fr ÄS Spiel ™wUfthe ” ihäfauf u ' p-jj: 'SrK :»'ä? MZ ä¥s • ^r 4xlÄ/ 55“^ 6aW?*Ä £p2 fe* *58 8-^L [hen unb^y •flt® Kvm- iü die Feld- in Siehrn, worden. n. Samstag, 21. Juni 1924 U4- Jahrgang Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichlreit. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite cr"ich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen t).70nim Breite 35 Goldpfennig, Platzoorfchrift 20°/n Aufschlag. - Verantworilici für Politik u. Feuilleton Dr. Friedr. Wilh Lange für den übrigen Teil. Ernst Blumfchein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. ür.M Erscheint täglich, außer Bonn? und Feiertags, mit d. Samstagsbeilag«: DießenerFamilienb lütter Monats-Vrzngrprcis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlülse' für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- ttchten: AnzeigerHieße», postschecktottto: Frankfurt a. Bl. 11688. Eichener: nzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck unö verlaH: vrühl'sche Univerßtäls-Vuch- und StewdruSere! R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Herriots Besuch in England. DerKampfumdenFrieden I Es ist eines der schwärzesten Kapitel im Lebensbuche der Menschheit und der Kulturgeschichte Europas, das die trostlose Tatsache verzeichnet, daß Anno 1924, 51/2 Jahre nach der Beendigung des Ringens der Großmächte, die Welt im ganzen und die Völker Europas im einzelnen noch immer um Frieden und Wiederherstellung normaler, „auf Gerechtigkeit und Ehre beruhender Beziehungen" — wie es so schön in der Einleitung des Versailler Diktats hecht — kämpfen müssen. Lind es ist für uns Deutsche die wir bisher allein das Opfer dieses barbarischsten und widernatürlichsten aller Verträge waren, nur ein schwacher Trost, dah seinen Urhebern, unseren Besiegern", der Leidensweg nicht erspart bleibt, den sie aus Furcht. Rachgier und Kurzsichtigkeit uns einzuschlagen gezwungen haben. Denn dieses ist gewih, dah weder Frankreich, noch Italien, um die im Brennpunkt des zeitigen Geschehens stehenden Länder herauszugreifen, allein durch eine mehr oder weniger energische Kursänderung ihrer Politik die Kräfte am Boden halten können, deren terroristische Methoden und deren imperialistische Ziele die Beruhigung und Befriedung Europas bisher verhindert haben. — Grundsätzliches zu der Veränderung der Methoden der hohen Politik in Frankreich haben wir in den beiden letzten Ausgaben unserer Zeitung bereits gesagt; darüber hinaus darf eines nicht unbeachtet bleiben, die ungeklärte Stellung und Haltung jener unter Poincarö allmächtigen militärischen Kreise, deren Tätigkeit im besetzten Deutschland und in den zur Riederhaltung Deutschlands bestimmten Staaten nicht nur die Ausführung des Willens des Rationalen Blocks war, sondern deren Wünsche vielmehr Ursache und treibende Kraft der Gewaltmahnahmen der Pariser Regierungsmänner darstellten." Es wird sich bald erweisen, ob die Macht des Ministerpräsidenten Herriot und die Anpassungsfähigkeit des Kriegsministers Rollet groh genug sind, auch Herrn De° g 0 u t t e und seine Unterführer ebenso im Schach zu halten und zur Vernunft zu bringen, wie es Herriot mit dem Dloc national im Parlament versucht. Bisher ist von einem Einlenken der französischen Generäle und Versuchen, den deutschen Belangen und der deutschen Ehre Rechnung zu tragen, nichts zu bemerken — und der auf der zweiten Seite abgedruckte Brief der Stadt Düsseldorf, der dem General Dvuchh die ungeheuerlichen wirtschaftlichen, kulturellen und finanziellen Schädigungen durch die Besetzung darstellte, beweist uns und der Welt, mit welcher sinn- und beispiellosen Willkür selbst in widerrechtlich besetzten deutschen Städten das französische Militär seine Machtstellung ausbeutet. Sie in die gebührenden Schranken zurückzuweisen, wird eine der vornehmsten, aber auch schwersten Aufgaben des Herriotkabinetts sein. Mihlingt sie, so ist der Kampf um den Frieden, den der neue Herr in Frankreich au führen behauptet, zu seinen und unseren und Europas Ungunften entschieden I Denn diese französischen Militärs haben besondere politische Ambitionen. Sie sind die Träger jener vielhundertjährigen Wünsche auf Ausdehnung der französischen Machtsphäre an den Rhein, und wie sie im letzten Herbst sich nicht scheuten, dem separatistischen Gesindel alle nur denkbare Förderung seiner „Arbeit" im Dienste der Grande Nation zu leisten, schrecken sie heute, da der Wind aus einer anderen Ecke weht, nicht davor zurück, sich „pazifistisch" einzustellen und den ehrenwerten Separatistenhäuptling Matthes in seinen Bestrebungen zu unterstützen. Matthes propagiert auf ihren Befehl und unter freundlicher Assistenz der nach Wiesbaden geflüchteten pazifistischen Zeitschrift „Die Menschheit" die Reutralisierung der Rheinlande unter Aufsicht des Völkerbundes und unter dem Schuhe einer französischen Gendarmerie! Man kann es also uns Deutschen und besonders den Bewohnern des besetzten Gebietes nicht verargen, wenn wir mit ihnen den Herriotschen Kampf um den Frieden solange als problematisches Unterneh- lnen betrachten, solange er nicht die Herrschaft dieser politischen Generäle gebrochen und die militärische Macht auf deutschem Gebiete auf die vertragsmäßig festgelegte Stärke zurück- geführt hat. Auch Mussolini, der ungekrönte König von Italien, ist gezwungen, einen ähnlichen Kampf um den Frieden gegen ähnliche Kräfte und Mächte zu führen. Die grauenhafte Ermordung des sozialistischen Abgeordneten M a t t eo t t i durch faschistische Elemente hat nicht nur alle Gegner der Schwarzhemden zu einem täglich erbittert werdenden Kampfe gegen die Uebergc-iffe der unlauteren Elemente im Faschismus auf den Plan gerufen, sondern die Regierung und Mussolini selbst in eine äußerst kritische Lage gebracht. Der Kreis der mit dem Word in Verbindung g> brachten Persönlichkeiten, die zum Teil der nächsten Umgebung Mussolinis angehören, vergröbert sich täglich. „Die vier eigentlichen Mordgesellen sind hinter Schloß und Riegel, aber das Aufregende sind die weiteren Enthüllungen über die Quellen und Hintergründe des Mordattentats", heißt es in einem uns zugehenden Bericht aus Rom, der ferner besagt: „Die Polizei hat jetzt einen Ausländer verhaftet, der von Du min i, dem Hauptanstifter, gedungen worden sein soll, um Matteotti aus Schritt und Tritt zu verfolgen, bis sich eine Gelegenheit zum — Verprügeln fände. Da aber für das „Verprügeln" eine Belohrung von 80 000 Lire ausgesetzt war, weiß natürlich jeder, was die Glocke geschlagen hat. Jedenfalls fand man in Duminis Koffer Stücke blutigen Stoffes, und einen blutigen Dolch, ferner einen Revolver und Visitenkarten, die auf Dumini als Angehörigen hes Pressebureaus im Ministerium des Innern lauten. Das führte auf die höhere Spur. Es erging Haftbefehl gegen den Pressechef Rossi, der flüchtig wurde und sich jetzt in Mai- land versteckt aufhalten soll. Rossi und Dumini waren Freunde und schon einmal verwickelt in einen Mordanschlag, der auf dem Bahnhof von Mailand gegen oen Kapitän Fern», den Führer der ehemaligen Faszisten verübt wurde und beinahe tödlich verlies. Roch höher hinauf: Staatssekretär Finzi! Er wurde aus der Führung des Ministeriums entlassen und an seiner Stelle Federzvni eingesetzt, der wie ein Löwe für Mussolini kämpft. Cs wird ihm schwer fallen, oie Gerüchte niederzuschlagen, die den Skandal im Ministerium des Innern zu der Ermordung Mattevttis in Beziehung setzten. Finzi wollte die Spielhöllen konzesitonieren, er erwartete dabei einen persönlichen Vorteil von mehreren Milli)- neu. Eine amerikanische Gesellschaft toinhe mit Schmiergeldern fürPetr l Uinkanze^ionen. Außerdem Bankschiebungen. Alles das wollte Malie- vtti aufdecken. Matteotti mußte fallen, Unlaute e Geschäflspolitik höchster Behörden und offiziöse Mvrdverschwörung, das sind die beiden Verbrechen, die man dem Regime Mussolinis an d.e Rockschöhe hängen will.' Lind Mussolini selbst? Er führt einen energischen Kampf gegen diese Feinde im eigenen Lager, die im nationalistischen Siegerwahn nicht nur das Deutschtum in Südtirol mit brutalsten Mitteln zu verwelschen versuchten, sondern die auch durch Willkürakte aller Art die eigene Regierung um Ansehen und Autorität bringen, so daß der Kampf gegen die Ueberheblichkett und die Auswüchse des Faschismus ein Kamps um den Frie- -den schlechthin geworden ist. Er ist nicht auf Frankreich und Italien beschränkt. Die Drachensaat des Versailler Diktats geht überall in Europa auf. In Jugoslawien und Rumänien in Griechenland und in Polen. Alm so mehr sollten wir Deutschen endlich eine Politik des gesunden Menschenverstandes zu betreiben beginnen. Im zielbewußten Erstreben des Möglichen,'im einigen Wollen und in der rücksichtslosen Bekämpfung aller unehrlichen, unlauteren und unfähigen Clemente liegt das Geheimnis der moralischen Kräfte eines Volkes, Und sie allein werden letzten Endes den Kampf um den Frieden siegreich beenden! Friedenswünsche aus Paris. Daris, 21. Juni. (WTB.) Der Präsident der Republik hat gestern nachmittag das diplomatische Korps empfangen. In dessen Ramen der apostolische Runtius Feretti eine Ansprache hielt. Es heißt darin: 1 Mit der Uebernahme der Präsidentschaft der Republik fällt Ihnen eine schöne Aufgabe zu. Möge unter dieser Ihrer Präsidentschaft die ganze Welt endlich zum Genüsse jenes Friedens kommen, den alle Volker so heiß ersehnen, und der Ihrem edlen und hochherzigen ßanbe eine lange, sichere und blühende Zukunft gewährleistet. Diese Sehnsucht, die das Ziel unserer ganzen Zivilisation in sich schließt, steht allzusehr im Einklang mit den Wünschen der Regierungen, die das diplomatische Korps hier vertritt, als dah sie nicht in unseren Herzen einen starken Widerhall finden sollten. Die Erwiderung des Präsidenten Dou- mergue hat folgenden Wortlaut: Ich bin äußerst gerührt von den Glückwünschen, die Ew. Eminenz im Ramen des diplomatischen Korps zum Ausdruck gebracht haben. Wenn ich Ew. Eminenz für diese Worte meinen Dank ausspreche, so schließe ich mich dabei besonders den Wünschen an, die Ew. Eminenz «ausgesprochen haben. Jenen vollen Frieden, den, um Ihre schöne Wendung zu wiederholen, alle Völker so heiß ersehnen, wünscht keine Ra - tion so sehr wie Frankreich endlich verwirklicht zu sehen. Ein Ideal, das so sehr dem Geist seiner internen Institutionen entspricht und das so sehr dazu angetan ist, den fruchtbarsten Wetteifer zwischen den Völkern zu wecken, wird stets die volle Zustimmung der Regierung der französischen Republik finden. Die Wünsche, die Ew. Eminenz im Ramen des in Paris akkreditierten diplomatischen Korps soeben ausgesprochen haben, nehme ich daher mit lebhafter Genugtuung auf. Ich möchte in der kostbaren Unterstützung, die Ew. Eminenz in Ihrem Ramen und im Ramen Ihrer Kollegen mir zugesichert haben, ein Zeugnis für jenen Geist des Zusammenwirkens und des Einvernehmens erblicken, der allein den Anspruch jener Aera des Wohlstandes auf dem Boden des Rechtes Und des Friedens beschleunigen Earnr, den die Menschheit so sehnlich erwartet. Die Bombe im Bankettsaal. Hongkong, 20. Juni. (WTB.) Während eines Banketts, das die französische Kolonie von Kanton zu Ehren des hier zu Besuch weilenden französischen Generalgouverneurs von Indochina, Merlin, veranstaltete, warf ein unbekannter Chinese eineBornbeindenBankettsaal. Merlin blieb unverletzt, dagegen wurden der Direktor des Reuyorker Seidenimporthauses De- marah und feine Gattin sowie ein Beamter der Indochinesischen Bank getötet. Zwei weitere Teilnehmer wurden tödlich verwundet und fünf schwer verletzt. Dem Täter gelang es, zu entfliehen. Hongkong, 20. Juni. (WTB.) Bei dem Attentat auf den Generalgouverneur von Indochina, Merlin, wurde, wie weiter gemeldet, auch der interimistische fran» zösischeKonsulinKantonverletzt. der einen Arm verlor. Herriot begibt sich heute nach England, um mit seinen britischen Kollegen M a c d 0 n a l d die politischen Probleme zu besprechen und um, wie er in einer Botschaft an die Engländer erklärt hat — die „Entente cordiale", das gute Einvernehmen zwischen Frankreich und England zu stärken. Das deutsche Volk hat allen Grund, diese Reise und ihr eventuelles Ergebnis mit größter Aufmerksamkeit zu beobachten, denn die Besprechungen inCheguers, dem.Sonntagsaufenthaltsort des englischen Ministerpräsidenten, können von weittragender Bedeutung für die Entwicklung der nächsten Zukunft sein. Sie werden es im g ü n st i g e n Sinne sein, wenn der sichtbar vorhandene Wille zur Beseitigung der vorhandenen Gegensätze und zur Besserung der unhaltbaren weltpolitischen Lage sich nicht in einer Ueberspannung der Tendenzen äußert, die dem Völkerbund zum ausschlaggebenden Faktor bezüglich der Rhein- und Ruhrfrage zu machen versuchen. Deutschland hat in O bersch l e s i e n und im Saargebiet so üble Erfahrungen auf diesem Gebiete gemacht, und die Geschäftigkeit, mit der gewiße militaristtsch-impe- rialistische Kreise in Frankreich ihre völkerbund- freundliche und pazifistische Gesinnung der Welt im Verein mit von ihnen subventionierten separa t i s ch e n Kreisen in Rheinland darstellen, ist so auffallend, daß wir den Versuchen einer Ver- völkerbundlichung der Rheinlande mit größtem Mißtrauen und zur energischeren Abwehr bereit gegenüberstehen müssen. Die nächsten Tage werden zeigen, ob und wieweit diese in der ßuft liegenden Befürchtungen berechtigt und begründet sind. Der Charakter der Besprechungen. Paris, 21. Juni. (WB.) Ministerpräsident Herriot hat gestern nachmittag den englischen und amerikanischen Pressevertretern in Paris gegenüber den vertraulichen und persönlichen Charakter der bevorstehenden Besprechung im Chequers hervrrgehoben. Was davon veröffentlicht werden solle, darüber werde Mac- d v n a l d zu entscheiden haben. Er überlasse ihm auch die Wahl der Fragen, auf die die Unter- redung beschränkt werden solle. Was die R u h r- frage anlange, so verweise er die Journalisten auf die am Dienstaa verlesene ministerielle Erklärung hin. Nuhrbesetzung und SicherheLtsproblem. Paris, 21. Juni. (WTB.) Der „Petit Parisien" spricht sich über die Fragen aus, die im Chequers zwischen Herriot und Macdonald behandelt werden könnten. Sie seien von zweierlei Art; die eine beträfe di e Aus führung des Sachverständigenberichts und die andere das Sicherheitsproblem, dessen Bedeutung die Alliierten einmütig anerkannt hätten. Was die Ausführung des Dawesplanes anbetrifft, habe die französische Regierung ihre Absicht kundgegeben, die wirtschaftliche Einheitdes DeutschenReicheswieder herzu stellen »sobald Deutschland das durch den Sachverständigenausschuß aufgegebene Programm durchgeführt habe. Der Punkt, über den man sich einigen müsse, sei die militärische Besetzung. Die französische Regierung habe erklärt, dah nach dem Sachverstündigen-Gut- achten die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Einheit Deutschlands keineswegs einen Verzicht auf die militärische Bes etzung in sich schließe. Macdonald habe, obgleich er die Besetzung des Ruhrgebietes niemals anerkannt habe, den belgischen Ministern erklärt, er wolle nicht auf die Vergangenheit zurück- kommen. Man könne daraus schließen, daß eine Verständigung auf der Grundlage einer auf das Minimum herabgesetzten Besetzung, die unsichtbar sei, möglich sei. Diese Besetzung hätte progressiv nach Maßgabe der Erfüllung der Verpflichtungen Deutschlands zu Ende zu gehen. Was noch gestern gewesen sei, könne auch heute noch möglich sein. Herriot habe nicht die Absicht, einen Tag länger im Ruhrgebiet zu verbleiben, als es notwendig sei. Was die Garantiefrage anlangt, habeMac- donald den belgischen Ministern erklärt, wenn Deutschland seine Verpflichtungen nicht erfüllen werde, werde es England, Frankreich und Belgien unerbittlich und einig finden. Er habe jedoch keine Aufklärung gegeben über die Sicherheiten und Garantien, die in diesem Falle nach einem gemeinsamen Einverständnis ergriffen werden sollen. Ebensowenig sei ein Einverständnis über die Regie der rheinischen Eisenbahn erzielt worden, um die Sicherheit der Besatzungs truppen zu gewährleisten. Schließlich sei bad S i che r u n g s p r v b l e m zu behandeln. Diese Frage sei niemals zwischen der Regierung Macdonalds und der französischen Regierung diskutiert worden. Herriot habe v)n Sicherheitspakien oder einer Kontrolle des Bö lkerbundes gesprochen. Können wir hierdurch Befriedung erlangen? Die Verhandlungen, die heute im Chequers beginnen, werden vielleicht einige Anden langen über diese Frage bringen. Das Blatt bezweifelt aber, daß die I kurze Zeit, die zur Verfügung stehe, es gestatten werde, in eine Verhandlung von mehr als ziem- 1 lick» allgemeinem Charakter einzutreten. Deutschland und das Völkerbundproblem. Eine Acnfternng der „Times". London, 20. Juni. (WTB.) Die „Times" schreibt in einem Leitartikel, in dem Rachdruck, den Herriot auf den Völkerbund als einen möglichen Faktor bei der Regelung der größeren europäischen Probleme lege, werde er sich zweifellos in enger Sympathie mit Macdonald befinden. Es könne zugleich für sicher hingenommen werden, daß beide Premierminister die Schwierigkeiten einer praktischen Regelung in dieser Richtung voll erkennen. Die Verweisung der M i l i t ä r k 0 n t r 0 l l e in Deutschland und die Durchführung der Maßnahmen, die die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland gegen Angriffe auf beiden Seiten sichern würden, an den Völkerbund, würde dieser sich langsam entwickelnden Einrichtung eine sehr ernste Probe auferlegen. Wenn die Probe unternommen werden solle, unter welchen Bedingungen solle dann Deutschland »um Völkerbund zugelassen werden? Es sei klar, dah alle derartigen Pläne ohne die tätige Mitwirkung Deutschlands niederbrechen müßten. Herriot habe endgültig die neue Tendenz seiner Politik bestätigt, indem er für die große Mehrheit der Deutschen, die wegen ihrer Loyalität zur Politik des passiven Widerstandes aus dem Rheinland ausgewiesen wurden, die Freiheit versprochen habe. Je früher diese Politik durchgeführt werde, um so besser sei es. Richts würde besser dazu angetan fein, die Stärke bed deutschen nationalistischen Opposition gegen eine vernünftige Regelung des Re- parationsproblems zu vermindern, als d i e sofortige Rückkehr dieser unglücklichen Opfer eines akuten inter-nationalen Konflittes nach ihren Heimstätten und ihrer gewohnten Arbeit. Die gesündeste Politik gegenüber Deutschland im gegenwärtigen Zeitpunkt sei die vernünftigen Elemente zu stärken die in der Regierung des Reichskanzlers Marx und des Außenminister-s S t r e s e m a n r gu* vertreten seien und jede weitere Her« ausforderung der extremsten nationalistischen Gruppen zu vermeiden, der Leute, die aggressive Traditionen des Dvr- kriegsdeutschlands geltend machen. Lloyd George über den Dowesberichl. London, 20. Juni. (Wolff.) Lloyd ©e» vrge erklärte in der gestrigen Unterhaussitzung, nach seiner Ansicht seien die Aussichten für eine europäische Regelung gut. Der Dawes bericht sei ein wirklicher Segen und es seien Tatsachen vorhanden, die darauf h n- deuten, dah der Bericht angenommen werde Frankreich habe das Ruhrexperiment versucht. Es sei aber gescheitert. Ein anderer riesiger Vorteil sei, dah die Vereinigten Staaten an der Regelung teilnehmen würden. Die gegenwärtige amerifa- nische Regierung sei mehr ober weniger an dem Erfolg des Dawesplanes interessiert. Cs könne jedoch nicht angenommen werden, dah mit der Regelung der Reparationsfrage das Ende der für den Handel bestehenden Schwierigkeiten gekommen sei. Die Regierung dürfe nicht erwarten, dah die Dawesregelung eine endgültige sein werde. Sie werde die Wirkung haben, eine Atmosphäre hervorzurufen, die dem europäischen* Handel nützen werde. Aber die unmittelbare Wirkung .auf den britischen Handel werde nicht gut sein. Gegenwärtig habe England etwa 74'/» Prozent feiner Vorkriegsausfuhr wieder erreicht. Deutschland sei der mächtigste Rivale Englands vor dem Kriege gewesen. Soviel er wisse, sei im letzten Jahre die deutsche Ausfuhr nicht über 20 bis 25 Prozent des Dorkriegsumfanges hinausgegangen. In dem Augenblick, da man den deutschen Kredit wieder herstelle, würden diese Hemmungen verschwinden. Soviel er wisse, sei die Summe, die Deutsche land vorgestreckt werden solle, 40 Millionen Pfund in Gold. Dieses Geld werde nicht gezahlt an Frankreich Großbritannien, Belgien oder Italien, sondern an die deutschen Kohlendes itzet und Stahlfirmen und an Leute, die Waren an die B e s a tz u n g s t r u p p en lieferten. Dies sei der Beginn der Wiederherstellung des deutschen Kredits. Eine Reihe von Krediten wurde vereinbart, wobei die Eisenbahnen und andere Einrichtungen als Sicherheit gegeben werden sollen. Die Gesamtsumme werde den fabelhaften - Betrag von etwa 130 Millionen Pfund erreichen. Während der Zeit, in der die Deutschen nicht in der Lage waren, mit dem übrigen Teil der Welt Handel zu treiben, setzten sie ihre ganze Energie in die Wiederausstattung ihres Landes. Frankreich Italien und Belgien und in sehr großem Umfange auch die Vereinigten Staaten hätten dies getan. England dagegen habe weniger als jedes andere Land in der Welt in dieser Hinsicht getan. Die d e u t - sche Schuld, die rund 10 Milliarden Pfund betrug, sei vollkommen ausgetilgt, ebenso die Munizipalschulden und die industriellen Obligationen. England öagegen habe jetzt eine Schutt von über 7 Milliarden Pfund und dabei die Schulden der Obligationen wie vor dem Kriege. Zweifellos sei der deutsche Kredit geschädigt woi> T-*n, aver wem, er wreverhergestellt lex, jo weroe Deutschland die Kraft und die Pläne bereit haben. Alles, was Deutschland wolle, sei Kredit, und es werde ihn auch erhalten. ( Das Parlamentsmitglied der Arbeiterpartei Mosley sagte, Lloyd Georges Politik laufe anscheinend darauf hinaus, Deutschland in dem Zustand der Entkräftigung zu erhalten. । Die kommende Goldnolenbank. Wie aus Berlin gedrahtet wird, nehmen die Verhandlungen zwischen der RerchSbank unddem ausländischen Konsortium, das sich an der kommenden Goldnotenbank beteiligt, einen günstigen Fortgang. Der Sitz der Goldnoten- dank soll tn Berlin, der Präsident em Deutscher sein. Wenn die Besprechungen zu einem günstigen Abschluß geführt haben, soll in Berlin eine Dankierkvnferenz stattfinden. i Botschafter v. Hoesch bei Herriot. P a r i s, 20. Juni. (WTB.) Der deutsche Botschafter v. Hoesch ist heute vormittag von Ministerpräsident He r r i o t empfangen worden. Im Verlaufe der Unterredung wurde eine Anzahl von Fragen besprochen, die im Zusammenhang mit der politischen Lage stehen. Anter anderem wurde auch das Problem der Micumverträge eingehend erörtert. Die Lage im besetzten Gebiet. Drohender Ruin Düsseldorfs durch die Besatzung. Die Stadtverwaltung Düsseldorfs hat ein Schreiben an den General Douchy gerichtet, in dem es Heißt: Die Lage der Stadt Düsseldorf in kultureller und wirtschaftlicher Beziehung ist durch die außerordentlich große Garnison, die Wahl die größte der besetzten Gebiete und vielleicht der Welt sein dürfte und jedenfalls m keinem Verhältnis zu der Größe der Hrlfsquellen der Stadt steht, eine überaus bedrängte, kaum noch erträgliche geworden. Zur Anterbringung der Truppen sind, außer den Kasernen der früheren deutschen Garnison] einschließlich des Bezirkskommandos, des Proviantamtes. des Lazaretts. eine Anzahl staatlicher und kommunaler Gebäude, wie die Zollämter, fcie Eisenbahnbetriebsämter, das Landgerichtsgebäude am Königsplatz, ein Teil des Amtsgericht sgebaudes. das Schloß Hägerhof, die kommunale Poltzeischule, das Polizeiverwaltungsgebäude in der Mühlenstraße, das Karlshaus, der Kunstpalast, der größte Teil der Tonhalle, die Konzertsäle des Zoologischen Gartens und ein Seil des Schlachthoses beschlagnahmt worden. Auch find für die Anterbringung der Truppen 19 Schulgebäude mit 304 Klassenräumen, 13 Turnhallen und sonstigen Aebenräumen beschlagnahmt worden, wodurch 8947 Schüler am Besuch ihrer zuständigen Schulen verhindert sind. Ihr Anterricht mußte in anderen Schulen erfolgen. An Privatgebäuden sind außer dem ganzen Stahlhof. einem großen Teil des Loewe- Hauses und des Mannesinannhauses, 14 Fabriken und gewerbliche Anlagen vollständig und 12 teilweise beschlagnahmt worden, ferner 102 Ställe, Schuppen und Garagen. Zur Anter bring ung von Geiierä- l e n, höheren Offizieren und Bureaus sind weiterhin 40 ganze Privathäuser in Anspruch genommen, ferner 1660 Quartiere für verheiratete Offiziere und Anteroffiziere der Garnison und 3600 Quartiere für ledige Angehörige der Desahungstruppen. Du rch die neuerdingser folgte De - schlagnahmeder sogenanntenSchupo- k a s e r n e, in der annähernd 150 Familien untergebracht waren, ist es endlich notwendig geworden, zur Unterbringung dieser Familien sechs weitere Schulen in Anspruch zu nehmen. Die Kinder, die bisher in diesen Schulen ihren Unterricht erhielten, können anderweitig zunächst nicht unterrichtet werden und entbehren daher jeden Schulunterrichts. Es liegt auf der Hand, daß der durch diese Requisitionen für die Stadt Düsseldorf geschaffene Zustand auf die Dauer ganz unhaltbar geworden ist. . Ich brauche Ihnen, Herr General, wohl nicht ?u schildern, welche nachteilige Folgen für die Erziehung der Jugend durch die vorerwähnte In- I anspruchnähme von Schulgebäuden entstehen. Ebenso wird Ihnen, Herr General, ohne weiteres klar fein welche außerordentlichen Rachteile dem industriellen und wirtschaftlichen Leben der Stadt durch die zahlreichen Beschlagnahmen von Fabrikgebäuden und anderen öffentlichen Gebäuden entstehen. Ich erinnere nur daran, daß durch die Beschlagnahme des Kunstpalastes die Durchführung der für diesen Sommer geplanten großen Kunstausstellung unmöglich sein wird und daß die für das wissenschaftliche Leben der Stadt Düsseldorf so wichtige Muster- schau voraussichtlich nicht wird abgehalten werden können. Gerade dir wohlhabendsten meiner Mitbürger sehen sich durchs die unerträglich gewordenen Einquartierungslasten veranlaßt, ihren Wohnsitz von Düsseldorf zu verlegen, wodurch dec Stadt erhebliche Einnahmen verloren gehen. Neue Kriegsgerichtsurteile. Einer Meldung der „Deutschen Allgemeinen Ztg." zufolge wurde von dem französischen Kriegsgericht in Landau der Student Ludwig aus Mannheim wegen angeblicher Spionage und Geheimbündelri zu einem Jahr Gefängnis verurteilt und die Studenten H e r rg o t und Serffling zu je zwei Jahren Gefängnis und 500 Mk. Geldstrafe verurteilt. Ludwig hatte im März in einem Paddelboot die beiden anderen Studenten, die keine Pässe hatten, von dem pfälzischen Afer in das unbesetzte Gebiet hinübergeseht. Aus dieser Tatsache konstruierte das Kriegsgericht Spionage und Geheimbündelei. Dem gleichen Blatte zufolge sind auch in Düsse l d o r f vorn französischen Kriegsgericht zwölf junge Leute zu Gefängnis und zu hohen Geldstrafen verurteilt worden, weil sie nach der Anllage im besetzten Gebiet verbotenen IugendbergOrganisationen angehört hätten. Der Raubbau im Pfalzer Wald. Kaiserslautern, 21. Juni. (WTB.) Die Klagen der holzverarbeitenden Industrie der Pfalz über den Raubbau der Franzosen in den beschlagnahmten pfälzischen Staatswaldungen verstärken sich in der letzten Zeit noch, seitdem die französische Forftregie zu Geheimverkäufen großer Holzbestände auf dem Stamm übergegangen sei. Die von der französischen Fvrstregie bisher gefällte Holzmenge entspricht etwa dem Stand des ganzen pfälzischen Forstamtes. Verträge, die von ihr mit zum Teil noch unbekannten Firmen abgeschlossen worden sind, laufen bis 1927. Wenn Frankreich in Ausführung des Sachverständigengutachtens eines Tages die Waldungen zurückgibt, so ist das Pfand durch die vollendete Tatsache des völligen Raubbaues erheblich entwertet. Aufgabe und Bedeutung der Presse. Von der Tagung der deutschen Zeituugsverleger. Stuttgart. 20. Juni. (Wolff.) Dir hier stattfindende Hauptversammlung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger nahm heute mittag im Weißen Saale des neuen Schlosses mit einem der Bedeutung der Presse würdigen B?giühungsakt ihren Anfang. Anwesend waren sämtliche württembergischon Minister sowie sämtliche Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden und General Reinhardt. Anter den 'zahlreichen Reden fand die des württembergischen Staatspräsidenten Da.zille besonderen Beifall. Rach einem herzlichen Willkommen grüß wies er daraus hin, daß Württemberg immer eine Heimat bürgerlicher Freiheit gewesen sei, die unentbehrlich sei für eine hochstehende Presse, und führte dann weiter aus: „Ansere Zeit ist von zwei Ideen beherrscht, die soziale als Grundlage des Staates und das sogenannte Selb st be st immungs recht der Völker als Ausdruck ihres Strebens nach Freiheit und älnab» hängigkeit. Diese Ideen haben während des Weltkrieges das deutsche Volk in zwei Lager gespalten und damit den .Untergang eines mächtigen Reiches herbeigeführt. Rur Ideen können den Zwiespalt beseitigen. Jede Partei begünstigt die soziale Idee. Was fehlt, ist die Gemeinsamkeit eines außenpolitischen Ideals. Hier hat die Presse eine Mission zu erfüllen, deren Bedeutung nicht hoch genug eingeschäht werden kann. Die deutschen Stämme werden wie Parias behandelt und Eu° .ropa versagt ihnen das Recht auf nationalen Zusammenschluß. Das europäische Problem besteht darin, einen neuen entsetzlichen Krieg wegen dieser Frage zu verhindern. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker wird die Lösung bringen. Der Zweck der Martyriums des deutschen Volkes ist offenbar, es zum Bannerträger dieser Idee zu machen. Dies entspricht der Gerechtigkeit unb der Objektivität des deutschen Geistes und ist deshalb die Basis, auf der sich das ganze deutsche Volk wieder zusammenfinden kann. Ich bitte die deutschen Zeitungsverleger um ihre Mitwirkung tn diesem ideellen Kampfe: denn der D D. Z. dient ja nicht nur wirtschaftlichen Interessen er hat auch eine hohe geistige und sittliche Ausgabe, und der Verleger als Träger des Charakters der Zeitung ift mit seinen Mitarbeitern stärkste Kraft in der Entwicklung der öffentlichen Meinung. Möge es den Verlegern gelingen, zir vielen Ehrentiteln, auf die sie Anspruch haben, dereinst den stolzesten hinzufügen zu dürfen, die deutsche Volksgemeinschaft wieder bergest e l l t und das deutsche Voll reif zu einer großen weltgeschichtlichen Aufgabe gemacht zu haben. Die Not der Landwirtschaft. Laut „Deutscher Tageszeitung" hat der Reichslandbund unter Hinweis auf die große Rot der Landwirtschaft an den Reichskanzler das Ersuchen gerichtet, mit größter Beschleunigung gesetzgeberische Maßnahmen herbeizuführen, um die kommenpen. Steuertermine der Landwirtschäft in die Zeit bis nach der Hackfruchternte zu verschieben. Aus Hessen. Für die am Montag, nachmittags 3 Ahr, beginnende L a n d t a g s s i tz u n g ist die Tagesordnung geändert worden. Erster Punkt ist die 7. ErgänzungzurDesoldungder Staatsbeamten. Dann wird mit der Spezialdebatte des Voranschlags begonnen, die eine Reihe von Sitzungstagen voraussichtlich beanspruchen wird, so daß die weiteren Punkte der Tagesordnung erst später erledigt werden. Anter den Kammerdrucksachen sind die Ausschußberichte über den StaatSvvr- a n s ch l a g usw. Eine Regierungsvorlage verlangt eine Erhöhung der Dienstauf- wandSentschädigung für die Beamten der Kriminal - und Spezialpol i z e i im Staatsvoranschlag um 24 000 Mk. Ferner werden für einen Verwaltungsdirektor am Hess. Landestheater 1200 Mk. als Aufwandsentschädigung gefordert. Ein Anttag des Zentrums fordert zinslose Stundung von Landes- und Reichs steuern im besetzten Gebiet. Eine Regierungsvorlage zur Aenderung des Gesetzes.über die DrandversicherungSanstaltfürGe- b L u d e bezweckt eine hinreichende Sicherste!- lung zur Anschaffung von Baumaterialien und die Förderung des Wohnungsbaues Aus Stadt und Land. Gießen, den 21. Juni 1924. Das Fahrrad. Eine neue, sehr verbreitete Mode bat feit Wochen und Monaten auch in unserer Stadt ihren Einzug gehalten. Es ist die Mode des Rad f ährens. Groh und Klein, Jung und Alt. Dick und Dünn haben sich dieser Mode verschrieben, sie können auf einmal nicht mehr laufen, sie müssen radeln. Selbst die Knirpse müssen dabei sein. Wenn sie nicht selbständig auf dem Stahlroß hocken können, so müssen sie — wie beim „Brautautomobil" des Motorrads im Beiwagen mit durch die Gegend ziehen, wie wir es z. B. gestern abend in der Rordanlage sehen konnten. Vielen Leuten ist es ein Rätsel, wie ein sorgsamer Hausvater und eine sparsame Hausmutter bei dem knapper bemessenen Einkommen es fertig bringen, auf einen Schlag für die ganze Familie Räder anzuschaffen. Die Lösung des Rätsels ist aber gar nicht schwer. Wir hotten z. B. dieser Tage, daß man ein Fahrrad schon bet 5 oder 10 Mk. Anzahlung kaufen könne, ja in einem benachbarten Orte sollen die Maschinen sogar ohne jede Anzahlung zu haben sein. Diese günstige Kaufmöglichkeit wird auf die Rotlage der Fahrradindustrie zurückgeführt, die bei den heutigen Kreditverhältnissen der Industrie nicht auf ihren Lagerbeständen sitzen bleiben könne und sich um jeden Preis, auch mit Hilfe des Abzahlungssystems, Absatz und laufende Einnahmen schaffen müsse. Wenn das richtig ist, dann braucht man sich natürlich nicht mehr darüber zu wundern, daß jeder Stift neben den unentbehrlichen Schirnrnyschuhen und Zigaretten auch die Fahr- radmode mitmacht, und daß neben diesen Herrchen und den vielen, vielen Dackfischchen auch die noch ganz Grünen bis unter das schulpflichtige Alter herab auf ihrem Stahlrößlein.durch die Straßen fahren, nein, meist jagen, als oh sie vor dem Teufel Reißaus nehmen müßten. Daß hierbei gar manchmal auch ein armseliger Ritter auf Schusters Rappen ins Gedränge kommt, kümmert die jugendlichen stolzen Ritter vom Stahlroß freilich herzlich wenig: warum geht auch dieser Fußlatscher nicht weg, die Straße gehört eben — so meinen sie — dem Fahrrad. Ganz so dentt ja auch mancher Motorradkutscher, von denen einer uns dieser Tage schrieb, daß in unserer Stadt picht etwa der Motorradfahrer — auch wenn er haste was kannste durch die Straßen jagt — den Fußgänger, sondern umgekehrt der Fußgänger den Motorradler gefährde, weil der Fußgänger ja auf dem Fahrdamm gehe, z. B. im engen Seltersweg, wo er aber gar nichts zu suchen habe. Daß so ein Fahrrad besonders von den jugendlichen Besitzern ganz gründlich ausgenuht wird, ist natürlich selbstt>erständlich, es ist so eine Art „Mädchen für alles" geworden. Man fährt in die Schule, ins Geschäft, zum Bäcker, zum Metzger und wer weiß wo noch überall hin. Man fährt aber auch poussieren. Wer mit offenen Augen herumgeht, kann tagtäglich beobachten, daß es für viele heute nicht mehr heißt« „man steigt nach", sondern „man fährt nach". And „dann und wann" spinnen sich die Fäden jetzt viel schneller an, weil man eben auf dem Fahrrad rascher aus der Sicht derer (z. B. des gestrengen S>errn Papa oder der Frau Mama) kommen kann, die beim Anbandeln natürlich meist unbequem und höchst überflüssig sind. Dafür haben aber manche Leute wieder gar kein „Verstehste". Z. D. sagte unS ein mit kommunalen Sorgen belasteterGemeindevat. man müsse den Luxusfahrradbesitz im allgemeinen, den Poussierradbesitz aber im besonderen ganz kräftig besteuern, da iäme Geld in den Beutel der Gemeinde, die heute ja wirllich gar nicht mehr wisse, woher sie es eigentlich nehmen solle: und hier tue es ja nicht weh, denn Wer sich ein Rah zum Luxus halten könne, der müsse auch berappen. Ebenso denkt auch ein Richter, der vermutlich schon manchmal ein ernstes Wort mit Fahrrad- und Motvrradsündern zu reden hatte. Beide haben von ihrem Standpunkt aus nicht so ganz Anrecht, namentlich wenn man an die Missetaten derjenigen Radler dentt, die da meinen, die Straßen der Stadt seien Rennbahnen. Aber wir wollen nicht „scharf machen". Wir wollen allen Radlern und Radlerinnen ihr Vergnügen gönnen, wenn sie nur eine Bedingung stets und überall erfüllen: Rücksicht nehmen auf die Fußgänger, die noch immer so schlecht bei Kasse oder auch so altmodisch sind, daß sie sich dem Zuge der neuen Mode nicht anschließen. 8 Gietzener Wochenmarktpreise am 21. Juni. (Händlerpreise.) Es kosteten das Pfund: Butter 140, Matte 30, Käse 60, Wirsing 60, gelbe Rüben 25, Spinat 40, Spargel 120, Erbsen 50, Mischgemüse 25, Tomaten 100, Zwiebeln 20, Rhabarber 20, Kartoffeln, neue 25, Kirschen 50, Stachelbeeren 40, Erdbeeren 120, Honig ßO; der Zentner alte Kartoffeln 380 bis 500; das Stück: Eier 13, Blumenkohl 150, Salat 10, Salatgutten 100 bis 120, Ober-Kohlrabi 30, Rettich 20 Pf. Der Anglücksfall auf der Marburger Straße, wo am Donnerstag voriger Woche eine Radfahrerin bei einer Karambolage mit einem Däckerwagen so schwer verletzt wurde, daß sie am nächsten Sage verstarb, fand gestern vor dem hiesigen Jugendgericht ein gerichtliches Rachspiel. Angeklagt war der noch jugendliche Lenker des .Fuhrwerks. Das Gericht konnte nicht zu der Feststellung gelangen, daß der junge Mann die Beobachtung besonderer Vorsicht schuldhaft unterlassen habe, es verneinte irgendwelches strafbare Verhalten und erkannte daher auf Freisprechung von Strafe und Kosten. Räheres roird am Montag im ausführlichen Gerichtsbericht zu lesen sein. ** Die Gewitter, die gestern abend und im Laufe der Rächt hier eine Gastrvllq gaben, brachten den Fluren einen sehr erquickenden Regen mit, der sich bis heute vormittag allerdings zu einer Att Dauerregen auszuwachsen schien. Damit sind nun allerdings die Landwirte und Gärtner nicht gerade einverstanden. Von Schäden des gesttigen Wetters ist uns aus unserer Gegend nichts bekannt geworden. Dagegen haben die Gewitter in der Amgegenü von Marburg sehr übel gehaust. Bei Riederwalgern und Frvnlxmsen z. D. stehen die Felder weithin unter Wasser, so daß hier allerlei Schaden zu beklagen ist. ** Ein .Schwindler festgenom- wen, Kestern wurde hier ein junger Mann Teftgerwrnmen, der in letzter Zeit tn pfepga; Stadt verschiedene Betrügereien mit Bildern ausgeführt hat. Er gab an, er sei, von bei* Frau Prof. Dr. Retzlaff oder Tetzlaff geschickt worden, oder die Bilder seien von der Ehefrau bzw. der Tochter bestellt, es handele sich unf eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Geschädigt« wollen bei der Kriminalpolizei vorsprechen. ** 3 n den Palast- Li chtspie 1 en fand gestern die hiesige Erstaufführung deS zweiten Teiles des Ribelungenfilms »Kriemhilds Rache" statt, der dem ersten Teile an Größe, Wirkung und Aufmachung gleichkommt. Volle Anettennung muß man diesem Monomen» talwerk deutscher Filmkunst schenken, bei dem man mit mutiger Hand an daS älteste deutsche Helden« epos griff, an das Lied der deutschen Treue, bet deutschen Liebe, des deutschen Hasses. 5>te Gestalt Siegfrieds muhte die Gestalt eines Hagens finden, die Gestalt Hagens die einer Kriemhild- Sieue und Verrat, Schuld und Sühne im Kreislauf der ewigen unwiderstehlichen SchicksalSmackt. Die Massenszenen geben schöne und künstlerisch abgerundete Bilder, ohne inS Aebersensativnell« zu verfallen. Die Bauten, Kostüme, Geräte und Waffen Witten durch ihre hohe Stilechtheit. Dazwischen stehen die Personen, die durch die Wucht ihres Schicksals auf uns wirken. Gin Meisterwett unserer deutschen Filmkunst, daS deutschen Geist verherrlicht und in unsere deutsche Sagenwelt tief eindringt. Der Gesamteindruck deS Films gehl ohne Zweifel dahin, daß hier etwas geschaffen worden ist, dem man seine Achtrup nicht versagen darf. Der Film wird auch in unserer Stadt sicherlich große Dsachtung finden. ** Konzert zum Besten er bl in- deterKrieger. Zu dieser Veranstaltung hatte die Untergruppe Gießen des Bundes erblindeter Krieger auf Mittwoch abend auf die LiedigShöhe eingeladen. Die Kapelle des 1. Ball. 3nf.-CRgtd. Rr. 15 unter der persönlichen Leitung ihres Obermusikmeisters ß ö b er und der Gesangverein „Heiterkeit" unter der Leitung seines ©irigenteit1 Schüttler hatten sich in anerkennenswetter Weise uneigennützig in den Dienst der guten Sache gestellt. Beide bereiteten mit ihren ausgezeichneten Darbietungen dem Publikum und den aus den verschiedensten Gegenden Oberhessens und aus den Kreisen Wetzlar und Marburg gekommenen blinden Kriegern einige sehr genußreiche Stunden, die man ihnen mit lebhaftem BeifAl dankte. Rach einer kurzen Ansprache deS Vorsitzenden der Untergruppe Gießen des Bundes, Kriegsblinder Georg Beith- Lang°Gons, schll- derte der Vorsitzende der Frankfurter Ortsgruppe, Kriegsblinder Rapp, dem Publikum in kurzen Zügen die gegenwärtige Rotlage der Kttegs- blinden, die sich aber an diesem Konzertabend auch einmal mit den anderen Gästen erfreuen wollten. Auf Anregung einiger städtischer Beamten nahmen die Schwestern des Wohlfahrtsamtes unter den Oäfteh eine Geldsammlung vor, bei der gern noch manches Scherflein für diese bedauernswertesten Opfer des Krieges gespendet wurde. Der Besuch der Veranstaltung wurde leider den berechtigterweise hochgespannten Erwartungen der veranstaltenden Kriegsblinden nicht gerecht. Zwar war der Garten leidlich besetzt aber der Saal, den man auch gern gefüllt gesehen hätte, war völlig leer. Dafür hatte sich aber eine sehr große Schar von Zaungästen emgefunben, die sich wohl an den instrumentalen und gesanglichen Darbietungen erfreuten, aber bedauerlicherweise nicht soviel Hochherzigkeit aufbrachten, das Konzert gegen Eintrittsgeld zu besuchen und damit die Rot unserer äimften Brüdern lindem zu helfen. Es ist beschämend für unsere Stadt, daß Mitbürger auch bei solchen Gelegenheiten „nassauern" gehen, ebenso bellagenswert ist, daß zahlreiche Einwohner überhaupt ferngeblieben waren. Ma«. Ecytn die zornige Stimmung oerftepen, die nrcht nur in den Kreisen der Kriegsbeschädigten, sondern in den Kreisen der ehemaligen Feldsoldaten und der warmherzig fühlenden Bürger überhaupt besteht. Hier wäre für die breitesten Bürger- schichten eine gute Gelegenheit gewesen, durch die T a t zu beweisen, daß ihnen das Mitempfinden mit diesen Kriegsopfern mehr ist als em billiges Lippenbekenntnis. Hoffentlich nehmen die Krerse, die der Veranstaltung fern geblieben sind ober „nassauerten", bei irgendeiner passenden Gelegenheit Veranlassung, das Arrrecht wieder gutzu- machen, das sie am Mittwoch, abend tn unentschuldbarer Weise an den Kriegsblinden begangen haben. Bornotizen. r-LTages-Kalender für Samstag. Gießener Goethe-Woche: 4 Ahr: Eröffnung der DuchauSstellung „Goethe-Buch" im Saale dÄ Arbeitgeberverbandes (früher Hotel Grobherzog). anschließend Führung. — Schule für höheres Klavier und Theorie der Musik (M. Körner) Konzert im Saale der Schule. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ehegeschichten". — Astoria-Lichtspiele: „Die Raubzüge der Totenkopfflieger". — Palastlichtspiele: Der 2. Ribelungenfilm: „Kriemhrldef Dache". — RundsunkhauS heute für Private re* serviert. — Tageskalender für Sonntag. Gießener Goethe-Woche: Morgenfeier um 11 Ahr in der Aniversitätsaula, Prof. Korff: „Goethe und wir". — Bühnen-Dollsbund: 4 Ahr auf der Waldbühne „Wieland der Schmied". — Deutsche Volkspattei: 4 Ahr im Klub Abschieds feier für Professor D. Schian. — Schulefür höheres Klavier und Theorie der Musck (M. Körner): Kon- zett im Saale der Schule. — Achtspielhäuser: rote am Samstag. — Turn- V er ein von 1 846 Gießen. Morgen, Sonntag, vorm. 8,30 Ahr, findet auf dem Oswaldsgarten ein großes Faustballtoumier um den vom Verein gestifteten Wanderpreis — bestehend «in einem silbernen Decher — statt. Wettervoraussage — < Wolkig, zeitweise aufheiternd, noch einzelne Regenfälle, mäßig warm. Kreis Friedberg. ßf. Friedberg, 19. Juni. A^s der jüng« sten Stadtvervrdnetensitzung. Die von der Marktkommission vorgeschlagene Marktordnung wird angenommen, das Hausieren und Feilbieten von Gemüsen, Obst usw. während der Zeit des Marktes ist verboten. — Der Bürgermeister wird ermächtigt, die Geschäfte der Bürgermeisterei vorläufig weiterzufüh» ren, ba der neue Voranschlag noch nicht zur Beratung kommen formte. — Der nächste Punkt der Tagesordnung „Tilgung städtischer Obligationen" unterliegt vorerst keiner Beschlußfassung, da sich über diesen Purrft KS 4 brüte App L s«!«" s-zs SeS» fuhrt -w* , aIni sKö buh nsci-he. b äSä DadeansiaK eim - Mer verschoben- Frankfurt Gestern wurde schleuse die i rigen Kindes Wn Emittelun Kind von seinem < beiter Tetzlaff^ schen, der mit sein war, Machst betä gelvorfen wor> einen Stein u ir hatte. Seine in ein sich selbst das Leb« dessen nicht ausges Tage nach Absen! sehen worden ist. - plvdierte in Silicium ein t heblicher Mteria Ein Arbeiter wur verleg ein entert glück wurde dadurc ter in dem fraglich« gangen waren. fpd. Königs Desatzungstrupper gebaut werden. D Ligen Verputz seltsames Sti ben sich um die Ä schäft will die Ai leisten, während Weihbindemeister Mark fordern. D schied charakterisiei Elend unseres Ve: hn Namen । Nach länj schied heute unser lieber und Schwage Herrl Die Beerdig] nac AS& ?S5munbt>«i /Eburg Aekvm. ■ 'M genußreiche lebhaftem Deisch Krache des Dop. Bundes, ichii. ^rtkr Ortigrubhp ublifum jj, Q8« der Krieg-, 'em KvnzertabÄ 1 Taften erfreuen -r städtischer De, ern des Wohl- 1 eine TeldsMm- noch manches «rieften Opfer des Besuch der Der« 1 berechtigterweise «r tX’ranftaltenlen Mr war der Vap. aal, den man auch r völlig letr. Ja- grobe Schar von ch mobf an Öen Darbietungen er» nicht svviei Hoch- nzert gegen 'Sin- 1 die Äot unserer -M ÄK- • Men'^em. :*'4en LS ,r.Kr «ffaurrn" gchen, d zahlreiche Sin» ben waren, Mar. 'erstehen, die inchl ÄbeschädiM. fon- lügen Aeldloldaten Lürger überhaupt >itesten Dürger. gewesen, durch die das Mitempfinden fft als etn billiges rehmen die Kmie, eblieben sind oder paffenden ©denen« >ch! wieder gutza- , abend in unent- Minden begangen -f6* . \W rt xie t®n hla^ne ßertn ^fl«gr nffl ic. " q stäöu 7J, M» Liesst für Sim-tag. c: Srvffmng bei im Saale des Ar- l TrrhherzogM' für höhere K» L Körners Äoraefl zielbauS, Dchnhvs' Ästocia-Li^sM film. .KriemMl « für Private w für öonntai Ss LA . für höheres WA r? Ä5rn«): -E WtielMser- an „ (846 Dsehen. 5r=v öflC a riifldne g8, nvch E Ruhiger Herr Dr. phlL sucht für 15. Juli oder L August 2 Bier Z eilt Silier In einem Hause mit grobem Garten (Billa». Schriftliche Angebote unter 021118 an den Giebener Anzeiger erbeten. 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M., nachm. 3Vi Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 031187 Frankiurler Opernscbule (Solisten-, Chor-undTanzschule) gegr. von Dr. Hoch’s Conscrvatorlum und den städtischen Bühnen. Eröffnung mit Beginn des neuen Schuljahres des Conservatoriums: Anfang September. Großer Transport junge ital. Hühner4 Tot Schlachthühner,jg.Tauben Sektvertreter für erste Qualitätsmarke gesucht Nur von Herren aus der Weinbranche von tadellosem Ruf -und repräsentablem Auftreten erbitten wir ausführliche Zuschrift unter N. G. S. 397 an Ala- Fl aasenstein & Vogler, Nürnberg. Sitzungsbericht. Anwesend Oberbürgermeister Keller, Bür- germeister Krenzien, die Beigeordneten Dr. Seid, Dr. Frey, Hustizrat Dr. Rosenberg, Kommerzienrat Klingspor und 34 Stadtverordnete. Als erster und wichtigster Punkt fttiyt auf der Tagesordnung die Beratung deS Haushaltsvoranschlags für 1924. Oberbürgermeister Keller berichtet in einem kurzen Äeberblick folgendes über die Der städtische Haushalt 1924 genehmigt Bedeutsame Beschlüsse des Stadtparlaments. Todes-Anzeige. Am 19. Juni, nachmittags ,5 Uhr, verschied unerwartet im 69. Lebensjahre mein lieber Gatte, unser lieber und treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Karl Ludwig Rühl II. Die trauernd Hinterbliebenen: Anna Rühl geb. Felsing Familie Stumpf, Kirtorf Familie Bender, Dorfgill Wb Kl.-Linden (früher Bernhardtshäuserhof.) Nach längerem, schwerem Leiden verschied heute morgen mein guter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Bruder und Schwager Herr Georg Storck Postsekretär i. R. Die Beerdigung findet Sonntag, den 22. Juni, nachmittags 31/. Uhr statt. 021144 bislang noch keine Praxis gebildet hat und man erst abwarten will, wie sich andere Städte dazu verhalten. — Sn der letzten Sitzung ist die W a y l ^eineS vierten Beigeordneten mit Stimmenmehrheit beschlossen worden, die Wahl findet also heute statt. Die Sozialdemvkratie. die seither diesen Sih inne batte, schlägt den Stadtverordneten Repp vor. Beigeordneter Leuchtgens bezweifelt die Geeignetheit dieses Mannes zu dem Posten und schlägt seinerseits den Stadtverordneten Rechtsanwalt Schröder (Zentr.) vor. 'Dor der Wahl wird noch über einen Antrag Dretthauer, nach welchem die Beigeordneten keinerlei Vergütung,auch nicht für ent» gangenen Arbeitsverdienst, erhalten sollen, abgestimmt und dieser Antrag mit 18 «egen 7 Stimmen angenommen. Rach einer viertelstündigen Pause schreitet man zur Wahl: es erhielten Repp 17, Schröder 6 Stimmen, zwei Zettel waren weih. Stadtv. Suderleben führt Beschwerde darüber, dah öfter Beschlüsse des Wohnungsamtes durch gegenteilige Beschlüsse deS MieteinigungSamtes aufgehoben würden. Beigeordneter Leuchtgens wider- spricht und stellt fest, dah daS Mieteinigungsamt eine Behörde sei und dah besten Deschlüfse rechts- träftig seien. Als Mißstand wurde anerkannt, dah die Beisitzer bei diesem Anrte stets wechseln, also vft nicht die nötige Kenntnis der Sache haben, es wurde deshalb der Antrag Leuchtgens, dah das A m t dieser Beisitzer ein st ä n d i g e s sein solle, einstimmig angenommen. — Die Gebühr für das Bleichen auf der städtischen. Bleiche, die auf 50 Pf. pro Lag festgesetzt war, wird allgemein als zu hoch empfunden ; cs sollen für die Zukunft Monatskarten, beginnend mit dem 15. Juni, zum Preise von 50 Pf. ausgegeben werden. — Das Ansinnen des Freidenkerbundes um Erlah der Steuer bei einem demnächstigen Dortrag wird abgelehnt. — Beigeordneter LeuchtgenS rügt noch die Einrichtung und die Zustände bei dem neuerrichteten F a m i l i e n b a d in der städtischen Badeanstalt, eine Abstimmung darüber wird auf kväter verschoben. Hessen-Nassau. «Frankfurt a. M., 20. Juni. (WTD.) Gestern wurde an der Riederrader schleuse die Leiche eines dreijährigen Kindes geländet. Wie die polizeilichen Ermittelungen ergeben haben, ist,daS Kind von seinem eigenenBater, dem Arbeiter Tetzlaff, einem arbeitsscheuen Menschen, der mit seiner Familie in (Streit geraten war, zunächst betäubt und dann i n S W a s s e r geworfen worden, nachdem er dem Kind einen Stein um den Hals gebunden hatte. Seine in einem Brief geäußerte Absicht, sich selbst das Leben zu nehmen, scheint er indessen nicht ausgeführt zu haben, da er einige Tage nach Absendung des Briefes noch gesehen worden ist. — Heute früh 101/3 Ahr explodierte in der chemischen Fabrik Silicium ein Dampfbehälter, wodurch erheblicher Materialschaden angerichtet wurde. Ein Arbeiter wurde durch Sprengstücke leicht verletzt, ein anderer schwer. Ein größeres Anglück wurde dadurch verhütet, dah die Arbeiter in dem fraglichen Raum zum Frühstück gegangen waren. fpd. Königstein, 20. Juni. Für die Desatzungstruppen muh hier eine Kaserne gebaut werden. Die Angebote der notwendigen Verputzarbeiten brachten ein seltsames Ergebnis. 10 Firmen bewerben sich um die Arbeiten. Ein Kelkheimer Geschäft will die Arbeiten für 1 8 769 Mark leisten, während die vereinigten Cronberger Weihbindermeister nicht weniger als 6 6 552 Mark fordern. Dieser gewaltige Preisunterschied charakterisiert wieder einmal das ganze Elend unseres DersteigerungswesenS. In allen Apotheken erhältlich Best. 64,3% Acid acet, salic. 0406°/ 0 Chinin, 84655 12,6% Lithium, ad 100 Amylum. Giehen, 20. Huni 1924. Nachdem der Finanzausschuh des Stadtparlaments in angestrengter, tiefgründiger Arbeit den städtischen Haushaltsvoranschlag für 1 924 geprüft, hatte heute das Plenum die letzte Entscheidung zu fällen. Der Haushaltsplan wurde angenommen. Die Arbeit des Ausschusses war diesmal ganz besonders verantwortungsvoll. Auf der einen Seite sah er trotz aller lobenswerten Sparsamkeit der Stadtverwaltung starke Ansprüche zur Deckung dSr unabweisbaren Erfordernisse, auf der andern Seite konnte und durste man sich der Tatsache nicht verschliehen, dah die Steuerkraft breiter Dürgerschichten eine sehr beträchtliche Einbuhe erlitten hat. Da einen gangbaren Mittelweg zu finden, war die schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe. Der Finanzausschuh und das Plenum, das seinen Vorschlägen vollkommen beitrat, haben die Steueransätze der Verwaltung herabgemindert, man darf aber sicher sein, dah sie mit ihren Beschlüssen immer noch etwas über das Mah hinausgegangen sind, das von gar manchen Steuerpflichtigen als Höchstmah ihrer Leistungskraft bezeichnet wurde. Wir glauben, dah die Beschlüsse wohl den richtigen Mittelweg gefunden haben. Aber das letzte Wort in der Steuerfrage ist mit den heutigen Entscheidungen ja noch nicht gesprochen. Anfang Oktober soll die Verwaltung den Stadtverordneten eine Aebersicht über die Einnahmen und Ausgaben im ersten Halbjahr des Wirtschaftsjahres vorlegen, und dann wird es sich zeigen, ob und nach welcher Seite hin eine Korrektur der heutigen Beschlüsse notwendig und möglich ist. Mit diesem Sicherheitsventil ist beiden Teilen, der Verwaltung einerseits und den Steuerzahlern auf der andern Seite, gedient. Wenn sich dann ergibt, dah die städtischen Ausgaben gegenüber den Schätzungen geringer und die Steuern demnach zu hoch sind, dann wird man eben für die folgenden Monate eine Herabsetzung der Steuern beschließen, tritt die Entwicklung den Marsch nach der andern Richtung hin an, dann wird man von neuem Amschau halten müssen, w i e und von wem die erforderlichen Mittel dann noch aufzubringen sind. Reben den wichtigen Steuerbeschlüssen hat das Haus noch verschiedene andere Entscheidungen getroffen, die für unser Gemeinwesen sehr bedeutsam sind. So wünscht das Stadtparlament z. B. einstimmig, dah die Straßenbahn sodald als möglich in Betrieb genommen wird. Rach unseren Informationen dürfte damit zu rechnen sein, dah die Bahn gegen Ende der nächsten Woche oder zu Beginn des Juli wieder in Gang kommen kann. Den Wünschen weitester Bevölkerungskreise wird damit Genüge getan werden. Gegen die Auto - und Motorrad-Raserei soll nach dem Willen des Stadtparlaments künstig strammer vorgegangen werden, und damit wird man auch allenthalben einverstanden sein. Ansere Beamten- Mitbürger werden den Beschluh gegen daS Reichs- besoldungssperrges eh mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen. Dah die Entscheidung über die Fremden st euer jetzt noch nicht in der Weise gefallen ist, wie die von dieser Steuer berührten Gewerbetreibenden es erhofften, wird von diesen natürlich bedauert werden, aber wir glauben doch, dah das Ende dieser Steuer bald kommen wird. Die Bekämpfung des Ungeziefers bei Mensch und Tier ist eine der wichtigsten Aufgaben der Gesundheitspflege. Mit Cuprex gelingt die An- gezieferbeseitigung schnell, sicher, leicht und unauffällig, sowie ohne gesundheitliche Rachteile. Euprer ist das wirksamste und beste Mittel gegen Kopfläuse und übertrifft alle bisherigen Mittel, weil es das Angeziefer samt Eiern (Riffe) mit einem Male vernichtet. Apotheken und Drogerien halten Eupren in kleineren und größeren Packungen vorrätig. 4417c WsMMM größere Posten in Stempel westfälischer Dimensionen gegen Kasse zu kaufen gesuchr. A. Kais, Holzgrobhandlung Braunfels a. d. Lahn Fernsprecher Nr. 64. 8W<13D Anträge des Finanzausschusses: Einen breiten Raum nahm in den Verhandlungen des Finanzausschusses naturgemäß die Deckungsfrage ein, in welcher Hinsicht nach Lage der Gesetzgebung die Gewerbesteuer, die Grundsteuer von Gebäuden und vom landwirtschaftlich' genutzten Grundvermögen sowie hie Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz in Betracht kommen. Die Ansichten der Stadtverwaltung und des Finanzausschusses über die Deckungsfrage gingen teilweise auseinander. Die Gewerbesteuer glaubte der Finanz- ausschuh nach den Vorschlägen der Verwaltung festsehen zu sollen, und zwar deshalb, weil der vorgeschlagene Sah ein niedriger ist, indem die zu Vierteljahrszahlungen Verpflichteten nur ein Drittel der von ihnen im Juli zu zahlenden staatlichen Getverbesteuer an die Stadt zu entrichten haben, die zu Mvnatszahlungen Verpflichteten lediglich die Iulivate an die Stadt zu entrichten haben, nickt aber, wie beim Staat, auch Raten für Aprit Mai und Iuni. Cs ist dabei die Absicht des Finanzausschusses, nach dem Ergebnis der Eingänge an Gewerbesteuern vom Monat Juli im Laufe des Monats August erneut zur Frage der Gewerbesteuer Stellung zu nehmen, namentlich deshalb, well mit einer anderweitigen staatlichen Regelung zu rechnen ist. Als Grundsteuer vom Gebäudebe- sih hatte die Stadtverwaltung 18 Pf. borge- schlagen, nachdem bereits vor längerer Zeit von den Stadtverordnetenversammlungen in Darmstadt und Offenbach 20 Pf. bzw. 22 Pf. beschlossen worden waren. Der Finanzausschuh hielt die vorgeschlagene Belastung nicht für angängig und schlägt einen Satz von 12 Pf. von je vollen 100 Mk. des Steuerwerts vor. Bezüglich der Grundsteuer vom landwirtschaftlich genutzten Grundvermögen schlug die Verwaltung vor, die gleichen Sähe anzunehmen, wie sie der Staat und die anderen Städte erheben, nämlich 20—48 Pfg., je nach der Höhe der Steuerwerte. Der Finanzausschuß 'hielt iedoch nur die Hälfte dieser Sähe für angemessen. Als Sonder ft euer vom bebauten Grundbesitz schlug die Verwaltung die vom Staate und den anderen Städten gewählten Sähe vor, nämlich 60 Pfg. Der Finanzausschuh stimmte diesem Vorschläge zu und wich hierbei nur hinsichtlich der Verwendung des Steueraufkommens von der Verwaltung ab. Letztere war der Auffassung, dah ihr Vorschlag, 15 Pro), des Rettoauskom-- mens dieser Steuer für Reubauten und den Rest zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs zu verwenden, an sich schon aünstia fei, nachdem der (Staat, der Kreis und die anderen Städte nur 10 Proz. für Bauten nahbar machen. Der Finanzausschuh empfiehlt, 50 Pro», des Steueraufkommens für Reubaut«! zu verwenden und geht dabei von der Auffassung aus, dah es seine Aufgabe sei, im Oktober nach Vorlage einer Aebersicht über die bis dahin feststehenden gesamten Einnahmen und Ausgaben der Stadtkasse zu den Steuerfragen erneut Stellung zu nehmen. Die Stadtverwaltung wird ersucht, zu prüfen, ob die Erhebung einer gemeindlichen Ab - gäbe von Kraftfahrzeugen und -rädern für Ilnterhaltung und Reinigung der Strafen rechtlich möglich ist und gegebenenfalls entsprechende Vorlage zu machen. Ferner soll das Polizeiamt ersucht werden, darauf hinzuwirken, dah die Fahrgeschwindigkeit herabgemindert, sowie der Kraftverkehr in den engen und Hauptverkehrsstrahen während der Hauptverkehrszeiten überhaupt verboten wird. Die Strahenbahn soll sobald al 8 möglich in Betrieb gesetzt werden. Die Stadtverwaltung wird ersucht, bei dem Deutschen Städtetag dahin wirken zu wollen, dah das Reichsbesoldunassperrgesetz balbigst aufgehoben wird, damit den Kommunen die Möglichkeit gegeben wird, ihre Besoldungsordnungen selbständig und in mehr sozialem Sinne zu gestalten, als es bei 'der letzten Reichsbesoldungsregelung der Fall gewesen ist. Bei Titel 61 (Anteil an bet Reichsein- kommen- und -Körperschaftssteuer) wird der Ansatz um 107 990 Mk., und bei Titel 6 2 (Anteil an der Reichsumsabsteuer) in Einnahme um 24 290 Mk. erhöht, und zum Ausgleich bei Titel 59 (Reservefonds) in Ausgabe folgende Pos.2 angefügt: Zur Deckung von Gehalts- und Lohnerhöhungen im Laufe des Jahres 132 280 Mk. Die Deschluhfassung über die Aufhebung der Fremdenabgabe wird bis 1. Oktober 1924 zurückgestellt. Der vorliegende, in der BetriebSrech- nung in Einnahme und Ausgabe mit je 2 233 538,74 Mk. zuzüglich 132 280 Mk., also im ganzen mit je 2 365 818,74 Mk. und in der Der - rnögensrechnung mit je 641256 Mk. abschließende Voranschlag wird genehmigt. Ferner werden die im Entwurf vorliegenden Voranschläge der städtischen Reben- taffen, und zwar: 1. Wohlfahrtsamt, 2. Elektrizitätswerk, '3. Gaswerk, 4. Wasserwerk, 5. Volksbad, 6. Höhere und Erweiterte Mädchenschule und 7. Oessentlicher Arbeitsnachweis für das nördliche Oberhessen, genehmigt. Die Stadtverwaltung wird ersucht, zu Beginn des Monats Oktober 1924 eine Aebersicht über d i e Einnahmen und Ausgaben im ersten Halbjahr 1924 vorzulegen. Di e Abstimmung. Den Anträgen des Finanzausschusses stimmt das Haus, einer Vereinbarung gemäß, ohne weitere Erörterungen zu, da ja im Ausschuh bereits alles nötige gesagt war. Rur bei der Erwähnung der Fremdenabgabe tritt ein Mitglied des Hauses (ein Hotelier) für die fof ortigd Aushebung der Fremdensteuer ein, deren starke Schattenseiten es unterstreicht. Ihm treten ein Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion und der Oberbürgermeister unter Hinweis auf den Antrag des Finanzausschusses entgegen, bei dem das Haus es auch für heute bewenden läht. In der Schluhabstimmung wird der gesamte Haushalt nach dem Vorschläge deS Finanzausschusses einstimmig (auch die drei Kommunisten stimmen mit dafür) angenommen. Die Verwaltung hat, wie der Oberbürgermeister gleich zu Beginn der Beratung anlündigt, an bei Abstimmungen über den Etat sich nicht beteiligt Einige kleine Vorlagen werden noch im Handumdrehen erledigt Dem Deutschen Städtetag wird für 1924 ein Beitrag von 170 Mk. bewilligt, dem Germanischen Rationalmuseum in Nürnberg ein solcher von 20 Mk. Für die beiden Stadthäuser soll je ein Wachhund angeschafft werden, die Hunde verbleiben im Eigentum der Stadt. Zwei Daugesuche finden Genehmigung, einer freihändigen Lie.erungsvergcbung wird nachträglich zugestimmt. Verantwortlich für Politik und Feuilleton: I. D.: Heinz Gvrrenz. Elkmeier & Loeb 021124 oefucbt. Tabakwaren-Großhandlung Bahnhofstraße 64 Telephon Nr. 1171 Berlin W15, Uhlandstr. 162 1924 5056D Statt Karten Lich. 5087 Gießen 031117 Fabrikniederlagen: Nicolai’scheTabaksmanufaktur 5057a Krofdorf, den 21. Juni 1924 Aus nach Mainzlar! Sonntag dort 5069D 021165 gesucht. 021088 rouie ine. Alle Alumnen [raubranner tisch 021106 Wohnungstausch Muk Löberstr. 12 sucht. 021151 SAMllS Slltz. Die Verlobung unserer einzigen Tochter Lotte mit Herrn Dr. Otto Meesmann geben wir bekannt. Schwedt, Amsterdam, Berlin Zigarettenfabrik „Delta“, Dresden Reichsbankdirektor Arthur Müller und Frau Utta geb. Lichtschlag. Meine Verlobung mit Fräulein Lotte Müller zeige ich er- gebens! an. Wie kann man den häßlich entskll«-erl mihsarbigen Zahnbelag enisernen? Oer Msen-Mm-MenUger, fonft.Belnfflgnngnnö3nKerftonö. 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Das zweite heis der Sieg der wes Ideen naher als im Helm infolge des 3 die preußische Krvn per englischen Prm erscheint fast wie er gelang, in der aller sehen der preuhisch wiederherzustellen u hinaus neu ju bef Schlachtfeldern begrü narchie in Deutschlan gleich so sorgendt toubte, was kommen Mg nach links Hw tr erkannte zwar d seiner liberal-denwkr barntejte eindringlii Ed des Abgui nd NLeMlich ze Ernmerungen I Et Haden, dch A schließlich Republik Gewandte Persönlichkeit (eotL abgebaut. Beamter) zum Besuche der Kundschaft von bekanntem Hause gesucht. Off. u.Nr. 7363 an Herso, Annonc.- Exv ,Vlockstr. 5. 5D,9h Werlehrlilijs Sale Wen! SlMkglllekUOe sucht für dor. rigneten Verkäufer, welcher bei der Iw- öuftrie bestens eingeführt ist. Hohe Pro- bision wird zugestchett. Es wird gebeten, hast sich nur solche Herren melden, die auch wirklich gute Beziehungen zur 3n- öuftrie haben. Schriftl. Angebote unter 5084D a. d. Gießener Anzeiger erbeten. 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Das riesige Theater wurde nach und nach in eine Kathedrale verwandelt, und während die Darsteller übten, hämmerten die Arbeiter. Es schien zuzeiten, als wenn ein Wettstreit zwischen ihnen bestände, ein Rönnen, das die Darsteller gewannen, denn die waren früher bereit, als die Kathedralen.... Als Reinhardt im Herbst vorigen Jahres nach Amerika fuhr, zwei oder drei Monate, bevor die Vorstellung begann, hatte er noch keine Darstellerin für die zweite weibliche Hauptrolle, die Rönne, die sich aus Reue über die Genüsse der Welt ins Kloster flüchtet, und an deren Stelle im Leben das Bild der Madonna tritt. Auf dem Schiff bemerkte er eine junge Amerikanerin, die mit ihrer Familie reiste, und sofort rief er aus: „Das ist die Ronn!" Erkundigungen ergaben, daß die, junge Dame Mist Rosamund Pinchot war, die" Richte des bekannten Gouverneurs von Pennsyl- vanien, und dah sie noch niemals auf einer Bühne gestanden hatte, ja dah selbst der Gedanke, als Schauspielerin aufzutreten, ihr noch nie gekommen war. Reinhardt aber lieh sich nicht abschrecken; er suchte die Bekanntschaft ihrer Mutter, die zunächst glaubte, er mache sich mit seinem Vorschlag einen schlechten Scherz. Es schien abenteuerlich, einem gänzlich unerfahrenen Mädchen die schwierigste Rolle bei der gröhten Aufführung anzuvertrauen, die Reuhork je gesehen. Aber das untrügliche Auge des Kenners täuschte sich nicht; er setzte die Verwirklichung seiner Idee durch, und mit dem gröhten Erfola." Samstag, 21. Juni MH Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Zweites Blatt Nr. •blanbftr. LQwdrmrtschaft und Gartenbau $6D Dichrn •um agner 1924 5O69D —........H. tnus Mahlung lagen wir ank. R Heiller 3n einer Zeit, wo in allen Ländern der Welt die Krise der Demokratie ein offenes Geheimnis ist, wird anß die Demokratie als das Reueste und Beste angepriesen; in einer Zeit, wo in allen Staaten die starke Zentcalgewalt triumphiert, legt bei uns der Parlamentarismus, d. fr. die Richt-Regierung. 3n einer Zeit, wo die Aufklärung überwunden wird und neue religiöse Werte zur Herrschaft kommen, triumphieren bei uns die extremen Aufklärer des 18. und 19. Jahrhunderts; in einer Epoche, die offensichtlich vom Individua- lismus nichts mehr wissen will, in einem Zeitalter des Llniversalismus siegen extreme Individualisten und wundern sich, dah die Jugend bei alledem stumm und feindlich bleibt. Rein, die deutsche Demokratie kam zu spät, von ihr geht Verwesungsgeruch aus, und deshalb weirdet sich die Jugend von ihr ab. Lind ihr gröhtes Unglück ist: dah sie gerade in D e u t s ch l a n d zum Siege kam, in dem Lande Kants, der die Aufklärung überwand, in dem Lande, das die romantische Schule hervorbrachte, neben dem Muttertiere an und darin bringe man das Kalb unter. Diese Vorrichtung hat sich nach dem übereinstimmenden Urteil erfahrener Landwirte vorzüglich bewährt. Die Muttertiere b^i:ge man dann noch geraume Zeit vor dem Kalben hinaus, lasse sie auch draußen abkalben und bringe sie erst dann in den Stall. Man gebe keinerlei Kraftfutter, sondern viel Strohhäcksel mit Kleie, Möhren, Runkeln usw., und die Jungtiere werden vom Durchfall verschont bleiben. Tritt er aber auf, wo alles dies versäumt war, da füttere man sofort wie oben angeraten, gebe dem Kalb sofort einen Trank von Haferschleim, gemischt mit einer Abkochung von Baldrian, Eichenrinde, Heidelbeeren, Isländ. Moos, Tormentillwurzel, Salbei, Wermut und Wiesenknöterich zu gleichen Teilen gemischt; man kann das Gemisch aber auch fressen lassen. Auherdem lege man dem Tiere eine warme Binde um den Leib und mache ihm in schweren Fällen, was ganz sicher Hilst, Dampspackungen. Zu dem Zweck lege man ihm eine wollene Decke um den Leib, tauche ein leinenes Laken in kochendes Wasser, wringe es rasch aus, lege es gut anschliehend um und noch eine wollene Decke darüber und wechsele halbstündlich drei- bis viermal. Rachher decke man gut zu. Ja schweren Fällen gebe man noch kleine Kltzstiere von obiger Abkochung mit etwas Stärke angerührt, und man Hilst dem Tiere sicher, sicherer als mit allen marktschreierischen Mitteln, die nur viel Geld kosten. Schützt die Obstbäume vor den Vögeln! Wahrend der jetzt einsehenden Obstreife stellen sich auch häusig in sehr großen Scharen die Sperlinge und andere beerenstessende Vögel ein und beginnen eine unliebsame Dorernte. Während die Vögel vojn den nieberen Sträuchern durch Scheuchen leichter zu vertreiben sind, steht man ihrem Treiben auf den Obstbäumen hilfloser gegenüber. Da hat es sich als besonders zweckmäßig ' erwiesen, an möglichst hochgelegenen Zweigen durch Schnur zusammengebundene Stücke von Spiegelglas anzubringen. Das Blitzen in der Sonne und das Klirren im Winde können die kleinen AM er pol ee51Nn, Massen schließlich nur durch die Diktatur gerettet werden Lunten. Bismarck ist es gewesen, der neben dem Zentrum und den Sozialisten auch den deutschen Demokraten das Stigma der „Reichsfeindschaft" aufgedrückt hat, der sie verächtlich machte, bekämpfte, mit immer neuen Mitteln sie herabzudrücken sich bemühte und ihr Schicksal für lange Zeit hinaus durch die große Wendung von 1878/79 besiegelte, als er seine neukonservative innere Politik begann und die stärksten wirtschaftlichen Mächte: die Landwirtschaft und die Industrie, in seine Gefolgschaft zwang. Seitdem war die deutsche Demokratie die Partei der verärgerten kleinen Leute, zu denen noch weltfremde Idealisten kamen. Das dritte Unglück für die deutsche Demv- kratte war dann der zu frühe Tod Kaiser Friedrichs. Es ist immer ungesund für ein Staatswesen, wenn eine ganze Generation einfach ausfällt, wenn auf den Großvater sofort der Enkel und nicht der Sohn folgt. Jedes System, auch ein genial gehandhabtes, leidet an Einseitigkeiten, wird starr und hart und unterbindet neue Lebenswerte. Es wäre höchstwahrscheinlich besser gewesen, wenn Kaiser Friedrich und seine Gesinnungsgenossen ihre Ideen hätten erproben, den deutschen Liberalismus mit dem attpreuhischen Konservatismus hätten in Verbindung bringen können. Denn damals hatten diese Gedanken noch Leben und Bedeutung. Run aber kam sofort die dritte Generation ans Ruder, mit allen Fehlern einer schwächeren, die von der ersten die Stärken nur äußerlich absehen kann. Das vierte Unglück für die Demokratie war ihr vollständiger Sieg im Jahre 1918 — aber ein Sieg als Folge des furchtbaren deutschen Zusammenbruchs, an dem sie selber mit schuldig war. Denn der von der Demokratie aller drei jetzt vorhandenen Richtungen — Fortschritt, Zentrum, Sozialisten — im währenden Weltkrieg erzwungene Umbau, besser LImsturz der deutschen Verfassung, diese fortwährenden Angriffe gegen die monarchische Autorität mußten den Staatswagen notwendig an den Rand des Abgrundes schieben. Es liegt eine Tragik in diesem Siege der deutschen Demokratie, der nur durch den Sieg der Feinde über das ganze deutsche Volk herbeigeführt werden konnte. Lind dieser Sieg auf der ganzen Linie im Oktober und im Rovember 1918 war zugleich der entscheidende Wendepunkt für das Schicksal der Demokratie und für das Verhältnis der Jugend zu ihr. Tenn jetzt, nach dem Zusammenbruch des Reiches, hatte die Demokratie der Jugend nichts zu bieten. Freihett? Wo war sie trotz der Verfassung des Herrn Preutz angesichts der Versklavung Deutschlands durch das Versailler Diktat? Die Republik? Für die Franzosen von 1792/93 war sie das Ergebnis des Sieges über ganz Europa und deshalb, weil mit dem nationalen Stolz verknüpft, unerschütterlich — trotz Bonaparte und (Bourbonen. Für die deutsche Jugend? Ein RichtsI Denn es war keine Heldentat, sie zu schaffen! War dafür Blut geflossen? Hatte die Idee der Republik etwas Begeisterndes? War sie nicht einfach die Frucht des Zusammenbruches? Hätte die deutsche Demokratie alle Richtungen, hätte die junge Republik Helden hervorgebracht, die dem Versailler Diktat widerstrebten und zum Kampf aufriefen, anstatt die Waffen zu strecken und Herrn Wilson mehr zu glauben, als den eigenen Generalen — die Jugend hinge der Demokratie an. Aber sie brachte keine Helden hervor, sie konnte keine Legende schaffen! Das ist von den demokratischen Parteiführern früh erkannt worden, man fabrizierte eine Legende, man nahm die alten Farben der deutschen Burschenschaft an und wagte es, die Herren Preuh und Scheidemann in geisttg-seelische Verwandtschaft zu all den Märtyrern für deutsche Einheit iunb Freiheit zu bringen, die ihr Leben für ihre Idee gewagt hatten. Aber konnte man von alten parlamentarischen Routiniers und Schiebern überhaupt erwarten, daß sie, vollständig überaltet, wie sie waren, die Jugend gewinnen könnten? Waren sie nicht in Wahrheit die schlimmsten Reaktionäre? Sprachen sie nicht die Sprache des 19. Jahrhunderts: der Aufklärung, der Religionsfeindschaft, der Skepsis, des Individualismus der „ Freiheit" — während die Jugend im 20. Jahrhundert steht (seit 1914) und statt der Aufklärung den Glauben wie statt Skepsis Religion, statt Individualismus die Ganzheit, die Gemeinschaft? Waren und sind die deutschen Demokraten nicht vielleicht doch Reaktionäre, und ist die Jugend, die von ihnen nichts wissen will, Trägerin des wahren Fortschritts, der wirklichen Moderne? Es ist, wenn man so will, Das letzte und entscheidende Linglück der deutschen Demokratie, daß ihr Sieg diel zu spät kam! ein neues Ideal, um die Ausgleichung zwischen eigenem und llassischem Wesen. „Es ist groß, was er getan hat, aber vielleicht liegt das Größere in dem, was er überwunden hat. Die Resultate seines Lebens sind kaum so interessant wie der Weg, auf dem er sie gewonnen." In Satz und Gegensatz, in bet Gegenüberstellung von schlagenden Beispielen erhellt Wölfflin der „Klassischen Kunst" tiefsten Wesenskern, sie vor allem mit der Frührenaissance kontrastierend. Lind die 1 'e Methode der anschaulichen Lieberzeugung Gegenüberstellung weist Wölfflin bahnbrechendes Werk, „Kunstgeschichtliche Grundbegriffe". Das Problem der „Stilentwicklung in der neueren Kunst" auf. Wie kein anderes Werk dieses Gelehrten, ja wie wöhl kein anderes einer historischen Disziplin der letzten Jahrzehnte haben die „Kunstgeschichtlichen Grundbegriffe" anregend und neue Forschungswege bahnend gewirkt. Sie haben der Kunstwissenschaft, die als die jüngste in dem Kreise der historischen Schwestern noch immer eine bescheidene, unfreie Rolle gespielt hat, eine Führerstellung gesichert, indem auch andere Wissensgebiete, wie Geschichte und Litevaturge- schichte, die Grundlinien ihrer Forschungsmethode von ihr entlehnten. Freilich birgt die scheinbar so bestechend einfache Einordnung des ganzen Entwicklungsprozesses unter fünf Begriffspaare die Gefahr der Lleberspannung, des schematischen Zwanges in sich, der niemals ihr Schöpfer, wohl aber geistesarme Rachahmer nur allzu leicht zum Opfer fallen. Aus Vorlesungen geboren, tragen die „Kunsthistvrischen Grundbegriffe" das Zeichen lebendigster Durchdringung, vereint mit einer sprachlich bis ins Letzte durchgemeihelten Dar- stellungsform, die jede von Wölfflins Schriften, । von seinen Frühwerken bis zu dem vorläusig letz- | ten Büchlein „Das Erklären von Kunstwerken". Löbersfr'2 830 Uhr 6,6 “ verschoben. K2n der "Illg Heinrich Wölfflin. 3u seinem HO. Geburtstag, dem 21. Juni. .Die Kunstgeschichte naxb Aufgaben behandeln, 6a6 ist mein Vermächtnis. So überliefert uns Jakob Durckhardts genialster Schüler, Heinrich Wölfflin, ein Wort seines großen Lehrers. Lind keiner wird wie Wölfflin dieses Willens Vollstrecker und Erfüller. Don dem Lehrstuhl in Basel, wo er seines Meisters Rachfvlger geworden, in den überfüllten Hörfälen Berlins und Münchens streute er die leimliäftige Saat, die zualeich in seinen Schriften, und von dem Frühwerk „Renaissance und Barock" bis zu den „Kunstgeschichtlichen Grundbegriffen" lebendigste Gestalt gewonnen. Lind wenn er in jener Würdigung Durckhardts, die zu dem Schönsten gefrört, was über den tDeifcn Einsiedler von <3t. Alban geschrieben worden ist, es als die eigentliche Mission des Kunsthistorikers im Sinne Durckhardts bezeichnet, immer nur Querschnitte zu machen, so weiß er selbst sie mit scharfem Blick und sicherer Hand stets dort zu ziehen, wo sie b,ie innerste Cefre,t8ftruftur bloß legen. Rie- mals beugt er sich unter die tyrannische Forderung nach ermüdender Vollständigkeit des Materials. Wie ihm die wahre Aufgabe des Kunst- forfchers erst bann erhebt, wenn ber Denkmäler- bestand völlig geordnet, die Tatsachenforschung ihre Arbeit vollendet hat, so interessiert ihn an bem Einzelfall stets nur das Typische, ins Llniver- Jdte Emporragende. In diesem Sinn beleuchtet er im „Renaissance und Barock" an einzelnen charakteristischen Bauwerken Roms den innersten Gegensatz zweier einander ablösender Kunstan- schauungen; in diesem Sinn weitet sich ihm das Problem ber „Kunst Albrecht Dürers" zu bem großen Ringen seiner Zeit, zu dem Kampf um Jugend und Demokratie. Don Dr. W. Schüßler, o. Professor der Geschichte an der Llniversttät Rostock. Wenn man die Aeuherungen der dernokra- tifchen Presse verfolgt, wird man immer wieder auf die bewegliche Klage stoßen, daß die deutsche intellektuelle Jugend, die in den Jahren 1815 bis 1848 und noch später so begeistert für die „Freiheit" eingetreten sei, sich jetzt so kläglich für die Reaktion" begeistere; ja, es wird nicht verstanden, dah junge Leute sich so bewußt von ber demokratischen „Zeitströmung" fernhallen können, während doch sonst die Jugend immer so „mo- iiem" sei. Dieses Thema wird in immer neuen Wendungen abgehandelt und beweist deutlicher als alles andere, daß die deutsche — was etwas anderes ist als die sonstige europäische — Demokratie sich in einer schweren Krisis befindet. Denn jene Klagen sind nichts anderes als der Kampf um die Jugend, den jede geistige und politische Partei führen muß, wenn sie sich nicht selbst ausgeben will; und daß dieser Kampf so matt und lahm geführt wird, zeigt die Schwäche ber deutschen Demokratie. Diese Erscheinung, daß die Jugend in ihrer übergroßen Mehrhett von ber Demokratie, von ber „ Freiheit" und anderen Dingen nichts wisien will, ist in der Tat erstaunlich, und es verlohnt nicht, sich in ganz großen Zügen die Gründe für diese Erscheinung klarzumachen. Dabei muh man vorausschicken, dah die Jugend in ber ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegenüber den herrschenden Gewalten durchaus die Trägerin des flauen, des Fortschritts war. Das 19. Jahrhundert rang das 18. schliehlich nieder. Lind jetzt? Ist die Jugend, wenn sie die neue deutsche Demokratie ablefrnt, wirklich „reaktionär", ist sie wahrhaftig die Geistesverwandte Metternichs und Kamptz' und ihrer Schergen? Oder sollte es sich vielleicht gerade umgekehrt verhalten, ist vielleicht die deutsche Demokratie und ihre Presse reaktionär, und ist die Jugend, wie sie es immer war und sein wird, für den „Fortschritt", für die Zukunft? Die Antwort auf diese Frage ist uns vielleicht möglich, wenn wir uns die Gründe für die Gegensätze zwischen der Jugend und der deutschen Demokratie /largemacht haben. Es ist kein Zweifel, daß das 19. Jahrhundert, im großen gesehen, nicht nur das Zeitalter des Rationalismus, sondern auch der Demokratie war. Lleberall erringen die Völler Anteil an der Regierung, überall in Mittel- und Westeuropa wird das Recht der Völler auf die Mitbestimmung an ihrem Schicksal mehr ober weniger anerkannt. In West- und Südeuropa hübet sich der demokratische Staat immer folgerichtiger aus; nur in Mitteleuropa hat die Demokratie nicht siegen können, sondern hat mit den alten monarchischen Gewalten Kompromisse schlie- hen müssen. Wenn wir die Entwicklung der deutschen Demokratie fett 1848 überblicken, ntüffen wir gestehen, daß kaum eine andere Bewegung so viel Linglück oder Pech gehabt hat, wie die demokratische in Deutschland. Es begann schon ,1848. Die Tatsache, daß Liberalismus und Demokratie nicht imstande waren, die Massen za gewinnen, die vielmehr überwiegend unpolitisch und königstreu blieben, die Tatsache ferner, dah diese ganze Bewegung nicht einen bedeutenden Führer hervorbrachte, daß schliehllch die ganze 48er Bewegung trotz alles hohen Idealismus versandete, well ihre Träger keine Politiker waren, ist das erste große Linglück der deutschen Demokratie. Das zweite heißt Bismarck. Riemals war der Sieg ber westlichen liberal-demokratischen Ideen näher als im Jahre 1862, als König Wilhelm infolge des Militärkonflittes abdanken und die preußische Krone seinem Sohne, dem Gemahl per englischen Prinzessin, übertragen wollte. Es erscheint fast tote ein Wunder, daß es Bismarck gelang, in der allerletzten Stunde das alte Ansehen der preußischen Krone und ihre Macht wiederherzustellen und über alle Erwartungen hinaus neu ^u befestigen. Der Sieg auf den Schlachtfeldern begründete die konstttulionelle Monarchie in Deutschland, die Bismarck so eifrig und zutzleich so sorgenvoll verteidigt hat; denn er wußte, was kommen muhte, wenn der Entwicklung nach links hin nicht Halt geboten wurde; fer erkannte zwar den „humanen Liberalismus" seiner liberal-demokratischen Gegner an, aber er warnte sie eindringlich „den Staatswagen an den Rand des Abgrundes" zu schieben, dessen Last auch sie schließlich zermalmen würde, wie es den Girondisten gegangen sei. Lind in den Gedanken Und Erinnerungen spricht er ja aus, was wir erlebt haben: daß die antimonarchische Entwicklung schließlich auf das Riveau der sozialen Republik herabsinke, von der die enttäuschten Mittel zur Unkrautbekämpfung auf dem Acker. Mit den Regenfällen des Frühfommers wird sich jetzt das üppig schießende Linkraut dem Landwirt wieder unangenehm bemerkbar machen. Besonders Hederich und A ck e r f e n f scheinen eine schier unausrottbare Plage zu sein. Die Benutzung der speziellen Iätemaschinen allein genügt da nicht. Dagegen hat man beobachtet, daß bei dem Anbau von Hackfrüchten bei gleichzeitiger intensiver Bearbeitung des Bodens das Linkraut immer mehr zurückgeht. Doch soll man diese Methode nur dann anwenden, wenn genügend Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, da sie sich sonst sehr teuer stellt. Als direkte Mittel zur Bekämpfung des Hederichs werden Kalkstick- stoffdünger und Eisenvitriol empfohlen. Sie sollen zu der Zeit angewandt werden, wenn der Hederich vier bis sechs Blätter zeigt. Kalk- ftickstoff hat dabei den Vorteil, daß er gleichzeitig als Düngemittel wirkt. Die Bekämpfung geschieht durch einfaches Ausstreuen auf den von Linkraut verseuchten Feldern. Für einen Morgen sind etwa fünfzig, bis sechzig Pfund feinpulverisierter Kalkstickstosf zu verwenden. Die Wirkung tritt schon nach einigen Tagen ein. Gegenüber dem Gebrauch von Eisenvitriol hat das Kalkstickstoffverfahren den Vorteil, dah man dazu nicht besonderer Maschinen bedarf. Andererseits hat man festgestellt, dah das Getreide dadurch vielfach gelbe ober rote Spitzen bekommt. Doch erholt es sich auch schnell toieber und steht nach ungefähr zwei Wochen rein unb voll ba. Wirksamer erscheint bann fast noch bie Bekämpfung des Lln- krauts durch Eisenvitriol, wozu in größeren Betrieben allerdings bie Anschaffung von besonderen fahrbaren Sprihmafchinen nötig ist. In lleineren Wirtschaften benutzt man am besten Handsprihen. Die richtige Mischung der Lösung erzielt man in einem Verhältnis von 15 bis 20 Kilogramm Eisenvitriol auf 100 Liter Wasser. Der richtige Zeitpunkt für die Anwendung sowohl des Kalkstickstoffs als des Eisenvitriols ist bei sonnigem, windstillem Wetter gegeben. Wenn Regen zu erwarten ist, ist davon abzusehen. 3m übrigen richtet sich bie Wahl zwischen den hier beschriebenen Mitteln zur Llnkrautbekämpfung ganz nach bet Verbreitung bieser gelbplagen unb den schon gemachten Erfahrungen. Naturgemäße Behandlung des Kälberdurchfalls. Der Durchfall ber Kälber ist für ben Landwirt unb Viefryalter zu einer wahren Geißel geworden. Der massive Stall, der Stall überhaupt, namentlich bann, wenn er schlecht gelüftet, dumpf, bunfel, feucht, überwärmt ist, bie lieberfütterung der Tiere mit eiweißreichen Futtermitteln, der Mangel an Bewegung, an Licht unb Luft, bas sind die Lirfachen für ben Durchfall der Kälber. Rimmt man bie Tiere dann aper auch noch von ber Mutter unb steckt sie in kalte, sog. Kälber- buchten, dann muß doch ein so zarter Organismus erkranken. Das Fundament ber Iungviehaufzucht ist bie Wärme und die richtige Haltung und Ernährung des Muttertieres. Liber auch die rauhe Zunge des Muttertieres, mit ber es bas Junge leckt unb massiert, ist für das Kalb notwendig. Allerdings kann dem Kalbe die viele Milch die manche Muttertiere geben, auch nachteilig fein. Lim nun dem Kalbe die Wärme ber Mutter unb die Mutterzunge zu erhalten, ihm aber nicht zu viel Milch zu geben, bringe man kleine Verschlüge ^n^Wahrheit zu einem Kunstwerk über Kunstwerke macht. Im Verlag von Hugo Schmibt-München ist soeben zum 60. Geburtstage Wölfflins eine Festschrift erschienen, bie als ein Kunstwerk von außergewöhnlichem Wert bezeichnet werben muß. Was von Freunben jinb Schülern des Meisters auf den mehr als 300 Seiten des Buches, verschönt durch 132 Abbildungen, als „Beiträge zur Kunst- und Geistesgeschichte" davgeboten wird, erhebt sich in so ungewöhnlichem Maße als graphisches und geistiges Kunstwerk über den Rahmen des Lieblichen, dah eine besondere unb ausführliche Würdigung geboten scheint. Unter Reinhards Regie in Nenyork. Die englische Aristokratin Lady Diana Duff Cooper, die für bie schönste Frau Englands gilt, hat als Madonna in dem von Reinhardt in Reuhork inszenierten Mysterienspiel „Das Mirakel" das größte Aufsehen erregt unb viel zu bem großen Erfolg bieser Vorstellung beigetragen. Sie veröffentlicht jetzt im „Daily Expreß" ihre Erinnerungen an ihre Schauspielerzeit in Amerika unb erzählt babei allerlei von Reinhardts Regie. „Der führenbe Genius bei ben ununterbrochenen Proben," schreibt sie, war Max Reinhardt. Er war ber Quell ber Begeisterung, ber bie 600 Darsteller ben ganzen Qlbenb hindurch frisch unb leistungsfähig erhielt. Lim ein Werk von fo großem Ausmaß tzu inszenieren, muß ber Regisseur mehr ein Oberbefehlshaber sein, ein Stratege ber Bühne, ber große Massen zu bewegen weiß. Alle Eigenschaften für eine Derartige Leistung brachte Reinhardt mit. Der untersetzte fleine Mann, ber mit einer angenehmen Stimme sprach unb niemals in Zorn ober Metallbetten Liablmatt, Ktnder- betten, dir. anPriv., tat 31 NireL Elsen- DÖielUhLSutiin »eeeHHHei MUiwr spei eü* ßklMMl siüs BUcbirichrlnii Schreibtische Belder.chrlnki . unb 2tüx, mit U ohne Lviege» Divan» ChaUelongnes WW. WM i UW InilHiJ ASSL die erste große Gegenbewegung gegen bie Aufklärung, in dem Londe Bismarcks, dessen große Lehre von der stolzen Selbstbehauptung des Staates nach außen hin als dem höchsten Gut unverlierbar ist, in dem Lande, das feiner als irgendein anderes eine neue Zeit unb neues geistiges unb politisches Werden begreift. Lind die Iug.nd dieses Landes fühlt instinktiv, dah die deutsche Demokratie nichts zu bieten hat; die Jugend will Bejahung statt Verneinung: sie will statt der Internattonale ben nationalen Staat, statt der Freiheit Bindung, statt Individualismus Gemeinschaft, statt Friedseligkeit Heldentum, statt Ausllärung Religion— kurz, statt der alten Schlagworte neue Ideen, statt Reaktion den wahren Fortschritt, sie will nicht Vermorschtes, sondern Leben, statt Phiasm- schwall die Tat, — das ist der Gegensatz zwischen der greisenhaften deutschen und halbdeutschen Demokratie und der neuen Jugend. Kann jemand zweifeln, wer siegen wird? 187* 1924 MJahre foauns'usj Farbe B für den Maus&ali* I 6 Neuheiten zum Farben ohne Kocheft W __«» die Stoffarbe in Ta buffen form Z.*•!toCQl I” WiIbra fix pJh "/fcde.rfsrbe macht Schuhe u. ^vwIB&Jb GF Lederneren alter art wie neu! Erhältlich In allen einschlägigen Geschäften! U Wilhelm Brauns &m.b.K Quedlinburg VMWMW«MIIWWNWWNWWWg ~- rende Montan- und Industriewerte anscheinend auf Interessenkäufe und Deckungen bis vereinzelt um 3 Bill. Proz. in die Höhe gesetzt, was besonders von Stinneswerten gilt. Weiterhin konnten die erzielten Aufbesserungen aber nicht überall aufrechterhalten werden. Die Flüssigkeit für kurzfristiges Geld hat zugenommen, so daß der Sah hierfür 3/4 bis s/8 pro Mille pro Tag war. Die Lage am Devisen- und Banknotenmar-kt hat sich nicht von Bedeutung geändert. Börsenkurse. geitgemcihe Arbeiten im Garten. Karotten für den Winterbedar werden von Ende Juni bis nach Mitte Juli au abgetragene Beete, z. B. von Spinat, Salat usw., in frisch gegrabenes, aber nicht frisch gedüngtes Land gemacht. Für Juni-Aussaat eignet sich die Frankfurter halblange, für später find die kleineren Sorten, wie Amsterdamer oder Aantaise, zu empfehlen. Für Karotten muß der Boden besonders sorgsam gegraben werden, well sie in klotzigem, nicht genügend gelockertem Boden wohl Blätter, aber nur schlechte, sich verzweigende Rübchen bilden. B. sehen Industrie, die über Weltmarftparität ge» stiegenen Gestehungskosten, sowie die Schutzzölle verschiedener europäischer Bänder haben die Geschäfte unserer Ausländsabteilung hemmend beeinflußt. Trotzdem ist es uns gelungen, den Auslandsabsatz auf der Höhe des Vorjahres zu halten und insbesondere das Üeberseegeschäft zu fördern. Wir haben unsere Organisation weiter ausgebaut, um uns hierdurch einen Ausgleich gegen die derzeitigen SHwierigkeiten im Auslandgeschäft zu sichern. Eine Voraussage über die künftige Entwicklung des Geschäfts ist infolge der iln« Übersichtlichkeit der wirtschaftlichen und politischen Lage nicht möglich. Richt unerwähnt möchten wir jedoch lassen, daß in den letzten Wochen der Auftragseingang sich stark gemehrt hat, so daß wir uns veranlaßt sahen, eine erhebliche Steigerung der Fabrikation in den meisten Abteilungen vorzunehmen. * D d ckerhoff & Widmann A - G. Biebrich Rach dem Bericht für 1923 war der Beschäftigungsgrad befriedigend, doch wurden einzelne Betriebe durch die Besetzung ungünstig beeinflußt. Die Fabriken sind weiter ausgebaut worden. In Düsseldorf-Reuß wurden etwa 40 000, in Hamburg etwa 20 000 Qm. Grundstücke erworben. Der errechnete Reingewinn von 188 174 Dill. Mark wird vorgetragen. Während der ersten drei Monate des neuen Jahres war die Bautätigkeit durch die Witterung beeinträchtigt, zum Teil vollständig unterbunden. Der heutige Auftragbestand befriedigt aber nach Wert und Menge, Doch sei die Verteilung von Gewinnen erschwert, well in verschiedenen Fällen die mangelnde Geldflussig- keit die glatte Wwicklung der Bauten störe. * Mheu na nia-Derein Chemischer Fabriken in Aachen. Durch die Ruhrbe- sehung und ihre wirtschastlichen Folgen mußten 1923 die im besetzten Gebiet liegenden Werke nach und nach stillgelegt werden. Sie konnten erst wieder im April ds. Is. in Gang kommen. Die Werke im unbesetzten Gebiet hatten im allgemeinen lohnenden Wsah. Mit der Herbstsaison frofft die Verwaltung eine Wiederbelebung des Düngergeschäftes. Der Lleberschuß beträgt 45 850 Dill. Mk. Eine Dividende wird nicht verteilt. * Rheinische Kreditbank Mannheim. Das zur Gruppe der Deutschen Dank gehörende Unternehmen berichtet für 1923 von einer befriedigenden Entwicklung der Zentrale sowohl wie der großen Mehrzahl der Zweigstellen, soweit von einer ersprießlichen Geschäftstätigleit im Inflationsjahr 1923 überhaupt die Rede sein kann. Das Ergebnis der links rheinischer! und besonders der pfälzischen Riederlassungen wurde durch den längere Zeit andauernden, fast völligen Geschäftsstillstand im besetzten Gqbiet beeinträchtigt. Dec Reingewinn stellt sich auf 1 025 000 Dillionen Mark. Von einer Dividenden Verteilung wird Abstand genommen. Auch dieses Institut hat verschiedene Deposilenkassen und Zahlstellen aufgelöst und dementsprechend auch den Personalbestand bedeutend vermindert. * Faber & Schleicher A.-G. Offenbach. Die Gesellschaft bezeichnet den Beschäftigungsgrad von 1923 als befriedigend. Eine Arbeitseinschränkung war nur vorübergehend erforderlich. Der für 1923 verbleibende Reingewinn von 15 518 Dillionen Mk. wird vorgetragen. * Konkurs. Heber das Vermögen dec Firma Müller und Midwer, FabrÄ feiner Lederwaren in Offenbach, ist das Konkursverfahren eröffnet worden. Forderungen sind bis zum 12. Juli beim Amtsgericht Offenbachs anzumelden. * Amerikanische Aufträge an d ie Germania-Werft. Wie der „Deutsche Handelsdienst" zuverlässig erfährt, hat die Standard Oilcompany in Rew Jersey (11. S. A.) vor einigen Wochen der Germania-Werft in Kiel den Bau von drei neuen Tankschiffen mit Dieselmotoren und außerdem den Umbau von drei Tankdampfern in Diefelmvtorschiffe in Auftrag gegeben. Ein gleiches Schiff ist von holländischer SÄte bei der Werft bestellt worden. * Ilsede r Hütte A.-G. zu Groß -Il- ede. Rach dem jetzt vorliegenden Gefchäflsbe- ächt für 1923 war dieses Jahr eines der schwer- ’len, das die Gesellschaft hat durchmachen müssen. Der Einbruch in das Ruhrgebiet beraubte sie ast vollständig der deutschen Drennstoffquellen. Wenn auch ein nach außen sichtbarer Erfolg in Gestalt eines ausschüttbaren Gewinns den Ättio- nären nicht beschießen war, so kann die Gesellschaft doch feststellen, daß an dem Ausbau der Werke und an Der Vorbereitung für eine er- prießliche Arbeit in der Zukunft nach Möglichkeit gearbeitet worden ist. Es kann die Hoffnung ausgesprochen werden, daß bei Eintritt der Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft die Ilseder Hütte in jeder Weise wettbewerbsfähig die Versorgung des deutschen Eisenmarktes aufnehmen kann. Der Gesellschaft war es möglich, die Ab- chlußbilanz für 1923 auf Goldmart umzustellen. Der Lleberschuß für 1923 in Höhe von 76 520 Gvldmark soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. In der Goldmarkeröffnungsbiianz per 1. Januar 1924 erscheinen die Anlagen auf Grund der Bestimmungen Der Goldmartb lanzverordnung mit 63 150 000 Goldmart. In Verfolg dieser Maßnahmen ist vorgeschlagen worden, die Aktien der Gesellschaft von 1500 auf 2400 heraufzrlletzen. Auf dec Passivseite erscheinen außer Dem Altlenkapi- tal und der Summe der schwebenden Schulden eine Rückstellung für Aufwertungsforderungen und Verpflichtungen in Höhe von 26 Millionen Gm. Frankfurter Dorfe. Frankfurt a. M.» 20. Juni. Tendenz: Fest. — Das große Interesse, das seit einigen lagert für die deutschen Anleihen besteht, gab auch heute der Börse das Gepräge. Der Kurs für die hauptsächlich gehandelte 5prozent. Kriegsanleihe ist jetzt auf 0,145 fixiert. Wohl kommen noch kleine Schwankungen nach oben oder unten vor, aber im allgemeinen ist die Tendenz fest und Die Anleihewerte sind bet weitem nicht mehr den großen Schwankungen der letzten Tage unterworfen. , Daraus folgt, Daß nicht nur die Spekulation sich auf das Anleihegeschäft geworfen hat, ondern auch vorsichtigere Kreise sich mit mehr Interesse dem Anleihemarkt zugewanDt haben, der dadurch eine solidere Basis gewonnen haben dürste. Lind in Der Tat findet auch die Lllisicht ilöhlich immer mehr Anhänger, daß schließlich wch eine Aufwertung dieser Anleihen vorgenom- men werden Dürfte. Wie gestern, so tritt auch heute der Kassamarkt stark in den Hintergrund. Da aiyfr heute wieder größere Verkäufe seitens Der Industrie vorliegen, erfahren die meisten Papiere zunächst geringe Abschwächungen, weil das etwas kauflustig gewordene Ausland und das große Publikum wohl als Käufer auftreten, aber mit ihren Aufträgen gegenüber dem Angebot doch ein wenig in Der Minderheit traten. Später aber besserte sich die Haltung, als neue Deckungen seitens der Spekulation borgen Xiamen tour Den. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. , Zum ersten Male seit langer Zeit konnte die ^Dörsr an einzelnen Tagen der vergangenen Woche Frieder etwas aufatmen und Hoffnung auf eine bessere Zukunft schöpfen. Ob diese Hoffnungen ^nicht verfrüht sind, wird allerdings erst die Zukunft lehren. Man glaubt in Dörsenkreisen, Daß Die Kreditnot der Industrie in zu hohem Maße auf Die Gestaltung Der Arbeitsmarktlage zurückwirkt, daß die Reichsbcmk sich rasch entschließen müsse, in der Frage Der Kr edi t- gewährung größeres Entgegen! om- m e n zu zeigen. Zweifellos hat die schematische Krediteinschräickung bereits sehr bedenkllche Folgen für Die proDuktiven Kreise der Wirtschaft gezeitigt. Aus allen Teilen Deutschlands liegen Berichte vor, die deutlich erkennen laßen, daß die gesamte Wirtschaft unter dem Drucke der Geldknappheit in der Gefahr schwebt, völlig zum Erliegen zu kommen. Der Generaldiocktor H e rt = t i ch von den Deutschen Werten hat auf diese Gefahren in der Generalversammlung seiner Gesellschaft nachdrücklich hingrwiesen. Diese Stimme verdient deshalb besondere Beachtung, weil es sich um den Leiter eines Unternehmens handelt, dessen Betriebe nicht nur Die verschiedenartigsten Erzeugnisse Herstellen, sondern auch räumlich über ganz Deutschland verteilt sind, so daß das Gesamtunternehmen der Deutschen Werke einen deut- schm Industrieorganismus in verkleinerter Form darstellt. Man kann ferner nicht behaupten, daß der Leiter gerade dieser Gesellschaft einseitig privatwirtschaftliche Interessen vertrete, denn es hudelt sich um ein Unternehmen, dessen Hauptakt ionär das Reich selbst ist. Die Börse glaubt sich auf Derartige Oleußerungcn besonders stützen zu können, wenn sie von einer bevor st ehen - denMilderungderKreditpolitikder Reichs bank spricht. Ob aus diesen Vorgängen schon die Hoffnung auf eine durchgreifende Besserung der Dorsenkonjunktur hergeleitet werden darf, erscheint zum mindesten sehr zweifelhaft. -Um Dem Effektengeschäft einen starken Impuls zu geben bedarf es vor allem Der Gefolgschaft weiter Publikumskreise. Rach der allgemeinen Lage der Geld- und Einkommenverhältnisse besteht jedoch vorläufig hierfür keine große Aussicht. Die Börse wird noch auf geraume Zeit hinaus den weitcLis größten Teil aller Geschäfte in sich tätigen müssen. * ’ Bergmann-Elektrizitätswerke A.-G. Berlin. Für das Geschäftsjahr 1923 verzeichnet die Gesellschaft einen Reingewinn von 75 345 Dill. Mk., der nach Rückstellung eines De- trages von 40 000 Gm. für die Tantieme des Auf- sichtsrates auf neue Rechnung vorgetragen wer- den soll. Der Dericht des Vorstandes fuhrt u. a. aus: Der Zerfall unserer Währung und Damit verbunden das weichende Vertrauen zur deut- <% Zolltürken......... 5°/0 Goldmexikcmer...... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. barmst, und Naiionalbank . Deutsche Bank......... Dcuische Bereinsbank . . . . DiSconko Commandit . . . . Metallbank........... Mitteldeutsche Creditbank. . Oeste,reichische Creditanstalt. Weltbank............ Bochumer Guß BuderuS............ Caro ............. Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahiitte........... Oberbedarf Phönix Bergbau ...... Rheinitahl...... .. .. Riebcck Montan........ Tellus Bergbau........ Samburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont -Guano Badische Anilin........ Cbemiichc Mayer Alapin . . Goldschmidt Gries cimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkoblung........ Nücgerswerke Scheideanstalt......... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Mainkraftwerke........ Schlickert............ Siemens & HalLke...... Adlcrwerke Kleyer ..... Daimler Motoren....... Heyligenstaedt......... Meguin............. Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Mctallgcselvchaft Frankfurt. Pct. Union A.-G........ Schuh, abrik Herz . . .... Sichel............’ Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . , Unholde nicht vertragen. Mancher Obstzüchter wird sich durch das Anbringen solcher Spiegelglasscheuchen einen guten Dell seiner Ernte retten. Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 20. Juni. (Wolff.) Da der Ab- satz nach anderen Gegenden sowie die Ausfuhr inS Stocken geraten ist. drängt sich das inländische Angebot von Getreide nach Berlin, w) aber auch die Aufnahmefähigkeit verhältnismäßig gering ift •) Dom AuckzahlungswerL. i 1 L Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark au-gedrückt. Bueno--Stre», London, Neu» York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einyeilen, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahluna. Fragekasten. Frage 30: Die bereits ausgewachsenen Früchte meiner Erdbeeren bleiben hart und faulen am Stock, ohne Daß sie zur Reife gelangen. Was ist die Ursache dieser neuen Krancheit und wie flann man sie bekämpfen? Antwort: Der Erbbeermehltau, um den es sich aller Wahrscheinlichkeit nach hier handelt, ist eine zum Glück noch wenig verbreitete Krankheit und eine Eigentümlichkeit mancher Sorten^ So wird z. D. die Sorte Deutsch Evern fthr leicht pon ihr, andere Dagegen gar nicht befallen. Zu enger Stand Der Pflanzen, namentlich wenn sie im Herbst nicht gründlich abgerankt worden sind, zu hohes Alter der Stocke (Erdbeeren läßt man nur vier höchstens fünf Jahre alt werden) and StickstofsDüngung im Frühjahr, die ein za üppiges Blattwerk erzeugen, begünstigen das Auftreten. Die Bekämpfung besteht im Vernichten Der ganzen befallenen Pflanzung durch ilmrigolen auf 50 Zentimeter Tiefe und Anlage neuer Beete an anderer Stelle. Ranken von befallenen Pflanzen Dürfen unter keinen UmftänDen zur Weiterzucht benutzt werden. Auch ist ein Wechsel Der Sorte zu empfehlen. Frage 31: In meinem Garten tritt in diesem Jahre eine bis dahin nicht gekannte Krankheit auf, die sich in der Weise äußert, Daß die Kohl- Pflanzen im Wachstum zurückbleiben and schließe lich welk werden. Zieht man sie aas Dem Boden, so sind daran bis faustgroße Beulen und Anschwellungen. Was ift „Die Ursache und wie bekämpft man diese Krankheit? An twort: Es handelt sich um die in hiesiger Gegend leider sehr bekannte Kohlhernie, einer Krankheit, die besonders gern in schwerem Boden da auftritt, wo nicht genügend gekalkt oder zu flach und bei nassem Wetter gegraben wird, wo es also an der notwendigen Bodenlüs- tung mangelt. Die Ursache ist meistens ein Pilz, welcher im Boden überwintert und durch kranke Köhlstrünke verschleppt wird. Es können bei dieser Kohlhernie kopfgroße Wucherungen entstehen. Von einem Ertrage derart erkrankter Pflanzen kann natürlich keine Rede sein. Eine zweite Art der Kohlhernie wird durch Den Kohlgallenrüßler verursacht. Der Die jungen Pflanzen ansticht und seine Eier in Die Wunde ablegt. Der Unterschied besteht darin, Daß in diesem Falle Die Anschwellungen von Maden, den Larven des Schädlings, bevölkert sind. Die Bekämpfung besteht in jedem Falle Dann, daß man alle erkrankten Pflanzen sobald wie möglich beseitigt, aber sie nicht auf den Kompcsthaufen wirft, 5er dadurch zur Brutstätte der Krankheit gemacht würde, sondern sie verbrennt. Ins Feuer gehören auch alle Kohl- pslanzen. Denen das Herz fehlt, weil sie verdächtig sind, vom Kohlgallenrüßler cmgestochen zu sein. Ferner gehört zur Bekämpfung gründliche Dodeiioearbeitung and Fruchtwechsel. Wo Kohl gestanden, Der an Der Hernie erkrankt war, muß zünächst im Herbst gekalkt und im folgenden Jahr eiste andere Gemüseart gebaut werden. 3it Billionen Prozent ifranffurta. M. Berlin Schluß Kur» I Schlui.» | filtr» Schluß. SchlUtz. 6ur» Datum: 19. S. 20. 3. 19. 6. 20.6. 5% Deutsche ReichSanlethe . 0,132 0,137 0,132 6,135 4% Deutsche Retchsanlei^e . 0,400 0,420 0,030 0,410 3'4% Deursche ReichSmilcthe 3”/.. Deutsche Re ich sau leihe . Deutsche Svarpramienanlcihe — 0,2 0 0,285 Ü,?90 0,700 0,740 0,700 6,720 0,110 0,130 0,125 0,1.0 4% preußische Konsols . . . 3 Hessen........ . 0,270 0,280 0,270 0,KV 3°/o Heilen........... — _ — 0,340 ___ _ —w Deutsche Wertb. Dollar-Anl. 4,2 4,2 4,2 4.2 dto. Doll.-Schatz-Anireisng.') 78,40 77,5 78,4 77,6 19. Juni 20. Juni R^vart. 19. |20. Amtliche Notierung Amtliln Notieru ri Geld Vrlei (Selo ■Brief Amst.-Rott. 156,81 157,r;9 157,11 157,89 hnrrlhnrr Brss.-Slntw. 19,65 19,75 19,05 19,75 voll voll nn(( Christicinia. 56,46 56,74 66,71 56,'9-. hon Hohenhagen Stockholm . SelsingsorS. Italien. . . 70,32 70,93 70,82 71,18 hoff 110,,2 111,28 110,97 111,63 hort 10,40 18,16 10,52 16,25 10,46 18,10 10,52 18,20 voll hnfl voll hnls London. . . Neuyork . . 18,105 4,19 18,196 4,21 10,206 4,19 16,296 4,2! voll nr>ff Voll hnff Paris.... Schweiz . . 22,665 22,785 22,605 22,785 voll holl 73,91 74,29 L6.14 74,06 74,44 von voll ©hänfen . . Wien in D.. 55,86 b6,16 66,44 voll voll Oest. abgeft. 5,90 5,92 5,90 5,92 holl voll Prag . . . . Budapest. . Burn.-SireS Bulgarien 12,37 4,59 1,335 3,04 12,43 4.61 1,845 3,06 12,37 4,59 1,336 3,015 12,43 4,61 1,243 3,035 voll voll voll holl voll voll holl Japan . . . *to de Jan Belgrad . . Lissabon . . 1,665 0,44 4,986 11.72 1,695 0,45 4,985 11.78 1,695 0,14 4,90 11,72 1,705 0.45 6,0) 11,78 holl voll voll voll voll voll voll voll Berlin, 20. Juni Geld stevark. | Briet °/n Amerikanische Noten..... Belgische Noten........ Dänische Noten....... Englische Roten........ 4,19 19,60 70,62 18,1 -3 22,63 156,61 18,10 56,61 5,87 4,21 19,70 70,98 18,25 22,78 157,39 18,29 66,09 5,89 voll voll voll Französische Note«..... Holländische Noten.....' Italienische Noten..... Norwegische Noten..... doll voll holl voll Deutsch-Oeslerr-, i ioo Kronen Rumänische Noten ... voll voll Schwedische Noten.....' 110,97 1.83 111,53 holl Schweizer Noten ... . voll Svanische Noten .... 56M 32,32 4,49 74 44 58,24 12,38 4,51 voll Tschechoslowakische Noten Ungarische Noten . ... ' 1 voll voll voll Spiekplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 22. Juni: Der Rosenkavalier. Montag, 23.: Frasquita. Dienstag, 24.: Fidelio. Mittwoch, 25.: Carmen. Donnerstag, 26.: Der Sprung über Den Schatten. Freitag, 27.: Ariadne auf Raxos. Samstag, 28.: Die Zauberflöte. Sonntag, 29.: Lohengrin. — S chau sPiel- Haus. Sonntag, 22. Juni: Im weißen Rößl. Montag, 23.: Hamlet in Krähwinkel. Dienstag, 24.: Anarchie in Sillian. Mittwoch, 25.: Im weißen Rößl. Donnerstag, 26.: Wilhelm Teil. Freitag, 27.: Dame Kobold. Samstag, 28.: Anarchie in Sillian. Sonntag, 29.: Im weißen Rößl. Büchertisch. X Hellmuth Unger: Toddins ewige Masken (Verlag Th. Weichert in Leipzig). Eine dramatische Symphonie nennt Unger eine Reihe packender Szenen voll Farbe, voll neuer 1 Gedanken, skizzenhaft oft und doch zusammengeschweißt dürch eine große Idee, Die eine Idee unserer Zeit, den Kampf gegen die Materialisation, den Kampf gegen das Gold, dessen alles beherrschende Macht, vorerst bloß geahnt, Dem Dichter der Dämon der Zeit ist. Ein Erlösungs- Drama ist es: ein Christus ersteht, der Die Menschheit vom Gvlde befreien will. „Alle Jahrhundert wird einer erstehen, einer, berufen, kraftstürmend und frei, himmlische Winde, Die ihn umwehen, tragen wieder Den gleichen Schrei. Fasos, des asiatischen Settierers Kampf gegen „Toddins Masken", unter Denen sich Der Machtkihel des Goldes in tausendfältiger Gestalt verbirgt, der Machtwille derer,, in denen alle Rot, alles Glend sich zusammenballt, die niemals Den Schrei der Millionen hören, Die doch auch Menschen sein wollen wie sie, Fasos Kampf zerschellt an Der Stumpfheit feiner Gefährten, Die um das tägliche Brot ihr großes Ziel aus dem Auae verlieren, sich wieder der Knechtschaft des Goldes beugen. „Erst wenn sich Menschen in Höherem fanden, wo jede Grenze im Ganzen vergeht, dann ist das neue Reich erstanden well der Bruder Den Bruder versteht." Mit Diesem Ausblick schließt die Dichtung? — Wir sahen hier im vergangenen Winter Ungers „Menschikow und Katharina", ungleich geschlossener in der Handlung weit bühnengerschler atä dies neue Drama, das breit ausladend Menschheitsprobleme mit hohem dichterischem Schwung gedankenschwer und doch tn einer bunten kaleidosApartigen Rahmenhandlung erörtert. Auch dieser neue Unger sollte eine wagemutige Bühne finden, einem geschickten Regisseur müßte es eine lohnende Ausgabe sein. Bekam, An Stelle des Mnnl- und Klauen^ °^°-le..en «Wie- u. 1 V:?' fr »« $0 LUM öä £i^-na H-slG Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, 22. Juni. 1. Sonntng n. Trin. Stadtkirche. 8: Zugleich Christenl. f. D. Reukonfirm, aus Der Markusgem. Pft. Becker. 91/,: Prof. D. Schian. 11: Kinderkirche f. D. Matthäusgem. Pft. Mahr. — Iohcmneskirche. 8: Zugl. Christenl. f. D. Reukonf. a. D. Lukasgem. Pft. Bechtolsheimer. 91/,: Zugl. MilitärgottesD. Pft. Ausfeld. 11: Kin- Derkirche f. D. Iohannesgem. Pft. Ausfeld. - Kirchberg. 10; 11: Christenlehre f. D. weibliche konfirm. Jugend. V/,: Lollar. — Wieseck. 9'/,. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 21. Juni. 41/, u. 7 Beichte. Sonntag, D. 22. Juni. 2. Sonntag nach Pfingsten. 61/, Beichte, 7 Messe, 8 Kom., 9 Hochamt m. Pr.» 11 Messern.Pr., 272 Christen!, u. And. m. Segen. Donnerstag, 26. Juni. 6 Segensamt, 4'/, Beichte. Freitag, 27. Juni. 6 Segensamt. Montag, Dienstag, Mittwoch u. Donnerstag abends 8 Segensandacht.' - Grünberg. Sonntag 9'/, Messe m. Pred. Weizehr war von Sachsen vorübergehend etwas nach Süddeutschland und Hamburg gegangen. Dieser Abzug Hit aber wieder aufgehört und das mitteldeutsche Angebot macht sich hier von neuem bemerkbar. Für Roggen sind Die Forderungen weiter ermäßigt worden, sind aber doch nicht groß genug, um Die Mühlen bei den anhaltenden Verkaufsschwierigkeiten für Roggen- und Weizenmehl zu Anschaffungen zu veranlassen. Am stärk- ften war Hafer angeboten, die Preise stellten sich durchweg wieder niedriger. Cs würben notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt, 140 bis 145 (flau), Mecklenburg. 135 (flau), Roggen, märt, 116 bis 127, Braugerste 141 bis 150 (matt), Futtergerste 130 bis 136 (matt), Hafer, märt, 118 bis 128 (matt), schlesischen 123 bis 126 (matt), westpreuß. 116 bis 118 (matt); für je 100 Kilo: Weizenmehl 20,50 bis 23,50 (matter), Roggenmehl 17,72 bis 20,50 (matter), Weizenkleie 8,60 (matter), Roggenkleie 8,30 (flau), Vlltoriaerbsen 19 bis 20, kleine Erbsen 14 bis 15, Futter erb, en 12 bis 13, Peluschken 10 bis 11, Ackerbohnen 13 bis 14, Wicken 11 bis 12, Lupinen blau 9 bis 10, gelb 13 bis 14, Rapskuchen 8,60, Leinkuchen 16 bis 17, Trockenschnitzel 6,20; für je 50 Kilo: .Kartoffeln, weiße, rote, gelbe 2 (waggonweise), Weizen- unD Roggenstroh, drahtgeb. 0,60 b.s 0,75, Hafer- sttvh, drahtgepreßt 0,50 bis 0,65, Gerstenstroh 0,50 bis 0,65, Häcksel 0,90 bis 1,00, Wiesenh'u gut, gesund und trocken 1,90 bis 2,10, handelsübliches Heu 1,30 bis 1,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 20. Juni. Es notierten je 100 Kg. Weizem Wetterau- 16,75 bis 17, Roggen 15,25 bis 15,75, Sommergerste für Brauzwecke 16,50 bis 17, Hafer, inländ. 15,25 bis 15,75, Weizenmehl, süDd. Spezial 0 27,25 bis 28,75, Roggenmehl 22,75 bis 23,50, Weizen- und. Roggenkleie 8,25 bis 8,75. Vckmii Die biesjähtige i der Stabt Eiegen fin Mittwoch, Den 18.' 25. Kni, und Mil jedesmal von 3 bik im JmpsloKale -1 Mädchenschule, Jmpspsiichttg im sind die im vorigen und die noch nicht ( Jahren. Die hiesigen Einw Kinder haben, wer teminen, in welchen der unentgeltlich oo geladen. Wer hierzu nich impspsiichtiges Kind ans seine Kosten im dieses nicht, so wird il Jahres eine Frist Do hoiung der Ompfunq 9e|et)t 3 Me in einem de tamine geimpften f W läge später abg ^chschau nochmals Kinder, die weg« JWW4gefteii gleichfalls an bi« en vorgeNi werden, und rem gewaschenen Fracht werden. T Am« mit Lymphe infiitut geimpft, 6 Familien, Krankheiten herrsch Zu den Fmpsiermim ihalH der Deterinärklinlken Giehen. Völker. 50940 Schneiderin Wügtllklipstl des Verbrauchers festgesetzt. Gießen, den 21. Juni 1924. einzuerteilt. 5062B reichen, die auch nähere Auskunft Gießen, den 19. Juni 1924. Verwaltung verloren Klinik — S-chtffenberger Weg Hohn 5092V Rittergasse. j in allen Apotheken und Drogerien erhältlichI ß 5hWAWAWAW\WAWWAWAWAWfA®rAWAWAWr/r’' 3ni. nt Sfö-n. Seichte- :, § gxgensandacht. effe Pred- A' neuer L znsnLnen- hängen. Gin verlorener Hof stach TDt und weih aus dem Stein. Ter Baumeister wußte nicht, daß Jörgs letzter Brief in ihm lebendig geworden war. Er wehrte das Bild ab und besann sich auf seinen besseren Sohn. Sein Todestag jährte sich bald. Die Grab- täfel lag längst auf seinem Hügel. Gottfried Dantiger hatte ihm das Wort darauf schreiben lassen: ,Cr öffnete das Grab und wälzte anderen den Stein." Ha, der Lenz war sein rechter Sohn, er hatte feinen anderen! Mit schweren Knien ging er zurück i.ns Haus, in sein kaltes, von der Drunnstube gekühltes Gemach Er schüttelte die Erinnerung ab und sehnte sich nach dem neuen Tag. Er hatte seine Lust an den Sorgen, an Kamps und Tücke und dem Spiel 41m die letzte Viertelstunde, denn das bewahrte ihn vor abwegigen Gedanken. Als der Bote ihm am nächsten Tage die Post brachte und Bankanweisungen, Getdsordr- rungen, Deckungsbegehren 'und Fälligkeitstermin» auf ihn einstürmten, ordnete er seine Geschäfte wie ein General, der zur Schlacht rüstet. Olm anderen Aachrnittag erhielt er schlimmen Bericht. Das Berkehrsminist^rium erhob Bedenken gegen die Eröffnung des Betriebes, bevor der Personen« bahnhos von Wolfenziel fertiggestellt sei. Er witterte Rolls Einfluß und wandte sich an das Kriegsministerium, irrdem er daraus hinw.es, daß ein Äotdach genüge. Die Hauptsache sei getan, die großen Militarranrpen könnten jede Stunde benützt werden, und darauf komme es an. (Fortsetzung folgt.) *kr t.Una kl I di??«» J I 1 ?Qlkn. Acn- f n> mär| 7^ VÄt MS 20, £ s* 13: flu Q l; N 14 «c» 0,65, ! ÄL ebörse. ?nj67= Werten , "J9iJ5 bis ]7 rScrfte fflr aländ. 1525S ilal o 27 25 L-! ' ,•>0 ^‘‘*5 bis lX)| Deizen- und I [Verschiedenes! Wer erteilt Unterricht in Mathematik Pensum der Ober- real febrile bis Ober« sekunda einschließl. ? Sehr. Ang. m. Preis u. 0210S6 g, d.G.Anz. 1.MVM8-MMUAMU Gießen BeranW öoid öefflfWen IBotoifpoiHlafi und MrtzesMen »mctninnö am Sonntag, dem 29. Juni 1924 6.30 Dormitttags: Schiffenbergrennen, Start Schiffenberg Kilometerstein 2, Ziel Schiffenberg Kilometerstein 6. 3 Uhr nachmittags: Geschicklichkeitsprüfung Sportplatz Trieb. Vallonschietzen, Ringstechen, Wasserkippen, Rampenfahrt, Fuchsjagd u. v. m. Men alles ÄMnt, bm V, Erlös ungs- «!.derdie Mensch. Ärhundert berufen, kmststür- öie ihn um. 531 schrei Fafos, W M „®obbin8 *r Aachtkihel des ^lt verbirgt der k Aot, alte Slenb den Schrei der Dmschen sein wos- ellt an der btumps. tägliche Drvt lufl« verlieren, sich olde» beugen. „Erst M sanden, lvo jede dann ist das neue »a den Druder der- »liestt die Ächtung, genen Winter Un» ungleich geil büfacngjrafya breit auälabenb M dichterischem )ch In einer bantai lung erörtert. Auch wagemutige Achne ieur müßte es eine Bühnenvolksfcund Zum letzten Mal! Sonntag, 22. Jnni, nachm. 4 Uhr auf der Waldbühne: 5Xe politische Lage Europas harre \xa> verschärft. „Es riecht nach brennenden Lunten." sagte der Baumeister, sorgte sich jedoch nicht darüber, sondern freute sich des Eifers, der der Dollendung seines großen Werkes zugute kam. An einem Sommerabend, der nach drückender Hitze kühle Lüfte in der Ferne niedergegangener Gewitter mit sich brachte, überkam den Baumeister das Bedürfnis, sich im Garten zu ergehen und den frischen Hauch einzuatmen, der von den Wasserfällen herüberwehte. Er hatte die Post gelesen und wieder nichts darin gefunden von dem Verschollenen. Kern Mensch ahnte, daß Gottfried Dantiger seit einem Jahre auf ein Lebenszeichen Jörgs wartete. Er hatte Jörgs Briefe gefunden und an das Konsulat in Christiana geschrieben, um Auskunft zu erhalten. Er hatte sich selbst eingeredet, das geschehe der Ordnung halber, aber auch die Amtsstelle hüllte sich in Schweigen. Seither waren zwei Monate verstrichen. Als er unter den Platanen aus- und niedrr- ging, kam ein Gefühl großer Einsamkeit über ihn. Ens war im Hause. Er sah ihren Schatten am erleuchteten Fenster — sie sah über den Tisch gebückt — und dieser Anblick lieh ihn das Alleinsein noch stärker empfinden. Ein sanfter Wind wühlte in den mächtigen Bäumen und das Rauschen des Wassers klang nicht anders als das Rauschen der bewegten Blätter. Dantiger war nie im Rorden gewesen, aber er horte plötzlich den Fjord unter dem Aufschlag eines Dergstrvmes rauschen und sah die graugrünen Felsen turmhoch über dem Wasserspiegel Frau nimmt 021163 Ztärkewäsche zum Bügeln bet billigen Preisen an. Kreuzplak 6 UI. Eine Verpächter- uni Pächterversammliiäfl findet am Dienstag, dem24. Juni 1924, abends 8.30 Ohr hei Gastwirt M, Kaiserallee 17 statt. Alle Mitglieder der betreffenden Vereinigungen find hiermit eingeladen. Tagesordnung: Steuerfragen. 021133 zügige, kühne Unternehmer gewesen, jetzt, da er persönliche Gegner vor sich sah und spürte, daß sie ihm ans Leben wollten, jetzt wurde der Kampf zum Ringen einer überlegenen Persönlichkeit mit einer Menge Heiner Geister, und der Daumetster schrieb seinem Schwiegersohn in einem Driefe: „Mein Söhn Jörg, der Ausreißer, hat einmal eine Betrachtung veröffentlicht unter dem Titel „Der Einzelne und die Masse". Ich habe nicht viel davon gehabt, weil ich für theorettsche Dinge nicht viel übrig habe und mein Schulsack zu leicht ist, aber ich fühle mich jetzt wieder einmal der „Masse" gegenüber. Wenn's auch nur ein Dutzend Herren sind, die die Drähte ziehen, so laust ihnen doch alles zu, sobald die Ferner- stehenden den Eindruck haben, daß ich über ihre Fäden stolpere. Ich hab' ihnen aber schon viel Garn zerrissen und sie sollen mich nicht Wersen. Wer die letzte .Viertelstunde gewinnt, gewinnt alles. Am Tage, da die erste Lokomotive mit Kranz und Fahme durch den Wvlfenberg dampft, hab' ich gewonnen. Aber auf diesen Lokdmotiden- pfiss muß ich es ankommen lassen. Solang muß ich kämpfen. Stolpere ich vorher, fr fallen sie auf mich wie die Hunde." Er ging nur selten aus seinem Hause, weil er sich der Schwäche schämte, die ihm doch nur wenige anmerkten, und lenkte sein Schicksal vr»m Ofensitz aus. Das Telephon wurde nicht kühl vom Griff seiner Hand, und oft schalt seine Stimme so laut wie in jungen Tagen. Sie bekamen ihn nicht zu packen. Es wurde Sommer, und im Sommer war die Strecke fertig gebaut und der Dckhnhof von Wolsenberg soweit gefördert, daß die Regierung daran denken konnte, die Dahn am 15. September in Betrieb zu setzen. Am Dienstag, dem 24. Juni, abends 8y4 Uhr, spricht Pastor Ludwig Heitmann, Hamburg über das Thema: las religiöse Mta les Masseoletas in der Neuen Aula der Universität. Eintritt 1 Mk., auf Studentenkarte 50 Pf. Vorverkauf bei Herrn Hausverwalter Ritter. 021105 Er schwieg. Er hatte sich bis zuletzt gerade gehallen, jetzt sank er in den Stuhl, aber eine Flamme war aus dem Feuerberg geschoffen, den er immer noch lebendig tn der Brust trug, so viel Schlacke auch darüber gehäuft lag, und diese Flamme ergriff Ens und verbrannte alles an ihr, was sie geringer hatte denken lassen von dem Baker. „3$ danke dir für dieses Wort," sagte sie wid'bückte sich, küßte ihn auf die Stirn, auf der ein Perlenkranz ferner Schweißtropfen glitzerte, Und tat nach seinem Willen. Sv ward zum Gndkampf alles ins Spiel geworfen, waS die Dantiger besaßen, und sogar das Haus unterm Felsen belastet, um neue Mittel zu erhalten. Rur das Haus an der Sonnhalde blieb frei. Pometta erwarb es aus Bvonnens Besitz, und der Baumeister, der ihm dazu geraten, erklärte, daß sie dort wohnen, Aepfel schütteln und Kinder zeugen sollten, wenn die -Zeit gekommen fei Er sprach im Ernst, aber ein Unterton verschleierten HumorS schwang darin, und Ens und Giovanni horchten voll Freude auf den lang vermißten Klang. Es schien, alS lebte Gvttftied Danttger noch einmal auf. Der Kampf reizte ihn, sein ungestümer Wille brach stürmisch hervor. Solange er sich mit Schwierigkeiten herumgeschlaaen hatte, die in der Sache selbst lagen, war er Der groß- Anstgenicinl. Suche für meine Nichte, tüchtiges bra* veS Mädel, mit Vermögen, einen gesunden, soliden christlichen Lebensgefährten in sicherer Sieb lang, MitieDreinig. Schr. Angeb, mögl. mit Bild, uni. 021097 an den Gieß. Anz. Anonnm zwecklos. AsliereS tfrl. sucht Bekanntschaft mit einem älteren Herrn zwecks Heirat» Wlvr. mit Sllnb nicht ausgeschlossen. Schr. Augeboie mit. 021138 an den Gieß. Anz. öüv die Sommermonate wird für lOjährigen Zungen Pslegestelleimöglichst auf dem Landes gesucht. Schulbesuch ersorderlich Nur gutes Haus kommt in fyraoe, wo strenge glicht vorhanden. Gest, fcbrlftl. Angeb. m. .‘uoftenannabe b. völlig freier Station, unter 5nS2D an den Gieß. Anz. erbeten. Mar teWtate Wir bitten unsere Mitglieder um zahlreiche Beteiligung an den Beranstaltungen [1M8D Oer Verein der Zrennde des humanistischen Gymnasiums. Belannimachung. Die Lieferung von etwa 1600 Zentner süßem Wiesenheu, beste Qualität, ist zu vergeben. Die Lieferung künn geteilt werden, auch wird sich der Ankauf einzelner Fuhren vorbehalten. Die Anlieferung hat möglichst frei Boden zu erfolgen; es wird hierbei für Fuhren innerhalb der Stadt das Fuhrwerk (2 Wagen) einschließlich Fuhrmann gestellt. Falls eine Anlieferung frei Boden nicht übernommen werden kann, ist der Preis frei Bahnhof Gießen einzusetzen, der auch in den Angeboten frei Boden anzu- Belanntmachung Die diesjährige öffentliche Impfung in ; her Stadt Gießen findet statt am: Mittwoch, den 18. Juni, Mittwoch, den ; 25. Juni, und Mittwoch, den 2. Juli, : jedesmal von 3 bis 5 Uhr nachmittags, ; im Jmpflokale — Turnhalle der Stadt- ; Mädchenschule, Schillerstrahe 8. Jmpfpflichtig im laufenden Kalenderjahr : sind die un vorigen Jahre geborenen Kinder und die noch nicht geimpften aus früheren Jahren. Die hiesigen Einwohner, die impfpflichtige Kinder haben, werden zu diesen Impfterminen, in welchen die Impfung der Kin- der unentgeltlich vorgenommen wird, ein« geladen. Wer hierzu nicht erscheint, muß sein impfpflichtiges Kind bis zum Jahresschluß auf seine Kosten impfen lasten. Geschieht dieses nicht, so wird ihm im Januar nächsten Jahres eine Frist von 4 Wochen zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt. Alle in einem der vorgenannten Impftermine geimpften Kinder müssen in dem acht Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Kinder, die wegen Krankheit von der Impfung zurückgestellt werden sollen, können gleichfalls an diesen Tagen dem Jmpfarzt vorgestellt werden. Die Impflinge müsten mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landesimpf- institut geimpft. Aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen Kinder nicht zu den Impfterminen gebracht werden. Gießen, den 7. Juni 1924. [4891B Der Oberbürgermeister. I. V.: Krenzien. Bekanntmachung. An Stelle des infolge Auftretens der Maul- und Klauenseuche im Kreise Gießen ausgefallenen Licher Pfingstmarktes findet Montag, den 30. Juni Schweine- u.tträmermartt statt. - Der für den 14. Juli vorgesehene Licher Zommermartt wird auf den 28. Juli d. J. verschoben. Mit letzterem ist Bullenauktion, Rindvieh-, Schweine- und Krämermarkt verbunden. Die vom Kreisamt Gießen erlastenen seuchenpolizeilichen Vorschriften sind zu beachten. L i ch, den 20. Juni 1924. Hessische Bürgermeisterei Cid). VknkbMtt Anfang 30er, mit allenkaufrnännischen Slrbeiten oertraut, sucht Nebenbeschäftigung in den Abendstunden. Gest. schr. Angebote u. 021126 an den Gieß. An». Werthts!ä»i>jg. 5000 Golomk. als Feingold-Hypothek auf Villa (Rohbau) mit schönem Garten gesucht. Schr. Ang. u. 021111 an den Gieß. Anz Wittschap oder dafti zu vachten gesucht; kl. Billa in Wetzlar, ». Alletnbewobnen, kann getauscht werden. Schr. Ang. unt. 021134 a. d. G. Anz. Wtwr., 60 Jahre, ev., Fabrikant, vermög., alleinstehend, kann ein lohnendes Geschäft gründen u. wünscht m.einsachern, tüchtigem Fräulein od.Wive, nicht unter 45 Jahren, mitHauS od. Wohnung, zwecks Heirat bekannt zu werden (1 Kind oder Ellern nicht ausgeschlossen). Ehrensache. Anonym zwecklos. Schr. Angebote unter 021114 an den Gies;. Anz. UMMchtungsn Bsäeeinrlchtungen jeder Art 5075c — Großes , Lager aller Wasch- und Toiletten - Gegenstände bei Rudolf Rödlger Walltorstraße 35 DerOberbürgermeister (Preisprüfungsstelle). Arbeitsveegebung. Zum Reubau eines Pfarrhauses in Odenhausen (Kr. Gießen), werden die Grd-. Maurer-, Zimmer-, Eisenbeton-, Dachdecker-, Spentzler- und Schmiedearbeiten zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Zeichnungen und Derttags- bedingungen liegen vom 26. ds. Mts. ab bei der Kreisbauverwaltung in Giehen, Zimmer Ar. 18 zur Einsicht offen. Angebote, zu denen die Unterlagen gegen Erstattung der Selbstkosten ebendaselbst erhältlich sind, sind mit entsprechender Aufschrift versehen, verschloffen und post- frei spätestens bis zum 10. Juli 1924, borm. 10 Llhr bei der Kreisbauverwaltung Gießen einzureichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt auf Zimmer Ar. 18 zum gleichen Termin in Gegenwart er- fchienenerBewerber. Zuschlagsfrist 14Tage. Gießen,, den 20. Juni 1924. Der Regierungsbaurat _______bei der Kreisverwaltung. 50798 liefert blendend weiße Wische mii dem frischen Duft der Rasenbleiche DfTHOMPSON'S m SEI FEN PULVER Id 2X er SllA üo V tn Erstklassige Einbeck-Billards:: Stunde 60 Pfennig Liter = 351/2 Pfennig 5088c einbauen. Erfolg garantiert. 5074c Rudolf RUdlger, IMorsM 35 Ml 09« Telephon 1337 4721V 1277D Prima Zum Unfertigen vickourz heugrar 021119 CCL 4000qw, von zwei Wiesen, la Kutter, Lichtspielhaus 5 Akte, 5095a 5 Akte. DAPOLIN DEUTSCHES REICHS-PATENT 33716 8 zu verkaufen 021135 Ludwiattr. 45 p. Kakao,Schokoladen, Pralinen Gennralvertrieb: Julius Funk, Sieden, Seilersweg 38, Telephon 888 ffimm nur halb soviel wie Mat&aHM Verwend'ihn wie Bohnenkaffee-ohne Zusatz M w Wirtschaftlichster Betriebsstoff für alle Kraftfahrzeuge, Landwirtschaftsmotoren usw. Pioch Sicher Straße 80. Für alle Rückvergütungs - Marken, welche seit 1. Januar 1924 in unseren Verteilungsstellen verausgabt wurden, wird in diesem Jahre wieder, wie früher, die übliche Rückvergütung gewährt. wieder aus Lager. Karl 9ao5 jt„ Baamaterialien onö öoWlong, Sronfiorter 5(r. 59. Verkauf in GIESSEN bei: Adam Kircher Bleichstraße 15, Telephon 1338 J. Maternus Ecke Frankfurter und Klinikstraße Neue Emder Matjesheringe! Poet- und Bahn versand! Die in ganz Deutschland bekannten, roeflen ihres vorzüglichen Geschuiackes beliebten und zarten ersten Emder Matjesheringe sind ab Mitte Juni wieder lieferbar. Ein Postfäßchen mit zirka 25 Stück Inhalt kostet Mk 4.— franko. Bei größeren Bezügen «Bahn- versand) verlange man Svezialosserte. Der Versand erfolgt unter l'aehnahme. Job. Klaa*sen. Salzhelinasgroirbdig. Emden 3 a. d. diordsee. Gegründet iE Spezialität: Postversand v. Emder Hering. Kassenschrankfabrik undTresorbauanstalt Fr. Krogrmann, Gießen Schanzenstraße 4 und 10 Fernruf 1401 FOr Jede Persoe wichtig! 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Die Abgabe kann nur vom 1. bis 15. Juli 1924 erfolgen, und zwar jedes Mitglied in der Derteilungsstelle, in deren Bezirk es wohnt. Dom Lagerhalter wird über die Ablieferung Quittung verabfolgt. Wir bitten unsere Mitglieder, ganz besonders davon Kenntnis au nepmen, oa{3 bfe gemeinschaftliche Sitzung des Dorstandes und Auffichts- rares beschlossen hat, " ' die Geschäftsanteile mit 20 Prozent die Spareinlagen mit 25 Prozent auszuwerten. sossv Der Vorstand. pflanzen gibt ab C WNV Wer will sparen?? Der lasse sich in seinen Gasherd „Clasen-Brenner“ «WWMemWe Wir fabrizieren u. liefern v. Vorrat: Mulden- u. Plattform wagen Weichen, Drehscheiben Lokomotiven, Feldbahngleise Anschlußgleise, Ersatzteile Vereinigte Werke für Bahnmaterial A.G., Butzbach/Hess. I Nur noch heute und morgen: Ehegeschichten Liebesabenteuer des Detektivs ,Z.“. 6 Akte aus dem realen Leben. 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