Är. SCO Erster Erscheint luglich, aufoet Sontu und Feierlag». Beilagen: VletzenerFamtlienblätter Heimat im Bild. monai$«Be$n(itrels: 2 (Boiömarh u. 2U Gold» Ptenntg für Trägerlohn, auch bei Nichlerscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech'Anschlüste: Schrifllettung 112, Verlag undGeschäftrstelleSl. Anschrift für Drahtnachrichten rlnjelger-tehe». potzschecttonro: Lranlsurl a. M. 11688. Blatt U4» Jahrgang Samstag, 2). vezcmver 192| GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesien Vrrck vnd Verlag: vrükst'sche llniverfitätr-vuch- und Stelndruckerei B. Lange in Sietzen. Schriftieitung und Sefchäftrftelle: ZchuMatze 7. Lnnahme von für bic Tage»numm«r bi» zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichbei^ preis für l mm hohe für Anzeigen von 27 mro Breite örllichZ, auswärl» 10 Doldpsennig; für Ne- Klame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpsennig, Plotzvorschrist 20“, Aufschlag. - Verantworilich für ‘Politik u. Feuilleton: I)r Friedr W'lh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein^sürden Xnju WHHH1 Außenpolitische Umschau. Bon Professor Dr. O. Hoetzsch, M. d. R. 3n Deutschland zerrt man In der Weise, die leider GotieS bei unS üblich geworden ist, hin und her mit der Bildung einer Regierung, und währenddem nähern sich wichtige und ernste ®nt- scheibungenl Wann kommt nun endlich der Bericht über die Militärkontrolle. die von Deutschland noch einmal zugestanden worden ist? Wann hört endlich diese Schnüffelei aus und diese Stimmungsmache, Me bestimmte Pariser Blätter ganz ziclbewuht betreiben? Jehl heißt eS. die Fertigstellung deS Bertch.S. an den ja das desini- tive Ende dieser in keiner Weise mehr berechtigten Militärkontrolle geknüpft ist, würde noch fünf btS sechs Wochen auf sich warten lassen. Man sieht, wie nach Dorwänden gesucht wird, um über den 10. Januar hinwegzukommen. Deutschland hat daS vertragsmäßige Recht, daß an diesem Tage die erste, die Kölner Zone, tolrlltch geräumt wird. CS ist gar kein Zweifel, dah die Dorschriften deS Versailler DertrageS dazu von unS erfüllt sind, vor allem In dem Punkt der Entwaffnung. Aber die Alliierten sind sich noch nicht darüber einig, waS man machen soll. England erkennt an. dah d t e Rechtsgrundlage klar ist: Abzug auS der Kölner Zone. Aber eS fragt sich, ob eS Frankreich allein im Ruhrgebiet noch stehen lassen kann, und Chamberlain nimmt auch diese Ginzelsrage mit herein in die grobzügige Reuregelung der englisch-französischen Dezii Hungen, die er sich alS sein erstes auhenpolitisches Ziel gesteckt hat. Dementsprechend weichen die englischen Minister auch auS, wenn von ihnen eine Antwort in Sachen der Räumung der Kölner Zone gefordert wird. Milttärkontrolle und Bericht darüber, Räumungsfrage, Handelsvertragsverhandlungen und Militär- kontrolle deS Völkerbundes, In diesen Worten sind nähere oder fernere auhenpolitische Entscheidungen und Entschlüsse zusammengefaht. Man muh diese Fragen nun im Lichte der Beziehungen zwischen England und Frankreich betrachten. Merkwürdig, dah die beiden Staaten, alS zwei ihrer politischen Einstellung nach sich verwandte Minister sie vertraten, mindestens gegeneinander traten und dah heute, wo in England der Konservative und in Frankreich der Radikale am Ruder ist, sich eine Annäherung anbahnt. Das geht auf die Energie und den Weitblick deS neuen englischen Auhenmini- sters zurück. Er sucht die Entente mit Frankreich wieder zu beleben, indem er die europäischen Differenzen (interalliierte Schuldenfrage, Räu- mung der Kölner Zone, überhaupt das Derhält- nis zu Deutschland) hereinrückt in den Gesamtbericht der Fragen zwischen den beiden Staaten. Die greisen noch auf andere Erdteile über, auf Kleinasien, wo man seit 1919 für beide Teile unangenehm rivalisiert hat, und auf RSüdafrika. Chamberlain hat im Hinterhaus bestritten, ein Abkommen über Marokko geschlossen zu haben. Das wird dem Wortlaut nach richtig sein, iln- zweiselhast hat er aber auch diese F.age in Paris besprochen und auch in Rom wird er sie gestreift haben. Sie ist in ein neues Stadium getreten, tocil Spanien nicht nur sich entschlossen hat, endlose und aussichtslose Kämpfe zu liquidieren und grohe Gebiete in Marokko zu räumen, sondern weil durch den Uebcrtritt mehrerer Kabylen- ftämme erhebliche spanische Riederlagen und Dev- luste noch dazu eingetreten sind. Die Verbindung zwischen Tetuan und Tanger, einem wichtigen internationalen Brennpunkte, ist unterbrochen, und Ceuta, der nördliche Hasenplatz Marokkos, der Gibraltar gegenüberliegt, ist isoliert. Damtt ist die Zone von Tanger in unmittelbare Röhe des Kriegsschauplatzes gerückt. Spanien scheint also seine Verpflichtungen in bezug auf Marokko nicht einhalten zu können. Ratürlich blickt F r a nf- reich gespannt dahin. Selbstverständlich blickt England gespannt dahin. Ebenso wartet aber auch Italien nur auf eine Gelegenheit, sich dort einzuschieben. Man braucht nur an die Marokko-Krise vor dem Kriege zu denken: dieselben Ramen. zum Teil d eselben Schwierigkeiten, und Hilter alledem die Machtverte.lung überhaupt im westlichen MittelländifchenWeer. Im Rahmen der englisch-französischen Beziehimgen ist so diese Frage ein sehr wichtiger Punkt geworden. Sucht Chamberlain die englische Außenpolitik Sin ein neues Verhältnis mit Frankreich zu bringen, so ist ebenso bedeutsam Baldwins Handels- und Zollpolitik. Am 17. begann eine Debatte von großer Bedeutung über diese Frage im englischen Unterhaus, und der liberale Oppositionsredner traf sofort mit seinem Antrag in das Schwarze, mit der Frage nämlich, wie man erwarten könne, von Deutschland Reparationen aus dem Dawes-Plan, von Frankreich und Italien Zahlung der alliierten Schulden zu erhalten, wenn die englische Handelspolitik darauf ausgehe, die Waren dieser Länder aus England auszuschliehen. Vollkcmmer richtig! Der Dawes-Plan und die Verhandlungen über die Zahlung der interalliierten Schulden werden sinnlos, wenn diesen Ländern, in erster Linie Deutschland, verwehrt wird, zu exportieren, Ausfuhrüberschüsse zu erzielen, mit Lenen allein Zinsen und Schulden an das Ausland bezahlt werden tonnen. Aber für England hat Baldwin überraschend offen den springenden Punkt angegeben, dah England alles tun mässe, um sich von der Einfuhr von Amerika unabhängiger zu machen und seine Währung unabhängig zu machen von der Devise: Reuyork. Jetzt wird zum ersten Die unbefriedigende Generalinspektion. Die Lügen des „Temps". Paris. 19. Dez. (WTB) Der „TempS" bc- spricht die gestrig? OberhauSrete Lord CurzonS und schreibt, alles deute darauf hin. dah Deutschland feinen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei. und dah es materiell ebensowenig wie moralisch völlig abgerüstet habe. Aus jeden Fall blieben die Schlußsolge- rungen des Generalberichtes der Kontrollkommission möglicherweise hinter der Wahrheit z u r ü d . weil eS materiell unmöglich sei. mit voller Sicherheit die Herstellung von Waffen oder die ilmtoanölung von Privatfabriken in Fabriken der Krieg-Industrie und die Bedingungen einer deutschen Mobilisation zu kontrollieren. Feststehe, dah die hunderttausend Mann der Reichswehr, die das Reich unterhalten dürfe, augenscheinlich dazu berufen feien, für eine völlig mobilisierte deutsche Armee die Quadres abzugeben. Deutschland verfüge auch über einen General st ab. der viel gröber sei, alS es seine gegenwärtige militärische Macht erfordere. Die Manöver, die einige Divisionen im September an der polnischen und tschechischen Grenze abgehalten hätten, hätten den Charakter eines im groben Mahstabe ausgeführten Angriffskrieges getragen. »Wir glauben unS nicht zu täuschen, so fährt der „Temps" fort, wenn wir sagen, dah aus S ch r i f t st ü d e n, die die alliierten Regierungen seit Beginn des Dezember besitzen, hervvrgeht, dah über keine der fünf Punkte, die von der Botschasterkonferenz festgestellt worden sind und die den Gegenstand der Generalinspektion bildeten, Deutschland eine der verlangten Aufklärungen gegeben hat. Geht nicht aus den schon erhaltenen Rachrichten hervor, dah seit dem Jahre 1923 eine Vermehrung der militärischen Macht stattgefunden hat? Ob es sich nun um das Oberkommando, die Quadres oder die Vermehrung der Derwaltungsdienststellen handelt. Es gibt viele Indizien und Symptome, die Anlaß zum Rachdenken geben. * Die MilitärSontrollkomm s'ron statte'e Malchin (Mecklenburg-Schwerin) einen D such ab. Sie bestand aus einem englischen Hauptmann, einem französischen Oberleutnant in Zivil, denen ein deullcher Rittrne ster beigeorbnet war. Der Zweck des Besuches war die Rachprüfung desPolizeietatS. „Phantasieprodukte". Paris, 20. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der Mitarbeiter der „Ere Rouvelle" hat sich angesichts der for'g setzten Rachrichten, die die nationalistischen Blätter über die deutsche Bewaffnung veröffentlichen, bei einer hohen militärifchen Persönlichkeit erkundigt und erfahren, dah das meiste, was über die angebliche Bewaffnung Deutschlands veröffentlicht worden ist. ein Phan tasiepro- dukt ist. Der Mitarbeiter der .Ere Rouvelle" hat auf Grund der ihm gewordenen Mitteilungen feine Feststellungen in folgende 5 Formeln zusammengefaht: 1. Das deutsche Oberkomman do. daS vielleicht von demselben Geiste beseelt und nach denselben Grundsätzen wie 1914 geleitet ist, ist nicht aus der gleichen Grundlage auf- gebaut. 2. Die 200 C00 Mann Reichswehr und Polizei könnten im Höchstfälle, wenn die Mitglieder der militärischen Organisationen he.an- gezogen werden, eine halbe Million mo- b l l machen. 3. Dieses Heer ist augenblldlich nicht mit dem genügenden Kriegsmaterial aller Art versehen- Dieses Ma e al könnte erst nach ca. 10 Mo raten und durch eine Tätigkeit, die jedermann entteden könne, besorgt werden. 4. Die Mobil sierung und Konzentrierung, die vielleicht theoretisch vorbereitet sei, wäre in der Praxis nicht durchführbar. 5. Endlich, wenn es auch wahr sei. dah die Mllitärtontrolle ohnmächtig sei. die deutschen 'Borbereiturtgen für den Krieg zu verhindern, und zwar deshalb, weil d.e Koitroll'vmmission nicht groh genug sei. um den Deutschen ihren Willen aufzuzwingen, so sei diese doch imstande, die Veränderungen, die in der R.ichs- wehr DDrgenommcn werden, anzuzeigen und zur Wachsamkeit aafvu.u:en. BIS jetzt habe Frankreich nur zu fordern, so sagt zum Schl-H ..Ere R^uv.", dah Deutschland die Bedingungen erfülle, die der Frieden-- vertrag von Versailles fordere. Diejenigen, die eine Panik fürchten und diejenigen, die von einer krankhaften Angst befallen seien, Dürften nicht weiter die öffentliche Meinung beunruhigen, denn eine Beunruhigung der öffentlichen Meinung würde notwendigerweise auch in Deutschland eine Beunruhigung Hervorrufen. Chamberlains AuhenpoM. Pari-. 20. Dez. (TU.) Auhen Chamber- Iain hat gestern abend Vertreter der englischen und der auswärtigen Presse empfangen und ihnen Angaben über die englische Politik im allgemeinen gemacht. Diese Angaben lassen sich in nachstehende Punkte zusammenfassen: 1. Genfer Protokoll. Die englische Regierung wird ohne Anhörung der Dominions keinen Bcschluh fassen. Die Vertreter der Dvmi- nions werden in naher Zukunft zu Besprechungen in London eintreffen. Wahrscheinlich werden an dem Protokoll einige Abänderungen vorgenommen werden. 2. S ch u l de n f r a g e. Die englische Regierung hat ihr Wort verpfändet und beabsichtigt, ihre Schulden bis auf den letzten Pennn zurüdzuzahlen. 61? erkennt an. dah Frankreich seine Verpflichtungen nicht auher Acht lassen darf unter dem Vorwand, dah eS mit der Bezahlung seiner Schulden an ein anderes Land beginnen muh. 3. Abrüstung und Sicherung. Die englische Regierung ist nicht in der Lage, diese Frage vor Anhören der Dominions über das Genfer Protokoll zu erörtern. 4. Räumung Kölns. Die englische Regierung steht auf dem Standpunkt, dah jede Hinausschiebung der Räumung dieser Zone der deutschen Obstruktionspolitik (') zugeschrieben werden muh. Die Regierung wi.d vor Kenntnisnahme des Berichts der Xü.iudII- kommission keinen Deschluh fassen können. 5. M a r o k k o s r a g e. Die Politik der englischen Regierung zielt auf die lokale Beschränkung der Ausstandsbewegung ab. Die englische Regierung verfolgt die Ereignisse in Rordasrika mit groher Aufmerksamkeit. Sie erachtet es als notwendig, dah sich die nicht- beteiligten Staaten in die marokkanische Frage nicht einmischen dürfen. Das Echo der deutschen Kritik. London. 20. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der Rheinland-Derichterstatter der „Times" hebt in einem Telegramm aus Köln hervor, dah die deutschen Blätter aller Richtungen und die politischen Lord Curzons Erklärungen stark kritisierten. Eine so ernste Krttik Grohbritanniens tote augenblldlich. sei seil Beginn der Besetzung noch nie toahrgenommen worden. „QJlorning Post" berichtet aus Berlin, die republikanischen Parteien seien bitter enttäuscht, denn sie hätten mit aller Kraft für ein helleres Verhältnis mit den Alliierten gearbeitet Lord Curzons Erklärung errege bei ihnen die Befürchtung, dah ihre Bemühungen umsonst gewesen seien. DiedeutscheDölkerbundnwte Berlin, 19. Dez. (TU.) Die deutsche Rote an den Völlerbund ist in der Hauptsache durch die unbefriedigenden Antworten der Mächte hinsichtlich des Art. 16 des Völkerbundpaktes notwendig geworden. Die Antworten der Mächte, die im wesentlichen daraus hinauslaufen, dah bei der Aufnahme Deutschlands keine Vorbehalte möglich seien, treffen den Kern der Sachlage nicht. Deutschland ist im Gegensatz zu den meisten anderen Völkerbundsmitgltedern vollständig entwaffnet Eine Teilnahme an der Völkerbundsexekutive kommt daher aus diesem Grunde nicht tn Frage. Im übrigen ist Art. 16 seinerzeit von den Hauptmächten unter nur schwacher Beteiligung der Reutralen geschaffen worden und bis heute Ira Völkerbünde selbst hart umstritten. Bei feiner Schaffung ist zudem der Gedanke einer Einbeziehung auch der besiegten und entwaffneten Staaten in den Bund überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden. Male von verantwortlicher Stelle offen ausgesprochen, was Joseph Chamberlain, der Vater des heutigen Auhenministers. wuhte und fühlte in den neunziger Jahren, was man damals so geschickt mit der Hetze gegen Deutschland verschleierte, dah der Hauptkonkurrent Ena- 1 a n d s in Handel und Seemacht immer mehr Rordamerika werde. Und wie ist das durch den Krieg beschleunigt worden, durch den Rückgang der englischen Wirtschaftskraft und bic Entwicklung der amerilanischen, vor allem durch die Verschuldung Englands an Amerika! Schutzzollpolitik zu diesem Zweck un Rrichsänne. in der Absicht, die einzelnen Reichs- tcile wirtschaftlich stärker zusammenzufassen — darum wird jetzt gekämpft, das toill das konservative Kabinett weiterführen. Und der deutsch- englische Handelsvertrag, der eben fertig wurde? Das ist kein Hindernis auf dem Wege. Cs kommt eine neue Fassung des 3n- dustrieschuhgesctzes in England, bleibt ter Schutz für die sogenannten ,Schlüsselindustrien . es werten Mahnahmen angestrebt, um gegen .ungewöhnlichen Wet bewerb" zu schützen, alles natürlich als „allg-mctner Z'll". auf deutsch: die S elbständig leit. die Autonomie der Zollbehandlung in England ist geblieben. Eie soll von Ujm benutzt werten in ter Hand eines Kabinetts, das über eine große Mehrheit verfügt. Wo bleibt dann der Vorteil von dem Handelsvertrag. ten Deutschland eben mit England abgeschlossen hat. für unS? Aber wer hat denn in dem Gezerr über die Bildung ter Regierung Aufmerksamkeit und ©inn dafür, dah die jetzt ganz auseinanderlliehenden. zerfahrenen DertragsveiHanl.lui gen Deu schlante unter führenden und maßgebenden Gellchtspunkten ter nationalen Produktion zufammengefaßt werden müßten? Dazu gehörte eine geschlossene homogene Regierung, die weiß, waS sie toill, und die In dielen Fragen die Wirtschaft zu lenken und zu bestimmen verstände. Aber eine solche Regierung haben wir nicht! Interregnum und Vertragsbruch. 3n bk Wilhelmstraße scheint schon frü!>- zeitig WechnachtSstimmung ihren E.nzug gehalten zu haben. Rack)dem Dr. 61 r e ( e m a n n auf Grund des bekannten HenrrumSbcschluffeS die Kabinettsbildung abgelehnt halte, beauftragte der Reichspräsident den Reichskanzler Dr. Marx unverbindlich mit den Parteien Fühlung zu nehmen und die Möglichkeit.n ct.ier parlamentarischen Mehrheitsb.ldung fest» zustellen. Wie nicht anders zu erwarten, halten die Besprechungen ein negatives Ergebnis. Alle Parteien blieben bei ihren Beschlüssen. Die Bayrische BolkSpartei, deren Führer Domkapitular Leicht vom Reichspräsidenten empfangen wurde, erklärte sich für eine bürgerliche Mehrheitsregierung, also ebenfalls gegen den großen ZenirumS- bruder, und die W t r t f ch a f t s p a r t e i beschloß, eine Regierung, In der die Sozialdemokraten Dertreten sind, nicht zu unterstützen Der Reichskanzler Hat dann dem Reichspräsidenten gestern vormittag über die parlamentarische Lage berichtet und beide sind dann zu dein Entschluß gekommen, die toeiLren Verhandlungen über die Regierungsbildung bis in das neue Jahr hinein zu vertagen. Man erwartet offenbar, daß die Herren Parlamentarier sich die Sache daheim unterm Tannenbaum anders überlegen werden und nach der Weihnachtswoche verhandlungsbereiter und Kompromissen willfähriger nach Berlin zurückk.hren werden. Bei H.-rrn Dr. Marx weiß man nicht, ob man es Optimismus oder Ratlosigkeit nennen soll; H rr Evert sagt sich jedenfalls: Zeit gewonnen, alles gewonnen. Ist der Boden heute noch nicht reif für die Weimarer Koalition, tn vierzehn Tagen, wenn der Reichstag vor großen Entscheidungen steht, mag die Zelt für den Linksblock gekommen fein. Der „Vorwärts" tritt denn auch schon warm für die (Erneuerung dei Weimarer Koalition ein und die „Frankfurter Zeitung' applaudiert eifrig. Der „Vorwärts" nennt die Koalition von Zentrum. Demokraten und Sozialdemctraten die zahlenmäßig stärkste Kombination, die nach dem Scheitern des Bürgerblocks und der Großen Koalition noch möglich ist. Sie wäre nur durch ein geschlossenes Mißtrauensvotum der gesamten Rechten und der Kommunisten zu Fall zu bringen. Ja, warum denn aber diese Verzögerung, wenn man sich seiner Sache so sicher fühlt? Offenbar sind im Zentrum doch wohl mindestens die gleichen Widerstände gegen ein Bündnis mit den Sozialdemokraten, wie g gen ein solches mit den Deutschnationalen, Widerstände, die durchaus verständlich sind, denn mit den Sozialdemokraten hat das Zentrum immerhin schon reichliche (Erfahrungen gemacht, mit den Deutschnationalen käme eS jedoch erst auf einen Versuch an. Run wird man also in die Ferien reisen, um dann tn den ersten Oanuartagen in Berlin die „geklärte Lage" vorzufinden oder — sich daS gleiche Schauspiel wiederholen zu sehen, in dessen Schlußakt dann hastig di Verlegenheitskabinett zurechtgejimmert w rd. dem das deutsche Volk durch sei >e „berufenen“ Vertreter sein Schicksal für die nächsten Tage, Wochen oder gar Monate anbertcaut. Was dies Kabin_tt als Antriusdebut und erste Kraftprobe erwartet, darüber hat bk Rede Lord CurzonS, Lordkan;lerS d.r Regierung Baldwin, im britischen O.erhauS, de letzten Zweifel beseitigt. England wird die Kölner Zone am 10. Januar nicht räumen, der erste im Versailler FrtedenS- oertrag vorgesehene Räumungstermin wirh nicht tnnegehalten. Wer sagt, daS sei Der» tragSbruch, den belehrt Curzon eines belfren. Geräumt soll ja nur werden, wenn D utschland die Bestimmungen des Versailler Vertrag:- erfüllt. Deutschland sei zwar seinen Repara- nonSverpstichiungen nachgekommen. doziert der edle Lord, aber ob die im Verttag vorgeschriebene Entwaffnung vollzogen sei daS hänge von dem Bericht der Generalins Sektion ab, und dieser könne nicht vor dem 10. Januar fertiggestellt werden, weil---nun weil eben Deutschland die Arbeit der Konttoll'om- mission durch den beständigen Wider st and gehindert hat. lieb r die Absicht, die Kölner Zone erst gleichzeitig mit dem Ruhrgebiet zu räumen, waren sich Chamberlain und Herriot schon in Paris einig geworden. Dem tüchtigen Curz n blieb es Vorbehalten, dem Vertragsbruch de i Mantel des moralischen Rechts umzrhüng n und Deutschland die Schuld an der Richträu- mung zuzuschieben. Dah di Jer Mant l ein armseliger durchlöcherter Fetzen i't. au? dem überall der britische cant Hervorst ht hrt die amtliche deutsche Regierungserklärung mit aller wünschenswerten Deutlichkeit feftge, teilt. DaS ändert aber wenig oder nichts an der Tatsache, dah ttotz DaweSplan u rd Pariser Linkskurs sich England und Frankreich auch weiter schuldig sagte, b schass lebt, ist die Jugend daran gewesen, die geopfert wurde. Wan fahl sich an den Stopf, wie es möglich war, daß Hunderte von Menschen, die doch noch in den Eatwicklungsiahren standen, in einer einzigen Stadt stch obdachlos umhertreiben, daß ü e Haupt die Mordstätte erst entdeckt wird, nachdem vierzig Menschen verschwunden sind. Oft daS nicht die schärfste Kritik des mißverstandenen D.-gr fts der F e Heck, die heute gepredigt wird? Unsere Jugend drohte daran zugrunde zu gehen, daß in ihren Entwicklungs- jähren die Vater im F .lde standen, daß a£o d i e Erziehung mangelhaft war und Men-» schrn, die noch in die Schule gehörten, schon selbständig waren. H er g ll eL den Hebel anzusetzen. damit der Prozeß von Hannover nicht umsonst geführt würd'! Wir muffen zurück! fjren zu e n?r Jugenderziehung, die, a s gesunden Grundanschauungen a fgebaut, Len Menschen wieder Ideale u id Achtairz- vor den Idealen bringt Das ist das beste He Imitel gegen V rr h n 8- und D k de z-Zrsche nun e wie sie das M.Ueu Haarmann ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt hat Landcsr Landest In den Blättern aller Parteirichtungen mit Ausnahme des „Vorwärts", d r sich auf die Diebergabe der amt ichea Erklärung b schränkt, to:rb heute zu der VTilgung der Reg erungZ- bildung St llung genommen. Das „B e r l i n e r Tageblatt" stellt fest, daß die be den Parteien, auf der n E .tsche düng es ankam. nach den vergeblichen Bewegun'skä pfen mit Resolut o e.t zum Stellungskrieg übergegangen sind und betont, daß b i e Weimarer Koalition als Auswegaus der Krise ernsthaft in Rechnung gezogen torben muß. Der frühere bad sche Minister Dietrich z'eht in der „Boss. 3tg.“ den Ausfall der Wahlen in die Erwägung und sagt, daß man b esen Reichstag nicht wieder auflösen und nachHcuse sch cf en kann, denn dann würbe der Parlamentarismus in Deu schlanb f i ch endgültig ausgeben, sofern es nicht gel.ngen sollte, ganz neue Parteibildungen durch u- führen. Es gäbe bemnach nur drei Auswege: Entweder bas Zentrum fällt um oder die Deutsche Volkspartei, ober e s bliebe ein Minberheitskahinett der Mitte. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" stellt fest: Sv wirb wieder einmal dem Auslande das Ätld kindlicher Anbeholsenheit, und dem eigenen Volke das Schauspiel eine- unehrlichen Jntriguenspiels geboten." Der „Berliner Lvkalanzeiger" schreibt: „In der Lat, man muh Tagen, daß doch noch geniale Auskunfts- Mittel gesunden werden, wenn sich unser Parlamentarismus bei dem Versuch, die Wähler um ble Auswirkung ihrer Stimmabgabe zu bringen hoffnungslos fest gefahren zu haben scheint" Die „Deutsche Tageszeitung" betont da': die Wendung der Dinge nicht überraschen konnte. Außer Herrn Marr hatte sich nun auch Herr Ebert zu der Ratlosigkeit bekannt, die die zwangs- läufige Folge des Mangels an Zivilcourage toäre, wie er dem Verhalten de« Zentrums hätten. Das sei, wie Aoske er des Angeklagten. Rechtsan» d, fagt der Aig"Nagte habe >eis für die Beschuldigung des getreten. Zweifellos war bes •Ibtg, wer während des Kriege« einen Munitionsarbeiterstreik anstiftete. DaS- elbc gelte aber auch von dem, wer eine Handlung begeht, die eine Stärkung oder ©tütjung des Streikes bedeutet. Rechtsanwalt Dr. Dmoe- wald weift darauf hin. daß der „Vorwärts" den Munitionsarbeiterstreik durchaus gebilligt habe. Ebert habe sich mit den streikenden österrelcht- chen Arbeitern solidarisch erklärt. Del der 2p» afsung des Flugblattes des Aktionsausschusses sei Ebert zugegen gewesen. Durch den Eintritt der Mehrheitssozialisten in die Streikleitung sei die Bewegung gestärkt worden. Der zweite Verteidiger, Rechtsanwalt Martin, äußerte: Hier dürfte nur die Tatsache ent» cheiden, die von Zeugen bekundet sind. Danach ei der Wahrheitsbeweis in vollem Umfange erbracht. Es sei verwunderlich, daß bas Verfahren nicht gegen die großen Zeitungen eingeleite wurde, die die gleichen Defchuldigu-igen erheben, sondern nur g-gen den mitt Hofen Rllrakteur e nes ilei- nen Provinzorgans, hinter dem keine große Partei stehe. Das Äugblatt, das in aufreizender Sprache den Arbeitern zurief, sie sollten sich nicht einschüchtern lassen, fei von der Streikleitung einstimmig, also auch mit Zustimmung be« ‘lieben* klägers, herausgegeben worden. Diese Tätigkeit des Rebenklägers sei damals sicher Landesverrat gewesen. Durch Messenversammlungen einer treckenden Menschenmenge, nicht durch verfas- ungsmähige Mittel wollte man einen Druck auf die Regierung ausüben. Ob Ebert aufgeforbert hab-, ben Stellungsbefehlen nicht F ler zu le st:n, h ibe sich sthr schwer feststen n li.sm. Zw i Zmgen haboi bas zwar bekundet, und ihre AuZsig: wolle er. der Verte b g-r. nicht b -zweif ln. Sie al mben hLU'e offenbar, daß der R'b n I iaer sich so gcäuß rt hab'. Ob dies? Auss g- vbjekt.v richt g s st, müße der D'uckeilung des Ger chtes "nheimge efft werden. Aber auch ohne d- h F ststellung ergeben die früher gemacht n Feststellungen den Tatbestand des Land sv?rrates. Rechtsanwalt Marlin betonte, daß der Abgeordnete Ebert, wenn er den Streik für verwerflich geba tm hätte. sich nicht an der Lettung beteil g :n d rite mit der Deg ü b im. baß im and ren Falle die Sozialdemokrat e ihre Ges (gj schäft verloren hätte. Der Januarstreik war darum ettoat ganz neue?, well dabei zun e st n Male die Soziachemokratie bas Parteiinteresse dem Willen zur LanbeZvert'ib.gung ro anstellte. Wenn Sch.'idemann am 9. Roaember 1913 tagte, das Proieta iat habe auf b:r girren 2.nie gesiegt. so mü f? man h nzufüg-n gesiegt über das zusammengebrochene D:ut ch. R.ich. Kerne Verständigung der deutsch-sranzöstschen Schwerindustrie. Paris, 20. Dez. (TU.) Die Sachverständigen der d utsch n Schwe -rnbu^rie s n"> n ch Deutschland zurückgefahren. Di: le t- S hung hit gezeigt, d 6 e ne Verstäub ganz mit b n f.anzösi- schen Vertr t r.a vorläufig nicht zustanbe kommen k.'.nn. D.e Sachvirständ g n kommen Anfang Januar wieder zusammen. Dir deuische W risch ftsdeleg t on stel l g aenwärt g bas Ergebnis der b sher g-n Verhandlungen zusammen. Am Montag verläßt sie Par s, um am 30. Dezember toieber zurückzukehren. Die erzielten Teilresultate können nicht mit der Tatsache versöhnen, daß auf allen Gebieten b i e Hauptgegensätze sich b sher nicht überbrücken ließen. Im Verlause des gestrigen Tages haben Fritz Thyssen unb ber Direktor ber Krupp- Werke Bruhns bem D rlltor ber Wirischafts- abtcilung am Quai b'Orsey S ey boux einen Besuch abgeftattet, um mit ihm über die in den Jndustrleverhandlungen noch vr rl egenden Schwierigkeiten emg.hend Rücksprache zu nehmen. Es verlautet, baß bie Atmosphäre bei b'eser Besprechung trotz ber weiter bestehmdea Schwierig- keiten keine ungünstige gewesen ist. Der Fall Haarmann. Mit einem Stotz'eufzer befreienden Aufatmens darf man feststellen, daß dieser grauenhafte Prozeß in Hannover endlich sein Ende gefunden hat. Die beiden Missetäter sind, wie schon gestern in einem Teil der Auflage gemeldet, zum Todeverurteilt, Haarmann 24mal, sein böser Geist Grans nur einmal. Unb das von Rechts wegen. Es besteht auch keine Aussicht, bah der Reichspräsident in diesem Falle von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch macht. Schon aus Gründen des Selbstschutzes muß die menschliche Gesellschaft sich von solchen Raturen befreien. Ob es notwendig war, das Verfahren in dieser Breite und in dieser Oesfe ntlichkeit ab» zuwickcln, darüber kann man verschiedener Meinung sein. Die Absicht ist zweifellos gut gewesen. das Gericht hat sich gesagt, daß viele Eltern mit Spannung auf bie letzte Möglichkeit warteten, hier etwas über bas Schicksal ihrer Kinder zu erfahren, und wenn es bas schlimmste ist, das doch virileicht noch weniger schlimm ist, als die Ungewißheit. Rach der Richtung aber ist ber Prozeß ein Fehlschlag gewesen. In feiner stumpfen Bestialität, bie nur gelegentlich burch schlechtes Theater aufgepulvert würbe, hat Haarmann jede Aussage verhindert, ble In bas grauenhafte Dunkel seines Lebens weiteres Licht hätte werfen können. Es war deshalb auch ein Gefühl gesunder Reaktion, baß die deutsche Presse bie Berichterstattung mehr unb mehr einste11te und sich jetzt mit der Wiedergabe des Urteil« samt ber Begründung begnügte. In diesem furchtbaren Schmutz zu wühlen, hat wirklich keinen Sinn, zumal da bas einzige Ergebnis ist, daß bem Auslande dadurch bas Bilb einer vollkommen unterhöhlten Sittlichkeit des deutschen Volkes vorgezeichnet wird. Man bars nicht pergefien, baß Die Abnormitäten, die bei Haarmann zum Word führten, heute bereits draußen In ber Welt unter der Bezeichnung be« deutschen Lasters gehen. Das sollte aber auch die Lehre sein, die wir selbst daraus ziehen: bie Schilderung ber ungeheuerlichen Zustände, wir sie auf b:m Bahnhof in Hanno.er Herrichten. bie sittliche Verwahrlosung der Jugend, bl? mit Haarmann In De ührung kam, daZ sind Dinge, die man nicht mit dem allgemeinen Sammelnamen von Rachkriegserscheinungen oder Re-olutions- auswüchsen abtun darf, das sind Dinge, die mit ernster Sorge erfü len, well e was faul bei uns fein maß wenn derartige Sumpfblü en gedeihen 15 nen. Schlimmer noch ali H armaan, diese mensch iche Bestie. oder G ans, dec Vampyr, der mit kalter Grausamkeit bem Haarmann bie Opfer zuführt unb von bem Ertrage dieses ®e» gufanntttnjntuen, um ans innerer Haut Riemen zu schneiden. Die deutsche Linkspresse wollte was glauben machen, in Paris und London beabsichtige man, die Räumung ber Kölner Zone und die des Ruhrgebiets aus strategischen Erwägungen auf einen mittleren Termin, vielleicht im Frühjahr, zusammenzuleaen. Daran ist nur soviel richtig, daß tm Falle der Räumung von Köln durch die Engländer die Franzosen im Ruhrgebiet abgeschnitten und in eine sttate- gisch unbequeme Lage geraten wurden. Aber wenn Herriot die Verlegung des RäumungS- terminS aus diesen Gründen wünschte, so hätte dies Kompromiß allein durch eine freie Vereinbarung mit dem andern Verttags- konttahenten analog dem Londoner Abkommen zustande kommen können. In Paris und London will man aber wieder zur Form des einseitigen Diktats Wrückgreifen und hat dem schon durch einen auSged hnten Lügenfeldzug der französischen Presse, dem sich neuerdings auch britische Blätter hinzugesellen, von langer Hand vorgearbeitet. Schon als die Deneralinspektion vor Monaten ihre Arbeiten in Deutschland begann, setzte diese Pressekampagne des „Echo de Paris" und Konsorten ein. Von verborgenen Geschützdepots, geheimen Waffen- und Munitionsfabriken wurde gefaselt, von gemeinsamen deutsch-russischen Flottenmanövern in der Ostsee berichteten polnische Hetzblätter als getreue Sekundanten, alles haltlose Verdächtigungen, die von der Reichsregierung als erstunken und erlogen prompt nachgewiesen wurden. Aber der Zweck wurde erdicht, dem französischen Spießbürger kam ein Giuseln an bei den täglich wiederholten Märchen vom Waffenstarrenden Deutschland und — Herriot bekam seinen Vorwand für die Hinausschiebung des Räumungstermins. Während die britische Presse sich anfangs stärkster Zurüähal ung befleißt cke. ja vielfach feststellle, daß Deutschland durch die Annahme des Dawesgutachtens seinen guten W i l! e n zur Erfüllung des Vertrags bekundet hätte und daß auch die Kontrollkommission, von Kleinigkeiten abgesehen, nichts gefunden hatte, was als Verfehlung ausgelegt werden könnte, trat dir selbe Presse nah der Pari er Konferenz Chamberlains mit Herriot an die Secke der Franzosen und beteiligt sich seitdem mit Eifer an dem schändlichen Verleumdungö- feldzug- In dem famo'en PariserKuhh anbei liegt des Rätsels Lösung. Chamberlain brauchte freie Hand in Aegypten, die ihm He > riot bereitwilligst gewährte und für sein Entgegenkommen p 1 ein pouvoir am Rhein erhielt. Das ist die heckle Lage, die die Reichsregierung vorfindet, die uns das neue Jahr bringen soll. Wirklich Grund genug. Zeck und Kraft nicht mck parlamentarischen Experimenten zu verzetteln, sondern sich zu einer starken ^Nehrhecksregierung zusammenzufinden. -Die Regierungsbildung vertagt. DaS (Veschäftsminifterium Marx. Berlin, 20. Dez. (TA.) Wie schon in einem Teil der gestrigen Auflage gemeldet, berichtete der Kanzler dem Aeichsprä identen, daß die Fraktionen an ihren Beschlüssen festhalten und daher zur Zeit die Bildung einer Mehrheitsregierung unmöglich erscheint. Der Reichspräsident und der Reichskanzler kamen bei dieser Sachlage daher überein, daß die Neubildung der Regierung bis kurz vor Zusammentritt des Reichstages hinausgeschvben wird und daS bisherige Kabinett die Geschäfte bis dahin weitersührt. Gestern nachmittag um vier Ahr trat im Reichstag die Gruppe der noch in Bersin weilenden Mitglieder der Zentrums- f r attt o n zu einer unverbindlichen Besprechung zusammen, in der Reichskanzler Marx mttteiltc, daß er mit seinem bisherigen Kabinett im Einverständnis mit bem Reichspräsidenten die Geschäfte bis auf weiteres fortführe. Die ErossnuugssihungdesReichs- tag6 hat der Reichötagspräsident Wallraf nunmehr endgültig auf Montag, 5. Januar 1 92 5, festgesetzt Aus Stadt und Land. Gießen, den 20. Dezember 1924. Von meinen Weihnachts-Einkaufs- qänqen. In diesem Jahre WeihnachtSeinkäufe au machen. ist eine etwas problematische Ausgabe. Der Kinder Wunschzettel, ganz gleich ob geschrieben ober mündlich zur Kenntnis gebracht, ist selbstverständlich lang. Rach jedem ihrer Streifzüge durch die Geschäftsstraßen vergrößert sich dieser Zettel. Das Geld aber ist knapp, sehr knapp sogar, ja manche haben überhaupt gar keines. Dieses Einerseits-Andererseits bereitet natürllch starke« Kopfzerbrechen. And dann kommt noch die reichhaltige und stark fesselnde Auswahl in unseren Geschäften hinzu, die des Rätsels Lösung nur komplizierter macht. Schon bei der geringsten und selbstverständlichsten Weihnachtsanschafsung, beim Ehristbaum-Eia- kauf, kann man so einigermaßen in Pein geraten. Ratürlich hat man es auf einen schönen und dabei doch — selbstverständlich! — ganz billigen Baum abgesehen, damit man sich hinterher, etwa am ersten Feiertag, nicht zu ärgern braucht, wenn man dann hört, daß die Rachbarsleute ihren ebenso schönen Daum um eine Mark oder gar noch billiger gekauft haben, well fie eben an die richtige Quelle gekommen waren. Rach dieser richtigen Quelle suche ich bis jetzt vergebens. Aber ich tröste mich einstweilen mit dem Bewußtsein, daß ich schon noch rechtzeitig zum billigen und doch guten Christbaumkauf kommen werde. Diefe ©rlenntni« schöpfe ich z. D. aus der ärgerlichen Miene einer Christ-- baumhändlerin, die mich ganz vernichtend anblickte, als ich sie gestern im Hinblick auf ihren großen Baumvorrat, in Anbetracht ihrer Preise und in Erinnerung an das reichliche Angebot mit der Frage überraschte, ob sie daheim einen — Weckapparat habe, oder so ein Ding zu Weihnachten bekomme. Erst wars ihr nicht ganz Har. wohin ich mit meiner Frage zielte, als ich ihr bann aber deutlicher zu verstehen gab, daß mir da eben so eine Gedankenverbindung zwischen den vielen Christbäumen und dem Einwecken gekommen wäre, wurde ihr — natürlich nur von der kalten Luft — gerötetes Gesicht noch viel röter, die Augen schossen Blitze — ich aber trollte mich ohne Säumen davon. Allerdings war das auch wohl das Beste für mich. Genau so ergebnislos wie beim Christbaum sind bis jetzt meine Weihnachtsläden-Patrouillev gewesen. Die Auslagen dec Gelchcftte haben sich mir dabei so scharf eingeprägt, wie mir anderseits klar bewußt ist, daß für d ese schönen unb guten Dachen auch bei m r bie Moneten etwas zu knavp sinb. Wie ich zwilchen diesen beiden Gegensätzlich- leiten eine freundliche Annäherung und Der- ftändigung herstelle, ist mir noch nicht aufge= gangen, sicher ist aber, daß die Geschäft auslagen« feite sich wahrscheinlich wohl die meisten Abstriche gefallen lassen muh, denn aus ber andern Seite ist die Entwicklung zum „Piattkopp" schon ziemlich erheblich fo;tgeficd. ahringcf tätige nach' - den AunäcW W '» sauch-nd^,. --Kl den 'M Kurz und »ikfr'dT^ 'S sO 'N' mrozeni, scu*en en iifä 5 3 ifl n^i, qa^ , es J die'e ie(c em"1, •ettgeWemrte ^Thtttng unterer vvo btrrn ®Tfülhmg doch auch wieder so viele, viele Mitmenschen ichr 3rot gewinnen. Und in dieser Erkenntnis wollen wir uns doch all« vor- eeftmcm nicht miesepeterig zu sein, sondern mit frohem Herren zu kauten und zu schenken, auch wenn es dabei mal etwa- Kopfzerbrechen wegen der Moneten geben sollte. QDir muhten uns ja sonst unterm Ehrtstbaum, den ich übrigens nun auch kurzerhand kaufen werde, vor unseren Lieben schämen. Und daS wollen die Tätet doch gewiß nWI Teddy. Vornotizen. — Tageskalender für SamStag Landesverbands»Ausstellung der Hessischen Go- slüaelzuchtvereine in der neuen Exerzierhalle deS RetchSwehr-3ns -RgiS. Ar 15 ötngang Licher Strafte. — Goethe »Bund. 7*? Uhr W ihnachts- feier. — Etenographeng'felllchast ®abd6berger und Samenabteilung. Weihnachtsfeier. „Stabt L'.ch'. — RuderNub Hallia 8 Uhr. Turnhalle des Turnvereins 1846 Wc-ihnachtsseier. — Av- til e icveretn, 9 Uhr. Monatsve. fammlung. Verein-lokal. — TageSkalender für Sonntag Stadttheater. 7 V, Uhr. „Mutterlcgende". — Ge- tlügelauSstellung wie SamSlag. — Eisenbahner- Heimstätten-Verein 9 Uhr vorm. Unt-NTrichtszim- mer (Oberhess. Dahnhos). ordentliche Hauptversammlung — Reichsbanner Gchwarz-Rot-Gold. Gewer'schaftSbaus 2 Uhr. WeihnachtSbcscherung. — Wartburg-Verein. 8 Uhr. Saalbau Sauer. Weihnachtsfeier. — Stenvgraphen-Verein Gabelsberger 1861. 7 Uhr Äaufmänn. DereinShaus Weihnachtsfeier. — Eisenbahn-Fabrbeam ten-Verein. 7 Uhr Turnhalle (OSwaldSgarten) Weihnachtsfeier. — Elsast-Lotbringer. 4>^ Uhr Hotel .Prinz 6irT: W.ihnachtSfeier. — 2 uS dem S t a d 11 h ea t e r b u rea a »ö'rd unS g schrieben^ SS sei auch an btef r ®t'He darauf aufmerksam g macht daß an d r Theaterkasse in den Geschäftskunden am kommenden Montag. S.enitiq und M t woch de Sintrit'skart'm für alle Fnertige e n'chlieftlich Sonntag, 23. Dezember. au-g geben werden. (Siehe auch Anzeig:.) — Als le.t Vorstellungen vor den Feiertagen werden am Sonntag Hellmuth Unqert .M utterlegende" und am Montag, 22. S-zernb:r. nachm ttagS 3V> Uhr, dis Märch n _S ch n ü h e k b u tz h ä u f e l". d's n ch dem Eindruck der ersten erfolgreichen Aufführung auch S wachsenen e n paar h.ntere Stunden bereiten kann. grgrbrn werden. — Turnverein von 1846, Siehen. Man schreibt und: Sie freudige Aufnahme, die die im vorigen Jahre erstmalig veranstaltete besondere Weihnachtsfeier für die Schülerabtcilun- gen fand, hat den Vorstand veranlaftt, auch in diesem Jahre wieder eine solche Feier vorzufehen. Diese wird am Montag, 22. d. M., abends 7.30 Ihr, in der Turnhalle stattfinden. Alle Freunde der Jugend und der Turnsache haben Zutritt. Aäheres in der gestrigen Anzeige. Wettervoraussage. AachtS etwas kälter, tagsüber Temperaturen über Aull, ruhig, Hebet, fonft trocken. •• Sic Januar-Miete in Preußen. Sie .Voss. 3tg.“ teilt mit: Gs bleibt für 3a- nuar bei den 66 bzw. 62 v. H der Miete, sofern die Mieter die Schände tsr p raturen in ihren Wohnungen übernommen hab n Der preußische Wohls, hitsm.nister hat bei Wünschen der Hausbesitzer. die mit einer Erhöhung auf 75 v. H. gerechnet batten, nicht nachgegeben und erflären lassen, daft er dem neuen Landtage nicht vorgreifen und nur Im S noern hrnen mit b?r gelctz- aebenben pr ust schon Stieb richaft die fan.t gen fielen scftzufetzen gedenke. Erfreuliche WetynachtSfpenve^ Don der Witckernoth^lse Diehen wird uns mit- getellt, öaft e n« auswärtige dMareCv.rtabrif eine reiche Spende an Zigaretten ' insgesamt 47 000 Stück) für die Weihnachtsbescheruagen der bieiigen Dereimgungen Kriegsbeschädigter, für dre Provinzial-Pilegeanstalt (Slechenanst»lt) unb für die Herberge zur Heimat gefttitet hat. Diele freundliche Gabe einer auswärtigen Firma verdient aufrichtige A lerkennung »•Ser Postdienft am 24. Sezernber. Am Mittwoch, dem 24. Dezember, werden bei den PvstanstaUen. wie in den Doriahren, Dienst- befchränlungen im Verkehr mit dem Publikum Dorgenommen. U a. werden die Po^tschalter tm allgemeinen nur bi- 4 Uhr nachmittags offen gehalten 3m Telegrammannahme- und Fernsprechdienst treten Deschränkungm nicht ein. •• WeihnachtSoerkehr im Haupt- Zollamt Gieften Die ArntSräume de» Hauvt- -ollamt- Gteften werden am 25 d. Mts., dem ersten WethnachtSseiertage. von vormittags 10 bis 11 Uhr zur Aofe.t gung von aus dem Auslande eingehenden Wechnachts-Postpaieten geöffnet fein. "* Die Abgabe v on Umsatzsteuer- erflärungen für 1 924 betrifft eine Dc- kanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die hiermit besonders hingcwiefen wird. »»Die DefchäftSstunben der hiesigen Geldinstitute am We hnachtshellig- abend und am nächsten Samstag werdei m unserem heutigen Anzeigenteil zur ölfentlichen Kenntnis gebracht. ** Das städt-Volksbad gibt in unserem heutigen Anzetgentril bekannt, zu welchen Stunden eS in der Weihnachts- und Aeujahrswoche geöffnet ist AähereS in der Dekanntmachung. ' Wichtig für penfionierte Offiziere und deren Hinterbliebene Infolge der durch die Geldentwertung in Wegfall gekommenen Zulagen hatte das Kapltalabfin- dungsgeseh für Offiziere vom 26. 3uli 1918 feine praktische Bedeutung verloren. 3m Verordnungswege wurde jetzt angeordnet, dah nach Maftgabe der zur Verfügung stehenden Mittel an Stelle der Zulagen ein entsprechender Sei! der Pension oder Hinterbliebenengcbührniise lapualisiert werden kann. " Die Hundesteuer im DolkSstaat Hessen. Mm schrrbt uns De im Laufe d s 3ahres abgefj>:f t m Hunde s nd HL spätestens zum 31. D.zemb • bei der zuständ g n V.rger- meifterei abjunie.. ei. Wird die Abmeldung erst nach dem 31. Dez.-mber bew.rkt so ist die Hundesteuer für folgende 3iftr toe ter zu entr ch en. Wer am 1 3anuir selb'tg^züchtete iunq’ Hunde im Alter von unter drei Monatm bes tzt, wild entweder gleich ober nach rigl ch zur Hundesteuer für das kommende 3chr zug zog n Aur wenn nachgewiefen w rd, daft ein junger Hund vor Erreichung deS Alters von 3 Monaten zugrunde gegangen oder nach Otten außerhalb des Vollsstaates veräuftert worden ist, tritt Steuerb'freiung ein. *• Abbau deS Apfelweins. Don unterem -^-Mitarbeiter auf dem Lande w.rd uns geschrieben 3n der AachkriegSzelt als die Weine immer teurer und seltener, die Viere täglich dünner und schwächer wurden, ging alles dazu über, sich seinen Apfelwein zu bereiten. Der „Hohenastheimer" wurde Mvdesache. erfreute sich in der Gast- und Wohnstube grofter Beliebtheit und touftte bei Äonfirmatto ien. Tau en und Hochzeiten die Stimmung zu heben und Fröhlichkeit in die Gesichter zu zaubern. Aber alles hat seine Zeit, und wenn es d.-r goldfarbene „Hohenastheimer" ist. Mit dem Besserwerden dec Biere und dem gewaltigen Sturz des Weinpreises in bielem e f?v 1919 ausgest Ilten Fähve scheine bis auf Widerruf oortluf g ihre Gül tgk U. DaS Reichsverk h S.ninist.rium hat diese Bestunmun- gen bereits in Kraft gesetzt RDV. Starke Zunahme der Kraftfahrzeuge in Deutschland. Die Zahl der in Deutschland im 3ahre 1924 zugelassenen Kraft- iahtzeuge hat sich gegenüber dem Vorjahre bedeutend vermehrt. Sie betrug nach der Bestandaufnahme vom 1. 3uü b. 3. insgesamt 293 188 Fahrzeuge ober 38 Proz. mehr als im 3uli 1923. Aach einer Zusammenstellung in der Zeitschrift .Wirtschaft und Statistik" hat am stärksten die Zahl der Krafträder (unrd 3 , b?6 Sta des im Vo i hr> zugenommen. 3n B rl n. Westfalen. Heffen-Aassau und Hamburg hat sich die Zahl der Krafträder sogar mehr als verdoppelt. Die Zahl der Personenwagen hat sich um etwa V3 vermehrt (In Hessen-A.ssau sogar um ’/,). Die Zahl der Lastkraftwagen stieg nur um 17 v. H ’* Verzollung von Heereskraft- wagen der B e f a y u n g s b e h ö r d e bei Verkauf an Deutsche. Da in letzter Zeit häufiger Hcereskra twagen der Be ayungsbehörde durch Versteigerung in Privatbeiih und somit in den Kleinverkehr übergegangen sind, waist die 3n° buflrie- und Handelskammer in Köln Darauf hin, daß in derartigen Fällen eine Einfuhrbewilligung des Reichskommissars für Aus- und Einfuhr- bctouligungen, Berlin W 15, Lietzenburger Strafte Ar. 18, einzuholen ist. Sollte dies bisher verabsäumt worden sein, so müssen die Ausfuhrbewilligungen nachträglich nachgesucht werden, wobei eine amtliche Bescheinigung der versteigernden interalliierten Militärbehörde über Verkauf bzw. Versteigerung beizubringen ist. Ohne Einfuhrbewilligung lind ehemalige Heeresautomobile der Besatzungsbehörde allo nicht verkehrsfrei und unterliegen der Beschlagnahme Die Pflicht des Erwerbers, deutsche Wagen einem deutschen Zollamte zur Verzollung anzumelden, besteht nach wie vor. " Die neuentbedte Niederlassung des EiSzeitmenschen bei Treis an der Lumda wurde am Mittwoch im Geologischen und Mineralogischen 3nftitut bet Uni»erfität einem kleineren Kreise vorgeführt. Professor Dr Harrassowih sprach zunächst über Eiszeit und Urmensch" unb gab, von einer Reihe von Lichtbildern unterstützt, in großen Zügen etnen Uebertzllck aber unkt 'JD’Hkn von Den ältesten Spuren deS Menschen, all dieser von dem Eiszeilklima bedrängt in Höhlen lebte und seine Kultur sich erst langsam entwickelte. 3n einem an» schließenden Vortrage berichtete Dr. Richter über die Ausgrabungen bei Trei» an der Lumda und gab ein eingehendes Bild von dem Verlauf bet Ausgrabungen. Lichtbilder unb eine Ausstellung der wichtigsten Stücke von Wertzeugen unb Knochen vermittelten den Hörem ein eindrucksvolles Bild von den Funden, die well über unsere engere Heimat hinaus grafte, allgemeine unb wistenschastliche Bedeutung besitzen. Die Vorträae werden in nächster Zeit auch noch öfsentlich gehalten werden. *• E i n stimmungsvoller Märchenabend. den die Höhere unb Erweiterte Mädchenschule gestern abend in der Turnhalle am Os- walbSgatten veranstaltete, bereitete einem sehr zahlreichen Publikum (Eltern der Schülerinnen) einen hohen Genus). Sie recht geschmackvoil zu- ianmengefteilte DortragSsolge brachte noch bet femftnnig wiedergegebenen Obcron-OuDcrtüre von L. M. v Weber vielseitige Darbietungen In Deklamationen. Instrumental» und Desangsvor- trägen. Die MädelS verstanden eS. sich ihrer Aufgaben für diesen Abend In trefflichster Weife zv entledigen. Reizend war tiu8beioobere die Märchenszene aus .Schneewittchen-. Besondere lobende Erwähnung können auch die drei Bor- träge .Märchenstimmung in Tondichtungen" beanspruchen Den Höhepunkt erreichte der Abend mit der Aufführung der Märchendichtung Rotkäppchen. Deren mufikalifchen Teil Weister Franz Abt komponieNe. Der gcfangltd) gut abgestimmte und im Ehorgefang trefflich difzipiinierte Mäb- chenchor, die Sängerinnen Frau Dr. Müller- Bangert unb \Srau Dr. Wetzl, am Flügel StuDienaffcffor Roller, und endlich Die Sp echerin brachten unter bet Leitung des Ober- reallehrerS Geller eine auftervidenllich fttm» mungs- und eindrucksvolle Ausführung heraus und verdienten den starken Beifall der Zuhörerin vollstem Maste. Alles in allem. eS war ein feiten genuhreicher Abend, für den man bei Schulleitung unb allen Mitwirkenben volle An erkennung ausfp rechen muh. "Sein25jäbrigeSGeschäftSjubi- lä um kann heute der 5; kur und Derücken- mcchermeister Karl Muhl. Dahnhofstrnfte, begehen. KivchNche Nachrichten. Gvangel'sche Gemeiaben. Gieren. Sonntag, den 21. Dezember. 4. Advem Stadtkirche. Q ... Pk. Becker 11 Kinderkirche f. b Motkusgem. Pfr. Becker ö Pfr Mahr. Johannesktrehe. 9',. Psarrast Schultheis 11: Kinderkirche fur die Zohannesqem Pfr Ausfeld. 2' . - y eihnachtsfeier Der VleinlmberbetvabranftaU, Pfr. BechtolSheimer 5: "1<$>eihnad)t4feiet d. Kinder- kirche der Irhannesgcineinve p't. Ausfeld. — Kirchberg. 10. Lollar. 1 Wiese/. 10 Pfr.i R Scrida, Diesten. - Watzenborn »Garbenteich Watzenborn-Steinberg. 7: Krippespiel. Garbenteich 10 Katholische ©emeinben. Giesten. Samstag, 20. Dezbr. 4'/, u. 7 Beicht- Sonntag, 21. Dezbr. 4 Adventsonntaq. 6'/, Beihte, 7 Weste. Kom. der Jungfrauen, 8 Korn., 9 Hochamt m. Br.. 11 Messe m. Pr.. 5 Ehristenl. u. sakrament Bruderfchaftsandacht. Gratis- gllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllW | Freiherrlich Riedeselsche Brauerei j W Lauterbach (Hessen). W A Der in unfern Kellern lagernde, für die bevorstehenden Festtage ■ wieder in Friedensgüte hergestellte W L. B. B.-AUSSTICH 102770 J darf nach der Verordnung des Herrn Reichs-Ernährungsministers vom W 30 September 1924 nicht vor dem 1 Januar 1925 ausgestohen werden. W Er kann daher leider erst von diesem Tage ab zum Ausschank, Verkauf und Versand gebracht werden. 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Biographische Skizzen und Briefe des Künstlers unterrichten ja am besten über Weg und Ziele des Künstlers und schlagen am ehesten eine Drücke vom Künstler zum Publikum. Ich lernte Siegmund im Jahre 1906 auf der Weimarer Akademie kennen, soweit das bei ihm möglich war', denn er arbeitete unermüdlich und stand dadurch abseits vom Kunstschulgetriebe. Frühzeitig in den kaufmännischen Berus hineingepreßt, war er zum menschenscheuen, schwermütigen Sonderling geworden und seine Natur gesundete erst durch eisernes Schaffen und Ringen mit der Kunst und ihren Forderungen. Heber seinen Weimarer Lehrer Olde und seine Kunstauffasfung schreibt er: Korrektur in dem Sinne, daß Olde dem Schüler irgendeine Malweise aufgedrungen hätte, bestand nicht, besonders den Schülern, in denen er eigenen Kunstwillen fühlte, lieh er völlige Freiheit und Selbständigkeit. Er selbst, ein echtes Kind des Impressionismus, stand meinen früh begonnenen selbständigen Kompositionen fremd, aber nicht ablehend gegenüber. Wohl brauchte ich die Qlatur und flüchtete, mich unterordnend, zu ihr. Auch eine Adventszeit! Don Pfarrer Wilhelm Kornmann, Hlrichstein (Vogelsberg). ..Was ist unsere Jugend heute Io v?rdvrbenl", hört man in unseren Lagen nicht selten. So berechtigt dies Hrteil in Einzelfällen ist, so sehr verliert es seine Berechtigung in dem Augenblick. da man eS verallgemeinert. Immer wieder muh demgegenüber darauf hingewiesen werden, dah unsere Jugend im allq meinen nur das Leben der Erwachsenen widerspieze.t, wobei, dem Altersunterschied entsprechend, auch das verschiedene Temperament zu be.ücklichtigen ist. — und anderer!eits darf man auch immer wieder betonen, dah eS eine andere Jugend gibt, die das .Dennoch!" und das „Trotzdem!' kennt. Ta waren P i g ei d fe3 Ja re5 in u ferem Dergstädtchen H. ichitein etwa 2) M tg irder des ..Dundes Deutscher Wanderer ' jul im.nenge*om- men. um eine Religiöse Woche zu ba ten. (Das Wort ..Freiheit" sagt vielleicht manchem deutlich, um was es sich handelt.) Der BDD. gehört, darf man wohl sagen, zur idealistischen 3ugenbbetocgung. d. h a so zu dem Zweig, der ohne Rousiea, etwa nicht tu verstehen Pt; immerhin haben v eie Dü ibe. darunter auch der DGW.. unter dem Eindruck der Krieg rerlebnlsse und der Nachkriegszeit starke W-ndluigen durch 'ernacht, so dah ihre Eigenart nicht in zwei Sätzen zu charakterisieren ist. Deutliches Anzeichen solcher Wandlung mag dem Außenstehenden schon allein diese Rel g öse Woche sein. — Unter den Teilnehmern waren Kaufleute, 'Beamte, Schlosser, Zeichner. Graveure. Di.dhauer, Ingen eure, Lehrerinnen, ein Professor, Studenten und Schüler. Hm die ver-sch ebene Einstellung zu verdeutlichen, sei erwähnt. d»h z. D ein so ialistischer Arbeiter und ein a ithroposophifch orientierter Intellektueller dabei waren, und dah neben Evangelischen und K.ttho i en äußert rchl che Gemelnschastsleule und KonfeslionSlv'e vertreten waren. Diele Menschen, mit zwei oder drei Ausnahmen Iug nd.lche, waren vier Tage zusammen, um in engster Gemeinschaft nicht etwa sich etwas Fertiges barbieten zu lasien und zu übernehmen, sondern, um, nach einer Cmle tung. sich mit Fragen und Problemen ausci.iandcrzusehen. Den "Beginn machte „das Problem der Ethik", also die Frage, w.e weit es un3 Menschen überhaupt gelingt und g l ngen kann, sittlich gut zu leben. In der Aussprache wurden besonders die Berufsfragen erörtert, wie ja die Frage der Berufs, thik überhaupt eine der brennendsten Fragen der Gegenwart, nicht etwa nur unter der Jugend, ist. Dann stand „die Frage der Autorität" zur Debatte; es ist wohl kein Geheimnis, dah der Glaube an die Autorität unter unseren Zeitverhältnissen der letzten zehn Jahre schwer Rot gelitten hat. Andererseits muh es Autorität geben, sintemal man nicht selber alles beurteilen kann. Die Aussprache rückte die schwere Beranttoortung deS Menschen inS rechte Licht, der anderen Autorität ist oder traft seines Amtes sein sollte. Gerade die Un- Vollkommenheit mancher „Autorität" fordert den Widerspruch jugendlicher Menschen heraus und läßt sie leicht mit der Person auch die Sache über Dord werfen. — Es war selbstverständlich, dah im Zusammenhang bamit d e Erörterung sich her katholischen und evangelischen Kirche zuwenden muhte, die beide, wenn auch in ganz verschiedener Abstufung, die Elemente der Autorität und Freiheit vereinigen. Ueoer- flüffig, zu sagen, dah dabei auch die Kritik der Jugend demgegenüber, was „Kirche" heißt, zu ihrem Ausdruck kam. — aber nicht etwa von bloßem Ki itis eren-wollen aus, sondern vom Ideal her. Damit trat d e Sendung der Kirchen, als notwendiger Formen für ewige Inhalte, in den Gesichtskreis. — Den Abschluh bildete die schon hier austauchende Frage .Mas seundEinzel- men sch". Don der reltg üen Gemeinscha t ging man hier auc nationalen über; so schloß ein weiter Rundblick den Gang. Etwas ganz anderes war die Religiöse Woche, die jetzt, in der ersten Adventswoche, den Ulrichsteiner Mädchen dargeboten wurde. Hier war keine „bewegte" Jugend aus Kreisen der Jugendbewegung, aber suchende und fragende! junge Menschen fanden sich fünf Abende lang im Pfarrhaus ein, — konnten hören und konnten fragen, was nach Klärung verlangte und Herz und Gewissen nicht zur Ruhe kommen lieh. Es tra evangelisch-lirch icheI gend ba un auch eine ganz anberc A.t der Th.mastellung! Wir beschäst.gten uns mit folgendem: 1. der Sinn des Lebens, 2. das Le.d. 3. die Sünde. 4. der Tod, 5. Du unb Deine "Bibel. Jedesmal folgten der etwa breiDiertcIftünb gen Einleitung Aussprachen von sünfviertel bis anderthalb Siun- ben. die manches klären halfen. 2m ganzen nahmen 47 Mädchen daran teil. Vielleicht hält mir jemand entgegen, einen wie begrenzten Wert es hat, dah da e^ paar jungen Menschen zu K.äru rg und Bertie,“?g des Wesens geholfen wird. Gew h hat es eine begrenzte Bedeutung, wenn a ilähllch jener Psingst- tovche ein 'Beamter die kirchliche Trauung nachholt; dah dabei aber eine Jugend, die kirchlich lehr kritisch steht ober gar unkirchlich ist. und. tote die Dinge leider nun einmal liegen, auch reliaiös leicht erlahmt ober gar indifferent zu werden droht, wieder Verständnis für „Kirche" und damit für gelehrte und erstrebte Relig.on bekommt, das ist doch schon etwas anderes. Und dah dicfe Jugend emes Morgens auf den Sch ost- berg hinaufsteigt unb. ganz aus c gmem Antrieb, eine rel g öfe Morgenfeier hält, auch das scheint mir schon etwas anderes. ES i st doch wirklich etwas, wenn in unserer Zeit Jugend der verschiedensten Schichten zusammen! ommt unb vier und fünf Tage lang in w rll.cher Gemeinschaft sich em ft und t.efschürfenb über relig öfe F a^en ausspricht, unb es i st etwas, wenn in unseren Tagen, wie hier oben bei uns, in ganz Deutschland immer wieder solche „grei^eiten" und „Iugenbwvchen" gehalten werden, in denen jeb.t unb jede mit ihrem Suchen und Fragen ankommen können. Gerade im kleinen Kreis ist das am allerwertrv l'ten. weil da der einzelne mehr zu seinem Recht kommt. Gewih hat es nur begrenzte Bedeutung, wenn nun gerade in einem kleinen Bergst idtchen junge Menschen so odor so zu re igiöser Klärung zusammen kommen, ist es aber richt g. dah unser Doll und unsere Jugend nur bann gefunben können, wenn sie wieder von der Urkräften der Religion ihr Leben burchwllten las'en. dann hat diese Arbeit an einem kleinen Punkt einen höheren Sinn. Wir schauen dabei nach denen aus, die solche Arbeit verstehen; — nicht etwa. „3U schätzen wissen" usw., fordern eben verstehen in einem tieferen Sinn. Und wir warten. Wir warten mit denen, die ebenso, wie wir, auszuschreiten beginnen, Gott fei Dank auch schon begonnen haben. Wir warten barauf, dah unsere Schar wachst. — voll Freubigke t und Zuversicht schreiten wir aus, in der Ho fnung, aus der Rächt unseres Dolles in den kommenden Tag zu schreiten, — aus dec Finsternis in daS Licht ... Wie sehnlich wünschten wir. die wir in der Jugend stehen, dah all das. was unter der Jugend sich regt an Vorwärtsdrängendem, an Unruhe, Suchen unb Fragen, ein ins Letzte des Lebens gehenbes Droveln und Gären bedeuten möchte, — sagen wirs gerade heraus, „auch eine Adventszel tl" ©ott segne darum unsere Jugend in dieser Zell! Weihnachlsmärkte. Die bunten, anheimelnden 'Bilder des WeihnachtsmarkteS find uns als der stimmungsvolle Dorklang des eigentlichen Festes lieb und teuer. Da der Markt, auf dem man alle Herrlichkeiten einkauft, mit der Bescherung in engstem Zusammenhang steht, so gab es in einer Zeit, da die Besck>srung am Nikolaustage stattfand, keine Weihnachts-, sondern Nikolausmärkte. Diese NikolauSmärkte sind die Dorläufer des WeihnachtsmarkteS, der als Einleitung des Christfestes erst im 17. Jahrhundert auftritt. Der ältesteWeihnachts- markt, über den wir einen genaueren Bericht haben, wird in der Nürnberger Chronik WagenseilS aus dem Jahre 1697 geschildert. „Einige Tage vor dem Fest." heiht es hier, „wird auf dem Markt Weihnachtsmarkt gehalten, der der Kiirdlems-Markt oder noch vollständiger der Chnsttindleins- Markt gewöhnlich genannt wird. Da ist nahezu der ganze Platz voll Holzbuden, die für die Zeit aufgebaut sind, und in denen aller Art Waren, die zum Nutzen und zur Ergötzung der Kinder, ja auch der Erwachsenen von Herzen ersehnt und von der Phantasie ausgedacht werden, zum Derkauf ausgestellt sind. Um sich diesen Markt zu beschauen, strömen nicht nur aus den benachbarten Städten die Leute niederen Standes, sondern biswellen auch fürstliche Personen dort zusammen. Die fleinen Kt der von Nürnberg sind überzeugt, das Christkind kaufe hier die Sachen ein, die es nachher am Weihnachtsabend unter sie verteilen wolle." Neben dem Nürnberger Weihnachtsmarkt, der natürlich durch die besondere Bedeutung der Stadt für die Spi.lwarenindustrie den reichsten Glanz entfaltete, kamen im 18. Iah hundert noch andere berühmte WeihnachtSmurkte auf. Schon unter Friedrich Wilhelm 1. war dieses lustige Weihnachtstreiben auf dem SchlohplaI in Berlin eingebürgert. So berichtet die Berliner privilegierte Zeitung unter dem 24. Dezember 1739, die preußische Kronprinzessin Elisabeth Christtne habe mit ihrem Bruber und dessen Gemahlin den Christmarkt besucht: „Bei dieser Gelegenheit hatten die Kaufleute sich bemüht, ihr« Läden durch Auslegung der schönsten Waren auszuzieren. Alle Häuser in den Gassen, durch welche die Herrschaften passierten. waren von einer großen Menge Lichter erleuchtet." Um dem W^ihnachtSmarkt eine besondere Weihe zu geben, wurde sogar vielfach die Aufrichtung der Buden in den Vorhallen und Kreuzgängen der Kirchen gestattet. Goethe erwäh.tt in seinem WeihnachtSbrief von 1772 an Kestners den Frankfurter Christmarkt. „Als ich gestern über den Markt ging und die vielen Lichter und Spielsachen sah, dacht' ich an Such und meine Bubens, wie Ihr ihnen kommen würdet, diesen Augenblick ein himmlischer Bote mit dem blauen Evangelio. und wie aufgerollt sie das Buch erbauen werde." Auch der Leipziger Weih- nachiSmarki war berühmt. „Der Christmarkt," heiht es In einer Sch lderung von 1785, „geht drei Tage vor dem ctefte an. In diesen Tagen sind auf dem Markte grohe und kleine Buben aufgebaut, die abends illuminiert werden." Die Studenten trieben hier sehr viel Unfug und trompeteten den „Frauenzimmern" auf kleinen Holztrompeten ins Ohr, was sie „Commerce" nenten. In Dresden feierte man den „Strieyelmarkt". — Die We hnachismärkte bet verschiedenen Städte waren durch ihnen besonders eigentümliche Ueberraschungen ausgezeichnet. So hat Berlin seine ..Knarren" und „Waldteufel" und die „Schäfchen", die von Kindern „fern Groschen" ausgeboten wurden. Dresden hat seine „Feuerrüpel", Heine Figuren aus Backpflaumen mit eimm Pupp n- kopf und einer Holzleiter, die wohl den Knecht Ruprecht als Essenkehrer darstellen. Die Glanzzeiten des Beniner WeihnachtsmarkteS waren in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der ihm viele Dichter, so Ludwig Tieck, Glasbrenner u. a, gefeiert haben. In seinen „Altberliner Erinnerungen" sagt F.'lir Philippi von dieser verklungenen Herrlichkeit: „Ich habe auf weiten Reisen, die mich durch Deutschland und Italien, durch Frankreich und Griechenland führten, zahllose DollS- feste gesehen, aber etwas Liebenswürdigeres, Heimlicheres, echt Dolkstümlicheres als den Berliner Weihnachtsmarkt habe ich ttotz der älnfreundlichkeit des nördlichen Klimas und ttotz aller Grämlichkeit des Himmels nie wieder gefunden. Die letzten vierzehn Tage vor dem Fest, namentlich nachmittags nach Schul- schluh. drängte und drängelte sich, schob sich und flutete durch diesen riesigen Jahrmarkt eine unabsehbare, fröhliche, erwartungsvolle und kauflustige Menge. In dieser Budenstadt, obwohl ganz manierlich in Strahen eingetc ilt, konnte man sich leicht verirren; sie umfahte den ganzen Schlohplatz und auf der anderen Seite des Schlosses den grvhen Lustgarten. Hier reihte sich Bude an Bude, manche reell gezimmert, viele nur luftig mit einem Plan bespannt; grohe Oellampen ergossen ihr rötlich-schummriges Licht über all die Herrlichkeiten, die da fein säuberlich ausgebreitet, alt und Jung, reich und arm, hoch und niedrig in Entzücken versetzten." Neue Postgebühren. Der Derwaltungsrat der Deutschen Reichsposi beriet, wie wir g stern schon kurz berichteten, die Dorlagm über die Gebührenermäßigungen und b c b zu gestell en 2ln- träge des Arbeitsausschuss s b s Berwallungs- ratS. In ferner D.gruhungsansprachr b tonte der Reichspostm nifter. bah bas Bestrebm der D.ut- schen Reichspost vor allem darauf ger atet sein müsse, die Einrichtungen techn sch so auf die Höhe au bringen, bah bas deutsche Wirtschaftsleben sich voll entwickeln könne. Es g chörten dazu grohe Mittel, die eine Herabsetzung der Tarife unter die Friedenssätze nicht gestatteten. Don den Be- schlüllm des Derwaltungsrats fei folgendes mitgeteilt: Die Vorlage wegen Aenderung des Auflieferungsverfahrens und Ermäh gung der Ge- Kaust Wohlsahrtsbriesmarken zur llnierstühung der Deutschen Nothilse! um in ihr Erlösung von inneren Erregungen zu stnden. Die Ehrfurcht vor der Göttlichkeit jedes Dlümchens. jeder Derglinie. das Lächeln einas im unendlichen Dlau schwebimben Wvlkenauges behüteten mich vor der Selbstherrlichkeit der eigenen Gestaltungskraft und der „Göttlichkeit" des eigenen „Ichs", die in unserer von allen Schranken befreiten Jugend im Expressionismus als eine verführerisch schillernde Seifenblase emporgetrieben wurde. Man hatte im Irnpres' onismus Gott in der materialisierten Welt wtgeschlagen unb hatte nicht die Kraft der Entmaterialisierten durch die Idee, man sah im nervösen Rausch höchsten Ichbewußtseins .den Himmel offen". Der Erpressio- nismus andererseits, der sich anmaßt. Ausdruck unserer Zeit au fein, ist es schon deshalb nicht, well sein absolutistischer Byzantinismus orientalischen Geistes der Entwicklung der F-ei^-it b-s germanischen ..Ich" diametral entgegensteht. Es waren immer absterbende Zeiten ocs mSpijoiuji- tumS, welche die künstlerischen Gestallungsge'etzc aus dem Werke früherer Zeiten Herausschällen und in diesem Ertrakt als dem „Geistigen der Kunst" ebenso hochmütig wie anmaßend die reinste Blüte der Kunst au repräsentieren glaubten. Es fehlt uns die große geistige Energie, die freie unb doch harmonische Organisation zu schaffen, unb umringt von jenen Werken ohne Harmonie und ohne Seele — abgemalt aber nicht gewachsen — fühlen wir in dem Despotentum die letzte Rettung. Sie erfordert nicht die unendliche, die Welt der Erscheinungen umspannende Kraft und gibt doch ene — wenn auch gewaltsame — Harmonie, die alleS tot- schlägt. was sich nicht in ihre Kurve pressen läßt, die aber die zitternden Nerven einer dekadenten Zett sehnsüchtig erfassen und toDbltuenb empfinden. Deshalb lehne ich den EkPressionismuS ab, wie mich früher der Impressionismus nie befriedigen konnte, aber ich hatte geglaubt, daß, wie die Frührenaissance die Bausteine für die Hochrenaissance gesammelt hatte, der Impressionismus einen neuen Reichtum in die Scheuern trüge, durch den eine hohe Blüte der Kunst möglich würbe. Aber wie es in der Wissenschaft durch die unendliche Fülle der empirischen Erkenntnisse immer schwieriger wird, die große umfassende Weltidee aufzubauen, so hat auch die organische Weiterentwicklung des Impressionismus versagt, die 3ugcnb hat nicht die Kraft gehabt, seine vielseitigen Ergebnisse festzuhalten unb zu einer höheren Dildungsg -stattanz zu entw.ckeln. Statt dessen haben wir umgekippt, haben — wie die Mode — aus den Nervenreiz auf gebaut, der immer den konträren Reiz sucht, wenn der alte nicht mehr zugkräftig ift“ Wie es ihm selbst gelang, in seiner Kunst das auszudrücken, was er zu sagen hatte, sehen wir am besten aus seinen religiösen Bildern. Die Dorfkirchen von älschlag. Dransfeld, Barterode unb Benterode in Hannover, Heckershausen. Kelze. Carsbvrf, Eberschütz unb Großenritte in Hessen sinb Zeugen seines Schaffens unb können von hier auS leicht besucht werden. Sein größter Aufttag — 80 Kompositionen für eine Kirche in Samstag, 2 . vezemder 1921 bübren für telegraph sche Aufträge bei Geld- verkehrS wurde angenommen. Für Briefe über 250 bii 500 Gramm wurde eine Gebühr von 30 Pf. festgesetzt. Im Poslscheckverkehr wrden künftig für die Einzahlung mit Zahlkarte erhoben: Bei Beträgen bii 25 Mk. 10 Pf. bS 100 Mk. 15.Ps., bis 250 Mk. 20 Pf., bi« 500 Mk. 30 Pl. bis 750 Mark 40 Pf., b-L 1000 Mk. 50 Pf., bei höheren Beträgen 60 Pf. Im Telegrammverkehr wurde die Fernwortgebuhr von 15 auf 10 Pf., die Wortgebühr für Ortstelegramme von 77, auf 5 Pf. und die Wortgebühr für Brieftelegramme von 10 aur 5 Pf. herabgesetzt Für die Fernsprechgebühren tour' en Im Ortsverkehr engere S u'en geb lbet Kanfi g werben für 101 b S 150 G.spräche 14 P'.. für 151 bi« 200 Gespräche 13 Pf . für 2)1 b « 25) Gespräche 12 PI., für da« 251. b« 300 Gesp-äch 11 Ps.. für j des w t re Gespräch 10 Pf. erhoben Die Fernsprechgebühr n erfahren in der ®nt» fernungSstufe von 50 b S 100 K lometcr eine Ermaß.gung um 15 PI., in den we leren Stuf er eine solche von 30 Pf. Die S nr.chtungSg.bühr bei Hauptanschlüssen wurde von 90 Mk aus 80 Mk. herabgesetzt. Die R u o l a n d S g e b ü h r w rb f.lq nb r maßen herabgesetzt Für Briefe b S 2) Gramm 25 Pl., für jede weiteren 20 Gramm 15 Pf., für Postkarten 15 Pf. Die ©ebübrenänberungen im Post-, Postscheck- unb Tei.grammverk hr treten am 1 Januar 1 925. biejen gen im F rnsprechverkehr am 1. Februar 1925 in Kraft. Wirtschaft. Börsc und Geldmarkt. Der Verlaus der letzten Woche hat der Vermutung, die in der vorigen Woche an dieser Stelle ausgesprochen wurde, daß die Abschwächung nur vorübergehender Natur fei, recht gegeben. DaS Geschäft a n Montanaltlenmarkt hat in den letzten Tagen ein zeitwei'e stürmisches Ausmaß angenommen, die Kurssteigerungen erinnern lebhaft an die Inflationszeit. Ange ichtS dieser Bewegung, die al.eS andere, denn ge unb zu lein scheint, ist es begreiflich, daß die interessierten Kreise lebhaft für die Wiedereinführung deS Terminhandels plädieren, denn nur der Terminmarkt scheint geeignet zu sein, ausgleichend zu wirken und die scharfen Ausschläge nach oben unb unten abzu- dämmen. Die Tat'ache, daß die Bewegung häufig der Berliner Spelulat on selbst völlig überraschend kam, ist mit ein Zeichen dafür, baß sie von außerhalb in die Börte hineingetragen worben ist. In erster Linie ist hieran daS Ausland beteiligt, unb zwar beschränkt sich die Betätigung an der Berliner Börse zur Zeit nicht auf ein einzelnes Land, sondern sowohl die west- wie osteuropäischen Länder sind daran beteiligt, während Amerika wohl nur für einzelne ganz bestimmte Papiere Interesse zeigt. Nach unseren Informationen handelt es sich bei den Auslandkäufen zum sehr großen Teile aber nicht um Anlagebedürfnis; es hat sich vielmehr bas auSländilche Spekulan- tentum die Berliner Börse als Betätigungsfeld ausgesucht, unb dieser Umstand muh alS außerordentlich bedenklich angesehen werben, denn eineS TageS werben die Spekulanten ihre Gewinne ein- heimlen wollen, was zu katastrophalen Kursstürzen führen kann. Bemerkenswert ist baS außerordentliche Interesse, das neuerdingS den Gold- Pfandbriefen entgegengebracht wirb. Hier bürsten bie Ausführungen des Reichsbankprä identen über die Flüssigkeit des Geldmarttes unb bie Erwägungen wegen Herabsetzung des Reichsbankdiskonts mitgetoidt haben. Es bedarf keines Zweifels, daß die 8- unb 10pro\. ®o bpfanbbrieie, unter Berücksichtigung eines fallenden Zinssatzes, zur Zeit Jena — kam durch bie wirtschaftlichen Verhältnisse leider nicht zur Aus'ührung unb wartet auf Erweckung aus dem Dornröschenschlaf. Neben seinen religiösen Bildern gehen seine Landschaften, Porträts und vor allem kleine, feine Illustrationen zu Märchen, die nun in all ihrer Farbenpracht und Lebensfreudigkeit In größerer Kompositionen Wiedererstehen, so in Jahreszeiten bildern, die in Kasseler Privatbesih sind und in Märchenbildern, von denen einige hier ausgestellt sind. »Nicht mit nüchternem RealttätSgefühl ban man sich meinen Bildern zuwenden," schreibt er. -Nicht fragen: ist dieses ober jeneS richtig gemalt. Damit wird man immer nur die äußere Seite der Natur analytisch protokollieren, aber keine Seele finden, von der uns das Märchen erzählt. Wie Jean Paul mit seiner glühenden Liebe zur Natur niemals ein pedantisch nüchterner Nach- schreiber der Natur gewesen ist. sondern wie vor die älnendlichkett seiner begeisterten Seele die Enb- lichkett der Erscheinung tritt, unb wir entzündet werden von der zwingenden Gestaltungskraft seines Sprachstils, so suche auch ich nicht in den figürlichen Bildern die Außenseite der Natur, sondern ihre Seele mit dem gesunden Instinkt eines wohl- gegliederten Etttbewuhtseins für die Elemente der Ausdrucksformen in der Malerei." Don den Märchenbildern dieses Künstlers können wir gerade in der Weihnachtszeit einen Hauch verspüren von jenem heiligen Reich der Kunst, das feine Heimat ist. Elisabeth Klute. gerne Herr oöllit achte! 2 Herba des < zur ß' Abholung vormittag- werden er| von erste, ein; schad Los- ®e 9k. । * «el Ä «5* und ^lchranst stand be Sobriiatj ^arbenu 'vrvie die Äderen Aammkc Teschöftz Krdinan Äeicj "nen 5 für die nach Sachwert verzinslichen Pfandbriefe und C-chuldv?rschreibungen, die bisher in Billionen notiert wurden, in „Reichsmark". Zur Rotiz: Die Berliner Wertpapier» börse notiert nach folgenden Grundsätzen: 1. für Aktien und Antels, a) de noch nicht auf Goldmark umgestellt sind, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) die bereits auf Goldmark umgestellt sind, in „Reichsmark für 100 Goldmark , 2. für festverzinsliche Weste, a) fetoeit fte nach der bischsrigsn Rote:mngsart über 15 M l- liarden Pr zent notierten, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) soweit sie b i s 15 Milliarden Prozent nach der bisherigen Rot.erunqsart notiert sind, in „Reichsmark für eine Million Papisr- mark", c) ti—15 Prozent Reichsschayanweisungen „K" von 1924 in „Reichsmark für eine Milliarde WWW Riebeck 45,75. Rombacher Hütte 30, Laurahütte 6,75, Kali-Aschersleben 14, Westeregeln 20. Chemische Aktien: Badische Anilin 28,62 bis 29. Anilin Berlin 24,25, Chemische Griesheim 24,75 bis 25, Scheideanstalt 20,50, Elberfelder Farben 25,62, Th. Goldschmidt 19,90 bis 20, Höchster Farbwerke 25,62 bis 25,75. Elektrowerte: AGG. 11,20. Licht und Kraft 8,45 Geld, Felten 32,87, Lahmeyer 12,75, Schuckert 66. Schiffahrtsaktien: Hapag 27,60. Rordd. Lloyd 4,10. Sonstige Jndu- striewerte: Kleher 2,5. Neckarsulmer 7,95, Aschaffenburger Zellstoff 24,80. Cement Heidelberg 23,75, Bingwerke 3,40, Heddsrnheimer Kupfer 9,40, Gebr. Jung Hans 12, Rheinmetall 9,25, Badischer Zucker 3,45, Frankenthalzucker 4,40, Heilbronnzucker 3,3, Offsteinzucker 3,50, Zolltüicken 10,50. Börsenkurse. Gießener Wochenmarktpreise am 20. Dezember (Händlerpreise). Es kosteten: Butter 230—240, Matte 40. Käse 70, Wirsing 15, Weihkraut 8, Rotkraut 15, gelbe Rüben 10, rote Rüben 15, Spinat 40, Unter-Kohlrabi 6, Grünkohl 20, Rosenkohl 50, Feldsalat 100, Zwiebeln 15, Meerrettich 30—80, Schwarzwurzeln 60, Kartoffeln 5, Aepfel 10—20, Dirnen 12, Dörrobst 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 90—100, Gänse 100—110, Nüsse 50—60 Pf. das Pfund, Eier 18—20, Blumenkohl 120—200, Endivien 10—20, Lauch 5—15, Sellerie 10—70 Pf. das Stück. IWeitafcgestli* Neue Damen- u. 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Auch der Privatwechselmarkt beginnt, wenn auch langsam, sich zu bilden. Die amtlichen Indexziffern. Die auf den Stand des 17. Dezember 1924 berechnete Großhandel-Indexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber demStande vom 10. Dezember (129.6) um 2.5 v. H. auf 132.9 gestiegen. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) für Mittwoch, 17. Dezember 1924, hat sich nach den Feftstellungen des Statistischen Reichsamtes gegenüber der Vorwoche um 0.2 v. H. (122.6) erhöht. Spezialwerkstätte für Hausstenduhren Krewinkel, 6le8en Riegelpfad 52. 10270V • Auflösung von Außenhandels- stellen. Unter dem 12. Dezember veröffentlicht der Reichswirtschaftsminister mit sofortiger Wirkung die Auflösung nachstehender Außenhandels- stellen: für E.scnwirtfchaft, für den Bereich der deutschen Gießereien, für Musikinstrumente, für die holzverarbeitende Industrie, für Leuchtöle, für Paraff in-Kerzen-Erdwachs-Zerisin-Montan- wachs, für Denzinöl, für Steinkohlenteer, für Natursteine und für Glas. * Amerikanijche Anleihe für Ge- mei nden des Deutschen Städtebundes. Wie der Dorsitzends des Deutschen Städtebundes, Oberbürgermeistcr D e l i a n - Eilenburg, mitteilt, schloß der Sparkassen-Giroverband mit amerikanischen Geldgebern enen Anleihevertrag ab, wonach die angeschlossenen Gemeinden zu produktiven Zwecken Gelder geliehen erhalten. Emzel- 5eiten über die Höhe des Kredits waren noch nicht zu erfahren. "Die Verbandsverhandlungen in der Eisenindustrie. Wie der „Deutsche Handelsdienst" hört, werden die Verhandlungen zur Wiedererrichtung von Verbänden in der Eisenindustrie In der Richtung weitergeführt, auch Formeisen wieder in eine besondere Gruppe hin- einzubringen und ebenso eine Gemeinschaft unter den vielen Walzwerken neuzubilden. Die Aussichten für das Gelingen diejer Bestrebungen werden als recht günstig bezeichnet. Man rechnet in Kreisen der Gewerken damit, daß es gelingen würde, die Verhandlungen zu Beginn des nächsten Jahres zum Abschluß zu bringen. Mit der Bildung dieser beiden Vereinigungen — der Halbzeugverband ist inzwischen zustande gekommen — würde der Zustand wieder hergestellt werden, der im Jahre 1904 vor der Gründung des Deutschen Stahlwerksverbandes bestand. Mamals gab es einen Halbzeugverband mit dem Sitz in Düsseldorf, das Trägerkontor hatte seinen Sih in Wiesbaden, die Schienengemeinschaft in Oberschlefien. Bei der Bildung der neuen Organisationen wurden diese drei Verbände zu einer Derkaufsgemein- schast, nämlich dem Stahlwerksverband A. G. in Äülseldorf vereinigt. Es scheint jetzt die Absicht zx bestehen, das Experiment der Zusammenlegung zu wiederholen. > • Zum Versand nach dem Saargebiet. Die im Versailler Vertrag festgesetzte fünfjährige llebergangsperiode für die zollfreie Einfuhr deutscher Erzeugnisse erreicht am 10. Januar ihr Ende. Die Geschäftswelt des Saargebietes ist naturgemäß bemüht, sich nach Möglichkeit noch mit zollfreien deutschen Erzeugnissen einzudecken. Diese gesteigerte Einfuhr wäre eine große Gefahr der Verstopfung der Zollbahnhöfe des Saargebietes. Die weitere Folge wäre, datz vor dem 10. Januar 1925 eingeführte Waren nachträglich noch verzollt würden, und zwar deshalb, weil sie nicht mehr rechtzeitig abgefertigt werden könnten. Diese Gefahr ist nur dann zu vermeiden, wenn die Ei'enbahnverwaltung in der Lage ist, die stark überlasteten Bahnhöfe dadurch zu entlasten, datz sie die Verzollung an kleineren Bahnhöfen vornehmen kann. Die Kölner Industrie- und Handelskammer empfiehlt daher, bei Versand nach dem Saargebiet in keinem Falle mehr den Ort der zollamtlichen Abfertigung im Saargebiet vorzuschreiben. * K o n k u r s. Heber das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft in Firma R A. H. Wiesel & C o., Zigarren- und Tabakgeschäft in Mainz, wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 16. Januar bei dem • 2Hainfraf ttoerZe A. G., H öch ft a. M. Die Goldmarkeröffnungsbilanz ergibt ein Reinvermögen von 22 428 000 Rm., nachdem für die gesetzliche Rücklage 2 243 000 Rm. vorgesehen sind. Dementsprechend wird das Stammaktienkapital von 160 Mill. Pm. auf 22,4 Mill. Rm. umge* stellt, von denen 1,4 Mill. Rm. noch zur Verfüg gung der Verwaltung bleiben, da die durch Hauptversammlungsbeschluh im März d. I. geschaffenen 10 Mill. Pm. Aktien vorläufig von der Elektrizitäts-A. G. vorm. W. Lahmeyer übernommen worden sind und der Verwaltung noch zur Verfügung stehen. Die Papiermarkaktien von 1000 Mk. werden auf 140 Rm. abgestempelt. Die 14 000 Vorzugsaktien mit zehnfachem Stimmrecht werden unter Zuzahlung von 4303 Rm. auf 2 Rm. abgestempelt, so daß bas Vorzugsaktienkapital 28 000 Rm. beträgt. Rach der Eröffnungsbilanz stehen die Kraftwerke mit 6,6, die Fernleitungen und Ortsnetze mit 16,1 Mill. Mk. zu Buche. An Wertpapieren werden 1,5 Mill. Mk. aufgeführt. * Stahlwerk Becker 21.®., Willich. Wie man erfährt, werden die Verhandlungen zwischen der Metz-Gruppe und der Gruppe Mannesmann-Luxemburg zur Erweiterung der sanierenden Gruppe durch Hinzutritt der beiden letztgenannten Unternehmungen fortgesetzt. Ob sie zu einer Einigung führen, läßt sich jetzt noch nicht beurtellen. Inzwischen sind neue Schwierigkeiten aufgetreten. Wie schon kurz mitgeteilt worden ist, wurde vor einigen Tagen der Betrieb Im Stahlwerk zu Wittich wieder ausgenommen. Es verlautet jetzt, datz die Beschaffung der Mittel sich nicht glatt vollzieht. Die Verwaltung hat an die Metz-Gruppe das Ersuchen gerichtet, einen größeren Betrag für den Betrieb zur Verfügung zu stellen, da sich eine andere Möglichkeit zur Beschaffung der Gelder nicht ergibt Die Mehgruppe Ist zwar zur Hergabe eines größeren Kredites bereit, verlangt aber erftstellige Sicherheit durch hypothekarische Eintragung des Kredits. Hiergegen wendet sich die Mehrzahl der übrigen Gläubiger, welche in einer solchen Sicherstellung eine einseitige Bevorzugung der Metzgruppe gegenüber den Gesamtgläubigern erblicken. * An leihe der Krupp A G. in den Vereinigten Staaten. Aus Aeuhork wird gemeldet, daß die Verhandlungen für eine 15-' Millionen-Dollar-Anleihe der Kruppwerke bei einer Gruppe amerikanischer Bankiers unmittelbar vor ihrem Abschluß ständen, und daß die öffentliche 21uflegung der Anleihe demnächst statt- finden soll. Seit dem 1. Oktober wären in Arne-, rifa schätzungsweise an die deutschen Industriellen für 200 Mill. Dollar Kredite gewährt worden. * Norddeutscher Lloyd, Bremen. In der a. o. G.-V. wurden die Anträge auf Ihnftellung des Grundk 'p tals auf 32 Millionen Gm. Stammaktien und eine Million Gm. Vorzugsaktien unter entsprechender Festsetzung der Nennbeträge, sowie auf Erhöhung des umgestellten Grundkapitals um bis zu 32 Millionen Gm. Stammaktien und eure Million Gm. Vorzugsaktien und endlich die daraus sich ergebenden Satzungsänderungen einstimmig gmehmigt. In der angeschlossenen Aufsichtsratsshung wurde auf Grund der durch die G.-V. erteilen Ermächtigung beschlossen, das Kap tat der Gesellschaft zunächst um acht Mill.onen Stamm- und 253 0.0 Mark Vorzugsaktien zu erhöhen. Die acht Millionen Stammaktien sind von der I. F. Schröder- Bank im Namen eines Konsortiums zu pari übernommen mit der Verpflichtung, sie den allen Attionären im Verhältnis von 4: 1 zum Bezüge anzubieten. Die Dorzugsakt en werden von den allen Dorzugsatt.onären übernommen, Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 19. Dez. Das Börsen- bilb erfuhr im heutigen Abendverkehr eine Aende- rung insofern, als die lebhafte Aufwärtsbewegung am Montanmarkt zum Stillstand kam und das Interesse sich in größerem Ausmaße dem chemischen und Elektromartte zuwandte. Das Geschäft auf dem Montanmarkt war wesenllich stiller und die führenden Werte erneut etwas schwächer. Dagegen waren, wie erwähnt, besonders Chemiewerte in den Vordergrund gerückt, die bei lebhafter Nachfrage ansehnlich gesteigert waren. Auch einzelne Werte des Elektromarktes waren stärker verlangt und fest. Am Dankenmarkt haben sich die Kurse bei ruhigem Geschäft nicht verändert. Interesse bestand weiter für Schiff- fahrtsaktien, besonders für Hapag, die um mehr als 1 Prozent fliegen. Für sonstige Industrie- werte traten nennenswerte Kurs Veränderungen nicht ein. Der Anleihe- und Rentenmarkt lag interesselos. Die Börse schloß die Woche in lebhafter und fester Haltung. Deutsche Anleihen: 5proz. Kriegsanleihe 0,805, 1923er K.-Schätze 0,22, 3proz. Konsols 1050. Bankaktien: Allgemeine deutsche Kreditanstalt 3,1, Barmer Bankverein 1,45, Commerzbank 6, Darmstädter Danc 12,75, Deutsche Dank 12,12, Dresdner Bank 8,4, Metallbank 19,25, Mitteldeutsche Kreditbank 1,75, Oe ft er» reichische Kreditaktien 9,70. Rheinische Kreditbank 3.20. Montanaktien: Buderus 1850, Harpen er 128, Mannesmann 68, Marisfelder 4,45, Otavi Minen 28, Phönix 56,50, Rheinische Braunkohlen 43,50, Rheinstahl 55,75 bis 55.50, Stinnes- ländlscyer 17,50 bis 22,50. Mais (gelb) 21,25 bi« 22,25, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 30 bl« 40,50, Roggenmehl 34 bis 37,50, Weizenkleie 13,25, Roggenkleie 13,50. Tendenz: steigend, im 2h* klang mit den Auslandforderungen. Berliner Produktenbörse. Berlin, 19. Dez. Der Produktenmarkt tixn? auf die amerikanischen Kurse hin fest, aber die Notierungen waren trotzdem gegen gestern nicht viel verändert. Weizen hatte lebhaftes Geschäft, Roggen zum Schluß etwas schwächer. Es notierten pro 1000 Kilo: Weizen, märk. 221 bis 222, Roggen, märk. 220 bis 223, Gerste, märk. 246 bis 271, neue 198 bis 212, Hafer, märk. 177 bis 189, Mais (1000 Bln.) 216 bis 218. Raps 400, Leinsaat 420 bis 425; pro 103 K lo. Weizenmehl 30.25 bis 33,25, Roggenmehl 30,25 biS 33,25, Weizenkleie 14,70 bis 14,80, Roggenkleie 13.40 bis 13,50, kleine Erbsen 21 b"s 32, Futtererbsen 19 bis 20, Peluschken 15 bis 16, Ackev- bohnen 19 bis 20, Wicken 17 bis 18. Lupinen, blau 11,50 bis 13, gelb 14,50 bis 16, Serradelle, alt 9 bis 12, neu 15 bis 17, Rapskuchen 17,20 bis 17,40, Leinkuchen 25.75 bis 26, Trocken- schnitzel 9,30 bis 9,50, Torfmelasse 8,93 bis 9.20. Kartoffelstöcken 18,60 bis 18,80 Mk. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (ffn Billionen Mart an? jebrütft. ®ntno6-8Urtl, 8onben. Wem York, Japan, Silo bt Janeiro für eine Tiudett. Wien aiifc Vudavell für 1(X)000 Giubetten. alle» übrige für 100 ttiübetttn) Telegraphische Auszahlung. Hansstaadubren mit prima Schwarzwälder Werken in allen Preislagen volle Garantie für jedes Stück Bei Barzahlung 15 Prozent Rabatt Extra-Anfertigungen zu jedem Möbel passend werden in eigener Werkstelle unt fachmännischer Leitung ausgefürt. Ebenso das Eintiauen und Regulieren der Werke. Kirche und Schule. Berlin, 19. Dez. (WTD.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, erklärt sich der preußische M.nister für Wissenschaft. Kunst und Volksbildung in einer Bekanntmachung an die Prooinzialschulkolleaien bereit, di: Reifezeugnisse derjcngei preußischen Oberlhzeen. die zu deutschen Oberschulen um;;ctoanbdt erden,w während einer von Ostern 1924 biS einschließlich Ostern 1931 laufenden ülebergangs- zeit für Preußen alle Rechte der Reifezeugnisse von Ob err ea lschul- unk Studienanstalten zu verleihen. Die gleicht Vergünstigung soll den Reifezeugnissen der Ober« lyzeen gewährt werden, die nach den Richtlinien vom 21. März v. Js. umgestallet werden. Die ülnterrichtsoerwaltungen der Länder, tr denen Hochschulen vorhanden sind, erklärten sich mit Ausnahme von Bayern bereit, während der Ülebergangszeit diese Reifezeugnisse ankerten n e n. Ferner gibt der Minister bekannt, daß die Reifezeugn sie von Oberlyzeen mit Ober» realschulrichtung. d.e anstelle der entsprechenden ©tubienanft alten treten, von sämtlichen Ländern, einschließl ch Bayern, anertonnt werden. Speisezimmer Herrenzimmer^ Einzelmöbel liefert mit 15% Rabatt Krewinkel, Bietzen ^ranffurka M Berl'n Schluh. Kl.rs Schluss. Abend- ! dü-le ISchlutzk. mittag. ,tu 1 | bKrfe m; 8. 1'. j 19. 12. 18. 11. 1,«. 5*/0 Deutsche RetchSnnlelbr «e/o Deutsche RelchSanleitze S'/,'/« Deutsche Ncichwnletd« 3*/., Dcuische Reichsunleid« . Deutsche «parpräunenan leihe 4°/o Preuhlsche Äonlol- . . . «e o Hessen ......... 3‘/8e/- Heslen , ......... J,80j 10,85 I 137 6,12 11,62 12,43 16,49 13 1.7> 9,7 - 17 11,8 91 99.60 133 19 12,4 66 2. 54 0 44,21 3 23,4 3,90 1 — 28.25 19,9 24,5 25,2 7 7 -8,25 2-2,4 11,25 18,25 67 2,6 3 16,5 3,50 U,o0 10,50 6 12,75 12,13 19,25 1.7 9,7 - 18,5 128 14 10 6,7 a 56, 0 5, 50 45,7j 27,15 4,10 23,75 29 SO 25,75 7.60 20,50 11,20 66 2,60 4^4 3,45 0.7J. U.92 0.91 1,3'J 0 4 5 1.0' 1 03 1,32 1.05 91,75 89,25 11.6’5 41,1 1S6 6 125 12,75 12 16,50 1,75 9,75 0,323 SO 16,70 11.50 £1 95.5 131,25 1 1 187 6,6 ;2,40 Lk» 51.7- 12,875 6 4 3,8J 4,76 10,75 28 19,13 24 25 7,875 11,20 17,62 39,126 73 75 2,5 3,13 7,25 1J 16 2 , 2 75 10,40 0, 01 0,93 0,92 1,33 0,455 1,04 1,06 1,02 1 94,7i 89,1 10,5 41,25 1 7.75 6,13 12,75 12,13 16,60 9, 5 0,3 8).'- 18 11, '.0 90,75 95,62 123 14,13 13,40 6,90 13.25 57.40 65 75 44,30 26,13 3,9 4.8 11,40 28,6C 19 3 24,25 25,4 7.9 11,25 18,25 65,9 77,5 2,50 3 1 1.5 2,6 2,7. 10,30 3% helfen........... Deutsche Wertb- Dollar-Anl. dto Doll -Schatz-Anwetiug. <•/• Zolltürten ....... 6*/e Äoldmerikan« ...... Berliner Handelsgesellschaft Lommerz- und Privat-Bauk Darmst. und Scaitonalbaut • Deutlche Bank........ Deutsche BrrcmSbank .... TiSconto Commandtt . • . Mitteldeutsche Treditbank. - ^esterreichische Creditanstalt Weltbank............ Bochumer ®u9 ....... Buder,............ Caro ............. Deutsch-Luxemburg...... Hclsenrirchencr Bergwerke. . fcai'Dtner Bergbau ... . . Kaliwerke Aschersleben.. . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte......... . Cbeibeharf......* • * • . Phöuii Bergbau....... Rbeinuabl........... Wiehert Montan ...... TelluS Bergbau........ Hamburg-Amerika Vaktt. . . Norddeutlcher Llovd..... Cheramlsche Werke 8fbt0 . Zementwerk Heidelberg .. Pl'tlivv Holjmaun..... ilnglo-Tont ° Oe st. abgest Prag . . . Budapest. . Bucn.-AireS Bulgarien ksavan - . • Wo de Ian Belirad . Lissabon . 16j,2 • 20 65 63,47 '. 3 ,8i 7.3,04 10,55 -7.95 ü-^75 4,195 22, :1 81,20 '-8,33 5,967 11.72 5,705 1,623 2,0'5 1.03 C,47d C.203 ■-9,68 :69,.6 20,71 63,6 J >3,99 11.,3? 10,r>« 17.99 19,725 4,205 $2,47 61,4. •8 47 5,927 12,76 6,724 1,627 3,065 1,612 6,180 1,207 '6.72 169,41 20,79 13,52 74,41 111,05 10,54j 17,89 19,7 5 4,1 B 22,55 61,2 i 18, 3 5,907 11.72 6,72.7 V629 :-,05 - '-,608 !,<7> (,285 1r 63 1^9,8. 20,85 63,78 4,59 119,53 10. *>8 17,93 IQ, 95 4,2u $2.6; bl ,46 16.67 5,927 1£,76 5,74 1^3 !, 6 1,612 i 7,28 19,72 voll, 0011 voll voll voll voll voll voll voll voll LOU voll von voll roll voll von UOU uOU -ou »U voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll doll voll voll voll voll .oll voll voll voll 19. De;6r. Brk' Nevact. 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Januar 1925 in der Bienenkorb-Sprechstunde verausgabt WW«-MW Schuhhaus L Bernhardt, GIESSEN Schulstraße 10 Telephon 1435. 10247a 10257D 10256D Stebing. 10212c Niger Geschäftsführer. 10216B vormittags von 10- 12, nachmittags von 3-5 is dahin nicht abgeholte Gewinne in sämtlichen Schuhwaren, vom besten Arbeitsstiefel bis zum feinsten Luxusschuh Stand-Uhren Wand-Uhren Küchen-Uhren Wecker-Uhren Taschen-Uhren Armband-Uhren führt nur Qualitätsware Messing-T afelgeräte Nickel-T afelgeräte Alpaka-T afelgeräte Versilb. Tafelgeräte Alpaka-Bestecke Versilberte Bestecke Reinsilber-Bestecke Besteckschränke 7 r* 2* I: 7 7 Brillant- Schmuck Gold-Schmuck Silber-Schmuck Alpaka-Schmuck Platinin-Schmuck Double-Schmuck Bekanntmachung. In der Weihnachts- unL Neu» jahrswoche ist bas Stabt. Dolksbad geöffnet: Montag, 22. Dez. 1924, von 1 bis 7 Uhr Aassenschlutz stets eine halbeStunbe vor Beenbigung ber Badezeit. Gießen, ben 18 Dezember 1924. Stäbtisches Dolksbad Gießen. Giehen, den 12. Dezember 1924 Hessisches Amtsgericht. Reichhaltiges Lager in Fahrrädern, Nähmaschinen Ausrüstungsstücke und Zubehör Passende Weihnachts-Geschenke für Automobil- und Motorradfahrer Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Monk, Dah & Eo., Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Giehen folgendes eingetragen: Die Firma ist geändert in € Monk G- nt b. H.; die Geschäftsführer Daß und Wrublewsky sind abberufen, Salomon Monk ist aller» Gewinnliste jur der am 19. LeMber 1924 HutigefunOeuen Dnlofaag ber „öleneMbes", Abteilung Oes UlKe-^fluenoerelns zu Lietzen All einverkauf der weltberühmten Dr.-Diehl-Stieffel, Hassia- und Salvator-Stiefel Bekanntmachnng. 3n unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Hertog & Wolf, Gut Mittelstmühle, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Mittelstmühle bei Alten-Vuseck, folgendes eingetragen. Durch Beschluh der Gesellschafterversammlung vom 12. Ao. vember 1924 ist das Stammkapital au' 15 560 Goldmark herabgesetzt worden. Giehen, den 13. Dezbr- 1924. 1O217B Hessisches Amtsgericht. üifitniiiii non Bujsltklkiiftltg, fikinpilüjitr= unö ffioniiünnrn. Zur älnterhaftung der Kreisstrahen im Zähre 1925 sollen 3750 cbm Kleinschlag zum Einwalzen. 5550 Tonnen Kleinpflastersteine und 10000 lfd. m Wandsteine zur Herstellung von Kleinpflaster öffentlich vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen und An. gäbe der Lerwendungsstellen können während der Dienststunden in unseren Amtsräumen Landgraf-Philipp-Plah 3, Zimmer 22. eingesehen werden. Schriftliche Angebote sind bis Freitag, den 2. Januar 1925, vormittags 10 Llhr, bei uns einzureichen, woselbst daS Ergeb, nis öffentlich fest gestellt wird. Zuschlagsfrist 3 Wochen. 10107c Giehen, den 16. Dezember 1924. Kreisbauverwaltung: EellariuS, .***** •. --v Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. R wurde heute eingetragen: Die Firma Süddeutsche Lack- und Farbenfabrik, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Giehen. Gegenstand deS Unternehmens soll sein die Fabrikation und der Handel mit Lack und Farben und sonstigen chemischenProdukten, sowie die Fabrikation und der Handel von anderen einschlagenden Artikeln. Das Stammkapital beträgt 5000 Reichsmark. Geschäftsführer sind: Meier Löb und Ferdinand Löb. Kaufleute in Giehen. Die Zeichnung der Firma genügt durch einen Geschäftsführer. Der Gesellschafts- vertrag ist am 24. Oktober 1924 errichtet. Giehen, den 12. Dez. 1924. 10215B Hessisches Amtgertcht. Kurt M. Frener Schuhmachermeister bei der Studentenhilfe Giehen, Schöne Ausficht. Oberhessische Auto- und Fahrradindustrie Otto Göbel :: Gießen General-Vertreter erster Firmen Schulstraße 6, Fernsprecher 102 Uhren- und Goldwarenhaus Emil Otto Bahnhofstraße 49 GIESZEN Bahnhofstraße 49 8- und 14-karätig, Taufen Sie bei Friedrich Leuning Uhrmacher, Bisrnarckstrahe 10 Bei mir getaufte Trauringe werden kosten« los enger und weiter gemacht. Ws-.wM-.wMlitzlea laffflen- u. AWtzMMen sowie I MhiiiMillcll Oefen Herde In allen AuSfllhrun- aen, sehr preiswert, stehen am Lager. August Lotz Wleeeek Televb. 1079. '«D Mache meine werte Kundschaft darauf aufmerksam, da6 ich von heute an meine Papierhandlung^; Albert Kreiling weiterführe und mit der Firma Wilh. Klee Nachf. nichts mehr zu tun habe. Gleichzeitig empfehle ich sämtliche Arten Packpapier in Bogen und Rollen, Güten und Beutel für Kolonialwaren und Bäckereien; fettdicht Pergamentersatz und Fetthüllen für Metzgereien besonders preiswert. Hochachtungsvoll Albert Kreiling, Papiergroßhandlung Dienstag, 23. „ , „9 Mittwoch, 24. „ „ ,9 Dienstag, 30. , „ „9 Mittwoch, 31. . . , 9 Freitag, 2. Fan. 1925 „ 9 SamStag, 3. „9 Achtung! Rotkraut, Zwiebeln, Rosenkohl,Blumenkohl, Spinat, Mäuschen-Kartoffeln, Meerrettich, Aepfel, Apfelsinen, Hasel- und Walnüsse, Gelberüben und Zittonen eingettosfen. Bestellungen für die Feiertage nehme am Verkauf Dienstagftüh, Vrandplatz (Eingang am Botanischen Gatten) entgegen. 036301 Frau Frosch, Teleph. iosi Bekanntmachung wegen Abgabe von Umsatz ftcnererklärnngen für 1924. Gemöst § 35 deS Umsahsteuergesetze« haben die Llrnsatzsteuerpflichtigen innerhalb deS Monats Januar 1925 ein« Steuererklärung über die Umsätze des Kalenderiahres 1924 abzugeben DaS gilt sowohl für die zur allgemeinen Umsatzsteuer Pflichtigen wie für die zur erhöhten Umsatzsteuer Pflichtigen, sofern der Deraniagungsabschnitt für sie daS Kalenderjahr ist. Ss gilt auch für diejenigen Aur erhöhten Umsatzsteuer Pflichtigen, für die der AcranlagungSabschnitt kürzer als ein Kalenderjahr ist. soweit sie für die Deranlagungsabschnitte deS Kalenderjahrs 1924 Steuererklärungen noch nicht abgegeben haben und noch nicht veran- Iae-‘ sind. ■Sie Umsatzstcuerpflichtigen in den Bezirken der Finanzämter Dietzen. Grünberg Butzbach und Hungen werden hierdurch ausgefordert, die vorgeschriebenen Erklärungen biS spätesten« 31. Januar 1925 bei dem zuständigen Finanzamt schriftlich einzureichen oder die erforderlichen Kn- gaben an AmtSstelle mündlich zu machen Zur Erleichterung deS Veranlagung«» verfahrens wird bestimmt: Die Angehörigen der Land- und Forstwirtschaft sowie deS Gartenbaues werden bis auf weitere« für die Umsätze aus diesen Betrieben — wozu auch die landwirtschaftlichen Aebenbetriebe gehören — von der Pflicht zur Abgabe von Steuererklärungen entbunden. 2. Auch die sonstigen Steuerpflichtigen (Gewerbetreibende. Angehörige freier Berufe usw.s brauchen eine Steuererklärung von sich ans nicht abzugeben, wenn sie auf C-' unb sorgfältiger Prüfung nach besi . UMicn und Gewissen die Lieberzeugung erlangen, datz die Summe der Voranmeldungen, die fle über ihre Umsätze de« Kalenderjahre« 1924 abgegeben haben, und die Summe der geleisteten Vorauszahlungen ihren tatsächlichen steuerpflichtigen Umsätzen im Kalenderjahre 1924 rnlspricht. Vordrucke zur Steuererklärung werden bei den unterzeichneten Finanzämtern und bei den Llnlererhebflellen kostenlos abgegeben. Dach Ablauf des Monat« Januar kann denjenigen Umia hsteuerpflichttgen, die eine Steuererklärung nicht abgegeben haben, nach dem Ermessen de« Finanzamt« ein Vordruck zur Umsatz» steuercrklärung zur Aussüllung binnen 2 Woch n übersandt werden. Die Einreichung der Erklärung kann durch - erforderlichenfalls zu wiederholende - Geldstrafen bis zu je 5000 AeichSmari erzwungen werden: Umwandlung in Haft ist zulässig. Das Gesetz bedroht denjenigen, der über ben Betrag dem Entgelte willentlich unrichtige Angaben macht ober sonst vorsätzlich die Umsatz- steuer hinterzieht oder einen ihm nicht gebührenden Steuervorteil erschleicht, mit Geld- und Freiheitsstrafen: der Versuch ist strafbar. Vei verspätet« Einreichung einer vom Finanzamt an» geforderten llmsahsteuererklärung ist daS Finanzamt berechtigt, einen Zuschlag bis zu 10 v. H. der endgültig festgesetzten Steuer aufzuerlegen. Giehen, Grünberg, Butzbach, Hungen, den 15. Dezember 1924. Die Finanzämter. 10213c Erklärung! 1. Das von der Schuhmacherzwangsinnung Giehen und der Interessen- gemeinschast am 9. 12. 24 veröffentlichte Gutachten wurde nach Angabe de» Herrn Syndikus Schüttler von der Hessischen Handwerkskammer Darmstadt völlig unberechtigt als Gutachten der Handwerkskammer (behördliches Gutachten) ausgegeben. • 2. Gegenüber dem von dem Vorsitzenden des Hess. Schuhmachern,eister» Verbandes Herrn W Weber gegebenen Gutachten lasse ich ein Gutachten des ersten Frankfurter Fachmannes und Sachverständigen, da» ich zur Klärung der Angelegenheit eingeholt habe, folgen: Gutachten. Das mir am 15. Dezember 1924 durch Herrn Kurt Frener. Dietzen, Schöne Aussicht, vorgelegte Thromsportrindleder, sowie das mir vorgelegte Dodenleder kann ich nur als einwandfrei in jeder Beziehung bezeichnen. Frankfurt am Main, den 15. Dezember 1924. gez. Heinrich Hesse, Frankfurt am Main. Dethmannstr. 60. Ich erkläre, datz sämtliche gelieferten Wanderstiefel nachweislich aus dem von Herrn Hesse begutachteten Leder verfertigt waren. Dieses Gutachten des ersten Frankfurter Mahgeschäftes dürfte die Tatsache, datz bis heuie kein einziger Kunde die empfohlenen Wanderstiefel als unbrauchbar oder schadhaft mir zurückgebracht hat, nut noch zu unterstreichen geeignet sein. 3 Jeder Kunde, der die Stiefel vor Ausbruch des Streites gekauft hat, Damit nicht zufrieden war und mir die schadhaften Stiefel zurückbringt, erhalt Dafür ein neues Paar. Die Zahl dieser beanstandeten werde ich öffentlich bekanntgeben. Da von Konkurrenzseilen die Angaben über die Ausführung meiner Wanderstiefel bezweifelt werden, empfehle ich Dem geehrten Publikum, durch Kauf meiner Waren sich selbst ein Urteil zu bilden. 4. Herr Wilhelm Weber, Schuhmachermeister in Darmstadt erklärte mir auf Grund des ihm von mir nachgewiesenen Sachverhalts, datz er bei Kenntnis dieses Sachverhaltes fein Gutachten in der vorliegenden Form überhaupt nicht hätte abgeben können. 5. 3d) ermatte nunmehr von meinen Gegnern, die solange öffentlich (unter 9. bzw. 13. Dezember 1924) angekündigte „(Einleitung weiterer Schritte" ober die „Auseinandersetzung an hierfür geeigneter Stelle". MimiWsbllle Tie Herberge »ut t'clmat bittet auch tn diesem Zabre wie der der WeihnacdiS- beicherung d. Wanderer zu gedenken. Die Rot ist In diesem Zabre besonders oroh. Waben an (yelb. Lebensmitteln «K- itaaencn Kleidern, Wä'che ufw nehmen dankend entgegen BirrtjenratMmck. Frankfurt. Sir. 13 u. Hansvo.er Loh. Ter Vorstand. Bei TeL-Ylnruf 17s werden die Waben abgebolt. lm>71) Ironsniiinonelwt üötfe. Weil? uno lleaeefaielöeB zu ocrfai: en IS483D Sckulstrakc 7 Popeline, reinewolle, Mk. 3.95 Mantelstoffe, mod. rarb. 5.80 Gießen marktstraae 23 KWKterstoffe gestreift und kariert. . . Mk. 1.45 Los- Ar. Gew.» Rr. Los- Rr. Gew.- Rr. Los. Rr. Gew.» Rr. Los- Rr. Gew.- Rr. Los- Re. Gew.. Rr. Los- Rr. Gew« Rr. 5 46 217 97 443 75 730 63 961 27 1279 116 6 141 225 88 447 139 732 74 965 76 1298 30 8 16 229 25 462 8 736 5 966 120 1309 130 10 94 243 102 464 124 741 44 973 24 1312 31 27 150 256 84 467 104 782 56 974 61 1316 148 35 3 258 93 469 117 812 89 987 147 1329 15 40 137 263 70 471 113 823 112 998 34 1337 95 51 67 265 101 500 65 827 87 1000 43 1356 73 64 103 317 47 522 118 828 20 1017 123 1364 40 72 2 326 90 533 23 829 143 1025 149 1373 109 73 14 327 82 543 85 830 98 1036 71 1382 126 80 144 328 80 547 17 855 49 1037 136 1383 111 104 108 341 69 548 68 877 33 1055 78 1394 81 119 59 359 100 572 66 879 146 1094 29 1396 11 122 131 360 45 610 91 882 121 1104 64 1408 13 161 110 365 4 630 10 893 92 1114 6 1413 114 163 135 368 26 638 132 894 125 1138 79 1428 18 166 142 370 106 639 72 902 138 1147 99 1433 134 183 62 377 86 643 129 919 140 1163 33 1441 96 188 22 382 35 661 32 927 12 1168 51 1465 36 189 128 386 105 674 37 933 54 1187 115 1466 28 190 127 391 122 692 58 941 7 1198 107 1471 77 192 50 392 57 703 9 946 52 1199 119 1473 39 201 41 400 53 704 83 947 60 1251 1 1483 19 209 145 421 48 718 55 958 33 1271 42 1485 21 Abholung der Gewinne nur Dartenftratze 2, Montag, den 22. Dezember 1924, Voranzeigei caf£ astoria Silvester-Feier Tanz mit 10259c 10258D zu billigsten Tagespreisen. Metzgerei Hranz Rathenow Telephon 1186 Bestellungen aus jedes Quantum werden enigegengenommen' ntnt Sonnenstraße 14 u. 18 Vorteilhafte Bezugsquelle / Prima Qualität Boxr.D.Halbschuhe *790 Erstes Fabrikat ■ 10207a Damaste Streifen, 130 cm breit. 2.10 jeder Art 10265 a aber alles vom Schuhhaus 3.25 Unterhosen.. niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiimiiiiiiHiiiiiti 85 25 JjlnnnnuH7Tu1’iiiHiiiiiiiiiiiiiin^iihiii|iii,|iu,,|,i,,aum gesehen — Beim Flecken Trebur In Hessen soll ein Apfelbaum gestanden haben, ter alljährlich Ir ter Christnacht Aepfel von ter Größe einet Bohne trug. Proben davon überbrachte mar dem Landgrafen Georg II., ter sie als eine Seltenhell anderen Fürsten und Herren ?eWe Aehnllche Fälle sind aus Gräfenberg bei Dürnberg, Würzburg usw. üb rllefert worden. Aus dem 12. 3ahrhuntett wird auch von einem blühenden Kirschbaum berichtet. — Karl 1. von England und seiner Gemahlin wurde an jedem Christfest ein Zweig von einem blühenden Weißdornbusch des KlofterfriedhteS rvi G a° stonbury überreicht, einem Ableger des Strauchs, der angeblich aus dem dürren Stab: entstanden sein soll, welchm 3oseph von Ari- mathia am Abend vor der Geäutt 3esu in die Erde steckte und der am nächsten Morgen ganz mit weißen Blüten bedeckt wir 3n der unruhvollen Zeit unter Cromwell ist dann der wunderbare Weißdorn vernichtet worden. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. t Gründer a, 18. Dez. Weil er in einer Sammeliiste für den Musikvere in se i n e s O r t e s die Hamen der Cpmder und d e Höhe der gegebenen Geldbeträge abge- ändert, sich also der Filfchung e ner prvaten Arkunde schuldig gemacht hat,e, wurde d .r En- wohner H. K. von Rieder-Ohmen vom h e- siAen Schöffengericht zu zwei Wochen Gefängnis und zur Tragung der Prozehlvsten verurteilt. —d. Grün berg, 18. Dez. Der Volks» üildungsverein veranstaltete di.ser Ta^e im Saale des H rschen" einer Rezitationsabend des H rm Karl Volck vom Gießener Ltadttheater, dr noch vom vor gen Winter her im besten Angeden'en stand. Ernst und heiter, aus Gemüt fürs Gemüt ist der Grundton der Volaschen Veronstal.unz g wes n Kein« Sat re. sondern echt r Humor kl nzt aus se nen Darbietungen entg gen, f.nr gutirt ge, weichherzige Gemütsstmimung, die in resignierter Heiterkeit lachen w.ll. Der ernste Tel brache C. $. Meyer (Die Füße im Feuer), W lh. Holzamer (Pfarrers Kätchenl, Paul Heyse. Al red Dock (Das Konrädche , D rrics v. Munch- Haufen (2llte Landsknechte) in '.ünstler. ch r Tollendung und stellte schnell den nöt gen inneren Kontakt des Vortragenden mit dem fle nen Zu- hörerkre's her. 3m heiteren Te l kam«n in bunter F lge Ludw g Thoma, Rud. Daumbach, 3uliuS Ltettenheim, F lix D^hn (Die Geschich.e von der grauen Stute), Martha F ohwein» Düchner, Auerbach, Fredr. Stolze u. a. zum Wort. D d'.uerlicherweck: war die Vrranstal ung nur schwach b.sucht, en Ze ch n. daß es dem Verein, der eine öffentliche Au Leihbücherei von ca. 1000 Bänden unterhält, bei künstlerischen Darbietungen an der notw.nd gen Uni r'tühung seiner Mitglieder und des breiteren Publikums noch fehlt. f Beltershain, 18. Dez. Hier geriet am Sonntag ab md ein junger Bursche von au5» wärts mU hi es gen jungen Leuten in Streit, der in e ne S chlägerei ausariete. De.de Te le verabreichten sich in g'gmse tiger Gebefreudig- leit eine gchör ge Tracht Prügel, in deren Verlauf der auswart ge Bursche schl eßlich sogar eine S ch r o t p a t r o n e auf e nen bes md rs tat» kraft gen Delt:r5hainer obschoh, d r dadurch an der Backe verletzt wurde. Dec G.mnd zu dem Streit soll schon we ter zuräckl'eg n. Sic Angelegenheit w.rd noch ein gerichtliches Hachsp.el haben. Kreis Friedberg. Dad-Rauheim, 18 De-. D e Weihnachtsfeiern h bn bg n.an. Vach ende Kleinkinderschule ge,.ern den 'Anfang g • macht. v"ranstal:ete die Ernst -- Lu dw g> Schule (Oberrealschul ) heute n'chmttag hre diesjährige Weihnachtsfeier it b r bi- zun letz en Platz g.fällten Turnh lie d s Turnvereins 1830. Es war eine glückliche Wahl, die die ganze Veranstaltung unter einen e nhe tlichen Geranien stellte. Die F ier war ein ,H e f s i s ch e r W e i h- n ach t s a b e n d". Es wurden nur W rte aufgeführt. die durch ihre Gntstchung eine B zichung au unserem engeren Heimatlande haben. Den 'Angang bildete eine Choralparaphrase für So» p^an, Alt. D oline, Harmon um und Klavier von Arnold Mendelssohn, dem Darmstädter Kirchennmsckmeister. In rechte Weihnachtssti n- mung verletzte dann die treffliche W edergabe eines Krippenspiels von der Geburt 3efu, einer von Otto Stückrath ausg.führten Bearbeitung des Alsfelder Weihnacht^ spiels. Die jugendlich 'n Darsteller h ck en sch mit lobenswertem Eifer in ihre Rollen ein gelebt. Des 100. Geburtstags d s Ma nz r Koniponi ea Peter Cornelius (g b. 24. 12. 1324) wurde gedacht durch Aufführung se ner ,,W ih mchts- lieber für Chor und Soli". De kunstr ichen Gesänge fanden durch dm Sch l rchor unter Lehrer Dechtolsheimers Leitung en: s insinnae Wiedergabe. Zuletzt kam d e Darmstädter Dichterin Hcl?ne Christ aller zum Wort. Ihr Weihnachtsspiel »D eihnachten in den Bergen" brachte Schneew tcchen. d e Zw rge, Knecht Rupprecht und die Engel auf de B chne und führte so recht in den Gckst der deutschen Weihnacht ein. Morgen nachm ttag w rd die Veranstaltung für Freunde der Schule und geladene Gäste wiederholt. Die Ernst-Ludw g° Schule w rd auch dann wieder ein volles Haus haben, und das ist ihr zu wünschen, d:rrn d e Reineinnahme der Frier soll in dem Fonds zur Beschaffung eines F.ügcks führen. TMI Tlf Illi 11 T Till !!!■■ !■■—■■ III «II II ll—HIBHI Kreis Schotten XSchotten, 18. Dez. Eine eindrucksvolle Feier sand am Mittwochnachmittag im hiesigen Rathaussaalc statt. Die Kreisschwester der amtlichen Säuglings- und Mutterschutzfürsorge Frl. Anna Schnell veranstaltete, unterstützt von einigen hiesigen Damen, wie alljährlich, so auch diesmal eine Christbescherung, an der nicht nur die Mütter mit ihren Kleinsten tellnahmen, sondern auch eine Anzahl gröberer Kinder. Wie bewunderte und bejubelte tue Kinderschar den im Hellen Kerzenglanz erstrahlenden Tannenbaum, wie hingen ihre Blicke gebannt und verklart an der lichtvollen, geflügelten Gestalt des Christkindes, das mit lieblicher, glockenreiner Stimme das Lied „Vom Himmel hoch, da komm ich her" ertönen lieh und damit die Zuhörer mit weihevoller Andacht beseelte! Den Müttern wurden zweckmäßige Liebesgaben zuteil, die ihnen sehr willkommen waren zur Pflege ihrer kleinsten Sprößlinge, die selbst mit allerhand Spielgerat bedacht wurden, während die älteren Weihnachtsgebäck, Aepfel und Hüffe erhielten. Es waren über 100 Kinder anwesend, nachdem man mehrere Weihnachtslieder gemeinsam gelungen, die Kinder mit allerlei Kurzweil unterhalten hatte, verließ man den Saal in sehr gehobener Stimmung. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Als vor einer Reihe von Jahren die Zentrale des Säuglings- und Mutterschutzes mit ihrer Für» forgetatigfeit einsetzte, da hatte unsere braune Schwester viele Schwierigkeiten zu überwinden, nicht wenige Vorurteile zu bekämpfen. Man wollte von manchem althergebrachten Brauch nicht Abstand nehmen, der den gesundheitlichen Bedürfnissen durchaus nicht entsprach. Die unentwegte Liebe zu ihrem Berufe, dessen Ausübung der Schwester bei den mangelnden Eisen» bahnverbindungen in unserem Kreise große körperliche Anstrengungen auferlegt, lieh sie nicht irre werden an ihrer menschenfreundlichen Aufgabe. und heute kann sie befriedigt zurückblicken auf- ihr erfolgreiches Wirken. Eifrig besuchen die Mutter die Deratungsstunden, und gerne befolgen sie die Ratschläge und Anweisungen der Fürsorgcschwester. Der Jugend gehört die Zukunft, und an der gedeihlichen Entwicklung dieser Jugend hat die amtliche Säuglings- und Mut» terschutzfürsorge keinen geringen Anteil. Mögen das Bewußtsein treuester Pflichterfüllung im Dienste der Hächstenliebe und die dankbare Anerkennung der Allgemeinheit die beliebte Beamtin bei ihrem Weihnachtsfeste segnend um» fluten! -4- Ober-Schmitten, 19. Dez. Gestern abend hielt Landwirtfchaftsrat Wenzel vom Landwirtschaftsamt Schotten eine gut besuchte Versammlung ab, in Der er die Düngungsfrage behandelte. Seine interessanten Ausfüh» rungen wurden unterstrich m durch die zahlenmäßige Wiedergabe zweier Dünqungsversuche, die das Landwirtschaftsamt in Michelbach und Rudingshain vorgenommen. Sie zeigten, wie stark die sachgemäße Anwendung künstlicher Düngemittel die Erträgnisse zu steigern vermag und unter Berücksichtigung der aufgewandten Kosten Den Reinertrag des Grundstücks erhöht. Die sich anschließende anregende Besprechung trug mit dazu bei, das Gehörte zu erweitern und zu vertiefen. — Der hiesige Mannergesangverein veranstaltet in Verbindung mit Der ersten Schulklasse am 1. Feiertag einen bunten Weihnachtsabend. <> Ulfa, 18. Dez. Der Kreis-Obst- [ u n D Dartenbauverein Schotten hielt ; Sonntag hier eine Versammlung ab, die sehr viele ; Freunde des Obst- und Gartenbaues vereinigte, i Kreisobstbauinspektor Metternich von Dü)in-- i gen sprach über die so glänzend verlaufene Obst» ausstellung am 27. und 28. September. Ein besonderes Lob erhielten die Hausfrauen von Ulfa für eingemachtes Obst und Gemüse. Ebenso erhielt eine besondere Anerkennung die Gemeinde Ulfa für Gesamtleistung in Obst und dieMertonsche Gärtnerei (H ubrnmühle) für Gesamtleistung in Gemüse. Die Verteilung der Preise nahm der verdienstvolle Vorsitzende, Geh. Regierungsrat Boeckmann» Schotten, vor. Statt Geldpreise gab es diesmal nützliche Gegenstände für den Haushalt. Gemüse» und Obstbau. Es gab nur freudige Gesichter. Ebenso brachte Die sich anschließende Tombola nur nützliche Gegenstände als Preise. Der Gesangverein 111 f a lieh es sich nicht nehmen, die Feier durch drei bestens Dorgetragene Lieder zu verschönern. Ein besonderes Verdienst um die Ausstellung hatten Lehrer W i e h n e r, Lehrer Stein und Baum- wart Ludwig, auch sie erhielten ihre Ehrung. Der Landwirtschaftskammerausschuh Gießen erntete noch den Dank für die Stiftung eines hohen Geldbetrags und die freie Stel» % PSchwanim _ ßlauband Wir bitten, beim Einkauf von m Bla, illustrierte Familienblatt, die Blauband-Wc das farbig u verlangen. wird vorzüglich geraten, wenn Sie zu seiner Herstellung die Feinkostmargarine „Schwan im Blauband“ verwenden. Gerade für feine Backwaren hat sie sich trotz ihres billigen Preises glänzend bewährt; sie besitzt ein köstliches Aroma, bräunt vorzüglich und ist sparsam im Verbrauch, Preis 50 Pf. das Halbpfund in der bekannten Packung. Hing des SaDverstSnvtgen. Obstbautnlpeirors WieSner. Ulfa und SwmfelS können auf die avgehaltene Ovftlchau stolz fein. Starkenburg und Rheinhessen. »Darmstadt, 19. Dez. (Eig. Bericht.) Der engere Ausschuß desDerkehrsausschufses derBergstraße hielt Dielet Tage in Heppenheim eine Sitzung ab. Einstimmig sprach man sich für den Wiederaufbau Der Starkenburg aus: Die Frage Der Wiedererrichtung Des Wahrzeichens Der Provinz dürfe nicht an Der Geldfrage scheitern. Ferner wurde Die Herausgabe eines Führers Der Berg st raße besprochen. Die Hauptversammlung Des Derkehrs- ausschusses der Bergstraße findet am 24. Januar statt. Hessen-Nassau. bl. Dillenburg, 19. Dez. 3m Jahre 1924 sind hier 15 Heubauten entstanden, zum Teil aus öffentlichen, teckwe se aus privaten Mitteln unter Inanspruchnahme von Da 4ehen. Das kommende Jahr wird aller Do.aussicht nach noch mehr Wohngebäude bringen, deren Laae vor allem das Gebiet am Sch oßäerg sein wird. — Die Basalt st einindu st rie des Wester- Waldes scheint sich nicht nur zu befem, fordern sogar zu erweitern. 3n der Gemarkung Drelisch e i d ist ein neuer Dteinbruch eröffnet worden. der eine Anzahl Arbeiter schon beschäftigt und durch Die kommende Bahnverbindung sich noch erweitern wird. D:e Industrie des Wester» Waldes hat übrigens stets den wirtschaft! .chen Schwankungen durchschnittlich S and geval en. >pv. Frankfurt a. M, 19 Dez. 3 i Süd- deutschlano hat ein S ch w l n d l e r p a a r umfangreiche Gaunereien b r^bt. E^ betrieb seine D trügercken dadurch, daß es Fchr- räber bei F hrradhändlern g gen A >z h ung fau.t? und für Die Restfunme g s lsHi: Wechsel gab. Die Schw.ndler — es hand.lt sich um den 31jährigen Kaufmann Iohatrn Geher auS Völklingen und um die 31jähr ge Amrlie Pi le auS M tau — haben nach den b sh r gm Sv- mittlungen F hrradhändler in Frankfu.t. Dr n» stabt. Karlsruhe, E llingen. H.'id lb:rg. Ma n;, Wiesb'den, Gießen. Kassel. Es.mach, Berlin usw. betrogen. — Obwohl wir jetzt neues und allein gült ges ReichSg lv bes.tzen, gibt es leifei zahlr iche B fitzer alten wertlosen Papiergeldes, Die die Hoffnung noch immer nicht auf leben Wullen, baß d efe Makulatur doch eines Tages noch gew nnbringenb zu verwerten fei. An diese hoffnungsvollen Leute w ndet sch jetzt, wie en Retter in Der Hot. Die „Interessengemeinschaft Der Besitzer von Vorkriegsgeld" mit einem Ausruf, d m das fchine Moto vorang fetzt ist: _S.n gk.ck macht sta k." Selöst- verständlich meld t?n sich z chlre ch: P'rsone r als Milglieder an. Sie mu'ten zu ächst zwei Mark (b tte in diesem F llr aber Reichsmark!) Aufnahmegebühr be;cb' n D nn erhielten Die also zu M tgüeb.rn Del 3i e e fei» tenbunDe» giword nen Leute e ne schöne D ul» fache, aus der man erfuhr, daß dir 3nterJfen» gemeir.fch..ft brabsicht g , D e Parlamente und De Reg erungen zur Au wer.ung des Vortrags- geloes zu veranlassen. Das ist alles, was Die Gesellschaft für Die zwei Mark tut. Hun hat aber eine Behörde doch Interesse an dieser Interessengemeinschaft gewonnen, das ist: die Staatsanwaltschaft. Dr. Eckener in Darmstadl. Darmstadt. 20. D^z. (Pckvat-Telearamm.) Gestern abend sprach Dr. Eckener hier im Auftrage Der Hessischen Dilderbühne über feine LuftfahrtnachAmerika. Das g vhe Haus des Landestheaters war ausverkauft. Ge- famtminifterium und Vertreter vieler Behörden waren anwesend. Das Publikum erhob sich, als Dr. Eckener erschien, von Den Plätzen und brachte ihm lebhafte Huldigungen dar, die minutenlang an Dauerten. Dann hielt General- Intendant Legal eine Begrüßungsansprache, in der er Dr. Eckener dankte, daß er Der Einladung Folge geleistet habe. Dr. Eckener verwahrte sich in feiner Rede gegen Den Vorwurf einer pra t scheu Er üllungspv itlt Die Deutschen seien so Dumm gewesen, ihre Waffen wegzuwerfen unD die schändlichen Bedingungen anzunehmen, so mühten sie Dicfe Verpflichtungen erfüllen, damit das Ausland sie » eher achten lerne. Er schilderte Dann d.e ilebertreujung des Atlanti- scheu Ozeans In schlichten, aber eindrucksvollen Worten, natürlich konnte er hier nur zumeist Bekanntes sagen. Er ging auch auf Den überaus freudigen Empfang in Amerika ein und bemerkte, daß ihm die deutschen Kaufleute gesagt hätten, jetzt könnten sie wieder in Amerlla verkaufen, was früher nicht möglich gewesen fei. Dann sprach Dr. Sckener llver Die gegründete Zeppe« lin-Gesellschaft. Deren Aufgabe die Schaft fung eines transatlantischen Dertehrs sei. Deut Vortrag folgte stürmischer Beifall. Daran schrotz sich eine Filmvorführung, besonders von Dec ileberfafjrt des Z. R. III nach Amerika. 3w Landtagsgebä^de wurde ein Empfangsavend mi Ehren Dr. Eckeners veranstaltet, an dem Die Minister und anDere Vertreter der Regierung teilnahmen. Turnen, Sport und Spiet Wintersport und Wassersport. In Den letzten Jahren hat Der Wassersport engeren Anschluß an Den Wintersport gesucht und gefunden. Der Deutsche Kanuvrrband hat eure Interessengemeinschaft mit Dem Deutschen Ro'el- bund vorgenommen dergestalt, daß die Paddler an Den wtnterspo tlichen o,f ziel e r Vsranstal'.un- gen sich In g.e.cher Weise beteiligen lönnen, wie die Mitgl'.eder des Deutsch.m Ro>elbundeZ. Besonders eng sind auch d.e Beziehungen namentlich im Süden des Reiches zwischen Den Faltbootfahrern und den Schreeschuhläufern. Bei den bayerischen Wasserfpo t'ern haben sich bereits befonDere Ski- und Rodelgruppen grblldet, wie das auch schon bei den Turn», Leichtathle ik- und Fuhballvereinen fe t lä igerun der Fall ist. Immer mehr erweist sich der W ntersport, name it.icb das Schneeschuhbaufen, als ein ganz vorzüglicher Er- gänzungssport für zahlreiche im Sommer betriebene Sportzweige. Schwimmerkawpf Wien—Köln. Der Kölner Schwimmklub „Poseidon" har mit der Schwirnmsektion der ^Hakoah"-W'en, die demnächst mit etwa einem Dutzend Mitglieder eine Reise nach Antwerpen, Brüssel und Paris unternimmt, für Anfang Januar einen Klubzweikampf nach Köln abgeschlossen. Schwimmerkampf Leipzig—Bremen—Hamburg—Berlin. Das verflossene Schwimmiahr hat deutlich gezeigt, daß Diz bisher üblichen verbandsoffenen und internationalen Wettschwimmen sich überlebt haben, da bei der ständig wachsenden Zahl der Tellnehmrr die Veranstaltungen sich stundenlang hinziehen und ermüd.md wirken. Klubkämpfe und Treffen der einzelnen Städte werden die alte Form ablösen. Eine Parallele zu dem Kampf Vudapest-Magdeburg-Köllr wird durch den S. V. Si menS-Charlvttenburg für Mitte April geschaffen werden durch die jc tzt an Hamburg. Bremen und Leipzig ergangenen Einladungm zu einem Städtekampf Diesem wird sich dann das Treffen Berlin-BreS- lau-Dresden->Magdeburg anfchließen. Tabletten in ollen Apotheken u» Drogerien erhältlich für Banger, Reöner, Raucher ■ ■ An der Spitze stehen Krügerol-sS mit der^^ilfs«e>hs*h wirkenden Zusatz, Spielplan der frankfurter Tbeater^ Opernhaus. Sonntag, 21. Dezember, nachmittags 3 ülhr: Das Waldmännletn. Abends 7 Llhr: Der süße Kavalier. Dienstag, 23. Dezember, abends 7 ülhr: Pique Dame. Donnerstag. 25. Dezember, nachmittags 2Vs Ülhr: Das Waldmännlein. Abends 6 Ülhr: Die Frau ohne Schatten. Freitag, 26. Dezember, nachmittags 3 Ülhr: Das Waldmännlein. Abends 7 Ülhr: Der süße Kavalier. Samstag, 27. Dezember, nachmittags 3 Ülhr: Das Waldmännlein. Abends 6Vs ilfcr: Figaros Hochzeit. Sonntag. 28. Dezember, nach« mittags 3 Ülyr: Das Waldmännlein. AbendS 7 Ülhr: Der süße Kavalier. Schauspielhaus. Sonntag. 21. Dezember, abends 7Vr Ufor: Der Tokaier. Montag 22. Dezember, abends 7Vs Ubr: Die Frau Rat. Dienstag, 23. Dezember, abends Z1/3 Ahr. Der Tokaier. Donnerstag, 25. Dezember, abends 7i_> Ahr: Die Frau Rat. Freitag. 26. Dezember, nachmittags 31/2 Ahr: Das Apostelspiel. Hierauf: Gr ist an allem schuld. Abends 7Vs Ahr: Das Ekel. Samstag. 27. Dezember, abends 7 Ahr: Wilhelm Teil. Sonntag, 28. Dezember, nachmittags 3V? Ahr: Minna von Darnhelm. Abends 7Vs Ahr: Die Frau Hat Für den Weihnachtstisch! Echte Schwarzwälder Edelbranntweine der Firma Burkhart & Krattt, Emmendingen Zwetschenwasser 50 toi, Proz. Kirschwasser... 50 Vol. Proz. A n w n w Obstbranntwein einschlägigen Geschäften erhältlich In allen Generalvertreter und Lager: Ernst Sarnes, Giessen Crednerstraße 45 40 fj n niaolere I werd, tacbneiitäft il vreidrocit ge» stimmt 11. revar. MöerG Gteben.vilMk.il Ankaui flbr.SlUw. u. Harmoniums. n n ..45 ..40 n n n i> HflHenfüineWer BrockelmÜvlen Schnitzelmüdlen in ernkiasstnerAnSfül,- runa aus eigener Her iellunn. 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ZS Selbst entziff Ihr Telegr tungen, die |id knüpften. Ich j und rechne aud Daß Graf @ul stritt, welche b tän Interesie de iwrtere Berühr vrichen. Der Dat im von Schoen, ^anz geheim. Reichskanz! Seine Mj Augenblick sch unter Dortoani betn»iöen. von 6 Umsetzung. *5 -Die Gr °met.c 1871—1 y« Akten bei ^ge des Aul S1 Johannes ^Ehvldh, 5r Die rr ibu Hessen, § 6« SzKi her? denn eß ki Un Zch'K la - gS? .3- 6 "vch hi' rratürsj t . A 0°len bem" Ü6( NNst ie gute rzielen ^vtos. irung W »IIHIIIIIIIUII )parote teile! unirre rntll. a.M. ui rgtrltr.23 9734 id hoffen § 1034a | er verscheuch e und mit äußerster Energie auf die Ausführung der Landung drang. Das geht aus den Im folgenden abgedruckten Depeschen hervor: Der Gesandte in Lissabon Graf v.Tattenbach an bat Auswärtige Amt Telegramm. Entzifferung. Ar 36 Lissabon, den 29. März 1905. Deheim (Seine Majestät hat mich zur Reise noch Tanger befohlen. In der Umgebung Deiner Majestät ist eine starke Strömung Dagegen, dah Seine Majestät in Tanger an Land gehe. Meines Erachtens find die von dieser Seite auSg sproche- nen Erwägungen und D fürchtungen nicht zu- cressend. Der kurze Dcfuch w.rd sehr gut verlausen und wird die von Euerer Erzellenz in dem telegraph schen D.r cht an Seine Majestät vorausg f.gten guten politischen Wirkungen sicher nicht veil Hirn. Unter allen Umständen dort meines Eracht.ns der beabsichtigte T> such jetzt, nachdem so viel darüber g spiochen and geschr eben worden ist, nicht auf gegeben werden. Diese meine Ansicht wird auch mit Entschiedenheit von dem Grafen zu Eulenburg vertreten. Tattenbach. D-er Reichskanzler Graf von Dülow an den Gesandten in Lissabon Grafen v. Tittenbach Telegramm. Eigenhändiges Konzept Rr. 38 Berlin, den 29. März 1905. Selbst entziffern. Ihr Telegramm Rr. 36 entspricht den Erwartungen. die sich für mich an Ihre Mitwirkung knüpften. Ich sehe, dah wir eines Sinnes sind and rechne auch ferner auf Ihre Unterstützung. Daß Gras Eulenburg wie immer die Ansicht vertritt, welche der Würde Seiner Majestät und Dem Interesse des Landes entspricht, ist mir eine weitere Beruhigung. Rur nicht zurück- weichen. Bülow. Der Rat tm Kaiserlichen Gefolge Gesandter von Schoen, zur Zeit in Gibraltar, an das Auswärtige Amt. Telegramm. Konzept. Ar. 21. Gibraltar, den 31. März 1905. Ganz geheim. Für Reichskanzler persönlich. Seine Majestät vor Tanger bis zum letzten Augenblick schwankend und geneigt. Besuch unter Dorwand der Landungsschwierigkeit zu öern eihe n. Mit Hilfe meines Freundes .Die Große Politik der Europä schen Ka- 6'mcLc 1871 — 1914.“ Sammlung der D plomati- schen Akten deS Auswärtigen Amtes. Im Auftrage des Auswärt gen Amtes h.rausgegeben i von Johannes Lepsius. Albrecht M.ndelssohn Bartholdy, Friedrich Thimme. 4. Reih. : „Die Isolierung der Mittelmächte.“ Erste Abteilung: ' Band 19 bis 21. Im Berlage der Deutschen Berlagsgesellschafl für Politik und Geschichte in Berlin W 8. Scholl, der an Land geschickt war und ganz ermutigende Rachrichten brachte, gelang es. das Zögern plötzlich zu überwinden und Ausführung der historischen Tat auSzulösen, die mit Bravour durchgeführt wurde. Bieberaus belastet bitte meine Kürze zu entschuldigen. Schoen. Was veranlaßte die deutschen Staatsmänner, die Person deS Kaisers für die deutschen Marokko» interessen einzusehen? Rachdem Frankreich sich mit England durch das Abkommen vom 8. April 1904 und mit Spanien über Marokko geeinigt hatte, glaubte es Dortfelbst ein Protektorat ausüben zu können. Diese Uebergebung der deutschen Interessen emviand die deutsche Regierung einerseits als einen Schlag, durch den der deutschfeindliche französische Minister des Acußern D e l c a s s ö die SJebcrlcgeT-beit Frankreichs über das Deut che Reich dokumentieren wollte, andererseits als einen Versuch. Deutschlands weltpolitischen Unternehmungen überhaupt Steine in den Weg zu legen. Die Motive, die sie die Marokkoaktion mit aller Energie durchzuführen veranlaßten, und ihre Absichten bei dieser Unternehmung werden durch Die beiden hier folgenden Stücke verdeutlicht. Der Reichskanzler Graf von Bülow an den Gesandten in Lissabon Grasen von Tattenbach. Telegramm in Ziffern. Rr. 34. Berlin, den 29. März 1905 Der nach FeS gesandte französische Unterhändler hatte dort erklärt, die französische Regierung verhandele „als Mandatar Europas“. Seit d e Unwahrheit dieser Behauptung ausgedeckt ist, wehren sich der Sultan und die von ihm berufenen Rotabeln gegen die französischen Forderungen. Die scherisi che Regierung scheint begriffen zu haben, daß Frankreich ttoh seiner Drohungen schwerlich eine große Armee in Afrika wird festlegen wollen, solange man nicht weih, welche Haltung in Dem Falle Deutschland einnehmen würde. Diese Verlegenheit möchten D-c zahlreichen F inde von Delcassö ausnutzen, um diesen zu stürzen. In nicht wenigen französ schen Preharlikeln wird da.auf hingcwesen, daß Delcassö durch seine rücksichtslose Behandlung des mächtigen Deutsch n Reiches die gegenwärtige schwierige Lage verschuldet habe. Am deutlichsten drückt sich der frühere Marineminister de Cane f f a n im „Siöcle" aus, indem er sagt: .^Deutschland verteidigt seine Interessen in Marokko. Das ist das Recht Deutschlands."^ Oa- nessan empfiehlt dann dringend, die französische Regierung möge sehr nachdrücklich die bereits abg gebenen Erklärungen toi der'ölen, dah Frankreich entschlossen sei, die Unabhängigkeit Marokkos und die Freiheit des ausländischen Handels im marokkanischen Gebiete vollauf zu respektieren. Diese und viele andere ähnliche Aeuherungen nicht offiziöser Prehorgane lassen erkennen, daß, wenn Der Sultan fest bleibt, die französischen Forderungen in der Hauptsache ab lehnt und Frankreich sich also vor Die Alternative einer Diplomat schen Rieder läge oder eines maiokkani- schen Krieges gestellt sieht, das diplomatische Prestige des Herrn Delcasss von seinen eigenen Landsleuten arg zerpflückt werden wird. Es wäre daher kein Wunder, wenn der Minister und sein Anhang jetzt bemüht wären, durch Cinschüchterungsversuche einen Besuch Seiner Majestät in Tanger zu hintertreiben. Dülow. Der Reichskanzler Graf von Dülow an den Dotschafter in London Grafen von Metternich. Telegramm. Konzept. Rr. 70. Berlin, den 11. April 1905. Obwohl ich auS Ew. Berichterstattung entnehme. daß Die öffentliche Meinung in EnglanD einer sachlichen Würdigung marokkanischer Angelegenheiten und insbesondere unserer Marokkopol tit wenig zugänglich ist, möchte ich Doch nicht unterlassen, Sie über die Hauptgesichtspunkte dieser letzteren zu orientieren. In Dem englisch-französischen Abkommen ist die Erhaltung des Status quo aus- Die rote Kaschgar. Roman von Fedor von Zvbeltitz. 23. Fortsetzung (Rachdruck verboten.) „UeberS Jahr", flüsterte Theda, und ihre Augen winkten Gert zu sich. „Wirst du mich auch nicht vergessen. ®ert?“ fragte sie. Er beugte sich £ über sie. und da sagte sie ganz leise: „Küß' mich ( noch einmal — aber küh' mich auf den Mund.“ Er spürte das Erschauern ihres Kinderkör- ! pers, als seine Lippen ihren Mund berührten. < Lind er dachte dabei: Ihr Mund ist hübsch, und sie versteht zu küssen. 11 nD abermals hatte er das Empfinden, als suche ihn der Blick Alexes. Da dachte er weiter: Als ßefe so alt war wie 4 Theda. verstand sie das Küssen noch besser. 2llexe hatte sich an das Bett gesetzt. „Theda, jetzt sind wir noch näher verwandt", sagte sie. „Run besuch' ich dich häufiger. Und wenn es dir besser geht, besuchst du mich auch auf der Wesenburg.“ „Ach ja — ich wollte, es wäre erst so weit! Ich glaube, ich bin auch vor Langewelle krank, t Jetzt soll ich erst in ein Sanatorium und dann ; nach Groh-Ponar. Das ist nicht weit von deiner I Ttiftshülle. Da können wir viel zusammen sein, i urD dann reiten wir auch öfters mitfammen aus — ad) ©ott. wenn du nur ahntest, was ich für eine Sehnsucht nach Wald roch Heide habe, ich eingesperrtes armes Dögelchenl" Die Pflegerin tomlte wieder mit Blicken and Handbewegung. Die Kranke mußte ihre Ruhe haben. Aber sie rief noch einmal Gert an ihr Bett. „Du bleibst doch noch hier?" fragte sie. „3a, natürlich, Thedachen. Wir bleiben alle noch hier. Jetzt kommt erst das Hochzeitsmahl." „Wenn ich doch dabei sein könnte!" „Wir holen das alles nach." „Ja — übers Jahr . . Ihr Blick flog nach Dem Fensterbogen, m dem Hellmut mit dem Geistlichen und Den beiden Vätern in leisem Gespräch stand . . . „Du. Gert," fuhr sie fort, „der hübsche Mensch da Drüben, das ist Alexes Bruder, nicht wahr?" „Jawohl, Hellmut Mehding. Hast du ihn nicht früher schon gesehen?" „Als Kind vielleicht. Was ist er?" „Er verwaltet Groß-Ponar." „Er hat kein Wort mit mir gesprochen." „Gott — weiht du, er ist wohl ein bissel schüchtern." „Das muß er sich abgetoöhnen. Er hätte mir doch wenigstens gratulieren können." „Soll er nachholen . . .“ Gert erhob sich lachend und trat an Die Gruppe am Fenster. Sofort löste sich Hellmut von Den übrigen und näherte sich Theda. „Tarf ich mir noch nachträglich erlauben. Ihnen meinen herzlichsten Glückwunsch auszusprechen. gnädigste Gräfin", sagte er und verneigte sich. „Besten Dank — aber warum so feiernd)? erwiderte Theda. „Warum gnädigste Gräfin und Sie? Mit Alexe duze ich mich. Wir sind Vetter und Kusine — weilläufig meinetwegen, doch da die Zwischenglieder nicht mehr am Leben, lind wir naturgemäß näher zueinander genickt. Wir sind ganz nahe Verwandte geworden." Eine leichte Röte spielte über das Gesicht Hellmuts. Wieder verbeugte er sich. Eine besondere Ehre", antwortete er. Gert lachte. „Hellmut ist immer ein Mann Der Formen“, sagte er. „Er hätte zu Hose gemußt. In Groh-Ponar werdet ihr euch ja täglich sehen. Vielleicht verliert sich dann feine ©ran- ^3eht schritt Die große Pflegerin llüsternd von einem zum andern. Theda hatte fiebrige Wannen. Man mußte sie allein lassen. Und man ging auch. Es war eine letzte Deflliercour, an ihrem Q5ett vorüber — mit Kußhänden, Zuwinken, Kopfnicken und freundlichen Augen. drücklich vorgesehen. W r waren daher berechtgt. anzunchmen. daß. fall- im Laufe Der Zeit 'Neuerungen eingeführt werDen sollten, welche geeignet wären. Die Interessen Der Fremden zu berühren. Deutschland zu Denjenigen Staaten gehören würDe, mit Wachen man deswegen in Verhandlung treten werde. Hiervon au-gehend. traten wir au- Der Beobachterrolle nicht heraus bis zu dem Augenblick, wo Die marokkanische Regierung unfern Vertreter in Tanger fragen lieft, ob wirklich Der französische Gesandte, wie er das vor Dem Machscn erklärt habe. Mandatar her europäischen Mächte sei. Ungefähr gleichzellig damit erfuhren wir, daft das von Dem Gesandten zur Annahme vorgelegte Programm Forderungen enthalte, welche mit Dem Status quo unvereinbar find, ilm jeDen Zweifel an den Endabsichten Frankreichs zu beseitigen, machten einige inspirierte Organe Der groben Pariser Presse Stimmung für den Gedanken. daß Marokko zu Frankreich in das gleiche Verhältnis wie Tunis zu bringen fei. Wir stehen auf dem Standpunkte, daß diesem französischen Vorhaben Die völkerrechtliche Grundlage fehlt, und Daft dadurch Die Intereisen aller Derjenigen Staaten beeinträchtigt werden, welche bei Den früheren marokkanischen Konferenzen mit berat en haben unh jetzt nicht von Fiankr< ich gefragt worden s nd Der Einwand pffviofer französischer Blätter, daß es sich bei den früheren Konferenzen nicht um eine politische Aendcrung, sondern lediglich um Die Regelung privatrechtlicher Interessenfragen gehandelt habe, ist rabullstisch und nicht stichhaltig. Denn eine Aenderung wie Die TUnifikation von M< r kko. to.ldje Darauf hinausläuft, das richtfranzösische Element nach dem Vorgänge von Tunis gänzlich aus Dem marokkanischen Gesch-ästsfeben zu verdrängen, berührt selbstverständlich die fremden Privatinteressen in ihrer Gesamtheit. Eine Befragung Der Verlragsstaaten ist daher nicht zu öcrmcihcn, sofern Frankreich nicht den Rechts- boden verlassen und led.glich die Machtfrage stellen Witt. Was England und auch Spanien angebt, so bestreiten wir keiner der beiden Regierungen das Recht, über die Marokkointeressen ihrer Untertanen für Gegenwart unh Zukunft nach Gutdünken zu verfügen. Wir glauben aber nicht, daß eine Der beiden den Anspruch erhebt, gleichzeitig über Die Interessen Der Angehörigen der übrigen Vertragsstaaten, z. D. über hie deutschen, zu disponieren. Diese unsere Annahme wird gestützt durch den Artikel des englisch-französischen Vertrags, wo die Erhaltung des Status quo ausdrücklich vorgesehen ist. Wenn Frankreich Dementgegen jetzt eine politische Richtung einschlägt. welche auf Den Umsturz Des bestehenden Zustandes hinausläuft, fo tut Frankreich das auf seine eigene Gefahr, unh England ist Dafür nicht verantwortlich. Cs werden jetzt in Der englischen Presse große Anstrengungen gemacht, um. wie das übrigens schon feit Jahren g bräuchlich ist, her deutschen Marokkopolitik allerlei düstere Pläne unterjjufdjicben. Aus unsere Lage paht her Spruch: „Cet animal est tres mdchant, quand on Pattaque il se defend.“ Wir treten für unsere Interessen ein, über welche anschein end ohne untere vertragsmäßige Zustimmung verfügt werden sott. Die Bedeutung der Interessen ist dabei Rebensache. Derjenige, welchem Geld auS Der Tasche genommen werden soll, wird sich immer nach Möglichkeit wehren, gleichviel, ob es sich um 5 Mark oder um 5000 Mark handelt. Daft wir wirtschaftliche Interessen in Marokko haben, bedarf keines Beweises. Wenn wir dieselben stillschweigend preiSgeben. so ermuntern toi damit Die zuschauende Wri" *u c h ilidjen Rücksichtslosigkeiten g gen uns bei anderen, vielleicht gröfteren 5t den. Ew. werden also da, wo Sie eine Besprechung der Marokkopolitik für angezeigt halten, sagen können, haft Deutschland in Marokko für die Interessen seiner Reichsangehörigen eintritt, welche dort, abgesehen von Frankreich, identisch sind rnll Den Interessen aller übrigen Dertrags- ftaaten unh mit her Erhaltung her offene n 2 ü r; ferner, haft Deutschland nicht die Absicht bat. bei diesem Anlaft durch SonderverHandlungen tich Sonhervorteile. welcher Art es auch fei, in Marokko oder anderswo zu verschaffen. Wir Haben Anlaft anzunehmen, haft wir mit unserer Beurteilung marokkanischer Dinge nicht allein stehen. Bülow. Aus Bayerns schwersten Tagen. Don Staatsminister a.D. Dc. Ernst Müller- Meiningen. Unter diesem Titel ist im Verlag Walter hc Gruyter & Co., "Berlin W 10 ein ebenso hochinteressantes wie hisw- rifch wertvolles Dokument über Die Revolution in Bayern erschienen, Erinnerungen unh "Betrachtungen auS Der Revolutionszeit. Dr Ernst Muller-Wei- ningen, Der hie bcDcutenhflcn Phasen ter Revolution als Iustizminister hex Rach-Räte-Zeit miterlebt hat, hat seiner Darstellung Der Revolution Den Charakter einer starken Lebendigkeit und Unmittelbarkeit und hem ganzen Duch eine hramatische Spannung verliehen. Der solgende Abschnitt auS hem Duche schildert Eisners Ermorhunt unh das Attentat auf Den Landtag. AIS wir kurz vor 10 Uhr den Sitzungssaal betraten, erhob sich daS Gerücht, Eisner sei das Opfer eines Attentats geworden. Eine ungeheure Erregung bemächtigte sich her Versammlung, vor allem her überfüllten Tribünen. Jeder hatte das Gefühl, haft jetzt ungewöhnliche, in der Geschichte des Parlaments nie dagewesene Dinge sich ereignen würden. Zechen- bad). Der Adjutant Eisners, Drängte sich, mit Dem Hut auf Dem Kopf, bleich Durch Die Menge Der Regierungskommissare, rief Auer, her aus hem zweiten Ministersessel auf Der linken Seite Des Hauses saft, etwas zu. Ich horte vom Minister von Frauendorfer Den halblauten Ausruf: .. Frecher Bursche", — ich stanD unmittelbar vor her Ministertribüne an meinem Platze in her ersten Sitzreihe. Anscheinenh hatte Fechenbach einen ober hie Minister mit hem Attentat in Verbin- hung gebracht. Die Aufregung wuchs von Minute zu Minute, fo haft sich das Haus auf eine halbe Stunde Dertagix., um genauere Rachrichten über das Attentat abzuwarten. Wir zogen unS in untere Fraktionszimmer zurück. Es wurde mitgeteilt haft hie Abgeordneten nunmehr auf Waffen durchsucht würden. Die revolutionären Arbeiterräte wie hie Soldaten — unlerc Schützer I) — rasten förmlich durch das ganze Gebäude mll Ausrufen, hie nichts Gutes verraten ließen, „Von den Hunden kommt feiner mehr aus dem Haufe heraus!" „Rache für Eisner!" ufto. waren die lauten Parolen. Ilm 11 Uhr begaben wir uns von neuem, auf alles gefaßt, durch das fieberhaft erregte Haus in den Sitzungssaal. Auf der Tribüne wie im Hause lauter Lärm. Endlich trat Ruhe ein. Minister Auer sprach in würdigen, ernsten Worten, die vom Mitgefühl bebten, das 8ie»«o t „Das ist mein Hochzeitstag, Schwester Anna", sagte sie und seufzte garu leise. Unh auf einmal rannen helle Tropfen über ihre Wangen. Liebreich fuhr die Schwester mit einem kühlen Leinentuch über daS kleine Gesicht un£> trocknete die Tränen. „Richt verzagen, Frau Gräfin", erwiderte sie. „Erst wieder gesund werden. Dann wird alles nachgeholt, sagte Der Herr Graf. So ist es . . .“ Sie begann Theda zu entkleiden, sie löste die Myrten aus ihrem Haar und den Schleier und hakte vorsichtig Die Taille auf. Theda entschlummerte rasch unter ihren Händen. Der alte Geisbach wäre seine Gäste am liebsten gleich wieder losgeworden. Aber das ging natürlich nicht. An einem Hochzeitstage darf der übliche Hochzeitsschmaus nicht fehlen. Da halle Geisbach sich denn Die Sache bequem gemacht und das ganze Diner in "Bausch und Dogen bei Dorchardt in "Berlin bestellt. Der lieferte alles, sogar die Bedienung. Es war ein Mahl für Fein- tchmecker. nur fehlte die belebende Atmosphäre, die Feuchtigkeit Der Stimmung. Es tourDe im sogenannten Großen Saal gegessen. Der seit Dem Tode Der Baronin keine Gäste mehr gesehen halle, denn aus Rücksicht auf Thrixi vermied Geisbach jede Geselligkeit in feinem Hause, und wenn er einmal Geschäftsfreunde, irgendeinen AussichtS- rat, bestimmte Persönlichkellen aus Den Behörden pflichtgemäß zu laden hatte, so machte er das In Hotels in Berlin. Braunschweig oder Hannover. Die kalte Pracht des ©rohen Saals hatte wenigstens Der Gärtner zu mildern verstanden, ileberall in den freien Ecken standen Gruppen von Palmen. Arazeen. Liliengewächsen, metallblau schimmernden Selaginellen und großblättrigen Famen, und auch die Tafel prangte in reichem Dlütenfchmuck. Aber es war ein Hochzeitsmahl, bei dem Die junge Frau fehlte. HrtD Alexe war Die einzige Dame. Sie saß Gert gegen« üben, zwischen Den beiden alten Herren, war von herkömmlicher Liebenswürhigkell, doch sichllich zerfahren. Zerstreutheit lag auf Den meisten Gesichtern Dieser Tafelrunde, wechselnder Ausdruck flog über Die Mienen. Auch der Pastor schien ein wenig in Verlegenheit. Er mußte die Rede halten, und das war nicht leicht in diesem Falle. Mll Musischem kam man hier nicht auS. und Die biblischen Wendungen ließen kühl. Ganz zufrieden sah eigentlich nur her Standesbeamte mit Dem vergnügten Gesicht aus. Er Iran? wie auf einem Kommers, während der bissige Iustizrat sich mehr an das Essen hielt. Er sprach gar nicht und war finster und verkniffen wie immer, aber nie hatte man einen geborenen Menschenfeind so gewaltig essen sehen. Gert leerte feine Gläser mechanisch. GS war ein gedankenloses, hastiges Trinken. Es war wie eine Art Betäubung, die er im übrigen gar nicht wollte. Unh dabei stieg eine eigentümliche Gereiztheit in ihm auf. Er ärgerte sich über seinen Vater. Der Alerc von feinem philosophischen Kochbuch erzählte, in Dem zum ersten Male Theorie unD Praxis mit dem überlegenen Geiste eines wahrhaften LebenskünstlerS verbunden fein sollte, ilnb Dann ärgerte er sich wieder über Hellrnut. her mit Geisbach darüber stritt, ob es nötig sei. bad beste Rübenland von Groß-Ponar her Kaliindustrie zu opfern. „Wir verlieren Tausende Dabei", rief Hellmut. „Dafür verdienen wir Millionen", sagte Deisbach. Plötzlich überkam Gert eine tolle Lust, auf» zustehen unh der Gesellschaft zu erklären, er habe sich die Sache anders überlegt und wolle seine Heirat rückgängig machen. Und wieder Pröbelte her Gedanke in ihm auf. haft es doch eigentlich eine Eselei von ihm gewesen war, die Versetzung nach China anzunehmen, statt die Entwicklung her Dinge ruhig unD gleichgültig in Der Heimat abzuwarten. Beim Kaffee im Rebenzimmer setzte sich Geisbach allein mit ihm an ein Tischchen. Man lieft sie auch allein -- sicher hatten hie beiden noch eine Aussprache miteinander. (Fortsetzung folgt) JkDauern über bte Freveltar a vil toit Aus vorstehenden 23 Silben bilde man 9 Worte, die folgende Bedeutung haben: 1. Stadt in Kärnten. 2. Weiblicher Personenname. 3. Werkzeug. 4. Asiatisches Land. 5. Apfelsorte. 6. Andere Bezeichnung für Entschädigung. 7. Ratur- erscheinung. 8. Mathematische Fläche. 9. Stadt in Schlesien. Sind die Worte richtig gebildet, so ergeben die Anfangs- und Endbuchstaben, beidemal von vorn nach hinten gelesen, ein Zitat von Richard Wagner aus bem Rheingold. Ordnungs-Rätsel. Eine große Famille begeht ben 100. Geburtstag bes Familienoberhauptes. Es soll erraten werden, wann dieses sellene Fest ftatifinbet Das geschieht, wenn man bie einzelnen Städte, auÄ denen bie Kinder und Kindeskinber zu ber Feier herbeigeeilt sinb, in eine anbere Reihenfolge bringt unb bann die Anfangsbuchstaben anein- anberfügt Arolsen, Chemnitz, Eisenach, Erlangen, Hildesheim. Husum, Itzehoe, Raumburg, Diedersed- litz, Torgau. Wittenberg. Kapselrätsel. 1. Es fragt sich, wessen Schuld es sei. 2. ... dann borgt er, bis er Lohn erhält. 3. So konnte er bie Tat auf biefe Weise banfenj 4. Mein Gott, wie soll das Herzleid enden. 5. Wanbern, ach Wanbern, bu meine Lust. 6. Ich esse alles, nur Sirup, Salat unb Zwiebel nicht. 7. Die im Frieden ausgewandert, kehrten nun zurück . . . In jedem Satz ist der Äame einer Stadt versteckt. Die Anfangsbuchstaben dieser Stäbte- namen nennen einen Sport. • Auslösungen. Silbenrätsel Rr. 6 aus Ar. 294. Barel, Elba, Regiment, Saloniki, Teleskop. Anna, Aumismatik, Dreyse, Ingolstadt, Sokrates, Trave, Dampfbetrieb, Ananas. Derstand ist das beste Kapital. Zahlenrätsel Ar. 5 ans Ar. 294. 1. Shylock, 2. Lieberschuhe, 3. Ericsson. 4. Sku- tari, 5. Sittingbourne, 6. Enüwetok, 7. Rüppell, 8. Donati, 9. Jstväonen, 10. Epping, 11. Gude, 12. Lauwerze. 13. Oncken. Süßer die Glocken ... Lauschrätsel. Asche, Lamm, Borke, Esel, Rind, Taube, Butter, Alster, Saul, Saum, Echse, Rost, Meter. Angel, (Horb, Rerz. Albert Dassermann. Desuchskartenrätsel. Elektromonteur. Sonntagsdienstd.Aerzte n.Avotbcken am 2t 1224 vr.Meyerhofi N.M.N.Or.Szubtnski. Pelikanaooch ___Zahnarzt: Dr. (Monter.____________ DerKaffsewirlüliger wenn Sie ibn mit einem kleinen Zusatz von Werner Brener'S Kaffee-Surrogat betitelten. Werner Breuer erspart Ihnen bte Hälfte Kaffee, Malz-, Kornkaffee ob sonstige« Kaffee-Ersatz unb Sie erhalten trotzdem ein Getränk von schöner, ounfler Farbe unb kräs» tigern, aromatischem Geschmack. Erbälllich in ben Kolonie lwarengcschäften. 9014D STUCK liko're STUCK LI KORE Zum Weltachtsfeste iinwewnHiiiHiiHHiMuniiMniiiifHiiiiiiiiiiiiimHimiiiniiiiiuiuiiiiiMMiiiiiiiHMHiHiiHiiii Dekorationen Bettdecken sowie alle in meinem Geschäft Große Auswahl ,ewD Bahnhofstr. 31 Beachten Sie bitte meine Schau fenster-Ausstellung - W Abteilung: Taschentücher . . so, 35pf Herrentücher weiß . . 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Dem Landwirtschaft-rot Dr. Lehr, Direktor des Landwirtschaftsamte« Ltch. (Hachdrud verboten.) Var mancher Landwirt hat in den letzten Jahren über schlechte Uebertoi nterung der Winterfrüchte zu Dogen gehabt, und zur Grilärung dieser wenig erfreulichen Erscheinungen haben sich bei den Landwirten teils zutreffende. teils aber auch irrige Ansichten enttoidelL Wir haben bet den Au-winterung-schäden mit verschiedenen Ursachen zu tun, die aber gewöhnlich nicht schars genug ouseinandergchalten werden. Heben AuswinterungSschäben. die ihre Ursachen In klimatischen Verhältnissen haben, gibt auch Schäden am Wintergetreidc. die durch Krankheiten hervorgerufen werden, und in ihren Wirkungen auch verheerend sein können. An dieser Stelle ist schon in einem früheren Artikel darauf hingewiesen worden, daß bei Fusariumbesall lSchneeschimmel) 'Roggen- und auch Weizenschläge nach dem Abschmelzen des Schnees am Ende des Winters oft aus arofje Strecken abgestorben sind: natürlich müssen oei diesen Schäden ganz andere vorbeugende Wittel angewandt werden, wie bei dem eigentlichen AuSwintern der Saaten. Gegen den Fusariumpilzbesall können wir unsere Saaten schützen, indem wir sie mit geeigneten Deizmitteln richtig beizen. Durch klimatische Einwirkungen können die Pflanzen unmittelbar durch den Frost getötet werden — sie erfrieren alsdann, oder sie frieren oder faulen auS und schließlich können sie auch aussauern. Das eigentliche Erfrieren der Pflanzen — also unmittelbare Tötung durch den Frost — tritt bei unseren Winte^rüchien nur bei ausnehmend hohen Kältegraden ein, wenn den Pflan- zen der Schnee als Schutzdecke fehlt: ganz besonder- ist dies der Fall auf leichteren Döden und auf solchen Aeckern, die unmittelbar vor der Saat gepflügt und mit Stallmist oder Gründünger gedüngt worden sind. 3n all diesen Fällen laßt der lockere Doden die kalte Luft leicht in den Boden eindringen. Den besten Schuh gegen das Erfrieren bildet also die Schneedecke. Durch Festigen des DodrnS vor der Saat, durch Anwendung von Druckrollen bei der Saat und Anbau von frostharten Sorten kann die Gefahr des Erfrierens herabgesetzt werden. Da- Ausfrieren der Saaten kann durch abwechselndes Frieren und Austauen des BodenS zustande kommen, indem dadurch der Doden gehoben und gesenkt wird, wodurch die feste Verankerung der Wurzeln im Doden gelockert wird und Zerrungen und Zerreißungen von Wurzeln unvermeidlich find. Geht dieses Wechselspiel zwischen Auftauen und Festfrieren, wie es am Ausgang des Winters oftmals vorkonnnt, wiederholt vor sich so verlieren schließlich die Dflanzen jeglichen Zusammenhang mit dem Doden und gehen durch AuStrcxknen schließlich zugrunde. Dei besonders stark wasserhaltenden Boden (Moor-, Humus-, Ton- und Lehmböden), auf nach Süden geneigten Abhängen mit den dadurch verstärkten Temperaturschwankungen, bei au später und tiefer Herbstbestellung und schließlich auch bet zu spät gegebener Saatfurche im Herbst tritt das Ausfrieren besonders leicht ein. An vorbeugenden Schutzmaßnahmen wären zu nennen: Herstellung von Wasserfurchen und unbehinderter Abfluß der Schmelz- und Aiederschlagswässer bzw. Anlage von Drainage, ferner rechtzeitige Aussaat und mehr flache Unterbringung der Saat, d e dann noch mit Druckrollen auszuführen wäre. Auch bei dieser Auswinterungsursache muß wieder auf rechtzeitige Ausführung der Saatlurche im Herbste hingewiesen werden, damit der Doden vor Eintritt des Winterfrostes durch das Sehen den notwendigen festen Zusammenhalt bekommt. — 3m Frühjahr wären die Schläge, die unter Ausfrieren leiden, rechtzeitig mit schweren Walzen anzuwalzen, um so dte losgelösten Pflanzen mit dem Doden in innige Berührung zu bringen und ihnen die Möglichkeit zur Heubildung von Wurzeln zu geben. Ein weiterer Auswinterungsschaden kann durch das Ausfaulen der Pflanzen entstehen, was in der Regel eintritt, wenn die Pflanzendecke lange Zeit mit einer hohen Schieeschicht bedeckt ist. die dann an ihrer Oberfläche durch abwechselndes Auftauen und Gefrieren eine Eiskruste bildet. War vor dem Schneefall der Boden ungefroren, dann fangen die Blätter unter der Schneedecke an zu faulen, und zwar umso stärker, je üppiger im Herbst die Saaten gestanden haben. Rur schwer läßt sich diesem Auswinte- rungsschaden abhelfen. Wo diese Art Auswinte- und Gartenbau. rung stärker und häufiger auftritt, darf im Herbste dte Saat nicht zu früh und nicht zu tief erfolgen. ®tn Drechen der Eiskruste auf der Schneedecke mit schweren Walzen und damit Luftzutritt zu den Pflanzen kann in vielen Fällen ebenfalls zur Anwendung kommen. letzter AuSwinterungSschaden möge noch 00s Aussauern der Saaten erwähnt werden. Dieser Schaden hat seine Ursache in stauender Haffe im Doden, tritt also vornehmlich an solchen Stellen auf, wo nicht für guten Abfluß der Schmelz, und Hiederschlagswälser gesorgt ist. Meist im Frühjahr, aber auch in milden Wintern tritt dieser Schaden stärker auf. 3n zu nassen Doden wird einmal schon das untergebrachte Saatgut vom Sauerstoff der Luft abgesperrt, so daß keine Atmung und keine Keimung möglich ist. An der aufgegangenen Saat sterben, beton- derS wenn bei milder Witterung die Lebenstätigkeit angeregt wird, der erhöhte Sauerstoffbedarf in dem mit Wasser übersättigten Doden aber nicht gedeckt werden kann, unter Beteiligung Don Zäulnispilzen die Pflanzen ab und verfaulen zuerst an den Wurzeln. A'.s vorbeugende- Schuhmittel wäre auch in diesem Falle die Regulierung der Feuchtigkeit-Verhältnisse, also Entwässerung durch Drainage anzugeben. Knoten im Euter der Ziege. Kleinere und größere Knoten im Euter ober an den Strichen der Ziege können gutartiger, aber auch bösartiger Hatuc sein. Gutartige Verhärtungen im Euter entstehen durch Erkältung oder Milchstauung, andere wieder durch Stoß, Tritt, Diß usw.. wieder andere durch schlechtes Melken. Mitunter verschwinden diese Kiroen von selbst wieder. Die Dehandlung besteht in Dähun- aen mit Heusamen oder Kamillentee und nachherigem Massieren mit warmem Ocl. Außerdem gibt man der Ziege ein Abführmittel und mageres Futter, um die Dlutzirkulation vom Euter abzuziehen. Sehr häufig verschwinden die gutartigen Knoten nach der neuen Lammung, andere aber bewirken ein Absterben der D.-üsenmasse des Euters, wodurch natürlich die Milchabsonderung aufs schwerste leidet und oft genug ganz aafhort. Dei den gutart gen Verhärtungen im Euter ist bas Aussehen der Ziegen meistens unverändert. 3st dagegen zugleich mit der Knv enbildung eine Abmagerung der Ziegen und sch ochtcs Aussehen im Haar verbunden, so besteht starker Verdacht auf ©utertubertutofe. Die Verhärtungen bei derselben äußern sich in sehr starken Knoten, die an mehreren Stellen des Suters auftreten und dieses zuweilen fojar verunstalten, daß es schief wird. Meistens ö fnen sich diese Knoten nicht nach außen, innerlich aber schre tet die Zerstörung der Drüsenmasse schnell fort. Die Milch ist anfangs unverändert, später jedoch wässerig und mit Flocken gemischt. Dei dem Auftreten derartiger Knoten soll man, wenn man die Ziegen nicht ohne weiteres abschafsen will, unverzüglich eine mikroskopische Untersuchung der Milch veranlassen. Handelt es sich um eine bösartige, also tuberkulöse Verhärtung, so muß die betreffende Ziege sofort getötet werden. Aber auch die etwa noch im Stalle vorhandenen Ziegen müssen auf Tuberkulose untersucht werden, um eine bereits erfolgte Ansteckung festzustellen, denn tuberkulöse Milch ist besonders für Kinder geradezu lebensgefährlich. Schr. Die Ohrenräude bei Kaninchen. Beobachtet man bei feinen Kaninchen, daß sich diese mit den Hinterfüßen in den Ohren kratzen oder oft mit dem Kopfe schütteln, so kann man mit Sicherheit annehmen, daß die Tiere m.l Ohrenräude behaftet sind. Eine zweckmäßige Behandlung muß alsdann sofort erfolgen, denn nimmt das Leiden erst überhand, ist jede Heilung unmöglich und die Tiere verenden in kurzer Zeit. Am besten hat sich die Entfernung der im Obre befindlichen, von der Ohrenfaug- milbe herrührenden, scholähnlichen Dole m.t:eis eines kleinen Holzstäbchms und (Sinftäibung der Gehörgänge mit Schwefelblüte bewährt. D.eses hat täglich zweimal, und zwar morgens und abends zu geschehen. Aach sechstägiger De- handlungsdauer bringt man das Tier bi einen gut gereinigten, desinfizierten Stall und wiederholt die Entstäubung nach zwei bis drei Tagen noch eüvge Male. Die Ohrenräude, die übrigens sehr ansteckend ist und oft ganze Bestände verseucht. entsteht durch Stalunsauberkeit, weshalb man nicht nur die gesunden Tiere von den kranken streng absondern, sondern vor allen Dingen auch die Ställe grü idlich säubern und des- tnfizieren muh. Vorsichtshalber dürfte es sich empfehlen, beim Auftreten von Ohrenräude auch dre noch gesunden Tiere ein wenig mit Schwefelblüte Hu bestäuben, well sich dadurch Anstellungen am leichtesten verhüten lassen. Ä Clüver. Wildverbiß an Obstväurnen. Sind junge Stämme durch Wildverbiß stark beschädigt, so werden zunächst die Wundstellen mit einem scharfen Me fer glatt gedeihen. Rinde und Holz dürfen keine rauhen S.cJen und Fasern mehr auftoeilen. 3st der Stamm nur wenig beschädigt, so genügt cm Verstreich m der Wund- flache mit gutem Daumwachs. Auch e ne mäßig steife M.fch^ng aus zwei T.i.en L.hm und einem Teil Kuhdung tut gute D.enste. Größere De- schädigungen. durch d e das We tergedeihen des Daumes in Frage gestellt werden ka m. bebür.en dann noch einer toc.teren Dehandlung. 3n solchen Fallen wäre dann die sogenannte ileber- brüllung anzuwenden, um den durch die große Wunde unterbundenen Saftstrom wieder inTä.ig- feit zu br.nge.L Zu diesem Zwecke macht man über und unter der Wunde in den Stamm eine Kerbe und schiebt in dieselbe ein in passender Länge geschnittenes Edelreis, da- an beiden Enden glatt abgeschrägt ist. so daß Holz auf Holz au liegen kommt. Sodann werden die Verbindungsstellen mit Vast umwunden und mit Daumwachs verstrichen. 3m F ü ) ahr muß ost und gründlich gewäs c:t werden, damit dec Saft- Auftrom keine we tere Stockung erfährt, da den Bäumen die erforderliche Trteblrait zum Teil abgeht. th. Fragekasten. Frage 74: 3ch möchte mir für den Garten ein Mistbeet anlegen. Um während des Winter- die nottoenb gen Vorarbeiten und die Herstellung des Kastens und der Fenster besorgen zu können, bitte ich. mir folgende Fragen beantworten zu wollen: Welche Gröhe von Kasten und Fenstern ist zu empfehlen? Wird ein Kasten §u drei Fenstern unter sich in Querwände geteilt, daß man jede- Fenster für sich benützen kann? Wie tief hebt man die Erde zu der Grube auS? Antwort: Um als Gartenfreund einen Mistbeetkasten allein bewirtschaften zu können, dürfen die Fenster nicht zu groß und schwer fein. Sie müssen im Notfälle von einem Manne allein abgehoben und bewegt werden können. Das ist bet einer Größe von 1 Meter zu P/g Mettern der Fall. Ein solches Fenster, dessen Rahmen von Kiefernholz sein sollte, erhält 2 bis 3 Eisen- sprossen aus leichtem T-@ fen und zur Verstärkung der Haltbarleit außerdem quer zur Mitte noch ein leichtes Flacheisen, sowie oben und unten eine eiserne Handhabe und über jede Elle einen eisernen Winkel. Dergleichen Fenster sind unverglast fertig und mit Oelfarbe gestichen käuflich Die Größe des Kastens ergibt sich aus der Größe und Anzahl der Fenster. 3hn in Querwände abzuteilen, ist unpraktisch, doch läßt er sich durch Einsatz passend zugerichteter Dretter jederzeit teilen. Zu feiner Herstellung benützt man 3 Zentimeter starke Kiefembretter. Hur dann darf ein solcher Kasten der besseren Haltbarkeit wegen geteert werden, wenn er nach dem Anstrich über Sommer unbenützt im Freien stehen kann. 3n frisch geteerten Kasten gehen alle Pflanzen zugrunde. Die Grube für den Mistbeetkasten mache man nicht tiefer als 30 Zentimeter, sorge bei der Anlage dafür, daß Schnee- und Regenwasser nicht hineinlaufen und gebe dem Kasten eine Heigung nach Süden, die hinreichend sein muß 5um schnellen Abfluß deS RegenwasserS von den Fenstern, die über Rächt mit Strohmatten gedellt werden müssen. Frage 75: 3ch b:sihe e n gr nasse, teilweise sumpf.gr W.esen und beabsicht gr, sie mit Weiden anAulcgen. Gedeiht die We de dort? Wie weit muh s e auseinander verp langt to eben? Müssen das schon kleine Däumchen fein, oder tun cs StcdLnge? Dis wann kann man auf e nen Ertrag rechnen? Welche Sorten Weden? E ne dieser W.esen liegt in einer dumpfen Waldelle von Hord und Ost geschützt. W.rd auch da der Weidenbaum gedeihen? Gibt- auch dort noch Gras? Antwort: Am besten gedeiht die Korbweide auf feuchten, doch nicht zu nassen H ebe- rungsböden: eS eignen sich aber für ihren Anbau auch alle andern Bodenarten, nur stauende Hälfe verträgt fic schlecht. Sorgfalt ge Dodenbearbei- tung ist wicht ge Vorbedingung für das Ged ihen einer We dcnanlage. Der Dod.n muh mögl ch t im Herbst tief rigolt werden, damit er im Winter durchfricrt und die We de im Frühjahr ein lockeres Pjlanzbeet oorfmbet Hasse Höben, d e nur schwer enttoäffert werden können, legt man am besten in Rabatten und führt das Wasser durch umgebende Gruben ab. Die von 3hnen geschilderten Wiesen muffen allo entsprechend behandelt werden und werden sich dann für e ne Weidenkultur schon e.gnen. Man pflanzt keine Samstag, 2 \ vezemder 1924 Deinen Bäumchen, sondern StrdTuigc. Beim Schn U derselben mutz auf glatte F ach: und unbe- fckad.gte Rinde geachtet werden Die ce I nge sch cud mm auJ en- b S zw jährigen Ratet, ober l.i voller S ft.uh? in e n r Länge do.« 25 bis 3) 3t n. Am b fte i schne bei ma i f.c kurz vor de n P l n en. f l ng b r Safi noch nicht g - fliegen i t. 3 -i 3 ahj hr. wenn le n Fro e m«he zu b.fürchten s ns. er|d]t baS St de । n Re ben von 40 bis 50 Ztm. W ile und 10 b S 12 Zt n. Gntkrnung in de. R. h . 3 t öt dlmgc w. den mit der Hand senkrecht, die Aigen nach oben, in ben D de i g brüllt. Da« R nh lic i b r Anlage durch Hallen und wenn notig 3äien. unb ba« Au belfern ent tanb.ner Lüden sm) wicht ge Ar be te.i bi bc Pfl g c.ic 2Dc bc i.ultLt äo.l bte Anl gr I .ng aaSHalten unj «ft bei B den sehr nähestofsarm, so ist auch eine zwrlle.ll- fprechende Düngung s.hr anzuralen. vo.i Pbos- phorsaure. Kal, Kalk unb St di'tofl. Sehr gute We benbunger finb auch Kompost und H lz- asche. Bei richt ger Anlage trc.bt jeder Stell ling im ersten 3 ah re schon Ruten, b.e aber noch nicht gut verwe ataar s.nd. Trozdem mü,len b c- selben, um ein.n träft gen HachwachZ zu erzielen, gclchn t.en werden, aber bet völl ger Saf rulx während des W nterS. Eine Ernte erfolgt bann jedes 3ahr. Der Ertrag pro H-ttar beträgt im Durchschn tt bei e ner guten Anl g 1 0 ?opp l- zei tncr. Auch die Auswahl der Bo te ist von grober Wicht gleit, da von der 3nbu'tne bestimmte Sorten bevorzugt w rben. Die H ms- weide, die Manbelweide. dte Stein- oic. Pu pu - weide unb die Amer.kan sche W »d s.n) de hauptsächl chsten, bie für b.c Koebwe benfulturcn in F.age kommen. Wie Sie aus d es n Au.fuh- rungen crs hrN. werben S e allerdings nach -2L.- läge der Kotbwetbrnpflanzung auf en* größere Grasnuhung auf dem betr<|f.nben G.l.nd. kaum mehr rechnen können. Preußen und die Wohnungszroangswirtschaft. Irrige Ansichten. — Große Wohnungen. — Möblierte 3immer. Die von verschiedenen 3citungen gebrachten (von unS nicht abgebrudten. D. Red.) Meldungen über völl ge Aufhebung der WohnunqözwangS- wirtfchaft für große Wohnungen f n) irrig, wie der Amtliche Preuh. Pr.ss.d enst schre bt. Sic sind vermutlich darauf zurüllzuführen. bah Der- schiebene Gemeinden im CtnverstandniS mit dem preußischen Minister sür VollSwirtschaft dazu übergegangen sind, durch Ausstellung einer AuS- werStarte die D-recht gung zum frie.t Anmie en einer der Gröhe ihres Familienstandes entsprechenden Wohnung zu geben, unb daß sich nun, >ehr auch der Magistrat der Stabt Berlin zur Einführung dieses Verfahrens, wenigsten- für die größeren Wohnungen, entschloß. Eine wesentlich andere Bedeutung kommt der Verordnung des preuhischen WohlsahrtSministers vom 12. Dezember über die möblierten 31 m m e r zu. Für die möblierten 3inuner, die keine selbständige Wohnung darstellen, gelten weder die Bestimmungen deS Wohnung-mangelSgesehes. noch des ReichS- mietengeseheS. noch die Vorschriften deS Gesetzes über den Mieterschutz. Den MieteinigungSämtern und den Wohnungsämtern ist also fortan nicht nur die Möglichkeit genommen, im Verhältnis zur Kopfzahl ihrer 3nhaber Telle einer übergroßen Wohnung zu beschlagnahmen, sie können in Zukunft auch nicht mehr die Zuweisung einer Wohnung ober eine Tauschgenehmigung von der Verpflichtung zur Zahlung einer Geldsumme abhängig machen mit der Begründung, daß die Wohnung für den Suchenden ober für die eine Taufchgeneh- miaung nachsuchende Partei zu groß fei Die Ausfassung, e- stehe eine vollständige Aufhebung bet Zwangswirtschaft auch für gewerbliche Räume unmittelbar bevor, trifft nicht zu. Teneriffa A.-G., Cigarettenfabrik, Gießen r 1 vor»». bis 9 Ulir abends forot ■ §onn- ' mas von 8 bis 1 Ubr voriiitttagS. 831UD ! Äug. Bues staall.gevrüfterHeil- 1 nebfife 1 Walltorstr. 38 Part. reine Wolle, in vielen Farben, für IXlClUld kleine Damengrößen......... Kleider für große Damen....... t-—an 8—an Kleider Gabardine, f. gr. Figur, viele Färb., v. 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