Nr. 24b Erster Erscheint täglich, aufjet Son»- und Feiertags. Beilagen: GiehenerFamilienblütter Heimat im Bild. Monats-bezuaspreis: 2 Goldmark u. 20 Gold» pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech'Anschlüste: Schriftleitung 112, Verlag undBeschästsstellebl. Anschrift für Drahtnach- richtenAnzeigerSiehen. Postscheckkonto: Zranksutt a. M. 11688. Blatt 174- Jahrgang Samstag, 18. ©Höbet 1924 GietzeimAiizeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrvS nnö Perlag: VrLhl'sche Universttäls-Vuch- vnd Stetnbruderd R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: ZchuNttatzeT. Annahme von Anje.gtn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdindlichKeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichL, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen n 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorfchrift 20° , Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Or.Friedr. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Die deutsch- Dolksteile untereinander Das Endstadium der Krisis Des Kanzlers Verhandlungen mit den Deutschnationalen, nationalen Ministerkandidaten. gemacht hat. Wan hat in den Völkerschlachten, die zwar nicht mit dem Blute, wohl aber m t t dem Gel de ber Weltvölker geführt werden, eine -Art Training für künsttge schärfere Aussimmderseb- Rungen zu erblicken. 3m fern en Ost^r suchen sich kne großen Staaten geynfeitig exii Machtpositionen h^auszu manöverieven. Auch das angeblich jedem imperialisttlchen Krieg abgencig« Sowjet-Ruftland befolgt mit ieiner "Parvfe .China den Chinesen" machtpolitlsche Zwecke. Es tod ftgenau, daft ein geeinigt. futz ferner Nationalität bewufttes chinesisches Doll cris die Tauer keine Foemdhera: chaft an der TTcitu^e des Parsischen Ozeans dulden wird. Wenn dann sowohl Japan unb Frankreich wie auch .Amerika und Sng land vom chinesischen Territorium weggefegt sein weiden, hat Sowjet-Ruß- land freie 5>anb um seine Welt revolutionären Ideen in die empfänglichen Gemüter der Chinesin einzuträufeln. So läuft die Politik aller im fernen Osten interessierten Staaten auf me En t - sachung von Völkerschlachten hmous, seien es nun Schlachten ter einzelnen, -So Lev gegeneinander oder Schlachten der • Der Wahlkampf in England. Wahlreisen. — Probeabftimmung im Warenhaus. London, 17. Ott (WTD) Die Parteien sind fortgesetzt mit der Vorbereitung der Reu- wählen besc^stigt Der konservative Führer Baldwin soll in feinem Wahlkreis Dewdleh lWorrestershrre) von den Liberalen nicht bekämpft werden. 3n affen sieben Wahlkreisen von Sheffield bleiben die Liberalen vom Wahlkampf fern in sechs von diesen werden die Konservativen einen heißen Kampf mit der Arbeiterpartei zu bestehen haben, während sie in dem 7. auf keine Opposition zu rechnen brauchen. Macdonald verlieh heute Birmingham und setzte seine Reise nach Südwales fort Seinen An- hängern, die in vielen Orten auf ihn warten, muhte er Mitteilen, dah er unfähig sei, weitere Reden zu halten, da er schon ganz heiser sei. Der Ministerpräsident scheint im allgemeinen in den Industriestädten, die er auf ferner Reise von Glasgow her durch Rord- und Mittelengland besuchte, gut empfangen worden zu fern. Die Liberalen und Konservativen machen sprechung schon bekannt getootöc.i, dah der Plan, die Erweiterung unter Hinzuziehung unpolitischer Minister vorzunehmen, vom Reichskanzler fallen gelassen worden ist. Wie die Telegraphen-Union erfahrt, wird die Situation nach dem Empfang der deutschnationalen Vertreter in parlamentarischen Kreisen wieder dahin beurteilt, dah dieKrifevor ihrem Abschluß steht. Die deutschnativnale Fraktion trat nach Empfang der deutschnationalen Verirrter durch den Reichskanzler sofort wieder zu einer Sitzung zusammen. In parlamentarischen Kreisen verlautet, dah der Reichskanzler den Deutschnatio» nalen 4 Sitze im Reichskabinett zugesagt hat. Di« Beratungen der deutschnationalen Fraktion erstreckten sich auf die Persönlichkeiten, die evtl, von der Fraktion in daS Kabinett zu entsenden seien. Als lünftige deutschnativnale Minister wurden im Wandelgang des Reichstags genannt: Die Abgeordneten H e r g t und Leopold, der Landtagsabgeordnete von Kries und das Mitglied des Reichsrates für Ostpreuhen Freiherr von Gayl. Aach Informationen br „Dosf. Ztg." sollen in das Kabinett treten Abg. Dr. H e r g t als D i ö e - kanzler und Innenminister, 2lbg. Schiele als W i r t f ch a f t S m i n i st e r. O’bg. LcoPold, der sächsische Draunkohlenindust Neste, als Derkchrsminister. Außerdem würde Graf Kanih das Reichsernährungs- Ministerium behalten. In einer redattionellen Bemerkung weift die „Dosf. Ztg." darauf hin, dah ein ReichSkäbinetl, das sich aus Deutschnationalen, der Deutschen Volkspartei, dem Zentrum und der Bayerischen Dolkspartei zu- sammenseht, mit Unterstützung durch die Wirt- schaftspartei und den Bayerischen Bauernbund auf dem Papier eine Mehr- he i t von neun Stimmen haben würde. Diese habe zur Voraussetzung, dah alle Bänke der Regierungskvalition beseht sind und dah alle Angehörige der Regierungsparteien auch geschlossen siir die Regierung stimmen. Schon die Stimmenthaltung einer kleinen Gruppe von etwa 12 Abgeordneten würde genügen, um ein solches Kabinett zu Fall zu bringen. Aus dieser Feststellung ergebe sich, wie sehr entscheidendes Gewicht auf die Haltung der Demokraten gelegt werden müsse, für die sowohl dem genannten Blatt, als auch dem Tageblatt zufolge aller- höchstens eine wohlwollende Reutrali- tat gegenüber der Reichsregierung, keinesfalls aber eine offizielle Beteiligung an der Regierung in Frage kommt. Die Blätter nennen als mutmaftlichen Reichsminister noch das Mitglied der Daherischcu Bolls-, Partei Emminger, der das Reichsjustizminllte- rium wieder übernehmen soll. Die Vizekanzler- schast werde nach den Vermutungen der Blätter Hergt, das Reichsministerium des Innern dem deutschnationalen Abgeordneten Frhr. v. Gayl übertragen toetben. Angesichts des erneuerten Beschlusses der demokratischen Frattion, feinem Demokraten die Zugehörigkeit zu einem Kabinett zu gestatten, in dem die Deutschnationalen eine einflußreiche Stellung einnehmen, sind Kräfte am Werk, um trotzdem das Verbleiben des Reichswehrmini st ers Dr. Gehler zu sichern. Gehler selbst erklärte, dah er unbedingt Parteidisziplin wahren wolle men abgegeben worden. Aach dieser Abstimmung haben die Konservativen in diesem Jahr 57,70 Prvz. gegenüber 52,46 Proz. im Vorjahr, die Arbeiterpartei 27,20 Prvz. gegen 27,31 Prvz. und die Liberalen 15,42 Proz. gegen 20,05 Prvz. erhalten. Der Rest ist zersplittert. Die Konservativen haben nach dieser Probeabstimmung belfere Aussichten als im vorigen Jahr. Die Dienstpflicht in Frankreich. Herriot und Nollet vor der Aiuanz- kommission. Paris, 18. Oft. (T. äl.) In der gestrigen Debatte der Finanz-Kommission der Kammer wegen der Verkürzung der Militärdienstpflicht verbreitete sich der Kriegsminister Rollet eingehend über bte Reorganisation der Armee und bemerkte, dah er für die Einführung der verkürzten Dienstpflicht sei, dah sie aber erst möglich wäre, wenn verschiedene Reformen getroffen worden seien. Rach der Ansicht des Kriegsministers muh die Territorial-Armee ausgestellt unb ein neues Rüstungs - Programm durchgeführt werden. Das fei natürlich eine keinesfalls schnell zu erledigende Arbeit und man müsse der Regierung Zeit lassen, sowohl die Territorial-Armee und dre Instruktions-Truppen zu organisieren, die das jährliche Kontingent ausbilden sollen. Die notwendigen Arbeiten zur Umgefiattung der Armee sollen in allernächster Zeit auf genommen werden. Ministerpräsident Herriot sprach dann ausführlich über die Frage des französischen Effektiv-Destandes in Syrien und Marokko und gab die Absichten der Regierung in der Orientpolitik bekannt. In Syrien betrage der Es ist an der Zeit, dah hinter dieser häßlichen Komödie, die sich Umbildung der Reichsregierung nannte, der Vorhang fällt, wollen wir uns nicht mit unserem neudeutschen Parlamentarismus zum Gespött des Auslandes machen. Rach den uns zur (Stunbe vorliegenden Meldungen steht die. sich nun schon durch annähernd sechs Wochen hinziehende Krisis vor dem Abschluß. Rach dem gestern mitgeteilten Beschluß des Zentrums, der dem Reichskanzler freie Hand ließ und ihm als letzten Ausweg den Appell an das Volk empfahl, sah man kaum noch irgendwelchen Ausweg, aus der Sack- gaffc, der an einer Reichstagsauflosung vorbeiführte. Erst die Vertagung der Kabinettssitzung auf Freitag lieft geringe Hoffnung auf ein anderes Ergebnis. Das Kabinett setzte dann am Spätnachmittag des Freitags die Beratungen unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten fort mit dem Resultat, daß der Reichskanzler am selben Abend aufs neue die Verhandlungen mit den Deutschnationalen auf na hm und diesmal offenbar die Personenfrage in den Vordergrund schob. Soweit zur Stunde bekannt ist, bot der Reichskanzler den Deutschnationalen 4 Mi- nisterportefeuilles an und bat um ihre Vorschläge. Die deutschnativnale Reichstagsfraktion trat noch in gleicher Rächt zusammen und beschloß, dem Kanzler die Reichslagsabgeordneten Hergt und Leopold (d efen offenbar als Wirtschaftsminister), ferner den preuft schen Landtagsabgeordneten von Kries und das ostpreuß.sche Mitglied des Re.chsrats Freih.rrn von Gayl zur Aufnahme in das Reichskabinett in Vorschlag zu bringen. Der Weg zur Rechtskoalition, der gestern schon unheilbar verschüttet schien, ist über flacht also plötzlich doch als gangbar erkannt, vorausgesetzt, daft inzwischen nicht irgendeine der Parteien wieder einen der in den letzten Tagen so beliebt gewordenen Umfälle inszeniert bat. Wenn man rückschauend diese sechs Krisenwochen überblickt, wird man fest stellen müssen, daß das parlamentarische System, so wie es die Parteien, die sich demokratisch nennen, wenigstens verstehen, ein klägliches Desastre erlitten HR. Es ist ein arg mißverstandener Parlamentarismus und eine seltsame Art von Demokratie,^ den aus den Reichstagswahlen vom 4. Mai als stärkste Partei frcioorgegangenen Deutschnationalen mit allen Mitteln übler Kulissenschieberei den Weg zur Mitverantwortung an den Reichsgeschäften zu verbauen. War es schon gleich nach den Wahlen seltsam genug, dah sich der Reichspräsident nicht entschließen tonnte, aus dem parlamentarischen Ergebnis der Wahlen die machtpolitischen Folgerungen zu ziehen und die Deutschnationalen als stärkste Partei des neuen Reichstags mit der Regierungsbildung zu beauftragen, so wurde der deutsche Parlamentarismus geradezu zur Absurdität, als man glaubte, auch noch nach Annahme der Dawesgesetze mit Hilfe der Deutschnationalen mit einer Minder he itsregierung fort- wursleln zu können, sie gleichsam zu einem politischen System au erheben. Die Volkspartei allein verschloß sich nicht der unwiderlegbaren Tatsache, dah man wohl in normalen Zeitläuften mit Hilfe einer Mehrheit regieren könne, die sich jeweils nach dem Bedürfnis des Augenblicks aus verschiedenen Parteien zusammenfand, dah aber eine kontinuierliche Politik, für die ja gerade die Linksparteien immer zu kämpfen vorgaben, nicht mit einer parlamentarischen Rückendeckung ohne zivile Kredit 8,2 Millionen Frank, eine Summe, die als Minimum betrachtet werden könne. Sie Zahl der Truppen beträgt nach den Ang den des Ministerpräsidenten 25 200 Mann, darunter 6500 syrische Soldaten. Dieser Stand soll bis zum 1. Januar 1925 auf 14 100 Mann Hera b- gesetzt werden. Wenn diese Verminderung durchgesühn sein werde, werke Frankreich ösi nach dem Mandat vorgesehenen Trup e, in Syrien unterhalten. Herriot betonte weiter, daft es die Absicht der französischen Reg emng sei, die Administration in Syrien, sowri' toic mögsist, den Loka l behörden unter Ansicht Frank- reichs zu überlassen. General Weh gand sei beauftragt, die Steuerfrage in Syrien zu studieren. Die Radikalsozialisten hinter Herriot. Paris, 18. Oft. (WTB. Funllpruch.) Im Verlause des in Doulogne für Mer tagenden Parteitages der RadikalfozialistischLn Partei legte der Abgeordnete M o n t i g n y die Politik dm: Regierung Herriot dar. Die Regierung, die sich einen ungeheueren Kredit durch ihre Außenpolitik erworben habe, werde von der Mehrheit der Kammer unterstützt. Dor allem erfahre man, dah der Senat die Amnestie bewilligen werde, die gewisse Tlngerechtigkeiten wieder gutmachen werde, däeber 100 Deligierte erhoben sich in diesem Augenblick von den Plätzen und riefen: „Es lebe Calliauxl" Vor allem sei es erforderlich, auf finanziellem Gebiete halbe Maßnahmen zu vermeiden. Es wurde eine Tagesordnung angenommen, die Herriot den Dank und das Vertrauen des Parteitages ausspricht. Fernrn: touret ^fordert, die Einführung der französischen Gesetzgebung in Elsaß-Lothrlngen, die öftentliche Abstimmung bei den Wablen d-s Völkerschlachten. Die Kämpfe in China sind Rachläufer des Weltkrieges. Auch ohne die Feststellungen des ,TimeS"-Koii.efpvndenten in Peking aniftte man, dah Japan und Frankreich die aufsässigen chinesischen Gouverneure gegen die offizielle Regierung unterstützen. Immerhin entbehrt eS nicht eines gewissen Reizes, zu erfahren, dah kein Dampfer von Marseille nach dem fernen Osten abgeht, ohne Kriegsmaterial für den mandschurischen Marschall S ch ang tsolin mitzunehmen. Im einzelnen sollen Flugzeuge und Maschinengewehre feft^ftcllt worden sein, die in den ehemals russischen Dalny gelöscht worden sind. Der chinesische Bürgerkrieg ist im Grunde eine Auseinandersetzung zwischen den am Pazifischen Ozean interessierten Mächten. Japan kämpft den groben Kampf gegen die angelsächsischen Machte, und zwar gegen das ungastliche Amerika und gegen dfe gleichfalls der japanischen Eimvanderung sehr abholden britischen Dominien Australien und Reuseeland. Frankreich das sich seit Beendigung des Weltkrieges in einem sich ständig verschärfenden Gegensatz zu England befindet, ist hierbei der natürliche Bundesgenosse Japans. ES ist nicht anzunehmen, daft Herriot nichts von den Kriegsmaterial-Trernspor en weiß, tte sich ein paar hundert Kilometer südlich Paris von Marseille ab laufend zu vollzi he, scheinen. Werft aber der französische KabinettsHes von der militärischen Unterstützung, d.e den aufständifchen chinesischen Generalen unter der Trik tore geleistet wird, so ist sein wohlwollendes Stillschaei- gen mit seinen Genfer Redesloskeln von Anfang September auf keine Weise in Einkla .g zu bringen. Die Organe der S v w j e tre g ie r u n g und die von ihnen instruierten kommunistischen Blätter Deutschlands schreien Zeter und Mordio über die imperialistischen Intriguen, die sich im fernen und im nahen Osten abspielen. Wenn man den Berichten der kaukasischen Sowjetbehörden Glauben schenken darf, so war der jüngste Aufstand der Menschewisten in Georgien ein Werk Macdonalds, also eines ManneS, dem die Idee deS WeltfriÄ>ens angeblich besonders am Heiden liegt. Auch die sonstigen „weiftgardistischen^ Komplotte, die sich tn Sowjetruftland ereignet haben, werden bekanntlich den kapitalistischen Westmächten zur Last gelegt Obwohl eS sich bei diesen Revolten und auch bei dem chinesischen Bürgerkrieg um ver- hältnismäft^ wenig blutige Auseinandersetzungen handelt, spielt in ihnen doch der durch den Weltkrieg keineswegs überbrückte Gegensatz zwischen den großen Weltvöllern die ausschlaggebend e Rolle. Dor 111 Jahren wurde vor den Toren Lew- zigs die Völkerschlacht einer ganzen Reihe europäischer Völker gegen Rapoleon geschlagen. Der Befreiungskrieg gegen den Welteroberer wurde damals mindestens angeregt und finanziert durch das in seiner Weltstellung bedrohte England Auch im Weltkrieg von 1914—1918 spielte die Besorgnis Englands, in seiner weltwirtschaftlichen Geltung herabgesetzt zu werden eine grobe Rolle. Heber die Kriegsabsichten Petersburger und französischer Staatsmänner sind wir dank der Schreibfreudigkeit der Hauptakteure und dank dem Wahrheitssanatismus der heutigen Sowjet-Machthaber recht gut unterrichtet. Weniger deutlich ist die Rolle, die E n g l a n d bei der Anzettelung deS Weltkrieges gespielt hat. Das deutsche Dolksempfinden in den ersten Kriegs- nronaten, welches das Wort prägte: .Gott strafe England", hat zweifellos grundsätzlich das Richtige getroffen, wenn es annachm. dah England durch feine wirtschaftspolitische Eifersucht gegenüber dem Deutschen Reiche veoanlaftt worden ist, die Pläne der französischen und russischen Kriegshetzer zu unterstützen. In der Aera der jetzt gestürzten britischen Arbeiterregierung muß man eine Art 5te af t i o n gegen die bisher geübte brutale imperialistische Politik GrotzdrttannienS erbten. Wenn die englischen Konservativen und Ctbe- ralen dem Pazifisten Macdonald immerhin doch beinahe Dreivierteljahre das Regie en erm^g.idjt haben, so ist das vielleicht dadurch zu erttarem daft die beiden klasiischen und dfe Tradition teS britischen Weltreiches pflegenden Purtefentn Der Well den Eindruck verwischen wollten, den Vas Verhalten England- vor, in und nach dem Kriege estes Programm, den politischen Zufälligkeiten widerstandslos ausgesetzt, getrieben werden kann. Auch der Reichskanzler war mit der Deut- chen Dolkspartei der gleichen Anschauung, dah ein Kabinett einer Ergänzung bedürfe, bevor es wieder vor den Reichstag hintrete und an die Durchführung des Londoner Abkommens gehe. Es erübrigt sich, hier noch einmal die verschlungenen Pfad.' auszuzeigen, die zu dem Ergebnis dieser Rächt führten; wir haben über die verschiedenen Leidensstatioren dieser Krisis ohnegleichen täglich berieft et Fstg hallen verdient einzig und allein der Am stand, daß die Parteien de r Linken w hi lereil waren, mit den Sozialdemokraten sich an e.nen Tisch zu setzen, die die zur Verhandlungsgrundlage genrmm nen Richtlinienkeineswegs angenommen hat en, sondern cn ihren Eintritt in das Kabinett schwerwiegende Bedingungen knüpf.en. die ihre Berftand.ungs ercit= schast als rein taktisches Manöver entlarvten. Zentrum und Demokraten fanden lieft aber nicht bereit, mit den Deutschnationalen zusammenzuarbeiten, die sich tem Ka izler bedingungslos zur Verfügung gestellt ha ten, intern sie seine Richtlinien bedingungslos und ohne Zusätze als Grundlage eines Reg eru gsprv- giamms amu'ftmen. Beide Ltt.kspart ien, Zentrum toi: Dem trat n, sch Uten de De.astung die e ne Zusammenarbeit mit den Deutsch ati-nalen ih ie.i b i gen mußte; beide fürchteten den Gegner im eigenen Lager: Das Zentrum sah die wttde Agitation seines Wrrthslüglls für einen Lrnks- block, die Demokr iten die demagogische Hetze ihrer Großst .dtpre se g gei die Rechtsk alitton Daraus erklären sich zwanglos die vielfachen Umfälle der Zentrums r iktton und die dik tonfdje Taktik der Scmofcaten, die einer k.aren Entscheidung ausw chen und 'm ihren Drschlüssen sich immer ein Hintertürchen offen l e’ten Die Fortsetzung derartiger Methoden führt zur Regiern-ng des Parlamentarismus Eine Aen- derung des b.shrrigen Systems wird zur zwing m- ben Rotwendigkeit, tenn entweder ist unser V lk nicht reif für die Vorzüge des P.nrlamentams- mus oder die Vertreter der Parteien sind es nicht. Eine Riefenfette ohne Ende ist die unausbleibliche Folge, wenn die Parteien nicht einsichtig genug sind, ihre parlamentarischen Methoden einer gründlichen Revision zu unterziehen. Rur eine Reform an Haupt und Gliedern kann hier Abhilfe schassen, wollen wir nicht binnen kurzem von neuem so beschämende Dinge erleben, wie sie die letzten Wochen zeitigten. Führen die neuen Verhandlungen mit den Deutschnationalen zum Abschluß einer Rechts- foalition, so ist damit der erste Schritt zu dem inner politischen Gesundu>«gsprozeft getan: eine Vereinfachung unseres vielgliedrigen, daher so unhandlichen Parteienapparates durch reinliche Scheidung der Geister und Zusammenfassung zu arbeitsfähigen Koalitionsgruppen. Der Gang der Verhandlungen. Berlin, 18. Ott. (5M.) Der Reichskanzler hat gestern abend um V°7 Ahr die Anterhandler der Deutschnationalen Dolkspartei zu einer Besprechung empfangen, die bis 8 Ahr dauerte. Im Reichstag war vor dem Abschluß dieser De- grofte Anstrengungen, um sich die Stimmender Landwirte zu sichern. Die Liberalen versprechen den Pächtern, ihre Stellung dadurch zu ver- besiern. daft sie die P a ch t de d i n g u n g en sicher gestalten und den Landarbeitern Gelegen hell geben wollen, für sich selbst zu bauen. Der konservative Führer Baldwin wird sich freute über die Plane äußern, die der landwirtschaftlichen Industrie HUfe bringen sollen. Em bekanntes Waren ha us in London veranstaltete ebenso wie im vorigen Jahr eine i .uulucl Probeabstimmung unter der Kundschaft, wobei die einzelnen einzelnen Kunden nach Parteien geson- d e r t abstimmten. Es sind ungefähr 150 000 ©tim- Präsidenten der-Republik und der PrS- der Kammer und des Senates an Stelle " keimen Abstimmung, sowie endlich das Koalttivnsrecht für sämtliche Beamte. Die Pariser Finanzminister- Konserenz. Paris, 18. Oki. (TL.) Der meldet aus Brüssel, daß die belgische Regierung mit den Vorbereitungen für die Konferenz der alliierten Finanzminisler, die während der Londoner Konferenz beschlossen wurde und i m Ä o - vember in Paris stattfinden soll, beschäftigt ist. Die französische, italienische und belgische Regierung haben ihre Sachverständigen beauftragt, vorher in einer besonderen Konferenz, am 27. Oktober, in Paris folgende Fragen zu erledigen: 1. Die Regelung der Ko st en der Ruhr- Besetzung sowie die Reparationen und Ein- kürrste aus der Besatzung. — Es bestehen provisorische Abmachungen zwischen Frankreich und Belgien über die Frage, doch sind bis jetzt die Einnahmen noch nicht für die Repko gutgeschrieben worden. 2. Erneuerung und Revision deS Abkommens vom 11. 3. 22 zwischen den alliierten Finanzministern. — Es handelt sich hier in erfter Linie um die Regelung der Desatzungskosten im Rheinland. 3. Regelung verschiedener Fragen über die Anwendung des Dawesplanes. Es sollen alle Zahlungen genau bestimnrt werden, die als eigentliche Reparationszahlungen gelten ,und diejenigen, die Deutschland nach dein Versailler Vertrag sonst noch zu leisten hat. 4. Die Regelung der ersten deutschen ^Zahreszahlung in Höhe von 1 MillicnHe Goldmark unter den Alliierten. Der Generalagent vor derRepko Paris. 18. Okt. (TU.) Die Repko hat gestern den Bericht des Generalagenten für die Reparationszahlungen, Owen Y v u n g, entgegengenommen. Owen Voung erörterte das Budget für den Monat Oktober. Bekanntlich beträgt die erste Iahreszah- lung nach dem Dawesplan eine Milliarde Goldmark. Zahlungen jeder Art, die der Versailler Vertrag Deutschland auferlegt, müssen den Iahres- und Monatszahlun- gen untergeordnet werden. Es handelt sich hier um alle Reparationszahlungen und Besatzungskosten. Kompensationen usw. Die Repko beschäftigte sich dann mit der Ausarbeitung des Reglements für den G e n e - r alrat. In dem Rat sind der Generalagent für die Reparationszahlungen, die drei Kommissare für die Bank, die Eisenbahn und die Einkünfte Deutschlands, die als Garantien für die Repko gelten, ferner die beiden Treuhänder für die Industrie- und Eisenbahnobligationen vertreten. Der Rat soll dem Generalagenten bei der Zusammenarbeit mit der Repko behilflich sein. Die Räumung Limburgs. Limburg, 18. Olt. (TA.) Die französischen Posten werden am 19. Oktober aus Eschho - fee n zurückgezogen. Am 23. Oktober wird die Stadt Limburg geräumt. Nachdem inzwischen die bisher beseht gewesenen Orte des K r e i - ungedroschenes Getreide, daliege, so sei oft die Arsache, dah die Dreschmaschinen nicht zur Stelle seien und nicht genügend schnell ausgedroschen werden könne. Abg Glaser (Bauernbund) macht auf die groben nachträglichen Schäden aufmerksam, weil das Getreide feucht eingebracht werden muhte. Finanzminister Henrich erklärt in längerer Rede, dah über die Notlage der Landwirtschaft und über die Notwendigkeit der Abhilfe alle Parteien einig seien. Der Redner kommt dann auf die Steuerstundungen zu sprechen und verliest eine Reihe von Ziffern über die Ster ereinkünfte der letzten Monate in Hessen; er meint, man könne nicht mit einem Mehr an Eingängen bestimmt rechnen, denn man wisse nicht, wie die wirtschaftliche Zukunft sich gestalte. Im ganzen sei gegenwärtig die Finanzlage nicht als ungünstig zu bezeichnen. Es sprachen dann noch Abgeordnete des Zentrums, der Demokratie, der Sozialdemokratie, der Kommuinsten und ter einzige deutschvolkl'che Abgeordnete des Hauses, Hauck. Der Antrag des Ausschusses geht dahin, die Regierung zu ermächtigen, die zur Linderung der Notlage erforderlichen Kredite inHöh>edon9 Millionen Mark flüssig zu machen uni> die dazu porliegeirden Anträge für erledigt zu erklären. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Ferner wird ein Antrag Glaser (Bauernbund) angenommen dah auch Starkenburg und Rheinhessen als Notstandsgebiete zu betrachten seien. Bei der Abstimmung über einen Antrag Dr. Greiner-Roth (Kom.), dah bei der Kreditverteilung Kleinbauern hinzugezogen werden sollen, stimmten die Parteien der Rechten dagegen. '21^9. Hauck weist darauf hin, dah hier Wohl ein Irrtum vorliege; er verlangte daher eilte nochmalige Abstimmung. Der Präsident lohnte tieZ ab, da dies nicht dem Brauch des Hauses entspräche. Die demokratische Landtagsliste für Oberhessen. Darmstadt, 17. Okt. (Eigener Bericht.) Die von der Demokratischen Partei für die hessischen Landtagswahlen aufgestellte Provinzliste für Oberhessen beginnt mit den Herren Ministerialdirektor Urstadt-Gießen, Dr. Büchner-Darmstadt, Amtsgerichtsrat T h u r n - Lauterbach. Die Nichtlinien für die Aufwertung. Keine Berücksichtigung des spekulativen Besitzes. Berlin, 17. Okt. (TU.) Der Unteraus- schuh des Aufwertungsausschusses des Reichstages erörterte die Richtlinien, die er dem Plenum des Aufwertungsausschusses als Antwort auf die vier von ihm gestellten Fragen zur Weiterbehandlung vorlegen will. Abgeordneter Emminger (Bayerische Volkspartei) beantragte Richtlinien, wonach unter anderem eine Verzinsung der Reichs- und Staatsanleihen trotz der schlechten Finanzlage des Reiches möglich erscheint, wenn sie sich auf die Verzinsung von selbst gezeichneten, von infolge Zwangs zur mündelsicheren Anlage erworbenen oder infolge langen unveränderten Besitzes ihnen gleichzustellenden Stücke beschränkt. Im übrigen habe es bei dem § 16 der dritten Steuernvtverordnung, die die spätere gesetzliche Regelung vorbehält, wann und in welcher Höhe der Zinsendienst für Reichs- und Staatsanleihen aufgenommen werden soll, sein Bewenden. Eine Berücksichtigung fpe - kulaiioen Besitzesa.f Kosten der deapchen Steuerzahler mässe unter allen Umständen vermieden werden. Der Fall Loeb. Auseinandersetzungen im Thüringischen Landtag. Weimar, 18. Okt. (TU.) Im Plenum W Thüringischen Landtages wurde am F -eitrig der Fall Loeb erörtert. Die Begründung des die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses for ernden Antrags der Sozialdemokraten hatte de. F nanz- minifler der ehemaligen sozialdemokratischen Regierung, der sozi ildemokcati che Abgeordnete Hartmann, über omm n So ne A sf hrun en waren en: V rtei ig ng sü d n au der Trib ne den Verhandlungen folgendei Loeb und eine Anklage gegen d n geg nw .rt ge i F n n m'ni er Dr. v. K l ü ch t z e n e r. Währen -> d e Ausf ührungen Hartmanns von den Bürger, chen inhig angehört wurden, mußte der jeh ge F n n? Minister bei der Begründ ing de: van de- Regierung gegen Lo b ge r if men Maßh neu und bei der Bekanntgabe einiger Ergebnisse fc? Re- Vision schwerste Zwischenrufe Je? So ial- demokraten über sich ergehen lassen Der Tumult war te üveii'e so stark, dah der Präsident e » klärte, die Sitzung bei Fortd u>r des St ndalS ausheben zu inü Jen. Dusche ene Ordnungsrufe wurden erteilt. Die vom Fin ngrnini'etz bekanntgcg b neu R s-ltate der Reo sion to'rm für Loeb sehr belastend. Die Stell:ng- nahme der Rech spart ien fand ihr n R ed rschlc g in einer von dem vol spartet ichen -21bge rbn teil Dauer- Sondershausen v. r lese non E fiä ang in der es heißt. ..Mit Staunen und stets w chsender Entrüstung h.ben wir Kenntnis g n^mmen von dem, was Herr Loeb mit den Pflichten des Leiters einer Staatsbank für vereinbar gehalten hat Wir fin'* überzeugt, dah das Lano Thüringen dem Ausgang des Prozesses, den Herr Loeb gegen den ^ta t anstrengen w ll, mit allwgro te - R he enb~egerr- sehen kann. Ganz unveständl ch ist es uns, w e man die Gesetzlich eit und Laut rkett der Maßnahmen des F aanzministers auch nur einen Augenblick in Zweifel ziehen kann. Der M.nifter hat nach wie vor unser volles Vertrauen. Dr. geigners Überführung tn eine andere Strafanstalt? Dresden, 17. Oft. (TU.) Der frühere Ministerpräsident Dr. Zeigner, der zu 3 Iahren Gefängnis verurteilt wurde, verbüßt bekanntlich feine Strafe immer noch im Landgerichtsgefängnis Leipzig. Nach den Strafvollzugsbestimmungen find Strafgefangene, die zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt werden, in den Stvafgefängnissen Zwi cka u und Bautzen unterzrbringen. Diese Bestimmungen würden auch für Dr. Zeigner Anwendung finden müssen. Es schweben zur Zeit Verhandlungen, den Strafgefangenen Dr. Zeigner eventuell aus dem Landgerichtsgefängnis Leipzig in eine der genannten Strafanstalten überzuführen. Ein Mißtrauensvotum gegen den Bremer Senat. Bremen, 18. Oktober. (T. 11.) Ein sozialdemokratischer Miß trauensan trag gegen den Senat wegen seiner Haltung in der Schuhzollfrage ist gestern in der Sitzung der Bremer Bürgerschaft mit 69 gegen 40 Stimmen angenommen worden. Für den Antrag stimmten die Sozialdemokraten und die Kommunisten, die drei Hausbesitzer, fast alle Mitglieder der Deutschnationalen Volkspartei, die Deutsch- völkischen bis auf einen und drei Mitglieder der Deutschen Volkspartei. -- Die Kämpfe in China. London, 18. Oktober. (WTD. Funkspruch.) „Times" berichtet über die Kämpfe m Kanton, daß nach der Ueberwältigung der Freiwilligen- Derbände der Kaufleute durch die Truppen Su- nyatsens MordtatenundPlünderungen eingesetzt hätten. Mindestens 1000 Kaufläden seien zerstört worden. Der Schaden werde auf 5 Millionen Pfund Sterling geschäht. — Reuter beiächtet ferner aus Schanghai: 5000 Qliarm des geschlagenen Tsekiang-Heeies hätten sich an der Bahnlinie eine Viertelmeile von der nordöstlichen Grenze der internationalen Niederlassung entfernt verschanzt und es abgelehnt, sich zu ergeben. „Daily Mail" will aus Mukden erfahren haben, daß Wu - P e i - F u fein Hauptquartier auf einem Kriegsschiff im Hafen von Tfchinwantav aufgeschlagen habe. Am Donnerstag hätten 30 Flugzeuge Tschangtsolins eine große Anzahl lOOpsündiger Bomben abgeworfen. Die Kriegsschiffe Wu-Pei-Fus seien darauf unverzüglich in See gestochen. Zwei von ihnen feien jedoch getroffen worden und brennend gesunken. Amerika und Rußland im Eismeer. Paris, 18. Okt. (WTB. Funkspruch.) „Chicago Tribüne" meldet aus Äeuhork, daß es möglich sei, daß die Regierung der Bereinigten Staaten sich der formellen Besetzung der Insel Wrangel im nördlichen Eismeer durch die Sowjets widersetzen werde. Obwohl man ursprünglich annahm, daß die in Frage kommende Insel eine britische K o l on ie sei, habe sich jetzt nach einer Meldung aus Nome in Alaska herausgesteltt, daß sie den Vereinigten Staaten gehöre. Ein russischer Transport hatte kürzlich von der Insel Besitz ergriffen. Gin bewaffnetes russisches Transportschiff hat die amerikanischen Kolonisten von der Insel Wrangel vertrieben und dort die rote Flagge gehißt. Die Marokkokämpse. L o n d o n, 18. Ott. (LU.) Nach einer „Times"« Meldung aus Tanger versuchen die Spanier durch Unterhandlungen mit den Stämmen den freien Abzug der Truppen im Lager Sok-Elk- Kham is nach dem Beni Arvs-Gebiet zu erreichen. Etwa 4000 Soldaten und eine große Menge Zivilisten find hier eingeschlofsen. Die inzwischen von Arsila zur Entsetzung dieses Lagers ab- gesandten Abteilungen kommen nur langsam vorwärts. Die Verhandlungen sind bisher fehlgeschlagen, da die Stämme die bedingungslose U ober gäbe aller Vorräte an Artillerie und Waffen fordern. Der Zugang zu dem Lager wird von starken feindlichen Kräften besetzt gehalten. Die Wahabiten in Mekka. Der Aufstand der Wahabiten in Arabien hat nunmehr zu einem vollen Erfolg geführt: König Hussein hat das Hedschas verlassen, und die Wahabiten sind in Mekka- ein gezogen. Wenn es sich lediglich um eine Rauferei Der Eingeborenen handeln würde, so wäre dieser Vorgang absolut unbedeutend. Da aber König Hussein unter dem Schu he Englands stand und als englischer Beauftragter die heilige Stadt Mekka verwaltete, b'deutet seine Vertreibung einen s ch we ren Schlag für das englische Ansehen im Orient. Zwar haben es i>ie Engländer bisher in Arabien so gehalten, sich nicht in die inneren Streitigkeiten der einzelnen Stämme cinzumischen. Da aber hier aus dm Stammessehdm eine Gefahr für Englands Ansehen geworden ist, wird man sich in London doch Wohl etwas eingchmder mit d e er ganzen Angelegenheit befassen müssen, zumal de Lage sowohl östlich als auch westlich Arabiens, näm id) in Mesopotamien u d in Aegypten k i- neswegs günstig für England ist Da der Anführer der Wahabiten eiroei gr ßen Einfluß aus die arabischen Stämme ausäbt und obendrein noch mit England in Unfrieden lebt, wird es Wohl eines militärischen Einschreitens b.dürfm, um die unruhigen Araber wieder zur Ruhr zu bringen. Die englisch-türkische Spannung Angora, 18. Ott. (Havas. Funkspruch.) Die Lage an der Irakfront ist unverändert, doch sollen am 14. Oktober englische Flugzeuge Cherani überflogen und Bomben abgewor- f e n haben. 2 Frauen feien verwundet worden. KemalPascha, erklärte, die ganze Welt müsse wissen, daß die türkische Nation ihre Rechte zu verteidigen wisse, die ganze Nation werde sich wie ein Mann erheben, wenn auch nur ein Zoll des Landes bedroht würde. r Der kleinste Eingriff in die Rechte des Landes werde als eine schwerwiegende Beeinflussung der Nation empfunden werden. Wettervoraussage. Zeitweise heiter, etwas wärmer, Morgennebel, trocken. Aus aller Welt. Amundsens Nordpolslug. Christian ia, 18. Oft. (WTB. Funkspr.) Leutnant Larsen hat laut „Sjöfart Stidende" im Auftrage der Luftschiffahrts-Vereinigung sich nach London begeben, um eine Unterst üt- zungsaktion zugunsten des Polarfluges Amundsens zu organisieren. Amundsen hatte den Flug bekanntlich auf- gegeben. Wie das Blatt feststellt, steht das englische Luftfahrtministerium der Angelegenheit mit Wohlwollen gegenüber. Es verlautet, daß eine englische Z ei t u n g s g r up p e sich dafür einsetzen werde. Eine amerikanische Filmgesellschaft soll 75 000 Dollar für die Filmairfnahme des Polarfluges geboten haben. Larsen ist jetzt nach Berlin abgereift, um über den Ankauf von Flugzeugen zu verhandeln. Dr. Eckener zum Dr.-Ing. ehrenhalber der Stuttgarter Hochschule ernannt. Stuttgart, 17. Oft. (TA.) Der Senat der Technischen Hochschule Stuttgart hat Dr. Eckener den Dr.-Ing. ehrenhalber verliehen. In der Begründung dieser Ehrung heißt es u. a.: „Dem erfolgreichen Führer derAmerikafahrt in Anerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiete der Luftnavi- gatton und seiner erfolgreichen Bestrebungen der weiteren Verfolgung der Ziele des Grafen Zeppelin." „ShenandoahE ta Stur». Neuhvrk, 18. Okt. (TU.) Das amerikanische Luftschiff „Shenanooah" befindet sich nach einer drahtlosen Meldung aus Kalifornien in einem schweren Sturm auf dem Rückflug nach der Ostküfte von Ame rika. Transportardetter-^tretk te Köln. Köln, 18. Okt. (TU.) Nach dem die Arbeitsniederlegung im Transport- und Spedttionsgewerbe fast alle einschlägigen Betriebe in Köln erfaßt hat, wurde in zwei großen Versammlungen der Transportarbeiter der allgemeine Streik im Kölner Transport- und SpedittonSgewerbe beschlossen. Der Betrieb ruht von gestern ab vollständig. Die Einführung der Einheitskurzfchrift. Berlin, 18. Oft (TU.) Rach den Mory«° blättern wurde im ReichSministerium des Innern gestern über die Ginhettskurzschrift eine Konferenz abgehalten, an der Vertreter aller Reichs- ressorts und Länderregierungen teilnahmen. Dve Konferenz hat beschlossen, spätestens am 1. April 1926 in allen öffentlichen höheren und Handelsschulen und soweit mogllch auch to sämtlichen anderen Schulen die GinhettSkurzschrist als Pflicht- oder Wahesach einzuführen. Eisenbahnunfall bei Freiburg i. Dr. Freiburg i. Br^ 18. Okt. (TA.)Gestern vormittag fuhr bei starkem Nebel ein von Mühlheim kommender Personenzug auf dem Freiburger Hauptbahnhof auf die letzten Wagen des auf dem ersten GeleiS haltenden Basel — Frankfurter Schnellzugce auf. Die Stirnwände des Speisewagens wurden eingedrückt Drei Personen vom Küchenpersonal wurden verletzt Der Erzbergermörder anSgewiesen. Budapest, 17. Okt. (TU.) Der Oberstadthauptmann hat die Entscheidung getroffen, daß Schulz-Förster nicht nach dein Zuchthaus gebracht wird, sondern von Krimi« nalbeamten morgen Samstag an die G ren z^ geführt und dort seinem Schicksal überlassen wird. aus Stabt und Land. Gießen, den 18. Oft. 1024. Erntedankfest. Im letzten Iahrzehnt ist baS Erntedankfest bei uns nicht mehr mit der stillen Freude gefeiert worden, die dieses Fest früher auszeichnete und sich tn mancherlei Bräuchen, in dem geschmückten Erntewagen, im Erntereigen und im Blumenschmuck der Kirche kund tat. Nur mit schwerer Mühe konnte während des Krieges die Ernte geborgen werden, die rüstigsten Emtearbeiter fehlten, nicht immer war der Ertrag zufriedenstellend. Viel verhängnisvoller ist jetzt, daß sich zwischen den einzelnen Berufsständen, namentlich zwischen der landwirtschaftlichen Bevölkerung auf der einen und der Stadt- und Industriebevölkerung auf der anderen Seite, ein Gegensatz herausgebildet hat. Der Deutsche versteht den Deutschen nicht mehr. In bäuerlichen Kreisen nimmt man oft an, daß der Stadtbewohner und der Industriearbeiter sehr leichte Arbeit verrichte, tn Saus und Braus lebe und in allen erdenttichen Genüssen schwelge. Da, wo die Häusermassen sich dicht aneinander schließen und die Fabrikschornsteine rauchen, sieht man in dem Bauer nicht selten den hartherzigen, geizigen Mann, der selbst aller Sorge enthoben ist, aber seine Mitmenschen hungern Läßt, indem er seine Erzeugnisse zurückhält, bis die Not der anderen ihm die höchsten Preise zuführt. Irrtum ist auf beiden Seiten. Der Stadtbewohner, ob er nun Kaufmann ober Handwerker, Beamter ober Arbeiter ist, kämpft jetzt einen schweren Kampf um bas Dasein. Höchste Arbeitsleistungen werben von ihm geforbert, seine Ersparnisse sind in alle Winbe zer- ftattert, er muß froh sein, wenn er bas Allernot- wenbigste zum Lebensunterhalt gewinnt. Mit ihm verglichen ist ber Bauer ein König; benn er waltet auf eigenem Grund und Boden, hat keinen Mangel im Aeußeren und weiß nicht, was Ar- beitswsigieit bedeutet. Aber es wäre doch töricht, das Dorf als die Stätte ungetrübter Lebensfreude anzusehen. Mit schwerer Mühe ringen unsere Landleute dem Boden seinen Ertrag ab, Männer, Frauen und Kinder müssen sich dabei plagen, mancher wird alt vor der Zeit, weil die schwere Scholle, weil der steinige Boden seinen Rücken krümmt und ihm die Beweglichkeit der Glieder raubt. Sehr schwer ist es, für einen landwirtschaftlichen Betrieb geeignete Arbeitskräfte zu bekommen, und dann die Fehlschläge, die eine Folge ungünstiger Witterung sindl Das tritt in diesem Iahre in die Erscheinung, da die Regenfluten zur Zeit der Getreideernte so viele Hoffnungen vernichtet haben. Glaube niemand, daß bti bzx r. Mk. Bernsteins-Fußbodenlackfarbe MW Generalvertreter für den Ber rieb unserer aut elnocfübrten Backgewürzöle (Biltermandei, Zitrone ufro. in kleinen Yläicbchcni tteiuchi. Hube Provinon Nur Herren mit nut. Beziehung, z Kolonial»). Großhandel kommen in Frage, t nertunt. L. Z. 7676 an S,ä. 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Märchen, die immer ungeduldig waren, dadurch geduldig wu.- den daß ihnen in der Ehe ein Kindchen die Anfangsgrunde in dieser Wi senschaf t be b ach e Da haben sie es gelernt, unzählige Male hin- und hnzulaufen, sich zu bücken und all die vielen Heinen Handgriffe zu tun, die solch junger Erden- bürget verlangt, ohne viel zu fragen, ob die Mutter Geduld dazu besitzt; sie lernt sie cb.n besitzen! Unb siehe da, wozu früher keine Mach: der Erde fähig gewesen toäi«, das wirkt jetzt die zarte Hilflosigkeit der Llnmündigen! Schade, dah es für Männer keine solche Geduldsschule gibt aber- vorderhand sind sie ja noch davon .entbunden, sich in den Tugenden der Hausfrauen zu üben, und sie weiten es wohl auch in alle Ewigkeit sein, denn ich glaube, sie würden auch da keine Geduld lernen. So wird wohl mein Schrei in der Wüste Bevor tferWiiter kramt empfiehlt es sich, die Fußböden in Ordnung zu bringen, und bieten wir hierfür an: 6t einem Bokke etn Stand gedeihen iann, wenn die anderen Stände Hot leiden! Der Apostel Paulus sagte einmal: „So ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit." Kommt Hnglüd über ein Doll, so wird ein Stand nach dem anderen — das ist etne Lehre, die unS die Weltgeschichte gibt — in das Derderben gezogen. 3n der Zeit der napoleonischen Kriege hatten die westdeutschen Land- tDttte, weil sie von der Kriegsfurie verschont blte= den, gute Absatzmöglichkeiten, namentlich in den Aheinlanden kamen sie sehr voran. Aach dem Kriege aber hatten sie schwer zu leiden. Das Hungerjahr 1816, Mäuseplagen im Jahre 1819 und besonders un Jahre 1822, die Zollschranken, die die einzelnen deutschen Bundesstaaten gegeneinan- t>er ausgerichtet hatten, brachten den Bauernstand tief herunter. Dis vor kurzem haben sich die bäuerlichen Betriebe rentiert, nun sind auch sie getroffen. Die Steuern drücken, es fehlt an Barmitteln, der verhältnismäßig geringe Ertrag der diesjährigen Ernte vermehrt das liebel. Wir Menschen haben es nicht in der Hand, Cclbstschull bei Erkältungen. Durch Aufkochen mit 7< 1 Wasser. eiwaS Zucker und 50 k echtem Zagofol-Ert alt. in jeder Apotheke erhältlich, können Sie sich eine sicherwirkende Hustenmedtzin selbst her stellen.___ Leinölfirnis, gar. rein.....pro Liter 1.20 la streichfertige Oelfarbe. . . .pro Kilo 1.20 — tstn origineller Wander-mann besuchte uns gestern nachmittag auf der Redaktion. $cr junge Mann, beinahe 26 Jahve alt, hecht Willy Holthaus und stammt aus Bremen. Er ist auf einer Fußtour durch die europäischen Länder begriffen, hat am 9. Juli ds. Js.. von Bremen aus seine Wanderfah.t angetteten und hofft, in vier Jahren dort wieder- airzukommen Zn jeher Stadt, die er besucht, läßt er sich von ber Behörde einen Wimpel mit dem betreffenden Etadlwappen und in den Landesfarben geben, die er dann allesamt an einer langen Stange bei sich trägt. Wenn die Stange gefüllt ist, schickt er seine Wimpelandenken heim und hef.et dann seiner Stange die nächste Kollektion an. Bei uns trat er mit einer Sammlung an, die an Reichhaltigkeit nichts zu wünschen übrig lief). Die Abzeichen zahlreicher Wände, vereine schmücken die Brust des Untern.hnungSlustigen, le fei Marsch jetzt über Kassel, Halle. Leipzig. Dresden. Berlin nordwärts nach Skandinavien gehen soll. Das) der junge Mensch in seinem originellen Auszug in dm Straffen allerlei Aufsehen erregt, ist na- Turnen, Sport und Spiel. Schwimmen in der D. T. Mancherlei brennend gewordene Fingen deS Schwimmens veranlaßten den Schwimmwart der D. T., Braun- Frankfurt, den Schnimmausschus) zusammen mit den Kreisschwimmivarten zu einer Besprechung zusammenzurufen Man belpiach u.a. die Schaffung eines I urnerischen Schwimm jach- blattes. Die W e11 k a m p f b e st i m m u n g e n werden für 1925 neu hevausgegeben. Die Einführung der Kreisgruppen in die Gliederung der D. T. ist auch auf dem iScbieJc des Schtrim- menS eine Roitvendigkeit geNwrden. Mehrfach ausgetretenen Mängeln in der Besetzung von Kampsrichterposten soll dadurch abgeb?i- fen werden, das) die Kreise Kampfrichterlisten auf- stellen sollen, auf die nur unbedingt zuverlässige und technisch geeignete Persönlichkeiten zu setzen sind. Einschneidende Aenderungen wurden für das B r u st s chwi m m e n getroffen. Die neue Wettkampfbestimmung wird das Anschlägen mit einer Hand und das Drehen des Kopses gestatten Das Schwimmfesl der D. T. wird am 23. August 1 925 in Frankfurt a. M in dem dann fertiggestellten neuen Stadion statt,inden. Am selben Tag wird dort auch die turnerischo Wasserballmeisterichaft ausgespielt. Im nächsten Jahre sollen wieder alle Kreise ein Kreisschwimmfest abhalten, das möglichst in den Juli zu legen ist. Turnerische DarlehnSgenossenschaft. Um Turnvereinen, die vorübergehend in Geld» Verlegenheit sind oder zum Ausbau ihrer Anlagen wie Turnhallen. Spielplätze usw. gröberer Mittel bedürfen, geldliche Unterstützung zuteil werden lassen zu können, hat der schwäbische Kreis- t u rntag beschlossen, eine Darlehns- genossenschast einzurichten. Man muh dem Versuch der Selbsthilfe der schwäbischen Turnvereine mit grobem Interesse entgegensetzen, da die Möglichkeit der Ausbreitung einer berartlgen Genossenschaft über ganz Deutschland nicht von bei Hand zu weisen ist und u. U. auch auf diesem Wege die Lösung der Turnhallenbau- ober Spielplatz- ftage in Angriff genon men wird. Spiclplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 19. Oktober, abends 61/2 älyr^ Die Zauberflöte. Montag, 20.: Hoffmanns Erzählungen. Dienstag, 21.: La Traviata (Violetta). Mittwoch, 22.: Figaros Hochzeit. Donnerstag. 23 : Carmen. Frritag, 24 : Fidelio. Samstag. 25.: Tiefland. Sonntag, 25., abends 5 Uhr Die Meistersinger von Nürnberg. Schauspielhaus. Sonntag. 19. Oktober, abends 7 Uhr: Die Hermannsschlacht. Montag. 20 : Dame Kobold. Dienstag. 21.: Der Liebestrank Mittwoch. 22.: Der zerbrochene Krug. Hierauf: Zierpuppen Donnerstag, 23.: Die Eenci. Freitag, 24.: Sechs Personen suchen einen Autor. Samstag, 25.: Der G'wissenswurm. Sonntag. 26., abends 8 Ühr: Sechs Personen suchen einen Autor. „ 1-70 Ehemalige Bäckermeister und Konöitoren ob. and. branchekundiae Herren, die sich für den Beiucu von Bäckereien, $tonbitorcicn, Cakes nfro. eignen, BerkausStulcnt besitzen und sick voll und ganz betäilQcn können, zur vroöiüonöiueifen ob zur feiten Per- treiunn einer iiiFachkretsen bekannt. Fabrik für Bäckerei- u. Konditorei- bebnrfvartitel noch für verschiedene Bezirke gesucht. Off. mit Lebens- lauf und Ättd unter 11. V.5753 an Rudolf Mosse, Leipzig. [8102s8 etB uno‘J>auer manit. «n Alfred stngt diesmal Herr Curl Richter, der von feiner früherer Tätigkeit an unserem Otabttbeatcr her Ja noch in gutem Andenken steht. — Der Gesangverein Heiterkeit teilt in unserem heutigen Anzeigenteil mit, daß sein Konzert vom 26. Oktober au* den 9. November verschoben wird. ItzMl- B. MMslAriUig («roher Äonzeru sucht gut empfohlenen «MM nl8 ^Verbeamten für Haoel- und Biehverfick runaen in out dotierte Post'ion. Aussicht nur Bennons- beredittfluiifl. Betätigung auck in allen tonst. Berstcherunfezwefeen mönltd). Bewerbunflcn nutzes"!- tntuncüroctfen, Zeuflnisnbfchru'ten und Lebenelauf unter F. W. J. 383 au Rad. Messe, Frankfurt a. Main. 811 * 5__________________ verhallen: „Geduld, meine Herren! " er. Gießener Wochenmarktpreise am 18. September 1924 (Händlerpreise). Es kosteten: Butter Pfd. 235—250, Matte 35 Käse 75. Eier Stück 17—19. W.rstng Psi). 9-112 Weihkraut 6—8. Rotkraut 9—12, gelbe Ruben 8—10, rote Rübrn 10, Spinat 35, Romisch- kohl 8 Dohnen 25, Blumenkohl Stück 20—150, Salat' 10, Salaigurken 5—10. Endivien 10—20, Ober-Kohlrabi 8, Anter-Kohlrabi Pfd. 6. Grünkohl 15 Rosenkohl 30—40. Feld alal 40. Tomctten 50 Zwiebeln 12—15, Lauch Stück 5—20, Rettich 10^—15, Meerrettich Pfd. 35—40, Sellerie Stuck 20-75 Schwarzwurzeln Pfd. 60, Kürbis 5, Kartoffeln'5, Aepfel 10—20, Dirnen 8—10, Brombeeren 50, Zwetschen 18, junge Hahien 100, Suppenhühner 100, Gänse 100—120, Rü fe 50 55. Tie Reichs-Teuernngsziffer. Die Reichsindexziffer für die Lebensh l ungs- foffen (Ernährung, Wohnung. Heizung Beleuchtung, Bekleidung) beläuft sich nach den Feststellungen d.s Statistischen Reichsamtes für Mittwoch, 15. Oktober 1N4. auf das 1,2 3 fache der Dorkriegszeit (in Papiermark auf das 1.23billio- nenfache der Vorkriegszeit). Gegenüber der Dorwoche (l,21fach) ist demnach — besonders als Folge ter Erhöhung der Ernährungskosten — eine Steigerung von 1,7 vom Hundert zu verzeichnen. ** DieWählerli st enbzw. Wahlkarteien zur hessischen Landtagswahl, die bekanntlich am 16. Rovember stattfindet, sind laut ministerieller Anordnung vom 26. Oktober bis einschl. 2. Rovember ouszulegen. ** Zum Flugtag in Gießen. Die Arbeiten der Ausschüsse für diese bedeutsame flugsportliche Veranstaltung in unserer Stadt am Sonntag, 2 6. Oktober, sind in vollem Gange. In der Stadt wird in den nächsten Tagen an zahlreichen Stellen der Vorverkauf der Eintrittskarten beginnen. Der Werbeausschuß, der in der Bürgerschaft Zeichnungen für einen Garantiefonds sammeln soll, wird sich am Montag auf die Besuchsreise begeben. Möge dieser Ausschuß überall eine freundliche und gebefreudige Aufnahme finden, eingedenk der Tatsache, daß es sich bei diesem Werke auch um die Förderung einer nationalen Aufgabe, der Wiederaufrichtung des deutschen Flugwesens, handelt. Ordentliches Mädchen für kleinen Haushalt tagsüber sofort gesucht. Zu erfragen Kaisers Kaffeegeschäft, Kirchenpl. 12. sonv türlich selbstverständlich * Die Wohlfahrtspflege Hessens ist wegen ihrer guten Organisation bekaimtt Sie wird zum weitaus größten Teil von christlicher Liebesarbrit geleistet Sv stehe.i z. B 80 Proz der Erziehungsanstalten unter ihrer Obhut D c Fürsorge für Epilepti che und Krüppel wird fast ganz von der Inneren Mission und ihren An ftalten betrieben. In den meisten Bundesstaaten sind darum auch diese freien Anstalten steuerlich den staatlichen und städtischen Anstalten gle.ch- gcftcllt. Wie wir Höven, liegt dem Hessischen Landtag ein Antrag in der gleichen Rich.ung vor der in nächster Zeit verhandelt wird. Cs dürfte wohl keinen Einsichtsvollen im ßanCe geben dem die ttieberwindung sozialer Rotstände ernst 'ist der diesem Antrag nicht freudig zu- stimmte zumal die Erhaltung dieser Anstal en in der schwersten Zeit nur unter größten Per- sönlichen Opfern möglich war. " Die Grundstücksverpachtun- ge^der Stadt Gießen finden vom Donnerstag nächster Woche ab statt. Näheres im heutigen Bekanntmachungsteil. "JnderGiehenerKunstfammlung und Gustav-Dock-Stiftung im Reuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, wurden im Graphischen Kabinett neue Werke von I. Cohn- Turner., 21. Eckener. 21. Mann, 21. Sch-urihel. H Wolf, E. Dracht. W. Bader. O. Ubbelohde und 21. Wondra ausgestellt. Ebenso wurden im Ritgen-Kabinett die seither ausgestellten Aquarelle ausgewechselt. Die Ausstellung ist an Sonntagen von 11 bis 1 Mr bei freiem Eintritt geöffnet. Bornotizen. — Tageslalender für Samstag. Rundfunlhaus Löberslvatze: 7 älhr »Der fliegende Holländer". — Gießener Rudec-Gesellschaft von 1877 9 ttlhr Gener-alversammlung im Bootshaus. — Freiw Gailsche Feuerwehr: 8V2 älhr Feier des 69 Stiftungsfestes in der Turnhalle des Turnvereins von 1846. — Lichtspielhaus. Dahnhofstr.: . Mädchen, die man nicht heiratet". — Hessische Dilderbühne: „Lawine". — Astoria-Lichtspiele: „Luftpiraten". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 6\2 ttlhr „Die Fledermaus". — Ehemalige 24er Leibdragoner. Standartenweihe 2 Tihr auf dem Hof der Zeughauskaseme. — Dauerscher Gesangverein: 4 ttlhr in der Aula der Universität Woh.tätigkeitskrnze t zum Wste.i der Kriegsblinden. — Goethe-Bund: 81 2 älhr im Kaufm Dereinshaus Cä Flai chlen-GefeiU- feier. — Lichtspielhüuier w.e Eams.ag. — Aus dem Stadttheaterbureau roirb uns gesd)rleben: Es fei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Sonntagsaufführung der „Fledermaus" um 61/2 Tlhr beginnt. Don Mitgliedern des Opernhauses wirken nach Mitteilungen der Frankfurter Direktion in dieser Darstellung mit: die Herren von Schenk, Gar- Größere tolrtiwralalirik Süddeutschlands sucht für Gießen u. Linffebunz beste!uneführten VERTRETER Offerten unter F. I>. T. 370 an Iial.Padr. sucht Vertr. sür„Original- FriedrichSdorser Zwieback",Tafelschokoladen, Konfitüren u-Halbsabrikate.Nur best.eingef.Herren.d. t.d.Lage sind,kl. Vager z.unlerh.,woll. sich u. Ang. v. Refer. bem. AuSf.Off.u F.O.B.340 R.Mosse.Frankfnrtm Suche für meine Tochter 20 I., Ausnahme in besserer Familie od- auf gröberem Gut zur Erlernung der Küche, wo Mädchen vorhanden. Fa- milienanschluhBed., evtl, bet Berg Angebote u nt. C. Z 5214 an Rudolf Mosse, Cobleuz. [80^688 Mädchen, foL u. zu- verl., daS etw. nähen u. korb, kann, s Stelle als Alletnm. z. 1. n. Näh. W. Schmidt. Afterwes 5. O2U87 — Bente abend 7 ü.: Uebertragung a. d. Frankfurt. Oper Der fliegende Holländer Oper in 3 Akten von Rich. Wagner Sonntag, 19. Okt. Bente abd. 8.30 Dhr: Lieder v. Schubert Mozart, Beethoven 7971a MWMMer gut erhaltener Gasbadeofen ne st Wanne zu verkaufen. Daselbst ein Hhtappnl vier Röbren, Eng- landemvfang, eine fast neue, tadellose, versenkbare Näb maschine 24348 Heuen Bfiue 25 o. Wegen Erkrankung meines jetzigen suche per fof. saub., ehrl. Mädchen welches schon gedient bat. Waschfrau und Büglerin wird gehalten. 024276 Frau L. Blum Wetzlarer Weg 15. Junges LllndmWen als Haushalthilfe für täsisüber ftis 5 Uhr) gesucht. Guauthftr. 18, Erdgeschos?. Q24335 Zuverliiss. älteres NMa mit guten Zeugn. fiir 1. Nobbr. ges. Dr. Nordmann Lollar. 8l89p langes -s MW sortbildungsschul- frei, zur Anlernling für unseren Buch- bindereibeirieb ges. Schulstraste 7. Die Beerdigung findet Sonntag, den 19. Oktober, nachmittags 3 Uhr, statt. Kaufmann 33 Jahre alt, verh., seiiher in leitender Bos., äuherst strebsame u. zielbewuhte Persönlichkeit, in allen kausm. 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Dann fingen wir noch einmal, wie schon so oft vorher, das „schurni Mariha". Ein kleines Zeichen des Dankes an das gastliche Bulgarien, das sich die Achtung für das Deutschtum, für die deutsche Kultur bewahrt hat trotz allem, was geschehen. Don brüben klingt unser „Deutschland über alles" herüber. Schwächer wird der Gesang, nur noch einige abgerissene Töne trägt uns bet Wind zu. Nun Winken sie uns noch — und Winken — bis wir sie nicht mehr sehen Formen. Die Ufer des Flusses gleiten an uns vorüber. Noch einmal nehmen Wik in Gedanken Abschied von dem Qanbe, das uns so überaus herzlich und gastfreundlich empfing und beinahe vier Wochen beherbergte. Dann wenden wir unsre Blicke vorwärts. Drüben auf der rumänischen Seite erscheint der Hafen von Giurgiu. 3m eleganten Dogen dreht das Schifflein bei und legt an. Wir schreiten über die Laufplanke und befinden uns im Königreich Grob-Rumänien. Die Zollrevision schenkt man uns (die Raucher atmen auf, beim „von einer groben Furcht sinb sie befreit"), nur bie Pässe werben gründlich revidiert. Wir begeben uns inzwischen in das anliegende Gasthaus. Ein junger Mensch von ungefähr 20 Jahren in grauer Militärhose, hemdsärmelig, bedient. Einer von uns will mit ihm rumänisch radebrechen. Doch er lacht und sagt: „Sprechen Sie nur deutsch, ich verstehe es schon." Bald erfahren wir, dcH er ein Deutscher aus der Bukowina ist und gegentoärtig zum Heere eingezogen ist. „Aber wie kommen Sie hier in dieses Lokal?" fragt ihn einer. Er lacht und sagt: „O, das ist sehr einfach. Wenn Sie einige Tage in Rumänien sind, wird 3hnen das nicht mehr weiter auffallen. 3ch bin nämlich Bursche bei einem Oberleutnant und dieser ist der Sohn der Wirtin. Bor geraumer Zeit wurde ich hierher kommandiert und mub hier „Dienst" machen. Das Schlimmste dabei ist, dab ich der Alten ebenso parieren mub wie einem Vorgesetzten. Ein Kamerad von mir hat's freilich schöner. Der fährt jede Woche einmal auf Regimentskosten nach Bukarest und bringt Briefe dorthin — für die Mädels seiner Offiziere. . Die Türe öffnet sich plötzlich, eine Frau ruft einige rumänische Worte herein. Er ruft uns noch zu: „Die Alte schimpft schon wieder," und verschwindet. Das war der erste Eindruck, den wir von Rumänien, von „Groh-Rumänien" empfingen. * Mittags kamen wir in Bukarest an. Schon am Bahnhof schlägt uns grober Lärm entgegen: Die Kutscher der unzähligen Fiaker schreien, die Chauffeure tuten unaufhörlich mit den Hupen, um die ankommenden Reisenden auf ihre Vehikel aufmerksam zu machen, und auch alles Uebrige wird nTit möglichst viel Lärm und Geschrei erledigt, eine Eigenart des Rumänen, der wir noch oft begegneten. Wir besteigen bie Strabenbahn und erkundigen uns nach der Haltestelle. Sehr bereitwillig gibt die Schaffnerin Auskunft. Anschließend bittet sie uns, ihr am Schlub der Fahrt die Fahrscheine zurückzugeben, damit sie diese nochmals verkaufen tonne. Sie sagt uns das nicht etwa heimlich, sondern ganz ungeniert. Es mub etwas Selbstverständliches hier sein. Schließlich sagt sie uns, jetzt mübten wir aussteigen, wenn wir zur deutschen Schule in der Stvata.... wollten. Wir suchen die Schule, aber nirgends ist sie aufzufinden. Einen Vorübergehenden bitten wir um Auskunft und er sagt uns in fliehendem Deutsch: „3a, meine Herren, Sie sind gerade am anderen Ende der Stadt. Sie sind ganz sicher falsch orientiert worden. 3n dieser Beziehung müssen Sie in Bukarest vorsichtig fein, sonst wird 3hnen das noch oft vorkommen." Er zeigt uns dann die Richtung und wutschnaubend ziehen wir zurück in der entgegengesetzten Richtung. Aber was wollen wir machen? Wer unter den Wölfen ist, mub mit ihnen heulen. * 3m Volke gehen eine grobe Menge Anekdote n und Witze um. Zum Teil beleuchten sie sehr drastisch die morschen und faulen Zustände des gesamten S taa t s l e bens. Andererseits spiegelt sich in ihnen aber auch die Mentalität des rumänischen Volkes, vor allem bie naive Dummheit des Durchschnittsrumänen. Der „Advenil" erzählt folgendes: Einem kleiner. Bäuerlein ist eine Kuh krepiert ein sehr schlimmer Verlust für ihn, denn wie soll er jetzt seine Ernte cinbringen? Em Tier fehlt ihm zum Gespann. Eine andere kaufen? 3a, das ist leichter gesagt als getan. Bares Geld hat er nicht und Kredit ebensowenig. Ratlos und niedergeschlagen grübelt er nach. Da kommt ihm plötzlich der Gedanke, es einmal — die Not war ja doch so grob — beim lieben (Sott zu versuchen. Sein Sohn hat gerade Schreiben gelernt. Er mub sich sofort Hinsehen und der Alte diktiert: „Lieber Gott! Sei so gut und schicke mir doch 3000 Lei, damit ich mir eine neue Kuh kaufen kann, dieweil die alte tot ist." — „So, jetzt schreib noch den Namen darunter." — Aber jetzt die Adresse. Wo wird der liebe Gott sein. Der Geistliche sagt, er sei überall, doch das kann man nicht auf den Brief schreiben. — 3etzt hat ers: „An den lieben Gott in Bukarest". Wenn er nicht in Bukarest ist, wo sollte er sonst sein? Der Postbeamte in Bukarest dreht den Brief mit den steilen Buchstaben einigemal in seinen Händen. „An den lieben Gott!" brummt er. „Aber was," sagt er schlieblich, „der liebe Gott, das ist doch sicher der Ministerpräsident." Er erhält auch den Brief: weil ihm die Sache Spab macht und er auch gern einmal die „göttliche Gnade" spielen möchte, zeigt er ihn seinen Ministerkollegen und veranstaltet eine Sammlung unter ihnen. Das Ergebnis, 1500 Lei, wird in einen Umschlag gesteckt, mit dem Stempel des Ministeriums versehen und abgeschickt. Nach einiger Zeit erhält der „liebe Gott" einen zweiten Brief: „Lieber Gott! Für die 1500 Lei, die Du mir geschickt hast, danke ich Dir. Aber wenn Du mir wieder Geld schicken willst, so schicke es nicht durch das Ministerium. Die Kerls haben es gemacht wie immer, sie haben die Hälfte gestohlen." — * Ein Minister war in kurzer Zeit zu grobem Reichtum gelangt. Als ihm eines Tages ein Sohn geboren wird, bemächtigt sich dessen sofort der Dolkswih. Folgendes erzählt man sich von ihm: Einige Tage nach der Geburt bemerken die Eltern, hab das Kind die eine Hand krampfhaft geschlossen hält. Sie versuchen, sie ihm zu öffnen, jedoch vergebens. Der Arzt wird zuvate gezogen, allein auch ihm gelingt es nicht, die kleine Faust au offnen. So fest hält er die Hand geschlossen, daß man fürchtet, ihm die Glieder zu zerbrechen, wollte man sie mit Gewalt lösen. — 3n ihrer Ratlosigkeit läbt die Mutter einen Geistlichen holen. Aber auch er hat mit Gebet, Weihwasser und vielfacher Dekreuzigung keinen Erfolg. Die Eltern sind verzweifelt. Da rät ihnen die Amme, es doch einmal mit dem Rabbiner zu versuchen, vielleicht könne der helfen. Was tut man nicht alles in einem solchen Falle, an die geringste Hoffnung klammert man sich — und zumal besorgte Eltern — alles wird versucht. Also kurz, — der Rabbiner wird geholt. Er kommt und besieht sich den Fall. Dann lacht er: „Hm, nichts einfacher als das." Er zieht einen 1000-Lei-Schein aus seiner Brieftasche und hält ihn dem Kleinen vor, und siehe, in den Fingern zuckt es schon ein wenig. „Exzellenz, leihen Sie mir für einen Augenblick noch einen 1000 Lei-Schein I" Er hält den zweiten Schein dazu. 3etzt offnen sich die Finger schon etwas weiter: als er dann noch einen dritten Schein hinzufügt, da macht der Kleine die Hand weit auf — und was ficht man? Was hält er darin verborgen? Den Ring der 2bnme, den er ihr rrom Finger gestohlen hat. * Einen kleinen Einblick in die Verhältnisse des rumänischen Heeres gewinnen wir durch Gespräche mit deutschen Offizieren und Mannschaften, die ihrer Dienstpflicht genügen. Einige davon haben früher schon einmal in der k. u. t. Armee gedient und haben dadurch einen Mab stab. Das Urteil, das man allgemein und immer wieder hört, geht dahin, dab die Zustände „unter aller Kanone" seien. „ . . Sie erzählen uns, der Rumäne sei kem schlechter Soldat Wenn ihm gesagt wird: „Dein Vaterland ist in Gefahr", so schlägt er sich sehr gut. Er ist vor allem genügsam, wenigstens der, welcher vom flachen Lande kommt. Aber — und das ist der Haken — er tut nur mit, wenn der Offizier voran geht und überall dabei ist. Für eine Ausbildung und einen Kampf, der das Schwergewicht wie die Verantwortung mehr auf den Einzelnen legt und sich auf dessen 3ntelligenz und persönliche Tapferkeit stützt, ist der Rumäne nicht zu gebrauchen Dazu kommt noch, dab die Offiziere im Durchschnitte nicht viel taugen. „Wir haben Offiziere", so sagt uns ein Oberleutnant, „die keine Karte lesen können (was übrigens kein Wunder ist, denn oft sind überhaupt keine Karten da)." Schon äußerlich bekommt man keinen besonders guten Eindruck vom Offizierskorps. Man braucht sie ja nur anzuschauen in den Straben von Bukarest, wie sie einherswlzieren: Geschminkt, gepudert und parfümiert. Die Disziplin im Heere soll „einfach grobartig" sein. Ein Offizier erzählt uns verschiedenes darüber und etwas später gibt uns ein Unteroffizier von einem Ergänzungsbezirkskom- inando noch einige Aufschlüsse. Er sagt: „Wenn (Biebener Stadttheater. Friedrich Lienhard: Der Fremde. — Heinrich von Kleist: Der zerbrochene Krug. Lienhards „Cchelmenspiel" aus dem Refor- (nationszeitalter spiegelt unsere garende, aufgewühlte Gegenwart wider, jene niebcrbrucsenDen 3ahre, die erst wenige Monde zurückliegen und doch schon fast vergessen sind, jene trüben Uatzre, in denen ein Mann erst etwas galt, wenn er den „Batzen über den Tisch rollen" liest, oder anders gesagt, mit dem Banknotenpaket jonglierte und dann ergeben gekrümmte Rücken vor sich -y8 war die Zeil der Fäulnis religiösen und staatlichen Lehens, eine Zeit der Erkenntnis, die nach Dem Reformator schrie, nach dem Führer aus geistiger Not und sozialer und nationaler '3cörangm3. Daß Till Eulenspiegel diese Fuhrerpettonlich- keit nicht werden konnte, dast ihn die furchtbare Erkenntnis der Zeit in allen Fasern seines heißen Herzens erschauern machte, er aber auch die Ohnmacht in sich fühlte, mit kühner aat Wegweiser zu sein, das macht seine in der Historie lo seltsam verzerrte Gestalt im lauernden Glanze Lienhardscher Dichtung zu einer ersfutternd tragischen. Tiefes Erbarmen mit menschlicher Not, aber auch ein hochgemuter Stolz, eine Keuschheit der Seele, die ibn vielleicht weit über feine Zeit heraushebt, läßt ihn sich in das Narrengewand hüllen. Hinter der schirmenden Maske desPossen- reißers verbirgt sich ein stolzes, von den Giftpfeilen menschlicher Bosheit, Gleichgültigkeit und Niedertracht verwundetes Herz. So will wohl Lienhards Eulenspiegel verstanden werden, wie ihn Kurt 3oachim Daum gestern ergreifend interpretierte. Und welch Aufleuchten, welch neues Hoffen und Sehnen durchzittert des Braunschweiger Herzogs armen Narren, als sich ihm in der stolzen, keuschen Kunigunde, dem spröden Wirtstöchterlein, eine verwandte Seele erschlicht. Die Narrenkappe ist ein schlechter Schutz gegen den zündenden Funken Liebe. Aus dem Schelmenspiel droht Ernst zu werden: zwei edle Menschen seelen streben zueinander, finden sich im gegenseitigen Verstehen. Doch nur für Augenblicke, dann hat der Narr sich wieder in der Gewalt: entsagend führt er die Geliebte ihrem bäuerlichen Freier zu und kehrt selbst wieder zu seinem traurigen Amt am Braunschweiger Hof zurück. Eine strenge Zensur wird dem Dichter vorwerfen können, dab sein Schelmenspwl M^erv- haft, fragmentarisch geblieben ist. dast manches anaedeutet. dann wieder fallen gelassen wird, day vor al.em der Charakter der Kunigunde nicht er- lawpfend herausgearbeitet ist, dast ferner das Spiel als Zeitgemälde nicht sehr ergiebig ist Aber die starke Verinnerlichung, auf die Karl Dolcks ausgezeichnete R-gie und mit ihr vor wir zu einer Waffenübung hundert Leute benötigen, so müssen wir jedesmal zweihundert Gestellungsbefehle hinausschicken. Die übrigen hundert kommen nämlich doch nicht." Erstaunt fragen wir: „3a, aber was macht man denn mit diesen? Wie bestraft man sie?" „Bestraft? Wie will man das anfangen? Einzelne vielleicht. Aber wie kann man alle bestrafen? Dafür sind es zu viele. — 3m Kriegsfälle stelle ich mir übrigens die Sache idyllisch vor. Es wird bei der Mobilmachung überhaupt niemand kommen. Auster einigen Deutschen vielleicht. Aber selbst, wenn die Formationen zusammen kommen sollten, so klappt die Sache doch nicht. Es ist mit Verzögerungen von Tagen zu rechnen." Einige drastische Beispiele erzählt er uns dazu: und gibt dann auch noch einige Bilder aus dem Derhällnis von Vorgesetzten und Untergebenen. Die Ausrüstung des Heeres — das ist ein Kapitel für sich. Zunächst die Kleidung.' 3ch habe Abteilungen gesehen — sie fuhren eine Weile dienstlich in der Dahn mit uns —, die waren fo schmierig in ihrer Kleidung und ihrer ganzen Aufmachung, dast sie einer Räuberbande ähnlicher sahen, als Angehörigen der Armee eines europäischen Staates. Andererseits sieht man aber auch wieder ganz gut gekleidete Mannschaften. Man sagt mir allerdings, das feien nur Urlaubsanzüge. Dei der Rückkehr mühten sie sofort abgeliefert werden. — Die schlechte Kleidung soll darin ihren Grund haben, dast die Lieferanten (vor allem Frankreich) getragene und aufgefärbte Sachen liefern. 3m Voranschlag stehen natürlich die Ausgaben für neue Sachen. Die Differenz versickert irgendwo. „Einzigartig" ist auch die Ausrüstung des Heeres mit Waffen. Es besitzt Waffen aller Modelle. So sind noch „eroberte" Gewehre aller Art im Gebrauch, soviel ich hörte, auch älteren Modells. Don den Leuchtpistolen ist ein Teil österreichischen und der andere russischen Ursprungs. Es ist dann regelmäßig so, dast die Munition des einen Modells ausgerechnet dahin geschickt wird, wo das andere in Verwendung steht. — 3n einer Garnison werden die Feldküchen nachgeseben. Zur Hälfte sind efl russische und österreichische. Man findet, dast 80 Prozent unbrauchbar sind Don einem Handwerker wir^. ein Kostenvoranschlag über die Reparatur ein- gefvrdert. Dieser wird für au hoch befunden und die ganze Sache aufgeschoben auf lange Frist, mit anderen Worten: Es wird 'überhaupt nichts daran gemacht werden. Auch die Verpflegung der Truppen soll mi- fevabel sein Auf einem Dahn böse in Alt-Rumänien sprechen uns zwei Eisenbahner an und fragen, wie es in Deutschland steht. Wir erfahren, dah sie Deutsche sind aus der Dukowina, die zum Heere eingezogen, hier Arbeitsdienst an der Dahr machen müssen. Auch sie beklagen sich bitter über die jämmerlichen Verhältnisse im Heere. „Arbeiten müssen wir von früh bis spät und Wassersuppe bekommen wir zu essen. Gs ist nicht zum Aushalten. Und dazu 1 Lei Löhnung am Tage" (= ungefähr 2 Pfennige). Dasselbe Urteil hörte ich später noch von anderen Soldaten. Diese Zustände wären zu verstehen, toenn der Staat durch Friedensverträge oder etwas derartiges in seinen Ausgaben für diese Zwecke beschränkt wäre. Es werden aber in Rumänien für das Heer große Summen bewilligt. „Allerdings", so sagte mir ein Soldat, „vom Ministerium der Finanzen biS zur Heereslieferung und dem Magen des Musketiers ist ein langer, langer Weg und der Himmel ist hoch und Dukarest ist weit." — Er hat damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Es ist ja immer und überall dasselbe in Rumänien, vom Straßenbahnschafsner bis in das Ministerium: Für Geld kann man alles erreichen 3edes Amt ist eine „melkende Kuh". Seine „siebene in nahmen“ sind schon stillschweigend in bai Gehalt eingerechnet. Wer es eben am besten versteht, macht Karriere. Unmöglich ist es, gegen diese Zustände anzukämpfen, die Korruption wurzelt zu tief. „Alle machen es so." Letzten Endes sind diese Verhältnisse in allgemeiner Entwicklung des Volkstums begründet: denn in jeder Beziehung, man sieht es auf Schritt und Tritt, sind bk Rumänen eine degenerierende Nation. gesetzt Rudolf Goll war ein Richter Adam, dem man seiner Schlechtigkeit wegen nicht gram fein kann. Seine bäuerliche Verschmitztheit, seine unendliche Fabulierlust, die aus ihm geradezu einen Virtuosen hn Lügen macht, der schließlich selbst an seine Lügen glaubt, die kaum faßbare Frechheit, mit der der verstockte Sünder die Netze seiner Schuld zu zerreißen sucht, das alles ist höchst spaßhaft. Und Lachen entwaffnet, das spürt auch der gestrenge Vorgesetzte (Karl (Bold), der den pfiffigen Dorftribunen aus der Patsche Helsen will und erst grob wird, als dieser sich bis zum letzten Augenblick taub stellt. Eine köstlich komische Figur stellte Frau Schubert- 3 ü n g l i n g in ihrer Mutter Rull auf die Deine. Die behaglich breit ausladende Geschichte vom zerbrochenen Krug war trotz der Kürzungen der Regie famos gelungen. Das betrogene Mädchen spielte Gerda D a ch f e l d recht sympathisch. Auch 3ulius Baste, Hartmut Brand und Ruth Kreuz machten ihre Sache gut. Friedrich Hebbel schrieb bei der ersten Aufführung von „Der zerbrochene Krug" am Wiener Durgthcater: „Der zerbrochene Krug* gehört zu denjenigen Werken, denen gegenüber nur das Publikum durchs allen kann. Das (Siebener Publikum wird sich ja doch wohl diesem „Durchfall" nicht aussehen wollen, wie es nach der recht spärlich besuchten Erstaufführung fast den Anschein haben konnte? -e Landwirtschaft und Gartenbau. Pflege und Düngung der Wiesen. Von Landwirtschastsvat. Dr. Lehr, Landwirtschaftsamt Lich. Zu einer modernen, intensiven Bewirtschaftung der Wiesen gehört vor allen Dingen eine Regelung bei- Grundwcisserverhältnisse und die sachgemäße Düngung. Ueberall wo die Wiesen zu nah sind, infolge zu hohen Standes des Grundwassers (feuchte Täler' ober Niederungen), kann nur schlechtes, saures Futter wachsen, und jeder Düngungsauf- wand wird auf solchen Wiesenflächen meistens zwecklos sein, weil die Güte des Futters in solchen Fällen nicht verbessert werden kann. Die Senkung des Grundwasserstandes allein kann hier nur QlbTyilfe schaffen, indem entsprechend tiefe Abzugsgräben ober eine systematische Dränage angelegt werden. Alle der Entwässerung bienenden Anlagen sind im Herbst gründlich zu räumen, damit das überschüssige schädliche Wasser rasch abziehen kann. 3m Pflanzenbestand der Wiesen macht sich eine systematische Entwässerung bienen* Wiesen derart bemerkbar, bah viele, die Güte und den Ertrag des Futters stark beeinträchtigende! Wies en Unkräuter, wie Binsen, Simsen, Seggen, Schachtelhalm, scharfer Hahnenfuß, Butterblume, Wiesenschaumkraut u. a. m, verschwinden und gute Gräser und Krauter an deren Stelle tre'en. Auch bie vorhandenen Bewässerungsanlagen finb im Herbst instand zu sehen. Die beste Zeit zum Bewässern der Wiesen (düngende Dewäs e- rung) sind die Herbstmonate nach der Grummeternte, weil gerade die ersten Fluten im Herbst bie besten Düngstoffe aus den Dörfern und Feldern mit sich führen. Bei der Bewässerung ist darauf zu achten, bah das Wasser schwach aber gleichmäßig über die Wiesen hinweg rieselt, damit die schwebenden Dungstoffe sich absetzen können, und der Pflanzenbestand bereits vor Winter noch mit ben tn Wasser gelösten Nährst offen sich sättigen und im nächsten Frühjahr alsdann zeitig und kräftig sich entwickeln kann. Weiter ist her der Bewässerung darauf zu achten, daß sie nicht zu einer Verwässerung führt. Sobald der Boden kein Wasser mehr aufninunt, ist die Bewässerung so Lange zu unterbrechen, bis der Voder wieder durchlüftet ist. Auch von strengem Frost darf man sich beim Bewässern nicht überrascyen lassen, denn sobald eine Eiskruste in bie Grasnarbe! hineinfriert, ersticken die wertvollen Gräser und Kräuter, und nur wertlose Pflanzen (saure Gräser) behaupten das Feld. Auch im Frühjahr kann bewässert werden: diese Bewässerung bient aber dann nur zur Anfruchtung und darf nur dann geschehen, wenn das Wasser wärmer als deq Boden ist Auch bei der Düngung der Wiesen ist der Schwerpuntt in die Herbst- und Frühwinter- monate zu legen. Dor allen Dingen ist darauf hinzuarbeiten, daß eine hinreichende Menge ven gut zersetztem Humus im Boden Dorbrnben ist, in dem allein ein reges Datterienleben sich entwickeln kann, der aber auc> gleichzeitig die Grundlage ist für die gleichmäßige Versorgung der Pflanzen mit Wasser und die Umsetzung des Kunstbüngeis in aufnehmbare Nährstoffe An gareförberuhen Düngemitteln wären an erster Stelle guter Kompost, gut vnwotteter Stallmist unb 3auche zu nennen. Die beste Zeit für die Kompostdüngung toäie eigentlich sofort nach dem ersten Schnitt. Wegen anderer dringender Arbeiten in tiefer Zeit kommt aber der Landwirt dann nicht zur Kompostdüngung: spätestens halb nach dem letzten Schnitt sollte aber doch der Kompost ausgestreut unb eingeeggt weichen, damit er im Herbst noch einwachsen kann Nicht nur durch seinen Dakterien- und Humusreichtum fordert der Kompost die Gare des Bodens, sondern er wirtt auch pflanzenernährend durch bie in ihm in leicht aufnehmbarem Zustande enthaltenen Nährstoffe, weiterhin trägt er zur Verjüngung des Graswuchses und zum dichten Schluß der Grasnarbe bei. Gut verrotteter Stallmist kann bei trockenen, mageren Wiesen mit lückenhafter Grasnarbe und geringem Ertrag im Herbst auf bie Wiesen gebracht unb eingeeggt, sehr schnell die Gisträge steigern, Gin weiteres, von jeher sehr geschätztes Wiesenbüngungsmittel ist die 3auche, vor deren einseitiger Verwendung aber nicht genug gewarnt werden kann, weil die werwollen Wiesenpflanzen in ihrem Bestände bei übermäßigen Zauchedüngung zurückgehen und dafür weniger wertvolle Pflanzen, wie Kälberkropf, Bärenllau, Wiesenkerbel usw. sich ein ft eilen. Da bie 3auche einen sehr nichtigen Gehalt an Phosphorsäure besitzt, muß jede 3auchebüngung, bie am zweckmäßigsten auch im Herbst durchzuführen ist, durch eine Phosphorsäure- und vorteilhaft auch durch eine Kalidüngung ergänzt werben. Für bie Kunstdünger Kall, Kainit, Kalisalz und Thomasmehl bzw. Rhenaniaphosphat ist bie beste Anwenbungszeit der Herbst. Der Kalk cvirtt entsäuernd auf die feuchten Wiesenböden, verbessert die Schmackhaftigkeit, die Verdaulichkeit und den Nährstoffgehalt des Futters, begünstigt bie Dodengare und das Gedeihen der stickstoff- sammelnben Pflanzen. Am zw.ckmäß gsten kommt der Kalk im Kompost auf die Wiesen, oder wenn er dem Kompost nicht zugefügt wird, im Herbst alle 3 bis 4 3ahre etwa 10 Ztr. kohlensauren Kalk ober Kalkmergel ja i/t Hektar. Bekanntlich gehören alle Wiesenpflanzen zu den Kalifressern, und aus diesem Grunde darf an der Kalidüngung nicht gespart werden, besonders nicht auf den leichteren Wiesenböden. Die Kalt- büngung ist immer im Herbst vorzunehmen, und zwar mit 3 bis 6 Ztt. Kainit je 1/4 Hektar, je nach Bodenbeschafsenheit und sonstiger Düngung mit Kompost, Stalldung oder 3auche. Auch das Thomasmehl bzw. das Rhenania- phosphat ist bei her Herbstdüngung auf bie allen Herr Daum und Frl. Nelsen bie Ausführung eingestellt hatten, gaben dem Stück eigenartigen Reiz und zwingende Wirkung. Frl. Nelsen, der das Keusche, Herbe dieses sehnenden, aus der Niedrigkeit seiner Umwelt ans Licht strebenden Mädchens, nach der Gehaltenhett ihres Spiels und her dunklen Färbung der Sprache besonders glücklich lag, dürfte in dem Gespräch mit den Gasten und dem Freier mit ihrem Temperament noch sparsamer zu Werk gehen. Dann wird ihre Kunigunde die geschlossene große Linie haben, bie diesen Charakter so wertvoll macht. Von den anderen Spielern interessierte neben Karl VoIcks prächtigem Wirt besonders 3ulius Da st 6, der aus seinem Schneider wieder mit liebevoller Klein- malerei eine unendlich komische Figur machte. Max Hoffmann verschluckte die Hälfte feiner Worte, seine gewiß amüsanten Witze hätten sicher auch das Publikum zu ähnlichen Lachsalven begeistert, wie der Schneider sie allerdings wohl unnachahmlich von sich gab. * Daß „Der zerbrochene Krug" Heinrich von Kleists mit Recht als die stärkste deutsche Komödie gewertet wird, bewies die gestrige, von Herrn 3ntenbant Steingoetter selbst äußerst sorgfältig vorbereitete Aufführung aufs neue. (Sin heiteres Genrebild altholländischen Dolks- lebens, in der Manier der Steen, Teniers oder Drouver mit breiten Strichen, warm unb färben» freubig hingeworsen, war sehr glücklich in Szene Oberen zu örtttgcn. Zuerst yar man durch vetcy» liche Düngung mit Thomasmehl (3 Ztr. pro i/4 Hektar) den PhoSphorsäurevorrat im Boden anzureichern, dann kann man mit den jährlichen Gaben auf etwa 1 bis 1,75 Ztr. Thomasmehl heruntergehen. Wielen, die regelmäßig mit gutem Kompost, Stallmist oder Zauche gedüngt werden, haben eine Stickstoffdüngung in der Regel nicht notwendig. Sehen aber Wiesen nach dem letzten Schnitt im Herbst leblos grau aus, so hungern sie noch Stickstoff, und eine im Frühjahr gegebene Stick- stoffdüngung kann in solchen Fällen oft Wunder tun. MooS in der Grasnarbe bedeutet immer Hunger und zeigt eine schlechte Pflege der Wiese cm; bei rationeller Düngung und Pflege verschwindet es immer. Das Eggen der Wiesen nnt der Wiesenegge soll nur in besonderen Fällen in Anwendung kommen. Das Moos nur durch Eggen zum vollständigen Verschwinden zu bringen, wird nicht gelingen. Lockere Wiesenböden, die zum Auffrieren neigen, müssen durch Walzen mit schweren Glattwalzen gefestigt werden. Durch gute Pflege und rationelle Düngung ist öS ein leichtes, die Erträge unserer Wiesen um rund 50 Proz. zu steigern, und das alte landwirtschaftliche Sprichwort: „Die Wiese ist die Mutter des Ackers" wird dann erst recht seine dolle Bedeutung erlangt haben. Die Behandlung des Kalbes. Von Gotthard B r o d t. Gegenwärtig find fast alle Kühe, von wenigen Ausnahmen abgesehen, tragend oder besser trächtig, und zwar bereits in sehr hohem Matze. In kürzester Zeit werden also in allen Kuhställen Kälber das Licht der Welt erblicken. Die erste Rahrung, die man dem neugeborenen Tiere geben muh, ist die Kolostrumoder Diestmilch, die zur Entfernung des Darmpechs dient. Bei dem Muttertier darf man also zur inneren Reinigung der Striche nur einige Züge kurz wegmelken. Ist man sich nicht ganz darüber im klaren, ob das Muttertier frei von Euter- oder Darmtuberkulose ist, so empfiehlt es sich, die Kälber aufzutränken, und zwar mit vorher aufgekochter Milch. Rach dem Aufkochen mutz diese möglichst schnell auf Dluttempercttur abgekühlt und dann den Kälbern gereicht werden. Durch Eintauchen des Mauls in die Milchschüssel sind die Kälber leicht an das Auftränken zu gewöhnen. Die Tränkgefätze müssen nach dein Gebrauch sofort wieder gründlich gereinigt werden. Wenn man merkt, datz dem jungen Kalbe die abgekochte Milch weniger gut bekommt, so füge man ihr etwas Kochsalz zu. Getränkt müssen die Kälber jedenfalls vier- bis fünfmal am Tage werden. Die Portionen verstärkt man von Fall zu Fall, wenn die Tiere mehr zu sich nehmen. Bis zum fünften bis siebenten Teile des Lebendgewichtes hat man am Tage bei 9—12 Liter Milch zu geben. Sind die ersten zwei Wochen vorüber, so müssen die Kälber langsam an die Aufnahme von Heu gewöhnt werden, damit sie auch anderes Futter fiessen lernen Haben sie sich daran gewöhnt, so darf man mit dem Abgewöhnen beginnen. Vor den ersten 6—8 Wochen ist aber trotz allem an eine völlige Entziehung der Vollmilch nicht zu denken. Richts ist den Kälbern unzuträglicher, als eine vorzeitige oder zu schnelle Abgewöhnung. Der Landwirt erkennt die Tatsache, ob er beim Abgewöhnen Fehler gemacht hat oder nicht, am besten daran, wenn die Kälber struppig und mager werden. Tritt das ein, so müssen sofort Schritte getan werden, um ein weiteres Abfallen der Tiere zu verhindern. Man gibt dann am besten reichlichere Quanten Milch mit entsprechender Beifütterung von Heu, Hafer und Lutem Futter- schrvt, und zwar so lange, bis sich das Aussehen der Kälber wesentlich gebessert hat. Gerade in der Behandlung von Kälbern kann man nicht vorsichtig genug sein. Im ersten Dreivierteljahr mutz man stets darauf bedacht sein, die Entwicklung der Tiere in jeder Hinsicht zu fördern; denn was man in dieser Zeit versäumt, kann man nie wieder gut machen. Zum Schlutz sei noch erwähnt, datz man Kälber öfters gut putzen und ihnen genügende Gelegenheit zum Laufen geben mutz (£"• -------— ..’ Neber Frostspanner unv Leimringe. Der Frostspanner, ein unscheinbarer, grauer Schmetterling, der in manchen Jahren bereits von Mitte bis Ende Ott ober in der Dämmerung um die Obstbaume fliegt, ist einer der verbreitetsten und schädlichsten Feinde des Obstbaues. Um ihn erfolgreich bekämpfen zu können, gehört, datz man sich mit seiner Lebensweise vertraut mache. Man wird dann Fehlgriffe leichter vermeiden können. Um dieselbe Zett, wo die geflügelten Männ- chen die Baumkronen umschwärmen, steigt auch das Weibchen aus dem Boden, wo es seinen! Sommerschlaf verträumte und sucht, da ihm die Ratur die Flügel versagte, zu Fütz in die Baumkrone bis an die äutzeren Zweigenden zu gelangen. Kurze Zett nach der Paarung legt jedrs Weibchen an die nächsten Knospen, kleine Asl- stümpfe und Wunden, b sweilen auch in die Riste der Rinde, bis zu 350 Eier ab. Diese übertointem. Schnee, Gis und Frost, auch wenn er noch so streng ist, schadet ihnen nichts. Wenn aber die warme Märzsonne die Triebkraft des Baumes weckt, kriecht aus jedem Ei, was den hungrigen Meisen und anderen Vögeln nicht zum Opfer fiel, ein winzig kleines Räupchen, bohrt sich in die schwellende Knospe ein rmd weidet diese aus. Ist die eine leer gefressen, so gehis an die nächste und nach dem Laubausbruch an das zarte, junge Grün. Tagsüber hält sich die Raupe zwischen zufamnlengezogenen Blättern, welche s.e sich seibst zusammenspinnt, verborgen und liegt dem F atz hauptsächlich des Nachts ob. Ausgewachsen hat sie eine Länge von 2l/s Zentimeter. Man erkennt sie leicht daran, datz sie irach Spannerart bei jeder Fortbewegung einen Katzenbuckel macht. Ihre Ge- frätzigkeit erreicht tm Mai d n Höhepunkt. Alsdann läßt sie sich an einem Faden herab, um sich im Boden zu verpuppen. Der Kampf gegen die Rar-pea ist wohl der kleinen Zwergbäumchen ausführbar, aber nicht bei grosten Bäumen. Er mutz sch daher gegen die, ungeflügelten Weibchen richten, uitu das geschieht durch die bekannten Leimringe, bestehend aus einem handbreiten Stück Pap.er, d.us so dicht am Stamm anliegen mutz, datz ein Durchschlüpfen der zur Höhe sttebenden Tiere ausgeschlossen ist. Sonst hat die Einrichtung keinen Zweck. Ist die Rinde zu rauh, so mutz die äußere Borke vor dem • —cj ................ Anlegen der Fanggürtel avgekrotzt weroen. MS Klebstoff verwendet man den käuflichen Drumala- Leim. Dieser wird aus das nicht zu schwache Papier gleichmätzig und nicht zu dick aufgetragen, damit bei warmem Wetter ein Herunterlaufen und Verunreinigen der Rinde vermieden wird. Gin Aufträgen des Klebmittels direkt auf die Rinde ist schädlich. Es lommt nun alles darauf an, datz die Leimringe rechtzeitig, d. h. vorder Flugzeit des Schädlings angebracht werden. Da diese häufig bereits Mitte Oktober Beginnt und gegen Ende des Monats schon vorüber ist, hat die Arbeit, wenn sie später norgenommen wird, keinen Zweck mehr. Es kommt aber auch vor, datz die Flugzeit erst im November einsetzt und mit Unterbrechungen sich bis in den Januar hcnzieht. In diesem Falle ist die Maßregel nur dann wirksam, wenn man ein Klebmitt.ck verwendete, das nicht verhärtet, oder wenn dies der Frll sein sollte, das man von Zeit zu Zeit nachsieht und den Aufstrich erneuert. Ferner ist es von Wichtigkeit, datz man bei jungen Bäumen, welche Pfähle haben, auch den Pfahl mit einem Leimringe versieht. Andernfalls wird das Insekt, wenn es am Leimringe ein unüberwindliches Hindernis gefunden hat, den Pfahl zum Auffteigen in die Krone benützen. Hauptsächlich Haban Aewfelbäume unter dem Schädling zu leiden, aber auch Pflaumen, Kittchen und Birnen verschont er nicht und nimmt auch mit Rutzbäumen, Hasel und Weiden vorlieb. R. Fragekcrften. Frage 56: Ich habe einige Schlehenbäumchen gezogen. Sie sind nun anderthalb Meter hoch. Sind sie für nächstes Frühjahr bereits zum Veredeln stark genug und mit welcher Obstsorte? Antwort: Die gemeine Schlehe kann mit Pfirsich, Zwetschen und Pflaumen veredelt werden. Autzerdem läht sie sich als Unterlage für gefüllt blühende japanische Mandeln und die rosa gefülllolühende Mandelkirsche verwenden. In Baumschulen ist die Schlehe als Unterlage nicht beliebt, weil sie für viele Obstarten zu langsam treibt, und vor allem hat sie die Untugend, eine QUengs Wurzelschößlinge zu treiben, die sich schwer unterdrücken lassen. Man verwendet an ihrer Stelle die stärker wachsende Schlehenpflaume, Prunus insititta, dre, aus dem Kaukasus stammend, in vielen Gegenden verwildert ist. Hochschul::crchrichten. Dertretertag des Deutschen Hochschulrings. Vom 21. bis 23. Oktober findet im Iohannes- stift in Spandau der diesjährige Vertretertag des Deutschen Hochschulrings statt. Für den ersten Tag sind vorgesehen: Bericht über die Arbeit des D. H. R., Ref. Müller, 1. Vorsitzender des D. H. R.; ferner: Politische Arbeit des D.H.R. im Spiegel der Presse, Bachmann; Grenz- und auslandsdcutsche A.beit des D. H. R., H. O. Wagner. Dazu kommen Berichte »er verschiedenen Aemter, Aussprach.- und Entlastung des Vorsitzers sowie Reu '.öl. Die beiden anderen Tage sind der Aussprache über Aufgaben und Reuaufbau des D.H.R. pwie über praktische Arbeit der Ortsverbände und der Erledigung der vorliegenden Anträge gewidmet. Für die Abende ist je ein Vortrag in Aussicht genommen. Gerichtssaal * Darmstadt, 17. Oft. (Eigener Bericht.) Die eigene, noch nicht 15 Jahre alte Tochter hat die Ehefrau Anna Weitzbecker geb. Schuckmatzn in Cberstadt an einen verheirateten! Mann verkuppelt. Sie wurde nach § 181 St.G.D. zu einem Jahr 6 Monaten Gefängnis vom Dezirksschöffengericht verurteilt. KkechNche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. . , Gießen. Sonntag, 19. Oktbr. 18. Sonntag n. Trin. Erntedankfest. Stadlkirche. 9'/,: Pfi. Mahr. Seierl. Eröffnung des Konfirmandenunterrichts für die Matthäusgem. 11: Kinderkirche für die Mat- thäusgem. Psr. Mahr. 6: Pfi. Becker. Iohannes- kirche. 9V?: Pfr. Bechtolsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgem. Pfi. Bechtolsheimer. 6: Pfi.Aus- seld 8: Bibelbcsprechung im Iohannessaal. Pfarrassistent Schultheis. - Kirchberg. .10: Feierliche Eröffnung des Konsirmandenunterrichtes^'ll: Heilg. Abendmahl für die alten.Leute von Staufenberg. — Ist,: Lollar (Heil. Abendm.) - Wiefeck. 9: Beichte. 9l/2: Gottesdienst im Anschluß daran heil. Abendmahl (Pfarrast. Schultheis, Gießen). Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 18. Oktbr. 41/, und 7 Beichte. Sonntag,.den 19. Oktbr. 19. Sonntag nach Pfingsten. 6st, Beichte, 7 Meste, Korn. d. Iungfiauen, 8 Kom.» 9 Hochamt m. Pr., 11 Meste m. Pr., 4st, Iungfi.- Kongregatton, 5st, Christen!. u. Rofenkranzandacht m. Segen. — An den Werktagen ist täglich abds. 8 Rosenkranzand. m. Segen. - Grünberg, Sonntag 91/, Messe m. Predigt. Isr. Religi ^nsgemeinde. Gottesd. i.d. Synagoge (Süd-Anl.) Montag, den 20. Oft. u, Dienstag, den 2>'. Oktbr. Laubhüttenfest-Ende. Montag. Vorabd.5 15, morg.8.3O. Dienstag.Vorabd.Iugend» gottesdienst m. Predigt 5.30, morg. 8.30. nachm. 5.35, Festesende 6.10. — Während der Wintermonate beginnt der Morgengottesd. am Sabbat um 9 Uhr. Farlifkota aus weißer Wäsche Obst-, Kaffee-, Kakao-, Wein-, Rost- u. dergl. Flecken entfernt farbige Stoffe entfärbt Unschädlich für alle Stoffe. Mühelose Anwendung. Ma lachte auf die Marke „Fuchskopf im Stern“. Erh dtlich in Drogerien und einschlägigen Geschäften Dicker Hals und Blähhals wird durch Lagitta Eichheimer Balsam entfernt. Tausende von Anerkennungen bezeugen die überraschend gute Wirkung. Vollkommen unschädlich. Kann unauffällig angewandt werden, da er nicht fettet und nicht färbt. 3n allen Apotheken. Stets vorrätig: Univ.-Apotheke zum goldenen Engel, Bietzen, ufw. Sagittawerk, B.m.b.H., München SW. 2. «DN uNon cZ)7e Cigarette des Verwöhnten ■ Sv Behördliche Anzeigen Belanntmachung. Grundstircksverpachtung der Stadt Gießen. Donnerstag, den 23. Oktober, Freitag, den 24. Oktober, Montag, den 27. Oktober und Dienstag, den 28. Oktober 1924 sollen die abgelaufenen Grundstücke der Stadt Bietzen öffentlich meistbietend an Ort und Stelle auf weitere 6 Jahre verpachtet werden und zwar: Donnerstag, den 23. Oktober 1924 a) Vormittags 8V2 Uhr, Zusammenkunft am Eichamt in der Dammstratze 5 Grabstücke in Flur II zwischen Damm- stratze u. Schillerstratze, entlang d. Bahn 10 Grabstücke in Flur II zwischen Schillerstratze u. Weserstratze, entlang d. Bahn 2 (Bärten in Flur II an der Weserstratze (früher Weitzbindermeister Wagner) 23 Brabstücke in Flur II rechts d. Ederstr. 3 Grabstücke in Flur XXVII rechts am Witzmarerweg (fr. Tonnenschuppen) 2 Grabstücke in Flur XXV u. XXVI am Witzmarerweg bei der früheren Ketzler- schen Feldscheuer 4 Aecker in Flur XXII u. XXIII in der Nähe des neuen Friedhofs. b) Nachmittags 2 Uhr, Zusammenkunft am Schlachthaus 1 (Barten in Flur XXXVIII hinter der Pulvermahle (fr. Metzgermstr. Schreiner) 38 Brabstücke in Flur XXXVIII auf der Hohleiche( hinter dem Schlachthaus) 3 Aecker in Flur XXXVIII auf der Hohleiche (an der Leimenkaute 2 Aecker in Flur XXXV auf der Hardt über der Kropbach 1 Brabstück in Flur XXXV m der Nähe des Windhofs 3 Wiesen in Flur XXIX an der alten Krofdorferstratze. Freitag, den 24. Oktober 1924 s) Vormittags 8'/, Uhr, Zusammenkunft an den Bahnhöfen (Wirtschaft Teigler) 6 Brabstücke in Flur VI u. VIII vor der Thromschen Fabrik 9 Brabstücke in Flur VIII zwischen Mar- garetenhütte und Kläranlagen 2 Aecker in Flur VIII neben Wirtschaft Sänger 1 Acker in Flur XV hinter d. Kläranlagen 15 Brabstücke in Flur XV hinter den Kläranlagen. b) Nachmittags 2 Uhr, Zusammenkunft bei der „Schönen Aussicht" 6 Brabstücke in Flur V u. VII am Wattweg bei der „Schönen Aussicht" 50 Grabstücke in Flur VII links am Aulweg in der Nähe der „Schönen Aussicht" 2 Aecker in Flur XII am Wartweg bei der „Schönen Aussicht" 4 Aecker in Flur XII am Ohlebergsweg hinter dem Sägewerk 7 Grabstücke in Flur XII am Erdkauter- weg hinter der Heyligenstädt'schen Fabrik 2 (Bärten in Flur V an der Wilsonstratze (früher Kennel'sches Besitztum) Montag, den 27. Oktober 1924 a) Vormittags S1/, Uhr, Zusammenkunft Stephanstratze - Böthestratze bei Wirtschaft Markert 11 Brabstücke in Flur IV in der Stephans- mark 1 Wiese in Flur XIII am Heegstrauchsweg 10 Brabstücke in Flur XIII am Schiffen- bergerroeg links 9 Brabstücke in Flur XIII am Schiffen- bergerroeg rechts (früher Pfaff'sche Sandgrube) 7 Aecker in Flur XIII u. XV am Schiffen- bergerroeg links 7 Brabstücke in Flur XIII am Schiffen- bergerroeg links hinter den Gärten 2 Aecker in Flur XVI links am Altenfeldsweg. b) ^cich"nitags 2‘/n Uhr, Zusammenkunft Llcherstratze-Ecke Bg. PH. Bailsttatze 26 Brabstücke in Flur XVI rechts der Licker- stratze (Holzlagerplatz) 23 Grabstücke in Flur XVI am Nahrungs- berg an der Bahn nach Fulda. Dienstag, den 28. Oktober 1924 a) Vormittags 8'/, Uhr, Zusammenkunft Llcherstratze (Wirtschaft zur Stabt Lich) 21 Brabstücke in Flur XVII hinter der Maschinengewehr-Kaserne 40 Triebviettel in Flur XVIII zwischen Wohnbaracken und Mittelweg. b) Nachmittags 2l/2 Uhr, Zusammenkunft an der Wirtschaft „Zum Philosophenwald" 3 Grundstücke in Flur XX bei der Wirtschaft „Zum Philosophenwald" 34 Triebviertel in Flur XX zwischen Philosophenwald und Oberlach. Bietzen, den 17. Oktober 1924. 81206 Der Oberbürgermeister, ll. D.: Klingspor- Arbeitsvergebrmg. Für die Herstellung der Kreisstraßen, abfahrten in Klein-Linden sollen nachfolgende Arbeiten und Lieferungen vergeben werden: Los 1 Herstellen von Einschnitten, 120 cbm Erdbewegung, Verlegen von Zementröhren . . 120 Stück Los 2 Chaussierungsarbeiten . 660 qm „3 „ . .470 „ „ 4 Pflasterarbeiten ... 55 „ 5 Kieslieferung .... 35 cbm. Angebotsvordrucke und Bedingungen liegen bei Hessischer Bürgermeisterei Klein- Linden zur Einsicht offen. Angebote sind bei der Bürgermeisterei zum Preise von 2 Matt erhältlich. Sie sind verschlossen und mit Aufschrift versehen zum Eröffnungstermin Freitag, den 24. ds. Mts., mittags 12 Llhr, bei der Bürgermeisterei Klein-Linden einzureichen. Freie Auswahl bleibt Vorbehalten. Zuschlagsfiist 3 Wochen. Gießen, den 15. Oktober 1924. Hessisches Kulturbauamt. I. D: Mangold, Reg.-Baurat. 8099V Beschluß. Die über das Vermögen der Lackfabttk Gebrüder Löb 01.=©. in Gießen angeordnete Geschäftsaufsicht ist durch rechts- kräfttg gewordenen Zwangsvergleich beendet. Gießen, den 10. Oktober 1924. 80906 _________Hessisches Amtsgericht. Drucksachen alierArt liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brührsche Univ.-Druckerei. R. Lauge* Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde am 10. Oktober 1924 eingetragen: a) die Firma Kurt Sck)miedeknecht, Handelsbureau, Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Kurt Schmiedeknecht in Gießen; b) die Firma Heliochron, Inhaber Albert Steigmann, Gießen. Inhaber ist der Chemiker Albert Steigmann in Gießen; c) bei der Firma Gießener Wach- und Schließinstitut Laubenthal & Schlösser, Gießen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 16. Oktober 1924. 80896 ________Hessisches Amtsgericht.________ Bekanntmachung^ Am Dienstag, dem 21. ds. Mts., und wenn nötig! Mittwoch, dem 22., jedesmal nachmittags von 1 Ahr an, werden im Hofe Ides Städt. Hospitals, Asterweg 25, eine große Anzahl zum Teil noch sehr gut erhaltene Gegenstände, aus Rachläffen herrührend, wie Möbel, Kleidungsstücke,Wäsche, Küchengeräte und dergleichen mehr, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigett. Gießen, den 16. Oktober 1924. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). _____________Dr- Frey.________8083 B Hslzsnbmission Die Gemeinde Beuern vettauft auf dem Submissionswege Fichtenstämme 5a-Klasse 5 Fstin. « 5b „ 10 „ Kiefernstämme 5. „ 43 Das Holz ist aus der Winterfälle 1923 und entrindet, jedoch mit derRinde gemeßen. Angebote inGoldmark getrennt,nachKlaffen und Holzart, pro Festmeter sind bis zum Donnerstag, dem 23. Oktober ds. Is.» nachmittags 5 Llhr, auf unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die näheren Bedingungen zu erfahren sind, älm Vermeidung späterer Reklamationen dürfte es sich empfehlen, das Holz vorher anzusehen. Beuern, den 18. Oktober 1924. Hessische Bürgermeisterei Beuern. I. V.: Arnold. 8106V Bekanntmachung. Für den Erweiterungsbau der ilni» versttäts-HautNinik in Gießen soll die Lieferung und Anbttngung verschiedener Beleuchtungskörper, im ganzen 38 Stück, vergeben werden. Bewerber wollen sich von Montag ab bis spätestens Mittwoch, den 22. Oktober ds. IS. wegen deS Gegenstandes der Lieferung mit der Bauleitung in persönliche Verbindung sehen. Hautklinik, Zimmer 9. Gießen, den 17. Oktober 1924. Hochbauamt Gießen Zweigbureau Hautklinik. JA.: Gei bei. 8105e MW IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH ftchverWMger iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiuniHiiiiiii zur regelmäßigen Besprechung und Kritik guter Konzerte von angesehener Tages, zeitung Heffens gesucht. Neben Vergütung der Reisekosten wird jeweils angemeßenes Honorar gewährt. Schriftliche Mitteilungen unter F. F. 4030 an Rudolf Mofse, Frankfurt a. M. erbeten, Von der Reise zurück Prof. Brüning Sprechstunden: 11—1 Uhr Friedrichstraße 11 ________________024312________________ Wir sind unter Nr. 990 an das Fernsprechnetz angeschlosse«. Buchhandlung Aeitzner vorm. Schneiderschs Buchhandlung Neuen Baue 3. nn_ SdtjOme Merwochen. Roman von Arn-ld Fredericks. 23. Fortsetzung. (Rachdruck verdoten.) Bernet trat dem bebenden Wagen entgegen. Am Steuer sah ein junger Wann in ruhiger Haltung. 3m Wagen lehnte bequem eine uer- schteierte Dame und hielt ein Päckchen aus tnxxu* nem Papier in den Händen. Sie beugte sich gegen Bernet vor und sagte ihm ein einziges Wort. Duvall hörte es nicht, aber die Wirkung aus den Vertreter des Präfekten tixrr überraschend: er trat zurück und lüstete den Hut. .Verzeihung. Madame," sagte er und der PaSquet fuhr unbehelligt durch das Lor und tauchte im Pariser Strahengewinrmel unter. Duvall war dorgesprungen und beleuchtete die Insassen des Wagen- mit seiner elektrischen Taschenlampe. Plöt.ltch fuhr er verwirrt zurück, eben als Valentin den Wagen weiterfahren lieh. &r konnte nur schwer glauben, dah er richtig gesehen hatte. Do fuhr der schwere, dunkle Wagen. Seite und Räder ganz mit der verräterischen Farbe gezeichnet — und dort, am Steuer, sah Alphonse Valentin, während die verschleierte Frau im Innern — Grace war I Gr wustte nicht, dah es Grace war — er wühle, dah eS die Frau war, die bei Valentin in dessen Zimmer gewesen — die Stapleton die Rachricht von den Räubern gebracht hatte — die ihn, aus ganz sonderbare Art, an Grace erinnerte. Dort sah sie irrtb hielt Stapletons Geld in der Hand — und Bernet zog den Hut vor ihr und lieh sie weNeNayoen. Rarrte biete Frau die Polizei? Mit einem Sprung war er neben Bernet. „Halten <5ie sie an!" sthrte er« heiter .ES sind die. hinter denen ich her bin." Bernet schüttelte die Hand. »Unmöglich. Monsieur. Sie haben vom Präfekten persönlich sicheres GÄeit." „Aber es sind Räuber — Äini>8räubcrl“ Bernet zuckte die Achseln. .Möglicherweise, Herr Duvall, aber nach den erhaltenen Bestien muh ich sie durchlasten." Der Detektiv knirschte hilflos mit den Zähnen. Sern Plan zur Kenntlichmachung der Verbrecher war gelungen. Er hatte sie gefunden und sah sie samt Stapletons hundert tau serD Dollar unbehindert seinen Fingern entschlüpfen. 3n seinem Zorn verwünschte er die ganze "Pariser Polizei. Die Ankunft eines anderen Wagens lenkte seine Gedanken ab. Es war Stapleton, der heim raste, um seinen Jungen wtederzuha.be n. Er hat e offenbar keinen anderen Gedanken, als den an seinen vermißten Sohn. Duvall hielt ihn nicht an. Verschiedene andere Wagen fuhren durch. Duvall hatte kein Interesse für sie. Er wollte eben in der Ab icht Weggehen, Stapleton nachzujagen, um zu erfahren, ob sein Sohn zuruck^o- bracht worden sei oder nicht, als er sich von einer bekannten Stimme beim Ramen gerufen hörte. Er wandte sich um. Es war Lefevre in einem schweren, dunkelgrünen Auto. „Mon Dien Duvalll" rief der Präfekt mit gutgespielter Klebercaschung. „Sie hier! In Paris. Oder täuschen mich meine Augen?" Der Detektiv sah ein wenig überrascht au#. Es war ihm klar, dah sein alter Freund es vtel- leicht als ungehörig empfand, dah er ihn nicht früher ausgesucht hatte. „‘Ilern, Herr Präfekt," rief er, „ich bin's wirklich." Er streckte die Hand aus und drückte herzlich die seines früheren Vorgesetzten. .©ine kleine Angeleguchoit fuhrt mich nach Paris. Ich bin eben erst angefommen." „Wirklich?" Der Präfekt zw.nkerte mit den Augen. „Ich hoffe, mein lieber Freu.rd, dah es Ihnen bald möglich ist, mich aufzusuchen." „Ich komme noch heute abend. In der Tat habe" ich etwas änderst Wichtiges mit Ihnen ftu besprechen. Haben Sie Zeit?" „In einer Otunbe, mein Freund. Bis dah.n bin ich beschäftigt. Kommen Ste in einer Stunde auf die Präfektur. Ich erwarte Sie. Dis da!-in, leben Sie wohl l" Er rief seinem E haust cur etwas zu und verschwand vasch in der Dunkelheit. Duvall drehte sich auf dem Absatz herum und sah sich nach einem Wagen um. „Gute 2lacht, Bernet!" rief er und ging die Steahe hinauf. In einer halben Stunde war er an Stapletons Haus. Der Bankier ging in verhaltener Wut in seiner Bibliothek auf und ab „Dte Butstchen haben mich getäuscht," schrie er. „Sie haben meinen Jungen nicht zucückg.bracht. Sa^.en Sie, haben Sie etwas von ihnen gesehen?" Er sahte Duvall erregt am Arm. „In dem Wagen, in den Sie das Päckchen Geld warfen, sah auher £em Führer nur eine Person, eine Frau; nicht?' Ja — ja. Haben Sie sie gefangen?" „Olein.“ „CEarum nicht? Mihlang Ihr Plan, den Wagen zu kennzeichnen?"__ ,3m Gegenteil, er Happte Ich hielt den Wagen am Wall an. Die Fmu darin hielt das Geldpäckchen in der Hand." ,llnd Sie verhafteten s« nicht? älm- Htm- mel- willen, warum nicht?" „Die Polizei wollte cs mir nicht erlauben. Die Frau war dieselbe, die Ihnen gestern nacht die Nachricht brachte die vermutliche Polizei» agenticn Die Polizei erlaubte ihr, durch das Lor zu fahren." „Was?" schrie der Bankier förmlich „Das ist ja lächerlich Ist die Frau eine Verbrecherin cb:r eine Detektivin? Beide- brnn sie nicht sein und wenn sie letzteres i't, ttxirum sah sie in diesem ‘Wagen, warum hatte sie mein Geld in der Hand ? „Ich weih es nicht. Aber ich denke, es wird sehr rasch herauszufinden fein." „Wie, möchte ich wissen?" „Ich gehe sofort den Präfekten nustuchen." Stapleton sank in einen Stuhl und seufzte. „Ich hatte geäfft, Jack jetzt bei mir zu Halen. Seine arme Mutter ist aal e am Wahnsinn. Können Sie da nichts tun, Herr Duvall?" „Ich hoffe. Ihnen bester antworten zu können, wenn ich mit Lefevre g.sprochen habe Sind diese Frau und ihr Segte ter Valentin wirklich die Kindsräuber. so sind sie in 'Paris, und wir sind imstande, sie ohne Schwterigkeit sestzuneh> men. Wenn nicht, so ist wenigstens Ihr Geld gerettet. Ich muh jetzt geben; sobald ich jedoch etwas erfahre, lasse ich es Sie sofort wissen. Gute Rächt!" (Fortsetzung folgt.) welcher Art auch immer, sei es im Anfangs- oder im vorgeschrittenen Stadium, z. B. Rasche Ermüdung, Senkfuß, rheumatismusähnliche Schmerzen, Spreizfuß und Stechen in der Ballenpartie, Brennen in der Sohle, Knickfuß, Hühneraugen usw. bildet FUSS-HEJZSYSTEFl das ideale wissenschaftliche Heilmittel sichere und dauernde Hilfe unauffällig und angenehm im Tragen Jeder Heilbehelf wird individuell verabfolgt 1. Bekommen Sie das Buch: „Die Pflege der Füße“ 2. Sachverständige Fuß-Untersuchung 3. Individuelle Beratung durch den Fuß-Spezialisten des Dr. - Scholi-Instituts in Chicago bis Mittwoch, den 22. Oktober 1924 Keinerlei Kaufzwang Separater Beratungsraum Schuhhaus Reiss Mäusburgl2 Gießen Fernspr. 210 8132a Hess. 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Äecker zu verpachten, hchanmbercer Vubrotaftr. 30 L Gebrauchter Deutsche Volkspartei MlWWMlM Hiontag,2O.5W. Der Vorstand. 8123D AWOrer-MM „Sottniw“ Die diesjährige otöentlW smtaloerfatnmluno findet Samstag, den 1. Dovember 1924, abends präzis 8 Uhr im Dereinslokal Postkeller statt. Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Rechnungsablage. 3. Anträge. 4. Dorstandswahl. 5. Verschiedenes. Anträge auf Statutenänderung^ find spätestens bis 20. ds. Mts. schriftlich dem Vorstand einzureichen. Wir Kitten um zahlreiches Erscheinen. WiirH« Sonntag, 19. Okt* abcnbs 8 Uhr Kamilienabend im Markussaal mit Bortrag von Kehrer Fritzel: „Was du ererbt von deinen Vätern", worauf alle Mitglieder norfmi. htngewtesen werden.__oloiv Sonntag, ll’A; Musrums- sührung. Römische Ab teiluug. | O aa ta- ü. Wsliick BbT VOR 5394c SÄ hervorragender Qualität stets * w sofort lieferbar C.Rübsamen,Fernspr.1659 Sypothekengeldgr erste Stelle, zu günstigen Bedingungen zu vergeben. Vermittler verbeten. 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Briketts in9 7 Ohne Schlacke, ohne (opu?. mit der neuen faszistischen Mentalität auszuglei- chen, und sich damit die Gefolgschaft der Mehrheit im Lande zu sichern. ing er hiermit 5?tx'gimg zur intransigenten Machtpol tirtei erstarrte, desto deutlicher spurte man die xiftion der liberalen Mentalität gegen die Fa- t ragen. Was die Eingemeindung Wiesecks nach Gießen betrifft, so halte ich diese Frage noch nicht für spruchreif. Kaufmann Wilhelm Horn, Vorsitzender des Detailliften-Vereins (tziesten: Diese beiden Fragen haben in letzter Zeit wiederholt die Oeffentlichkeit beschäftigt und Veranlassungen zu Erwägungen gegeben, ob die jetzige Zeit die Lösung beider Probleme bringen könne und müsse. Ich möchte mich hauptsächlich mit dem ersten Teil Der Angelegenheit beschäftigen, „D i e Weiterführung der elektrischen Linievon Marburger Straße bis Wiese ck", und hierzu sei bemerkt: Zweifellos besteht bei weiten Teilen der Bevölkerung lebhaftes Interesse und ng8toC oche. IlttlU 8096D nigstens soweit die jüngere Generation aus den Kreisen der bürgerlichen Intelligenz in Frage kommt. Eine prosaszistische Strömung machte sich gerade bei der älteren Generation geltend, die dem parlamentarischen Geben nahesteht, nicht aus Sympathie, sondern aus der alten Gewöhnung an das System der Kompromisse. Wie wird sich nun die Tagesordnung in der weiteren Entwicklung der Krisis auswirken? Die Spaltung der Partei, die von der intransigenten Opposition außerhalb der Partei gern gesehen würde, von der Partei selbst aber umgangen werden möchte, scheint zunächst auch Der» mieden zu werden. Die beiden liberalen Minister Casati (Unterricht) und Sarocchi (öffentliche Arbeiten) haben Mussolini das Verbleiben im Kabinett zugesichert, weil der Parteitag ein bestimmt formuliertes Dedo nicht ausgesprochen habe, und weil sie sich durch die Auffassung ihrer engeren Parteifreunde gestützt fühlten. Mussolini hat sich, entgegen seiner Entschließung in den Tagen der populären Mitarbeit damit zufrieden erklärt, und scheint, da er sich offiziell zum Ausgange des Kongresses nicht geäußert hat, der Entscheidung der parlamentarischen Fraktion nicht vor greifen zu wollen, die am 15. d. Mts. zusammen tritt Es ist aber nicht wahrscheinlich, daß die Fraktion eine bindende Entscheidung so kurz vor dem Wiederzusammentritt des Parlaments am 8. oder 10. November fällen wird. Die ersten Tage nach Zusammentritt des Parlaments dürften kritische Tage erster Ordnung werden. Die offizielle Opposition crflärt schon heute, an den parlamentarischen Arbeiten sich nicht beteiligen zu wollen, das Parlament würde so eine Art Rumpfparlament werden. Die Möglichkeit einer Sprengung der MehrheitsPartei und die Gefahr eines Mißtrauensvotums ist nicht cusgeschl ssen. Mussolini stellt diese Möglichkett auch in Rechnung, und er wird nicht demissionieren. Anders ist seine Rede in Mailand nicht zu interpretieren, wenn er sagt, daß das, was die Opposition unter Normalisation anftrebt, nichts anderes sei als die Schaffung der Möglichkeit, der Regierung ein Mißtrauensvotum auszusprechen: aber das Parlament ist nicht die einzige Instanz, von deren Z. stimmung die Regierung abhängig sei. In der näheren Umgebung Mussolinis drängt man auf eine nochmalige Diktatur. Wird die Krone zustimmen? Wird die Krisis zwischen Faszismus und öffentlicher Meinung sich zu einer Krisis zwischen Krone und Mussolini umgestalten, bei vorsichtiger Zurückhaltung derjenigen, die sich teien (also auch der faszistischen) entzogen werden — die Konstitution darf nicht in ihrem Wesen geändert werden — die Regierung ist rtn V» Q tt ft i m m H n n beä Landes qe= > unu uer xioeruitii »u uvcl ei yai Junten, äs h-iht, an di- Wtimmung d-s gto- | »-rnwcht. di- traiitionelk liberale Mentalität •s? llUjlKf* •itabg^ warme Sympathie für die Ausführung dieses Planes, und wenn ich noch im besonderen den Standpunkt der Geschäftswelt, speziell deS Einzelhandels, skizzieren dars, so ist der allgemeine Eindruck der, daß ausnahmslos in diesen Kreisen dafür Verständnis besteht, daß ein Derlehrsinstitut wie die elektrische Straßenbahn, sobald sich dtt Möglichkeit der Erweiterung und Wetterführung bietet, unbedingt gefördert werden muß. Dabei oll nicht die ÄützlichkeitSfrage für den einzelnen das entscheidende Moment sein, sondern die Angelegenheit muh von dem Gesichtspunkt aus betrachtet werden, daß die engere Verbindung zweier Rachbargemeinden zueinander nur förderlich für beide sein kann und sich schon recht bald in wirtschaftlicher Hinsicht günstig auswirken würde. Daß die Stadt Gießen jetzt schon ihrerseits diesem Projekt nähertreten kann, muß stark bezweifelt werden, nachdem die Stadtverwaltung das Verkehrsnetz in Der Stadt Gießen selbst noch nicht voll (siehe Bahnhofstraße) dem Verkehr übergeben hat und noch starke Einschränkung des Fahrplanes besteht. Ob diese Maßnahme vom Standpunkt der weisen Sparsamkeit aus gerechtfertigt werden kann, soll hier nicht näher untersucht werden: jedenfalls ist die Einschränkung sehr bedauerlich, und es wäre m. E heute aller ljbd)ltc Zeit, den vollen Betrieb wieder aus-unehmen, scvon aus dem Grunde, um den üblen Eindruck zu beheben, den jeder Fremde, der in unserer Stadt einig« Stunden oder länger Aufenthalt nimmt, von Du. Unzulänglichkeit und Aermiichteil dieses Verkehrsmittels erhalten muß. Es bedeutet sicher!^ keine Erschütterung der städt. Finanzen, wenn h»r recht bald Wandel geschaffen wird Wenn deshalb das Problem, Verbindung Der Gemeinden Gießen—Wieeck durch die elelml ye Straßenbahn im gegenwärtigen Moment stärker gefördert werden soll, muß die intensivere Propaganda auch von Wieseck aus geschehen, Denn Der Bevölkerung dieser Gemeinde, speziell der Arbeiterbevölkerung, würde mit der Herstellung dieser Verbindung der größte Dienst erwiesen. Außeracht soll hier auch nicht gelassen werden, daß auch ein größerer Teil der Bewohner der Gemeinde Alten-Buseck Die Straßenbahn von Wieseck aus gern benutzen würbe, so daß Die Renia- bilitätsfrage hierDurch eine weitere günstige Beurteilung erfahren toürDe. Die baldige Lösung dieser Aufgabe wird- Dann ganz von selbst Die Frage Der Eingemeindung Der Nachbargemeindc Wieseck auf Die TagesorDnung bringen, Deren ausgiebige BehanD- lung heute noch als verfrüht zurückgestellt werden muß. Skadtv. Kreisschukrat Mischer: Taß Die Frage „Gießen-Wieseck" in diesen Tagen anfängt, Die Oeffentlichkeit weder zu beschäftigen, mag ein Zeichen Dafür sein, Daß ach 10 Jahren Der Bedrängnis wieder daran gedacht werden kann, an Unternehmungen heoanzutrerea, Die über Die zwingendsten Notwendiglei en Des Augenblicks hinaus Wege frei machen sollen in eine bessere und gesündere Zukunft. — Von Den beiden zur Erörterung gestellten Fragen hu Die Angelegenheit Der Straßenbahn Gießen- Wieseck schon einmal vor der Entscheidung gestanden. Entschlossenes Zugreifen hätte Damals zum Ziele führen müssen. Ist Der Zeitpunkt zur Erbauung Der Bahn jetzt gekommen? — Wenn dazu nur die Be- dürfnisfrage entscheidend wäre, könnte ein Zweifel überhaupt nicht entstehen. Denn das Bedürfnis ist unbestreitbar vorhanden. Es erschaut mir überflüssig. Neues dazu sagen zu wollen, nachdem in dem Artikel der Schriftleitung und in den Darlegungen eines Ettrsenders aus Wieseck in Nr. 229 alles gesagt ist, was Beweisk-aft hat. Es ist in der Tat ein auf die Dauer unhaltbarer Zustand, daß eine große Landg.-mrinde unmittelbar vor den Mauern der Stobt liegt unD daß für beide eine andere Derkehrsgelegenheit als die Gandstvaße heute noch überhaupt nicht vorhanden ist. Der Zustand ist erstaunlich unD wird nur noch an wenigen Orten zu finden fern, daß Hun derte von Menschen gezwungen sind, täglich dea Wog zu ihrer Arbeitsstelle zu Fuß zurück^ legen, wo doch eine besondere Schwierigkeit zur C'chasfimg einer zeitgemäßen Fahrgelegen leit überhaupt nicht gesehen werden kann. Also die Dedürfnisfrage ist — so scheint mir — längst entschieden. — Aber heute kommt dazu, daß die Frage, ob eine Gemeinde schon wieder an große Unternehmungen h manschen kann, sehr gewissenhaft geprüft werden muh, weil die Kapitalbeschaffung Kosten verursacht, wie nie zuvor. Es ist doch eine bedenkliche Sache, ein Unternehmen von vornherein mit einer so unerträglichen Last der Verzinsung zu bepacken, wie sie bei dem gegenwärtigm Geldstand entsteht. Aber wir sind doch nun toiecer so weil, daß wir wied.r ! hoffen dürfen. Nachdem unsere Ange'e e he t mit dem feindlichen Ausland in ein ruhigeres Fahrwasser gekommen ist, dürfen wir auf eine weitere Entlastung in der Wirt chafl und auf eine > weitere Behebung Der Geldverknavpuag rechnen- Solxttd Diese Entwickelung weiter fortgeschritten ist, sobald Die Verhältnisse auf Dem Geldmarkt Die Inanspruchnahme fremden ^rapitals tu ch die Gemeinden wieder erlauben, ist der Augenblick , gekommen, in dem an Den Dau Der Verbindung Gießen—Wieseck herangetreten werden sollte. Das । wird nach meiner Ueberzeugung früher der Fall fein als mancher heute noch glauben mag Dü Massen Das gefehlt, was diesen ihre Kraft ib: Die feste Pa rteiDisziplin unD em cir umvandeteS Programm Sie zersplitterte in Gruppen und Grüppchen, und auch Der | hvend Der Wahlen von 1919 und 1921 geformte j jnt onaile Block, Der alle Liberalen und die Na- I tcnaliftcn umfaßte, wurde eigentlich nur Durch | tn Negatives zusammengehalten, Durch Die ge= infame Furcht vor .Rot" und .Schwarz", und Hit sich nach Den Wahlen nie auch nur als eine Arbeitsgemeinschaft Der liberalen Fraktionen erfüllen. Der FasziSmus hat Die Partei noch weiter zi-setzt und in zwei Gruppen gespalten: Die in- ftansigente Opposition, Die, von Amen- foja geführt, als konstitutionelle Oppo- ß t i v n auS Der Partei ausschled, Die gemäßigte Opposition, beten Exponenten Gio» |itti unD OUbertini sind, und Die Gruppe, Die Die Regierung, wenn auch bedingt, unterstützt, Die so° o-w unten Fiancheggiawren, Der Flankenschuh, 6er sich um Salandra zusammen schließt. Die Disziplinlosigkeit Der früheren Zeit unD bi8 AuSeinanDerfallen unter Dem faszistischen An- jlurm hat Die Ansicht aufkommen lassen, als ob ler Liberalismus mit Der großen historischen Der- pngenheit sich überlebt habe. Man verwechselt Aber Die Form mit Dem Inhalt: Die liberal^ Partei ist erschüttert, Der Liberalismus hat sich ft-enskräftig erhallen. Der Liberalismus in Ita- len ist kein Paitteiprogramm im engeren Sinne: tr ist eine Mentalität, Die, wie Die Norm im Gest das Wesenti.che Darstellt, allen Parteien, mit Ausnahme Der kommunistischen, wesentlich gemeinem ist. Er umfaßt Die Auswirkungen Der raffen» nötig bedingten Individualität des Italieners auf Die Staatsauffassung. Je mehr der Faszismus aus einer geistigen Italiens politische Sommerbilanz. Der Kampf der liberalen mit der faszistischen Staatsauffassung Don unserem römischen Ha-Korrespondenten. (Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Gießen r' s Wieseck. larnents — nur dem Heere ist der Schuh des Eine . noe Landes anvertraut und keiner Partei steht das "' “ * Recht zu, eine bewaffnete Macht zu organisieren. Im Anschluß an unseren Artikel in Nr. 222, Wenn auch in Dec Begründung Der Tages- tn Dem diese Frage zunächil nur vom prinzi- orbnung ausdrücklich betont wird, daß sie nicht | Piellen Gesichtspunkt aus JiebantKlt wurde, die Opposition gegen die Regierung bedeute, so ist sie inhaltlich jedenfalls oppositionell und bekommt diesen Eharakter noch schärfer durch die ,------- . vvrausgegangene Ablehnung der Tagesordnung I iimgen eines Wiesecker G^nerrrderats tu unserer Ricci mit fast der gleichen Stimmenverteilung. Nr. 229 haben wir eine Rundfrage an eine Diese bot der Regierung unter nur allgemeiner Anzahl hervorragender Personen unserer Stadt Betonung liberaler Grundsätze bedingungslose und Wiesecks gerichtet, um Deren S.ellungnahme Mitarbeit an Die genehmigte Tagesordnung Pe- zu dieser dyrage kennen zu lernen. Einige Herren drazzi übergeht die Frage der Mitarbeit und haben uns mitgcteift, sie seien aus ganz be.onderen überläßt Die Entscheidung Der parlamentarischen Gründen nicht m Der Lage, zur Zeit öffentlich zu Fraktion stellt aber Minimalforderungen auf, Die dieser Angelegenheit zu sprechen. Bon Den ein- Die Abgeordneten einhrlten müßten, und drückt gegangenen Mernungsauß.rungen geben wir nach- damit ein Mißtrauen gegen Die pazifikatorischen stehend einige Gießener Stimmen wieder, weitere Reden Mussolinis aus. Denen nicht zugleich Taten Erklärungen werden wir in Den nächsten Tagen folgen, Die eine Garantie für Die Durchführung I folgen lassen. Es erklären listen: „Der Staat gehört uns." Die erste Reak» ion gegen diese Auffassung hatte schon derPar» fcitng der Popolari in Turin 1923 gezeigt, Der als -vlstisches Testament Don Sturzos Die Auto- lomie Der Partei — Die logische F^ge aus Der Ablehnung Der faszistischen Aufiasfung — bestätigte. wenngleich Die Partei zur Mitarbeit bereit blieb. Die gleiche Forderung stellte Die Demo kraft che Partei auf, indem sie noch kurz vor Den Dahlen auf eine eigene Liste nicht verzichten pl.Ute, trotzdem auch sie zur Mitarbeit geneigt txir. Eine entsprechende Klärung hat die intransigente Opposition aus Der liberalen Partei geneben, Die Partei als solche aber hatte bis da- ! ;it eine bestimmte Stellung nicht eingenommen. Doch machte sich Die Reaktion Der liberalen Mental tät außerhalb Der Partei um so fühl- urer. Das zeigt Die politische Sommerbilanz, Die rr.t Den Versammlungen Der Mutilati in Fiume int- Den ©ambattenti in Assisi beginnt, Die Dea Richter tag in Turin und Den Kongreß Der Presse n Palermo umfaßt, unD Die mit Dem Kongreß er liberalen Partei in Livorno schließt. Die vier rfien Versammlungen haben keinen Parteicharak- -7, sie geben Die Auffassung Der italienischen Dttelligenö Wieder, bestätigen Die Lebenslust des liberalen Gedankens in al» < n Berufs schichten und haben als Ge- n>:nsames Die Forderung zum älebergang zu i»rmalen Zuständen gebracht, und zwar ganz unabhängig von den spez fizierten Frrderu.r- gcm irgendeiner Partei: das ist in andere Worte IcfleiDet das, was die Krone und der Senat xn, Der faszistischen Regierung fordern, wenn von kt Wiederherstellung normaler und friedlicher Auslände gesprochen wird. ,.1-r , Nun hat als letzte auch die politische Hrtei gesprochen. Die in erster Linie die Wort- Wrerin dieser liberalen Mentalität ist, oder we- irtzstens sein sollte. Die Tagesordnung Pedrazzi, nit der Der Kongreß der liberalen Partei in Li- h>:iro schloß. unD Die mit 23 000 gegen nur 8000 Etimmen angenommen wurde, hat insofern eine gvoße Bedeutung auch für Die weitere Entwicklung der Lage, als die liberalen Grundsätze m bnfveter Anwendung auf Die Kardinalpunkte des ^egierungsprograrnms festgestellt werden: Der Staat muß der Hegemonie Der 'Parder Pazifikation geben. tiomtncrxiciirat Schirmer, Die leader Der Partei, Giolitti unD Sa- ..... w s ° /etirwr -ithrfä. lanbra, Die sich wohl beiDe mit Dem GeDanken Präsident der (^zeftener Handels Der Nachfolge tragen, waren Dem Kongreß fern- kammer: geblieben. Doch Solari sprach für Giolittt und 3* pin gern bereit, meine Ansicht über Die Codacci Pisanelli für Salandra, und beide haben beiden angeregten Fragen zu äußern. zur Frage Der Kollabvrat.on Deutlich Stellung Was in erster Linie Die W e i t e r f ü h r u n g genommen: Solari entschieDen dagegen, Co- elektrischen Straßenbahn nach dacci Pisanelli ebenso entschieden dafür. Wieseck betrifft, wäre es gewiß mit Freuden Bedeutsam ist Die Stellungnahme Der jün- pegimhen, wenn dieses alte Projekt zur Aus- geren Elemente in Der Partei, Die ge- käme. M. E. sind hierfür zwei Gesichts- schlossen für die Tagesordnung Pedrazzi und ^nfte ausschlaggebend: gegen die Tagesordnung Ricci stimmten, bedeut- j Stadtverwaltung finanziell dazu in sam insofern, als sich Der Faszismus gern als Z)ec Qage, ohne Den Steuerbogen, den sie bereits Ausdruck des jungen Italiens darstellt im big äußerste angespannt hat, zum Bre- Gegensah zum überlebten Italien der älteren li- bringen? beraten Generation. Noch in seiner Rede in Mai- 2 In welcher Höhe würde sich Wieseck an den land hat Das Mussolini selbst ausgesprochen unb tpäter an Den Verwaltungskosten Demi t den Worten: Die alten Parteien haben ihre teiligen? Zugkraft auf de IugenD verloren. Der Parteitag feberrrt fast, als ob der Erwerb der Attien- von Livorno hat das G e g e n^t e i l bewiesen, we- > Ehrheit der Unionbrauetei seitens Der Stadt Gießen, Der gewiß von großem D)rteil für sie ist, die Anregung bieten soll, um sie zu toeiteren kostspieligen Unternehmungen anzuspornen, und dagegen möchte ich doch in der gegenwärtigen Zeit meine warnende Stimme erheben, dazu sind die ganz unsicheren, ungeklärten Zeitverhältnisse denn doch nicht geeignet. Der ganze Verwaltungsapparat der Stadt scheint mir zur Zeit reichlich hoch: von Abbau und Sparen hört man nichts, sondern nur von neuen Steuern und wachsenden Ausgaben, und ich möchte in erster Linie empfehlen, allmähl-ch wieder zur alten guten Gepflogenheit des Sparens zurück^ukehren und den Versuch zu machen, die Lasten, die für die Steuerzahler nachgerade unerträglich werden, zu verringern. Ich fürchte, daß Die Weiterführung Der elektrischen Straßenbahn nach Wieseck nicht Das geeignete Mittel hierzu ist. Bei dieser Gelegenheit sei es mir gestattet, auszusprechen, daß ich Den Tarif der Straßenbahn für zu hoch halte. Ich bin der Ansicht, daß man mit 10 und 15 Pf. infolge Der Dann eintreten Den stärkeren Benutzung Der Dahn bessere Geschäfte machen würde, als mit Dem jetzigen Tarif von 15 und 20 Pf. Was Den zweiten Punkt betrifft, so würde m. E- von Der Weiterführung Der Straßenbahn nach Wieseck letzteres den größten, wenn nicht ausschließlichen Vorteil haben. Dem Artikel des Mitgliedes des Wiesecker Gemeinderats in Nr. 229 Ihres geschätzten Blattes muh ich entgegenhalten, daß ich weder an einen Zuschuß der Reichspost zu Den bett. Baukosten glaube noch mir t»n der Benutzung Der Straßenbahn seitens Der Gießener Ausflügler, Die Den Hangelstein und Die Badenburg besuchen wollen, große finanzielle Vorteile für Die Bahn versprechen kann: auch für die Verlegung einer größeren InDustrie nach Wieseck dürfte die Weiterführung Der Dahn ohne jede Bedeutung sein, denn hierfür ist doch mit in erster Linie Eisenbahnanschluß maßgebend. Nein, Den Vorteil von dem Projekt mürDe fast ausschließlich Wieseck haben infolge Der besseren und leichteren Verbindung mit Der Stadt: auch würden sicher viele Familien ihren Wohnsitz von Gießen nach Wieseck verlegen und infolgedessen die Steuerkraft Wiesecks wachsen, die Gießens sinken. Wieseck 1 müßte dementsprechend an den Dau- und Den späteren Dcrwaltungskosten den Hauptanteil rück vorgesehen. Zu wünschen wäre jetzt nur noch, bafo der ‘Betrieb weiter nach den Orten Staden und Stammheim ausgedehnt werden Dante, um auch diesen Orten die Verbindung mit unserer Stadt zu erleichtern. Starkenburg und Rheinhessen. * Mainz, 16. Oft. Hier wurden von der Staatsanwaltschaft der Frauenarzt Dr. Dill- mann-Mainz und ein Weingutsbesitzer aus Ingelheim verhaftet und in das ^Untersuchungsgefängnis gebracht. Der inhaftierte Dr. Dillmann verübte in seiner Zelle Selbstmord durch Erhängen. Hessen-Nassau. • fpd. Frankfurt a. M, 17. Oft. 3n de. vergangenen Nacht drang eine Einbrecherbande durch den Wintergarten einer Villa an der Eckenheimer Landstraste in die Speiseräume ein und st a hl aus diesen g roste Mengen Silber fachen von bedeutendem Wert. Es wurden u. a. gestohlen: ein silbernes Kaffeegeschirr im Gewicht von etwa 10 Pfund, silberne Obstschalen, vergoldete Körbe, Brotkörbe und viele andere Sachen. Außerdem wurden Perser- teppiche gestohlen. Von den Einbrechern fehlt bisher jede Spur. — Vach polizeiamtlichen Mitteilungen aus Berlin ist wegen A k t i e n f ä l - schu n g im Werte von mehreren Millionen Gold- mark der am 9. Oktober 1892 inHöch st a. M. geborene Kaufmann Heinrich Wehrfritz flüchtig gegangen. Wehrfritz ist etwa 1.70 Mir. gr-oh, beleibt, hat rundes volles Gesicht und trägt schwarze, nach hinten gekämmte Haare. Er hält sich vermutlich bei alten Bekannten auf und will wohl von hier aus versuchen, die holländische Grenze zu erreichen. — Einen neuartigen Schwindle rtrick wendet hier mit gutem Erfolg ein bisher nicht ermittelter Mensch bei Fuhrwerksbesthern an. Er geht auf den Hof und gibt hier an, er sei von den auf dem Felde ar-, beitenden Knechten geschickt und müsse ein neues Pferdegeschirr holen, da das andere unbrauchbar geworden sei. 3n den meisten Fällen händigt man dem Manne ahnungslos das Geschirr aus, der damit auf Vimmerwiedersehen verschwindet. S. Frankfurt a. M.» 17. Oft. Die Ar - beitsma-rktlage der Stadt Frank- f u r t hat gegenüber der Vorwoche eine leichte Besserung erfahren, und zwar hauptsächlich durch Wiedereinstellung von Arbeitern in der Metallindustrie. 3n kaufmännischen und technischen Berufen und im Gastwirtsgewerbe ist die Lage verschlechtert. Die Zahl der Arbeitsgesuche beträgt 12 787. Besetzt wurden 1678. 0n Erwerbslosenunterstützung befanden sich 6471 Hauptunterstützungsempfänger. ][ Marburg, 17. Oft. Wie in der Stadv Verordnetenversammlung mitgeteilt wurde, haben sich um die ausgeschriebene Oberbür- germeisterstelle über 90 Bewerber gemeldet. — Als Zubiläumsgabe zur Vier- jahrhundertfeier der Llniversität im Jahre 1927 stellte die Stadt zur Erbauung eines die gesamte Kunstwissenschaft in Lehre und Forschung umfassenden Kunstinstitutes int Biegen- Viertel Gelände im Werte von 100 000 Mk. zur Verfügung. &oi Fel Feil in a* A Inha fern allmählich wieder in den Kreis der Erörterung tritt Es wild sich empfehlen, dast die Kreise, die es zunächst angeht, die Entscheidung über die Erbauung der Linie als eine ihrer nächsten Aufgaben betrachten. Vicht ganz so einfach liegt die Sache bei der Frage der Eingemeindung von Wieseck. Vor allem eins: Wenn diese Angelegenheit an- gefaht wird, wird man nicht bei Wieseck stehen bleiben können: dann wird man sofort auch von der Eingemeindung von Klein-Lind en sprechen müssen (wie ja auch bei der Strasten- bahn die Linie nach Wieseck nur einen Anfang darstellt, dem weitere Verbindungen nach Vachbargemeinden folgen müssen). Aber selbst bei Beschränkung auf Wieseck ist unter den gegebenen Verhältnissen vorsichtige Prüfung am Platze. — Grundsätzlich ist zu sagen, daß die Eingemeindung von so nahe gelegenen Vachbargemeinden unbestreitbar einen Fortschritt darstellt, weil dadurch die Lösung wichtiger kommunaler Aufgaben erleichtert, oft überhaupt geradezu mit einer gewissen Zwangsläufigkeit herbeigeführt wird. Eine weitsichtige Kommunalpolitik findet hier gewiß wertvolle Aufgaben vor. Dabei braucht (in normalen Zeiten!) die Frage, welche der beiden Gemeinden mehr gibt unb welche mehr empfängt, nicht die Hauptsache zu sein, so gewiß sie sich bei den Vertretungen beider Gemeinwesen alsbald sehr beflimmenb einstellen wird. Die Frage steht doch wohl so: Wird durch die Eingemeindung der Weg frei gemacht für kommende Entwicklung? Das ist in Fällen aus der Vorkriegszeit, in denen es sich um Großstädte handelt, ohire weiteres zu bejahen (Frankfurt, Mannheim mit seinen Eingemeindungen bis Sandhofen herunter!). Lind viel anders war es vor dein Kriege auch in den Mittelstädten nicht. Ob freilich nicht auch sehr leistungsfähige Städte (gibt's die heute eigentlich noch?) sich jetzt nach dem Kriege in der Eingemeindungspolitik größere Zurückhaltung auferlegen müssen, mag offen bleiben. Letztlich kommt die Sache doch auch wieder auf den gleichen Punkt hinaus wie bei der Straßenbahn: ohne erhebliche finanzielle Aufwendungen geht es nicht ab. Freilich werden sie sich weniger sofort als nach und nach einstellen. Deutlicher möchte ich nicht werden. Das wäre hinzunehmen, wenn nicht hinter allem Wollen zu kommunalem Fortschritt heute stets die ernste Tatsache stünde, dah wir in der Steuerbelastung bei allen Berufsständen bis an die äußerste Grenze gekommen sind. So dars bis auf weiteres ein großes Vorhaben doch nur angefaht werden, wenn es unabweisbar ist. Lind eine besonnene Stadtverwaltung wird sich manchmal Zurückhaltung auferfegen müssen, wo sie gern weiter gehen möchte. Das gilt auch von der Angelegenheit der Eingemeindung von Wieseck (und anderen Vororten). Der Plan ist gut und notwendig, seine Ausführung wird eines Tages gefordert werden müssen. Solange die Oemeinben aber mit schweren Gegenwartsaufgaben zu ringen haben — neben zurückgehender ©teuerfvaft der Bürger! — wird die Angelegenheit im Hintergründe bleiben müssen. Doch hoffen wir auf den Tag, an dem unsere Stadtverwaltung mit größerer Freiheit als heute wieder über den Tag hinaus großzügig Pläne fassen kann. Dann wollen wir cingemeinfen. StadLv. Kurt Moosdorf: Der in den Vr. 222 und 229 in Ihrer Zeitung öffentlich zur Erörterung gestellte Plan ist nicht neu. Sie können versichert sein, daß sich dre sozialdemokratische Fraktion öfters damit beschäftigt hat. Auch aktiv ist sie in dem Smne tätig gewesen, wie aus den amtlichen Protokollen der Stadt Gießen ersichtlich ift. Wir freuen uns daher besonders, daß bie Diskussion darüber in der Oeffentlichkeit beginnt, denn das bedeutet einen Schritt vorwärts auf dem Wege der Verwirklichung dieses Planes. । Aus der Provinz. Landkreis Gießen. X Wieseck, 17. Oft. An Stelle des von hier verzogenen Lehrers i. V. Jakob Draunewell wurde Lehrer Karl Schneider zum Kirch e n r e ch n e r ernannt. Die Kaution ist in liegenden Gütern zu stellen. X Lang-Göns, 17. Oft. Am Dienstag wurde hier einer der letzten Veteranen aus dem Jahre 1 87 0/7 1, der Johannes Wagner 8., zu Grabe getragen. Mit ihm ist eine in der hiesigen Gemeinde allseitig geachtete Persönlichkeit aus dem Leben geschieden. Er war lange Jahre im Ortsvorstand tätig, als Feldgeschworener half er die schwierige Aufgabe der Feldbereinigung durchführen. Es war ein ergreifendes Bild, als die fünf übriggebliebenen weiß- bärtigen Veteranen unter Führung des Ehrenvorsitzenden der Kriegervereine und Veteranen Kiefer dem alten Kameraden das letzte Geleit gaben. Der Kriegerverein beteiligte sich geschlossen an der Bestattung und ließ durch seinen Vorsitzenden, Obervorsteher Flach, einen Kranz niederlegen. Allgemein wurde bedauert, daß man einem treuen Kameraden nicht durch die Ehrensalve die letzte Ehre erweisen konnte. K W i rb erg, 17. Oft. Der von den Franzosen vertriebene und zu Gefängnis verurteilte Pfarrer Haupt aus Mainz-Weisenau, einer der trotz des Vertrages „.Unbeliebten“, die nicht zurückkehren dürfen, predigte am letzten Sonntag bei uns und in Harbach. 3n seiner Predigt schilderte er die Vot und den Kampf der Brüder am Rhein und zeigte, was in dieser Vot, wie auch in .der Vot des ganzen deutschen Volkes helfen kann: Christus. Eine Kollekte für den Evang elischen Bund, dessen Generalsekretär Pfarrer Haupt ist, ergab 10 und 2 Mk. Kreis Büdingen. -h Vidda, 17. Oft. Am 1. Dezember b. 3. tritt Oberamtsrichter Geh. 3 ustizrat Röm - Held dahier in den Ruhestand. Mit ihm scheidet eine Persönlichkeit aus dem Staatsdienste aus, die sich als Mensch, Beamter und nicht zuletzt als Dichter gleichhoher Wertschätzung erfreute. Während seines langjährigen Wirkens hatte er regsten Anteil an der Entwicklung und dem starken Leben unseres Städtchens, sei es in wirtschaftlicher, politischer oder kirchlicher Hinsicht. Den hiesigen Vereinen war er ein warmer Freund und treuer Berater und warb für sie in Wort und Schrift. Viele seiner Gedichte, die sich alle durch sprachliche Schönheit und Gemütstiefe auszeichnen, wurden von namhaften Komponisten vertont und werden gern gefangen. Kreis Schotten. -r- Ober-Schmitten, 17. Oft. Von den beiden hiesigen Papierfabriken wurden in der Nachkriegszeit 5 Beamten- und 10 Arbeiter wo hnungen neu erbaut, von privater Seite 2 Einfamilienhäuser errichtet. Zwei weitere Veubcruten werden in Angriff gep nommen, so daß es gelingen wird, wenigstens die dringendste Wohnungsnot in unserer durch Industrie begünstigten und damit aufftrebenben Gemeinde zu beseitigen. Leider unterblieb durch die widrigen Zeitverhältnisfe der bereits 1914 begonnene Schulhausneubau, was sich in absehbarer Zeit bitter rächen wird. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 17. Oft. Mit dem Bühnenanbau der Turnhalle beschäftigte sich eine Mitgliederversammlung unseres Turnvereins. In seiner Darlegung über den Stand und den Fortgang der Arbeit bezeichnete der Vorsitzende das Unternehmen des Vereins als einen Schritt auf dem Wege, das Turnerheim immer mehr den Bedürfnissen entsprechend auszubauen und wohnlicher zu gestalten. Der Zeitpunkt der Einweihung und Eröffnung der Bühne läßt sich noch nicht genau feststellen, doch wird mit Vachdruck an der raschen Fortführung des Baues gearbeitet. Der Einweihungsakt soll zu einem Werbeabend für d i e deutsche T u r n s a ch e und den Verein Alsfeld ausgestaltet werden. Die Beschaffung der noch erforderlichen Bausumme erfolgt auf dem Wege hypothekarischer Eintragung. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 16. Oktober. 3m öft- liehen Vogelsberg sollen drei Talsperren mit etwa V/2 Millionen Kubikmeter in Angriff genommen werden. Es handelt sich um die Stauung der Flüßchen Altfell, Alte Hasel und Prinzenbach, die sich bei Stockhausen vereinigen und ihr Wasser der Schlitz und Fulda zusenden. Zwanzig Arbeiter sind gegenwärtig damit beschäftigt, Stollen in die Talsohlen und Bergwände zu treiben, um die Lage des Basaltfelsens feftzustellen, in denen die Sperrmauern eingelassen werden sollen. Die Alte Hasel zwischen Rixfeld und Schadges soll gestaut werden und gegen 750 000 Kubikmeter Vuhinhalt bringen. Bergrat Dr. Schottler- Darmstadt weilte hier, um die geologischen Verhältnisse sestzustellen. Die Altfell wird bei Altenschlirf, der Prinzenbach bei Schlechtenwegen abgesperrt. Das Kraftwerk soll in der Nähe von Müs, an preußischen Grenze, errichtet werden. Bis zur Hohe 468 soll das Wasser der drei Staubecken geleitet und hier aus 130 Meter Höhe zum Absturz gebracht werden. Man gedenkt durch die Anlage der drei Becken einen Nutzinhalt von fast IV2 Millionen Kubikmeter Wasser zu erreichen. Kreis Friedberg. * Friedberg, 17. Oft. Die Votgemeinschaft Friedberger Winterhilfe veranstaltet am nächsten Sonntag einen allgemeinen Verkauf von Blumen und Postkarten, dessen Ertrag mit dazu dienen soll, die Speisung von notleidenden Mitbürgern auch im bevorstehenden Winter weiter durchzuführen. Man hofft, daß die schon oft bewährte Gebefteudigkeit unserer Einwohner sich auch diesmal voll bewähren wird. — Die Fauerbachev Kommission für Kriegerehrung hat vor kurzem wieder ihre Tätigkeit aufgenommen, um das begonnene Werk, Errichtung eines Denkmals für die im Weltkriege gefallenen Helden des Stadtteils Fauerbach zu Ende zu führen. Mit der Sammlung der notwendigen Geldmittel soll am kommenden Sonntag durch die Kommissionsmit- glieder begonnen werden. — Die neue Auto- linie Friedberg — Nieder- Florstadt, die ein dringendes Derkehrsbedürfnis befriedigen soll, wird am nächsten Montag ihren Betrieb aufnehmen. Es sind täglich fünf Fahrten hin und zuBuchen- Eichsn- und Nadelbrennholz liefert äußerst billig I. Wellhöfer. 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Peltkanavoth' schäft oufKrortxmtltcf) ruhig Die Nachricht von ber Erweiterung der amerrkcmischen Krediic für die Ruhrindustrie machte chxir einen günstigen Eindruck, wie man überhaupt glaubt daß die Qlnfmrft des deutschen Zeppelin-Luftschiffes in Amerika die Geneigthe l für Kredit für die deutsche Wirtschaft verstärkt Hobe Es spielen aber auch hier die rnnerpol.triche.i ?efo gafsle eine grobe Rolle für die Entwich? ung eine • regeren Llnternehmungslust. (Zn der Ge chäflsvxi t '.a m man mit Befriedigung davon Kenntui loj die Reichs bank bei Kreditgewährung fünft g von der Forderung der EntwerkungSNauiel ob ehe i wird. Derartige Anzeichen der begntnertcen Ee undu g unseres Kreditverkehrs wirk.en doch eine ' starten Abschwächung am Effektenmarkt entgegen. Am inländischen Geldmarkt waren kurzfrist g - Börsen - kredite zu y< leicht zu haben. Der Devisenmarkt zeigte feine nennenswerten Veränderungen. 'Itepart. roll roll roll roll voll voll rc.l voll voll voll voll voll roll voll 6®A, DentTdje Reichs anleld, 4°/c Deutsche NeichSan leihe . 8*/s°/o Deutsche Reichsan leihe 3®/„ Deutsche ReichSanleibe . Deutsche rvvnrprannenan leihe 4*/o Preußische KonsolS . . . 4® o veflen........... »'/.'/» Hessen.......... 3% Hessen........... Deutsche Wertb. Dollar-Anl. bto. Doll Schatz-Amreäng.'l <•/• BontürTut......... 6®/» Äoldmerifaner Berliner Handelsgesellschaft Commerz, und Privat-Bank Darmsi. und Na-ionaldauk - Deutsche Bank........ Deutsche Berein-bank .... DiSconto Commandli ... Metallbank........... Mitteldeutsche Crcdstbank . . Ocsterrrtchiiche Creditanstall Westbank............ Bochumer Saß ...... BuderuS........ Coro Deutsch Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . fialttofi-r Westeregeln..... Laurahntte......... . Lberbedars Pyöuix Bergbau....... Nheinitabl...... Riebest Montan TelluS Bergbau Hamburg.Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd Cheramischc Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philips) Holimann...... Anglo-Cont -Guano . ... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alapdt . . Goldschmidt........ . GrieS l eimer Electron .... Höchster Rarbtütrte...... Holzverkohlung ...... RütgerSwerke ......... Scheideanstalt......... «llg- ElektrizitStS-Gesellschaft Beramann........... Mainkrastwerke........ Schustert . . . Siemen» A Hatte» ...... Adlerwerke «lcye» ..... Daimler Motor«. ...... Hevlioenstaedt ........ Meguln......... ffranksurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgescll'chaft Frankfurt. Ttt. Union A.-G Schuhiabrik Herz Sichel Zellstosf Waidhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M„ 17 Oft. Die Börse ton heute abend entschieden freundlich, r ce immt, auch das Geschäft n h.n einen etwas lebbi teilen Verlauf. Das Hauptinteresse wandt ficy wieder dem Anleihemarkt zu, der b.-sonde s veie Umsätze aufzuweisen hatte Berliner Käufe für englische Rechnung lieben dir 3* p.vz. Preus) sche Kvnsvls bis auf 1400 anschwellen; di offizielle Rotiz lautete auf 1387. also g g: t M tag ein Plus von über ICO Mtlliar en Prozent 3pr z Preuh sä« Konsols 1225 unverändert. 4prvz 1914er Prrnß Schätze not teilen 780 äproz. Kriegsanleihen w ren dagegen wenig verändert, 570 pl s 5 Milliarden. Preuhcnkali n'-fiert. 3.6 Aut) für d.e Aktienmärkte machte s ch eine etw Ä freundlichere Stimmung bemcLfb .r. dach l e di Uage vißheit über die weitere Crn axdlung ic innert» litischen Krise nennensweile Einsätze n chi zu st nde ontmen. Dan Monlanweilen wur en umgesetzt: .'IlanaeSmann 39 minus 1, Rheinische Dreunfobl^n 271 2 minus 1, Tellus 2,55. D.s ere Me nun,4 bestund für Anilinwerte, von denen uingc e.)t irurbe.i: Badische Anilin 18?/n minus 1 ., Ehnnische ® ies- heim 171 s plus ' ., Elbe s.ld.r S rben 16 87, Th. Goldschm dt 12' . Höchster F rben 16 /H. Holzverkohlung 6> Rutgersw.rk 1 plus ’/8 Am Dankemnarki gingen Reichsbankanteile um weitere 3/s ai?f 53 zurück Berline H ndels- gesellfchaft 24 . plus 0,8. Kommerzbank 41 >, Darrnstädler Dank 87/r, Dresdne ü'anf 6> . Rheinische Kreditbank 2,3. Wesfbanf 0.175, Oejicr- reichische Kreditaktien 0.3221 con t w .rdvn noch not.ert: Rortd. Lloyd 4,55 Daimler 3 3, Waggon Fuchs 1,05, Gemärt Heidelberg 18,9 bis 19, Holz- mann 5,2. Deulsche5 Er.öl 35' Sp nner i Hirn» merfen 21 plus 1, Rh? nisches Diel ll 7'/., Chemische Mainz 9,6, Badischer Z acker 2 51. Jucker Offstein 2,75. AEG. 8,4, Licht und Kraft 7'78. Lahmaycr 12 D ll. Proz. 3m freien Verkehr kamen Umsätze nicht zustande. Die Bärs« schloß die Woche für Anleihen in fester Haltung, während Aktien ihren Stand behaupteten. Märkte. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „(Siebener Anzeiger" ) Frankfurt a. M., 17. Ott. GS wurden notiert: Weizen, Wetterauer 24,25 bis 25.25, Roggen, inländ. 24 bis 25, Sommergerste für Drauzwecke 25 bis 28,75. Hafer inländ. 20 bis 23, Mais (gelb' 20,50 bis 20,75, Weizenmehl, inländ. Spezial 0 36,50 bis 39, Roggenmehl 35,50 bis 37,50 Weizenkleie 12,50 bis 12.75, Roggenklete 12,25'bis 12.50 Tendenz: Geschäftslos. Es fanden je nach Feuchtigkeitsgehalt Abschlüsse zu entsprechend niedrigeren Preisen statt, da sich dtc genannten Rotierungen auf gute handelsübliche Qualitäten beziehen. Berliner Produktenbörse, Berlin, 17. Ott. Am Prvduktemnarkt tixn Weizen bisher behauptet, Roggen schwächer. Das Geschäft ist ganz erheblich zurückgegangen. Der Konsum sei anscheinend überall reichlich mit Ware eingedeckt und zeige kaum noch Interesse. Auch mehrt sich das Angebot der Landwirtschaft von Tag zu Tag. Getreide im Verlaufe schwankend, Kartoffeln schwach, weihe 2,10, rote 2,15, gelbe 3,50. Gerste geschäftslos. ES notierten pro Tonne: Weizen (märt) 223—228. Roggen (märt) 222—228, Gerste (märt) 240—270, Gerste (neue) 215—230. Hafer (märt.) 189—193, Hafer (pomm.) 176—184, Raps 390—400, Leinsaat 390—400; pro Doppelzentner: Weizenmehl 32—35,25, Roggenmehl 31,50—35,25, Weizenkleie 13,70 bis 13,80, Roggenkleie 13, Viktoriaerbsen 34—38, kl. Erbsen 25—27, Futtererbsen 19—20, Peluschken 17—19, Ackerbohnen 20 22, Lupinen (blau) 14 bis 15, Lupinen (gelb) 16 bis 19. Serradelle (alt) 15, Serradelle (neu) 20—24, Rapskuchen 16 bis 16,30, Leinkuchen 26—26,50, Trvckenschnitzel 11, Torfmelasse 9,25, Kartoffelflocken 20. 1932 Mitglieder der Genossenschaft bleiben. Der Vorstand wurde ermächtigt, fremde Kredite bis zu 1 Million Goldmark in Anspruch zu nehmen. Der den einzelnen Genossenschaften zu gewährende Kredit wurde aus 20030 Goldmark und der den einzelnen Genossenschaftsmitgliedern zu gewährende Kredit auf 3003 Goldmans festgesetzt. Der einzelne Genossenschaftsanteil beträgt 100 Gold° marf. Die Haftsumme der Genossen wurde von 1000 Goldmark auf 500 Goldmark herabgesetzt. ' Die Llmstellung der Reichsbank auf Reichsmark. Der „Deutsche Handelsdienst" erfährt über die ihnftellung der Reichsbank auf die seit kurzem gesetzlich in Kraft getretene Reichsmark folgendes: „Im Kassen- verkehr der Reichsbank werden fortan die auf Reic^mark (Abkürzung: RM ), auf Billionen Mark und auf Rentenmark (Abkürzung: Rent.M.) lautenden Zahlungsmittel sowohl bei Einzahlungen wie bei Auszahlungen gleichwertig behandelt. Die Umstellung der Rechnungsführung der Reichsbank, insbesondere auch bei den bei ihr bisher in Rentenmark geführten Girokonten auf Reichsmark ist in die Wege geleitet worden. Auf Rentemnark lautende Wechsel und Schecks wird die Reichsbank einstweilen noch ankaufen und den Erlös auf Reichsmark-Girokonto gutschreiben. Für neu auszustellende Wechsel empfiehlt sich, soweit nicht Sonderfälle vorliegen, die Ausstellung in Reichsmark. In Zukunft wird die Reichsbank im Kreditverkehr von der Forderung der Entwertungsklausel absehen." * Ab stoppen der Silberkäufe der Reichsregierung. Angesichts der fortgesetzten Siwerpreissteigerungen der letzten Zeit hat das Reichsfinanzministerium die Käufe bis auf weiteres eingestellt. Wie bekannt, obliegt diesem Ministerium die Sorge für die Beschaffung des Silbers für die Münzen-Emissionen des Reiches. Bei den zukünftigen Käufen wird es sich voraussichtlich nur um die Auffüllung der an den zweiten 750 000 Kilogramm noch fehlenden Quantitäten handeln können. * Zur Verordnung über die Ausfuhrdevisen. Der Reichsminister der Finanzen hat im Einvernehmen 'mit dem Reichs- wirtschaflsminister bestimmt, daß die in § 5 der Durchführungsbestimmungen zur Verordnung über die Ausfuhrdevisen vom 2. Äovember 1923 vorgeschriebene Ausfuhrerklärung nicht mehr zu verlangen ist. Die Zollabfertigung der Ausfuhrgüter findet demnach zukünftig nur an Hand der statistischen Ausfuhrmelüescheine statt. Hinsichtlich der Vor- und ilntertoegdabfertigung verbleibt es vorläufig bei der bisherigen Regelung. * Der deutsche Besitz an portugiesischen An l e i h e n. Von unterrichteter Seite wird dem Frankfurter Börsenvorstand mitgeteilt, daß nach einer Besprechung mit der Delegation des portugiesischen Schatzamtes in London die Hinterlegung und Abstempelung von Stücken, die während des Krieges im Verhältnis zu Portugal feindliches Eigentum waren, ausgeschlossen ist. Der Chef der Delegation ist, laut „Franks. Zlg.". der Ansicht, das) der deutsche Besitz an diesen Anleihen gemäß § 10 des Anhanges zu Artikel 297 des Friedensvertrages an die alliierten und assoziierten Regierungen hätte ausgeliefert werden müssen. Deutsche Eigentümer haben deshalb nachzuweisen, daß die Stücke von der Zeit vom 1. August 1914 bis 10. Januar 1920 nicht deutsches bzw. österreichisches Eigentum gewesen sind. Für Personen, die auf Grund des Friedens- Vertrages eo tpfo alliierte oder assoziierte Staatsangehörigkeit erworben haben, wie z. D. Elsässer, Polen, Tsechoslowaken ufw., werden Ausnahmen zugelassen. * Gesteigertes Friedenskapital einer Provinzbank. Der Aufsichtsrat der Dresdner Handelsbank A.-G. in Dresden beantragt die Umstellung des beseitigen Aktienkapitals von nominell 3 Millionen Mark auf 1 Million Goldmark, also im Verhältnis von 3:1. Da das Friedenskapital der Gesellschaft 600 000 Mark betrug, hat diese nunmehr im Gegensatz zu vielen anderen Danken ein höheres Goldmark-Aktienkapital als vor dem Kriege. * Reu er Wechs elkredit des Kalisyndikats. Mit Rücksicht auf die schweren Emteschäden hat sich das Deutsche Kalisyndikat entschlossen, bei allen Aufträgen, die ihm ab 16. Oktober 1924 zur prompten Lieferung zugehen, einen dreimonatigen WechselkrcLit bis auf weiteres zu gewähren. Die Diskontspesen (Reichsbanksatz) hat der Besteller zu tragen; den Wechselstempel übern mmt das Syndikat. Bei Barzahlung bleibt der übliche Kassaskonto van IV2 Proz. bestehen; außerdem gewährt das Syndikat eine Zinsvergütung von U/zPrvz., d. h. je Monat 1. Proz. 'DieZusammenlegungbeiRhein- m c t a l L Der Aussichtsrat beschloß, der zum 31. Oktober einberufenen Hauptversammlung die Umstellung des Artienkopitals von 120 Millionen Mark auf 18 Millionen Mark und damit die Herabsetzung der Aktien von 1000 auf 150 Mark vorzuschlagen. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Berlin, 17. Oft. Die Dorfe zeigte bei Wochenschluh eher ein schwächeres Gepräge. Verstimmend wirken vor allem die Schwie i'leiten, denen die ßö'ung der inneroolitischea Äcife begegnet. An der Dörse Der lautet, daß die Verhandlungen ter Fraktionen auf einem toten Punkt angekommen feien und daß infolgedessen die für heute in Aussicht genommene Kabinetts itzung n ch nicht stattfiaden könne. Da die Sp ku.rtion ihr Verhalten sehr stark von der Entscheidung der Frage abhängig macht, ob die Deutschnationalen, die als Freunde einer allgemeine 1 Auswertung gelten, in die Regierung ein treten, sieh sie sich unter den obwalteirden Lim änlen rera laßt, tre t= geh.'ndste Zurückhaltung zu üben, zumal immer wieder erklärt wird, daß das Reia>sf.nc>nzm ni- fterium von feinem bekannten S andpu ktr in der Aufwertungssrage nicht abgrhcm werde. Am Markt der Industriepapiere war das Ee° (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Ränmunq. Hagen i. W., 17. Oft. (WTB. Funkspruch.) Don zuständiger Seite erfahren wir von der Räu- mung der besetzten Zone, daß diese sich bis zum Schnittpunkt der nördlichen Grenze des Landkreises Hagen, deser folgend bis zur Ruhr erstreckt. Später dürfte Lütgendortmund geräumt werden, dagegen bleiben die zum Landkreis Hagen gehörenden Städte Herdecke und Wetter weiterhin besetzt. Wirtschaft. Börse und Gclvmarkt. Es fehlt der Dürfe vorläufig noch die red)te Llnternehmungslust. Die R parations-Anleil-e, auf deren Unterbringung man so große Hoffnungen gefetzt hatte, ist in Amerika und England bereits gezeichnet und sogar stark über;e>chnet worden, ohne daß d.e d?uts>Hea Darien auf dieses Ereignis besonders reagier hätten Auch der glücklich ausgefüh.-te F.ug des Z. R. Ili nach Am ° rifa, der die ganze Welt tagelang in Spannung hielt und der das Vertrauen de? Auslandes in die Leistungen der deutschen Technik und Wirtschaft außerordentlich gestarrt hat, vermochte nicht die Unternehmungslust der D-rse an^ur.gen Die Dank- und Borsenkre.se wurden durch die Zuspitzung der innerpolitischen Lag - zu einer Regie- rungskri,e verstimmt und mußten sich im Hinblick auf die Möglichkeit einer Reia-stagsauflösung stärkere Zurückhalmng auferlegea. Bersl mmend wirkte auch die Tatsache, daß trotz günstigen Verlaufs der Verhandlungen übar d e Reparations- Anleihe, die D.muhungen an private Auslands kredite für die deutsche Industrie größtenteils nicht den erhofften Erfolg hatten. Dte noch vor wenigen Wochen sehr hochge pannten Erwartu.i^ gen sind durch diese Vorgänge stark gedämpft worden. Solange aber d.e Industrie- und Dank- Welt nicht über größere Auslandskredite verfügen kann, kommen diese Kreise auch als Käufer am heimischen Aktiemnaickte nicht in Betracht. Man muh sogar mit Abgaben von dieser Sette rechnen, da natürlich die großen Unternehmungen alles aufbieten, um flüssig zu bleiben Das Ausland mteressiert sich nur sehr zögernd für den deutschen Efsektemnarkt, so daß es eigentlich an Großkäufern völlig fehlt. An sich wäre die wirtschaftliche Gesamtlage einer Del'.bung des Effektengeschäftes in gewissem Umfange insofern günstig, als die Rachrichten über den Deschäftigungsgrad der Industrie sich von Woche ,zu Woche günstiger aus- lassen. Aber in der Wirtschaft, wie an der Börse fehlt noch der große Zug und d e wirklich nachhaltige Unternehmungslust. Hier tonn eine Besserung nur mit dem Eintritt leichterer Geldmarkt- verhältniife erwartet werden. Scharfer Protest gegen die Tarifpolitik der Neichsbahn. Die in Frankfurt a. M. statt gefundene Tagung des Präsidittms des Hansa-Dundes hat nach einem eingehenden Referat des Vorsitzenden seines Derlehrsausschusses, Reichsminister a. D. Di . G 0 t h e i n, die nachstehende an den Derwaltungsrat und an die Generaldirektion der Deutschen Reichsbah nAktiengesellschaft gerichtete Entschließung gefaßt: „Die ungesunde Höhe der deutschen Gütertarife, die selbst nach der lOproz. Frachtermäßigung und trotz der gegen früher größeren Transportlängen auf das Tonnenkilometer berechnet durchschnittlich 53 Prozent über den Dorkriegs- tarifen stehen, für eine Reihe der wichtigsten Erzeugnisse aber deren Vielfaches erreichen, verteuert die Produktionskosten wie die Preise der Waren am Verbrauchs ort so ungeheuer, daß der Absatz dadurch aufs Empfindlichste eingeschränkt, die Lebenshaltung bedenklich herabgedrüctt und die Arbeitslosigkeit gewaltig gesteigert wird. Der Umstand, daß die Gütersrachten des benachbarten Auslandes sehr viel niedriger sind als die deutschen, selbst die der crusgesprochenen Gebirgsländer Tschechoslowakei und Deutsch-Oesterreich nur 66 Proz., die Frankreichs 49 Prvz., die Italiens 45 Proz. und die Belgiens gar nur 38 Proz. der deutschen betragen, macht es Deutsch lands Industrie in den meisten Erzeugnissen nahezu unmöglich, auf ausländischen Märkten mit denen anderer Staaten den Wettbewerb aufzunehmen. Damit entschwindet aber die Möglichkeit, die im Londoner Abkommen übernommenen Reparationsverpflichtungen zu erfüllen. Die hohen Güterfrachten erweisen sich immer mehr als eine schwere Gefahr für die Einnahmen der Reichsbahn. Betrug die Monatseirrnahme daraus noch im März und April d. Is. über 203 Mill. Goldmark, so im Juli nur noch 159 Mill. Goldmart Roch den früheren Erfahrungen der deutschen Staalsbahnen hat jede Tarifermähigung eine solche Verkehrssteigerung zur Folge gehabt, daß nach kurzer Zeit dadurch nicht nur die Brutto«, sondern auch die Reltoeinnahmen eine wesentliche Steigerung erfuhren. Im übrigen haben die Reichsbahnen im letzten Jahr ein so günstiges finanzielles Ergebnis gehabt, und ist nach Wiedereingliederung der Dahnen des besetzten Gebietes für sie eine so beträchtliche weitere Eiimahme- bermefmmg zu erwarten, daß sie ohne jedes Risiko zu einer starken Herabsetzung der Güterfrachten schreiten können. Eine solche von nur 10 v. H. ist völlig außerstande, die deutsche Wirtschaft wieder zu beleben. Dazu ist vielmehr die Rückkehr zu der Frachthöhe der Vorkriegszeit eine unbedingte Notwendigkeit. Ohne sie muß das deutsche Wirtschaftsleben weiter dahinsiechen." * Die General Versammlung der Hau p t gen 0 s sen schaft der hessischen Dauernvereine fand dieser Tage in Heppenheim statt. Der Revisionsbericht sowohl wie die Bilanzen vom 23. Juni 1923, 31. Dezember 1923 und 30. Jun". 1924 wurden genehmigt. Bei einem Gesamtumsatz von über 3 Millionen Goldmark konnte ein Reingewinn von 8469 Mk. erzielt werden. Mit Rücksicht auf den verhältnismäßig günstigen geldlichen Stand der Hauptgenossenschaft schlug der Aufsichtsrat eine 20prozen- tige Aufwertung der Geschäftsanteile und der von den Genossen der Genossenschaft gewährten Anleihen vor. Die auf« gewerteten Beträge werden hn ersten Jahr nut 1 Proz. und in den folgenden Jahren zu je 1 Proz. erhöhtem Zinsfuß verzinst. Dedinzung für die Aufwertung ist, daß die Genossen bis 1. Januar •) Dom RückzahlungSwert. Dedisenmartt Berlin—Frankfurt a. M. (9n Billionen Mark auSgedrückt. VuenoS-Nire«, London. Neu« York, Japan, Rio de Janeiro für eine Cinbeit, Wien und Vudavell für 100000 Ein betten, alle« übrige für 100 Linbeitrn.) Telegraphische Auszahlung (Ohne Gewähr.) Achtung auf den Namen MAGGI und die rot-gelbe Packung. 6088c __ Ttr”". 17. Oktbr. Amerikanische Noten . . . . . belgische Noten .. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten ..... holländische Noten ..... fttilienische Noten Norwegische Noten Deutsch Qesterr-, ä 100 .Rronea Rumänische Noten Schwedische Noten ..... Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . . • U fürdenNouJhaltl g W Neuheiten rum Farben ohne Kochen: H ~ „ die Stof färbe m Tablette*form = 6l_ E tum Auf und Um färbe* von SS = ,v»d ■ **>■’*■ dfoUe - dcrummoAe -Seide tte. == ■ Wilbrafix^^'Ä^^ I 1=3 MW* ajbA /ÖM, cruf ttoumwede^eided*». — = Xjfifk m " Lederfarbe meefit Schuhe u. == HUlCI Lederwaren aller Prf wie neu! W H Ertdltilch In allen einschlägigen öescha|feo| W H Wilhelm Brauns (xm b H.QuedliHburg W Frankfurt a M. Bersin Schlub- Itur» Sd 'itfjh. Olhenb- börie Schluh- Kurs Sctilufih. SOiUtog» börie 16. in. | 17 0 16.10. 17.10. 0,530 0,570 0,C8) 0,569 — _ 0,99 i 99i — 0,97 > 0 975 — — :,50j 1. 81 — — 0,45 6,43 0,780 — 1.055 1 — — 1.2 1,15 — — 1,233 1,85 — — 1,125 1,02 — — 4,2 4 2 — — 88,5 89 9,75 — 9,625 9.C25 - — — 40 —— 24,40 24,5 24,375 4,65 4,6 4,6'3 4,5 9 8 9 9 9 — — 10,125 19,13 — — — — 12,26 — 12,2 12,13 — — — — — — 1,625 1,60 C.315 0,3225 0,3 0,326 — 0,176 0,4 0,45 — — — 49,50 — — 10 n —— — 10,60 10,10 — — 51,60 51,5 — — ■5,62 k4 30 — — 81.93 82 — — 13,20 13 — — 16,13 16,25 — — 5.40 4,9 — — 9.6 9,5 — — 39,75 39 — — 4,75 34,70 — — 35,25 35 2,65 2,56 — — — — *>6 c5,6 4,55 4,625 4,70 — —» — 18,50 18,9 — 5,2 5,2 5,20 5,90 — — 9,50 10 — 18,9 19,57 19,25 — — — — 12,50 12,5 12,6 12,23 — 17,13 16,80 16,5 — 16,s, 16,75 16,75 6,13 6,25 —— — 17 17 17,13 17,13 14 — — — 8,5 8,40 8,5 8,40 — 11,75 12,1 8,6 — — — — — 38,9 39 — — 45,5 45,40 — 22 2,10 — SM 3,2 3,80 — —- — — — 9 — _ _ — — —— 1,1 1 — — — — _ — 1,4 1,4 — 2,7 2,9 — — 3,25 3,40 —— — 8,70 8,65 _ — — — — 2,51 — •— 16. Oktbr. 17. Oft r. Repart. Amtliche weid 1 iotiernng Briet Amtlich: Wörter 11 - (Seid «e.-s Iß. 17. rimst.-Noti 164,03 164,91 163,84 164.66 volllvoll Drll. ?lntw 20,15 23,26 20,22 20,32 volllvoll Cbristiania. 58,60 68,90 59,25 59, 5 voll voll KoyenKagen 71,72 72,C8 72,42 12,78 voll voll Stoekbolm - 111,37 111,93 ,11,42 112,98 von voll HelsingiorS 10,52 10,53 10, 2 10, 8 voll voll Italien. . . 18,32 18,42 18.31 18.41 voll voll London. . . 18,82 18L1 18,815 18,90 voll voll Neuyork . . 4.1 J 4,21 4,1 J 4,21 voll voll Paris. . . . «1,84 11,94 12,00 £2,12 ool! voll Kchweß . . 80,40 80,80 80,40 80,80 vo>: voll Evanien . 65,95 16,24 66,24 16,62 voll voll Wien in D-- Ctft. abgest 5,92 8^5 6,915 6,945 voll voll Prag . . . 12,49 12,-5 12,48 12,55 voll voll Budapest. 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