M 0 NianP^tiV ML lrg d-bKS 1 l" Ä M ."°4 ar!, ij"Mett ^tt. 124b^,148- 132 { ^Itilnai 1 olD8). W 230 (f iÄ bis Ä.fa (ftcttfl) TU 1 ?'6 14 5U i5T> biz h v®«fr i^Es« deborse. 68 W„ IV5 6™ 16,5t 23 is ?*WW > Janh! k br Ichwerr« ^nngSblatt. ■ ^wnbtcang ter tzV> LA ^letmngdngsüm, u' Stinbem _ vtrakecherre. - T^iftnacbn^itai ■venlelden öng beidkr kltcrkörper- nochdemallr ballen, durch mm z. Haust cd. «uS Dank n leidenden. 5. Mai 1921 r, Celonom. r-Nalurbetl- 9io'ental 16. ielt20fahren ■ neu, Ihnen- : illipBle.Gkti 8 .chNÄl ilt untere teueren Tepviche nnb Gar- ren durch daS alt !ottenäthec rbälllich. , Sranfhtrt a. M- MMt HM billigst empfiehlt Eduard 5a6 Holzhaadlllllg SnOiorfir. 49 b-“j lfershckn Meckes- nung (amflaW täglich von t Uhr Ihr nachmittags Ml ähmddttS°m«k- i Trci^ herabges h LSS SSZ SS» Äffi* \i emainierter rdi ignet, »** a 90 cm breti, verkaufen ei Ulm jMeJJÜ il-Lir 6li«S hr nfl?X W belreibenok chlp! Nr. H3 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: EießenerFarnilienb lütter Monats-Bezugspreis: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlülse' für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGieden. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Erstes Blatt 174. Jahrgang Freitag, 20. Juni 1924 GietzenerAnMger General-Anzeiger für Gberhesien vrnck Md Verlag: Vrühfsche Universttütr-Buch- und Steindrnckerei H. Lange in Gießen. Zchnftleitung und Geschästzftelle: §chulstraße 7. llnnai.me von Anzeigen für die Tagesnummer big zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichKeit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite crttich3, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzoorschrift 20°;o Auf. chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. B Die Feuerprobe des KaLiueLLs Herriot. Vertrauensvotum in der Kammer nach heftigen Lärmszenen. — Niederlage der Linken im Senat. Paris, 20. Juni. (WTB.) Um 1.30 Uhr vormittags hat die Kammer mit 313 gegen 234 Stimmen der Regierung Herriot ihr Vertrauen ausgesprochen. Die Annahme der Tagesordnung hat folgenden Wortlaut: „Die Kammer billigt die Erklärung der Regierung im Vertrauen darauf, daß sie die durch das allgemeine Stimmrecht am 11. Mai bestätigte Politik durchführen wird. Sie lehnt weitere Zusätze ab und geht zur Tagesordnung über". Der Ministerpräsident hatte die Vertrauensfrage gestellt. Die Kammer vertagte fich auf nächsten Donnerstag. Herriot 'fiat nach schweren Kämpfen der Linksmehrheit in der französischen Kammer gegen die Anhänger der Poincaröschen Gewaltpolitik seinen ersten Sieg erfochten. Tl.id es kann mit Genugtuung in Deutschland festgestellt werden, daß, die Konsequenz, mit der der französische Ministerpräsident seine angekündigte Politik der Lleberbrückung der Gegensähe gegenüber dem tosenden Lärm des Dloc national vertreten hat, wesentlich zur Stärkung der Hoffnungen auf eine Verständigung beitragen muh,. Denn der Kampf der Poincaristen, die in den Abgeordneten Vota n o w s ki Le Troquer und Maginot Hrei Minister des letzten Kabinetts, in die Arena der Kammer sandten, galt nicht dem französischen Sozialisten Herriot, sondern seiner Absicht, den bisher verfolgten terroristischen und imperialistischen Kurs durch eine Aera friedlicher Verständigung zu ersetzen. Daß dieser Kampf zugunsten Lieser Politik der Vernunft entschieden wurde, ist gewiß ein von unS zu begrüßender Fortschritt. Daran ändert auch, die Niederlage nichts, die Herriot im Senat erlitt. Immerhin beweist sie ebenso wie der Verlauf der Kammer- sihung. daß die Schwierigkeiten nicht gering fern werden, denen das neue französische Kabinett bei dec Durchführung seiner Politik begegnen wird, und daß, es verfehlt wäre, wenn mir Deutschen eine sehr rasche und sehr durchgreifende Aenderung der Gesamtlage erwarten würden. Es wird Aufgabe der deutschen Regierung sein, mit kluger Besonnenheit die Vorgänge in Paris zu beobachten und ihnen Rechnung zu tragen. 2m übrigen dürfte es überflüssig fein, den Verlauf her Kammerdebatte zu kommentieren^ Der ausführliche Bericht, den wir folgen lassen, besagt alles. Der Sitzungsbericht. Paris 19. Juni. (WTB.) Die Kammer seht fjeute nachmittag die nach, Verlesung der Regierungserklärung eingeleitete Interpellationsdebatte fort. Als erster Interpellant ergreift der Abgeordnete Dokanowski das Wort, der Auskunft über die Regierungspolitik der neuen Regierung wünscht. Vllin müsse erklären, daß die neue Regierungeine Finanzlage übernehme, orealsdiegünstigsteseit der Beendigung des Krieges bezeichnet werden müsse. Die Finanzlage habe sich seit 1919 dank der mutigen Anstrengungen der Kammer gebessert. Das werde, wenn man feine llnklugheiten begehe, andauern. 1919 hätten im Budget 50 Milliarden Ausgaben nur 11 Milliarden Einnahmen gegenüberstanden. Jetzt rechne man mit Einnähmen von 30 Milliarden. Das Budget dieses Jahres werde sicherlich, ausgeglichen, trotzdem Deutschland augenblicklich nichts zahle. Die Ausführungen teZ Redners rufen Widerspruch bei den Sozialisten hervor, während sie von den Mittelparteien unterstützt werden, so daß, Kammerpräsident Painleve wiederholt eingreifen und um Ruhe ersuchen mufk Abg. Vokanowski stellt im weiteren Verlauf feiner Rede fest, duft die Handelsbilanz, die 1919 ein Defizit von mehr als 20 Milliarden aufgewiesen habe, dieses Jahr mit einem Lleberfchuß von 1,4 Milliarden abgeschlossen habe. Frankreich habe seinen Wiederaufbau durchführen können, ohne daß die Schuld um mehr als 90 Milliarden vermehrt worden sei. Als der Redner seine Ausführungen beenden will, erhebt sich ein Abgeordneter von derRechten und kündigt die Wahl des Senators de Sel- ves zum Senatspräsidenten an. Die Abgeordneten der Mitte und der Rechten applaudieren. Einer der Abgeordneten ruft: Rieder mit Caillaux! Der sozialistische Abg. Moutet ruft: Wir haben keine Angst vordem Kampf mit dem Senat! Rach Bokanowski ergreift der sozialisti - s ch e Abg. Paul Saure das Wort, um namens seiner Partei eine Erklärung zu verlesen, in der es heißt, die Sozialisten glaubten, daß durch die Wahlen vom 11. Mai Frankreich nicht nur eine Verschiebung der Parteistärke vorgenommen, sondern daß es auch zu verstehen gegeben habe, daß auch auf politischem Gebiet eine vollkommene Aenderung vorgenommen werden solle. Frankreich habe vor allem bedeutet, daß es in Frankreich und ganz Europa die grausamen Folgen des Krieges und des unvorsichtigen Friedens beseitigen wolle. Frankreich wolle einen dauerhaften Frieden. Es wolle in einer von Mißtrauen und Haß gereinigten Welt atmen. Ts habe begriffen, daß der Wiederaufbau verbunden fei mit dem allgemeinen Fortschritt der Demokratie. Voraussetzung fei die ungestörte Arbeit und das gegenseitige Vertrauen der Völker. Der Politik des Imperialismus haben wir ein Ende gesetzt, um an ihre Stelle eine Politik zu setzen, die aufgebaut ist auf dem Gedanken internationaler Solidarität. Die jozialistifche Partei glaubt, als Beauftragte der Arbeiterpartei zu handeln, wenn sieder gegenwärtigen Regierung, die entschlossen sei, das Wert der Reparationen durchzuführen, Vertrauen schenke. Die Arbeiter sind jedoch intelligent genug, um zu ergreifen, daß vier Jahre der Mißwirtschaft nicht in wenigen Wochen beseitigt werden könnten. Die sozialistische Partei erwartet von der neuen Regierung, daß sie sich treu bleibt. Sie verlangt von ihr nicht, daß das sozialistische Programm, sondern daß ihr eigenes Programm durchgeführt wird. Sie wird der Regierung solange treu bleiben, als sie ihren eigenen Grundsätzen und ihren Versprechungen treu bleibt. Die sozialistische Partei hat völlige Freiheit gegenüber der Regierung wie die Regierung gegenüber der Partei frei ist. Der Abgeordnete Le Trocquer behauptet, die Einnahmen ter Regieeifenbahnen ergäben einen täglichen Rutzen von 1 Million Franken, der Verkehr sei auf den Vorkriegsstand gekommen, namentlich die Lieferungen an Kohlen und Koks seien sehr ergiebig gew Irden. Vom Januar 1923 bis April 1924 habe die Ruhr- besehung einen Ruhen von 2462 Millionen Franken abgeworfen. Wenn man die Besatzungskosten abziehe, dann bleibe ein Ergebnis von 2082 Millionen Franken. Augenblicklich erziele man monatlich 350 Millionen Franken, das feien 4 Milliarden Franken im Jahre. Ende 1922 habe Deutschland sich geweigert, Sachlieferungen als Geldleistungen durchguführen. Die Regierung Poin- car6 habe den Sachverständigenberlcht ohne schränkung angenommen. Wenn die Deutschen vor ter Ruhrbefetzung nicht bezahlt hätten, so fei es geschehen, weil sie nicht zahlen wollten, und nicht etwa weil sie nicht hätten zahlen können Le Trocquer weist auf die Bedeutung der Eisen- bahnregie hin und legt Herriot auf die in der ministeriellen Erklärung an- gefÜydigten Vorbedingungen für Räum u ng des Ruhrgebietes fest. Keine Garantie hätte einen Wert, wenn man nicht in der Sage fei, im Falle einer deutschen Verfehlung sofort wieder die Pfänder zu beschlagnahmen. DeshaD stelle er offen die Frage, ob die militärische Besetzung, die nichts gemein habe mit der wirtschaftlic^n und finanziellen Einheit des Deutschen Reichs, fortbestehen solle. Das französische Volk in seiner großen Mehrheit habe die Politik Poin- car 4 s gebilligt Deshalb fordere er, daß das Ergebnis dieser Politik nicht in Frage gestellt werde. Ministerpräsident Herriot ergreift das Wort. Die RegierungserKärung fei f e b r kl a r geewesen. Sein Kabinett fei homogen, und er erkläre unumwunden, wenn er keine ausgesprochene demokratische Mehrheit erlangen könne, um sein Programm durchzu^ühren, würde er auf die Ministerpräsidentschaft verzichten. Er ersuche die Mehrheit, einen Arbeitsgeist zu entfalten und sich nur auf die Diskussion der notwendigen Reformen zu beschränken. Aus diesem Grunde wolle er heute nur drei Fragen behandeln: Die Frage der Abschaffung der Botschaft beim Vatikan, die Finanzfrage und die Frage der auswärtigen Politik. Er fei kein Antiklerikaler, aber er müsse feststellen, daß er schon 1919 bei der Errichtung der Botschaft beim Vatikan sich hiergegen ausgesprochen habe. Sein Vorgehen habe nichts mit Intoleranz zu tun, er habe nicht die Absicht, die Gefühle der Katholiken zu verletzen, und er erkenne wohl an, was die katholische Religion gutes geschaffen habe und noch schaffe. Er müsse aber den Grundsätzen treu bleiben, die er früher vertreten habe. Ein Abgeordneter ruft dazwischen: Ein Minister kann nicht 'handeln wie ein Mitglied der Opposition. Herriot erwidert: Aber ein Minister muß seiner Weltanschauung treu bleiben. D-ie Rechte unterbricht den Ministerpräsidenten 'häufig, was Gegenbemerkungen seitens ter Linken hervorruft. Als der Abg. General de Saint-Iust, der der demokratisch-republikanischen Union angehört, eine Bemerkung macht, ertönt von links der Ruf: „Die Mordgenerale sollen schweigen! (Es entsteht ein un- geheuter Tumult.) Die Saaldiener müssen eingreifen, um Handgreiflichkeiten zu verhindern. Rur mit Mühe kann fich der Kammerpräsident Göhör verschaffen, der den Abgeordneten der diese Bemerkung gemacht hat, auffordert, fidji zu melden und feine Aeußerung zu erläutern. Es meldete fich der sozialistische Abgeordnete Simon Renard, der erklärt er 'habe von dem gesprochen, was sich während des Krieges ereignet hat. Diese Erläuterung wird als uiwefriedigend erklärt und viele 2Bgeordnete der Rechten dringen auf die Ministerbank ein und schreien: Rollet, Rollet, Rollet! In diesem Augenblick hebt Kammerpräsident Painlevs die Sitzung auf. Damit 'ist der Tumult jedoch noch nicht beendet. In dem großen Stimmengewirr ist es unmöglich, die Aeußerungen zu verstehen, die seitens der Kammermitglieder von rechts und links gemacht werden. Die Saaldiener haben die größte Mühe, Tätlichkeiten zu verhindern. Erst als der Abgeordnete 'Renard das Wort ergreift,' um fich zu entschuldigen, tritt allmählich wieder Ruhe ein. so daß Kammerpräsident Painlevs die Sitzung wieder eröffnen kann, um Ministerpräsident Herriot Gelegenheit zu geben, seine Rede fortzufetzen. Herriot geht dann zur elsaß-lothringischen Frage über. Er legt Wert auf die Feststellung, daß alle Traditionen Elsaß-Lothringens von der Regierung respektiert werden sollen. Schließlich antwortet der Ministerpräsident dem Abg. Le Trvequer. Er bezweifelt die Richtigkeit der von diesem vor- gebrachten Ziffern. Um den 'Betrag der Ruhr- vperation abzuschähen, müsse man sie mit dem vergleichen, was unter anderen Tlmstünten hätte erzielt werden formen, besonders mit jenen 950 Millionen Sachlieferungen, die Frankreich 1922 erhalten sollte. Hier unterbricht der Abg. Reibel, früherer Minister der befreiten Gebiete. Unter großem Lärm auf den kommunistischen Bänken erklärt er von seinem Sitz aus, Ministerpräsident Herriot verttete heute denselben gefährlichen und alten Standpunkt, den Driand gestern vertreten habe, daß nämlich Frankreich, zum mindestens aber seine Regierung, nicht das Rö- tige getan hätte, um die Sachlieserungen zu erhalten, auf die sie Anspruch gehabt hätte. Wenn die These Herriots aufrecht erhalten werde, so führe das dazu, daß er Deutschland entschuldige. Diese Worte lösen einen ungeheuren Tumult auf der Linken aus. Die Abgeordneten der Linken veranstalten ein Konzert mit den Pultdeckeln. Ministerpräsident Herriot kann sich nur mit Mühe Gehör verschaffen. Herriot erhebt mit scharfen Worten Protest und erklärt, er werde auf Anschuldigungen, wie die eben gehörten, nicht antworten. Man könne ihn nicht anklagen, daß er Deutschland entschuldige, denn er habe vorhin nur Tatsachen angeführt. Zu dem Abg. Reibel gewandt, sagte Herriot: Sie haben gesagt, das beste Mittel, sein Land zu kennen, sei, seine Interessen zu verteidigen. Run wohl, den Prozeß, den Sie soeben plädiert haben, kennen Sie nicht. haben gesagt, die Regierung hätte im Jahre 1922 für 500 Millionen Goldmark Lieferungen erhalten. Sie kennen offenbar eine Antwort nicht, die Ihre Regierung dem Marquis de Luberfac im „Journal Officiel" erteilt hat, der fragte, wieviel wir von den zuständigen 950 Millionen Goldmark Lieferungen erhalten haben. Run, im ganzen 179 Millionen, und das war nur für Kohlen und Koks, weil gewisse französische Industtielle nur die Kohlen und den Koks wollten, um ihre Fabriken im Gang zu halten, aber sich der Einfuhr anderer Waren widersetzten, well sie dadurch ihre Interessen geschädigt glaubten. Sie haben also auf diese Weise rund 750 Millionen Goldmark Reparationszahlungen aufgegeben. Ich kenne .meine Akten; es gibt unter ihnen ein Dokument, das aulch der Abg. Klotz wohl kennt, denn es hat ihm Vorgelegen. Es bezieht sich auf eine Bestellung von Automobilen im Werte, von 117 Millionen. Man hat sie aus Konkurrenzgründen im Zeitpunkte der Lieferung zurückge- wiefen. Der Sachverständigenbericht stehtgar nichtmehrzur Debatte, denn die Reparationskommiffivn hat ihn angenommen. Herriot verliest dann den Dries, den Poin- care an Macdonclld gerichtet hat und in dem damals der französische Ministe^räsident Mac- d o n a l d dafür dankte, daß er ihm durch die belgischen Minister Theunis und Hymans habe mitteilen lassen, England, Belgien und Frankreich seien darüber einig, den vom Sachverständigenbericht vorgesehenen Garantien Respett von feiten Deutschlands zu verschaffen. Er sei sicher, so fügt Herriot hinzu, daß die ganze Kammer diese Mitteilung der Regierung begrüßen werde. Deb frühere Kriegsmini st er Maginot unterbricht und verlangt, daß die Regierung die Besetzung des Ruhrgebietes aufrechterhalte. Herriot erwidert ihm, daß, wenn man sich an die Durchführung ter im Sachverständigen- tericht enthaltenen Bestimmungen über die Durchführungsgarantien hielte, die Besetzung 37 Jahre dauern würde. Herriot erflärte, daß das friedliche Frankreich die Frage der Zahlungen und der Sicherheit losen könne. Frankreich hoffe, daß die deutsche Demokratie begreife, daß sie, wie Frankreich, an der Lösung dieser Frage interessiert sei. Frankreich wolle nicht nur b^ahlt fein, es wolle auch nicht mehr angegriffen werden. Er, Herriot, fei sicher, daß er an der Spitze der englischen Regierung den liberalen, den intelligentesten und den sichersten Freund finden werde. Herriot schließt mit den Worten: Wenn ich mit Ihrem Vertrauen nach London abreifen darf, dann werde ich mein Land mit ganzer Kraft verteidigen. Wir werden uns gegenseitig unterstützen und wenn wir von der großen Mehrheit dieses Landes unterstützt werden, dann werden wir unsere Aufgaben erfüllen, wie ich sie auseinander- gesetzt habe. Wenn wir aber keinen Erfolg haben, dann wird die Ordnung dadurch nicht gefördert werden. Bei Beendigung der Rede Herriots klatschten die Abgeordneten der Linken stehend Beifall. Der Ministerpräsident wird, als er auf seinen Sih zurückkehrt, von sämtlichen Ministern beglückwünscht. Darauf wird die Sitzung bis 10 älhr unterbrochen. Die Nachtsitzung. Paris, 20. Juni. (WTB.) Die Rächt» sihung der Kammer begann um 10.15 älhr. Es kam z u einer fast dramatischen A us-, einandersetzung über die Politik dey Regierung gegenüber Elsaß-Loth- ringen. Der der Rechten angehörende Abgeordnete S o u l i e interpellierte Herriot, indem er den Standpunkt vertrat, daß eine vollkommene Gleichstellung nicht möglich fei. Dagegen erhob der neu- gewählte Sozialist Weil Widerspruch Er erklärte, die Mehrheit der Elsässer und Lothringer haben sich für die Beseitigung des Ausnahmezustandes ausgesprochen. (In ter Mitte hört man Proteste: Rein! Rein! Rein!) SchLiehllch gibt un *21 amen von 21 lothringischen Abgeordneten der Abgeordnete Schumann eine Erklärung ab. Er sagt: Es enffpreche den tenwkratischen Grundsätzen, zuerst die Vertreter von Elsah-Lothringen zu hören. Von 24 Abgeordneten hätten 21 ihn beauftragt, gegen die Erklärung des Ministerpräsidenten zu sprechen. Abg. Well könne also für die 3 übrigen Abgeordneten nicht die Mehrheit ter Wähler in Anspruch nehmen. Herriot erflärt: Die Regierung habe das Recht, sich über die Worte tes Abgeordneten: Schumann zu wundern. Es könne fein Konkordat iK Elsah-Lothringen geben, da das Konkordat in Frankreich aufgehoben sei. Di eDebatte wird dann geschlossen. Es kommt vor ter Abstimmung zu ungeheuren Tumultszenen, die schließlich in eine Schlägerei ausarten. Im Rumen der kommunistischen Gruppe verliest der kommunistische Abgeordnete G a r ch e- vie, der mit dem Rufe „Es lebe die russische Revolution" empfangen wird, eine Erklärung. Als er die Tribüne hinuntersteigt, wird er heftig von den Sozialisten angegriffen. Die sozialistischen Abgeordneten Paleausset und Daroy greifen den Abgeordneten mit Faustfchlägen an. Weitere Kommunisten und Sozialisten beteiligen sich an der Schlägerei, während der Abgeordnete Marty seinen Leibriemen hebt, sich auf den Tisch stellt und mit dem Riemen in der Lust herumfuchtelt. Es bleibt dem Präsidenten nichts anderes übrig, als die Sitzung aufzuheben und die Tribünen räumen zu lassen. Rach Wiederaufnahme der Sihung erflärt der Abgeordnete Marchais, der der radllalen Linfen der Gruppe L o u ch e u r angehört, feine Freunde machten Vorbehalte hinsichtlich des Programms der Regierung, namentlich in der Frage der Aufhebung der Botschaft beim Vatikan, spreche ihr jedoch ihr Vertrauen aus. Darauf wird zur Abstimmung geschritten, die das oben gemeldete Ergebnis hat. Die Niederlage der Linken im Senat. de Selbes Senatspräsident. Paris, 19. Juni. (Wolff.) Der Senat hat zu Beginn feiner heutigen Sitzung die durch die Wahl Doumergues zum Präsidenten ter Republik nötig getoortene Wahl eines Präsidenten voigenommen. Kandidat für die demokratische Linke ist deren Vorsitzender Senator D i e n r> e n u« Martin für die Mittelparteien ter ehemalige Minister deS Innern de Selbes, ter ter Republikanischen Union, angehört; te Selres wurde mit 151 Stimmen gewählt. Dienvenu-Mar- tin erhielt 134 Stimmen. Die Stärke der Kammersraktionen. Paris, 19. Juni. Die Fraktionen der Kammer haben sich nunmehr endgültig konstttuiert Die stärkste Partei sind die Radifalsozia- l i st e n mit 139 Mitgliedern, ihr folgt die s o z iw listische Partei mit 104 Mitgliedern, dann kommt die Demokratisch-Republikanische .Union (so nennt sich die ehemalige Aragv-Parlei) mit 103 Sitzen, die Sozialistisch-Republikanische Fraktion, ter sich die rechtsstehenden Sozialisten an- geschlossen haben, mit 44 Sitzen. Die Demokratische Linke (Ionnart-Partei) zählt 43 Mandate. Ihp schließt sich Dte ntttgevlldete FraSwn Der atarn- talen Linken mit 42 Stimmen an, der jetzt auch der mehrmalige Kammerpräsident Raoul Pe- ret angebort; die nächststärkste Gruppe ist die Linksrepublikanische Partei mit 38 Mitgliedern, darauf folgen dte Kommunisten mit 26 Mitgliedern. dte Gruppe der Demokraten (Elsah-Lothrin- ger und einige Dissidenten) mit 14 Mitgliedern. Zu keiner Partei gehören 28 Abgeordnete. Vreitscheid bei Herriot. Parts, 19. Ouni. Ministerpräsident Herriot hat gestern abend den deutschen Reichstagsabgeordneten D r e t t s ch e i d empfangen. Gegen französische Tendenzlügen Berlin, 20. Ount Das Pariser „Journal" bringt einen u. a. auch vom diplomatischen Berichterstatter der „Daily Mail" aufgegriffenen Bericht, wonach die französische Regierung seit einiger Zeit sowohl aus dem besetzten Gebiet wie aus dem unbesetzten Deutschland Informationen erhalten habe, die von militärischen Plänen gegen die französische Besatzung im Ruhr gebiet wissen wollen. Demgegenüber wird von maßgebender amtlicher Stelle festgeslellt, daß selbstverständlich derartige Plane in Deutschland von keiner militärischen oder zivilen Stelle auch nur in Erwägung gesogen worden sind. Desgleichen bestehen nicht die geringsten Anhaltspunkte dafür, dah einzelne Privatpersonen in Deutschland sich mit Plänen dieser Art besaht haben. Solche Pläne würden von der Reichsregierung sofort unterdrückt worden sein. Die Meldung des „Journal" ist also völlig aus der Luft gegriffen, ö. h. die französische Regierung hat derartige Rachrichten nie erhalten, oder aber die französischen Nachrichten- stellen sind irgendwelchen Schwindlern zum Opfer gefallen, die aus gewinnsüchtiger Absicht solche.Informationen" erfunden haben. Dokumente zur separatistischen Bewegung in Rheinhessen. Frankfurt a. M., 19. Juni. Die Dokumentensammlung zur Geschichte drs pfälzischen Separatismus wird nunmehr in den „Beiträgen zur Geschichte des Separatismus in Rheinhessen" fortgesetzt, deren erstes Heft „Bingen", dem zwei weitere folgen sollen, in diesen Tagen im Kommissionsverlag von Lehmann in Frankfurt-M., Römerberg, erscheint. Das Heft enthüll außer einer genauen Schilderung der separatistischen Umtriebe in Dingen ein wertvolles Quellenmaterial, dessen Beweiskraft durch Faksimiles wesentlich unterstützt wird, und welches durch die Mr- künden beweist, dah der Kreisdelegierte Jean Vermeil den Putsch in Dingen in allen Stadien und mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt hat und dah er als der eigentliche Urheber des Putsches zu betrachten ist. Die angebliche Steuerreform. Wie uns aus parlamentarischen Kreisen mitgeteilt wird, sind die Dlättermlldungen über den Plan einer Steuerreform sowie namentlich über den Fortfall der Steuervorauszahlu gen unu» -treffend. Ebenso unrichtig jd>n dir Meldungen, dah sich das Reichökabinett in dm letzten l Tagen mit den Fragen der Deamtenbesol- ? düng besaht habe oder befassen wolle. Ein Ultimatum des Reichsverkehrsministers. Berlin, 19. Juni. Der Reichsverk h smi- nister hat laut dem „Lokalanze ger" an die Reichs- gcwerkschaft deutscher E.ftnbah ibeamten und -Anwärter die Aufforderung gerichtet, den § 2 ihrer Satzungen, der die Streikfrage behänd: lt, endgültig zu streichen. Die Erkmrungsfi ist läuft Anfang nächster Woche ab. Falls der Aufforderung nicht entsprochen w rden sollte, dürfte, wie das Blatt schreibt, die Reichsgewerkichaft nicht m.hr zu den 0'^jprechungen im Reichsreckehcsministe- rium Hinz ^gezogen werden. Gespannte Lage in Serbien. Wien, 20. Juni. Aus Belgrad wird gemeldet, die innerpolitische Lage sei derart gespannt, dah man mit Ueberraschungen rechnen müsse. Die oppositionellen Abgeordneten werden nach übereinstimmenden Meldungen der Presse in verschiedenen Gegenden des Landes belästigt, zwei Dau.rn-Abgeordnrte wuclea mihhan- delt: sie wandten sich mit einem Protest an den König. 3m Hafen von Antivari sind zwei französische Tvrpedobootszerstörer angekommen. Der britisch-mexikanische Streitfall. L o n d o n, 20. Juni. (WTD.) 3m Unterhause erklärte Macdonald, die Haltung der mexikanischen Regierung gegenüber dem britischen Geschäftsträger Cummins sei in jeder Beziehung u n- entschuldbar, denn Cummins habe lediglich die 3nteressen der britischen Untertanen in Mexiko wahrgenommen. Die Abreise des britischen Geschäftsträgers, dieunmittelbarbe- v o r st e h e, werde von den Bereinigten Staaten gesichert. Macdonald gab weiterhitr zu verstehen, dah die britische Regierung unter diesen Umständen auf. die Entsendung einer britischen Mission nach Mexiko verzichte, die sich über die Frage der Anerkennung der mexikanischen Regierung unterrichten sollte. ♦ Bekanntlich wurde der britische Geschäftsträger in Mexiko nicht nur von der mexikanischen Regierung an der Ausübung seiner Tätigkeit gehindert, sondern nach der vergeblichen Aufforderung das Land zu verlassen, in seiner Behausung regelrecht belagert. Strefemann über Vas Herriotprogramm. Dessau, 19. Juni. AuS Anlaß des Landtagswahlkampfes in Anhalt sprach der Reichsminister des Aeußern Dr. Strefemann in einer Versammlung der Deutschen Volks- Partei in Dessau. Seine Ausführungen bewegten sich bezüglich des Sachverständig gengutachtens in den Gedankengängen, die er vor kurzem in Karlsruhe ausgeführt hat. Anter Bezugnahme auf die Darlegungen Herriots bei Gelegenheit der Regierungserklärung in der französischen Kammer betonte der Reichsminister, dah er keinen Zweifel daran hege, dah die neuen Männer Frankreichs die bisher gegen Deutschland angewandte Methode der Bekämpfung nicht fortzusetzen gedächten. Er begrüßte die Aeuße- rungen des französischen Ministerpräsidenten über die Amnestierung der Gefangenen, betonte jedoch, daß die psychologischen Wirkun- gSn einer solchen Maßnahme nur dann in Deutschland eintreten könnten, wenn die Amnestie eine ausnahmslose sei. Wer gegen die Truppen eines Staates, der eine Besetzung vornimmt» sich vergeht, möge in den Augen dieses Staates sich eines schweren Vergehens schuldig machen. Man dürfe aber nicht vergessen: Wer sich einer von ihm nichit als vertragsmäßig angesrhcnm Besetzung auch mit Leib und Leben widersetzt, handle nicht aus unedlen Motiven. Es wärefalsch, wenn Frankreich Märtyrer schaffen wolle. Die Erklärung Herriots bezüglichder Räumung deöRuhrgebiets faßt Stre- semann dahin auf, daß das Inkrafttreten aller mit dem Sachverständigengutachten verbundenen Gesetze und damit der Beginn der deutschen Leistungen aus dem Sachverständigengutachten milder Aufhebung der Besetzung Hand in Hand gehe. Damit werde, wenn auch die übrigen, nicht vertragsmäßig besetzten Gebiete geräumt würden, der Statusquo wieder hergestellt sein. Wenn dazu die Wiederherstellung der wirtschaftlichen und finanziellen Souveränität Deutschlands komme, so würde das Tor zwischen dem besetzten und dem unbesetzten Deutschland wieder geöffnet sein und wir würden uns in den heftigen Kämpfen nach Friedensschluß, in Jahren, die bisher gegenüber Deutschland die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln gewesen sind, das bewahrt haben, worauf es in der Gegenwart am meisten ankommt: das Reich und seine Einheit. ) Deutschland erhoffe von einer loyalen und fairen Durchführung des Sachverständigengutachtens einige Jahre ruhiger Entwickelung, wenn auch bei angestrengtester Tätigkeit zur Hervorbringung der Leistungen. Wolle Frankreich mit diesem Deutschland als ruhigem Rachbar leben, so würde das jedermann in Deutschland begrüßen, der in einem friedlichen Nebeneinanderleben beider Nationen die Voraussetzung Der friedlichen Entwickelung der europäischen Verhältnisse erblicke. Ohne Voreingenommenheit, aber auch ohne Illusionen werde das deutsche Volk in dieser Beziehung die Taten der neuen französischen Regierung erwarten. Aus Stadt und Land. Gießen, den 20. Juni 1924. Die Aussichten des technischen Berufs. Die große Arbeitslosigkeit, die wir zur Zeit in Deutschland haben, äußert sich ■ in allen Bernsen. Katastrophal liegen aber die Verhältnis e im technischen Berufe. Die Nachkrie, sz ät hat den technischen Berufen eine Fülle vo i K ästen wie nie zuvor zugeführt. Allein an d n ethnischen Hochschulen bab?n sich in den eintet, en Semestern der J.ihre 1922—24 ettoa 33 030 Studierende und Hörer eintragen laßen. Das bedeutet gegenüber der Friedenszeit, z. D. Wintersemester 1913/14, wo nur im ganzen rund 17 020 Teilnehmer eingetragen waren, annähernd eire Zunahme auf das Doppelte. In den Maschinen- baufächern, Maschinen mgenieurwrse i und Elek oo- technik, ist sogar ein Zuwachs von etwa 4320 auf 14 000 zu verzeichnen, im Bergbau von 106 auf 1736 (!), in der Chemie von etwa 2000 auf 4500. Selbst Arbeitgeberverbände, wie der Arbeitgeberverband für die ch.'mi che Industrie und der Deutsche Bcaunkohtenin.ai'trieherein, warnen eindringlich vor der Ergreifung der tnchnch- wissenschaftlichen Ve ufe. Die Arbeitgeber haben sonst ein großes Interesse daran, daß immer genügende Kräfte zur Verfügung stehen. Heute ist es aber so, daß auch die Arbeitgeberverbän'e sich vor dem Angebot an techni.chen Kräften n cht mehr retten können. In der Tat befte.jt nicht die geringste Aussicht, das Heer von jungen Technikern und tt h in.kern unllrzubri gen. A^ch das Ausland wird sie nicht aufn hm n da es bekanntermaßen nur erfahrene Kräfte sucht. Ebenso üb rfteigt der ?an * zum mittler:n technischen Beruf jcd s norm.ile Maß. Die staa- lichen technischen Fachschulen waren genötigt, die Zrotze Zahl von Anmeldu -gen zurück uweiscn. Die technischen Privatschuleir, die aus p ivllgeschäft- lichen Gründen niemals an der Ueb.n ft l u g ihrer Klassen Anstoß genommen haben, haben bis zu 4 Parallel-Klassen eingerichtet, um der heran- stürmenden Flut zu genügen. Noch immer eji !ie- ren auch die sogenannten Fernunterrichtsanstalten, die sich nicht scheuen, den technischen Beruf in den rosigsten Farben zu schildern, um Uneingeweihte geschäftlich aus beuten zu können. Solche Anstalten sind für die technische Ausbildung grundsätzlich zu verwerfen. Die technischen Wll- sensch'ften brauchen wie keine andere einen lebendigen und nicht einen papierenen Unterricht. Gerade bei dem Riesenangebot an technischen Kräften werden nur die Tüchtigsten eine Existenz finden und sich erhalten können. Ungezählte Tausende ton Technikern sind s4-on heute stellenlos. Die Industrie hat teufen"'e juäftc infolge der schlechten Konjun "tur ab gestoßen, die Behörden haben beim Personalabbau ebenfalls Techniker und zwar 25 Proz des Personalbestandes entlassen. Der technische Beruf ist zur Zeit der'a u s s i ch t s l ose st e Beruf. Die wenigsten, die ihn ergriffen haben, werden ihn auch tatsächlich ausüben können. Aber auch für diese wird er kein einträglicher Beruf sein, denn die Arbeitslosigkeit im Berufe drückt naturgemäß auf die Bewertung und De^hlung der techn schen Arbeit. Auf jeden Fall ist jedem zukünftigen Techniker zu raten, sich die gründlichsten handwerksmäßigen Fertigkeiten anzueignen. Sie werden ihm nicht nur für den Fall, daß es ihm gelingt, den technischen Beruf tatsächlich aus;u- üben, zu Gute kommen, sondern auch die Möglichkeit geben, als gelernte Handwerker durchza- kommen. ** Für die Wahl zur Hessischen Aerztekammer ist bei dem Wahlleiter nur ein Wahlvorschlag eingelaufen, der nach den Bestimmungen der Wahlordnung als gewählt gilt. Der Vorschlag verzeichnet folgende Namen. Geh. San-Rat Dr. Habicht-Darmstadt, San.-Rat Dr. A. Fuld-Mainz-Mombach, Dr. Büchner- Gießen, San.-Rat Dr. F. W. Vogel-Darmstadt, Dr. Ql. Deters-Mainz, Dr. Th. Reine- wald-Giehen, San.-Rat Dr. E. Grein-Offenbach, San.-Rat Dr. I. Höchstenbach-Ober-Ingel- 'beim, Dr. L. Dalquen-Heldenbergen, San.-Rat Dr. Karl Brünning-Darmstadt, Dr. Th Daiser- Woims, San.-Rat Dr H. Hahn-Bad-Nauheim, Dr. O. Diehl-Biebesheim, Dr K. Schmahl-Wen- delsheim (Rheinh.), Dr. K. Oelmann-Lampert- 'fjeim, Prid.-Doz. Dr. G. Dü ttmann-Gie- ßen Geh.-Rat Dr. M. Reisinger-Mainz, Med.- Qiat Oberarzt Dr. A. Werner-Heppenheim a.d.B., Ob.-Med.-Rat Dr. K. Königer-Offenbach. Auch die vorgeschlagenen 19 Ersatzmänner gelten als gewählt. ** Gebühren für die steuerliche Unbedenklichkeits-Erklärung. Vom Reichssinanzministerium wird amtlich mitgeteilt: Die Ausstellung von steuerlichen Unbebentlich- keits-Erlläi ungen für Auslandsreisen bedeutet für dte Finanzämter eine beträchtliche Arbertsbe- lastung. Es ist daher angezeigt, daß die Reichs- finanzveiwaltung für ihre im Interesse der Aus- landsrcisenden aufgewandte Verwaltangsarbeit eine angemessene Gebühr erhebt. Zu diesem diesem Zwecke ist eine Verordnung erlassen, die eine Gebühr von 10 Goldmark für die einzelne Reise vom 2 0. Juni ab vorsieht. Für Fa- nulienpässe gilt die gleiche Gebühr wie für Sin- zelpäfse. *’ Verbotene Reinigungsstätte. Wie das Polizeiamt mitteilt, ist es verboen, Teppiche Betten, Abputztücher usw. aus den Fenstern heraus auf die Straße auszuschütteln, weil bei so unstatthaftem Treiben natürlich die Stiaßenpassanten belästigt und oft genug auch verunreinigt werden. Jede Hausfrau, die sich von dieser polizeilichen QSamung getroffen fühlt, niuß sich sagen, daß sie das, was sie selbst nicht gerne e dulden möchte, doch auch den Mitmenschen nicht antun darf. Wo diese Einsicht jetzt nicht Platz greift, da sollen künftig die Polezeibeamten mit Strafanzeigen etwas nachhtlfen. ** G u t befestigen! Das Polizeiamt gibt kannt, daß Blumenstöcke, Blumenbretter und andere Gegenstände auf Ballonen, vor Fenstern usw. so sicher befestigt fein müssen, daß durch das Hei ab fallen oder Umstürzen Personen nicht beschädigt werden könne i. Wer diese selbstverständliche Sorgfalt außeracht läßt, macht sich strafbar. Das ganz dicke Ende in Gestalt von Schadenersah- forberungen und evtl. -Klagen kommt dann gewöhnlich noch dazu. Das Promenadenkonzert der R e i ch s w e h r i a p e l l e, das für gestern nachmittag angelündigt war, mußte aus dienstlichen Gründen ausfallen. Ei e große Menschenme ge, die sich in Erwartung der musikalischen Genüsse aus dem Landgraf-Phllipp-Plah eingesunden hatte, muhte nach einigem Warten enttäuscht den Heimweg antreten. ** Aus dem Gießener Standesamtsregister. Es verslarben in der Zeit vom 1. bis 14. Juni: 1. Juni: Paul Schmidt, 1 M. alt, Schottstraße 13: Wilhelm Eisfeller, Flaschenbierhändler, 54 Jahre alt, Marburger Str. 56. — 2. 3uni: Hermann Wiesen, Kaufmann, 63 Jahre alt, Dleichstr«ße 27. — 3 Juni: Ernst Hermann Decker Kaufmann, 55 Jahre alt, Seltersweg 85. — 4. Juni: Luise Gerth, geb. Ulm, Witwe, 82 I. alt, Licher Str. 74. — 5. Juni: Wilhelm Seipp II., Rentner, 66 I. alt, Dleichstrahe 11. — 6. Juni: Will). Hillgärtner. Buchdrucker, 25 I alt, Bleichst raße 15. — 7. Juni: Heinrich Stephan, Briefträger i. R., 78 I. alt, Sandgasse 45. Iohanette Franke, geb. Reuling, 67 I. alt, Diezstraße 8. — 8. Juni: Katharina Haun, geb. Wießner, Witwe, 70 I. alt, Mittelweg 13. Elisabeth Henn, geb. Lippert, 63 I. alt, Kirchenplatz 11. — 9. Juni: Heinrich Schmidt, Schneider, 69 I. alt, Krofdorfer Straße 13. — 10. Juni: Elisabeth Ferres, geb. Jacobi, Witwe, 73 I. alt, Schottstraße 15. — 12. Juni: Lina Hahn, geb. Höhne, Witwe, 76 I. alt, Landgrafenstraße 2. — 14. Juni: Heinrich Emrich, y2 Stunde alt, Roonstraße 16. Helene Reiß, geb. Schwalm, Witwe, 69 I. alt, Goethe- straße 40. ** Eine neue Ansichtsmarke zu 3 M a r k hat die Reichsdruckerei hergestellt. Sie wird demnächst ausgegeben. In der Gröhe von zwei nebeneinandergelegten gewöhnlichen Marken zeigt sie eine Ansicht der Marienburg in sehr anschaulicher und ansprechender Darstellung. Sie ist in Kupferdruck in rotbrauner Farbe auf weißem Waffelmusterpapier in Dogen zu 50 Stück gedruckt. Das Bild ist von einem 1 Millimeter breiten, guillochierten Rand umgeben. In den Wolken rechts oben steht „Marienburg" in umschlungener Altschrift, wie man sie auf alten Stichen findet. Oberhalb der Ansicht verdeckt ein 2’/2 Millimeter breites, senkrecht schraffiertes, verschlungenes Band die Umrandung zum Teil. Auf dem oberen Rande steht links und rechts in lichter Schrift die Wertziffer und in der Mitte der Wert in AK-Dersalbuchstaden. Auf dem unteren Bande steht in derselben Schrift „Deutsches Reich". ** 26 M illionen Silber münzen- Die Münzprägung galt im Mai in erster Linie den Silbermünzen. Deren Zahl wurde von nicht ganz 3i/3 Millionen Stück auf fast 23 Millionen gebracht, so daß davon schon am Ende des Monats 26 276 452 Stück im Verkehr waren. 15 778 996 zu 1 Mk. und 10 497 456 zu 3 Mk. In Berlin wurden allein 15 Millionen Silbermünzen geprägt, in Stuttgart 2V2 Millionen usw. Von Münzen zu 1 Rentenpfennig wurden nur noch unbedeutende Mengen in München und Stuttgart geprägt. Die Prägung von solchen zu 2 Pfg. hat man auch in Muldenhütten eingestellt. Im ganzen gab es nur etwas über 95 Millionen neue Pfennigmünzen, 28 zu 50 Pfg., 26i/2 zu 10 Pfg., 25V3 zu 5 Pfg., nicht ganz 11 zu 2 Pfg. und 1,3 Millionen zu 1 Pfg. In ganzen sind 591 612 560 Rentenpfennligmünzen geprägt, so daß von den neuen Münzen insgesamt 617 889 012 oder mehr als 10 Stück auf den Kopf der Bevölkerung zur Qkrfügung stehen. RDV. Zulaufsgene hmigangspflich t i g e Waren im Po st verkehr. Nach einei Entscheidung des Leitenden Zollausschasses in Koblenz sind Pakete mit Fahrradteilen nach deir gesamten besetzten Gebiet zulaufsgmeh- migungspflichtig. ** Zu dem Bericht über dieSchöffen- gerichtsverhandlung vom 7. Juni geht uns folgende Zuschrift zu: „Der verurteilte Heinrich Scholz ist nicht Naturheilkundiger, hat sich auch nicht als Naturheilkundiger bezeichnet, und gehört nicht dem hiesigen^Naturheilverein an. Er hat sich lediglich als Heilkundiger bezeichnet und hat mit der Bewegung der Naturheilkunde nichts zu tun." ** Wasser wärme der Lahn. Heute morgen 17 Grad Reaumur. DornoNzen. — Tageskalender für Freitags Englisches Seminar der Universität: 8V4 Ahr im Hörsal 45 Dortrag von Prof. I. A. Roy. — LiebigShöhe: 8 Ahr zweites Abonnementskonzert der Reichswehrkapelle. — Gießener Rudergesellschaft 1877: im Bootshaus 8V2Ahr Dortrag von Prof. Dr. Lange. — Südwestdeutscher Radioklub: 8l/2 Ahr im Phhfikal. In stitut Lehrkurs „Einführung in die Radiotechi nik". — Rundfunkhaus Löberstraße: 8V2 Ahr Wiener Abend Lichtspielhaus Bahnhofstr.: „Der Geigerkönig." — Astoria-Lichtspiele „Die Raubzüge der Totenkopfflieger." — Pw last-Lichtspiele: Erstaufführung des 2. Nibe» lungenfilms „Kriemhilds Rache". — (Siebener Goethe-Woche. Vom Goethe-Bund wird uns geschrieben: Leider ist die Beteiligung der Bürgerschaft an der geplanten Gießener Goethe-Kundgebung so gering, daß dic Durchführung des vielversprechenden Festprogramms ernstlich in Frage gestellt ist. Es wäre im Interesse unserer Aniversitätsstadt höchst be< bäuerlich, wenn nicht an einer der vorgesehener Veranstaltungen sich die gesamte Bürgerschaft beteiligen würde. Mag die Schwere der wirtschaftlichen Verhältnisse drückend auf viele unserer Mitbürger lasten, so sind wir dennoch überzeugt, daß unsere Bürgerschaft die hohe Bedeutung dieser Veranstaltung erkannt hat und jeder es sich zur Pflicht anrechnet, unserer Gießener Goethe- Kundgebung zu einem würdigen Erfolg zu verhelfen. Die andernfalls erforderlich werdenden Streichungen im Programm wären um so bedauerlicher, als durch weitgehendes Entgegenkommen der Mitwirkenden, die sich in uneigennütziger Weise in den Dienst der Sache stellten, es möglich war, ein so vielversprechendes Festprogramm -ruf« stellen zu können. Man beachte Die heutige Anzeige. — Bühnenvolksbund. Man bittet uns, besonders darauf hinzuweisen, dah die Aufführung von Lienhards „Wieland der Schmied" am Sonntag die letzte hier in Gießen ist, und daß der Beginn mit Rücksicht auf auswärtige Besucher bereits auf 4 Ll h r festgesetzt ist. (Siehe Anzeige.) — Oberhessischer Geschichtsver- e i n. Man schreibt uns: Wir machen daraus auf- meitfam, daß der Oberhessische Geschichtsverein am kommenden Sonntag den üblichen Sommer- ausflug veranstaltet und zwar nach Mar bürg, dessen herrliche Kunstdenkmäler unter der kundigen Führung von Professor Rauch besichtigt werden. Gäste sind willkommen! (Im übrigen siehe Anzeige.- — Zur Sonnwendfeier auf der Burg Münzen berg lädt der Jungdeutsche Orden im Anzeigenteil unseres heutigen Bialles ein. Interessenten seien auf diese Ankündtguna besonders aufmerksam gemacht. Wettervovaussaqe Heiter bis tooltig, ziemlich warm, meist trocken. Landkreis Gicszen. J) Lich, 18. Juni. Der ©emeinberot beriet in feinet gestrigen Sitzung, zu welcher der Amtsvorstand bei hiesigen Oberförsterei, Forst rat H e i m b u r g, zugezogen war, den Entwurf des Waldwirtschaf tsplanes für das Rechnungsjahr 1925 und stimmte dex Vorlage zu. — Durch Aenderung der Bestimmungen des Reichsrats über die Erhebung der Vergnügungs- , ft euer vom 10. April 1924 wurde auch eine Aenderung der bestehenden Ortssatzung notwen- 1 big. Der von dem Bürgermeister hierüber vorgelegte Enttrurs, der als wichtigste Bestimmung bei Tanzvergnügungen bie Erhebung ernerPausch- fleuer in Höhe von 25 Goldpfennig für 10 Quadratmeter Veranstaltungsfläche (seither 6 Pf.) vorsieht, würbe gutgeheihen. — Auf Widerruf genehmigt wurde das feit Jahren über das ftäbt. Gelände der Mengesgafse geführte Schmal- s p u r g e I e i f e der Firma Heinrich Reger in Lich gegen Ausstellung eines Reverses und Z»h- luna einer jährlichen Anerkennungsgebühr von 20 Mk. — Verschiedene früher in Papiermark festgesetzte Anerkennungsgebühien wurden auf Antrag hin auf Goldmark herabgesetzt. — Die städtischen Bauplätze am Wall Flur I (Ur. 8984/10 und 8985/io sind laut einer Verfügung des Dezirks- wohnungskvmmissars für bie Baulustigen Leopold Pirl und Martin Siejkvwski in 2In= sprach genommen wordren. Die Bauplätze werden ben Genannten im Wege bes Erbbaurechts überlassen. Degen ein Baugesuch des Martin Siej- kowski wurden Einwendungen nicht erhoben. — Verschiedene Gesuche hiesiger kleinerer Geschäftsleute um Erlaubnis zur Anbringung von Firmenschildern senkrecht zur Stvahenflucht- hnie wurden zurückgestellt. Gleichzeitig wurde bc- «J» , H fo'Tnneüntcr HK All del o1 -in gute1 ur Ä * jSL Heuer b ÄS??* E sindgAS' Knute Srnte. ' Hl ♦ Alsfeld Lung M 6t< ^ä'dtilHe?v .-(egt Er Mm Mö M-, 1? jjjg MN 58 Aemelnde-E i^ag beschlossen <00 M Steuer! Uten Grundbes jer vxmdle sich Uschlags mit bt hie Steuerpl |lr fagfe u- <■■■ ® Lieschen für vaS ■gemeinten als tc l'örcr ilmlaflen nt> | V h ©tunte unö ll'riffen, teh es te Wßteuerwerte über! Wlkhtrrhillung de AM Mhe Heu Ilie staatliche^ Uhöher als in Dies Eindrucks ni / Staat Steuern fieber entschieden bie DestimMng über die Sonder die Semem Mutefkuer mcht 1 1 geben Dürften, to h teifelben W pniuläUiger sertoaltu na tat aufs schärfst Stärkend * Darms! bachtni s d .Nvpstocks bi siädter Sprachv LandescheaterS örtzsidlik Perge WOrleii Die btt Verlang 01 der Dahnhosstr «otbommenben Ar W öffentlich Der Wungtn ur Landgias.'Y^p,. «ngefefjen unbU käuflich erworben ,, Angebote fmt Hs. Ms, 0 Mchen. Zuschlagssrjst Tichrn, ben 1 ^tcisbauD Te lefiin tom, passieren W -GZ ®*. htnl ‘"’BS unb Sllnu |Quf Uni *' I924 fi ,‘iner & «fft ^°"enrod, p ^^gerine I W ■WS Ä-Sr» l?jir: ■ 4^ 5 ÖJL. ' >3U] N'chl ^«iÖ18'3» ^ÜlUPn -u den ge »eÄBJSt ” 3»Ö> le6ie-»35 .zu: „5)pr vJUni y?f». bat 'gen- £5?^ ^«°"S d-'AaL ,b" a«H M ;en. '^Muitacr ^n^Tjität; §1/ ul' ">r°°chLNz^^, £anje. _ 6itoe^ ßoöerfttaBe: 8>/. M »>chMBchch„^ ^kopffiieger." - Hrung des 2. Albe, s Lache". .ÄE'Woche. Dom lchnebm: Leider ist dir W! an der geplanten “Hfl 1° gering, daß du sprechenden Fchpro« e gcftdlt ist. tzz -erfitaWt höchst bv inet bet vorgesehener esamte Dürgerschast 'ie Schwere der wirt« u^end auf viele unsere! vir dennoch überzeugt, die hohe Bedeutung k hat und jeder es sich rer Tiehener Tveih» cdigen Erfolg zu ver- uforderlitz werdenden x wären um so bebauet« eixdes Sntgegenlommeu ich in uneigennütjigei >achc stellten, es möglich des Festprogramm auf« i beachte die heur.ge rund. Man bittet uns, isen, daß die Anffüh- Sieland der Schmied" in Giehen ist, und daß ;f auswärtige Desuchel gt ist. (Siehe Anzeige.,' i Geschichtsver- t machen daraus aas« ssische Aeschichtsveorin en üblichen Sommer* xir nach War bürg, i[er unter der Unöigen uch besichtigt ©erben, 'm übrigen siche An* tbfeiet auf der ab: bet Cung^uW eres heutig n Diattes 4 diese Qlntünbigunfl acht. lichvxmn, meist lrockrv Gieße«. $a Sitzung. zu velK j M •* * w *%*&**•* not®“’ =-1 ^Herüber W* SZ? j Aeverses u wn ssgSs * iivetcht zLi und iDy21! <7?r 898* i’.V Flur 1 J'r. 5 Mtcks- A, nicht erMftS. flössen, die der Anbringung von Flrrnenscyiivern n dieser Ausführung widersprechenden Phara- waphen der Dau-Poli-eiordnung der Stadt Sich u ändern. — Einem Gesuch um Entfernung von >kichtenbäumen am Wasserreservoir hTurde nicht entsprochen. Jedoch sollen, um ein ßöherwachsen der Bäume zu verhindern, diesen iin kommenden Herbst die Spitzen auKgebrvchen tr«rden. — Unter gewissen Vorbehalten wurde der Anschluß des Fürstlichen Hopfen- aartens an die städtische Was [er lei- tung genehmigt. Die Abgabe des Wassers soll noch Messung unter Festsetzung eines Abgabepreises von 10 Pfennig pro Kubikmeter erfolgen. — Gegen ein Daugesuch der Firma R i n n ,u. Lloos in Heuchelheim zwecks Errichtung einer Zig a r r e n f a b r i k in der Mengesstrahe wurden Einwendungen nicht erhoben. — Die au^eschrte- bene Schuh mann siel le wurde dem Friedrich Spahr dahier übertragen. Kreis Friedberg. A AuS der Wetterau, 19. Huni. Der Stand der Fluren ist dank des günstigen Wetters ein guter zu nennen. Besonders sind es die Kartoffel- und Zuckerrübenfelder, die einen prächtigen Stand zeigen, das gleiche gilt von Hafer und Gerste. Das Wintergetreide, Roggen und Weizen, chit sich besser entwickelt, als man im Frühjahr hoffte, allerdings hat der Weizen i auf feuchten Ackern infolge Auswinterung gelitten. Die Heuernte hat begonnen, und sie liefert ! heuer einen Ertrag, wie wir ihn seit Jahren I nicht hatten. Die Kirschenernte ist im Gang, der Ertrag unter mittel. Aepfel wird es nicht diele geben, ganze Bäume sind mit den Geweben der Frostspanner bedeckt. Die Aussichten auf Zwet» schen sind gering. Rur die Birnbäume versprechen eine gute Ernte. Kreis Alsfeld. • Alsfeld, 19. Juni. 3n der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes wurde der städtische Voranschlag für 1924 vorgelegt. Er schließt in der Betriebsrechnung mit 336 178 Mk., in der Vermögensrechärung mit 55 600 Mk. ab. An Gemeindeumlagen ist ein Betrag von 58 000 Mk. erforderlich. Der Voranschlag wurde genehmigt und hinsichtlich der Gemeinde-Grundsteuer folgender Ausschlag beschlossen: Es werden erhoben von je 100 Mk. Steuerwert für Gebäude und Zubehör 12 Pf., für den land- und forstwirtschaftlich geputzten Grundbesitz 24 Pf. Der Bürgermeister wandte sich bei der Begründung des Dor- nnschlags mit bemerkenswerter Schärfe gegen die Steuerpolitik des Hess- Staates. Er sagte u. a.: Der Staat habe in seinen Finanz- gesehen für das Rechnungsjahr 1924 in die den «Gemeinden als letzter Rückhalt zur Aufbringung i «hier ilmfaaen noch verbliebenen Real steuern, b. h. Grund- und Gewerbesteuer, derartig eingegriffen, daß es den Gemeinden schwer falle, diese ,Steuerwerte überhaupt noch in dem für die Aufrechterhaltung der Gemeindesrnanzen erforderlichen Mähe hevanzuziehen. 3n Hessen seien die staatlichen Realsteuern zehnmal höher als in Preußen. Man könne sich des Eindrucks nicht erwehren, daß der hessische 'Staat Steuern „auf Vorrat" erhebe, was aber entschieden zu verwerfen sei. Auch bedeute die Bestimmung im Art. 10 der Hess. Verordnung über die Sondersteuer vom bebauten Grundbesch, daß die Gemeinden für ihre Grund- und Gebäudesteuer nicht über den staatlichen Satz hinausgehen dürsten, wenn sie nicht die Sondersteuer .in derselben Höhe wie der Staat erheben, einen 'unzulässigen Eingris f in die Selbstverwaltung der Gemeinden, gegen den aufs schärfste protestiert werden müsse. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 19. Juni. Zum Gedächtnis des 20 0. Geburtstages K l v p st o ck s veranstaltete gestern der Darmstädter Sprachverein im Kleinen Hause des Landestheaters eine F e i e r, die sehr gut besucht war. Geh. Hofrat Prof. D. Dr. 21 -G. Berger hielt die Festrede, Kurt ^Wester- mann, Mitglied des Landestheaters, trug eine Auswahl von Dichtungen Klopstvcks vor, die Madrigal-Bereinigung Darmstadt sang unter Leitung von Privatdozent Dr. F.2lo ad einige Klopstvcksche Lieder. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M, 19. Juni, ilnfere gestrige Meldung, daß an dem an der Oberräder Schleuse auf gefundenen Toten ein Mord verübt worden sei, hat sich bestätigt. Es handelt sich um den 20jährigen Reisenden Wilhelm Ernst Henke aus Gütersloh, der für eine Stuttgarter Zigarrenfabrik reifte. Henke wurde zuletzt am 12. Juni in einem hiesigen Hotel gesehen und wurde seitdem vermißt. Wahrscheinlich haben ihn die Täter betrunken gemacht und dann zu einem Spaziergang den Main entlang eingeladen. Dann hat man den jungen Mann gefesselt und in den Main geworfen. Die Tat wurde wahrscheinlich in der Rächt zum 13. Juni, morgens 2V2 -Uhr vollführt, denn um diese Zeit haben Schiffer mehrere gellende Hilferufe gehört. Don den Tätern fehlt bis zur Stunde jede Spur. Dem Henke wurden, soweit festgestellt werden konnte, die Br-ieftasche mit Inhalt, die Aktentasche und der Mantel geraubt. — In der Riedwiesenstrahe spielte ein einjähriges Kind mit Streichhölzern, die sich entzündeten und das Bett in Brand setzten. Das Kind erlitt dabei derart schwere Brandwunden, daß es nach kurzer Zeit verstarb Die Eltern der Kleinen befanden sich auf dem Acker. — Ueber den geheimnisvollen Tod der Tänzerin vom Schumanntheater in der Moslerschen Badeanstalt hat die polizeiliche älntersuchung nunmehr folgendes ergeben: Das Mädchen hatte sich mit einem jungen Mann geneckt und ihn dabei ins Wasser gestoßen. Darauf wollte der junge Mann mit seinem Freunde das Mädchen ebenfalls ins Wasser stoßen. Trotz der Warnungen, daß die Tänzerin herzleidend sei, haben die beiden Männer das Mädchen an die Rampe geschleppt und ins Wasser gehalten. Hierbei ist ihnen der Körper entglitten und sofort untergetaucht. Einer der beiden Manner sprang sofort nach, konnte den Körper aber nicht mehr fassen. Erst nach zehn Minuten gelang es, das Mädchen aus der Tiefe heraufzuholen. Der Tod war aber bereits eingetreten. Ob das Mädchen an einem Herzschlag verschieden ist, oder durch Ertrinken den Tod gefunden hat, muh erst die älntersuchung ergeben. Die beiden jungen Leute wurden am Mittwoch auf Veranlassung der Staatsanwallschaft verhaftet. Kirche und Schule. t Gießener Theolog ische Konferenz Wie üblich, fand die diesjährige Tagung der Gießener Theologischen Konferenz gestern in der Hohanneskirche dahier statt. Nach einer durch Prof D. Schian gehaltenen Andacht eröffnete der Vorsitzende Geh. Rat Prof. D. Krügers die Konferenz, gedachte in der üblichen Weise der im letzten Öäljre verstorbenen Mitglieder und erstattete kurz den Jahresbericht, nebst einigen geschäftlichen Mittellungen. Darauf hiett P.vf. Dr. Karl Ludwig Schmidt (Gießen) einen Vortrag über: „Die Stellung des Apostels Paulus im Urchristentum". Er führte ungefähr folgendes aus: Das alte Geschichtsbild von der Stellung des 2lpostels Paulus im Llrchristentum ist nach den neueren Forschungen unterwühlt und umge&ogert worden. Die einen Kritiker halten ihn für einen Förderer, die anderen für einen Verderber der Leh^e Zesu, aber für feine starke Persönlichkeit treten sie mit aller Schärfe auf; er wird als großen Denker, als der Theologe und Mystiker des Ülrchristentums bewertet. Die Angriffe einiger Forscher gegen den Apostel sind allgemein erledigt Paulus ist eine ungemein komplexe Erscheinung. Er betont im Galaterbrief seine Selbständigkeit, hat sehr wenige Beziehungen zu dem Apostc'lrat in Jerusalem. Er fragt nicht nach der rechten „Uebetneferung“, tritt erst in spaterer Zeit mit den Uraposteln in Beziehung, aber nur zwangsweise. Gr wollte nicht von Jerusalem abhängig sein. Gr ist in bezug auf ferne geschichtslose Stellung eine Ausnahme, erkennt aber die oberste Stellung der Gemeinde in Jerusalem an. Sc geht nicht willkürliche mit dem Evangelium Jesu um, schon vor ihm gab es „Heidenapostel" — der christlichen Gemeinde. Er steht mit den hellenistischen Gemeinden seiner Zeit in Verbindung, denen er seine große Kraft und Innerlichkeit geliehen hat. Als Begründer der katholischen Kirche kann er mit Recht nicht angesehen werden, wie es geschehen ist. Er ist der Vater der Häretiker; von feinen vielen Anhängern hat ihn nur Luther recht verstanden. — Den zweiten Vortrag hielt Prof. Liz. Paul Tillich-Marburg über „Rechtfertigung und Zweifel". Er führte aus 1. wie aus dem Prinzip der Rechtfertigung des Gedanke des Zweifels 'hervorgegangen ist, 2. wie der ehrliche Zweifel selber eine Folge der protestantischen Rechtfertigungslehre also keine Sünde ist 3 wie die Heilsoffenbarung die Erfüllung der Währheitsoffenbarung ist, 4. wie die protestantt- fche Rechtfertigungslehre nur in Christus gebun- den ist und darum jeden Zweifel lösen kann durch den Glauben. An den Dorttag schloß sich eine eingehende Aussprache an, die in der Lösung der angeschnittenen Frage weiterhalf. i.j., i i •' ----------------- •• ‘ ' । üEI Vermischtes. Ein Streit um das Hakenkreuz vor Gericht. Berlin, 20. Juni. (Priv.-Tel.) Dor dem Amtsgericht Charlottenburg stand gestern der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Major a. D. Henning als Privatkläger gegen einen Parteigenossen, den er wegen Verleumdung verklagt hatte. Zu der Verhandlung erschien Henning mit einem Hakenkreuz auf dem lleberrod. Der Vorsitzende Amtsgerichtsrat Friedländer ersuchte den Abgeordneten, das Hakenkreuz zu entfernen, da er als Verhandlungsleiter im Gerichtssaal das Tragen dieses Abzeichens nicht dulde. Als der Major Henning sich trotzdem weigerte, das Abzeichen zu entfernen, erklärte der Vorsitzende, daß er den Privatkläger in eine Ordnungsstrafe nehmen werde. Rach weiteren heftigen Auseinandersetzungen verkündete der Vorsitzende gegen den Abg. Henning die Verhängung einer Geldstrafe von 50 Goldmark. Eine Verhandlung war nicht möglich. Es wurde beschlossen, die Angelegenheit an das Landgericht zur weiteren Entscheidung zu überweisen. Das Straßenbahnunglück in Iserlohn. Iserlohn, 19. Juni. (Wolff.) Don den in die Krankenhäuser von Iserlohn, ßematfje und Hohenlimburg eingelieferten Schwerverletzten des Straßenbahuunglücks ist ein weiterer Patient gestorben, so daß die Zahl der Todesopfer 21 beträgt Diele der Schwerverletzten befinden sich nunmehr auf dem Wege der Besserung. Zu dem Unglück teilt die Reichsbahndirektion Elberfeld als technische Aufsichtsbehörde über die westfälischen Kleinbahnen folgendes mit: Bei der Untersuchung des allerdings stark zerstörten Fahrzeuges konnten an der Bremsvorrichtung keine Schäden fest- gestellt werden, die die Betriebssicherheit zur Zell des Unfalles hätten in Frage stellen können. Die bei den Kleinbahnen vorhandenen Bremsen Saben bislang zu keinen Beanstandungen Anlaß, kn der Presse wurde erwähnt, daß die Benutzung der für die Zuführung der elektrischen Kraft verwendeten Rolle Aillaß zu dem Unfall gegeben. Die "Verwendung der Rolle kommt aber für die Wirksamkeit der bislang sowohl bei der Westfälischen Kleinbahn--A.-G., als auch bei anderen Kleinbahnen vorhandenen elektrischen Bremsen nicht in Betracht, lieber die Ursache und den Hergang be8 Unfalles ist eine Untersuchung eingeleitet, deren Ergebnis abzuwarten fein wird. 4lf Arbeiter erminren. München, 18. Juni. (WTB.) Bei eine» Uebersahrt über die Isar bei Unter- öfjring versank plötzlich die Fähre, in der sich 16 Arbeiter befanden. Es konnten nur fünf gerettet werden, während elf ertranken. Kopenhagen—Hamburg im Flugzeug in \ 97 Minuten. Hamburg, 19. Juni. (Wolfs.) Der Flieger Roack vom Deutschen Aero-Lloyd hat die Strecke Kopenhagen — Hamburg in 97 Minu- ten zurückgelegt, und damit einen neuen Schnelligkeitsrekord aufgestellt. Fleischvergiftung. Berlin, 19. Juni. (Priv.-Tel.) Rach der Mittagsmählzeit erkrankten gestern eine in der Amdhaussttaße in Wilmersdorf wohnende Frau Justus, ein Gast des Hauses, zwei Diener und zwei Dienstmädchen. Die beiden Dnenstmädchen sowie dec Gast mußten sofort in das Krankenhaus gebracht werden, da sich ihr Zustand als besorgniserregend erwies. Die Erkrankungen sind hauptsächlich auf den G e n u ß von nicht einwandfreiem Schweinefleisch zurückzuführen. Aus der Geschichte des Dillards. Das auch heute noch sehr beliebte Billaick)- spiel, das, wie sein Rame und die Fachausdrücke schon beweist, aus Frankreich stammt, wird schon in den ^bronifen des 15. Jahrhunderts als das „noble jeu de crosse" erwähnt. Karl IX., Lug- wig XIV. und Ludwig XV. hat uns die zeitgenössische Berichterstattung als begeisterte Billardspieler überliefert. Der größte unter diesen gekrönten Verehrern des „jeu de rois" (Spiels der Könige), wie man es damals nannte war sicherlich der Sonnenkönig. Größere Ehren aber werden nie einem Dillardspieler zuteil geworden sein als dem Lehrmeister Ludwigs XIV., Michel de Chamillard. Wäre Chamillard nur ein gelehrter Jurist oder ein tüchtiger Verwaltungsbeamter gewe en, wahrscheinlich hätte Ludwig XIV. nie von ihm gehört QTber er führte das Queu viel besser als die Feder, karambolierte auf dem Brett wie kein anderer und erregte durch seine Effets die Bewunderung seiner Zeit. Als die Aerzte Ludwigs XIV., der bekanntlich ein sehr starker Esser war, das Billardspiel als gesunde Körperübung verordneten, bekam, e» eine direkte Leidenschaft für dieses Spiel; er ließ sich Chamillard rufen, von dessen Meisterschaft et gehört hatte .und würdigte ihn, sich mit ihm in seinem Lieblingsspiel zu messen. Chamillard war klug genug, seinen sportlichen Ehrgeiz seinem persönlichen Interesse unterzuordnen und — verlor die Partie. Dadurch machtt er sich seinem königlichen Partner so unentbehrlich, daß dieser ihn, um ihn an sich zu fesseln, — zu seinem Minister machte. Chamillard spielte von nun an dreimal in der Woche mit dem König und gewann erpe einflußreiche Stellung. Er war unter anderen einer der wenigen Menschen, die das Geheimnis der eisernen Maske kannten, das nach zwei Iahrhunderten des Versuches, es zu ergründen, niemals gelüftet worden ist. Die Kosten der Dillardpartie zwischen dem König utcd Chamillard bezahlte natürlich Frankreich, das um einen armseligen Minister reicher wurde. Aber die Hauptsache war, der König spielte Dillard und beton, bessere Verdauung — Chamillard wurde Minister verlor bisweilen eine Partie und gewann ein Vermögen. Kirchliche Nachrichten. Jsr. Religivnsgemeindr. Gottesd.i. d. Synagogt (Süd-Anb). Samstag, den 21. (Juni. Dorabd. 7.45 morg. 8.30, abds. 9.00 u. 9.40. Isr. Religionsgesellschaft. (Sabbatfeier, 21.3uni Freitag abd. 7.50, Samstag vvrm. 8.00, nachm. 4.30 Sabbatausgang 9.40. — Wochengottesdienst: Morg 6.15, abds. 7.15. Autogaragen Motorradgaragen aus Wellblech, feuet- u. diebes sicher, zerlegbar, transportabel ab Lager lieferbar. Angebote und Prospekte kostenlos. Gebr. Achenbach G. in. b. H. Eisen- und Wellblechwerke Weidenau/Sies Postfach Nr. 421. (Wests, unbef. Gebiet). 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Kreisbauverwaltung Gießen. Eellarius. Vergebung von wafierleitungsarbetten. Die bei Verlängerung der Wasserleitung in der Bahnhofsttaße zu Treis a.d.Lda. .vorkommenden Arbeiten und Lieferungen sollen öffentlich vergeben werden. Zeichnungen und Bedingungen können Landgraf-Philipp-Platz Rr. 3, Zimmer 22, eingesehen und daselbst Angebotsunterlagen käuflich erworben werden. Angebote sind bis Dienstag, den 24. ös. Mts., vormittags 10 Uhr, ein- Dewohner des Seltersberges, die Grundstücke östlich des Kliniksterrains ^besitzen, passieren z. Z. zu Fuß, per Rad und mit Handwagen die Gartenanlagen Der Kliniken. Auch werden unsere Anlagen pon Kindern und abends von Trupps junger Leute usw. als Aufenthalts- und Tummelplatz benutzt. Wir untersagen hiermit strengstens das Durchpaffieren unseres Gebietes und den Aufenthalt Unbefugter in demselben. Unser Aufsichtspersonal ist angewiesen, gegen jeden Derstoh hiergegen unnach- .sichtlich Strafantrag zu stellen. Gießen, den 18. Iuni 1924. Braottta-Preäslei abgefahren werden. Während der Sommer monate haben wir den Preis herabgesetzt: außerdem gewähren wir bei Hinterlegung eines von b er'Bürgermeisterei beglaubigten Bürgscheins eine Zahlungsfrist von drei Monaten. Der Preis für 1000Stück(20Ztt.) beträgt heute: bei Barzahlung 15 Mk. bei Hinterlegung eines Bürgscheins 16 Wk. Hessische Bergwerks- und KraftwerkS- direkion, Wölfersheim (Oberheffen). Die DerwallungSdirettion der Medizinischen Klinik, Frauenklinik und Klinik für Hautkranke. V o i t. 50068 Der Voranschlag der Gemeinde Hattenrod für Rj. 1924 liegt vom 21.-27. lfd.Mts. auf unserem Bureau zur Einsicht der ^llntereffenten offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der die Ausmärker beizutragen haben. Hattenrod, 19. Juni 1924. Bürgermeisterei Hattenrod. Neeb. 5053D Der Voranschlag der Gemeinde Ober- Hörgern für Rj. 1924 liegt vom 24. bis 30. lfd. Mts. auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschloßen, zu der auch die Ausmärker beizuttagen haben. Ober-Hörgern, 20. Iuni 1924. Bürgermeisterei Ober-Hörgern. Holler. 5052O y jN 0 y M N S E 3 IQ 0> n 2. • n rt> i E ü e Windjack.. la Qual., sehrvreisw. Manckcsterbosen, lang und kurz von Mk. 13 — an Feldgraue Tuchbosen, lang und kurz, von Wik. 8.— an Svortbosen in allen Arten, per Stück Mk. 10.— Pilotbosen, schwarze Hosen für Kellner und Eisenbahner tn allen Preisen Gestreifte Hosen tn all. Farben von Mk. 7.— an Kinder- und blaue Arbeiter- Anzüge von Air. 8.— an Jüualingsbosen v. Mk. 4.50 an la Arbeitcrbemden 4 DU. p. St. Normalbemdeu mit Brustetnsay Mk. S.- Getragene Damenkleider und Blusen spottbillig. Ein Versuch lohnt! Herrengarderobehaus L.Rosenzweig Gießen, Selteröw.58,1 Treppe Eingang Ecke BolkSbad. Kein Laden. oaiw* Kein Laden. Wollen Sie fiel Geld verdienen? dann versäumen Sie nicht mein gut assortierics Lager in Iladera-Merota W neu sowie getragen, ohne Kauf- zivang zu besichtigen. 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März 1914 Prinz Wilhelm von Wied seine kurze He r- schaft antrat, wurde dieses Ereig iis durch die Ausgabe von 5000 Ser en von Briefmarken gefeiert, die das Datum seiner Thron besteig ung und die Inschrift „Lang lebe der König' trugen Da eine neue Währung in Fran s ct g führt wurde, muhten die Para- und Piasterwerte mit den neuen Worten überdruckt w.rden Die Einnahme von Korina am 19. März 1914 führte dazu, dah Heute abend 830 Uhr Wiener M D«r Sorttag der Herrn Pros. Dr. findet nicht vmtaLd.27.Juni, lonöem 5046v Wt gttüög, ikiLZmU i(6). Ordnern itn. Äiv rafendtti Shnw ■5SSÄ ater- ifif derber- feL? reis Auz. SamStag abend. 21. 6., bei Wwe. Spaek, gabmißitt: A.H.-A. Erscheiaen sämtl Aktivm Pflicht. Miy $er (ßorffont). 66 88 s Die Leidenschaft des Briefmarkensammelns. Die Flut von neuen Briefmarken, die sich in den letzten Jahren über die Welt ergossen hat, scheint die Leidenschaft des Briefmarien amme ns in einer bisher nicht gekannten Weise ausgestachelt zu haben. Der englische Driefmarkensachverstän- dige W. S. Lincoln sagte darüber in einem Dor- Ivag, dah Tausende von neuen Marken allein im letzten Hahr aus gegeben worden sind, die die Sehnsucht jedes Sammlers bilden und das Geschäft sehr belebt haben. „Alle Wasserzeichen unserer Kolonialmarlen sind re ändert," sügie er hinzu, „und das sind rvm Stan'.pualte des Sammlers aus ebenso viele neue Ausgaben. Dazu kommen aus der letzten Zeit die russischen Erinnerungsmarken an den Tod Lenins, die Marken der französischen Olympischen Spiele, die or echi- schen Marken zur Iah hundertfei .r Bhrcns und die schönen Marken, mit denen die Vereinig en Staaten die Gründung Neuyorks feiern. Dann kommen noch die Sondermarken der Britischen Reichsausstellung, die Pasteur-Marken in Frankreich und die Marlen von Monako, die eine QI i- sicht des Museums für Meersforschung des Fürsten von Qttonato zeigen. Bei der Briesmarer- ausstellung in Brüssel wurde eine Serie von 5 Francs-Marken verkauft, die eine ungewöhi- liche Färbuyg und einen ungewöhnlich breiten Rand haben. Die Sammler waren so begierig, diese Marken zu erwerben, dah manche Leute von 3 Uhr morgens an bis zur Eröffnung der Das Saargebiet und der Völkerbund. 3n den Mitteilungen der Deutschen Liga für Völkerbund „Völkerbundfragen" behandelt der bekannte Saargrvhindustrielle Hermann Röchling die Frage des Eintritts Deutfchlairds in den Völkerbund. Er weist darauf hin, dah die englische Regierung, aber auch darüber hinaus weite intellektuelle Kreise Englands, den Wunsch zu erkennen gegeßen haben, dah Deutschland dem Völkerbund beitreten möchte. Sie seien der äleberzeugung, dah ein Völkerbund, ohne dah Deutschland, Ruhland und die Vereinigten Staaten ihm angehören, nicht annähernd die Möglichkeiten hat, die sich ihm eröffnen, toerm diese drei Mächte, die zusammen wohl 360 Millionen Menschen repräsentieren, ihm angehörten. Röchling hält sich nicht für berechtigt, der deutschen Regierung oder dem deutschen Volle einen Rat zu erteilen, was es tun soll. Er meint aber, bei der Bear eilung, welche Wege dem beutfden Volke offen stehen, sei es sicher von groher Wichtigkeit, sich ein möglichst objektives Urteil darüber zu bilden, was der DölkerbundDeutschland bietenkann. 3m Saargebiet habe man die G legenh i gehab', die Entwicklung des Völkerbundes gleichsam am eigenen Leibe zu erfahren, habe ihn auch sonst beobachtet und sei also nicht ungeeignet, über Briefe in Ermangelung von anderen Mar en mit viereckigen Stempeln versehen wurden, die das nationale Wappen und die Zuschrift „Commission de Controle Korea" zeigten. Nach einigen Wochen wurde dieser Stempel durch Marken des Staates Epirus ersetzt. Die Sinn hme von Skutari wu de durch einen Ueberdruck der Skanderbeg-Mallen gefeiert. Die neue Marke, die den „Nkbret" W l- helm in groher Uniform zeigen sollte, wurde zwar in den österrcichi'che.a Slaa sgieher ien h? - gestellt, aber kam infolge seiner Qlbda.kuni nicht zur Ausgabe. Essad Pascha üb rn -h n i ie R:gi - rung uni> gab zu Anfang 1915 Marte r aus, die Ansichten des Skutari Sees und das Tara boschberges zeigten. Dann herrsch.e zwei ch-ahre lang Chaos in Albanien, und erst als die Alliierten in Südalbanien eindrangen u.rb eine unabhängige Republik in Korina errichteten, wurden Astsang 1917 reu - vorläu ige Ma en ousg g b n. Solche provisorische QNa ken erschi n n b n auch 1919 in den Verwaltungen, i ie die Ol li e ten in S u.ari unb Durazzo enicheten. 3n S.uta i würben auch die Qlkarken mit bem Bilde des Fütstea Wi Helm verwend't mi1 ein m ä'ebe druck des albanischen Wappens. Daneb n wurde i d.e Skanderbeg - Marken mit verschi dene, Ucber- bruefen verwendet. Anfang 1922 erschi n ei. c in Wien ged ruckte Ausgabe mit An i 'st n von Berat, Ko.itza, Durazzo und anbereu albanischen Städten, die dann zur Erinnerung an die Eröffnung der gesetzgebenden Versammlung in Ti a a überdruckt wurden. Eigene Mar.en gab b e rerv- lutionäre Regierung von Miridites im Dezember 1921 aus, die aber rasch von bet Republik unter» Keiner weitschweifigen Widerlegung bedarf auch eine weitere Behauptung Dr. Grautoffs, dah nämlich „nach 1918 keine Elite von Altelsässern nach Deutschland gewandert" sei. Wer einiger- mähen in den Dingen Bescheid weih, dem sind zu vielen Dutzenden die Namen führender Politiker, Verwaltungsmänner, Intellektueller, Lehrer, Geistlicher beider Bekenntnisse usw. bekannt, die ihre Treue zu Deutschland mit dem Opfer der freiwilligen Aufgabe ihrer Heimat bezeugt haben. Es steht einem deutschen Blatte schlecht an, diese Männer und Frauen mit einer Handbewegung abzutun. Was ist denn eigentlich „Elite?"! Der einstige längjährige Straßburger Bürgermeister unb jetzige Oberpräsident in Kassel, Dr. h. c. Rudolf Schwander, der verstorbene silnterstaatssekre- tär Petri, die Theologen A n r i ch und E h r - Hard, dieser Dekan der Strahburger katholisch- theologischen Fakultät, Männer wie der Führer der Opposition gegen Wetterle im elsah-lothringi- schen Landtag, Ministerialdirektor z. D. Dr. h. c. A G o e tz, wie der frühere Landtagsabgeordnets Paul Wolf sind doch auch in den Augen des anspruchvollsten Beobachters ebenso als geistige Elite des elsässischen Volkes anzusprechen wie die mehr als 30 protestantischen altelsässischen Pfarrer, die um ihres Deutschtums willen das Elsah freiwillig verlassen haben, wie die führenden Kräfte der Lehrerschaft. Als Gesamteindruck seines Aufenthalts in Straßburg — das übrige Land hat G. offenbar nicht besucht; er kennt das Elsah auch von früher n i d> t, tote er selber erklärt! — stellt Grau- toff fest: „. . . Ich sage euch die Wahrheit, die ich erlitt, ins Gesicht: Das Elsaß will uns nicht. Die Elsässer sind uns verloren!" (I!) Was es mit einer solchen Behauptung auf sich hat, dürfte aus dem Vorangegangenen bereits deutlich sein; kein Mensch kann derartiges behaupten, da das untrüglichste Kennzeichen, die allseits im November 1918 erwartete Volksabstimmung über die Zugehörigkeit zu Deutschland oder die Rückkehr zu Frankreich oder die Selbständigkeit als neutrale Republik — an die seit Jahrzehnten viele denken — auf Abraten der Wetterlö usw. aus Furcht vor der Dlohstellung der französischen Defreiungs- tiraden unterblieben ist. Qlber das ist ja gar nicht der Kern der Frage. Woraus es bei der „elsaß-lothringischen Frage" ankommt, das ist: Dars im Zeitalter des Selbstbestimmungsrechts, des Völkerbundes, der Minder- heitenrechte ein Staat wie Frankreich aus macht- politischen, strategischen, und dazu aus zentralistisch-staatlichen Erwägungen heraus einem Volke von anderthalb Millionen anderssprachiger, an« dersstämmiger Menschen ungestraft, ohne Einspruch der Welt seine Vergangenheit, seine Wesensart, sein Selbst rauben? Ist es denkbar, dah eine Minderheit von der geistigen und menschlichen Qualität Her elsässischen und deutsch-lothringischen im französischen Staat vergewaltigt und seelisch verkümmert werden kann, ohne dah das Deutschtum in aller Welt diesen Frevel als Frevel an sich selbst verdammt und vor aller Welt brandmarkt? Es wäre nicht faßbar, wenn gerade ein deutsches demokratischen Blatt vom Range der „Vos- sischen Zeitung^' solche brutale Machtpolitik etwa rechtfertigen wollte, sei es auch nur dadurch, dah sie dem Brutalen (auf Grund von Beobachtungen, die nicht zum innersten Kern Vordringen) bescheinigen, daß zielstrebige Macht deutsches Volkstum auszurotten vermag. Ihre Ausgabe liegt im Gegenteil darin, sich zum Qlnwalt aller Gepeinigten und silnterdrückten zu machen. Dies aber ganz besonders dcnm, toerm Blut vom eigenen Blute, Fleisch vom eigenen Fleisch überfremdet wird! statuts vorgenommen wurde, in welcher Weise die Wohlfahrt der Bevölkerung durch die Döllerbundsskommission nicht gesichert, sondern geradezu mit Fähen getreten wurde, wie die Wirtschaft im (Daarg.tuet bestimmungswrdrig nach Westen umgestellt wurde — kurz wie das ganze Gesicht des Saargebietes durch die Verwaltungstätigteit der Völkerbundslommission ein völlig anderes, b. h. französisches Gesicht bekommen hat. Gerade der Hinweis Röchlings auf die Entscheidung des Völkerbundes in der oberschlesischen Frage läßt die Befürchtung aufkommen, dah man die künstlich geschaffenen neuen wirtschaftlichen unb politischen Verhältnisse an bei Saar verwenden will, um die zweifellos fast einstimmig für Deutschland abgegebenen Stimmen des Saargebiets im Jahre 1935 zu ungunften Deutschlands auszulegen. Gewiß kann man mtt Röchling der Hoffnung sein, dah durch das geschlossene und entschlossene Eintreten der Saargebietsbevölkerung mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln für ihre Rechte es gelingen wird, das Schicksal des Saargebietes nach dem Willen der Bevölkerung zu gestalten, das seht jedoch voraus, dah der Völkerbund das wird, was er eigentlich sein soll: ein Hort des Friedens und der Gerechtigkeit! Wenn die Anzeichen der jüngsten Zeit auch andeuten, als vollziehe sich im Völkerbund unter dem Einfluh der Neugestaltung der politischen Verhältnisse in England unb besonders in Frankreich langsam auch eine Entwicklung in dem Sinne des idealen Völkerbundes, so muh man vorläufig bei der Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund diesen zunächst nehmen, wie er ist. Unb der ermuntert gerade nicht zum Beitritt Deutschlands. s*-:ob6i8a5t, Elsah-Lothringen dem Deutschtum verloren? Aus Strahburg erhalten wir folgende Zuschrift: Die französischen Propagandaorgane im Rheinland, das „Echo du Rhin" und das Koblenzer „Nachrichtenblatt" ebenso die dänisc^enten- ttsttsche „Neue Flensburger Zeitung", daneben natürlich die gesamte französische Presse, sie alle geben einen Aufsatz wieder, den ein deutscher Berichterstatter über seine Erfahrungen und Eindmcke auf einer Reise nach Elsah-Lothringen in der Berliner Dossischen Zeitung" veröffentlicht hat. Dr G r a u t o f f, von dem eine redaktionelle Dornotiz der „Vossischen Zeitung" feststellt, dah er zu den besten deutschen Kennern unserer westlichen Nachbarn gehört", hat im Auftrage des Blattes Frankreich bereist; in einem ersten Aufsatz „Hinter der Front in Frankreich 1924“ hat er einen breiten Raum der Frage gewidmet, wie „die festgefügte Einheit Frankreichs auf Elsah-Lothringen gewirkt hat". Der Artikel kommt zu Ergebnisien, die mit Recht sensationell zu nennen wären. . . . wenn sie zutreffend fein sollten. Sie sind es rn keiner Weise; sie sind aber derart bezeichnend für die falschen Auffassungen, die ein oberflächlicher Beobachter von dem heutigen Elsah haben kann, dah es im allgemeinsten Interesse gelegen ist, den Dingen etwas nachzugehen. Es kann sich hier naturgemäß nicht darum handeln, etwa Punkt für Punkt den Gegenbeweis zu führen. Das würde eine Broschüre oder ein Buch erfordern. Qlber einzelne besonders deutliche Beispiele dafür, dah das Gesamtbild völlig falsch gesehen ist, sollen angeführt werden. Zunächst aber noch eine Vorbemerkung, die an sich schon stutzig machen muß: Während die französische Presse und die von Frankreich ausgehaltenen Organe in aller Welk großes Triumphgeschrei — und von ihrem Standpunkt aus unbedingt mit Recht — erheben, sind die Blätter, die am ehesten voller Wonne die - Grautoffschen SeflStellungen übernehmen sollten, still und stumm; mit anderen Worten: die gesamte elsaß-lothringische Presse scheint sich geradezu zu genieren, derartig Ungereimtes wiederzugeben. „Das ganze Straßenbild ist französisch", heißt es von Straßburg; „Französische Ladenschilder, französische Plakate, französische Aufschriften auf den Trambahnen." Das wird kaum jemand bestreiten wollen; es hat aber seinen Grund darin, daß mit polizeilichem Zwang dafür gesorgt wird, daß auch rein äußerlich nichts aus bem Rahmen herausfällt, ben die französischen „Befreier" für die Wirkung auf das Auge für nötig erachten. Aber wie sehr das reine Potemkinsche Dörfer sind, zeigt sich z. B. darin, daß Blätter mit gut französischen Titeln wie „La Republique" oder „Huma- nite“ rein deutsch erscheinen und nicht einmal mehr wie einst in der ersten Zeit die Konzession machen, ben einen oder anderen Artikel in fron« Mischer Sprache zu geben. All das ist pure Aeußerlichkeit, die aber nicht darüber hinweghilft, daß die Sprachenfrage Tag für Tag in der elsässischen wie auch in der innerfranzösischen Presse vehandelt wird. Neun Zehntel der Bevölkerung spricht deutsch, die allergrößte Zahl der Tages- und Zeikschriftenpresie ist deutsch; die älm- gangssprache der breitesten Massen ist elsäsiisch, b. h. deutsche Mundart. „Es gibt kein deutsches Theater, keine deutsche Buchhandlung, keine deutsche Zeitung von Rang", berichtet demgegenüber ®rautoff und fügt hinzu: „Das alles erträgt der Elsässer ohne zu murren. Ich frage mich, woher diese Weisheit stammen kann. Den Tatsachen entspricht sie so wenig, daß gerade dieser Punkt keiner ernstlichen Widerlegung bedarf. Die Presse aller Richtungen verficht das Recht auf die Muttersprache, brandmarkt die älnmenschlichkeit nnb Unvernunft, die in der Aufokttoyierung des Französischen als allein berechtigte Amts-, Gerichts- und älnterrichtssprache in einem durchweg deutschsprachigen Lande liegt, die Geistlichkeil beider Konfessionen, öffentliche Volksversammlungen allerwärts, Resolutionen aus ben verschiebensten Gegenden fordern die Olbkehr von diesem geift- und seelentötenden unwürdigen Sprachenausrottungskrieg. Unb die Kandidaten der Parteien (auch Eingewanderte!) haben wie früher so auch im letzten Wahlkampf versprochen, daß sie das Recht der Muttersprache unbedingt verfechten werden. „Es gibt keine deutsche Protestlerpartei, sondern nur einzelne Unzufriedene", fährt Grautoff fort. Darf ich an den Berichterstatter die Frage richten, ob ihm bekannt ist, baß Versuche, dem Selbstbestimmungsrecht der einheimischen Bevölkerung zur Anerkennung zu verhelfen, von französischer Seite wiederholt im Keim erstickt worben sind? Daß es eine völlige praktische Unmöglichkeit ist, eine Bewegung zu' organisieren, die die Unzufriedenheit der Bevölkerung, die Enttäuschung, das „Unbehagen" in die auswertbare Form einer Partei ober Vereinigung bringen würde. Äin? Nlar, Wäs •Ste- MC' das zu sprechen, was der Völkerbund war, zur Zeit ist und was er sein farm. Was der Völkerbund war, beweist Röchling mit dem Hinweis auf die Entscheidung des Völkerbundes in der v b e r s ch l e s i s ch e n Frage. Hier habe sich der Geist der Siegerstaaten gezeigt. Röchling weist dann auf einige, wie er es nennt, starke Milderungen der ober schlesischen Losung hin, die offenbar aus dem schlechten Gewissen derer entsprungen seien, die diese Lösung her- beigefühit haben. Nach Röchlings Ansicht ist die schlechte erste Entscheidung später prakijsch in der Hauptsache wieder aufgehoben worden, eine Ansicht, die jedoch nur in sehr beschränktem Maße den Tatsachen entspricht. In einem weiteren Olbsah behandelt Röchling die Frage, was der Völlerbund z u r Zeit ist. Zu diesem Zwecke gibt er eine eingehende Schilderung der Verhältnisse im Saargebiet, das bekanntlich durch eine Kommission des Völkerbundes verwaltet wird. Er gibt einen kurzen Abriß der Entwicklung der Saarverhältnisse unter bem Völkerbundsregime, weist auf bie ganz einseitige französische Einstellung der Regierungslömmi f.vn hin, auf die Korruptton, die sich durch bie einseitige Auswahl bes sog. Vertreters der Saar- bevolkerung gezeigt haben, und führt bann einige der gröbsten Verletzungen ber Saarstaluisbestim- mungen durch die Döllerbundslommission aus. Unter diesen nennt er an erster Stelle die unberechtigte Anwesenheit französischer Besatzung im Saargebiet, die Mißachtung der einmütigen Forderung der Saargebietsbevölkerung nach einer demokratischen Volksvertretung mit allen parlamentarischen Rechten, erwähnt bie Verhöhnung ber Bevölkerung durch bie Einführung des Gesetzes zum Schuhe der deutschen Republik, angepaßt an die Verhältnisse des Saargebiets mit dem Ziel ber älnterjochung der Bevölkerung unb schließlich bie älnter&inbung ber Freizügigkeit der Bevölkerung burch Eingriffe ber Interalliierten Rheinlanbkommission. Der Verfasser hebt hervor, daß in all den v'elen Fällen des Saargebiets, in denen ber Bevölkerung unrecht geschah, zunächst der Völkerbundsrat Der= sucht hat, burch bie Annahme, es wäre alles nicht fv schlimm, dem Richterspruche aus dem Wege zu gehen. Die Saarbevölkerung habe aber nicht locker gelassen und immer wieder auf bie Mißstände unter Beibringung von Beweisen hinge- wiesen, bis schließlich der Völkerbund, trenn auch in diplomatischen Formen unb mit Schonung bes mächtigen Frankreich, endgültig zu diesen Dingen Stellung nehmen mußte. Der Aufsatz schließt mit folgenden Betrachtungen: „Für den Idealisten, der alles an dem Maßstabe mißt, was ein idealer Völkerbund leisten müßte, ist es sicherlich noch nicht viel, was das Saarvolk in feinem Kampfe um feine Rechte erreichte, aber für ein Volk, das unter Fremb- herrschaft gestellt ist, ist dies schon unendlich viel. Man bedenke nur, daß im Rheinland 140 000 Leute angewiesen wurden. Im Saargebiet ist dies nur mit ganz wenigen Leuten, und zwar nur mit solchen in ben letzten zwei Jahren riskiert worden, die nur seit ganz kurzem im Saargebiet wöhnen. Trotzdem waren diese Maßnahmen ungerecht und ungeiechtfertigt. Alles in allem muß man sagen, daß das Lr>s ber Bewohner im Saargebiet unter bem Völkerbund sicher nicht zu vergleichen ist mit der Freiheit ber Leute im unbesetzten Deutschland, daß aber andererseits durch bie ständige unb mannhafte Vertretung, welche bie Saarbe- vollerung ihren Rechten gewidmet hat, das Los erträglicher ist als im besetzten Deutschland, in dem mit Ausnahme der englischen Zone absolute Rechtlosigkeit herrscht- Es ist selbstverständlich, daß, wenn die Saarbevölkerung Nachlassen würde in der Verteidigung ihrer lRechte, diese jedenfalls sehr rasch verkümmern würden. Daß dazu Mannesmut, der sich nicht um die persönlichen Folgen kümmert, gehört, ist selbstverständlich Qlber den bringen bie anderen deutschen Stämme auch auf und vielleicht in noch größerem Maße als bie Bewohner des Saargebiets. Der Erfolg ist b)rt leiber bisher mangels einer geeigneten Rechtslage und vor allen Dingen mangels eines geeigneten Gerichtshofes sehr viel geringer gewesen, als bei uns an bei Saar. Urteilt man an ben Erfolgen des Saaigebiets, gemessen an dem, was ein richtiger Völkerbund leisten sollte unb leisten konnte, so sind sie alleidingS sehr klein, denn ein richtiger Völkerbunb sollte für bie Gerechtigkeit folgen, auch in großen Dingen, und dabei sollte der Kampf ums Recht den Vollern nicht so schwer gemacht weiden, wie es bei uns vielleicht geschehen ist." Im Rahmen eined kurzen Aufsatzes ist es natürlich nicht möglich, an Hand ber bestehenden Verhältnisse ein klares Bild von dem Völkerbund zu zeichnen, wie er wirklich ist. Es müßte z. D. mindestens eingehend hervorgehoben werden, in welcher Weise der Völkerbund bie französische Schulpolitik im Saargebret zuläßt, in welcher Form die Umstellung ber Währung gegen d.e Bestimmungen bes Saar- Wirtschaft. Mißliche Lage der oberschlesische« Eisenindnftrie. Uebei bie Lage in ber Oberschlesischen Eifenindustrie berichtet bas Fachblatt „Industriekurier": Aus der ganzen Linie zeigt sich dasselbe Bild, das die letzten Monate bereits auftoiefen. Anzeichen zur Besserung sind nirgends zu sehen. Der Erzmarkt steht, wie schon seit langem, unter dem Zeichen überaus starken Angebots. Schwedische, spanische, Mittelmeer- und deulfche Erze stehen in großem Umfange zur Verfügung. Dazu gesellt sich jetzt auch noch srrdrussisches und polnisches Erz. Die Aufno hmefähigkeit der Hoch- ofentoerte ist aber sehr gering, da bie prekäre Geldlage zu größter Zurückhaltung bei Neukäufen zwingt und außerdem noch nennenswerte Erzbe- stände vorhanden sind Trotz des starken Angebots sind bie Erzpreise ziemlich fest. Ob der jetzige Preisstand aber noch lange sich wird behaupten können, muß bezweifelt treiben. Das Rvhcisengeschäft ist höchst unbefriedigend. Die zur Zeit bestehende allgemeine Olachsrage nach Roheisen hat eine Steigerung der Aufwertungsbedürftigen Preise nicht herbeigeführt. Französisches unb belgisches Roheisen wird in großen Mengen zu billigem Preise auf ben Markt geworfen. Oberschlesien kann unter diesen Umständen nui starke Verlustpreise erzielen. Der Qlbsatz nach Pvlnisch-Oberschlesien hat wegen der katastrophalen Lage der dortigen Eisenindustrie noch nicht wieder in nennenswertem Umfange ausgenommen werden können. Qluch für Bleche unb Stabeisen hat sich die Lage nicht gebessert. Die erzielbaren Preise decken bie Selbstkosten nicht. Lieferungen an das Ausland erfolgen nur in ganz geringem Umfange, da die erzielbaren Preise ben Walzwerken kein Auskommen lassen. Wit einer Besserung der QlbsatzVerhältnisse ist für bie nächste Zeit nicht zu rechnen. Es wird baher auch nicht möglich sein, die Preise in das richtige Verhältnis zu ben Selbstkosten zu setzen. Qluch für Schmiede-, Preß- und Gußstücke konnten keine befriedigenden Preise erzielt werden. Der Eingang an neuen Aufträgen läßt trotz ber äußerst nichtig gehaltenen Preise sehr zu wünschen übrig, besonders stark mangelt es an Stahlguß-Aufträgen, dc» das Cisenbahnzentialamt mit Bestellungen auf Lolo- motiomaterial unb sonstigem Eisenbahnmaterial weiterhin zurückhält. * * Eine griechische Ha ndelskammer in Berlin. Wie mehrere Blätter mitteilen, ist in Berlin unter Mitwirkung bes griechische^ Gesandten in Berlin eine griechische Handelskammer gegründet worden. Die Handelslammet wirb in Hamburg, Dresden, Leipzig und Köln Zweigniederlassungen eröffnen. • Ratinger Metallwerke A-G. in Ratingen. Die Verwaltung dieser zur Becker- Stahlgiuppe gehörenden Gesellschaft hat sich gezwungen gesehen, Antrag auf Stellung unter Geschäftsaufsicht zu stellen Diesem Olntraq ist vom Amtsgericht Qtatingen ftattg.'geben wo ben. Wie man erfährt, ist die Lage des -Unternehmend an sich nicht kritisch. Die Olußenstände übersteigen bei weitem die Derbindlichkei en, nur kommen bie Außenstände sehr schwer herein. Die Schwie- awrnrrgJiwuiiiMiiMMimnrMiMiii II I » drückt wurden. Daneben hatte auch noch Italien eigene Postbureaus im Lande, die italienische Qltaifen ausgaben. Man sieht aTo: Die Bricf- maikenverhältnisse in Albanien si id ebenso vermint und verwickelt wie bie politischen Zustände. G. ngicuen Des -imröTtCljmeiw svn> m c-cr sympr* fache auf die Weckselderpftichtungen zurün>ient Datrnm | 18. 6. 0,1085 0,230 bto- 38 •) Dom Ruazahlungswret. 3»j 0,8375 0,800 1,8 eo,5 0,200 0,680 0,290 0,275 4.« 79 4,40 6,75 2,25 9,75 12,75 Hessen.......... essen........... chc Werkb. Dollar-Lnl. oll.-Schach-Anwetsug.') 1,is 9 0,500 7,75 9.25 41,25 42,75 51 6,5 10,40 5 9,13 *Kä 12,25 1 2.2 3, i7 6 2,90 2,6 9,18 9 M 6,25 8,63 12,3 6.75 9,75 5,5 Frankfurt a. M. ächluh. flure 20,25 9,75 6 6.80 0,400 7,4 12,e 5% Deutsche ReichSauleihe . 47o Deutsche RetchSanleche . 3*/30/n Deutsche Reichsanleihe Deutsche Reich san leibe . Deutsche Sparprauucnan leihe 4% Preußische KonsolS . . . 4®/« Hessen........... 4®/o Zolltürien......... 5e/o Tolbmeritaoer...... Berliner HanbelSaesellschafl. Lormnerz« und Privat-Bank. Darmft. und Sladonolbont . Deutsch« Bank......... Deutsche BeretnSdaok . . . . DiSconto Lommanbit . . . Meiallbank........... Miitelbeutsche Trebilbank. . Lcsic.reichtsche Trebitanstalt. Weltbank............ Bochumer Guß........ Buderus............ Caro .......... . . Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpeuer Bergbau...... Haliwerke Aschersleben. . . . Hallwerk Westeregeln Laurahültc Oberbcdurf....... . .. Puonir Bergba» ....... Äheinltabl....... Rievcck Ätontan........ Tellus Bergbau........ Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd.....1 Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont -Guano..... Badische Anilin........ Chemische Mayer Slairta . . Goldschmidt.......... G'- ies ctmer Electron .... Höchster Farbwerke...... Volzvcrloylung........ RükgerSwerke Echeideanftalt......... Allo- ElektrizitätS-Gesellschast Bergmann........... Mainkrastwerke........ Schuckert . ......... . Siemens 9,25 9,25 6.20 E» - SS 6,25 8,65 6,76 6,8 6,8 9,5 9,65 9,5 6 — — 26,5 27.5 — 37 37,75 1,30 1,13 1.1 2,2 2,1 2,25 1,6 — — 8,75 8,6 8,5 0,450 — — 12,25 1 1 1 2,1 4,75 2,2 3,75 — — 6,25 6,25 6,5 2,95 2,4 2,6 • Devisenmartt Berlin—Frankfurt a. M. l F (In Billionen Mark auSjebrüttt. BuenoS-SireS, Bonbon, Neu« York, Japan, Rio be Janeiro kür eine Tinbeit, Wien a:ib Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Lelearavdtfch« Auszahlung. 18. Juni 19. Juni fRepart. 18. ill. eunt liebe Weid Dotierung Brief Amtlich- ■ «eld lotter 111 'Brief Brfs.-Antw Lbrillianta. Kopenhagen Stockholm . ^elfingforS. ’onbon. . . Jfeutjor! . . Paris Schweiz . - Spanien . . Dien in De ft abgeü Srag . . . . iubapeft . . ?uen.°Sire» 3u (pariert Japan . . . rio be Jan 3e(jrab . . Lissabon . . 156,86 19,45 58,41 70,67 110,72 T’ 22,34 73,91 66,06 6.69 V 11,72 166,84 19,55 56,69 71,03 '!K S 4,21 22,46 74,29 68,34 6,91 12,43 I 11,78 166,81 19,65 66,46 70,62 110,/2 10,46 1 56,88 6,90 12,37 H w 11.72 15/,,9 19,75 58,74 70,93 111,28 10,62 Ä 22J85 74,29 «,14 5,92 12,43 l 11.78 voll voll voll voll voll voll voll voll von voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Doll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Banknoten. rernn. 19. Juni «esd I Briet Report. °/n Amerikanische Note« ..... Belgische Noten........ Dänische Noten........ Englische Noten........ Fran-öfische Noten...... Hollänbische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deursch.Oesterr,äiao Kronen Rumänische Noten...... Schwebisch« Noten...... Schwerer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... 4,19 19,575 70,52 18,05 22,69 156,51 13,09 56,31 6,89 1,79 110,72 73,85 66,66 12,32 4,34 4,21 19,675 70,88 18,15 22,81 167,29 18,19 56,59 6,01 1.81 111,28 74,21 66,91 12,38 4,38 S voll voll M voll SS voll voll voll voll voll voll Frankfurter Mrse. Frankfurt a. M., 19. 3uni. Tendenz: Fest. — Die gestern an der Nachbörse in Erscheinung getretene stürmische Nachfrage nach deutschen Anleihen aller Art machte heute Heitere Fortschritte, und die Teilnahme an dieser Spekulation war so allgemein, daß man ruhig von dem heutigen Dörsentag sagen kann: er stand vollkommen unter dem Einfluß des Anleihegeschäftes. Wie gestern, so wurden auch heute, trotz verschiedener warnender Stimmen, die die Spekulation in deutschen Anleihen für vollkommen verfehlt halten, weil . die finanzielle Lage des Reiches es niemals gestatten werde, eine Aufwertung dieser Anleihen vorzunehmen, Kriegsanleihen besonders bevorzugt. Diese sprangen anfänglich in raschem Tempo bis auf 0,150. Auch Schuhgebietsanleihen und preußische Konsvls fanden viel Interesse; daneben aber auch die anderen Staats- und Kommunalpapiere. Alle anderen Marktgebiete dagegen traten etwas in den Hintergrund, doch blieben sie fest, allerdings bei fast stillem Geschäft. Auch im weiteren Verlauf sind es einzig und allein die Anlelhewerte, die das gesamte Interesse in Anspruch nehmen. Allerdings fanden jetzt auch zahlreiche Gewinnsicherungen statt, so daß vorläufig keine neuen Gewinne erzielt werden konnten. Auf dem Industrie- marft fanden weitere Käufe für das Ausland und für private Rechnung statt, denen allerdings Abgaben seitens der Industrie gegenüberstehen. Die Nachfrage konnte glatt befriedigt werden, ohne daß nennenswerte Kursveränderungen vorgenom- men wurden. Auch im freien Verkehr steht die Tendenz unverändert fest. Api 23/8, Decker-Stahl 272, Decker-Kohle 45/8, Benz 27s. Krügershall 27g. Petroleum 91/4. Rastatter Waggon 27t. Ufa 37/s bis 4. Berliner Dorfe. Berlin. 19. Juni. Die Sensation des Tages a.r der Börse bildete bei starkem Zulauf drl Spekulation die fortsetzende Aufwärtsbewegung des Kurses der Kriegsanleihe: da die Begründung freier anscheinend rein spekulativen Bewegung mit Aufwertungshofsnungen allein nicht stichhaltig erschien, wurde unter anderem auch daraus verwiesen, daß die Reichsanleihe-Alttengesellschaft in grobem Umfange gestern und heute Käufer gewesen fet. Es wurden hieran allerhand Kombinationen geknüpft, die in seriösen Börsenkreisen als in jeder Beziehung unzutreffend angesehen werden. Jedenfalls war der Umsatz sehr bedeutend. und die Bewegung nafjm zeitweise das Interesse vollkommen gefangen. Vorbörslich setzte der Kurs mit 115 ein und ging dann Inguschen Sprüngen über 150 und wurde amtlich anfangs mit 135 und weiterhin zwischen 135 und 140 notiert. Auf anderen Gebieten des Rentenmarktes war keine grobe Rückwirkung hiervon erkennbar. Die Kurse bröckelten namentlich für die alten Anleihen der Länder teilweise wieder erheblich ab. Was den sonstigen Börsenverlauf anbetrifft, war er uninteressant wie an den Vortagen, da eüw Veränderung in der auf allen Märkten herrschenden Geschäftsstille nicht eingetreten ist. Der Kursstand wurde gut gehalten. Einige Montan- und Industriewerte fliegen um 1 bis 2 Billionen Prozent. Die Lage am Geldmarkt hat sich weiten flüssig gestaltet. Der Devisenmarkt blieb unverändert. Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 19. Juni. (Wolff.) Die Forderungen für Auslandsgetreide sind wegen der anhaltenden amerikanischen Aufwürisbewegung der Preise weiter gestiegen und werden auch am Weltmärkte bezahlt, während in Deutschland die wenigen Umsätze in fremder Ware von der zweiten Hand merklich unter Auslandsparität abgegeben werden muhten. Es wurden heute notiert für je 1000 Kilo: Weizen märk. 143 bis 147, mittete. 144 bis 146, mecklenburg. 138, Roggen märk. 120 bis 130 (matt), pomm. 118 bis 123 (matt), Mecklenburg. 118 (matt), westpreuh. 113 bis 116 (matt), Braugerste 144 bis 150 (matt), Futter- gerste 132 bis 138 (matt), Hafer märk. 120 bis 130 (matt), Raps 230 (matt); für je 100 Kilo: Weizenmehl 20,75 bis 23,50 (matt), Roggenmehl 18 bis 20,75 (matt), Weizenkleie 8,50 (matt), Roggenkleie 8,70 (matt), Diktoriaerbsen 19 bis 20, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 10,50 bis 11, Ackerbohnen 13 bis 14, Wicken 11 bis 12, Lupinen blau 9 bis 10, gelb 13 bis 14, Rapskuchen 8,60, Leinkuchen 16,50 biS 17, Trockenschnitzel 6,20. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. Juni. Es wurden notiert für je 100 Kilo: Wetterauer Wetzen 16,75 bis 17, Roggen 15,25 bis 15,5, Braugerste 16,50 bis 17, Hafer, inländ., 15,25 bis 16, Weizenmehl, südd. Spezial 0, 27,25 bis 28,75, Rvggen- mehl 22,75 bis 23,50, Weizen- und Roggenkleie 8,25 bis 8,75. ®ertd)tsiaai» Altona, 19. Juni. (Prid.-Tel.) Das hiesige Schwurgericht verurteilte den Arbeiter Rudolf Hirz aus Itzehoe, der am 18. Januar bei einem Erinnerungsfeste des Feldar- tillerieregimentsRr. 3 eine Bombe in den Festzug schleuderte, wodurch 12 Zivilisten und zwei Reichswehrsoldaten verletzt worden waren, zu vier Jahren Zuchthaus. Guben, 20. Juni. (Prw.-Tel.) Das hiesige Schwurgericht verurteilte den 24 Jahre alten, aus Berlin stammenden Schlosser Munzinger wegen Raubmords z u m T 0 d e. Munzinger hatte mit Atoei Spießgesellen vor einem Jahre eineReise in die Umgebung von Guben unternommen, um in den dortigen Dörfern Einbrüche zu verüben. Munzinger ermordete hierbei einen seiner Komplizen und raubte ihm seinen Anteil an dem Diebesgut. Gießener Strafkammer. * Gießen, 17. Juni. Der früher hier wohnhafte Dn^R, jetzt in Döblau, war vom hiesigen Schöffengericht wegen Beleidigung des Mietemi-- gungsamtes zu einer Geldstrafe von fünf Mark verurteilt worden; er hatte in Beziehung auf die Zuweisung einer Wohnung geäußert, dies sei Schiebung. Seine Berufung gegen dieses Urteil mußte feute verworfen werden, da er trotz ordnu ngsmäßiger Ladung nicht erschienen war. Wegen LXebstähls hatte das Schöffengericht Büdingen den Arbeiter Adam Sp. von Eckarts- Ahausen zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Es hielt für festgestellt, daß er dem Landwirt Hch. R. daselbst eine zweireihige silberne Uhrkette im Werte von 15 Mark aus dessen Wohnung gestohlen habe. Auf seine Berufung b ob die Strafkammer das Urteil auf. Die Kette hatte sich später in der Reichertschen Wohnung unter einer Decke vorgefunden, und die Kammer hielt es entgegen der Auffassung des Schöffengerichts für unmöglich oder doch nicht nachgewiesen, daß sie von dem Angeklagten oder einem seiner Bekannten^ tvieder dorthin gelegt worden sei. Der Rentner Heinrich Th. aus Essen hatte einen Strafbefehl erhalten, weil er während seines Kuraufenthaltes in Bad-Nauheim ohne behördliche Genehmigung Zahlungsmittel und Forderungen aus ausländischer Währung gegen Reichsmark erworben hatte. Auf seinen Einspruch verurteilte ihn das Schöffengericht zu 500 Mark Geldstrafe, im Strafbefehl waren 200 Mk. erkannt. Gegen die Höhe der Strafe legte er Berufung ein, doch konnte heute von der Strafkammer ein Urteil nicht gefällt werden, da noch toeitere Ermittelungen erforderlich sind in der Richtung, in welchem Umfang der Angeklagte Devisen erworben hat. Georg W. und sein Sohn Ludwig von Steinfurth haben von dem Schöffengericht erhebliche Gefängnisstrafen erhalten, weil sie für überführt erachtet wurden, einem benachbarten Landwirt Anfang November v. Is. aus seinem eingefrie- frgten Garten durch Eindrücken eines Stückes Zaun etwa 44 Kraukköpfe, 4 Rotkrautköpfe, 10 Wirsingköpfe gestohlen $u haben. Ihre Berufung hatte den Erfolg, daß sie mangels ausreichenden Beweises freigefprvchen wurden. Schöffengericht. Gießen, 18. Juni. Im März vorigen Jahres öffnete ein früher hier, jetzt in Schlesiens wohnender Mechaniker mittelst falschen Schlüssels die Geschäftsräume einer hiesigen Firma und entwendete daraus 108 Pfund Rinderfett, die er in den Hof eines gegenüberliegenden Hauses unterstellte. Als er in der gleichen Nacht mit seiner Frau seine Beute abhoben wollte, wurde er von zwei Schutzleuten angehallen. Da er sich über seine Persönlichkeit genügend ausweisen konnte und auch nichts Verdächtiges bei sich führte, ließen ihn die Schutzleute zunächlst gehen. Sie waren jedoch mißtrauische geworden, suchten in dem Hof nach und fanden dort noch einen .Teil des gestohlenen FetteS, während sie den Rest desselben bei .einer gleich darnach stattsintentenl Haussuchung in der Wohnung des Mechanikers, der sich inzwischen entfernt hatte und erst einige Wochen später festgenommen werden konnte, ermittelten. Der Angeklagte gibt seine Tat unumwunden zu und sucht nur seine Fva-l, die von,der ganzen Sache nichts gewußt habe, zu entlasten. Diese verwickelt sich fortwährend in Widersprüche und lehnt jede Beteiligung an dem Diebstahl selbst ab. Obwohl eine Reihe von Verdachtsgründen für ihre Mittäterschaft spricht, ist ein ausreichender Beweis hierfür nicht zu erbringen, so daß sie lediglich wegen Begünstigung verurteilt werden kann. Unter Mrnahme mildernder Umstände erhält der Angeklagte wegen schweren Diebstahls fünf Monate Gefängnis, während feine Frau zu vier Wochen Gefängnis verurteilt wird. Gin jetzt in der Rahe von Kassel arbeitender S ch l 0 s s e r ist angeklagt, während seines Aufenthaltes einer hiesigen Frau, bei der er wohnte, aus dem verschlossenen Dertkkö mittels falschäf Schlüssels ein Hemd gestohlen zu haben. Er gibt die Wegnahme zu, behauptet jedoch, er habe fr» Absicht gehabt, es nach Benutzung durch seins Frau wieder zurückzugeben. Da die Gigentümerrn des Hemdes heute selbst angab, daß sie überzeugt sei. der Angellagte habe sich das Hemd nicht an- eignen. sondern wieder zurückgeben wollen, könnt» eine Verurteilung nicht erfolgen, es mußte Diel' mehr Freisprechung erfolgen. Turnen, Sport und Spiet S. E. 1900 zum zweitenmal Staffelfiegei in „Rund um Niedershausen". Am Sonntag kam der Staffellauf um den von dem Sp.-V. Niedershausen ausgesetzten, recht geschmackvoll und gediegen ausgestatteten Wanderpreis zum Austrag. Der Gießener S. C. v. 1900 als Verteidiger konnte,'wie im Vorjahre, bei ständiger .Führung über die ganze Strecke (400, 150, 150, 400, 120, 1000, 300, 200 Meter) mit nahezu 200 Meter Vorsprung ^wr Turnge- meirtee Leun und S. C. 1920 Frankfurt a. M. die Staffel gewinnen. Im Anschluß hieran veranstaltete der dortige Sportverein anläßlich der Einweihung seines Waldsportplatzes leichtathletische Wettkämpfe. In den ausgeschriebenen Konkurrenzen — es tarnen nur Laufwettbewerbe in Betracht — schob der S. C. v. 1900 den Vogel ab. Die Clubler wurden Erster in der 4xl00-Meter- Stasfel offen vor S. C. 1920 Frankfurt a. M, in der Schweden staffel, dem schönsten Rennen des Tages, vor Tgd. Leun und Wellburg, in 400 Meter durch R. Fischer, der bei reichlich schlechten Bahnverhältnissen 57 Sek. benötigte, im 100* Meter-Lauf für Jugendliche, in dem Schwab seine Butzbacher und Fraickfurter Gegner glatt ab fertigte. In noch üferlegenerem Stil gewann Rohrbach die 1000-Meter-Iugend. An zwritei Stelle Plazierten sich die Ochmpische Staffel, Wallenfels in 100 Meter offen und die 4xl00-Meter-Iugendsiaffel. Dtitte Plätze belegte in der 4xl00-Meter-Staffel die II. Mannschaft des Gießener, Minke in 1000 offen und zur allgemeinen Ueberraschung Fischer im 100-Me:er. Lauf, der von Dender- Leun ganz knapp vor den beiden ebenfalls zusammenliegenden Giehenerr gewonnen wurde. Allerdings muß man in De tracht ziehen, daß Fischer seit Wochen zum erster. Male wieder am Start war und zwei 400°Meter- Laufe, einen 200-Meter- und Dor- und Zwischen- lauf für die 100 Meter hinter sich hatte Büchertisch. — Zur Erinnerung an den Deutschen Tag in Halle hat der Verlag der Leipziger Illustrierten Zeitung (I. I. Weber rn Leipzig) ein interessantes Gedenkblatt herausgebracht. das alle bedeutsamen Szenen der Einweihung des Moltkedenkmals in guten Photographien und Zeichnungen wiedergibt und für alle Teilnehmer der nationalen Feier von größtem dauernden Interesse sein wird. — Neue Musik-Zeitung, Illustrierti Halbmonatsschrift mit Musikbeilagen (Verlag Carl Grüninger Nachf. Emst Klett, Stuttgart). Heft 2—5. — Dem ausgezeichneten und wertvollen ersten Heft der wiedererstandenen .Neuen Musik» Zeitung" schließen sich die melieren Hefte würdig an aus deren reichem Inhalt besonders hervorgehoben seien zwei geistvolle Abhandlungen Gmll Petschnigs „Der Eros des Kü-rsllerS" (Heft 2) und „Der neue Opernthp" (Heft 4), fre neue Wege werfende Abhandlung Dr. Karl Dlessingers über „Die Grundlagen des StilS in der Musik (Heft 2/3). fesselnde Ausführungen Walter Möllers über Muslkeöhandschriften (mtt zahlreichen Faksimiles, H. 4) dann einige fre Theorielehrer und Pädagogen besonders interessierende Artikel, so Prof. L. Riemanns „Hören wir die Töne, wi^ sie Hingen?" (H. 3). — Don den in den nächsten.Monaten vorgesehenen vier Sonderheften (darunter ein Dach- und Druckner-Heft) ist das erste, dem diesjährigen Tonkünstlersest des Allgem. Deutschen Musikvereins in Frankfurt a. M. gewidmete als Hest 5 mit vielseitigem Bildmaterial erschienen. ES bietet neben einer se!hr feinen Studie Hans sTeßmers über Richard Strauß (zur Feier seines 60. Geburtstages) u. a. aufschlußreiche Aufsätze über das historische und das moderne Musikleben Frankfurts, daneben noch eine Fülle anregender Beiträge und Berichte. Warum gerade P€B€CO? Weil diese Zahnpasta die Zähne nicht nur reinigt, sondern eie auch vor Schaden bewahrt und bis ins ' Alter gesund und widerstandsfähig erhält. Die Bantigee. Roman von Hermann Stegemann 32 Fortsetzung. (Nachdruck verboten) Der Tunnel war vollendet, die Drücken gebaut, die fleinen Stationen fertig, und der Dahn- Hof von Wolfenziel flieg aus den Gerüsten. Der Daumeister trieb und eiferte. ES war eine Unruhe in ihm, fre er nie gekannt hatte. Pvmetta, der seit dem Durchschlag des Tunnels 608 Erbe Lorenz Dantigers angetreten hatte, zügelte diese Angeduld nur, indem er mehr versprach, als er zu halten willens war. „Ich will ihn nicht aufregen,“ sagte er zu Ens, und sie wußte nicht, ob sie ihm wegen dieser' Rücksicht zürnen oder danken sollte. Sie litt darunter, daß der Vater Dinge verlangte, die unmöglich waren, und fühlte doch fein Dlut in den Adern und den Lleberschuß der Herrschgewalt, die sie von ihm geerbt hatte. Da ließ Gebhard Roll Ihr sagen, daß er fte zu sprechen wünsche. Als sie verwundert und mißtrauisch seinem Wunsch entsprach, eröffnete er ihr, daß er und seine Freunde gewillt seien, den Anteil Dantigers an dem Unternehmen zu übernehmen. Gr wisse, daß Bantlger die Last nicht mehr tragen könne und sie seien bereit, ihm und Ens soviel auf den Tisch zu legen, daß sie wohl sufrietem sein könnten. Ens wies ihn an den Vater, aber er ging, indem er sie bat, sein Angebot nicht in den Wind zu schlagen und ihren Einfluß auf den Baumeister gellend zu machen. »Du allein kannst es zu Ende bringen, dir gibt er vielleicht zu, waS er uns niemals zugeben würde." „And was ist das?', fragte sie blaß und drohend. „Daß er sich übernommen hat und die Dahn besser ungebaut gelassen hätte," erwiderte Roll und blickte an Ihr vorbei. Da lachte sie, wie der Vater gelacht hatte. „Der Gedanke allein ist schwerer als alles, was ihr tragen könnt," entgegnete sie, „von euch war keiner fähig zu denken, was er wagt. Ich will ihn fragen, was er dazu sagt." „Ens, bedenk, er ist nicht mehr der Alte," versetzte Roll mit geheucheltem Gefühl. „Warum fürchtet ihr ihn denn?" fragte sie wild. „Du bist eine Danttger und schlimmer als er,“ antwortete er giftig und ließ sie allein. Sie verschwieg dem Vater das Angebot, aber als der Baumeister ihr eines Abends, aus dem Halbschlummer' aufschreckend, von neuen Plänen sprach, überlief eS sie kalt. Sie fühlte, daß er den Maßstab verlor, und das erschreckte sie tief, ilnb sie tat, was sie nie getan hatte, sie unterbrach seine ausschweifende Rede, fiel ihm um den Hals und überschüttete ihn mit Liebkosungen, um ihn abzulenken. „Du bist an den Anrechten gekommen," spottete er, aber ihr verzweifeltes Manöver gelang. Er verlor den Faden und kam nicht mehr auf neue Pläne zu sprechen. Am Tage daraus ordnete er wieder klar und besttmmt nut alter Meisterschaft fre weitverzweigten Geschäfte und gebot den Beamten, die seine Weisungen empfingen, mtt der herrischen Gröhe, die sie zu stummen Dienern seines Willens machte. ®r empfing sie sitzend und von Papieren und Briefschaften umgeben, oder am Kamin In seinem hohen Lehnstuhl ruhend. Sie gewöhnten sich rasch daran, blickten mit scheuem Respekt auf die breitschulterige Gestalt und den wie aus Stein gehauenen Schädel, üfer dem das Haar nur noch wenige Fäden spann, und gaben seine Befehle mit einem Eifer' weiter, der ihnen überall Gehorsam sicherte. Da entschloß sich Ens, dem Vater Rolls Angebot mitzuteilen, um den Bemühungen Rolls zur (Beteiligung Gottfried Dantigers ein Ende zu machen. Sie spürte das Walten und Wühlen feindlicher Kräfte und konnte dem Vater den Schritt Rolls nicht mehr verhehlen, denn der Daumeister war argwöhnisch geworden, als er plötzlich hart vor den letzten großen Zahlungen abermals auf Widerslaite der Dankkreise streß und feine Fabriken von Streitlust bedroht sah. „Sv, daher weht der Wind," sagte er. „Ich hab's mir gedacht. Ich kenne den Roll und die Sippe derer, die lieber ernten als säen uite pflügen. Aber sie sind zu spät aufgeftanten, um den Tag aufgehen zu sehen. Ihte jetzt frag ich dich, vb du rnithalten willst, denn jetzt gilt's den letzten Sturm. Jetzt geht's um den Namen, Ens, und um all das, was ich geschaffen." Diese Ditte bewegte AgneS Dantiger tief und erschreckte und enttäuschte sie zugleich. Sie lttt für den Vater, der seinen Stolz von sich warf und beute um das bat, was er vor drei Monaten verschmäht hatte. Der Baumeister blickte sie forschend an, und Wr, wo es sich um Geschäfte und den Zusammen- poall männlicher und weiblicher Abfassungen handelt, erriet er, ohne Irre zu gehen, waS GnS von ihm dachte. Er hob sich mühsam aus dem Sessel und 6teil sich tote ein Daum, obwohl ihn fre tauben Knie nicht recht tragen wollten. Es war ihm, als müßte er stehen, wenn er so zu ihr sprach „EnS, ich weih, was dich wurmt. Es ist einer zu dir gekommen und verlangt etwas von dir, was du ihm aus freien Stücken angetragen hast. Damals hat er es schroff zurückgewiesen. Heute trägt er seinen Stolz in einem Schnupftuch Aber zum ersten sag' ich dir, damals ging's um meine persönliche «Hache und um den Kampf mit den Danken, die mich nehmen und halten mußten, tote ich toat. Heute geht's nicht gegen das namenlose Kapital, sondern gegen die, die mich von meinem Arbeitsfeld treffen wollen, um sich darauf gütlich zu tun, und da nehm' ich jeden Zoll, den deinen zuerst, denn das ist unsere gemeinsame Sach' und unser Lebern Ich ftess' meinen eigenen Stolz, weil ich einen größeren nähren muh, und das ist ter Stolz der Dantiger, an dem alle teilhaben, die Toten und die Lebendigen — alle biS auf einen — nein, daß ich's recht sag', in diesem Fall nehm' ich auch den in Norwegen nicht aus, ter sich ausschweigt, weil er sonst an mich selbst schreiben müßte. Urte zum zweiten sag ich dir, ich komme nicht, um dich zu bitten, Tochter, sondern ich streck die Hand und sage, ich brauch' die Hilfe. Du legst sie hrn-ttn und ich habe das Gefühl, daß ich vorn ©emein- famen nehme. Ich hab' euch alle nicht gegen daS Licht gehalten, um euch ins Innere und euch durch und durch zu schauen. Ich handle aus mir selbst heraus, und du bist eine Dantiger wie ich." (Fortsetzung fof^L)