseits ihre Herrschaft mit Gewalt verwirklichen wollten. Seit September des vorigen Jahres war die K. P. D. illegal und daher seit dieser Zeit eine staats- feindlicheVerbindung, die den Plan hatte, die gegenwärtige Regierung zu stürzen. Jedes einzelne Mitglied der Kommunistischen Partei, das sich bewußt war, daß das Ziel der Kommunistischen Partei dahin gerichtet war, konnte gewärtig sein, nach § 7 des Gesetzes zum Schuhe dec Republik bestraft zu werden. Dieses Ziel dec Kommunistischen Partei war von der Zentrale proklamiert und nicht nur auf einzelne Teile Deutschlands beschränkt worden. Es ist gerade in den gegenwärtigen Verhandlungen festgestellt worden daß dieses Ziel auch in Ostpreußen durch die Angeklagten verwirklicht werden sollte. Auf Zuchthaus mußte bei den Hauptangeklagten erkannt werden, da der 8 7 des Gesetzes zum Schutze der Republik eine schwere Strafe anbefiehlt, obwohl der Staatsgerichtshof nicht zu der Ueberzeugung gelangte, daß die Angeklagten aus ehrloser ©efinnung gehandelt haben. Andererseits ist es oberstes Gesetz, die Provinz Ostpreußen, die abgetrennt und gewissermaßen zur Kolonie geworden ist. mit allen Kräften zu schützen. Die berüchtigte Schulpolitik des Ministerialdirektors Rotton vom saarländischen „Kultusministerium" hat durch den letzten amtlichen Bericht der Regierungskommission eine interessante Bereicherung erfahren. Rotton, dec neben dec vertragswidrigen Begünstigung der französischen Schulen und der Erdrosselung des Selbstverwaltungsrechtes dec Gemeinden eine eigenartige Per- sonalpolitik betrieb, hat in diesen Tagen erlebt, daß die Staatsanwaltschaft Saarbrücken gegen einen feiner Schützlinge, den früheren Seminar- direktor Zell, wegen SitMchkeitsverbrechens (8 175) einen Steckbrief erlassen hat. Herr Zell, der sich u. a. unbefugterweise den Doktortitel an- I eignete, war seinerzeit als ©ünftlma Rottons feiten, dann geht es aufwärts I E. 01. d, gnb Spielvereine mi nifttt >um mit slülcm UL) öchü- : Mi solchen Der- — '21 u5 Sem vravttye arer - Dureau wird uns geschrieben: Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die morgige Aufführung von „Lampenschirm" um 8 Hhr beginnt. Für besondere Rückbeförderung des Personals nach Bad-Rauheim, unabhängig von der Eisenbahn, ist Sorge getragen worden, damit in keiner Weise der Eindruck einer überhasteten Vorstellung hervorgerufen wird. — Eine Protestkundgebung gegen bieKriegsschuldlüge soll, wie schon in anderen Städten, morgen abend auch hier stattfinden. Der Veranstalter, der Hochschulring deutscher Art an unserer Landesunivers itä t hat als Redner Prof. Dr. P l a h h o f f aus Frankfurt a. M. gewonnen. Die dankenswerte Kundgebung, der wir einen zahlreichen Besuch wünschen, findet in der Turnhalle am Oswaldsgarten statt. (Siehe Anzeige.) 'eriossmigssei« fei- titei wird für tat W"'- -«L'L«r Tratet > y diefer Tage Oec Kriminalpolizei, in einer alten verlassenen Werkstätte am Rödelheimer Wehr eine Falschmünzergesellschaft in voller Tätigkeit zu überraschen und fe st zunehmen. Die Bande fertigte falsche Fünfzigpfennig st ü ck e in großen Mengen und hatte von den Falschstücken bereits bedeutende Partien tn Umlauf gesetzt. Das dazu erforderliche Metall hat die Gesellschaft aus einem bekannten Werke, das die Rohstoffe für die amtlichen Prägungen herstellte, gestohlen, vermutlich mit Hilfe von Helfershelfern. Als Haupttäter wurden verhaftet der 42jährige Musiker Rudolf Lackner aus Bommersheim und der 32jährige Spengler Emil Backhaus aus Offenbach. Außerdem nahm man in der gleichen Dache den 53jährigen Metzger Kreß von hier fest, der «wegen Falschmünzerei eine längere Strafe zu verbüßen hatte, kürzlich aber mit Bewährungsfrist aus dem Gefängnis entlassen worden war. Die Affäre zieht noch weitere Kreise. — Bei einem Streit in Bocken heim wurde ein Fuhrmann von seinem Gegner mit einer Mistgabel derart zugerichtet, daß er schwerverletzt dem Krankenhaus zugeführt werden mußte. — Zu einer Lahmlegung der Frankfurter Milchversorgung ist es bisher nicht gekommen, da die meisten Erzeuger ihre Milch zu den voltzeilich festgesetzten Preisen nach Frankfurt schicken. Auch die Groß- und Kleinhändler begnügen sich mit den amtlich festgesetzten Preisen. Trotzdem seht die Frankfurter Milchversorgungsgesellschaft ihre Bemühungen um Beschaffung dänischer Milch eifrig fort 5 Land. 1 2r Äü 1924 "lsstageH, ÄN M ttt teuft. Landesfarben SMN unter teerten, öwrtao, ten 10. t W Maule mit großen heißen Augen ü^cwea^- „Kaspar! Ich bitt' mir aus!" Ha, der Schwingel zuckte wohl zusammen und toutbe rot wie Blut Aber im gleichen Augenblick drüben die Ruth ^anit der Aufmerksamkeit ging "un doch nicht recht weiter, obschon gerabe jetzt der Pastor die Stimme mächtig hob. Diese K.mder! Waren es denn noch Kinder? Hier - im Hause des Herrn - guckten sie sich in die Augen! Ruten müßten sie haben> Indem kam Verworrner mit dem Klingel beutel und holte sich daS allwöchentliche Acht- groschenslück aus dem Herrschaftsgestuhl, darüber wachte Detter Egid auf. mit einem Ruck, und nickte mit dem Kopse. Lind dann hatte die Predigt ein Ende, und der Magister sprach das Gebet für des Königs Majestät und das Königliche Haus und daß Dec gnädige Gott dem Herrn den Sieg geben solle. Seltsam: wie sich daS wohl lind alle Hautunreinigkelten u. Hautausschläge, wie Mitesser, Pickeln, Blütchen usw. durch tSgl. Gebrauch d. allein echten Stedtawferd-SeersthroefeV?eifb von Bergmann & Co., Radebeul. Überall zu haben. Kranz-Drog. Augunt Noll, P. J. Blöbs, Drog. Georg Walleniels, Drog. 0. Wlnterholf. 4146c Auf dem Gottesanger vor der Tür blieb er stehen mit den Seinen. Wie jeden Sonn- und Feiertag. Die Männer mit den harten, von Sonne und Hnwetter gedunkelten und zerrissenen Gesichtem zogen an ihm vorüber und die Frauen und Mädchen. Hnd jeder und jede beugte sich and sagte: „Untertänigsten guten Sonntag, gnädiger Herr!" Wie eine kleine Revue war es. die er über die Seinen abhielt. Den einen und die andern rief er an, sprach ein paar gute Worte, fragte, gab einen guten Rat, sagte eine Hilfe zu. Dabei kam der bessere Humor wieder hoch in ihm, daß er Len Derdruß vergaß, Den er vorhin gefühlt. Es war doch schön, selbst in diesen Lüuften oder grabe in diesen, so als Herr auf eigener Scholle zu stehen, raten und sorgen zu müssen — Tie kleine Frau Magister kam, 'hatte die Ruth an der Hand, und sie knicksten beide. War zu hübsch, das Kind! Sah auch wirklich so kindlich aus! Hätte ja eine derbe Standpauke verdient — So nahm er sie denn am rechten Ohr und kniff ordentlich hinein und schüttelte sie ein'wenig: halb noch wie zur Strafe und halb doch auch wie eine Liebkosung. „Mädel — Du! Du hast ja nicht aufgemerkt, wie 03ater so schön predigte hm . . . von der christlichen Demut! Daß dich! Muht du Denn allzeit Allotria im Kopfe haben?!" Rot wurde die Ruth wieder, bis unter die Haarwurzeln. Aber dabei sah sie ihn mit ihren großen Kinderaugen so unschuldig an, knickste noch einmal, hatte seine Hand gefaßt und küßte sie respektvoll. Hintermannschaften. Dr. BauwenS levete groß, zügig und ausgezeichnet. Mit dem Schlußpfiff ging Hannovers schwarzweißrote Flagge am Siegesmast hoch Der gestrige dritte Sag, über den wir morgen noch ausführlicher berichten werden, brachte zahlreiche glänzende sportlich. Ergebnisse. Der Besuch aus der Stadt und Hingebung war über alle Maßen groß. Olympischer Sieger und zugleich erster Sieger im Reunkainpf wurde Isberg-Hamburg. 3n den Schwimmwettkämpfen konnten einige Gießener Vertreter noch Preise erringen. Den Höhepunkt der durch keinen Mißklang gestörten prachtvollen Veranstaltung bildete die Verkündung der Sieger am späten Abend. Ta i- ende umfä imten den schönen Festplah um die Dismarcksäule. Tausende jubelten den Siegern entgegen, begleiteten die Ansprachen und dir Bekanntgab-! der Ergebnisse mit stürmischem Beifall, der kern Ende nehmen wollte, als der olympische Sieger die brennende Fackel aus den Händen des Rektors der Hniversität entgegennahm und den Hotzstoß auf dem Turme entzündete. Mächtig erklang das Gaudeamus, und als die wuchtigen Formen des alten Schlosses auf der gegenüber- liegenden Hohe aus einem roten Flammenmeer wie ein märchenhaftes Zauberbild auftauchten, lyatte auch die Stadt Marburg einen vollen Sieg errungen. Dies betonte auch der Vertreter der preußischen Regierung. Staatssekretär Dr. Decker, der dem Danke der Regierung für die Förderung Der Universität durch die Stadt durch die Mitteilung sichtbaren Ausdruck gab, daß das preußische Kultusministeiium 10 000 Mk. für den Dau eines Hallenschwimmbades bei» gesteuert habe. in der Seele des guten Ehrenpüttner zusammen- leimte, dies letzte Gebet und die eigene Friedfertigkeit. die immer bereit war, einem Feinde auch die zweite Backe hinzuhalten i Mochte cr's mit sich abmachen. Schließlich muh ja jeglicher das Schwerste immer mit sich alleine abmachen. Seltsam, seltsam auch das andere, daß in allen preußischen Kirchen allsvnntäglich für des Königs Majestät gebetet wurde, wo man doch männiglich wußte, daß der ein halber Heide war. Hatte die Fürbitte freilich vielleicht doppelt nötig. Ah — dumme Gedanken, frevlerische Gedanken — gehören wahrhaftig nicht hierher — Qtun fangen die Kinder wieder. Aber der Herr Patron brachte es nicht über sich, mit einzustimmen. Er war verdrossen über sich selber. Schier endlos mußte der Magister gepredigt haben: wahrscheinlich hatten die Moskowiter ihm die Sanduhr auf der Kanzel zerbrochen. Lind nun tarn noch die Fürbitte für.die gnädige Herrschaft ja verdiente er denn die? Schlag sich nur' jeder vor die Brust, wir sind allzumal Sünder Uni) Dann kamen die Ansagen. Don Aufgeboten gab's freilich schon lange nichts mehr zu melden, Die jungen Ke^le steckten ja alle in Der Armee. Aber Die Königlichen Edikte muß.en verlesen werden, Daß jeder Bauer vier Obstbäume im Hahr und jede Gemeinde Maulbeerbäume zu pflanzen hätte. Du mein lieber Herrgott, das las sich so ab. Wer aber hatte tn diesen Jahren bitterster Rot an Maulbeerbäume gedacht — And jetzo der Segen. Das kleine ©Mein im Turm lautete — Hnd Der Gestrenge schritt neben der Schwieger gravitätisch über den Steinboden zur Kirchtür. hinter ihm Egid und der Hunker. SS ’ineru i . Quneni. bet ih ’lllW MC J*«- "»’M", h® »sS ä * in diesem W attaati turne* t ju veranstalten, bat genehmigt, daß EidiesenDeMmP- eine aus die 2eran< ilende Plakette ver- , äsckuh str Leibes- , rflürt, bis/« Lübertwi'1®1' .ftalnmge” TwtW f v,iten hätten, sind t,uX^ceik<‘ - ru mache« ttetlunfl ou Das deutsche Akademische Olympia. (Sonderbericht des „Gieß. Anz.".) Marburg, 20. Juli. Der 2. Tag brachte schon harte Kämpfe bei guten Leistungen, wenngleich noch feine Entscheidung fiel. Es gab in den Ausscheidungen folgende bemerkenswerte Resultate: Im Kugelstoßen stellte Hay- m a nn-München mit 13,125 Meter einen neuen Hochschulresord auf. Rüter - Hannover über- sprang im Hochsprung 1,78 Meter, P e l tz e r- München schuf im 400-Meter-Zwischenlauf 52 Sek., Braun-Karlsruhe 53, Renell brauchte 55,1 Sek. 3m lOO^Meter-Ztoischenlauf schufen Suhr- Karlsruhe, Pampe- Zehlendorf, Passau- München und Fricke-Draunschreig je 11,2Sek. 3m Stabhochsprung erreichten bisher L o ch n e r - München und Frenzl- Brünn 3,30 Meter. 3n die 10X100-M eterstaffelentschei- d u n g kamen Berlin, Karlsruhe, München und Jena. Die erzielten Zeiten von 1,56,4 sind nicht zu überwältigend, aber durch schlechtes Wechseln erklärlich. Wer morgen am besten wechselt, gewinnt das Rennen. Den Schluß des Samstags bildete die Gnt - scheidung im Fußball. Hannover schlug Darmstadt 3:1 (3:0). Als Dr. Bauwens- Köln das Spiel anpfiff, umsäumten über 1800 Menschen das prächtige Spielfeld. Hannover.mit Rückenwind legte gleich mächtig los, Darmstadts Tormann mit seinen Stuhlfaut-Allüren rettete mit Glück. 3n der 14. Minute entschied Dr. Bau- Wens einen Zusammenprall norm Tor Darmstadts äußerst hart mit Elfmeter. Haas täuschte den Tormann und setzte den DaN unhaltbar ein. 1:0 für Hannover. Rach drei Minuten nahm Haas eine Vorlage des Mittelläufers Otto (Arminia Bielefeld) geschickt auf, da heißt es 2:0. Darmstadt kam auf und Oberembt (96 Hannover mußte einige Male eingreifen. Zwei Ecken in unmittelbarer Folge für Hannover brachten nichts ein, desgleichen zwei Strafstöße hart an Hannovers Strafraum. Den letzten Schuß wehrte Oberembt im Fallen, zog sich den Bruch eines Fingers zu und mußte ausscheiden. Wulf von Rechtsaußen ging ins Tor. (35. Minute.) Gleich Darau vollbrachte Haas den het-trick, indem er eine Flanke von rechts mit Dombenschlag aus ca. 25 Meter in Die Kiste jagte. (3:0.) Während der Pause gab es Zwischenläufe für 1500 Meter. 11. a. lief Der 45jährige Altakademiker Dr. Mallwitz- Berlin, Reg.-Rat im Wohlfahrtsministerium, seine 1500 Meter in 6,06 Min. und erntete reichen Beifall.) 3n der 2. Halbzeit legte Darmstadt etwas mehr los, scheiterte aber meistens an Der Verteidigung. Ein Handelfmeter gegen Hannover tmrDe auf den Mann gejagt. Der Ersatztormann, arbeitete glücklich, doch mußte er acht Minuten vor Schluß ein Volleyschuß des Linksaußen Schrof passieren lassen. Bis zum Schluß ereignete sich nichts mehr. Heberragende Leistungen brachte das Spiel nicht, Hannover ge- tr-arm verdient. Der 3nnenflurm und Mittelläufer leisteten gute Arbeit. Bei Darmstadt ragte der Verteidiger Lück hervor, der Sturm vor dem Tor hilflos. — Das Stellungsspiel war auf beiden Seiten schlecht. Das Eckenverhältnis 8:6 zugunsten Darmstadts bewies die Unsicherheit der beiden Der etgenatct)c Gegensatz liegt heute nicht mehr To sehr zwischen Arbeitgeber und Arbertnehmer als vielmehr zwischen allen schaffenden Kräften und den Menschen, die mit dem Schicksal der Welt spielen. Ter Parlamentarismus ist in Dsttsch- land erschüttert. Er ist nicht, was er fnn fall, die Seele des Volkes und lebendiger Wille- Die Jugend sicht hier nach neuen Wegen und Gestaltungen. Ein ganz persönliches Wort richtete C?z. Michaelis vor allem an Dte junge Generation. Wenn sie ihre Ausgabe erfassen will, Darf sie sich nicht begnügen mit Demonstriere r. Wir müssen uns klar werden, das macht's nicht. Es ist basier die „Wacht" halten, als sie -singen. Es ist nicht gut daß wir ans dem Ausland und den Ausländern gegenüber abschließen, wir müssen mit ihnen vermehren, aber mit Würde. 3m Jahre 1922 nahm Exz. Michaelis als Vertreter der Deutschen Christlichen Stadentenver- einigung an der Weltkonferenz in Peking teil. Die Aussprachen in Peking haben in ganz entscheidender Weise der Wahrheit gedient und zur Klärung der Lage beigetragen. Wer kann Die großen Aufgaben erfaßen und an seinem Teil durchführen? Rur wer sich frei machen kann von allem, was das Gewissen belastet. Bei der Sittlichkeit beginnt der Aufstieg des einzelnen und der Gesamtheit. Ein großer Teil des Auslandes erwartet von Deutschland die Lösung sittlicher Kulturausgaben! Werden wir sittliche Persönlich» L.U. Von der Landesuniversi- tat. Dr. Phil. Lothar Hock, der sich für das Fach der physikalischen Chemie an unserer Universität zu habilitieren wünscht, wird morgen, Dienstag, nachm. 5Vs Ahr pünktlich, in der Kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema: „Die Stellung der Kolloidchemie ,im System der physikalischen Chemie". RDB. DieReisesparkarten. Zum Beginn Der Hauptreisezeit sind die Schalterbeamten der Reichsbahn zur Vermeidung von Auseinandersetzungen besonders darauf hingewiesen worden, daß Reisesparkarten (Eisenbahnwertzeichen) bei Lösung von Fahrkarten anstandslos in Zahlung zu nehmen sind. ” Ausländisch e Werbetätigkeit für Reisen nach Deutschland. Die Bestrebungen, den Fremdenverkehr wieder im früheren Maße nach Deutschland zu lenken, finden erfreulicherweise jetzt auch im Ausland tatkräftige Hnterstühung. Amerikanische Schiffahrtsgesellschaften machen durch ihren Pressedienst für Reisen in Deutschland wirksame Propaganda. Auf die landschaftlichen Schönheiten und Die historischen Erinnerungen Deutschlands, auf seine Kunstschähe, auf seine Fürsorge für den ausländischen Reisenden wird hingewiesen, wodurch Deutschland von jeher als Paradies der Reisenden gegolten habe. An diesen Tatsachen, die früher Deutschland zu einem so hervorragenden Fremden land machten, habe sich durch Die politische Hmwälzung nichts geändert. Deutsches Volk und deutsches Land feien die alten geblieben. Durch die Folgeerscheinungen der Dalutaschwankringen seien die Beziehungen Deutschlands zu feinen auswärtigen Gästen zwar vorübergehend etwas getrübt gewesen, die feste Währung aber habe Die früheren Verhältnisse wiederhergestellt. Der Ausländer, insbesondere der Amerikaner, werde das heutige Deutschland immer noch als ein verhältnismäßig billiges Land ansprechen. Dazu komme, daß die Förmlichkeaten für die Einreise nach Deutschland auf geringfügige Einzelheiten zurückgeführt seien, so daß Deutschland sich auch Darin von den übrigen Ländern Nicht mehr unterscheide. •• Exzellenz D. Dr. Michaelis, Reichskanzler a. D., sprach am Donnerstagabrnd im Auftrag der hiesigen Theologenschaft in der von zirka 400 Leuten besuchten Reuen Aula über „Deutschlands Aufgabe und Zukunft". Was die Ausführungen des Redners besonders wertvoll machte, war der Hmstand, daß ein Mensch von reichster Erfahrung, dazu beseelt von tiefer Vaterlandsliebe, zu uns sprach. Seine Worte waren ein tief persönliches Zeugnis, hinter Denen der ganze Mensch stand, von tiefem Verantwortungsgefühl getragen, frei von jeder parteipolitischen Voreingenommenheit. Blendende Trugbrl- Der malte er Den Hörern nicht vor Augen, -vielmehr wies er Wege, die in mühsamem Kampfe vom einzelnen beschritten werden müssen, auf denen wir uns aber zusammenfinden können und müssen, wenn eine Zukunft gestaltet werden soll. Don Der gegenwärtigen Stunde ging er aas und wies auf den Ernst der heutigen Lage hin, Dte Londoner Konferenz, und falls keine Lösung der außenpolitischen Probleme gefunden werde, Die Bedrohung der Rentenmark. Vor allem betonte er, daß man nur politische Entscheidungen treffen dürfe, die man vor deutscher Vorwelt und Rach- welt verantworten kann. Drei große Fragen des Volks- und Völkeriebens schenkte Exz. Michaelis besondere Aufmerksamkeit. Die Weltmächte gruppieren sich um, die Völker wachen auf. China steht vor ganz neuen Entwicklungen, ebenso Afrika Und Rußland. Für ims kommt es dann nur darauf an, die richtige Situation zu erfassen. Wir können nach Bismarcks Ausspruch letzten Endes nichts tun, als lauschen auf den Schritt Gottes, der durch die Weltgeschichte geht and dann den Saum seines Mantels fassen. Roch größere Bedeut ing für unsere Lage hat vielleicht die neuerdings einen erschreckenden Fortschritt nehmende Entwicklung Lim Großkapital. "Ghmnastikfür Frauen. Wan schreibt uns: Gesundheit und Körperkultur, zwei Haupt- faktoren im Leben der Frau: und doch: wie wenige unter uns wissen und kennen ihren Wert, ihre Förderung und Erhaltung. Man denkt. „Kleider machen Ceute“, and vergißt, daß das Kleid nur Schale ift; und was hilft eine schöne Schale bei schlechtem 3nhalt? Durch die Gymnastik wird allgemeine Gesundung, Frische und Widerstandsfähigkeit erstrebt, sowie Selbstbeherrschung und gute körperliche Haltung erreicht. Die turnerische Starrheit und Muskelanstrengung nach dem herkömmlichen Turnshstem wird hierbei überh.r ipt vermieden: nicht ermüdet, sondern erfrischt wird man die Gymnastikslunde verlassen. Die Kardinalpunkte sind dabei „Spannung" und „Lösung", und es ist natürlich, daß die Atmung diese Hebungen beherrschen muß, daß der Atem die Hebungen trägt, „wie die Welle das Schiff", daher keine Ermüdung. Daß die Frau, besonders die berufstätige, eine solche Erholung dringend nötig hat, ist eigentlich selbstverständlich. — Die Volkshochschule will recht vielen Frauen die Teilnahme an Der Gymnastik ermöglichen. (Weiteres siehe im heutigen 3nserat.) Landkreis Gic^rn k Wieseck, 20. Juli. Die Sanderst eue rvomgewerblichenAnlage-und Betriebs kapital betrug nach einem früheren Beschluß des Gemeinderats 80 Pf. pro 100 Mark Steuer wert von einem vierteljährigen Hm- sah von 4000 Mk. ab. Es war dies (Der staatliche Steuersatz, der. wie der Bürgermeister in Der letzten Sitzung des Gemeinderats mittedie auf 60 Pf. herabgesetzt wurde. Der Gemeinderat schloß sich diesem „Steuerabbau" einstimmig an. \ bu. Durkhardsfelden, 19. Juli. Bei dem jüngsten Gewitter wurde unsere Kirche, die unter Denkmalschutz steht, durch Blitzschlag beschädigt. Der Kirchturm warde unterhalb der Wetterfahne vom Blitz getroffen, ein Eckbatten vollständig zersplittert und das Kir- chendach beschädigt. Der Schaden Der unserer Gemeinde dadurch e>.tstand, ist erheblich. Hessen-Nassau. 'Dillenburg, 19. Juli. Die hiesige Jugendherberge hat man jetzt in geeignete Räume, die durch den Schulabbau frei wurden, verlegt. Don der Stadt und Dem Kreise wurden Mittel zum Ausbau der Herberge bewilligt, ferner haben Pirvatpersvnen und Geschäftskreise durch Spenden das edle Werk gefördert: u. a. haben Die Burger Eisenwerke einen ausgezeichneten Gaskocher mit 6 Kochstellen beigesteuert. Durch alle diese Gaben wurde die Schaffung einer behaglichen und praktischen Bleibe ermöglicht. Es wurden zwei getrennte Schlafraume, eine Küche, ein Brausebad und ein freundlicher, mit künstlerischem Wandschmuck versehener Tagesraum geschaffen. An Karten, Führern und anderen Aus- kunftsbüchern findet Der Wandergast Rat für Die weitere Wanderung. fpd. Weilburg, 20. Juli. 3n der „Kreiszeitung für den Oberlahnkreis" lesen wir folgende ergötzliche, nicht alltägliche Anzeige: „Die Beleidigung und Verleumdung gegen Fraulein Hermine Lang zu Ernsthaufen, Karl Kopp, Landwirt und Friedrich Schütz, Landwirt zu Winden nehme ich hiermit als mir leid zurück, und w e i l ich mein Lügenma ul nicht halten kann, müssen es andere mir verbieten. Ehefrau Dora Schneider, Ernsthaufen." — Aber Dora! fpd. Frankfurt a. M., 20. Juli. Rach langen, sorgfältigen Beobachtungen gelang es rersMngstages in unb Ortschaften bestimmt: ten Ne Äretebiteb i Spitzen der Äom* [deren Städten uni cifter - sich mti (Organisationen der ler, Handelskammer, 3ngeftcllterwrgani- Nichen Deremen) ins 'c gemeinsame Feier würdige äußere ®e- ch empfiehlt es sich, jttai in Verbindung Verschiedenheit bei einheitliche Regelung ehl folgender allge- «s IeckassMgstages r/ssche unb /porttichk ähnliches an «freien H. a chenbchvrten ar t Ne Regierung be» düng getreten jer DervrNnmg des Februar 1924 er» nftdtungcn und Um» snd für Feiern der Lusnahmen zu ge- Aus aller Wett. Mord und Selbstmord elnrs abgewiesenen Liebhabers. Berlin, 20. Juli. (WTB.) Heute nachmittag wurde der 47jährige Wächter Schiewe von dem Arbeiter Kohler e r f ch o s s e n, der sich selbst durch einen Kopfschuß tötete. Es handelt sich um einen Racheakt. Aus Wunsch ihres Vaters hatte die Tochter Schiewes vor kurzem ihr seit mehreren Hahren bestehendes Verhältnis mit Kohler aufgegebend Dieser hatte sich heute in die Wohnung ein- geschlichen, um auf die Rückkehr des Ehepaares Schiewe von der Arbeitsstätte zu warten. Gleich nachdem sich Schiewe zur Ruhe gelegt hatte, wurde er von Kohler durch zwei Schüsse schwer verletzt, die kurz darauf den Tod herbeiführten. Kohler tötete sich dann in Gegenwart Der hin- zugekommenen Frau Schiewe. Erwischte Falschmünzerbünden. Berlin, 21. Juli. 3n der letzten Zeit tour» den durch die Falschgeldabteilung Der Reichsbank fünf Falschmünzerbanden mit über 60 Mitgliedern verhaftet. Ein Teil der Falscher wertete Dollarnoten auf, ein anderer stellte falsche englische Pfundnoten her. Der Straßenbahnwagen im Friseurladen. Berlin, 21. Juli. Gestern abend sprang ein S t r a h e n b a h n w a g e n an der Ecke 5neD- rich- und Oranienburger Straße in voller Hahrl aus dem Geleise und fuhr überdenBürg ersteig in einen Fr is eurladen hinein. Dabei stießen zwei Automobile mit dem Straßenbahnwagen zusammen. Menschenleben sind nicht zu beflagen. 20 Menschen ertrunken. Amsterd am, 19. Juli. (WTB.) Bei Dem gestern gemeldeten West sturm auf der Schelde sind über 20 Personen ertrunken. Schiffbrüchige von Wilden übersatten und getötet. Melbourne, 18. Juli. (WTB.) Blätter- Meldungen zufolge sind hier Rachnchten ein» getroffen, wonach der Dampfer „Douglas Mawskon", der im März 1923 Dr isbano verlassen hat, an der Rordküste QI u ft r a - liens gescheitert sei. Zwölf Qltemn der Besatzung und fünf Passagiere hätten stch an Die Küste gerettet, wo sie von Hchwarzenuber- fallen und mit Speeren getötet sein sollen, außer zwei Frauen, die gefangen genommen wurden._____________________________ Verantwortlich für Politik und Feuilleton: 3. D.: Heinz Goarenz. 5793D Redner: LICHTSPIELHAUS I ♦ I j Größte prelswürdigleit * Zahlungserleichterung ♦ Anfang 4 Uhr, 6 Uhr und 8-15 Uhr. 5801c Herborn (Dill) • 5728V .Ich war am ganzen Leibe mit I vorhanden. Schristl. Angebote unter 5795D an den l ■ unter 579oD an den i IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU ©leb. Anz. erbeten. 1 r i i i Tapeten Stoffe Teppiche Linoleum ARfnomums & Flügel i i Heute abend 8.30 Uhr Joseph-Bajflo. tad heute: Paul Heidemann aller Lustspiele: * * * 3n unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Am 7. Juli 1924 die Firma Hessischer Fahrrad- und Motorrad-Der- trfeb Johann Siebenborn in Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Johann Sieben- bringt sich bei Bedarf in empfehlende Erinnerung und bittet um Besichtigung der 10 Schaufenster und der ausgedehnten Ausstellungsräume Ab Harry Liedtke in der Perle Drucksachen aller Art Vertreter für Haushaltungs- nrtltel gesucht. Erfordert. mindestens 5 Mk. 8u melden von 10—12 Uhr vormittags und 5 bis 7 Uhr nachm. mi0i5 Crevnerltt. 18 m, r. tzm M Dr. MM, AMI «mW Jur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 50 Pfennig erhoben. MWlrins öeantber litt an Per CanöesnnWetfllflt Netze«. Zchweineversicherungsverein zu Gietzen. Nach Beschluß des Vorstandes soll nach Bekanntmachung im Gießener Anzeiger die Weiterversicherung von den Mitgliedern der in Betracht kommende Schweinebestand wieder in Kraft treten. Alle diejenigen Mitglieder die sich für eine Weiterversicherung bereit erklären, wollen sich bis zum23. Juli24 bei H. Sauer, Oswaldsgarlen melden. Gießen, den 19. Juli 1924. omert Der Vorstand. In 14 Tagen hat Zuckcr'ö Patent- Medizinal-Seife das Übel beseitigt. Diese Seife ist Hunderte wert. Serg. M- Dazu Zuckooh-Ereme (nicht fettend und fetthaltig). In allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien erhältlich. H.Hochstätter Gießen, Brandplatz 1 Fernspr. 36 Oegr. 1837 Gegenüber d. Alten Schloß Arbeitsvergebung. 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Juli 1924 bei der Firma Karl Ampt, Gießen: Die Prokura des Heinrich Deibel in Gießen ist erloschen. Am 16. Juli 1924 bei der Firma Ringel L Walther, Gießen: Kaufmann Freddy Ringel in Gießen ist als weiterer persönlich haftender Gesellschafter in das Geschäft eingetreten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Juli 1924 begonnen. Die Firma ist geändert in A. Ringel L Sohn. Gießen, den 19. Juli 1924. 58036 Hessisches Amtsgericht. Junger Pianist l noch frei. W. Hof, I Hanau/M., Salz- strahe 11. [021913 Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B. wurde heute bei der Firma Bohrgesellschaft Heffen-Raffau, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen folgendes eingetragen: Die Gesellschaft ist durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 12. Januar 1922 aufgelöst. Die Geschäftsführer sind Liquidatoren. 5802B Gießen, den 18. Juli 1924. Hessisches Amtsgericht. SpäWoWn auf dem Acker (300 qm), 1 zweifl. 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Bei der zweiten Portion macht sie die Bekanntschaft eines Herrn, den sie seinem Aussehen nach für einen Amerikaner und seiner Bildung nach für einen Professor hält denn er erklärt ihr, wobei er allerdings zerstreut in einem Buche blättert, sehr fein den Unterschied zwischen .als* und .wie", zwischen „obgleich* und „trotzdem" und zwischen .daher- und deshalb , während bekanntlich der Durchschnittsdeutsche davon keine Ahnung hat und sie erst recht nicht. Ihr Respekt sinkt aber unter Gefrierpunkt als er sich einen Harzer Käse bestellt, dem Kellner 5 Pfg. Trinkgeld gibt und sich als Berthold Schweinebauch, Villenbesitzer aus Schweinfurt, vorstellt. Als er hört, daß sie Witwe ist und ein Geschäft hat beginnen seine Augen Raketen zu schießen, und er ergeht sich in Vermutungen über den Aerger. den eine alleinstehende Frau mit dem Personal haben mag. Sie hält ihn eher für einen Reisenden in Registrierkassen oder in Florstrümpfen und Seidenjumpern oder in Gott weiß was. Gewandt weicht sie Ihm aus, — denn das könnte ihr gerade passen, sich mit jemandem ernstlich einzulassen, dem eine Fahrkarte 4. Klasse aus der Westentasche spitzt - und macht geistvolle Bemerkungen über die Winzigkeit seines Harzer Käses, der ja kaum die Größe eines rechtschaffenen Hühnerauges habe. Damit ist sie glücklich in das Thema hlneiniaviert, das sie am ^^Hühneraugen", so erklärt sie, sind ein überwundener Standpunkt seit es Kukirol gibt. Wie lange wird es noch dauern, so werden sie nur noch in Schaubuden für Geld gezeigt und die allerletzten Exemplare kommen in die Folteikammer des Germanischen Museums in Nürnberg, gleich neben die Daumenschrauben. Kukirol entfernt jedes Hühnerauge ohne Schmerzen, ohne Blutvergiftung, mithin ohne Gefahr, In längs ens e Inlnn Tagen, denn Kukirol ist Qualitätsware. Darren müssen unbedingt Kuklrcrt Im Hause haben, denn nur Kukirol ermöglicht es, ungestraft enge Schub« Z" tDasCnKukirol-Fußbad nach Sanitätsrat Dr. med. 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Nach den bestimmten Zusagen der Alliierten sollten die Reparationszahlungen keine Kriegsentschädigung darstellen, sondern nur einen Ersatz für die Kriegszerstörungen und für die interalliierte Verschuldung. Nun sind die bisherigen deutschen Leistungen allermindestens auf 25 Goldmilliarden zu schätzen (amtliche deutsche Schätzung ca. 45 Milliarden); mit diesem Betrag sind die Schäden in den französischen zerstörten Gebieten, die von Keynes auf 20 Milliarden veranschlagt worden sind, mehr als für Au4@ H Kraftrad ' Fahrrad Du kannst soviel mitnehmen wie du willst — zum Nachschickenlafsen bleibt immer noch etwas übrig. Geknipste Fahrkarten sind gute und feste Freundinnen. Man kommt aus der Sperre, die sie über uns verhängen, nur heraus, wenn sie an den richtigen Mann abgebea. veröffentlicht einen Driefauszug eines Eisen- dreherS, der in Orville arbeitet, wonach die Arbeitsverhältnisse jeder Beschreibung spotten. Bei 12- bis 14stü.ndiger (!) Arbeitszeit ist die Bezahlung, in Kronen umgerechnet, schlechter als in der Tschechoslowakei. Die Behörden behandeln den Arbeiter, vornehmlich den ausländischen, hart, und zwingen ihn, jeden zweiten Sonntag zu arbeiten. Den Franzosen schildert der Driefschreiber als arbeitsunlustig, weshalb die Fabrikanten, speziell für die schlechte und schwere Arbeit, sich AuSlän- Mancher hält es für sportmäßige Ausrüstung, wenn er im Gebirge die Kleider anlegt, die er daheim anzuziehen sich nicht getraut. Es ist leichter, im Nichtraucher-Abteil rauchen, alS im Naucher-Abteil nicht zu rauchen. Das eine ist nur vorschriftswidrig, aber das andere ist unerträglich. * 3m Lexikon kommt Sonnenschein hinter Sommerfrische. Das ist leider zumeist richtig. „Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg Wenn man aber nun fern Maultier ist?? Ferien-Gedankensplitter. Von einem zur Geistesruhe Verurteilten. Mit Nadel und Faden kann man »roch eher einen Vries schreiben, als mit Tinte und Feder einen Knops annähen. Die ältesten Anzeigen. Der große AnKeigen-Kongreß, der jetzt viele Tausende von Vertretern der Ztttungsre.lame in Öonbon vereinigt, bietet ein imposantes Bild von der Bedeutung, die die Annonce im Wirtschaftsund Kulturleben erreicht hat. Die Anzeige kommt einem Bedürfnis innerhalb der menschlichen Gesellschaft entgegen, das uralt ist, aber zunächst freilich nur in unvollkommener Weise befriedigt werden formte. Bekanntmachungen wicht g r ^inge waren in jedem Gemeinschaftsleben notwendig, und man bediente sich dazu natürlich zunächst der mündlichen Übermittelung. Bei den alten Griechen war es z. B. üblich, Listen von gestohlen Dingen an den Bildsäulen der unterirdischen Go^ ter aufzuhängen, um einerseits dadurch denFluch auf den Dieb herabzubeschwören, andererseits die Dvrübergeh^iihen auf den Diebstahl aufmerksam zu machen, damit sie den gestohlenen Gegenständen nachforschen könnten. Die schriftliche Anzeige wird erst in der römischen Kaiserzeit aügemein üblich, und wir finden im wiedererstandenen Pompeji eine Fülle solcher Anzeigen an den Iäuser- wänden ausgeschrieben. Erst kürzlich wurde eine solche in Not und Weih gemalte Anzeige entdeckt, die lautet: „Decimus Puntatus Lucreclus wird 10 Gruppen von Gladiatoren am 10. April oei den pompejischen Spielen kämpfen taffen. Außer diesen Sportanzeigen fanden sich auch vielerlei andere Annoncen an bestimmten Stellen der Mauern, die für diesen Zwecr reservlertwaren. Sm Mittelalter kehrte man zu der -Urform der Zweierlei Recht. Bekanntlich schulden die Alliierten den Bereinigten Staaten von Nordamerika außerordentlich hohe Summen. Auf Dollar zurückgeführt betragen diese z. D. bei England 4,6 Milliarden, bei Frankreich 3,1 Milliarden, bei 3talien 1,7 Milliarden und bei Belgien 0,7 Milliarden Dollar. (Unsere Belastung aus dem Sachverständigengutachten läßt sich auf einen Gegenwartswert von ca. 10 Milliarden Dollar zurückführen, wobei allerdings zu beachten ist, daß wir bisher schon Leistungen in mindestens der gleichen Höhe ausgeführt haben.) Alle Staaten, mit Ausnahme von England, behaupten, dah ihnen eine Rückzahlung dieser Kapitalien völlig unmöglich sei, und daß sie auch nicht einmal die Zinsen aufbringen könnten. Besonders temperamentvoll hat immer Frankreich diesen Standpunkt vertreten. Dabei befindet sich die Wirtschaft Frankreichs in einem durchaus befriedigenden Zustand. Der Gewinn Elsaß-Lothringens, die Einbeziehung des Saargebietes und Luxemburgs in die französischen Wirtschaftsinteressen brach- | ten ihm nicht nur reiche Bodenschätze, sondern auch große, pon Deutschland aufgebaute 3ndu- strien. Der in modernster Weise durchgeführte Wiederaufbau von 22 000 Fabriken und ihre Ausrüstung mit den neuesten Maschinen hat die Erzeugungskraft von Nordfrankreich stark erhöht. Frankreich ist das Land, das über die wenigsten Arbeitslosen verfügt, dessen 3n- dustriebevölkerung die bestbeschäftigte und dessen Erzeugung auf den meisten Gebieten nur durch den Menschenmangel beeinflußt ist. . England hat mit den Bereinigten Staaten ein Abkommen getroffen, nach dem die Rückzahlung seiner Schuld von 4,6 Milliarden Dollar (75 Millionen Dollar haben die Amerikaner abgelassen) auf 62 Jahre verteilt werden soll. Die ZtnSleistung soll in den ersten 10 Jahren 3 Prozent und von da ab 3,5 Prozent betragen; die Tilgung soll angemessen vom 1. bis 62. Jahre steigen, in welchem sie 175 Millionen Dollar betragen wird. Durchschnittlich wird sich die Iahresbelastung an Zinsen und Tilgung für die nächsten 10 Jahre auf 160 Millionen Dollar und in den folgenden Jahren auf rund 180 Millionen Dollar belaufen. Mehr und schneller zu zahlen hat sich England außerstande erklärt. Dabei hat die englische BolkSwirtschaft auch nach dem Kriege noch erhebliche Ueberschüsse erzielt. Der Ueberschuh der englischen Zahlungsbilanz betrug auch im Jahre 1922 immer noch 155 Millionen Pfund Sterling gegenüber 181 Millionen Pfund belaufen gegenüber Jugoslawien auf ungefähr schenrechte .... Wie schön es dort ist, kann jeder m der Mittagsfolge des tschechischen „Rude Pravo" vom 17. Juni nachlesen. Das genannte Blatt der verschreiben. So waren in dem Dettieb des Briefschreibers neben 6 Franzosen 14 Tschechen, 3 (Italiener, 2 Spanier und 4 Luxemburger tätig. Fürchterlich sind der Schilderung des Briefschreibers nach die Verhältnisse unter den Arbeitslosen. Die abgezehrten, in Fetzen ge- ’ hüllten Gestalten hungern tagelang oder näh- , < ren sich bestenfalls von einer Schwarzbrot- , rinde, die ihnen gandenweise in einem der Herbergshäuser gereicht wird, wo sie gegen Bezahlung auch schlafen, d. h. nächtigen können. Der hygienische Zustand dieser von Ungeziefer strotzenden Räume ist ein unbeschreiblicher. Die Herbergswirte sind Wucherer schlimmster Sorte, die dem Arbeitslosen seine letzte Habe um einen Pappenstiel abkaufen. Zum Schlüsse warnt der Briefschreiber alle Auswanderungslustigen, sich ja nicht von Werbern betören zu lassen oder sich einzubilden, in Frankreich bestünde die Möglichkeit, viel Geld zu verdienen. Dieser Brief spricht derart für sich, daß wir uns auf einige Randbemerkungen beschränken können. Zunächst möchten wir wieder einmal fesfftellen, dah der sog. „Nationalstaat" der Tschechoslowakei 7 Millionen Tschechen zählt, denen eine etwa gleiche Zahl nationaler Minderheiten gegenübersteht, unter ihnen über 3V- Millionen Deutsche. Angesichts dieser Lage und im Hinblick darauf, daß die Prager Regierung mit allen Mitteln be- sttebt ist, Deutsche, Magyaren usw. — nicht zuletzt auch die Slowaken! — zu tschechisieren, eigentlich also anzunehmen wäre, daß jede tschechische Seele im Inlande als „unabkömm- j lief)“ eben wegen dieser „Arbeit“ anzusprechen wäre, wundert es uns, daß man noch über so ! viel überschüssige Kraft verfügt, dah man tschechische Arbeiter an Frankreich vergeben kann. Wie man die Tschechen in Frankreich behandelt, geht aus dem oben wiedergegebenen Briefe des „Rude Pravo“ hervor, und Sache des Tschechischen Arbeitsamtes in Prag, das diesen Menschenhandel in Richtung Land der Menschenrechte wohlwollend protegiert, dürfte es sein, dazu Stellung zu nehmen. Uns interessiert an jener Darstellung aber noch etwas ganz anderes. Und zwar etwas, was nicht in dem Bericht steht — aber für jeden Kenner der Dinge offenbar ist, nämlich dieses: Genau so wie Frankreich auf die polnischen Emigranten mit Unterstützung der Arbeitgeber, der Lehrerschaft und der Geistlichkeit seine „Kulturpropaganda“ los läht, auch dafür sorgt, dah die polnischen „Brüder“ keine Möglichkeit haben, sich für kulturelle oder wirtschaftliche Zwecke in Frankreich zusam- menzuschliehen — genau so wird Frankreich | mit den Tschechen verfahren! Es sind uns pol- nische Stimmen bekannt — und sie wurden bestätigt durch solche aus ftanzösischen Gewerkschaften, die jener „Kulturpropaganda“ ziemlich gleichgültig gegenüberstehen, jedenfalls sie nicht hindern —, aus denen mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit hervorgeht, dah die „Liebe“ Frankreichs zu den in seinem Lande arbeitenden Polen recht reale Hintergründe hat: genau so wie die Polen in Frankreich einem Entnationalisierungsprozeh ^unterworfen werden, genau so wird man wiederum auch mit den Tschechen in Frankreich verfahren! So sieht die „Liebe“ Frankreichs zu Polen und Tschechen aus, was man ebensogut wie wir auch in Warschau und Prag weih. Aber man schweigt darüber, zieht es vielmehr vor, von den unterdrückten nationalen Minderheiten in Deutschland zu reden, eine „serbische Bewegung“ (Wendei) an die Wand zu malen oder vom unterdrückten Polentum in Deutschland zu phantasieren. Mögen die Landsleute in Frankreich vor die Hunde gehen I — das französische Geld in der Tschechei oder in Polen wiegt schwerer, und im übrigen hat man alle Hände voll zu tun, um die West über die angebliche „Deutsche Gefahr“ in ■ I Arem zu halten..... reichlich gedeckt. Die für Frankreich allein verbleibenden Berpflichtungen (einschl. der Schulden an England) in Höhe von ca. 20 Milliarden werden durch die auf Grund des Sachver- ständigen-Gutachtens uns auferlegten Lasten mehr als doppelt überdeckt. Die Forderung ist mithin nicht unbillig, dah Erleichterungen, die Frankreich durch Schuldennachlah erhält, im angemessenen Verhältnis auch uns zugute kommen. Das ist um so notwendiger, als die Lasten aus dem Sachverständigen-Gutach- ten für uns untragbar sind. Sie können von uns nur aufgebracht werden durch Steigerung der Ausfuhr. Nun schlieht aber das Streben nach Steigerung der Ausfuhr automatisch den Zwang zur Steigerung der Einfuhr in sich, da Deutschland als rohstoffarmes Land die Produkte, die es für die Ausfuhr veredeln will, erst als Rohstoffe einfuhren muh. Auf diese Weise kommen wir zu einer Ausfuhr von 15—16 Goldmilliarden, die unmöglich ist. Wirtschaft. Die Krise in der Montanindustrie Polnisch-Oberschlesiens. Die schon lange kritische Sage der polnisch» vberschlesischen Kohlen- und Eisenindustrie hat eine Verschärfung dadurch erfahren, dah die Werke infolge der immer stärker auftretenden ausländischen Konkurrenz vor der Gefahr der gänzlichen Detriebseinstellung standen. Tie Unternehmer haben nun den Arbeitern gekündigt und ihnen gleichzeitig mitgeteilt, daß sie die bisherigen Löhne kürzen müssen und nach Ablauf der .Kündigungsfrist nur m.h solche Arbeiter einstellen können, die sich bereit erklären, statt der bisherigen Achtstundenschicht eine zehnstündige Schicht zu fahren. Damit soll eine An- . gleichung der Arbeitsbedingungen an jene des benachbarten deutsch-oberschlesischen Reviers angebahnt werden. Es bleibt abzuwarten, tpie Oie Arbeiterschaft des Reviers die'e Forderung der Unternehmer aufnehmen wirb. Weiter Haber die Kohlenwerkbesitzer an die Regierung das Verlangen gestellt, die Kohlmsteu r aufzuheben und Fiachtenermähigungen zuzugestehen. 3n Kohle ist das oberschlesische Revier in der letzten Zeit auf den Auslandsmärkten einigermaßen ins Hintertreffen ge.ommen. Die Ausfuhr nach Deutschland, die im Mai wegen der Streiks in den deutschen Revieren vorübergehend gestiegen war, ist im 3uni stark gesunken. Sie betrug in der dritten Iuniwochr nur m hr 108 000 Tonnen. Auch nach Oesterr ich gehe . jetzt gelinge Mengen oberschlesischer Kohie. während Oesterreich im Januar noch etwa 335 030 Tinnen ostoberschlesischer Kechlen auf genommen halte, ist der Bezug jetzt aus lb0 000 Tonnen u.üäg gangen. De, icnftigv Auslanoabsah ha, fü. dau Revier keine besondere Bedeutung. Nun tritt, noch d e verschärfte Konkurrenz der Rrh kohle hin.iu. Das „Micum"-Abkommen wurde verlänger und das Ruhrsyndikat hat sofort eine 20orozenUge Ermäßigung der Kohlenpreise verfügt Gleichz iäg läßt das Syndikat Mitteilen, dah es nunmehr I den Kampf um die Wiedereroberung des Berliner Marktes und anderer Plätze energüch auf- nehmen werde. Dieser Kampf rächtet sich insbesondere gegen die rberschlestsche u.id engli che Kohle, von denen besonders die erstere Marie während der vorjährigen Ruhrkrise in Bettln und Umgebung Vordringen konnte. Die Förderung des osttberschlefischen Reviers konnte sich schon bisher nicht günstig entwickel., und schwankte in den einzelnen Monaten des lausen.en Iah es zwischen 2 bis 2,3 Millionen Tonnen 3m Juni ist die Förderung noch weiter zuräickgegangen, im Durchschnitt wurden wöchentlich nur mehr 375 000 Tonnen gefördert. Aehnlich liegen auch die Abfatzverhältnisse in der E i s e n i n d u st r i e. Diese w r? jetzt statt konkurriert von der deutschen und tschechischen Industrie und konnte namentlich im Export g g.n die fremde Konturrenz nicht aufkommen. Einschneidende Betriebseinschränkungen wurden bei den Eisenwerken insbesondeo: in letzter Zei durchgeführt. Die Kvnturrenzfähigteit der polnisch- vberschlesischen Eisenindusttie ist statt abhängig vom Preis von Kohle und Koks, und folan.e de polnische Kohle nicht eine w.s.ntt.che Beibilligung erfährt, werden auch die ostoberfchlesischen Eisen- und Stahlwerke im Wettbewerb mit der Auslandindustrie unterliegen müssen. Die polnische Hüttenindustrie ist bei der Brennstoff Versorgung sogar wesentlich schlechter gestellt als die deu.sche Konkurrenz, da Koks für Hüttenzwecke zum überwiegenden Teil des Bedarfes aus Deutschland bezogen werden muh. Gegenüber dem benachbarten Deutschobrrschlesien ist die vbevschleckche Industrie schon seit der Erweiterung der Arbeitszeit im Deutschen Reiche nicht mehr konkurrenzfähig, und nur der Umstand, dah in Ostoberschlesien meist Qualitätsmaterial erzeugt wird, sicherte den Eisenwerken bisher noch ei le Beschäftigung für einen Teil ihrer Belegschaft. Die ostoberfchlesischen Kohlenwerke beschäf- tigen etwa 150 000 Arbeiter, die Eisenwerke etwa zeitungen aufzunehmen. Vielmehr gab es besondere Anzeigen-Zeitungen, die sog. „Jntelli- genzblätter". Die Anzeigenblätter wurden von sogenannten Adreh-Kompoirs oder Intelligenzbu- ieau8 heransgegeben. Das erste Institut dieser Art begründete der Pariser Arzt Th^ophraute Renandot im Jahre 1633. 3n den politischen Blättern, die Frankreich damals besah, erschienen keine Anzeigen von Privatleuten, zuerst drang die Privatanzeige in die politische Zeitung in England, wo schon im Jahre 1647 eine der ältesten englischen Zeitung überhaupt, das „Tägliche Parlamentsjournal", Annoncen von Buchhändlern and anderen Kaufleuten brachte. In Deutschland war noch länger als ein Jahrhundert das Anzeigenblatt von der politischen Zeitung streng geschieden. Rach englischem Muster gab in Hamburg seit 1673 Thomas von Wieringen einen Relations- Courier heraus, der neben dem politischen Text auch viele Inserate enthielt. Die Hamburger Kaufmannschaft aber erblickte in der Veröffentlichung von Handels- und Schiffahrtsnachrichten eine Preisgabe des Geschäftsgeheimnisses und eine schädigende Beeinflussung der Preise und setzte beim Rat ein Verbot des Courirs durch. In Prsa- hen besahen die Intelligenzblätter bis ins 19. Jahrhundert ein staatliches Privileg für die Veröffentlichung von Anzeigen. Aber mit dem Aufschwung der Zeitungen gegen Ende des 18. Jahrhunderts kam doch immer mehr der Brauch auf, einen Teil deS Blattes für Anzeigen zu „vermieten", und so entwickelte sich allmählich der Anzeigenteil 1460, Polen 850, Rumänien 960, Tschecho- Slowakei 465 Millionen Goldmark usw. mündlichen Anzeige zurück. Der Ausruf der von einem Trommler begleitet durch die Straßen rog und neben den Bekanntmachungen der Re- aierung auch sonst noch manches Wissenswerte mitteilte, war der Stellvertreter der Zeitung. Roch AU Anfang des 19. Jahrhunderts hieh der Doll- ziehungsbeamte, der die Pfänderversteigerung besorgte, der „geschworene Ausrufer. Außerdem wurden die Bekanntmachungen mit geschriebenen Zetteln an den Türen der Rathäuser oder Kirchen, an den Stadttoren usw. öffentlich angeschlagen. Lanae Zeit war der Geistliche der eigentliche Verbreiter der alltäglichen Anzeigen. Er muhte nach der Predigt nicht nur die Familienanzeigen verlesen sondern auch Nachrichten von Kauf- und Mietaesuchen, von verlorenen und gefundenen Sachen mitteilen. Das erschien den Pfarrern unpassend und lästig, und es ist daher nicht vereinzelt, wenn ein Prediger zu Ichenhausen 1705 von der Kanzel die Tatsache, dah eine Dienstmagd ein Tuch verloren habe, mit dem Nachsatz begleitete: „Wer es wieder find, beh.ilts, warum hat die Schlamp nicht Acht gegeben! Mit der Erfindung der Buchdruckerlunst begann auch im Annvncenwesen eine grundlegende Umwälzung. Zu den frühesten Druckerzeugnissen gehören die häufig sehr schön ausgestatteten Anzeigen der Buchdrucker über ihre neuesten Werke. Doch erst die Zeitung schuf der Anzeige den rechten Platz, obwohl es noch sehr lange dauerte, bevor der Anzeigenteil seine heutige Entfaltung erhielt. Noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war eS nicht üblich, Inserate in die polttischen Tages- Tschechen in Frankreich. Bon Dardowiek. ES ist schon gelegentlich in der Presse darauf hingewiesen worden, wie merkwürdig eine ganze Reihe von Frankreichs viellieben Brüdern behandelt werden, wenn das Schicksal sie in das gelobte Land der „Menschenrechte“ verschlägt. Die Lage der polnischen Arbeiter in Frankreich war bereits seit langem ein besonderes Kapitel für sich und wird es wahrscheinlich auch noch in Zukunft bleiben — ttotz aller offiziellen Liebesbeteuerungen zwischen Warschau und Paris. Neuerdings scheint man sich in Frankreich auch der Tschechen, die nach dort htnübergewechselt sind, auf seine Weise „anzunehmen“. Mm zu erfahren, wie das geschieht, darf man natürlich nicht in die Mitteilungen des Französischen Arbeitsministeriums, das diese in aller Welt und na- | türlich für propagandistische Zwecke verbreiten läht, hineinsehen; wer sich damit begnügen würde, mühte nämlich annehmen, dah die Lage in Frankreich für den Arbeiter einfach paradiesisch ist. Arbeitslosigkeit? Keine Spur davon! Daher denn wohl auch die Heranziehung einer industtiellen Söldnertruppe, namentlich aus den ftanzösischen Trabanten- Staaten . . . oder hält man so viele Soldaten unter Gewehr in Frankreich, dah man unter allen Umständen zur Auftechterhaltung des wirtschaftlichen Lebens auf ftemdstaat- I liche Arbeiter zurückgreifen muh, da der Militarismus alle produktiven Kräfte verschlingt?! Sterling im Jahre 1913. Mit ihm könnte Eng- Wie dem auch lei, die Dummen werden land in sieben Jahren den jetzigen Geigen- scheinbar nicht alle: in ttirzen Zwischenräumen wartSwert seiner Schulden an Amerika, der kann man nämlich tschechische Arbeiter in grö- auf 20 Milliarden Goldmark zu berechnen ist, Heren und kleineren Kolon^n mit einem adres- abttagen. Trotzdem ist England nicht in der s^rten Köfferchen "Praha-Pariz ^(wanim Lage, mehr als einen verhältnismäßig beschei- nicht „Prague-ParlS ?) dem ^"Mschen denen Teil seines Cinkommenüberschusses an Paradiesezi^ilen sehen. Und wie da seinen Gläubiaer abzuführen fo geht; bis Karlsruhe fteut man sich der schö- Siegarstaa° non Wnb ist guter ten werden überhaupt uneintreibbar sein, °b° 6en®^e"ein®^9 wohl diese Länder sich zum mindesten nicht sie hier die ftanzosisck^ .Culwre ^ 7 ' 1 Male, nämlich in den Eisenbahnwagen, kennen 25 000 OlCann, fo datz es sichaTfo um 175 000 Ar- beiter handelt, die von der Krise betroffen sind. • Lieber den Erzbergbau im Lahn- und Dillgebiet im Juni toirD berichtet: QSknn vor Monatsfrist über Anzeichen einer geringen Besserung auf dem Rvteisensteinmarkt les Lahn- und Dillgebietes berichtet werden konnte, io muß jetzt leider festgeslellt werden, das) wählend des ganzen Monats Outri leine ähnlichen Beobachtungen zu machen waren. Aach wie vor liegt die große Mehrzahl der Eisensteingruben still, und der Erzversand ruht fast völlig. Aur ganz wenige Gruben können auf Grund älterer Abschlüsse noch kleine Mengen absetzen. Eine Herabsetzung der Erzfrachten auf die al.en Sätze erweist sich immer mehr als notwendigste Dvr- aussetzung für die Aufrechterhaltung der Lebensfähigkeit sämtlicher bergbaulicher Betriebe. * D i e Auhrkohlenförderung im Juni. Im Monat Juni wurden auf den Zechen des gesamten Auhrgebiets 7 325 712 Tonnen Kohle gefördert und 1 379 107 Tonnen Koks erzeugt (6 821 544 und 1 837 641 im Juni 1923 und 9 308 741 Tonnen und 1 158 236 Tonnen im Jahre 1913). Die Brikettherstellung belief sich aus 240 991 Tonnen (281 571 bzw. 419 765). Die arbeitstägliche Förderung stellte sich auf 315 084 Tonnen (287 223 bzw. 372 350 Tonnen). Die tägliche Kokserzeugung betrug 45 970 (61 255 bzw. 61941). An.Briketts wurden arbeitstäglich hergestellt 10 365 (11856 bzw. 16 791 Tonnen). Die Gesamtzahl der Belegschaftsmitglieder betrug im Derichtsmonat 447 707 (516148 bzw. 302 151). Bei allen diesen Zahlen sind die von der Regie betriebenen drei Zechen und 7 Kokereien unberücksichtigt geblieben. * Lieber 2000 Firmen unter ®e- schäfts aufsicht. Die Zahl der unter Ge- schäftsaufsicht stehenden deutschen Firmen ist nach den bisheitgen Feststellungen des Zentralverban- des des Deutschen Großhandels auf weit mehr als 2000 angewachsen. Die tägliche Zunahme betrug in i>en letzten Tagen durchschnittlich 26 Firmen. Erfreulicherweise macht sich die Wirkung der Aovelle zur Geschäftsaufsichts-Berordnung dadurch bemerkbar, daß jetzt täglich durchschnittlich 21 Geschäftsaufsichten ausgehoben werden, so daß zu hoffen ist, daß in Kürze alle unlauteren und konkursreifen Elemente aus der Geschästsaufsicht ansgeschieden sein werden. * Clektrizitätsgesellschaft Frankfurt A-G., Frankfurt. Die G.-B. der Elek- trizitätsgesellschaft „Frankfurt" A-G. in Frankfurt genehmigte den Vortrag des Gewinnes von 67 868 Bill. Mk. für das Jahr 1923 (i. D. 25 Prozent Liv. pl. 50 Proz. Bonus). Der Antrag aus Liquidation wurde zurückgenommen. Der in 6 Wochen zwecks Aufstellung der Goldbilanz ein» zuberufenden ao. G.-B. sollen auch Prüfungsberichte der Bücher vorgelegt werben, da der Gesellschaft vorgeworfen wurde, es seien Buchungen zugunsten der ihr nahestehenden „Avag", Allge- nt?ine Industrieverkaufs-A. G.. vorgenommen w.r- den. Aach dem Bericht der Gesellschaft war s.e in den ersten 9 Monaten 1923 gut beschäftigt; besonders treffe dies auf das Auslandgeschäft zu. Der ungünstigere Schluß des Jahres konnte am Ergebnis nur wenig ändern. Das laufende Geschäftsjahr sei unerfreulich. Der Inlandabsah stocke, nur das Auslandgeschäft sei bedeutend, und dadurch die Beschäftigung des Werkes, das mit stark vermindertem Personal arbeite, für die nächsten Monate sichergestellt. Einiges vom Feuerschutz. In gegenwärtiger Zett ist es mehr denn je notwendig, das Bestehende zu erhalten. Ganz besonders ist es das Feuer, das jährlich ungeheure Werte vernichtet. Dieser Schaden muh bei unserer Armut unter allen Umständen verringert werden. Der Frage des Feuerschutzes wird aber wider nicht immer jene Aufmerksamkeit zugewandt, i^e ihr gebührt. Im Gegenteil, die Allgemeinheit s^ht der Frage des Feuerschutzes noch ziemlich teilnahmslos gegenüber. Bei frühzeittgem Entdecken eines Schadenfeuers und sofortigem Angriff durch geschulte Feuerwehrleute kann nur bei ganz ungünstigen Verhältnissen ein Grohfeuer aufkommen. Vielfach wird aber dadurch gesündigt, daß man bei Ausbruch eines Brandes versäumt, die Feuerwehr zu benachrichtigen; man glaubt das Feuer selbst löschen zu tonnen und die Feuerwehr erfährt erst davon, wenn das Feuer, das bei sofortigem Herbeirusen der Feuerwehr durch einen an der richtigen Stelle angebrachten Eimer Wasser za löschen gewesen wäre, sich zu einem Großfeuer entwickelt hat. Vielfach trifft man auch die Meinung, das Anrufen der Feuerwehr wäre mit Kosten verknüpft. Brandhilfe ist stets vollständig kostenlos. Die ganze Tätigkeit der BerufSwehr spielt sich fast geräuschlos ab. Brach früher ein kleiner Brand aus, so wurde Sturm geläutet, Hornisten und Trommler durcheilten die Straßen, kurz, die ganze Stadt geriet in Aufregung. Wenn heute in unserer Stadt nachts ein Feuer ausbricht, drückt man den nächsten Feuermelder, dadurch wird die Wache alarmiert und innerhalb weniger Sekunden saust die Wachmannschaft dem Felde ihrer Tätigkeit zu. Dort gibt der Führer telephonisch die Meldung zur Wache, ob er noch Hilfe braucht. Wenn diese lautlose Arbeit zu der Meinung verführt, „es brenne nicht ordentlich", so wird man dem eittgegenhalten müssen, daß es nur dem auf das feinste ausgebildeten Meldewesen und der Schlagfertigkeit der Feuerwehr zu danken ist, wenn die Bürger durch den Brand nicht in ihrer Aacht- ruhe gestört toerben. Oftmals erfährt noch nicht einmal der Aachbar rechts oder links etwas von dem Feuer. Ein wesentlicher Teil des Brandschutzes ist die Bauart der Gebäude und das Einhalten aller feuerpolizeilichen Vorschriften, besonders bei •Umbauten. Man darf z. B. nicht leichtsinnig Ofenrohre Durch mit leicht brennbarem Material gefüllte Rumpelkammern legen, oder durch Bretterwände führen, oder aber, wie es schon vorgekommen ist, in hölzerne Abzugsschächte leiten. Auch erschwert Gedankenlosigkeit unD falsche Sparsamkeit bei einem ausbrechenden Brande der Feuerwehr die Arbeit. So werden z. D. in Holzbearbeitungswerken oftmals Hydranten zugestellt, durch Holz und Kistenstapel die Zugänge versperrt. Aus Sparsamkeitsgründen fehlen in vielen Holzlagern überhaupt Hydranten, oder wenn das Lager am Wasser liegt die Zufahrsttaße der Feuerwehr zum Wasser. Benzinlager haben oft keine Schutzgasanlage usw. Hier bedarf es in vielen Fällen gründlicher Abhilfe, um der Feuerwehr ihre schwere Aufgabe zu erleichtern. Besonders schwierig ist naturgemäß, die Löschhilfe auf dem Lande, besonders in Zeiten, in denen alles auf Dem Felde beschäftigt ist. Lieberarl sind ja zwar mit großer Selbstaufopferung arbeitende freiwillige Feuerwehren, gelingt es aber der etwa allein im Hause zurückgebliebenen Person nicht, das im Entstehen begriffene Feuer zu unterdrücken, so wird es sicher bis zum Grn- trcffen der Feuerwehrleute aus dem Felde schon vielleicht das Aachbargebäude ergriffen haben. Lim nicht das ganze Dorf der Gefahr der Vernichtung auszusehen, werden benachbarte Wehren zur Hilfe herangezogen und dadurch diese Orte von dem ohnehin schon nicht allzu großen Schuh noch mehr entblößt. Hier kann mir die -Heber» landl ö schh il fe helfen. Bayern hat dieseHiste organisiert. Dort waren bereits 1922 35 Standorte für Kraftfahrsprihen errichtet, zu denen noch 7 in Aussicht genommen waren. Das Meldewesen wird ausgebaut, Der Fährbetrieb, die Wartung und Pflege der aufgestellten Lieber- landmotorsprihen ist gesichert und die Gründung von Zweckverbänden zur Kostentragung der Lieberlandhilfe durchgeführt. Welch große Bedeutung der Lieberlandlöschhilfe zukommt, bewies das Großfeuer in W i e s e ck im Juni 1919, wo es ohne ein Eingreifen der Feuerwache Gießen mit ihrer Motorspritze zweifellos zu einer riesigen Drandkatastrophe gekommen Ware. Daß man De- rufsfeuerwehren auch, aus ganz große Entfernungen mit Ruhen verwenden kann, bewies genügend die Kasseler Derufsfeu erwehr. Sie wurde am 12. Oktober 1923, abends 8 Llhr, nach dem 58 Km. entfernt liegenden Rotenburg a. Fulda gerufen. Dort brannte eine Kunstmühle. Obwohl Die Alarmierung reichlich spät (angeblich nach einer Stunde) erfolgte und erst Erlaubnis zum Ausrücken eingeholt werden mußte, gelang es ihr, das Maschinenhaus und die angrenzenden, schon ausgeräumten Wohnhäuser zu retten. In gleicher Weise griff die Magdeburger Berufs- seuerwehr bereits zum zweiten Male beim Brand der Zuckerraffinerie Tangermünde, 62 Km. entfernt, ein. Hand in Hand mit der Lieberlandhilfe muß die Verbesserung der Wasserverhältnisse gehen. Es darf nicht Vorkommen, wie in einer Ortschaft im Ried, daß die Wehr wegen Wassermangel ihre Tätigkeit einstellen mußte Auch die beste Feuerwehr lann mit einer Motorspritze kein Feuer ausblasen. In Gießen kann sich die Bürgerschaft auf ihren Feuerschutz verlassen. Gießen kann stolz sein auf seine mustergültigen 5euer- löscheinrichtungen. Reben der ständigen Wache, die aus städtischen Handwerkern besteht, besitzen wir noch, die freiwilligen Wehren. Die Revolution brachte den Derufswehoen zwar nicht den Achtstundentag, sondern die 84-Stundenwoche. Der außerordentlich lange Dienst, der vorher bestand, gereichte letzten Endes keineswegs zum Vorteil Der Kommune. Man sah ein, daß ein durch Arbeit, Ausbildung, Sicherheitsdienst, Schlafen in den Kleidern und Rervenanspannung durch stete Alarmbereitschaft übermüdeter Körper auf die Dauer den hohen Anforderungen an Rerven, Herz und Lunge des Feuerwehrmannes nicht gewachsen war. Die Zahl der kranken und verbrauchten Feuerwehrleute nahm erschreckend zu. Gegenwärtig setzt nun aber besonders im Osten des Reiches, eine rückläufige Bewegung ein. Man glaubt „es brennt ja nicht", ohne habet gu be» Denken, daß dies doch, in erster Linie der Feuerwehr zu danken ist. Hier hat vor kurzem Breslau eine derbe Lektion erfahren. Breslau baute feine Wehr ab. Kaum war der Abbau durchgeführt, als in einer großen Zichorienfabrik Feuer ausbrach. Wegen Manns chaftsmngel nur ungenügend bekämpft, konnte der Brand eine derartige Ausdehnung erfahren, daß er z!u den größten Bränden Breslaus gerechnet werden muß. Drei Wochen hindurch, mußten Brandwachen gestellt werden, bis die ©efafyr endlich, ganz beseitigt war. Scha>er ersetzbare Werte wurden vernichtet, im Grunde durch, die kurzsichttgen Abbaumaßnahmen der Breslauer Stadtverwaltung. Darum Ausbau nicht Abbau des Feuerlöschwesens und Liebertragung des Feuerschutzes auf Has flache Land durch Errichtung von Kraftfahrspritzenstationen, die am besten an bestehende Derufsfeuerwehren anzugliedern wären, wofür sich, Gießen als Station sehr gut eignen würde. Das sind Fragen, die sicher einer Erwägung wert wären. H. Turnen, Sport und Spiel. Deutscher Aerzteverein zur Förderung der Leibesübungen. Dor einigen Tagen wurde im preußischen Ministerium für Dolkswohlsahrt in Berlin die Gründung des „Deutschen Aerztever- eins zur Förderung der Leibesübungen" vollzogen. Diese Gründung wird hoffentlich ein Markstein für das Wiedererstarken unferes Dolkes sein. Endlich hat sich der Aerztestand, der schon lange für die Leibesübungen eingetreten ist, sich auch össentlich zu der Auffassung bekannt, daß die Pflege des gesunden Körpers mindestens ebenso wichtig ist wie die des Kranken. Die Leibesübungen sollen unserem Volk helfen, sich wieder aus dem Sumpf von Maderialts- mus, körperlicher und geistiger Verwahrlosung herauszuarbeiten, in dem wir leider stecken. Ein sehr frischer Geist herrschte bei der Versammlung, in der durch knappe aber inhaltreiche Vorträge die hauptsächlichen Erfahrungen auf sportärztlichem Gebiet ausgedauscht wurden. Einige Forderungen an die Stegterung wurden etnfhm» mig angenommen, besonders die der täglichen Turnstunde in den Schulen. Ist doch die Hauptsache, das Heranwachsende Geschlecht zu tüch- tigen, gesunden Menschen heranzuziehen. Richt Ueberlastung des Gehirns aus Koten des Körpers, Studium auf jeden Preis ist das Ideal, nicht bebrillte Stubengelehrte und gebildete Hungerleider sollen erzogen werden, sondern ein starkes Geschlecht, das den Strapazen des Lebens gewachsen ist und selbst wieder gesunde Rach- kommenschaft hervorzubringen imstande ist! -Um das alles zu erreichen, dazu ist eben auch die tatkräftige Mitwirkung des Arztes notwendig, der einerseits U.'b?rtretbimgen eindämmen und ungeeignete Menschen ausschalten soll, andererseits aber auch überängstliche und schwächliche Individuen der für sre geeigneten Betätigung zuführen kann. Dr. Erwin Schliephake. Lurn-Derem von 1846 3. Sieger bei den Gau- verbandsspiebn im Faustball. Bei den gestern auf dem Platze der Sport- und Spielvereinigurg Fechenheim stat gefu - denen Gauvervandsspielen mußte sch Gießen mit dem 3 Platze begnügen. Die ersten Spiele gegen Turngemet.rde Eintracht-Frankfurt a. M., Turnverein Dernbach und Durnverctn Bürgel konnte Gießen überlegen gewinnen. Die Begegnung mit dem deutschen Meister „Licht Cuit" Frankfurt a. M. brachte dem 46er biederste Riederlage. Auch im letzten Spiele gegen die Turngesellschaft Offenbach mußte Gießen nach hartem Kampfe die Punkte den Oegnem überlassen. Die Ergebnisse sind folgende. Licht Lust (deutscher Meister) 10 Punkte, Offenbach 8 Punkte, Gießen 6 Punkte, Dernbach 4 Punkte, Eintracht Frankfurt a. M. 2 Punkte, Dürgel 0 Punk.e. Die Radfernfahrt Zürich—Berlin von Deutschen gewonnen. Berlin , 21. Juli. Bei der Radfernfahrt Zürich — Berlin siegte in der De- rufsfahrerklasse Richard Huschte- Berlin und in der Amateurfahrerklasse Peter R ö s e n - Köln. Kirche und Schule. * Kirchliche Dien st nachrichten. Am 3. Juli wurde dem Pfarrer Liz. Samuel G e n g- nagel zu Stockhausen die erfle evangelische Pfarrstelle zu Friedberg, dem Pfarrverwalter Philipp S ch u l t h e i ß zu Fürfeld die evangelische Pwrrstelle daselbst, dem Pfarrer Oberhofprediger i. R. Ludwig Ehrhardt zu Hirzenhain die evangelische Pfarrstelle daselbst, Dem Psarrver- tr-alter Liz. Erwin W i h in a n n zu Griesheim die evangelische Pfarrstelle zu Wenings und am 7. Juli dem Pfarrer Friedrich Ruhland zu Brauerschwerrd die evairgelische Pfarrstelle zu Beedenkirchen übertragen. Vermischtes. Der Siegeszug des Motorrades. Das Motorrad, dieses kleine, so rasch dayin- sausende Gefährt, das so furchtbar viel Radau macht und üble Gerüche entwickelt, ist zwar bet den Fußgängern nicht gerade beliebt, hat sich aber in den letzten Jahren immer mehr auf allen Ströhen und Landstraßen eingebürgert. Za, das Kraftrad ist Mode geworden, und wenn gar noch hinter dem Fahrer ein hübsches Dämch«i hockt, dann steigt wohl auch trotz des unpoetischen Aussehens Amor als Dritter auf das pustende, knatternde Teufelsding. Das Motorrad ist erst während des Krieges und nachher recht in Aufnahme gekommen, während es vorher gegen einen stattlicheren „großen Bruder", gegen den Kraftwagen, ganz zurücktrat. Dieses billige,- völlig unabhängige Fahrzeug, das im Kriege für die Liebermittlung von Rachrichten vorzügliche Dienste leistete, blieb auch nachher beliebt, zumal der Geldmangel nur den wenigsten gestattete, sich ein Auto g, dann mag es manchem nützlich fein, Der erst aus Düc^rn lernen muß, wie man sich fern Leben einzurichten hat, statt sich der Erziehung des Lebens selber anzuvertrauen. — Fedor Sommer, Unter Dem Selbstherrscher (TergstaDtverlag In Breslau). Ein schlesischer Heimatroman aus Der Zett Friedrichs DeS Großen voll tiefer Einblicke tn die Volksseele Des urwüchsigen schlesischen (5tarn- mes. Szenen voll Leben und Blut.______________ Sommerstoffe (Voiles, Fvottes, Batiste) bis 50 Prozent :: im Preis ermässigt :: Trttj 7lou)acÄ Wäschefabr. u. Ausstattungshaus 57028 iranl/