Ilr. 2? der Landtagsabgeordnete Scholz- Mainz gewählt. Ferner wurden zu Vorsitzenden gewählt Landgerichtsdirektor Schudt - Gießen und Frau D i e r a u - Darmstadt. Den ersten Dortvag hielt Reichßminiftera.D.Dr. Becker, M.d.R- über die politische Lage im Reich. Die politische Lage wech'elt In Berlin von Stunde zu Stunde. Die Kr i se n sti m mung ist nicht etwa erst eingelreten, als die Deutsche Volksparlei den Eintritt der Deu t schna t i o n a l e n in die Regierung verlangte, sondern wir leben in der Krise seit Aufgabe des passiven Widerstandes oder des Rücktritts des Kabinetts Cuno. Das erste Kabinett Stresemann um ch'oß die bürgerlichen Parteien, mit Ausnahme der Deutsch- nationalen aber die Mithilfe der Sozialdemokratie. Richt bei allen Mitgliedern der D. Dp. fand die Aufnahme der Sozialdemokratie Beifall. Heute ist das Urteil ruhiger, heute sieht man, daß das Experiment sehr lehrreich war, auch für die Sozialdemokratie. Ihr Eintritt war nicht aus vaterländischen Bestrebungen erfclgt und als das Parteidogma, sich mit vaterländischen Interessen kreuzte, ist die Mitarbeit zerschellt. Die Wiederherstellung der Ordnung in Mitteldeutschland und wirtschaftliche Fragen, die Mehrarbeit und das Mehrsparen, waren die Ursache, daß die sozialdemokratische Masse nicht mehr mittun wollte. Es waren dies Maßnahmen, die die sozialdemokratischen Minister mitbeschlossen hatten, aber sie haben den Mut vor der eigenen Courage verloren. Im letzten Wahlkampf hatten wir es schwer, da wir Dinge vertreten muhten, die unpopulär waren, wie die Aufgabe des passiven Widerstandes, Währimgsfragen, Stellung zur Sozialdemokratie, Maßnahmen zur Krediteinschränkung und Steuermaßnahmen. Wir haben auch den schweren Kampf um das Dawes-Gutachten führen müssen. Die Erklärung, dah es eine Derhcmd- lungsgrundlage sei, ist von unseren Gegnern absichtlich mihdeutet worden. Zusammengehen viel geklärter als vor einigen Monaten. Mein Ideal ist die Konsoli- dierungdesgegenwärtigenStaate s." Der Zusammentritt des Reichstages. Berlin, 19. Oft (TU.) Der Reichstags- Präsident hat nunmehr endgültig die nächste Plenarsitzung des Reichstages auf Mittwoch, den 22. Oktober, nachmittags 3 Uhr, anberaumt. Fortgesetzte Flucht aus der Demokratischen Partei. Der frühere demokrattfche Landtagsabgeordnete M a d e n t u m hat die Führer des ‘Bauern- bundes Dr. Böhme und West er mann zu ihrem Schritt beglückwünscht. Den Schritten Böhmes und Westermanns folgen desgleichen der frühere demokratische Reichstagsabg. Liese aus Haberland und der demokratische Kreisvorsihende Rauch aus Reuhaldensleben. Weitere Austritte namhafter Persönlichkeiten aus der Deutschen Demokratischen Partei stehen bevor. Eine demokratische Internationale. Paris, 18. Oft. (WTD.) Auf dem radikalen Kongreß in Doulogne-sur-Mer wurde eme internationale Vereinigung der radikalen und demokratischen Parteien gegründet. Die Organisation hat zum Ziel, die Zusammenarbeit der demokratischen Parteien, die den gleichen Idealen zustreb^r, za erleichtern, zur Wiederherste Tung eines endgültigen Friedens in Europa beizutragen und mit allen Mitteln das obligatorische Schiedsverfahren zu begünstigen. Es ist ein Komitee I eingesetzt worden, in dem folg enbe Länder vertreten find: Deutschland. England, Frankreich, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Wir sind stolz darauf, was wir in der Regierung geleistet haben, auch auf dem passiven Widerstand, denn er hat ein Heldentum gezeigt. (Beifall.) Die meisten Märtyrer Hal die D. Vp. stellen müssen, besonders in Rheinhessen. Glaubt jemand, wir wären zu Verha iblungen in London gekommen, wenn wir nicht den passiven Widerstand gcfei'el hätten?! Wir haben ver ucht, dah man aus dem Ergebnis der letzten Reichsiagswahlea die Forderungen der Vernunft zieht, dah man die Per ei, die aus ihm verstärkt h.rvorging, zur Regierung beruft. Die Deut.schnationalen dürfen von der Regie tu n g nicht ausgefchlos° fen werden, auf die Dauer kann man das auch nicht. Der erste Versuch zur Regierungsbildung in diesem Sinne mißlang, nicht ohne Verschulden der Deutschnationalen. Die Ergebnisse von Lo. don haben niemand restlos befriedigt; sie werden uns grobe wirtschaftliche Lasten bringen, dabei haben wir noch nicht einmal eine eindeutige Erklärung über die Räumung der Kölner Zone erlangt. Le.der müssen wir alle Hochverräter, die ©eparatiften, laufen lassen. Die Ausgewiesenen konnten zu- rüdfefyten und wir werden mit Befriedigu 'g fel en, dah die Bahnen wieder in deutschen Händen sind, wenn auch etwas international angcstrichei. Alles in allem genommen, haben wir doch manches erreicht. Die Opposition der Deutschnationalen gegen die Dawes-Oe'ehe im Re chstag bis zum letzten Augenblid wird sich schwer an ihnen rächen. Der letzte d.utschnationale Parte - tag hat nun dem Dawesgutachten zug^slimmt und in den Verhandlungen mit Marx erheot die Partei jd)t keine außenpolitischen ober innerpolitischen Forderungen mehr. Wenn die jetzige Krisis zu Neuwahlen führen wird, wir sind dazu bereit! Was ist das Ziel? Riemand weiß es. Die Parteigrupplerung wird sich nicht wesentlich ändern. Die Sinnesart des Zentrums werden wir nicht umgestalten. Die demokrattfche Partei wird zurüdgehen; sie hat es verdient. Besonders bekämpfen wir in ihr jenen Pazifismus, der von deutscher oder österreichischer Kriegsschuld im Ausland spricht. Was in London erreicht wurde, ist der Geschicklichkeit des Ministers Stresemann zu verdanken; das wollen wir im Wahlkampf sagen. Den Deutschnationalen wollen wir erklären, wer hat mehr getan in der Kriegsschuldfrage als Sttesemann? Die Ueberzeichnung der Reparationsanleihe in Amerika, England, der Schweiz usw. hat gezeigt, dah die Welt noch Vertrauen zu uns hat; wenn die Welt das hat, warum sollen wir es nicht haben? Arbeit und wieder Arbeit wird uns in die Höhe bringen. Vertrauen wir darauf, daß das deutsche Vaterland sich wieder erhebt. Das Silberschus, dah über den Ozean flog, hat der Welt ein Beispiel gegeben von deutschem Wagemut. Glückliche Fahrt für Deutschland. (Lebhafter Beifall.) Sodann sprach Senator Dehthien, M. d. R., über den gewerblichen Mittelstand und die Deutsche Dolkspartei. Der Redner erklärte, die D. V.-P. werde die Partei des Mittelstandes sein oder sie werde nicht fein. Die D. D.-P müsse die Partei fein, in der das Herz Iber Kultur am stärksten schlägt. Die Deutsche Dolkspartei ist die erste Partei, die kiaft- voll gebrochen hat mit dem Wahn, dah nach dem Kriege mit weniger Arbeit und besserem Leben auszukommen sei. Wenn das Washingtoner Abkommen über den Achtstundentag un- Griechenland, Holland, Ungarn, Schweiz, Ror- wegen, Schweden, Polen. Tschechoslowakei und Lttauen. Zum Präsidenten wurde der Franzose Francois B u i s s o n gewählt, zum Generalsekretär Rerentsen, Dänemark Der Verl re er der Deutschen Demokratischen Partei, Reichstagsabgeordneter Dr. Heile, wurde zum Vizepräsidenten gewählt. Es wurde beschlossen, den ersten Kongreß der neu gegründeten Radikalen Internationale im kommenden Jahre Li Kopenhagen abzuhalten. Frankreich und Deutschland. Eine Rede Herriots auf dem radikal- sozialistischen Kongreß. Paris, 20. Oft (TU.) Wie aus Boulogne gemeldet wird, wurde Herriot gestern ein begeisterter Empfang bereitet. Die Mehrzahl der Kongrehteilnehmer hatte sich gegen 11 Uhr auf dem Bahnhof eingefunben. Die grobe Menschenmenge brachte wiederholt Hochrufe auf Herriot und seine Ministerkollegen aus. Herriot begab sich zunächst mit den übrigen Persönlichkeiten zum Bürgermeister Senator Farjon. Gegen Mittag füllte sich der Saal, in dem das Bankett des raoikalsozialistischen Kongresses stattfand. Mehr als 800 geladene Gäste waren anwesend. Als Herriot mit den übrigen Ministern den Saal betrat, wurde er von den Kongreßteilnehmern stürmisch begrübt Der Ministerpräsident begann seine Rede mit einem Rückblick auf die Londoner Konferenz und erklärte u. a.: Wir sind unferm Programm treu geblieben und haben gearbeitet, um den Frieden wiederherzusteilen und die Isolierung Frankreichs zu befeiligen, ohne gemäß unserer Tradition unsere Sicherheit zu gefährden. Wir bemühten uns auch um die Lösung des Reparationsproblems. Die Qhifgabe war nicht terzeichnet wird, so tarnt dadurch die Ersül« I u n g unserer Reparationen unmöglich g emach t werden. In Friedenszeiten hatten wir Arbeitsfreiheit und Wettbewerb. Die Zeit der Zwangswirtschaft hat uns mit 8400 Wirtschaftsgesehen und 33 000 wirtschaftlichen Verordnungen beglückt. »Der Deutschen Volkspartei ist >es in erster Linie zu verdanken, daß die Kriegsgesellschaften ' beseitigt wurden. Das Leben ist über die Theorien der Sozialisierung hinweggegangen. Groh sind die wirtschaftlichen Verluste des Mittelstandes; er muß völlig neu aufbauen. Den Währungsverfall aufgehalten zu haben ist das Werk unserer Partei. Die Schuldenfreiheit der Städte ist nur erreicht worden durch die Ausraubung des Mittelstandes. Der deutsche Handwerksmeister sucht wieder zu wirken in der Weise ferner alten Tradition. Die Technik ist keineswegs über den Handwerksmeister hinweggegangen; die Kleinmotoren sind mächtige Heller gegen die Großindustrie. Die sozialistischen Lehren, dah die Kleingewerbetreibenden zu verschwinden hätten und von der Großindustrie aufgefaugt würden, sind grundfalsch; die kleinen selbständigen wirtschaftlichen Existenzen haben zugerommen Die Zahl der Regiebetriebe darf nich. überhand nehmen. 3m Sul Missionswesen ist die Vergebung an den Mindest fordernden zu verwerfen und die gesetzliche Festlegung des Mittelpreisverfahrens anzustreben. Konsumvereine und ähnliche wirtschaftliche Unternehmungen müssen steuerlich gleich behandelt werden, wie das freie Gewerbe. Gesetze, die den Handel behindern, wie das Wuchergesetz, sind zu beseitigen. Die Wuchrrgerichte, ge.icn die es keine Berufungsinstanz gab, sind auf Antrag der Deutschen Volkspartei aufgehoben worden, die Fälle kommen jetzt vor die ordentlichen Gerichte. Beamtenkonsumvereine dürften die Behörden -nicht dulden. Die Steuerbelastung ist ungeheuer; wir brauchen nur wenige, aber großzügig aulgebaute Steuern. Am zweiten Derhandlungstag teilt Landtagsabgeordneter Dingeldey mit, daß in der gestrigen Landesausschuh-Sihung die Reihenfolge der 21 amen der 10 ersten Kandidaten auf der Wählerliste fest gestellt wurden. Sie lauten: 1. Dingeldey, Rechtsanwalt in Darmstadt. 2. Schott, Landwirt und Bürgermeister in Uffhofen (Rheinhessen). 3. Frl. Birnbaum, Lehrerin in Gießen. 4. Scholz, Kaufmann und Fabrikant in Mainz. 5. Haury, Zimmermeister und Stadtverordneter in Darmstadt. 6. Dr. Riep old, Bürgermeister in Schlitz. 7. Freiherr Ludwig von H e y l in Worms. 8. Dr. Keller, Oberstudiendirektor in Büdingen. 9. Lauser, Arbeitersekvetär in Darmstadt. 10. Heyne, Regierungsrat a. D. in Offenbach. Postinspektor Morath, M. d. R. hält dann seinen Vortrag über ,,D e a m t c n - fragen und Deutsche Dolkspartei". Der Redner führte hierzu etwa folgendes aus: Die berufsständigen Vorttäge auf den Parteitagen sind eine vortreffliche Einrichtung; es ist gut, daß man nicht nur vor Interessenten spricht, nicht den Versuch macht, über Interessenverschie- denheiten Hinwegzugleiten. Wir wenden uns auch leicht, nachdem so viele vorteilhafte Angebote zurückgewiesen worden waren. Der Dawes- p l a n war im Prinzip bereits durch die frühere Regierung angenommen worden. Es handelte sich für uns darum, i h n durchführbar zu gestalten. Die Regierung hat wohl Zugeständnisse gemacht, aber Zugeständnisse auf phantastische Zahlen. Man hat von verschiedenen Seiten versucht, auf uns einzuwirken, daß wir den Dawes-Plan annehmen, aber auch das Ruhrgebiet behalten. Das war rechtlich unmöglich. Es galt zu wählen zwischen der Politik der Isolierung und der Politik der Zusammenarbeit. Wir haben die zweite Lösung gewählt, wie es der Wunsch des demokratischen Frankreichs ist, und wir haben diesen Wunsch in die Tat umge- seht. Der englische Premierminister und ich haben nicht gezaudert, nach Genf zu gehen und den Völkern die Hilfe zweier aufrichtig demokratischer und friedliebender Rationen zu gewähren. Für Frankreich, das durch feine geographische Gage stets stark bedroht sei, feien die Fragen Schiedsspruch, Sicherheit und Abrüstung u n - trennbar. Zu Deutschland sind unsere Beziehungen besser geworden, was auch der Ausgang der ersten Verhandlungen zum Abschluß eines Handelsvertrags beweist. Der republikanische Geist hat in Deutschland doch gewisse Erfolge errungen und es wäre ungerecht, sie zu verkennen. Deutschland schwankt jetzt noch zwischen zwei Wegen.- Es ist klar, dah die nationalistischen Parteien weiter svrtfahren, die Jugend militärisch vorzubereiten, dah die Verbände der ehemaligen Kriegsteilnehmer in Verbindung bleiben mit der Reichswehr und dah gewisse Feste, die in Deutschland gefeiert werden, fast einer Mobilisation gleichen. Man muß also noch vorsichtig sein. Aber Frankreich hat an den Frieden appelliert und hat die Völker eingeladen, ohne Egoismus und ohne Hintergedanken, nicht an alle Beamten: wir wallen nur Vie liberalen. nicht die konservativen, demokratischen und sozialistischen Beamten. Die Deutsche Bolkspartei will die Beschützerin des Derufsbe- amtentums sein: sie will lebenslängliche Anstellung. um die Beamten von der jeweils herrschenden Regierung unabhängig zu machen. Bei Dem Lleberwuchern des Materialismus ist es gut, Daß es einen Stand gibt, der etwas seitabsteht Dom Erwerbsleben: es ist gut, wenn es Familien .gibt, die die gesicherte Existenz der Möglichkeit Des Dielverdienens vorziehen. Aus den Deamten- und Lehrerfamilien sind ja viele große Männer chervorgegan^en. Es ist im Interesse aller Volksgenossen, daß Rechtsverletzungen vom Beamtentum abgewendet werden. Bei Besprechung des Beamtenabbaues erwähnt der Redner, daß Dia Deutsche Volkspartei die bessernde Hand an diese Mahregel gelegt hat und dah die erste Fraktionssitzung sich mit der Aenderung und der Abgrenzung des Abbaus beschäftigt hat. Reichstagsabgeordne^ec Gramm spricht dann für den am Erscheinen verhinderten Abg. Hepp über das Thema: „Landwirtschaft und Deutsche Dollspartei" Der Redner berührt in seinem Vortrag eine Reihe von Fragen, u. a. das Genossenschaftswesen, die Kreditvrganisation, die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse, die Llrbarmachung Don Oedland, die Stsuernot, die Erzbergersche Steuerreform, den Schutzzoll usw. Er weist auf die verhältnismäßig niedrigen Viehpreise und die -hohen Schlachtpreise hin: man müsse sich fragen, wer sind die Verteuerer? Hierbei kämen die Städte mit ihren indirekten Steuern in Betracht. Die Stadt Berlin habe aus ihren Schlacht- Hofen in der Zeit von Januar bis Juni 420 Millionen an Gebühren herausgezogen. Der Redner »empfiehlt in seinen weiteren Ausführungen die sFachschulbildung auf dem Lande, be- ffvnders auch für die weibliche Jugend, und die .Einrichtung von Dauernhochfchulen. Landtagsabg. D i n g e t d e y sprächt dann über die politische Lage in Hessen. In der hessischen Politik der letzten 4 Jahre vermißt der Redner jeglichen leitenden Gedanken: »dies zeigten nicht allein die Taten, sondern auch tne wiederholten Krisen. Die Anschauungen der Koalition, so fährt der Redner fort, lassen sich auf den Renner der hessischen Demokratischen Partei bringen. Ein tieferer politischer Gedanke liegt dieser Partei nicht zugrunde, aber sie hat es verstanden, bei ihrer geringen Mandatsziffer sich zwei Sitze im Ministerium (Finanz- minister-ium und Landesbildungsamt) zu verschaffen und eine Llnzahl von Stellen im Lande mit ihren Anhängern zu besehen. (Sehr richtig!) Die Sozialisten haben eingewendet, daß die Stel- lenbesehung durch Republikaner in Preußen, noch stärker in die Erscheinung getreten sei, wie in Hessen. Das hessische Volk habe viel Geduld gezeigt, aber ein Gleiches hätte es nicht geduldet, darum war es ein Gebot der Klugheit, sich hier einige Beschränkung aufzuerlegen. Bei dem sozialdemokratischen Minister des Innern Dr. Fulda war das staatliche Pflichtgefühl so stark, daß er sich den Wünschen seiner Parteigenossen widersetzte: er mußte deshalb seine Stellung verlassen. In Anbetracht der Tatsache, daß der wirtschaftlich wertvollste Teil des Landes beseht ist, wäre es eine Rotwendigbeit gewesen, eine Volksgemeinschaft herzustellen und ihre Arbeit unter staatliche Verantwortung zu stellen. Dm: Gang der Entwicklung war aber anders. DiL Sozialdemokratie Halle Furcht vor den älnab- h^rgigen und den Kommunisten und lehnte jede Zusammenarbeit mit allen bürgerlichen Parteien ab> Wenn man die Forderungen der D. Cßp' aus dem letzten Wahlergebnis, das eine Stärkung der bürgerlichen Elemente gebracht hat. erfüllt hälle, so wäre manche politische Schwierigkeit leichter zu beseitigen gewesen. Die Zentrumsfraktion war zu wiederholten Malen bestrebt gewesen, eine Erweiterung der Koalition herbeizuführen, aber es ist festzustellen, dah sie nicht für uns annehmbare Formen erreichen konnten. Von allen Ereignissen der letzten Jahre ist der hessische Staat am härtesten betroffen worden. besonders schwer waren die Auswirkungen der Steuern für Hessen^ ja geradezu lebensgefährlich. Wenn die Frage von uns im Landtag angeschnitten wurde, stellte sich Finanzminister Henrich stets an die Seite der Erzbergerschen Reformen. Ein einzelstaatlicher Minister, der nicht die Rotwendigkeit der Aenderung dieses Systems einsieht, hat den Grund und den Kernpunkt seiner Tätigkeit verkannt. (Zustimmung.) Er muh dafür eintreten, dah die Steuerquellen seines Staates nicht verschüttet werden. Wiederholt haben wir im Landtag diese Dinge herausgestellt, aber kein Entgegenkommen gefunden. Wir verkennen die Schwierigkeiten des Ämbaues nicht, nachdem die Finanzverwaltung sich jahrelang auf dieses System eingestellt hat. Wir verlangen auch nicht die gleiche Schnelligkeit, mit der Erzberger das alte Finanzsystem zerschlagen hat. Die Gemeinden haben völlig verlernt, unter eigener Verantwortung zu wirtschaften. Wir haben darauf hingewiesen, dah die Gewerbesteuer und die landwirtschaftliche Grundsteuer nicht tragbar seien: der Finanzmini- ; ster hat unsere Anträge obgelehnt und die schärferen Steuersätze eingesührt. Er hat jetzt eine Stundung der Gewerbesteuer eintreten lassen, weil die Eingänge öen_ Staat in den Stand setzen, auf die Steuer zu verzichten. Es ist dies ein wirtschaftliches Unrecht. Richt Stundung der Steuer, sondern Abbau der Steuer ist au verlangen. Die unsinnigste aller Steuern ist die Son der st euer auf den Gebäudebesitz: sie ist in Hessen in einer Form durchgeführt worden, das alle Fehler in die Erscheinung traten, wie kaum in einem anderen Land Wir haben versucht, durch Abänderungsanträge eine Verbesserung herbeizuführen. Die Koalitionsparteien haben der Regierung die Verantwortung zugeschoben, und auf Grund einer Bi>- ftimmung in der Dritten Steuernotverordnung ist dann die Steuer auf dem Wege der Verordnung eingesührt worden. Die Frage der Form und Art der Steuer wurde dadurch der Behandlung durch das Parlament entzogen. Die Regierung und auch die Koalition tragen in vollem Umfang die Verantwortung für die Ausprägung dieser Steuer. Sine volle Aufwertung der Staatsanleihen läßt die Finanzlage nicht zu, aber wir sind der Auffassung, daß die erste freie Summe Verwendung finden must, zur Aufwertung, Las ist eine sittliche Pflicht gegenüber dem Staatsbürger. Landtagsabg. Scholz hat einmal im Landtag begründet, warum die V. Vp. Dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft ablehnend gegenüberstehen muß: weil ein Mann an feiner Spitze steht, dessen Anschauungen Dem gegenwärtigen Wirtschaftssystem entgegengesetzt sind, der sich nicht emseht für Handwerk. Gewerbe und Industrie, weil sein politisches Programm sich dem entg.genstellt. Wrr haben nicht bloß den Glaubet, sondern auch Tatsachen, zahlreiche Beispiele beweisen dies. Das Handwerk hat ost nicht die nölige Unterstützung gefunden, auf Regiearbeiten will der Minister nicht verzichten. Kann die Landwirtschaft von einem früheren Eererkschaftssetre- tär verlangen, daß er sich für Die Interessen Der Landwirtschaft einseht? Der Minister hat in Berlin gegen die Aufhebung der Zwangswirtschaft gestimmt. Wiederholt sind wir im Interesse b:r Kl änrentnerfürsorge beim Minister vorstellig geworden: unsere Anträge hatten aber keinen Erfolg. Bei den Koalitionsverhandlungen ist die sozialistische Forderung erfüllt worden, daß das Landesamt für das Dildungswesen dem Staatspräsidenten unmittelbar unterstellt worden ist.. Der Redner bespricht nun eingehend die Verhältnisse dieses Amtes, seine Personalpolitik, d.e Darauf h nausgeht. die Stellen mit Demokraten zu besehen. Ein Beschluß des Abbauausschusses auf Beseitigung von drei Rofwenten soll nux so aus- geführt werden, daß ausgerechnet Die Den Zentrum und der Volks Partei angehörenden Mitglieder beseitigt werden sollen, nicht aber der der Demokratischen Partei angehörende Oberregierungsrat Henrich. Ob es so kommt oder nicht, haben die Wähler mitzuentscheiden. Der Redner erwähnt noch die G e s i n n un g s s chn ü f f e- leiunter Dem Dea mtentum, das Hineintragen der Politik in die Schulen und wendet sich namentlich gegen die Erziehung nach Dem Wunsche einer gewissen Art von Pazifisten. Was wir erstreben, ist nicht der Bürger- block, Den Abgeordneter Kaul an Die Wand gemalt hat: der Bürgerblock ist für uns nur eine Form der Koalition wie jede andere. Wir bertreten eine Politik, die maßvoll und national gerichtet ist, eine Politik, die sich entgegenstellt Den Predigern internationaler Gedanken. Die Erziehungsrezepte eines Quidde, Strecker, Keßler und Gerlach verwerfen wir und fordern die Hervorhebung der deutschen Gesinnung. (Langanhaltender lebhafter Beifall.) Rach Absendung eines Telegramms an Den Reichsminister Des Auswärtigen, Dr. Strese- mann, schließt Der Parteitag mit dem Absingen des Deutschlandliedes. Frankreich schützt immer noch die Separatisten. München, 18. Oft. (WTB.) Auf eine parlamentarische Anfrage teilt das Justizministerium mit, dah die Eingriffe der französischen Besatzungsbehörden in Strafverfolgungen und Strafvollstreckungen wegen g e- meiner Verbrechen und Vergehen ehemaliger Separatisten trotz der Bemühungen der pfälzischen Justizbehörden noch nicht behoben seien. Die bayerische Regierung werde sich bei den demnächstigen Verhandlungen mit der Rheinlandkommission in K o b l e n z mit allem Nachdruck Dafür einsehen, daß die auf Der Londoner Konferenz gegebenen Zusicherungen freier un D unbehinderter Ausübung Der d eu t schen Gerichtsbarkeit im besetzten Gebiet auch in Der Pfalz restlos durchgeführt werden. Weiter teilt das Justizministerium mit, daß gegen Den LanDesverräter Matthes ein Haftbefehl erlassen worDen sei. Mathes soll sich zur Zeit in Der Schweiz auf halten; feine Auslieferung von Dort könne aber nicht erwirkt werben. Kein deutscher Neparations- zeppelin sür Frankreich. Berlin, 18. Oft. (TU.) Das „Journale" hat kürzlich Die Mitteilung gemacht, Dah eine französische Luftschiffgesellschaft Den Bau von Zeppelinen für Den U e be r se e tr an s- Port erwogen habe unD Daß Die Absicht bestehe, das erste Luftschiff von DeutschlanD aus Repa- rationskvntv zu beziehen. Auf Diese Weise würDe die Aufrechterhaltung Der Zep- peli n we rf t in FrieDrichshafen auf weitere zwei Jahre gesichert fein. Wie Die Telegvaphen- Union erfährt, f st bei Den hiesigen amtlichen Stellen von einer Derartigen französischen Absicht nichts bekannt. Die englischen Wahlen. London. 19. Oft. (TU.) Bisher sind 33 Kandidaten als für Das Unterhaus gewählt erklärt worden, Da in ihren Wahlfreien keine GegenkandiDaten au'gestellr wurxn. Don diesen 33 entfallen auf Die Konservativen 16, auf Die Liberalen 6, auf Die Arbeiterpartei 10. auf Die irischen Rationalisten 1. Allgemein ist man D.t Ueberz u u g, daß sich Die Aussichten für Die Rcuwahlln im Verlauf Der letzten Woche für die konservative Partei ludxutend gebessert h den. Auch im konservativen Hauptquartier beurteilt man Die Lage viel zuv sichtlicher als im Vorjahr, so verschiedene maßgebende Pe sönllchkellen sich über Die Wahr ch inlichk.it eine: W h.nie erläge Durchaus klar waren. Das geringste, was man als wohnschllnlich betrachtet, ist ein konservativer Wahigewinn von 30 bis 40 S.tzen, wodurch ein konservatives Kabinett mit Unterstützung Des rechtslibevalen Flügels mögliche wäre. Die Iraksrage. London. 19. Ott. (TU.) Die türkische Regierung hat Dem englischen Geschäftsträger in Konstantinopel eine neue Rote übergeben. Darin wird mitgeteilt, daß infolge Des englischen Befehles zur einstweiligen Einstellung Der Feindseligkeiten Im Irak bis zur Entscheidung Durch den Völkerbund auch Die türkische Regierung einen entsprechenden Befehl an Den türk schen Ober- tommanDierenDen an Der Grenze gegeben habe. Fethi Bey unD Munir Bey. sowie ein militärischer Sachverständiger werden sich nach Genf begeben. Wie die Pariser Abendblätter berichten, ist Die Lage im Irak nach wie vor sehr gespannt. So haben englische Flugzeuge ti. en Flug hinter Die türkische Front unternommen und Bomben abgeworfen. Ferner verbuchen D e Engländer, die im Irak aniäjigen Christen geg n Die Türken aufzuwiogeln, |o Dah auch das religiöse Moment zum politischen tritt. Heute ist Das Parlament von Angora neuerdings zusnm- mengetreten, wobei Mustafa Kemal eine wenig persöhnliche Rede hielt. Das dritte Kabinett Branting. Berlin, 18. Oft. (TU.) Der „Vorwärts" meldet aus Stockholm: Das neue Kabinett seht sich wie folgt zusammen: Ministerpräsident Bra n- ting. Inneres Möller (auch 'Soziales), Aeußeres Prof. Un den, Justiz R o t h in .Militär H a n s s o n , Finanz T h o r s s o n , Handel Sandler, Verkehr L a r s s o n , Ackerbau Linders, ohne Ressort Wigsors und Levin- s on. Prof. Unden ist Mitglied Der bisher von Branting geleiteten schwedischen Völkerbun D - abordnung. Möller und Hansson sind lei- tenDe Redakteure Des Stockholmer „Sozialdemokraten". Thorsson war auch im früheren Kabinett Branting Finanzminister. Levinson war bisher Staatssekretär im Wehrministerium unD toirD Der Sprechminister in Den bevorstehenden Militär- Debatten sein. Alle Minister JinD bekannte Mitglieder Der sozialistischen Partei. Aus aller Welt. Die Beisetzung Anatole France'. Paris, 18. Oft. (WB.) Die Leiche Anatole France ist heute mittag von der Villa Seid, in Der sie aufgebahrt war, nach Dem Quai Voltaire übergeführt worden, wo sie am Fuße Der Statue von Voltaire vor Dem Institut de France auf einen Katafalk niedergeseht wurde. Hier fand gegen 2 Uhr nachmittags eine eindrucksvolle und schlichte Stauer feier in Anwesenheit des Präsidenten Der Republik, Der Minister, der Präsidenten Der Kammer und des Senats, Der Mitglieder Der Akademie und des Diplomatischen Korps, unter Denen man auch Den Deutschen Botschafter von Hoesch bemerkte, Der Vertreter Der Sorbonne, alle wissenschaftlichen Vereine, Der Liga für Menschenrechte, der Sozialdemokratischen Partei und Der Gewerkschaften statt. Da die Beerdigung auf Staatskosten erfolgte, wurden Dem Dahingeschiedenen militärische Ehren erwiesen. Infanterie und Kavallerie bildeten Spalier. Die polillschen Vereine waren mit ihren rillt Trauerflor versehenen Fahnen erschienen. Die Witwe Anatole Frances erschien am Arme des Ministerpräsidenten Herrio t, umgeben von den Mitgliedern Der Familie und Den Freunden des Verstorbenen, unter Denen man auch den ehemaligen Ministerpräsidenten C a i l l a u x bemerkte. Die Trauerfeier wurde mit einem Musikstück von Gluck eingeleitet, hierauf defilierten Kinder Der Volksschulen vor dem Katafalk. An erster Stelle ergriff alsdann Gabriel H a n v t a u x das Wort, um Anatole France als einen der Unsterblichkeit Würdigen zu feiern. Rach ihm sprach Georg Lecomte, alsdann Prof. D. Basch. Der Präsident Der Kammer, Painleve, feierte als persönlicher Freund des Verstorbenen in erster Linie den Gelehrten, den französischen Schriftsteller, den Hüter der französischen Sprach». Er habe alles begriffen, was menschlich gewesen fei; nichts Schönes, nichts Anbetungswürdiges, keine Lehre, keine Philosophie habe bestanden, die nicht von ihm verehrt und geliebt werden sei. Es habe keine Blume der Zivilisation gegeben, Deren Duft er nicht angenommen hätte. Aach diesem sprach I o u hau x dem Verstorbenen Den Dank der organisierten Arbeiter für seine Sympathie und seine Hilfe aus: für Die sozialisti che Partei sprach Leon Blum. Zum Schluß hielt namens Der französischen Regierung Der Minister für den öffentlichen Unterricht Francois Albert die offi iel e Trauerred». „Schlafe in Frieden, Anatolo F an e, Der Du einen symbolischen Ramen getrage i lat," so endete seine Rede, „wie du es deinem QHeJter Renault versprochen hast; du hast alles, was schön und gut war, anqcb'tet. So lang» Die französische Sprache besteht, deren hetli.e Mester- werke in eine fremde Sp ach» faß unnögich ükeit- seht werd.'n kön en, tor.en Deine Büche.- in Den Händen Derer sein. Die die Menschlichkeit, Wahrheit und Schönheit in gleichst Weise verehren." Rach den Re.'en Defilierten Die Gin- geladenen vor bim Sarge, Der alsdann i.i ei cn schwarz verhangenen Leichenwagen über Lei Concordienplah am Triumphbogen vorb i nach dem Friedhof Reuilly üb rg führt wurde. Dort wurde die Leiche in Der Familieng orft bei-e'e.jt. Eine vieltausendköpfige Menschenmenge bildete aus Dem Wegs zum Friedh.f Spalier. Dr. Faber MagDeburg, 18. Oft. (TU.) Dr. Fiber, der Seniorchef D»r „M agdeburgischen Zeitlin g“, ist heute früh 9 Uhr gestorben. Er war Mitinhaber Der „Magd'b irgischen Zeitung" in Magdeburg, ausgezeichnet durch reiche Bildung und Erfahrungen, die er sich zum Teil durch langjährigen Aufenthalt im Auslande erworben hatte 3m Vor stände des Vereins deutscher Zeitungsverleger war er bereits seit jungen Tagen tätig, im Februar 1912 wurde er Vorsitzender des Zeitungsverlegerve.eins als Rachfolger Dr. Iaeneckes. Durch seine große Begabung und seine ideale Auffassung von Beruf unD Wirken des moDemen Zeitungsverlegers ist es möglich gewesen, daß Die ganze deutsche Zeitungswelt die Autorität des Vereins deutscher Zeitungsverleger anerkannte und sich fest geschlossen hinter seine Ziele stellte. Seiner Tatkraft und Umsicht ist es auch gelungen, Den Verein über Die harten Kriegs- und Rach- kriegsjahre geschlossener als je hinüberzuretten. GssunDheitsrücksichten zwangen Dr. Faber im Oktober 1921 das Amt des Vorsitzenden niederzulegen. Einmütig ernannte ihn Der Vorstand zum Ehrenpräsidenten De8 Vereins. • Der preußische Ministerpräsident Braun richtete an Den Verein Deutscher Zeitungsverleger folgenDes Telegramm: Anläßlich Des HinscheiDens Ihres um das gesamte Zeitungsgewerbe hochverdienten EhrenvorsihenDen Dr. Faber spreche ich Ihnen namens Der preußischen Staatsregierung mein aufrichtiges Beileid aus. Dr. Caener, Ehrenbürger von Ftensburg. Flensburg, 18. Oft. (TU.) Die Vertretung Der Stadt Flensburg hat in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, Dem kühnen Führer Des Z. R. III, Dr. Eckener, Der ein gebürtiger Flensburger ist, das Chrenbürgerrecht Der Stadt zu verleihen. Die Rachricht wurde gestern auf radio-telegraphischem Wege Dr. Eckener zugleich mit Den herzlichsten Glückwünschen feiner Vaterstadt übermittelt. Eine direkte Kabelberbindung Deutschland—Amerika in Aussicht. Re uhork, 18. OEt. (TU.) Der Vorstand des Ausfichtsrates der Kabel-Kompanie teilte in einer Sitzung dieser Gesellsch ist mit, daß Die Kabel-Kompanie mit Der Deutsch-Atlantischen Telegraphischen Ges ellschaf t einen Vertrag über Die Schaffung einer direkten Kabelverbindung zwischen Deutschland und Amerika abgeschlossen hat. Die enoenben Kabel beider Gesellschaften sollen auf Den Azor e n zusammen- gekoppelt werden. Wettervoraussage. Wolkig bis bedeckt, wenig veränderte Temperaturen, Winde aus westlicher Richtung, einzelne Regenfälle. Mit dem östlichen Vordringen des neuen Rordmeer-Tiefs äst die kontinentale Hochdruck- Wetterlage, Die das trockene, ruhige Herbstwetter bei stärker wechselnden Tages- und Rachttempera- turen bedingt, zunächst beendet. Schon hat eine Regenfront uns erreicht. Bei stärkeier Bewölkung sind jetzt die Temperaturen ausgeglichen. Das Störungsgebiet scheint jedoch schnell nach Osten abzuziehen. Aus Stadt und Land. Gießen, Den 20. Oft. 1924. Volkshochschule Gießen. Man schreibt uns: Die Volkshochschule Gießen beginnt am Montag, Den 27. Oktober, ihr 12. Halbjahr. In den letzten Monaten hatte sich Der Verein Volkshochschule mit gutem Erfolg an seine Mitglieder gewandt unD Die grünDliche Vorbereitung Des Winterhalbjahrs ermöglicht. So kann Die Volkshochschule mit ihrem Arbeitsplan, Der Der heutigen Stadtnummer beigelegt ist, sich wieder an weitere Kreise wenden. Bei dieser Gelegenheit ist ein Hinweis auf Die eigentlichen Schwierigkeiten Der Volkshochschularbeit angebracht. Die geistige Zerrissenheit unseres Volles, die von niemand bestritten wer.en kann, und Die sich auch in unserer Stadt auswirkt, stellt eine Einrichtung' wi^ die Volkshochschule vor ernste Ausgaben. Die Volkshochschule hat in den an sich bescheidenen Grenzen, innerhalb deren sie wirken kann, so viel wie möglich zu dem Reubau unseres geistigen Lebens und zu der Lieberwindung der Zetti sen-r heit beizutragen. Das kann aber nicht Dadurch geschehen. Daß die Atbitsgemsinschaf e.i Der Volkshochschule in schwächlicher „Neutralität" an den gegenwärtig brennenden Fragen auf den verschiedenen Lebensgebieten vorbeischleschen und sich auf trockene llebermiittung von Wissensstoff ängstlich beschränken. Vielmehr greifen Hörer und Lehrer gemeinsam brennende Fragen auf. Erst dadurch können gegensätzliche Auffassungen in sachlicher Aussprache sich begegnen und einander kennen lernen. Dafür die Möglichkeit und die Grundlage zu bieten, ist eine wichtige Angelegenheit Der Vollshochsch le Voraussetzung aller ihrer Arbeit war und ist die, daß Gegensätze nicht 'totgeschwiegen, sondern aufgegriffen und 'in ihren Llrsac^n erforscht werden. Dieses Vorgehen Der Volkshochschule, von Dem sie nicht lassen darf, wenn sie sich nicht selbst aufgeben will, hat nicht immer Beifall 1 gefunden. Manche stille Gegnerschaft ist ihr Daraus erwachsen. Die Volkshochschule hat ihren Weg stets im Bewußtsein ihrer Verantwortung gesucht. Auch im fommenDert Winter werDen wieder wichtige Gebiete und brennende Frage Der Erkenntnis und des Lebens behandelt. Es ist nur zu wünschen, daß in Den einzelnen Arbeitsgemeinschaften Menschen aus allen Kreisen Der hiesigen Bevölkerung sich zusammenfinDen. RiemanD lasse sich von Der Teilnahme abschrecken, wenn ihm Die in dein Arbeitsplan angekündigten Arbeitsgemeinschaften und Die Inhaltsangaben etwas fremd und nicht ganz verständlich vorkommen sollten. Das ist gerade der Zweck der Vcl.shochschule besonders der Arbeitsgemeinschaften mit ihren Aussprachen, daß Die Teilnehmer in gemeinsamer Selbst arbeit auch über schwierige Gegenstände sich unterrichten und nachdenken. Auf Einzelheiten einzugehen, ist hier nicht möglich. Der Arbeitsplan enthält alles Wichtige. Für jeden, der nähere Auskunft oder Rat ibaben möchte, steht die Geschäftsstelle in den Sprechstunden gern zur Verfügung. D. Pflanzenpfleqe im Winter. Die Pflege der Pflanzen im Winter ist schwieriger als die im Sommer, weil das schwache Licht Die Tätigkeit Der Pflanze lähmt. Wo dennoch ein stärkeres Wachstum infolge hoher Zimmerwärme hervortritt, da geschieht es auf Kosten der Gesundheit. Die Triebe werden lang und Dünn, Dio Blätter bleiben klein, Die Blüten farblos, unD ihre Dauer ist nur eine kurze. Ein Beispiel Dafür liefert uns Die chinesische Primel. Wer sie mit vollem Blütenschmuck ins Wohnzimmer stellt, too 12, 15 Grad und mehr Wärme am Fenster vorhanden sind, der sieht Die Blüten in kurzer Zeit verwelken. Richt zehn Tage Dauert Die Pracht Der Pflanze. Ist die Pr-imel Dagegen zwischen die Doppelfenster gekommen und so Der hohen Zim- merwärme entrückt, Dann erfreut sie Den Pfleger viele Wochen hindurch. Mit Der chinesischen Primel in bezug auf Empfindlichkeit gleichstehend ist Das Alpenveilchen. Seine Blütenknospen, Die sich am Grund Der Knolle befinden, und auch Die halberwachsenen können kalte Zuglust durchaus nicht vertragen. Stellen wir ein blühendes Alpenveilchen zwischen die Doppelfenster, so werden infolge Der Dort vorhandenen kalten Zugluft Die Knospen zu wachsen aufhören, und ihre Stiele abfauten oder ab trockn en. Das gleiche trifft häufig zu, wenn wir die Alpenveilchen im Wohnzimmer an Fenster stellen, deren Ritzen viel kalte Luft Durchlässen. Die Chrysanthemen müssen auf jeden Fall aus den Wohnzimmern fort. Man schneidet Die Büsche dicht über Der Erde ab und läßt sie so im kühlen, aber fr ost freien Zimmer stehen. Im März erst werden sie wieDer herausgeholt, um aus den jungen Stieben, Die sich aus der Erde bilden, Stecklinge zu machen. Aengstliche Sorgfalt bedürfen Die Kamelien und Azaleen. Ganz besonders Die ersteren. Sie sind Die Schmerzenskinder des Blumenfreundes und können ihm so manche Hoffnung durch das fatale Abwerfen Der Knospen Vnanl/ooin? Hainl ^eg.Zuckerkrankheitu.Aderverkalk Hl dUKoullIf ™ulü! hilft best. llarlrfprudel viskirchen U vcrp&ckf / I. A. d. C.: Kinzenbach ■ Lieh, den 18. Oktober 1924. om an Geschäfts-Eröffnung! Größerer trockener Eröffne ab heute meine 02,,°l "1$ Oh- und ll»tohg zu ebener Erde zu mieten gesucht. Stets ftische Ware. Bezugsquelle Hamburg. W. MM, Reiskirchen, BaWr.8 Schriftliche Angebote mitDedingungen unter 8138V an d. Gießener Anzeiger. and. Ai. 1924. en. hlchule Tie- Stober, ihr ?n hatte sich n Crsolg an «bliche Tot« öglicht. Co Arbeitsplan, -legt ist. sich i dieser Tele- ichenLchtvie« angebracht. lies, die von die sich aich Einrichtung Oflaben. Tic bescheidenen M so viel es geistige :v Jern fe '- ächt dadurch ichafer der atraliläl" an jen auf den rbeisch!eich?n ittlung ton i. Dieimehr m borgende geg-iftählift In tiefer Trauer: Die Landsmannschaft Darmstadtia. siöod Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 21. Oktober» nachmittags 3 Uhr, von Oberstadt 6 aus. k.J ymckfachen aller Art ftattung" ftNrein und preirwert die vriihl'sche Univerfftiitr-Vrrttkerei, H. Lange, Sietzen, Schulstr. 7. Eberverkauf. Die Gemeinde Beltershain versteigert öffentlich Donnerstag, den 23. d. MtS. Dorrn. 10 Ahr einen abgängigen schweren Eber. Bedingungen werden vor Beginn der Versteigerung bekanntgegeben. 8144V Hess. Bürgermeisterei Beltershain. Hornmann. Tabletten In ollen Apotheken u. Drogeelen erhailllch bei Husten, kjeiserkeit, Katarrh tob W ein, neuen . Wrud= Mffoeller 9ttelnpera- •n bat dn« . wDollunc "ach Osten st eine toich- eilst die, dah ibern aufgc- rscht ttorben. ischule, von tpenn sic ’ hat nicht inche stille achsen. Sie Im TetouW= [ Auch im wichtige ®t= Kenntnis und -u wünschen, schäften Men- , Bevölkerung . sich von der e in dem Ar« lemcinschnsten fremd und 'llten D^ ist besonders^ sprachen, bad Ibsiarbeil auch iterriM und SÄ 6”^ Unseren lieben Alten Herren, inaktiven und aktiven Bundesbrüdern die traurige Nachricht, daß unser lieber A. H. Prof. Dr. Theodor Koch, Grünbsrg auf seiner südamerikanischen Forschungsreise an Malaria gestorben ist. inter. S? So denno-b^ xS en dg -ZS 1 G Zin" : £*s SfeS OS äes 1112 M Fäll di- ,n l 'Ä« B, py 1° nichts bewiesenen Anschuldigungen gegen den Dauausschuß, das Stadt. Dauamt und die Friedberger Handwerker zurücknähme. Da sich Stadtverordneter Jakob dazu nicht verstehen will, ist jetzt die Angelegenheit nun In Srschelnaag getreten. Als bei der Daukomm» f l ion, deren Dorsitz Beigeordneter Dr. Leuchtgens führte. Stadtverordneter Jakob erschien, erklärten die anwesenden Mllglier der Deutschna tonalen Partei, der DolkSpartei und der Handwerkerpariei, unter diesen Umstanden an ixm Beratungen nicht 1 eiln e hme n zu können und verliehen das Lokal. Ebenso legte der Vorsitzende der Kommission, Dr. L e u ch t g en s. den Vorsitz nieder und übergab ihn dem Beigeordneten Langsdorf. Da unter diesen Umständen die Beschlußfähigkeit nicht mehr vorhanden war, muhte die Sitzung aufgehoben werden. Man darf unter diesen Umständen wohl gespannt sein, welche Entwicklung die Angelegenheit nehmen wird, denn Stadtverordneten Jakob ist außerdem noch Mitglied des ebenso wichtigen Gas- und Wafferwerkausschusses, und da er erklärt hat, nach wie vor an den Sitzungen teilnchmen zu wollen, so dürfte der ganze städtische Betrieb durch dieses Verhalten lahmgelegt werden können, ein Zustand, der doch auf die eine oder andere Weise eine Abänderung erfahren muh. — Dem hiesigen Volks» bildungsverein war es vergönnt, seine winterlichen Vorträge mit einer hervorragenden Persönlichkeit, Geheimrat Prof. Dr. Betz a g h e l von G i e h e n, b ginnen zu können. Der Voditzende des Vereins, Professor Gebhard, gab deshalb auch in seinen einleitenden Worten seiner Freude darüber Ausdruck, dah es dem Vereine gelungen sei, mit dec „Vereinigung Siebener Hochschulgesellschaft" in Verbindung zu treten und dab dadurch die Hoffnung bestände, noch öfter hervorragende Gelehrte in unserer Mitte zu sehen. In seinem Vortrag entwarf der Redner mit Frische und gutem Humor sein Thema „Deutsche Scheltworte". Er zeigte, wie gerade dieses Gebiet reichliche Anregung für den Sprachforscher gewährte, wenn auch viele Worte noch schwer zu erklären feien. Der Vortrag wurde von der sehr zahlreich erschienenen Zu» höierschaft mit sichtlichem Interesse und grobem Deifalle ausgenommen. Kreis Schotten. • Laubach, 18. Ott. Unsere Stadt ist be- kcrmrtlich mit den Bezirken Schotten, Büdingen und Friedberg der Handelskammer Friedberg zugetetlt, während der übrige gröbere Teil der Provinz Oberh.ffen zur Handelskammer Gießen gehört. Aun ist die kleine Handelskammer in Friedberg neuerdings gelungen, Beiträge z u erheben, die nicht mehr zu erschwingen sind. Dah man unter diesen Ainständen in den beteiligten Kreisen et ne Vereinigung der Handelskammer Friedberg mit der in Giehen wünscht, tff leicht begreiflich. Trotzdem der Präsident den Handelskammer Fr.edb.rg in einer Versammlung der Wnlschastsverbände des Fr.edb.wger Bezirks zu Dad-Rauheim erklärte, die Beiträge ermäh gen zu wollen, hält man in Handelskreisen die Zu- f'ainrnenlegung der beiden oberhessischen Handelskammern in Giehen für das zweck- mähigste. — Dor ungefähr zwei Monaten hatte der hiesige Jagdaufseher Kruschke im Laubacher Wald nahe der Freiensoener Grenze einen -Zusammenstoh mit einem Wilderer, waber ttzm der wertvolle Jagdhund erschossen wurde. Jetzt wurde ein junger Mann aus Weickartshain als der Tat verdächtig in Antersuchungshaft genommen. Kreis Lauterbach. ' Lauterbach, 18. Okt. Der Stadtvorstand beschloh in seiner jüngsten Sitzung, als Pacht- preis für die von der Stadt verpachteten Grundstücke den Friedenspachtpreis sestzusehen. Die Kartoffelversorgung wurde dahin geregelt, dah von der Beschaffung Fortschritte auf dem Gebiet der Zahnheilkunde I und Zahntechnik zeigen wird. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Deutsche Dolksportei: 8 übt Turnhalle (am Os» waldszarten) Leifentliche Versammlung. — Rund- funthaus Löbcrstrahe: Aedertragung von Hoffmanns Erzählungen aus dem Frankfurter Opernhaus. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Das jungfräul che Parad eS". — Hessische Dilderbühne: „Die Lawine". — Astoria-Lichtspiele: „Rat Pin- kerton im Kampf". — Deutschnativnale DolkSpartei. Mittwochabend im Gewerbehaus Mitgliederversammlung. (Siehe Anzeige.) — Männergesangverein Liedertafel. Mittwochabend bei Heckmann Generalversammlung. (Siehe Anzeige.) — Literarische Gesellschaft. Am 30. Oktober, abends 8’/4 Ahr, wird Herbert E u l e n b c r g in der neuen Aula der Aniversi- tät aus eigenen Werken lesen. Schon vor Jahren hatte der weithin bekannte Dichter in Gie» hen eine zahlreiche Zuhörerschaft um sich versammelt. Sein Wiedererscheinen wird allgemeiner Teilnahme begegnen. Die grobe literarische Welt schätzt Herbert Culenberg mit seiner funkelnden Genialität, feinem befreienden Humor als einen Künstler, der wie selten einer die geheimsten Triebkräfte der Menschennatur kennt. Seine frische Art, seine resolute Charakteristik und nicht zuletzt seine treffliche Vortragsweise stellen einen Abend in Aussicht, der einen hohen, künstlerischen Ge- nuh verspricht. Wer fern dem Getriebe des Alltags eine wahrhaft erquickliche Stunde verleben will, der säume nicht, zu kommen. > Landkreis Gießen. £ Wieseck, 18. Oft Das günstige Wetter der letzten Tage förderte die Feldarbeiten außerordentlich. Die Kartoffelernte ist soweit beendet. Die Fäulnis in nassen Lagen war sehr stark, während sandige, trockene Aecker teU- weise recht gute Ertrage lieferten. Die auch bald beendete Dickwurzernte ist zufriedenstellend. Gegenwärtig ist man mit dem Ausstellen der Winterfrucht beschäftigt. Die meiste Sorge hat dem Landwirt dieses Jahr die Grummeternte gemacht. Auch am gestrigen Sonntag wurde fleihig daran gearbeitet, um wenigstens einen Teil unter Dach und Fach zu bekommen. And dabei stehen noch große Telle des Wiesengeländes im Wiesecktal ungemätzt, an ein Betreten, viel weniger ans Abernten ist noch gar nicht zu denken, da noch große Strecken völlig versumpft sind. Cs wird höchste Zett, dab das vorgesehene Wiesenprojekt, das eine Entwässerung vvr- sieht, zur Durchführung gelangt, da sonst bei noch längerem Anhalten des gegenwärtigen Zustandes das ganze wertvolle Wiesengelände vollständig entwertet wird. ' Lich, 18. Okt. Ein Dienstmädchen von hier, an dem ein verbotener Eingriff ,-ur Beseitigung der Folgen eines Berhältni se- übernommen worden war, erlitt eine Blutvergiftung, an deren Folgen es in der ©irßerer Klinik verstarb. Der im jugendlichen Al er stehende Liebhaber des Mä.chms wurde zunächst in Haft genommen, ab r n billig zu verkaufen 0247*3 Kaiserallee SS I. | Kaufgesuche j (5in- oder Mehr- FmÜlkchllils von Selbstkäufer zu kaufen gesucht. Schr. Angebote unt. 024381 an den Gteh. Anz. vuchen- icheithoh. 8—12 Waggons Bu- chen-Scheitholz und gesunde Rollen, ebenso einige Waggons Tannen- u. Ktefern- Schwartenholz,trok- ken und auf Ofenlänge geschnitten, sofort zu kaufen gesucht. 8122 D Main InlerM Söhre Wetzlar. Gebrauchtes NlU.MstU. zu kauseu gesucht. Schr Ang. u. 024374 au den Gies,. Anz. Altes Blei lBIelröhren) kauft Brühlsche Druckerei 5 7D Schulstr. 7/9. Empfehlungen | Artikel für Hausierer billigst! «.Schön Marburgerstr.22""^ wm für Wer- «Ma fioniani- omtee ufro. 8i$«a MrenlrWN spotilrflnen Sllller-Vßslhe alle Weiten alle Formen gebe pro Grütze 3 Stbll nufroßrls spottbillig ob Zebes kleine Ge- slbüst kann sich ba- burch in allen ffolq- welken sortieren. 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Stadttheater DieuStag,21. Okt. 3. Dienstag'Ab.vrsi. von7'/, b. geg. 10 Uhr Ser 5remöe. EinSchelmenspielin lAufz. von Vicnhnib Hieraus ,u84b Der zerbrochene Krug. Lustspiel in 1 Auszug vonÄleist. Stoewer- Schreibmaschinen Fraas Vogt & Co. iüießen, Ooethcstr.32 \ Tel. 264 ' Günstige Preise *. Teilzahlungen Eröffnung 8059D nächste Woche. | Tb. Bvü« | Inhaber: Th. Weinert : Gießen, Brandplah, gegenüber dem alten Schloß x. •- bringt sich bei Bedarf in empfehlende j Erinnerung und bittet um Besichtigung - j der 10 Schaufenster und der ausgedehnten j j Ausstellungsräume H i i j Größte Preiswürdigkeit * Zahlungserleichterung K i_____________________________________J Literarische Gesellschaft. SleSea Donnerstag, den 30.Oktober, abends 8V. Uhr, in der Neuen Aula: 8143D Herbert Eulenberg liest aus eigenen Dichtungen. Karten für den 1. Platz 2.50 Mk., 2. Platz 1.50 Mk. (für Mitglieder nur im Vorverkauf zu 2 bzw. 1 Mk.) bei E. Challier und an der Abendkasse. Studentenkarten zu 1 Mk. bei Hausverwalter Ritter. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Nur heute und morgen: b Der Roman einer Waisen. tote 8 Akte. Ferner: 8152c Dodo als Hundefänger Groteske in 2 Aktbn. Astoria-Lichtspiele, Seltersweg iiiiiiiiiimiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiimiiiii Nat Pinkerton im Kampf 5 spannende Akte. loitateWnh Ein sensationelles Zirkusdrama in 5 Akten. Dieses ausgezeichnete Programm bleibt nur bis einschließlich Mittwoch auf dem Spielplan. gur gefl. Kenntnisnahme daß auf vielseitigen Wunsch der Abendkursus vom 3. November auf Montag, 27. Oktober, verlegt worden ist. — An dem Kursus können sich noch einige Damen beteiligen. M. Wick-Wunderlich Dleichstratze 28 p 8155D 7733a r y 1 1 • y nur im Spezial-Laden Handarbeiten. Mäusburg i hessische Landwirtschaftliche Schule Butzbach Bekanntmachmig. Der diesjährige Lehrgang der Hess. Landw. Schule Butzbach beginut Montag, den 10. Nov., vorm. 10 Hin# im Schul- ^Äusnahu-'e ^Mden Schüler, die vor IV- Jahren oder früher die Volksschule verlassen haben. Ausnabmegesuche sind schriftlich oder persönlich an das Hess. Landwirtschastsamt Butzbach zu richten, wo auch jede weitere Auskunft erteilt wird. 8148^ Butzbach, den 10. Oktober 1924. 2kr Direktor des Hess. LandwirtschastSamtS: gez. Dr. Schad. Landwtrtschaflsrat. MM- I® Löberstr. 12 Henle abend 7 v. Uebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: Hoffmanns Erzählungen. | 797 1. MÜWeuMMPML Aussllllkung sisireln u.vreismerl OieBrühiW Unlo.ümaerel. A. Lange. Gretzen. Süiuislr.?. MüochiierBierpaiast Eröffnung nächste Woche» Der heutigen Stadtauflage liegt der Arbeitsplan der Volkshochschule Gtesien bei. 8137c CÖotgäi Auswc verLsst eintoant an bei klaren niste y 1914 ge was " s-her 5 SieM voll11 nicht J aus v test. Seuisch fammen Osichl krieges des 1 landl mente Zeitunl Menge Drua e iationei Forsche mählich reichlich flteu' und t habung waren scher vhnehr So er den di nach tragen D es ab schiede zu be 1374 gesagt, noch v Spra licht, terial < versiäni bisher ergebet machen Di 0 JIU s' glinles der Neulich Hebert' gen -w 1911 b 3i Agestei wt !™«lot Mn 5ai ,6m * L-d. 5t. E glü Fort ausgck tei tvi bürget Viehes oemokr bemokr 2ett .Rott Drosch! daraus sich be hemokr leien c wahf rhängerschaft anerzogen, wie die Spiele am gestrigen Sonntag erneut bewiesen Der welle Platz war rings umsäumt von Zuschauern, die den Spielen mit viel Interesse srlgten. Das Gesellschaftsspiel der 1. Mannschaft Wiesecks gegen die gleiche von Lollar hatte eine besondere Bedeutung, da bei zwei so nahe gelegenen Orten eine gewisse Rivalität mitspricht. Wieseck spielte, wie noch erinnerlich, sein diesjähriges 1. Verbandsspiel in Lollar mit reichlich Ersah und dann noch unvollständig, so daß Sie Lollarer damals 3 0 gewannen. Diesmal standen sich beide Mannschaften komplett gegenüber, ein Urteil ist also eher möglich. Der Beginn des Spieles sah zunächst Lollar im Vorteil, so dah der Tormann Wiesecks wiederholt Gelegenbeit bekam, Proben .seirres Könnens abzulegen. Wie'eck sand sich zusammen und wurde dem Lollarer Tor immer gefährlicher — eine Reihe Ecken war die Ausbeute. Das erste Tor für Wiefeck wurde mühelos pingefd)o|fen, der Tormann Lollars ux>r herausgelaufen und verfehlte den Ball Kurz vor Halbzeit ging der Halblinke allein nach vorn, ein scharfer Schuh auf kurze Entfernung, unhaltbar saß Rümmer 2 Gegen Schluß der ersten Halbzeit zeigte sich schon, daß Lollar dem fdrcHen Tempo nicht gewachsen war, in der zweiten Halbzeit fiel es teilweise ab. Der Halblinke Wiesecks konnte noch ein drittes Mal für rot-weiß erfolgreich sein, indem er eine von rechts vorziig ich gegebene Flanke einköpfte Wenn sich die Ueberlegenheit Wiesecks nicht in einer höheren Torzahl ausdrückt, so ist's vor allem der vorzüglichen Arbeit des Lollarer Tormanns zuzufchreib n, während andererseits der Wieseckr Tormann, der oft die brenzlichsten Sachen ret'ete, verhinderte, dah die Lollarer zum Ehrentor tarnen. Im Eckenrerhält- nis 9:3 für Wiefeck kommt die Ueberlegenheit stärker zum Ausdruck. Das war das letzte Gesellschaftsspiel, am Sonntag beginnt die Rach- runde, mit den besten Hoffnungen darf Wieseck die Spiele beginnen. Vorher spielte die 2. Mannschaft Wie- secks gegen die 2. G iehens. Beide Mannschaften traten nur mit 10 Mann an. Dieser Mangel gab dem ganzen Spiel das 'Gepräge. Es ist unmöglich, eine Mannschaft zu loben oder zu tadeln, man ist von beiden nämlich etwas besseres gewöhnt. Weder Gießen noch Wieseck hat jemals ein so zerfahrenes Spiel gezeigt. Grlle Ansätze blieben eben nur Ansätze, wobei aber nicht gesagt sein solle, daß einzelne Leu e hüben und drüben ihre volle Schuldigkeit taten. Das Resultat lagt alles Ecken 3.3, Torverhältnis 1 0 für Gießen. Knapper konnte es also wahrlich nicht zugehen I Rennen auf der Opelbahn. Rüsselsheim. 20. Oft. (TU.) Bei den heutigen Automobil- und Motorradrennen auf der 1,5 Klm. langen Opelbahn wurde sehr guter Sport geboten. Die spannenden Kämpfe feffeiten das zahlreich erschienene Publikum bis zum letzten Augenblick. Im Hauptrennen des Tages um die deutsche Bahnmeister schäft des 'D. M. D. fuhr der Holländer van Hamersveld auf einer Horleh- Davidfon die beste Zeit des Tages. Er legte die Runde in 40 Sekunden zurück, hatte also eine Stundengeschwindigkeit von <135 Klm. Zün- dvrff - Köln auf Imperia, der bis zur 25. Runde in zweiter Linie lag, mußte infolge Reifendefektes ausscheiden. Schuster auf Wanderer, der den dritten Platz belegen konnte, wurde als bester Fahrer des > D. M. D. deutscher Bahnmeister. M 0 n t e st i - Italien versuchte in dem Schluh- reimen der Sonderklasse vergeblich, den Dahn- reforb zu brechen. Er fuhr die Runde in 45 Se- menden Leckerbissen, die Leiber ihrer Kameraden, weggelockt: man pumpt die Ader nach dem Rück- grai> voll Luft, und schon trägt der Wind die leichte Last hinweg. Meist ist dieser Fang unglaublich ergiebig, zu Zeiten wird Fisch auf Fisch hochgeholt und fein Angelhaken ist unbesetzt, wenn auch auf manchen nur noch der häßliche Kopf steckt, weil der Gefangene von seinen Genossen verspeist worden ist. Der Gewinn des Haisisch- fanges hängt ab von dem wechselnden Weltmarkt - preis des Oels. Es ist schwierig, ebenso wie in anderen Fischereibetrieben, die genauen Verdienst- zahlen festzustellen. Der Hochbetrieb dauert von Mai bis September und meist ist der Gewinn so verteill. daß der Schiffseigentümer */3 als Reingewinn und die Mannschaft Vs erhält. Doch ist s lange und mühevolle Arbeit, und schon mancher hat in den endlosen eintönigen Wochen dort oben den Verstand verloren. Jetzt zwar benutzt man kleine Dampfboote für diesen Fang, aber früher waren es Segelschiffe, alte elende Kasten. Jetzt wird der Dampf beim auch gleich für das Dörren ber Lebern benutzt. Von einem Dampfer wird berichtet, bah er vom letzten Mai bis August eine Ausbeute von 40 000 Mk. gehabt habe. * Die Erfolge im Kamps gegen die Tuberkulose. Auf der vierten Konferenz der Internationalen Union gegen die Tuberkulose in L a u - künden. Richt unerwähnt möge schließlich ber «Höne und sichere Sieg der beiden leichten Opelwagen bleiben Kunst und Wissenschaft. Die Gattin Sudermanns f. In ber Berliner (Sbaritö verstarb am Freitag im 64. Lebensjahr die Frau Hermann Suder» manns. Frau .Klara Lauck ner-Suber- mann, die selbst eine Reihe von Romanen und Erzählungen geschrieben hat. Sie ist die Mutter des Dramatikers Rolf Lauckner. Ein antiker Tempel in Siefoie auegegraben. Die Ausgrabungen in Fiesole, die im Jahre 1910 begonnen wurden, haben jetzt zu der Entdeckung eines prächtigen Teorplls geführt, der im 3 oder 4 Jahrhundert vor Christus gebaut worden ist. Cs ist kein Zweifel, daß man hier aus das alte „Capit 0 lium Faefolanu in" geflohen ist. dessen Vorhandensein bisher nur aus Inschrift ten bekannt war. ES handelt s.ch um eines ber ältesten Altertümer Etruriens Aus dem Amtsvcrkündiguugsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt R r 7 0 vom 17 Oktober enthält: Landtagswahl 1924 Prüfung des Entwurfs ber Verlängerung des Anschlußgleises an bei Margarethen Hütte. — Hauptkörungen im Körbezirk G rünberg — Wieseni-undgänge. - Abänderung ber hessischen Wohnungsmangelveiwrdnung — Straßensperre. - Gesunden, verloren. - Felbbeveinigungen Klein-Linden und Treis a. d Lba. Wirtschaft. Die Lage und Znkuustsaussichten des Arbeitsmarktes- Rach den letzten amtlichen Mitteilungen ist die Zahl der Arbeitslosen im Laufe des Monats September geringer geworden; verringert hat sich die Zahl der Kurzarbeiter; sie beträgt bei den über die Kurzarbeit berichtenden Arbeiterfachver- bänben „nur" 27,5 Pro§. gegen 28,2 Proz. im Vormonat. Wie groß aber der Kampf um jede freie Stelle ist, mag daraus ersehen werden, baß Mitte September bei ben Arbeitsnachweisen 645 393 Arbeitsgesuche-. aber nur 14 440 Stellen vorhanden traten. Verhältnismäßig gering ist die Arbeitslosigkeit in ben Gebieten mit landwirtschaftlichem Charakter, wie Bayern. Württemberg. Mecklenburg. Oldenburg usw. Von ben preußischen Provinzen hat bie stärkste Arbeitslosigkeit bas Rheinland aufzuweisen, dort ist die Arbeitslosigkeit ungefähr achtmal stärker als in ber am wenigsten von ber Arbeitslosigkeit betroffenen Grenzmark (Posen und Westpreußen). Besonders trostlos liegen bie Verhältnisse bei ben Angestellten. Auf 100 offene Stellen tarnen 1430 Arbeits- gefuche von kaufmäimifchen Angestellten, 1848 für Dureauangestellte unb 2620 von Technikern. Gegenüber biefem großen Angebot erscheinen die Arbeitslosenziffern der Arbeiter gering. Am schlimmsten liegen bie Verhältnisse im Bergbau, in der Metallverarbeitung, in der Chemie. Verhältnismäßig günstig ist bie Lage in der Landwirtschaft, bei den Bäckern und Metzgern, im Baugewerbe, in Gast- und Schankwirtschaften und für häusliche Angestellte. Die Zukunftsenttvicklung des Arbeitsmarktes ist pessimistisch zu 6eurteilen. In bet Landwirtschaft werden demnächst zahlreiche Arbeitskräfte überflüssig. dasselbe gilt für das Baugewerbe unb' für andere Saisonbetriebe. Die in diesen Gewerben zur Entlassung kommenden Arbeiter brüh» ken natürlich auf ben Arbeitsmarkt für die an» deren Berufe. Ob dieser aufnahmefähig ist. muh begtreifelt werden. Denn es ist nicht zu Übersehen, daß ber Sinn bes Dawes-Gutachtens von den Deutschland feindlichen Ländern und Industrien darin erblickt wird, die Arbeitslosigkeit von den anderen Ländern auf Deutschland zu übertragen. In einer ganzen Reihe von Fällen läßt sich jetzt schon das Bestreben feststellen, ben Abbau ber Probuktion, die sich im Laufe ber letzten Jahre als zu groß im Vergleich zur Aufnahmefähigkeit bes Marttes herausgeslettt hat, allein zu Lasten Deutschlanbs gehen zu lassen. Man will in Deutschland burch alle möglichen Lasten aus Reparationen, Steuern unb Zöllen, hohen Eisenbahnfrachten usw. die Produktionskosten für deutsche Waren so hoch werden lassen, daß wir auf dem Weltmarkt nichts mehr absehen können. Die Folgen sind die, daß die Zahl der Betriebe, die für dauernd still gelegt werden, sich ständig vergrößert. Falls diese Ziele erreicht würden, mühte natürlich mit dauernder Arbeitslosigkeit für hundert tau sende Arbeiter gerechnet werden. Dahin dürfen wir es nicht kommen lassen. Unser Bestreben muh dahin gehen, mit aller Macht dem Angriff ber internationalen Konkurrenz zu begegnen. Geschehen kann bas nur burch stärkste Steigerung ber Produktion, die allein die Her- f an ne wurden von verschißenen Rednern die Erfolge festgestellt, bie im Kampfe gegen bie Tuberkulose erzielt worben sinb. Sir Robert Philip aus Edinburgh teilte, wie einem Bericht ber „Klinischen Wochenschrift" zu entnehmen ist, auf Grund statistischer Daten mit, daß in England bie Sterblichkeit in ben Jahren 1871 bis 1921 im allgemeinen um etwas weniger als bie Hälfte, bie Tuberkulosesterblichkeit jebvch um Z we i - drittel zurückgegangen ist, ein Erfolg, ber ber Wirkung ber Sanatorien unb Fürsorge- stellen zuzuschreiben ist. Armanb Delille aus Paris teilte die Ergebnisse ber Kinberfür» sorge mit. Aus Familien, in benen ein ober mehrere Mitglieber an offener Tuberkulose leiben, werben bie Kinber aufs Lanb gebracht, unb dort blieben sie unter Obhut von Fürforge- schweslern in 60 bis 70 Prozent ber Fälle während 20 Jahren tuberfulofefrei; von 2500 Kindern starben in dieser Zeit nur sieben an Tuberkulose. In Dänemarl war im Jahre 1890 bie Tuberkulosesterblichkeit bei 10 000 Einwohnern 30,3, heute ist sie auf 8,5 Proz. suvücfgegangen, unb Dänemark hat damit bie gering si e Tu- berkulosesterblichteit. Die Konferenz erhob 3um Beschluß, baß die organisierte Fürsorge- aktion bie wichtigste Waffe im Kampfe gegen die Tuberkulose sei, unb empfahl ben Regierungen aller Länder die Einführung unb Unterstützung ber in Betracht kommenden Organisationen sowie bie Sammlungen von statistischen 5>aiciv iieLlung Der Waren zu solchen Preisen ermöglicht. Daß wir aus dem Weltmarkt konkurrenzfähig sind. Denn unser Inlandsmarkt ist so geschvächt, daß er für die deutsche Erzeugung in vollem Maste nicht ausnahmefähig ist. Die deutsche Produktion muh deshaL auf Den, Weltmarkt hinaus; gleichzeitig muh aber dafür Sorge getragen werden, dast durch gemähigte Schutzzollpolitik der Iirlandmarkt wieder so gestärkt wird, dast er ständig gröhero Mengen der heimischen Erzeugung ausnehmen und der ausländischen Konkurrenz gegenüber wettbewerbfähig bleiben kann. Für die nächste Zeit wird der gemäßigte Schutzzoll die beste Stühe für den Arbettsmarkt. sein, der ohne ihn zusammenbrechen mühte. * Stand der Geschäftsaufsichten. Dach den fortlaufenden Listen des Zentralverbandes des Deutschen Grobhandels (die achte Liste ist soeben erschienen) ist die Zahl der sert Mai ds. Is. unter Geschästsaufsicht gestellten deutschen Firmen bis zum 1. Oktober auf insgesamt 3389 (gegenüber 3114 am 1. September) gestiegen. Das bedeutet eine Zunahme von 275 bekanntgemachten Geschäftsaufsichten im Monat September (gegenüber 532 im August). Von diesen Geschäftsaufsichten sind bis 1. Oktober insgesamt 1394 (bis 1. September 867) wieder aufgehoben worden, davon sind 527 im September (gegenüber 460 im August). Die tägliche Zunahme war also im September etwa 9 (gegenüber etwa 18 im August), während die täglich.n Aufhebungen im September etwa 18 (gegenüber etwa 15 im August) betragen haben. Cs ist also erfreulicherweise festzustellen, dast die Zunahme der Geschäftsaufsichten sich erheblich verringert hat, während zugleich die Aushebungen sich nicht unwesentlich vermehrt haben. Dast dies nicht lediglich der Verschärfung der Bestimmungen über die Geschäftsaufsicht zuzuschreiben ist, geht daraus hervor, dast auch die Konkurseröffnungen seit Juli in Abnahme begriffen sind (Konkurseröff- nungen im Juli 1173, August 855, September 817). Der Selbstreinigungsprozeh der Wirtschaft von Inflationsbetrieben hat zweifellos zu einer gewissen Beruhigung des Wirtschaftslebens beige- trogen. * Ame rikanische Kredite für den Ruhrbergbau. Wie gemeldet wird, hat der Ruhrbergbau, nachdem er vor kurzem einen Kredit von 5 Millionen Dollar erhalten hatte, nunmehr einen weiteren Kredit von 2 7» Millionen Dollar durch Vermittlung des Veuyorker • Bankhauses Goldmann, Sachs & Co. aufnehmen Binnen. Der Zinssatz hierfür ist, wie die „Dtsch. Bergwerks-Ztg." erfährt, günstiger als für den doraufgegangenen 5-Millionen-Kredit. Zu bemerken ist, daß diese Darlehen von insgesamt Z1/2 Millionen Dollar von der Ruhrkohle 21. G. unbenommen worden sind. Es handelt sich hierbei um einen relativ geringen Betrag, was sich daraus erklärt, dast die Kredite lediglich dazu dienen, den Rest der undislutierbaren Schah- anweisuiagen, die der Bergbau zur 2lbgeltung der Micumlasten seitens des Reiches erhalten, hat, flüssig zu machen. Was den unmittelbares Geldbedarf der Zechen anbelangt, so werden zu dessen Befriedigung die Gesellschaften selbst die Initiative ergreifen müssen, wobei zu bedenten ist, dast bei den heutigen hohen Zinssätzen die Aufnahme groster Auslandskredite Wohl überlegt werden must. * Rur noch Reichsmarkkonten. Die der Berliner Stempelvereinigung angehorenden Banken und Bankiers haben laut „Voss. Ztg." beschlossen, anstatt der bisherigen Dillionen-Mark- oder Rentenmarkkonten nur noch Reichsmarkkonten zil führen. Dementsprechend erfolgt auch die Ausstellung von Wechseln und Schäks nur noch in Äeichsmark. 2luch die Entwertungsklausel im Geschäftsverkehr der Danken kommt künftig in Fort- ' fäll. * Harpener Bergbau A.-G. in Dortmund. Schon vor einiger Zeit verlautete in der Presse, dast die Gesellschaft ihr Kapital nicht zusammenlegen werde, da sie dasselbe nicht ver- wässert habe und besonderer Anlast für eine Minderung des alten Goldkapitals nicht bestehe. Run- mehr erfährt die „Deutsche Bergwerks-Zeitung", dast die demnächst der G.-V. vorzulegende Gold- 'bilanz tatsächlich das bishrrige Kapital von 100 Millionen Gm. ausweist. Wenn es auch nur mit Seltsame Flitterwochen. Roman von ArnoK» Fredericks. 24. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Er verliest das Haus. Roch nie in seinem Leben war er so an der Rase herumgeführt, worden. Bon Anfang an hatten in diesem Fall alle Folgerungen zu verrückten Widersprüchen oder zu gar nichts geführt. In einer Viertelstunde war er auf der Präfektur. Lefevre liest ihm sagen, er sei noch einige Minuten beschäftigt. Der Detektiv setzte sich und wartete so geduldig als möglich. Zehntes Kapitel. Die Begebenheiten auf der Versailler Strohe hatten Grace in gute Laune verseht. Der Plan, zu dem sie geraten, hatte zum Erfolg geführt, wenigstens was sie anlangte. Wie es Lefevre ergangen, wustte sie noch nicht. Sie sah auf das Päckchen aus braunem Papier, das sie jn der Hand hielt, und befahl Valentin, zur Präfektur zu fahren. Ter Tag war ereignisreich gewesen. Sofort nach dem Frühstück war Grace zum Stapleton-. scheu Haus gegangen und hatte eine lange Unter- redung mit Frau Stapleton. Diese Dame war offenbar vom Schrecken und der Aufregung über das Geschick ihres Sohnes gänzlich niedergeschlagen und empfing sie in ihrem Bodoir. Grace hatte gleich beim Eintreten den leichten, aber untrüglichen Geruch von Zigarettenrauch wahrgenommen. Sie sah nad) dem Lisch, der neben dem Diwan stand, auf welchem Frau Stapleton lag. Auf dem Lisch stand ein kleiner Bille pito Sie 85 Millionen Ult erscheint, so ist dennoch kerne Aenderung vorgenommen worden, weit 15 Millionen Mark Verwertungsaktien darstellen, deren Begebung natürlich nur gegen Hereinnahme entsprechender Substanzgegenwerte in Frage kommt. Diese Gegenwerte werden auf der Aktivseite der Bilanz bereits in Ansatz gebracht sein. * Auflösung des Ritzau-Konzerns. Wie die „Münchener Reuesten Rachrichten" erfahren, sind die in Bayern abgeschlossenen Versicherungen des Ritzau-Kouzerns von Der Vaterländischen und Rhenauia-Dereinigten Versiche- rungs-A.-G. in Elberfeld und Köln prämienfrei für das laufende Jahr übernommen worden. Buntes Allerlei. Die Schneckenfarm. Don Fuchsfarmen, Straustenfarmen, Goldfischfarmen hat man schon viel gehört, aber die Schneckenfarm ist etwas Reues. S.lch-e Zuchlstät en für eßbare Schnecken befinden sich aber verschiedentlich in Frankreich, wo die Schnecke seit langem als besonderer Leckerbissen geschätzt wird. Gin Besuch auf einer solchen französischen Schnek- kenfarm wird in einem englischen Blatt geschildert. In einem langen niedrigen Raum sieht man Fächer über Fächer, in Denen auf flachen Tabletten zahllose Woinbergsschn. cken in ihren gr .uen Gehäusen liegen. Die Farm liefert bis 5 Millionen Schnecken jedes Jahr, hauptsächlich nach Paris, aber auch nach allen anderen Teilen Europas, wo man ein Vorgericht von leckeren Schnecken zu schätzen we st. „Die Temperatur must sorgfältig beobachtet werden", erllärte die Leiterin der Farm. „Ist sie um einen Grad zu hoch, dann glauben die Schnecken, der Sommer sei gekommen, wachen auf und kriechen heraus. Solche „Läufer" können wir aber nicht gebrauchen, denn die Tiere machen sich schmutzig und werden Dünn, während nur ganz fette saftige Schnecken, die ihr Gehäuse nicht verlassen haben, von den Feinschmeckern begehrt werden. Im Mai und Juni werden die Schnecken in Den Weinbergen gesammelt: sie müssen so sorgfältig wie rohe Eier behandelt werden, denn der kleinste Rist am Gehäuse würde die Schnecke unbrauchbar machen. Die so gesammelten Schnecken werden dann mit frischen jungen Gemüsen, hauptsächlich aber mit den Schöstlingen der Weinrebe, genährt. Diese Aristokraten Der Schneckenwelt nehmen nur die zarteste und frischeste Rahrung. Verkriechen sie sich zum Winterschlaf in dem Gehäuse, Dann werden sie in Den Speichervaum gebracht unD im Oktober und Rovember verkauft, Denn Dann haben sie den feinsten Geschmack. Die besten Schnecken kommen aus Burgund und Der Champagne: sehr begehrt sind aber auch die Schnecken aus Savoyen, und überhaupt kann man eine Schneckenkultur überall da anlegen, wo es Weinberge gibt. Die Schnecken werden für Den Transport in flache Körbe verpackt und in ein Bett von besonders getrocknetem Heu gelegt. Gras darf man nicht verwenden, Denn sie könnten aufwachen, von neuem zu fressen beginnen und würden dann unverdaulich werden. Die Zubereitung erfolgt in der Weise, daß sie zunächst in Essigwasser gekocht werden. Die Schnecke wird dann aus Dem Gehäuse genommen unD ein nicht eßbarer Teil entfernt. Danach werden sie 10 Minuten in laufendem Wasser abgespült: etwas Salz wird zugesetzt, sie kommen in die Gehäuse zurück und werden Dann 10 Minuten im heißen Ofen gebacken. Dann wird das Gehäuse mit geschmolzener Butter gefüllt, und je nach Dem Geschmack werden noch einige Gewürze hbrzugetan." Vorläufer der Schreibmaschine. Die Geschichte Der Schreibmaschine, Deren Nützlichkeit, ja Unentbehrlichk.tt heute über jetcn Zweifel steht, weil, wie so viele andere Erfindungen der Technik viele vergebliche Versuche auf, ehe sie sich Die allgemeine Anerkennung errang. Die ersten Pläne, eine Maschine zum Schreiben zu konstruieren, reichen, wie „Scientific American" berichtet, bis in Das Jahr 1680 zurück: es bedurfte also eines Zeitraumes von zwei Jahrhunderten, bevor sich die Schreibmaschine in der Praxis durchsetzte. Der erste Versuch gehr auf einen Londoner Ingenieur Henry Mill zurück, Dec für seine Erfindung 1714 den Schutz des britischen Patentamts erwarb. Es war eine recht primitive Aschenbecher aus Porzellan, Der grauweiße Asche und den halbgerauchten Rest einer Zigarette enthielt. Das Ende, zum Teil von Asche verdeckt, war vergoldet. Die Besucherin verwickelte Frau Stapleton in ein langes Gespräch, beruhigte sie über ihre Desürchtungen, die ihr nicht gekünstelt schienen, und prophezeite die rasche WieDerentdeckung des Knaben. Es war leicht ersichtlich, daß Frau Stapleton furchtbar aufgeregt war. Obwohl Grace selbst nicht rauchte, kannte sie doch die beruhigende Wirkung des Rauchens auf Die Rerven und wußte, wie unentbehrlich es Gewöh.iheiisrauchern ist. Run beobachtete sie, daß Frau Stapleton in ihrer linken SjanD unter den Falten ihres Kimonos eine kleine Pappschachtel — eine Zigavetten- schachtel — hielt. Grace machte eine vertrauliche Ärwegung. „Könnte ich eine Ihrer Zigaretten haben, Frau Stapleton?" fragte sie in liebenswürdigster Weise. „Ich habe welche mitzunehmen vergessen — und — Sie wissen, wie es ist." Lieber Frau Stapletons Züge ging ein Lächeln. Sie hatte dagelegen und sich gefragt, ob sie Grace eine anDieten dürfte, um auch ihre eigenen überanstrengten Rerven beruh gen zu können. Sie brachte Die Schachtel hervor und bot ihrer Besucherin eine an. Grace nahm eines Der Dünnen Röhrchen und zündete es an. Es war dieselbe Marke, wie jene, die sie in Alphonse Valentins Zimmer an sich genommen hatte. Grace ging kurz daraus fort Sie war sehr erstaunt. Die ganze Sache fing an, voller verwirrender Widersprüche zu fein. Den Rest des Vormittags und Den größten Teil des Rachmittags verwanDte sie dazu, die Maschine, die ferne Beachtung fand. Zwischen 1721 und 1784 fallen zwei Versuche französiicher Erfinder, mit gleich geringem Erfolg wie Der erste. Auch das zehn Jahre später von einem Ameri- faner angemelDete Patent blieb ohne Einfluß auf die Weiterentwicklung. Interessant ist die in Das Jahr 1851 fallende Erfindung eines französischen Blinden, Pierre Faucoult, Dein es gelang, eine Schreibmaschine für Blinde zu bauen, inDem Die Schriftzeichen von Der Maschine so tief in Das Papier eingegraben wurden, Dast sie durch Abtasten abgelesen werden konnten. 1856 wurde d e von Dem Ameri-Vaner Baach g baute, „Type-bar" genannte Maschine mit Der goldenen Medaille ausgezeichnet, als die erste ihrer Art, der eine Anerkennung von feiten Der Regierung zuteil wurde. Bei dieser Maschine wurden die Zeichen auf einen langen schmälen Papierstreifen geschrieben. Doch erst Die von S. W. Francis in Reuhork hergestellte Schreibmaschine ähnelte in ihrem Mechanismus unD ihrem Aussehen unseren heutigen. Damit war Der Bann gebrochen, und in Der Folgezeit Lösten immer neue Vervollkommnungen einander beständig ab. Thomas Hall, ebenfalls ein Ameritaner, schuf eine fast vollkommene Maschine, der in Den Jahren 1860 bis 1865 zahlreiche andere folgten. Run schritt man auch zur handLlsinäst.gen Ausnutz;ng der neaen Erfindung durch ein im Jahre 1363 erwo.benes Patent Latham Sholes. Zehn Iah e später waren bereits über 3000 Schreibmaschinen mit verschiedenen Typen über die ganze Welt verbreitet. Büchertisch. — Aus*gerechnet Paul Simmel lautet der Titel eines neuen, hüt einem originellen farbigen Selbstbildnis des Künstlers geschmückten, prächtig ausgestatteten Quartalbums, in Dem der beliebte Künstler und Mitarbeiter der Lustigen Blätter auf 64 Seiten eine von ihm selbst getroffene Auswahl feiner lustigen Bilder mit humoristischen Texten bietet, die sonst noch nirgends veröffentlicht wurden und die mit ihrem drastischen Humor, ihren urkomischen Situationen, den immer treffsicheren Pointen wieder wahre Lachsalven herv«7rufen werden I (Verlag von Dr. Eysler & C-v. A.-G. in Berlin SW 68.) — Herrn. Anders Krüger, Verjagtes Volk. Eine Thüringer Waldtragödie. In Ganzleinen 5 Gm. Verlag von Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg. — Der weithin bekannte Verfasser des „Gottfried Kämpfer" und „Kaspar Krumbholtz" schildert in dieser um die Mitte des vorigen Jahrhunderts spielenden Erzählung Den zähen Kampf thüringischer Waldbauern um ihre Heimat. Durch kleine Wilddiebereien hat sich das Dörfchen, das aus elf Häusern besteht, Die lllngnade des Herzogs zugezogen. Dem leidenschaftlichen Rimrvd liegt sein Wild und feine Jagd mehr am Herzen als das Wohl und Wehe dieser Handvoll Menschen, die ihm unbehaglich werden. Mit allen Mitteln sucht er Die Leute zur Auswanderung zu veranlassen, aber je mehr er sich müht, um so mächtiger und zäher wird Der Widerstand, um so mehr klammern sie sich an ihre Heimatscholle, Der sie kaum ihr tägliches Brot abzuringen vermögen. Führer in ihrem schweren Kampfe wird ihnen schließlich ein Mann, der es versteht, die wilden Gesellen — die Masker vom Rennsteig nennen sie sich — vollkommen in seinen Bann zu zwingen, und nun geschieht das Tragische: Diese hart bedrängten Menschen fotzen Den Herzog und Die Behörden ins älnrecht. Denn ihr Schulze und Führer, der Ratterfeld, weih alles, was an Edelmut und urwüchsiger Tüchtigkeit in diesen Aattirkindern schlummert, zu trecken, uriD die Flamme der Begeisterung und der Heimatliebe anzufachen, daß sie rein und hell emporschlägt. Ztrar muh die kleine Schar der starken Gctt-alt Weichen, aber wie sie sich mit zäher Beharrlichkeit jede Handbrett Bodens abringen läßt unD den Widerstand selbst Dann noch nicht aufgibt, ckls das Dörfchen längst vom Erdboden verschwunden ist, das ist mit einer grandiosen Eindringlichkeit, mit einer bewundernswerten Sprachmeisterschaft erzählt. Die Gestalten, wie Krüger sie schildert, sind von einer wundervollen Plastik und von lebenswarmer Lebendigkeit. Hier fühlt man Seite um Seite, daß ein Dichter diese Tragödie aus mitfühlendem Herzen, aus Dem Erlebnis heraus gestattet hat. — Ossip Schuvin.Der Rosenrav«^ l i e r. Roman. Verlag von Georg Westermamtz Braunschweig und Homburg. In Ganzleinen 5.— Gm. Zu ihrem 70. Geburtstag schenkt Ossip Schubin dem deutschen Volke noch ein Buch, das vielleicht ihr reifstes und tiefstes genannt werden Darf. Das Hauptmotiv von Strauh-HofmannsthalS Rosenkavalier bildet auch in dieser feinen Dichtung gleichsam den Grundakkord, aus dem alle Dissonanzen sich ableiten und zu Dem sie sich — in weicher Moll-Modulation — wieder auflösen. Eine berühmte Sängerin, Die alle Triumphe gefeiert hat, welche das Künstlerleben zu bieten vermag, kämpft in verzweifeltem Ringen mit Dem Alter, das sie unbarmherzig von der großen Bühne Der Well hinweg Drängt. Mit feinstem Zartgefühl hat nun Die Dichterin Diesen seelischen Kampf nacherlebt, ist Den geheimsten Regungen menschlichen Erlebens unD EmPfinDens nachgegangen unD hat Die tiefsten Wurzeln künstlerischen Schaffens aufgespürt. Alle große Kunst wurzelt in Gros. Es ist Die gleiche Quelle, aus Der menschliche Gröhe und künstlerische Leidenschaft emporsteigen. älnd so muß notwendigerweise das Ringen jener alternden Künstlerin um ihre Stimme, um Diö'-dramatische Wucht schöpferischen Erlebens, auch zu einem tragischen Konflikt führen, der nichtkünstlerischen Menschen wohl meist erspart bleibt, weil Temperament, Erziehung und Gewohnheit sich gegen Die unerbittlichen Gesetze Der Ratur nicht in so starkem Maße auflehnen, wie es Die eruptive Kraft Des schöpferischen Menschen tut. Es wird niemand Das Buch ohne Spannung lesen, unD niemanD wird es aus Der Hand legen, ohne vor Dem Rätsel Weib unD vor Dem ewigen Kampfe Der Ratur in Ehrfurcht zu erschauern. — Casar Flaischlen. Kunst und Le- ben. Von G. Stecher. (In Der Sammlung „Dichtung und Dichter".) Mit einem Bildnis des Dichters. Gebunden 3.50 Mk. 'Stuttgart, Deutsche Der- lags-Anstatt. — In vier großen Abschnitten — Suchen, Irren, Finden, Hüten —, die wie ein Wandel der Jahreszeiten anmuten, zieht Cäsar Flaischlens Dasein und Schaffen, diese seltene Einheit von Kunst und Leben, an uns vorüber. G. Stechers Darstellung ist ebenso auf der genauesten Kenntnis vom Werden und Wesen des Dichters aufgebaut, wie sie, mit sicherem geschulten Blick für ästhetische Werte und sittlichen Gehalt, ein geistiges Bild des auf der Hohe seiner Kraft h nweg genommenen Kämpfers Sängers und Menschenfreundes, dieses wahrhaft praktischen Idealisten gibt. Das Buch wird all denen, die Cäsar Flaischlen Heben und ehren. Der über das ganze deutsche Sprachgebiet ausgedehnten Gemeinde De3 Dichters, besonders wertvoll und willkommen sein Darum, weil es, als biographische Rachfüh- lung seiner ganzen Lebensdichtung, in allen Stücken echt und wahr, selbst etwas von Dem Glanze an sich trägt, Der diesem Künstlerdasein Die Weihe Der Vollendung schenkte. — „Das nackte Leben“, Der neueste Roman des österreichischen Erzählers Friedrich von Gagem, Darf zu Den besten Romanwerken, Die unsere deutsche Romanltteratur aufweist, gerechnet werden. Im geheimnisvollen Marokko und in Der grünen Dergeswelt des Atlas spielt Die Handlung dieses Romans eines einsamen Menschen, der Die wahre Freiheit fern von der Kultur findet. Das Werk, das sicherlich bei seiner Lefev- schaft starken Beifall finden wird, zeichnet sich nicht nur durch spannende Handlung aus, sondern auch vor allem durch Die wundervolle schöne Sprache und Darstellungskunst. Erschienen ist dies empfehlenswerte Buch ttn Verlag von Paul Paretz. Berlln SW 11. — Aus der Taschenbibliothek für Dücherlteb- haber — C. F. Amelangs Verlag, Leipzig — liegt ein Bändchen — Goethes Hermann und Dorothea, etngeteitet von Otto Harnack — vor, das wegen seiner einfachen, aber doch M- sprechenden Aufmachung sicherlich bei jeder» Dücherliebhaber Gefallen finden dürfte. tf welche eine zarte, weisse flam y. .0 blend, schönen Teint erlangen u. er« halten will, wischt sich nur mit dea SsdwnpfoMtifo »t J l § die beste Lllienmlfchieifc ,V,‘t -1’' 1 ’h >■'von Bergmann & Co., Radebetd. «WLMS J Überall erhlltlldu Krenz-Drog August Noll, P. J. Böbs, Drog. Georg Wellentals, Drog. 0. WinterholL 4146a Hauser in der Rühe des von Valentin bezeichneten Punktes zu durchsuchen. Sie war von Drei Leuten des Präfekten, verschwiegenen, erfahrenen 'Männern, begleitet, Die vorgaben, sie seien Zirkuswärter und suchten eine gefährliche Sohra, die in der Rocht* vorher aus ihrem Käsig entschlüpft sei. Die beftürgten Hausbesitzer öffneten i'xe Tore unverzüglich Der Gedanke, eine giftige Schlange im Garten zu haben, war ein wahres „Sesam, offne dich!" Qtber nirgends zeigte sich eine Spur des vermißten Kindes — und was Gvace immer seltsamer vorkam: sie war nicht imstande, einen Der oteten Gärten als Den zu bezeichnen, in Dem sie das Kind mit Denn Pudel hatte sp eien sehen. Davon war sie sehr enttäuscht. Sie wußte wohl, daß der Garten, falls Valentin die Wahr- heit sagte, hier fein mußte: aber trotzdem sie jedes Haus im älmkreis einer Viertelsmeile besichtigte, war cs ihr unmöglich ihn zu finden. Jetzt erinnerte sie sich auch, daß sie m ihrer Erregung — bei der genauen Betrachtung Des Kindes — keinen besonderen Eindruck vom Garten selbst festgehalten hatte. Sie erinnerte sich nur eines Grasplatzes, eines Weges, Der mit Kies beworfen war, und des Kindes, Das mit dem Hund spielte. Gin Dutzend Der kleinen Gärten sah ähnlich aus. So kehrte sie verwirrt zur Präfektur zurück. „Valentin hat zweifellos gelogen," erklärte ihr Lefevre. „Er lügt, um Sie irrezuführen, in Der Absicht, der Wärterin und vielleicht ebenso auch Frau Stapleton zu helfen. Ich wäre nicht erftaimt, zu entdecken, Daß Des Knaben Mutter Die Schuldige ist!" "Grace teilte seine Meinung nicht, also fchwieg sie. Trotz Der Tatsache, daß Frau Staplekon dieselben Zigaretten rauchte, die da auf unerklärliche Weise eine so große Rolle spielten, hatte sie daS Gefühl, daß der Schmerz Der Frau des Bankiers natürlich war. ■Um halb acht Uhr verlieh Grace die Präfektur in einem schweren Kraftwagen, Den ihr Lefevre zur Verfügung gestellt hatte. Alphonse Valentin lenkte ihn. In der Hand hielt sie eine elektrische Taschenlampe, vor deren Linse ein blaues Glas festgemacht war. Zehn Minuten vor acht Uhr war sie in Versailles. Plötzlich befahl sie Valentin, umzu- kehren und mit mäßiger Geschwindigkeit nach Paris zurückzufahren. Sie zog ihn mit ihren Absichten nicht ind Vertrauen, sah aber scharf nach dem Wagen mit Stapleton aus. Ihr Plan war gelungen. Stapleton hatte ihr Zeichen gesehen und ihr Das Päckchen zugeworfen — wenn nur Der andere Teil Des Planes ebensogut geraten war! Dieser war folgender: Lefevre, Der an Wuchs und sonstiger Erscheinung Stapleton nicht unähnlich war, sollte dem Wagen Des letzteren fcx einem derselben Marke und Att folgen. Er sollte von einem Chauffeur geführt werden, Der so verkleidet war, Daß er im Zwielicht Des frühen Abends für Francois gehalten werden konnte. Auf dem Boden des Wagens lagen zwei bewaffnete Männer versteckt. Wenn Stapleton feinen Wagen zur Rückfahrt nach Paris lehrte, nachdem er das Geld, ohne es zu wißen, Grace zugeworsen hatte, sollte Dec Präfekt nach Versailles weiterfahren. Er wußte ja Dann, daß ihm der Wagen der Verbrecher noch entgegen kam — wäre es nicht der Fäll gewesen, so hätte Stapleton von ihnen statt Dort Grace das Zeichen erhalten. (Fort) etzung folgt.) Ihre Garderobe (Herren-, Damen- u. Kinder- Kleider), Decken, woll. und seid. Vorhänge, Gardinen, Federn, Handschuhe etc. etc. Die meisten Gegenstände lassen sich durch chemisches Reinigen oder Färben sicher wieder wie neu herstellen. FiMMrlw Laden: Marktplatz 8. 7085D