^Donnerstag, 18. September (92$ fir. 2?o Erstes Blatt V4- Zayrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oderheflen I Druck uud Verlag: vrühl'fche Untverfitätr-Vuch- und Stcinöruderet R. Lange in Sietzen. Zchriftleitung und Gefchäftrftelle: Zchulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichlreit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mn, Brette örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne Klamc-An'ieigen v 70mm Breite 35 Goldpscnnig, Platzvorschrift 20°/, Aufschlag. - Verantwortlich für ‘Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschcin; fürden Anzeigenteil: Hans Sedi, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monals-Vezuarpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 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Man hat den Eindruck, daß gegenwärtig starke Kräfte am Werk sind, die auf eine möglichst lange Hinausschiebung Les Parlaments hrnarbeiten, um Der Zusammentritt des Reichstags. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 18. Sept. (Drahtmeldung.) halbamtlichen Mitteilungen, wonach mit Wiederzusannnentritt des Reichstages nicht werden. Bor allem stößt man ^.ich oi dem verschleierten Eingeständnis, Laß Ne Zu st i m mung der Minderheit der Fraktion zu tei Gut- achtengesctzen tatsächlich mit Billigung eines Teiles der Parteileitung erteilt wurde. In diesen Kreisen wird erklärt, laß Dr. Stresemann trotz der Rückzugs man rv.r seines offiziellen Organs scheinbar c dMUg t»r dem Reichskanzler Dr. Marx kapituliert heiba uch daß es für die Drutschnativnale Volkspartei h'. ße, einen m o r a l i s che n Se l b st m o r d zu begehen, wenn man sich werter an die Per'vn Dr. Strese- manns klammerte. Was jetzt die Partei allein noch reiten lömrr, sei eine entschlo;senr und rücksichtslose Führung, eine taktische Annähe- rung an die Rationalsozialistische Freiheitspartei und die systematische De- kämpfurrg der Londoner Gesetze und je . er Regierung, die nicht unzweideutig die Front gegen Demokraten und Sozialdemokraten einrehme. Die gestrige Erklärung dcr Parteileitung im eigenen Lager nicht voll befriedigt. In oppositionellen Kreisen sieht man in . mehr einen Versuch, die unhaltbar gewordene La^e nach außen hin zu retten, und glaubt nicht an den tatsächlichen Willen zu einer entschlossenen ut.i> rücksichtslosen Opposition für den Fall, daß die Versprechungen auf Beteiligung d?r Deut ch nationalen an der Reichsregierung nicht gehalten für den Bürgerblock. wenn wirklich erne Mehrheitskoalition sich brlden läßt, die gemeinsam arbeiten will und kann. Wenn aber den Deutschnationalen, die bereit sind, dazu mitzuhelfen. von ihren eigenen Parteifreunden, öffentlich bescheinigt wird, daß sie ihr Vettrauen nicht mehr besitzen, dann wird die Voraussetzung dafür, d. h. eine sichere Mehrheit hinter der zu bildenden Reichsregierung, in Frage g e st e l l t. Wir meinen daher, das alles sollte man sich in den Reihen der Deutschnattonalen jetzt sehr ruhig und nüchtern überlegen. Die Kritik, die dort an der Taktik und an dem Verhalten der eigenen Partei geübt wird, mag noch so recht haben. Richt darauf kommt es in der Politik an, ob das was man sagt und tut, an sich richtig ist, sondern darauf, was das, was man sagt und tut, für politische Folgen hat. Zahlenmäßige Schwächung der für dir Sammlung der staatserhaltendrn Reihen in erster Linie in Frage kommenden Parteien und damit Gefährdung oder Zerschlagen dieses Zusammenschlusses überhaupt, muß dazu führen, mit oder ohne Reichstagswahlen der Sozialdemokratie, sei es unter Wirths, fot es unter Scheidemanns oder unter anderer Führung, wieder die Vormachtstellung in die Hände spielen, die sie in den ersten Jahren seit 1918 in den Händen hatte. Will man das im deutschnationalen Lager, dann kann der bisherige W^ weitergegangrn werden. Will man das, wie wir überzeugt sind, nicht, dann ist es höchste Zeit, daß dieser falsche Weg sofort verlassen wird. Stresemann und dieDeutschnationalen. Die Bemühungen um den Bürgerblock. — Die Opposition bei den Deutsch- nationalen. (Eigener Informationsdienst.) Der deutsche Kolonialkongreß Deutschlands Recht auf Kolonien. die Regelung der Regierungsumbildung, insbesondere also die Frage der Hinzuziehung der Teutschnationalen zur Regierungskoaliäon außerhalb des Parlaments zu lösen. Dadarch würde jedoch nach Meinung der führenden Zen- trumspvlitiker die innerpvlittsche Verworrenheit nur noch erhöht werden. Die Umbildung der Reichsregierung könne nur d arch di eReichstagsparteien selbst b:trieben werden, dir zu prüfen hätten, unter welchen Vorn issctzungen eine Regierung des Dürgerblockes überhaupt gebildet werden kann. Berlin, 18. Sept. (Drahtmeldung.) hohen Kosten, die für das Bureau unb_ die Tätigkeit des Sparkommissars im Etat aufgeführt worden sind, haben in politischen Kreisen allgemein Rufsehen erregt. Die Kosten des Sparkommissars betragen die Hälfttz der Kosten des gesamten Ernährungsministeriums. Auf verschiedene Anfragen hin hat nun das Reichsfinanzministerium mitteilen lassen, daß diese Kosten n u r einmal seien und durch die nutzbringende Tä- Auf falschem Wege! (Ein Wort zur Krisis der Deutschnattonalen. — Dr. Stresemanns Arbeit tigkeit des Sparkommissars in allen Ressorts durchaus als werbende Kosten anzusehen seien. Es sei durch die Tätigkeit des Sparkommis- sars eine solche Vereinfachung herbeigeführt worden, daß ganz beträchtliche Ersparnisse erzielt seien. 3m übrigen werde der Sparkommissar demnächst ab gebaut werden, und bereits im nächsten Etat werde sich die- ser Posten nicht mehr befinden. Der Derwaltungsrat der Reparationsbank. Paris, 17. Sept. (WTB.) In der gestrigen Sitzung der Reparationskommiision sind zu Mitgliedern des Derwaltungsrats der Bank für die deutschen Industrieobligationen ernannt Word:, der Franzose de Peyster und der Belgier Frerichs die beide bis jetzt dem Finanzdienst der Repkv angehörten sowie der Engländer Dudley Ward. Der Agent für die Reparationszahlungen Owen D. B o u n g, der Kommissar für die zu Reparationszweck.m vorbehaltenen Einnahmen Mac Fadyean, der Treuhänder für die Eisenbahnobligationen Delacroix und der Treuhänder für die Ind istrie- Obligationen Rogara haben heute mit B rui n4 (Holland) und dem Kommissar für die Reichs- eisenbahngesellschaft Lefövre (Frankreich) eine neue Konferenz abgehalten. Sie haben sich mit Organisativnsf ragen beschäftigt und den Belgier Denis, der bis jetzt im Generalkommissariat der Reparationslommission beschäftigt war, zum Generalsekretär bei dem Agenten für die Reparationszahlungen Owen D. CQoung ernannt Denis reift heute nach Berlin ab. schwach. Splittern von den Deutschnationalen jetzt Teile nach rechts ab, dann verschwindet sie; bann würde das Ziel, eine bürgerliche Mehrheitsregierung zu bilden, nur noch erreichbar sein, wenn auch die Demokratische Partei sich beteiligt. Die Führung der Demokraten aber will, so weit wir sehen, diese Zusammenfassung der staatserhaltenden bürgerlichen Parteien, also eine bürgerliche Mehrheitsregierung, nicht. Daß aber die Art, wie jetzt noch deutschnationale Organisationen, Zeitungen und Einzelpersonen in der Ocsfentlichkeit den Kampf gegen andere Deutschnationale führen, die Gefahr einer Absplitterung von den Deutschnationalen za den Rationalsozialisten mit sich bringt, wird nie- manb bestreiten können. Uns scheint daher, daß es dringend im allgemeinen Staatsinteresse und im beionderen bürgerlichen Interesse liegt, daß diese Entwicklung vermieden wird. Der Weg. den die Kreise der Deutschnationalen beschreiten, die auch jetzt noch in weitester Oefsent- lichkeit den Kampf gegen die sog. „Jasager" und zugleich gegen die Parteien, die bereit sind, mit ihnen zufammenzuarbeiten, also gegen die Deutsche Voltspartei und das Zentrum, _ führen, zerschlägt die Möglichkeit, die dringend erwünschte Zusammenfassung der staatserhaltenden bürgerlichen Kräfte herbeizuführen. Hinzu lemmt noch ein Zweites. Rachdem durch die Haltung der De rtschnationalen Reichs- lagsfraktion und durch die Derhandl ingen zwischen ihr einerseits, der Deutschen Volkspartei und dem Zentruni andererseits zunächst außenpolitisch der Weg für eine Zusammenfassung dieser Kräfte geöffnet worden ist. wird es jetzt besonders im Hinblick auf die bekannten Kräfte im linken Zentrumsflügel nicht immer ganz leichter Verhandlungen bedürfen, um das innenpolitische Ziel zu erreichen. Glauben die Deutschnationalen, die diejenigen in ih en Reihen in der Oeftentlichkeit herabsehen, die für diese Verhandlungen ganz gewiß m erster Linie in Frage kommen, daß sie damit ihren Unterhändlern ihre Ausgabe erleichtern? Wir glauben das nicht. Wir fürchten vielmehr, daß sie durchs ihr Verhalten denen in die Hände spielen, die, wie etwa der frühere Kanzler Wirths innerlich dieser ganzen Entwicklung ablehnend gegenüberstehen. Der Einwand, der von dieser Seite erhoben werden wird, liegt ja doch auf der Hand. Zweck und Sinn hat der Eintritt der Deutschnattonalen in die Regierung nur dann, Berlin, 18. Sept. (Dvahtmeldung.) Minister Dr. Stresemann, der nach wie vor das Vertvauen der deutschvolksparteilichen Führer besitzt, steht, wie wir hören, in ständiger Fühlungnahme mit deutschnativnalen Politikern, um an dem Zustandekommen einer Regierung des Bürgerblockes zu arbeiten. Gegenüber den Widerständen im Zentrum hält Dr. Stresemann auch an der Auffassung fest, daß die Hinzuziehung der Deutschnationalen zur Reichs regierung eine unbedingte Rotwendigkeit sei. Inzwischen sind bereits eingehende Vorbereitungen innerhalb der Deutschen Volkspartei getroffen worden, um noch gegen Ende dieses Monats die Verhandlungen mit den Deutschnattonalen und mit dem Zentrum über die Frage der Bildung der Regierung des Bürgerblockes aufzunehmen. In Berlin tagt seit gestern der vierte deutsche Kolonialkongreß, der erste nach dem Kriege, der erste ohne — Vorhandensein deutscherKolo-- nien. In einer Reihe von Vorträgen im Großen Hörsaal der Berliner Universität geben frühere Gouverneure, Forschungsr.isende, Generale und Stabsärzte ein anschauliches Bild dessen, was Deutschland in seinen Schutzgebieten an Kulturarbeit geleistet hat und was es heute noch l e i st e n könnte, wenn man ihm das wider alles Völkerrecht geraubte Gut zurückgäbe. Wir wollen wie alle diese verdienstvollen und nun zum größten Teil ihres Wirkungskreises beraubten Männer möglichst sachlich bleiben. Die koloniale Frage ist keine Parteifrage, sondern eine Existenzfrage des deutschen Volkes. Versailler Vertrag nahm uns unter nichtigen Vorwänden den blühenden Kolonialbesitz weg. Die neutralen Völker wurden mit dem Schlagwort betrogen, daß Deutschland unwürdig sei, das Werk der Zivilisation an den Eingeborenen auszuüben, daß Deutschland seine Kolonien nur aus- beute, sie militarisiere und die Häfen als Stützpunkte für Unterseeboote ausbaue Alle diese Behauptungen verfliegen in Richts vor dem Lichte der Wahrheit. Was man Deutschland damals mit Unrecht vorwarf, trifft heute auf diejenigen Regierungen zu, die jene Lügen und Märchen erfanden, um ihren Raub zu beschönigen. Wer militarisiert denn heute Afrika? Rie- mand anders als Frankreich! Wer unterhält starke Kriegshäfen in Rord- und Westafrika? Frankreich! Frankreich verleiht den Eingeborenen „Bürgerrechte", nicht aus idealen Gründen, sondern um sie zur militärisch en Dienstpflicht zu pressen, — em ungeheuer gefährliches Unternehmen, das sich früher oder spater an der weißen Rasse bitten xä che n muß. Und was tut England? Was tut Belgien? Rach britischen Berichten und nach dem Zeugnis der Dominions-Primierminister ist das ehemalige Deutschostafttka ungla iblich zurückgegangen. Die Missionsschulen wurden geschlossen und keine neuen errichtet. Seuchen, vor allem die Schlafkrankheit, nehmen unbeimlich überhcmd, obwohl die deutsche Wissenschäft mit ihrem neuen Mittel „Bayer 205“ rettend eingreifen könnte, wenn man sie zuließe. In den Teilen, die an Belgien (Kongostaat) gekommen sind, dasselbe Bild. Die Schlafkrankheit breitet sich aus, der Viehbestand geht rapid zurück, die Plantagen zerfallen. Im herrlichen kleinen Samoa mit seiner liebenswürdigen intelligenten Bevölkerung ließ der Mandatar Reuseeland sorglos die Grippe einschleppen, so daß ein Viertel der Einwohner hinweggerasft wurde. In Togo, das von den Franzosen auf das traurigste her unter gewirtschaftet wurde, hat der Hauptverwalter und Liquidator wegen übler Sachen Selbstmord verübt. In Reuguinea imb Ozeanien sind alle Pflanzungen verwahrlost und verfallen. In Südwestafrika hat man die Diamantgruben, früher die größte Einnahmequelle der Kolonie, geschlossen. In den öffentlichen Schulen darf nur englisch oder böerisch gelehrt werden. Immerhin geht es dort noch leidlich, weil man die Deutschen nicht vertrieben hat. Wir wollen mit diesen Anklagen nicht etwa dartun, daß andere Völker, insbesondere die Engländer'mit ihren sahrhundert.alten Erfahrungen keine kolonisatorischen Fähigkei ei besäßen. Aber England wie Frankreich und Belgien haben bereit s ein so riesiges Kolonialgeb.ei, daß sie für dessen Verwaltung und Bewirtschaftung kaum die nötigen Kräfte aus ihrer eigenen Bevölkerung aufbringen. Deutschland aber hat noch die geschulten und bewähttrn Kräfte für die koloniale Tätigkeit. Sie liegen hier brach. Deutschland tonnte ein Heer von Kvlvni- Man kann eS verstehen, daß nach der Abstimmung im Reichstage am 29. August in den Reihen der Mitglieder und Anhänger der Deutschnationalen DoVpartei zunächst eine gewisse Erregung herrschte, die hier und da übereilte Handlungen ausgelöst hat. Allzu unvorbereitet waren diese Kreise durch die Zukttrnmung der Hälfte der deutschnattonalen Reichstagsfraktion zum Cisenbahngeseh und damit de facto ^u -den Londoner Vereinbarungen vor eine völlig neue Situation gestellt. Rachdem aber nunmehr einige Zeit vergangen ist, muß man erwarten, daß ruhige Ueberfegung alle weiteren Schritte und Handlungen bestimmt. Leider ist das bisher nicht der Fall. Unentwegt fahren vielmehr führende Blätter, wie die „Deutsche Tageszeitung" und die „Deutsche Zeitung" und große Landesverbände, wie der Deutschnationale Landesverband Hamburg, Pommern, Thüringen usw. fort, den Kampf gegen die „Jasager" und gegen die „schwache Parteileitung" öffentlich weiterzuführen, nicht zu reden von dem, was Provinzblätter und Gruppen und Einzelpersonen der Deuttchnationalen Dolkspartei sich an öffentlicher, herabsetzender Kritik leisten. Wenn es sich dabei nur um eine rein innere Parteiange- legenheil der Deuttchnationalen Dolkspartei handelte, hätten wir keinen Anlaß und auch kein Recht, uns damit zu beschäftigen. Es geht aber bei dieser Haltung eines Teiles der Deuttchnationalen nach unserer Ueberzeugung um mehr, als um eine innere Parteiangelegenheit der Deuttchnationalen. Warum? Was wir in Deutschland feit Jahr und Tag brauchen ist eine auf eine einigermaßen homogene Mehrheit des Reichstag es gestützte Reichs regierung. Weder eine Minderheitsregierung, wie wir sie seit Rovember 1923 haben, iwch eine Mehrheitsregierung, wie etwa die der großen oder kleinen Koalition, in der ein Teil die staatlichen Interessen nach internationalen staatSzerst örenden Klafsenkanipf- ibeen und die wirtschaftlichen Fragen nad). so- zialistischen Grundsätzen führen will, der andere aber nach staatserhaltenden nationalen Ideen und privatwirtschaftlichen Grundsätzen Bann auf die Dauer eine erfolgreiche Außen- und Innenpolitik treiben. Die Bildung einer in sich einigermaßen homogenen Mehrheitsregierung im Reiche ist also die Aufgabe dec Gegenwart. Die zahlenmäßige Grundlage zu ihrer Lösung ist im Reichstage vorhanden, wenn d i e Parteien zusammenge hen, die anerkennen, daß es noch so etwas wie gemeinsame bürgerliche und nationale Interessen gegenüber den sozialistisch- internationalen Interessen gibt. Selbst wenn die Demoiraten, wie wir '.ach der Haltung chres Führers Koch annehmen müssen, sich nicht mehr zu diesen Parteien rechnen, bleibt eine solche Mehrheit von den Deutschnationalen bis sten aussenden. Heute ist die deutsche Auswanderung so groß, wie sie feit 39 Jahren nicht gewesen ist. Die Bevölkerung des heutigen eingeengten Reichsgebietes ist um fast zwei Fünf tel größer als die des Reiches von 1834, das mit der Erwerbung von Lüderih seine Kolonial-- Politik begann. Mit den wiedererlangten Äoli- nien könnte Deutschland sich erholen und d.v furchtbaren Lasten des Dawesgutachtens wirklich abtragen. Warum beschäftigt sich der Völkerbund nicht mit der Angelegenheit? Gebt uns Deutschen unsere Schutzgebiete zurück, dann habt ihr das, wovon in London und Genf soviel geredet wurde: den Frieden und den Wiederau f bau. Die Kongretztagung. Um den Ehrenpräsidenten des Äctt- gresses, den Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, ehemaligen Gouverneurs von Togo, halten sich Mittwochvvi-mittag alle führenden Persönlichkeiten der früheren deutschen Kolonialverwaltung im Auditorium Maximum der Berliner Universität versammelt. Tlach Eröffnung durch den Ehrenpräsidenten begrüßte der Rektor der Universität, Prof. Roethe, die Versammlung. Rach ihm führte der Präsident des Kongresses, Gouverneur Dr. Seih aus. daß ohne Kolonien Deutschland seine nationale Selbständigkeit nicht wieder erlangen könne, da es sonst nicht imstande fei, seine Bevölkerung zu ernähren. Dann spräch der frühere Gouverneur Schnee über die Mandatspolitik, die vollkommen verfehlt fei. Die Ansicht wurde von dem evangelischen und katholischen Missionsvertreter sowie von dem früheren Medizinalreferenten der Kolonialverwaltung. Prof. Eteudel, bestätigt; insbesondere sei die ärztliche Versorgung der früheren deutschen Kolonien viel schlechter als vordem Kriege. Am Rachmittag sanden Sitzungen der verschiedenen Unterabteilungen des Kongresses statt. In der Abteilung 1 für koloniale Politik sprach Ministerialdirck vr z. D. Meyer - Gerhacd, Berlin, über das Thema: Südafrikanische Politik unter Bezugnahme auf Deutsch-Südwest afrika» wo* bei er zu dem Schlüsse kam, die Deutschen in dem ehemals deutschen Südwest würden weise handeln, wenn sie als Mandatsland die zugestandene Selbstverwaltung annehmen und der Zwangsein- bütgerung in die Südwestafrikanische Union nicht widerstreben würden. Der Ausbau der Selbstverwaltung sei weitgehend zu fördern und eine Vertretung von Südwest in Parlament und Regierung abzu lehnen. Die Stärkung der deutschen Wirtschaft dort durch deutsches Kapital sei dringend zu wünschen. In einem Referat über die Südseepolitik betonte der frühere Gouverneur von Samoa Dr. Schulz- Ew e r t h , in der Südsee habe die deutsche koloniale Tätigkeit die absolute Richtswürdigkeit der kolonialen Schuldlüge mit ganz besonderem Rachdruck bargetan. In der Abteilung für Kolonialwirtschaft betonte der Vorsitzende F uchs -Berlin, die deutschen Kolonialwirt- schaftter und Pflanzer würden niemals den jedem Völkerrecht Hohn sprechenden Raub durch die Entente anerkennen. Syndikus Dr. Hartmann sprach über die Form der Ueberseeges ell- schäften, wie sie der jetzt der Regierung vorliegende Entwurf vorsieht. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der für die neu zu bildenden Auslaittg ststschaflei g f rfc t wird Bewegungsfreiheit hinsichtlich der Organisation, Kapitalbeschaffung und Währung, in der sie balancieren, ferner Ermäßigung der öffentlichen Lasten und Steuern. In der Aussprache wurde Wiederaufrollung der Entschädigungsfrage verlangt. Ganz besonders reichhaltig und wissenschaftlich hoch bebeutfam waren die Vorträge in der in e d i z i n i s ch e n Abteilung, in denen die b:* i i’ten Bekämpfet der Schlafkrankheit in Dt. Fischer und Dr. Kudicke, über Tsiypanosomen und Spirxhätosen, andere SaH- v.rständige, die Prvfossvven Rüge und Fülle- Born, über Amöbenruhr und Wurmkrankheit sprachen. Stabsveterinär Richters berichtete üb:-- Bekämpfung der Rinderpest in Afrika. Dr. Lotz sprach über die deutschen Schulen in Deutsch-Südwestafrika und Prof. Moritz über die Pflege des kolonialen Gedankens bei der Su- g:nd. t^sandtschaftsrat Dr. Seelheim bericht tote über die deutsche Auswanderung. In brr geographischen Abteilung wurden folgende Dorträge gehalten: Praf. Mild- brad: Der älrwald von Kamerun: Dr. Reck: Die Ausgrabungen der Tendagura-Expedition: Prof. Säger sprach über seine Forschungen in Südwestafrika unb Prof. Fehrman n über Reuguinea. Diesen Dorträgen schlossen sich Besichtigungen des Botanischen, Geologischen und Zoologischen Museums sowie der Geologischen Landesanskalt an. Der Abrüstungspakt. Erklärungen Beneschs zu den Genfer Verhandlungen. Genf, 17. Sept. (WB.) Benesch, der Präsident des Zwölfer-Komi-ces, das das Sch eds- und Sanktionsshstem der Resolution Herriol-Mac- donald auszuarbeiten hat, machte den Pressevertretern folgende Angaben über das vorgesehene Protokoll: Es handelt sich um ein System, in dem das Schiedsverfahren und die Sicherheit miteinander verkirüpft sind und das später" durch eine Abrüstungskonferenz ergänzt wird. Der Entwurf, den ich ausg xrrbritet h.be, besaht sich zunächst mit dem Schiedsverfahren. Hier wird aber noch das Ergebnis der Arbeiten des Ersten Unterausschusses, an dem diese Frage überwiesen wurde, abgewartet, die wir dann in Einklang mit dem ganzen System bringen werden. Der zweite wichtigste Punkt sind die Sanktionen, deren Handhabung und Umfang in mehreren Artikeln geregelt wird. Diese Sanktionen sollen in den Rachnen des Dvlkerbundspak.es in seiner vollen Bedeutung eingereiht werden. Dabei ist weiter vorgesehen, daß die einzelnen Länder den Rat vorher über dir Streitkräfte verständigen können, die sie ihm gegen einen Angreifer zur Verfügung stellen können. Die Sanktionen gegen den Angreifer dürfen seine politische Unabhängigkeit nicht anlasten: jedoch muh er dir K o - ft en des gegen ihn geführten Sankt io nskrieges bezahlen. Der Schluhteil des Projektes ist der Abrüstungskonferenz gewidmet, bei deren Einberufung der Rat eine entscheidende Rolle spielen wird. Grundsätzliche Schwierigkeiten sind nicht mehr zu erwarten. Aick eine Frage, ob der Grundsatz der Svnderabkommen in das Projekt ausgenommen worden ist, erklärte Benesch ausweichend, dah- diese Fvage in seiner Wendung über die Möglichkeit, dah gewisse Länder den Rat über ihre Streitkräfte vorher verständi- g e rt, können, beantwortet sei. Rähere Auskünfte hierüber verweigerte Benesch. Sn unterrichteten Krisen wird hierzu erklärt, dah die Svnderabkom- men als Friedensgarantie mindestens bas zuI vollständigen Verallgemeinerung der in dem Projekt vorgesehenen Verpflichtungen bestehen bleiben. 3m Zeichen der Abrüstung Großkampfschiffe oder Flugzeuge für Amerika? London, 17. Sept. (Woflf.) Die „Daily 2IT(rir berichtet aus Reuyork, der Erfolg der Weltflieger habe den Präsidenten Coolidge davon überzeugt, dah der Wert der Groß- kampfschiffe in künftigen Kriegen beschränkt sein werde. Rach einer Snformation, die das Weihe Haus gestern ausgab, begünstigte der Präsident nicht die Bemühungen, die auf eine Erhöhung der Marinekredite hinzielten. Gestern abend sei der Marinesekretär, der mehrere Reden zugunsten eines gröheren Flottenprogramms gehalten hat, nach Washington berufen worden, um die Lage mit dem Präsidenten zu besprechen. Dieser habe erklärt, dah er geneigt sei, den Flugzeugen den Vorzug vor den Großkampfschisfen zu geben. Rach einer Exchangemeldung beabsichtige Coolidge, Sachverständige zu befragen, ehe er Millionen für zwecklose Rüstungen ausgeben werde. Das niederländische Kriegsministerium plant für 1925 die Anschaffung von 12 schnellfliegenden Aufklärungsflugzeugen und 16 Aufklärungsflugzeugen für die Artillerie. Die Kosten für jeden Apparat werden sich auf 33 000 bzw. auf 24 000 Gulden, belaufen. Die Völkerbundsfrage in London nicht erörtert. Berlin, 17. Sept. (WTB.) Der „Soztal- demolraiifche Parlamentsdlenst" veröffentlicht eine Erklärung Lord Parmoors, wonach Lord Par- moor am 10. August in seinem Landhaus mit den deutschen Delegierten, dem Botschafter St Ham er und Herrn Murray eine private Aussprache über den Völkerbund und die Bedingungen für Deutschlands Eintritt hatte. Gegenüber dieser Darlegung des „Sozialdemokratischen Parlamentsdienstes" stellen wir fest, dah auf Grund der einmütigen Erklärungen des Reichskanzlers, des Reichs außen - ministers und des Reichssinanzministers keinem der Herren, die am 10. August bei Lord Parmoor waren, etwas von einer Unterhaltung über den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund bekannt ist. Sm Gegenteil druckten die deutschen Delegierten bereits am 11. August abends in London in einer Aussprache ihr Erstaunen aus, dah diese Frage von Parmoor nicht berührt wurde. Sn einer Depesche, die am 11. August abends an das Auswärtige Amt über die Londoner Verhandlungen abging, wurde daraufhin besonders betont, dah die Frage des Völkerbundes bei der Zusammenkunft mit Parmoor nicht erwähnt wurde. Aufhebung der Zollgrenze. Düsseldorf, 18. Sept. (Havas.) Rach einem Erlah des kommandierenden Generals wird in Ausführung des Londoner Protokolls vom 21. Septemter mitternachts ab die Zollgrenze un der Ost grenze des besetzten Gebiets aufgehoben werden. Von dieser Stunde an wird die im nichtbesetzten Gebiet in Kraft befindliche Gesetzgebung und Tarifierung für die gaben aller Art, die durch die interalliierten Dienststellen im besetzten Gebiet erhoben werden, in diesem Gebiet in Kraft treten. Die ©effnung der Gefängnisse. Aachen, 17. Sept. (WTB) Gestern abend trafen die wegen des Sabotageakts bei H och - fe l d seinerzeit zum Tode verurteilten und später zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten politischen Gefangenen, Graf, Keller, Schultze, Ringenberg und Lorbeer, von Löwen kommend, auf dem hiesigen Bahnhof ein. Bei demselben Transport befanden sich auch die zu langer Zuchthausstrafe ver- uriellten Mentzel aus Stolberg und R e u - haus aus Machen: fie wurden hier sämtlich in Freiheit gesetzt. * Aus der Abteilung des Zweibrückener Gefängnisses, in der sich die politischen Gefangenen aus dem Ruhrgebiet befinden, sind heute 25 Männer entlassen worden, darunter der Landwirtschaftslehrer der Anilinfabrik G o e r - ged, der bekanntlich zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt worden war, und der Polizeiinspektvr Gottfried ebenfalls aus Ludwigshafen, dem 20 Sahre Zwangsarbeit zudiktiert worden waren. Sn der pfälzischen Abteilung der Anstalt befinden sich noch 17 politische Gefangene, die der Amnestie noch nicht teilhaftig geworden find. * Wie der „Mainzer Anzeiger" berichtet, ist der vom Kriegsgericht in Wiesbaden am 29. Suni 1923 zu zwei Sahren Gefängnis verurteilte Duchdruckereibesiher Karl d ' A n g e l o auf Befehl des kommandierenden Generals der Rheinarmee aus dem Amtsgefängnis Osthofen entlassen worden. Der Saarkonflikt. Neue Vermittlungsversuche der christlichen Gewerkschaften. (Eigener Snforrnationsdienst.) Berlin, 18. Sept. (Drahtmeldung.) Die Lage, die durch die Stillegung der Röch- lingschen Werke und den aus diesem Anlaß erfolgten Austritt der Sozialdemokratie aus der saarländischen Ar- beitsgemeinsch ast entstanden ist, wird nach der Ansicht aller maßgebenden politischen Kreise mit jedem Tage unhaltbarer. Mit schwerer Besorgnis verfolgt man die Taktik der französischen Regierungskommission, die erfolgreich bemüht ist, einen Keil in di e Saar b evö lke- rung zu treiben und das Wirtschaftsleben völlig zugrunde zu richten. Auf Anregung des Vor- ftaribed der christlichen Gewerkschaften und der Zentrumspartei des Saargebiets wird demnächst ein letzter Vermittlungsversuch der christlichen Gewerkschaftskreise im Saargebiet erfolgen, der auch von den leitenden Zentrums instanzen nachdrücklich unterstützt werden wird. Man wird Röchling nahelegen, in vaterländischem Snter» esse weitere f inanzielle Opfer zu bringen und den Betrieb wieder aufzunehmen unter Verzicht auf die angekündigte Lohnkürzung von 25 Prozent. Die Ar bei t erschaf t soll sich ihrerseits bereit erklären, den Achtstundentag vorläufig außer Kraft zu sehen, wogegen die auSgefPerrten Arbeiter restlos wieder eingestellt werden sollen. Die Sozialdemokratie soll dann den Austritt aus der Arbeitsgemeinschaft rückgängig machen. Daneben wird sich die Reichsregierung bemühen, auf diplomatischem Wege über Paris eine Herabs ehung der K ohlenpreise zu erreichen, die in erster Linie die Krisis bei den Röchling-Werken hervorgerufen hat. Es erscheint vorläufig fraglich, ob bei der tiefgehenden gegenseitigen Erbitterung mit einem baldigen Erfolg der Vermittlungsaktion gerechnet werden darf. Man glaubt jedoch, daß die Arbeiterschaft allmählich selbst einsehen wird, dah sie nur die Geschäfte der französischen Regieiungskommission besorgt und daß sich bei einer Herabsetzung der Kohlenpreise die Arbeitsbedingungen so gestalten werden, dah eine Weiterführung der Betriebe möglich ist. fr ----------------- Die Rechtsbewegung in Bayern. Verhaftung völkischer Persönlichkeiten in München. München, 17. Sept. (Korresp. Hoffmann.) Am 16. September wurden auf Grund einer gerichtlichen Anordnung bei einer Reihe von Mitgliedern der Organifation „Frontring" wegen des Verdachts der Fortsetzung verbotener Organisationen Durchsuchungen durch die Polizeidirektion München vorgenommen. Das Ergebnis der Durchsuchungen führte zur Festnahme- von 6 Personen, von denen eine alsbald wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Die übrigen Festgenommenen, Oberleutnant Brückner, Leutnant Oswald, Dr. Meiding, Oberleutnant von P r o s ch und Hauptmann K r a u h e r wurden zunächst in Hast behalten. Sie werden nach Ab- schluh der Vernehmungen dem Gericht überwiesen. Oberleutnant Brückner ist beschuldigt, mit einer gewaltsamen Aktion gedroht zu haben, falls Hstler, v. Kriebel und Dr. Weber nicht nach sechsmonatiger Strafverbühung freigelassen werden. Zu den Verhaftungen bemerkt die Korrespondenz der Bayerischen Volkspartei: Die Verhaftung von Mitgliedern der Organisation „Frontring" lenkt das Augenmerk der Oeffentlichkeit neuerdings auf die trotz der erlassenen Verbote nicht aufgegebenen Bestrebungen einzelner Parteien, 1 illegale Kampftruppen für parteipolitische Zwecke zu schaffen. Das Eingreifen der Polizei läßt den । Schluß zu, daß es sich hier um eine Organisation handelt, in der eine Fortführung der verbotenen und angeblich aufgelösten völkischen Kampfverbände zu erblicken ist. Dah von dieser Seite ein Putsch in Bayern geplant sei, hält die Korrespondenz für unrichtig, es sei jedoch Wachsamkeit geboten. Der „Frontring" sei keine auf Bayern beschränkte Organisation. Er habe seine Verbreitung im ganzen Reich. Bestätige sich der Verdacht der bayeri- 1 q3en Gerichtsbehörden, daß es sich hier um Fortsetzung einer verbotenen Organisation handelt, so werde angesichts der Tatsache des Vorhandenseins einer Reichs organifation b.-.mit zu rechnen sein, daß sich auch außerbayerische Gerichte, in- diesem Falle der Obetreichsan- walt, mit der Angelegenheit befassen dürften. Mussolini redet zum inneren Frieden. Neapel, 17. Sept. (Wolff.) Mussolini hielt gestern hier eine Rede, in der er u. a. ausführte, er habe den festen Willen, allen national gesinnten Stalienern den inneren Frieden zu bringen. Doch müsse die Opposition ihrerseits Entgegenkommen zeigen. Die Opposition könne selbstverständlich nicht erwar en, in derselben Weise wie die Faschistenpartei behandelt zu werden: doch dürfe sie auch nicht altes Gute verleugnen, was ■ der Faschismus gebracht hat. Sn der äußeren Politik habe seine Regierung Erfolge buchen können, so in der Frage von Fiume, des Dodekanes und des Subalandes. Se.ae Absicht fei eine friedlich?, mit nationale.' W.'tde gepaarte Politik ohne Rücksicht auf unnütze; ala- damisches Gerede. Mu'solini kündigt: zum Schluß an, daß noch Ende dieser Woche ein wichtiges Abkommen mit einem Grenzstaat abgeschlossen werde. 2lHer Welt. Erdbebenkatastrophe in Armenien. Konstantinopel, 18. Sept. (Habas.) Eine Depesche aus E r z e r u m teilt mit, baß ein heftiges Erdbeben viele Dörfer ernstlich beschädigt hat. Die Eisenbahnlinien und der Telegraphenverkehr find z e r st ö r t worden. Die Bevölkerung lagert auf den Feldern. Rach letzten Meldungen handelt es sich um eine Katastrophe, der Hunderte von Dörfern zum Opfergefallen sind; Hunderte von Menschenleben seien zu beklagen, der Sachschaden sei ebenfalls bedeutend. Der Schuh der Presse. Wegen des Anschlags gegen die soziald:mo- kratische Zci ung „Volkswilte" in Münster wurden die b iben einer rechtsradikalen Organisation angehörenden Angeklagten Schreiber und Kückelhaus zu je fünf Sahren Zuchthaus verurteilt. Das Gericht beschloß, as r. Karl Engisch aus Gießen: Paul S c r i b a aus Darmstadt: Dr. Ernst Herz aus Bingen: Dr. Svh.mr Phil. G i e h l e r aus Ri.der-Mötlen: Dr. Ludwig S ch a a d aus Erfelden in R.; Karl Lang aus Lang-Göns: Dr. Richard Jacob aus Alssild: Dr. Friedrich Freund aus Sarmftabt; Erich Klein aus Alzey; Dr. Hans Kowarzik aus Rordhausen: Dr. Wilhelm Kalbfleisch aus Gelnhausen; Karl Christtan Lauteschläger aus Darmstadt: Dr. Hartmut Funk aus Main;; Georg Svseph Adolf ©über aus' Mainz; Dr. Paul Kantzenbach aus Darmstadt: Theodor Meixner aus Darmstadt. * * Allgemeinverbindl ichk e11serklä- rung des Manteltarifs und der Gehaltssätze im Gießener Kleinhandel. Man schreibt uns: Laut Mitteilung des Reichsarbeitsministers vom 8. September 1924 ist der zwischen Lern Deutschnationalen Handlungs- gehilfen-Deiband, Gewerffchaftsbund der Angestellten, Zentralverband der Angestellten einerseits und dem Verein der Detaillisten, Verband Deutscher Detailgeschäfte der Textilbranche, Schuhverband der Lebensmittelhändler, Verband für Herren- und Knabenkleidung, Verein der Schubwarenhändler anderseits abgeschlossene Manteltarif mit Wirkung ab 1. März 1924 und die ab 1. April vereinbarten Gehaltssätze für allgemein verbindlich erklärt worden. Alle kaufmännischen Angestellten in Gießen, soweit sie im Kleinhandel beschäftigt sind, sind damit seit dem 1. April 1924 nach dem zwischen den wirtschaftlichen Verbänden der Arbeitgeber und Angestellten vereinbarten Gehaltstarif zu bezahlen. Das Dienstvechältnis der Angestellten im Kleinhandel richtet sich mit Wirkung ab 1. März nach den Desttmmungen des Mantettarifvertvages. * * Die Obst Versteigerung des Krei- fes Gießen sindet vom 19. bis 29. September statt. Räheres im heutigen Anzeigenteil. * * Die Preu h. -Süddeutsche Klas - fentotterie beginnt am 10. Oktober eine neue Ziehung^ Man beachte die heutige Anzeige. Reisen in die Rordi sch en Länder. Mehr noch als vor dem Kriege bilden heute dte Rordischen Länder. Dänemark, Rotwegen, Schweden und Finnland einen der stärksten Anziehungspunkte für das ins Ausland reisende deutsche Touristenpublikum. Um diesen begrüßenswerten Verkehr zu erleichtern, hat die R o r d i s ch e Gesellschaft Abkommen mit Hotels in den Ror- difchen Ländern getroffen auf Grund deren den Mitgliedern der Gesellschaft erhebliche Rabatte eingeräumt werden. Es sollte deshalb niemand, dar beabsichtig^ die Rordischen Länder als Geschäfts- oder Vergnügungsreisender zu besuchen, versäumen, zuvor Mitglied der Rordischen Gesellschaft zu werden. Sebe nähere Auskunft erteilt die Hauptgeschäftsstelle der Rordischen Gesellschaft, Lübeck, Dreitestr. 12. • • V. H. C. Unter reget Beteiligung (93 Personen) unternahm am Sonntag der V. H. E. Gießen seine Septemberwanderuna nach dem östlichen Teil des Taunus. Von Dad-Rauhsim ging Der Weg über den Sohannisberg, w) der Dor mehreren Sahren entdeckte und freigelegte Signalturm aus der Römerzeit bLsichtigt wurde und man auch einen schönen Blick auf die reizvoll ge' legene Badestadt genoß. Der Weitermarsch führte am Fvrsthaus Winterstein, wo Friihsiücks a t gehalten wurde, vorbei, auf schönen Waldwegen nach dem Römerkastell Kapersburg. Sn dankenswerter Welle ht-r^e sich Prof. Helmke bereit spart Seife und Seifenpulver! n Mitverwendung vonHenkobeider Wälthe verbilligt das Wehen. Vorzügliches EimwMiffliifldjjj ß fjtttec 'f r Donner?« ifie: „3adie 6oo, „Horrido I" - ebe". nderein ter« VereinS-Drti' milirnzisMMn- e 2ln^igi.) lge. iraend welllite inccrt, vereinzclie Onl wen, n «Mn»1“ ja nicht -j len, too Z \ 8Vn9 unte? tos KL I°n^° !°dr ZS tww, O^U.^UIN X. ’ 7,Mk!,L lei- N 2 N TM *l dauernd bei ^ad- die ein" ..bemessen, k- 'tunden clloas der Aorgen« ,Wn ^hlzeit fönte fein. Preise iudlerpreise) Watte zz. wgM 12 15, ^«K- w»' * av, LvnnM,^ 1 50—100, ealat« Endivien 10-20 -i ? 6, Xontz M 6tüd 5-10 ric Stück 20—50 lfeln 5, Fa llpskl ~15, DwEe eu > 10-12, Mirn- nipienhihne: SO, Ent'chIWng M GerchtsasMien >an*: Dr. Desrg Erich Hans Ä a - babzn, Dr. Äarl r fb a au3 SXirm' ren; Dr. Ichmn len; Dr. Ludwig tarl Lang aus >b aus WM. Darmstadt, Erich Kvwarzik aus llbslcisch aus !auteschläger unf aus Mainz; aus'MaZ! 2w- mstadt; Theodor fchkeitserklä« und der ®c’ Kleinhandel- ildng des Deichs- irber Ml ist da ,H Handlungs- Ld der W aW Te^ilbranche. MM«. mä Sera«6® i. *11« t £®6 WS ' »Ä- «Mr--. SS MÄ-" rord'^r- telsan^dcn SruL A-bat-e desE"Z S-- Lander a OlD« erteilt •,55** ÄH S-L-Ä 7, IfÄ !! Die führende deutsche Marke !! Continental Hauptstraße 112 Telephon 357 7039V Personal ausgeführt Verkaufsstelle Gießen,Marktstr. 21 Gießen, Erdkauterweg 7124V 6696a . — In Apotheket >ei«, Brennen und Ladt 28. 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Frankfurt a.M. befunden, hier die Führung zu übernehmen und mit größter Aufmerksamkeit lauschten d.e To l° nehmer dm Ausführungen des geschätzten Alter- turnforschrrs, der seine Zuhäre.- mit der Zwecken und der inneren Einrichtung des Kastells und dcS vorgelagerten Bades, sowie der Dau- und Lebensweise der Römer vertraut machte. 'Auf der alten Römerstraße, die in ihrem ersten Teile noch gut erbitten ist und hübsche Rückblick: aus die benachbarten Höhen des Taunus ermöglichte, erfolgte der Heimmarsch über den Steinkeps zu- rua nach Bad-Rauheim Für die schlechte B> schassenheit des mittleren Teile- des Heimweges entschädigte reichlich der Schlußweg durch prächtigen Hochwald nach dem Endziel, wo mau noch ewiae gemütliche Stunden bis »ur Heimfahrt verbrachte. Landkreis Gießen. x Wieseck, 17. Sept. Sn diesen Tagen verliest unS unser langjähriger Mitbürger und Sngenderzieher, Lehrer i. R. Sa lob Braune- w e l L um zu seinem Sahn in Bad-Salzhrm'eu zu sieben. Geboren am 18. Oktober 1861 zu Ober- Hilbersheim, Kreis Oppenheim, als Sohn eines Landwirts war er nach seiner Konfirmation drei Sahrc im LuciuSschen Institut zu Sugenheim i. Ah. Aach dem Besuch des Lehrerseminars zu Friedberg 1878—81 erhielt er seine ersten Verwendungen in Rauheim, Är. Groh-Gera i, ■R ichelsheim i. O., Volxheim und Rteder-Winsen, Kr Alzey. 1883 bestand er sein Staatsexamen und wurde am 11. Sanuar 1887 in SrbeSbüdes- heim Är. Alzey, definitiv angestellt. Hier fand er auch in Katharina Weber von Offenheim eine treue Lebensgefährtin, die ihm der Tod 1919 tn dir Ewigkeit vorauSholte. DaS Vertrauen der Gemeinde machte ihn hier zum Rechner der neu- gegründeten Spar- und DarlehnSkasse, das seiner Rollegen zum Obmann deS DezirksvereinS Wen- de'sheim und Agenten der Ludwig- und Alice- Vtiftuna, wvmit auch die Geschäfte alS Rechner und Schriftführer verbunden waren. 1894 wurde er Dirigent des Swang. Kirchengesangvereins. Eine am 23. September 1935 ihm hier übertragene Lehrerstelle trat er am 11. Oktober an, an Reben* amtern fehlte es ihm auch hier nicht. So war er von 1914 biS 1922 Vorsitzender des AufsichtSrats deS Landwirtschaft!. Konsumverein« und leitete den Obst- und Gartenbauverein, dessen Erfolge bei Ausstellungen nicht zuletzt seinem bei der Auswahl streng sichtenden Blick zu verdanken waren. Sm Sommer 1922 stellvertretender Rektor, trat er im Winterhalbjahr 1922/23, noch frisch und arbeitsfähig, auf Grund des Abbaugesehes in diesem Jahre in den Ruhestand. Seiner Kirchengemeinde diente er von 1913 bis zu seiner Ernennung zum Kirchenrechner, 21. Äovember 1917 als Kirchenvorsteher! seit zwei Sahren war er Mitglied der Kirchengemeindevertretung. Den langjährigen ausgezeichneten Lehrer, den auch tn ollen Rebenämtern peinlich gewissenhaften Mann, den auch unter den schwersten Heimsuchungen der Letzten Sahre standhaften Menschen geleiten die wärmsten Wünsche der Gemeinde für den Feierabend seines Lebens. £ 2llten ° Duseck, 17. Sept. Am Sonntag abend kam es hier gelegentlich der KirmeS zwischen jungen Leuten zu Streitigkeiten, die zu einer erheblichen Schlägerei mißarteten. Dabei wurde der Arbeiter Gustav Dapper aus Wieseck so fürchterlich zugertch- tet daß er in schwerverletztem Zustande in die Gießener Klinik verbracht wurde. Er befindet sich i.t Lcoensgetahr, ist aber vernehmungsfähig. Dte Behörden haben die Untersuchung des Vorfalls energisch in die Hand genommen. Kreis Friedberg. _> Bad-Rauheim, 17. Sept, Untere Stadt trägt festliches Gewand. Wan will gern gesehene Gäste begrüben, die Dahnärzte Deutschland«, die :u ihrem 12. Ver- bandStage auf einige Tage hier weilen. Jeder Zug brachte heute Teilnehmer an der Tagung in grober Zahl. Da« Strahenbild war vollkommen beherrscht von den Gästen aus allen Teilen des Reiches. Etwa 800 Aerzte sind angekommen, zumeist noch mit Angehörigen, so dah heute aus Anlaß des Berbandstages schon rund 1200 Besucher hier anwesend sind. Sm Vordergrund der Allein-Vertretung für die und Wetzlar; Fritz A. Nennstiel v\eixgiDu»unietrit. Der Reoner zeigte aus einer reichen Erfahrung heraus an einer Fülle von Beispielen, wie man zur Religion Der Tat erziehen kann. Lehrer H e b e r e r von der Seminarübungsschule hot k»rauf (Srbnuung tm besten Sinne des Wortes durch eine Probe- [ c 111 o n mit Kindern des 5. und 6. Schul',ahres, dabei die Forderung »Arbnt «unterricht tm -Ke* ligivnsunterricht" in die Praxis umsch.'nd ~ i- febr lege Aussprache stimmte dem Vortrag und ter Unterrichtsstunde fast voll und ganz zu nenn sich auch Stimmen geltend machten, die betonte., die alte Lernschule, die doch auch ihr Gute. gewollt und geleistet Hube. nicht gan^ beiseite zu schieben. Rektor Koch (5itebbcrg). der Bor- fihenbe deS KreiSlehrerverci's. da kt? dem e e kanat für die freundliche Einladung der Leh. er- schäft und wünschte, wie D.kan Vogel, ein Zu- sammcnarbeiten der Geistlichen und Lehr.-, in den wichtigsten Fragen der Sugenderzie' ng. glaubt ober nicht, dah die neue Be fugun i uh r die Beaufsichtigung des Religio isunterri ■ t au angetan sei. ein tragbares Verhältnis zu s i'asse.'. Wenn auch anerkannt werden müste. dah ic Beaufsichtigung des Relig o isu iterrichts in He - len durch die Geistlichen fast durchweg m r?r- nehmster Weise ausgeübt worden fe. so lehne die Lehrerschast die von der Verfügung gc'.ch e äleberwachung de« Religionsunterrichts d ch^ad Don Geistlichen und Lehrern muhten h,e normen gesucht werden, die die Finge in i em Sinne lösen, der jegliche Möglichkeit zu Ernennungen vermeide zum Vesten von Kirch und Schule. Turnen, Sport und Spiel. • Siegreiche Fußballspieler. £ Am Sonntag spielte die 1. Mannschaft der F.T. Giehen gegen die gleiche Mannschaft des Sp.-V. Herborn. Erwartungsge- mäh siegte die (Siebener Elf mit 2.0. — Auigtei- eben Tage halte die 1. Mannschaft der F. X. -S e- s e ck die 1. Mannschaft aus W e i d e n ha u - f en au Gast. Weidenhausen, das nur mit 9 Mann antrat, muhte Den in neuer Ausstellung spulenden Wieseckern mit 8:0 Toren Sieg und Punkte überlassen. Feldbergrennen. Für das Feldbergrennen am 5. Oktober macht sich in sportlichen Kreisen auhrrordrntlich rogoS Interesse bemerkbar. ®8 liegen bereits so f^rabt man uns, so viele Anfragen aus allen Terten des Reiches vor, dah mit einer sehr starken Beteiligung und dem Zusammentreffen erster Kon- lurrmlen um ixm Siegerptd« muh- Sic it>cale -Bcrgftredc, du' »b°r 8 K>,°metcr bei einer (Steigung von 8 Prozent durch 34Äaixn führt ist in bester Verfassung und wird einen glatten Verlauf des fdjarfen Reimens gewahr leisten. Bei diesem ersten Rennen in den eben geräumten Gebieten ist, worauf noch besonders hingewiesen sei, mit irgendwelchen Schwi >ng:e ten beim Ueberschreiten der früheren Grenid>* zu rechnen, da alle Zoll- und PahbeUn«. isigen auf gehoben sind. der Ruhrbefetzung postiert waren. Die Lotv- mvtivwerkstätte selbst ist vorläufig noch besetzt, doch schweben über ihre Räun^ung Verhandlungen. Hciscn-Naffau. * Königsberg (Kr. Bied.'nkopf), 17. September Am Sonntag feierte unsere Schuljugend unter der Leitung von Lehrer Tarn sch ick auf der Schlvhruine ein S u g e n d f e st. Der Festleiter hatte mit seinen Arrangements (u a Gesangs- und Rrandolinenvorträge, Wettlaufen, Wurstschnappen usw.) wi.der mal, wie schon oft, das Richtige an edler Geselligkeit getroffen. Be- mervenswert ist. dah die Gea igs- und Mando- linendarbietungen von den Kindern ge^ebrn wurden, denen Lehrer Tarn schick den Unterricht auher der Schule erteilt hatte. Abends wurde auf der Freilichtbühne daS Märchen- spiel ^Rübezahl" unter starkem Beifall der Zuschauer aufgeführt. Den schönen Absch^uh der Tages bildete ein Zacke I zu g durch den Ort, wobei die Kinder dem pensionierten Lehrer H e i - bach anlählich seines 70. Geburtstages ein Ständchen brachten. — Sm benachbarten Hohen- s o l m s ° L i ch gehörige Sckloh vom Christ- svlms- Lt ch gehörige Sch loh vom Ehrist- lich-deutschen Bund auf 5 Jahre gepachtet. Das Schloh hat früher oI6 Witw.n i) gedient und stand schon längere Zeit teer. Am Sonntag wurde es einem neuen Zweck übergeben, und zwar soll e« als Erholungsheim für die Mitglieder des Bundes dienen. Es kann m.t 60 Personen belegt werden. Kommenden Corrn- tag feiern Andres (Seiler und Ehefrau in voller Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. H Marburg, 17. Sept. Der seit einer Reihe von Jahren hier in seiner Heimat im Ruhestand lebende Kgl. Württembergische Oberst a. D. Ernst S u st i, Aller Herr und Ehrenmitglied de« Korps Teutonia, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. — Am 4. und 5. Oktober findet hier ein Hessischer Sung- lehrertag statt. Es wird-mit rund 600 Teilnehmern gerechnet. Kirche und Schule. $ Friedberg, 16. Sept. Dieser Tage sanden in den Bezirken Bad-Rau heim, Duhdach, Friedberg und BUbel unter der Leitung des Kreisschulrates Feuerbach amilihe Lehrer- konferenzen statt, deren Tagesordimng sich hauptsächlich mit den neuen Lehrplänen für die Grundschule und die oberen Sahr- gänge der Volksschule befaßte. Es wurde rer- cinbart, nach den Herbstferien mit der Durchführung der neuen Destimmunge.i zu beginnen, vor allem die neuen Stundenpläne, die der Lehrplanentwurf vorschlägt, in Kraft treten zu lassen. Sie Beschlüsse des Landtages, die ländliche Fortbildungsschule betreffend, gaben Anlah zu einer allgemeinen Aussprache Über die Fortbildungsschule. Vollständiges Reu sand ist b>i uns in Hessen noch die weibliche Fortbildnngs- schule, mit der sich kürzlich hier eine besondere Tagung der daran interessierten ßefyrerfrcite Hessens beschäftigte. Frl. Else Sander, die Leiterin der Leipziger Mädchenfortbildungsschule, gab aus reicher Erfahrung h>raus wertvolle Anregungen. Anknüpfend an diese Tagung erbreiterte sich nun auf den Konferenzen Schulrat Feuerbach eingehend über den äcknterrichtsbetrieb der Mädchenfortbildungsschule, deren vorr.ehnstes Fach die Lebenskunde sein soll. — Ferner hatte das Dekanat Friedberg zu einer Konferenz der Religionslehrer des Dekanats eingeladen. 154 Geistliche und Lehrer traten zu der Versammlung erschienen, die Dekan Vogel (Bruchenbrücken) mit Worten herzlicher Degrühung eröffnete, dabei vor allem seiner Freude darüber Ausdruck gebend, dah Kreis- lehrerverein und Bezirksverein nochmals besonders zu der Tagung eingeladen hätten. Lehrer und Pfarrer könnten die dem Religionsunterricht gestellten Aufgaben nur in gemeinsamer Arbeit lösen: sie wollten in Zukunft eine Arbeitsgeme lischest zu gegenseitiger Anregung und Förderung auf dem Gebiete des Religionsunterrichts bitten. Einen inhaltreichen Vortrag hielt Prof. Keller über den Arbeitsschulgedanken im Tagung stehen bedeutsame wifsenlcyasiiicyc Vorträge und da« eingehende Studium der Bade» und Kuranlagen. Der Erholung dienen gesellschaftliche Veranstaltungen der verschiedensten Art. ? Dad-Rauheim, 18 Sept Di: Kurgäste, die gestern früh in der Trincktuvanlage wellten, wurden erfreut und überrascht durch ein unvorhrrgesehrncs Konzert, das eine ober- hessische Dolksschulklasse gab. Die toun- dcrschömm, mehrstimmigen Ehöve fanden den lebhaftesten Beifall der Kurgäste und zogen immer mahr Zuhörer an. Wie wir feststellten, handelte es sich um eine Klasse aas 2 i cb, bic einen SchulauSslug nach hier unternahm und ihm Wan- derfreude durch den schönen Ge ang beredten 'Aus- druck verlieh Bei dem schönen Herbstw:t c: der letzten Tage ist unsere Badestadt jetzt täglich das Ziel von Schulausflügen. Richt nur aus allen Teilen Oberhessens, auch aus den benachbarten preuhischen Landesteilen finden sich Schulen hier ein. „ sf. Friedberg, 17. Sept. Sn vorbildlicher Weise macht sich. Professor Dr. Carl Schmidt (von der hiesigen Augustinerschale) durch die Einführung der (oäernannten Schuler- ko n z e r t e um das musikalische Leben Friedbergs verdient. Diese Konzerte, die nicht nur den Schülern und Lehrern der Anstalt, sondern auch den Angehörigen derselben und weiteren Kreisen bei freiem Eintritt zugänglich sind, haben den Zweck, hauptsächlich bei der Sugend den Sinn für ei>Ie Musik zu beleben, and bieten unter Mitwirkung hervorragender hiesiger und auswärtiger Kräfte mustergültige Darbietungen. DaS gestrige Konzert in der Aula der Schule fand ein sehr zahlreiches und danDares Publikum. Mreid Schotten. * äNrich stein, 16. Sept. Auf ungeklärte Weise geriet am Samstag abend ein Wohnhaus , das im unteren Teil daS Geschäftszimmer der Bürgermeisterei barg, in Brand. Das Feuer nahm grobe Ausdehnung an und sprang durch Funkenflug auf den Helm der Kirche über. Dieser stürzte brennend ein, wobei der Funken- regen die Rachbarhäuser gefährdete. Dec Turm brannte in seiner oberen Hälfte aus, die^G locken stürmten ab Amb sind anscheinend teilweise beschädigt. Das Gehäuse der 11 br blieb allem Anschein nach verschont Das Kirchenschiff samt der Orgel wurden gerettet. i. Aus dem oberen Vogelsberg, 17. Sept. Während in der Wetterau und in den westlichen Teilen unseres Gebirges bis nach Ulrichstein und Umgegend die schlechte Witterung den Ernteertrag sehr beeinträchtigt hat, kann man das vom östlichen Gebirgsabhang nicht sagen. Die Heuernte war — wie überall — vorzüglich. Aber auch das Getreide, das zur Zeit der schlechtesten Witterung in der Reife noch zurückgewesen war, hat wenig gelitten und hat sogar mancherorts einen über den Durchschnitt hohen Ertrag ergeben. Hoffentlich bleibt das Wetter noch bei der Einfuhr günstig. Kreis Lauterbach. * Unter-Wegfurth, 16. Sept. Die hiesige Schafherde weidete längere Zeit auf einem abgeernteten Weizenacker, auf dem noch recht viele gewachsene Kolben lagen. Diese schmeckten den Tieren jedenfalls gut, bekamen ihnen aber um so schlechter, denn ein großer Teil der Herde blähte bald sehr stark, und mehr als zwanzigSchafe gingen ein oder muhten abgeschlachtet werden. Das Fleisch der notgeschlachteten Tiere war nach Aussage des Tierarztes ungenießbar, da die Erkrankung durch eine Art Vergiftung hervorgerufen und das Fleisch völlig rot war. Ob die gewachsenen Körner ober, was wahrscheinlicher ist, die geschimmelten Spreublätter die Schuld an der Krankheit trugen, läßt sich nicht einwandfrei feststellen. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 18.Sept. (WB.) Die Franzosen haben seit gestern aibenb die Sperren, Drahtverhaue und Posten sowohl am Bahnübergang in Griesheim wie auch an der Loko- . motivwerkstätte bzw. Werkstätte Amt II. zurückgezogen. Die Posten sind jetzt wieder hin ter dem Waldfriedhof aufgestellt, wo sie vor Hl. Seer zu vermieten BiSmarckstr. 301. Sehr out möbL ’at. MM zu vermieten ktm» Gr. steliweg 23 >> Ml. Simmet au vermieten l««n frranfT.€tr.43ILr MUMIA der eine hübichk tiimnier-ttfl. im Tausch gegen fabelt mit Wohnung in sehr nun- Niger Lage abgeben will, wird um säiritt- licke Angeb. u. 023471 a. d. G. Anz. gebeten. Arbeiterinnen zum Cigaretten-Packen lernt an und stellt ein Teneriffa A.G., Zigarettenfabrik Wir verkaufen einen größeren Posten Grasmäher (Deutsche Werke) fabrikneu, 4 u. 4*/2 Fuß, mit u. ohne Stützrolle, ab Station Bad-Nauheim weit unter Fabrikpreis Storch & Takenberg, Bad-Nauheim Großhandels- und Kommissionsgeschäft »erneut, «. ®ar#P x »S Kukirorv aerAtftcb empfohltn. SOtiatonrnfa» unt Drogerie H. Noll, Drogerie Wlnterhoff, Krei. Central-Drogerie E. Karn, jjcÜKTlFäcfee I, ft eine JKüesser meftr seitdem ich «ol. S-sanb-MandeMe«« .b WM c werd, lachgemäb il vreilwerl ge- ? stimmt u. war. s OMIS SM,BMI ADkniflbr.ftlao. u. Harmonium». «r. 220 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberheßen) Donnerstag, (8. September (924 Der enteilende Mars. Besuch auf derMünchenerSterntoarte. An einem der wenigen sternklaren Septernber- aLende vvllführie ich um die zehnte Stunde eine kleine Reise. Rach Dogenhausen, ins Astronomen- viertcl roo die Münchener Sternaxrrte, erfüllt von emsiger Forschertätigkeit, ein vom Lärm und von der Hast des Tages befreites Dasein fuhrt. Da der Mars noch immer .die Stunde regiert", galt natürlich mein Besuch in der Hauptsache ihm, imb ich will nicht verschweigen, dah ich mrt mancherlei Erwartungen in das Allerhelligste des Observators eindrang. Die geheimnisvolle Refraktor-Kuppel, der Dau für das Riefenfernrohr, nahm mich auf. Da schaut man sich selbstverständlich erst mal tüchtig um, und alle möglichen Fragen kommen auf Die Lippen. Der liebenswürdige, auskunftsbereite D^errscher dieser .Dunkelkammer" verhinderte mit dankenswertem Takt lvenigstens die dümmsten meiner Fragen und zeichnete mit knappen^ klaren und lehrreichen Worten das äußere Dild der ungewohnten Umgebung. Er zog den „Vorhang auf“ und öffnete die Rirsenkappel zu. einem Ausblick in -die Sternen-Ferne. Da steht das mächtige Fernrohr, der Refraktor, in der Mitte des Raumes. Ein imponierendes Wert. Zu meiner groben Ueberraschung erfuhr ich, dah der optische 2eil des Apparates von dem berühmten Münchener Meister Fraunhofer stammt und seit 1824 in unsere. Sternwarte im Gebrauch ist. Wir hätten also in diesem Jahre em regelrechtes Wirtschaft. • Zinsfuhermäbigung bei der Rentenbank Wie die Berliner Blätter hören, hat die Rentenbank beschlossen, zur Entlastung der notleidenden Wirtschaft ihre langfristigen Kredite durch Herabsetzung des Zinssatzes auf Reichsbankdiskont (10 Prozent) zu verbilligen. Die Der- billigungsaltion der Reichsregierung soll durch diese Maßnahme unterstützt werden. • Tic Reubildung des Ruhr-Kvh- lenshndikats hat sich in der Weis« vvll- Wflcn, das) 90 Proz. der Zechen freiwillig die Mitgliedschaft erwarben, während die übrigen unter Druck gemäß einer Verordnung des Reichsarbeitsministers beitreten. Der behördliche Zwang wird amtlich wie folgt begründete Der Ruhrberg- bau hat |ich bekanntlich nach schwierigen inneren Kämpfen am 13. September in Essen mit rund 90 Prozent der gesamten Beteiligungsziffer zu einer freiwilligen Syndikatsneubildung aus fünf Jahre im Anschluß an die Ende dieses Monats ablaufende Vereinigung für die Verteilung und den Verkauf von Ruhrkohle zusammengefunden. Bedingung für den Zusammenschluß war aber, dah die noch außenstehenden Bergwerks des iher, unter denen sich drei ausländische befinden, bis zum Abend des 16. September Mitglieder geworden seien. Die vom Reichswirtschaftsminister an die Außenstehenden unter bezug auf das Kohlen- wirtschaftsgesetz gerichtete Aufforderung zum Beitritt hatte bis heute kein Ergebnis. Unter diesen Umstanden war damit zu rechnen, daß ein lebensfähiges Syndikat nicht mehr zustande kam. Angesichts der Gefahr, dah sich in der gegenwärtigen kritischen Wirtschaftslage einer unserer wichtigsten Wirtschaftszweige in inneren Kämpfen verzehrte und angesichts der volkswirt- schaftlichen Bedeutung, die ein straffes Kohlensyn- dikat, insbesondere auch für die Regelung der Ausfuhr und die Durchführung der Reparationskohlenlieferungen hat, konnte die Regierung nicht untätig bleiben. Die Verlängerung des bisherigen Zustandes hätte die bereits eingetretene Zersplitterung verschärft und die Aussichten auf einen festen Syndikatszusammenschluh, wie er jetzt allseits als dringlich anerkannt wurde, nur vexmin- dert. Trotz der Bedenken, die an sich gegen float- 'liehe Eingriffe in die wirtschaftliche Selbstverwaltung sprechen, und trotz der Einwendungen, die im einzelnen gegen manche Bestimmungen des Shndikatsvertrages geltend zu machen wären, entschloß sich der Reichswirtschaftsminister, den von der überwältigenden Mehrheit des Ruhrbergbaus geforderten restlosen Zusammenschluß auf der von ihr angenommenen Grundlage dadurch herbeizufuhren, daß er die außenstehenden Derg- werksbesiher aus dem Verordnungswege in das Kohlensyndikat einfügte. • Keine diesjährige Getreideausfuhr aus Rußland. Dem russischen Obersten Wirtschaftsrat lagen di« Ergebnisse der diesjährigen Ernte auf Grund statistischer Zusammenstellungen vor. (5m Höchstfälle wird die Ernte auf 41—44 Mill- Tonnen geschätzt, denen ein inländischer Verbrauch (Saatgut und Viehfutter ein- geschlossen) von mindestens 401/J Millionen Tonnen gegenüberstehen. Demnach ist von größeren Exportmöglichkeiten, wie es in früheren Versicherungen £rle6, in diesem Bahre keine Rede. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 17. Sept. Tendenz: Anleihe lebhaft und fest, Aktien still. — An der Börse gewann heute eine freundlichere Stimmung die Oberhand. Die bessere Stimmung ging von dem Anleihemarkt aus. Gleich zu Beginn setzte ein sehr lebhaftes Geschäft ein und regte stark an, so daß sich außerordentliche Kursavancen ergaben. Ausländisch« Renten lagen ruhig bei wesentlich verbesserten Kuvsen. Das große Gebiet der Aktienpapiere trat demgegenüber anfänglich in den Hintergrund, da die Abwanderung nach dem Anleihemarkt allgemein war, doch waren die Kurse allgemein gehalten. Verstimmend wirkten immer wieder auftauchende Gerüchte von ungünstigen Zusammenlegungsverhältnissen im Anilintonzern bei der Goldmarkumstellung. Die Kaufneigung für Dividendenpapiere hielt sich darum in engen Grenzen. Am Montanmarkt waren einzelne Öfcrtc anfänglich gebessert, die übrigen hielten sich auf gestrigem Stand. Ruhig verkehrte der Dankaklienmarkt, wo die Tendenz farblos ist. Am Anleihemarkt der Industriepa- piere waren große Kursveränderungen nicht zu verzeichnen. Die Kurse eröffneten auf gestrigem Stand. Die Stimmung auf dem freienMarkt war etwas lebhafter, im Vordergrund standen Api und Ufa. Api 25/8. User 12.5, Benz 3%, Entreprise 21,5 Petroleum 17, Grvwag 0,170. Am Geldma r kt war die Lage unverändert. Der Devisenmarkt war wiä>er etwas lebhafter. Das englische Pfund wurde mit 4,473/s Dollar genannt, der Pariser Frank wird mit 83,55 in Pfundparität und 18,69 in Dvllarparität bewertet. Die Mark wird mit 4,193 Billionen gehandelt. Wichst gesucht der in der Nähe (Bit- hens einen Ober- primancr mit Oben realschulbildung bis Dfitrn zum Abitur Dorbtreitet in Deutsch, ßnMch, Iran-vM. ®t* schichte und Seo- araphie. Schr. Singen, u. bingnngen u. 71530 an den Gieß. An; Heimarbeit wirb noch angenommen m Stricken Men. SchrAmu. W MM. Ä. -Mte-sM 2 Anfänger u. Sv» geschrittene ton»«; teilt bei Th. Einbroot Kapellmeister Aeuenweg ». M. Auch halte ®*nsTS« Dingen« vei'e" ii*P *" teMrM- Vereiir- °AS '..„.öllbrab $onn * ninn Meld | Briet 4,13 20,35 70,07 18,70 22,40 *161,00 18,45 67,‘8 6,90 2,181 111,26 78,93 65,18 12,54 6,39 4,21 20,95 71,09 18.80 22,62 161,80 18,5 • 67,86 6,92 2,205 111,82 79,39 55,46 12,60 5,41 Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeiger".) Berlin, 17. Sept. Die bereits gestern an der Rachbörse hervor getretene st arte Rach- f rag c nach inländis chen Anleihen ha! lyute außerordentlich zugcnomnren Zwar waren es im ossiziellen Verkehr nicht so hohe Pt.antasie- turfe. wie die bei dem Vormittags verkehr von Bureau zu Bui'eau genannten, doch ergab sich auf der ganzen Linie eine bemerkenswerte Steigerung des Kursniveaus. Desoirdere Gründe für diese neue Bewegung können nicht ins Feld geführt werden. Am Aktienmarkt hielten sich die Umsätze auch heute in engen Grenzen, doch zeigt sich im Vergleich zu gestern eher eine freund- Ikbere Tendenz. Man ist lehr befriedigt darüber, dah das Reichswirtschaftsministerium durch rasches Eingreifen die Auherseiter des Kohlensyn- dilals zum Beitritt gezwungen und damit wenigstens eine klare Situation geschaffen hat. Diese Sachlage ist vor allem wichtig wegen der schwebenden Kreditverhandlungen. Man weist auch daraus hin. daß der Beschäftigungsgrad der Industrie zwar langsam, aber stetig sich bessert. Während der heutigen Börse fand eine Sitzung des Börsenvorstandes statt, in der beschlossen wurde, am Samstag in Zukunft keine Börse abzuhalten. Im Devisen - und Geldver kehr ist die Lage unverändert. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 17. Sept. Es wurden notiert Weizen Wetterauer 24 bis 25, Roggen, intänb. 22 bis 23, Sommergerste für Brauzwecke 25,50 bis 2J, 5>afer. inländ. 22 bis 2275, Mais (gelb) 19,75 bis 20,25, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 36,25 bis 36,75 Roggenmehl 30 bis 31, Weizenkleie 12,50 brs 12,75. Roggen kl eie 12,25 bis 12.50 Mk. Tendenz behauptet. Bei Weizen und Gerste kommen geringere Qualitäten zu wesentlich billigeren Preisen zum Abschluß. Berliner Produktenbörse. Berlin, 17. Sept. Am Getreidemarkt herrschte weiter« Knappheit in Roggen. Weizen und Weizenmehl nicht niedriger, trotz Reuyork, aber in Inlandsweizen wenig ilmfatj. Cs notierten je 1000 Kg.: Weizen (märt.) 228 bis 236, Roggen (märt) 205 bis 209, Gerste (märt) 222 bis 250, Gerste (neue) 200 bis 210, Hafer (märt) 183 bis 191; für je 100 Kg.: Weizenmehl 32.25 bis 35.00, Roggenmchl 29.75 bis 32.00, Weizenkleie 15.00, Roggenkleie 13.00 bis 13.20, Diktoriaerbsen 38.00 bis 46.00, kleine Erbsen 22.00 bis 26.00, Futtererbsen 19.00 bis 20.00, Peluschken 17.00 bis 18.00, Ackerbvhnen 20.00 bis 22.00, Wicken 16.00 bis 17.00, Lupinen (blau) 12.50 bis 13.00, Lupinen (gelb) 14.00 bis 17.00, Seradella (alt) 13.50 bis 14.00, Rapskuchen 14.80 bis 15.80, Lein bi chen 25.00 bis 26.00, Trockenschnihel 13.20 bis 13.50, Torfmelasse 9.00, Kartofselslocken 19.50. Buntes Allerlei. Der gute 24er in Frankreich. Ein besonders gutes Weinjahr steht für die Hauptweingegenden Frankreichs, für die Gebiete von Bordeaux und Burgund, nach den letzten Berichten der Pariser Blätter in Aussicht. Alle bekannten Weinberge verheißen eine reiche Ernte von hervorragender Qualität. Rur die geringeren Weine im Süden dürsten eine nicht so reiche Dritte ergeben. Unter den Bordeaux- Weinen erwartet man bei den berühmtesten Marken einen vortrefflichen Ertrag, besonders bei den weißen Sauternes-Weinen. Die bekanntem Burgunder Weinberge, wie Montrachet und Meursault Pommard, Bolnah Romane«, Clos Vougeot, Chambertin usw., versprechen eine vorzügliche Saison. Der Wein Hst bisher dank' unaufhörlicher Vorsorge allen Gefahren entgangen, und auch die Hagelfälle die das Burgunder Weingebiet heimsuchten, haben wenig Schaden getan. Wenn man in den nächsten Wochen noch viel Sonne hat, so dürste der 1924er den allerbesten Jahrgängen beigezählt werden. Steinzeitliche Funde in China. Der schwedische Geologe I. G. Andersson, der seit einigen Jahren Ausgrabungen im nordöstlichen und westlichen China, und zwar in den Provinzen Fengtien, Honan, Shensi und Kansu durchgeführt hat machte wichtige steinzeitlrchc Funde, über die Dr. Stiaßny nach einem Vortrag St. Arnes im „Cicerone" berichtet. Es wurden Wohnplätze aufgedeckt, die aus der Periode des Lleberganges vom Steinzeitalter in die Bronzezeit stammen. Unter den steinzeitlichen Gefäßen aller Art, die ans Licht traten, fanden sich auch Tongesäße, deren geometrische Muster sich mit denen der keramischen Funde von Anau in Westturke- stan und aufa vergleichen lassen. In Kansu, der am meisten nach Westen vorgeschobenen Provinz, wurden neben Kupfergeräten Tonscherben mit reihenweise angevrdneten Vogelornamenten gefunden, zu denen die Parallelen ebenfalls in Westasien sich finden. Die Aehnlichkeit der kera- ün Unionen Prozent ®