Erstes Blatt 17 4. Jahrgang vr.M (Erjd, —tttgvch außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: VietzenerFannlier^b lütter Monats-Bezugspreis: 2 Goldmark n. 29 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: für die Schriftleüung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: »NZeigerGtehe«. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/u Aufschlag. - Verantwortlich Sr Politik u. Feuilleton: r. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Dienstag, 20. Mai 1924 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorhel ohne jedeDerbindlichkett. preis für l mm höhe §r Anzeigen von 27 mm reite örtlich8, auswärt» SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dntd ttttö OctIo^: vrSHI'sch« llnft>krs»SIs-v«ch- und Stdnöruderei R. fange in Sietzen. Schriftieitnng und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. zuteil werben laut. w Deshalb einen so grof bei der Arbeite rschasi Nach Dlättermeldungen änaer des Tremrungsgedankens hatten für die Urabstimmung davon ein Drittel gleich 589 600 Stimmen aufzubringen. Es fehlen ihnen also 140 639 Stimmen. * -Die das „D. T.' erfährt, hat der preußische Ministerpräsident Braun durch ten preußischen Geschäftsträger in München beim bayrischen Ministerpräsidenten von Knilling Einspruch gegen den Brief des b a y r i s ch e n Ministers des Zn nern Dr. Schwester erhoben, den dieser während des Abstimmungskampfes' in Hannover an die Welfen gerichtet iuti> in dem er sie seiner Sympathie ver- I sichert hat. Gutachten und Industrie. I Regierungsbildung. w / . s Berlin, 20. Mal. (Priv.-Tel.) Wie die Die Oppofition gegen das Präsidium des Reichsverbanoes oer Blätter aus parlamentarischen Kreisen Horen, deutschen Industrie. | ist In der gestrigen Besprechung der Der Arbeitszeitkampf im Bergbau. Berlin, 19. Mai. (Wolff.) Wie die Erklärung der Dergarbeiterverbändr erneut ergibt, ist einer der Hauptstreitpunfre zwischen den Parteien die unterschiedliche Beurteilung der Frage, welche Arbeitszeit im jetzigen Augenblick rechtens ist. da die bisherigen Vereinbarungen hierüber abgelaufen sind. Nachdem die Arbeitnehmerverbände den Schiedsspruch vom 16. d. M. ablehnten, trat Reichsarbeitsminister Brauns deshalb an den Vorsitzenden des Vorläufige Reichswirtschaftsrates mit der Bitte heran, sofort mehrere unparteiische, des Arbeiterrecht f kundige Jurist en zu nennen, die gebeten werden sollen, nach Anhörung des Standpunktes beider Parteien über die genannte Rechtsfrage in kürzester Frist ein Gutachten zu erstatten. Als Sachverständige zur Abgabe des Rechtsgutachtens schlug der Vorsitzende des Vorläufigen Reichswirtschaftsrates vor: Reichsgerichtsraf Dr. Be wer, die älniversitäts- professoren Dr. Kaskel, Dr. Sinzheimer, Dr. Hück, sowie Landgerichtsdirektor Dr. Gerst e l. Diese Sachverständigen sind vom Reichs- arbeitsministe, drahtlich um ihr Erscheinen gebeten worden- sie sollen am 20. Mai, nachmittags 472 älhr im Reichsarbeitsministerium zusammentreten. Berlin, 19. Mai. (WTB.) Die am 14. Mai gegründete Deutsche Industriel- len-Vereinigung veranstaltete eine Kundgebung gegen da s Sachverständigen- Gutachten. Zu den Einberufern gehören u. a. der deutfchnationale Abg. Geck, Hamburg, der frühere preußische LandtaWabg. Bacmeister- Elberfeld, Prinz Löwenstein und andere Industrielle. Fabrikbesitzer M ölle r ° Berlin eröff- ___________________ nete die Versammlung mit einem kurzen Hinweis en die Gewerkschaften auf die Ziele der Vereinigung. Diese sei Partei- Die Micum und der Vergarbeiterstreik. Düsseldorf, 20. Mai. (Havas.) Hm die Fortsetzung der Versorgung der Entente-Länder und der Eisenbahnregie im besetzten Gebiet mit Kohlen sicherzustellen, hat die Micum beschlossen, einen Teil der Koks- und Kohlenlager, die den Ruhrzechen gehören, zu blockieren. Von Frankreich werden Ladungsmannschaften berufen werden, so daß der Tagesversand, der schon 900 Tonnen betrage, demnächst auf 1200 Tonnen gebracht werden könne. WV. Sn btm nad> ber Annahme des Gatachtnn« d-- Mitt°lpart->«N das -u»-Np °l it isch- mit Sicherchei zu erwartenden Hebergangder Programm fertigge stellt worben. deutschenTarifhoheitaufeinenaus- Nach dem „Vorwärts" bewegt es fich in der ländischen Agenten sehen die Versammelten Hauptsache in der bisherigen Politik das Mittel, mit dem jede Wiedererstartung der J * Aufnahme, die diefeö Ä Partei -ech.a unbUnt, chung 'des deutschen Kreditwesens von den Mittelparteien finden werde, werde durch die ausländische Großfinanz bic Mehrheitsbildung im kommenden d°?LU7Äd7L inb 2t-ich-.°g von ausschlagg-b-nb-r D-b-»tung in dem ganzen Geist des Gutachens den Aus- fein. Wie das genannte Blatt weiter mrtteilt, druck des Kampfes gegen die Ideen, von denen platzte in die gestrige Beratung der Mittel- bie deutsche Sozialpolitik getragen ist. Die Parteien eine Einladung der Deutfch- . . .c ...... Oai♦i,hi« n? .i /fi.-j I na 1 ionalen an das Zentrum, die Deutsche $ ü hiVg ^r^^Sttlllingnahme zu dem Gut- und die Bayerische Dolkspartei zu einer Beachten zu erzwingen und dafür zu sorgen, daß der spxechung am Mittwoch über die Regierungs- Reichsverband die Reichsregierung vor Wegen pjldung hinein. Die Demokraten sind zu warnt die mit Sicherheit ins Berber- Sitzung nicht eingeladen worden, den führe n Die Mittelparteien sind aber übereingekom- Geheimrat Dorsig mcn, Verhandlungen mit anderen Parteien ührte aus, bie Angriffe gegen den Reichsverband r -n gegenseitigem Einver- fTr 'wÄb flbake «o» ft ä n b n i 8 -uszun-hm-n 2--h°lb ist nicht an- keine abschließende Stellung zu dem zunehmen, daß die Zentrumspartet die- Gutachten eingenommen. (Widerspruch.) Er habe jer Einladung folgen wird. Heute vormittag das Gutachten als eine annehmbare Hnter- 6$e neue deutschnationale Fraktion zum nicht für ?nCnc’bamfrarnsern SsMrbanb -rst-nmal zu einer Beratung zusamm-ntret-n. wolle keine Erfüllungspolitik ohne Besinnung tret« Auch die Deutsche Dolkspartei und die gewoben, er halte auch das Gutachten nicht ohne wei- kraten kommen heute zu Fraktionssitzungen teres für tragbar, aber er wolle auf dessen Grund- ,„sammen. — Der ehemalige Reichstags- Uäg^itCl" ' präfiJent Laebe hat di- Führer sämtlicher Der stellvertretende 1. Vorsitzende des Reichs- Reichstagspartelen für heute nachmittag zu Verbandes ber Deutschen Industrie, Hülsmann ejncr Besprechung eingeladen, um die Reu- (Freiburg i. B), führte aus, die Borausiehung Zerteilung der Plätze im Sitzung s- di« «iuzelnrn Parteien varzuuehmen. — Teetz, Berlin, empfiehlt eine scharfe, aber sachliche Oppofition im Rahmen bri Beichsverban- KvMMSNde LinKsregierUNg des — Gras Reventlow, M. d. R., erflart, diss einzige LNöglichkeit einer Rettung für uns als ITl (yrattatCia). Volk bestehe darin, daß wir jetzt geschlossen „Neiw Marseille, 20. Mai. (Havas.) Der neusagen und dann daraus eine zweckmäßige politit gewählte sozialistische Abgeordne e Rena übel aufbauen. — v. Dr u ck, Düsseldorf-Velbert, for- erklärte einem Redakteur des „Petit Parisien", bert ben Rücktritt ber Leitung des Reichs- Sozialisten würben keine Kombination unter- verbanbes und führt aus: stützen, durch die die Grundsätze des nationalen Hinter der Erfüllungspolitik steht nicht das Blocks beibcbilten werden sollen Gr habe schür Interesse des brutschen ToIM, 1-™ « E,^7tch'n?chkan"^ e?A°g ie°ru ng Interesse ganz weniger emzelner Persönlich- beteiligen würden. Aber er eröffne oh.re leiten, die daraus Vorteile gezogen haben. Hintergedanken, daß er eine Regierung unter- n?z>i^tnn«nbnenrbneter Quaatz schlägt bie stützen würde, die sich eirergisch für eine Polrtil Bildung einer Arbeitslornrnission und einer -Korn- des wirkschaftlichen und finanziellen mis^n vor mit d^m Auftrag, sich mit dem Reichs- lxrus und des für Europa so notsgen Friedens verband in Verbindung zu sehen. — Geheimrat einfehen werde. Jj-ür den Augenback tixrbe also Korsin verlangt als Mitglied des Präsidiums die sozialistische Partei Nicht in die Regierung Reicks^r^nd^ bezüglich ber von v. Bruck eintreten. Würde sie es tun. bann wara bres XS Sli^en Vorwürfe Namensnen- nicht ohne N^^ sHre Unheil und infolge- nung Da er seine Anwesenheit nicht mehr für dessen für bie Regierung selbst. erforderlich hält, verläßt Geheimrat Dorstg den Hnterftühungspolitik, wie er sie nenne, Saal. — v. Bruck antwortet, nicht einzelne Per- Billigung der Parteien finden. S w«na man stch ^-r h°m°g.n-n r-d»°,-n lich ein Personenwechsel, sondern ein 0 t) ft em - | gierung gegenüber befmoe, die rasch handle, wechsel notwendig. Ein Zusammenarbeiten sei nur möglich bei einer Einigung über bie grunb- sätzliche Frage: Planwirtschaft oder freie Entfaltung der Kräfte? — Geheimer Oberfmanzrat Bang stellt in seinem Schlußwort fest, daß über bie von ihm vorgetragenen Dinge zwischen ihm und Geheimrat BorsigvollkommeneEin- । mütigkei t bestehe. — Hierauf wurde bie er- 1 wähnte Resolution einstimmig angenommen. Der Bergarbeiterstreik ist nicht als Streik der Gewerkschaften anzusehen: biese haben ihre Leute nach eigenem Zugeständnis längst nicht mehr in der Hand, sind daher gar nicht mehr in der Sage von sich aus die Taktik der Arbeitnehmerverbände 5U bestimmen. Es handelte sich vielmehr um eine Aktion gewerkschaftsfeuiblrcher kommunistischer Elemente, die nut ihm nicht nur einen ersten großen Ansturm des Bolschewismus gegen bie Staatsautorität bezweckten, sonbern bie auch gleichzeitig einen Kamps zur Zertrümmerung des Unternehmertum 8 und gegen bie Gewer kscha f ten i aus ote oieie oer -vereinig uuti. «yuq-c j^i yu.nx.v- durchführen wolllen. Diese Taktik wirb immer politisch in keiner Weise eingestellt, aber ihre toieber ausgenommen werben, solange nicht bie Gründung wurde notwendig, um zu beweisen, daß Reichsregierung dem auf Produktionsförderung bie Leitung des Reichsv erband es der eingestellten Standpunkt des Unternehmertums deutschen Industrie nicht die geiamte In- eine entschiedenere als bie bisherige Förderung buftrie hinter sich habe, wenn sie bie Annahme zuteil werben läßt. Die kommunistische Taktik hatte bes Sachverständigengutachtens empsiehlt. Der deshalb einen so großen Erfolg, weil nach wie vor Hauptredner des Tages, Oberfinanzrat Dr. Bang bei der Arbeiterschaft bie Ibee von ber unbebing- bezeichnete das Sachverständigengutachten als ten Notwendigkeit ber Beibehaltung ber letzten den Versuch ber Gegner, ihr eigentliches, burch revolutionären Errungenschaft des Achtstunden- Waftengewalt nicht erreichtes Kriegsziel zu 6er- taae« vorherrschend ist: denn es hat nicht die wirklichen, nämlich bie Beseitigung der Ueberzeugung von der Notwendigkeit der Mehr- selbständigen, freien b e u t schenWirt- leistung, sondern einfach bie S orge, arbeits- schäft im Wege ihrer Einglieberung als unlos z u w e r b e n, Enbe 1923 zu ben Abkom- selbständige, entstaatlichte A r b e 11 s Pro vin z men über Arbeitszeitverlängerung geführt. Daß in einen internationalen Dankenstwit. Die Ber- vAucht werden Sürbe, diese Abkommen sofort fasser des Versailler Ertrages hatten die Er- nach Antritt einer auch nur geringfügigen Kräfte- füllung der ungeheuerlichen Vertragsbedingungen Verschiebung zugunsten der Arbeitnehmer wieder niemals gewollt. rückgängig zu machm, ist ztoarinErwi^er wollten die vorausgefehene Säumnis mütige Haltung des^Arbeitsministeriums — Pro- Deutschlands nur benutzen, um von der phezert, aber niemals recht geglgubt worden . schwachen deutschen Regierung einen schem- Diesen Momenten gegenüber traten alle an- baren Rechtstitel zur Erreichung des eigent- deren in den Hintergrund. Es wurde nicht daran lichen Kriegsziels zu erlangen. gedacht, daß die polnifch-vberschtesische Kohleschon unmittelbar am Rand des Ruhrreviers (in Diele- Darum sei auch bie ©rfullung^olitit ein selb Lippstadt usw.) um 2,50 bis 3 Mark Widerspruch in sich selbst. Nach dem Versailler billiger ist als die Ruhrkohle, und daß jede Vertrag waren Eingriffe in ^ns Privat- weitere Verteuerung durch höhere Löhne bzw. eigent um unmöglich Dazu sei aber letzt geringere Leistung die Absatzmöglichkeit eine Unterlage gegeben durch bie Ärebitafton gänzlich unterbinden muß. Auch daran des Reichsverband^ der deutschen Industrie vom wurde nicht gedacht, bah ehre Herabsetzung ber September 1921. ®iefe daran f Zweifelsfreie Feststellung des bisher dachte die Arbetterschaft nicht, daß sie durch den Geleisteten- »Ärt 2. zwei,-»frei- s-stst-'lung der Gesamt- ungefähr Vs des gesamten Streikobjektes an Lohn last, die man von uns verlangt; entspricht, so daß ber Lohnausfall nach drei 3. Gegenrechnung aus Ruhr und Pfalz; Tagen schon größer war als die gesamte Streik- 4 Aufrollung der Schuldlüge. SBÄÄS.ÄKSS ...ÄÄäEÄÄt 25 jährlich eine Mehr- Eine d-alsche L-gieruag koane die ErMlaags. T c i ft u n a an Arbeitszeit von 4000 Millionen Politik nur fortsehen m i t Hilf.« der So ArbEwnrL! ML wenn nicht die Le- S i al de mok ra t i e. Daraus wurden sich UE- benshaltung entsprechend eingeschränkt wer- tragliche ^.l^genei-geben.Oileg^ 2>en wll. I ser a u s g es per r t en Arbeiter imRu Howie nicht von den verantwortlichen Spitzen ber bergbau unb in anderen Industrien auf runb Regierung rückhaltlos die Meinung über unsere 600 000 geschäht. wahre wirtschaftliche Lage gesagt wird. ter Ansicht, oay, sobald der Gedankenaustausch zwischen den alliierten Regierungen genügend vorgeschritten sei, die Einberufung einer interalliierten Konferenz wünschenswert sei, um so die vorbereitete Verständigung zu vollenden. Die belgischen Minister und der ttalienische Ministerpräsident werden alles m ihrer Macht Stehende tun, um unverzüglich zu der Verwirklichung des Sachverständigengutachtens zu gelangen. Sie erkennen auf jeden Fall an. daß die Frage der interalliierten Schulden auch weiterhin mit der vollständigen endgültigen Regelung des Reparationsproblems verbunden bleibt. Französische Represialien in Düsseldorf. Düsseldorf. 19. Mai. (Wolff.) Bekanntlich weigerte sich die Stadtverwaltung, die von den Franzosen neuangeforderte Artillerie- k a s e r n e zu erbauen, da das Reich nicht gewillt ist, die Kosten dieser Kaserne zu tragen. Der Stadt wurde nun aufgegeben, trotzdem am 17. Mai mit den Bauten zu beginnen, widrigenfalls die Spitzen der Stadtverwaltung und auch die Fraktionssührer der Stadtvertretung verhaftet werden sollten. Der Dau wurde am 17. Mai nicht begonnen. Infolgedessen gingen die Franzosen zunächst dazu über, eine Reihe wichtiger Gebäude zu beschlagnahmen. Es sind dies Werk 9 von Rheinmetall, das neuerbaute Werk Rhein stahl, mehrere Schlachthäuser, die gedeckte Reitbahn der Polizei an der Cezilienallee, sämtliche seinerzeit für ixe Schupo errichteten Wohnungen (insgesamt 145), die Konzertsäle des Zoologischen Gattens und der gesamte K u n ft p a l a st. Im Kunstpalast sollte am 1. Juni die diesjährige große Kunstausstellung eröffnet werden. Die Säle des Zoos, der augenblicklich im Wiederaufblühen ist und einen regen Besuch aufweist, wurden, nachdem sie von den Franzosen geräumt waren, mit großen Kosten wiederhergestellt und neu ausgemalt,- sie wurden erst vor wenigen Tagen dem Publikum wieder geöffnet. Die Franzosen brachten in den letzten Tagen eine große Reihe neu ausgehobener Rekruten nach Düsseldorf. Die Wirtschastskrisis im Saargebiet. Saarbrücken, 19. Mai. (Wolff.) Wie uns von den Röchlingwerken zu unserer Meldung über die angebliche Entlassung von 3000 Arbeitern berichtigend mitgeteilt wird, handelt es sich nicht um eine Kündigung von Arbeitern, sondern nur um die Kündigung des beste- henden Lohnabkommens zum 1. Juni 1924. Dieser Schott wird mit den hohen Kohlen- preisen und Löhnen begründet, die die Selbstkosten der Eisenerzeugung so verteuern, daß diese weit.über den Derkaufsp reisen lägen und eine produktive Arbeit deshalb nicht mehr gestatten. Die Firma hofft, im Zusammenwirken mit der Delegschaft und mit ihren Der- tretungen den Belegschaften diejenigen Arbeitsbedingungen zum 1. Juni sicherzustellen, die ihnen eine Weiterarbei ermöglichen. — Auch rm Lande s r a t kam es noch zu ausführlichen Erklärungen der einzelnen Parteien über die Witt- schaftliche Lage im Saargebiet. Die Redner betonen einhellig, daß die Ursache der gewaltigen wirtschaftlichen Aotlage in erster Lime auf die Kredit not zurückzuführen sei. Die Wirtschaft könne nicht mehr die Konkurrenz halten, da die Herstellungskosten bereits vielfach die Weltmarkt - vettaufspreise überstiegen. Rot bei Arbeitern und Arbeitgebern seien die Folge. Die Redner forderten übereinstimmend fofor- ti& Maßnahmen der Regierung zur Bei- y legung der schweren Krise. Atteilgeber und Arbeitnehmer müßten sich gemeinschaftlich mit der Regierungskommrssron zu DttHandlungen hierüber zusammenfinden. Die Redner gingen des weiteren auf die zahlreichen Entlassungen ein. die in der letzten Zeit in der Schwerindustrie stattgefunden 'haben und in der nächsten Zukunft stattfinden sollen. Bon so- zialdemokrattscher Seite wurde gesetzliche Regelung der Stillegung und Einschränkung von Betrieben, das Verbot von Arbeiereatlassuugen, die Einführung dec obligatottschen Schlichtungsausschüsse und Gesetzeskraft für die Tarifverträge gefordert. Auch der Achtstundentag müsse gesetzlich festgelegt werden. Außerdem müßten sofottige Maßnahmen zur Verbilligung der Lebenshaltung getroffen werden. — Von einem sozialdemokratischen Redner wurden ferner schwere Vorwürfe gegen die Schulverwaltung der Regierungskommission wegen der dielen bekannten Miß- Der Begründer der Lebenslehre. (Zum 50. Geburtstag von R. H. France.) Don Dr. H. v o n D r o n s a r t. Am 20. Mai begeht der Raturforscher und Philosoph Raoul H. France seinen 50. Geburtstag. Ein an Arbeit und Erleben überreiches Dasein steht auf seinem Gipfelpunkt. France ist in .den weitesten Kreisen bekannt durch die seit 1905 erschienenen „Kosmosbändchen", die dem Raturireund die Augen öffneten über das so viel umstrittene „Seelenleben" der Pflanzen, und vor allem durch die Schaffung eines großen, achtbändigen Werkes „Das Leben der Pflanze", das ein Seitenstück ist zu Brehms berühmtem „Tierleben". In den letzten Jahren hat Francs sich mehr denkerisrtzea Aufgaben zugewandt, uru> seine „Objektive Philosophie", mit der er seit 1917 hervor!ritt, zählt eine immer mehr anwachsende Gemeinde von Anhängern. Mit dieser Lebenslehre will Francs die Philosophie wieder zu dem machen, was sie bei den Alten war: Die Königin der Wissenschaften, die Beherrscherin des Daseins, die bestimmend auch über dem praktischen Verhalten des täglichen Lebens steht. Statt dessen ist die Philosophie heute eine Wissenschaft wie andere auch und besteht überdies — so muh es dem Laien scheinen — der Hauptsache nach in für das Leben gänzlich Unbrauchbarer geschichtlicher Forschung und der Schaffung einer so schwierigen Romenklatur, daß eine Beschäftigung mit den letzten und höchsten Dingen der Menschheit, die sir zu vermitteln vvr- gib:, nur wrn'gen Eingeweihten nach mühevollem Studium m g ich ist. An Sie l: die e „Thilos p ie für das prttttsche Leben" geben, — Lebensweisheit in Stelle von Schulwissen. Seine Lehve stellt das stände im Schulwesen, namentliche wegen der ää n - terstühung des französischen Schul- wäsens erhoben. Sämlliche Parteien stellten sich 'hinter den Redner und versicherten ihn ihrer älnterstützung bei der Durchsetzung seines Standpunktes. i —--- Der Fürstenwalder Ulanentag. Berlin. 19. Mai. (WTB.) Wie der amtliche Preußische Press^>ienst zu dem gestrigen ällanen tag in Fürstenwalde mÄdet, ist es an verschiedenen Stellen zu Zusammenstößen mit der Schutzpolizei gekommen. Durch Schläge und Messerstiche. sind insgesamt drei Beamte der Schutzpolizei unerheblich verwundet. Etwa 200 Kommuni st en sind festgenommen worden und bei etwa 75 von ihnen wurde die Verhaftung aufrechterhalten. Im Stadtpatt wurden von kommunistischer Seite drei Schüsse abgegeben, die aber glücklicherweise niemanden verletzt haben, während es gelungen ist. die Schützen zu verhaften. -Unter den festgenommenen Kommunisten befanden sich auch die beiden kommunistischen Landtagsabgeordneten G e s ch k e und Hoffmann, welche die Leitung der kommunistischen Aktion gegen den .Ulanentag in der Hand hatten, beide wurden nach Feststellung der Personalien wieder auf freien Fuß gesetzt. Es soll ein Verfahren wegen Landfriedensbruchs gegen sie em geleitet werden, wenn das Parlament seine Zustimmung dazu erklärt. Auch gegen die 75 in Haft behaltenen Kommunisten wird ein Verfahren wegen Land- fttedensbruchs, ferner wegen Aufreizung zu Gewalttaten, Körperverletzung usw. eröffnet werden. Aus dem Hessischen Landtag. VonunsererDarmstädterRedaktion. Darmstadt. 19. Mai. Der zweite Ausschuß lehnte die Vorstellung der Familie Karl D ü ch - ner zu Gießen auf Unterstützung für die Wiederaufnahme des Prozesses Heck—Büchner nach Dettchterstattung durch den Abg. Mann wegen Unzuständigkeit des Ausschusses ab. Hie auf wurde die Regierungsvorlage, Verordnung über' das Verfahren in F o r st - und F e l d r ü g e - fachen sowie die Regierungsvorlage, di> Durch-- führung des § 36 der Verordnung über Ge- richtsv erfassung und Strafrechtspflege vom 4. Hanuar 1924, einstimmig angenommen. Rechtsanwal Becker zu Gießen frü- her in Lorsch hat sechs Darstellungen beim Landtag eingereicht, die sich beziehen auf: die Rotzes Anwaltstantes, die Zustände des Oberlandesgerichts, Hintertreppenjustiz in Hessen, die Zuverlässigkeit der hessischen Justiz, den Herrn Per- sLnalctterenten des Justizministeriums und die Zuvermssigkeit der hessischen Justiz. Die weitere Beratung und Beschlußfassung wird ausgesetzt bis das Mmistettum der Justiz die Vorstellungen sachlich geprüft und eine Antwort darauf erteilt hat. Eine Vorstellung des Amtsge.ichtsrats Dr. A n d r a e in Ortenberg wegen Handhabung des Richtergesehes vom 31. Mai 1879 und 28. 2lligust 1922 wurde nach Entgegennah.ne der Regierungs- antwott einstimmig für a b g e l e h n t erklärt, Don dem Antrag der kommunistischen Abgg. Ebner und Roth wegen Abhaltung öffentliche ' Wähler- Versammlungen wurde die Ziffer 1 angenommen, die den selbstverständlichen Sah ausspricht, daß die Kommunisten eben so viel Rechte hätten wie die anderen Parteien. Die. Ziffern 2 und 3 dieses Antrages wurden durch die Regierungsantwott für erledigt ettlärt. Abbau bei den Behörden der Kriegsbeschädigten- und Hinterbticbeneuversorgung. In einer der letzten Sitzungen des Reichstages hat der Reichsarbeitsminister bedeutsame Mitteilungen über den Ab'oau im Versorgungswesen gemacht. Infolge des seit 1920 eingelciteten Abbaues sind bis zum 1. April 1924 die ursprünglich 25 Hauptversvrgungsämter auf 15, die 312 Versvrgungsämter auf 114 vermindert. Das Reichspensionsamt für die ehemalige Wehrmacht mit seinen Außenstellen in München. Dresden und Stuttgart ist zum gleichen Tage aufgelöst, ebenso die sämtlichen Regelungsobteilungen. Von den übernommenen 996 Lazaretten, Lazarettab- teilungen und Kuranstalten sind insgesamt 76 stark verkleinette Versocgungsdienststellen verblieben. Kleine politische Nachrichten. Der deutsche Botschafter Otto W i e d f e l d t und Staatssekretär Hughes haben einen Vertrag unterzeichnet über die Unterdrückung des Aiko Holschmuggels. der sich mit dem amerikanisch-englischen Tettrag deckt. Es sind auch Unterhandlungen im Gange über den Abschluß eines glcichattigen Vettrages zwischen den Der- Leben selbst in den Mittelpunkt aller Betrachtungen, das Leben, wie es sich uns tausendfällig in der Ratur um uns darstellt: und die Gesetze, die er hier findet, überträgt ec auch auf unser Geben. Tatsächlich läßt sich nachweisen, daß das „Leben" stets und überall in gleicher Bedürfnis- Inge auf die gleiche Art antwortet, und ferner zeigt es sich daß manche von uns behandelte Probleme in der Ratur vjel vollkommener gelöst werden, als wir es bisher vermochten. Frances Lebenslehre hat nun zunächst zur Schaffung einer neuen Wissenschaft geführt, zur „Biotechnik", die die Aufgabe hat, in der Ratur ganz bewußt nach Vorbildern für die menschlich; Technik zu suchen, was bisher nur in vereinzelten Fällen, z. B. in der Flugtechnik, geschehen war. Diese erste — toir man zugeben wird, überaus praktisch» — Auswirkung der neuen Lebens lehre hat schon gute Erfolge gezeitigt. Für die innere und äußere Lebenshaltung bestimmeird ist für Francs die Lehre von der „Biocönose", d. h. der wechselseitigen Einwirkung von Organismus und Umwelt — eine Erweiterung und Vertiefung der vor einigen Jahrzehnten so beliebten „Milieutheorie". Die Lebensgemeinschaften in der Ratur — wie der Wald eine solche von höchster Vollkommenheit darstellt — dienen Francs als Vorbild für die menschliche Gemeinschaft, intern sie uns lehren, nach den Gesehen der Wett zu leben, um mit der Umwelt in Ausgleich zu kommen und dem Leben die Harmonie zu verleihen, die uns gerate heute so sehr mangelt. Rur die Kenntnis der Leteus- gesehe ermöglicht es uns, uns der Wett einzu- oebnen und den Ausgleich zu erreichen. Deshalb fordett Francs als er/tes eingehende Beschäftigung mit den Lebensgesehen und, da uns die Ratur diese am besten vermittelt, eine bessere einigten Staaten und Holland. All diese Av- machungen sehen vor, daß die Vereinigten Staaten das Recht 'haben, Schiffe, die des Allohol- fchmuggels verdächtig sind, innerhalb einer Stunde Dampferfährt von ter Küste zu durchsuchen. Diese Zone deckt sich in ter Praxis mit ter 12-Meilen- Zone. | * Die Verhandlungen zwischen Percy Cox, als Dettreter Großbritanniens und F e t h Bey, dem Präsidenten der Rationalversammlung, als Vertretung ter Regierung in Angora über die Mossulfrage sollen in Konstantinopel beginnen. Artikel 8 des Lausanner Vertrages sieht vor, daß diese Frage in freundschaftlichen Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Türkei geregelt werten soll. Falls beite Mächte sich nicht einigen können, soll ter Völkerbund einen Schiedsspruch hierüber fällen. * Die volkswirtschaftliche Fakultät ter Universität Buenos Aires hat ein Schreiben in die Handelshochschule Mannheim g richte:, in dem sie den Wunsch ausdrückt, mit ter Mannheimer volkswirtschaftlichen Hochschule in engere Beziehungen zu treten. Zur Verwirklichung dieses Gedankens hat sie Herrn S i v e r s nach Mannheim entsandt, damit er hier durch Vorträge Kenntnis der wirtschaftlichen Verhältnisse in Argentinien gibt. * Der amerikanische Botschafter in Tokio, W o r d s, hat dem Präsidenen Coolidge seinen Rücktritt angeboten. Er verlasse Tokio bereits am 6. Juni. Der Botschafter, der bei dem Hilfswett während des japanischen Erdbebens im September vottgen Jahres eine bedeutende Rolle gespielt hat. hat sich kürzliche entschieden gegen den Ausschluß ter Japaner bei der Einwanderung in die Vereinigten Staaten ausgesprochen. Seine Lemission wird jedoch von dem Blatt auf Fami- liengrünte zurückgeführt. Der vormalige amerikanische Botschafter in London, Harvey, wird am 1. Juni Chefredakteur ter .„Washington Post". * Der amerikanische Senat hat die Gesetzesvorlage. betreffend dieGewährungeinerGra- tifikation für die Kriegsteilnehmer trotz des Vetos des Präsidenten Coolidge angenommen. Die Vorlage erlangt damit Gesetzeskraft. ♦ Der „Petit Pattsien" meldet einen neuen Franken stürz. Es notierten Montag abend nachbörslich in Patts das englische Pfund 79,40 und ter Dollar 18,22. * In Königsberg Huben die Bauarbeiter den Generalstreik beschlossen. Dadurch werten diejenigen Betriebe, die bisher nicht ausgesperrt hatten, stillgelegt. Aus Stadt und Land. Gießen, ten 20. Mai 1924. Blumenschmuck am Fenster. Zum Schönh sitsite.il einer Wohirurg gehören Blumen, und wer sich diesen Schmuck versagen muß, sollte wenigstens während der guten Jahreszeit seine Fenster in einen kleinen Blumengatten verwandeln. Die Opfer an Zeit, Mühe und Ausgaben, welche dafür aufgewendet werten, finb nicht vergebens gebracht. Wie ganz anders wch.it es sich doch in einem von Grün und bunten Blumen umrantten Heim, wo Blumenschmuck ten Ausblick, je nachdem er schon oder unschön ist, hebt vter mildert unt> wo schon in ter zarten Kinter- feele ter Sinn für Blumen und Schönheit geweckt und gepflegt wird. Dazu kommt, daß auch der Aermste dazu imstande ist. Wer Topfpflanzen nicht kaufen kann, ter braucht nur in passende Kästen oder Töpfe einige Samen von Blumenkresse, Winten, Prunkboh ren, Drummonds Flam- mcnblumen, wohlriechenden Wicken und ähnlichem Sommerblumen auszusäen und er 'wird an ter täglich fottschreitanten Entwicklung feiner Pflanzen Freute erleben. Die Samen ter genannten Arten sind in jeder Samenhandlung billig zu haben. In allen Fällen aber, ganz gleich ob ein solcher Fensterschmuck anspruchsvoll oder bescheiden angelegt sei, ist von Anfang an dafür Sorge zu tragen, daß er den Eindruck üppigen Gedeihens mache. Dazu gehött 1. daß die Gefäße nicht zu eng seien, 2. daß die Erde nahrhaft ist und 3. daß man nicht zu viel Pflanzen und Sotten zusammen und durcheinander bringe. Jede einzelne Pflanze muß Spielraum genug haben, tun sich ausbreiten zu können. Bei Aussaaten ist darum das Auslichten ter zu dicht aufgegangenen eine wichtige Arbeit, die rechtzeitig vorgenommen werten muß. Auch muh ein zu buntes Durcheinander vettchiedener Gewächse vermieden Kenntnis bgr Aatur, als sie bisher unter '„Gebildeten" üblich war. Die überwiegende Anzahl der Wette des großen Denkers dienen denn auch ter Vermittlung vertiefter Raturettenntnis, so fünf ter bisher erschienenen sechs Bände „Grundlagen ter objektiven Philosophie", nämlich die „Vergleichende Biologie", „Die technischen Leistungen ter Pflanze", „München, die Lebens- gesehe einer Stadt" und die zwei Bünde „Bios, die Gesetze ter Welt", während ter sechste Band „Die Welt als Erleben" einen Grundriß seiner Lehre darstellt. Eine volkstümliche Darstellung seiner Lebenslehre erscheint in ter „Bios-Bücherei für erfolgreiches Leben". Raoul H. Francs ist am 20. März 1874 in Wien als Sohn eines höheren Bankbeamten geboren. Er erbrachte Kindheit vinbl Jugend in Ungarn, studierte Zoologie und Botanik und erreichte im Alter von achtzehn Hahr en schon namhafte wissenschaftliche Erfolge. Rach kurzer Lehrtätigkeit in Budapest und Altenburg siedelte er nach Deutschland über, wo er sich bald als Schrift- fteller einen Rainen machte. In München begründete er das „Biologische Institut", in dem hauptsächlich bodenb'ologische Forschungen getrieben warten, das er jedoch unter ter Räterepublik aufgeben mußte. Seither lebt er mit seiner zweiten Frau, ter unter dein Pseudonym Annie Har- rar bekannten Schriftstellerin, in Dinkelsbühl in Oberftivnfen. » Ein neues Gift-Gas. Londoner Blätter melden, daß ein neues Gift-Gas entdeckt worden ist, das an furchtbarer Wirkung alle bisherigen Kttegsmittel dieser Art übertrifft. Es ift unsichtbar und geruchlos: es werten, weil sonst das eine vom andern überwuchert wird und die Anordnung einen unruhigen Eindruck hervorbringt. Schling- und Rankengewächse bringt man zweckmäßig an ten Seiten an, wo man sie an Fäden am Fenster senkrecht in die Höhe leitet. Als Gefäße sind am vorteil- teilhaftesten Holzkästen von 15 bis 18 Zentimeter innerer Weite und Tiefe zu empfehlen. Auf dem Boten müssen einige Abzugslöcher angebracht sein. Die Länge ttchtet sich nach ter Breite des Fenster. Besondere Sorgfalt ist auf die Wahl ter passenden Erde zu richten. Ist diese ungeeignet, so wird alle sonstige Pflege vergeblich sein. Am besten ist gut verweste und gedüngte Kvmpost- vter Säuberte, wie man sie beim Gärtner kauft. Ein kleiner Zusatz von Sand, altem Lehm von Gebauten f'ftoad Kalkschutt und Bumendünger befördert das rasche Wachs.'un un; bie DLH° willigkell. <>u verwerfen ist die grwöh.iliche, viel zu magere Gartenerde. Für sonnige Fenster, d. h. solche, an denen die Pflanzen einen großen Teil des Tages Sonne genießen, sind Scharlach- und Efcugeranien, Rll- ken, Petunien und alle einjährigen Arten geeignet. Doch sollte man an Fenstern, die den Winter sehr ausgesetzt sind, Petunien vermeiden. Für schattige Fenster sind Fuchsien, Hottensien, Fleißige Lieschen, Begonien und Efeu am Platze. Und da Fensterschmuck nicht allein die eigene Wohnung verschönert, fontern dem ganzen Hause und dem Straßenbilte zur Zierte gereichen soll, so wähle man ausgesprochene, möglichst reine Farben, die mit der nächsten Umgebung, also Fensteranstrich, Hauswand yjto. harmonieren. Gieftener Wochenmarktpreise am 20. Mai 1924 (Händlerpreife). Es kosteten auf dem heutigen Wochemnattt: Butter 200 Pf., Matte 35,- Ääfe 65 bis 70 das Pfund, Eier 11 das Stück, Weißkraut 50, gelbe Rüben, neue 60, alte 25, rote IRüben 25, Sprnat 50, Spargel 50 bis 100,Tomaten 200, Zwiebeln 25, Meerrettich 40 bis 150, Rhabarber 25 das Pfund, Blumenkohl 150 bis 200, Salat 50 bis 60, Salat- gutten 200, Lauch 10 bis 20, Rettich 50, Sellerie 20 bis 100 das Stück, Radieschen Dd. 15, Kartoffeln Ztr. 750, Aepfel 40 Pf. das Pfund. * ** Eine Stadtverordnetenfitzung findet am fommenten Frestag nachnsittag 5V2 Uhr im Stadtverordneten-Sitzungssaale statt. Auf ter Tagesordnung der öffentlichen Sitzung stehen u. a. folgende wichtige Vorlagen: Haushaltsvoranschlag für 1924; Berücksichtigung der Geldentwertung bei ter Zahlung von Gemeindesteuern und -Abgaben; Anlage eines Waldsportplahes; Schulgeld an ter höheren und erweiterten Mädchenschule; Anbringung von Straßenlampen in verschiedenen Straßenzügen. ** Anlagenkonzert findet morgen Mittwoch, nachmittags 7 Uhr, in der Südanlage durch das Musikkorps des I. (Hessisch.) Bataillons, 15. Inf.-Regts., unter Leitung von Obermusikmeister Löb er statt. Vortragsfolge: 1. Armeemarsch II, 207 Dvmbarden- marsch aus der Oper: „Das goldene Kreuzt von I. Brüll. 2. Ouvertüre zur Oper: „Fidelio-, von L. van Beethoven. 3. Fantasie a. d. Oper: „Rigoletto", von G. Verdi. 4. „Bei uns zu Haus-, Walzer, von Ivh. Strauß. 5. Armeemarsch II, 116 aus der Oper: „von Preston-, von E. Adam. (Es ist zu begrüßen, daß man durch die Spaterlegung des Konzerts jetzt auch der Geschäftswelt die Möglichkeit bietet, den Darbietungen der Kapelle beizuwohnen. • D. Red.) ** Erholungsaufenthalt für Kin heran derSeeundim Gebirge! Viele Eltern möchten ihren Kindern einen Erholungsaufenthalt an der See oder im Gebirge ermöglichen, find jedoch nicht in ter Lage, mit den Kindern eine Serienreife zu unternehmen. Es bieten nun eine ganze Anzahl gutgeleiteter Kinder-Erholungsheime Gelegenheit, Kinder aller Altersstufen und insbesondere auch solche gebildeter Stände zu einem mäßigen Tagessatz unterzubttngen. Die Kinder stehen dort unter der Aussicht und ter liebevollen Pflege sachdienlich borgebilteter Kräfte. Das städtische Jugendamt, Gartenstraße 2, Obergeschoß' Zimmer Rr. 17, würde bereit sein, die Vermittelung hiesiger Kinder in derartige Heime zu übernehmen. Kommt eine genügende Anzahl hiesiger Kinder zusammen, so könnte amtlicherseits ein Transpott zusammengestellt werten, wobei der Fahrpreis sich ganz erheblich ermäßigt. Räheres ist an ter angegebenen Amtsstelle zu erfahren. * Von der Türnerschaft. Auch die gestrige Aufführung des vaterländischen Festspieles „Frisch auf mein Volk", sowie die turnerischen ^Veranstaltungen nahmen wiederum einen prächtigen Verlauf. Das ausvettaufte Haus folgte mit großem Interesse und sichtlicher Begeisterung kann von Flugzeugen aus leicht überall hrnge- bracht werden. Riemand, ter dreses Gas einatmet, ahnt, daß er zugleich den Tod tn sich aufnimmt, aber nach 6—12 Stunden stirbt er unter furchtbaren Qualen. Der Professor an der Londoner llniberfität Delisle Berns sagte darüber: „Das Gas ist derartig, daß es auf den Boden sinkt und seine tödliche Wittung in Kellern oder den Schächten ter Untergrundbahn zwei Tage lang behält. Gegen Ende tes Krieges war man bereits diesem Gas auf die Spur gekommen, aber man war noch nicht imstande, es in genügend großen Mengen terzustellen Die Chemiker haben nun diese Aufgabe gelost. Während in Washington die große Abrüstungskonferenz tagte, waren in den Vereinigten Staaten 200 ter fähigsten Chemiker in dem Edgewood-Arsenal in ter Rähe von Washington eifrig damit beschäftigt, dieses neue Gas herzustellen, von dem Amerika nunmehr über gewaltige Vorräte verfügt. Gasmasken sind ter einzige Schuh gegen das Gas, aber man wird schwerlich eine ganze Bevölkerung in wenigen Minuten mit Gasmasken Versehen können." Major Lef eubre, der ein besonderer Kenner der Methoden tes Gaskrieges ist, erklärte: „ Für ein Volk, das das Geheinmis dieses furchtbaren Gases kennt, wird es möglich sein, rund um sein Land eine Gasbarriere zu legen, die es einer feindlichen Armee tagelang verwehren wind, seine Grenzen zu überschreiten. Etwa 2 Tonr. rn dieses Gases können in einem Flugzeug mitgenommen werden, und diese Menge genügt, um in einem Llmkreis von etwa entern halben Kilometer von dem Ort an dem das Gas herabgeworfen wtrd, ten sicheren Tod zu verbreiten." Freien. Kreis Alsfeld. j für-zarte roexfte 6 cm! dm beste. SU I Mietgesuche iWMDM Junges Ehepaar! ««sllWAvvUA Wohnungstausch W Dienfl Einigt juflcnliliifie irtettH mflöflien für Eanöroittfiöaft (als 2. Mädchen) Ml. Zimmer Bonne & 60. Gummiiabrik. HllNgCtt. I Möbl. Zimmer an soliden Herrn zu tu vermieten an an soliden soliden Herrn oder vermieten 020360 Queckborn itiefienk Hammstrasie 10 I. Busch- n. Stangen bohnen| in zuverlässiger Qualität hat noch anzubielen Samenhans hkilistch Atz» Bahnhofstraße Telephon 1403. nach Algier gebracht. Bei 60 Grad Hitze würde zur Zeit 8 Stunden lang exerziert. Man habe ihm erzählt, daß zwei Drittel aller Legionäre stürben. — Es ist anzunehmen, das) er in nicht nüchternem Zustande Werdern in die Hände gefallen ist, die die dem begabten jungen Mann innewohnende Abenteurerlust ausnühien. ri. Aiederbes s ingen, 19. Mai. Der hiesige Kriegerverein rüstet sich zur Feier seines 5 0. Bestehens, die am 13. Juli statt- finden soll. Geplant ist ein Festgottesdienst, Feiern an den zwei Kriegerdenkmälern und ein Fest im o. Alsfeld, 18. Mai. DerAlsfelder Schützenverein blickt in diesem Jahre auf sein 25vjähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß findet Ende Juni ein großes Schützenfest, verbunden mit Gauschiehen, statt. Die Vorbereitungen zu diesem Jubiläum sind im Gange. Die Zahl der Schießstände ist bedeutend erhöht worden. Der Verein wird anläßlich des Festes eine größere Festschrift herausgeben, in der die G e s ch i ch t e d e s Alsfelder Schützenwesens erschöpfend behandelt wird. Die Bearbeitung derselben liegt in der Hand des Stadtarchivars Karl Dotter. Ferner wird eine Denkmünze in Selbständiges Alleinmädchen m bestenEmpseb- lunnen aus nur gut. 3ntn. gesucht Masikhans Dann- hol, Frankfnrt/M. Kaiserstr. 46.cmC bleibt. — Aus dem Stadttheaterbureaui wird uns geschrieben: Auf den einmaligen Gast- abend von Josef P lau t am Donnerstag sei nochmals ausdrücklich hingewiesen. Josef Plaut ist überall ein gern gesehener Gast, der seine Vortragsabende, wo es irgend angeht, wiÄ>erholen muß. In dieser Woche hat er z. D. zwei Abende im Kurhaus zu Bad-Nauheim. ! — Der Hausbesitzerverein beruft in Unserem heutigen Anzeigenteil eine Mitglieder- den Festtagen erscheinen. — Kreis Büdingen die den sich ein Zu Versammlung auf nächsten Donnerstag abend ein. Räheres in der Anzeige. Wettervoraussage Bewölkung schwankend, zeitweise Gewitterneigung und Regenfälle. Temperatur wenig verändert. Landkreis Gietzen. 's T r e i s a./Lda., 18. Mai. Ein nicht gelindes Erstaunen befiel heute die Einwohner unserer Gemeinde, als am Hellen Sonntag morgen gegen 9Ll'hr, kurz vor Beginn der Bürgermeister- Wahl die Ortsschelle ertönte und kurz und bündig verkürzet wurde: „Die Dürgermei- st erwähl findet heute nicht stat t." Der Grund dafür ist der daß. noch in letzter 'Stunde Zweifel darüber entstanden waren, ob man zur Dornckhme der Wahl berechtigt sei, da die Wählerliste nicht vorher wieder »ff engele- Vermischres. Zur Linderung des deutschen Kmderel-nds. Reu York, 19. Mai. (Wolfs.) (Funkspruch) Die in Los Angeles verstorbene Eugenie Dal- lin hat in ihrem Testament den Städten H a m - bürg und Wien je 10000 Dollar zur Linderung des Kinderelends vermacht. Neun Menschen ertrunken. Berlin, 19. Mai. Rach einer Dlättermel- bung aus Stettin kenterte auf der Oder ein Boot, als die Insassen versuchten, sich an einen Dampferschleppzug anzuhängen: während sich zwei junge Leute durch Schwimmen retten konnten, ertranken zwei 14jährige Mädchen aus Pom- mevenzdorf. __ . . Löwenberg (Schles.), 19. Mar. (WTD.) Hier ereignete sich gestern nachmittag auf der Talsperre bei Mauer ein schweres Dootsunglück. Ein mit vier vierzehn-- jährigen Knaben besetztes Boot kenterte. Rur einer der Knaben tonnte gerettet werden. Das ülnglück ist anscheinend auf leichtsinniges Verhaften der Insassen.zurückzuführen. Die Lerchen konnten bisher nicht geborgen werden. et Blasien, 19. Mar. (WTB.) Berm Baden im Mühlbach sind gestern vier Schul- Büchertisch, — Das neue Deutschland mit seinen heute gültigen Grenzen samt den angrenzenden Ländern zeigt eine im Verlag von L. Friederichsen & Co. Hamburg herausgekommene Landkarte von Deutschland im Maßstab 1:1500000 (Preis für dre politische Ausgabe 3 Mk., für die Schwarzdruck-Ausgabe 2,50 Mk.). In Sechs- Farben-Druck hergestellt bietet die Karte eine klare ttebersicht über die Grenzen der Emzel- staaten, bringt alle Flüsse, Kanäle und Esten- bahnlinien, ohne bei der Fülle des gebotenen Materials verwirrend auf das Auge des Betrachters zu wirken. Es muh betont werden, daß die Karte aus grohe Genauigkeit Anspruch erheben darf, weshalb sie sich bei der Bevorzugung der Derkehrsverhältnisse auch vorzüglich als Or- ganisalionskarte für kaufmännische und industrielle Betriebe eignen dürfte. — Saat und Ernte nennt sich ein neues deutsches Lesebuch für die höheren Schulen Hessens, das der Friedberger Oberstudiendirektor Dr. Faber bei Moritz Diesterweg in Frankfurt a. M. herausgibt Vorliegt der erste für das 5. Schuljahr besttmmte Teil dnd der zweite für das 6. Schuljahr, beide zusammengestellt von Dr. A. S t r eu b e r, Darmstadt. Das Buch will unser heranwachftndes Geschlecht in deutsches Geistesleben, in deutsches Wesen einführen. Deutsches Land und deuyche Menschen sollen ihm lieb werden. Das Leiebuch soll mithin ein Mittel sein, echte Vaterlandsliebe tn die jungen Her-zen zu pflanzen. Für deutsche Art und Kunst soll Auge und Herz geöffnet werden, soweit dres durch ein Lesebuch möglich ist. An deutschem Bildungsgut soll mithrn die Persönlichkeit des jungen Deutschen für die weitere Entwicklung entscheidend beeinflußt werden. Die Auswahl des Gebotenen ist nach diesen im Vorwort skizzierten Grundsätzen geschickt und liebevoll getroffen worden. Besonders dankenswert ist dre Aufnahme wertvoller Proben moderner Dichtung und dre Betonung des spezifisch Heimatlichen. Eine Reihe schöner Wiedergaben von Denknrälern deutschester bildender Kunst schmücken die Bände, die wohl geeignet sind, ein echtes Haus- und Lebensbuch mit dauerndem Heimattecht in der deutschen Fa- /.ülie zu sein, wie es der Verfasser wünscht. — Die sch öne Lrteratur. (Verlag Ed. Avenarius, Leipzig.) Das neue Heft befaßt sich in seinem Leitartikel mit Josef Ponten. Die feit einiger Zeit bei dieser Zeitschrift, dre so erfreulich auf die tatsächlichen Bedürfnise ihrer Leser eingeht, üblichen Beigaben, wie biographischer Abriß und Bibliographie fehlen auch dresmal nicht. D-er buchlritifchtz Teil ist tote immer reichhaltig und richtunggebend und die Beilage „Jahresernte" bringt ein Kapitel aus Otto Stoeßls neuem Roman „Sonnenmelodie". Friedberg—Gießen Geboten in Friedberg eine Wohnung von 3 großen Zimmern im L Stock nebst Bodenkammer in ruhiger Lage. Gejucht tn Gießen eine Wohnung von gleicher Größe. 4151D Auskunft gibt die Geschäftsst. d. Gieß. Anz. zerstr. 52, hat sich ein SchwindIer bei einer hiesigen Bank ein kleines Konto eröffnen lassen und darauf ein Scheckbuch erhalten. Mit diesen Schecks bezahlt der Schwindler dann in Geschäften seine Einkäufe. Wenn die Geschäftsinhaber später den Scheck einlösen wöllen, stellt sich heraus, daß das Konto nur einige Mark beträgt. Auf diese Weise hat der Schwindler bereits zahlreiche hiesige und auswärtige Firmen um sehr bedeutende Summen geprellt. _. AUflelanfen. Gegen steht -um Verkauf Inserat.-Gebühr v. b. Eduard Heßler, Besitzer abzuh. n52D ‘ - 1 Asterwes 441. Vertreter-Gesuch. Leistungsf. groß. Oelfabrik mit Raffinerie sucht für den Derttieb v. Speise- und Salatölen ' sowie Speisefetten für Gießen und Umgebung einen (4092 A hiditlgen vranlyekoubigen Vertreter, der bei der einschlägigen Kundschaft gut eingeführt ist und eine erfolgreiche Tätigkeit nachweisen kann. Reflekt. woll. ihre Off. u. Ang. v. Refer. u. S. T. 1460 an Ala-Haasen- stein & Vogler, Stuttgart, richten. gen 'hatte. ' Dg. Gr oßen-Buseck, 19. Mai. Da hiesige Spar- und Vorschuhkasse Anforderungen nicht mehr entspricht, tragen hiesige Bürger mit dem Gedanken, sie in neuzeitliches Geldinstitut umzuwandeln, diesem Zwecke soll am kommenden Samstag eine öffentliche Versammlung stattftnden. — Der Sohn eines hiesigen achtbaren Einwohners teilt in einem Briefe an seinen Vater mit, daß er sich in Algier in der Fremdenlegion befinde. Er sei ins besetzte Gebiet gekommen, wo er verhaftet worden sei, da er keinen Paß besessen habe. Er habe sich darauf auf 5 Jahre verpflichtet Mau habe ihn beschleunigt nach Metz und von dort mit 65 Mann auf. Zwischendeck Fräulein 020378 Sonuenstraße 61. Bekanntmachung. Betr.: Die Erhebung einer vorläufigen Gewerbesteuer auf Grund des Gesetzes über die vorläufige Gewerbesteuer für das Rj. 1924 vom 27. März 1924. Der Kreisausschuh hat die Erhebung einer vorläufigen Gewerbesteuer für das Rj. 1924 in Höhe von 7s des staatlichen Steuersatzes beschlossen. Die Steuer wird mit den Einkommensteuervoraüszahlungen und- der staatlichen Gewerbesteuer fällig und ist von den Gewerbesteuerflichtigen gleichzeitig mit diesen Steuern an dem ftir deren Zahlung maßgebenden Termin bei der Finanzkaffe oder ülntererhebstelle zu entrichten. Die Zustellung eines Steuerbescheids erfolgt nicht. Bei nicht rechb- zeitiger Zahlung erfolgt Mahnung und Beitteibung auf Kosten des Schuldners. Gießen, den 7. Mai 1924. 41620 Der Kreisausschuh. I. V-: W e l ck e r. (Herdbuchtierl, sowie ein fprum,fähiger Eber I kinder aus dem benachbarten Tolbadtngen et« trunken. Die Leichen konnten geborgen werden. Nlltz-inMmihch-VcriichttiW. Äm Dienstag, den 27. Mai 1924, werden in der Wirtschaft (Erb, Beltershain, aus der Försterei Lumda versteigert: 10 Uhr vorm.: Stämme: Eiche III. Kl. = 0.69 Fm., IV. Kl. = 1 Fm., VI. Kl. — 4 Fm.; Birke VI. Kl. — 0.30 Fm.: Kirsche IV. Kl. = 0.50 Fm.; Fichte I. Kl. 0.70 Fm., III. Kl. = 1.6 Fm., IV Kl. = 1.3 Fm., Va-Kl. = 2.3 Fm., Vb-Kl. = 2.5 Fm.; Kiefer HI. Kl. = 11 Fm., IV. Kl. — 5 Fm., V. Kl. — 6 Fm.; Derbstangen (Fichte) I. Kl. = 5 Fm., II. Kl. = 16 Fm.; Reisstangen: Fichte I. und II. Kl — 6 Fm.; Nutzscheiter: Hainbuche rd. 1 Mtr. lang = 1 Nm.; Nutzknüppel: Fichte 1. Kl. — 3 Rm., II. Kl. — 12 Nm.; Nutzreisig: Fichte 438 Rm. (Schichthaufen). 1.30 Uhr nachm.: Scheit: Buche 600 Rm., Hainbuche 45 Rm., Eiche 122 Rm., Birke 2 Nm., Kiefer 2 Rm., Fichte Bl Rm.; Knüppel: Buche 175 Nm Hainbuche 98 Rm., Eiche 184 Rm., Erle 4 Rm., Kiefer 213 Rm., Fichte 74 Rm, Knüppelreisig: Kiefer 4 Rm.; Reisig: Buche 55 Rm., Hainbuche 697 Rm., Elche 811 Rm.; Stöckle: Buche 52 Rm., Hambuchs 17 Rm., Eiche 129 Rm., Kiefer 2 Rm. Das blau unterstrichene Brennholz wird nicht versteigert. Auskunft durch Herrn Förster Markart, Lumda. 41560 Grünberg, am 19. Mai 1924. Hessische Oberförsterei Grünberg. UU» IVIHVWV.., — kann fofortVintretcn |== b-i 404id BrntmuDcn aller 2lrt vickumrz verkaufen. 020.VI Karl Rühl Lana - GönS. MW für die Küche sucht Fran Justizrat »«D Gritnewald. Junge, trächtige Simmentaler Zahrkuh und einige Wagen LHttn ans achtbarer Familie per sofort gesucht. 020386 3. Pfeffer Marktplatz. taliw 26 Jahre alt, z. Z. im Bankfach tätig, energ., zielbewuhte Arbeitskraft,gelernt in Manusakturwar.- und Ausstattungsgeschäft, sowie mehrjährige Tätigkeit in der Zigarren- und Markenartikel- Branche. sucht geeignete Stellung in Handel od.Judustrie. Schr.Angeb.u.020374 an den Gieß. Anz. Kirche und Schule. ri. Lich, 19. Mai. Der 4 0 0. Geburtstag des deutschen evangelischen Gesangbuchs wurde hier, nachdem schon im Dormittagsgottesdienst in der Predigt von Stiftsdechant Lenz auf die Bedeutung des Tages hingewiesen worden war, am Abend durch eine feierliche, von Stiftspfarrer Schorlemmer geleitete Vesper begangen. Die Gemeindegesänge von der Chvrschule und dem Gemischten Chor und die unter der Leitung von Lehrer Stein vorgetragenen Choräle waren durchweg Texte und Melodien aus dem ältesten, vor 400 Jahren erschienenen Gesangbuch. Auch in Riederbessingen wurde der Tag durch einen Festgvttes- dienst gefeiert, bei dessen Liturgie der Frauenchor und der Gemischte Chor unter der Leitung von Lehrer Graulich mitwirkten. U Rödgen, 19. Mai. Die Erinnerung an das 400jährige Bestehen des evangelischen Gesangbuches wurde auch in unserer Gemeinde in würdiger Weise gefeiert. Ern für diesen Fall gebildeter Gemischter Chor sang unter Leitung des Organisten zwei vierstimmige Lieder: „Erhcht uns Herr bei deinem Wort" und „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christi" DerSchüler- C h o r trug dreistimmig vor: „Ach Gott vom Himmel sieh darein!" Das Gotteshaus war gefüllt von einer zahlreichen Gemeinde, die frisch dte alten, vertrauten Weisen fang. £en Darbietungen. Richt endenwollender Betfall ertönte beim letzten Bild. Der Leiter des Spieles, Herr Juhnke, mußte wiederholt auf der Bühne erscheinen. Vielseitigen Wünschen entsprechend ffvll am Mittwoch abend 8V2 ülhr nochmals dre ^Aufführung (aber unbedingt letztmalig) stattsrn- jben. Die geplante Kindervorstellung an diesem Tage muh leider ausfallen. Den Besuch Eönnen toir Ihoiederholt empfehlen. Man beachte die heutige Anzeige. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Rundfunkhaus Löberstvaße: 8V2 bert-Abend. — Palast-Lichtspiele: „Der Evangeli- Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Die „Missa solemnis Beethovens, nach seinem eignen -U^il fern vollkommenstes Werk, ist jedem nmsikalisch Gebildeten so betamit, daß es sich erübrigt naher darauf einzugehen. Rur einige historische Hinweise «eien erwähnt. Heber die Bedeutung der Beet- hovenschen Missa als religiöses, muftkaliches Kunstwerk wolle man die kürzlich erschienene, ausgezeichnete Monographie von Dr. Otto S ch i l - ling-TrygoPhorus nachlesen, die zugleich eine musiktheoretische eingehende Analyse des ganzen Werkes gibt. Die Messe ist in den Jahren 1818—23 von Beethoven mit der Absicht komponiert sie bei der Inthronisation seines Schulers Erzherzog Rudolf zum Erzbischof von Olmütz lllllllll—WinmWWTMl Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag, 20. Mai |92< In Billionen Prozent Datum: M. Danknotea. fPcrffn. 19. Mai 21 14 15 11 11 19 bis bis bis bis bis 15, Peluschken 11 bis 12, Ackerbohnen 16, Wicken 11,50 bis 13, Lupinen blau 11,50, Serüdrlla alt 15 bis 15,50, neu. 13, Rapskuchen 10 bis 10,20. Leinkuchen 20, Trockenschnihel 8,80. Frankfurter Getreidebörse. 21,25 bis 24,25 (matt), Roggenmehl 18,50 bis 20,50 (matt) Weizenkleie 9,40 bis 9,50 (matt), Roggenkleie 9,20 bis 9,50 (stelig), Rilloriaerbsen ‘ bis 23, Kleine Erbsen 15 bis 16, Futtererbsen •) Dom RückzahlungstverL. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. Produktionsprozeß wird zum Teil durch die vermehrte Einstellung von Arbeitskräften beschleunigt. (3m Maschinenbau betrug die Zunahme der De- schäftiaten im April gegen den Dormat 4 Prozent.) klingelehrt verbuchen die Besteller die Abnahme wie die Zahlungstermine hinausschieben und widerrufen selbst erteilte Bestellungen, wie jetzt zum Teil in der Textilindustrie. Es muh unter all diesen Llmständen vorsichtig bewertet werden, wenn die Zahl der unterstützten Erwerbslosen vom 15. April bis zum 1. Mai im unbesetzten Gebiet neuerdings eine nicht unerhebliche Abnahme, nämlich von rund 470 000 auf 307 000, erfahren hat. Schweizer Noten.......... Atcinjösische Noten........ Dänische Noten.......... Schwedische Noten........ Holländische Noten ........ Deutsch Oesterreich, ä 100 Kronen Amerikanische Noten....... Englische Noten.......... Italienische Noten......... Belgische Noten.......... Ungarische Noten . ........ Tschechoslowakische Noten..... Norwegische Noten........ Nuniänische Noten......... Spanische Noten.......... Wirtschaft. Vom Arbeitsmarkt. 3n den letzten Wochen hat sich die allmähliche Zunahme der Beschäftigung in den meisten 3ndu- strien fortgesetzt, doch vollzog sich der Geschäfts- I gang unter erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen. Die Berichte der Handelskammern, der wirtschaftlichen Fachverbände und der Landesämter für die Arbeitsvermittlung sowie die besonderen Meldungen von rund' 2000 einzelnen Industriebetrieben über die allgemeine wirtschaftliche Lage zeigen deutlich, dah bei den derzeitigen Bedingungen der deutschen Dolkswirtschaft die jüngste günstigere Entwicklung des Arbcitsmarktes eine bessere Wirtschaftslage nicht ohne weiteres beweist. Durch das diesjährige späte Einsehen der Frühjahrswitterung vermochte die Landwirtschaft und zumeist auch das Baugewerbe den deutschen Arbeitsmarkt un April I stärker als in den Dormvnaten zu entlaiten. In den meisten Zweigen der Industrie steigerte sich zwar im April und Mai der Auftragseingang noch weiter, aber gleichzeilig mehrten sich auch die ungünstigen Anzeichen der wirtschaftlichen Lag?- Die Zahlungseingänge wurden schlechter; me Reichsbank muhte die Kreditgewährung einsc^anten (7. April). Damit wurde die Rachfrage nach Kredit bei den privaten Geldgebern dringlicher und die Kreditsätze erhöhten sich weiter. Himu kam für viele Industriezweige eine Zunahme der Gestehungskosten infolge der Verteuerung der Rohstoffe und der Halbfabrikate. Dor allem konnte sich die schwere Gefahr, welche der deutschen Dolls- wirtschaft aus den dauernden hohen Aufwendun- &für die Einfuhr erwächst, im April nicht nun» weil sich der Auslandsabsatz auch in den letzten Monaten nicht besserte. Der Kapitalmangel wirkte sich besonders in der Metall-, Maschincn- anö Textilindustrie dahin aus, dah vielfach im Urteilen neuer Aufträge zurückgehalten wurde. Ein völliger Wandel beginnt sich zu vollziehen. Der älnte-nehmer stellt nicht mehr wie früher, in Zeiten lebhafteren Geschäftsganges, spätere Liefertermine, sondern seht sie wesentlich kürzer fest, um einen schnelleren Kapitalumschlag zu erzielen. Der Die baltische Entente. Am Montag sind die Vertreter der drei Oft» seestaaten Litauen, Lettland und E st h - land in Kowno, der Hauptstadt Litauens, zu einer neuen baltischen Konferenz zusammen- getreten. . Die letzte Konferenz dieser Art fand im 3uni vorigen Jahres statt Man hatte damals noch grobe politische Pläne. Man sprach von Abrüstung und von der Sicherung des Ostens unter I Hinzuziehung des Völkerbundes. DRan wollte I einen baltischen Staatenbund gründen, der^ntcht I nur aus Litauen, Lettland, Esthland und Finnland bestand, sondern auch Schweden, Ror- wegen und Dänemark sollten in den Rmg eintreten. Für Deutschland und Sow, et- ruh land wurde die Tür offen gelassen, und den geheimen Feind Polen wollte man dadurch unschädlich machen, dah man ihn für diese Ostentente gewann. Alm den Handelsverkehr zwischen allen diesen Ländern zu erleichtern, sollten Zollgrenzen nach Möglichkeit beseitigt werden. Rußland sollte daS Recht erhalten, Freihafengebiete in den Häfen der Randstaaten einzurichten. lind die Gipfelforderung: Die Ostsee wird für neutral erklärt, alle Ostseefestungen mit Ausnahme der Befestigungen des Sundes und der Belte, werden gbgerüstet. Kein Staat unterhält in der Ostsee Kriegsschiffe im eigentlichen Sinne, sondern nur leichte Fahrzeuge für Polizeizwecke und Fischereischuh. Die Garnisonen der Befestigungen der Belte und des Sundes werden von allen Anliegerstaaten der Ostsee . DIScoiito Tommandtt .... Metallbank........... Mitteldeutsche Kreditbank . . Oeste, reichliche (Kreditanstalt. Weltbank........... »ochumer » filir» Schlutz»! n» 4 I Schtuh. 13.5. | 19. 5. 10.5. [ 19. 5. 0,0305 0,0 6 0,077 0,075 0,425 0,426 0,4 0 0,430 0,20) 0,210 0,212 0,860 0,860 0,900 0,675 — 0,100 — 0,230 - 0,215 0,221 — — —■ ** _ — —» —- — 0.230 — — 4,2 4,2 4,2 4,2 77.5 77,20 77,5 77^ S- | 4,5 5,5 4,8< 47 29 $8 25 29,75 — 4,8/ 4,5 6 4,5 8,63 7,7 9 8,1 9.5 8,75 9,87 9 0,640 0,535 — 0,8 8,75 10 9,2 15,4 14 1 — 2 1.75 1,9 1,7 0,425 0,330 0,425 0,370 0325 0,400 0, 25 0,550 60 ff) 48,5 12,5 11,37 1208 11,75 19 16 18 16 50 46,5 59 46 43 63 48 64,5 65 62,73 66 11 9,75 10,5 10,75 16 14,25 15 14,25 9,75 7,75 9 8,5 18 15,5 17,6 < 15,1 27,9 27, <5 27.63 26,5 20 25,5 28,4 25,9 41,5 38 4j,5 40,25 2,15 2 *— — 24,5 22,5 24 22.7 5,75 5,1 5,6 5,1 — 1,2 — — 9,7E 8,5 — 3,9 3 3,37 3 23,5 21 22 21 16,5 15 16,63 14,87 — 1,2 —- w 12,75 11,37 12,13 11 13,25 11,25 13,25 11,75 13,5 11,75 13,13 11,5 8,75 7 — — 14 12.75 14 12,63 15 13,9 — — 9 7,87 8,87 7,87 13 12,25 13 12 5,2 5 •• 40 33 37,25 35 52 — 43 43 1,9 1,65 1,9 1,6 3,4 2,9 3,2 8,1 3 2,8 — — 17,75 14,5 16,5 15,6 — 0,760 — — —- 1 15,1 13,5 — — 1,6 1,25 1,5 1,37 2,k 2,5 3 2,6 6,k< 5,6 — - 8.75 7 8,63 7,87 3,7 Q 1 4 2 3,4 2,8 — — 17. Mai 19 Mai Report. 0,. Amtliche Notierung Amtlich: ‘J totierna? 17. Geld Briet Geld '•Brief fimst.-Nott. Brss.-Nntw. Christiania- Kopenhagen 157,60 158,40 157,60 158,40 2 2 20,45 20,55 20,20 20,30 doll voll 58,65 7',42 111,97 58,95 71,78 112,53 58,65 71,42 111,97 68,95 71,78 112,53 20 4 10 20 4 10 10,62 10,68 10,62 10,68 voll voll 18,95 19,05 18,95 19,05 50 50 London.. ■ Neunork .. Pari-. - Schweiz . Spanien . ■ 18,355 4,19 24,59 18,445 4,21 24,71 18,355 4,13 23,91 18,445 4,21 24,06 2 1 voll 2 1 voll 74,41 74,79 74,41 74,79 2 2 68,45 68,75 68,45 68,75 60 60 Wien in 'S).* Oesl- abgeiL Prag. . - QAiihnpeft. , 6,98 12,46 6,02 12,54 5,93 12,46 6,02 12,54 voll 15 voll 15 4,58 4,62 4,53 467 voll voll Buen^AireS 1,575 V85 8,11 1,695 1,375 1,885 voll voll Bulgarien ■ Japan .. . Üiio de Jan- 3,03 1,68 * 3,09 1,885 3,11 1,695 voll voll voll voll 0,46 i 0,475 0,460 0,470 voll voll Belgrad . • 5,205 5,245 6,23 6,27 vol voll Ltssähon. - 12,55 12.64 12,56 12,64 — voll Geld Brief Repark. 74,41 74,79 20 23,84 23,96 voll 71,42 71,78 15 111,97 112,53 25 167,60 158,40 25 6,89 6,51 voll 4,19 4,21 10 18,3 > 18,45 voll 18,95 19,05 voll 20,05 20,1 r. voll 4,51 4,53 voll 12,47 12,53 voll 68,65 68,95 40 2,09 2,11 voll 62,35 68,63 voll Die Vantiger. Roman von Hermann Stegemann. 7. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) 3n der blmnengefüNten Vorhalle Iras er auf seme Schwiegertochter. Er sah sie wieder mit den Augen des Mannes, dessen Sinne von geheimen Ausströmungen gereizt werden, und liebkoste ihre schmale, seingliedrige Gestalt mit den Blicken. Das Blut, das in llZvonne Dantigers Adern rascher schlug als in den Pulsen der Runser Frauen, hatte den Baumeister schon bei der ersten Borstellung erregt. Als Lorenz aus der welschen Schweiz heimtehrte, wo er sich als junger Ingenieur bei dem Bau einer Bergbahn seine Sporen verdient hatte, war er mit Bvonne, der Tochter des Lkvtars von llZlon txrlobt Gottfried Banötiger hatte sich nie um das Gefühlsleben seiner Kinder gekümmert. Er war zuviel mit seinem eigenen Leben beschäftigt. Da die Heirat des Sohnes seine Kreise nicht störte, sondern seinem Geschäftssinn wohlgefiel, hatte er ferne Gedanken an das Ereignis verschwendet, doch vom ersten Augenblick an gefiel ihm die leichte Art der jungen Frau, und dieser Reiz übte noch heute seinen Zauber. Gr hatte sich in der Gewalt, weil er nicht vor sich selbst schwach sein wollte, und beherrschte die prickelnde Einruhr, die ihn in ihrer Rähe befiel. Er war kalt, gemessen, beinahe abweisend, wenn Bvvnne lächelte. Ihr unregel- mäßiges Gesicht hatte einen spitzbübischen Ausdruck, und das tiefgescheitelte schwarze Haar lieh es winzig klein erscheinen. Stirn und Wangen lagen verdeckt, um so größer erschienen die Augen. „löte gehfS Lenz 7 Arbeiter erv fragte Ban- ttger kurz. Bvvnne tat verletzt und schürzte den leichtgefärbten Mund zu einer kecken Grimasse: „Oh. comme vous etes bruSque, beau-perel Armer Laurent krank und noch arbeiten! Mais il n'a pas trotre constitution, fein so wilder starker Mann wie sein Vater." Der Baumeister ahnte, daß Bewunderung, Gefallsucht, Spott, und ein klein wenig Furcht in diesen Worten verschmolzen tagen. Er umfaßte das schwarzhaarige Köpfchen mit den Händen, preßte die Lippen auf den kleinen Stirnfleck, der zwischen Haar und Rasenwurzel aufleuchtete, und ging dann rasch wie auf der Flucht an ihr vorbei ins Haus. Lenz faß In den Kissen und las den Bericht der Geologen, der von den Gesteinsverhältnissen des Wolfenberges handelte. Die Bräune seines schmalen Gesichtes war zu einem fahlen Gelb abgetönt, aber das Auge blickte schon wieder klar, und die Hand, die der Baumeister schüttelte, war von Fieber frei. Gottfried Dantiger setzte sich, scheuchte llZvonne durch eine ungeduldige Bewegung zur Tür und warf sich mit einem Ruck auf die Geschäfte. In wenigen knappen Sätzen gab er dem Sohn einen Lieberblick über den Stand der Dinge, erledigte hundert kleine und große fragen und griff dann das Eisenbahnprojekt auf. „Sie werden es mir danken, Lenz, auch die, die jetzt noch schwarz malen und Hindernisse türmen. Die Straße unZ> die Bahn gehören zusammen wie Schaft und Rohr, und ich will kein Baumeister sein, wenn dieses Unter» nähmen nicht neue 'Lebensquellen erschließt und Dtc gange Landschaft tn v-re Höhe reißt. Die Trosse liegt so Har vor mir wie der Scheitel einer Frau, nur der Wolfenbergtunnel entzieht sich noch der Berechnung. Hast du den zwiespältigen Bericht der Experten gelesen, mit dem die Opposition krebsen gcht? Sie machen mir den Gaul nicht scheu. Das bißchen Schwannnsandsteia, das in dem Maulwurfshügel eingebacken liegt, wirst uns nicht aus der Bahn! Das kostet tausend Laufmeter Beton, eine Röhrenleitung und hundert Arbeitstage mehr, bricht uns aber weder die Rechnung noch den Hals." Lorenz Dantiger schwieg eine Weile, strich dann die Bettdecke glatt und antwortete leise: „Es ist nicht das, Vater. Schwierigkeiten im Boden und im Gestein lassen sich leichter überwinden als Widerstände in den Menschen." Der Baumeister richtete sich stell auf und zog die Brauen zusammen. „Was willst du damit sagen? Mit den Menschen bin ich noch immer fertig geworden." „Mit den Menschen, ja. aber wenn sie eine Masse bilden und sich gegen dich stellen, müssen wir paktieren." „Wen meinst du, Lenz? Die Opposition? Die drück' ich an die Wand, denn noch wirst die Kraft des Stärkeren, der etwas Rechtes will, mehr als das Gewicht vieler Schwächlinge, die sich hemmend anhängen. Oder die Arbeiter, die Hände, die ich brauch um das Ding zu schaffen? Ich schind keinem den Lohn, und ich paktier mit jedem, der die Hand für mich hebt, ich hab' auch gelernt, mit ihren Organisationen zu rechnen, denn da ist noch Macht drin, gegen die ich die meine stellen kann, aber die Masse, das, was man die Masse nennt, mit der paktier ich nicht." Der Sohn schüttelte den Kopf. „Ich meine den Widerstand, der sich ungesehen, überraschend ballt, ich meine alleä, was sich zusammen findet und wie Erdteig an uns klebt, wenn uns ein Unglück widerfährt, wenn das Geld jeblt, die Konjunktur untreu wird, Krieg droht, das Unternehmen den Boden verliert, kurz, wenn wir die Verhältnisse nicht mehr beherrschen, sondern wir von ihnen getragen werden." Der Baumeister starrte den Sohn einen Augenblick fragend an, dann lachte er laut auf. Es war fein trotziges, selbstsicheres Lachen Lind er sagte hart: „Aus dir spricht der Jorg, und der streckt wohl aus der Schrift da die Hörner gegen mich hockt in der Einsamkeit, um die Welt zu reformieren. Das ist das Vorrecht des Schwächlings." Da ergriff Lorenz die Schrift, die Gottfrieds scharfes Auge unter den Akten entdeckt hatte, und gab sie dem Vater: „Lies, Vater, er schreibt von dem Einzelnen udn der Masse. Er schreibt für dich" Der Baumeister wog die kleine Schrift auf Der stachen Hand. „Der Einzelne und das Ganze" lautete der Titel. Und auf einmal ging in ©Ottfried Bantigers Brust alles zur Ruhe. Gr blätterte flüchtig in der Broschüre, blickte still auf den Sohn, der sich müde in die Kissen sinken ließ, und antwortele gelassen: „Ich will's lesen, wenn ich nicht mehr schaffen kann. Jetzt taugen mir keine fremden Gedanken: denn fremd sind wir uns, wie zwei Generationen, wie Väter und Söhne einander immer fremd bereit."________________________(Fortsetzung folgt) Um unserer Kundschaft den Einkauf zu erleichtern, bewilligen wir Samstag Freitag Donnerstag Mai Mai 10 Prozent Rabatt auf 10 Prozent Rabatt auf 250, 1.50 Untertaillen reich mit Stickerei Kleiderstoffe Perkais für Oberhemden 15.00, 12.50 2.00, 1.50 Unterrockstickereien 950, 7.50 Zephirs la Makoware 40941 7.25, 1.00 250, 1.75 Ferner 10 Prozent Rabatt auf Tischdecken, Bettvorlagen, Chaiselonguedecken und Läuferstoffe Bettbezüge la Damast........ 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Siudentenkarten nur im Vorverkauf beim Hausverwalter der Universität. 4U?V Hausbesitzerverein e.D. Gießen Donnerstag, den 22. Mai 1924, abends 8 Uhr, in der Turnhalle (Oswaldsgarten) SW UMMlsMMlIW Tagesordnung: Stellungnahme gegen die Festsetzung derApril- und Maimiete sowie gegen die Einrechnung des Wassergeldes und der Stratzenreinigungs- und Schornsteinfegergebühren in die Miete. Redner: Rechtsanw. Dr. Rohde - Frankfurt afJJt. Syndikus des Hausbesiherverbanües Heffen-Dassau. Der Vorstand. 0,6880 P. S. Letzte Quittungskarte ist beim Eintritt vorzuzeigen. IM-........ n allen Größen und Körnungen für alle Zwecke liefert zu äusserst günstigen Preisen o«891 Hessnax G. m. b. H. Schmirgelwaren- und Schleifscheibenwerke Ettingshausen, Post Grünberg (Hessen), SjMl täglich frisch gestochen empfiehlt in bekannt Güte billigst W. Hauke! Neuen Baue 7. Mejeo Telephon 612. Natal- Saalmais »fferiert preis- wert 4163c Sanrenhans DM Bahn Bahnhofstraße Telephon 1403.