Ur. 299 Erster Erscheint täglich, nutzer Somti und Feiertag«. Beilagen: VlehenerFamtlienblätler Heimat im Bild. Hlonatj.f ejDcrrreli: 2 (Bolömarh u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern Infolge höherer Gewalt. Aernfprech.Anschlüsse: bchnstleltang 112, Versag undtöeschäftsstelleSl. Anschrift für Drahtnachrichten HnjelgerAitQcg. Postscheckkonto: grantfurt a. M. 11686. Blatt V4. Jahrgang §rdtag, (9. Dezember 192$ General-Anzeiger für Oberhessen Cmtf -nd vertag: vrühl'schr Unirerff«S!r-»iich- und ?«-,ndruck-rei R. San« in Sietzen. Schrifileiinng und Seschäftsftelr: SchuRrntze 7. Zunahme von .. . für die lagesnummtr uu jum Nackmitiag vorher ohne iede'Berdtndlichkeit. Preis für \ mm ydhe für Anzeigen von 27 mm Breite örll,ch8.aurwärtv 10 Goldpfennig; für Ne klame»An;eigen v 70 । i - Breite 35 0 oldpfennir, B'lutzvorschiistLO" ,Au> schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton Dr Friebr Will) Gange, für den übiigcn Teil Ernst Blumschcin; für den sämtlich in Gießen. Keine Klärung der Regierungskrisis. Dr. Marx stellt seine Verhandlungen ein. Der Dürgerblod Ist schon gestorben, ehe er noch daS Licht der Welt erblickt hat; das Zentrum hat Ihn nach allen Regeln der Kunst erdrosselt. Merkwürdigerweise nicht so sehr in der offiziellen Entschließung. die sie den übrigen Parteien überreichte, sondern in dem Kommentar. den es durch den bisherigen Reichskanzler Dr. Marr hinzufügte. worin schmucklos ausgesprochen war. daß die christliche Dolks- partei sich an einer Regierung, in der sie den äußersten linken Flügel darstellt, nicht beteiligen kann. Stichhaltig ist diese Begründung keineswegs. Es heißt doch wenig Vertrauen zu den eigenen Grundsätzen zu haben, wenn man glaubt, schon die Tatsache des Zusammenregierens mit den Deutschnationalen mühte dazu führen, diese Grundsätze zu verleugnen. Vielleicht, daß sich die Einstellung des Zentrums verstehen liehe, wenn schon Irgendetnmal der Versuch mit den Deutschnationalen gemacht wäre, aber das ist doch nicht der Fall. Kein Mensch kann sagen, wie die Deutschnationalen tn der Regierung sich entwickeln. Mag sein, dah die Pessimisten im Zentrum Recht behalten, dah in der Tat vom Standpunkt des Zentrums aus eine Regierungsgemeinschaft mit der Partei der Rechten ein Ding der Unmöglichkeit wird, aber Voraussagen kann das doch niemand, da de innere Zdeenübereinstimmung zwischen Zentrum und Deutfchnationalen doch zweifellos sehr viel größer ist alS zwischen Zentrum und Sozialdemokraten und zudem niemand leugnen kann, dah die Deutschnationalen eine sehr vorsichtig zurückhaltende Politik, wenigstens nach der Wahl, gemacht haben. Dah im Wahlkampf gesündigt worden ist. wahrscheinlich sogar von den Deutsch- nationalen am meisten, davon farm man doch die künftige Politik der deutschen Regierung nicht abhängig machen. Wer so etwas legt man doch nach den Wahlen ad acta, und gerade das Zentrum ist bisher immer groh darin gewesen, den Wahlkampf gegen dieselben Parteien zu führen, mit denen es sich nachher zusammen in dieRe - g i e r u n g fehle. Die Gründe, die offiziell angegeben wurden, schlagen jedenfalls nicht durch, erklärlich ist diese Einstellung des Zentrums nur daraus, dah der linke Flügel durch den Zutritt des bisherigen Reichskanzlers und D rstärkungen au5 den Wahlen heraus solchen Zuzug erhalten hat, dah cd jetzt die Fraktion geistig zu beherrschen imstande ist und alle mehr rechtsstehenden Elemente qn die Wand drückt. Denn schliehlich will doch die Deutsche Volkspartei das Zusammengehen mit den Deutfchnationalen nicht um deren schöner Augen willen, sondern weil sie darin die einzige Möglichkeit sieht, überhaupt zu einer konstanten Mehrheitsbildung z u kommen. Dah das mit den Sozialdemokraten nicht geht, haben die beiden Monate der Koalitionen Streseinann gezeigt, wo die Sozialdemolraten zweimal die Koalition sprengten. Wenn wir also dahin kommen wollen, dah wir endlich auS der Zeit der dauernden Krisen heraus gelangen, kann es nur durch eine Verbindung mit den Deutschnationalen geschehen, ganz abge eben davon, dah doch auch alle sachlichen Gründe dafür sprechen. Das Zentrum betont die außenpoliti» fchen Gefahren, falls die Drufichna io alen Regierungspa tei werden. Ob es wesentlich anders geht, wenn die Sozialdemokraten auf den Ministerbänken s Yen? Gew h. sie proklamieren die Annahme des Dawes-Gu'achtens. ober die Folgerungen wollen doch auch die Sozialdemokraten nicht ziehen. Sie denken nicht daran, einem Steuerprogramm zuzu stimmen. das die nach dem Londoner Protvlo l zu zahlende K.negsentschädigm^ aufbringt, sie denken nicht daran — einfach weil sie nicht den Mut haben, es ihren Anhängern zu sagen — auch ihre Sozialpolitik so weit zurückzuschrauben. dah sie mit den Mitteln des verarmten Deutschland in llebercinftimmung gebracht wird. ilnb das sind doch die Aufgaben, die m den nächsten Monaten zu losen sind. E ne ruhige finanzielle, politi'che und wirtschaftliche Entwicklung. das war das Programm, auf das hin der Reichstag gewählt werden sollte. Das Zentrum trägt die Verantwortung da ür, wenn wir dahin nicht kommen, wenn vielmehr auch dieser Reichstag im Zeichen der Krise n weiterwurschtelt. Dann soll aber das Zentrum auch die Verantwortung nach außen tragen und den Versuch machen, ob es mit den Sozialdemokraten und Demokraten wirklich die bisherige Linie der Außenpolitik durchhalten kann. Wir werden es abwarten, wieweit der neue Linksblock. wenn er es überhaupt wagt, sich vor den Reichstag zu stellen, es bringen wird. Die Aktion des Reichs anzlers. Berlin, 19. Dez. (Wolff.) Die Blätter betonen, daß Reichskanzler Dr. Marx, der eS übernommen hat, durch Verhandlungen mit den Parteiführern festzustel en, welche Möglich- kcitenfüreir. eParlamentarischeRe- gierungsbildung vorhanden sind, völlig freie Hand habe. Man nimmt an, daß seine Bemühungen entsprechend dem gestrigen ZentrumSbejchluh auf die Bildung einer R e - glerung der Mitte abzielen werden, wenn sich die G r o ß e Koalition, wie vorauSzu- sehen sei, als im Augenblick nicht verwirk- lieber erweisen würde. Dr. Marr empfing Im Reichstag nacheinander die Führer der Sozial- de.nokraten. des Zentrums, der Deut chen Bolls- Partei und der Bayrischen Dolksparlei. Der Führer der Sozialdemokraten, Hermann Müller, erklärte, daß die Stellungnahme der Sozialdemokratie sich nicht geändert habe. Sie sei nach wie vor für die große Koalition und scheine auch willens zu sein, wie schon im letzten Reichstag, ein Kabinett der Mitte unter bestimmten Voraus ehungen zu unterstützen. Die Vertreter der Deutschen DvlkSpartei blieben bei ihrer Erklärung, dah sie nur eine bürgerliche M e h r h e i t S r e g l e r u n g mit Einschluß der Deutfchnationalen als Lösung annehmen könnten. Gestern nachmittag empfing der Reichskanzler noch die Demokraten. D'e e erklärten, daß sie Unbedingt anihrerahlehnenden Hal- tunggegenüberdemBürgerblockfest- halten mühten. Es wurde dann folgende halbamtliche Mitteilung ausgeaeben: Reichskanzler Marx hat im Laufe deS gestrigen Tageö mit den Parteiführern die sich bietenden Möglichkeiten einer Regierung, vildung besprochen. Die Verhandlungen haben zu kei- nem positiven Ergebnis geführt, da sämtliche Fraktionen auf den von Ihnen gefaßten Beschlüssen bestanden haben. Der Reichskanzler wird dem Reichspräsidenten über daö Ergebnis seiner Bemühungen heute vormittag Bericht erstatten. Die Deutsche Dolkspartei zu Lage. Berlin, 18. Dez. (TA.) Eine Korrespondenz verbreitet eine Information, wonach sich aus der Besprechung deS Reichskanzlers mit den Vertretern t>cr Deutschen Volkspartei der Eindruck ergebe, daß die Deutsche VollS- partet nicht abgeneigt sei, auch bei einer anderen, als bisher von ihr angestrebten Koa- li ton mi'zuwirken. Dir „Telegrap Hen-Anicn" wird von maßgebender, an der Besprechung beteiligter Seite zu der Erklärung ermächtigt, daß die Deutsche Volkspartei weder an der großen Koalition noch an einer Minderheitsregierung teil» nehmen werde. Alle anderslautenden Informationen muffen als der Versuch einer unzulässigen Stimmungsmache betrachtet werden. D'e Bayerisch ? Volkspartei für eine bürgerliche Mehrheits- regieruny. Berlin. 18. Dez. (Wolff.) Die Bayrische Volkspartei hat in ihrer Fraktionssitzung einstimmig folgendes beschlassm: 1. Aus innen- und außenpolit schen Gründen erachtet die Reichstagsfraktion der Bayrischen Volkspartei die umgehende Bildung einer arbeitsfähigen Reichsregierung für bringend geboten. Jede Verzögerung der Regierungsbildung schädigt die Interessen des deutschen Volkes. 2. Getreu ihrer bisherigen Haltung im Hinblick auf das Ergebnis der jüngsten Wahlen erachtet die Fraktion die Bildung einer bürgerlichen Mehrheitsregierung für die einzig gegebene und wird eine solche Regierung unterstützen. Die deutschnationale Fraktionssitzung. Berlin. 18. Dez. (TU.) Die Sitzung der deutsch e» io -alen R ichstagssva'tion war nur von kurzer Dauer. Heben der Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten brachte sie ein Referat des Abg. Schiele über die Frage bet RegierungSbi düng. Sie F a tlon rechnet damit, daß die Volkspartei bei ihrem Standpunkt bleibt, der durchaus mit dem deutsch- nationalen überein stimmt. Die Sozialdemokraten für die Weimarer Koalition. Berlin, 18. Dez. (WB.) Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags hat am Schlüsse der heurigen Sitzung folg.nden B'- schluh bckanntg^g chen: Di.' soz aldemok ati'che Fraktion ist der 2luffaffung daß aus Gründen der äußeren und inneren Politik eine Regierung des Dürgerblocks verhindert werden muß. 3m Hinblick aif die H b tung der Deutschen Dolkspartei sieht sie in der Bildung der Weimarer Koalition die g g bene Löwng. Dies? Koalition, die gewöhnlich als Wirch-Koalition bezeichnet wird, bestand aus dem Zentrum, den Demokraten und den Sozialdemokraten. Die sozialdemokratische Fraktion hui ferner beschlossen, den Anspruch der stärksten Fraktion auf die Benennung des Reichstags» Präsidenten zu erheben und dafür wieder den Abgeordneten L o e b e vorzujchlagen. Berliner Pressestimmen. Berlin, 19. Dez. (Priv.-T l) Zu dem Vorschlag ber sez < Demi fr t schen R ? chät gs riftion, die Weimarei Koal Lon w eder zu bild n. bemerkt der „Vorwärts": 5>;c br.\ Parteien Zentrum, Scmofraten und Cozialdem kralen stellen zusammen zahlenmäßig die stärk st e Kombination dar. die nach dem Scheitern des Dürgerblocks auf d r enen0.11c und der großen Koalition auf d r andern 0e t: noch möglich sei. Mil 232 M m stand b e Weimarer Koal t on g g?n bie höchstenfalls 216 Mann ber Rechten. Aus eigener Kraft könne die Rechte eine solche Reg erung nich: stürzen. Sie könne das nur mit Hilfe der 45 Kommunisten. — Das ^B e r l. T a g e b l.“ erklärt zu dem svzialdemokrat.schen V rschlaq: Auch wir würden es unter den gegebenen Verhältnissen als das Erstrebensw'rieste erachtet. aber wir verschließen nicht die Augen davor, dast es sich dabei um einen Block Hand ll. der zahlenmäßig nur eine Minderheit des Parlaments ausmach'. De „Germania" b z ichnet dagegen die Weimarer Koalition nich' nur iif.e.n- mäßig, sondern auch politisch als unmöglich. Ds Dickt, das die pol.t sche Lag? cl < augenblickl.ch s o verworren wie möglich nennt, hält als einzig gangbaren Ausw g immer noch die schleunige Wiederherstellung der Regierung der Mittelparteien London, 19. Dcz. (TA.) Auf die Anfrage des Führers der Liberalen im Oberhause, Earl Deauchamp, wegen der Räumung der Kölner Zone antwortete Lord Curzon für die Regierung, daß die Bedingungen für die Räumung des Rheinlandes im Versailler Vertrag f e ft g e I e g t seien. Die Frage der Räumung der Kölner Zone betreffe nicht Großbr'tannien a (ein: daher könne die Regierung die Angelegenheit erst nach eingehender Beratung mit den Verbündeten behandeln. Vor allem hänge die Räumungssrage davon ab. wie weit Deutschland seine Verpflichtungen aus dem Versailler Vertrag erfüllt habe. In der Frage der Reparationen könne Deutschland seit der Annahme des Dawesgutach- tens kein Vorwurf gemacht werden. Mit den von Deur'chlanb übernommenen m i - litärischen Verpflichtungen verhalte eS sich jedoch anders. Die Voraussetzung sei. daß die Verbündeten sich mit der Erfüllung dieser Bedingungen zufrieden er.lär- ten. Jetzt hänge alles von dem Bericht der interallierten Militärkontroll- ko m m i s s i o n ab. Es sei ganz ausgeschlossen, daß der Bericht vor dem 1 0. Januar fertigqestellt werde, da die Arbeit der Kontrollkommission in Dcutsch'and durch den beständigen Wider st and behindert worden sei. Gleich nach Fertigstellung des Berichts würden die Verbündeten die Frage untersuchen, ob Deut'chland seinen Dervflichtungen so weit nachgekommen sei, dah mit der Räumung begonnen werden könne. Die britische Regierung habe nicht das geringste Verlangen, die Besetzung unnötig ausuidehnen, da sie sich de'sen bewußt sei, daß ein möglichst schnelles Ende der Besetzung fürEuropanur nützlich sein könnte. Berlin, 19. Dez. (TA.) Zu der Behauptung Lord CurzonS, dah der Bericht der interalliierten Kontrollkommission nicht vor dem 10. Januar zu erwarten sei, well er durch di e Obstruktion Deutschlands verzögert werde, wirb halbamtlich erklärt: Die Behau- tung Lord Curzons, dah die verspätete Vorlegung des Berichts der imeralliierten Militär- kontrollkommisfion auf ständige und andauernde Obstruktion Deutschlands in den letzten zwei Jahren zurückzuführen sei, ist durchaus unverständlich. Allerdings sind die Kontrollbesuche während der Dauer der rechts- widngen Besetzung deS Ruhrgebiets durch die dadurch geschaffene Lage eingestellt worden. Aber sowohl vor der Ruhrbesehung wie nach der Aufgabe des passiven Widerstandes sind der Kontrolltätigkeit der Alliierten in Deutschland seitens der deutschen amtlichen Stellen keinerlei Hindernisse in den Weg gelegt worden. Als Beweis dafür kann angeführt werden, daß die interalliierte Milltärkontrollkom- mission seit Beginn ber Generalinspektion über 17 00 Kontrollbesuche, abgesehen von einem belanglosen Zwischenfall reibungslos hat durchführen Ginnen. Es kann fein Zweifel darüber bestehen, dah die Abrüstung Deutschlands durchgeführt ist, wenn belanglose Kleinigkeiten zum Vorwand genommen werden wurden, um eine Hinausschiebung der auf der bisherigen Grundlage. — Ob dese Lösu ngdoch noch Tatsache wa:d. ist jedach mehr als zweifelhaft. da die .Zeil" heut? to cberunt die strikte Ablehnung der Deutschen Dolkspartei, sich an einer R g erung bei Mittelparteien zu beteiligen, unterstreicht. ParlamentarischeAnträge derDeutschenDolkspartei JJiir Tchwarz-Wcisr-Not und Heraus fcünnq d s N)nhlalters. Berlin. 18. Dez. (TA.) Die Re chslags- fra'tion der Deutschen Volkspartei hat in ihrer heutigen Sitzung 18 Anträge an den Reichstag beschlossen, darunter einen, der die Wiedereinführung ter Re chS o t 6 c n Schwarz-Weiß-Rot und einen an e.en, der die Ha ng des WahlaIter 1 o ' 20 auf 26 Zähre verlangt. Eine Reihe von Anträgen zu so ia en F rag en wurde beschlossen. Ein Antrag wü. scht, daß die Geschäftsordnung des Reichstages dahin überprüst werde, ob die D i sz i p l i n a r b es u g n i s f e des Reichs- tagspräfidenten au^reichen. um die Wü de und das Ansehen des Reichstages zu wahren. Weiter wird die Aushebung des Art. 18 ber Reichs Verfassung (® iebciung des Reiches) vorbehaltlich besonderer Bestimmungen über Grenzbericht gu gen gelo dert. 3m Reichs- versorgungSgeseh. im Gesetz über d e Beschäftigung hon Schwerbeschädigten, zur Personalabbau nerordung, u R e- lung ter Aufwertungsfrage und Ge.rä )- runa von Steuererleichterungen l ür Kriegsopfer s nd A ände ningen erwünscht. 3n einem besonderen Ausschuß von 28 1t- gltebcrn soll das Gesamtproblem der Aufwertung geprüft werden. Räumung der Kölner Zone zu begründen, fo wäre das ein Beweis dafür, dah auf alliierter Seite Kräfte vorhanden sind, die die Militärkontrolle zu politischen Zielen mißbrauchen wollen. Noch keine Entscheidung der Botschafterkonferenz Parts. 19. Dez. (TA) Der .TempS" meldet scheinbar offiziös, daß die Botschafter« lonferenz am Mittwoch entgegen den Meldungen aus anglo-amerikanischer Quelle keinerlei Entscheidung über die Räumung Kölns getroffen hat. Der Bob schafterkonserenz gehen regelmäßig Berichte bei Kontrollkommisfion zu. Am Mittwoch wurde ein T e i I b e r i d> t des Generals Walch, des Vorsitzenden der Kontrollkommission, zur Sprache gebracht. Der Bericht enthielt Angaben über die Fabrikbesuche, die Zusammensetzung der Reichswehr usw. Ein Schluhbericht liegt aber zur Zeit noch nicht vor. Auch die Par ser Morgenpresse stellt übereinstimmend fest, daß d.e Botschaft erkonferenz noch nicht im B s he des Lchlu'b rick.tes sei und kein Recht habe, üb r d e Verlängerung der Besetzung Beschluß zu f fien. der einzig und allein in den Bereich der interalliierten Regierungen falt’. D c nachstehende Meldung b>S ,M atin" zeigt j .doch unzw ibeut g, b h bie Verlängerung der Besetzung Kölns grundsätzlich beschlossen wurde: „Die Verbündete Dotsch'fier haben aus den ihnen zug^g ngcnen Te Id richten erf hen tänn-n, daß die Rüstungen Deutschlands, ohne dah sie eine Gefahr bedeuten, noch nicht im Rahmen des Versailler Vertrages ein- geschränkt s nd. d.e Bosch ft r h den d her m den Empfehlungen, die sich an ihre Regie- tung~n richteten, diese Tatsache f e st g e st e l 11. Es könne daher von der Räumung Köln- durch die engl schen Truppen am 10. Januar keine Rede fein. Die englischen Mliäs choer» ständ gen teilen wieder unsere An icht in vollem Umfange.“ Der ..Petit Parisien“ erinnert daran, daß in der Anterredung zwischen Her- riot und Chamberlain de F age der Räumung Kölns gleich'a ls zur Sprache gebracht wurde. Beide Steoa smänner wären aa Haid der Mitteilungen der interalli erten Koatroll-Kom- mill .vn zu dem Schl ah gekommen, da ; die Räumung aufgeschoben werden müsse. Sie hätten daher ve abredet, daß die Räumung Kö ns durch das brit sche Militär mit dem Abzug der französischen und belgischen Trupvenaus dem Ruhrgebiet - eitlich z u sa m m en fa l l e n solle. Dir Re ierun en Frankreichs. Englands und Belg e^L werden höchstwahrscheinlich eine Ent'ch Dung in diesem Sinne trerfen. soba d d e B't chafter-Ko-ferenz rach P ü'urg des Schlußberichtes der 5ü>it oll- Kommifiion und Einholung des Guach eas des intera'Ji erten Militär-KomiteeS in De sailles ihre Schlußfolgerungen hi s cht ich der 2tb .-üftungen Deutschlands mitgeteilt haben werden. Keine Räumung Kölns. Lord Curzon über die MiMärkontrolle. - Deut'chlands angebliche „Obstruktion" als Dorwand für den Bruch des Versailler Vertrags. Vorläufiger Abschluß der deutsch- russischen Verhandlungen. Das bevorstehende We hnachtsfest hat für die deutsch-russ scheu Wirlschuftsverhandlungen eine mehrwöchige Unterbrechung gebracht, die gher gleichzeitig den Charakter eines vor- lauf.gen Abschlusses trägt Mitte Januar werden die deutschen Delegierten natürlich wieder «nach Moskau zurückkehren, es w rd aber dann versucht werden, auf Grund drS jetzigen Ergebnisses. das in einem Protokoll nlcderg'legt wurde, zur Fertigstellung eines Vertrages !zu kommen. Die Verhandlungen waren bisher Musterst schwierig und werden eS auch in Zukunft sein. Damit ist aber nicht gesagt, daß es sich hier um Schwierigkeiten handelt, die von Rußland künstlich geschaffen wurden. D elmehr haben gerade die Russen die Verhandlungen in jeder Weise begünstigt Wenn aaer die Besprechungen trotzdem nur langsam vorwärts ka- man, so liegt das einmal an der Menge des zur Beratung stehenden Materials, sowie der Eigenart des russischen staatlichen Handels. Welche Fülle an Arbeit in Moslau geleistet wurde, erg'bt s.ch schon daraus, daß das unterzeichnete P:o o o l Richtlinien für fü..f ehn Ginzelverträge enthält, die zu einem großen deutsch-russischen Handelsvertrag zusammengeschweiht werden sollen. Das schwierigste Problem wird nach wie vor die 5rage des Außenhandelsmonopols bleiben, das unbe ingt durchbrochen werden muh, soll der lüiftige yege .seit g: Warenaustausch für beide Telle befriedigend fein. Eine neue deutsche Note an den Völkerbund. Berlin. 19. Dez. (Täl.) Alle im Völker- bundsrot vertretenen Regierungen, denen seiner- zett das deutsche Memorandum über den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund mitgeteilt worden war. haben nunmehr geantwortet Da diese Antworten für einen der wichtigsten Punkte des Memorandums, nämlich für die Frage ^'Beteiligung Deutschlands an krieg erischen Zwangsmaßnahmen des Völkerbundes, noch keinerlei Klärung brachten, hat die Reichsregierung weitere Aufschlüsse über diesen Punkt verlangt Zu diesen Zweck hat sie das Problem in einer Rote an den Völ° k e r b u n d klargelegt, die zugleich den Regierungen der Ratsmächte mitgeteilt wird. Das Memorandum und die Rote werden demnächst veröffentlicht. Die Regierungsbildung in Hessen. D a r m st a d t, 18. Dez. (LU.) Gestern traten die Fraktionen der Regierungsparteien, des Zentrums, der Sozialdemokraten und der Demokraten zusammen. Die sozialdemokratische Fraktion wählte ihren bisherigen Vorsitzenden, Abg. Kaul, wieder, ebenso die Demokraten ihren Vorsitzenden Abg. Reiber. Landtagspräsident dürfte wiederum Oberbürgermeister Adelung -Mainz werden, öS der sozialdemokratischen Fraktion das Dorschlagsrecht zusteht und sie den Genannten Vorschlägen dürfte. Kommenden Montag treten die Mhrer der Regierungsparteien zur ersten i n t er» fraktionellen Despr echun g über die Regierungsbildung zusammen. Die Neuregelung des Finanzausgleichs. Berlin, 18. Dez. (Wolff.) 3n der Der- Öncr Tagung des Reichs st ädtebundes stand im Mittel -unkt der Beratung die Neuregelung des Finanzausgleichs zwi.chm Reich, Landern, Gemeinden und Gemeindeverbänden. ES wurde beschlossen, für den bewährten Grundgedanken derMiquelschenSteuer» refor m einzutreten. Grundsätzliche Aufteilung der Einzel st euer unter die Steuer- gläubiger unter möglichst gänzlicher Beseitigung des bisherigen Dotations-Systems und Beteiligung mehrerer Steuergläubiger an den Einzelsteuern. Eine Aebersicht über die Finanzlage der mittleren und kleineren deutschen Städte ergibt, daß sie trotz der Beschränkung der Ausgaben auf das notwendige und höchster Anspannung der Dealsteuern zum großen Teil ihren Fehlbetrag für 1924 nicht t) e cf en können. Hieraus ergibt sich die Unrichtigkeit der Anschauung, daß dir Gemeinden im allgemeinen ihre Finanznot überwunden hätten. Dem Grundgedanken der Reichsstädteordnung als Rahmengesetz wurde zugestimmt. DieSLeuerverteilungrn Preußen Berlin, 18. Dez. (WTD.) Amtlich. Wie der preußische Minister des Innern und der Finanzminister in einer gemeinsamen Verfügung auSführen, ist die zweite Ergänzungsübersicht für die Einkommensteuer und Ergänzungssteuer eingegangen. Im lausenden Rechnungsjahr werden auf die Einheit des abgerundeten Verteilungsschlüssels (älmsahsteuerschlüs- sel) voraussichtlich entfallen: auS der Einkommensteuer auf die Gemeinden 0,934 516, auf die Landkreise 0.149 440, auf die Provinzen 0,032 123; aus der Körps^chaftssteuer auf die Gemeinden 0.708 390. er nicht hemmend wirken, denn sie machen sich schnell bezahlt durch höhere Einnahmen. Aus Dem Gießener Standes- amtsregister. Es verstarben in Der Zeü Dom 2- bis 15. Dezember: 2. Dez.: Irmgard Rethwisch, 1 Jahr alt, Duddestraße 7; Adam Friedrich, Amtsgerichtssekretär i. R., 71 Jahre alt, Sonnenstraße 8. 3. Dez.: Anna Schaumburg, ohne Berus. 24 Jahre alt. Lindengasse 12. 4.Dez.: Elisabeth Völpel geb. Schneider. 60 Jahre alt. Wagengasse 11. 5. Dez.: Johannes Rübsamen. ohne Beruf, 72 Jahre alt, Licher Straße 74. 7. Dez.: Amalie Hoffmann, Rentnerin, 52 Jahre Gm. S>k Rech werden. Der Borland des L ch w i tn m der goldenen Hier Zählung der schulpflichtigen EBBULLTIJWGES halten Sie sich fern bunt Weihnachtsangebot vo„ EIKMEIER L LOEB Graf Ferry, Havanna i. Gifts Packung. 50-Stflck-Kistchen . . ErhHKllch In unseren »amtlichen Verkaufsstellen r Furiosa in Kisten zu 50 Stück Stück 25 Pf 10191c |Stellenangebote| | Cliaulteiir | iHäUSlDädCilBol I Mädchen c io-'or: sauberes, will. n nnrfitmi UUUUUJUUUUUU vom Lande, nicht j uwng u. nüchtern. tnfnr, unter 18 Jahren, für \ Für 14 Tage Verkäufe Stndent | Vermietungen! lDokrorand' sucht IrenillClUfiucii : wunuimiui iimu lUtui 6UUI 4. . n. mxhfie,frtr ----------2.--zum L Januar möbliertes VOM mövlleikes Zwei aut möblierte 1 gß 2 flJjÖB llMl. *y*™***M XtHltttOr Zimmer Zimmer ZllüSIkk. JSSfL ........ TT . (iirfil 1,-fnr» npfifrtit. 1 Federbett, zwei Kopfkiffen, 3 Bdc. unter 16 Jahren, für MW ver fofort gesucht. (Be- fudü sofort gesucht. Die den die mit 18. Dez. 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Io veranstaltet Hessische Lanbwirttchaftskainmcr gcmeinlaoi : den landwirtschaftlichen Organisationen An- Alte Hansa, 25-Stöck-Kistchen Golovi, 25-Stück-Ki8t< ben Ha delsherr. 25-Stück-Klstchen Colegas m. R-, 25-Stück-Kiatchen GllleArlM». Znchtstute lautes Sottelvserdt ein- u. »roeifpännlp gefabren. hebt zun bei «*■» Hattrneod Shrebä ©leben. finden allseits Anerkennung. Starkenburg und Rheinhessen. * D a r rn st a d t, 18. Dez. (Gig. Bericht.) Stadtverordnetenversammlung beschloß, Kreis Büdingen. h. Rieder-Mockstadt, 18. De^ 10.— 12.50 15.— 30.— ntxf) etnrnzn orese endlosen ^ay.ncrtflyem mtt denen man sich in der JnfllrtirmS-ett admühcn muhte, vor Augen. Die Umrechnung des UeberschusseS betragt 18 204 Furtain Kistenz: 50Stilck Stück 25 Pf. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiiiMiihiiiiiiiiinniiiiiiiiiiiiiilliiiiiiliiiiiiiillhiiiiihlliiiiiiiiiiihiilllihi!!ii!iiiliiiiiiiiiiihiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiw bad - s ba< sich bereit erklLrt. jeden Tag -vhn Kadern der Dol.»schal: Schw mmunlerr.cht erteilen zu lassen; die Ko'tcn belaufen sich für jedes Rmb für den Kursus aus 1 Mk und sollen von der Stadt übernommen werden Kreis Schotten. -i- Etchelsdorf, 18. Dez. Sen einigen Tagen besuchen Vertreter der *5efx der .Adventisten" die Ortschaften des Riddatals und entfalten eine lebhafte Propaganda. Sie besuchen Haus für Haus, werben für ihre religiösen Odeen und suchen ihre Schriften und Bücher unterzubringen. Die Bevölkerung verhält sich im allgemeinen ablehnend, und die Bücher finden selten Abnehmer. HauS- u. »\elborbeli per L Jan. aesuchi. Wo? sagt die Ge- IcbnitvfL b. Gießener Anzeigers. II0140D fflBiinuiiHinjiuyiaiuiiUM Hochschulnachrichten. Von der LondeSiiniversität Ziehen. 2. H. Dem Oberlehrer Professor Dr. iSbri* stoph Schmehl in Darmstadt wurde gestern aus Anlaß des Tages, an dem ign die Philosophische Fakultät der Universität Gießen vor 50 3abren zum Doktor der Philosophie ernannt hat, das Dvitor Diplom erneuert. Die Fakultät ehrt hiermit ben verdienten Schulmann, der vterundeir.hald Jahrzehnte lang an höheren Schulen Hessens tätig gewesen und Verfasser zahlreicher, fahr verbreiteter Lehrbücher der Mathematik ist. (Christoph S ch m e h l wurde am 11. März 1853 zu Allendorf a. d. Lda. geboren. Pom Herbst 1870 bis Herbst 1874 studierte er an der Universität Gießen. Aach etwa einjähriger Tätigkeit als Hauslehrer in Frankfurt a. aK. mar er vom Oktober 1876 an ständig im Schuldienst in Darmstadt tätig. Am 1. April 1921 trat er in den Ruhestand.) garetbc geb. Gans das Fest H o ch z e 11. — Am nächsten Sormiagadend veranstalten die 2. und 3. Klaffe der hiesigen Volksschule eine öffentliche Schulfeier, in Aus dem Amtsverküitdiguitgoblatt. • DaS Amtsverkündigungsblatt Ar 88 vom 16. Dezember enthält: Gebühren füt amtstierärztliche Dienstvorrichtungen Landes- polfteiliche Abnahme. Maul- und Klauenseuche in Lich. — Statistik der Faselhaltung Ausstellung von Wandergewerbescheinen Gewerbe- Legitimationskarten. Höchstsätze für Erwerbe mit ieunv. Eingang i:;;b .aochgrtegenheit fr f. zu i '-rn:. ..uss ivleichstraste »» V. fang Januar k. 3. eine grobe Vortrags- und Bersammlungswochc Für den Vortrags- kursus der Landwirtschaststammer sind bereits namhafte Redner gewonnen. Es werden sprechen Dr. Wittwer von der 2anbc6baucrn!aminer München über „Steuerreform und Wirlfchafls- ruin“. Prof. Dr. Reh (Hamburg- über .Schäd- lingsbekämpfung", Geh. Regierungsrat Professor Dr. Fischer (Berl.n- über „Aleinmotorc und Klctnschlepper sür die Landwirtschast. besondere für die kleineren Betriebe", Regierungspräsident a. D. Kutscher vom Deutschen Landwiiischafte- rat in Berlin übet ,D.e handelspolitische Lage und die Reparationslasten der deutschen Landwirtschaft", Professor Dr. Kra em e r i(Sieben । über „Die Bedeutung der Knochenftärle für die Leistungsfähigkeit der Pferde". Pros. Dr. Zwick (Gießen) über .Der heutige Stand bet Forschung zur Bekämpfung der Maul- und P.'laucnfeudK, bet ansteckenden Anämie und bet Bornafchen Krankheit". Obstbauinspektor Wagner von de> Landwirtschaftstammer Bonn über .Technische und wirtschaftliche Mahnahmen zur Förderung des deutschen Obstbaue«". Außerdem ist noch cir Bortrag vorgesehen über „Betriebslehre und Weinbau". Die Ikranftaltungen finden in der Zeit vom 6. bis einschließlich 9. Januar 1925 in Darmstadt statt. An die Dorträge der Land- wirtschaftskammer, die an den Bormittagen statt- finden, schließen sich die Tagungen der einzelne, Organisationen am Rachmitlag an. Die Orgain sationen haben auch für ihre Tagungen namhafte Redner gewonnen. Berbunden mit der Landwirtschaftlichen Woche wird eine große Weinprobe in der Turnhalle am WoogSplay in Darmstadt tun- bet Landwirtschaftskammer veranstaltet werden ewe yaua>fm»l>nnm. bie wavrrad der 3*fTe» rionSzeit cütgegangea ist. Die Stadt Darmstadt die zusammen mtt der Hessischen Eisen bahn-Aktiengesellschaft bte Bahnen in der Stadt betreibt steht vor einem Ausbau der Vorortbahnen. Die neue Linie soll im Frühiaht btS Ar- heil g c n weitergeführt werden, ebenso wird bann eine Dahn nach GrieShei m gebaut. Die ministerielle Genebmtaung der neuen Strecken ist dieser Tage erfolgt. Weiter wird zur Jet» der Plan einer elektrischen Bohn n ad Pfungstadt erwogen GaspreiS für Großverbraucher herabzufetzen: über 10 000 Kubikmeter kosten 14 Pfennig, über 50 000 Kubikmeter 13 Ps., über 100 000 Kubikmeter 12 Pf. für den Kubikmeter. Die Stadtverordneten beschlossen ferner, sich an bet Hessischen Fluabetriebsgesell- schaf t finanziell zu beteiligen, 10 000 Mk. jährlich Subvention zu zahlen und den Flugplatz gegen Zahlung einer Miete herzurichten. — Heute vormittag fand die landespolizeiliche Abnahme einer neuen Straßenbahnlinie statt, die vom Mittelpunkt der Stadt bis zu der Merctfchen Fabrik führt. Die neue Linie tst ein Ersatz für wurden in den letzten drei Tagen die M a s s e n - grunbftüde von der Feldbereinigung versteigert. Der Erlös betrug für 95 Ror- malmorgcn annähernd 100 000 Mark, der Morgen kam mithin durchschnittlich über 1000 Mark. • Berstadt, 17. Dez. Der Voltsbil - dungSverein Berstadt hat die Komödie von Robert Sommer „Die Goldmacher", die bei der Liebig-Feiet am 26. Mai 1924 von Regisseur Dolck in Gießen mit starker Wirkung rezitiert worden war. dieser Tage zur Aufführung gebracht. Dabei waren, außer den Mit- wirkenden aus Berstadt, in den beiden Hauptrollen zwei Mitglieder der unter Leitung von Pros. Dr. D e r n b e d stehenden Gießener Waldbühne, nämlich cand. med. Binswanger und Studienreferendar Dr. Heichelheim tätig. Ersterer spielte die Rolle des Goldmachers, letzterer die des Teufels in sehr wirksamer We se. Die Inszenierung geschah mit ben einfachsten, dabei jedoch, z. D. in der Goldmacherwerkstatt. sehr wirksamen Mitteln. Die Aufführung erscheint danach auch auf einfachen Bühnen durchaus möglich. Die Wirksamkeit der Charaktere und der Sprache litt durch die einfache Inszenierung nicht. Das aus fast 400 Personen bestehende Publikum verfolgte die Ereignisse. die viele Erinnerungen aus dem Krieg, sowie ou6 der Revolution und der Zeit nach dieser wachriefen, m't großer Spannung und vielfach lebhaftem Beifall. Die Schlußrede des Goldmachers kam sehr wuchtig heraus und riß das Publikum mit. 3m Anschluß daran wurde von ben Zuschauern und den Schauspielern gemeinschaftlich das Deutschland-Lied und einDolks- lied gefangen. Der Dolksbildungsverein hat mit dieser Ausführung einen vollen Erfolg errungen. Hcffcn-Nanau. * Krofdorf, 17. Dez. Bei der ReichS - tagSwahl hat ein hiesiger Wähler einen Stimmzettel mtt folgender Meinungsäußerung abgegeben: Die Wahl macht Qual! Doch mir ist'S egal! — Drum wähl ich mich selber Und mach es mir recht. Sich verlassen auf Menschen Das halt ich für schlecht. Rur dem „Herrgott im Himmel" Dem schenk' ich Vertrauen. Auf sandigem Boden Da tu ich nicht bauen. Betrachtet die Menschen Wie sie wandeln dahin. Ein jeder hat für sich nur — Doch für andere kein' Sinn. bl. Dillenburg. 17. Dez. DaS Landes- b a u a m t plant für das Jahr 1923 eine großzügige Instandsetzung der Landstraßen. Da in den letzten Jahren überhaupt feine Ausbesserung der Chausseen stattgefunden hat, sind die geplanten Maßnahmen nur d.enlich und der auch der Posaunenchor mitwirken wird. — Die Einwohnerzahl unseres Dorfes beträgt nach bet Personenstandsaufnahme 1999. davon sind 1868 evangelisch. 13 katholisch. 52 israelitisch. 4 konfessionslos und 62 AnderS- g laubige. Sk. Reiskirchen, 18. Dez. 3m 3ahr« 1911 erbaute die Gemeinde eine Wasserleitung. Besonders in den letzten Jahren stellen sich große Mängel ein. Für die Zuleitung zum Hochbehälter und im Sttahen- netz hat man damals ManneSmann-Rohre verwendet. DiJe Rohre roften durch, und an der Bruchstelle dringt das Wasser nach oben. Wenn auch die Schäden an den Rohren ausgebessert werden, so i't doch der Wasserverbrauch dauernd ganz ungewöhnlich. Dreimal am Tage wird der B.unnen leer gepumpt, und doch steht die Leitung am Tag viele ©tun- den leer. Kürzlich wurden unangemeldet alle Hauslettungen nachgesehen, aber es zeigten sich nicht solche Mängel, die den ungewöhnlich hohen Wasserverbrauch rechtfertigen. ES wird vermutet und wohl auch mtt Recht, daß sich Rohrbrüche in der Leitung befinden, von denen aus das Wasser sich unterirdisch Abflüsse geschaffen hat und die infolgedessen nicht aufgefunden werden. Die Kosten, die alljährlich durch Mehrverbrauch der elektrischen Kraft und durch Reparaturen an den Rohren entstehen, sind sehr hoch. Wohl oder übel wird der Gemeindevvrstand daran denken müssen, das Rohrnetz nach und nach zu erneuern. — Am Sonntag veranstaltete der Verband der Kriegshinterbliebenen und Kriegsbeschädigten im Gtmdrumschen Saale dahier eine Weihnachtsfeier, verbunden mtt Verlosung und Weihnachtsbescherung für die Kinder. Bei der Feier, die einen sehr schönen Verlauf nahm, wirkten die beiden Gesangvereine mit. Kreitz Friedberg. ss. Friedberg, 18. Dez 2tuf der Tagesordnung b~r heut gen L tadtverordneten» s i tj u n g stand toießer als wicht gster Punkt die S ch u l b a u f r a g k», die ja auch schon die b iben letzten S tzungen b.schä t gt bitte. Szr Bürgermeister rollte noch einmal die ganze Frage auf und teilte mit. daß sich der vereinigte Finanz- und Dauausschuß mit üb rw eg nd r Major tat für folgendes Projett ausgesprochen habe: Sofortiger Reubau der Schillerschule (Höhere Mädchenschule), sofortiger Reubau des Polytechnikums, Bau einer Dezirlsschule am Südende der Stadt für die Volksschule, sobald die beiden ersten Schulen fert g sind: die Räume des seitherigen Poly:ech- nikums sollen der Volksschule überlassen werden. Der Bürgermeister bat, über diese- großzügige Projekt ohne D.batte abzustimmen, bi die Sache ja schon zur Genüge besprach:n worden fei. Der Sprecher der Sozialdemokrit e erklärt!, daß feine Partei nicht gegen daS Projekt fei, daß aber die finanzielle Seite noch nicht genigend g'klärt sei und daß sie solange nicht dafür stimmen könne. Das ganze Projekt wurde dann mit 15 gegen 10 Stimmen (bei einer Enthaltung) angenommen. Mit dieser Entscheidung ist untere Ctidt vor große Aufgaben gestellt, deren Lösung der Stadt große Opfer auferlegen w rd. welche aber "uch wieder zur Hebung der Stadt be trügen. F.icdberg, seither schon die Stadt der Schulen genannt, wird diesen Ramen bann mit Stolz führen dürfen, da es dann neben der prachtvollen Augustinerschule (Gymnasium und Realschule), der neuen Dl nden mstalt, der Obstbauschule noch weitere muftergül ige Schul) iuten besitzen wird. — Der Bürgermeister bespricht bei Beginn der Sitzung die In du st r i e f r a g e, die schon wiederholt die O'fsentlichk it beschäftigt hat. Die Bemühungen, Industrie h erherzuziche'. sind hauptsächlich an dem Punkte grsch it.'rt, daß die Stadl nicht über genüg endeS Gelände verfügt. Runmehr ist eS der Stadt gelungen, von dem größten Anlieg-r, dem Grafen von Solms- Rödelheim, ein g' größere Grundstücke im Flächenraum von ca. 8 Rormalm-rgen (144 542 Quadratmeter) zu erwerben, welche in der Rähe der D hn gelegen, für diesen Zweck ^e'gnet sind: der 2In- kaus geschah durch den stabt schon 2lrmcnfonM. Mit den kleineren Besitzern sollen Verhand- Jn -lpotbeken und Drogerien iu haben In Gießen bestimmt erbättltch: ioi66D Pelikan-Apotheke. Krcoeplate 2. Hersteller: Eduard I. Zu Weihnachten ■ Gießen (Mühlstraße 24), den 17. Dezember 1924. Otto Georg,Omi.ikwm,SetierswegMj ifli 1O187Q verbessert Vertreten durch: Optiker Magnus, Gießen, Marktplatz 19 Lollar, den 18. Dezember 1924. t'äZ« KlWiere 1 dem Friedhof Gr.-Linden statt. 025248 des 025238 10180V in Kenntnis zu setzen. widmen wollen. 10186A ö, K M Im Namen der trauernden Angehörigen: Lina Zimmermann geb. Weigel. L Itnnsmiifimlnget Sötte, welle unö Elemenlfflellien »u verknulen [8483D Schulstraste 7. Klubtische Serviertische Nähtische Blumenkrippen Flu rga r der ob en Büfetts Vertikos Lederstühle Küche nsch ränke Kleider schränke Bücherschränke Schreibtische Kinderbetten in Holz u. Eisen Korbsessel Klappsessel Bettvorlagen Linoleumteppiche Teppiche Sofas Ledersessel eigener Anfertigung zu billigsten Preisen Leihgestern (Bahnhofstr. 133), den 18. Dezember 1924. Die Beerdigung findet Samstag, den 20. Dezember 1924, nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause aus auf Heute nacht entschlief sanft nach langem schweren Le iden mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet am Samstag, dem 20. Dezember 1924, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 025247 Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 4 Uhr statt. 10192D Ein Urteil von vielen: . . ohne Hilfe dieser Phonophore wäre ich heute nicht imstande, meinen Beruf als Kaufmann und Geschäftsmann z. erfüll.“ S. N., Nürnberg. Ausfüh liehe Druckschriften auf Wunsch. Offerten unter F. T. 12040 an Ala-Haasenstein & Vogler, Frankfurt a. M. J. M. Schulhof Marktstr. 4. Mitglied der Edeka. geb. Georg im Alter von 37 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinr. Muhl und Kinder Altersvereimgung 1870-1920 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Altersgenossen Herrn Matthäus Selzer werd, iaügemäst it. preiswert gestimmt u. revar. Sieben. plMtr.H Ankac.’nbr.Mlno. u. Harmoniums. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Scheel geb. Bob. Zweimal getragene Mu iiilelel Gr 441,Frieden-: aua> liiöti, vrchroerl m verkaufen. 025232 Licbigstraste 6s 1. W ter Teppich 2.90X2, zu verk Zu erfr. in d. Geschäfte- stelle d G. Linz Todes-Anzeige. Donnertag morgen 9Vr Uhr entschlief nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, meine innigst- geliebte Frau, unsere liebe unvergeßliche Mutter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Frau Marie Muhl Mernes l. stitut lür Heilgymnastik ncroöbnlicbcWannea blder von 8 Uut norm, bis 9 Ubt abends sowie Sonntags von 8 bis 1 Ubt vornuuagS. 8310V Ang. Bues staatl.geprfifterHeil- oebhfe Walltorstr. 38 vart. 1 worden ist. Jedem Schwerhörigen ist es möglich, an jeder Unterhaltung usw. teilzunehmen mit dem neuen Hörapparat mit Ohrsprecher, der eine vorzügliche Lautwiedergabe auf weist Ausstellung und Vorführung bei unseren technischen Büros und Wiederverkäufern. Siemens & Halske A.-G. Techn. Büro Frankfurt a. M., Gutleutstraße 42-44 10174c Für die Feiertage: empfehle meine reichhaltige Auswahl in Geschenk-Artikeln aller Art: Marmor-, Schwarzglas-u. Metall-Schreibzeuge Briefpapier-Ausstattungen Lederwaren, Goldfüllfederhalter Kunstgegenstände, Bilder 10189D Jugendschriften, Bilder- und Malbücher »die MMillW am Montag, dem22. Dezember, abends 7l/2 Uhr, L d. Turnhalle Die Mitglieder, Angehörigen der Jugend- I Uchen und Freunde der Turnsache sind her',- I lichst eingeladen. Der Vorstand. PFAFF- Nähmaschinen Ein neuer eichener Merpllog sofort au verk. 1 ’■9 Friedrich Schmitt Steinbach Höllenweg Wv. 4. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Mitgliedes Otto Scheel in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 20 'Dez. 1924, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand. 10172D Statt besonderer Anzeige. Heute nachmittag wurde nach kurzer, schwerer Krankheit mein herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Schwiegersohn, Bruder und Onkel Herr Otto Scheel im Alter von 54 Jahren aus seinem arbeitsreichen Leben abberufen. Heuersatz 3 Waggon la Erb ienstrob mit etwas Leusitrob vermischt seiustengeltg, bind- fadengevresu. aus Warthof beiNrünbergi. H. au haben. 101260 •©easeoeeeee Ifür Haushalt, Schulen u. Gewerbe in altbekannter Güte. Alleinverkauf ainttltoaam46 Gegründet 1879. 63MD Eigene Reparaturwerkstätte. Zubehörteile auch für alle anderen Fabrikate. Stopfap parate Ifür alle Systeme passend. Maschinenstopfgarne • Nähgarne Bequeme Teilzahlungen. Bestellungen frei Haus. Tel. Phon t IS. Ein grober Posten fehlerhaftes Wachstuch 85, 100 und 140 cm breit sehr billig abzugeben solange Vorrat reicht. 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IS p. fBefie MSSweliE sti ie schöne deutsche ötabt". Rord- deulschland und Mitteldeutschland von Gustav Wolf. Süddeutschland von Julius Baurn. (A. Piper & Co. Verlag in München.) — Schon die hohen Auslageziffem dieser prachtvollen Monographien unseres Vaterlandes bezeugen die besondere Art der Publikation. Die drei Bände mit ihren vielen hundert herrlichen Ltchrdruck- bilbern unb Plänen stellen ebenso viele tun ft- unb kulturgeschichtliche Meisterwecke dar. Bücher, die nicht nur Freude an der Schönheit der deutschen Städte verbreiten, sondeni die durch Bild und Wort, unb zwar durch einen klar unb überzeugend wirkenden, stilistisch überaus feinen Text die Eigenart unb die Schönheit des Stadtbildes von einst begründen und darstellen. Eine Welt von Wundem wird vor dem Beschauer dieser Herrlichkeiten lebendig und bedeutsame Erläuterungen regen zum Dachdenken und zum Studium der Gründe für die schier ungeahnte Schönheit so vieler halb vergessener deutscher Städte an. Selbstverständlich unb erfreulicherweise bat das Unrecht des Versailler Diktats die Verfasser nicht abgehalten, auch in den neuen Auslagen ihrer prachtvollen Werke jene schönen deutschen Städte im Westen, Osten und Südvsten unseres Vaterlandes besonders liebevoll zu behandeln, die unsere Gegner glauben verwelschen zu können, weil sie nicht die unzerstörbare Kraft des deutschen Wesens begreifen. Die drei Bände „Die schöne deutsche Stadt" sollten in keinem Hause fehlen, in dem die Liebe zur Heimat eine Pflegestätte hat. 980 * MasereelS, Frans .Die Passion eines Menschen". 25 Hvlzschn ttc. (Verlag Kurt Wolff, München, Volks.usg be 3 Mk.) Das Werk dieses Künstlers ist ein Lied ohne Worte in des Sinnes wahrster Bedeutung. Die gestaltende Hand Masereels führt uns in 25 Bildern ein Menschenleben unb Menschensch cksal mit aller Drangsal und Leidenschaft in wund rbir r We se nur mit den Lauten des stummen E ndmcks vor Augen. B.ldenbe Kunst und dichterische Gestaltung sind innig verbunden. I der Strich atmet Leben, die F guten haben Fleisch unb Blut. Das Werk hinterläßt einen tiefen Eindruck. 1543 ♦ Karl Wvermann, Lebenserinnerungen eines Achtzigjährigen. (Mit 20 Tafeln nach Gemälden und Zeichnungen. Zwei Bände. In Leinen gebunden 16 Mk. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig.) Der Dame Wvermann hat in Deutschland einen guten Klang unb vor allem in den deutschen Seestädten, nicht nur in Hamburg kennt man das Haus Woer- mann, das die deutsche Flagge über die Meere hinüber nach Afrika getragen und an der Entwicklung unserer Kolonien regen Anteil gehabt hat. Der Verfasser dieser Erinnerungen Ist der Bruder von Adolph Wvermann, den Bismarck den Königlichen Kausmann" nannte. Aus dem Umweg über bo3 Studium dec Rechte ist Karl Wvermann zur K u n st g e s ch i ch t e gc- tvmmen. und seine Lieblingsbeschäftigung, die Dichtkunst, hat ihn in nahe Beziehung zu deutschen Dichtern und Schriftstellern, nomcntlid) zum Dichterkreise um Paul Hcy!e in Mü chen gebracht. In bunten Bll dem zieht Woermanns wechsel- volles Leben a.n uns vorüber: die Jugend in Hamburg, die Weltreise des Sechzehniädrigen, sein Studium in Heidelberg. Göttingen, Berlin und Kiel, sein Aufenthalt rn Mü .chen, die Privat- dozentenlätlgkeil in Heidelberg und dann die Düsseldorfer Jahre als Professor der Kunstgeschichte unb die Dresdner Tätigkeit als ®alcric- birettor. Aus eigener Anschauung hat Woer- mann auch die weite Welt fermengelernl: mehrmals hat er Europa durchreist, dessen Kunstsammlungen er alle kennt er weilte in Dord- amerifa, Südvstas en und Afrika und hat wiederholt die Kunftschätze der klass.schen Stätten in Griechenland unb Italien ausgesucht. So flicht er in seine LebenSerinnerungen an vielen Stellen Aufzeichnungen aus fe.nen Reisetagebüchern ein, unb zahlreiche Abbildungen führen uns in den beiden vornehm ausgestatteten Bänden Lan> schäften, die er bereist, und Städte, in denen er gelebt unb gewirkt hat. aber auch ihn selber in verschiedenen Lebensaltern, seine Familie und ihm nahestehende Persönlichkeiten vor Augen. 1444 • Einen vortrefflichen Ucberblid über den hohen Stand der altgriechischen Kultur gibt uns Emst Pfuhl in seinem neuen Buche: „M elfter- werke griechischer Zeichnung und Malerei" (Verlag F. Druckmann, München, geb. 14.50, Ganzleinenband 16.—) an Hand von weit über 100 Tafeln mit Abbildungen. Im textlichen Teil hat der Verfasser den einzelnen Bildern zum leichteren Verständnis ausführliche Erläuterungen zugefugt, dabei beutet er auch die Hauptlinien der großen Zusammenhänge in der griechischen Kunst an. Die Grundlage der griechischen bildenden Kunst war die Vasenmalerei, die gegen Ende des 6. Iahrh. v. Ehr. in höchster Blüte stand. Einen Teil der in den Museen vorhandenen Meisterwerke führt uns der Verfasser hier vor Augen. Aus dec Vasenmalerei entwickelt sich bann die große Malerei, deren Blütezeit in die zweite Hälfte des 4. Iahrh. v. Chr. fällt. Auch von biefen Werken enthält das Buch viele 21bbilbungen. Dem mit großer Liebe zur Sache bearbeiteten Werke liegt leine wissenschaftliche Absicht zugrunde, es soll lediglich, wie der Titel schon sagt, eine Zusammenstellung von Meisterwerken griechischer Zeichnung und Malerei sein. Diesem Zwecke kommt der Verfasser im textlichen Tetl durch äußerst klare, auch Laien verständliche Sprache entgegen. Das Werk dürfte jedem Kunstfreund sehr viel Freude bereiten. 1480 men hatte, konnte der ursprüngliche Text w-edev- hergestellt werden. Dem stattlichen Band ist ein ganz neuer Bilderschmuck bei gegeben, der hier teilweise zum erstenmal an die Ocffentlid)Leit tritt. In neuem Einband von Professor Waller Tiernann werden sich diese Briefe sicher otele neue Freunde erwerben. Sie geben ein treues Spiegelbild aus den Spätherbsttagen von Deutschlands llass.scher Ze t. die mit Go the, Hegel unb Humbolltt in den breifrger Jahren des 19. Jahrhunderts ihren Abschluß fand. 1571 • Mar Dauthendey. Letzte Reise. Aus Tagebüchern, Briefen und Aufzeichnungen. (Gebunden 10 Gm. Verlag von Albert Langen in München.) — Mitten in paradiesischer Herrlichkeit. im ewig lachenden Frühling, »weit vom Schuh", auf Sumatra und Java lebte Dkar Dau- thendetz von 1914 bis 1918. auf einer Studienreise vom Kriege überrascht, scheinbar in Wohlsein und Wohlleben — und war doch ein Kriegsopfer, wie cs grausamer auf keinem Schlachtfeld hin- gemorbet worden ist. Denn er starb tausend Tode, er verblutete sich inwendig, er starb wahrhaftig am Kreuze! Diele Freunde und Bewunderer hat der Dichter Max Dauthendey. feine prunkvollen oriental scheu, und seine schlichten deutschen Gedichte und Gesichte sind well berühmt, aber kein Buch wird herrlicher von ihm Zeugnis ablegen für die Zukunft, keines wird zeigen, dah hier der Mensch noch größer fast war als der Künstler, wie diese Lagebuchblätter und Briefe. Ein Menschheitsdvkument, ein Werk weitesten äußeren und inneren Horizontes, bunt unb frembartig die Kulissen, von Dichteraugen geschaut. zwischen ihnen eine Tragödie des Herzens von solch zerreißendem Weh, von solcher Zartheit des Empfindens, wie sie der 'IMlgeift nicht oft aufführen läßt auf seinem ewigen Theater. Lieder sind zwischen den Driesen an seine Frau verstreut, von so schmerzhafter Innigkeit unb Schönheit, wie blutstropfenrote Blätter, die einer sterbenden Rose entgleiten. Aber wenn uns der Jammer überkommen will: Unb dies alles umsonst — auf dieses Herzensflehen keine Antwort, keine Gottesgnade? so erkennen mir mit Erschütterung. worauf dieses seltsame Schicksal hinaus will. wie. da der .Körper langsam dahin- siecht. die Secle dieses erst so Ungeduldigen immer weiser, immer hellsichtiger, immer melier wird, wie bai letzte, das größte Erlebnis, kurz vor seinem Tode, die Offenbarung eines persönlichen Gottes, zu der Märtyrerkrone dieses eblen Hauptes die Krone des Sieerrs. des Ucber- rninders fügt • Tas Panorama meines Lebens. Don Alexander Moszkomstu r-Seriag von F. Fontane & Co.. Berlin SW 68.) Gm reiches Leben, bargestellt in einer Fälle tnter- effantefter Begebenheiten, die hier von einer erhöhten Warte betrachtet toerben. Der Verfasser greift über sich hinaus, erweitert den Horizont der Tatsachen ins Allgemeine, ja bis ins Kosmische. und er entwickelt darin ebne Methode, die den Leser in eine wunderbare Geistessvannung versetzt. Ueberaü eröffnen sich Prospekte von ganz eigenartigem Reiz: während sich tm Vordergrund die Figuren bew-gen. tne m Mos- zkvwskis Leben tragende Rollen mnehaoen. bevölkert sich der Hintergrund mit Problemen, die unmittelbar aus der Szene heraus wachsen, und deren Erörterung ein höchst anregendes Zusammenspiel zwischen Erlebnis und Erkenntms zet- rig» >> ist diells T > «in Vanorama geworden. aber nicht in üblicher Gestaltung auf einer Fläche vorüber gleit end, sondern mit den Möglichkeiten einer Universalschau. Das erzählende Element kommt dabei nicht zu kurz. Aus seiner Jugend, aus feinen Lehr- und Wandersahren weiß Mos- zkwski so viele fesselnde Einzellvriten herauSzu- holen. bah schon die Lektüre dieser fachlichen Gegebenheiten außergewöhnlich reizvoll anmuten mühte: zumal m manchen Abschnitten wichtige und bedeutende Persönlichkeiten auftreten, die als Fackelträger über die Szene schreiten. 1572 Aus vergangenen Zeiten und fernen Ländern. • Ein wahrhaft monumentales Weihnachtsgeschenk beschert der Leipziger Verlag Paul L i ft dem deutschen Volle. Denn des ganzen Volkes teures Vermächtnis find Gustav Freytags .Bilder aus deutscher Vergangenheit", die der unternehmende Verlag in einer neuen Prachtausgabe jetzt eben neu heraus- gebracht hat. Freykag, der Dichter, dem wir den in feiner Eigenart und Schönheit ewig jungen Roman .Soll und Haben" und eins der köstlichsten deutschen Lustspiele .Die Journalisten" verdanken, war auch ein Gelehrter von immensem Wissen, der es in seinen .Bildern aus deutscher Vergangenheit" verstanden hat, diese Geistesschätze gründlicher historischer Forschung in eine dichterisch beseelte Form zu bringen, die erst den breiten Schichten unseres Dolles den Weg zur Kulturgeschichte erschließt. Die neue Ausgabe, die von Georg von Below, dem Heidelberger Historller, und anderen Gelehrten von Ruf, mit kurzen Einführungen und ergänzenden Anmerkungen versehen ist, bringt nun zu den Freytagschen Schil- berungen, die stets auf Zeitdokumente zurückgehen, ja sie zumeist selbst sprechen lassen, die Illustrationen in einem bisher nicht gekannten Umfang. Alte Holzschnitte, Miniaturen, die ersten Druckwerke sind herangeholt, um die Bilder zu liefern. Auch hier sprechen immer Dokumente der Vergangenheit selbst zum Beschauer und ergänzen so die unübertrofen anschauliche und plastische Darstellung Freytags zu einer erschöpfenden deutschen Kulturgeschichte ersten Ranges, die ein nationales Hausbuch zu werden verdient, aus dem das deutsche Doll lernen wird, wieder stolz auf feine Vergangenheit zu werden. 1349 • Kürzlich b sprachen m:r hier den .Och s terrarum" des D.rlag s W smuth. Ist des H t m'hmen re n auf kontier sche Gesicht pu fte eingestellt, so bietet e ne neue Reihe prächtiger Werke des Berliner Verlag s Franz Schneide r h erzu ein? wertvolle Ergänzung nach der geogrph sch-pvl t schen Seite h.n. Das Schwer- gew cht l egt auch hier in dem ausgez ihnet aus- gewählten und sehr sorgfältig r produzierten Bild-rmcterial. bei dem neben künstler sch vollendet n Ra'urausn hn-n z. B aus be- Geb rgs- wett Tirols, neb n durchw g glänzend g [ ngenen Wiederg bn b bnrtfa er Saubz-I nöle uch Trachtend.lder unb Volksfeste die Berück tchtigu g gefunden hrbrn. b:e ihnen nach ihrer kulturellen Bedeutung zukommt, Geplant ist in enter Reihe von Büchern b e eiin Inen europä sch -n Länder nach den verfch eb'nsten Ges chtspun t n zu behandeln. Degonnm ist mt Fug unb Recht mit unserem österr nchischen B.-uderlanb zw schen Donau unb Alpen. .Oesterreich in Wort unb Bild" heißt ber ftc^llche Band. Mr von sachkundiger F der D iträge über bic gengrabbt» schen Scb.ngtocilen des Landes, über bic ge- schichtl.che unb kulturelle Enlw.cklung ber allen deutschen Mark g g n Türken und Ung ;m br.ngt. Eine interessante Betrachtung des j h gen Rumpf- öfterreicb», seiner w.rtlch istiichen Lage, fetnti po- Itt schen Stellung, schl ehl den Textteil, in dem auch ausgezeichnet. Aufsätze aui österreichischen Kunst aller Zwe.g- die zwenglose Ucb rle tung zu dem Bilderle,l bild n, bei d.ssen Bcsch iuen eines jeden Herz aufgeht, der einmal durch Oesterreichs Gaue g mindert ist. Es ist noch viel schaneS ubriggeb.i b n von den Herrlich eiten d>es alten Habsburgeireichs. bic Reize Tunis, die herrlichen Seen des Salzburger Landes. Wien, bic Perle des deutschen Südostens. In erfreulichem Umfang f nb d e Steiermark unb $täm:en, die bcdrobten Grenzgebiete alter deutscher Kultur berücksicht gt, die „im Reich" (eibcr allzuwenig bekannt f.nb unb doch landschaftlich una archi- tekton sch, vor allem aber in ihr r urwüchsigen deutschen Bevölkerung so viel Schines und Qi» hebendes bieten Dem neuen Unternehmen des Verlags ist nach dieser ersten Vrobe cm voller Erfolg zu wünschen die Bücher werden den Blick für die gegenseitige polittsch-geograpbisch- w.rtschaftliche Verbundenheit der Völker weiten unb eine gute Zuleitung zum bewußt pol.tischen Denken sein. (PreiS 8 Alk.) 1579 Für unsere Jugend. ' Dem Berliner Verlag Franz Schneider verdankt unsere lesebunqr ge Iug.nd schon eine stattliche Reihe Märchenbücher, bic sich alle durch besonders schöne und cigenart.gc Illustr itionen auszeichnen. Zum diesjähr gen Wechiachts oft erscheinen nun Hauffs M ä r d) c n. d.efe wundersam phantastische Marchenw.li. bie Eiwachsenc und Sünder immer wieder i i lörei Bann zieht Ter köstliche, behäbig-breite .junior, mit dem Hauff, selbst immer lucht g -ufelnd unb ungläubig ob soviel Märchenhaftem, diese ergötzlichen Geschichten vom Zwerg Rase ober vom kleinen Mud erzählt, finde: nun in der Reuausgabe m den Illustrator einen durchaus ebenbürtigen Partner. Alfred Hagel hat sic alle, diese Märchrnheldeu mit erstaunlicher Firbenfrcude und enormem Schwung in heiteren, laun g.nx Szenen abporirä- tiert, zui Freude der Jugend unb ernes jeden, der mit diesem lösttichen Buck einige Minuten inS Märchenland zurücksintt. (PreL 5Mk.) 1573 • Ein prächtiges Buch für unsere Heranwachsende Jugend schrieb ber auch unseren Lesern durch eine Reihe von warmherzigen Aufsätzen bekannte Charlottenburger Pfarrer Dr. Luther. .Jugend heraus!" nennt er das mit reUen- Dcn Radierungen ausgestattete schmucke Büchlein, unb Mahnrufe sind es, geschrieben aus heißer Liebe zu unserer deutschen Jugend, aus einem warmen, verstehenden Herzen für die Röte unserer Jungen und für das, was unserer Jugend nottut: Liebe zur Heimat, Verantwortungsgefühl für Vaterland und Volksgenossen unb zäheS, xiel- bswußtes Mitschaffen am DollSganzen. (Wilhelm Meister, Verlag, Berlin.) 1341 Schöne Literatur. • Die Flucht auS dem Alltag. Don Gustav Schröer. (Leinenb. Mk. 4.60. Quelle & Meyer in Leipzig.) Ein Buch deS Frieden-, eine Erholung von den Aufregungen des Tage-, von den 2'crgerlichkeiten deS LcbenS: eine tief inner» liche Dichtung „Sie Flucht auS dem Alltag", jener stille Winkel im Hause des Schriftstellers unb Bauern Hans Hcibing. wo er in allen Lebenslagen Frieden und Stärkung findet, wird Aum Symbol, mit dem wir die Flucht aus dem Alltag antreten können, die wir in sicheren Zeiten so nötig brauchen. Wie In allen Büchern Schröers, so liegt auch in diesem ein hoher ethischer Wert. Unb wie bei Schröer immer alle» spiegelt fein starkes Innenleben, man fühlt, hier hat sich viel Selbsterlebtes zur Dichtung geformt, unb so wird bie Flucht auS bem Alltag besonder- allen denen lieb sein, die zugleich einen Hefen Blick in die Seele des Dichters tun wollen. 1389 • Heber den fielen Fortgang ber großzügig angelegten Gesamtausgabe ber riesenhaften Schöpfungen Honor 6 de Balzacs des Berliner Verlags C. Rowohlt, haben wir fortlaufend berichtet. Zum WeihnachtSfest sind nun noch eine ganze Reihe bedeutsamer Bände hinzugekvmmen, alle in dem bequemen, handlichen Format, da- gestattet, den oder jenen Lieblingsroman jederzeit mit sich zu führen. Unb wer fände nicht Interessantes, Fesselndes, Ergreifendes und sittlich Packendes in Hülle unb Fülle In dem Welt- ranorama Balzacscher Ideen, Balzacscher Charaktere? Wan wird nicht ft eben bleiben wollen bei dem berühmten Roman „Eugenie Gran- d e t“, bei den phantastisch erzählten Schicksalen des ^Vetter Pons" oder der tieftragischen Geschichte .Die tödlichen Wünsche". Weiter und weiter wirb man einbringen, mit Staunen unb Bewunderung vor soviel verborgenen Kostbarkeiten in die unendliche Fülle des LebenS, die c i n Geist in ungeheurer Zusammensasfung menschlicher Probleme mit unerbittlicher Wahrheitsliebe und gewaltiger dichterischer Kraft hier erschütternd gestaltete. Es ist nicht das Frankreich der großen Revolution, des Kaiserreichs und ber Restauration, es ist Menschheitsgeschichte von ewiger Wahrheit, die Balzac mit einem unerhörten Realismus vor uns hinstellt. 1213/1467 * Rudolf Hans Bartsch: Die Sali g e (Verlag Staackmann, Leipzig». Ein wundersames Buch, das um bie Jungfrau ber Alpensage, die „Salige", bic Sehnsucht einer fich dramatisch fteigembe Hanblung schlingt, geschrieben in einer Sprache, bie sich dem seltsam märchenhaften Vorwurf erstaunlich anDa&t 1520 • Paul Detterli zeigte schon in fernen Skizzen aus Moos und Heide „Wenn ber Kranich zieht' intimste Einstellung zur Ratur unb ein ganz eigenartiges Freundschaftsverhältnis zum Tier, besonders eigenartig noch dadurch, dah > dieses Tier eine Krähe ist, offenbart sich in seinem neuesten Roman „Jack". Voll köstlichen Humorist auch dieses Buch, mit heißem Herzen spricht der Dichter von feinen schwarzen Freunden, er geht sehend durch die Ratur und lehrt andere sehen. So wird dies schöne Buch, das der Verlag Grethlein u. Co. in Leipzig g schmackvoll aus- stattete, jedem Raturfreunde unter dem Tannen- bäum to’.rUctner. fein 1374 M&^CEDE k LIKÖRE nriHiri j,8u 11,13 10,8 16 4 4.9 i 3,50 Werte, a) soweit sie ein Ge> 0,1? 11 6 Wend- Verlauf 17,4) 61 71.9 2,-0 3 7,75 11,20 17,62 63,125 73 75 2,5 3,13 7,25 25,9 3,7 sind, in „Reichsmark die bereits aus Gold- „Reichsmark für 100 nach der bisherigen RotierungSart über 15 Milliarden Prozent notierten, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) soweit sie b i s 15 Milliarden Prozent nach der bisherigen Rotierungsart notiert sind, in „Reichsmark für eine Million Papier- mark", c) 8—15 Prozent Reichsschahanweisungen „K" von 1924 in „Reichsmark für eine Milliarde ,, 2 0. 3 0,915 1. 2 0,4) 1,1)35 1,06 1 01 '4.7 > 89.25 10,13 1 5 2 1 2 75 10,46 2.5 2.75 10,20 Papiermark": 3. für die Anleihen, die mark" notiert Godmark"; 4. für die in Prozenten: 92 .26,75 18 25 136 6 I I2 > 1. 73 1 1,40 073. U.92 0,91 1,30 04 5 1.0 1 03 1,02 1,05 91,75 89,25 11,6 5 41,1 1S8 6 125 12,73 12 16,50 5/0 5(1 6) 43.J 3,1 27,75 19,25 24,7 7 75 18 3 2.,40 11,1 17,7a 4 8 10.71 27.4C 19 23.90 .4,40 18 17 11, 99 60 >33 19 12,i 66 2 54 0 44.2 3 26.4 3.JÜ 28 2 19.9 24.5 25, 7 7 18,2 2-,4 11,21 18,2, 67 4.7« 10,75 <8 19,13 2! 25 17,875 9.7 0 32 90 16,7b 11.50 11 95.5 131,25 1 1 187 6,6 >2,40 •b 51.7 42,675 64 3,89 Schichiadnk Herz . . . . . . Sichel .......... Beflfto't Waidhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waolräusel 1 5.5 .13 12 7 • 1,80 16,30 1 IS .50 0,4. 4 75 13,3) 1), 0 85.8 9). 0 26,25 1 i 5C 12,40 6. 0 16 53 13 0 10 .1,0 festverzinslichen wertbeständigen bisher in „Mark für eine Gold- wurden, in „Reichsmark für 100 Anleihen, die auf Dollar lauten, 5. für die nach Sachwert verzinslichen Pfandbriefe und Schuldverschixübungen, die bisher in Billionen notiert wurden, in „Reichsmack'. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Berlin, 18. Dez. Heute eröffnete die Börse wieder in sehr fester Haltung, besonders war am Montanmarkt das Geschäft sehr stürmisch zu nennen. So wurden Stinneswerte und auch Harpener in erheblichen Posten aus dem Markte genommen. Die Kurssteigerungen betrugen über 5 Proz. Auch die übrigen führenden Werte waren sehr fest. 3n der Hauptsache ist diese Bewegung wieder auf die Bewegung in den Industrie - Konzernen zurückzuführen. Auch der übrige Markt profitierte von der festen Haltung am Montanmarkt, so ncunenllich Elektro- Frankfurter Armaturen floiifemnfabri! Braun . . MekaNgescsl'chast Frankfurt Del Union Ll.-G. Höchster Farbwerke Holzverkohlung . . 9iü!g#r$iwrfe . . . oio Soll Schatz-Lmreliuo <•/» ZoNntrkeo 6®,, Vllldmettkan« . . . Berliner Handels^, leslschak« Connnerz und pribai>Bank I armft und Naionaloauk Trnncöe Bank Teuische BcreinSdank Lisconto ttounnanöh Mrtallvank Phouh Bergbau Rbeinnabl . . . fHivbed 'li/ontan. schäft ruytg. Rur für Zolltürken trat etwas Interesse hervvr. Auch sonstige 2ndustnewerte zeigten einen befestigten Kursstand. Die Börse schloß bei gesteigerter Rachfrage für Montanwerke in durchaus fester Haltung Deutsche Anleihen: Sprozentige Kriegsanleche 0,802—0.805, 3.5prozentige Preußische Konsois 1212, 3Prvzen- tige Konsols 1000, Zwa igsanleche 105. Ausländische Renten: Zolltürten 10,85, D^ltimvre 68,5. Bankaktien: Adea 3,10, Berliner Handelsgesellschaft 137. Kommerzbank 6.12, Darmstadter Dank 11,62, Deutsche Dank 12,48, Diskvntogesell- scha t 16,40—16,53, Dresdner Bank 8,25, Metallbank 19. Mitteldeutsche Kreditbank 1,75, Oejter» reichische Kred.taktien 9,70. Reichsbank 64. Rheinische Kreditbank 3.20. Montanaktien: Buderus 17,13—17, Deutsch-Luxemburg 94, Gelsenkirchen 99—99,60, Harpener 133,5—133, Ilse Derglmu 27,75, Klöcknerwerke 63.75, Mannesmann 68,5 bis 69 5, Mansfelder 4,3 \ Oberbevarf 12,4. Caro 11,8, Phönix 56,25. R>i isch> D a m.oh'en 43/,Rhein- stahl 54.5, S innes-Rie.eck 44,25, Rom acher Hütte 30, Tellus 3. Westeregeln 19. Chemisch: Werte: Badische Anilin 23,25, Chemische Grie-herm 24.5, Scheideanstalt 20.4, Elberfelder Farben 25.12, Th. Go.dschmi.t 13,75—19,9, Höchster Farbwerte 25,25 bis 25,2, Ho^ve kohlung c,75, Rüt.eröwecke 1o,2d. Clektrowerle: ALG. 11,25, Bergmann 18,25, Licht und Kraft 8. Felten 32,75. Schuckert 6^-67. Schiffahrtsaklien: Hapag 23,3?, Ro.dd. Lloyd 3,9. Sonstige Industriewette: K.eyer 2,6, Daimler 3, Aschaffenburger Zellstoff 25.12. Spinnerei jammerten 20,5, Metallgesellschaft 16,5, Lechwerke 18 25, Gebr. Iungha.ns 12. Tyücinger Elektrizität 10.7, Rheinmetall 9,3, Badischer Zucker 3,5. Stuttgartzucker 3,25. Börsenkurse. men, der berühmte Wirtschaftslchrer L u j 0 ‘Brentano, beging am 18. Dezember seinen 80. Geburtstag. Der greise Gelehrte schafft noch in voller Rüstigkeit weiter und hat soeben erst einige Kapitel seiner Vorlesungen unter dem Titel „Konkrete Grundbegriff der Volkswirtschaft" bei Felix Meiner in Leipzig erscheinet! lassen. Er behandelt hier die großen Probleme der Wirtschaftslehre, wie die Bedeutung der Bedürfnisse, der Bevölkerung, des Wertes usw. Er verheißt, daß er noch weitere Abschnitte aus seinen Vorlesungen her- auSgeben wird. Ein Iahr vorher hat er eine Anzahl Aufsätze unter dem Titel „Der wirt schäftende Mensch in der Geschichte" zusam- Der Mammut-Reichstag. 1 | Im Bureau des Reichstages sieht man Scheuern. Brentano, der dem alten ^ktalienl- I sorgenvolle Gesichter, weil es jetzt gilt, des Se° schen Kaufmarmögeschlecht entstammt, das scyon gens der Abgeordneten Herr zu werden, die uns »u (AoetheS Zeiten zu den Frankfurter Patti- diesmal beschieden sind. Die Zahl der Man- «€rn gehörte, hat in seinen Adern das Blut date hat ßch von Mal zu Mal vermehrt, aus jep€r Rühmten Rornantiker-Generatton, der den 397. die wir im Frieden Hatten, fmb wir letzt ^Ens und Bettina Brentano angehörten, nahe an die Grenze der 500 herangekommen, MMt lebt etwas von der spru- und dieses übersch.ehende 100 soll nun in den - in 0- 1 1 ■ h aeiftreichen selben Saal untergebracht werden, der delnden Phantaftebegabung, - ^Änickau- nur für 400 Abgeordnete berechnet war. Liebenswürdigkeit und der lebendigen Anschau Gibt es eigentlich etwas Groteskeres, als lichkeit dieser hochbegabten Familie, und ve- diese Gegenüberstellung, daH Deutschland auf der I sonders seine blendende Redekunst zeigte Oie- Höhe seiner Macht mit sehr viel weniger Man- verführerischen Zauber, wenn er als Ley- baten auskommcn konnte, als heute, wo wir rer Katheder stand. Seinern Onkel einen Teil unseres alten Gebietes verloren haben ßrcmenö gehört seine besondere Liebe, und und zudem Sparsamkeit die erste Parole sein f ( f oeit -cin wichtiges Werk wüßte? Wer es ist ja der Zug der Zett daß er hat,erst m o „Clemens Bren- setzt werdm 1oll?^Tste Erscheinungsform, daß tanoö Liebesleben" herausgegebm^tt^hr die Wände des Saales durch die Fülle der Ab- als 50 Jahren steht seine glanzende ©rfcfci9 geordneten gesprengt werden, ist ja nur das nung mit im Mittelpunkt der deutschen Wiffen- äußere Charalteristtkum einer chvonischen Krank- schuft, und der Aufschwung der Münchener beit, und wenn man schließlich gezwungen wäre, Universität ist eng mit seinem Barnen verknüpft, einen Teil der Abgeordneten auf der Zuschauer- —---- tribüne unterzubringen — vielleicht in Berbin- düng mit Wendeltreppen, ins Plenum hinunter, WWlVUlClfL weil sich sonst Wsttmmungen gar nicht mehr n f durchführen lassen — so würde damit die Sinn- Bon der ^elchsbank Das Reich l 0 s i a f c i t dieses Systems nur handgreiflich bankdirektorium hat beschlossen, die nachstehend gXt Uni, es liegt gute aufgefüSrten w°ttbZtändigen Wehere ,ur Portion ^Ironie darin, wenn jetzt bereits be- Beleihung bei der Reichsbank zuzulast^i. 8pr z^ sonders ironisch veranlagte Gemüter nach der Gold-Hypothekenpfandbriefe der Dayerifchen räfen unö i^ ^ietegen, ba6 sie Dor- Hypotheken- unb Wechsel-Dan, -" München sorge trifft um zu vermeiden, daß die nächsten 5proz. Goldpfandbriefe Serie 13 bis 18 der Plenarsitzungen des Reichstags nicht dieselben Bayerischen Beremsbank in München, 10proo- Merkmale aufweisen, auf die hin sonst die Polizei . Goldpfandbriefe Sene 1-8 der Bayeri chen Ber- vervflicktet ist einen Saal wegen Kleber- einsbank in München, lOproz. LandschaftticheCen S* \S freiten. tral-Rogg'npfandbricfe. 8proz. Goldmar^ and- Wer^mit kommt man natürlich dem Pro- briefe Abtlg. 4 der Deutschen Grundkredttbank blem nicht näher Das Unglück ist nun einmal in Gotha, lOproz. Gold Hpothekenpfandbriefe Ab- qeschehen diesmal w rd nichts mehr zu ändern teilung 3a der Deutschen Grundkredttbank in Aeickstaa verdauen, wie er Gotha, 5proz. Roggenrentenscheme Ruhe 1 und 2 s», Tcutidjc Rcuvsnnikiv« fe»” ."’^^roll^'Änr0Soefit?. der 'taUfatr nteuban, in «rrttjjt. troffen werden daß beim nächsten Wal Landeskulturrentenscheine auf Goldmark lautend I Reichs,nle«hr bem Unfua ein Ende gemacht wird. Cin Reihe 1 der Landeskulturrentenbank in Dresden, eDarpramtenan(ef6e '4k.dament ton 500 Köpfen ist ein Instrument. SRrog. ■Xorg-npfantoriefe d«r Landschaft der Pr°. [% feutiMu «°u'°i- mit dem niemand etwas anfangen kann, zumal vinz We f^-len in Munster i.W.» 5proz. ve^l^soare 9iz e/t ^cffcD . . , bei den besonders gearteten Parteiverhältnissen landwirtschaftliche Goldpfandbriefe Reihe 1 des 3% &cifcu . DeuttchlandTundj/mehrKöPfe vorhanden sind, Landwirtschafllichen KiEvereins Sachsen in | D-nttch- We«b, Doll°r.«ui desto größer ist die Reigung, künstlich Arbeit zu Dresden, 8proz. Goldhypotheken-Pfandbriefe der schaffen durch überflüssige Kommis io..en, nur da- Mitteldeutschen Dodenkredtt-Anstalt in Greiz, St eher e nzelne se i ne Exiftenzb erechti- 8proz Goldpfandbriefe der Pfälzischen Hypo- auna nachweisen kann. thekenbank in Ludwigsh fen, 8proz. Centr l-Gold- Als d.e Weimarer Derfassung angenomrnm Pfandbriefe von 1924 ^r Preuhlfchen.Central- wurde, ging man von der Annahme aus. daß Bodenkredit A G. in r°dr^PI^^a^a bei einem Durchschnittssatz vv! 6)0 0 Stimmen briefe Emission 3 der Preußischen Bodenkredit- auf ein Mandat njr etwa 400 Abgw d lete zu» Aktien-Dank in Berlin, lOproz. Goldhypotheken- foLentamen wü den. Sollten ei ei: mal me^r Psandbrief- Emission W PreuN.chen Psand. Werden, dann würde das nächste Mal der Ruä- briefbank in Berlin, 5proz. Roggenrmitcn gyefibdit? gang der Wahlbeteil gung von selbst einen Ars- briefe Reche 14 der Roggenrentenbank A. Bochumer ®a0 ...... gleich schaffen. Diese Voraussetzung hat sich als in Berlin Ander s irrig erwiesen, erfreulicherweise ist das Bewußt- Hessische^ 0 m u n al c 2 an b e 8 » Deulsch-Lukemburg V * *'. sein der Wahlpflicht von Mal zu Mal gestiegen, bank. In diesen -Lagen fand in der G.schlechter- wctknhrdicner Bergwerk. also muh man den Schaden von einer anderen stube des Frankfurter Rathauses eine außer«. Harpener B-rgbnu . . . . . Seite her kurieren, und das kann nur durch eine ordentliche Generalversammlung der Hessischen Kfcrr ÄfkMgeü??'.'' Reform des Wahlrechts gescheh n, nicht Kommunalen Landesbank statt. Die Versammlung unuraUntte. ...... dadurch, daß man systemat.sch den Wahlkoeffi» war sehr gut besucht: es waren rund 200 Der- | Cberbeharf ........ Renten auf etwa 80 000 erhöht. Hier kann nur tretet? erschienen. Gegenstand der Beratungen btt- , eine radikale Kur nützen, die gleichzeitig die bete vor allem die Frage des bevorstehenden Zu» ^anderen Giftzähne des Wahlrechts ausbricht und sammenschlusses mit der Hessischen Landesbank. Telluö Bergbau. dafür sorgt daß der gesunde Zustand einer un- der von der Versammlung gutgeheißen wurde. Humburg-Amerika Vatu. . . ^mittelbaren' Verbindung zwischen dem Wähler Don den verschiedensten Gemelndevertretern Norddemicher vlovb ... .und d-m Gewählten w.eder hrngeftetli wt-d. ^mmunak ZLSLr««-.: Die Wacht im Osten. Tn r» • -« . gegenkommen gegenüber berechtigten Kredit- Lbrmisctzr Muy«r Äwvta . Die ton der Warschauer Legierung o feto- Gememden habe fi« diesem in der NwMldt • ■ • • • lich unterstützten RaubMichten auf die ostl.chen schmeren Llebcrgangszeit die wertvollsten Dienste 1 e,‘L,cr.®’cr.tTra Provinzen des Deutschen Reiches haben die ' /[eiftct verbände des G r e n z l a n d d e u t s ch - * Konkurs. Lieber das Dermogen der Fa. 1 -------- tums zu einer festen Front .-usamm noeschw ißt, <7?.. h h ä SAmibt ^abatfabril GmbH ••••••• die sich als Abwehrgemeinschaft die Derlei- I Lampertheim' wurde am '11. Dezember d ig un g unserer O st gr e n z e zum Z el ge- ßa8 Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind Wahijiaftroerfe ..... . lebt hat. Daß darunter die Aufhellung be- dUm iß. Januar beim Amtsgericht Lampert- Siemens L Saiske waffneter Gr^nzschutzformat on n nch zu vvr- f,»im an^umelden vicnicns & öoMe...... Wen ift. muh unt-rslrichm w-rdm da man m ' Zur G 0 ldumst-11UN g d-r AEG. 2n :::::: Warschau und Pans ni^s unv.r.ucht lassen I Q££ficn ^er AEG. entwickelte sich während der 6rviiociiftaebt ...... wiü> dieserAbwchrgemeinschaft einen milita- ätzten Tage ein lebhaftes Geschäft, da man die I w,n — - rifdjen Ch-ratter aufzustemp In. Der ®_C118£ Bekanntgabe der Goldumstellung unmittelbar er» schuh liegt natürlich nach wie vor in der Hand wartete, und es hieß, daß die Zusammenlegung der Heeresleitung. Hier handelt es sich cinem ü^r Erwarten günstigen Derhältnis er- aber darum, einen festen Wall 9 e g e n v a s ^lge. Dazu erfährt die „B. Z. am Qltittag" aus Dordr in gen d e s p 0 l n l > ch e n El c- Derwaltungskreisen, daß die Aufsichtsralssihung m e n t s in die deut s ch e n P r 0 v i n z e n zu ^er |n y^r über die Zusammenlegungsfrage Beschlüsse gefaßt werden sollen, frühestens in der , das deutsche Volk nicht getollt ist, sich wettere ersten Ianuarhälfte stattfinden wird. Die Bilan- Zur Rot iz: Die Berliner Wertpapiev- Provinzen seiner Heimat entreißen zu lasten zierungsarbeiten seien zwar ziemlich weit vor- börse notiert nach folgenden Grundsätzen. Aus diesem Grunde hat die Abtoeh-gememschaf geschritten, indessen wären alle Schätzungen über t für Attien und Anteile, a) die^noch nicht auch ganz Deut sch lan d z u r M l t a r b e 1 t bflg Ausmaß der Zusammenlegung verfrüht. Die 11 Veld 1 Briet •Stlö Hr-t '7. 118. TImN.'Rott 1u9,v1 iS-,2t 169,-6 aoofpoll BrN.Ankw 20,71 20,7 20 65 20,7) ooNIvoll Cbriftinnlo . '3,12 63.5o 63,47 63,65 voll>voll Kop-nhagen 13,74 3,92 .3,81 *.3,99 ooltzvoll Stocklwlm . 11J.0I 115,-2 1.3,04 115,32 vonsvoll ßelfingforl. tttalten. . . 10,55 18,07 10,59 16,11 10,55 17,95 10,59 17,89 voll voll vollcholl London. . . 19,67 19,72 19,675 19,72 a doU|doQ Neupott . . 4.1 H 4,»05 4,133 4,205 DOUlDOll DattS. . . . »2,47 12,53 22, >1 12,47 oouivoll Schwei; . . 61,20 bl,4 61,20 61,4. •8 47 vou,voll Spanien . Wien in D-- •4.78 cSL- 68,33 voll voll Ctft. abgest 8,907 8,927 8,9';7 5,927 vollfvoll Prag 12,721 11,76 12.72 18,76 vollsvoll Budapest . . 6,70 6,7? 5,705 6,72' vouivoll Bucn.^AireS 1,021 132' 1,623 1,627 voujvoll Bul arten 2,025 6,635 8,0 5 8,06b voit voll Yovan 1,608 1,612 1,03 1,012 voll voll ’Hlo de Ian 147 1,460 t,47d 1/80 -vt, voll Bclirad i,22 6,24 1,205 t.,207 -oll voll Lissabon 19,88 19,52 ••9.68 19.7c oulöol ®anmoteeu FfV'»**. 18 Dez'tr. Br'-' Nevart. °/a FlmrdfanfftBf Noren..... 4,17 4,19b toD Belgische Noten ....... 20,ö : c,7b toll Dänische Noten ....... 73 6- 73,98 ^uglisÄe Noten. ....... 19, 19.75 doll Französische Noten ...... 22,44 22, 6 voll -olländische Noten ...... h8,9 63.7 voll italienische Noten...... 17,9 1t,08 voll Norwcaische Noten - ... 63, 4 (3,6 voll Deutsch Ocsterr,i 100Kronen i,89 6,916 voll Rumänische Noten ..... —• Cchwedische Noten...... 112,77 113,33 voll Cchwricer Noten ..... 11,1 bl,5' voll Spanische Noren ...... 8,15 .8,45 voll Tschechoslowakische Note» . . 1t, 70 V-,7 voll Ungarische Noicu . . . 3,67 ->09 voll Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „(Siebener Anzeiger".) Frankfurt a. M.. 18. Dez. Es wurden notiert: Weizen, W^Uerauer 21 bis 24. Roggen, inländ. 21,50 bis 23, Sommergerste für Brau» zwecke 24 bis 27,75, Hafer, inländ. 17,50 bis 22, Mais (gelb) 21.75 bis 22.25, Weizenmehl, inländ., Spez. 0'38,50 bis 40, Roggenmehl 33,50 bis 36,50, Weizenkleie 13 bis 13,25, Roggenkleie 12,25 bis 12.50 Mark. Tendenz: unverändert. Frankfurter Schlachtdiehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 18. Dez. Auftrieb: 31 Rinder, darunter 19 Ochsen, 12 Firsen und Kühe, 1502 Kälber, 1011 Schafe, 2147 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebmdgewicht: Kälber: F.'inste Mast alber 70 bcs 75, mittlere Mast- und beste Saugkälber 64 b.s 69, geringe Mast- und gute Saugkälber 55 bis 63, geringe Saugkälber 40 bis 50; Schafe: Mastlämmer und Ma^'hämmel 35 b.s 40, geringe Masthämmek und Schafe 26 bis 34, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 23 b s 24; Schw eine: vollfl. von 80 b.s 100 Kg. 78 b.s 80, vellfl. .unter 80 Kg. 70 bis 78, vollfl. von 100 bis 120 Kg., von 120 bis 150 Kg. und F ttschtoeine über 150 Kg. 80 bis 82, unreine Sauen und geschnittene Eber 60 bis 70 Mk. Marktverkauf: Lebhafter Handel, bei Schweinen äleberstand. Berliner Produktenbörse. Berlin, 18. Dez. Der Produktenmarkt war nach den ausländischen Meldungen lustlos und schwächer. Die etwas wärmere Witterung beeinträchtigt die Kaufneigung. Es notierte die Tonne Weizen (märt) 220—226, Roggen (rnärk.) 219 bis 223, Gerste (rnärk.) 242—267. Gerste (neue) 194—208, Hafer (rnärk.) 177-189, Mais (1000 Bln.) 214-216, Raps 400, Leinsaat 420-425; der Doppelzentner Weizenmehl 30,25—33,25, Roggenmehl 30,25—33,25, Weizenkleie 14,50 bis 14,60. Roggenkleie 13,<0—13,40, V ktoriaerbsen 29 bis 32, kleine Erbsen 21—22, Futtererbsen 19—20, Peluschken 15—16, Ackerbohnen 19—20, Wicken 1t bis 18, Lupinen (blau) 11,50—13, Lupinen (gelb) 14,50—16, Serradelle (alt) 9—12, Serradelle (neu) 15—17, Rapskuchen 17,10—17,20. Leinkuchen 25,50 bis 26, Trockenschnihel 9,30—9,50, Tvrfmelasse 8,90—9,20, Kartoffelflocken 18,70—19. Eereeflei Welnbronnereiea Feusrbacb-StattaarL Vertreter: LUkcIi & Trihikney, Gäe«sen( Neustadt 57, Telephon 851. PJter IDeinbrand 22 Fortsetzung lNachdruck verboten.) noch Lebenden weiter le! als geneigt. Der Schlummer umdämmerte sie erwachte noch einmal auS ihrem Kunden ’gde scrg^sn^ju^aii Vereine Wettbewerb! 5 i e können Ihren Angehörigen eine den 10U4Q zunehmen. itterata Westanlage 7 krallen Preislagen. 036H» 027,2:16 holen re Ludwigttrake 77. :3 Weine Innagona.... 2.25 dürfen 1.82 Alles mit Steuer u. Sin. Verkauf durch: Fritz A. Nennstiel, Fachgeschäft für den gesamten Bureau bedarf, Fernruf Nr. 1196. Seltersweg 81 frisch rliaiüga Samos den sie am von WWllb zugelaufen. Gegen Cinfcroifoften nbtu» Q re Kops schon. Aber S •*— A- Die .Continental* ist eine der wenigen in den Verkehr gebrachten Schreibmaschinen- Fabrikate, die sich wirklich bewährt haben.Von den vor 20Jah ren gelieferten Maschinen arbeitet nachweislich noch an großer Teil zur völligen Zufriedenhat ihrer Besitzer. Eine Maschine von derart langer Lebensdauer und Leistungsfähigkeit muß ein erstklassiges Fabrikat sein, welches sich in kurzer Zeit unbedingt bezahlt macht. »Sie leben auch ohne mein Zutun." ,3ch gönne es ihnen." ..Ich nur bedingungsweise." Hellmut wollte antworten, schärfer im er gegen die Schwester gewöhnt war. Warum gerade eine „Continental“-Schreibmaschine? Schokolade IW Blöd «1.05 3 iQleln Mille 85 3 lalela saniert 95 3 Tafeln Milch .1. 10 3 Wein W,1.10 Wlinen V« Pfund 25' Mz.-Wt. ^15, Irössela '/« Pfund 40-1 S 8 muss sich die nebenstehende Packung einprägen, in der allein die Feinkost-Margarine „Schwan im Blauband“ geliefert wird. Sie ist unübertrefflich für Küche und Haushalt and entspricht den höchsten Anforderungen des verwöhnten Geschmackes. Preis 50 Pfennig das Halbpfund, Die rote Kaschgar Roman von Fedor von Zvbeltih. uns eine Sendung von 1 Kilo Marku» Mischung erhalten, das allerbeste von heute, welches auf keinem Tische im Haushalte fehlen darf. M a r b u » Mischung ist eine reine Mischung von Malzkafiee und der besten Kaffeebohne, und zwar in der höchst» prozentigsten Mischung. Die Einsendung der G.-M 2.50, wofür Sie ein Kilo Marbu-Kaffe« erhalten, berechtigt Sie auch an der am 15. Februar 1925 stattfindenden Preisverteilung, welch« unter Aufsicht einer Preisveneilungs- Kommission und eines Notars erfolgt, teil» große Freude bereiten, wenn Sie nur geringen Betrag von G.-M. 2.50 auf unser Postscheckkonto Frankfurt Main Nr. 3891 einsenden, wofür Sie Tätigen Teilhaber mit mindestens 5000 Mark flüssigem Kapital nimmt ausbaufähige und gutgehende Dauartikelfirma auf. Strebsamem, zielbewuhtem Kaufmann bietet sich sichere Existenz. Ausführliche schriftl. Angebote wolle man unter 10125c an den Eichener Anzeiger richten. Mr iniWi WWeWI 2.25 2.25 --rv7" o v. 1861 und Damenverein. 5onuiog.0ea2i.De3., üüeuO 7 Wir: WllWtMk Im fiai fmöun fflen Bere.nsüQus. 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Er verbeugte sich, ein Spottläch<-ln um die Lippen. „Ich nehme es an. Du hast mich ja immer sehr lieb gehabt . . ." Beider Blicke fuhren ineinander. Sie sprühten zusammen wie Klingen aus weißglühendem Eisen, voller Leidenschaft, unbezähmt in Liebe und Haß. Geisbach hatte inzwischen die Gäste begrüßt. Mit hastigen Worten entschuldigte er sich. Ein Unglückssall in Grube Bier — da hatte er einfahren müssen. Doch nun war alles so weit. Er stürmte aus dem Zimmer und in das Schlaf- gemach ThedaS. „Mein süßes Frauenzimmcrchen. ich habe dich warten lassen", rief er und neigte sich zärtlich über ihr Bett. „Aber dein (Baler ist kaum noch Herr seiner selbst I Wie fühlst du dich denn?" „Danke. Papachen, ganz gut, ein bißchen matt. Können wir nun anfangen?“ L. G. Kleinhenn Babnboittr. 69 Telephon 60 empfiehlt zu Weihnachten: Alle Feinkost.Artikel, Liköre, Weine und WeinbrSnde, Schokolade-Tafeln und Pralinen, Kakao, Tee, Konserven, ger. 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Klaffe 2: 6 Zimmereinrichtungen (Schlaf- bzw Wohnzimmer nach Wahl) 3. Klaffe 3: 10 Kücheneinrichtungen 4. Klaffe 4: 20 Nähmaschinen (Singer) 5. Klaffe 5: 100 24tcilige Eßservice 6. Klasse 6: 200 IZteillgc Etzservice 7. Klaffe 7: 1OOO Kaffeeservice 8. Klaffe 8: 5000 Trostpreise. Die Preise werden am 15. Februar 1926 unter Aufsicht, wie oben angegeben, verteilt. Die Verteilung wird von uns unter Mitwirkung der Kommission vorgenommen. Die Preise sind einer Versendung von 300000 Paketen zugrunde gelegt. Sollten allerdings weniger Pakete zum Versand kommen, so werden die Preise prozentual im Verhältnis zum Versand reduziert. MMlAMmI Burgsolms a.d.Lahn. Seliuli$ia.iis Breyer, Giessen Bah“K°SlSe $2 Die Pflegerin mischte in eipan fHbcrnen Becher ein nervenbelebendes Getrünk. Sie warf Geisbach dabei einen Blick zu. den er verstand. Es eilte — sonst schlief die arme Kleine wieder ein. Er stürmte zurück in das gelbe Zimmer. .Sv. meine Herrschaften — wenn ich jetzt bitten darf! Lieber Herr Pickenbach, verlesen Sie Ihre Urkunde möglichst rasch . . Pastorchen, keine lange Rede . . wir müssen schnell zu Ende kommen! Deinen Arm. liebe Alexe . . " Er nahm Alere am Arm. die Herren folgten. Ein Hindernis hielt sie auf. 3m Zimmer vor dem Schlasgemach ThedaS hatte sich die 'Dienerschaft des Hauses berfammelt DciSbach wurde verlegen. .Ah. Kinder — ihr wollt gern der Trauung beiwohnen", sagte er. ,3a — aber so geht das nicht. Wir dürfen Fräulein The da nicht aufregen. 3ch werde die Tür offen lassen, dann föimt ihr zuschauen . . Die Feier Hub an — ohne eine Spur feien» kicher Stimmung. Es war eine Hetzjagd. Während Herr Pickenbach den Text der Kopulationsurkunde eilfertig herunter leierte, blieb Theda im Bett, die Augen grob und doch mühsam geöffnet. Gert stand neben ihr und hielt ihre linke Hand. Er zählte mechanisch die Schläge ihres Pulses. Er dachte an alles mögliche, nur nicht an den Augenblick. Er dachte an seinen Schneider, der die bestellten neuen Anzüge noch nicht geliefert hatte, und in unvermittelten Gedankenfprüngen an Clemence Savarh und dann wieder an Freye und an China — und fühlte plötzlich, daß er im Bairn zweier Augen stand. Bom Fußende des Bettes aus umglitl ihn der Blick Aleres. 3hr rechter Mundwinkel schürzte sich ein wenig nach oben. Es lag eilte grenzenlose Verachtung in dem Ausdruck ihres Ges.chts. Das machte ihn toütcnb und brachte fein Blut in Aufruhr. Theda zuckte zusammen — so fest preßte er unwillkürlich chre Hand. Aber nun hatte der Standesbeamte seine Litanei beendet. Das junge Paar mußte das Dokument unterschreiben. 3eht waren sie gesetzlich Mann und Frau. Aur der Segen der Kirche fehlte noch. Unter der Dienerschaft in der offenen Tür entstand eine Bewegung, als wollte man hilfreich zufpringen. Doch die große Pflegerin Halbschlaf, alS die Pflegerin sie aus daS Bett zurücktrug. Sie raffle auch den Rest ihrer Kraft zusammen in dem Gefühl, dieser traurigen Feier keinen allzu wehmütigen Abschluß zu geben. Die Dienstboten hatten sich in das Zimmer gedrängt und wollten ihre Glückwünsche vorbringen. Die alle Haushälterin kniete nieder und küßte ihr weinend die Hände, auch Wilhelm, der Diener, wischte sich über das Gesicht. Stuben- und Küchen- mädchen machten Mienen, als handle es sich um ein Begräbnis. Aber sie lächelte wieder freundlich, nickte allen zu anb sprach ein paar Dankworte, und dann kam die Pflegerin und trieb mit rascher Armbewegung die Leute hinaus. Geisbach verschluckte sein Aührempsinden. Et lachte polternd. »Siehst du. mein geliebtes Frauen- zimmerchen." sagte er, »nun ist die Sache all right. Lind wenn du recht vernünftig und artig bist, dann wirst du bald wieder ganz aus dem Damm fein, und übers 3abr, wenn der Gert zurückkommt, da feiern wir nochmals Hochzeit! Aber anders wie heute, das versteht sich." (Fortsetzung folgt.) 1O197D Heute und Samstag IHetzelsuppe Bekanntmachung. Bett.: Iugelaffene Installateure im Hebet- lanbgcbiet Im Nachtrag zur Bekanntmachung vom 24. Mai b. Js. sind zur Vornahme von Installationen an elektrischen Leitungen, die ihren Strom vorn Stäöt. Elekttiziläts» werk beziehen, weiter zugelaffen: Die Installateure Arnold & Pfeiff, Elektro » Installationsgeschäst in Londorf (Ob erbeff en). 10177c Gießen, den 17. Dezember 1924. Elektrizitätswerk und Heberlandanlage der Stadt Gießen. St ölte. 3n einem Salon mit altmodisch gelben Sei- benfeffeln und einem Amiinsterteppich von schau- derhasten Farben langweilten sich die Geladenen. Der Pastor, wohlwollend behäbig in seinem Ornat, saß mit dem alten Grasen Hora auf dem Sosa. Halblaut tauschten beide politische Weisheiten aus. An der Wand standen wie ftalurari- sche Gegenstücke der 3ustizrat Mlldner mit seinem bissigen FuchSgesicht und der Standesbeamte des Bezirk-, Herr Pickenbach, ein Mann mit immer vergnügter Miene. Alere und Hellmut von Mey- ding waren auf den Balkon getreten, der Bruder ruhig, gleichgültig, gelassen, die Schwester nervös und verstimmt. Sie war nicht hell gekleidet, sondern trug eine Toilette in Braun mit ein- gestickten Pfauenaugen, halsfrei, an der linken Schulter das kleine Slistskreuz. an der linken Brustseite das achtspitzige Silberkreuz der Domina. »Köstlich," sagte sie, »nun fehlt wieder der Brautvater!" »Er ist GefchäftSmann und dann erst Vater", antwortete Hellmut. Der Blick Alexes schweifte über den Oberg- bang und die Anlagen im Tal. „®r hat Millionen aufi der Erde geholt — wem fallen fie zu, wenn er einmal stirbt? Kennst du den Heiratsvertrag zwischen Theda und Gert?" .Man hat mich «richt hinzugezogen was geht er mich auch an!“ »Ach hörte davon. Gesundet Theda nicht, so wird Gert der Gesamterbe. ilnö wer beerbt Gert, wenn er in China Unglück haben solltet ."Närrische Frage — feine Frau." »Wenn sie noch lebt Aber ihr dürftiges kleines Leben hängt an seidenen Fäden." »Lere, ich verstehe dich nicht", sagte HellmuL .Du verlierst dich in Phantasien.." „3n Möglichkeiten. Die alten Herren stehen an der Grenze ihrer 3ahre. Das Hochzeitsbett Thedas kann ihr Totenbett werden. Gert kann mit feinem Schiffe untergehen. Kann bei einem Aachtbummel in Peking einem Strolche zum Opfer fallen. Es war alles schon da." .Nun und —T* »Er ist der erste Hora-GciSdach und würde der letzte sein. Sein Erve wärst du." totntte a®. Ott nahm Theda in ihre Arme, trug fie vor den Altar und fetzte fie hier vor* sichtig m einen bequemen fahrbaren Sessel. DU Schleppe des Kleides ordnete sie mit flinker Hand rings um den Stuhl inu) schob auch den Myrtenkranz im Haar der jungen Fvau wieder gerade. Gert setzte sich neben Theda, im Halbkreis standen btt Zeugen. Aufmerksam beobachtete der alte Geisbach seine Tochter Er war unruhig. Der Pastor hielt sich hid zu lange mit dem Liturgischen auf. Geisbach sah die sich müde verlängernden Züge Thedas und das Blinzeln ihrer Augen. Gr wippte mit den Füßen. Der Mann, der keine Nerven kannte, wurde erregt und ungeduldig. Gottlob — endlich! Die Ringe wurden gewechselt. Gert sprach sein ,3a" Har und kräftig. Theda mit zarter Stimme und einem süßen Lächeln — dann folgte der Segen und das Schlußgebet. Da hatte Theda Bf fllHOOf üüO UOyflöOOßn dass Sie gute und preiswerte Schuhwaren aller Art Jg Ul UUWUwil als praktisches Weihnachts-Geschenk bei mir kaufen. G*-ßijnb Samstag, 7* , Uhr: ffeita'ilslir. Männer-Gesangverein „Liedertafel" Dieta. Wir laben untere werten Mitglieder zur SBeibnnditd» feier b. (sdor-ver- einiounfl .Armi- nius" Wichen am Cottman, dem 2t. d. Mts, nb 6 Ubr abends, im Saale des Math. Vereins- haufeS herzlich ein. 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