ar. 142 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbetlag«: BietzenrrFamilienb lätter Monats-Vezngrpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold- psennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch,Anschlüße • für die Schrift! oitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehea. povschecttonto: Zrankfurl a. M. 11686. Erstes Blatt Jahrgang Donnerstag, 19; Juni 1924 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesien vrock tm6DerIofl; vrüh^che Univerfitätr-Vuch- und Steinöniderei B. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Sefchüftrsteile: Schulftrotz- 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite crt!ich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen ü.70mm Breite .35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/o Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschcin; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. Herriot und Deutschland. ES hieße Dem deutschen Volke Sand in die Augen streuen, wenn man behaupten wollte, daß der Silberstreifen der Hoffnung auf baldige endgültige Befriedigung Europas, den selbst ruhige und ernste Beobachter am politischen Horizont zu sehen behaupteten und behaupten, durch die bisf^rrge Haltung des neuen fvar^ösischen Ministerpräsidenten Herriot gegenüber Deutschland wesentlich verbreitert worden wäre. Gewiß form man die beliebten Einwendungen machen, daß Rom nicht an einem Tage erbaut worden ist und daß es wertvoller urä> erfreulicher ist, den Beginn einer Entspannung, den guten Willen zum Einlenken an der Seine zu beobachten, als die Fortdauer der Gewaltpolitik und die Verewigung des Druckes feststellen zu müssen. Aber — und dieses Aber ist sehr gewichtig — auch der Gutwilligste wird nicht behaupten wollen, daß die vom Rachfolger Poincares angekündigten Maßnahmen und Handlungen diese Einwände als berechtigt erscheinen lassen. Schon die pum Teil unklare und vieldeutige Formulierung oer Herrivtschen Absichten vermag nicht das Mißtrauen ans der Welt zu schaffen, das wir Deutschen den Worten und Versprechungen französischer Minister entgegenbringen müssen, wenn wir nicht immer wieder ein Opfer unseres guten Glaubens werden wollen. Dazu lommt das überraschend geringe Entgegenkommen, das im Kadi -etr azer- riot in der fundamentalen Frage der Aufhebung der Ausweisungsbefehle und der Befreiung unserer in französischen Kerkern wider Bolts- und Völkerrecht festgehaltenen rheinischen und westfälischen Brüder bewiesen wird. Was nützt es, wenn der Demokrat Herriot verspricht, den demokratischen Geist zu ermutigen, und nicht den Mut findet, die demokratisch parlamentarische Regierung des deutschen Volles vor der schwierigen Aufgabe zu bewahren, mit halb- leeren Händen dem Volke entgegenzutreten? Die Mitglieder des deutschen Kabinetts haben es wiederholt klar und eindeutig ausgesprochen, daß die Aufhebung, und zwar die restlose Zurücknahme der gegen deutsche Volksgenossen an Rhein und Ruhr während des passiven Widerstandes verhängten Zwangsmaßnahmen uird darüber hinaus die Befreiung und Räuntung des widerr^ht- lich besetzten Gebietes der Rheinhäfen, der Flaschenhälse und des Ruhrgebietes eine Bedingung ist, deren Erfüllung die Ehre der deutschen Ration ebenso fotbert wie die Durchführung der um das Sachverständigengutachten auf- gebauten Ausführungsbestimmungen. Herr Herriot, der von Frieden und Gerechtigkeit spricht, als ob diese Begriffe nur Frankreich gegenüber einen Sinn und Wert hätten, stellt die Grundlagen und Folgerungen des Sachverständigenberichtes auf Den Kopf und macht die Einstellung der Poineareschen Pfänderraub-Politik von Bedingungen abhängig, die in der politischen Rotwendigkeit kaum ihre Begründung finden. Hab es ist fast eine — gewiß unbewußte — Verhöhnung des deutschen Volkes, wenn derselbe Herriot, der bcchauptet. zur Festigung der deutschen Demokratie beitragen zu wollen, gleichzeitig als Beweis dieses guten Willens die Aufhebung der Ausweisungen nur der kleinen Beamten in Aussicht stellt, als ob nicht sämtliche Ausgewiesenen im Dien st e der deutschen Volksgesamtheit gestanden hätten, dessen demokratischer Regierung zuliebe alle Beamten ohne Ausnahme ihre Pflicht getan haben. Lind wenn Herriot sich ferner die Patentausrede der französischen Militaristen von der angeblichen Bedrohung der Sicherheit der Be atzungstruppen durch zahlreiche Eingekerkerte zu eigen macht, um das Versagen der Befreiung dieser für Deutschland leidenden Volksgenossen zu begründen, so kann man auch beim besten Willen nicht schwere Bedenken für die Zukunft zurückhalten. Denn ebenso wie man diesen Aermsten die Freiheit versagt. wird man allen denen die Rückkehrerlaubnis verweigern, die „durch ihre Anwesenheit dre Sicherheit der Desahungstruppen bedrohen" — Und diese echt gallische Begründung weist bekanntlich ein sehr erheblicher Teil der Ausweisungsbe ehle gerade der geistig Führenden und der mittleren und oberen Beamten auf! „Es genügt Frankreich, sich auf die Gerechtigkeit zu stützen" — sagt Herriot. Aber sprach er irgendwann und irgendwo davon, daß die französische Regierung die Franzosen und Französlinge, die sich der Wohnungen der Vertriebenen bemächtigt haben, aus ihnen, um der Gerechtigkeit willen, entfernen will, um den von Haus und Hof gejagten Rheinländern die Möglichkeit eiüer Unterkunft, her Rückkehr in ihr Eigentum, zu geben? Sprach er dagegen nicht sehr energisch von der Lösung des Problems der Sicherheit, die nichts anderes ist als dre Erfüllung des Traumes derjenigen Franzosen, die das linke Rheinufer auch dann für Frankreich gerettet sehen, wenn es in irgendeiner Form vervölker- bundlicht ist? Rein, Herr Herriot muß sich dem deutschen Volke in einer ganz anderen Form vorstellen, wenn er unser Vertrauen in seine Absichten gewinnen und der Welt jenen dauerhaften Frieden schenken will, um dem er in echt französischer „Bescheidenheit" sagte, daß seine Regierung ihn den Rationen geben will, die „das Vorbild Frankreichs leiten soll". Das deutsche Volk muß darauf verzichten, bas amtliche Frankreich von gestern als Vorbild betrachten zu können, denn dieses Frankreich der Poincarä, Clemenceau und Millerand hat Recht und Gerechtigkeit, Volks- und Völkerrecht mit Füßen getreten, und wenn Doumergue. das neue Oberhaupt der französischen Ration, durch den Mund des Ministerpräsidenten Herriot der Welt verkünden läßt, daß Frankreich kein Verschulden an der Richtbefriedung Europas treffe, so muh und wird von deutscher Seite täglich und ohne Änterlah an Tausenden von Beispielen bewiesen werden, daß diese Behauptung zum mindesten eine beispiellos verlogene agitatorische Phrase ist. Das deutsche Volk hat ein Recht auf Frieden, Freiheit und Achtung seiner nationalen Ehre und Würde wie das französische. Das deutsche Volk hat ein Recht auf Sicherung seiner rheinischen und westfälischen Brüder vor französischen Gewaltakten. Der deutsche Westen hat ein Recht auf Wiedergutmachung des himmelschreienden Unrechts, das Franzosen mitten im Frieden begangen haben. Hier und da klingt es durch die Erklärung Herriots, als ob er und seine Anhänger sich bewußt wären, daß die Verbreitung dieser Erkenntnis die Hauptaufgabe der führenden Franzosen von heute ist und als ob der von den fran- sischen Machthabern von gestern vergewaltigte Begriff „Gerechtigkeit" eine neue, normale und zeitgemäße Bedeutung bekommen könnte. Aber es ist nicht die Aufgabe des Zeitungsschreibers, Zeichendeuter zu sein. Deshalb wollen wir mit aller gebotenen Vorsicht den kommenden Dingen entgegensehen. Ohne Illusionen, aber mit jenem unzerstörbaren Glauben an den endlichen Sieg der Vernunft, der unser deutsches Vorrecht ist. Im übrigen hat jetzt die deutsche Regierung und die deutsche Volksvertretung in dieser 2br- gelegenheit Las Wort. Ein Kommentar des „Temps". Paris 18. Juni. (WTD.) Zu dem außenpolitischen Programm des Kabinetts Herriot schreibt der „Temps": „Die deutschen Rechtsparteien seien gewarnt. Wenn sie die Annahme der Gesetze verzögerten, die zur Durchführung des SachverstärMgenbe- rrchts unerläßlich seien, so werde es ihre Obstruktion sein, die den gegenwärtigen Zustand rm Ruhrgebiet zeitlich verlängere. Sie hätten zu wählen zwischen den nationalen Interessen, wovon sie soviel Aufhebens machten, und der nationalistischen Phrase, die in Deutschland wie anderwärts gerade die Verneinung des nationalen Interesses sei. In Frankreich weckten die Worts „Räumung des Ruhrgebiets" natürlich Einwände. Man werde sich anstrengen, den Rach- weis zu führen daß Frankreich und Belgien das Ruhrgebiet nicht zu räumen brauchten, bevor sie völlige Bezahlung erlangt hätten, und daß die Durchführung der von den Sachverständigen formulierten Empfehlungen, selbst wenn sie nrif den vorgesehenen Garantien Hand in Hand gingen, sicher nicht der völligen Begleichung der Reparationen gleichkommen. „Wir übernehmen es gern," erklärt der „Temps", „den Liebhabern von luftigen Gerüchten diese Demonstration vorzuzimmern, aber wir glauben, bevor man sich unter Franzosen darüber streitet, wäre es klug gewesen, in Erfahrung zu bringen, ob England die Absicht habe. am 10. Januar 1925 Köln zu räumen." Die einzige auf die Dauer wirksame Abrüstung ist in den Augen des „Temps" die moralische Abrüstung. Die neue französische Regierung wünsche deshalb, daß die deutsche Demokratie sich befestige und nicht ohne Grund stehe an dieser Stelle der Erklärung die Ankündigung, daß die Regierung die Wiedereinstellung oder die Begnadigung von aus- getr-iesenen und verurteilten Deutschen beabsichtige. Herriot h «be nicht gewollt, daß die Be- gnadigungsmahnahme Gegenstand eines Kuhhandels würde. Er habe sie foaufagen umsonst gewährt. So habe er den deutschen Republikanern gezeigt, daß zwischen allen Anhängern des Friedens und der Demokratie, gleichviel, in welchem Lande sie leben, eine Interessengemeinschaft bestehe. Wenn Frankreich glaube, seiner eigenen Sache zu dienen, dann sei den deutschen Linksparteien ihre Arbeit erleichtert, ebenso wie diese selbst der Sache ihres eigenen Landes dienen würden, wenn sie sich für die loyale Durchführung der für den Sachverstän- digenbericht erforderlichen Arbeiten einsetzten. Der ideale Mut sei eine höhere Form des Klarblicks. Der Straferlaß. Paris, 18. Juni. (WB.) Das Justizministerium veröffentlicht die Begründung zu dem Amnestiegesetzentwurf, dessen Einbringung in der gestern Verbs nen Erklärung angekündigt worden war. Die Regierung erklärt darin, daß sie die Zeit für gekommen Hal e, eine große Anzahl wegen mi.itärischer Vergehen Verurteilter für straflos zu erklären und in größtem Umfange auchbie Delikte politischer Art (Streik, Presse, Dahlvergehen, Verstöße gegen die Vereins- und Ge- werksch.rftsgesctzgebungs, darüber hinaus aber auch die vom Staatsgerichtshvf abgeurteilten Tatbe stände zu amnestieren. Die Regierung verlangt ferner auf ein weiteres Jahr das Recht, die von den Kriegsgerichten Verurteilten für straflos zu elitären und kündigt an, daß sie von dieser Ermäch.igung den liberalsten Gebrauch machen werde. Die (befangenen von St. Martin be R6. Paris, 19. Juni. (WTD.) Die von den französischen Kriegsgerichten imr besetzten Gebiet Verurteilten und in Frankreich in Haft gehaltenen Deutschen, ungefähr 40 an der Zahl, von denen die meisten sich auf der Insel Saint Martin de Rä befunden haben, sind gestern in die Gefängnisse des besetzten Gebiets überführt worden. Bei ihrer Durchreise durch Ranch stattete ihnen einen Besuch ab der Legationssekretär der deutschen Botschaft in Paris von Rintelen. Einreiseerlaubnis für ansgewiefene Abgeordnete. Düsseldorf, 18. Juni. (Wolff.) Rachdem seitens der französischen Desatzungsbehörde die Teilnahme sämtlicher ausgewiesenen Abgeordneten an der Tagung des Provinziallandtages in Düsseldorf genehmigt worden ist, wird der Pro- vinziallandtag Montag,. den 23. Juni, um 12 Uhr, im Ständehaus eröffnet werden. * Bedauerlicherweise besagt diese Meldung des WTD. nicht, ob gleichzeitig auch dem Oberpräsidenten der Rheinprovinez, Reichsminister a. D. Fuchs, und dem Reichs Minister d. I. Dr. Iar - res, die bisher bekanntlich verweigerte Teilnahme an der Tagung gestattet worden ist. Maßnahmen für die heimkehrenden Ausgewiesenen. Heber die beabsichtigte Erleichterung der Unterbringung der in ihre Heimat zurückkehrenden Ausgewiesenen wird aus dem Ministerium für dre besetzten Gebiete folgendes mitgeteilt: Dei den Maßnahmen für die wirtschaftliche Sicherstellung der Zurückkehrenden handelt es sich in erster Linie um die Sorge für die Geschäftsleute und freien Berufe, da die Beamten ihre Gehälter weiter beziehen und bei Wohnungsbeschlagnahmen durch ein gesetzmäßiges Verfahren auf Grund des Okkupationsleistungsgesehes schadlos gehalten werden. Für die Geschäftsleute und freien Berufe ist eine Regelung im Werden, die zunächst einmal mit Zuschüssen Hilfe schaffen will. Die schwierigste Aufgabe liegt in der Frage der Wohnungsbeschaffung. Es kehren Tag für Tag Gruppen von Eisenbahnern, meist etwa 100 Mann stark, ins besetzte Gebiet zurück. Die Zurückgekehrten sprechen auf den Rathäusern vor und verlangen zunächst eine Wohnung, da ihre bisherigen Wohnungen von Regieeisenbahnern benutzt werden. Es gibt dabei oft unerquickliche Szenen, toite gewisse Vorfälle in Koblenz, Bonn und Düsseldorf zeigen. Run hat das Reich im besetzten Gebiet bis vor kurzem eine große Bautätigkeit entfaltet. Es wurden eine Reihe von Wohnungsbauten für die Besatzung ausgeführt, die von der Besatzung nicht in Anspruch genommen werden, zum großen Teil aber aus Mangel an Mitteln nicht fertiggestellt werden konnten. Der neue Reichsetat sieht hierfür ebenfalls keine Mittel mehr vor. Diese Bauten sollen nun an die Gemeinden oder an Baugenossenschaften verkauft und der Erlös aus dem Verkauf soll für die Fertigstellung der Bauten verwandt werden. Das ist der einzige Weg, die furchtbare Wohnungsnot im besetzten Gebiet zu beheben. Die Wohnungsämter haben vor kurzem noch die besondere Anweisung erhalten, die zurückkehrenden Opfer des Ruhrkampfes bei der Vergebung von Wohnungen in erster Linie zu berücksichtigen. Die französisch-belgischen Besprechungen. Paris, 18. Juni. (WTD.) Die Besprechung zwischen dem Ministerpräsidenten Herriot und dem belgischen Minister Hymans hat um 11.30 lUjr begonnen und bis 12.30 ilfjr gedauert. Minister Hymans hat beim Verlassen des Quai d'Orsay erklärt: Ich habe Wert darauf gelegt, über Paris zu reisen, um dem Ministerpräsidenten Herriot einen Höflichkeitsbesuch abzustatten. Ich habe diese Gelegenheit natürlich benutzt, um meine Ansichten über die politische Gesamtlage mit ihm auszutauschen. Im übrigen bin ich sehr befriedigt von dieser ersten Fühlungnahme. ' Puris, 19. Juni. (WB) Außenminister Hymans, der gestern nachmittag nach Brüssel zurückgekehrt ist, erklärte den Presleoertretem bei seiner Ankunft: Wir haben die auf der Tagesordnung stehenden Fragen nur angeschnitten. Erst nach der Zusammenkunft Herrw.s mit Macdonald können wir die internationalen Probleme gründ- l i ch besprechen. Ich kann Ihnen ab-r schon heute erklären, daß sich in den französisch-belgischen Problemen nichts gewandelt hrt uni) daß die Hebe rein ft immung zwifch n Paris und Brüssel bleibt, wie sie war, das heißt, daß sie vollkommen ist. Herriot und Macdonald. Paris, 19. Juni. Havas berichtet: Auf Grund des letzten Meinungsaustausches, der gestern vormittag zwischen Paris und London stattgefunden hat, ist beschlossen worden, daß Ministerpräsident Herriot bereits am Samstag vormittag 8 11 hr nach England abreift. Er kommt am Rachmittag an und wird sich sofort nach Chequers begeben, wo er den Samstag und den ganzen Sonntag mit Macdonald verbringen wird. Die Besprechung wird einen ftreng vertraulichen Charakter haben. Am Montag wird Macdonald sich nach Glasgow begeben, während Herriot über London nach Brüssel reift, wo er mit den I Ministern konferieren wird. französische „Mildtätigkeit". Als der Erzbischof von Köln im vergangenen Herbst an die Katholiken der Welt einen Aufruf zur Linderung der Rot in den besetzten Gebie.en erlassen hatte, erschien bald darauf als Antwort eine französische Propagandaschrift mit dem Titel: „2a vörite für la mifere dans les rhgions vccu- pees" (Die Wahrheit über das deutsche Elend in den besetzten Gebieten) veröffentlicht am 27. Oktober 1923. Dieses Pamphlet sollte gegenüber den Behauptungen bet durch die Besatzung gesteigerten Rotlage der Bevölkerung am Rhein die französische Mildtätigkeit und ihre Fürsorge in den Vordergrund stellen; es sollte gezeigt werden, wie die Befahungsttuppen, vor allem im Ruhrgebiet, von sich aus alles unternehmen, um der Rot zu steuern und zugleich ihrem Drang nach Betätigung der christlichen Rächstenliebe zu genügen. 2luf Seite 32 dieser Schrift wird zum Beweis des Behaupteten insbesondere hervorgehoben, daß im Ruhrgebiet 77 Derteilungsstellen für Lebensmittel aus den Magazinen der französischen Armee eingerichtet seien, und daß allein im Oktober 1923 38 433 Suppenportionen an 994 Familien verteilt wurden, wovon 75 Prozent auf Deutsche, 15 Prozent auf Polen und der Rest auf Familien anderer Rationalitäten entfielen. Man fragt sich, ob toti angesichts solcher „Mildtätigkeit" noch von französischen Barbaren sprechen dürfen, ob diese rund 40 000 Suppenportionen nicht die Ausweisung von 150 000 Deutschen, die Mißhandlung so vieler unserer Landsleute und die fast 200 Todesopfer auf- wiegen! Man muh nur bedenken, welche Summen diese Volksspeisung den französischen Staat gekostet hat! In den französischen Etats für 1923 und 1924 (Franz. Drucksache Rr. 6485 Budget spe- ciale qour l'exercice S. 310) sind in den Heeres- etat unter Ziffer 32 je 1 175 000 mfb 1 320 000 Franken für Volksküchen im Ruhrgebiet angeseht. Zieht man den Stand des Franken zur Zeit der Etatsberatung in Betracht, so bedeutet diese Betätigung christlicher Rächstenliebe eine Belastung des französischen Haushalts mit jeweils 414 000 bzw. 350 000 GoldmarkI -Und doch ist diese angebliche Mildtätigkeit, mit der sich die Besatzungsmächte brüsten, eine gemeine Heuchelei. Wie aus den Verhandlungen der französischen Kammer (Franz. Drucksache Rr. 4840 Chambre des döputss, 2» fSance du 8 juillet S. 196/197) klar hervorgeht, gehören die Ausgaben für die Volksküchen der Armee zu den Ausgaben, die Deutschland als Desahungskosten zu tragen hat; zur Befriedigung seines Anspruchs auf Rückgabe dieser Summen hat Frankreich ein Prioritätsrecht gegenüber allen Alliierten und vor allen anderen Verpflichtungen aus den deutschen Reparationsleistungen. Die Kosten der Volksspeisungen werden also dem Deutschen Reich nachträglich als „dßpenses recouvrables" in Rechnung gestellt; so treibt Frankreich Propaganda, indem es Mildtätigkeit übt aus der Lasch« des deutschen Steuerzahlers. Zusammentritt des Reichstags. Berlin, 18. Juni. Rach den heutigen Beschlüssen des Aeltestenrates wird der Reichstag nächsten Dienstag wieder zu Plenarsitzungen zusammentreten unb zunächst bis Ende der Woche tagen, dann aber wieder eine Pause eintreten lassen, und ab Mitte Huli die -Repa- rationsgesetze beraten. Die Personalfrage der Reichsbahn. Die T. 11. verbreitet ein Interwiev mit dem Eisenbahnfachverständigen William A c w o r t h. Auf eine Frage des Vertreters der T. 11, ob die Reorganisation der Reichsbahn nach den Sachverständigengutachten einen sehr erheblicher Personalabbau zur Folge haben werde, |oll Ac« Worth geantwortet haben, daß vielleicht 50, vielleicht aber auch 40, vielleicht 10 Prozent abgebaut würden. Das könne er noch nicht sagen. Diese William Acworth in den Mund gelegte Aeußerung ist falsch. Acworth hat dies dem Reichsverckehrsminister mitgeteilt und hat hervor- gehoben, daß seine Aeußerung offenbar tendenziös entstellt wurde. Er hat gebeten, sie folgendermaßen richtig zu stellen. Er habe gesagt, daß bi» Personalabmessung für die zu bildende Deichs- bahngesellschaft nicht die Aufgabe des Or - ganisativnskomitees sei, sondern lediglich Aufgabe der neuen deutschen Gesellschaft. Ob etwa 40 Prozent, nach dieser Zahl hat ihn der Interviewer gefragt, ober ein anderer Prozentsatz, vielleicht nur ein Prozent, abgebaut, ober ob vielleicht 50 Prozent neu eingestellt werben müßten, das könne er gar nicht und habe er gar nicht zu sagen. Im übrigen ist Acworth selbstverständlich bekannt, daß der Personalstand der englischen Eisenbahnen, sowohl bezogen auf die Betriebslänge, als auch auf die Betriebsleistung, höher ist, als der Personal- stand der deutschen Eisenbahnen sogar vor dem Abbau. Bekanntlich haben die angeblichen Aeu- ßerungen des Sachverständigen Acworth, daß die Kopfzahl des deutschen Reichsbahnpersonals unverhältnismäßig höher als die der englischen Bahnen sei und daß etwa 40 Prozent abgebaut werden müßten, lebhafte Beunruhigung in deutschen Eisenbahnerkreisen hervorgerufen. Verständigung über die Ortszufchkäge der Eiseubahnarbeiter. Rach einer drahtlosen Mitteilung aus Berlin ist in den Verhandlungen zwischen dem Retcysvercehrckninisterium uno treu --uemerern vsr Eifenbahnarbeiter nunmehr auch über die Drtszuschläge eine Verständigung erzielt worben. Dadurch ist die Lohnftage befriedigend geregelt. Dienstdauer und Unsallchronik. , 'Berlin, 19. 3uni. Eine Berliner Lokalkorrespondenz verbreitet eine Notiz. daß die zahlreichen Eisenbahnunfälle der letzten Zeit in den Stenden Stellen des deutschen Verkehrswesens zur Erörterung der Frage geführt hätten, ob die sich letzt hausenden Eisenbahnunfälle in ursächlichem Zusammenhang mit der verlängerten Dienstdauer für die Beamten und Arbeiter zu bringen sind. Hierzu ist folgendes zu sagen: Selbstverständlich widmet das Reichsverkehrs- Ministerium diesen Fragen die größte Aufmerksam- reit. Wie aber die langjährige Statistik lehrt, besteht ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Eisenbahnunfällen und längerer Dienstdauer nicht. Die große Mehrzahl der Unfälle liegt im Beginn von Dienstschichten, und zwar nach ausreichenden Pausen, und nicht am Ende von Dienstschichten. Auch der Unfall vor dem Potsdamer Bahnhof am 14. 6. bat mit der Länge der Dienstdauer nicht das geringste zu tun. Der verantwortliche Fahrdienstleiter hatte stets nur einen achtstündigen Dienst. Der Unfall -ereignete sich bereits in der zweiten Stunde nach dem Dienstantritt. Die Dienstdauervorschriften wurden so festgesetzt, daß die Leistungen ohne Gefährdung der Betriebssicherheit und ohne Uebevanstrengung des Personals möglich sind. Eine Zunahme der Unfälle im Reichsbahnbereich ist überhaupt nicht eingetreten. Die Zahlen sowohl der Zusven. Den abgebauten Beamten solle man Gelegenheit geben, sich anzusiedeln. Der Redner be^ichnet die Besoldungs- vrdnung als das unsozialste Gesetz und verweist auf detr Antrag seiner Partei hierzu. Er fordert, daß die „Herren an der Spitze der Regierung" auf einen Teil ihres Gehaltes verzrch en. Unter allen Umständen müsse versucht werden, daß die Ausgewiesenen toieber zurückkehren. Rach weiteren Ausführungen des Redners schließt der Präsident gegen 3 Uhr die Schung. Nächste Sitzung Montag. Fortsetzung der Etatsberatungen. AUS Viaot uno rrano. Gießen, den 19. Juni 1924. Boni Volksbad. Das Schwimmbad, das wegen der Vornahme von Erneuerungsarbeiten eine Reihe von Monaten geschloffen war, ist gestern dem Verkehr wieder übergeben worden. Die Halle hat sich sehr zu ihrem Vorteil verändert und macht jetzt einen ausgezeichneten Eindruck. Der neuen Decke hat man ein lichtes, freundliches Farbenkleid gegeben, und zugleich damit ist auch den Kabinen ein gefälliger Neuanstrich mit teilweiser Ergänzung bzw. Erneuerung der Inneneinrichtung zuteil geworden. Die abendliche Beleuchtung der Halle geschieht fortan durch eine starke elektrische Oberlichtanlage, der Vorsicht halber hat man aber auch über den Kabinenreihen noch verschiedene Glühkörper angebracht. In den Abteilungen fürWannen-undBrause- 6ab er ist gleichfalls die bessernde Hand tüchtig angelegt worden, so daß auch hier vermehrtes Wohlbehagen künftig herrschen wird; als besonders lobenswert möchten wir namentlich die Wannenbäder-Einrichtung 3. Klasse hervorheben. Alles in allem ist bei den lange währenden Umbauarbeiten ein Ergebnis erzielt worden, mit dem die Kundschaft des Dolks- bades zufrieden sein kann. Rach einer Richtung hin besteht aber doch auch heute noch ein Mangel: man vermißt nämlich eine Dampfbadanlage, für die u. E. noch genügend Raum vorhanden wäre. Ueber den Wert einer solchen Anlage für die Volksgesundheit noch Ausführungen zu machen, halten wir für überflüssig. Wir sind überzeugt, daß die zuständigen Stellen die hohe Bedeutung eines Dampfbades in Verbindung mit unserer Volksbad-Anstalt erkennen, und möchten nur wünschen, daß es ihnen gelingen möge, jetzt, nach der Wiederkehr stabiler Geldverhäftnisse, die Mittel zusammenzubringen, die zur Schaffung einer solchen Anlage notwendig sind. Ze früher sich dieses Ziel erreichen läßt, um! so besser ist es für unsere ganze Bürgerschaft. Gietzener Wochenmarktpreise am 19. Juni. (Händlerpreise.) Es kosteten bas Pfunb: Butter 140, Matte 30, Käse 60, Wirsing 60, gelbe Rüben 25, Spinat 40. Römifchkohl 20, Spargel 120, Erbsen 60, Mischgemüse 25, Tomaten 100, Zwiebeln 20, Rhabarber 25, Kartoffeln, neue 25, Kirschen 50, Stachelbeeren 40, Erdbeeren 120, Honig 30; das Stück: Eier 12, Blumenkohl 150, Salat 10, Salatgurken 100 bis 120, Ober-Kohlrabi 30, Rettich 20 Pf. ** Die Teuerungszahlen (ohne Bekleidung) in den zehn größten hessischen Gemeinden stellten sich nach der Zusammenstellung durch die Zentralstelle für Landesstatistik am 14. Juni wie folgt: Darmstadt 102,65, Offenbach 104,56, Viernheim 99,89, Erbach 99,77, Gießen 106,30, Friedberg 104,21,Alsfeld 96,90, Mainz 105,93, WormS 98,86, Dingen 107,90. Durchschnitt der fünf größten Städte: 103,66, Durchschnitt der 10 größten Gemeinden 102,51. ** Eine Störung in der Elektrizitätsversorgung, die gestern abend zwischen 10 und 11 Uhr eintrat, braute die öffentlichen Einrichtungen, Kliniken, Bahnhof usw., dre Gaststätten und zahlreiche Familien in arge Verlegenheit. InWiefeckz.B., wo der Gemeinderat tagte, sah man ' ich gezwungen, im Sitzungssaale bei den Beratungen mittels Kerzenlicht sozusagen „italienische Rächt" zu machen. Mit dem gleichen Behelf mußte man auch in hiesigen Lokalen über die Schwierigkeit hinwegkvmmen. Wie wir von unterrichteter Seite Horen, ist die Störung auf eine Unterbrechung des Strvmfernbezugs zurückzuführen, die dem Machtbereich des hiesigen Werkes natürlich entzogen war. Das Vorkommnis zeigt aber auch, daß schließlich nur die Eigenerzeugung des ganzen Strombedarfs unserer Stadt vor srllchen Nachteilen, die leider nicht zu den Seltenheiten gehören, schützen kann. ** Bahnsteigkarten für Hunde. Es dürfte manchen Hundebesitzern nicht bekannt sein, daß für jeden Hund der auf den Bahnsteig mitgenommen werden soll, eine Bahnsteigkarte gelöst werden muß. Wenn also Frauchen jetzt ins Bad. oder Herrchen in die Berge fahren will und Mops oder Molly soll den letzten Abschied am Zuge voll und ganz mitmachen, so muß ein Zeh» ner extra für das liebe Hündchen berappt lverden; und diese Rotwenbigkeit tritt wieder ein, ivrnn bei der Rückkehr das Vierfüßlerkind der Familre zum feierlichen Empfang auf dem Bachisteig xtpedS „Verschönerung" des allgemeinen FreudmiabelS mit hinzugezogen wird. ** Schachveranstaltung R6ti. DaS Simultanspiel des Schachmeisters R e t i, das am* Montag abend im Saale des Hotel Schütz stattfand, nahm, wie man uns schreibt, einen schönes und anregenden Verlauf. Die Erwartung, daß ber Rame Rett zahlreiche Schachfreunde zum Besuch der Veranstaltung reizen werde, erwies sich als? richtig; es hatten sich außer den Mitgliedern des Schachklubs, der das Spiel veranstaltet hatte, noch etwa 50 Damen und Herren eingefunden. Rach einer Begrüßung des Meisters durch den Dor» sitzenden des Vereins, Prof. Weißgerber, bt» gann das Spiel mit 21 Brettern; auch einige dec Gäste konnten sich beteiligen. Meister R6 t r spielt« im Gegensatz zu anderen Meistern, die wir hiev schon sahen, außerordentlich rasch; er brauchte «a! seinen Zügen nur ab und zu eine längere Dederw- ?eit. und so waren die sämtlichen Bretter, an1 denen immerhin auch einige stärkere Gegner sa-! ßen, in 21/2 Stunden erledigt. Das Ergebnis war, wie nicht anders zu erwarten, für den Meister! glänzend: er gewann 18 Partien, verlor 1 (Real- lehrer Klippel) infolge UebersehenS eine» Matts und machte zwei unentschieden? (Prof. Weißgerber und Lehramts referenbac Schweißgut h). Diese beiden Partien hätten aber, wie die Analyse ergab au einen».Siege ber beiden Genannten führen muffen, wenn sie fortgesetzt worden wären. ** Die Wasserwärme der Laho betrug heute vormittag 17 Grad Meaumur. Bornotizen. — TageskalenderfürDonnerStaL Arüllerieverein: 8V2 Uhr auherordentl. Monats- Versammlung. — Zentralverband deutscherKriegs- beschädigten und -Hinterbliebenen: 8i/2 Uhr im Postkeller Mitgliederversammlung. — Rundfunkhaus Löberstrahe: 8V2 Uhr reservierter Abend. — Das II. Abvnnementskvnzertder Reichswehrkapelle muß, wie man unS schreibt, Umstände halber in dieser Woche auf Freitag abend verlegt werden Obermusikmeister Löber hat für dieses Konzert wieder ein den Wünschen des kunstliebenden Publikums entspre-. chendes Programm aufgestellt, so daß ein guter Besuch zu empfehlen ift Wettervoraussage Vorwiegend heiter und ttocken, warnt, Gewitterneigung. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 19. Juni. In ber gestrigen G e* meinderatssitz ung stand ber Punkt Fest- setzung ber Gewerbesteuer zum 4. Mals zur Verhandlung. Der Grundsatz: „Beharrlichkeit führt zum Ziele" bewahrheitete sich auch hier, denn diesmal beschloß ber Gemein derat, die Gewerbebetriebe zur Steuer hrranzuz'iehen. Die Sätze fbt& dieselben wie beim Staat, 80 Pfg. pro 100 Mk. Roheinnahmen. Um die kleinen Betriebe nicht bis zum Ruin zu besteuern, tritt diese Besteuerung erst von einer vierteljährlichen Roheinnahme von 4000 Golbmark ab in Kraft. — Sin Gesuch um Ermäßigung der Gewerbesteuer für 1923 wirb dahin geregelt, daß ein Betrag der noch zü zahlenden Schuld er taffen wird, da das Finanzamt Gießen festgestellt hat, daß fraglicher Betrieb zu hoch ein geschäht ist und für die staatliche Gewerbesteuer ein Rachlah bereits ftattgefunben hat, — Die Stadt Gießen fordert (gemäß einer Verfügung des Landesamts für bas Bildungs- Wesen) als Beitrag zu den Kosten der Kaufmännischen Schule, der Fvrtbil- dungs- und Gewerbeschule von ber Gemeinde pro Schüler und Jahr 18 Mk. Zur Zeit besuchen 70 Schüler die Gießener Fortbildungsschulen, was für die Gemeinde einen jährlichen Betrag von 1260 Golbmark ausmachen würde, ber für die Gemeinde nicht tragbar ift Betont wird, bah die Allgemeinheit, also der Staat, jedes einzelne Gewerbe und schließlich die Eltern, an einem tüchtigen gewerblichen Rachwuchs interessiert seien und es deshalb nicht verstanden wird, die Gemeinden derart zu belasten. Es wird beschlossen: die Gemeinde legt die angeforberten Beträge vor und zieht das volle Schulgeld in voller Höhe von den Eltern ein. — Einem Gesuch des Stenographenvereins Gabelsberger um Ueberlassung von Schulsälen wird seitens beS Gern einderats stattgegeben, und die Gesuchsteller an den Schulvorstand verwiesen, ber in dieser Frag* ebenfalls zuständig ist. Unkosten aus ber Benutzung von Schulsälen dürfen für die Gemeinde nicht entstehen. — Bezüglich eines Stückes strittigen Baugeländes wird unter gewissen Voraussetzungen dem Bürgermeister die gewünschte Handlungsfreiheit gegeben. — Für Erbbegräbnisse soll in Zukunft eine besondere Gebühr von 200 Mark erhoben werden. — Die Bantiger. Roman von Hermann Stegemann. 31 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) "Iä> war Euch gut genug, solange ich Euch zu verdienen gab, und erwarte, daß Ihr nun Helft, bis ich 'm Wolfenziel ernte", schrieb er dem Präsidenten seines Bankkonzerns in einem CBrtcf, den niemand zu sehen bekam. Die Schriftzuge zitterten, er hätte wieder viel mü leich en Schw'.ndelanfällen zu kämpfen, aber die Unterschrift war noch wie mit dem Meißel in Stein gegraben, so klobig und fest. Gottfried Bantiger hatte die Last, die der Bau der Bahn und des Tunnels ihm zu seinem alten Unternehmungen aufgriabm hatte, so fiter getragen, als wäre ihm jede Schwäche fremd. Und als das Unglück hereinbrach und er den Sohn verlor und mit ihm zwei Arbeiter begrub La warf ihn wohl das innere Erlebnis nieder, aber die Tränen, die er damals vergossen hatte, schwemmten jede Stockung hinweg. Das Hirn gehorchte ihm wie zuvor. Gr hielt sich ht Zucht, schlief zuweilen im Stuhl em, wenn die Last des Tages zu groß gewesen war, muhte sich Zeit taffen, sich auf das ober jenes zu besinnen, aber er setzte seinen Stolz darein, dem Schicksal die Sttrn zu bieten und lieh sich nicht schrecken. Er lebte in feinen Werken, umgab sich mit der Sorge seiner Tochter und zog sich auf sich selbst zurück „Nun kann mir nichts mehr geschehen," sagte er, als Ens ihn nach der RücKehr vom Durch- Zchtag deS Tunnels empfing. „Roch ein halbes Jahr und die Dahn lauft. Dann zahl' ich meine Obligationen zurück und fetz' den Namen aus allen Schulden." „Und dann," schloß er mit einem Versuch zu scherzen, «kannst du heiraten." Wäre er der Alte gewesen, der Mann, der seinen Sohn noch um sich gehabt hätte, so hätte er sich durch ein Lachen von Gift und Galle befreit, so aber blieb es ein schwerfälliger, plumper Scherz. Ens lieh ihn gelten, ohne sich daran zu stoßen. Sie hörte die Sorge und den Kampf heraus, die den Vater Umtrieben. Ihre Empfind amteit hatte sich abgeschwächt, seit sie nicht mehr zu teilen brauchte und ein anderes, stärkeres Gefühl sie selbst mit Teilung bedrohte. Dagegen wehrte sie sich. Zuerst kam ber Vater, und als sie durch eine Indiskretton der Dank erfuhr, daß der Doden unter feinen Fühen schwanke, bedachte sie sich keinen Augenblick, ging hin und bot ihm ihr Erbgut als Pfand an. „Wer ist der schlechte Hund, der dir das zugetragen hat," zürnte ber Baumeister, „ich brauch' dich nicht, ich nehm' nicht zurück, was ich gegeben hab’ und hab' es nicht gegeben, um dich zu saldieren. Ich hab' bei Lebzeiten nichts mehr zu vergeben, drum behalt, was dein ift Der Po- metta ist wohl bestellt von Haus aus und verdient sein Brot bis er einmal hmter mir ins Geschirr tritt Laß mich allein durch den Dreck, ich bin noch immer aufs Trockene gekommen. Sie sollen nicht sagen, daß ich auf Krücken gehe." Da schwieg die Ens. Ens sah Giovanni selten und wehrte sich gegen Hingebung und Zärtlichkeiten, als fürchtete sie für ihre Unabhängigkeit Sie liebte ihn auf eine seltsame Weise. Er war ihr ergeben, ihr Eigen, sie legte die Hände gern um seinen Kopf und küßte ihn, um sich nicht von ihm küssen zu lassen und hinnehmen zu müssen, was sie aus freien Stücken spendete. Er versuchte wohl Rechte in Anspruch zu nehmen, aber jeder Versuch endete mit einer Unterwerfung, denn er fürchtete sie zu verletzen und zu verlieren. Nie schloß Ens sich enger an den Vater, als nach einem Besuche Pomettas, und je stiller der Vater wurde, der jetzt unter der Klausur litt, zu der ihn ein spät eirtfaHenber, mit ungeheuren Schneemengen aufrückender Winter zwang, desto heftiger begehrte er seine Tochter, um sie um sich zu haben, um mit ihr zu sprechen und seine Geschäfte, seine Pläne und den untilgbaren Ueberschuh seines Temperaments in ihr Ohr zu leeren. Der Krieg, der den Dallan erschütterte und drohende Vorzeichen an den europäischen Himmel malte, kümmerte ihn nicht. Er ging in seinen Geschäften auf, die ihm fein geringerer Kampf waren als das Ringen der Balkan Völker. Er hatte begonnen, Besucher abzuwellen oder Ens zu ihnen geschickt und sah auch nicht mehr unter seinen Angestellten im Kontor. Sie waren ausquartiert worden. Aber feine Hand hielt die Zügel straff, und er wirkte aus der Tiefe seines Arbeitszimmers stärker, als wenn er unter seine Leute trat, die den alten, donnernden und lachenden Bantiger gefarmt hatten und vor dem Mann mit dem Härtgeschloffenen, in Falten versteinerten Gesicht und den über sie wegblickenden, Heller gewordenen, von feinen roten Aederchen durchzogenen Augen scheu zurückwichen. Ganz Runs blickte mit Scheu auf den Baumeister, wenn er sein Haus verlieh, schwerfällig in den Wagen stieg — er glaubte eine Schwäche in den Knien zu spüren und verbarg sie auf diese Weise vor allen — und mit kettenumwickelten Rädern durch den staubenden Schnee tn dis- Fabriken oder ins Unterland fuhr. Er hatte sich so viel auf den Racken geladen, daß er zu erliegen drohte, aber Runs lebte von ihm und gedieh um so rascher, je stärker die Last drückte. Er wußte es, und ein menschenfeindliches Zucken verzog feinen Mund, wenn sie den 'Bantiger grüßten und ihm Ehren über Ehren erwiesen. Früher hatte er dazu gelacht. Er wußte auch, daß er sie nicht in Ungelegenbeiten bringen durfte. Solange er den Racken steif hielt, war er ihr Abgott, wenn er zusammen- brach ehe die Bahn vollendet und die Schulden abgebürdet waren, und tausend Existenzen, die durch ihn zu Licht und Luft gelangt waren, nachstürzten, dann traf ihn ihr Fluch Aber das durfte, das konnte nicht geschehÄi. Gr fühlte, dah das Schlimmste überwunden war. Die Last nahm ab, der Frühling rückte, und mit dem Frühling kam die neue Zeit. Als der Schnee schmolz und der März mit Föhnstürmen und heißer Sonne gezogen kam, als die Wasser von Runs in .siebensachm Strähnen donnernd von den Felsen stürzten und das Schlaf- gemach des Baumeisters jene Ciseskühle ausströmte. die er so sehr liebte, toarf er feine Sorgen hinter sich (Fortsetzung folgt:) Dem ^UTflfrerein für Getsteskr ante in Heppenheim wird ein Beitrag von 50 Mk. betoll- rügt. — Zum Schluß bringt ein Mitglied die gegenwärtig vorgenommene Urabstimmung über jdte Errichtung eines Kriegerdenk-- jm a l s zur Sprache und betont, daß hierzu keine Veranlassung vorliegt, da der gegenwärtige Ge- meinderat bereits einstimmig die Errichtung eines Kriegergedächtnismales beschlossen und einen Ausschuh gewählt hat. Wenn der Ausschuh noch keine Vorarbeiten erledigt hat, so liege dies nufcit am Ausschuß selbst, denn dieser könne nur arbeiten, wenn er ein berufen wird, und dies ist bis 'heute nicht geschehen. Betont wird heute, wie damals, daß sich der Gemeinderat unter keinen Um» ständen bei dieser Frage ausschalten läßt. Kreis Lauterbach. 'Lauterbach, 18. Juni. Eine bemerkenswerte Kulturarbeit wird in diesem Jahre wieder im hohen Vogelsberg v)llbracht. Linier der Leitung des Oberkulturinspektors Kunz von Lauterbach werden in einer Anzahl von Gemeinden der Kreise Schotten, Büdingen und Lauterbach Oedland-Melivrationen ausgeführt, die teilweise durch die zu entfernenden Felsmassen einen hvchinteressanten Einblick in derartige Verbesserungen gewähren. * Maar, 18. Juni. Einen merkwür-- vigen Ai st Platz haben sich zwei Schwalben in der Wohnung eines hiesigen Lehrers ausgesucht: denSchirmeinerelektrischen Deckenbeleuchtung! Schon im vorigen Jahre haben sie ihr kunstvolles Aest dort erbaut und als die ersten Schwalben kamen, bezogen auch die alten Devwhner wieder ihr Nest. Die erste Drut ist bald flügge. Die Tierchen sollen zu wissenschaftlichen Zwecken mit kleinen, Ee-um= werten Ringen der Vogelwarte Rositten versehen werden. Starkenburg und Rheinhessen. Mainz, 18. Juni. (WTD.) Wie aus Geisenheim gemeldet wird, hat die F r a u eines dortigen Arbeiters, die Mutter von 5 Kindern ist, nach einem vorausgegangenen Streit in der Nacht ihrem Manne mit einem scharfen Bei Iden Hals durchgeschlagen. Die Gattenmörderin wurde ^festgenommen. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M, 18. Juni. Lim den kommuni st ischen Störungen in der Stadtverordnetenversammlung das Handwerk zu legen, kommt in den nächsten Tagen | eine Geschäftsoronung tyeraua, Dte den A u s - s ch l u h eines Mitgliedes, das sich ungeberdrg benimmt oder sonst zeigt, dah es eine schlechte Kinderstube genossen hat, vorsieht. — In einer hiesigen Mainbadeanstalt ertrank Dienstag nachmittag eine Schauspielerin. Em Frankfurter Hotelier soll die Dame in das Wasser gestoßen haben, wo sie einen Herzschlag erlitt und unlergüig. Die polizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, da sich die Zeugenaussagen vollkommen widersprechen. — An der Obcrräder Schleuse auf Offenbacher Gebiet wurde Dienstag abend die Leiche eines Mannes aus dem Main geborgen. Die Hände des Toten waren auf dem Rücken gefesselt. Die Annahme eines Mordes gewinnt schon dadurch größte Wahrscheinlichkeit, daß sich bereits ein Schiffer meldete, der in einer Nacht der vorigen Woche zwischen zwei und drei Lly-r gellende Hilferufe gehört hat. Die Persönlichkeit des Toten formte noch nicht festgestellt werden. — Der Tabalhändler Ludwig C a m i s a r wurde wegen ausgedehnter Heiratsschwindeleien von der Polizei in Ha f t genommen. Wie hoch die Zahl seiner Opfer ist, denen er natürlich alle entbehrlichen Gelder abgenommen und für sich verbraucht "hat, konnte noch nicht annähernd festgestellt werden, da sich fortgesetzt noch immer Frauen und Mädchen melden. Seine Opfer holte er sich auf Grund von Zeitungsanzeigen. In den Anzeigen, die er selbst aüsgab, gab er sein Alter um 40 Jähre jünger an. Auch durch Stetlenvecmittlungsschwindel erwarb er erhebliche Summen. Kassel, 17. Juni. (WB.) In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung tarnen die beiden Anträge der Rechtsparteien, die sich gegen den Oberbürgermeister und die städtische Verwaltung richteten, zur Behandlung. Der erste Antrag verlangt, dah ein Ausschuh von sechs Mitgliedern der S adwrrvrd- netenversammlung eingesetzt werde, der darüber Bericht erstatten soll, welche leitenden Beamten der Stadtverwaltung (Oberbüraermei>,er, Bürgermeister, besoldete Stadträte) ohne Schädigung der städtischen Interessen abgebaut werden können. Der zweite Antrag lautet: „Die Stadtverordneten - Versammlung spricht Herrn Oberbürgermeister S ch e i d e m a n n ihr Mißtrauen aus. Sie ist der Lleberzeugung, dah lein weiteres Verbleiben im Aiwe nicht im Interesse der Stadt Kassel liegt, und ersucht ihn, hieraus baldigst die entsprechenden F o l g e r u n = genzuziehe n." Rach längerer Debatte wurde der Mißtrauensantrag der vereinigen Rechten mit 24 gegen 19 Stimmen angenommen. Gießener sravtthearer. Gastspiel von SandbichlerS Oberbaherischem Bauerntheater: „Jagerblut". Die Theaterleitung hatte zu einem Gastspiel für Dienstag Sandbichlers Oberbayrisches Bauerntheater gewonnen und damit, wie die bri- fällige Aufnahme des Publikums zeigte, einen guten Griff getan. Die Truppe erfreute unter der Spielleitung ihres Direktors Sandbrchler durch ihre urwüchsige Heimatsprache und durch ihr flottes Spiel. Zur Ausführung kam em kleines Volksstück von B. Rauchenegger und Konrad Dreher, das vor allem durch die treffliche Wiedergabe durch die oberbayrischen Gäste vollen Erfolg fand. Es schildert uns einige Episoden aus dem Leben des kernigen oberbayrischen Gebirgs-,,Jagers". In die Handlung sind bayrische Volksweisen und Tänze eingeflochten, die. ebenso wie einige Musikeinlagen, bei dem Publikum starken Beifall fanden. Von den Mitwirkunden, die alle volle Anerkennung verdienen, mögen besonders genannt sein: Direktor Sandbichler, der seine Rolle als dec gewichtige allesheilende Dorfbader, der für einen guten Schluck und guten „Happen" einen Patienten auch einmal etwas länger „kurierte", mit trefflichem Humor Wiedergabe Frnnz Fröhlich als kerniger Forstwart, Desi Reis- b er g e r als seine Frau, Fritz Fr e it ag als ihr Sohn Learl fanden sich gut in ihre Rollen ein. Besonders erwähnt sei auch Seffi Braun, die als Lomi durch ihr zusprechendes und ungezwungenes Spiel recht gut gefiel. Alles in allem, ein schöner Theaterabend, der nur wünschen läßt, die oberbayrischen Gäste bald wieder einmal bei uns zu sehen. — O— Vermischtes- Opernübertragung durch Fernsprecher. München, 18. Juni. (WTD.) Dem Reichs po st Ministerium, Abteilung München, ist es durch eine Erfindung gelungen, das Problem , der Ope rnübertragung durch Fernsprecher nunmehr einwandfrei zu losen. Im Münchener Nationaltheater wurde erstmalig eine elektrische Opernaufnahme großen Stils mit rund hundert auf dem Orchester der Bühne verteilten Mikrophonen durchgeführt, tvelche die Stimmen der Sänger und Instrumente aufnehmen. Die Töne werden dann auf das Fernsprechnetz weitergeleitet. Die Liebennittelung erfolgt nach dem neuen Schaltungsprinzip in der Weise, dah jedem Teilnehmer des Fernsprechnetzes durch eine einfache Zusatzeinrichtung die Möglichkeit gegeben werden kann, Opern anzuhören. Schweres StrayenbahuungUtcr. — 20 Tore. Iserlohn, 17. Juni. (WD.) Heute abend gegen halb 8 Llhr versagte die Bremse der Straßenbahn auf oer abschüssigen Dü- singstrahe in der Obergrüne und rannte gegen dte Schliepersche Kettenfabrik. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert. Der Führer des Wagens wurde gegen das Fabrikgebäude geschleudert und war sofort tot. Von den Fahrgästen blieb lein einziger unverletzt. Bisher wurden 2 0 Lote und 36 Schwer verletzte fest- gestellt. Allgemein wird angenommen, daß die Fuhrungsrolle Les Hochspannungsbügels während der Fahrt auf dec abschüssigen Strecke vom elek- iischen Leitungsdraht abgesprungen ist, so dah es dem Wagenführer nicht gelang, die elektrische Bremse in Tätigkeit zu sehen. Von den Insassen des Wagens — man spricht von 70 bis 80 Personen, meist weiblichen Angestellten drr Firma Alsberg und Basse und Ortmann — konnte sich ein Knabe durch Absprung retten Reichspräsident Ebert hat an den Bürger meister ein herzliches Beileidstelegramm geschickt Em lOjähriger Junge als Mörder eines Schulmädchens. Berlin, 18. Juni. (Priv.-Tel.) Wie bei „Lokalanzeiger" aus Wittenberge meldet, tpurbe in Rosenhof in der Nähe von Werben (Elbe) ein Schulmädchen von einem zehnjährigen Jungen ermordet. Das Mädchen, mit dem der Junge schon seit langem im Streit lag, wurde von ihm, als es allein auf dem Elbdeich entlang ging, gestellt und solange geschlagen, bis es zu Boden fiel. Darauf erwürgte es der Knabe mit einem Rucksackriemen und schleppte die Leiche an eine dicht mit Schilf bewachsene Stelle. Der jugendlich? Mörder, bei nach dem Strafgesetzbuch noch nicht bestraft werdet kann, wurde der Fürsorgeanstalt überwiesen. Hornhaut, Schwielen und Warzen beseaigr schnell, Bf « - a ftdier, schmerz- SJ 8 uno gefahrlos Aerz nch emvwblen. 2'älUonenfach bcwZhrt — Zn Apotheken unv Drogerien crüülUich. - Heg n Tsutzschwe,ß, Brennen und Wundiaufen Knkirol-Futzva'o. Drogerie Zf. Noll, Neustadt 28. Drogerie Winterhoff, K.-en/.platz 9/10. ffpinl Eeg.Juckerkrankhettu.AderverkalL. lu ulllwuii.. lluHl. hilft best. Ilorlssprudel Virkirchen 14. Verantwortlich für Politik und Feuilleton: ______I. V.: Heinz ® oiren3. | Verkäufe | Svrunasäbiger Meoerungs- Bulle lSchwarzschech ist zu verfaulen bet Wilb. 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Einlaßkarten für Nicht« rnitglieder sind beim Vorstand, im Dereinslokal und am Saab eingang unentgeltlich zu haben. Der Vorstand. »WWÄBMWW am 5. bis 8. Juli 1924 in den Räumen des Zoologischen Institutes der Universität zu Marburg (Lahn) anlählich der Jahresversammlung des Landesvereins Kurhessen des Allgemeinen Deutschen Jagdschutz-Vereins. Besichtigung für Jäger, Naturfreunde und Landwirte sehr lohnend (Eröffnung der Ausstellung durch S. D. Franz Josef, Fürst von Isenburg-Birsteln, am 5. Juli 1924, vormittags 11 Uhr. Die Sammlungen des Institutes sind seitens der Universität zur' Besichttgung geöffnet. 5033D Zuschriften, die Ausstellung betreffend, sind zu richten an Herrn VoMMlor wlSuefs. Wröurgel vanl, itimDiirg a.ö.£abn. Stadt-Villen 11 Landhäuser in solider Konstruktion — mehrfach isoliert — wirtschaftlich — komfortabel—behafflich — wärmer! billiger! weit schneller beziehbar als Steinbauten-dabei ebenso dauerh., liefert Uhlmann & Co.. Ingohtadt a. D. 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Louis Stiefel Lick (Cberb.). t 7 P e w (p e 3 z.1.Juligesucht.^D Provinzial- Pflegeanstalt. <51 e p Heute abend 8.30 Uhr Reserviert für die Mitglieder der Loge. 3 8 s* 8 en $O Schulentlassener ordeiulicher 1021052 Ittnge für Botengänge und leichte Arbeit ges. fionöltorel tzettler. Morgen abend 8.30 Uhr Wiener Abend Joh. Strauß, Fall, Engel- Berger. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Wagner und alle Angehörigen Die glückliche Geburt eines gesunden Töchterchens zeigen hocherfreut an Studienrat Dr. Fritz Fischer und Frau Margot geb. Cellarius Die glückliche Geburt eines gesunden Jungen Ludwig zeigen hocherfreut an Wilhelm Roth Frau Emma Roth geb. Tonradi Daubringen, 18. Juni 1924 z. 3t. Kath. Schwesternhaus S-lV etrzißa 13. 20. VI. ge- achloaaen. 22. VL lühr Joh.-Fest 81OTv im Abonnement 80 Pf. MMim st. Ulerige Biere. ®ute weine. 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Elisabeth Georgi Johanna Kurz geb. Georgi Carl Georgi und Familie. 500 «. gegen gute Sicherheit u. hohe Zinsen gesucht. Schr. Anale unt. 021054 an den Gietz. Anzeiger. Junger Mann oder Händler mit Rad der den Verkauf von Kaffee und anderen Lebensmitteln an Landkund- Ichaft übernimmt, gegen hohe Provision gesucht. Schriftliche Angebote unter 5009 D an den Gietzener Anzeiger. Gestern früh entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe Frau, die treusorgende Mutter ihrer beiden Kinder, unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Kath. Hillgärtner geb. Wagenbach im 33. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Hillgärtner und Kinder Familie H. Wagenbach nebst allen Verwandten. Gießen (Südanlage 4), den 19. Juni 1924. Die Beerdigung findet Freitag, den 20. Juni, nachmittags 37. Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 03106e Don Behörde MerlckOMMM gesucht, der im Kassen» und Rechnungswesen bewandert ist. Schriftliche Angebote mit Lebenslaus und Zeugnisabschriften unter 5012L an den Gietzener Anzeiger erbeten, Nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief gestern morgen um 5N Uhr meine einzige, gute Schwester, unsere liebe Enkelin, Nichte und Kusine Anna Emilie Wagner nach vollendetem 15. Lebensjahre. Vortrag von Herrn Pros. Dn Lange über Wandcrrudern und Paddeln Freitag 27. Juni, ; nbenbt* 81/* Uhr, iro Bootsbaus. ' liaaaia^i m a rri.- mit ai ras yeU 1 Wjj yegjune sie >h^ u, unt i die t-ßh des **JE?® Dir» 88*%$ Bstig ^Hinblick auf L- » Kjuftuug £ AutschlandS' 5b - «Dchll Men schnür!«>a Lüge dar. s^eues Matenal e 'voll ist kmmter Süddeulfchen 2 &e Ausführung ^pUeile, von 1 von dem Mru; unb von dem „3 hmdelt, währen! "betitelte in sechs Wahrheit mit d Leulschen ausges teil wird gezeigt, los gelenlten em Ariegsstadien ar dmgungen für i beschlossenen Ko! lische Regierung Weltkrieges schk bediente sich ad Mwritäten, die lonialtätigkeit rü deutsche Kolonist abtoürdigen zu . tyuffnilien britifc scher Mgeorömte .EingebvreneMih! Kvlomen als 6ti ztele" ausgebaut. TeutschlaM tom Tchnee weist Zeugnisse der Ge nach dah die ul heuchlerische Derb deh im Gegenteil Wohl der Angel klare bei tocitei ein Militarismus stand, er von den: den ist und heute i in die Drutschlan hineingetragen wii der letzten Zah:c . nialschuidlüge sogc leistungen in den die Behauptung, a haben, selbst wile ® die gesittete Z «v vom Verfasse ^^fuhtung an uh noch des Besitz Schmu, Bon 8 eund, h*, . «och W iS® l$ eini S ? int Rach^ Dumps, la9. Ich ^toelter w n veien cie r ^votsmann in batten &*• ?ut 01 S &®'ei i" wachten ^?lick SÄ Mi >D° L-"> Gießen (Lindengasse 2), den 17. Juni 1924. K DieBeerdigungfindetFreitag,nachm.2y2 Uhr, | auf dem Neuen Friedhof statt J LUX1U40 Wjl mit Lagerräumen »u mieten gesucht. Schriftliche Angebot« unter 021074 an den Gietzener Anzeiger. Von einer sehr leistungsfähigen Trikot» Warenfabrik deS Bezirks Ebingen lWttbg.), die Hosen. Jacken, Einsatzbemden, Futter- Hosen, Futterhemden, Damenreformbosen, Damenbeniden, Klnderanztige, Badehosen, Turnerjacken, färb. Schlupshosen, Herren- garntluren ufro. fabriziert, wird ein tücht. Vertreter der bet den in Frage kommenden Detatl- listen und auch Grossisten bestens ein- geführt ist, für die Provinz Oberhessen gesucht. Schriftliche Angebote wollen unter 4965V an den Gietzener Anzeiger einger. werden. Professor J. A. Roy von der Queen'sUniversity in Kingston hält Freitag, den 20. und 27. Juni, abends um 81/* Uhr, im Hörsaal 45 der Universität Vorträge in englischer Sprache über , Wieling wi Wmch läge tote“ —* Vermietungen IHöbL Zimmer mit Pension zu ver> | Mietgesuche Gesucht in Giefzen 2- oder 3-Zimmer« Wob >nina mit Aiibehör. HauS Verwaltung, rfn- siandhultung elektr Anlagen, Gas- und Wasserleitungen n. dgl. lüirb mit übernommen. Schristl. Angeb. unter 4497D an den Gietz. Anz. ^Stellenangebote - . 20 HIk. pro Tag und mehr! Durch Haush.» Steilheit sürStadt u. Land. «Herren mit Stcherh.lv. auchAus- lieferungslag. übertrag ) Nückvorto erb. Oea.!.Laboralorinm« bed.Frankfnrl M.-W. 1 Aeilschlistenreisende, I a.Persicherungsfach- j leute, nur branckek., । erb. monatl. 250 Pik. Geh.u. h Tg ^.-Prov. I Hel Holl, Berlin W 67. Erfahrener Alihmolher- geseste findet Arbeit durch Lederbandluna Kabu. Gietzen, Bahnhosstr.63. S01,D Stellenloser Meckalliker oder Scklosserlebrlina kann weiterlernen. Schrift! Angebote unter 021065 an den j Gietz. 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H2 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, (9. Jmrt (924 Schmuggelgesck)ichten. Don Otto Anthes. Qltem F.eund, der Kapitän, erzählt: Als ich noch, auf Kopenhagen und Malmö fuhr, kam rch einmal gegen Abend zum Hafen, Werl ich zur Dacht aus lau, en wollte Da-sah ich, daß mern Dampfer vorn mit der Aase tief im Wasser lag. Ich ging an Bord und sagte: „Zum Donnerwetter^ was ist brnn mit dem Schiff los?" „Seren Sie man stille, Kaptein," sagte der Dootsmann. „W.mn wir draußen sind, bringet toir die Zichorie nach. hrnteir." Es wurde damals massenhaft Zrchorie nach drüben geschmuggelt, und die Kerle hatten das ganze Vorschiff damit vollgepfropft. Da, wir kommen denn ja auch glücklich heraus damit. Wer als wir in Walmö im Hafen waren, sahen wir am Kai zcoar schon das Doot, das die Zichorie übernahmen sollte, aber auch. den Zollwächter, vor dem wir die größten Manschetten Hatten. Ich sagte zu einem Matrosen: „Swenn, bist du fertig ?“ — Er blinzelte mir zu und antwortete: „Alles in Ordnung, Kapitän." Im Augenblick nun, wie wir an Land festmachten, schmiß Swenn ein großes Paket über Dord auf den Kai, sprang über die Deeling hinterher, raffte das' Paket auf und rannte damit wie besessen der Stadt zu. Der Zollwächter zeterte 'hinter ihm drein, aber vwenn hörte nicht. Da lief der Zollwächter war ec kannte, um ihn einzu- 'holen. Auf dem Marktplatz erst erwischte er ihn, weil Swenn wie erschöpft innehielt. „Was hast du in dem Paket?" schrie er ihn an. „Wäsche," gab Swenn atemlos zurück. „Mach auf!" Swenn gehorchte, und es war weist Gott Nichts anderes drin als schmutzige Wäsche. „Wo wolltest du hin damit?" „Zur Wäscherin." „Warum bist du dann fo aerannt?" „Dur von wegen der Reinlichkeit. Ich kann daS nicht leiden, wenn die schmutzige Wäsche länger an Dord ist, als es nötig ist." — Die Kolonialschuldlüge. Von Professor Dr. Gerhard Du d de- Hannover. Gin besonderer Teil der allgemeinen Kriegs- >schuldlüge ist die Kolonialschuldlüge. Sie ist in chsr Mantelnote zum Versailler Vertrag enthalten, tn der die Wegnahme der deutschen Kolonien -damit begründet wird, daß ein militärisches Deutschland mit brutaler Gewaltherrschaft die von ihm unterjochten eingeborenen Völler mißhandelt habe und auf die Schaffung von Stützpunkten zur Bedrohung anderer Dntionen ausgegangen sei. Das heißt mit anderen Worten: Deutschland hat sich unfähig und unwürdig gezeigt, Kolonien zu -besitzen, deshalb haben wir das moralische Recht, sie ihm wegzunehmen. Ein solches moralisches Recht mußte mit rücksichtsloser Hinwegsetzung über die Wahrheit konstruiert werden, um den Kolo- nienvaub ttotz des Punktes 5 in Wilsons 14 Punk-- •ten vor der Welt zu rechtfertigen: in diesem Punkt 5 wird gefordert: „Eine freie, weitherzige und unbedingt unparteiische Schlichtung aller lv- loniaten Ansprüche, die auf einer genauen Beobachtung des Grundsatzes fußt, dah bei der Entscheidung aller derartigen Souveränitätsfragen die -Interessen der betroffenen Bevölkerung ein eben« ffvlches Gewicht haben müssen, wie die berechtigten -Forderungen der Regierung, deren Rechtsanspruch bestimmt werden solll' Diesem 5. de: W.t.on chen j!4 Punkte widerspricht die Wegnahme unserer -Kolonien so offenbar und so unwiderleglich, daß -im Hinblick auf die Welt nun ein befonbereu Grund für sie erfunden werden muhte, die schon -vor Beginn des Krieges für den Fall einer Rie- Derlage Deutschlands beschlossen war. Diesen Grund muhte nun die erwähnte, ,in der Mantel- mote des Versailler Vertrages aufgestellte De- Häuptling ton der Unfähigkeit und älnwürdigkeit Deutschlands, Kolonien zu besitzen, hergeben. Diese Behauptung stellt aber eine den Tat- Jachen schnurstracks widersprechende bewußte Lüge dar. Daß dem so ist, ist jetzt wieder durch neues Material erhärtet worden. Besonders wertvoll ist darunter dasjenige, das vor einiger Zeit der efemalige Gouverneur von Deutsch-Oslafrika, Dr. Heinrich Schnee, in einem Sonderheft der I-Süddeutschen Monatshefte" veröffentlicht hat. ,Die Ausführungen Schnees zerfallen in zwei Hauptteile, von denen der erste in 3 Abschnitten von dem „Betrug", der „Bemäntelung desselben" !vnt> von dem „Inhalt der kolonialen Schuldlüge" Handelt, während der zweite „Die Wirklichkeit" betitelte in sechs Abschnitten darlegt, wie es in Wahrheit mit der kolonisatorischen Tätigkeit der Deutschen ausgesehen hat. In d?m ersten Hauptteil wird gezeigt, wie die meisterhaft, aber skrupellos gelenkten englischen Kräfte schon in den ersten Kriegsstadien am Werk waren, um alle Vorbedingungen für den von Anfang des Krieges an beschlossenen Kolonienraub zu schaffen. Die englische Regierung hielt, solange der Ausgang des Weltkrieges schwankte, sich selbst im Hintergrund, bediente sich aber bekannter britischer Kolonial- autoritäten, die vor dem Krieg die deutsche Kolonialtätigkeit rühmlich anerkannt hatt n um die deutsche Kolonisationsmethode Verleumdern ch herabwürdigen zu lassen. Auf diesen f-ogenaunten Zeugnissen britischer Sachverständiger un) deutscher Abgeordneter wurde dann die Anklage auf „Eingeborenenmißhandlung" und „Ausbau der Kolonien als Stutzpunkte für die Erob.rangs- zrele" aufgebaut. Eine Verteidigung von fetten Deutschlands wurde nicht zugelassen. Schnee weist nun an der Hand amtlicher Zeugnisse der Gegner und umnfea^tbarer Tel ge nach, dah die -obigen Deschuld g ing n nicht nur heuchlerische Verleumdungen g.w sen lind, sondern dah im Gegenteil die deutsche Fürsorge für das Wohl der Eingeborenen die der heut.gen Mandatare bei weitem übertraf und dah, wenn je ein Militarismus in afrikanischen Gebieten bestand, et von den Feindbundmächten gcpsllg' worden ist und heute von der franzöiischen Reg e ung in die Deutschland geraubten Schutzgebie.s eile hineingetragen wird. In den amtlichen Bericht n der letzten Jahre haben die älrheber jener Ko.o- nialschuldlüge sogar selbst die deutschen Kul ur* leistungen in den Kolonien anerkannt und damit die Behauptung, auf der sie jene Lüge aufge aut haben, selbst wider.ufrn. „Wenn je ein Aufruf an die gesittete Welt betechtigt war, so ist cs der vom Verfasser (Schnee) auf Grund seine. Beweisführung an alle Völler g r chtete, w lche sich noch des Besitzes sittlicher Grundsätze rühmen. Er beschwört sie ernst und dringend, den grausamen Kolonialbetrug bald wieder gutmachen zu helfen." Voll bestätigt werden die Ausführungen Schnees durch' die ihnen angeschlossrne Abhandlung des Ministerialrats im Ministerium für Wiederaufbau, des Geh. Reg.-Rats Dc. R u p P e l über „Die kriegführenden Mächte und die koloniale Frage". Ruppel fahl das Ergebnis seiner Plnterfuchungen in folgendem lurzen Schlußwort zusammen: „Die interessierten Staaten haben von vornherein für den Fall des Sieges die Wegnahme der deutschen Kolonien in Aussicht genommen. Daher die militärische Besetzung und die Geheimverträge. Die Regieiungen sind mit dem Kriegsziel offen hervorgetreten, als der Sieg sicher war. Die Begründung ist in England gemacht worden. Erft wurde die öffentliche Meinung von privater Stelle mit den verschiedenen Behauptungen bearbeitet, bann wurden sie von der Regierung übernommen und endlich in die koloniale Schuldlüge zusammeng saht. Die letzten Skrupel schliehlich wurden durch die Annahme des Mandatssystems beseitigt." Das deckt sich durchaus mit den Ergebnissen, zu denen Schnee in sachlich einwandfreier Beweisführung gelangt. Welchen Werk die deutsche Kolonisatorenarbeit in Wahrheit aufzuwcisen hat, hat neuerdings auch der südafrikanische Ministerpräsident General Smuks anerkannt. Er schreibt in dem Briefwechsel zu dem Abkommen zwischen dem Deutschen Reiche und der Südwestafrilanischen Anion vom 23. Oktober 1923, durch das die Verhältnisse der zurückgebliebenen Deutschen in freundschaftlichem Sinne geregelt worden sind, u. a.: „Die Deutschen, die sich zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Teilen der Anion niedergelassen haben, bilden einen der wertvollsten Teile der südafrikanischen Bevölkerung, deren erfolgreiches und gewissenhaftes Wicken ich sehr hoch schätze." Dieses segensreiche Wirken deutscher Kolonisationsarbeit hat sich ganz besonders auf sanitärem Gebiete gezeigt. Deutsche ,i ;b es gewesen, die mit dem von ihnen erfundenen Heilmittel „Bayer 205“ die verheerende Schlaf krank'ei r erfolgreich bekämpft haben. Von der deutschen Wissenschaft ist das einzige Mittel gefunden wow den, das bisher absolut siegreich diese durch die Tsetsefliege erzeugte Krankheit, dec jahraus, jahrein ungezählte Menschen zum Opfer freien, iowie die ebenfalls durch die Tsetsefliege verursachte furchtbare Rinderpest zu bekämpfen begonnen hat. aber keinem dieser Kulturvölker gelang es, ein Mittel herzustellen, das eine wirksame Hilfe bot. „Die Kvlvnialländer England, Frank.eich, Portugal haben diese Schrecken zu bekämpfen versucht, Erst dem Forschergeist des als tolonisierung?un- fähig zum Verlust seiner Kolonien verurteil en deutschen Volles war es vorbchalten, auf Grund exaktester wissenschaftlicher Arbeit und eisernen Fleißes hier Reues zu schassen und siegreich den Kampf gegen bis dahin unbesiegbare Feinde zu bestehen." Die Ergebnisse deutscher Kolonisationsarbrit liegen offen vor den Augen der ganzen Welt. Deshalb dürfen wir, wie in dem letzten Mi.tei- lungsblatt des Arbeitsausschußes deutscher V r- bände mit Recht hervo-geh.ben w rd, hoffen, daß die Erkenntnis der kolonialen Schuldlüge, dieser Teilschuldlüge, leichter und schn.ller in dec Welt durchdringen wird, als die der allgemeiren und ganzen Kriegsschuldlüge. Untere Auf gab? bl ibt es jedenfalls, den Kampf g gen die Teilscl-uldlüge mit unverminderter Energie fortzusehen und zu diesem Zwecke alles neue Material der bui.eften Öffentlichkeit zuzuführen. * Für Frieden und Freiheit - gegen die Kr eIsschuldlüge. Der „Arbeitsausschuß deutscher Verbände" erläßt folgen en Ausruf: Der 28. Juni ist ein Schicksals lag besonderer Art. Vor 10 fahren fielen in Secasew) die le - hängnisvollen Schass?, de die Ew.e.seurr ds Wel.krieges zur Folge hatten. Vor 5 ahr n muhte an diesem Tage unter dem Dcuch dec Waffen starrenden felndlichm Heere und unter ec Androhung so tgeseh er Ans u gerun i das D b tat von Versailles unter ch.ieben wer en Rach vierjäh :grn. mit beisp .ls o en Opfe n 'gef hr e . Dertrid.gungskci gc ha: Deutschland d.e Jia, e i niedergelegt. Der verheißene Friede d» s Rechtes und derGerechtigkeit wurde ihmnicht zuteil. Mit einem Wortbruch suchte man die Reichseinheit zu zerfchlagen, die deutsche Wirtschaft zu zerstören, den letzten Rest deutscher Dolkskrast vernichtend zu treffen. Mit der Kriegsschuldlüge suchte man auch weiterhin das moralische Ansehen Deutschlands in der ganzen Welt zu untergraben. Weite kerndeutsche Gebiete wurden dem Mutterlande entrissen, Millionen deutscher Volksgenossen unter Fremdherrschaft gezwungen. Die unter großen Opfern und musterhaft verwalteten deutschen Kolonien wurden unter dem Vorwand deutscher Anfähigkeit zur Kolonisation geraubt. Anecmeßkiche Lasten wurden dem deutschen Volke vertragswidrig auferlegt, um es auf Generationen hinaus gebrochen am Boden zu halten. Mit der wahnwitzigen Schuldlüge rechtfertigten die Männer vom Schlage Poincarö, Elemenceau und Millerand vor der ganzen Welt ihre Politik dec Vernichtung und Versklavung. Jahre hindurch hat die Welt infolge einer gewissenlosen Propaganda die Lüge von der deutschen Schuld am Kriege, von der deutschen Schuld im Kriege, die Lüge von der Kolonialschuld geglaubt und der deutschen Rot im allgemeinen gleichgültig zugeschen. Die in- und ausländische wissenschaftliche Forschung hat die Anhaltbarkeit dieser Schuldanklagen längst bewiesen. Die deutsche Reichsregierung hat ihre geheimsten Archive aller Welt willig geöffnet. Die Gegner haben dies bisher unterlassen und nichts getan, um der Wahrheit zum Siege zu verhelfen. Anter dem Riedergang Deutschlands leiden alle Völker. Die Welt sieht ein, dah die dauernde Riedcrhaltung Deutschlands das größte Hind r- nis für den Frieden bildet. Die Sehnsucht der Völker nach wahrem Frieden, für dessen Herbeiführung das deutsche Volk die größten Opfer bringt, gewinnt anscheinend auch in Frankreich — immer mehr Einfluß auf die Politik ihrer Regierungen. Deutsche Brüder, deutsche Schwestern! Am Tage der fünfjährigen Wiederkehr dec Unter» Zeichnung des Diktates muß auch das deutsche Volk der ALelt seinen Willen deutlich und ausdrucksvoll zeigen. Wir rufen daher alle Berufsstände im ganzen Reiche auf, am «Sonntag, den 29. Juni allerorts wuchllge urrd würdevolle Kundgebungen zu veranstalten. Die Kundgebungen müssen fein; ein flammender Protest gegen d i e Lüge von der deutschen Schuld am Weltkriege, gegen weitere Gewalt und weitere Bedrohung, ein Ausdruck des geschlossenen Willens zum Frieden und zur Freiheit, eine Forderung des Rechtes auf Leben und Entwicklungsmöglichkeiten. Partei- und Klassenun ec- schiede müssen hierbei zurückstehen. Die Außenpolitik kommt vor der Innenpolitik. Höhe- als Sonderinteressen steht das Vaterland. Die Kundgebungen am 29. Huni müssen sein: ein Kampf um Wahrheit, Recht und Ehre! Arbeitsausschuß deutscher Verbände: Arbeitsgemeinschrft für vaterländi che Aufklärung. Deuticher Frauenausschuß zur Bekämpfung der Schuldlüge. Koloniale Reichsarbeitsgemeinjchaft. Bund der deutschen Grenzmarken chuhverbände. Deutscher Rhein E. V. Deutscher Schutzbund für das Grenz- und Auslandsdeutschtum Die im Westausschuh zrllammenge.ch.vf enen landsmannschaftlichen Verbände von Rhein, Ruhr, Saar und Pfalz. Wirtschaft. Arbrrtsmarkt und Wirtschaftslage. Im Monat Mai hat sich der Auftragseingang der deutschen Industrie toe.ter abgeschwächt. Dazu kommt, daß die Kreditnot, beb reits r r den Vormonat.n das Wirischaits.ebe i b e igte sich weiter gesteigert hat. Infolgedessen ging man bei den Wecken, den „Reichsarbeitsblatt' zufolge, mehr und rn.chc dazu übe -, E.itla sa re r vorrunehrnen und k ine Produktion zur 'Au füllarg der Läger, vielleicht bei Kurzarbeit durchführen Zu Len Hemmnissen, d.e der an sich richtigen Kreditpolitik der Reichsbank noch aus te Wirtschaft der Inflationszeit gegen überstehen, zählte in letzter Zeit insbe andere der Mißbrauch der Ge- schlltsaussichi, dcc die unvermeidliche Scheidung z">ifch n baue nd lebensfähigen und nicht dauernd übcnSfäf-igen B trieben ecsch verte Die nunmchr angebahn.e Einschränkung dec Geschäftsaufllcht wird den Gesundungsprozeß beschleunigen. Wieweit sich ein Preisabbau durchsetzen wird, der stark genug ist, eine gesteigerte Aufnahmefähigkeit des Auslands- wie auch des Inlandsmarites auszulösen. muß abgewartet werden: zunächst ist eine Entlastung durch beschleunigten Kapttalumschlag infolge Steigerung der Ausfuhr ober Erhöhung des Jnlandsabsahes nicht zu erkennen. Der Arbeitsmarkt zeigt vorerst noch ein günstigeres Bild als die Wirtschaftslage. Es ist dies zum großen Teil darauf zurückzuführen, daß die Betriebe noch an den alten Auftragsbeständen werter arbeiten. Der allgemeine Beschäftigungsgrad hat rnfolgedessen im ganzen im letzten Monat feine wesentliche Veränderung erfahren. Wenn auch zum Teil Arbeiter entlassen werden mußten, so wirkte sich dies doch nicht auf die Zahl der Arbeitslosen aus weil anbere Betriebe zur Aufarbeitung von Aufträgen, deren Fertigstellung infolge Arbeitsstreitigfciten ober anderer Grünbe hinausgezögert war, mit neuen Arbeitskräften die verlorene Zeit einholten. Eine Entlastung des Arbeitsmarktes fand darüber hinaus auch noch- dadurch statt, daß die Arbeiten im Freien durch' das späte Einsehen des Fcühjahrswetters sich hinausgezögert hatten. Mehr und mehr tritt auch zutage, wie sehr der Arbeitsmarkt von Qualitätsfragen, nicht nur von Quantitätsfragen beeinflußt wird. Schon jetzt zeigt sich' wachsendes Angebot von Hilfsarbeitern bei zum Teil noch zunehmendem Mangel an SpLzialarbeitern. Was die einzelnen Wirtschaftsgebiete betrifft, so ist der im Steinkohlenbergbau des Ruhrgebietes geführte Kampf um die Lohnhöhe und die Arbeitszeit noch in Erinnerung. Die ßagerbeftänbe erfuhren trotz allgemeiner Zurückhaltung der Be- darfskreife eine Abnahme. Im Erzbergbau ist eine wesentliche Veränderung der Lage nicht zu v.nc- zeichnen In dec Kaliindustrie besserten sich' die Absahverhältnisse nicht, so daß vielfach- Feierschichten und Betriebsstillegungen notwendig wurden. In der Eisen- und Metallindustrie ist die Lage nicht ganz einheitlich, im ganzen zeigt sich jedoch eine Verminderung der Arbeiter vom 15.. April bis 15. Mai um etwa 7 Prozent. Für Roheisen überstieg die Rachfrage die Menge, welche aus der deutschen Erzeugung durch den Ro'h- eisenverband zugewiesen werden konnte. Im Maschinenbau zeigte der Mai eine rückläufige Bewegung des Einganges an Bestellungen. Zu weitgehenden Dctriebseinstellungen kam es in der chemisch-en Industrie. Auch die Betriebe der Tex- tilinbustrie leiden durchweg erheblich, stärker unter der Zurückziehung früher erteilter Auftrage und der Kreditlnappheit. Das Baugewerbe verzeichnet ein Anhalten der leichten Belebung, fühlt aber stärker den Mangel an Facharbeitern. * WTB. Der Deu ts che Stahlbund war am Dienstag inHagen versammelt. Die Erörterung galt den ganz uneriräglichen Verhältnissen in der Eisenindustrie, besonders der wenigen des besetzten Gebiets. Daraus ergibt sich das folgende Bild: Wenn sich auch da und dort noch Geschäftsmöglichkei en ergeben, so ist doch durch die K r e d i t k r i s e der Absatz mehr und mehr ins Stocken geraten. Äe Preise bringen immer schwerere Verluste. Unter diesen BerAltnissen zeigen sich immer deutlicher die Folgen der M i c u m - La st e n für die Eisenindustrie des besetzten Gebietes. Die Kohlenpcerse könnest der Micum-Lasten wegen seitens des Bergbaues nicht ermäßigt werden. Darüber hinaus hat die Eisenindusttie selbst noch Lasten und Erschwerungen zu tragen, während die Verkaufspreise der Walzwcrkcrzeugnifse sich weder nach den Kohlen- und Koksp.eijen, noch nach den sonstigen Lasten der Eisenindustrie rrchten, sondern nach den Weltmarktpreis en und dem Gesetz von Angebot und Rachfrage. Diese Lage hat auch jene Werke, die bisher ihre Pcoduttion noch Hochzubalten gesucht hat.e r, zu der Erkenntnis gebracht, daß die Erzeugung durch äußerste Aestren- gung der Betriebe und wo es nicht anders geht, durch Stillegung der Rachfrage angepaßk werden muß. Es ist zu erwarten, daß durch diese den Werken aufgesprungenen Maßnahmen eine Festigung und Hebung des Preisniveaus eintritt. Die (vrotzhnndelsindexzifser. Die auf den Stichtag vom 17. Juni berechnete Großhandersindexziffer des Sta- tistifchm Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 10. Juni (117,2) mit 117,0 nahezu unverändert. Die Indexziffern der Hauptgrup- Ha da war nun nicht vill zu machen. Wütend ke'hcte ie; Zollwächt w zum Hafen zurück Dori war aber inzwifch? i d.e ganze Zichorie in Doot verstaut und vecfchwu.ioen. — Rückwärts p l gten wir bann hauptsächlich Aguavit zu schnugg ln. Einmal wußcen wir in Lübeck gar nicht damit an Land zu konmen, weil zu scharf aufgepaßt wurde Da mutze sich schli.ß- lich die alte dicke Schfssköchin einen fta;Je i Gürtel unter de i Rock um den Leib :e ie t, und daran wurden die Flasche i ringsum ang hingt Sie war ja nun noch ein bißchen dickec als sonst, aber einen grotzen ülnterschied macht? das nicht. Sobald sie nun zu gehen anfing, stießen die F.afchen sachte aneinan-e., und so stieg sie dann, immerzu leise läutend, als ob sie einen ganzen «Sonntag in sich hätte, von Bord. Der Zollwächter stand ein Stückchen davon, und als sie so an ihm vovbeiklingelte, spitzte er die Ohren. „Du, Köksch," rief er, „was ist denn mit dir los?" „Hach?" machte sie, legte die Hand ans Ohr und tat schwerhörig, was sie auch' in Wirklichkeit ein bißchen war. „Was du für eine Musik machst, will ich' wissen." „Versteh dich nicht," sagte sie und wollte — klinglingling — weiter. ) „Ru nö," schrie er, „das gibt's nicht. Du kommst mit zur Zollwache. Das wollen wir doch' erst mal untersuchen." „Meinetwegen," sagte sie und ging — fling kling — neben ihm, wohin er wollte. Als sie an der Tür der Wach? waren, tat sie, als müsse sie ihn unbedingt voranlassen und setzte einen tiefen Knix hin, fo daß eine dec Pullen aufs Pflaster stieß, einen Sprung bekam und nun leise den Aquavit von sich ließ. Der höhere Beamte, der auf der Wach; war, blickte auf und sah die nasse Straße, die sie hinter sich 'her zog. „Was machst du demi da?" schrie er sie an. Sie wimmerte mit kläglichem Gesicht: „Ach Gott, ich hab' solche Angst." „Raus!" brüllte da der Beamte, so laut er konnte. „Raus, du altes Fecker!" Das ließ sich die Köksch nicht noch einmal sagm. Wie dec Wind war sic aus dcr Tür und ran te, gewaltig lärve rd spomstr.ichs die Alte- fr h.e hinauf, stracks zu dem Kaufmann, der den Aquavit haben sollte. • Christ?, bas Weihbuch unb bie Lüge. Skizze von Paula Keune -Berlin. Mit Christi war kein Auskommen mehr. Ich setzte mich daher folgendermaßen mit ihr auseinander: „Im Himmel liegt ein W ißbuch auf. Dort hinein berichten die Eigel die Wohl- und Missetaten der Meischcn. lllnd der liebe Herrgott liest es 2lbend für Abend durch." älnfcr Herrgott ist de' Einzige, vor dem die Christi Respekt hat. Vor ihm und einem Schorn- ftemfene'. „Mutti schreiben es die Engel mit Buntstift m?" „Selbstverständlich. Mit rotem, wenn die Christel artig und mit blauem Stift, wenn sie lügt," Seit dieser Zeit sind ihr Bücher, die sie sonst sehr gerne mochte, unsympathisch „Die ollen Bücher. Ein Bruder ist viel besser. Erna hat am Abend Schokolade hingelegt für den Storch, am andern Morgen war sie weg und ein Bruder war da." „So schnell wird es ja nun gerade nicht gehen, aber ich will mal mit Papi reden." „Ach, Mutti lieber nicht, der sagt am Ende nein; wir wollen s mal allein versuchen." Am Abcnd lag eine Tafel Schokolade und ein fle'hender Brief Christls vorm Fenster. Mit meinem Manne sprach ich doch darüber; er war nicht abgeneigt. — Am andern Morgen war die Schokolade weg, der Bries noch da und an Christls Händen waren merfoürbige braun« Flecken. „Christ!, du hast ja die Schokolade für den Storch auf gegessen, schau deine Hände an und der B.i.f ist moch da." Christi leugnete, -t- — leugnete mit einer Standhaftigkeit — — „und paß mal auf, heute Mittag ist der Bruder da," stotterte sie mit glühheißem Kopf. Ich war fehr betrübt über ihre Lüge, spielte nicht mit ihr, sondern schrieb Briefe. Siaen Kalendertag will ich blau anstreichen unb bemerke zu meinem Erstaunen, daß der Blaustift fehlt. Plötzlich erinnere ich mich der Worte: „Mit blauem Stift, .wenn die Christi lügt." Solch eine.kleine raffinierte Perfon! Sie 'rytelt uns in engster Ve bindung mit dem Himmel. Mißgestimmt legte ich mich auf den Diwan und mußt; dennoch lächeln. Ein Lächeln, für das man gl ich um Entschuldigung bittet. Christi schwcbt.um mich herum, sehr verlegen. Hie und da versucht sie, sich mit mir anzuchiederns Ich bleibe.hart! — Es wird mir Besuch gemeldet, eine Base Antonie. Sie hat eine lange Rase und riecht immer etwas, was andere nicht riechen. Ich ärgere mich schon im Bovaus und gab dem Mädchen die An- .weisung: „Ich bin nicht zu Hause." — Christi hört auf zu spielen, dreht sich mit einem Ruck herum und sieht mich an. De n Blick werde ich nie vergessen! Jetzt wurde ich freundlich zu Christl; doch sie — blieb Hari. Als ich meinen Mann auf den fehlenden Blaustift aufmerksam machen wollte, lag er wieder an seinem Platze. Christl war getrost; nun hatte sie einen Schuldgenosfen, sogar ihre Mutter.--Konnte man ihr böie sein? Von dem Weißbuche und dem Bruder ist einige Tage lang keine Rede. Dann kommt Werner zu Besuch, pausbäckig und unbeholfen. Christl treibt Schindluder mit ihm und erzieht Ihn. Ich stehe am Fenster und höre Christls mahnende «Stimme: „Pfui, schäme dich, Werner, du lügst ja. — lügen — dürfen nur die Großen." So ist.das Leben. Bekanntmachung. Das Abmähen der belegten gärtnerisch Nicht unterhaltenen Gräber auf dem Fried- Hof am Rodberg ist zu vergeben. An- gebotsvordrucke sind beim Stadtbauamt gegen Erstattung der Selbstkosten zu haben. LieAngebote sind spätestens am Samstag, dem 21. Juni, vormittags 11 Ahr, beim Stadtbauamt abzugeben. Gießen, den 17. Juni 1924. 5007B Stadtbauamt Gießen. Braubach. Bekanntmachung. Beim Stadtbauamt liegen Verdingungsunterlagen für die Vergebung von Erd-, Rohrleger-, Maurer-, Chaussierungs- und Pflasterarbciten, sowie Lieferung von Materialien (Stück-Deck-Pflastersteine und Sand) offen. Submissionstermin- Mittwoch, den 25. Juni 1924, vorm. 10 Ahr. Däheres siehe Aushängekasten. 50166 Gießen, den 18. Juni 1924. Stadtbauamt Gießen. Braubach. BMMMsWschen in Münzenberg. Am 9., 10. und 11. August findet in MUnzenberg das Bundesmannschaftsfahren verbunden mit Preiskorsofahren statt. In diesem Feste sind zu vergeben: Plätze für Karussell, Schießbude, Jucker- und Spielwaren. Ferner wird eine Musikkapelle engagiert, und zwar Samstag und Montag mit je 8 Mann und für Sonntag mit 16 Mann. Plätze für Karussell usw. werden an den Meistbietenden abgegeben, während die Musik an die Wenigstnehmenden vergeben wird. Jedoch wird eine gut geschulte Kapelle verlangt. Angebote sind zu richten an Herrn Rechner (Ebel, Münzenberg. Der Wirtschafts.Ausfchub. _____________Ebel._________4990V Drucksachen aller Art Börsenkurse. 6,37 2,1 8,25 12,13 0,850 6,5 8,65 8,75 6,25 8,26 11,7 6,55 9 5 26 84 1,25 2,2 1,6 9,5 0,410 12,6 1 2,2 8,7 5,76 2,8 hebet: war 0.0,3 0.360 0,630 0,099 io M| 19,75 3,3 5,75 6,9 0,425 7.6 • 12,3 1,3 0,330 0,300 7,66 8,75 40,73 42 51,75 6,25 10,13 4 25 8,5 2 ,5 18,25 27,87 1,25 19.8 4,04 Deutschen Petroleumattien vorsichtig. Daher entwickelten sich zeitweise größere Umsätze in Derltn- Karlsrüher Industrie- und Oubtolg Löweaktien, in denen anscheinend ausgedehnte Lieferungsver- *) Dom AuazahlungSw-rt. Berliner Börse. Berlin, 18. Juni. Obgleich aus den kannten Gründen in der Geschäftsftille an Börse keine Veränderung eingetreten ist, diese heute doch von einem festeren Ton beherrscht. Die Programmerklärungen Herriots wurden trotz des Vorbehaltes hinsichtlich der Räumung des Rührgebiets in ihrem Gesanrteindruck überwiegend günstig beurteilt und trugen dazu bei, die Hoffnungen auf eine Ueberwlndung der derzeitigen Geld- und KreditkrisiS Im deutschen Wirtschaftsleben durch baldige Erledigung der Verhandlungen über die Sachverständigenvorschtäge zu verstärken. Da die Gelderleichterung und am Devisenmarkt die Abnahme der Rachfoage anhält, war die Baissespekulation nach dem gestrigen Mrß>° erfvlg des versuchten Kurseinbruchis bei den fron lauten: UebmffrntrteT 99,i, Bvrwvcye »9,4; davon die Gruppe Getreide und Kartoffeln 85,6 (87.6), Industrieswffe 150,4 (150,6), davon die Gruppe Kühle und Eisen 154,7 (144,7), Inlands- toaren 107.0 (107,5), Einführvxrren 166,9 (166,2). * , * * Norddeutscher Llvhd. In der Auf- sichtsratSsihung vom 17. Juni wurde das Ge- schäftsergebnis für 1924 vvrgelegt. Der reckinungs- mäßige Abschluß weist einen Betriebs über-schuß von 1 011 C64 Billionen Mark auS, denen an Un= kosten 503 661 Billionen Mark gegenüberslehen. 2kach Abschreibung von 324 661 Billionen auf See- d^rmpser, 32 500 Billionen Mark aus Grundbesitz und Gebäudeanlagen, wird ein rechnu gsmähiger Ueberschuß von 150 240 Billionen Mark ausgewiesen. Es wird der auf den 10 Juli anberaum- len Generalversammlung vorg.'schlagen, de en Betrag von einer Verteilung auszusch.ießen. In der Bilanz erscheinen 44 Seedanrpier, 24 Flußdampfer, 5 Barkassen und 166 Leichter. An Reubauten wurden fertig acht Passagier- und Frachtdamp er mit zusammen 110 263 Bruttoregistertonnen, vür Frachtdampser mit 22 665 Drutloregistertonnen, insgesamt 132 925 Brutto-Registertonnen. Ferner wurden zwei Dampfer mit 17 884 Drutwregister- tonnen angekauft. Im Bau waren hle überschr-itten sind. Die Absahverhältntsse der Kaliindustrie sind weiterhin sehr schlecht. Die bekanntesten Werke, wie z. B. das Kaliwerk Aschersleben, mußten wegen mangelnder Rentabilität auf längere Zeit stillgelegt werden. Auch der Auslandsabsatz ist mäßig, lieber die in der letzten Zeit mehrfach erwünschten Verhandlungen über die Gewährung eines amerikanischen Kredits für die ^attindustrie liegen bei den zuständigen Stellen drs Kalibergbaues noch keine entscheidenden Mitteilungen vor. Deutsche Werke A.-G. in Berlin. Die o. G.--V. der Deutschen Werke A.-G. genehmigte die Regularien. Das Geschäftsjahr wurde auf die Zeit vom 1. Oktober bis 31. September verlegt, Generaldirektor Dr. Henrich ging in bedeutsamen Ausführungen auf die allgemeine Lage der Wirtschaft ein und Betonte, daß in den letzten Jahren der Inflation die Wirtschaft vom Staat gelebt habe und nach der Stabilisierung der Wahrung der Staat von der Wirtschaft lebe. Der Saldo bleibe deshalb ein Verlustsaldo. Die Stabilisierung der Wahrung sei zwar eine große Tat gewesen, doch werde die Wirtschaft vln.ch das jetzige Ausmaß der Krediteinschränkung, die zur Stabilisierung zwar nötig war, zum Erliegen gebracht. Es sei unmöglich, die Wirtschaft bei den hohen Kreditzinsen weiterzuführen. Man hätte dann zwar eine stabilisierte Währung, aber auch eine zerrüttete Wirtschaft, wenn keine Produktionsverbilligung durch größere Arbeitsintensität und bessere Fabrikationsmethoden erreicht werde. Die politischen Parteien müßten schnelle Arbeit leisten, werrn es nicht zu spät sein soll. 5% Deutsch,.' NclchSanlethe . 4% Dculschc RelchSanlcihe . 37»% Deutsche R>lch<>anlethe 3% Deutsche Reichs inlcive . Deutsche Lparpraniicnanuih« 4% yiru6l|d)c KonsotS . . . 37»% Hessen . . . . . * 3% Helsen .... ...... Deutsche Wertb. Dollar>«nl. dto- Doll. Schatz-Anicetlng.') 4% >iolltürkcn.........I 5% Goldincrtkaner.....| Vcrltncr Handel-Gesellschaft. komnicri- und Privatbank lärmst, und Raiionalvank . Deunche Bank......... Deutsche BercinSbank .... ^tSconto Eonunandit .... Metallbanf........... Miitcldeuttche Ereditbank eestcircichische Credtlaustalt Westbank........... Bochumer Guß ........ Budcr.iS............ Earo ............. Deutsch Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpeucr Bergbau...... Kaliwerke ÄscherSlcben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte........... £ berbcdarf........... Phönix Bergbau ....... 9i0chuinb(........... 9tivbc,t Montan........ Telluü Bergbau........ Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyo..... Cheramische Werke Albin . . /semeiitlverk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo Cont Guano..... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alaptn . . Goldschmidt.......... GricS eimer Electron .... Höchster Farbwerke...... -volzvcrkohlung........ N'iitgcrswerke......... Schcideanstalt......... Allg. ElektrijitätS-Gesellschast Beraniann........... Mainkrastwerke........ Schlickert............ Siemens & Halske...... Adlcrwerke Klcyer ...... Daimler Motoren. ...... Heyligcnstaedt......... Meguin............. Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Mctallgescll chaft Frankfurt. Pet. Union A.-G........ Schuhfabrik Herz...... Sichel.............. Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Pflichtungen befteyen. nut Dem Ergebnis starker Schwankungen und schließlich ungefähr acht Billionen Prevent Kursbe^serung. Auch Montaniverte fanden Interesfenkäufe bei einer Kurserholung von über eine Billion Prozent ihre Fortsetzung. Die sonstigen Kursveränderungen axircn unbedeutend. Arn Reirtenrnarkt hiell die abermals mit vagen Auf wertungs Hoffnungen begründete zeitweise rege spekulative Kauflust in Kriegsanleihe die bis 110 sprangen, an. Ihnen folgten aus dem gleichen Grunde mit geringen Besserungen die alte RcichSanleihe und Preußische KonsolS. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 18. Juni. Tendenz: Fester. — Die ministerielle E klärung in dec gestrigen französischen Kammersitzung ist zwar sehr gewunoen und hätte vor allen Dingen klarer se n können. Trotzdem findet sie im allgemeinen e.ne gute Aufnahme an der Börse, namentlich weil man einen .Fortschritt darin erblickt, daß sich Herriot offen gegen die GewaUpnlitck eines Poin- car6 erklärt. Dies und tue Tatsache, daß Her- liot bereits Veranlassung genommen hat, seiner zukünftigen Politik dadurch Ausdruck zu verleihen, daß et sich mit einem weitgehenden Amnestie- et laß für die besetzten Gebiete befaßt, liehen an det heutigen Dürfe eine zuversich kichere Stimmung zum Durchbruch kommen, weil man glaub., die Gewißheit haben zu dürfen, daß sich mit Hetriot immerhin verhandeln lassen wird, ohne Immer das Gespenst der Sanktionen tm Hinter- gründe zu haben. Dazu kam, daß heute vom Auslande und auch von privater Seile Kaufaufträge Vorlagen, so daß sich allmählich bei steigender Tendenz ein ziemlich lebhafter Verkehr entwickeln konnte, der auf allen Gebieten ziemlich Kursgewinne zur Folge hatte. Ramentlich deutsche Anleihen toaren wieder stark gefordert. Im freien Verkehr waren ebenfalls ziemliche Kursgewinne festzustellen. Api 2V2, Decker-Stuhl 2‘/2, Decker-Kohle 4'/2, Denz FA, Driown Doveri l'/2 H^rnsa Lloyd 0,550, Krügers hall 27/a, Petroleum 9 2Uflotter Waggon 2V8. -Ufa 4. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billtonen Mark au-aedrückt. BuenoS-Atre», London, Neu- York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einbett, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.? Leiearavhlsche Auszahlung, □n Billionen Prozent ftrnnffurtn. M Berlin Schtutz. Aitr* dchlul,. (iure Schluß» Au . Schluh. Dimm: M. 6. 18 i. U. 6. 18. S 0,1083 0,081 1,18 0,380 0,390 0,2£0 0,208 0,285 0,680 0,660 0,685 - . 0.09^ 0,110 0,230 0,191 0,2o0 0,200 0,276 — 4,2 — 4,2 79 80 79 4,40 3,65 4,40 20,25 20 5 21 9,76 3,37 3,6 6 6 6 6.8(1 7 7 0,40) — — 7,4 7,5 7,25 12,5 • 1,4 0,9375 1,3 0,325 ’.4 0,950 0,30) 0,3 0. 5 42,76 7,5 42,6 7,75 7.5 9,26 9 8,/5 41,26 41,37 41,75 42,7 42.26 43,5 CI,25 61 60,1 6,5 6,6 6,5 10,10 6 IS 10.6 4,97 9,13 8,1 8,50 22,25 21.65 11,8 19,6 1&.5 19,75 — 28 32,8 1,3 — — 20,5 20 20,40 4,1 4,1 4,1 6,75 _ 2,25 2,25 2,13 9,76 12,75 8,65 12,25 lÄ 9,13 8,? 9,5 S 8,76 8,4 Ä 8,87 9,25 w _ 6,25 6.75 6,6 6,6 9,75 9,6 9,65 V — — 25 26,5 38 37 87 '5's 1.1 2,1 1.13 2,1 1,95 «I 9,25 8,5 0,600 — — 19,26 1 0,8 ”l 2,2 2 4,75 9,87 6 6 6,25 2,90 2,6 2,75 4 17. Juni 18. Juni Restart. Ärmliche Geld Rotterung Brief AmNi.hr Geld Kotier» t, Brief 17. 1'8. Amst-Rotl Vrfl.-Ankw Christinnia. Kopenhagen Stockholm . HelsingforS- Italien. . . London. . . Vleuhort . . Ports. . . . Schweiz . . Spanien . . Wien in D-- CeR. abgest Prag . . . . Budapest. . Buen--Aires Bnlaarien Japan . . . *fo de Jcm Belgrad . . Lissabon . . 166,81 19,95 66,41 70,67 110, <2 10,47 18,20 18,12 4,19 22,80 73,91 18,11 Ä Ä 2,995 'S 11.72 < 167,59 20,06 66,69 71,03 111,28 10,53 18,30 18,21 4,21 23,01 74,23 16,39 8,925 12,353 Ä 2,985 1,695 X’ 11.76 Banin 166,86 19,15 56,41 70,67 110,72 10,47 K 22,34 73,91 68,08 5,89 12,37 1 4,965 11,72 otea 157,64 19,56 68,69 71,03 111,28 10,53 Ä 74,-9 66.34 5,91 12,43 4,61 1^45 3.06 M95 0.45 4,985 '1.78 "1 voll voll voll voll L'OU "oll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll soll soll soll voll soll -oll -oll irT Berlin, 18. Juni | Brief Amerikanische Roten..... Belgische Roten........ Dünsiche Roten ....... Englische Roten........ Französische Rote«...... Holländische Roten ..... Italienische Roten...... »orwegsiche Roten...... Deutsch-Oesterr, A100 Kronen Rumänische Rolen..... Schwedische Roten..... Schweizer Roten....... Spanische Roten....... Tschechoslowakische Roten . . Ungarische Roten...... 4,19 19,36 70,62 18,05 22,84 156,51 18,08 U 110,72 73,86 65,96 12,37 4,29 4,21 1945 70,98 18,15 22,78 157,29 18,18 66,59 6.885 1,81 111,28 74,24 66,24 12,43 4,31 too vo vo vo vo vo vo vo vo vo vo vo vo dol vo 5 I I I I I ? l l i Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 18. Juni. (Wolff.) Die fortgesetzte Steigerung an den amerikani ch.n ®etiei. emärtlen übt auf den Berliner Produllenverk h nach wie vor leinen Einfluß aus, weil die Aufnahmefähigkeit bei Händler und Kundschaft wegen vec Geldknappheit nach wie vor gering ist. Die Preise für Auslandgetreide sind wieder e was gestiegen: Material ist aber mchc für das Ausland als für heimische Märkte abzusetzen. Rach Weizen bestand von den auswärtigen Müh en Lei alllrdi gs niedrigen Geboten einige Rachfrage. Roggen wurde von Pommern und Mecklenburg viel Angeboten, ebenso Hafer aus der Maik, Mecklenburg und verschiedentlich auch aus Sch.e i n Käuser sind wohl hierfür vorhanden, doH führen die abgegebenen niedrigen Gebote zumeist nicht zum Abschluß von Geschäften Der Mehlabjatz stockt nach wie vor, so daß das Geschäft in diesen Artikeln recht schwierig geworden ist. Es wurden notiert für je 1000 Kilo. Weizen märt. 143 bis 148, pvmm. 145 bis 148, Roggen märt. 124 bis 132 (still), fromm. 121 bis 125 (still), schief. 115 bis 118 (still), Braugerste 146 bis 152 igeschäftslos). Futtergerste 134 bis 140 (gefchäftslos). Hafer märt. 124 bis 133 (still), Rafrs 230 (still); für je 100 Kilo: Weizenmehl 21 bis 23,75 (still), Roggenmehl 18 bis 21 (still), Weizentleie 8,6 (stetig), Roggentleie 8,8 bis 8,9 (stetig), Dlktvria- erbfen 19 bis 20, Heine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Pelufch en 10,50 bis 11, Ackerbohnen 13 bis 14, Wicken 11 .bis 12, Lupinen blau 9 bis 10, gelb 13 bis 14, IrVpsluchen 8 6, Leinkuchen 16,50 bis 17, Trvckenschnitzel 6,2 bis 6,3 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt«. M.. 18. Juni. Es notierten für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 16,75 bis 17,25, Roggen 15,25 bis 15.75, Druugerste 16 5C bis 17, Hafer, inläird. 15,25 bis 16, Weizenmehl südd. Spezial 0 27,25 bis 28,75, Rcggenmehl 22,75 bis 23,50, Weizen-- und Roggentleie 825 bis 8,75. Aus dem Nmtsverküird,annqsblatt. * Das Amtsverkündigungsblati Qlr. 40 vom 17. Juni enthält: Abänderung tec ®vften Verordnung $ar Ausführung des Reichs- gesehes über Mieterschutz und Mieteimgungsäm- ter. — Abänderung des Gesetzes über den Ur» kundenstempel. — Viehmarkt in Grünberg. — Schafläude zu Grünberg. — Straßensperre. — Feldbereinigung Dellershain. — Drenstnachrrchten, Oefsentlicher Dank! Völlig geb eilt von sehr schwerem Rückenmarks- n. Nervenleiden mit vollständiger Labmnug beider Füße und deö ganzen Untcrkörper- wnrde unser Sohr, Joseph, nachdem alle Mittel u. Anwendung, nicht« hallen, durch d.Phrmoor-Badeknr.d.becnieni z. Hause o. Berufsstörung vorgen. wird. AuSDank empfehlen wir diese Kur allen Leidenden. Grub, Post Neuötting, den 5. Mai 1924. Johann Crtbubcr, Oekonom. Auskunft erteilt d.Ptzrn.oor Naturbeilinstitut, München 145. Rosental 15. sDoppelbriefporto beifüg.) Selt20Iabren - hervorrag. Erfolge b. 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Juni 1924, mittags 1 Uhr. bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo anschließend die Eröff- nung erfolgt. Die Derkaufsbedingungen werden vorher bekanntgegeben, Grohen-Buseck, den 18. Juni 1924. Hess- Bürgermeisterei Grohen-Buseck. 5024P Gans. ßlltataDllOlj Abfallschwarten billigst empfiehlt Eduard Sack Holzhandlung Walltorstr. 49b. MMh achte man darauf, daß die Würze aus Maggi's großer Original» flasche gefüllt wird; denn in diesen Flaschen darf gesetzlich nichts anderes als Maggi's Würze feilgehalten werden. 5008c .6 99.80 Bekanntmachung. Beim Stadtbauamt liegen Verdingungsunterlagen für Dachdeckerarbeiten offen. Verdingungstermin: DienSlag, den 24. Juni 1924, vorm. 10 Uhr. Räheres stehe Aushängekasten. 5015B Gießen, den 18. Juni 1924. Stadtbauamt Gießen. Braubach. Fast neuer, weiß emaillierter MMsrÄM für Restauration geeignet, verbunden mit Gas, 2 m lang, 90 cm breit, für 200 Mark zu verkaufen. Schlosserei Ulm Wetzlar, Güllgasfe 5. [mM, Seim Nachsülle»... maggi1 wurz. 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Auf den Gruben Wölfershe'm, Weckesheim und Ludwigshoffnung (am Bahnhof Wölfersheim) können täglich von 7 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags Mota-WsIm i abgefahren werden. Während derSommer monate haben wir den Preis herabgesetzt; außerdem gewähren wir bei Hinterlegung eines von der Bürgermeisterei beglaubigten Bürgscheins eine Zahlungsfrist von drei Monaten.Der Preis fürl000Stück(20Ztr.) beträgt heute: bei Barzahlung 15 Mk. bei Hinterlegung eines Bürgscheins 16 Mk. Hessische Bergwerks- und Kraftwerks- direkion, Wölfersheim (Oberheffen). 513.26 11000.- 50.- 246.20 11 909.26 160.- 1 650.- 9 239.87 859.39 11 909.26 Bilanz 1923 Aktiva. I Kaffenbestand...... MOTOR-LASTWAGEN OMNIBUSSE, RAUPENSCHLEPPER soffort ab Lager Ferners Generalvertretung der WIPPERMANN-" KETTEN GUMMI zu besonders vorteilhafte« Preisen Zweigniederlassung Gießen: ROBERT ZEITZ Telephon 1194. Mttgliederstand 1. Januar 1923 518 Zugang 1923 ..... 52 Abgang 1923 ..... 8 44 Stand 31. Dezember 1923 . . 562 Laödw. 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