Irrungen, Wirrungen. 4 L t H I ar. 2?2 tmtes Erscheint täglich, auher Sonn- und ^rtiertag«, mit d. Samstagsbeilage: GiehenerFamiliendlätter Nonatr-bezogrpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech Anschlüsse: fLr die Schriftleitung 112; für Verlag und Gefchäftsftelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger^ietze«. po»fche«snte: frrantturt a. M. UM®. Der Friedenspakt. Das Vrs.cbnis krfjuf gestellte il inSb^ontere ichktz tm 21 iS* einzelne wenige 12 •*««& Ni- 5 Nt. 2 c: NtlämnS te Hämniel M toeine: vMl ? d)n 12o ,M: Kleindieb lauendem Han- verlaust. örse. ^tobutienntorft Prellen fest, mit dem be- y. WM. lslandwvM un- ur je 1000 Äilo: Wn. märt. 205 50, neue 203 biö . NS 340 bis lr je 100 Mo enmehl 29,75 bis 13,20, Dikwria- 2 bis 26. Sutter- 8 bis 20, Acker- bis 17, Lupinen, S 17, Serradelle bis 15,30, Lein- Mihel 13,30 bis cken 19,50 bis 20. lgerung es iehzüchler. von der Stadt und in dankens« ung hergenchiele ur die Versteige« ' als besondas nen Men des raesührdrn Tiere leisten ixrmögen. 'örse. btS 2.5 für tu, 89^, brz 22?uAecke »Ä 80 Ä SÄ Wat», damrtag, zu. reptemver w Annahme von Lnzcigrn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jcdeDerbindlichkeit. Preis für \ mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- Klame-Anzcigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig. Platzvorschrift 20'/, Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Or. Friedr. 2bi!h. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil: HansBeck sämtlich in Giehen. der (Scnft-r Verhandlungen. Gens 19. Sept. (WB) Wie Denesch heute abcnd der Presse mitgeteilt hat, hat das Zwoster- tomitcc seine Arbeiten über die RusiungLsrage beendet nachdem es in erster Linie die Fragen der S a ktivn en und der Abrü st u n 6 beende t batte Einige Punkte 'bleibrn noch u .r ge kl art, so die Frage über das Schiedsverfahren, die acm?insam von den Tlntecausschussen des ersten unb9 dritten Dersammlungsausschusses zu regeln ist. Actilel 6 behandelt die ^rage dec e n t m i [ t Dabei soll ausdrücklich festgcsiellt sein, daß^d'e der I tar U'^^rte n 3o n^r^^Jng des Kriegs- °üch । -sbruch. E.-d Deutschlands Eintritt in den Völkerbund. Verhandlungen mit Völkerbundsdelegierten. Berlin. 20. Sept. (Drahtmeldung.) Wie wir Horen, ist seit Dienstag em neuer lebhafter Meinungsaustausch zwischen Aeuftchland und de^ alliierten Begierungen über die Frage des Cm tritts in den Völkerbund im Gange. Don einer M SanLVrÄ allÄ um Mr wkchtt?°, ö°ch Mem Lahre «rfetoer wird. wird. Der Artikel 7a gilt der Vorbereitung d e r S a n k t i o n e n. u a^der sina.izlettenIlntei- stützung der angreisendcn Staaten. Aach Allftc: 8 unterrichten die Signatarstaaten den Völkerbund von den Streitkräften, die sie zu seiner Verfügung stellen können. Dieser Artikel enthalt auch eine Klausel über die Sondcrabkvmmen, die allen anberen Staaten füllen und die als wichtigstes Mittel zur^urchsu^ung der Sanktionen durch den Au. g?lten. Artikel 8dbc stimmt, das) der A n g r e i s e r d i e Ko st en des Sanktionskrieges r.u tragen hft. ab-r w der in seiner politischen noch territorialen ^tn- > cbbingigtcit angrtastet warce.i soll Ailikel . enthält die wesentliäen Bestimmungen über die A b r ü sl u n g s k o n f e r e n z und das Jnl aft treten d.-s Protokolls Die Staaten, die die Abrüstung verweigern, sollen auch aus cer s Sicherhütsgarantien keinen chutze i z-ehea Konferenz soll sechs Machen nach be. l^M der verlangten W d.r Aa isizterunge. 8 Mirtb aerade jetzt das Bedürfnis verspürt, die MZLMZW MMWPW Lr frantt ZLLLKSLxW Abdrängen der TvAparlei d-^rel^solltr teuer erkaufte Einsicht^vam MWZWiM tocnigfler.8 foteeit Won g“". KArSa klare Verhältnisse zu schaffen. ten sollte, wurde sich im Gegensatz »u den anderen Ratsmitgliedern nicht an der Kontrolle beteiligen dürfen, und zwar weder an der Kontrolle bie in Deutschland ausgeübt wird, noch als I Oesterdeichs an der Kontrolle Oesterreichs und umgekehrt, jedesmal wenn der Bolkerbund^at von einem Mitglied oder ven der ständigen: Militär lommissivn des Völkerbundes Ersuchen erhalte, wurde er zu enW^n ob eine Untersuchung vorg-nommen we^en^solb Aus der wie oben a.igegebenen Liste Eve dann die Vertreter aussuchen, die mit der Unter sschung zi betrauen- sind. Aus ihnen wurde eine Kömmission gebildet werden die Ort und , Stelle ihre Arbeiten aufzunehnen hatt. mV Unterkommissionen von voraus! chtlich Mitgliedern pü Einzelforschungrn zu ^traicn S also in den Kasernen und eatmifttartsrer. ten Äonen usw. In Genf selbst soll em permanentes Bureau errichtet werden^ das der ständigen Militärkommission des Volk.r bundes unterstellt w:rd?n soll. 3n diftem Gen er »ureau toüften all- mikläritoen toa- -entriert werden. Das Proieft, das die -“^uar kommilfton des Völkerbundes aus 2lusf.rd.rang des Rates ausgearbeitet hat f^nn nalurttch | Völlecb mdsrate noch w e s e n t l t ch e A b a n d r u n g e n erfahren. Omm.tDin scheint s^-ustehen, bah zwischen den Rats Mitgliedern und de. Kommission ein laufender Kontakt ^^^AÄölker- n^rden soll Die Mililartommission d^s Voller Ä selbst setzt sich überdies aus Berlrerern I dec Mitgliedsstaaten des stdates zusammen. Qu er dings ist das Projekt in der '“J} nicht einstimmig angenommen wordem So wll : I gestimmt haben. des Bild: Tkach Art. 213 des Friedensvertrags von Ter» sailleS und den entsprechenden Artlreln der anderen Verträge verpflichten sich Der.tsaziand resp^ Bulgarien, Oesterreich und Angarn so lange der gegenwärtige Vertrag in Kraft bleibt, /ede An. tcrsuchung zu dulden, die der Dofterbunb^rat mit Mrhrheitsbeschluh für notwendig erach.ct. Aach dem dem Dölkerbundsvat horli Agende r Pro- jekt soll nun, wie es h-istt, bie.e Untersuchungs aufgabe in einzelnen Fallen durchbesvnde c Kommissionen ausgftuhct werden. Zur Dl düng dieser Kommission wird erne Liste was gestellt die Vertreter der 10 Staaten ies Völkerbunds enthält: Frankreich, Eng and, ^pan. Itu- lien Belgien, Uruguay, Brasilien. Spaui.n, Tschechoslowakei und Schweden Dazu kommen Dertreter der Aa ch ba r st <»a ten , l.ie^zu den Kriegsgegnern der zu kontrollre encen Staaten gehören, also im Falle^D^rtschlano De l - aien uS> Polen und die s ehech o s l o wa fei. Damit wäre auch Belg en und cer Tsch-.ch)- slowakei, wenn ihr nichtständiges Mandat im Böltirbundscat erlischt, weite rdiQ Betei li au n a an der Kontrolle gesichert und den913 auf ter Liste stehmden Staa ea tour» I b’-i zum mindeste n 7, nämlich di^ 4 ftan» büitn RatsmitglicLec und de 3 oben genamften Aachbarländer den ehemaligen Kriegsgegnern Deutschlands angehoren. _ Dr. Hergt bis auf weiteres sein e P os ition behauptet hat. Durch den Hintoei-, auf die Aotwendigkeit, die Geschlossenhsit dec Partei zu wahren, ist es ihm g^ungen, mit bet Opposition ein K om p r ont ifi -u wonach seine Erfolge bei dec äl m b i l d u n g der Reichsregierung Abgekartetsollen^ bevor der Fcage eines Wechsels in der leitung nähergetreten wird, ^annimmt tn deutscynationalen Kreisen an, datz sich auch auf dec Vertretertagung am 30. mne Mebrbeit dafür finden wird, die Scafl^ ves Uhrerwechsels bis zum Ablchlutz der De^^ lungen mit den Mittelpartm-n >ib?r bi * imngsumbildrng zu vertagen. T^r den Fall allerdings, dach die Bemühungen dec AM Parteileitung um einen „mahgebenden ^tnsla 3 in dec Reichsregierung v i ch t zum Ziele su^en sollten müffte mit einem Fuhrer.wechsel schon deshalb gerechnet werden, weil die ^llgemm . Ansicht in deutschnationalen Kreisen.dahin geyt, rah Dr. Hergt nicht der geeignete Mann sei. um die für diesen Fall angetündlgte -l^rfste H n h d i i t i o n“ rücksichtslos durchzuftchren. Es ist^absichtigt, in diesem Falle zu allen Mitteln parlamentarischer Obstruktion zu greiftn rnd m Einvernehmen mit dm Aattvrtalsoziallsten de Reichsregierung die Fortführung ihrer PoliM nach Kräften unmöglich zu machen. Die AbrüstnnstSkonferenz. ist unio-rsell g°Lach> toc wird t*i»uWd>md> in Genf statt finden. Zu lhe soften a l lc Staate.i, auch diejenigen, dir nicht das Pro.vkall ratifiziert hibea u.id nicht dem Völkerbun.e angeboren, cir.g lad.n to.rbtn, also.a u a) Deutschla nd, R u h la n d und die Ve re i ni g t en S tao te n. Die Einberufung hängt aber selb tverstartdlich ra- von ab, cb eine genügende 21 a.^ah. von Volkei bundsmitgliedern. und zwar auch die wej-e Anzahl ton Großmächten vorher das Prowkoll üebc dos Schiedsverfahren und die Sank tionen durch ihre ^rlamente rat'! lee ren liesten. S-o wird gegenwärtig noch darüber b^ raten, wieviel «atifWningen »« M® D»r- Aussetzung nvtwerchig sind und wiev.el 2Itit aliedsstaaten des Völrerbundsrates vor Einbe- I rufung der Konferenz ratifiziert baden müssen. Die Opposition, die sich in einem Teil der e n g l i s ck> en P r e s s e jetzt schon gegen das künftige Genfer Protokoll richtet, rief in verschieden Streifen die Befürchtung wach, datz auch tei e.ner völligen Einigung in Gens spater gestirnte P o eit daran scheitern könne, daH bas eng lische Parlament nicht ratifizi.re. Bon f r a nz ö s i s ch c c Eftte hn-l man, dcch die Ratifizierung durch das französische Parlament, nackdrm einmal die französische TeNegation, ihre Zustimmung gegeben habe, u "Lwe i felha f sc dah aber seft «.verständlich Frankreich^sich aut keine Abrüstungskonsevenz begeben to^cde. wuin nicht vorher das englische Parlament auch voch.r I ratifiziert habe ___ Die Rrgterungsumdlsdung. Bcdinqnnsten ftfv Rcgierungspcirteieu. __ Ansprüche der Deittschnattonalen. (Eigener Informationsdienst.) Berlin 19. Sept. (Drahtmeldung.) Aus parlamentarischen Krelsen wird “"ä mUgetdlt, d°h die Regierungsparteien fest entschlossen sind, etwaige neue Verhandlungen mit den Deutschnativ- na len über deren Hinzuziehung zur Aeichscegie rung nur in gesch lossener I t: c• nt ju f h ren Die Mittelparteien geben bereits schon letzt bekannt, das, sie den D-Utlchnatwnalen besttmrn e Bedingungen vorlegen werden. Anter anoe- rem fordern die (KcgierungsDattcten Öen S» obnö ^ÄS^u n fsb d» ^stb-haltung nungen wird, wie man von deutschnationaler Seite erklärt, die Stag« der --Si-^''S«b°t->l>gung der Deutschnationalen autzerordentlich erschwert wer d-7 so daß die d-utschr.ational-n Mr«M, Lag. erst aus der deutschnationalen Vertreter ?a n" UrP-sU"« Ust-H» LLd-n und A« ™Ureia“uilk-S im Ächskabinett U-uW-?- gesehen ist. zur Erörterung bringen. Die Deutschnationalen. Dr Hergts Stellung vorerst behauptet. — Führer- 9 wechsel im Falle einer Opposition. (Eigener Informationsdienst.) B e r l i n. 20. Sept. (Dvahtmeldung.)!Die Eick- Militärkontrolle und Abrüstung. Das alleinige Kontrollrecht der si-g-rftaat-n. - «us,chlust D-Utichlands^ KSZ er Gitybte Prüfung der . Frage überwiesen hatte, ob bei dert Becatungen dcs Völkerbundsrates über die niilita^sche Kon | trolle in den besiegten Staaten auf Grund Völkerbundspaktes interessierte Staaten, die n i * t Mitglieder des Rates sind, hierzu ruaezogen werden sollen. D.e AiMvort des Ju- ristenkomitees, die der Rat sich ^ute zu eige Ä st" stst" Ä - k-akition »u frrengen | " ' hl: dw Aachbarländer des zu kontrollierenden map auch die vie-zi sein. Doch wird sich das nicht uvk-ttnses Trei- I Staates vertraten erstrecken. lieber das Projekt selbst bewahren alle betei- laubswochen" der^leitenden Minister an der nöti- I ligten Stellen^das Ängste SMs^ig^Nichts^ gen En.Lied.nhm. Ichl-N i-.^-0,^ -rmben ' . Einhalt zu tun. C-iv yu<. geführte Pressekampagnen und recht unglückliche Demeniierungsversuche der Oppösitton unge- : mollt in die Hände gespielt. Sonst Ware es I > kaum denkbar gewesen, dah die unermiidlichen Anbiederungsversuche pazifistischer 23o(feT6jnb6 touristen eine solche Rotte in der Politischen Debatte der letzten Wochen spielen konnten. Gelegen- heitspolitikec wie Graf H^rry Kehler und Her-r von G erlach, zu derwn sich als würdiger Dritter im Bunde Herr Dr. Drei t scheid, ^c auheicholitische Matador der d^itschen Sozial- demokcatie, gefeilt, konnten sich nicht genug barm tun den in Gens'versammelten Ententediploniaten I p'Deutschlands BerertwMigkeit öum Eirttrftt m d^i Völkerbund zu versichern, wobei ^xrf Kehler sich noch den Anstrich zu geben wuhte, als ob er m? amtlichen Auftrag handele. Bon Genf aus wurde dann durch die den Herren nanstehende Bresse dem deutschen Dolle ansHerz g< hin Eimua in daS Völkerbunds. ^rädies beileibe nicht durch ..Auftwll^ig der Kriegsschuldsrage zu veizrMnn. Mit dec Aichtnvtifizierung der deutschen Vvte zur Schuld lüge glaubte man auch zwilchen Regierung D^tsLratvonare ein«n dauerdaft-n Kerl treiben. Daprim in den Redaftroiien^ des »Bor wärts" uiid der „Vvssischen Zeitung^ gmg man daran. Mihversiändnisse zwischen Kauz ec und Auhenminister über die hcri-schenden deutscher Auh-TUpolitik konstriii^e i^die - wenn | lic wirklich zeitto'ilig bestanden baden sollten mit redlichem Beincft>en zu einem ernsthaf eii K>m- sliki ausgebauscht wurden Mit. dem recht sichtigen Hiwergedanken, bv aUgeiiblickl'ch' Re qierungskvalition zu entzweien und re,i Burger block von vornherein unmöglich zu machen. Ein besonders hähliches Kapitel in d e'em Feldzug gegen den DürgerbWck das sogen. Geheimnis von Henley. Zn --)Ey, ODTb^arm^ r^Ä^glftgeirtlich.dec^doner Nllmächftglert^' über den Eintritt Deutschlands in den Völkerbuick) stattgefunden b^v- 5ud> Sinanimmif.er ®r. Sutljer Ickafter Dr. St Hamer -seien anwe end ge- Ä Der „Sozmldmrokratische Parlaments- dienst" wollte diese von ihm vecbreiteteAach- richt aus zuverlässiger englischer Quelle haben und beantwortete ein kurzes ^EnN des amtlichen Wrlffbureaus mit einer neuen, noch emgehenc^ren Daislettung der angeblichen ilnterrebung m Hen° Ich Eine zweite offiziöse Ehrung bestmtt unter Mnnherer Betonung des Einverständnisses der ^ei^telliaten Reichsminister mit aller Ent chie° d^rh^t daß jemals eine Besprechung der geschil- dec-ten Art stattgesunden habe. Es steht aUo *3e baubtuna gegen Behauptung, und man darf ge wie diese Komödie der Irrungen sich W? JSh wrnal M es schwer anzunehmen ist, NdkTLkWU? iktzLcY sich in Mihve-ständnisien bewegt i \ auch kaum denkbar, dah em Des $ -Döllerbunds- mooc vorübergegaitgen ist, ohne ( Är’V^&niära.3 fci. »mm« kaen^iH™^1 S?ds» kommraden M-nstag an- gesetzten Kabinettssitzung Knutzen Wird um Wide-ftprüche zwisch^d^d^tsc^ vsi^iosenDaa^ ftctlung und die durch den.sostalistischen . m mentsdienst" bekanntgeworo^e bniis^ AUN 1 sung soweit auszuhellen, wie dies tn einer liegt. Er als Außenminister hat an^einer res osen Klärung dec Sache das g^te sft, sollte das schroffe deutsche ^enll sich als nicht £»■’ «Ä man in der Wilhelrnstrahe es für nötig hi^tzeE so angesehenen Diplomaten g tiefer Weise zu brüskieren. Eine baldige aeiaru y .stauch d-Shalb dringend gebeten, wen SIM 04. Jahrgang d GittzenerAnM« General-Anzeiger für Gberheffen VMNch. Unw«fi.°k-^uch- und Kselndrllckerei n. c°ng° >n M-tz-n. Schn!..°Ullll, und S-,ch°,rchlllftr-^ Die Wochen, die seit dem Tage der Annahme des Londoner Paktes im Reichstag verstrichen find, MIen gewih kein Ruhmesblatt in der Geschichte der neudeutfchen Politik. Die nach der Londoner Konferenz wohlverdiente Tlrlaubszeit der fuhren- den Männer des Reichskabinetts glaubten verantwortungslose Politiker vornehmlich aus dem Lager der Linken nicht bester ausnuhen zu können, als die gesunde politische Entwicklung Deutschlands wieder einmal nach bewährten Mustern durch Inszenierung einer kleinen KrisiS unheilvoll zu un- terbrechen. Die verschiedensten Leute beteiligen sich mit Eifer an dem Unternehmen, den drohen- I i den Zusammenschluß der staatserhaltenden Par- teien zu einer Dürgerblockregierung zu hintertreiben, um darüber hinaus die augenblickliche bürgerliche Regierungskoalitton zu sprengen und sie über den Weg der durch die „Koalition Wirth" zu ersehen. Krisenmachern ist zur Erreichung ihrer tnnerpolb tischen Ziele jedes Mittel recht, mag auch di- deutsche Auhenpolitik durch ihr fkruppelloses Trev ben schwersten Schaden leiden. Bedauerlicherweise hat es dabei auch die Wilhelrnstrahe m den Ur- ..... gemeinen Grundgedanken treften dürfen Darnach erhält man von dem.künftigen, Mit der Kontrolle zu betrauenden Organ folgen Bullen mb e Halste ter zm Ergck>nis ist als hnoi. Desmders id-6troche ab, stellten Dullen erloS von 2200 in ter Provinz yurten von tea n und Dusen« I in ten ZuW Ein von Sdete chteter, von Karl .nerundzM^ i Preise von 790 Dietenkops^ ammer ung, Me.gd ÄtfS s'kamm^n i) emm DalleN- Innung -lN ® HniMlung M beitragen VM- ter verlang ,ssr? M £•«3- mit& die 4» Mickrn. A664' Ir- Dagner- n liegen i «”* S tgW Wahrscheinlicher ist, daß Me gruavlegen-en Vorbereitungen hinsichtlich der Form und de« Charak- ters des deutschen Zulassungsantrages zum Völkerbund noch mehr als ein Vierteljahr in Anspruch nehmen werden. * Ser Vorwärts meldet aus Genf, daß der norwegische Dölkerbundsdelegierte Hansen sich seit Donnerstag in Sigmaringen befindet, um mit Reichskanzler Marx die Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund zu besprechen. Deutsch-russische Besprechungen über den Völkerbund. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 20. Sept. (Drahtmeldung.) Die Moskauer Sowjetregierung hat den deutschen Botschafter Graf Drockdorff wissen lassen, daß ihr viel daran gelegen sei, baldigst über die Absichten der deutschen Reichsregierung in bezug auf den Eintritt in den Völkerbund und die zu st eilenden Vorbedingung en informiert zu werden, und dah sie zu diesem Zwecke in Berlin direkte Besprechungen mit dem Auswärtigen Amt zu eröffnen wünsche. Sie hat dabm keinen Zweifel darüber gelassen, dah sie an sic^ geneigt wäre, sich wenigstens durch die Entsendung eine« Beobachters nach amerikanischem Vorbild an den Beratungen zu beteiligen, dah aber neuerdings die Haltung des Völkerbundes in der georgischen Frage eine völlig ablehnende Stellungnahme der russischen Regierung erforderlich zu machen scheine. Es wird dabei versichert, dah Ruhland für den Fall, dah Deutschland in absehbarer Zeit Schritte für den Eintritt tun wolle, mit Berufung auf das deutsch-russische Freundschaftsverhältnis bindende Zusicherungen zu erlangen wünsche, dah eine etwaige deutsche Delegation im Völkerbünde niemals solchen Mahnahmen zustimmen werde, welche direkt oder indirekt eine Einmischung in die inneren Verhältnisse Rußlands bedeuten würden. Mit der Eröffnung der Besprechungen ist alsbald nach der Rückkehr des Reichskanzlers und des Reichs«uhenministers zu rechnen. k Saarfragen Y vor dem Völkerbund. Genf, 19. Sept. (WTB.) Eine Reihe von Saarfragen standen auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung des Völkerbundvates. Kerne Frage wurde im Sinne der deutschen Wünsche gelöst. Zu der wichtigen Foage des Ausbaues der lokalen Gendarmerie und der Abschaffung der französischen Besatzung gab der Berichterstatter Salandra zunächst einen Aeberblick über die deutschen Beschwerden, wonach die Fortdauer der französischen Besatzung dem Versailler Vertra-ge widerspreche und die künftige Volksabstimmung gefährde. Die Regierungskommrssion behauptet, solange nicht 3000 Gendarmen im Sacwgebiet vorhanden seien, könne man zur Aufrechterhaltung der Ordnung die französischen Truppen nicht entbehren. Die Frage der französischen Kontrolle der Einfuhr deutscher Waren in das Saargebiet war ebenfalls durch eine deutsche Rote aufgeworfen worden. Die deutsche Regierung steht aus dem Standpunkt, dah bis zum 10. Januar 1925 die d^ttschen Waren ohne Einschränkung zollfrei für den lokalen Verbrauch ein geführt werden Ennen und dah die Kon- tfisgentterungS- lyrb Einschränkungsmahnahmen dem Friedens vertrag widersprechen. Die Regierungskommiss ion erklärt, dah die Kontingentierung auf Grund der Derbrauchsziffern der vorhergehenden Jahve notwendig sei, weil damit die Anhäufung von deutschen Waren im Saar- gebiet, die über die gegenwärtigen Verbrauchs - bedürfnisse hinausgehen und die im Vertrag vorgesehene Unterordnung des Saargebietes unter das französische Zollsystem beeinträchtigen, verhindert werden müssen. Salandra schlug vor, dah die Regierungskommissivn die Bestimmungen über die zollfteie Einfuhr deutscher Waren bis zum 10. Januar 1925 die weitherzigste Auslegung geben möge. Der Rat nahm diesen Antrag an. Die Frage der französischen Schulen im Saargebiet ging auf eine deutsche Rote zurück, die fordert, dah die französischen Schulen nur für die französischen Kinder zugänglich sein, aber nichtein Instrumentder französischen Propaganda für die deutschen Kmder sein dürfte. Die Frage wurde auf die nächste Tagung des Vollerbundsrates im Januar verschoben. Die Freilassung der Gefangenen. Neue Instruktionen an den Botschafter von Hoesch. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 20. Sept. (Dvahtmeldung.) Der deutsche Botschafter in Paris von Hoesch weilt meser Tage in Berlin, um der Reichsregierung Bericht zu erstatten über die Schritte, die er M der französischen Regierung in der Frage der Befreiung der Gefangenen und der Rückkehr der Ausgewiesenen unternommen hat. Die Fortschritte, die bei den Kob len- o^r Verhandlungen in dieser Frage gemacht werden, sind immer noch sehr gering. Die französischen Delegierten machen offenbar ihr Entgegenkommen in der Befreiung der Gefangenen von deutschen Zugeständnissen in wirtschaftlichen und verwaltunas- technischcn Mahnahmen ab häng ia. Jedesmal wenn von deutscher- Seite ein Zugeständnis m beäug auf den Räumungstermin Lev Recr'e- bahn und in bezug auf Zollfragen gemacht wor- den ist, werden er n i ge G e f a n g e ne freige- 1S!f bvt genaue Zahl der Gefangenen und Angewiesenen ist Sicherheit nicht zu erwägen. Tie Reichsregierung hat nun den Botschafter von Hoesch angewiesen, in Paris drino- lich zu betonen, dah Deutschland die Personen der Gefangenen und der Ausgewiesenen nicht zum Gegenstand von Kuhhandelsgeschäften machen könne und dah man von der französischen Regierung erwarte, dah endlichin dieser Frage reiner Tisch gemacht werde. Man hatte in Paris dem Botschafter erwidert, dah erst nähere Bericht' aus Koblenz abgewartet werden mühten, bevor weitere Schritte getan werden könnten. Der Botschafter hat nun von der Reichsregierung die Unterlagen bekommen, die ihn in Stand setzen, in Paris die Sabotage de r fra nz ö s i s che n Delegierten in Koblenz nachzuweisen. Der rvopchafter wrrd oemnächii wtever nach PariL gehen und von dem Erfolg seines Schrittes wird unter anderem auch die Stellungnahme der Reichsregierung zur Dölkerbunds- frage abhingen. Deutsch-englische Handels- vertragsverhandlungen. London, 19. Sept. (Wolff.) Reuter meldet, die Frage des -Abschlusses eines -englisch- deutschen Handelsvertrages sei kürzlich von der britischen Regierung in Erwägung gezogen worden. Bekanntlich habe Gvoßbrttaniien geneinsam mit den Alliierten aus Grund des Versailler Vertrages d^tscherseits die Behandlung als meistbegünstigte Ration erhalten. Die e Bestimmung würde aber binnen kurzem au- her Kraft treten. Die verschiedenen 'Beteiligten würden über die Bedingungen des Handels neue Abmachungen zu treffen haben. Die britische Regierung habe keinen endgültigen Vertragsentwurf aufgestellt. Es seien aber durch die britische Botschaft in Berlin versuchsweise gewi se Vorschläge gemacht worden, diese würden durch direkte Besprechungen ergänzt werden, die, wie man erwartet, im Laufe der nächsten Woche in Berlin stattfinden würden. Für diesen Zweck würden binnen kurzem Sachverständige des britischen Schatzamtes von London nach Berlin abreisen. Ihre Arbeit würde lediglich vorbereitender Art sein, um den Weg für den Abschluß eines endgültigen Vertrages zu einem späteren Zeitpunkt vorzudereiten. Die deutsche Nachzahlung für die Besatzungsarmee. (Eigener Informationsdienst.) 'Berlin. 20. Sept. (Drahtmeldung.) Seit etwa drei Wochen tagt in Paris eine deutsch- französische Kommission, die die deutsche Rach-- Zahlung für die Desahungsarmee regeln soll. Die Auffassungen der äln ter Händler ging bisher wert auseinander, weil von. französischer Seite Summen gefordert wurden, die in ferner Weise in den tatsächlichen Verhältnissen begründet stnd und von deutscher Seite nicht bewältigt werden können. Erst in den letzten Tagen hat man sich in gewissen Punkten geeinigt. Man hofft in politischen Kreisen die Verhandlungen Anfang der nächsten Woche zum Abschluß bringen zi können. U I ' --------!---- Die Freilassung Hitlers. Wahrscheinlichkeit der Landesverweisung. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 20. Sept. (Drahtmeldung.) Innerhalb der bayerischen Regierung hatten bis in die letzten Tage hinein Meinungsverschieden>- heiten bestanden, wie man es am 1. Oktober mit der Freilassung Hitlers, halten solle. Eine Anul- lierung der vom Gericht bewilligten B e Währungsfrist schien nicht in Frage zu komi- men, andernfalls war zweifelhaft, ob Hitler bei der Freilassung am 1. Oktober des Landes verwiesen werden solle oder nicht. Die Verhaftungen völkischer Führer in München haben nun die Diskussion über diese Frage in ein anderes Fahrwasser gebracht und die Befürworter der Landesverweisung haben auch diejenigen Kreise umzustimmen vermocht, die bisher von einem Verbleiben Hitlers im Lande keine ernstlichen Gefahven für die Ruhe und Sicherheit mehr befürchteten. Allerdings wird man erst das Resultat der Voruntersuchung gegen die verhafteten Führer des „ Frontringes" abwarten, pebor man endgültige Beschlüsse faßt. Sollte jedoch das Material dafür sprechen, daß ein neues älmsichgreifen der Putschbestrebungen von dem Eingreifen Hitlers zu befürchten wäre, so würde mit der Ausweisung Hitlers sicher zu rechnen sein. Zur Schulreform. Wie viele andere große Organisationen hat sich auch der Verband verdeutschen Hoch- schulen in einer eingehenden Denkschrift gegen die Bölihsche Schulreform in Preußen erklärt. Die Vertreter der Universitäten und Technischen Hochschulen liefern den Rachweis, daß durch die voreilig eingeführten Reuerungen die Verschiedenartigkeit der höheren Schulen gesteigert, die Berufswahl in ein zu frühes Lebensalter gesetzt und die V o r b i l d u n g für die Hochschulen in verhängnisvoller Weise gemindert wird. Statt künstlich geförderter Differenzierung der Schulen fordern sie ihre Angleichung aneinander auf-der Grundlage der für alle höheren Studien ganz unerläßlichen Fächer Mathematik, Englisch, Latein. Auf dem Latein bauen sich alle romanischen Sprachen, Französisch, Italienisch, Spanisch auf; Englisch ist die erste Weltsprache, und Mathematik die Grundlage aller Naturwissenschaften und Technik. Auf der Oberstufe mögen die höheren Schulen dann in den bekannten drei Richtungen stärker auseinander gehen, mehr die klassischen Sprachen oder die neueren, oder Mathematik oder Raturwissenschaften pflegen. Die Vertreter der Hochschulen fordern die Erziehung zu harter geistiger Arbeit und betonen die entscheidende Bedeutung der Lehrerbildung. Vor dem Ende des Personalabbaues. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 20. Sept. (Drahtmeldung.) Die von den verschiedensten Parteien eingebrachten Anträge, den Personalabbau zu beendigen, konnten in der letzten Reichstagssihung wegen der fo- zialdemokrattschen Obstruktion nicht mehr verabschiedet werden. Der Reichstag wird sich nunmehr bald nach seinem Wiederzusammeintritt aufs neue mit diesen Anträgen beschäftigen, und in parlamentarischen Kreisen wird allgemein damit gerechnet, daß die Anträge eine große Mehrheit finden und daß demnach das Ende des Personalabbaues unmittelbar bevorsteht. Zur Pensionierung Scheidemanns. Kassel, 19. Se t -W'lft.) Dis städtische Rachrichienamt teilt mit: In der Magistratssitzung vom 15. September sind die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung aus Versetzung des Oberbürgermeisters Scheidemann und des Stadtrats Rosenstock in den einstweiligen Ruhestand gemäß § 88 der Städteordnung a l s ungesetzlich beanstandet worien, weil sie gegen Sinn und Zweck der Abbauver- vrdnung und auch gegen ausdrückliche Bestimmungen derselben verstoßen^ Dor der Einnahme Schanghais. R eu h v r k, 19. Sept. (Funkspruch.) Rach Meldungen aus Schanghai sind die Reihen der Tsche- kiang-Truppen, die Schanghai gegen die aniü(Senden Kiangsu-Truppen verteidigen, heute nachmittag ins Wanken geraten unb haben den Rückzug aufdieStadt vorbereitet. In den Außenbezirken der Stadt herrscht große Anruhe. Der Militärgouverneur von Tschekiang, L u - Bung-Shiang, hat bekanntgegeben, dah er die Linie Hwangtschau—Liuho halten und fein Hauptquartier im Arsenal von Lunghua aufschlagen werde. Bei Hwangtschau und Liuho haben ernste Kämpfe stattgefunden. General Sun- t s ch u n g f a, Militärgouverneur von Fukien und Anhänger von Wupeifu, marschiert von Süden her gegen Hwangtschau. Man erwartet, daß er die Stadt heute oder morgen besetzt. Der französische Generalkonsul in Schanghai hat an 60 r u s s i s ch e K a d e 11 e n, die in der französischen Zone aufgestellt worden sind und früher gegen d i e Bolschewisten in Sibirien kämpften, Gewehre, Munition und Handgranaten verteilt. Eine Qlielbung aus Mulden besagt, dah sich auf einen Freiwilligenaufruf des Marschalls Tschangsolin hin 500 Russen gemeldet hätten. Aus aller Welt. Verschiebung der Uebersahrt des Zeppelin. Wie die Blätter aus Friedrichshafen melden, lassen sich die technischen Schwierigkeiten, die sich nach den letzten Fahrten des Z. R. III ergaben, allem Anschein nach nicht so schnell lösen, als man erwartete. Diese Schwierigkeiten machten es fraglich, ob noch in diesem oder nächstem Monat die Aeberfghrt nach Amerika angetreten werden kann. Man will wissen, dah die Amerikafahrt erst im Dezember stattfinde. Geldschwierigkeiten der MaScagnl-Festspiele. Rach einer Meldung des „Derl. Dagebl." sind die finanziellen Schwierigkeiten des unter der künstlerischen Leitung Mascagnis stehenden Aida-Gastspiele in Berlin so groh geworden, dah die Fortführung des Unternehmens in der bisherigen Form als unmöglich gelten muh. Auf Veranlassung des Präsidenten der Dühnengenossenschast Wallauer sind Verhandlungen eingeleitet worden, die eine Aebersisdelung des Gastspiels ins Gröhe Schauspielhaus zum Ziele haben. Schadenfeuer bei Wien. Wien, 19. Sept. (WTD.) In den frühcm Morgenstunden ist in der nahen Khunerolfabnk ein Oelmagazin m Brand geraten. Die Ausdehnung des Feuers auf die Gesamt - fabrik konnte nur mit Mühe verhindert werden. Der Schaden ist bedeutend,' doch kann der Betrieb aufrechterhalten werden. Sturm an der westdänischen Küste. An der Westküste Jütlands wütete ein furchtbarer Orkan. Qln dem dänischen Hasen Esb- jerg stteg das Wasser zur Flutzeit 1 20 Meter über Rorrnal. Die im Wasser liegenden Schiffe sind infolge deS hohen Wasse^tandes verhindert, Ladung zu löschen oder einzunehmen. Es befinden sich 20 Fischkutter auf See, wovon 10 seit dem testen Sturm noch nicht zurück- gekehrt sind. Reue Ausgrabungen in Aegypten. Der Reuterkorrespondent in Kairo erfährt von zuständiger Sette, dah bei der Stufen- phramide von Sakkara zwei Grabgewölbe entdeckt worden sind, die aus der dritten Dynastie stammen und archäologisch von großer Bedeutung sind, da sie interessante Ausschlüsse über die Frühzeit der ägyptischen Architektur bieten. Aus Stadt und Land. । Gießen, den 20. Sept. 1924. Unsere Uhren. Ich denke hier nicht an die mehr oder weniger niedlichen Chronometer, die man in der Westentasche oder am Armband mit sich herumschleppt, sofern nicht etwa ein Abstecher zum „Versah", der ja auch bei diesem oder jenen mal Vorkommen soll, eine Trennung herbe'igesührt hat. Meine Gedanken sind auch nicht bei den größeren „Zwiebeln", die sich daheim an der Wand oder als Rausschmeißer aus dem Rachttisch befinden. Mich beschäftigen heute nur die öffentlichen -U hren. Diese sollen bekanntlich, so nimmt der Bürger allgemein an, den Strahenpassanten stets die genaue Zeit verkünden, damit er daran erkenne, ob er auf dem Wege zum Dienst, zur Bahn, zum Gerichtstermin, zur Zwangsversteigerung, zum Stelldichein oder zu sonst etwas sich sputen muh, oder ob er ein gemütliches Schlendertempo sich leisten kann. Die Meinung des Bürgers wird aber nach meinen Beobachtungen von den Ähren — beileibe nicht etwa von ihren Besorgern oder Eigentümern! — nur als Theorie betrachtet, die man in der Praris ja nicht zu befolgen brauchte. Jede Ahr wahrt deshalb ihre Selbständigkeit, sie ^verkündet ihre eigene „genaue“ Zeit. I ch finde, dah das ni ch t in der Ordnung und auch nicht schön von den — Ähren ist. Sie bringen damit nicht nur ihre natürlich ganz unschuldigen Eigentümer oder Fürsorger in eine mißliche Lage gegenüber ihren Mitbürgern, die ob dieser Derschiedenarttg- teit der „genauen“ Zett natürlich wenig erbaut} sind, sondern sie zwingen auch den Bürgersmann zu der Ansicht, daß diese Anterschiedlichkett nicht zum Lobsingen, sondern ganz einfach zum Heulen ist. In diesen heulenden Chorus stimme ich aus vollem Herzen mit ein, denn auch ich bin von dieser „Selbständigkeit" unserer öffentlichen Ähren schon mehrmals schwer geuzt worden. Ich bin immer stark beschäftigt und deshalb gezwungen, überall die letzte Minute auszunutzen. Wollte ich beispielsweise zur Dahn, so stellten mich die öffentlichen Ähren, so lange sie mein Vertrauen noch besahen, immer schwer unter Druck. Die eine trieb mich zur höchsten Eile, die andere hieß mich bedächtig gehen, dann kam wieder so ein „Hetzhund", und als ich am Bahnhof anlangte, erkannte ich, daß mir noch reichlich Zeit bis zur Abfahrt des Zuges verblieb. Das ging so verschiedenemal, dann habe i ch für meine Person den öffentlichen Ähren ein strammes Mißtrauensvotum erteilt, welches freilich ohne die üblichen Rücktrittsfolgen geblieben ist. Dah ich mit meiner Ablehrning dieser unzuverlässigen Ahren-Regierung nach wie vor völlig im Recht bin, wurde mit gestern durch ine Stadtkirchen-Ahr erneut bewiesen. In getreuer Befolgung meiner neuen Stellungnahme beacht^e ich dieses Zifierblatt nicht, bah erstaunt war ich aber, als die Glocke mit ihren weithin hörbaren Tönen eine Zeit verkündete, die mit meinem nach der Dahnhofsuhr gerichteten, Taschen-Chronvmeter stark in Widerspruch stand. Weitere Beobachtung ergab, daß sich die Stadt- kttcyen-Ahr — nicht der Besorger! — das „nieb- W Scherzchen" leistete, beispielsweise richtig 10,18 Ahr am Zifferblatt anzuzeigen und falsch 10 Ahr zu sch lagen. Das ging so den ganzen Vormittag über. Wer sich da nun, ohne aufzublicken, auf den Glockenschlag Der- taffen hatte und dem Zuge oder einer sonstigen wichtigen Angelegenheit zustrebte, der mag wohl sehr wenig erbaut gewesen fein, als er hinter die Bescherung kam. Ich vermute, daß da mein Mihtrauensstandpuntt gegen die Strahen- uhren wohl manchen Anhänger bekommen hock. Wollte ich meinen hochachtungsvollen Respekt vor dem Strafgesetzbuch verleugnen, so würde ich sagen: meinetwegen können die öffentlichen Ähren gestohlen werden. Ich will aber an meinem Standpunkt festhalten und deshalb will ich die Ähren anderen Leuten erhalten wissen, so lange diese selbst nichts dagegen; haben. Rur möchte ich in deren Interesse wünschen, daß der Ahrengesellschaft möglichst bald die hartnäckige Steigung zur Cigenbrödelei aus- getrieben und sie toieöer zu der guten deutschen Ordnung zurückgeführt werde. Wenn das gelungen ist, werde ich mit ihnen vielleicht auch wieder Frieden schließen. Teddy. • Unser neuer Roman. In unserem heutigen Blatte beginnen wir mit dem Abdruck des neuen Romans. Die Erzählung ist geschickt geformt und von ständig wachsender Spannung erfüllt. Die Verfolgung des Kriminalfalles, um den sich das Ganze dreht, bringt viele abwechslungsreiche Bilder, denen das Interesse unserer Leser bis zum Schluß zugewandt bleiben wird. * Die Nerchs-Tcuerungsziffer. Die Reichsindexziffer für diÄ Lebenshaltung (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) für Mittwoch, den 17. September, ist nach den Feststellungen des Stattstischen Reichsamts gegenüber der Vorwoche unveränderte geblieben. Sie beträgt das l,16billionenfache. •’ Tagung der hessischen membebeamten. Die Eewe'kchaft der hes fischen Gemeindrbeamten hielt dieser Tage tz Offenbach eine aus ganz Hessen stark besuchte Ver sammlung ab, auf deren Tagesordnung al Hauptpunkt stand: „Die Angriffe auf die De amtenbesoldung und die Rechtsverhältnisse de Gemeindebeamten". Die Verhandlungen fanbei ihren Riederschlag in einer Entschließung, in ds es heißt: Die ©emeinbebemntentxTfa mmlun( Gießener Wochenmarktpreise am 20. September 1924 (Händlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter Pfd. 2.20 bis 2.30 Mk., Matte Pfd. 35 Pf. Käse Pfd. 55 bis 65 Pf., Eier Stück 16 bis 17 Pf.. Wirsing Pfd. 12 Pf., Weißkraut 8 bis 10 Pf., Dotkraut Pfd. 12 bis 15 Pf., gelbe Rüben Pfd. 8 bis 10 Pf., rote Rüben Pfd. 12 Pf., Spinat Pfd 70 Pf., Römischkohl Pfd. 10 Pf., Bohnen Pfd. 2A bis 25 Pf Blumenkohl Stück 20 bis 150 Pf„ Salat Stück 10 Pf., Salatgurken Stück 10 bis 50 Pf., Einmachgurken Stück 3 Pf., Endivien Stück 15 bis 20 Pf., Ober-Kohlrabi Stück 5 bis 10 Pf, Anter-Kohlrabi Pfd. 6 Pf., Tomaten Pfd. 20 bis 30 Pf., Zwiebeln Pfd. 15 bis 20 Pf., Lauch Stück 5 bis 15 Pf., Rettich Stück 10 Pf., Meerrettich Pfd. 50 bis 100 Pf., Sellerie Stück 10 bis 40 Pf Kürbis Pfd. 8 Pf., Pilze Pfd. 15 Pf., Kartoffeln Pfd. 5 Pf., Falläpfel Pfd. 3 bis 5 Pf., Aepfel Pfd. 6 bis 20 Pf., Dirnen Pfd. 8 bis 15 Pf Drvmbeeren Pfd. 40 Pf., Preiheldeeren Pfd 80 Pf., Zwetschen Pfd. 10 biS 12 Pf., MirabÄen Pfd. 25 Pf., junge Hahnen Pfd. 90 Pf., Suppenhühner Pfd. 80 Pf., Gänse Pfd. 100 Pf., Rüsse Pfd. 45 bis 50 Pf. ' " 3s Bornotizen. . — Tageskalender für Samstag: Reichsbund der Zivildienstberechtigten 8V2 Ahr: Monatsversammlung in der „Stadt Lich". — Dachem-Vevein, 9 Ahr Versammlung im Schipka- pafl. — Davaria, 81/2 Ahr Generalversammlung. — Kavallerie-Verein Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Jackie, der Lausbub". — Hessische Dilderbühne: „Horrido!"- — Astoria-Lichtspiele: „Brigantenliebe". — Tageskalender für Sonntag: Gießener Radfahrer-Verein 1885, 3 Ahr nachm. Vereinsfahren. — Ruderklub Hassia, 21/» Ahr nachm. Vereinsregatta. — Rudergesellschaft Gießen, 3 Ahr nachm. Vereinsregatta. — M. T. V. 8V2 Ahr vorm. in der Oberrealschule Vereins- Wetturnen. — Leibdragoner, 3 Ahr nachm. Generalversammlung bei Kobel. — Dienenzüchterve» ein Gießen und Amgegend 3 Ahr nachm. Ve» sammlung bei Kraft. — Dt. u. Oest. Alp.-Verein. Sekt. Gießen, 8.16 Ahr: Wanderung. — Chor- Vereinigung „Arminius" Konzert nachm. 4 Ahr im Kathol.schen Vercinshaus. — Lichtspielhäuse, wie Samstag. — Dlachelta - Dolksspiele. Dil Spiele,bie wegen Erkrankung eines Spielers zunächst abgesagt werden muhten, finden nun an: Montag und Dienstag kommender Woche statt Am ersten Abend wird „Doktor Faust" gegeben am zweiten gelangt „Der Diener zweier Herren? zur Aufführung. Wie der Gießener Iugendrin« uns schreibt, war grundlegend für die Auswahl der Sttrcke der geistige Inhalt, wie er sich in mit* telalterlichen Spielen und in den Märchen am klarsten ausdrückt. Als Ausdrucksmittel wird de> Gleichklang von Farbe, Linie und Wort erstrebt Das Ziel ist, die Gesamthandlung zu einem ein« heitlichen, gerundeten, klaren Dilde zusammenzu« fassen. Die Volkshochschule empfiehlt ihren Mid gliedern den Besuch der Spiele. (Siehe heutig, Anzeige.) Wettervoraussage. Bewölkt, südliche bis westliche Winde, warm mit Regenfällen ist zu rechnen. Roch Abzug des Hochdruckgebiets rückt dal Tief stark nach Südosten gegen den Kontinent vor Wir durften morgen bereits unter dem Einflus seiner S-idseite trübes, regnerisches Wetter be kommen. verhaftet. Steinbach, Oppenrod, den 20. September 1924. Die Beerdigung findet Sonntag, 21. September, nachm. 3 Uhr statt. an die Geschäftsstelle des Gietz. Anzeiger. Gießen, den 19. September 1924. <*618 [Stellenangebote MSI. Simmet m3nL mit Pension, von eilt. Beamten zum 1. 10. gesucht. SchrtslU Angebote unter 023536 an den Gietz. ^tnz. erbeten. Zum L Cft. wird ein tüchtiges, perfektes erstes MniWeii gesucht. 023465 Frau Ernst Leitz Wetzlar, Hans ArtebiPflrt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir innigen Dank. Im Namen aller Hinterbliebenen: Bertha Hilgardt geb. Hamickel u. Tochter. WWlW Tüchtige Herren bei angenehm. NeisetätigKeit und hohem Verdienst sofort gesucht. 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Die Stadt Offenbach hat für das Museum die Villa „Mainpfalz" in der Strotze der Republik zur Verfügung gestellt. Seine Schatze er» strecken sich auf alle Gebiete kunstgewerbltcher Bearbeitungen des Leders durch alle Zeiten und Volker. Insbesondere verfügt das Museum über wert- vMe in Leder geschnittene und gepunzte Reli- auienschreine und Minne-Täschchen usw. aus dem 13. bis 16. Jahrhundert, sowie über Dokumente und Schmuckkasten mit Randvergvldung des 16. bis 18 Jahrhunderts, darunter des Schmuckkastens der Königin Maria von Medice aus dem Jahre 1610 * Da rm st ad t , 19. Sept. (Eigener Bericht.) Die Stadtvervrdn elen Versammlung beschloß gestern, den G a s p r e i s für die ersten 30 Kubikmeter von 23 Pf für den Kubikmeter aus 20 Pf. herabzusehen, für die nächsten 70 Elektr. Licht-und Kraftanlagen sowie SchwacbstromaDlagen jeder Art and Größe werden sachgemäßund preiswert ausgeführt durch ””a Rudolf Rödiger Walltorstraße 35 Alleinst. Herr, veus., sucht eins. möbl. 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Es ist beabsichtigt, den Gaspreis noch nxrter zu enken. De Stadtverwaltung ist cm Antrag unterbreitet worden, zur Dehnung der Daumrt soüe die Stadt Hypvtheke ndarlchen zu billigem FmSfuft zur Verfügung steilen Die Stadtverordnetenversammlung hat eine Strahe nach dem in Darmstadt verstorbenen brühmtn LandfäxiftS- maler Eugen Bracht benannt. Gin Antrag, einem Platz die Bezeichnung „Platz der Republik" beizulegen, wurde abge lehnt. Bemerkenswert ist, da st auch ein Antrag ctngebvadxt wurde, den Weg an der russischen Kapelle nach Lenin zu benennen. — Der Müller Speck- hardt m F rä u ki sch- Erumbach bat seinen einzigen, drei Jahre alten Evhnerstoch e n und sich selbst einen lebensgefährlichen S t ich in die Herzgegend beigebracht. Der Grund zur Lat ist wahrscheinlich in einem Anfall geistiger Umnachtung au suchen. Die gerichtliche Llntersuchung des Borsailles ist eingeleitet. — 3n Zehenbach (bei Fürth i. O.) kgm es zu einem Streit zwischen dem Sohne des Bürgermeisters Schäfer und dem Fabrikarbeiter Al^m Kraus. Schäfer rief, als er sich bedroht glaubte, feinen Bruder zu Hilfe. Dieser drang auf KrauS ein und schlug ihn mit einem Holz - scheit nieder. Kraus ist nach einigen Stunden gestorben: er hinterlässt eine Frau mit drei Kindern. Der Täter, Michael Schäfer, wurde zu vermieten foisi« Freundlich möbl. Zimmer an soliden Herrn zu vermieten 023559 Blcichstratze 13 1- Verkäuferin mit guten Umgangsformen In Mres IelnllgMSfl gMl. Schriftliche Angebote unter 023558 an den Gießener Anzeiger erbeten. UND ZURÜCK 21. BIS 27. SEPTEMBER 1924 805 ab Giessen an 6H g38 B.-Nauheim | 559 g19 an Frankfurt ab 512 \ «Dersicherungs ° Gesellschaft sucht für Dietzen und Umgebung tüchtigen Inspektor Ts können nur Branchekundige berück- sichtigt werden. Offerten mit Unterlagen an die Filial-Direktion der Intern. Unfall- und Sckaden- versicherungs-Gesellschaft Frankfurt a.M., Goethestr.34. [,,wss UM« Saal, Bureau, evtl, auch Keller, für Aus- tellungszwecke geeignet, zu vermieten. Schrift!. Angebote unter 7242 D an den Gietzener Anzeiger erbeten. orchesterS „HoffmannS Erzählungen-. Das bis znrn letzten Platz besetzte Haus spendete reichen Beifall. z Friedberg, 19. Sept. Der Fried- bergerGeschichtsvereins unternimmt am nächsten Sonntag einen heimatgefchicht- lichen Ausflug nach Butzbach und Bieder - W c i s e l. Unter sachkundiger Führung werden die'e historisch und kunstgeschichtlich bedeutsamen Plätze eingehend besichtigt. Jeder oberhessische Heimatfreund kann sich ungezwungen der Führung anschlietzen, die gegen 10 Uhr vormittags am Bahnhos Butzbach beginnt. s. f. Friedberg, 19. Sept. 3n der gestrigen Stadtverordnetensihung wurden Voranschläge der Augustiner- und Schillerschule aufgestellt. Auf Wunsch des Deig. Repp wurde hierbei festgestellt, wie hoch sich der Zufchuh für den einzelnen Schüler an den verschiedenen Schulen beläuft; demnach betragen dieselben für einen Volksschüler 18,45 Mark (mit den vom Staate vorgelegten sach- llmcn Unkosten 81,34 Mk., für 1 Schillerschülerin 30 Bik.. für 1 Augustinerschüler 85 Mk. Beschlossen wurde dann u. a. die Frage der Errichtung einer Stadthal le nichtöffentlich zu beraten. Auf Antvag des Stadiv. 3 akoh wurde eine in der letzten Sitzung der M i e t e r v e r - einigung gefaxte Resolution vorgelesen: danach sollen für den Saalbau keine städtisch«i! Mittel bewilligt werden, so lange der letzte Wohnungsuchende nicht eine Wohnung gefunden hat. den Organistendienst tn unserer Kirche mit Treue « und Sachkenntnis versehen. Seinen Aufenthalt ■ nimmt er zunächst tn Kronstadt in Siebenbürgen, wo feine Tochter verheiratet ist. Die herzlichsten Wünsche der hiesigen Gemeinde geleiten den Scheidenden. Kreis Friedberg. 4 Dad-Aauheim, 18. Sepl. Zur Be- grühung der hier anwesenden deutschen Bahnärzte veranstaltete die Stadtverwaltung gestern einen Bierabend im Sprudel-Hotel, das die Gäste nicht alle aufnehmen konnte. Den Trust der Stadt übermittelte Bürgermeister Dr. Kayser, namens des Ortsausschusses hieft Dr. Langsdorf willkommen. Heute früh wurde der 12. Verbandstag der Bahnärzte im Kcmzerthause von dem Vorsitzenden Sanitätsrat Dr. Wachsen (Berlin) eröffnet. Er dankte dem hessischen Staate, der Bade- und Kurverwaltung und der Stadt Bad-Rauheim für die freundliche Ausnahme und die glänzende Vorbereitung der Tagung. Weitere Begrüftungswvrte richtete der Präsident der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M., Stapf, an die Versammlung, bie_ den groben Konzertsaal bis zum letzten Platz füllte. Als Vertreter des Reichsverkehrsministeriums war Ministerialrat Dr. K r o c n i n g anwesend, der auf das gute Verhältnis zwischen Reichsbahn und Dahnärzten hinwie«. Der hessische Staat lieh seinen Willkommengruft durch Bade- und Kurdirektor v. Dvehmer übermitteln. Sani- tätsrat Dr. Hahn überbrachte die Grüfte des hiesigen Aerzteverems und des Hessischen ärztlichen Landesvereins. Ein österreichischer Arzt, Hosrat Dr. Dolden, übermittelte Grüfte der österreichischen Ärzteschaft. Die sich an die BegrüHungen anschliehende erste wissenschaftliche Sitzung brachte bedeutsame zeitgemäfte Referate und anregende Aussprachen. Prof Dr. Weber, der Leiter des hiesigen Medizinisch-diagnostischen Instituts, sprach über die a uskultatvrische Blutdruckmessung, die für die Beurteilung der Herzleistung von grober Bedeutung ist und bei der Behandlung Herzkranker von besonderer Wicht gkcit ist. Privat- dvzent Dr. Groedel (Bad-Rauheim, Frankfurt a. M.), eine Autorität auf dem Gebiet der Röntgenwissenschaft, gab in seinem Lichtbilder- vvrtoag über „Rön tg e ndiagnv se der Mn* fallfolgen" gerade dem Dahnarzte äuherst lehrreiche und anregende Forschungsergebnisse bekannt. Heber „Altes und Reues aus der Farben- sinnprüfüng" referierte Obepbahnaugenarzt Dr. D i e r l i n g (Mainz). Der Rachmittag galt beute der Besichtigung der Kureinrichtungen, der ^technischen Betriebe, des M^>izinisch-diagnoftischen Instituts, des Instituts für Quellenforschung usw. Jedoch konnte nur ein Teil der über 1000 Gäste an den Führungen, die gruppenweise erfolgten, teilnehmen. Die Besichtigungen werden daher morgen nachmittag fortgesetzt. Heute abend widmete die Bade- und Kurverwaltung den Gästen eine Festvorst el lung im groben Kvnzerthause. Mitglieder der Frankfurter Oper gaben unter Mitwirkung des Staatlichen Kur- Nach mehrjähriger besonderer Beschäftigung mit den Methoden der Uebunpsbehandlung und der körperlichen und psychischen Erziehung habe ich mich in Gießen als prakt. Arzt niedergelassen. Dr. Hermann Anbei Keplerstraße 71 Sprechstunden: 11-1 und 2-3, Sonntags 11-12. 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Der Besucher sah ihr lauernd nach wre sie ins Haus verschwand, dann wart er sich ungeduldig in einen Korbstuhl und steckte sich eine Zigarre an. Zwei lappig:. junge Schäferh mdchon such en seine Ausmerksamtcit vergebens auf sich zu len'e ': er musterte mit kurzem Blick de gofr. w. fa'llche Veranda mit ihren bequemen Kvrb'effelu und dem^Tisch aus Weiden, den ein Stoa toter ®era= nien schmückte: auf den weichen grünen Vorhängen spielten die letzten Strahlen der unter- gehenden Sonne. .Reizender alter Wohnsitz," sagte er vor sich zunächst nur darauf ankommen, datz man an die Aufgabe überhaupt wieder herang-cht. Die Lösung der Stratzenbahnfrage zum Vorteil beider Gemeinden kann das Kapitel Gietzen- Wieseck aber nicht erledigen. Die Zeitverhältnisse, die sich wirtschaftlich und finanziell gegen früher grundstürzend geändert haben, deuten auf die unausweichliche 3nanariffnafanc und Bewältigung einer noch gröheren Ausgabe beider Gemeinden hin, nämlich auf die Eingemeindung W i e- secks nach Dietzen. Der Zwang zur rationellsten Wirtschaft auf allen Gebieten der öffentlichen Verwaltung wird hier in absehbarer Zeit die Eingemeindung zum kategorischen Imperativ machen. Datz Gietzen dem nachbarlichen Wieseck viel zu bieten hat, wird man dort wohl wissen, und datz Wieseck auch gerade keine arme Kirchenmaus ist, sondern einen ganz respektablen Wald« und Feldbesih sein eigen nennt, ist hier zur Ge- 'nüge bekannt. Geben und Nehmen würden also, soweit wir heute bet einer Liebersicht der Der- hältlttsfe in groben Zügen erkennen können, beiden Teilen die Schliehung einer kommunalen Der- nunstehe erträglich machen können. Zu untersuchen wäre nur noch, wie hoch die Anleihe- ober sonstige Belastung hüben und drüben ist. Datz Gietzen auch nach dieser Richtung hin keine schlechte Partie sein wird, wissen wir. Wie diese Verhältnisse in Wiesett beschaffen sind, wird für die Oeffentlichkeit wohl kein Geheimnis bleiben. 3m übrigen haben beide Gemeinden heute schon ein unmittelbares Gemeinsanws darin, datz Wieseck an unsere Siebener Wasserleitung an geschlossen ist, und ferner ist ja die wirffchaftliche Struktur auf vielen anderen Gebieten der beiden Gemeinwesen jetzt auch schon so ineinander verflochten, dab man die Grenzlinien nicht mehr erkennen tarnt. Der Fragenkomplex, den wir für heute nur in seinen grundlegenden Gesichtspunkten anfchneiden, wirft natürlich noch eine Menge Einzelfragen auf, die nicht von heute auf morgen zu lösen sein werden, sondern der sorgsamsten Erwägung auf allen Setten bedürfen. Nicht nur die kommunalen Verwaltungen und Körperschaften, sondern auch die kommunalpolitischen Vereine, wie der Dürgerverein und der Verkehrsverein, und ebenso die Kreise der Wirtschaft werden dazu sicher noch mancherlei zu sagen haben. Mögen vielleicht auch in Einzelhetten die Ansichten und Wünscheauseinandergehen^ den Grundgedanken wird man sich hier tote dort aber immer vor Augen halten müssen, dab es sich hierbei um eine Angelegenheit handelt, die für die Zukunft beider Gemeinden von autzerordentlicher Bedeutung, • ja vielleicht sogar eine Lebensfrage ist. Möge man überall die Zeichen der Zeit beizeiten und recht verstehen! Grotze Strafkammer. • Gietzen, 16. Sept. Anfang 1919 hatte ein Wachtmeister eines in Ridba liegenden Artillerie- Regiments bei einem Einwohner Niddas eine Kiste mit tierärztlichen Arzneien zur einstweiligen Aufbewahrung untergestelll. Als im Lauf der 3ahre die Kiste nicht abgeholt worden war, öffnete der Sohn des Hauses Karl Quito. Sch. ohne Wissen seiner Ellern dte Kiste. Er fand darin die Arzneien, die als Heeresgut sofort kenntlich waren. Einige Schachteln dieser Arzneien gelangten in die Hände des Delerinärrats O. und dessen Sohnes, Tierarzt O. in B. Der letztere kaufte sie einem Händler Georg L. aus Nidda ab. An dem Vertrieb dieser Militär-Arzneien waren ferner beteiligt gewesen der Händler Georg L. aus Nidda, dessen Sohn Albrecht L., sowie der Händler Karl K. aus Effolderbach. Der letztere, sowie die beiden L. waren in erster Instanz wegen Hehlerei bereits rechtskräftig zu Geldstrafen verurteilt worden. Gegen Sch., der die Arzneien aus der Kiste an den jüngeren L. abgegeben hatte, war vom Schöffengericht wegen Diebstahls auf 40 Mk. Geldstrafe erkannt worden. Sch. hatte Berufung eingelegt. Die beiden O. waren in erster Instanz wegen Hehlerei freigesprochen worden. Die Slaatsanwallschaft hatte bezüglich üjrer Berufung verfolgt. Das Berufungsgericht verneinte zwar auch bei den beiden O. den Tatbestand der Hehlerei, verurteilte sie jedoch wegen eines Vergehens gegen das Opiumqesetz vom 30. 12. 1920 zu Geldstrafe von je 30 Mk-, da die beiden, entN gegen den Bestimmungen jenes Gesetzes, opium- hallige Arzneien von Leuten angekauft hatten, die zum Verkauf keine behördliche Erlaubnis hatten. Sch 's Strafe blieb bestehen. Das Berufungsgericht verurteilte jedoch statt wegen Diebstahls wegen Llnterschlagung. . , Der Mahlbursche Heinrich Krug von Liedenhausen war vom Schöffengericht Gietzen wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen, begangen mit Gewalt an einer Frauensperson, zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er hatte eine 26jährige Frau, die auf dem Felde arbeitete, unsittlich belästigt. Das Verfahren in der Verufungsinstanz bestätigte die erstinstanzlichen Feststellungen. Die Berufung des Angeklagten wurde deshalb kostenpflichtig verworfen. Kirche und Schule. z Friedberg, 18. Sept. In dein gestrigen Bericht über die Dekanatskonferenz mutz das sinnentstellende Wort „Ernennungen" in der drittletzten Zeile durch „Hemmungen" erseht werden. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Das Geschäft an den deutschen Aktienmärkten liegt völlig darnieder Die Llrsachen dieser Stagnation sind leicht erkennbar. Vor allem fehlt der Börse wie dem breiteren Publikum noch jeder Matzstab für die Bewertung der meisten Industriepapiere Die bisher veröffentlichten Goldbilanzen beweisen nur, datz selbst die Verwaltungen in der Bewertung des Gesellschaftsvermögens sich noch sehr unsicher fühlen und deshalb schon die meisten Vermögenswerte eher zu niedrig als zu hoch einschähen. Solange eine tn ihren Wirkungen durchaus Wirtschafts- und pro- duktivnsfeindliche Steuergesetzgebung besteht, kann man von den Unternehmungen nur äußerste Vorsicht in der Bewertung ihres Vermögens erwarten. Diese Takffk ist natürlich auf der anderen Seite für die Gesamtwirffchaft insofern schädlich, als sie die produktiven Kräfte in einem ungünstigen Lichte erscheinen läßt, und so die Kredtt- verhandlunaen mit dem Auslande autzerordentllch erschwert. Für die Börse spielt die Frage der Zusammenlegung des Aktienkapitals naturgemätz eine ganz besondere Rolle. Auch auf diesem Gebiete..wird, soweit man bisher sehen kann, mit einer übertriebenen Aengst- lichkeit vorgegangen. Die bisher bekannt gewordenen Zusammenlegungen brachten den Akttv- nären zum weitaus größten Teile bittere Enttäuschungen. Die Verwaltungen sagen sich, datz jetzt der Moment gekommen sei, wo man mit allen unerfreulichen Inflationserscheinungen aufräumen müsse. Sie glauben für die Zukunft eine leichtere Dividenden- und Finanzierungspolittk treiben zu können, wenn sie das Atttenkapital so stark als möglich replizieren. Man hofft wohl auch, datz man dann eher in der Lage lein werde, bei entsprechenden Geldmarktverhältnissen neue Betriebsmittel im Wege der Kapitalserhöhung beschaffen zu können. So richtig derartige Erwägungen vom Standpunkte einzelner Unternehmungen aus sein mögen, so ungünstig ist dir Wirkung eines derartigen Vorgehens auf die Stimmung derjenigen Kreise, auf deren Anlagefreudigkeit man letzten Endes angewiesen ist, wenn man wieder einmal junge Aktien am freien Markte unterbringen will. Vorläufig herrscht jedenfalls an der Börse, wie autzerhalb hinsichtlich der Aktienzusammenlegungen ein Gefühl der Llnsicher- hett und Sorge die natürlich auch die Llnterneh- mungslust stark beeinflutzt. Selbst der Berliner Dörsenvorstand hat dieser unklaren Situation insofern Rechnung getragen, als er die Wiedereinführung eines offiziellen Börsenverkehrs am Samstag bis zur völligen Klärung dieser Angelegenheit vertagte. Die Börsenspekulation wendet sich nun wieder dem inländischen An leihe ma rkte zu. Hier winken bei den täglich auftretenden erheblichen Kursschwankungen .immer noch geaxffe Gewinnchancen, zumal auch ein Teil der Dank- kundschaft sich an diesem Spiel beteiligt Gelegentliche Rückschläge wirken nur vorübergehend versttrnmend. Es ist erstaunlich, mit welcher Zähigkeit die Hauffepartei an ihrer Tendenz festhält, und wie sie auch Vorgänge von geringster Bedeutung zu Argumenten für «ihre Auffassung der Aufwertungsfr.age gestaltet. Die Phantasie der Börse ist auf diesem Gebiete geradezu unerschöpflich. Es ist anzunehmen, datz die Schwankungen am inländischen Anl-ihemarkte in den nächsten Tagen an Heftigkeit eher noch zunehmen werden, da der Zusammentritt des Aufwertungs-Ausschusses zunächst der Enfftehung von Dörsengerüchten wieder sehr förderlich fein dürfte. Trotzdem kann man doch den autzerhalb der Börse stehenden Kreisen nach wie vor nur größte Vorsicht anempfehlen, da eine starke Wahrscheinlichkeit dafür besteht, datz nunmehr auch der Aufwertungs--Ausschutz eine erhebliche Portton Wasser in den Wein der Opttmisten gietzt. Die Derufsspekulatton an der Börse kann einer solchen plötzlichen Wendung im Verlaufe weniger Minuten Rechnung tragen und sich zurückziehen. Das Privatpublikum schwebt dabei aber sehr leicht in der Gefahr, die 3etfa zu zahlen. * * Die Golddiskontbank hat gestern, entsprechrmd einem Vorschläge des Vorsitzenden, Reichsbankp räfibent Schacht, beschlossen, den Diskontsatz von 10 Prvz. auf 8 Prvz. her- abzusehen. * Verlängerung der G inreichu n gS> frist für Gvldbilangen. Auf dem Der- ordnungSwege wird mrnmebr die Frist zur Einreichung der Goldbilanzen der Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften usw., die bereits schon um arckerthalb Monat verlängert worden war, um weitere zwei Monate, nämlich bis zum 30. November d. IS. verlängert. * Franks urter Genossen s chas t S - bank, Frankfurt. Die autzeiordentliche Generalversammlung der Gesellschaft genehmigte die Gvldmarkeröffnungsbilanz und die mit dec Homburger Dollsbank abgeschlossenen Verträge zur Errichtung einer Geschäs -stelle in Hom' u g. Unter der Liquidation der Homburger Vollsbank wird gleichzeitig*eine Geschäftsstelle in Dad Homburg eingerichtet. Nach den Ergebnissen der abgclau- fenen neun Monate des Geschäftsjahres sei mit Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, datz für die Mitglieder au her einer angemessenen Dividende eine AuswertungSquote wird ausgeschüttet werden können. * Höchster Fa rbwerke, Meister, Lucius & Brüning 21.-®., Höchst. Die nunmehr auSgewiesene Iahresschlutzrechnung überweist den Gesamtgewinn von 581 762 Billionen Mark zur Amortisation, auf Staats- und Kommunalsteuern und auf Wohlfahrtsfrnds. Die Gesellschaft hofft, datz die Beruhigung der politischen Verhältnisse auch eine wirtschaftliche Besserung bringen werde. Don der Goldbilanz ist nichts gesagt. * Phönix 21.=®. für Bergbau und Hüttenbetrieb. Entgegen umlaufenden Gerüchten über Zusammenlegung des Aktienkapitals im Verhältnis von 3:2 erfährt die „Kölnische Zeitung" von einer Seite, die gut unterrichtet j sein will, datz mit einer Zusammenlegung von i 2:1 zu rechnen fein wird. ♦ 18. i9. 9. 19.9. 18. 9. Datum: Börsenkurse. sOhne Gewahr.) F/o Deutsche 9tetd)6anle16e . 4e/o Deutsche RctchSanletye . 8'/,°/g Deutsche Ncichc-anleth« 3% Deutsche RetchSauletde . Deutsche Sparpräuuenanlethe <% Preußische Kausal» ... 4°/, Hessen W. >’/»•/• Hesse«......... . 8% Helsen........... Deutsche Wertd. Dollar-Anl. dto. Doll-Schatz-Anwelsag.-) Vie BoHtfirttn.........I 6 ’/• Soldmerikana ..... I Berliner Handelsgesellschaft- Commerz» und Pnval-Bank Darmst. und Naltonaldauk . Deutsche Bank......... Deutsche VercinSbank .... Disconto Commandtt .... Metallbank........... Mitteldeutsche Crcditdank . . Oesterreichische Creditcmstalt. Weltbank............ Bochumer Satz ....... BuderuS «... Caro.......... Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerk« . . Harveuer Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laorahütte........... Oberbedarf..... ..... Bhontr Bergbau ...... Roeinstahl....... Riebeck Montan........ Tellus Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd..... Cberamische Werke Albi« . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Eont-Guano .... Badische Anilin........ Cdcmiiche Mayer Slaptn . . Goldschmidt........ . Gries! eimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung........ ÜiütgerSwerke ........ Scheideanstalt Allg- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Mamkraftwerk« . ...... Schlickert Siemens 4 HalLke ..... Adlerwerre Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt ........ Meguin - ...... . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgelell chaft Frankfurt . Del. Union A.-G........ Schuhfabrik Herz . . . . . . Sichel Zellstoff Voldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Wagbänsel Timonen Prozent Frankfurt a. M. vrrlln Schlutz-! Sd)lulj» fiure | ftur» Schlich»! 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Ä , Kurz vor der Ankunft des Kraftwttgens tauchte Grace Duvall, in ih.-em bLauen Leinen- Ncid ein reizender Anblick, im Hintergründe des Parkes auf. In der Hand hiell sie eine Gartenschere unb aus der aufgerafften Schürze schaute eine Fülle von Rosen hervov Sie tarn die lange Fliederallee heran, die zum Hause führte und rief: .Dick, Dick! Die Zuckererbsen sind nahe am Blühen." Richard Duvalls Kopf erschien hinter einem Beet das er liebevoll rundum mit jungen Geranien aufpslanzte. Er glich ehrr einem Land- pasivr, als dem Leiter eures internationalen Dr° tektivbureaus. „Wirklich?" antwortete er lachend. „Jetzt sollten wir nur noch einige Tage schön und warm haben." — Er nahm Setzholz und Liechen auf und ging auf die Scheune zu. Grace, in den Tagen des Goaren Este, der verschwundenen Million und der WieLerbeschaf- fung der geh.imnisvvllen Elfenbein-Tabaksdose noch Grace Ellicvtt, legte ihren Arm in den ihres Mannes, und zu zweien schleuderten sie glücklich lächelnd über den weihen grünen Rasen. Die Flitterwochen schienen unvergänglich Dieser liebliche alte Canbjüj im 'üblichen Maryland war jafyrelarg einer von Duvalls Träu- m;n gewesen; nach seiner 23erfairatung mit Grace in Paris entdeckte er, datz auch sie dafür schwärmte. So verwirklichten sie denn kurz nach ihrer Rückkehr nach Amerika chren Wunsch Weder Grace noch ihr Gatte waren gesonnen, sich das Glück ihrer Flitterwochen Lurch seinen Beruf stören zu lassen. Die Ereigniffe, die mit der Wiederauffindung von M de ®rif- sacs Tabaksdose verknüpft waren, hatten ihre Gemüter zu lebhaft beeinflutzt; es schien Grace während der fürchterlichen Tage in Paris und Brüssel unmittelbar nach ihrer Verheiratung, als seien sie nur zu diesem Ziele gelangt, um für immer voneinander getrennt zu werden; die schrecklichen Begebenheiten jener Stunden in Len matt- erleuchteten Steinkammern in Brüssel hatten ihnen beiden zum Bewutzffein gebracht, wie teuer sie einander waren und wie leicht ihr Glück zerrinnen konnte. Deshalb hatte Grace ihren Mann soweit gebracht, wenigstens für einige Zeit auf die Ausübung feines Berufs — den Kamvf gegen das ^Zerbrechen, die Verfolgung gefährlicher Hochstapler und derlei — zu Verzichter und das Landgut zu erwerben, das früher Verwandten feiner Mutter gehört hatte. Dann hatten sie sich als Gutsbesitzer hier niedergelassen. Richards Geschäft wurde unter der Leitung seines fäfagften Mitarbeiters weiter geführt; er selbst kümmerte sich jedoch nur wenig oder gar nicht darum. Er war froh zum ersten Male seit ;’eun Jahren auszuruhen, und widmete sich lediglich seinen Frühkartoffeln, Preishunden, Iagdpferden u.rb Geranien Lieber all dem stand ifan jedoch Las friedliche Geniehen seiner Flitterwochen und Las Streben, Grace zur glücklichsten unter den Sterblichen zu machen. Für sie ihrerseits war ihr jetziges Geben hie Erfüllung all ihrer Sehnsucht Sie verabscheute das einförmige gesellschaftliche Geben mit feinen Verpflichtungen, dagegen war sie von leidenschaftlicher Liebe zur Natur erfüllt; so fand sie in den mannigfaltigen ihr zu fallenden Pflichten bei der Verwaltung des ausgedehnten Gutes eine viel reichere Befriedigung, als das Stadtleben sie ihr hätte bieten können. Tas beträchtliche Vermögen, das ihr 2Hann durch seine Geschicklichkeit in Paris zu Lern ihrigen hinzu erworben hatte, war in gutrentierenben, sicheren Papieren angelegt, und sie hatte die größte Freude daran, wenigstens einen Dril ihres Einkommens zur fortwährenden Verschönerung Les neuen Heims zu verwenden. Richard hatte sich entschieden geweigert, Las Geld irgendwie auszugeben — es war eine Art Stolz für ihn, datz ihm seine eigenen Ersparnisse ermöglicht hatten, das Gut zu erwerben. Schlug jedoch Grace vor, am Hause anzubauen, es mit einer geräumigen Bibliothek oder Werkstatt zu versehet, oder bestand sie daraus, die Stvahe in der 2kähe des Hauses asphaltiert zu haben, so muhte er eben doch nachgeden. So machten sie zusammen Pläne, wie sie später vergröbern wollten. Das Gut war einige zweihurrdert Morgen grotz und das alte, massive, von Eichen und Silberpappeln umfiaribene Haus war vor Lern Vermögensrückgang d;r früheren Besitzer wirklich sehenswert gewe'en, barm aber dem Verfall preis- gegeben. Das war geht wieder anders geworden. Grace verbrachte täglich einige Stunden bannt, in den Wirrwarr des durcheinandergewachlenen Myrthen- und Ephrugerankes. der Tuchsbäilme und Hecken, des Shringerl-Tickichts und cec .Mie- derbüsche und in Die von Linkraut durchwucherten Rasen Ordnung zu bringen. Der alte Orfel 21. e Turner, ein Erbstück aus der guten alten Zeit, half ihr dabei redlich. „ nr war eine schwere, aber dankbare Arbeit Devyeninarkt Bern«—Frankfurt Mre-, London. Reu« t)orf, Japan, Rio de Janeiro für «ine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Ein Helten.) ___Lrlegraphlsche Auszahlung. 18. Septbr. 19. Septbr. (Report. 18. | 19. «mtiiche Geld Jlofteruna Brief Amtliche 'Jiotteru 11 ®e(t> Briet rimll.-Rott. 161,40 162,20 161,10 161,93 voll!voll Brff.-Antw 20,85 20,95 £0,70 20,80 voll voll Christi onia. 57,66 67,9» 57,68 67,94 voll voll Kopenhagen 71,17 71,89 71,02 71,38 voll!voll Stockholm . HelsingsorS. Italien. . . London. . . Neuhork .. 111,12 111,98 111,4? T11,98 volljvoll 10,49 18,40 10,56 18,“iü 10,49 18,35 10,55 18,41 vollfvoll voll voll 16,75 18,680 18,775 voll voll 4,21 4,19 4,21 voll voll Dori» Schweiz . . f2,40 £2,52 22,19 $2,31 voll voll 79,20 79,60 79,20 79,60 voll voll Svariicn . . Wien in D.» »3,26 tft.54 b5»2G dS,54 voll voll Oest. abgest Örag .... Budapest. . 8.825 18,87 W 8.91 12,67 6,93 12,6^ voll voll voll voll 8.45 * 6,47 6,45 s voll voll Bnen-Sire- Bulaarien Japan . . . Wo be Jao Belgrad . . Ä Z voll voll voll voll voll voll °Ä TA 0,395 6,81 o,w voll voll voll voll Lissabon . . 11.97 12,03 11,97 12,03 voll voll Dan knoten. Ferffft. 19. Sept. Kell» | Friel Remark. Vmerlkanilche Note« ..... 4,11 4,81 Belgische Noten ........ Dänische Noten........ 20,70 70,9' 20,°0 71,28 voll Englische Noten........ Franjöfische Note«...... 18,64 22,19 18'74 2».3 a Holländische Noten...... 160,88 IM,68 voll (italienische Noten...... 18,4“. 13,55 Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr., L100 Aron« 57,56 ö,91 67,81 5,93 a Rumänische Noten ...... 2,17 2,19 voll Schwedische Noten...... 111,-7 111 83 Schweizer Noten....... 7g 02 79'42 Spanische Noten....... 55J1 65,39 voll Tschechoslowakische Noten . . 12,53 12i59 Ungarische Noten...... 6,39 5,41 voll Frankfurter Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 19. Sept. Tendenz fester. — Die Börse eröffnete am Wochenende in zuversichtlicher Stimmung, die in einer allgemeinen SturSbetoegung tyren Ausdruck fand. Don der besseren Stimmung wurde heute auch der 3n« Lust/riemarkt günstig beeinflußt. Die eingetretene Erleichterung dos Geldmarkts regte die Spekulation für die seit langer Zeit stark vernachlässigten Industriepapiere etwas an. Das Geschäft am deutschen Anleihemarkt war immer noch umfangreich, doch nicht mehr so lebhaft, als an den Bortagen. Aeue Käufe für diese Werte bewirkten Kurserhöhungen. Die Lage auf dem Markt für ausländische Renten zeigte kaum eine Veränderung, das Geschäft war still. An den Aktienmärkten standen Montan- und Chemische Werte im Vordergründe, für die sich vornehmlich etwas Interesse bemerkbar machte. Der Dankaktienmarkt hatte bei kleinen Umsätzen zunächst mäßige Kursbesserangen zu verzeichnen. Der Ein heitsmarkt der Industriepapiere hatte nur sehr kleines Geschäft, bei minimalen Kursveränderungen. Im freien Verkehr blieb die Haltung lustlos. Api 23/8, Ufa 123/8, Petroleum 171/«, Entreprise 21, Bmz 35/«- Am Geld ma rk t ist die Lage unverändert leicht. Terminsgeld bleibt mit 1 bis P/e Prozent angeboten. Am Devisenmarkt wurde das englische Pfund mit 4,463/8 Dollar, der Pariser Frank in Dollarparität mit 18,80, in Pfundparität mit 84 im Usancenhandel um« gesetzt. Im weiteren Verlauf war das Geschäft am Anleihemarkt lebhaft, während der Aktienmarkt Steigung zu Glattstellangen zeigt, vereinzelt bröckelten die Kurse wieder ab. Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Berlin, 19. Sept. Das Geschäft am Anleihemarkt Gestaltet sich nicht so stürmisch, wie gn den beiden Vortagen. Die Spekulation wandte dem Markt der Industriepapiere heute wieder etwas mehr Interesse zu, allerdings hielten sich die Umsätze hier noch in sehr engen Grenzen und auch in der Kursbewegung kam d e freundlichere Tendenz nur vereinzelt zum Ausdruck. Einen außerordentlich günstigen Eindruck machten die Ausführungen in den „Wirtschaftlichen Mitteilungen" der Deutschen Dank. Dieses Institut wendet sich bekanntlich gegen die Ueber- kreivung vei der Slltienzusammenlegung. Man hofft, daß die am Dienstag der kommenden W)che in Berlin stattfindende Zusammenkunft sämtlicher Dörsenvorstände Deutschlands von weitgehendstem Einfluh auf die Frage der Umstellung des Altien- kapitals auf Goldmark sein wird. Schließlich finden die günstiger lautenden Berichte über den Beschäftigungsgrad der Industrie mehr und mchr Beachtung. Wenn also auch im Hinblick auf die ungeklärte innerpvlitische Lage und die noch zu lösenden Probleme der Handelsvertragsverhmd- lungen, dec Reugründung eines Agrarkreditinsti- tuts und der Reorganisation der Reichsbanl sich die Börse im wesentlichen abwartend verhält, so ist doch eine freundlichere Stimmung unverkennbar. Im Geld - ündDevisenverkehr zeigt sich keinerlei Veränderung. Märkte. Frankfurter Geireidebörse- (Sigener Drahtbericht des .Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 19. Sept. Es tourten notiert: Weizen 24 —25, Roggen, inländ. 22—23, Sommergerste für Drauzwecke 25 50 - 27, Hafer, inländ. 22-22,75, Mais, gelb 19,75-20, Weizen- mehl, inländ., Spezial 0, 36,25—36.75, R oggen - mehl 30—31, Weizenkieie 12,50—12.75, Roggenkleie 12,25—12,50. Tendenz: Unverändert. Berliner Produktenbörse. Berlin, 19. Sept. Am Getreidemarkt war nur Roggen fester, im allgemeinen aber blieb der Verkehr. ruhig. Die Käufer sind doch nicht geneigt, sich zu noch höheren Preisen zu entschließen. Es notierten je 1000 Kg.: Weizen (märk.) 227 bis 235, Roggen (märk. > 208 bis 212, Gerste (märk.) 225 bis 250, Gerste (neue) 200 bis 210, Hafer (märk) 184 bis 192, Leinsaat 440 bis 460; für je 100 Kg.: Weizenmehl 32.25 bis 35.00, Roggenmehl 30.00 bis 32.25, Weizenkleie 15.25, Roggenkleie 13.25 bis 13.50, Viktoriaerbsen 33.00 bis 36.00, kleine Erbsen 22.00 bis 26.00, Futtererbsen 19.00 bis 20.00, Peluschken 18.00 bis 19.00, Äckerbohnen 20.00 bis 23.00, Wicken 17.00 bis 17.50, Lupinen (blau) 14.00 bis 15.00, Lupinen (gelb) 16.00 bis 19.00, Seradelle (alt) 15.00 bis 16.00, Rapskuchen 15.00 bis 15.30, Leinkuchen 25.50 bis 26.00, Trockenschnitzel 13.00 bis 13.50, Tvrftnelasse 9.00, Kärtvffel- flvcken 19.50 bis 20.00. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, 21. Septbr. 14. Sonntag n.Trin. Stadttirche. 8: Zugl. Christen!, für die Reukvnf. a. der Matthäusgem. Pfarrass. Schultheis. 91/,: Pfarr- ass. Hertel. Beichte u. heil. Abendmahl f. Matthäus- u. Markusgen;. 11: Kinderkirche f. d. Markusgem. Pfarrass.Hertel. JohanneSkirche. 8: Zugl. Christenl. für die Reukonf. aus d. Iohannesgem. Pft. Ausfeld. 9‘/2: Pft. Dechtolsheimer. 11: Kinderkirche f. d. Lukasgem. Pft. Dechtolsheimer. 8 . Bibelbesprechung im Iohannessaal. Pfarrass. Schultheis. Im Konsir- mandensaal(Liebigstr. 56), nachm. 1: Taubstummen- gottesdienst. Pft. Dechtolsheimer. - Iohannes- kirche. Montag, 22. Septbr., abds. 7'/,: Festgottes, dienst aus Anlaß d. deutsch. Pfarrertages. Predigt: Prälat D. Dr. Diehl-Darmstadt. —“ Ksrchberg. 10; 11: Christenl. f. d. weibl. konf. Iugend. 1'/,: Lollar. — Wieseck. 8'/?: Christenlehre (beide Abteilungen) 9l/a11: KindeSirche; 8: Frauenabend. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 20. Septbr. 4'/, u. 7 Deichte. Sonntag, d. 21. Septbr. 15.Sonntag n.Pfingsten. 61/» Beichte, 7 Messe, Kom. der Iungft. u. Hausangest., 8 Kom., 9 Hochamt m. Pr., 11 Messe m. Pr.» 2'/, saft. Bruderschaftsand., 4 Iungft.-Kongreg. — Mittwoch abd. 8 Versammlung der Gemeinde i. Vereinsh. — Grünberg. Sonntag 91/, Messe m. Predigt. Wdgener & Schlöte! Frankfurt a. M„ Goethesfrasse 9 und 11 Neue Herbst-Mäntel und Kostüme inmod.Farbenu,Stoff., 49.- 59.-68.-79.-usw. uaxBSRsaKsaHMHHnsaaai — tote stets für Menschen, die, von Freude zur Ratur erfüllt, an sie Herangehen. Grace schien es, als sei jede Pflanze, jeder Strauch, jede der knorrigen Eichen und der hochragenden Pappeln eine bestimmte Persönlichkeit. Unter ihrer tatkräftigen Hand bot das Besitztum bald ein toohlgepftegtes und geordnetes Aussehen, das von ter frührretz Wildnis stark obst ach. Die wachsenden Wesen schiene«! das persönliche Interesse, das sie an ilynen nahm, aufzunehmen und zu v?rkörperif, wie sie es Verständnislosen und Gefühllosen gegenüber nie tun. Richard widmete sich seinen Wieten und seinem Klee, seinem Sommerweizen, seinen Beerensträuchern uird Obstbiumen, von seinen Schäferhunden, dem Preisvieh und den Kentucky-Pferden ganz zu schweigen. Bei solcher Lebensweise bekommt man keine Langeweile — er war von früh bis spät mit Lernen, Plänemachen und Arbeiten beschäftigt. Mit seiner leichten Auffassungsgabe halte Richard Duvall dem tüchtigen Verwalter uni) ter? Landarbeitern rasch die Meinung bngebracht, daß er, obwohl keineswegs Farmer von Beruf, sie doch eiiäges lehren konnte, tote den Wechsel im An- iflanzen, das Pfropfen der Obstbäume oder die Ängung des ausgenützten Dl^ens. Dies waren Pinge der Landwirtschaft, die die alte Gewohnheit der eingesessenen Farmer anfangs als neubackene Bücherweisheit verspottete. Wenn sie bann später sahen, wie der Mann, ter mit dem Kopf arbeitete, zwei Scheffel einheimsen konnte, wo sie kaum einen ernteten, begannen sie aufzumerken und sich die Sache hinter die Ohren zu schreiben. „Heute habe ich die neuen Hecken alle gepflanzt," begann Gra-ce, die nicht mehr ganz saubere Hand ihres Gatten tätschelnd. „Sie heben sich reizend von der grauen Mauer ab. Aber wir müssen neue Tvrpfeiler haben. Die alten drohen, jeden Augenblick auf die Straße zu stürzen/' „Martin mufj morgen hwausdommen und sie untersuchen. Es liegen Steine genug auf der unteren Weide. Wollen wir die Mauer nicht der ganzen Front des Parkes entlang aufführen lassen? Ick) denke mir, das kann so teuer nicht werden." „Einverstanden. Und ein neues Treibhaus muß ich auch haben. Das alte fällt zusammen." — Sie sah ihrem Mann zu, wie er den Rechen in die Gerätekammer stellte: dann gingen sie den schattigen Weg entlang dem Haus zu. „Freut dich Lein Leben nicht, Dick?" Er drückte ihren Arm. — „Ia, ich möchte es behaupten, liebes Kind: warum ftägst du?" „Oh. weiß du, weil alle deine Freunde sagten. man könne sick) ebensogut begraben lassen, als hier aufs La tb zu ziehen. Ich meine, die in der Stadt eingesperrt finb, die leben nicht!" Richard nickte. Er gedachte feiner früheren Tätigkeit, wenn ihm gerade die Schlauhnt eines berüchtigten Verbrechers Rächte lang dm Schlaf raubte. — „Cs ist schon was anderes," erwiderte er lachend, „findest du nicht?" „Iawohl, etwas ganz anderes, nicht wahr. Lieber? Du würdest gewiß nicht gern in die Stadt zurücktehren!" „Um nichts auf der Welt," bestätigte er und sah dabei zufrieden auf den frisch angejäten Rasen. „Ratürlich hatte ich jenes Leben auch gern: die Aufregung, die Gefahr, die es mit sich brachte: aber das Leben hier ist besser und diel schöner." — .. Hierher, Don!" rief er dem geschmeidigen Schäferhund zu, der in der Rähe ein Fuhrwerk auf der Straße laut ankläffte, „hierher und still!' Er betrat mit Grace die mit Reben bewachsene Laube und setzte sich befriedigt in einen Schaukelstuhl. „Sv, liebes Kind, es war heute ein arbeitsreicher Tag und ich bin müde. Wir Haden das untere Stück Frühroggen heute ganz gemäht. Wenn es gepflügt ist. wollen wir es mit Spätkartoffeln anpflanzen." „Hierher. Don, was ist denn los?" — Er erhob sich und tififf dem Hund, der über den Rasen der Straße zu sprang. — ., Zurück, Don!" „Es kommt jemand,“ sagte Grace unruhig. „Im Kraftwagen. Wer mag es sein?" „Vermutlich Hudson, der Tierarzt. Er soll heute TKtd) der jungen Kuh sehen." „Es ist nicht fein Wagen. Das ist ein großer Tourenwagen." Sie wandte sich ihrem Manne zu. „Wäre es nicht besser, du würdest dich umkleiden, Dick? Es könnte Besuch sein." Duv>ll lachte: „Und wenn, so soll er mich nehmen, tote ich bin!" Dann rief er den Hund nochmals zurück. Da kam die Dienerin, die den Besucher vor dem Hause empfangen hatte, in die Laube heraus. „Sin Herr wünscht Herrn Duvall zu sprechen. Er scheint es äußerst eilig zu haben." „Gut, Tante Luch," erwiderte Duvall und begab sich vor das Haus. „Sind Sie Herr Richard Duvall?" fragte der Ankömmling den Detektiv kurz in fast herrischem Don. „Der bin ich. Was wünschen Sie?" Der Besucher erhob sich erregt von seinem Stuhl, an seiner Zigarre kauend. „Ich habe eine Menge Zeit versäumt, bis ich Sie fand, Herr Duvall." „Vermutlich kommen Cie von Washington?" bemerkte der Detektiv, neugierig, was den Besucher herführte. „Ia. Ihre Adresse gab mir Hicks, vom Schatzamt. Er sagte, es seien zwölf Meilen bis zu Ihnen: cs scheinen mir eher zwanzig zu sein." „Schon möglich, w:mn Sir den „Lorbrerwrg" nehmen: dieser ist viel weiter. Was kann ich für Sie tun, mein Herr?" Der Mann blickte rasch zu ihm auf. „Mein Aame ist Hodgman — Thomas Hvdgman — von Aeuyori. Ich vertrete Iohn Stapleton." „Den Dankherrn?" ftagte Duvall überrascht. „Ia. Sie kennen ihn offenbar?" „Ia, sehr gut. Ich habe vor einigen Iahren eine Cache für ihn verfolgt. Run, und?" Duvalls Gesicht wurde ernst. Er begann einzusehrn, daß die Unterredung plötzlich wichtig wurde. John Stapleton, Multimillionär und Bankier, hatte nicht die Gewohnheit, jemand ohne guten Grund aufsuchen zu lasten. „Er sagte es mir." bestätigte Mr. Hodaman und setzte sich wieder. „Er bittet Sie. nochmals eine Sache für ihn in die Hand zu nehmen. Deshalb bin ich hier." „©inen neuen Fall?" „Iawohl. Unverzüglich. „Ausgeschlossen." (Fortsetzung folgt.) w; Dr. Thompsons Seifenpulver (Marke Schwan) das Paket 30 Pf. SEI FIX, modernes Bleichmittel, das Paket 15 Pf. 4877D < für die Wäsche ist Dr. Thompsons Seifenpulver (Marke Schwan), >> da es frei ist von Chlor und ähnlichen scharfen Bestandteilen und nur aus' den besten Rohstoffen hergestellt wird. In Verbindung mit dem modernen Wäsche- bleichmittel Seifix ersetzt es die Rasenbleiche vollkommen. Weiß wie Schnee, des will Ich meinen, bleichte .Seifix* mir du Leinen. Weiß wie Schnee, du will Ich meines, bleichte -Seifix* mir du Leinen. Qiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Freital! u Lams tag nächster Woche treffen Karpfen Rheinsalm Blaufelchen vom Bodensee Fluhhechte ein. Bestellungen hierfür werden so» fort bis etnschliehl. Dienstag entgegengenommen. /278V Hamburger Fiscbhdlg. A. Koch Ifachflgr., Schulsrr.10, Tel. 1612. (IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIWIIIIIIIIR Vekaunlmachung. Obstversteigerung. Montag, den 22. September 1924 soll die diesjährige Obsternte der Stadt Gießen öffentlich meistbietend versteigert werden- a) Vormittags 9 Uhr beginnend von den Bäumen an den Kläranlagen, Leihgesterner Weg, Steinbacher Weg, Lutherberg, Licher Straße, Anneröder Weg u. Lärchenwäldchen. DieZwetfchen am Wingertsweg und alter Hardtweg werden an den Kläranlagen mit versteigert. Die Zusammenkunft findet um 8s/4 Uhr an den Kläranlagen statt. b) Nachmittags 3 Uhr beginnend das Obst von den Bäumen im städtischen Obstbaumstück an der Licher Strafte. Zusammenkunft um 3 Uhr bei der Wirtschaft „Zur Stadt Lich". Gieften, den 15. September 1924. Der Oberbürgermeister. I. V.: Or. Rosenberg. 72633 Obstversteigerung. Donnerstag, den 25. September, vormittags 8' . Uhr anfangend, soll das der Gemeinde Großen-Buseck gehörende Obst, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Rüssen, öffentlich baumweife versteigert werden. Die Zusammenkunft ist am Orts- auLgang auf der Strafte nach Beuern. Groften-Buseck, den 19. September 1924. Hessische Bürgermeisterei. Gans. 72460 Arbeitsvergebung. Für die Feldbereinigung Allendorf a. d. Lahn sollen Freitag, den 26. September 1924, vorm. 11 Uhr, auf dem Rathaus zu Allendorf a. d. Lahn: Grabenarbeiten veranschl. zu 965,00 M. Chaussierungsarbeiten veranschl. zu...... 165,00 „ Verlegen von Zementröhren veranschlagt zu ... . 20,90 „ Liefern von Zementröhren veranschl. zu..... 228,00 „ in einzelnen Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postsrei bis zum Eröffnungstermin einzureichen sind. Zuschlagsftift 3 Wochen. Gieften, den 17. September 1924. Hessisches Kulturbauamt. 7234O H. Steinbach, Reg.-Baurat. K Bullenverkauf. Die Gemeinde Allertshausen verkauft einen schlachtreifen Simmentaler Bullen auf dem Submissionsweg. Angebote sind bis spätestens nächsten Mittwoch, den 24. d. Mts., nachm. 3 Uhr, auf der Bürgermeisterei abzugeben, woselbst die Derkaufsbedingungen zu erfahren sind. Allertshausen, den 19. September 1924. Bürgermeisterei Allertshausen. _____ Reinhardt. 72390 Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühi’schc Univ.-Druckerei, R. Lange. Obstversteigerung. Dienstag, den 23. September wird das Obst in den staatlichen Gärten zu Alten-Duseck - Aepsel, Birnen, Zwetschen — öffentlich versteigert. Zusammenkunft 9 Uhr am Troher Pfad in den Gärten. Auskunft durch Forstwart Müller zu Alten-Duseck und unterzeichnete Stelle. Im Anschluß an die staatl. Obstversteigerung wird das Obst in den Freiherr!. Rabenauschen Obstgärten in Alten- Buseck an Ort und Stelle versteigert. Gießen, den 16. September 1924. _____Oberförsterei Gießen. 72320 Obstversteigerung. Dienstag, den 23. September I. H., soll das Obst der Gemeinde Alten-Duseck, bestehend inAepfeln, Dirnen u. Zwetschen, versteigert werden. Zusammenkunft vormittags 8 Uhr auf der Kreis strafte Wieseck—Alten-Duseck an der Gemarkungsgrenze. 72890 Alten-Duseck, den 19. September 1924. Bürgermeisterei Alten-Duseck. ___________Rau.___________ Der Gemeinde- (Vogelsberger) Bulle wird nächsten Dienstag, den 23. d. M., nachmittags 5 Uhr auf hiesiger Bürgermeisterei öffentlich meistbietend versteigert. Bedingungen werden daselbst bekannt- gegeben. Bürgermeisterei Kesselbach. Weber. 72750 Am 30. September 1924, 10 Uhr vormittags, werden auf dem Hofe der Neuen Kaserne 4 überzählige, jedoch noch dienst- tragbare meistbietend versteigert. 7201D 1. (Hess.) Ball. 15. Ins.-Negts. Bekanntmachung. Auf die in den Aushängekasten angeschlagene Bekanntmachung, betreffend Erlaß einer Polizeiverordnung über die Anlage und Benutzung der Schornsteine für Zentralheizungen wird hingewiefen. Gieften, den 15. September 1924. Der Oberbürgermeister. __________I. V.: Dr. Frey. 72628 Obstversteigernng. Nächsten Montag, den 22. d. Mts. soll das Gemeindeobst, bestehend aus Zwetschen, Dirnen und etwas Aepfeln der. steigert werden. Der Anfang beginnt morgens 10 Uhr am Ortsausgang nach Gießen. Grüningen, den 17. September 1924. Hessische Bürgermeisterei. ___________Dingel._______7219D Obstversteigerung. Montag, den 22. September 1924 soll das Obst der Gemeinde Münster, bestehend aus Aepfeln, versteigert werden. Anfang 10*/2 Uhr vorm. am Dabnhof. Münster, den 19. September 1924. Bürgermeisterei Münster. H e ft. 7221D Vie Wiedereröffnung meiner feinen MMWN ist am 1. Oktober. Bestellungen werden jetzt schon angenommen. Frieda Gerstenhauer Wilhelmstrahe 8 p. 01356, KM WWW Winterrvare Strick- und Sportwolle in guten Qualitäten und äußerst billig. L. Teitler, Gießen Dammstr. 25 p. ***>11* ime 59.-68.-79.-usw. idilötel lra8ee 9 tmd tl 1 ^egt ton seinem mend. Zeil versäumt, bis ‘ vvn Washington?" ierig, ws bei De- >b mir Hicks, vvm •n Mf Meilen bis «r zloanzig zu sein." Öen ,i?or5.tilD;fl" ter. Was kann ich zu ihm auf. „Mein 16 Hvdgman - von a Stapleton." e Dudaü überrascht, ssenbar?" : vor einigen Jahren Aun,uiä>?" $udqH6 jann eiMsch.'n, dah richtig wurde. John und Ducker, Halle d ohne guten Grund tigte M .fybjman littet Sie nochmals Hand M nehmen. Achten, Mn. DM ZK ZK: ner. rö*”tmen. ?"5Kr 'inden. m Z Deichte. 'gnMngsten.s; -u. Hausangest ; ^Mr., F/Jaft W-QRiC "öt'• Derelnsh. - 'n. 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September 1924, nachm.4 Uhr großer lustiger Kinder-Nachmittag Das verwunschene Schloß Märchenspiel von Walter Blachetta und Prinzessin Ringelreihn ein lustiges Kasperletheater. Abends 8 Uhr: Der Diener zweier Herren Lustspiel von Ooldoni. Preise der Plätze: Mk. 3.-, 2.- und 1.-, Kindervorstellung Mir. 0.50. Karten im Vorverkauf zu Mk. 2.50, 1.50 und !.- bei: Ferbcr’sche Universitäts-Buchhandlung (Inh. Dr. phil. Walter Huch, Seltersweg 87); - Dr. Wolfgang Meyer, vorm. Frecs'sche Univ.-Buchhandlung, Seltersweg 89; - Buchhandlung Keißner, Neuen Baue 3; - Pfeiffer'sche Buchhandlung, Walltorstraße 21; - Ricker'sche Univ.-Buchhandlung, Südanlage 5. Der Reinertrag findet zu Gunsten der Kleinkinderbewahranstalt Gießen Verwendung. SseiseMmr Eiche Kiefer geport Nustbaum kisreinsetts Langfristige Teilzahlung Hausrat Gemeinnützige Möbelversorgung für das Rhein-, Main- u. Bahngebiet G. m. b. H. Gissten a. d. L. Lindenplatz 1 n68a Llndenplatz 1 .....................................................»MH,............ Irmgard Gisela Die glückliche Geburt zweier gesunder Mädels zeigen hochersteut an Bankdirektor Dr. Walter Reichardt und Frau Posen, den 17. September 1924 ........................................... Auf nach Röthges! Sonntag, den 21. September findet in Röthges Zur schönen Aussicht ==®all== statt, wozu freundlichst einladen: Ser OefaaBBerein, öet w Mchelm Bfirnberset. Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34 iiiiiiieiiiiimmiTiiiiiimiiimiinemiiiMiiiieiimieteiiieimeimimimimiiiuiii Nur noch heute und morgen: Jackie Coop der Welt Liebling, in Jackie, der Lausbub Ein Lustspiel voll goldenen Humors in 5 Akten. Ferner: Das grobe eagl. FrOhlahrs- Hindernisrennen 1924 Glänzende Aufnahmen von der Rennbahn, teilweise mit der Zeitlupe. — Dazu: Aufnahmen vom 116er-Tag am Cafe Astoria, PlockstraBe Anfang: 4 Uhr, 6 Uhr. 8.15 Uhr. Sonntag ab 3 Uhr. GROSSES ORCHESTER! Ab Montag;: Lya Mara did beliebte große Künstlerin in dem Filmroman: öieBerrin«Möijon Herrliche italienische Landschaften, die schönsten Punkte der Welt sowie eine ungeheuer spannende Handlung kennzeichnen diesesWerk des bekannten Meisterregisseurs Friedrich Zelnick. Astoria - Lichtspiele, Seltersweg Heute und morgen Sonntag: Briganten liebe 5 Akte aus den Zeiten der Kolonisierung Mexikos. Ferner: DerTanz um Liebe und Glück 6 Akte aus dem Leben der Großstadt mit Werner Krauß. 7274c Ein wundervoller Film mit großen Balletteinlagen und feenhafter Ausstattung. ■Anfang 4 Uhr. Letzte Vorstellung 8.15 Uhr. Sonntag ab 3 Uhr. Ab Montag neues Programm! V* \ 7j 7259D -J dätmehrato 200 Jahren Qj vcrte^UchbmAhrthd) Rheumaiwas I zu haben. 6451D ö Vertreter: H. Trechsler, Steinstraße 73, Telephon 1581 Ikaria 6559h HMMLMtitt) Direktion der Möwe-A.-G. Kartoffeln Rofa 6557h Ifnlbaioiotren Sm ÄTbLifM hervorragender neu. 4 v.8. Brems- VNAVM Qualität stets neu, 4 P.S. Bremö- ma, preiswert Ttaufen. 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IV nf toemi > 'n wenn <>, wo demokratis Sani) geax lösend wirro ben Md-un! beiMndschur unh alle Staai L fest^A M-», s° »* Auch die inneren llnrul solchem Zusatn Dieder deutlic Parteien, W Meg nichts ßen Borte Sowjetru' bm^iegeszu< j! K'r gekommen xchtpvlltisch« pW. grobe i iech an sei, I ^Mdbedingr ( lunft wünscht Z« lCrt. an Ame feindselig I >^r nicht en - c $a& ivir! । beton, ! ijjjiefeg am d ; 3*» «Mm. I S Toinöe .r^ert imr» Inn SÄ ■ I mafitofc"'- Ä* occr nR 8 en säte Die Wäsche wird einfach kurze Zeit gekocht and ist sauber und fleckenrein 1 Aur müssen Sie, um eine vollendet schöne Wirkung zu haben, Persil in genügender Menge nehmen und jeg» fiche Mitperwendung von Seife und Seifenpulver. vermeiden. Beachten Sie im übrigen folgendes: 1. Aalt auf tö Jen! Ein Paket auf 2%~3 (Eimer Wasser. 2. Die Wüsche in die kalte Lauge legen- langsam zum Lochen bringen und eine Viertelstunde kochen lassen. 3, Gründlich spülen- zuerst gut warm und danach kalt. 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Wenn Edina seit mehr als 25 Jahren ein Land der inneren Wirren geworden ist. so wird daS nur dadurch verständlich, das) bei dem Konservativen Charakter des chinesischen Dolles und hei seiner Jahrtausende alten Kultur die notwendig gewordene, nicht mehr zu umgehende Auseinandersetzung mit den politischen tote wirtschaftlichen Pr^>lemen unserer modernen Zett auf ganz besondere Schwierigkeiten stößt. Die Umwandlung des Kaiserreichs China in eine Repu- blik vor vierzehn Jahren bedeutete nicht nur eine Derä rderung der äußeren Staats- form, die' an sich, wie unsere eigenen Erfahrungen lehren, svlbst in moderigen Staaten nicht ohne schwerste innerpolitische Folgen bleiben iann. sondern sie hpdeutete für „das Reich der Mitte" überhaupt die Aufhebung einer durch Jahrtausende gepflegten Staatsauffassung. Die Axt wurde hier an die Wurzeln des chinesischen Staates gelegt, die ihm bisher Leben und Kraft gespendet hatten. Hatte der alttiberlieferte Fa- mil iendeg rif f, als dessen höchster Repräsentant der Kaiser galt, das gewaltige 400-Mil- lionenreich zusammenhalten können, so konnte die demokratische Idee, die von außen her in das Land getragen wurde, nur verwirrend, aaslösend wirken — die alten Gegensätze zwischen oen Rord- und Südchrnesen, zwischen China und der Mandschurei müßten von neuem hervortreten, und alle Staatskunst hat bisher versagt, eine tn sich fest geschlossene „Republik der Mitte" zu schaffen, so wie es das alle Kaiserreich war. Auch die neuen, diesmal recht schweren inneren Unruhen und Wlrren in China sind in solchem Zusammenhänge zu sehen, auch sie zeigen wieder- deutlich, wie sich hinter dem Streit der Parteien, hinter dem durch ehrgeizige Milttä» gouDemeure hevaafbeschwvrenen blutigen Bürgerkrieg nichts anderes verbirgt als der Wunsch und die Sehnsucht des chinesischen Bolles nach Einheit, Freiheit, Selbständigkeit, so wie nan diese nationalen Güter früher besaß. Ern Unglück nur für dieses Land, daß ihm der Dis- mar-ck fehlt in dieser Zeit, daß sich die starke Persönlichkeit der pollttsche Führer nicht' findet, der dieses 400-Millronenreich nicht ein Opfer selkstsüchtiger, machtlüsierner Politiker werden läßt und vor allem nicht ein Opfer der schon so lange auf die chinesische Beute wartenden Großmächte. Denn selhstversiändlich sind bei diesen sofort jetzt wieder alle alten Pläne der früheren Jnteressensphärenzeit. die man in Versailles und Washington so oft als verdammenswert hin- geflellt, für die man so oft Deutschland als den verbrecherischen Urheber verantwortlich gemacht hat, von neuem aufgetaacht. Was konnte diesen Mächten, die bekanntlich für die „ Freiheit" und das „Selbstbestinrmungsrecht der Rattonen" in der Welt immer nur mit phrasenhaften Worten ein treten, Besseres passieren als dieser Bürgerkrieg in China, und zwar tn einem Augenblicke, in dem nach den Londoner Verhandlungen ihre Hände frei warenI Welch' günstige Gelegenheit für die Amerikaner, Rordchina ganz zu ihrer Interessensphäre zu machen, welche glänzende Aussicht für England, daS Jangtsetal doch noch in seine Hände zu bekommen, und für Frankreich eine gleiche in bezug auf Südchina! Denn daß eine drohende Intervention der Mächte nicht chinesisches Interesse im Auge hat, das) sie nur dazu dienen soll, die Wirren des Landes im Jnterelle der Mächte auszunahen, bedarf wohl keines Beweises. Auch Japan hat sich bisher an den von &en Mächten gegen China unternommenen Schritten beteiligt — ob es das weiter tun wird, muß abgewartet werden. Vielleicht sieht es seinen großen Vorteil doch auf der Seite Chinas und Sowjetrußlands, das ja den Zeitpunkt für den Siegeszug der bolschewistischen Idee in China für gekommen häll und dos aus einem richtigen macht politischen Empfinden heraus ein selbständiges großes, entwicllungsfähiges chinesisches reich' an seiner Ostgrenze als eine notwendige Grundbedingung für eine eigene gesicherte Za- lunst wünscht. Es ist also wohl möglich, daß neben dem russisch-chinesischen Vertrag auch das erst kürzlich zwischen Japan und Rußland geschlossene Abkommen eine besondere Bedeutung erhält Soll- ten sich der Tokioer Polittk Möglichkeiten brüten an Amerika für dessen viele unfreundliche un6 feindselige Handlungen während der lebten Jahre Revanche zu üben, so wird sie sich diese sicher nicht entgehen lassen. -Daß wir D e u t s ch e mll unseren Sympathien auf chinesischer Seite stehen, braucht nicht besonders betont zu werden. Richt nur erinnert ans so vieles am chinesischen Schicksal an unser eigenes, sondern es verbinden uns ja auch so diel freand- schaftliche Beziehungen, die selbst der Weltkrieg und der erzwungene Beitritt Chinas arf die Seite unserer Feinde nicht haben zerstören können. Dazu erfordert unser eigenes starkes Interesse, das wir in China haben, daß hier bie offene $ur g e wa h r t bleibt. Die Krifis des Fafzismus. Der pollttsche Mord ist das Krankheitszeichen der inneren Zustande eines Staates. Die Leiche M a 11 e o 11 i s, lange Zeit unauffindbar, hat die- Luft Italiens vergiftet. In dieser verpesteten At- niosphäre wird fortzeugend M)ses geboren. So kam es am Freitag voriger Woche zur Ermordung des faszistischen Abgeordneten C a s a l i n i. An 'der Bahre dieses neuen Opfers maßloser politischer Leidenschaften wird sich das ganze Land bestürzt die Frage stellen, ob der Fafzismus ein Ende mit Schrecken nehmen soll oder ob er zum Schrecken ohne Ende wird. Es ist ungefähr einen Monat her, daß Mussolini im faszistischen Rationalrat eine Rede hielt, die eine Mischung war von stolzem Hochmut und ban- ocr Sorge. Er pries die Taten des Fafzismus, über die man nicht hinweggehen könne. Wenn Triest heute der große Handelshafen sei, von dem das italienische Voll geträumt habe, so verdanke man das der faszistischen Regierung. Menn äer Auß enhandel eine Reubelebung erfahren habe wenn man in den Fabriken sicher arbeiten, Denn man neue Institute gründen könne, Denn die Provinzen und Städte sich ausdehnten, Denn Italien über eine Luftflotte verfüge. Samstag, 20. September 1924 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dderyesse») die unter faszisttscher Leitung von'85 auf 1900 (I) Flugzeuge an gewachsen fei, wenn es ein Hee r habe, das den kriegerischen Geist der Ration zum Ausdi-uck bringe, wenn in den Kolonien Ruhe herrsche, wenn Italien im Jubaland feine Besitzungen um 91 000 Quadratkilometer habe aus- dehnen können, wenn es 17 Handelsverträge abgeschlossen habe, so seien das doch alles Taten und keine teeren Worte gewesen. Aber Mussolini erkennt auch deutlich die gegen ihn heranmarfchierende Gefahr. Rennen wir sei frei nach Shakespeares Macbeth „Wald von Dunsinan". Der strategische Plan derOpposittons- parteien, so gestand er, gehe darauf hinaus, den Fafzismus moralisch und materiell zu isolieren Seine parlamentarische Mehrheit in der Kammer soll zersetzt werden. Die Opposittvn hoffe, daß von den 350 Delegierten der Mehrheit im gegebenen Augenblick einige Liberale, gefolgt von einigen Kriegsgerichten und Kriegsteilnehmern der faszistischen Partei, auf eigene Faust handelten, so daß dann der Augenblick gekommen sei, wo man sagen könne, die Regierung fei verraten und verkauf t ... Das war von dem Rügen Diktator richtig gesehen, aber noch nicht die volle Wahrheit. Die Wahrheit ist, daß die Macht der faszistischen Regierung aus die zwei Augen Mussolinis gestellt ist und daß sie a n einem Faden hängt. Entfernt sich der Duce von Rom, wie vor einiger Zeit z. D. nach Sizilien, so droht die Palastrevolution. Im Lager der Schwarzhemden entbrennt sofort der heftigste Streit. Die eigenen Leute werfen ihm vor, daß er mit den Spesen für die nationale Sache zu sparsam sei, die Demokraten, daß seine Finanzpolitik Unberufenen Einfluß auf die Kontrolle des Wirtschaftslebens einräume, die Linksparteien, daß er, statt den besitzenden Klassen direkte Steuern aufzuerlegen, die Lebenshaltung durch Vermehrung der indirekten Steuern verteuere. Alle politisch Denkenden erkennen mit Schrecken, daß Mussolini an der Spitze einer auf Staatskosten unterhaltenen und mit Staatsmitteln ausgerüsteten Parteiarmee steht, die großer ist. als das königliche Heer. Wo soll das hinaus? Zu dieser seiner Miliz sprach kürzlich der Mintster-Diktator: „Ein deutscher Philosoph hat gesagt: Lebe unter Gefahren! Ich möchte, daß ihr dieses Wort aus eure Fahnen schreibt, damit ihr es immer vor Augen habt!" War das ein Spielen mit einem Staatsstreich ober die heimliche Furcht vor einer Bartholomäusnacht, die die gereizten Gegner dem Fafzismus unter Umständen bereiten fönnten? Ein anderes neuerliches Wort von Mussolini: „An dem Sage, da die Ration meiner müde sein wird, werde ich gehen, ohne bie Tür zu- zuschmettern." Höhnisch erwiderte ihm ein vielstimmiges Echo: Die Ration ist deiner schon längst müde, übermüde! Mussolini will sich jetzt in seiner Politik den Arbettermassen nähern. Er reicht den Sozialisten die Dersöhnungshand. Aber die spucken hinein. Auch die übrigen Oppositionsparteien wehen ihre Waffen. Diese heißen: Parlaments streik und Presseorgani- s a t i o n. Alle großen Zeitungen Italiens stehen heute im ober doch hinter bem Lager der Opposition, voran der „Popolo", das streitbare Organ der katholischen Partei. Und auf bie Mauern der Häuser schreibt wie im allen Rom das Voll seine Leitartikel: Matteotti mit einem W davor (Ev- viva), Mussolini mit einem umgekehrten W (Rieder mit ihm!). Die Zensur läßt das W so durchkreuzen, baß wieder ein Evviva daraus wird. Aber ob man damit das Schicksal aufhält? Wie Rumänien sich feinen Bündnispflichten entzog. Aus Anlaß des 10. Wiederkehr des Tages des Kriegsbeginns veröfferttlicht das Pariser „Journal" eine Dar stellu n g des rumänischen Kronrates vom August 1914, in dem beschlossen wurde, den Bündnisverpflichtungen gegenüber den Mittelmächten nicht nachzuiom- men. Die Darstellung geht zurück auf Mittei. hingen, die der Führer der rumänischen Äon- servativen, Marghiloman, gemacht hat, der der Kronratssihung beiwohnte. Die Sitzung wurde abgehalten am 4. August 1914 im Musiksalon des Schlosses Sinaia. Das Original des Bündnisvertrages, der Rumänien an den Dreibund fesselte, lag auf dem Tisch. Der alte König eröffnete die Aussprache in französischer Sprache. „Ich bediene mich des Französisch, weil diese Sprache die Ruancen besser wiedergibt. Sie kennen den Vertrag, der uns an die Zentralmächte bindet. Die beiden Kaiser haben mich gestern telegraphisch aufgefordert, den Vertrag zu erfüllen." Der König wies kurz daraufhin, daß Rumänien nach bem Vertrag verpflichtet sei, den Russen den Weg nach Konstanttnopel zu versperren und schloß seine Ausführungen mit den Worten: „Ehre und Vorteil zwingen uns, in den Krieg einzutreten." Die Darlegungen des Königs beschränkten sich auf diese wenigen Worte. Danach erhielt jeder der Anwesenden die Erlaubnis, frei und offen seine Meinung zu sagen. Alle Minister traten dafür ein, daß Rumänien neutral bliebe. Das Land besitze weder eine Verwaltung, wie sie ein Krieg erfordere, noch genügend starke Finanzen. Rur der deutsch- freundliche Minister Carp war gegenteiliger Auffassung. „Dieser Krieg ist ein Kampf zwischen der deutschen und bet slawischen Dorherrschast. Ein zivilisierter Staat kann sich nur an die Seite Deutschlands stellen." Marghiloman bcmerTte, daß der ccttus föderis nur dann gegeben sei, wenn eine der Vertragsmächte angegriffen würde. Die Initiative liege aber auf feiten der Mittelmächte und deshalb greife der Vertrag nicht Platz. Bratianu war derselben Ansicht. Der König fügte sich. Er verließ den Saal und ließ die 'Minister Bratianu und Take Jo- nescu und Marghiloman in sein Privatkabinett kommen. Dort faß er vor den Telegrammen des deutschen und des österreichischen Kaisers, soll ich ihnen nur antworten?" Rach langem Ueberlegen sagte er: „Ich werde ihnen einfach sagen, daß ich ein konstttutioneller Monarch bin unl> nicht anders handeln kann." Zwei Monate später starb der König. Die einen sagen, aus Kummer über die Rolle, die er hat spielen müssen, Marghiloman behauptet, an ehret alten Herzkrankheit. Landwirtschaft und Gartenbau. Die Behandlung des Saatgutes. Vom Landwirtschaftsamt Lauterbach wird geschrieben: Die verregnete Ernte bedingt den Ankauf von Saatgut in vielen landwirtschaftlichen Betrieben. Da fast überall in Deutschland das Getreide Rot gelitten bat, und, abgesehen von dem starken Auswuchs, die Körner feucht und von Pilzen befallen eingefcheuert wurden, so sind besondere Behand- lrmgsmaßregeln sowohl bei selbstgewonnenem, wie bei gekauftem Saatgut, und zwar sowohl beim Roggen wie beim Weizen, nötig. Das Getreide muß auf luftigem Speicher täglich gelvcnbe t werden. Erlaubt es die Zeit, so muß es. um gut durchgelüftet zu werden, mehrere Male durch die Puymühle oder Windfege geschickt werden. Dor der Aussaat muß auch der Roggen gebeizt toerben, also nicht nur, wie üblich, der Weizen. Der Roggen beherbergt in diesem Jahre sicher den Erreger des sogenannten Schneeschimmels (Fusarium). Der Pilz steckt, für das Auge unsichtbar, im Korn. Bei der Keimung ruft er einen kümmerlichen Keimling hervor, der sich korkzieherartig krümmt, um ans Licht zu kommen, und schwache Pflanzen erzeugt. Ferner bildet er unter der Schneedecke ein rötliches Pilzgeflecht, das die fangen Roggenpflanzen zum Verfaulen bringt. Als Bekämpfungsmittel empfehlen wir dringend Fusariol oder Uspulan oder Ger- misan. drei Quecksilberpräparate, die von jeder landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft und in jedem besseren Drogengeschäft getauft werden können. Die Verpackungen enthalten die ®ebrvuter- brennt, weil das die allerbeste Methode ist. u.m K van Iheits keime und Unfrau flamen zu vertilgen, ist allgemein bekannt. Die Krarttstrünke aber. in denen die Moden der Kohlsliege und die keime der Kohlhernie leben, wirft man Immer noch auf den Kompvsthausen und bedenkt dabei nicht, daß man letzteren dadurch zu einer Brutstätte macht, von wo aus der Gemüsegarten dauernd verseucht wird. Man sollte Deshalb jeden Strunk, ob krank ober gesund au-ssehend, dem Feuer überliefern. Das ist aber leichter gesagt, wie getan, denn die nassen, saftigen Strünkc brennen nicht. Man muß sich schon: die Mühc geben, sie mit anderen, leicht brennbaren Stossen wie Reisig, Bohnensttoh u|to„ In Brond zu setzen. ' R. ----------------------------------------------------------- '! Erfolgreicher Anbcstu von Winlersalal^ Durch den Anbau von Wintersalat ist man in der Lage, schon im Mai einen schpnen Kopfsalat zu ernten. Die Anzucht und Ucbcfrtointerung der Pflanzen erfordert aber allerhand besondere Maßregeln. Vor allem wähle man eine recht Winterhärte Sorte. Als solche kommt „Ransen" besonders in Betracht. Dann säe man den Samen Mitte September aus, nicht früher, da er sich sonst vor dem Winter zu stark entwickeln würde. Daraus suche inan zum Auspslanzen eine besonders geschützte Stelle, die namentlich im Winter nicht den scharfen Ostwinden ausgesetzt ist. Auch 'gegen die Morgensonne sichert man das Beet, da im Winter nichts schlechter auf die Pflanzen wirkt, als plötzliches Auftauen durch die Sonne. Man kann sie auch durch Ucbcft)ccfen mit Reisig dagegen schützen. Die beste Auspflanzzeit ist bann Anfang Oktober. Man Pflanzt in tief umgegrabene, gute, aber nicht gedüngte Erde: denn Düngung erhöht die Frostempfindlichkeit. Zum Schutze gegen eisige Winde und zum Aufsangen des schützenden Schnees pflanzt man den Wintersalat in breite Rillen von mindestens 5 Zentimeter Tiefe Diesen Rillen gibt man womöglich die Richtung von Rord nach Süd. Kleine Winke. S e 11 e r i e soll möglichst lange im Boden belassen werden, da er erst im Herbst ferne Knollen ausbildet. Dem Holzigwerden, worüber- mancherorts geklagt wird, beugt man am besten durch gleichmäßiges Feuchthalten vor. Aeußerst dankbar ist (Sellerie für öfteren Dungguß. Abortjauche und aufgelöster Geflügeldünger sind sehr geeignet, die Knollenbildung zu fordern. Rur darf daS Begießen mit Jauche nicht bei heißem, trockenem Wetter geschehen. da sonst die Knollen leicht brandig werden Aus ästhetischen Gründen stellt man die Jauchedüngung auch einige Wochen vor der Ernte ein. nach verbraucht werden. th. B^te, die im nächsten Jahre mit Wurzelgemüse bestellt werden sollen, müssen im Herbst schon gut mit verrottetem Dünger gekräftigt werden, sofern es sich um mageren Boden handelt. Bekanntlich vertragen diese Gemüsearten keinen ftischen Stallmist, so daß im Frühjahr gedüngte Wurzelbeete stets unbefrie- digte Ernten liefern. Die Wurzeln werden bann stets rostig und madig ausfallen. Ist der Boden aber von Ratur kräftig genug, erübrigt sich auch eine Düngung im Herbst. Turnen, Sport und Spiel. Gauturnsahrt des Gaues Hessen — o.— älnserem Bericht über diese turnerische Veranstaltung in Butzbach tragen wir folgen- den Auszug aus der Siegerliste nach: Aktive Turner: 1. Sieg Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen. 2. Kurt Leinweber, Tv. Frankenberg. 3. Karl Bernhardt, Tv. Rieder- Wöllstadi. 6. Willy Gartenschlager, Tv. 1846 Gießen. 7. Ludwig Malkomesius, Mtv. Gießen. 9. Fritz Weitershaus, Tv. Klein-Linden und Wilhelm Magnus, Tv. Großen-Linden. 11. Karl Klinke l, Tv. Klein-Linden. 12. Rvrbert Grünebaum, Tv. Lang-Göns. 16. Karl Bolz, Tv. Lch. 18. @uit. Müller, Tv. 1846 Gießen. 20. Hch. Jäger, Tv. Holzheim. 22. Arthur Kreiling, Tv. 1846 Gießen. 23. -Hermann Reufer, Tv. 1846 Gießen. 24. Aug. Becker, Tv. Großen-Linden und Walter Fay, Tv. Langsdorf. 25. Fritz Schimmel, Tv. Klein-Linden. 26. Karl Würtz, Tv. Krofdorf. 27. Kurt Walter, Tv. Treis a. d. Lda. 28. Hermann Hoffmann, Tv. Hungen. Ä Jugendiurner, Oberstufe: 1. Sieg Karl Keßler, Tv. Großen-Linden und Hch. Fisch T.- u. Sp.-Verein Butzbach. 2. Willy Beppler, Tv. Lang-Göns. 3. Willy Drückei, Tv. Lang-Göns. 4. H. Vetter, Tv. 1846 Gießen. 5. Otto, Franz, Tv. Holzheim. 10. Karl Hahn, Tv. Krofdorf. 12. Hch. Volz. Tv. Lich. 16. Wilhelm Weil, Tv. Lang-Göns. 17. Wilh. Lettner, Tv. Großen- Linden. 18. Hans Heil, Tv. Langsdorf und Karl Jung, Tv. Holzheim. 19. Albert Weigel, Tv. Klein-Linden. 22. Karl Deitz, Tv. 1846 Gießen. 24. Wilh. Kraulch, Tv. Mufchenheim. 25. Hch. Wulkau Tv. 1846 Gießen. 26. Albert Heinrich, Tv. Allendvrf a. d. L. und Adolf Rücke!, Tv. Wuschen- heim. 27. Erwin Policke, Tv. 1846 Gießen. 28. Hch. Eifer, Tv. Mufchenheim. 30. Hans Peters, Mtv. Gießen. 33. Otto Hofmann, Tv. Krofdorf. 35. Paul Koch, Tv. Krofdorf. 36. Wilh. Wagner, Tv. Lang- Gons. 37. Eduard Toll. Tv. Lich. 39. Wilh Rinn, Tv. Heuchelheim. 42. Richard Wagner, Tv. Allen- dorf a d L. 43. Richard Valentin, Tv. Krofdorf. 44. Willy Graatz, Tv. Lich Jugendturner, älnterstufe: 1. Sieg Fritz R o l d, Tv. Wetzlar. 2. Wilhelm Beaupcrim, T. u. Sp.-V. 1860 (Marburg. 3. Willy Rcih, Tv. 1846 Gießen. 4. Wilh. Goupeaud, Tv. Heuchelheim. 6. Erich Dilges, Tv. 1846 Gttßen. 10. Fritz Morncweg, Tv. Klein-Linden und August Jung Tv. Klein-Linden. 12. Wilhelm Schmidt, Tv. Liang-Göns. 13. Albert Würtz, Tv. Krofdorf 14. Albert Leun, Tv. Großen-Linden. 16. Hch Morneweg, Tv. Klein-Lindm. 17. Hans Müller, Tv. Lich und Werner Rohl, Tv. 1846 Gießen. 19. Karl Reetz, Tv. Grünberg. 20. Karl Schma- del, Tv. Grünberg. Äarl Steinnagel und Hch Janz, Tv. ®roßen-Cinben. 21. Ernst Glaum, Tv Klein-Linden. 24. Hermann Pfeffer, Tv. Grünberg und Wilhelm Brück, Tv. Lang-Göns 26. Wilh. Dem, Tv. Lang-Göns und Hans Eisen- traut. Tv. Grünberg. 27. Hch. Detter, Tv. Grün- berg und Karl Faber, Tv. Großen-Linden. 28. ßubtoig Schwinn. Tv. 1846 Gießen. 31. Alber! Deeh und Paul Pfeifer, Tv. Krofdorf. 34. The: Fritz, Tv. Langsdorf. 36. Emst Weil, Tv. Mu- schenheim. 37. Wilh Schmidt, Tv. Krofdorf unt Otto Leidich, Tv. Orüningen. 38. Jakob Fay Tv. (Srüningen und Paul Re h, Tv. Krofdorf. 39. Karl Jochum, Tv. Krofdorf und Karl Marx, Tv. 1846 Gießen 40. Fritz Stern, Tv. Großen- Linden. 41. Richard Seth, Tv. Großen-Liaden. 43. Ernst Rinn, Tv. Krofdorf. 41. Paul Rinn, Tv. Krofdorf 45. Richard Bender, Tv Krofdorf, Adolf Ulm. Tv. Allendorf a. d. L., Loren- Schlamp, Tv. 1846 Gießen, Wilh Weiß, Tv Großen-Linden. 46. Chcksttan Schäfer, Tv. GrL- gingen. 47. Albert Heyer, Tv. Krofdorf. 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Obstversteigerung an den Kreisftraßen des Kreises Gießen VI Deutsch Handels- Form ul ark. Rechnen Wirtschafts- Erdkunde _Rechnen Wechsel- und Scheckkunde Buchführung (. Kreis straße Handols- betricbslehre Buchfnhrung Kurzschrift .-Sehr lisch Kurzschrift Masch.-Sehr. Russisch Deutsch Handels- Briefwechsel •n£> r- *3 ~ U u i= k t L <3 = E ““ 3 ü || CO • Hansa-Handels-Schule Bleichstraße 5, Telephon 821 von J. Kunzeimann, Diplom-Handelslehrer, Gießen. Stundenplan für die am 14. Oktober beginnenden Kurse. 19. Septbr., nachm. 1 Uhr Langsdorf bis Ab- vorm. en mittags 12 vorm. 9 im Anschluß nächst Albach sogleich an Ort und Stelle zu entrichten. Gießen, den 16. September 1924. 7170D Kreisbauverwaltung Gießen 20. 20. nachm. 1 vorm. 8 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 vorm. 8 -nachm. 1 13 14 15 16 17 ,8 8 10 vorm. 8 " 8-/3 Dauermühle nächst Großen-Linden vorm. 97, „ 11 nachm. 1 l > 36 ! 37 . 38 39 40 41 42 vorm. 9 ,, 9 Kreismagazin nächst Leihgestern • „ Langgöns » Lich „ Grünberg „ Göbelnrod im Anschluß am Baum Nr. 1 nächst Annerod vorm. 8 mittags 127, vorm. 8 „ 8 „ 9 nachm. 1 2 nachm. 2 „ 3 vorm. 8 „ 9 „ Grünberg im Anschluß „ Hof-Güll im Anschluß „ 9 „ 10 mittags 12 vorm. 87, nachm. P/, , 2 ' vorm. 8 Kirchberg - Sichertshausen . Staufenberg-Odenhausen . Odenhausen^- Ruttershausen Kirchberg...... Staufenberg - Daubringen . Daubringen-Lollar . . . Klein-Linden-Dutenhofen . Hungen-Nonnenroth . . Nonnenroth -Rieder-Bessing, Nieder-Bessingen-Münster. Münster-Wetterfeld . . . Grünberg-Röthges . . . „ 8 „ 10 mittags 12 vorm. 9 nachm. 1 .. 2 vorm. 8 Langsdorf - Hungen . . Gießen-Gleiberg . . . „ -Rodheim . . . Heuch elheim - Allendorf . Hungen-Inheiden . . Inheiden-Utphe . . . Utphe-Berstadt . . . Grünberq - Lindenstruth Abfahrt Harbach . . Göbelnrod - Beltershain. „ - Grünberg . Gießen-Annerod . . . Annerod-Grünberg . . Gießen-Reiskirchen mit zweig nach Oppenrod. nächst Reiskirchen im Anschluß Bahndurchlaß n. Gießen an der Wellersburg im Anschluß am Wald Grünberg-Stangenrod . . Stangenrod-Weitershain . Lehnheim - Atzenhain . . Die Steigbeträge sind 24. 24. 24. 24. 24. 24. 24. 25. 25. 25. 25. 25. 25. 25. 25. a. Bahnhof Bellersheim nächst Bellersheim „ Bettenhausen „ Muschenheim „ Londorf im Anschluß nächst Kesselbach vorm. 8 8 „ 10 „ 8 nächst Grünberg a. Abzw. Grünb.-Mücke am Pfingstkopf am Baum Nr. 1 nächst Allendorf im Anschluß nächst Grüningen „ Lich „ Dors-Güll „ Rüddingshausen im Anschluß nächst Weitershain Abzweig n. Stangenrod im Anschluß 26. 26. 26. 26. 26. 26. 26. 26. 26. 26. 26. 26. 26. 27. 27. 27. 27. 27. 27. 29. 29. 29. nächst Klein-Linden „ Hungen „ Nonnenroth „ Nieder- Bessingen im Anschluß nächst Grünberg „ Queckborn „ Daubringen „ Klein-Linden an der Hardt am Baum Nr. 1 im Anschluß nächst Hungen „ Inheiden „ Utphe im Anschluß an der Jiegelhütte nächst Bersrod (Wald) „ Beuern „ Wieseck im Anschluß » 8 mittagsl2 vorm. 8 9'/. mittags!2 vorm. 9 „ 10 nachm. 1 , 2 vorm. 77, Reisk irchen - Hattenrod . . . Watze.nborn-Garbenteich . . Lich-.Langsdorf Langsdorf - Rieder-Bessingen bis Wald an der Ganseburg nächst Kirchberg im Anschluß nächst Reiskirchen „ Watzenborn „ Lich Queckborn-Ettingshausen. . Dambringen-Alten-Buseck. . Klein-Linden-Lützellinden . . „ - Großen-Linden. Großen-Linden - Lützellinden . „ --Langgöns. . Bahnhof Bellersheim bisStraße Bellersheim - Trais-Horloff Bellersheim - Bettenhausen . . Dettenhausen-Muschenheim . Muschenh. - Treis-Münzenberg Londorf-Nordeck..... • - Kesselbach . . . . Kesselbach-Geilshausen . . . Geilshausen - Beltershain bis Wald . . . ' Reiskirchen - Bersrod . . . Bersrod-Beuern Beuern-Allertshausen bis Wald Wieseck -Alten-Buseck . . . „ - Trohe Trohe-Rödgen Gießen - Leihgesterns . . . . Leihgestern-Langgöns . . . Langgöns-Kirch-Göns . . . Lich-Nieder-Bessingen . . . „ -Steinbach bis Wald . . „ -Colnhausen Grünberg - Beltershain . . . Beltershain-Geilshaus. b. Wald Reiskirchen - Grünberg bis Abfahrt Harbach .... Saasen-Bollnbach . . . . Gießen-Wißmar „ -Lollar ... . . . . „ -Daubringen . . . . „ -Steinbach . . . . Don Wald — Steinbach . . . Steinbach-Lich bis Wald . . Lich-Albach Albach-Steinbach . . . . Albach - Burkhardsfelden . . Hof-Güll — Eberstadt .... Eberstadt-Ober-Hörgern . . Ob.-Hörgern- BriedelfKreisgr.) Grünberg-Mücke .... „ -Weickartshain . . Mainzlar-Treis Allendorf - Londorf . . . . „ - Climbach .... Tlimbach-Allertshausen . . Grüningen-Langgöns . . . 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