ar. 168 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätler Monats-Vezugrpreir: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsfe: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. IU. 11686. Samstag, 19. Zuli 1921 Erstes Blatt Kl. Zayrgang Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichb, auswärts 10 Goldvfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 2O°/o Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesten vni« und Verlag- vrühl'iche Univerfitäts-Vuch- und Stelndruüerel R. ränge in Sietzen. Schristleitung und Seschästrstells: Schulstratze 7. Kompromihpolitik in London. London stellt gute Fortschritte fest. — Englische Gegenwehr gegen die französisch-belgischen Ansprüche. — Französische Kompromißvorschläge. Wenn man den aus London und Paris eintreffenden Berichten Glauben schenken darf, ist insofern ein Fortschritt in den Arbeiten der Konferenz zu verzeichnen, als die Franzosen unter dem englisch-amerikanischen Druck versuchen, sich der englischen Ansicht anKupassen/ die die Grundlagen des Sachverständigenplans nicht zugunsten einer p o l i t i s ch e n These verschieben lassen will. Die Engländer haben anscheinend ein» gesehen, daß der von ihnen in Paris akzeptierte Vorschlag der Franzosen, die Aepara tions- kvmmission als maßgebendste Instanz beizubehalten, eine Fortsetzung der bisher be- triebenen Politik bedeuten würde, deren völlige Aufgabe Zweck und Ziel des Dawesplans und ^er gesamten Arbeiten seit Einsetzung der Sach- -erständigenkommission ist. Ihr Kampf richtet sich xmn auch gegen die rein politischen Erwägungen entspringenden Vorschläge der Franzosen. So wird aus Paris gemeldet, daß die Beratungen in London beherrscht zu sein schienen von dem hartnäckigen Mißtrauen der englischen offiziellen Kreise gegenüber her Reparativnskommission. Sie ständen auf dem Standpunkt, daß dieses Exekutivorgan des Versailler Vertrages in der Vergangenheit all zu oft in Abhängigkeit von den alliierten Regierungen gestanden habe und ihre ganzen Bemühungen zielten darauf ab, jur die Zukunft ihren Einfluß einzu- schränken. Zn erster Linie läge ihnen daran, daß die Reparationskommission in nichtigen Fällen nur noch einstimmige und keine Mehrheitsbeschlüsse mehr fassen könne; andererseits sc^ine die Beiordnung eines amerikanischen Vertreters zu der Reparationskommission ihnen noch keine ausreichende Garantie für die Geldgeber zu sein. Die Sachverständigen des Foreign Office und des Schatzamtes verlangten Tlebereinstimmung darüber, daß neue Verfehlungen Deutschlands nicht vo n der Reparationskommission allein festgestellt würden, auch wenn diese durch die Hinzuziehung eines Amerikaners verstärkt sei und möchten darüber.hinaus, daß die Art und die Schwere der Verfehlungen dem Air» teil des Agent en für die Repara- tivnszahlungen und des Trustes für die Industrie- und die Eisenobligationen unterbreitet würden. Die untenstehenden Berichte zeigen, wie Frank- t reich versucht, sich dieser anscheinend sehr ener- < gischen Haltung der Engländer anzupassen. Auch in der S an kti on s f rag e sind die Gegensätze noch nicht überwunden. Die Franzosen forderten natürlich Vollmacht für ein isoliertes Vorgehen. Sie wollen die politische Oberkontrolle und die freie militärische Oberhand behalten auch L bei rein geschäftlicher Regelung der Repara- r tion. . . Hier riß nun den Engländern in dem I ersten Alnterausschuß die Geduld. 'Der Vor- i sitzende Snowden, unterstützt von dem zweiten britischen Vertreter mit dem deutschen Rainen Memeyer, erklärte, es werde der französischen Partei nicht gelingen, die wesentliche Alnterschei- dung zu verwischen, ob künftig Richterfüllung gegenüber dem Friedens'oertrag oder Richterfüllung gegenüber dem Sachverständigenbericht vorliege. Außerdem traten die beiden Engländer nachdrücklichst dafür ein, daß die Londoner Kon- b serenz ein gemeinschaftliches feier» *liches Versprechen ab legen solle, niemals isolierte Sanktionen seitens eines einzeln Staates vornehmen zu lassen. Darüber tarn es zum lebhaftesten Streit. Kommt es hier nicht zur Einigung, so hat es auch gar keinen Sinn, über den unparteiischen Amerikaner zu streiten^ der für die Entscheidungen der Reparativns- kommissionen zugezogen werden soll, oder gar darüber zu streiten, wer ihn ernennen soll, die . Washingtoner Regierung oder der Ha^er Ge- j richlshof oder wer sonst. Erst muh die City und | der internationale Geldgeber wissen, ob Frank- - reich das Geschäft oder die Gewalt will. -~3m - zweiten Alnterauss chu ß , der die Räu- mungsfrage zu behandeln hat, herrschte ein ahn- ! kicher Zwiespalt. Der französische Vorsitzende l Eehdou x hatte eine Denkschrift ausgearbeitet die nicht nur bei den Engländern, sondern auch , bei den Belgiern größtes Mißfallen erregte. Thrunis sprach den Franzosen in einer vorher- I gehenden Ain teure düng mit Herriot das Recht ao, eintzn selbständigen Räumungsvorschlag ^^e^rar- beiten, da das Ruhrabenteuer ja ein gemeiMchasl- liches Alnternehmen Belgiens und Frankreichs gewesen sei. Seydoux erhielt den Auftrag, einen neuen, abgeänderten Vorschlag aufzusetzen, und dieser Plan soll „sehr ent gegen kommen v sein. Allerdings verlangt auch er das Verbleiben eines erheblichen Teils der Regie-Eisenbahner tn deutschem Dienst, eine Forderung, die DeutschlanD kaum annehmen kann. Erst die Voltkonferen; der nächsten Woche wird tatsächliche Klarheit über die angeblichen Fortschritte bringen. Zuversichtliche Stimmung in London. London, 18. Zuli. Meuter teilt «it 1 gegenwärtigen Lage mit: Die herrschende -2H n.osphäre und der allgemeine Wunsch, erne Rege- Mlung zustande zu bringen wirken überall er* \ mutigend, Tatsächlich sei«u bisher keine wirr Die Deutschnationalen lehnen ab Wie aus Berlin gedrahtet wird, hat dis deutsch nationale Reichs tags frak- tion am Donnerstag und Freitag eingehend die Lage besprochen, wie sie sich aus den >Londoner Verhandlungen ergibt. Mit ernster Sorge sehe die Fraktion dem Ergebnis der Londoner Konferenz entgegen, zu der die deutsche Regierung noch nicht einmal eingeladen worden sei. Wiederum stehe Deutschland vor einem Diktat der alliierten Mächte. Dabei scheine es dahin kommen zu sollen, daß Deutschland ungeheure Lasten und Beschränkungen seiner Selbständigkeit auf sich nehmen solle, ohne daß es Sicherheit für die Befreiung von Rhein und AuhrUnd dafür erhalten soll daß weitere Sanktionen in Zukunft ausgeschlossen sind. Die deitsch- nationale Reichstagsfraktion sei nicht gewillt, einem Abkommen auf solcher Grundlage zuzustimmen. lichen Schwierigkeiten in Erscheinung getreten. Wenn auch natürlicherweise Schwankungen zu verzeichnen sind, so kann ohne lieber» kreibung gesagt werden, daß ein guter Fortschritt erzielt und die Stimmung zuversichtlich ist. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Chronicle" glaubt, daß sich die Aussichten auf eine erfolgreiche De en di g ung der Konferenz beträchtlich vermehrt hätten. Richt ein einziger Delegierter teile den Pessimismus, den gewisse auf Sensationen bedachte Pariser Blätter zur Schau trügen. Die „Times" sagt in einem Leitartikel über die Arbeiten der Konferenz: Der Sachver- ständigenbe richt sei, kurz gesagt, der Plan, der am besten dem Interesse aller entspreche. In London feien pber gegenwärtig eine Menge irrationeller Einflüsse am Werke, psychologischer Einflüsse, die sich der überzeugendsten Logik verschlössen. Der Kampf finde zwischen dem statt, was verständig und dem, was unverst ä n d i g sei. Wenn man von den Bestimmungen des Sachverständigenberichts a b w e i ch e, so bedeute das eine Äbenteuerfahrt ins Al n - gewisse. Es sei schwer zu glauben, daß das französische Volk im Ernst und voll bewußt nach den bitteren Erfahrungen der letzten Jahre sich auf eine derartige einsame und gefährliche Alnternehmung einlassen könnte. Das Wochenende wird wohl eine Ruhepause in den Arbeiten der Konferenz sehen. Eine Vollsitzung wird nicht stattfinden, bis alle Ausschüsse ihre Arbeiten beendet haben. Es wird berichtet, daß heute nachmittag die allgemeine Stimmung bei den Verhandlungen gut und daß jeder mit dem Gang der Dinge zufrieden war. Die Räumungsfrage. England gegen die Forderung des Verbleibens von französisch-belgischen Eisenbahnern. Paris, 19. Zuli. (WTD.) Aleber die Arbeiten imzweiten Ausschuß der Londoner Konferenz (Freigabe der Pfänder) meldet der Sonderberichterstatter des „Echo de Paris": Es seien im französisch-belgischen Vorschlag zwei aufeinanderfolgende Phasen vorgesehen. Die erste enthalte die Annahme der Organisationsgesehe seitens Deutschlands und die Verkündung der verlangten Verordnungen. damit die verschiedenen Stellen, die der Sachverständigenplan vorsehe, an Ort und Stelle geschaffen und Kontrollorgane gebildet würden, ferner auf Seiten der Bankiers die Garantien für die Zeichnung der Anleihen und von französisch-belgischer Seite die Aufhebungderinneren Zvllinien, die Beseitigung der Sonder» und Versandbewilligungen, die Einstellu n g derEr Hebung von Son der abgaben seitens der Besahungsbehörden. die Abschaffung des mit der Besatzung verbundenen Ab gäbe sh- stems und die Erhebung der örtlichen deutschen Steuern an deren Stelle. Der Steuerertrag sei an den Generalagenten für die Reparationszahlungen zu übergeben, der ihn, entsprechend dem Vorschläge der Sachverständigen, verwende. Die zweite Phase sehe sich zusammen tote folgf Deutschland übernehme die Errichtung der Reichseisenbahn- Gesellschaft und Alebergabe der Eisenbahnobligationen an die Repko. Rebenbei bemerkt, werde die erste Annuität, die Deutschland zu leisten habe, datiert von dem Tage der Errichtung der Reichseisenbahn-Gesellschaft. D i e Cisenbahnr egie muss e in einem Zeitraum von zwei Monate n völlig verschwinden unter dem Vorbehalt normaler Verkehrs- und Betriebsverhältnisse für Reparations- und militärische Zwecke der Ver- ^""^Rach 'dem Berichterstatter des „Quottdien" werde man verlangen, daß aufderStrecke Trier —Koblenz dreitausend französische Eisenbahner und auf der Strecke Aa ch e n - K r e f e l d t au s e n d b e l- gische Eisenbahner ftattomert werden. Diese Angestellten werden von der Reichseisenbahngesel l s ch ast be zah l t werden, stehen unter der deutschen Eisenbahnverwaltung und werden in gewöhnlichen Zeiten keme Rolle spielen. Wenn jedoch ein Streck ausbricht, der die Sicherheit der 'Befat}ung8trupt)en ge» fährdet, dann würden sie auf ®runb &eS § 10 der Rheinlandakte die deutschen Eisenbahner, die streiken, zu ersehen haben. Dieser Vorschlag stößt, wie der Bei-ichterstatter des Blattes meldet, auf eine lebhafte Opposition von feiten der En glan - der da die Engländer die Wieder- h erst ellung des Zustandes verlangen, der vor der Ruhrbesetzung bestand. Damals war einS o n der komitee inWies- baden vorhanden, das nach Ansicht der Engländer Frankreichs um> Belgien jede g e- wünschteGqrantiebot. Aus London wird hierzu gemeldet, daß die „Times" berichtet, der Seydouxsche Bericht über die wirtschaftliche Räumung des Ruhrgebiets sei in sehr entgegenkommender Form gehalten, er besage aber, daß es in dem zweiten Punkt für Frankreich ein Mindestmaß an Zugeständnissen gebe. Das ganze französisch-belgische Eisenbahnpersonal könne aus dem besetzten Gebiet nicht zurückgezogen werden. 600 bis 1000 Beamte müßten zurückbleiben, um für den Fall eines deutschen Eisenbahnerstreiks die völlige Isolierung der französischen Streitkräfte zu' verhindern oder im Falle der Erneuerung der Besetzung als Stammtruppen zu gelten. * Verfehlungen und Sanktionen. Frankreichs Kamps um die Repko und um „Handlungsfreiheit". Paris, 19. Juli. (WB.) Die französische Delegation des ersten Ausschusses hat, tote die Mvrgenblätter aus London melden, einen Kompromiß ausgearbeitet, der im wesent- lichen aus vier Paragraphen besteht und wie folgt lautet: § 1. Wenn die Repko sich vereinigt, um eine Verfehlung Deutschlands festzustellen, Laim wird ein Amerikaner mit Stimmrecht beteiligt fein. Er wird aus die Dauer von fünf Zähren ein ft im» m i g von der Repko selbst ober, wenn eine Einstimmigkeit nicht erzielt werden kann, von Lern Vorsitzenden des Schiedsgerichtshofs im Haag ernannt. § 2. Die Mächte haben nach Feststellung von Verfehlungen Deutschlands Sanktionen zu bestimmen, die ergriffm werden sollen, um Deutschland an feine Pflichten z u erinnern. Die Mächtr müssen jedoch eine y »wisse Verantwortung gegenüber den Zeichnern der deutschen Anleihe auf sich nehmen. §3. Die Anleihezeichner werden nicht nur ein Prioritätsrecht auf die von Deutschland zu leiffenben Zahlungen haben, sondern die Summen, dir auf Grind der Sanktionen, die man ergreifen wird, einkassiert werden, müssen in er st er Linie für die Anleihedienste verwendet werden. § 4. AInter diesen Bedingungen wird die Handlungsfreiheit der Mächte respektiert. Die Kommission hat die Diskussion noch nicht beendet. Eine längere Debatte entspann sich über 8 3. Es handelt sich hier um diemilitärische Besetzung. Es sei die Frage aufgeworfen worden, ob sie beseitigt werden müsse, um die zugunsten der Anleihezeichner notwendigen Garantien zu respektieren. Die Hauptdebatte wir dsich nach Ansicht des „Echo de Pans" heute über den § 4 entspinnen. Hierbei handelt es sich um die Aufrechterhaltung des § 17 und § 18 des Anhangs 2 zum Abschnitt VII des Versailler Vertrages. Der Sonderberichterstatter sieht voraus, daß die Diskussion ziemlich lebhaft werden wird. Die Arbeiten des 3. Ausschusses. London, 18. Zuli. (Wolff.) Rach dem „Daily Telegraph" sind die Arbeiten des dritten Konfeienzausschusses so schnell fortgeschritten, daß der Bericht heute vormittag entworfen und am Rachmittag der Konferenz vorgelegt werden könnte. Tie Kommission habe auch beschlossen, eine schiedsrichterliche Entscheidung zwischen Deutschland und dem Transfer-Ausschuß für den Fall von Differenzen voizusehen. Es werde ferner beabsichtigt, ein großes Clearing-House cinzurichten, das sich nicht nur mit den direkten Zahlungen Deutschlands an die Alliierten, sondern auch mit dem Handelsverkehr zwischen Deutschland und den anderen Rachbarstaaten, wie z. D. Rußland, befassen solle. G Deutschland hoch in Ehrens Selbst auf die „Gefahr" hin, von irgendeiner Alnfe im Sumpfe der parteipolitischen Riederang als „Propagandisten nationalistischer Knegs- gesänge" oder durch ähnliche Ausdrucksformen brüderlicher Gesinnung geehrt zu werden, soll über diesen Sähen der Anfang des Liedes steyrn, dessen frohgemuter Stolz auf das deutsche Vaterland noch immer, und selbst ihr diesen Sammeltagen, unser köstlicher Besitz sein darf. „O Deutschland hoch in Ehren!": Es hat Zeiten gegeben, da die Schande sich so tief in die Herzen eingefressen hatte, daß viele wähnten, Deutschland auf eine ganze Generation verloren geben zu müssen; diese Kleinmütigen hatten keinen Glauben mehr an die sieghafte Macht jener geistigen und sittlichen Kräfte, die nichts — auch fein Versailler Diktat und keine interalliierte Kommission — im deutschen Menschen ausrotten kann. Was haben, eingeengt durch kulturschände- rische Bestimmungen, durch Geld- und Materialmangel und sonstige Begleiterscheinungen der Zeit, der deutsche Ersinderwille, der deutsche Chemiker, Techniker, Wissenschaftler in dieser Zeit der schwersten Schande und Rot geschaffen! Wer spricht nicht in freudiger Begeisterung von unseren Segelfliegern, den Siegern über den Versailler Vernich- tungstoillenl Wer vergißt nicht für Augenblicke den gesamten Reparationen- und Sanktionenschwindel, wenn er lieft, wie deutsche Kraftwagen, deutsche Flugzeuge, devtsche Schiffe sich wieder langsam — trotzdem und alledem — den Platz an der Spitze der Mitbewerber erobern! Haben wir keinen Grund, tn aller Bescheidenheit, aber mit stolzer Freude in der Stille des Kämmerleins „O Deutschland hoch in Ehren" zu summen, wenn wir wie in der vergangenen Woche lesen, daß in P e r» sien deutsche Flugzeuge trotz der den Ausbau erschwerenden Bestimmungen des Versailler Diktats über alle siegten, daß ein deutscher Flieger in wenig mehr als einem Tage von Berlin nach Angora flog, daß ein deutscher Gelehrter die in ihrer wissenschaftlichen Bedeutung noch gar nicht übersehbare Entdeckung von dem G o l d- gehalt im Quecksilber machte?! Muh nicht jedem ehrlichen Deutschen das Herz aufgehen, wenn er beobachtet, welche prächtigen jungen Menschen deutsche Mütter unter beispiellosen Entbehrungen in oen Zähren bitterster Rot erzogen haben?! Verkörpern sie nicht alle die Worte „O Deutschland hoch in Ehren", die da in hellen Scharen htnausdrängen aus d.rn staubigen Straßen auf Spiel-, Sport- und Tiomplätze?! Möchte man nicht alle die Schlechtschw-lltzer und Verächtlichmacher unserer akademischen Zugend heute nach Marburg führen und sie Abbitte tun lassen vor den tausend jungen Studenten, die dort im Wasser und auf dem grünen Rahm ihre Kräfte messen und leuchtende Beispiele eiserner Manneszucht und Willenskraft geben?! Alnb dieses strebende, ringende, Werte schaffende Deutschland totjeb noch immer wie ein Helotenvolk behandelt! In dem widerrechtlich besetzten Düsseldorf wurden in der letzten Woche Fußballer von den Franzosen mit Gefängnis bestraft, weil sie ein Sportlied nach der Melodie des „Heil dir im Siegerkranz", die bekanntlich die unveränderte Melodie der englischen Hymne „God save the King" ist, gesungen und damit jeloenfalls das Gefühl der farbigen Franzosen aus Marokko oder dem Senegal verletzt haben denen Kannibalenmusik täglich Hunderttausenoe von Deutschen im besetzten Gebiet ungestraft beleidigt. — In Essen, dem rechts- und vertragswidrig besetzten Essen, wurde von dem französischen Kommandanten die Veranstaltung von Konzerten im Stadtpark für die Zeit vom 1. bis 10. August verboten und 'dem Philharmonischen Orchester untersagt, bis zum 10. September irgeniAetne musikalische Probe ober Aufführung zu vertonst« lten. Warum? Weil einzelne der vorgetragenen Musikstücke eine „herausfordernde Tendänz" gehabt hätten! Vielleicht hat bei Kapellmeister, erschüttert und angefeuert von der wahrhaft beispiellosen Art und Weise, tn der unter dem Zöche und Zwange der Fremdlinge und dem Drucke der Rot bas WirtschaftslÄ>en bes Ruhrgebiets auf» rechterhalten wird, das Lied „O Deutschland hoch in Ehren" intoniert, vielleicht Wagners Kaisermarsch oder gar „Sie sollen ihn nicht haben" nach der Melobie Robert Schumanns! — In Mainz wurden. junge Deutsche wegen der angeblichen Werbetätigkeit für eine im besetzten Gebiet als gefährlich für die Sicherheit der 12:0 000 Franzosen angesehene Zugendorganisation zu vielen Jahren Gefängnis verurteilt, in der Pfalz verhöhnte der General be Metz die rheinische Bevölkerung, inbem er am 14. Zuli, dem französischen Nationalfeiertag, neben der Trikolore die Dan- ditenfahne des Separatistengesindels aufziehen Lieh. Täglich sind wir gezwungen, solche Beweise einer fast pervers erscheinenden systematischen Herabwürdigung dies deutschen Volkes durch die Gewalthaber inl Lesehten Gebiet zu schildern. Richt nur die ständige Verhöhnung der Autorität der deutschen Regierung urib die bewußte Rechtsbeugung, die iin der gestern von uns an dieser Stelle geschilderten- weiteren Anwendung der im Ruhrkampf erlassenen „Ordonnanzen" und anderer Maßnahmen besteht, kommt hierbei in Frage. Sondern viel mehr noch die offenbare Verhöhnung dev Autorität des Menschentums, der Kultur und der Moral, die mit diesen kaum von halbzivilisierten Völkern Jemals angewandten Knegs» methoden terbunben ist. Alnfer verehrter Mitarbeiter Professor D. S chian hat vor zwei Tagen en Ausüissungen einer bekannten englischen Zeitschrift. Die deutsche Regierung hat inzwischen diese Tivardsche Sabotagepolitik, die hundertfältig durch Tatfachenbeweise belegt werden kann, zum Gegenstand eines B e s ch w e r beschreibens nach Paris gemacht. Mit welchem Erfolg, wird sich bald erweisen. Ebenfalls steht eines fest: Die Kulturschande, die amtliche Franzosen im besetzten Gebiet tagtäglich begehen, um der Welt die Notwendigkeit ihrer Militärpolitik gegen die wehr- und waffenlosen Boches darzustellen, geht im Buche der Geschichte einzig und allein zu ihren Lasten. Wie es Menschen und Ereignisse gibt, die einen ehrenhaften und anständigen Kerl einfach nicht beleidigen können, so nehmen diese kulturschänderischen Methoden der Franzosen der ehrenhaften Frau Germania keinen Stein aus der Krone. Und das sollte dem deutschen Volke statt des Gezänks der Parteien tagtäglich eindringlich vorgefuhrt werden: Daß die bewußten perversen Beleidi- gungs- und Dersöhnungsmethoden der welschen Gewalthaber wohl uns, besonders unsere Brüder im besetzten Gebiet, materiell schädigen können, da sie Handel und Verkehr lähmen und die Reisenden und Wanderer aus aller Welt abschrecken, die Stätten solcher Willkürherrschaft aufzusuchen — daß sie ober mir weitere Steine zum Bau des Denkmals der deutschen Ehre and Ehrenhaftigkeit beitragen. Sie glauben französische Politik zu treiben, die „Ehrenmänner" Degvutte, de Metz, Tirard und wie sie alle Heiden, aber sie treiben deutsche Politik. Lies sollte nicht zuletzt durch einen zahlreichen Besuch der Rheinlande aus dem freien Deutschland zum Ausdruck kommen. Still und besonnen, mit keinem Liede auf den Lippen, füllten die Deutschen durch die Gotteswunder der rheinischen Täler und Höhen ziehen. Aber ihre leuchtenden Augen und ihr stlllfrohes, stolzes Wesen sollte den Brüdern im besetzten Gebiet, die für uns Unsägliches leiden, Kunde geben, haft sie und wir keinen Grund haben, die Miene der Enterbten und Ausgestoßenen zur Schau zu tragen. Das deutsche Leben ist reich genug, der deutsche Wille und Geist ist stark genug, daß jeber Blick und jeder Schritt dieser deutschen Besucher den Verzagenden im Rhein lande — auch ohne Worte und ohne Lieder — sagen kann, daß wir, unseres Rechtes bewußt, der welschen ^ulturschande den stolzen Glauben entgegensetzen Dürfen: „O Deutschland hoch in Ehren!" bil^U 1 irt» ss» SÄ 6-nimer.vor fcw’j’SI Pläne MM Arten der * anderen Leibesübungen Sportwesen. *♦ Dai konzert de gestrigen Abe - infolge der Saal verlegt statt, und zeig tärkapelle aud leisten vermag, folge sei besor des Herrn M „Faust', das 3 „Gedenke mii wirkungsvolle ser, „Zigeune hoben. DaS spendete samt! fall, den die quittierte. L '£ Dies Dürgmneiflm Folge zu alle pünktlich zu er Erfolg/ es toa M 668 die De Folge hiervon geren Tagesord bis die berati erster Punkt fla die die Fvrtb suchenden Dies tung. In seiner zeit an dieser ( es obgelehnt, b; suchS zu decken Eltern zuruckver teilte mit, dah < des Landesbildu Mng des 6oni fünfen, also Ges km Grunde sei uusrrchtzuerhalk lneiüber dürfe Mitglieder Dre beaustcagl, in (5 leister und d an das < Sitzung eine UmneKu « nehmen ist. “ Übliche i «U fern. Sie ^euntoert 81/ Winberat feine jyte ebenfaiij Berlin, 18. Juli. Im Reichsministerrum für Ernährung und Landwirtschaft versammelten sich beute unter dem Vorsitz des Reichs- Ministers Kanitz die Landwirtschaf ts- und Ernährungsminister der Lander um über die Rotlage der Landwirtschaft zu beraten. Man war der Auffassung, daß. die Sicherung der künftigen Ernährung sofortige Maßnahmen erfordere, um der sich bereits anbahnenden Extensivieruag der Landwirtschaft zu begegnen. Das Reichs- Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft wurde ersucht, die begonnenen Verhandlungen zwecks Krediterleichterung für die Landwirtschaft mit Rachdruck fortzusetzern ^Hinsichtlich der steuerlichen Bel ast ung soll den wirtschaftlich begründeten Stundungsantragen Für der Weise stattgegeben werden, daß die Steuererhebungen aus der Landwirtschaft zu ''einem Termin erfolgen an dem ihr neue Einnahmen zufließen. Gleichzeitig sind durch die Verordnung vom 15. 7. die Verzugszuschläge für nichtgestundete Steuern mit Wirkung vom 20.7.1924 ab von 5 v. H. auf 2 v. H. her- Bornolizcn. — Tageskalender für Samstag Gießener Sportklub v. 1900: 4 Uhr nachm. Sportplatz an der Hardt: Rationale Wetttämpfe. — Rundfunkhaus, Löberstraße: 8V2 Ahr Musikabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Glück am- Rhein". — Millowitsch-Theater: 8 Uhr abends im Kathol. Vereinshaus „Familie Raffke". — Tageskalender für Sonntag. Gießener Sportclub von 1900 vorm. 91/2 Uhr und nachm. 21/2 Uhr auf dem Sportplatz an |Dei Hardt: Rationale Wettkämpfe. — Schuh- und Polizeihund-Sportverein Gießen 1922: Interrae Vorführung, vorm. 8 Uhr und nachm. 2 Uhr auf dem V. f. D.-Plah. — Lichtspielhaus, Dahn- Hofstraße, siehe Samstag. — Astoria-Lichtspiele: „Das Schicksal einer Milliardärstochter". — Mil- lowitsch-Theater: siehe Samstag. — Aus dem Stad 11heaterbureaa wird uns geschrieben: Curt Götz' neue Komödie „Der Lampens chir m" die am Dienstag hier zur Aufführung gelangt hatte bei der Erstaufführung im Dad-Rauheimer Kurtheater eine außerordentlich behagliche Sttmmung ausgelöst. Die originelle Idee des Stückes, der witzige Dialog und die außerordentlich flotte Darstellung fesselten das Publikum bis zum Schluß. In den,Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Bornheim, Basedow und Jüngling und dir Herren Schüler, Teleky, Goll, Volck und Mar- litz. Die Regie führt Herr Teleky. — Für Hundezüchter. Man schreibt uns: Morgen, Sonntag, ist die Vorführung von Polizei- und Schuhhunden des Schuh- und Polizeihund-Sportvereins Gießen 1922 auf dem Gelände Trieb. Die Preise sind in der Geschäftsstelle Marktplatz 15 ausgestellt. Die Preisverteilung findet abends im Restaurant Stadt Lich statt. Räheres im heutigen Inserat. .* * Der Kreis ausschuh hält während der Zeit vom 15. Juli bis 15. September Ferien. Während dieser Zeit kommen nur besonders schleunige Sachen zur Verhandlung. Aus den ßauf der gesetzlichen Fristen sind die Ferien ohne Einfluß. **GesundheitsschädlichesAus st el- len von Wurst-, Fleisch-, Fett- und Fi sch war en. Das Polizeiamt schreibt uns: Die warme Jahreszeit veranlaßt uns, darauf hinzuweisen, daß vielfach in Lebensmittelgeschäften die daselbst ausliegenden Fleisch-, Wurst-, Fett-, Käse- und Fischwaren, sowie auch andere leicht verderbliche Rahrungs- mittel nicht genügend vor der Verunreinigung durch Fliegen geschützt werden. Abgesehen von dem ekelerregenden Eindruck ist die Gefahr der Krankheitsübertragung bei der Hitze und dem hierdurch sehr geförderten Verderb der genannten Waren besonders groß. Das Polizeiamt wird gegen diejenigen Labeninhaber vorgehen, welche sich diesen einfachen hygienischen Forderungen und dieser selbstverständlichen Rücksichtnahme gegenüber der Bevölkerung entziehen. " Reuregelung des Pahwesens. Mit Wirkung vom 1. August ab sind Anträge auf Ausstellung von Reisepässen bei den zuständigen Polizei-Revieren zu stellen. Die Personalausweise für den Verkehr mit dem besetzten Gebiet werden weiterhin bei dem Einwohnermeldeamt (Senckenbergstraße Rr. 7) ausgestellt. ** Steuersäumige, die sich mit der Abführung städtischer Abgaben bisher nicht beeilt haben, seien auf die heutige Bekanntmachung der Stadtverwaltung aufmerksam gemacht, die ihnen eine letzte Gnadenfrist setzt. ** Für die Reisezeit empfiehlt der Verkehrsverein in unserem heutigen Anzeigeitteil Führer und Fahrpläne von Erholungsstätten, an Denen man die Ferien gut verbringen kann. Klein- geld braucht man nicht weiter mitzunehmen, es genügt da ein Reisekreditbrief, zu dessen Ausstellung die Dezirkssparkasse Gießen sich heute in einer Anzeige erbietet. Uebrigens will dieses Institut Dem wohlbestallten Ferienreisenden auch die Sorgen um seinen Wertpapierbesitz noch ab= nehmen, wenn er den Weg geht, der ihm ebenfalls in einer heutigen Anzeige gewiesen wird. ** lieber die Pflege der Leibes- mit einem starken Mihklang unter den Koalittons- parteicn geschlossen worden. Und Mißklänge ähnlicher Art fehlten während der ganzen Beratungsdauer nicht, selbst der Ausflug nach Wimpfen, den sich der Landtag als Erholung abgeseht worden. I gönnte, war nicht frei davon. Die meisten Sihun- 3m Anschluß hieran wurden noch einzelne gen waren auf einen Ton derG ereizthert ge- Maßnahmen für die Sicherung der körn- stimmt, besonders dann, wenn der Staats- menben Ernte besprochen. Ferner wurde die Präsident in die Debatten eingriff. Abgeord- burch den Wettbewerb der Ausland- neter Dr. Osann hat unter Zustimmung des meine gesteigerte Rotläge des deut scheu größten Teiles des Hauses darauf hingewiesen, Weinbaues erörtert und beschlossen, Hilfs- daß Herr Ulrich nicht nur Erwählter der Sozial- maßuahmen zugunsten der Winzer zu treffen, demokratte ist, sondern auch mit einer Staats- Endlich wurde auf die Rotwendigkeit hingewiesen, würde bekleidet sei, die er zu wahren habe. In einheitliche Belämpsungsmaßnahmen gegen ben den letzten Sitzungen sind dann glücklich^die Per- Kar 10 f sel kä f e r, der aus F ra n kre ich ein- s------- --------------- . .. zubringen droht, vorzubereiten. Im Ramen der so daß die Verhandlungen Nicht unwesentlrch da- Versammlung dankte der bayerische Land- durch gefördert wurden. Wirtschaftsminister Pros. Fehr dem Reichsmini- Wt? t ~ R fier Kanitz für seine nachdrücklichen, von Erfolg war dre Redelust oft sehr groß und an man- begleiteten Bemühungen, der Landwirtschaft in chen Tagen hatte der Landtag zuwrnlen das ihrer schwierigen Rotlage zu helfen. Ansehen eines Debattierktubs. Dafür haben bann ________ . andere Tage durch großzügige Reden entscha- _ . - bürt. Hier wären vor allem die Etatsrede Des Deamlensragen. Abg. Dingeldevl- ~ r ho#s Reickskaas nennen und die Rede des Abg. Dr. Osannizum Im Beamtenausschus) Des Aeicysrags R ^^««toert waren auch die Sprengwagenprvjekten werden sie aber kein Glück haben, denn unser Sprengwagenbetrieb ist schon jetzt eine ganz ausgewachsene Sache. Wenn der Schreiber biefer Zeilen an unsere guten) und schönen Sprengwagen denkt, wird er immer an die Scherzfrage vorn Schuhmann und vom Hundertmarkschein erinnert; beim der Sprmg- wagen ist nie da. wenn man ihn braucht. Wie hat man erst noch in den letzten Tagen unter 'ber afrikanischen Hitze gestöhnt unb inbrünstig den Wasserwagen herbeigewünscht. Jedoch er blieb unsichtbar. Als aber am Mittwochnachmittag die Wetterwolken heraufzogen, da war auch der liebe Sprengwagen mobil geworden unb rumpelte feste um sich spritzend durch die Sttahen. Offenbar wollte er zeigen, daß er mit seinem Raß doch noch vor der himmlischen Feuchtigkeitsgabe durchs Ziel gehe. Womit er wieder mal den bösen Spöttern recht gab, die da behaupten, der Sprengwagen sei der unmittelbare Vorläufer von Gewitter und Regen; manche wollen jetzt sogar ihren Laubfrosch abschaffen, da der Sprengwagen ihnen ja auch genügend sage, ob sie gutes ober schlechtes Wetter in ihre Pläne einstellen müssen. Zu diesem Zweck ist doch aber dieser Wagen nicht da. Vielleicht gelingt es, für ihn eine regere unb nutzbarere Verwendung als bisher ausfindig zu machen, wenn man der Dürger- WUJUlllJWl |MW, H _ schuft diese Ruß mal zu knacken gibt. Ein Preis- sönlichen Angriffe mehr unb mehr zurückgetreten, avsschreiben dürfte auch zu diesem Zweck emp- - ■ — ' " fehlenswert sein. Hier könnte man als ersten v uuzu^vu. Preis vi-lleicht eine komplett eingerichtete Vier- Wie in ben Etatsberatungen früherer Hahre zimmerwohnung bei dreijährigem Mieterlaß m einem neuerbauten städtischen Hause ausbieten. So ein Preis dürfte schon allerlei sehr gute Gedanken zutage bringen und damit die angenehme Folgewirkung haben, daß der Staubplage an den heißen Tagen endlich mal genügend ent- 2Ibg. Din geldey bei der Generaldebatte zu I gegengearbeitet werden kann. WU.XX.U A.ib die Rebe des Abg. Dr. Osa nntzum Bei dieser kleinen 2luszählung von „An- . Justiz etat. Sehr bemerkenswert waren auch die nehmlichkeiten" in unseren Strußenzügen darf Wurde gestern em Zentrumsantrag an- Ausführungen des Abg. Lenhart über das schließlich die Müllabfuhr nicht vergessen genommen, der eine Reuregelung des Schulwesen; sie errangen Beifall unb Zusttrn- werden. Der Anblick ber Müllbehälter und der Beamtenrecktes verlangt. Ein Antrag mung auch bei Angehörigen anderer Parteien, ihnen häufig entsteigende Duft gibt Anlaß zi N tsckp n V0lksvartei auf Gleich- Daß der Redeüberfluh, wenn er zweckvoll an- allerlei Rachdenken. Z. B nur eine Fra^: ber Deutschen Volksp I gelegt ist auch etwas erreichen kann, zeigt das Warum benutzen eigentlich so viele Leite, die es skellung ber Altpens tonare mit oen Verhalten ber Landwirte im Landtag, die immer wiEch gar nicht nötig haben, genau wie unsere! Neupensionären wurde angenom- wieder bas Thema Fortbildungsschul'S zur ärmeren Mitbürger alte Kisten, offene Eimer, men Angenommen wurden ferner An- Sprache brachten unb schließlich bamit erreichten. Versandkartons unb ähnliche ganz unmogluQe H-nno" no die Verkürzung des Er- daß eine Entschließung angenommen wurde, Behälter zur Aufnahme der Haushaltsabfallr^ trage gegen die Verl z wonach ber Unterricht in der Fortbildungsschule Verschlossene richtiggehende Mülleimer sind doch hvlungsurlaubs und auf Wiedereinful) während des Sommerrestes auf dem Lande in viel praktischer unb verletzen auch den Schon- rung der ungeteilten Dienstzeit da, Hahre ausfällt. heitssinn unb die Rase ber Vorübergehenden wo die dienstlichen Verhältnisse es zulassen. Der Mihklang, mit dem ber Landtag schloß, nicht. WiEich. ncxh viel mehr Leute als bisher frino ^ntfrbfieüunn her So^ialdemvkra- ist im Grunde genommen nur eine Auseinander- sollten sich bemühen, dem lieben Mitmenschen Eine Entschließung der Soslaivemorra » Zentrum und Sozial- einen Gefallen M tun. indem sie ihni den-Anblick ten, die die grundsätzliche Festlegung auf den Demokratie Die Streitursache ist eine Schul- und den Geruch von Dreckhaufen ersparen, für Achtstundentag fordert, und eine zweite, frage, nämlich die Bewilligung von Unter- die er doch nicht das geringste Interesse hat.;And die eiy Reichsgesetz in diesem Sinne verlangt, stühungsbeiträgen für Privatschulen. Das Zen- überbieS, ist esau*ra» enthalten. Es sollen Kundgebungen gegen Denkt man z. D. mal ain u>Stra den imperialistischen Krieg und für den Bür- ße n re tn t g u niq. Heber bwrst neullch bmm gertrieg ü«Kinfta(tet unb di« Kampagne in Schoppe auch schwer gewettat worden. E-n° di« D-tri-b- unb Wohnungen ge- riet zum Tragen von blauen Dritten damit tragen werden. Massenv ersammlun- man nicht alles so Ankl ana nen unb Straßendemonstrationen sand mit feinem Vorschlag aber toeiug Anklang, sollen ftattiinben. Sn ber Hauptsache soll ein« denn blau« Drillen losten ?°lb und ersehm die Mobilisierung ber revolutionären beliebten „Intelligenzbrillen doch Kräfte erfolgen Die Kampagne richtet sich berufsmäßigen Kampfern mit Besen unb Schippe in verschärftem Mähe gegen bie 6 o 51 a [» gröbere demok raten. Bei den Demonstrationen derer vom BeratunElf^ für ganz zweckmaßlg. sollen bie Kriegsbeschädigten und Ihm wurde natürlich sofort entgegengehalten, Kriegshinterbliebenen voranmar- erstens sei diese Kampftruppe zahlenmäßig zu schieren. Der Polizeipräsident von Altona schwach unb zweitens vergesse er ganz, daß sie unb Wandsbek hat ben von Kommunisten für ihre An- und Abmarsche zum Kampfplatz doch geplanten D e m on st ra t i 0 n s z u g nach2Noor° wiH moibp verboten die Leistungen. Alle Gaste ichwiegen schließlich rat- weioe v e r 0 0 1 e n. ^s In ben Straßen aber treiben die Papierfehen er r -ex-r r ihre luftige Fahrt im frischen Wind, sie.ruhen sich FasZrstksHe vlteiyooen. bann au5 ungestört mal wieder aus, die „heben Rom 18. Juli. (WTB.) Heute nachmittag Hündchen^ aller Gröhen geben an den Ecken wurd» da- faszistische D'att Impeio" b e s ch l a g- ober aua> mitten auf dem Trottoir ober ber na bm t to^ e? in liefeÄÄ. wenn auch in Fahrbahn ihre Mfttenkai^ ab und gar man- versteckten Worten zur Zerstörung d er g eg- djav ^dereDierfußei. ^^^f bä ter nerifd>cn Parteien und ber Befeiti- besuchten Straße zurück. Eimge Tage spater gung einer Reihe von hervor ragen- sieden sich dann auch die S ammler z ur Berg u a g den Zeitunasv er legem aufforberte. Ein der „ Sehenswürdigkeiten ein. Muß bas in un- solches Vorgehen wäre nach der Meinung des ferer sonst so^^schonen. Stadt toirllich so Blattes das b'este Mittel, um den Frie- keine be.sere Losung »u sc-'den? Vielleicht kowite den im Lande wieberherzustellew An- em Preisausschreiben Helle Köpft zu gtten Bester den fraglichen Persönlichkeiten befinden sich erungsvorschlagen begc^t.^m Ei^ der Senator Albertini, der Herausgeber des leicyt eme vierwöchige „Sortiere della Sera", ferner Senator Fräs- See ober tn bie 21ipen die Kosten werden aus f a t i, der Herausgeber der „Stampa" und frühere ven vtraßenreinigungsgebuhren mit Beitritten, italienische Botschafter in Berlin, sowie Don And was gibt es erst zu reformieren, toenn Sturzo, ber Gründer unb frühere Leiter ber man an die Staubplage denkt. Rach dieser italienischen Volkspartei. Richtung hin wird man bei einem Dessrrangs- --------- Wettbewerb auf bie Anwohner ber Frankfurter Besserung der Lage in Brasilien. ÄÄ Berlin, 18. Juli. (WTD.) Die Gesandt- Staub geschluckt, daß sie der Erschöpfung nahe schäft der Vereinigten Staaten von Brasilien teilt sind. Andere Bürger in bevorzugten Gartenlagen mit, daß die Dundestruppen, welche gegen werden ihnen wohl gern zu Hilfe kommen. Mit die Aufständischen von Sao Paolo operieren, ~ ------------»«•« einen größeren Teil der Stadt besetzt haben. Kavallerie drang bis zu dem in einem zentralen Stadtteil gelegenen Stadttheater vor. Zahlreiche । Deserteur e verliehen die Aufständischen unb flüchteten aus ber Hauptstadt. Platz 1. Fruchtsäeke! I RwiöwiiiÄM ne__A__IW «mnTTfln Cito fi* nnr CLrfmhon Ichühen. dann versickern Bestes Fabrikat (fl 5695c 99 ft » (D W n Wollen Sie sich vor Schaden schützen, dann versichern Sie sich sofort bei der Kinderwagen sind weltberühmt und unerreicht Modelle 1020 in höchster Vollendung Überall erhältlich Das Geld ist zu schade, um es nutzlos auszugeben. Darum färben alle praktischen Hausfrauen ihre Kleider, Blusen, Gardinen usw. nur mit den weltberühmten echten Heitmann's Farben, Marke Fuchskopf im Stern. Heitmann's Farbe spart den Färber. 130 „ Todes-Anzeige Freitag, den 18. Juli vormittags 6 Uhr entschlief sanft unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel Herr Balthaser Wießner Magazindiener L P. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Wießner Familie Friedrich Diehl Familie Heinrich Storck. Gießen (Aulweg 25), Hagen. oams Die Beerdigung findet Montag, 21. Juli, nachm. 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Namhafte Belohnung erhält derjenige, welcher den Täter, der am Sonntag, 13. I. M., zwischen Grohen- und Klein-Linden dem Herrn im Auto mit dem Stock über den Kopf schlug, namhaft macht. Verschwiegenheit wird zugesichert. Meldungen an die Gendarmerie- Kaserne, Gießen, Landgraf-Philipp- KKaeßladiWr Kreuzplatz 15 Wilhelm Horn Telephon 773 »«ttjteife dlerprrish ft das Pfd e Ä 20, JW. öofat 5 bis io Wen Z bis 10 - Erbsen 20 'Ornaten 50 bis ioo, ■; 30, Kartoffeln Wei JO- Kirschs Olachelbeeren 25 35, Honig 25 bis 2 bis 15 das Stück. “4 & «? gute Trag» si^Nte “’W 'vrlen rriz ,ubeiet ein lasse iu m , t- Zie V^isauß. Stoffe filrWagentücher 120 cm Juteleinen, einfarbig und gestreift Das deutsche Akademische Olympia. Die erste Hochschulmeifterschaft fällt nach Gießen! (Svnderbericht des „Gieß. Anz.") Marburg, 18. Juli. Marburg ist Feststadt. Unter einem Wald von Fahnen in allen Farbenzusammenstellungen, die ihnen Reich, Staat, Stadt und studentische Freude an der „Kulör" gegeben haben, verschwinden fast die Fronten der schönen Häuser. Durch die Straßen wogen Menschenmassen. Studierende von allen Hochschulen, an denen Wissen in deutscher Sprache gelehrt wird, Landleute in ihren zu diesem Bilde so prachtvoll passenden farbenfreudigen Gewändern, Schlachtenbummler, Ehrengäste. Alm 10 Alhr begann die Olympiade Znit einem prächtigen Festzug, der von der Marburger Bürgerschaft mit Blumen überschüttet wurde. Besonders lebhaft begrüßt wurden die Wettkämpfer aus Danzig, Prag Brünn, Innsbruck, Königsberg und den besetzten Gebieten, sowie die Bayern, die zum Teil in Gebirgstracht erschienen, und die zahlreichen Studentinnen. Den Beschluß des schier endlosen Aufmarsches, den zwei Reichswehrkapellen und die städtische Musikkapelle begleiteten, machte die gesamte Marburger Studentenschaft. An der Alniversität schlossen sich die Teilnehmer an dem F e st a k t an, der inzwischen in der Aula der Philippma stattgefunden hatte. Schwer und wuchtig erklang hier Beethovens Eg- mont-Ouvertüre. Der Rektor Prof. Dr. Schäfer begrüßt die zahlreich erschienenen Gäste im Ra- men der Universität, Herr Oberbürgermeister T r o j e überbringt die Grüße der Stadt Marburg. Daraufhin eröffnet der Vorsitzende des Deutschen Hochschulamies für Leibesübangen Herr Geh. Reg.-Rat Schmid t-Du r g k-Aachen in kurzen markigen Worten das Akademische Olympia. Staatssekretär Dr. Decker spricht im Damen der preußischen Regierung and em Vertreter des badischen Ministeriums entbietet die Grüße des Südens. Rach begrüßenden Worten des Vorsitzenden der Studentenschaft spricht. Herr Prof. Häpke in längeren Ausführungen über^die Entwicklung und Pflege des Sportgedankens.' Der gemeinsame Gesang des Rieder ländischen Dankgebetes krönte seine Worte. Den Schluß der erheberttren Feier bildete das Meistersinger-Vorspiel, das von dem verstärkten Collegium musicum der älnidersität unter Dr. Step Hanis Leitung prachtvoll vorgetragen würbe. Inzwischen war der Festzug der Wettkämpfer an der Universität angekommen, grüßte die versammelte Professorenschaft und zog zum Kämpfrasen, wo die Kämpfer von Herrn Geh. Reg.-Rat von Hülsen im Ramen der Marburger Studentenschaft begrüßt wurden. Das Deutschlandlied brauste über den Platz und bildete einen würdigen Abschluß der ganzen Feier. Rachmittags begannen die Wettkämpfe, die lediglich in Ausscheidungen für den Mehrkampf bestanden. Bemerkenswert war der Start der beiden deutschen Meister: Renell-Berlin (400 Meter) und Pel her-München (1500 Meter), die ihre Dorläufe sicher gewannen. Die erste Hochschulmeisterschaft fiel nach Gießen, und zwar im Florettfechten, in dem prachtvolle Leistungen gezeigt wurden. Ergebnis: a) für Vollstudenten: 1. Sieger: Thomas, Gießen (Hochschulmeister 192 3), 2. Sieger-: Stroh, Frankfurt, 3. Sieger: Grobbe, Berlin: b) für Altakademiker' 1. Sieger: Pvause, Leipzig, 2. Sieger: Krause, Hannover. Den Schluß des Freitags bildete der Hockeywettkampf um die Hochschulmeifterschaft. Hannover schlägt Heidelberg nach Verlängerung 4:2. Bei Ablauf der regulären Spielzeit ist das Ergebnis 1:1. 800 Zuschauer — keine Großstadt bringt diese Zahl bei einem Hockey- spiel aufl! — umsäumten den Platz und bekamen ein selten schönes, hochinteressantes Spiel ,3'u sehen, das letzten Endes Hannover dank seiner größeren Ausdauer verdient gewann. Die hervorragenden Leistungen der beiden Mannschaften wurden vom Publckum wiederholt laut bejubelt. Die Vorspiele und Ausscheidungen sind soweit gediehen, daß am Sonnabend die ersten Entscheidungen fallen. Vermischtes. Dergifttmgs-Erkranktmgen. Berlin, 18. Juli. 3n der Lungenheilstätte in Görbersdvrf in Schlesien erkrankten nach dem Genuß einer Erdbeerspeise zahlreiche Patienten, das Pflegepersonal und die Aerzte, insgesamt 238 Personen, an Vergiftungserscheinungen. Während sich die Mehrzahl der Kranken bereits auf dem Wege der Besserung be- cn. für Samstag. 1 llhr nachm. Sport» mle DetKmpfe. - 81. Uhr Masikabech. * .Das Glück an alter. 8 Uhr abends yimili: Raffte", r für Sonntag. * .900 vom. y/i Uhr an Sportplatz an da npse - Schütz- and efjoi 1922: Interrne and nachm. 2 Uhr Achrspirlhaas, Dahn» - Moria-Lichtspülr: rdärstochter". - Wil« astag. diheaterbureai : Sötz' neue Komödie die am 2icn8tag hm ittc bei der Srstaah ter Kurtheater änr öümmang aüsgrlöst. ckes. der witzige Dialog Me Darstellung seffel- -chlutz. In denitzaupt' Damen Dornheim, inQ and die Herren L Hvlck unb Mar« I TelekY. chter. Tlan schreibt i fr-c Dnsührung M - des Schatz- und W ioo? auf dem Gc- «sM Sie WW y.diaurant Stadt t Inserat ""gsziffer. 2le «Md. Ss» SÄE Abnahme von ^Hivnen) EWng der Ge- s auch der Deklei- der Ä »*$• .,1-1 int irr« ' 54X125 . . . für ca. 125 Pfund 54x135 . . . „ n 150 „ 54x150 . ■ ■ n „ 200 „ 5 September Ferren. ei 1 ch > (Arwht uns: >lizeiamt FW vranfafft uns, WJ lbst ausl 9 ^MuUnigung >r der ron Hüber und ^ssen be m2r onal frdicn. y ten mit ^Lemelde' L S<*«SS5? Hohenzollern - Versicherungs - Aktien- gesellsch. Berlin W15 (Hovadkonzern) gegen Einbruch - Diebstahl und Feuer Kombiniert, auf I. Risiko; günstige Prämie. Versicherungsschutz sofort bei Abschluß. Daselbst können auch Haftpflicht-, Waflerschäden-, Unfall-, Transport-, Reisegepäck-, Auto-, Motorrad-, Lebensversicherungs-Policen sehr vorteilhaft abgeschlossen werden. - Näheres beim 021891 Vertreter: August Becker in Gießen Landgraf-Philipp-Platz 101. findet, ist der VDerar$t der Anstalt an bert Folgen der Vergiftung geftorben. x Königsb erg i. Pr., 18. Juli. (WTD.) Infolge Einatmens von Dinitroben- zoldünsten erkrankten heute nachmittag bei der Entlaugung von Geschossen in der Gesellschaft für Heeresgut in Rothenstein eine große Zahl Arbeiter. Eine Arbeiterin und sechs Arbeiter mußten dem Krankenhause zugeführt werden. Vier Personen sind bereits gestorben. Amerikanische Hilfe für deutsche Kinder. Berlin, 18. Juli. (Wolff.) Die Zentrale des Relief Commitee, der deutschamercka- nischen Organisation in den Vereinigten Staaten, durch deren Hände ein großer Teil der deutschen Kinders'peisungsaktrvn vor der Gründung des Allen-Commitees gegangen ist, sandte soeben 10000 Kisten Dvsenm ilch ab, das sind 480 000 Büchsen, zur Verteilung in Deutschland. Schwerer Sturm auf und vor der Schelde. Amsterdam, 18. Juli. (WB.) Ein heftiger Sturm hat auf der Schelde großes Unheil angerichtet. Heute früh kehrten elf Fischerboote aus Aememuiden und aus Vlls- singen zurück, die v o l l W a s s e r gelaufen waren. Die Besatzungen berichten, daß die Fischerboote heute früh halb 8 Ähr von einer heftigen Sturm- boe überrascht wurden und daß vier Fischerboote untergegangen sind. 15 Personen fanden dabei den Tod. Das Torpedoboot „Z 4“ hat radiotelegraphischen Befehl erhalten, zu Hilfe zu eilen. Es wird vermutet, daß noch weitere Boote, die bisher nicht zurückgekehrt stnd, untergegangen sind. Auch aus anderen Küstenorten werden zahlreiche Strandungen gemeldet. Der belgische Schlepper „Lille", der auf dem Wege von Antwerpen nach Düsseldorf war, ist gesunken. (Berid)tsfaaL Zweimal zum Tode verurteilt. Freiburg i. Dr., 18. Juli. (WB.) Das hiesige Große Schöffengericht verurteilte heute den Dvppelmörder Hundertpfund zweimal zum Tode. Hundertpfund hat bekanntlich im Herbst vorigen Jahres das Ehepaar Klöpner in Saig bei Titrsee ermordet und sich deren Anwesen angeeignet, wo er längere Zeit mit seiner Braut wohnte. Als die Sache ruchbar wurde, flüchtete Hundertpfund und konnte erst nach längerer Zeit in der Fremdenlegion entdeckt werden, von wo er von den Franzosen ausgeliefert wurde. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, 20. Juli. 5. Sonntag n. Trin. Stadtkirche. 8: Zugleich Christen!, f. d. Reukonsirm. a. d. Markusgern. Pft. Becker. 97,: Pft. Mahr. — Iohanneskirche. 8: Zugl. Christenl. f. d. Reu- konf. aus der Lukasgem. Pft. Bechtolsheimer. 97,; Pft. Ausfeld. — Kirchberg. 10; 11: Christenlehre für d. konfirm, weibliche Jugend. 1'/,: Lollar. — Wieseck. 87,: Christenlehre (weibliche Abteilung). 9‘/2; 11 Kinderkirche. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 19. Juli. 4*/a und 7 Beichte. Sonntag, d. 20. Juli. 67, Deichte, 7 Meße, Kom. d. Jungft. u. Hausangestellt., 8 Kom., 9 Hochamt m. Pr., 11 Meße m. Pr., 27, Sakramental. Bruderschaftsand., 41/, Versammlung der Jungftauen und Hausangestellt., 8 Aloisiusandacht. - Grünberg Sonntag 97i Messe m. Pred. Verantwortlich für Politik und Feuilleton: I. V.: Heinz Gorrenz. 6te Entwicklung Ser VeiveSüvungen in Deutschland in den letzten 50 Jahren, zeigte wie trotz des verlorenen Krieges diese Bestrebungen immer stärker hervorgetreten sind, gab eine Statistik der großen Turn- und Sportverbände, schilderte die Gesetzgebung in verschiedenen Ländern, besonders in den bisherigen Ferndstaaten, und verglich damit die Ansätze dazu in Deutschland. Gr zeigte die Schwierigkeit einer Rerchsorgani- sation auf diesem Gebiet in Deutschland in be- »ug auf die Gliedstaaten und betonte die trotzdem allmählich erreichten Fortschritte. Mehrfach konnte man im Vortragenden den geübten Verwaltungsmann und Politiker ernennen. Der Vortrag fesselte durch Reichhaltigkeit der Gesichts- yuntte und löste mehrfach starken Beifall aus. Am Schluß folgte eine Reihe von Projektionsbildern einerseits aus dem Gebiete der griechischen Gymnastik, andererseits über die hochentwickelten Sportanlagen besonders in Amerika und England, an die sich manche Anlagen in Deutschland würdig anreihen. Die Rotwendigkeit, Sportplätze auch für den Betrieb der Llniversitäten, zu schaffen, ist dadurch völlig klargestellt. (Singe- rahmt wurde dieser umfassende Vortrag durch eine Ansprache des Rektors der Universität, sowie die Siegerverkündigung unb ein Schlußwort des Vorsitzenden des Akademischen Ausschusses für Leibesübungen. Seine Magnifizenz Prof. Dr. L a q u e r begrüßte mit markigen Worten die Erschienenen und wies besonders daraus ym, vaß die Llniversität im Einoerständins mit dem Landesamt für das Dildungswesen Vermerke über die Beteiligung an Leibesübungen tn die Abgangszeugnisse eingeführt hat. Gehermrat S o mm er.vom Engeren Ausschuß für Leibesübungen entwickelte #um Schluß die weiteren Pläne zum Ausbau des akademischen Turnplatzes unter dem Schützenhaus, und legte einen Aufruf dazu vor. Gr betonte einerseits das Zusammen- Zwirken der Dozenten und Studenten im Ausschuß, andererseits die Beziehung der studentischen Leibesübungen zu dem gesamten Turn- unb Sportwesen. ** Das sechste Abonnements- kvnzert der Reichswehrkapelle am gestrigen Abend auf der Liebigshöhe fand — infolge der Angunst der Witterung in den Saal verlegt — als Streichvrchesterkonzert statt, und zeigte aufs neue, daß unsere Militärkapelle auch als Stteichorchester Gutes zu leisten vermag. (Aus der vielseitigen Borttags- folge sei besonders das sehr gute Flötensolo des Herrn Meyer, Fantasie aus der Oper „Faust", das Trompetenspiel des Herrn Lotz, „Gedenke mein in ftohen Stunden", und das wirkungsvolle Lhlophonsolo des Herrn M v - s er, „Zigeunerspiele", anerkennend hervorgehoben. Das zahlreich erschienene Publikum spendete sämtlichen Darbietungen reichen Beifall, den die Kapelle mit manchen Zugaben quittierte. Landkreis Gieren. £ Wieseck, 19. Juli. Der Wunsch des Bürgermeisters, zu der gestrigen (unb in der Folge zu allen) Gemeinderatssitzungen pünktlich zu erscheinen, hatte nicht den erwarteten Erfolg: es war % Stunde über die festgesetzte ■Seit, bis die Versammlung beschlußfähig war. Als Folge hiervon (und wohl auch infolge der längeren Tagesordnung) war es Mitternacht, bis die Beratungen ihr Ende erreichen. Als erster Punkt flano die Schulgeldfrage für die die Fortbildungsschule Gießen besuchenden Wiesecker Schulpflichtigen zur Beratung. In seiner letzten Sitzung hatte, wie seinerzeit an dieser Stelle berichtet, der Gemeinderat es abgelehnt, die Kosten des Gießener Schulbesuchs zu decken; diese Kosten soltten von den Eltern zuruckverlangt werden. Das Kreisschulamt teilte mit, daß es sich hier um eine Bestimmung des Landesbildungsamts handelte, die die Zustimmung des Sonderausschusses des Landtags gefunden, also Gesetzeskraft erlangt habe. Aus diesem Grunde sei der ablehnende Beschluß nicht aufrechtzuerhalten. Die Beschlußfassung hierüber wurde vertagt. Die Gemeinderatsmitglieder Bremer unb H. Kümmel wurden beauftragt, in Gemeinschaft mit dem Bürgermeister und dem Rektor Dr. Rein eine Eingabe an das Landesbildungsamt (über das Kreisschulamt) auszuarbeiten und gleichzeittg der nächsten Sitzung einen Plan vvrzulegen, nach dem eine Llmstellung der ganzen Angelegenheit vorzunehmen ist. — Die Amlagesätze für das ge - werbli che Anlage- und Betriebskapital für Rj. 1924 sollen dieselben wie in 1914 sein. Sie betrugen damals pro 100 Mark Steuerwert 87s Pf- 2luch hierzu konnte der Gemeinderat seine Zustimmung nicht geben, der Punkt wurde ebenfalls vertagt, da die Veranlagung noch Mcht feststehe, und der Gemetnderat keine ©teuer beschließen forme, von der er nicht wisse, wie sie sich auswirke. — Die Gemeinnützrge Baugenossenschaft ersuchte um ein Darlehen von 8500 Mark, um ihre Verbindlichkeiten abzulösen. Bei den weitestgehenden an- gebotenen Sicherungen wurde dem Gesuch zugestimmt. — Der Gemeinderat stimmte ferner den Verpflichtungen zu, die der Gemeiirde durch die Inanspruchnahme eines Kredits aus Landesmitteln für Wohnungsbauten erwachsen sind. Reuerdings stehen abermals Beträge aus Landesmitteln zur Verfügung, die in Höhe von 1000 bis 1500 Mark pro Wohnung ausgeworfen werden. Dem gestellten diesbezüglichen Antrag wurde die Genehmigung erteilt. — Zwischen ben Häusern der Witwen P. und K. liegt eine projektierte Straße, die aber infolge des dahinterliegenden sumpfigen Geländes aus dem Bebauungsplan ausgeschieben würbe. Entgegen seiner schriftlich eingegangenen Verpflichtung, keine Behinderung der beiden Rachbargrundstücke zu verursachen, hat der derzeitige Besitzer des früheren Strahengeländes, K. PH. Sch., Veränderungen vorgenommen, durch welche nun bei starken Rieberschlägen das Wasser in die beiden Hofreiten geleitet wird. Die zwH Anlieger beantragten Entwässerung durch Kanalisation. Der Antrag muhte abgelehnt und die Gesuchsteller auf den Rechtsweg verwiesen werden. — Ebenso mußte das Gesuch der Karl D. Wwe. um Zuweis ung von Gelände abgelehnt werden, um keinen Fall zu schaffen, der sofort starke Rachahmung finden würbe. Doch soll versucht werden, auf andere Weise eine beide Teile zufriedenstellende Regelung zu treffen. — Der Verlauf verschiedener Wohnungsbeschlagnahmungen wurde klargelegt, einigen Gesuchen um Zuweisungen von Wohnungen konnte bei aller Anerkennung der Rotlage nicht sofort entsprochen werden. — Die Anschaffung von drei weiteren Fahnen in den Reichsfarben schwarzrotgold wurde beschlossen. — Rach Erledigung einiger interner Angelegenheiten in nicht öffentlicher Sitzung brachte der Bürgermeister die Lage auf dem Wvhnungsbaumarkt in unserer Gemeinde zur Sprache. Rach längerer, anregender Aussprache ging die allgemeine Meinung dahin, daß es nicht mehr angängig ist, sich in der Erstellung neuer Wohnungen immer nur auf die Gemeinde zu verlassen, sondern es soll alles mögliche, insbesondere durch die Beschaffung billigen Daugeldes, versucht werden, um Private zum Bauen anzuregen und die Durchführung derartiger Bauten zu ermöglichen Weitere Schritte sollen in der nächsten Zett in dieser brennenden Angelegenheit unternommen werden. Kreis Büdingen. * Mittelgründau 18. Juli. Bei dem Gewitter am Mittwochabend schlug der Dlih in die mit Heu gefüllte Scheune des Landwtrts Wilhelm Jeckel. Di eScheune mit der ganzen Heuernte und einigen landwirtschaftlichen Geräten wurde ein Raub der Flammen. Der Fe ier= wchr gelang es, den Brand auf feinen Herd zu beschränken. Hessen-Nassau. spd. Frankfurt a. M, 18. Juli. Die beteiligten Körperschaften haben nach längeren Verhandlungen beschlossen, den Stallpreis für die Milch von 22 auf 26 Pfennig hinaufza- setzen. Der Großhändler fordert nun einen Großhandelspreis von 31 und der Kleinhändler einen Verkaufspreis von 38 Pf. Gegen diese Preise, namentlich die Kleinverkaufspreise, schreitet jetzt die Staatsanwaltschaft gemeinsam mit der Wucherpvlizei ein und bringt jeden Händler, der im Kleinverkauf mehr als 33 Pf. nimmt, zur Anzeige. Die Folge ist, daß wahrscheinlich die Milchzufuhr nach Frankfurt außerordentlich eingeschränkt wird, so daß man mit einem regelrechten Milchkrieg zu rechnen hat. ihn die Versorgung Frankfurts mit Milch sicherzustellen. hat die Frankfurter Milchversorgungsgesellschaft bereits älnterhandlungen mit däni- nischen Lieferanten zwecks Lieferung von dänischer Milch eingeleitet, deren Preis sich billiger als die heimische stehen soll. Man hofft, daß die Verhandlungen schon am Samstag zum Abschluß gelangen werden. — Mit großem Erfolg arbeiten augenblicklich in den v-Zügen und auf dem Hauptbahnhofe die v- Zug die be. 3n den letzten Tagen find wieder zahlreiche Fälle von abgefeimten Spitzbübereien in den Zügen feftgeflellt worden. Die Diebe entkamen leider in allen Fällen. Auch im hiesigen Bahnhof werden fast täglich die Reisenden in der raffiniertest en Weise bestohlen. Heute früh wurde einem Reisenden die Brieftasche aus der inneren Westenlaschegestohlen. In den meisten Fällen tragen die Reisenden selbst die Schuld, denn ihre Sorglosigkeit und Unaufmerlfamteit spottet durchweg aller Beschreibung. n 021884 Vermietungen | Pens. Brandi Tel. 1085. [oaiwl Neuen Bäne 23. Gut möblierte Zimmer mit Verpflegung. (flrosieS schönes ml Zier mit Klavier nn bess. Herrn zu vermieten, bhononftr 27 p. 5?,od Gut möbliertes Zimmer an soliden Herrn zu vermieten 021883 Dammstrakc 48 I. 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XII. 1916 5 Neustadt 50. angeordnet. Sie beginnt mit dem 18. Juli 1924, 12 Uhr mittags. Als Geschäftsaufsichtsperson wird unter Wahrung der Rechte der Beteiligten aus § 22 der V.-O. Kaufmann Sigmund Hirsch in Gießen, Südanlage 22 bestellt. Die De- schlufffaflung über die Bestellung eines Gläubigerbeirates bleibt vorbehalten. Gieffen, den 18. Juli 1924. 5791 Hessisches Amtsgericht. ßrau oder Mädchen das auch Hielten kann, für Hausarbeit tagsüber oder für ganz gesucht. [5778D Frankfurt. Skr. 29 p. Stellengesuche Junger Kaufmann sucht Etellung aus Bureau zurwciteren Ausbildung gegen geringe Vergütung, evtl, als Volontär. Sehr. Ang. u. 021887 an den Gieff. Anz. Junger Mann der seine Lehre auf kaufm. Bureau beendet hat, sucht passende Stellung. SchristL Angebote unter 021890 an den Gieff. Anz. erbeten. Für 18j. Mtcr ev., mit besserer Schulbildung rlk. 168 Swenes Blatt Samstag, 19. Jun 1924 Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderyesfen) I Cm neuer Sieg deutscher roll, zaghaft oder verlogen erscheint, wenig-- I Technik toffelstauden, die mit Kupferkalkbrühe bespritzt Gedankenlosigkeit, andererseits wegen Fehlens geeigneter Oelreiniger und Oclabscheider unwiederbringlich verloren und Millionen von Werten fielen der Vernichtung anheim. Endlich tritt -u aller Lleberraschung seit krr» 3em ein Apparat auf den Plan, der sich.„Alfa-- Separator" nennt und nach dem Grundgedanken erbaut wurde, vermittels der Zentrif igalkraft allen Flüssigkeiten, besonders Oelmischungen. das Bestreben zu verleihen, sich je nach der Schwere rasch voneinander zu trennen, genau wie etwaige in ihnen enthaltene feste Stoffe auszuscheiden. Der Vorgang des „Scheidens" spielt sich dabei tausendmal schneller ab als bei Beobachtung der Schwerkraftwirkung, also des sogenannten „Abklärens". jedoch noch dazu mit einer Gründlichkeit, die bei irgendeiner anderen Handhabung überhaupt unmöglich ist. Die Lösung dieses Problems durch Anwendung der Zentrifugalkraft ist zwar nicht neu, sondern beschäftigte schon seit Jahrhunderten bie Gedanken manches genialen Erfinders, doch blieben zumeist alle Versuche in den Anfängen stecken, bis es ini Jahre 1878 dem geistreichen Dr. Gustav de Laval gelang, eine praktisch verwendbare, kontinuierlich (ununterbrochen) arbeitende Maschine für die Zerlegung von Milch zu erbauen. Vach dieser Grundidee ift auch der neue Oel- abscheider zusammengesetzt, allerdings mit allerlei gesetzlich geschützten Abweichungen für die obengenannten Sonderzwecke. Eine wirtschaftliche Oelgewinnung durch Bergbau ist nach Vorstehendem also wirtlich zur Möglichkeit geworden. Ein neuer Betriebszweig entsteht vor unseren Augen mitten in einem Lande, das man als endgültig ausgebeutet und nicht mehr wettbewerbsfähig ansprach: und es wird in kürzester Frist mit >de.n ungemein vorteilhaften Abbau eines wertvollen Vaturproduktes begonnen werden, wie es uns günstigere Aussichten kaum noch zr bieten vermag. ______ geradezu veranlaßt, dem Gifte und seinen Wirkungen auszuweichen. Hierzu kommt, daß die an sich ortsbeständigen Tiere sich leicht zum Abwandern entschließen, wenn ihnen die Nahrung nicht mehr zusagt. Das bedeutet aber, daß die Der Blitzableiter. Don Otto AntheS. Vor dreißig oder fünfunddreißig (Zähren war man in Holstein auf den Gütern so weit, daß man, der im Sommer ständig drohenden Cin- schlagsgefahr zu begegnen, Blitzableiter anlegte. Der Herr von Hassenroth machte gleich ganze Arbeit, indem er einen am Herrenhaus, einen am Viehhaus und einen dritten an der Scheune an bringen lieh. Bald daraus kam auch nut einem sinkenden Frühsommerabend das erste Gewitter herauf. Alsbald versammelten sich, wie üblich, die Knechte und Mägde auf der Diele, um vom Herrn auf ihre Posten gewiesen zu werden. Sn kurzer Zeit waren alle da, nur der alte Carstens fehlte. Man wartete ein Weilchen, Herr von Hassenroth schimpfte ein bihchen — Carstens kam nicht. Da zog der Herr den Regenmantel an und ging hinaus, den alten Knecht zu suchen. Die Dunkelheit war hereingebrochen, der Regen klatschte, vom Sturm gejagt, auf das Pflaster des Hofes, und hier und da zuckte auch schon ein Blitz aus der schwarzen Wolkenwand, die über dem strohgedeckten Diehhaus stand. Dori sand der Herr schließlich den braven Carstens. Er hatte sich eine Schiebekarre an die Wand geschoben, war hjnaufgetlettert und hielt mit beiden Händen den Blitzableiter umklammert, da wo er aus der Schuhröhre heraus ungedeckt an der Mauer emporstieg. „MenschI Carstens. Alter Esel! Was machst du denn da?" schrie Herr von Hassenroth. „Sofort lässest du das Dings los und kommst herunter!" „Ick wüll mi wvll lvahren," entgegnete Carstens. „Ru hev mi den Dlitz^rbleiter, nu gah ick da nich von af.“ Bon Ingenieur Konstantin Redzich Frankfurt a. M. In der Erkenntnis, daß unserem Vaterlande insbesondere auch dainit geholfen werden kann, wenn seine erreichbaren Bodenschätze in vernunftvoller Weise abgebaut und wirtschaftlich verwertet werden, befaßt man sich neuerdings mit einer Oelgewinnung durch bergmännischen Betrieb, indem dabei von der Voraussetzung ausgegangen wird, daß im Gegen- atz zu der bei Tiefbohrungen nur 10 v. H. betragenden Förderung, die Gewinnung des Gutes auf weitere 45 v. H. gesteigert werden kann. Tie restierenden 45 v. H. des Oelvorrats blieben aber bisher leider infolge Adhäsion (Anziehung) und Kapillarwirkung (Aufsaagen) im Sande der Lagerstätte zurück, wurden demnach einem Abbau auch durch eingetretene Verdickung entzogen. .Um nun diese bisher als verloren betrachteten Mengen gleichfalls der Allgemeinheit auf nicht allzu kostspielige Weise zugänglich zu machen, bediente man sich eines hochgespannten, hydraulischen Wasserstrahls, der auf + 80 Grad Celsius erwärmt wird und den ölhaltigen Sand von seinen Beimengen befreit: mit anderen Worten: auch die verhärteten Oeltröpfchen von den Sandkörnchen loslöst und sich mit ihnen zu einer Emulsion verbindet. Turch 2t&tlären gewann man sodann das reine Oel, indem dieses sich allmählich — weil leichter als Wasser — auf dessen «Oberfläche niederschlug. Run suchte man schon längst allerorten nach einer geeigneten Vorrichtung, derartige Oel- mtschungen, aucy verschmutztes Oel, zum Zwecke der Wiederverwendung zu reinigen, Ungeheire Mengen gingen im Lause der Zeiten teils aus liebe Einfalt der Leute vor solch einer Heinen I Handvoll Leben dem Märchen vom Glück nachzusinnen beginnt... O ja, das ist etwas. Die Schwalben sind wie die jungen Mädchen: aus Beschwingtheit und Sonne hat sie der liebe Gott gemacht und aus leisen Liedern. Sie waschen sich wohl im Regenbogenschühlein, in das der Glanz des Himmels träufelt 5. Solch ein liebes Dingel hat spärliche Feinde. Der Baumfalk, der auch im Fluge jagt, kann es erbeuten. Aber der Falk hat keinen Teil am Menschen — zu dem sich die Schwalbe halt. Sonst noch: Katzen, Ratten, Wiesel, QKari>er... Run ja, wenn —! Es besteht keine große Gefahr. Aber der Mensch in Spanien! Der weiß ein Sprichwort: Wer eine Schwulbr tötet, tätet seine Mutter, Und dennoch: er fängt reisemüde Schwalben zu Tausenden. Frißt sie. Der Mensch! Die Volkstümlichkeit der Schwalbe ist groß. Sie wäre wohl größer, wenn für die Leute, denen die Röckchen und Höschen noch nicht über die Knie herabgewachsen sind — wenn für diese Leute die Raturkunde nicht aus der Zahl der- Zehen, der Eier uiti> so bestünde. Wie Wurscht ist das! Weiß man denn nicht davon: eine Schwalbe jubelt sich hinan ans Herz Gottes? Richts oavvn, daß sie den Metallglanz für ihr Kleid von der blauen Glocke des Himmels streift? Und daß ihr die Sonne selbst die kleinen Blinkfeuer auf das Gefieder legt? Allen Dichterherzen — auch wenn sie von akutem Dichterwahnsinn frei sind — läßt sie eine Freude erblühen. Es ist em weiter Weg von dem: „Wenn die Schwalben wiederkommen, übers Iaahr, übers Iaaahr" bis zu dem schönen Heimwehlied „Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit, klingt em Lied mir immerdar" ... So groß ist ihre Volkstümlichkeit tens solange diese Politik das eigene Interesse Englands voll und ganz vertritt. Für England heißt es heute nicht mehr owohl wachsen als vielmehr bestehen. Ais- wanderang ist möglich, aber kaum m genügendem Maße, um der Devölkerungsvermehrang vollständig entgegenzuarbeiten. Die ganze äußere Politik Englands wird und muß aif die Dauer der Uebervölkerung Rechnung tragen. Dasselbe gilt von anderen übervölkerten Gebieten, Italien zum Beispiel, das im Mittelmeer Ausdehnungsmöglichkeit fachen muß. Inmitten der drei übervölkerten Gebiete England, Deutschland und Italien lagert das sich mehr und mehr entvölkernde Frankreich. Auf die Dauer wird es wie ein Vakuum aaf die Umgebung toirien. v In Ostasien befindet sich I a p a n in ähnlicher Lage wie England. Die Welle der Entrüstung, die Japan durcheilte, als der Japaner von der Einwanderung in die Vereinigten Staaten abgeschnitten wurde, entsprang tiefstem Volksempfinden. Da hatte man mit den Alliierten am Derhandlungstisch in Versailles gesessen zu Gericht über den „Hunnen" und jetzt läßt man den „Hunnen" hinein nach Amerika? Den Japaner nicht? Der Deutsche steht sogar an erster Stelle? Rach Rorden, nach Sibirien hin können sich die Japaner nicht ausdehnen. Dort vernichtet sie das Klima. Rach China hm auch nicht, denn die benachbarten Teile Chinas sind übervölkert. Rach Süden hin lagern die im amerikanischen Besitze befindlichen Philippinen schützend zwischen Australien und Japan. Klimatisch sind Australien und Kalifornien für den Japaner wie geschaffen, aber die auswärtige Polittk der Besitzer lehnt die Einwanderung ab. Vielleicht werden wir während der nächsten Jahrzehnte, ausgesprochener noch als während der vergangenen, die Bevölkerungspolitik, wenn nicht eingestandenermaßen, dann latent, im Vordergrund der auswärtigen Politik wirken sehen. Eins fit sicher, daß das Schlagwort von einer demokratischen Welt jetzt bereits unter dem Druck verschiedenster Probleme und nicht zuletzt des Devölkerungsproblems kläglich Schiffbruch gelitten hat. Tie Grundtriebe setzen sich durch, vor allem in den Staaten, die mit dem Schlagwort der Demokratie für kurze Zeit die Welt gegen Deutschland vereinigt hatten. Die amerikanischen Maßnahmen haben m ganz Asien ungeheuren Eindruck gemacht. Mitte Mai dieses Jahves hielt der amerikanische Gesandte in Peking, vermutlich im Auftrage seiner Regierung, eine viel besprochene Rede, in der er den Ostasiaten die Beweggründe klar machen sollte, die Amerika zur scharfen Ablehnung gewisser Einwandererelemente trieben. Die Rede lief darauf hinaus, daß: keineswegs die ausgeschlossenen Rassen als minderwertig, aber als nicht assimilationswillig und -fähig bezeichnet werden, Amerika infolge der Regerfrage und nicht assimilierbarer südeuropäischer Elemente in Gefahr sei, ein in Gedanken, Wollen und Können widerspruchsvolles völkisches Gebilde zu werden, die Rordeuropäer die wären, die das Volk der Vereinigten Staaten in seinem Grundcharakter bestärkten. Was der Gesandte, Dr. Schurmann, vorbrachte, war an sich richtig, sachgemäß. Die Deutschen, denen er besonderes Lob spendete, konnten mit seinen Ausführungen vor allem zufrieden sein, nur die Frage mußte sich der Deutsche vorlegen: Weshalb denn unter diesen Umständen jahrelang die Verhetzung und Verleumdung des deutschen Wesens in der ganzen Welt? Weshalb vorher, auch in Ostasien, die bewußte Lüge? Die Chinesen stehen den' amerikanischen Maßnahmen, die sich ja vor allem gegen Japan richten, gleichgültiger gegenüber. Einerseits sind die Chinesen infolge der wenig klugen japanischen Politik gegen Japan, andererseits haben die Chinesen Ausdehnungsmöglichkeiten in den dünn bevölkerten Gebieten des Riesenreiches: Madschurei, Innere Mongolei und in Den westlichen Provinzen. Dann auch haben die Amerikaner in mehr als einer Hinsicht China mit äußerstem Takt behandelt, nie Konzessionen, Riederlassungen verlangt und in der Kriegsentschädigungsfrage den Chinesen eher als andere Mächte weitgehendes Entgegenkommen gezeigt. Die Japaner werden aber mit solchen Reden nicht zu überzeugen fein. Sie benötigen Auswanderungsgebiete. Das östliche Inseli-eich ist überfüllt ebenso wie das westliche, und die Türen sind allerorten zu, während sie dem Deutschen allmählich allerorten wieder aufgetan werden. Haus und Hof. Die Sammelarbeit geht in der Weise vor sich, daß Käfer und große Larven einzeln abgesucht werden. Eier und kleine Larven werden mit den Blättern und Triebest, an denen sie sitzen, entfernt. Die gesammelten Schädlinge werden durch Zerstampfen, Ersäufen, Verbrennen oder durch Gifte vernichtet. Das Absammeln muh anfangs jeden Tag vorgenommen und bann in gewissen Abständen wiederholt werden, da auS den im Boden ruhenden Puppen immer wieder neue Käfer ausschlüpfen. Ist der Befall nicht zu stark und wird die Arbeit gewissenhaft ausgeführt, so kann es sehr wohl gelingen, der, Koloradokäfer schon auf diese einfache Weise ganz zu beseitigen. Sind neben den Käfern auch schon junge ßarßen vorhanden, so muh zugleich das Kartoffellaub mit insekttziden Mitteln behandelt werden. Ist endlich der Befall bereits soweit gediehen, daß sich neben fressenden Käsern und Larven auch Puppen und ruhende Käfer im Erdboden finden, dann ist radikale Vernichtung der tauben und gründliche Desinfektion des Erdbodens unvermeidlich. Auch diese Bekämp-- fungsarbeiten können und sollen durch methodisches Absammeln wirksam unterstützt werden. 2. Das Spritzen mit Bleiarsenat. In den Vereinigten Staaten bevorzugt man als Spritzmittel Bleiarsenat, das gewöhnlich einer 2proz. Kupferkalkbrühe (Dordeauxbrühe) zugemischt wird. Die Beimischung von Kupferkalk hat sich jedoch nach den neuerdings in Frankreich gemachten Erfahrungen als sehr unzweckmähig erwiesen. Während Blätter, die mit Bleiarsenat allein bespritzt sind, von den Tieren unbedenklich genommen werden, beeinflußt ein Belag von Kupferkalk die Frehlust der Käfer und Larven so ungünstig, daß diese von den bespritzten Pflanzenteilen ablassen und art solchen Stellen weiter- fressen, die von der Kupferkalk-Dleiarsenatbrühe nicht getroffen sind. Auf diese Weise wird natürlich der Zweck der Behandlung nicht erreicht: es werden vielmehr die Käfer und Larven Der Regenbogen. Es ist auf Erden alles beieinander: der Liebe Firnenglanz und schwere Wetterkift. Unb Schicksalswolken ballen sich in wilder Hast und reißen sturmgetrieben auseinander. In deiner Seele reiht der Zwiespalt tiefe Wunden. Du traust nicht mehr der Sonne Licht, zur Hoffnung dir's an Mut gebricht — — Du fühlst verloren dich und kannst nicht mehr gesunden. Willst du, daß du zu leicht befunden und gewogen--> An wetternächt'ger dunkler Wolkenwand da geistert warnend deines Schöpfers Hand... Du Zweifler -glaube! strahlt fein Farbenbogen. Adolf Semps. * Was die Schwalbe sang. Don Max Geißler. Widewitt widewitt widewü. Erst war's ein Schwalbenfang. Wirbelt aus der Luft herunter. Hängt sich an Schlehenbüsche, an Pfirsich-- und Aprikosenbäume. Erst war's ein Schwalbensang. Dann werden Blüten dvaus. 2. Willdumit? Willdumit? Willdunit? Roch fünft die Sommerluft davon. Wie aus Blitz- röhren spritzt das blanke Sonnenjauchzen ausden Schwalbenherzen. Wirbelt hernieder in die Weiden. Wirbelt in den Linden. Erst war si ein Schwalbensang. Dann ward's ein goldnes Blau. „Die den Herbst und Frühling bringt... 3. Dann muh sie wandern gehen. Es wird darb in der alten Heimat. Rebel brauen, wenn sie nicht mehr das Dorf entlangflitzt. Schwalben find die Wimpel an den Sonnenmasten des Sommers. Landwirtschaft, Mittel und Maßnahmen zur Bekämpfung des Koloradokäfers. Die Gefahr, die durch den Koloradokäfer unserem Kartoffelbau droht, ist so ernst, dah sie in ihrer Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Es liegt in unser aller Interesse, jeder Einschleppung dieses Schädlings beizeiten mit den schärfsten Mitteln entgegenzutreten. Ernste Mahnworte nach dieser Richtung und wertvolle Winke für den Kampf gegen dieses Hebet veröffentlicht Dr. Ernst Vogt von der Biolog. Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft in der jüngsten Rümmer der „Illustr. Landwirtsch. Ztg.". Dem Aufsatz entnehmen wir die folgenden wichttgen Stellen: Die Tatsache, dah der Koloradokäfer sich in dem kurzen Zeitraum von zwei Jahren über i/t der Gesamtfläche Frankreichs auszubreiten vermochte, gibt besonders in unseren westlichen Landesteilen zu den ernstesten Besorgnissen An- lah. Es ist zu erwarten, dah in absehbarer Zeit dieser gefürchtete Schädling in breiter Front unsere Westgrenze überschreitet, und es wird der größten Anstrengungen bedürfen, sich seiner zu erwehren. Die Erfahrungen früherer Jahre haben gelehrt, daß die ungeheuren Schäden, die dieses Insekt überall, wo es sich anzusiedeln vermag, verursacht, nur durch sofortige radikale Vernichtung jedes eingeschleppten Käfers vermieden werden können. Hat der Koloradokäfer erst Zeit und Gelegenheit gefunden, sich über größere Flächen auszubreiten, so ist seine Ausrottung der sehr hohen Kosten wegen nicht mehr durchführbar. Für eine erfolgreiche Bekämpfung kommen in der Hauptsache folgende Maßnahmen in Betracht: 1. Absammeln der Schädlinge in allen Entwicklungsstadien. 2. Spritzen der Kartoffelstauden mit Dlei- arsenat. 3. Vernichten des Pflanzenbestandes und Desinfizieren des Erdbodens. i 1. Das Absmmneln der Käfer und Larven. Uebervölkerimg und Auswärtige Politik. Von Dr. F. Otte, Professor an der Reichsuniversität Peking, China. In diesen Tagen, wo der Kongreß in Washington endgültig sich für die Ausschließung der Japaner entschieden hat, wird die Aufmerksamkeit der Völker wieder einmal auf das Be- völkerungspvoblem gelenkt. Treten wir damit doch an die Fingen heran, die über die Grundbedingungen staatlichen und völkischen Seins oder Richtseins, staatlichen und völkischen Wachstums, Beharrens oder Absterbens entscheiden. Dis zum Weltkrieg sprach man nicht gern von diesen Dingen. Seitdem das Versailler Diktat die vor 1914 immerhin noch verhältnismäßig friedliche Welt in ein Arsenal umgewandelt hat und eine Welt, in der der sogenannte demokratische Gedanke siegen sollte, mit dem Gift tiefsten Mißtrauens gegen jeden anderen erfüllte, — also seit 1919 treten die Völker überall schroffer, rücksichtsloser gegeneinander auf. Dieses schroffe Auftreten äußert sich praktisch in der Erschwerung des Verkehrs. Pässe sind überall eingefiihrt. Reisen von Land zu Land müssen legitimiert werden. Jeder einzelne wird beschnüffelt, ob er die dem anderen Teile genehme Gesinnung „besitzt: wenn nicht, so wird ihm die Tür vor der Rase zugeschlagen. Dies ist schon bei einfachen Reisen der Fall. Zwischen solchen Riesengebieten wie Rußland einerseits und dem Rest der Welt andererseits, zwischen Australien, Indien, Kanada einerseits und den Besiegten andererseits herrscht kaum noch irgendwelcher Verkehr. Im Inneren der meisten europäischen Staaten ist die Wanderung künstlich erschwert durch die zwar nicht de jure aber de facto eingetretene Konfiskation bebauten Grundbesitzes, die starke Begünstigung mobilen Kapitals, durch Steuer- Maßnahmen oder gar feindliche Besetzung. Am schärfsten aber tritt das zunehmende Mißtrauen der Völker untereinander zutage, wenn es sich um Zuwanderung handelt. Da.gibt es Riesengebiete wie Australien, die am liebsten niemanden hereinließen, obgleich sie an Unterbevölkerung leiden, die selbst stammverwandten Rassen wie den Deutschen zur Zeit den Zutritt verwehren. Im großen und ganzen sind solche Staaten, die Einwanderer aufnehmen können, in einer sehr viel günstigeren Lage als übervölkerte Gebilde, vorausgesetzt, daß sie politisch kraftvoll und durch innere Organisation, nationales Bewußtsein der Bevölkerung und geographische ßage geschützt sind. Für Rußland oder die Vereinigten Staaten trifft dies zu, für Australien nicht, da die Bevölkerungszahl dort allzu gering ist. Den eben beschriebenen Staaten stehen andere gegenüber, die übervölkert sind und für ihre Bevölkerung einen Ausweg suchen müssen. Zum Typus der allgemein übervölkerten Gebiete gehören in Europa Belgien, Deutschland und Italien. In Asien. Japan, Annam, Teile von China und Teile Indiens. Zusammenhäufungen von Menschenmassen in modernen Großstädten ohne allgemeine lieber- völkerung sind typisch für die Vereinigten Staaten von Rordamerika: Reuhork, Chicago. Solche Massenanhäufungen sind nur möglich bei einer Höchstleistung im Verkehrswesen. Die Großstädte Chinas bleiben in der Bevölkerungszahl durchweg in der Rahe von einer Million. Den unglücklichsten Typus stellen Länder dar, in denen sowohl allgemeine Uebervölkerimg wie auch Zusammenhäufung in Großstädten zusam- mentreffen. Dieser Typus ist am reinsten im eigentlichen England in Erscheinung getreten, außerdem vielleicht in geringerem Maße in Teilgebieten Deutschlands, wie dem Ruhrgebiet oder Sachsen. Es ist offensichtlich, daß eme so ausgesprochene Doppelform der Uebervölkerung, wie sie uns in England entgegentritt, auf die äußere Politik von ausschlaggebender Bedeutung ist. Ganz gleichgültig, welche Partei in England an der Regierung ist, jede Regierung muß sich die Frage vorlegen: „Wie kann die nötige Rah- rungsmenge für die Bevölkerung befchafft werden? Wie können die Zufuhrstrahen nach London ofsengehalten werden? Zwangsläufig ergeben sich deshalb für die äußere Politik Englands Richtlinien, die eingehalten werden müssen. Vorliebe oder Abneigung für oder gegen dieses oder jenes Land dgrf bei einer solchen Lage feine Rolle mehr spielen. — Macht man sich mit diesen Tatsachen einmal voll und ganz vertraut, Vor den Rebeln verkriecht sich, was gläserne Flügel hat: beim Glas läuft an wie die Fensterscheiben. Und wie die Augen und Herzen der Menschen. Unter Blättern hat die Schwalbe nichts zu suchen. Und wenn die Rebel teigen, tanzen die Mücken den Grotzmütterchentanz — ein Viertelstündchen am Tage. Und die Fliegen ilebrn sich m die Stalldeckrn. Was nicht fliegt, surrt, taumelt über dem Erdenstaub, das kann die Schwalbe nicht fangen. Sie badet auch im Fluge — wie die flachen Steine, die die Buben über die Wasser schatterm 0^' Hnd sie ist die Wächterin am Tore des Tages. Der frühe Rotschwanz, der vom Dachfirst nach der Sonne guckt, schläft länger. In den weihen Rächten steht er zwar um drei Uhr auf. Aber die Schwalbenmännchen sind einen Dorfrundflug zeitiger da Oder wenigstens um soviel, wie die Uhren brauchen zum Schlag ubers Herz der Rächt. Die paar Stunden Finsternis verbringt der Schwalbenmann neben dem Ehebette — wenn Eier oder Kinder darin sind. Eine Schwalbenehe ist Fürsorge, Deingedenken, Treue An ihr wird die Dichtung wahr: nicht weiter soll Liebe von der Liebe gehen, als der Schlag der Rach- tigall zu hören ist. Oder zu Horen ist, was ifa Schwalbe sang. , , ,, , .. < Sie lebt ihr Dasein voller Innigkeit. Und wo sie siedelt, werden Winkel zu Idyllen. Wenn Staub darjn hängt und Spinnengewebe - was tut's? Das Menschenherz fangt davor an zu malen, hält eine kleine Himmelfahrt davor. Es gibt nicht viele solcher Verklarungen! Wie diese kleinste Hütte so hingemauert ist in Behaglichkeit und Stille! Und wie die Herren der Menschen davor von einem Dlucksblihlicht übersprüht werden, das auch noch ihre Augen Heller macht. Die Augen, die über dem Herum- fluden im Alltag glanzlos werden. Und wie die Wie früher in Deutschland, so wurde auch Gefahr der Weiterverbreitung des Schädlings in Frankreich aufs neue die Erfahrung gemacht, durch unzweckmäßige Spritzmittel geradezu ge- daß das Absammeln der Käfer und Larven fordert wird. Versuche an freistehenben Kar- niemals unterlassen werden sollte. 1 -., . . Tonnten sich Vie Kurse auf ihrem AnfcmgSnivs« halten. Berliner Dorfe. Berlin Frankfurt a. M. ün Dlllionen Prozent Datum: T‘ Re^arr. 5772a voll voll Voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Banknoten. (Ohne Gewähr.) Prinzeßröcke in Trikot und reiner Seide Viele A usföhrungen in allen Modefarben Nur beste Qualitäten zu mäßigen Preisen Fritz Nowack Wäschefabrik und Ausstattungshaus Blutarme trinken am besten täglich 1-2 Gläschen Sagitta Blut-»ms Nervenlikör In allen Apotheken. Stets vorrätig: Univ.-Apotheke zum gold. Engel, Gießen, usw. Flasche M. 3.50. Sagittaroerk, V.m.b.H., München SM. 2. MTJa Berlin, 18. Juli. (Drahtbericht des „Greß. Anzeigers".) Die heutige Börse stand wieder vollkommen unter dem Eindruck der Drrhand- tun gen in London. Während an den beiden vorhergehenden Tagen eine freundlichere Stimmung zu beobachten war, machte sich heute eine skeptische Ausfassung der allgemeinen politischen Lage geltend. Man verweist auf die wachsenden Schwierigkeiten bei den Konftvenzberatungen und auf die Haltung der französischen Vertreter. Wie an dec heutigen Börse verlautet soll es zwischen den Vertretern der englischen Bankwelt und den politischen Persönlichkeiten in London zu einer Spannung gekommen sein, da die Finanzleute za erkennen gaben, daß das Zustandekommen der großen internationalen Anleihe von ganz bestimmten Doraussehungen abhängig sein werde, denen sich auch Frankreich fügen müsse. Der Ausgang all dieser Verhandlungen ist natürlich im Augenblick noch höchst zweifelhaft. Dementsprechend bewahrt auch die Börse heute wieder Zurückhaltung. Das Geschäft war heate auf dem Aktienmarkt nur ganz geringfügig. Die Kurse bröckelten eher etwas ab. Lebhafter^ging es nur am Anleihemarkt zu. Hier entwickelte sich ein etwas regeres Geschäft in Kriegsanleihen, die mit 285 gehandelt wurden, während Schutzgebiete vernachlässigt lagen. Auf dem Devisenmarkt lag das Geschält vollkommen still. 3m weiteren Verlaus der Börse gestaltete sich die Tendenz gegen Ende etwas freundlicher, so daß an verschiedenen Märkten sogar noch kleine Kursgewinne zu verzeichnen waren. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark au-gedrückt. BuenoS-AfteS, London, Neu» hort, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle- übrige für 100 Einheit»».) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) veS gesamten Stosswechsels. Ts kann sowohl ein Zuviel wie auch ein Zuwenig an Wasser dem Tiere schaden. Aun ist zwar die Verabfolgung einer gut temperierten Wasser-menge durch Tränken oder durch Selbsttränken recht angebracht, weit besser aber ist es trotz alledem, die Tiere täglich eine Tränke im Freien aufsuchen zu lassen, damit sie wenigstens für kurze Zeit während des Tages sich außerhalb des Stalles bewegen und frische Luft schöpfen können. DaS trägt sehr viel zum Wohlbefinden bei, von dem auch in hohem Grade die Absonderung der Milch abhängt. Dieser kleine tägliche Spaziergang vom Stall zur Tränke und zurück gibt auch Gelegenheit, rindernde Kühe ausfindig zu machen, insbesondere solche, bei denen das Bindern im Stall ohne deutlich wahrnehmbare Kennzeichen auftritt. Beobachten wir die Tiere während des Saufens draußen vor dem Tröge, so bemerken wir, daß ihr Wasserbedürfnis doch recht verschieden ist; die einen brauchen mehr, die anderen weniger Wasser. Vielfach werden aber auch die schwächeren Tiere von den stärkeren vom Wassertroge abgedrängt und erhalten somit nicht genug Wasser. Hier muh dann auf gepaßt werden, dah alle Tiere genügend Wasser zu sich nehmen. Zur Winterzeit hat aber das Tränken da draußen insofern seine Bedenken, als dann das Wasser zu kalt ist. Würden die Tiere dann im Stall temperiertes Wasser erhalten, so würden sie mehr davon aufnehmen. Die Tiere fühlen eben instinktiv, daß ihnen kalteS Trinkwasser schädlich ist. Fragekasten. Frage 36: Meine Frau Hai frühzeitig Ober- kohlvabi gesetzt, der im Mistbeet herangezogen worden war. Die Pflanzen waren kräftig und gingen gut voran, aber jetzt sind die Köpfe sämtlich aufgeplatzt. Was ist die älrsache? Antwort: Das Platzen mancher Gemüse, wie Frühweihkraut, Frühwirsing, Karotten und auch Oberkohlrabi tritt häufig ein, wenn die Pflanzen die Höhe ihrer Entwicklung überschritten haben, ohne dah inan sie verbrauchte. Bei Kohlrabi kommt das Platzen auch schon eher vor, und zwar dann, wenn vorübergehend ein Stillstand im Wachstum eingetreten war. Anlaß zu einer solchen Stockung geben kalte Dächte, Verkrusten des Bodens nach schweren Gewitterregen oder Trockenheit. Bei Kohlrabi sollte deshalb mehr als bei anderen Gemüsearten der Boden durch fleißiges Behacken locker gehalten und dasWachs- tum durch flüssiges Düngen und Bewässern bei Trockenheit gefördert werden. Dennoch ist die früher allgemein verbreitete Meinung, Kohlraben platzten vor Aerger über die Nachlässigkeit ihres Gärtners, nicht ganz richtig, weil auch die Sortenfrage dabei eine Nolle spielt. So sahen wstr im diesem Jahr, wie die Sorte Prager Treib durchweg regelmäßig ausgebildete Knollen hatte, während aus einem Beet daneben der Erfurter Dreien- brunner zum Teck geplatzt war. waren, haben für diese Vermutung den expert- । i tnentcHen Nachweis erbracht. Für die Bekämpfung des Kolovidokäfers 6er- . wendet man zweckmäßig nur solche Bielarsen- - Präparate, die gang oder wenigstens zum ^eii aus dem wirksameren Dibleiorthoarsenat bestehen. Werden 2 Teile Bleiazetat und 1 Teil Dmatrium- vrthoarsenat in Lösung zusammengegossen, dann fällt ein Gemisch von Bleiarsenaten aus, das etwa die gleiche Zusammensetzung hat wie die amerikanischen Präparate. 3n 0,5- bis Iproz. Aufschwemmungen wurden damit ^-ötungszisfern I erreicht, die schon bei Käfern 70 bis 100 Proz. betrugen. 3. Desinfektion des Erdbodens. Während man in Amerika das Hauptgewicht auf das Spritzen des Blattwerks mit Arsengiften logt, handelt es sich für Deutschland und all* noch nicht verseuchten Staaten vorerst noch ,darum. jede Einschleppung des Koloradokäfers, jeden Infektionsherd radikal auszurotten. Dies ist nur in der Weis« möglich, dah alle bffallenen oberirdischen Pflanz enteile durch Feuer, Petroleum und ähnliche Mittel vernichtet werden, während gleichzeitig der Erdboden einer gründlichen desinfizierenden Behandlung unterworfen wird. Benzin und Petroläther sind brauchbar zur Desinfizierung der oberen Erdschichten, in denen di« Puppen ruhen, also nur zur Soin- m erbe Handlung des Bodens. Da die Larven sich stets dicht um die Staude herum im Boden! verpuppen, genügt es, die Pflanzen auszureißen und in die Stellen, wo der Boden nun etwrs aufgelockert ist, je i/* Liter Benzin oder Petroläther emulgiert in Seifenlösung, einzugießen. Das 'ausgerissene Kartoffelkraut muß selbstverständlich gesammelt mit Petroleum übergossen und verbrannt werde,:. Ist man sicher, daß sich nur Puppen im Boden finden, nicht aber auch Käfer die zur Winterruhe in die Tiefe gewan- der sind, so Tann diese Art der Bodendesinfektion genügen, um einen Infektionsherd völlig zu säubern. ,, , In Deutschland ist zur pratttschen Durchführung des Ausrottungsverfahiens bisher mit Erfolg das Rohbenzol verwendet worden. Das Verfahren stellt sich insofern sehr teuer, da je Quadratmeter nicht weniger als 5 Liter Benzol in den Boden' gebracht werden müssen. Dadurch werden nur bis zu einer Tiere van 25 Zentimeter alle Insekten vernichtet. Die im Rohvenzoi enthaltenen schwerflüchtigen Stoffe wirken aber im allgemeinen so lange im Boden nach daß die aus der Winterruhe erwachenden Käfer wcht mehr zur Erdoberfläche auszusteigen vermögen. Man hat versucht, die Menge des Benzols aus 2 Liter und weniger je Quadratmeter zu ermäßigen; die Wirkung der Benzolbehandlung ist dann aber ganz unzureichend. Als ein sehr geeignetes Mittel zur Bekämpfung des Koloradokäfers im Boden hat sich ferner der Schwefelkohlenstoff erwieien. Schwefelkohlenstoff verdampft leicht, und seine Dämpfe sinken infolge ihres hohen spezifischen Gewichtes auch in die beferen Schichten des Erdbodens hinab. Um eine gleichmäßige Durchdringung mit Schwefelkohlenstoff zu erzielen, werden in Abständen von 25—30 Zentimeter schnitte Rillen von ettM 8 Zentimeter Tiefe gezogen, die mit soviel Schwefelkohlenstoff beschickt werden, daß auf 1 Hektar Dodenfläche 750 Liter bzw. 1000 Kg. davon zur Anwendung kommen. Noch | zweckmäßiger ist es, den Schwefelkohlenstoff, genau wie bei der Reblausbekämpfung, in regelmäßig ungeordnete Löcher einzugiehen, oder unter Verwendung von Spritzpfählen in den Boden zu injizieren. Die insektizide Wirkung einer solchen Abhandlung erstreckt sich bis in Tiefen von 6(r Zentimeter. Die Kosten der Schwefellvlsten- stEbchandlung sollen geringer sein als die Kosten dW Denzolverfahrens. » Aehnliehe Ergebnisse wie mtt Schwefelkohlenstoff können auch durch Anwendung von Chlorpikrin (750 bis 1000 Liter je Hektar) erzielt werden. In der Tiefenwirkung ist indessen Chlorpikrin dem Schivefelkohlenstoff unterlegen. Lästig ist überdies der Umstand, daß em Arbeiten mit Vieser sehr giftigen Substanz nur unter Benutzung der Gasmaske möglich ist. Aus diesen Gründen verdient die Anwendung von Schwefelkohlenstoff den Vorzug, obwohl auch dieses Mittel jeiner I Fmergesährlichkeit wegen nicht ganz unbedenklich ist. Es sei noch erwähnt, daß auch Kalzium» karbid, wenn es in Mengen von i/i—Vr Kg. je Quadratmeter in den Boden gebracht wird, gute Wirkungen gegen den Koloradokäfer entfallet. Die Beschaffenheit des Tränk-1 waffers ist nicht ohne Einfluß auf den Stoffwechsel des tierischen Körpers, und bei der Kuh sogar von erheblichem Einfluß auf die Milchergieb.gleit. Zunächst ist zu kaltes Tränkwasser, das unter 10 Grad Celsius hat, schon deshalb nachteilig, weil der Tierkörper zur Erwärmung des zu kalten Tränlwassers die Wärmequelle liefern muh und hierzu natürlich einen Mehraufwand an Futter benötigt. Pferde bekommen nicht selten nach zu kaltem Saufen schwere Koliken, aber auch Rindvieh ist in dieser Beziehung nicht unempfindlich. Weil ober zu kaltes Wasser dem Tierkörper nicht bekömmlich ist, soll daraus nun nicht etwa der Schluß gezogen werden, daß das Wasser nunmehr recht warm verabfolgt werden müsse; das wäre gleichfalls verkehrt. Versuche, die nach dieser Richtung angestellt worden sind, haben ergeben, daß zu kaltes Wasser ebenso wie zu warmes, mit 20 Grad Celsius, dem Tiere nicht bekömmlich ist. Das Brunnenwasser erlangt die zum Tränken geeignetste Temperatur von etwa 10—12 Grad Celsius dadurch daß man es in den Ställen in einem Wasserbehälter stehen läßt, der nach jedesmaligem Tränken sofort wieder gefüllt wird. In den meisten landwirtschaftlichen Betrieben ist dieses Verfahren auch eingeführt und praitisch erprobt. Noch praktischer nach jeder Richtung ist die Anlage einer Selbsttränke, die es ermöglicht, zu jeder Zeit und nach Belieben gut temperiertes Wasser auszunehmen. Die Tiere nehmen bei der Selbsttränke das Wasser immer nur in kleinen Mengen auf, sie saufen es dann nicht so haufenweise wie beim Tränken aus dem Eimer oder der Krippe nur zu bestimmten Tageszeiten. Was die aufzunehmende Wassermenge anbelangt, so richtet sich diese nach der Milchabsonderung, der Hain- und Darmentleerung und der Hau Ausdünstung, und diese Menge muß nottven- digerweise ersetzt werden, sonst läßt der Milchertrag nach. Eine genügende Wasseraufnahme ist eben unerläßlich für ben geregelten Verlauf •) Dom Auüzahlune-'rert. Frankfurter Dorfe. Frankfurt a. M., 18. Juli. (Drähtbericht des „Gieß. Anz.".) Die Börse, die in den letzten Tagen etwas Unternehmungslust zeigte, eröffnete heute wieder ziemlich ruhig und unter weitgehender Zurückhaltung. Die Tendenz ist im , allgemeinen als behauptet zu bezeichnen. Verschiedentlich waren neue Kursbesserungen zu beobachten, die aber bescheiden blieben. Wenn die bessere Strömung nicht voll zur Auswirkung kam, so lag das im Mangel an Kaufaufträgen und der Neigung zu den üblichen Wochenglattstellungen. Auch Der Geldmangel dürste an dem sehr stillen Geschäft großen Anteil haben. Da die Spekulation ihre Engagements bei Wochenschluh abzuschließen nicht für gangbar hält, zumal der Ausgang der Londoner Konferenz noch als höchst ungewiß erscheint, ist der Verlauf des Geschäftes äußerst still. Am Geldmarkt wird der Zinsfuß für Mo- natsgeld mit l3/8 Prozent genannt, auch Tagesgeld ist unter i/4 pro Mille angeboten. Der Da- lutenverkehr liegt vollkommen still. Pfund, Frank und QHart" halten sich unverändert. Am Aktienmarkt waren zum Teil leichte Kursbesserungen festzustellen, doch im großen und ganzen blieb das Kuisbild das gleiche wie gestern. Am Montanmarkt traten neue Kursänderungen nicht ein. Der Dankaktienmarkt war still- Für heimische Renten hat das Interesse nachgelassen. 5prozent. Kriegsanleihe 277,5 minus 51/? Milliarden. Ausländische Renten lagen ruhig. Der Freiverkehr war ziemlich gut gehalten. Man hörte: Api 187, Becker- Stahl 1,37, Becker-Kohle 3,5, Drown Boveri 0,7, Krügers hall 2, Petroleum 10, Rastatter Waggon 1,25, Ufa 4, Growag 0,1. Im weiteren Verlauf terytn begründete Aussicht, daß die Reichsbahnverwaltung auch auf die halbe Abfertigungsgebühr an der Grenze des besetzten Gebietes, die sie jetzt noch erhebt, Verzicht leisten werde. * Deutsche Kabelwerke QL-®., Berlin-Lichtenberg. In der v. G.-V. waren 10 Aktionäre mit 171176 Stimmen vertreten. Die Jahresabrechnung für 1923 wurde gegen h Stimmen genehmigt und beschlossen, den rechnungsmäßigen lieberschuh von 562 556 Mk. auf neue Rechnung vorzutragen. Wie auf Anfrage mit» geteilt wurde, befinden sich aus der letzten Emission von September 1923 noch 12 000 Stück Aktien im Portefeuille des Konsortiums. Aus dem vereinnahmten Erlös des anderen Teils der Emission wurde das Werk Ketschendorf fertiggestellt. Die Gesellschaft war während des vergangenen Jahres gut beschäftigt, besonders dein inneren Ausbau und dem der Export-Organisationen gewidmet. Im laufenden Geschäftsjahre liegen noch Qlufträge für eine Reihe von Monaten vor. * Die französische Ein- und Ausfuhr. Der Wert der französischen Einfuhr aus fremden Ländern stellte sich in den ersten 5 Monaten ds. Zs. auf 15 023 Mill. Frcs. gegen 10 980 Mill, im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres, war also um etwa 37 Prozent höher als im vorigen Jahre. Die Ausfuhr hatte einen Wert von 16 360 Mill. Frcs. gegen 10 176 Mill. Frcs. in der gleichen 3eit &e£ Vorjahres, ein Mehr von 60,7 Prozent. Im vorigen Jahre wies die Außenhandelsbilanz einen Fehlbetrag von 804 Mill. Frcs. auf, in diesem Hahre ergab sich ein pleberschuß von 1337 Mill. Frcs. Die Einfuhr aus franz. Kolonien hatte in den 5 Monaten einen Wert von 1671 Mill. Frcs. gegen 1409 Mill, im Jahre 1923. Die Ausfuhr stellte sich auf 2000 Mill. Frcs. gegenüber 1 409 Mill. Frcs. im Vorjahre. Frankreich führte für 2626 Mill, aus den Vereinigten Staaten, für 2118 Mill, aus England, für 1058 Mill, aus Belgien und Luxemburg, für 830 Mill, aus Deutschland, für 738 Mill, aus Algerien, für 658 Mill, aus Italien, für 598 Mill, aus Argentinien, für 461 Mill, aus Holland und für 403 Mill, aus Brasilien in den 5 Monaten ein. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) • Keine Verhandlungen in der Frage derSchuhgebietsanleihen. Entgegen den Nachrichten, nach denen die deutsche Regierung Vertreter zu 'Verhandlungen mit der afrikanischen Regierung über die Fragen der SchuhgebietSanleihen entsandt habe und diese Verhandlungen bereits aufgenommen seien, erfahrt der „Deutsche Handelsdienst" von zuständiger Stelle, daß zur Zeit weder Verhandlungen zwischen der deutschen und afrikanischen Regierung stattfinden, noch von feiten Deutschlands Abgesandte zu solchen Verhandlungen bestimmt sind. * Regie rungsm aßnahmen zur Hebung des RuhrkvhlenabsaheS. Wie die „Deutsche BergwerkSzeitung" meldet, beabsichtigt die preußische Regierung die Einführung eines Wasserumschlagtarifes für Kohlen von den Rheinhäfen nach Süddeutschland. Dadurch soll die pol» nisch-oberschlesffche Kohle aus Süddeutschland zugunsten der Ruhrkohle verdrängt werden. Ferner würden durch den Verzicht der Reichsbahnverwaltung auf Erhebung einer zwei- bis dreifachen Abfertigungsgebühr im Durchgangsverkehr Härten beseitigt, über welche der Ruhrkohlenbergbau mit Recht Klage geführt hatte. Cs bestände wei- Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die Augen der Börse sind nach London gerichtet. Mögen die deutschen Finanzleute je nach ihrer politischen Einstellung auch zum Sachverständigengutachten ganz verschieden stehen, so sind sie sich doch darüber einig, daß ein langes Hinaus zögern der Entscheidung oder gar ein Scheitern der Verhandlungen katastrophale Wirkungen für die deutsche Wirtschaft haben muß. DaS Sachverständigengutachten ist der letzte HoffmmgS- anker, an dem sich die deutsche Geschäftswelt in ihrer beispielskosen Bedrängnis klammert. Gibt es auch da eine Enttäuschung, so find die Folgen unübersehbar. Selbstverständlich ist man sich gerade in Finanzkreisen darüber klar, daß dieses Gutachten das ersehnte Allheilmittel auch nicht bringen kann, da es von Voraussetzungen aus- geht, die, besonders im gegenwärtigen Moment, nicht mehr zutreffen. Der einzige VorteiL den sich die Wirtschaft von der Annahme der Vorschläge des Herrn Dawes verspricht, ist eine Verflüssigung des Geldverkehrs im Inlande und bestenfalls das Hereinströmen größerer Kapitalien aus dem Auslande, vor allem in industrielle ilntcmefymungen. Niemand Farm heute sagen, ob diese Träume in Erfüllung gehen werden. Olllein die Hoffnung ist es, die der Geschäftswelt noch einigen Mut verleiht und sie vor völliger Verzweiflung bewahrt. An der Effektenbörse ist die älnternehmungslust außerordentlich gering. Man verlegt sich auf Geschäfte, die keinen großen Kapitalaufwand fordern und hier und da doch bescheidenen Nutzen abwerfen. Hierher gehört vor allem die Spekulation in Anleihepapieren verschiedener Art. Das Kleinrentnerpublikum draußen im Lande leistet hierbei der Börse in ge- "ßoissem Umfange Gefolgschaft und seht den kümmerlichen Rest seiner Kapitalien nicht selten auf eine Karte. Was tut man nicht, um in dieser schweren Zeit, die dem durch die Inflation zugrunde gerichteten Bürgertum so wenig Existenz- möalichleiten bietet, noch ein paar Groschen zu beratenen I Am Geldmärkte ist eine relative Erleichterung — soweit es sich um kurzfristige Gelder handelt — eingetreten. Die Stillegung zahlreicher grobindustrieller Betriebe hat natürlich eine Verminderung der Ansprüche an den Geldmarkt zur Folge. Trotzdem sind langfristige Kredite nicht zu erhalten. Etwas flüssiger sind nur diejenigen Institute, die als Geldgeber für die Börse in Frage kommen. Die Wirtschaft aber steht noch weiter im Zeichen der Geldknappheit j und Kreditnot. , 6% Deutsche ReichSanleibe . 4e/0 Deutsche Reichsanleihe . 8'/,'/° Deutsche Reichsanlethe 3% Deutsche ReichSanleibe . Dciilsche Sparprämtenanleihe 4% Preußische KonsolS . . . 4°/o Hessen....... M?“:::::::::: Deunche Wertb. Dolla^Anl. dto. Doll.-Schay-Anwetsng.') 4% Zolltiirkcn ....... 6% Äoldmexikaner...... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz und Privat-Bank. Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank......... Deutsche VeretnSbank .... DtSconto Commandit .... Metallbau!........... Mitteldeutsche Tredttbank. . Lcsterreichische Kreditanstalt. Westbank............ Bochumer Guß ...... Buderus........... Caro.......... Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. .... Laurahütte.......... Obcrbedarf Phönix Bergbau ...... Rhcinstadl...... Riebeck Montan..... TelluS Bergbau....... Hamburg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Llohd ... . Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg .. . Philipp Hohmann...... Anglo-Eont-Guano .... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alapin . . Goldschmidt ...... Griesheimer Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung....... Rütgerkwerke......... Scheideanstalt Alla. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Matnkraftwerke ........ Schlickert............ Siemens & HalSke Adlcrwerke K le her ..... Daimler Motoren. ..... Hehligenstaedt......... Mcguin............. Frankfurter Armaturen . . . Stonservenfabrik Braun . . . Schuhiabrik Herz Sichel........... Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel .. . Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 18. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer 19,50, Roggen, inlänb. 18—1825, Sommergerste für Drauzwecke 17,50—18,50, Hafer, inländ. 18—18,25, Mais, gelb, 16,75—17, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 31—32,50, Roggenmehl 25,75—26,25, Weizen- und Roggenkleie 10—1025. Tendenz: Grundton fest, jedoch kein Geschäft, da Käufer zurückhalten. Berliner Produktenbörse. Berlin, 18. Hali. Am Produktonmarkt cvar das Geschäft wieder ruhiger als gestern, die Preise nicht wesentlich geändert. Weizen Hamburg war mit 196 umgefetjt Die Weizenaas führ' dürfte die leichteste und größte fein, während andere Getreidearten noch wenig über die Grenze kommen. In Futtermitteln ist kaum etwas abzu- setzen. Die Geschäfte beschränkten sich meistenteils auf solche spekulativer Art, meistens Deckungen. Welzen märk. 172—178, Roggen, märk. 140 bis 147, Gerste, märk. 160—170, Gerste, neue 155 bis'160, Hafer, märk. 142—147, Weizenmehl 24,50 bis 28,' Roggenmehl 22—24,50 Weizenkleie 9,60 bis 9,70, Roggenkleie 9,60—9,70, Raps 260, Leinsaat *330, Viktoriaerbsen 20—22, kleine Erbsen 14—15, Futtererbsen 14, Peluschken 14, Acker- bohnen 14—15, Wicken 15—16, Lupinen, blau 9,50 bis 10, Rapskuchen 11, Leinkuchen 19 bis 20, Trockenschnitzeln 8,80—9, Kartoffelflocken 21 bis 21,50. Briefkasten der Redaktion. L. in Äl.*ß. Ihre Frage können wir nicht beantworten. Sie müssen sich damit an einen; Rechtsanwalt wenden. 17. Juli 18 Juli Revart. Amtliche Notierung Amtlich, >J Geld torteruag Bries 17. 18. Geld | Brief Amst.°Rott. 158,55 159,35 158,70 169,50 voll voll Brss.-Anlw 19,10 19,20 19,10 .19,20 boll voll Ehristiania - 58,31 56,59 66,26 66,54 67,92 voll voll Kopenhagen 68,03 68,37 67,50 voll voll Stockholm - 111,37 111,93 111,37 111,63 voll voll HelsingforS- Italien. . . London. . . 10,47 18,05 10,53 18,15 18,415 10,42 18,00 10,48 18/0 voll voll voll voll 18,325 18,293 4,11 18,395 voll Volt Neuhork . . 4,19 4,21 4,21 voll voll Pans. . . . 21,60 21,70 21.42 21,50 DOU voll Schwei, . . 76,21 76,69 76,21 76,69 voll voll Spanien . . Wien in D-. 65,61 66,89 65,46 65,74 voll voll Oest. abgest 5,92 8,91 5,92 6,94 non voll Prag . . . 12,41 12,47 12,42 12,48 voll voll Budapest. . 5,04 6,06 1,865 5,115 6,135 voll voll Buen.-Atres 1,945 1,346 1,385 voll voll Bulgarien 3,01 3,03 8,01 3,03 voll voll Japan - . . Rio de Fan, 1,73 1,74 1,73 1,74 voll voll 0,885 0,395 0,405 0,415 voll voll Belgrad . . 4,95 4,97 4,98 4,97 voll voll Lissabon . - 11,07 11,13 11,07 11,13 voll voll Schlich. Kur» sw- flurs Schlich, fiuro . Schluß. Kar, 17. 7. 18. 7. 17. 7. 18. 7. 0,283 0,270 0,281 0,278 0,540 0,525 0,525 0,550 0,430 0,400 0,415 0,430 0,950 0,950 0 960 c,9l>0 — 0,190 0,180 0,181 0,450 0,425 0,420 0,435 0,550 0,550 0,560 0,650 0,420 — 0,660 0,500 0,400 — 0,450 0,450 4,2 4,2 4,2 4,2 83 81 83 81 6,62 6,661 7 6,65 — 39 | 38 38,5 20,7 20,75 1 20,10 21,13 4 3,76 4 4 6 8,15 6,30 6,30 7,25 7,13 7,13 7,20 0,645 0,345 8 7,8 8,1 8 1C,12 10,10 — — 1,70 1,70 1,75 1,75 0,315 0,810 0,3 0,3 0,2 0,2 0,3 0,8 .. 41 •— 6,26 6 6,25 6 8,30 7,90 — 7,85 42,75 43,50 43,75 43,9 44,25 43,76 43,7 44,3 48,75 iß 48 6,26 6 6,3 6,30 9 9,25 9,10 9,4 9,50 3,90 3,9 8,8 6,60 6,50 7 7 23,4 22,90 23,13 22,75 18,50 18 18 30 29,75 29,25 29 1,30 1,40 •— — 18,05 18,25 18,2 18,4 3,90 3,91 3.8 3,90 1,6 1,6 — — 7,55 7,625 — 2,40 2,725 2,50 2,80 6,5 6,6 6,8 10,90 11 10,90 10,9 1 0,9 — — 8,1 7 8,25 8,1 10,90 10,75 11 11 8,40 8,50 8,4 8,5 4,60 4,75 —• — — 9,5 9,65 9,40 10,40 11 — — 6,60 6,75 6,85 6,50 10,12 10 9,80 9,65 6,76 6,76 — 29 28,5 28,2 28 39 39 37,6 39,25 1,1 1,25 1.1 1 1,95 1,00 1,75 1,80 1,8 1,9 w —> 7,5 7,5 7,25 7.75 0,41 0.4 — —- 0,61 0,62 0,66 0,65 0,5 9,75 — — 1,05 1,05 1,9 1.1 2,2 2,3 2 2,80 2,85 3 3 7,12 7,10 7,25 7 2,70 2,65 <— — 1,85 2,1 1,9 1,9 Berkin, 18. Juli Geld Brief Amerikanische Noten ..... 4,N 4,21 Belgische Noten........ 19,00 67,33 19,10 67,07 Dänische Noten ........ Englische Noten........ Französische Noten ...... 18,26 21,40 158,’0 18,00 18.38 21,50 159,00 18,10 Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr-, ä 100 Kronen 56,16 36,44 5,98 6,02 Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... 1,61 1,83 111,12 111,68 Schweizer Noten....... 76,21 65,26 12,37 76,69 55,44 12,43 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten...... 4,94 4,96 w Avina" iS * Das Ll sS Ä® wi' mit mir gelt ,So, da erlauf., .ibcr ^,net Ä r.'.S mitgebracht c zur Sache g' U knn Gil Alu grol Alur Aulbei Pi Bezi Beri, Au|W»ns< la S'alkVe, Handforms kc Oer Alte auf Topper. Stenum von Hanns von Zvbeltitz. 20. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) »Da — spann' aus und versorg' den Schecken," Heißt es noch, und dann irahm dec alte Herr umständlich die beiden schweren Säcke vom Wagen und trug sie hinüber ins Herrenhaus und in seine Stube, schlost sie fort. Stand eine Weile in Gedanken, zündele dann das Lalglicht im Wessingleuchter an, putzte den Docht besonders umständlich, wie um Zeit zu gewinnen, und schellte: »Die gnädige Frau möcht' doch mal 'rüberkommen." Das Licht gab nur einen schwachen Schein. Aber als Beate über die Schwelle trat, war's ihm, als brauchte er gar nicht zu fragen: „Wie geht's mit dem Christian?" So wunderlich jung sah sie aus, fast wie eine glückliche Frau. Schien dabei eine eigene Emotion in ihr, dah sie gleich begann: „Herr Baler, dem lieben Gott sei gedankt, Christian ist recht gut zuwege, hat gegessen und getrunken, mit schönem Appetit, und viel mehr mit mir gesprochen, als bis heute." „So, das freut mich, meine Tochter," sagt er darauf. „Der Durdrian ist doch ein Deubelskerl, aber deine treue Pflege wollen wir nicht vergessen. Lind nun setz' dich, ich hab' mit dir zu sprechen." Stellt den Messingleuchter auf ben grosten Tisch, seht sich in den Lehnstuhl und fängt an zu erzählen: von seinen Geschäften in Sternberg und was der Züd gesagt und das) er Geld mitgebracht hätte und allerlei, was eigentlich nicht zur Sache gehört. Macht nämlich Llmwege und muh dann endlich doch damit heraus: „Also, Tochter, in ein paar Tagen oder so geht der Kaspar ins Feldlager." Dachte, sie würde sehr erschrecken oder aufbrausen. Aber sie sitzt stille, hat nur die Hände fest ineinander verschränkt und den Scheitel tief geneigt, dah er ihr Gesicht nicht recht sehen kann. Antwortet gar nichts. „Nämlich, Beate, es muh sein. Order muh pariert werden. Ich hab' aber noch meine besonderen Gründe." Lind ec beginnt wieder zu erzählen, von dem Junker und der Rath, and meint wieder: jetzt wird sie hochfahren. Aber sie sitzt so stille, wie vorher, und spricht nur, nach einer Weile, ganz sanft und leise: „Die Kinder . . ." Beinah, dah er jetzt aufgebraust wäre. So leicht, wie sie das nahm, beinahe, als ob sie's entschuldigen wollte. Doch er besinnt sich uird beherrscht sich. Ist im Grunde froh, dah die liebe Frau sich so fügt. Steht langsam und schwer auf, nimmt den Leuchter: „Gat also. Nun will ich den Christian sehen." Geht zur Türe, wartet auf sie. Halb hat sie sich erhoben, sinkt wieder zurück. Sind doch wunderlich, die Froaensloute. Also geht er allein. Wie aber die Tür sich hinter ihm geschlossen, wirft sie die beiden Hände vor das Gesicht und weint bitterlich. * # * Am nächsten Tage, dem Tage des Herrn, ging der Herr Patron mit den Seinen zum Gottesdienst. Er voran, neben ihm Frau Beate, mit dem Gesangbuch im Arm: dahinter ein ungleich Paar, der greise Junker Egid und das junge Blut Kaspar. Der Küster 'harre es adzupafsen mit dem Sinläuten, bis der gnädige S)err auf die Dorf- strahe trat. Aber der Gestrenge machte es nicht wie andere, die Pastor uni) Gemeinde gern warten liehen. Er war allezeit pünktlich, und sein Haus nruftte es mit ihm sein. Langsam, ein wenig gravitätisch, schritt er die Dvrsstrahe entlang, über den Gottesanger und mit gelüftetem Hut über die Schwelle des Kirchleins, aus dem Steinpflaster hin zum Herrschaftsgestühl. Da wartete schon hinter dem schweren, wappengeschmückten Cichenstuhl der Derworrner und schob ihn dem Gnädigen unter. Links neben ihm kam die Schwieger zu sitzen und dann Egid: der Junker hatte hinter seiner Mutter za stehen. Klein und ärmlich war das Kirchlein. Aber auf den Holzbänken sah die Gemeinde dicht gedrängt, die Männer mit ihren harten Ledergesich- tern, die Weiber die grobe Haube, aus schwarzem Band kunstvoll gebunkert, auf den Köpfen. Jeder im besten Kleid, das ihm die Russen gelassen. Der Patron konnte zufrieden sein: es fehlte Wohl keiner und keine: er »nd der Pastor hielten scharf auf die Kirchenzucht. Drüben auf der anderen Längsseite sah die kleine Frau Magister, die noch recht elend aussah: neben ihr die Frau Schulmeister, und dahinter stand Ruth. Auf der niedrigen Empore hockte die Jugend auf ihren Schemeln: in der Mitte zwischen ihr der einarmige Balthasar Schmidt als Chormeister, mit dem Röhrchen in der Hand, dah er ein weniges mit ungebrannter Asche nachhelfen könnte, so es nicht recht klappte: ganz am Ende knieten zwei Jungen mit den nackten Schienbeinen auf Erbsen, weil sie am vorigen Sonntag der nötigen Aufmerksamkeit ermangelt hatten. Das mußte schmerzlich weh tun, denn den Sünden, liefen jetzt schon die Tränen über die Backen. Aber es tat gut. Balthasar hatte es ausprobiert: wer die anderthalb Stunden auf Erbsen kniete, dem entging auch nicht ein Wörtlein von der Predigt. Lind weichherzig war der Schulmeister nicht. Das hatte er sich schon ehedem abgewöhnt, als er Korporal beim Regiment Bevern gewesen und zehn Hahr lang Rekruten dressiert hatte. Sie sangen übrigens ganz respektabel, die Hungen und die Mädchen, das alte schöne Luther- lied: Ein' feste Burg ist unser Gott, Vers eins und zwei. Wenigstens befand der Gestrenge so, der selber mitzusingen für Pflicht und Anstand hielt, wennschon er wußte, dah sein dröhnender Dah nicht gerade zum Kunstgesang sich eignete. Die Hauptsache blieb, dah es von Herzen kam. Schade nur, dah die Orgel fehlte. Aber dazu hatte es noch nie gelangt. Der Herr 'Magister hatte sich wieder einen seiner Lieblingstexte erwählt. Matthäus, Kapitel fünf, Vers fünf. «Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen.' Lind er drehte und wendete das Thema, er sprach so eindringlich, dah die alten Weiber bald zu schluchzen ansingen, auch manche Hunge dazu. Bei allem Respekt vor Gottes Wort, an dem er sich gewiß» lich nimmer zu deuteln und zu rütteln erlauben wollte: dem Patron kroch eine Laus über die Leber, als er so Demut und Geduld in allem Llngemach über alle Mähen rühmen hörte. Mochte ja seinen Segen haben, gerade jetzt. Die Geduld wenigstens, die konnte man brauchen. Aber manchmal war's doch zum Dreinschlagen — (Fortsetzung folgt.) M 1 I Mo • Nilin etwas s er, Z ahnp asfa Statt Karten Gießen, den Ostanlage 35 5771 D Gießen, 20. Juli 1924 021869 Vermählte Gießen, den 19. Juli 1924 021899 Gießen (Marburger Str. 58), den 19. Juli 1924 treeD Karl Währum Frau Klara geb. Zinn Elisabeth Möhl Philipp Weber Verlobte Meine Verlobung mit Fräulein Annelise Arnold beehre ich mich anzuzeigen Dr. tned. H. Kliewe 1. Assistent am Hygienischen Institut Wilhelm Baldus und Frau Marie geb. Steih Vermählte Die Verlobung unsrer Tochter Annelise mit Herrn vr.meä. Heinz Kliewe geben wir bekannt Rechtsanwalt F. Arnold Direktor der Handels- und Gewerbebank und Frau A. Arnold geb. Kratz Miere l AlMNlMS : mord, fachgemäk ■ u. preiswert ge- : stimmt u. repar. Ebert mL : Gießen, vlom.11 Änkanl gbr.Klav. u. Harmoniums. Achtung! Achtung! Große Sendung Einmach- und Salat-Gurken Heidelbeeren, Dohnen und sonstige Gemüse eingetroffen. 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