Llr.M Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienb lütter Monats vezugrpreir: 2 (Bolömarh u. 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten. AnzeigerSietzeR. Postscheckkonto: firanffurt a. M. 11686. Montag, s8. August 192$ Erster Blatt 17<. Jahrgang GietzenerAnzeiger Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit» Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20"Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: e Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. General-Anzeiger für Oberhessen vrvS mid Verlag: vrühl'fche Univerfitäts-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. 5chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulltraße 7. Das Ende der Londoner Konferenz. Unterzeichnung des Schlutzprotokolls. — Ein Briefwechsel statt vertraglicher Abmachungen in der Räumungsfrage. — Die Ruhrkampfmahnahmen im besetzten Gebiet werden ausgehoben. Die Vertreter der deutschen Regierung haben cm SamStagabend das Schluhprvtokoll der Londoner Konferenz unterzeichnet. Leider hat das deutsche Volk vorläufig keinen Grund, diesen Akt mit besonderer Freude zu begrühen. Denn dieses Schlustprvtokoll enthalt nur Bestimmungen, die sich auf die Ingangsetzung des Sachverständigengutachtens beziehen und es ist von den deutschen Teilnehmern unterschrieben worden, ohne daß die den Franzosen abgerungenen Zugeständnisse in dem von Stresemann und Marx ge- fvrderten Zusatz in das Protokoll ausgenommen und damit von allen Mächten garantiert worden sind. Vielmehr hat es Herriot, der trotz oller Gegenwehr und trotz aller Zugeständ- nisie die seit Ghequers eingeschlogene Linie der Behauptung der französischen Ruhrpolitik als ein.:r rechtmäßigen Handlung und als eines Tauschobjekts bis zum Schluß befolgen konnte, durchgesetzt, daß die Deutschland gemachten Konzessionen mir in einem Brie fwech sel aufgeführt wurden und so nicht als Vertragsgegenstand, sondern als franko-belgisches Geschenk oder — wie es im Briefe heißt — als „spontanes Zeugnis ihres Friedenswillens' erscheinen. Wir halten die Anerkennungdieser Briefwechsel-Politik durch die deutschen Vertreter für den bedenllichslen Teil des Vertragsabschlusses. Die Franzosen, auf deren guten Willen wir bei dem Fortgang der Räumung nach wie vor angewiesen sind, werden uns voraussichtlich bald vor Augen führen, welche Wittel sie in der Hand behalten hccken, um trotz London und trotz der laut betonten Ansicht des Herrn Macdvnald die endgültige Wiederherstellung des von Frankreich zerstörten Recht^ustandes iiy Westen von neu«! Bedingung« n abhängig zu machen. Auch die tatsächlich erzietten Abmachungen dürfen uns nicht vergessen lasten, daß sie ein Jahr nach her Aufgabe des Passiven Widerstandes uns nur efaren Teil der Rechte wieder zurückgeben, die wir schon beim Abblasen des Ruhrkampfes als eine Selbstverständlichkeit erwarten muhten. Andererseits darf die schwierige Lage der deutschen Delegation nicht verkannt werden. Keine Macht der Welt hätte die Franzosen gezwungen, freiwillig wieder herauszugeben, was sie in der Hand fxtiten, und es ist selbstverständlich, dah nur der Wille, für den Beginn der Befreiung der terrorisierten deutschen Gebiete auch den denkbar höchsten Preis zu zahlen, die deutschen Vertreter veranlaßt hat, einer Lösung zuzustimmen, deren praktisches Ergebnis niemand in Deutschland befriedigen kann. Darüber wird noch einiges zu sagen fein. Die letzte Sitzung. London, 16. Aug. (WTB.) Die Londoner Konferenz trat heute nachmittag um 6.50 Tlhr unter dem Vorsitz des britischen Premierministers zu ihrer Schlußsitzung zusammen. Rach- dem die noch ausstehenden Berichte entgegengenommen und ohne Debatte genehmigt waren, hielt Macdvnald als Vorsitzender der Konferenz die Schlußansprache, die von her Konferenz mitDeifall ausgenommen wurde. Es folgten dann Ansprachen von Her- e i o t, dem amerikanischen Botschafter Kellogg, Theunis, dem italienischen Hauptdcle- gierten de S t e f a n i, Reichskanzler Marx und Sein • japanischen Botschafter Hahashi. Auch nach den Reden Herriots und Reichskanzler Marx' setzte starker Beifall ein. Rach einer kurzen Pause, in der das Konferenz - orotokoll von den verschiedenen Delegationen zur Kenntnis genommen wurde, erfolgte die Paraphierung des Protokolls. Die Sitzung wurde gm 9 plhr von Macdvnald geschlossen. M i t freundschaftlichem Händedruck verabschiedeten sich die Teilnehmer voneinander. Die Schlußbetrachtungen. Macdvnald beglückwünschte in seiner Ansprach' auf d:r Lchlutzsitzung der Konferenz, dir er mit der Anrede „Meine Freunde' cinleitete. die Konferenz- Mitglieder zum erfolgreichen Abschluß der gemeinsamen Arbeiten. Er sagte: „Ich glaube, wir hobm Europa etwas besseres gegeben als ein Abkommen, entworfen von Advokaten und auf Papier gedruckt. Wir Alle haben verhandelt und Erörterungen gepflogen, and uns in unsere gegenseitige Lage hineinversetzt. Lies ist der größte Fortschritt den wir gemacht haben, selbst weim letzten Endes^ die eine oder andere Seite vom Ergebnis enttäuscht worden tst. Wir bieten jetzt das ta t s ä ch l i ch e r st e >urch Verhandlungen zu st and ege- iommene Abkommen seit dem Kriege. Lede hier vertretene Partei ist moralisch verpflichtet, ihr Bestes zu tun, um es durchzu- nihren, weilesnichtdasErgebniseines Ultimatums ist. Wir haben versucht, einander soweit entgegenzukommen, als die öffentliche Meinung der verschiedenen Länder es uns gestat- fetc. Di^es Abkommen kann ang. s. hen werden als ' der erste Friedensvertrag, pell wir es unterzeichnet haben mit dem Gefühl, haß wir den furchtbaren Kriegsjahcen und der Kriegsmentalität unseren Rücken gewandt haben." Roten seien zwischen den Regierungen von Frankreich, Belgien unb Deutschland ausgetauscht worden, durch die vereinbart wird, dah d i e R ä u- mung des Ruhrgebiets innerhalb der Maximumperiode von 12 Monaten stattfinden soll, die von heute zu laufen beginne. Inzwischen würden gewisse Gebiete geräumt werden, als Beweis dafür, dah die französische und belgische Regierung es ernst meinen, dah diese gesamte Frage mit aller Beschleunigung, die die Umstände gestatten, beendigt werden soll. Mac- donald fuhr fort: Ich kann mich nicht enthalten, besonders auf die Stellung der deutschen Minister Bezug zu nehmen, mit denen wir verhandelt haben. Wir erkennen nur allzu gut die Schwierigkeiten , denen sie gegenüberstehen. Die ihnen auferlegten Lasten sind s ch w e r, und ihr Volk ist möglicherweise nicht allzu glücklich über das Ergebnis. Ich würde, wenn ich es darf, gerne dem deutschen Volke nachträglich zum Be- wuhtsein führen, dah wir als Ergebnis dieser Konferenz ein System der schiedsgerichtlichen Entscheidung, Prüfung und Rcwi- vision geschaffen haben, das sowohl das deutsche Volk als auch uns in die Lage versehen wird, das Werk des Dawesplanes zu beobachten, Projekte, die vielleicht in ihren Auswirkungen zweifelhaft sind, zu verfolgen und zusammenzukommen in dem aufrichtigen Wunsche, die Fehler zu verbessern, sobald diese Fehler entdeckt sind, mit anderen Worten, die Zeit nationaler Isolierung ist vorbei und die des Austausches der Ansichten und vernünftigen Behandlung mit Erfahrung hat begonnen. Dies ist ein großer Gewinn, nicht nur für Deutschland, sondern für alle von uns. Unsere Arbeit beginnt jedoch erst; wenn sie das Vertrauen wiederherstellt und die Hoffnung, damit wir in Zukunft mit ruhiger Verfassung und größerem Geiste zusammenwirkend gegenübertreten können, so wird sie uns zu roeit größeren Lösungen führen, als das Dokument, das unsere Unterschriften trägt, selbst enthält. Wir müssen jetzt Schritt für Schritt mit unserem Werke der F ried e n s st i f t u n g und der Wiederherstellung sortfahren. Macdvnald erklärte, er schlage vor, die Frage der interalliierten Schulden in Uebereinstimmung mit ber in Paris erfolgten Erklärung verhandeln zu lassen. Außerdem sei vorhanden die Frage der Abrüstung und der nationalen Sicherheit die Frage der Zusammensetzung und' Autorität des Völkerbundes und die Frage, die Gerechtigkeit durch Schiedsspruch walten zu lassen. Herriot bezeichnete nach einlellenden Dankesworten an Macdvnald als Hauptaufgabe der Konferenz die Anwendung des Dawesplanes. Zwar seien nicht alle Probleme gelöst, aber man sehe schon die Morgenröte tagen und er Herriot, hoffe, dah man bald in das volte Licht des Tages treten werde. Der schiedsrichterliche Gedanke stehe als em erhabenes Symbol über dem ganzen Werk der Konferenz Frankreich habe keinen stärkeren Wunsch, und keinen höheren Ehrgeiz, ate sein eigenes nationales Losungswort: „Freiheit, Gleichheit, Bru- derlichkett" auf alle Völker der Erde ausgedehnt zu sehen. Reichskanzler Marx führte aus: Ramens der deutschen Delegation spreche ich dem Herrn Vorsitzenden der Konferenz unseren aufrichtigsten Dank für die besonderen Ausführungen, die er uns gewidmet hat, aus. In verständnisvoller und sympathi s ch e r Weise, wie es seiner Art entspricht, hat der Herr Vorsitzende der Konferenz darauf hmgewie- sen, welch schwere Aufgabe den deutschen Delegierten bei dieser Konferenz erwachsen ist und welch große Verantwortung sie haben auf sich nehmen müssen, indem sie der Regelung der Reparationsfrage im Sinne des Dawesgutachtens zustimmten, welches dem deutschen Volle so große Opfer auferlegt. Mit Recht hat der Herr Vorsitzende darauf hingewiesen, dah die Uebernahme dieser Lasten und die Annahme der ganzen, im Dawesgutachten vorgesehenen neuen Einrichtungen für die deutsche Regierung einen schwerenEntschluß darstellt, daß aber eine gewisse Zuversicht über die zukunftigeEnt- wicklung aus dem in sehr weitgehendem Maße durch diese Konferenz vorgesehenen Echiedsgerichtsgedanken zu entnehmen ist. Möge dieser Gedanke Schiedsgerichts in immer weitergehendem Maße hei der Regelung der Beziehungen der Voller untereinander Eingang finden, um somit das bisherige durch ein besseres Recht zu ersehen. Ich möchte nicht diese Konferenz verlassen, ohne meiner Genugtuung Ausdruck zu aeben über den hohen Geist des friedens und de r Versöhnlichkeit, der die Verhandlungen dieser Konferenz getragen hat. Die Abmachungen. Amnestie. — Ausweisungen. — Zollgrenze. — (5'isenbahnregie. — Räumungsgebiete. London, 17. Aug. (WTB.) In der Frage der Amnestierung ist folgendes vereinbart worden: a) Amnestie sämtlicher Gefangener, einschließlich Riederschlagung aller schwebenden Verfahren, soweit die Handlungen aus politischen Motiven hervorgegangen sind, ohne Rücksicht auf die (Straftat. Die einzige Ausnahme ist die des Attentats gegen das Leben mit Todeserfvlg. h) M ebe rgan g sämtlicher schwebender Verfahren, einschließlich der . Vollstreckung, die nur aus. Anlaß der Errichtung der Eisenbahn- und Zollregie und der sonstigen Pfänderverwaltungxn vor die Mili- tärgerichte gelangt sind, auf die zuständigen deutschen Behörden. c) Zusicherung, dah künftig die deutsche Gerichtsbarkeit, insbesondere bei Verfolgung von Verbrechen gegen die Sicherheit des Staates ihren normal en Lauf nehmen kann. d) Rückkehr de r Au ögetoiefenen, sowie Wiedereinsetzung der ahgesehten Beamten in ihre Aemter, abgesehen von einzelnen Ausnahmen, über die ein Meinungsau stausch mit den deutschen Behörden vorgesehen ist. Das Rheinland abkommen und die allgemeinen Landesverwailuiigsbehörde.i werden wieder hergestellt. Aufhebung der B in n e n z o l l in i e und des Passierscheinzwangs im Verkehr zwischen besetzten und unbesetzten Gebiet. Rückgabe der Zollverwaltung und der Verwaltung des Ein- und Ausfuhrdienstes, Rückgabe der Verwaltung der staatlichen Forsten und Domänen, Beseitigung der französisch- belgischen Regie der Eisenbahnen. Wie der Sonderberichterstatter des WTB. erfährt, wird gleichzeitig mit der wirtschaftlichen Räumung militärisch geräumt werden: 1. die Zone von Dortmund und Hörde, 2.15 Tage nach der zweiten Feststellung die Häsen von Emmerich, Wesel, Mannhnm, ein- schliehl. Schloß, Karlsruhe einschl Leopolds- hafen, sowie die Gebiete von Offenburg und Appenweier und die Eisenbahnwerkstätte von Darmstadt,* 3. den Gebietsgürtel, der um den Brückenkopf von Köln seitens der Franzosen g?Icgt wurde. Dieser Gürtel umfaßt einmal die Städte Ober» gruiten, Vohwinkel, Cronenberg, Remscheid, Lennep, Bergborn, Hückeswagen, Wipperfürth, Gimborn, Ründeroth, Drabcnderhötze, ferner auch die Flaschenhälse zwischen Drückm- kopf Koblenz einerseits und Köln und Mainz andererseits, also insbeondere die Städte Königswinter, Honnef. 'Linz, Ansbach, Uckera.h, Caub, Lorch, Kirchberg und Limburg. Heule Räumung von Offenburg und Appenweier. Paris, 17. August. (WTB.) Havas veröffentlicht folgende Rote: Die badischen • Städte Offenburg und Appenweier find am 4. Rovernber 1922 infolge der Aushebung der internationalen Züge Paris—Warschau und Paris—Prag seitens der deutschen Behörden als Sanktion durch französische Truppen beseht worden. Da der Verkehr dieser Züge wiederhergestellt worden ist, haben sich die französische und die belgische Regierung darüber geeinigt, diese Städte räumen zu lassen, aus denen die französischen Truppen am 18. August abziehen werden. Der französisch-belgische BrieftvechselmitdemKeichskanzler London, 17. Aug. lWTB) Zwischen dem französischen und belgischen Führer der Delegation einersells und dem Reichskanzler Marx anderersells hat gestern ein Briefwechsel statt- gesur.den. Die Ministerpräsidenten Herriot und Theunis sandten dem Reichskanzler folgendes Schreiben: „Wir haben die Ehre, Ihnen von der folgenden Erklärung Kenntnis zu geben, die wir im Sinne unserer beiden Regierungen abgeben. Die französische und die belgische Regierung bestätigen ihre vorausgegangenen Crllärungen, nach deren Wortlaut die Besetzung des Ruhr- gebiets von ihnen kraft des Versailler Vertrages vollzogen worden ist. Sie erklären aber, zur Achtung der Verpflichtungen entschlossen, die sie bei Vollziehung des betreffenden Gesetzes eingegangen sind, die nur zum Ziele hatten, von Deutschland Bürgschaften für die Ausführung feiner Reparationsverpflichtungen zu erhalten, daß sie, wenn die drei vereinbarten Verpflichtungen zur Ausführung des Sachverständigengutachtens in dem Geiste der Lohalllät und der De- fri^Ming angewen.de t werden, der auch die Beratungen beseelt hat zur militärischen Räumung des Ruhrgebiets in deö Höchst f »ist von einem Jahre, von bi e- s e m Tagean gerechnet, schreiten werden. Wir wären Eurer Exzellenz für eine gefl. Empfangsbestätigung der vorliegenden Mitteilung dankbar. Genehmigen Sie usw. . . ." gez. Herriot. Theunis. Dcr Reichskanzler antwortete mit folgendem Brief: „Ich beehre mich, Ihnen den Empfang Ihres Schreibens vom h utigen Tage zu be täti ,ei, womit Sie mir die Erklärung der französische.i und der belgischen Regierung über die Räumung des 1 Ruhrgebiets übermittelt haben. Indun ich von dieser Erklärung Kenntnis nehme, halte ich ren wiederholt von der deutschen Regierung dargelegten Standpunkt aufrecht, won ch di: Besetzung deutschen Gebiets außerhalb der im Artikel 428 des Versailler Vertrags bezeichneten Grenzen nichtalsrechtmähiganertannt werdenkann. Zugleich möchte ich der Hebe r- Beugung Ausdruck geben, daß es erwünscht erscheint, die militärische Räumung s o s e h r a l s möglich zu beschleunigen und sie vor dem von Ihnen angegebenen Zeitpunkt zu beenden. Ich gebe mich der Hoffnung hn, daß die französische und die belgische Regierung diesem Gesichtspunkt Rechnung tragen werden. Genehmigen Sie usw. usw....." gez. Reichskanzler Marx. I . Ei» zweites Schreiben der Ministerpräsidenten Herriot und Theunis afi den Reichskanzler lautet: „In dem Augenblick, in dem der Abschluß der Londoner Konferenz bevorsteht, die eine wichtige Anstrengung zur Herstellung des Zustandes internationaler Eintracht darstellt, beschließen die französische und belgische Regierung, in dem Wunsche, ein unverzügli che s und spontanes Zeugnis ihres Friedenswillens und ihres Vertrauens in die frei vereinbarten Verpflichtungen abzulegen, dah sie am Tage nach der endgültigen Lk n t er z e i chn u n g der Londoner Vereinbarung die militärische Räumung der Zone Dortmund und Hörde und der nicht zum Ruhrgebiet gehörigen, seitdem 11. Januar 1923besehten Gebiete anordnen werden. Diese militärische Räumung wird in derselben Zeit stattfinden, wie die wirtschaftliche Räumung derselben Zone. Genehmigen Sie usw. usw." Gez. Herriot, Theunis, Hhmcms. Die Antwort des Reichskanzlers auf dieses Schreiben lautet: „Ich beehre mich, den Empfang Ihres heutigen Schreibens zu bestätisn, worin Sie anfünbi- gen, daß am Tage nach der endgültigen älnter- zeichnung des Abkommens von London die militärische Räumung der Zone von Dortmund bis Hörde sowie der seit dem 11. Januar 1923 außerhalb des Ruhrgebietes besetzten Gebiete angeordnet wird. Ich begrüße diesen Schritt, zu dem Sie sich im Willen zum Frieden und im Vertrauen auf die getroffenen Abmachungen entschlössen haben. Die deutsche Regierung ist gewillt, sich vom gleichen Geiste leiten zu lassen. Sie hofft, daß die Durchführung Ihres Entschlusses den Beginn einer neuen Aera bedeutet, die zu einer friedlichen und fruchtbaren Entwicklung der Beziehungen zwischen unseren Ländern führen wird. Genehmigen Sie usw. usw......“ gez.: Marx. Auf diesen Briefwechsel hat Macdvnald in seiner Schlußansprache Bezug genommen. HerriotüberdasErgebms Paris, 18. Aug. (WTB.) Her riy t hat gestern Vertreter der französischem Presse empfanget und eine längere Erklärung über die Konferenz abgegeben, in der es u. a. heißt: Auf Grund des Mandats, das 'ins der Sachverständigenbericht erteilt hat, haben wir in London die interalliierte Front wiederhergestellt für den Fall, daß Deutschland feine Verpflichtungen nicht innehält. Die Vereinigten Staaten haben sich bereit erklärt, in der Kontrolle, die über Deutschland ausgeübt werden soll, m i t z u w i r k e n. De rtsch- lanö selbst brauche diese Kontrolle nicht passiv über sich ergehen zu lassen, sondern es fönne sie aus freien Stücken übernehmen. Die Methode wäre langwierig und schwierig in der Durchführung. aber Deutschland könne nicht mehr sagen, daß eS allein der Gewalt gewichen sei. Es habe sich vor der ganzen Welt, vor den Vereinigten Staaten und vor uns verpflichtet. Wenn mtdl, Herborn, ZÖ9 P. 14. -Änna xtung, Krofdorf 268 P. 15. Emma Loh, Krofdorf. Marie Schnabel, Wieseck und Ottilie Ernst, Gießen. 267 P. Schüler (Oberstufe): 1. Willi Schmahl, Gießen 319 P. 2. Alfred Oßwald, Wieseck, unb Emil Gaub, Oppenrod, 318 P. 3. Walter Sehrt, Gr.-Linden. 310 P. 4. Ldw. Weigand, Gr.-Linden, Albert Schäfer unb Gustav Pfaff, Launsbach, 305 Punkte. 5. Ernst Schmidt, Krofdorf, und Otto Seibert, Launsbach, 303 P. 6. Adolf Pansch, Krofdorf. 302 P. 7. Walter Kollmar, Herborn, 301 P. 8. Gg. Gelsheimcr, Gr.-Linden, 299 P. 9. Richard Wagner, Krofdorf, Ernst Pausch, Krofdorf und Rudolf Oßwald, Wieseck, 298 P. 10. Ernst Schmidt, Gr.- Linden, 296 P. 11. Walter Schmidt, Gießen unb Rudolf Andermann, Wieseck, 294 P. 12. Willi Bender, Krofdorf, und Otto Dalser, Wieseck, 293 Punkte. 13. Albert Mandler, Heuchelheim, 290 P. 14. Rudolf Schieferstein, Launsbach, unb Ludwig Reinhardt, Daubringen, 288 P. 15. Fritz Gum- bert, Krofdorf, Hch. Wagenbach, Alten-Duseck und Karl ßäufert, Lollar, 287 P. Schüler (H n t e r ft u f e): 1. Karl Wagner, Launsach, 328 P. 2. Franz Schäfer, Launsbach, 312 P. 3. Otto Vogt, Wißmar, 306 P. 4. Albert Dittcndorf, Wißmar, 301 P. 5. Ldw. Horn, Stein» bach, 300 P. 6. Franz Volk, Launsbach, 297 P. 7. Erich Fink, Staufenberg, 296 P. 8_. WilliHenkel- mann, Wißmar, 295 P. 9. Walter Wvgner, Fritz Pfaff, Launsbach, unb Ernst Schöffmann, Wieseck, 294 P. 10. Willi Münzer, Lollar, 293 P. 12. Karl Speyer, Wißmar, und Hugo Kreiling, Wieseck, 289 P. 13. Otto Dillendorf, Wißmar, Karl Ziegler und Erich Rohrbach, Lollar, 288 P. 14. Wilh. Cinhäuser, Alten-Duseck, Rudolf Häuser, Watzenborn, Ernst Rühr, Lollar, Karl Reinhard, Gießen und Friedrich Volk, Klein-Linden, 286 P. 15. Ernst Seibert, Launsbach, 285 P. Der Abend wurde von den Vorführungen ber Freien Turner schäft Gießen ausgesüllt, bie sämtlich wohlgelungen waren und beifällig aufgenommen wurden. Das Ganze war ein Tag, der völlig im Zeichen der Jugendbewegung stand und als voller Erfolg gebucht werden kann. Das Schülerwetturnen des Turnerbundes „Lahn- Dünsberg", bestehend aus 5 Geräteübungen, Freihoch und Freiweit ohne Brett, fand am Sonntag, dem 17., auf der Wellersburg bei Wieseck statt. Rach vor- ausgegangener Kampfrichtersihung begann um 81/2 Ahr das Wetturnen, an welchem 239 Schüler teilnahmen. Vom schönsten Wetter begünstigt entwickelte sich ein recht reger Turnbetrieb, welcher unter Leitung des Tumwarls Gissel, Rodheim, gegen Mittag beendet war. Bei dem darauffolgenden Wettkampf um den Wanderpreis, welcher durch eine viermal 100-Meter-Pendel- ftafette zum Aus trag gelangte, traten 13 Vereine an. In scharfer Konkurrenz siegte die Stafette des Tv. Wieseck mit 94-/z Sek. Es folgten: Tv. Lollar mit 943A Sek. und Tv. Allendorf mit 95V- Sekunden. Rach einigen ermunternden Worten des Vorsitzenden Daupert, Wieseck, fand die Preis- vertcilung statt, bei welcher Rachfolgende als Sieger genannt wurden: 1. Karl Wallenfels, Mendorf, 133 P. 2. Adolf Kreiling, Wieseck, 131 P. 3. Erich Seipp, Lollar und Emil Arnold, Leihgestern, 128 P. 4. Ludwig Wallenfels, Mendorf, 126 P. 5. Wilh. Brückel, Hausen unb Karl Hahn, Gr.-Buseck, 124 P. 6. Fritz Henß, Gr.-Duseck, Adolf Schäfer, Wieseck und Erich Rahlf, Rodhoim, 122 P. 7. Emil Winter, La ans- bach, Willi Dender, Krofdorf und Ernst Klein. Dellnhausen, 121 P. 8. Emil Berger, Allendorf, Friedel Frank, Lollar, Otto Rapp old, Dellnhausen und Otto Schardt, Hausen, 120 P. 9. Hch. Knöß, Daubringen und Hans Weller, Wieseck, 119 P. 10. Heinrich Klein, Lollar, 118 P. Das Reichsjugendherbergsver- zeichnis 1924 25 ist erschienen und vom Verbände für Deutsche Jugendherbergen, Hilchenbach in Wests, zu beziehen. Deu Ische Hochschule für Leibesübungen. Das Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 1924 "25, das zehnte sett Bestehen der Hochschule, ist im Druck erschienen und durch das Sekretariat, Charlottenburg 9, Deutsches Stadion, kostenlos erhältst-^ Hz sieht im oanzen 25 Aebung?n u b 39 Vorlesungen v r Rcueinzc führt sind Rugbyspiel, der Bau von Paddelbooten als Werkunterricht, rhythmische Gymnastik nach Mary Wigman und Lobeland,' bei den theoretischen Vorlesungen: „Leistung und Wertung" von Prof. Dr. Verger, dem Vorsitzenden der Deutschen Turnerschnst, ferner spricht Prof. Matthias, der neugewonnene Lehrer, über „Biologische Fragen" unb als Gastvorlesung Dr. Geis 0 w, der Vorsitzende des Deutschen Schwimmverbandes, über „Sportliche EthikDas Wintersemester beginnt am 1. Rovern ber. Die Gesamt kosten eines sechssemestrigen Studiums sind bei bescheidener Lebensführung und unter Benutzung der von der Deutschen Hochschule gewährten ülnterfunft und Verpflegung auf 2500 Mk. berechnet. Im Wintersemester findet die erste staatliche Prüfung für Turn- und Sportlehrer im Auftrage des Preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung an der Hochschule statt. Der Länderkamps Angarn—Deutschland im Schwimmen am 19. August in Budapest erstreckt sich auf vier Staffeln über 4mal 50 Meter, 4mal 100 Meter, 4mal 200 Meter Freistil und 4mal 50 Meter Lage. Dazu kommt ein Wasserballspiel. Die Mannschaft ist die gleiche, die vorher schon in Wien weilt. Heinrich-Leipzig wird entgegen der ursprünglichen Absicht nicht dabei sein, statt dessen aber die drei Kölner, Eicker, Sommer und Treis. Außerdem kommt auf persönliche Einladung der deutsche Meister ßuber nach Budapest, um seine hervorragende Springkunst vom Turm zu zeigen. Dörnbcrgfliige. Auf dem Dörnberg bei Kassel ist ein neues Segelfluggelände in Gegenwart vieler Tausend Zuschauer eröffnet worden. Die Veranstaltung wurde vom Mitteldeutschen Flugverband Kassel geleitet. Leider litt die Ausführung von Segelflügen unter schlechten Windverhältnissen, sonst erwies sich aber der Dörnberg als ein vorzügliches Fluggelande. Leutnant a. D. von Schönebeck, ein bekannter Rhönflieger, führte die Flugzeuge vor. Spielvlan der frankfurter Theater. . Opernhaus. Sonntag, 17. August: Lohen- grin Montag, 18.: Die lustigen Weiber von Windsor. Dienstag, 19.: Carmen. Mittwoch, 20: Der Freischütz. Donnerstag, 21.: Der fliegende Hollander. Freitag, 22.: Frasquita. Samstag, 23.: Madame Butterfly. Sonntag, 24.: Die Meistersinger von Rürnberg. — Schauspielhaus. Ab Samstag, 16. August bis Sonntag. 24. August: Das Weib im Purpur. furchtbarem Gy halbes Stück Zus Mrdizinal-Seife habe ich da beseitigt H. S., Poliz.-S Zuckooh-Creme (nidrt fette haltig). In allen Apotheke, unb Parfümerien erhältlich. vat. 12.8. 12.8. 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(Enthält nur die Flüge über 30 Sek. Dauer.) Königsberg 73 ____ Wuppertal 15 13. 8. Aaumburg 24 Nische Abscheuern oes Zahnfleisches, Der Zähne und des Gaumens mit dem prallweichen Fletsch des Apfels wirkt reinigend tote eine Zahnbürste. Epcisen raste, die in gröberen oder kleineren Zahnlücken sitzen geblieben sind unb zur Zersetzung neigen, werden auf diese unmerkliche Weise entfernt. Die Fruchtsäuren haben neben ihrer geschmackverbessernden Eigenschaft eine ausgesprochen gesundheitliche Wirkung im Mund: sie schädigen und yrftDcen die F iulniserreger, die sich in Zahnlücken oder kleineren Defekten angesiedelt haben, und sind so unmittelbar desinfizierend tätig. Die' Folge äußert sich in günstiger Einwirkung auf die Erhaltung der Zähne. Die Verdauung wird durch Obstgenab bekanntermaßen günstig beeinflußt; es beruht das neben dem Fasergehalt vornehmlich auf der An- Wesenheit von Zucker und Fruchtsäuren. Darm- empsindliche und barmfrante Personen müssen natürlich dem Obst gegenüber Vorsicht walten lassen; Durchfalle und andere Darmstörungen sind sonst zu erwarten. Manche Personen vertragen Obst nicht and falten sich ihr ganzes Leben von dieser Speise fern; das ist ja gegenüber anderen Nahrungsmitteln auch der Fall. Der gefunfa Mensch verträgt Obst in der Regel in r)hem and gelochtem Zustand, ohne dah er widrige Erichei- nungen zu befürchten hat. Es ist sicher, daß regelmäßiger Obstgenuß, sei es abends vor bem Schlafengehen oder — wie es namentlich in England und Amerika üblich ist — morgens noch vor dem Frühstück, nur gute Fölsen für die Regelmäßigkeit der Verdauungsvorgänge mit sich bringt. Diese Regelmäßigk.it bleibt bä den mcr ften Menschen auch bestehen, wann einmal äußere Hemmnisse den Obslgmuß verhindern; bei ander.n machen sich freilich in solchem Fall Störungen unangenehm bemerkbar. Gewöhnung spielt beim Obst wie bei allen Nahrungsmitteln eine grfac Rolle. 3n Obstgegenden, wo die Bewoh e: daran gewöhnt sind, von frühester Jugend an große Mengen zu sich zu nefaien. werden Mengen anstandslos vertragen, die bei nich'.g'wöh ite.a Personen Beschwerden farbetfüfaen Warden. Es ist ein Irrtum, wie es recht hiufig geschieht, den Genuß von Obst selbst, namentlij) bei heißem Wetter, als älrsache von älnzutrag- lid) leiten für den Darm zu betrachten. Dir es Vorurteil kommt Wohl daher, daß bei länger wahrender Hitze die in die Stadt von weither gebrachten Früchte leicht verdarben, faul toerten und da entschädigenden Keimen günstig m Bc^eu zur Ansiedelung gewähren. "Derartige Frücht, zumal wenn sie in größeren Mengen genossen werden, geben allerdings zu Darmstörungen Ver- anlassung. Dasselbe gilt für den Genu.), von unreifem Obst. Auch das gleichzeitig- -trinlen von großen Mengen kalten Wassers b i he ßem Witter ist schuld am Qluftrcen von Darmstörungen. Reife, einwandfreie Früchte führen aber auch bei faißem Wetter nicht zu solchen Erscheinungen. Obst das auf dem Transport schmutzig ge- worden und mit Erde behaftet ist, wird man vor dem Genuß reinigen. Im allgemeinen braucht man aber dabei nicht so gar ängstlich zu sein, und nichts ist hier für gewöhnlich weniger Mn Platze, als eine zuweilen zu beobachtende Bazillenfurcht". Die Säfte des Mag ms und des Darms, insbesondere die Salzsäure und das ei= weißverdauende Ferment des Magms toten d;e meisten am Obst etwa haftenden Keime rasch ab. Etwas anderes ist es, in CpidemieAriten ober über» braupt in Gegeüdsn, in denen Typhus, Cholera und ähnliche seuchenhcttte Erkrankungen regelmäßig zu Hause sind. Hier kann Obst zu einem in bester Lage sofort oder später tum erster Firma ce»«nchi. Off. unl. :>e--l > bauptvostlagernd Hannover. toa.iu 12. 8. Hannover 17 „Pelikan" _____ Wuppertal 15 12. 8. Halle 2 „Gretchen" Für junges besseres Ehepaar, das bei mir wohnt, suche ich wegen Raummangel zwei Zimmer mit llüche ob. kleinen hierzu fierriebtbaren Raum in gutem Hause. Schriftliche Angebote unter 022630 an den Gießener Anzeiger. ... Weißenfels 42 11. 8. Weißenfels 42 aoer sicher nicht auf die rohen Heidelbdsrn uWf ebenso nicht auf das Heidelbeeikompott. Obst und Kompott spielen in der K r a n T e n • kost eine große Rolle, die allerdings noch 'weitere Ausdehnung verttagen könnte, stlarnentlich bei Fieber — soweit nicht gleichzeitig eine Magenoder Darmschädigung besteht — bedeutet Darreichung von Obst in rohem oder gekochtem <>u* stand eine große Annehmlichkeit für den Kranken und eine große fühlbare Erleichterung für bie Aufstellung geeigneter Ernährungsweise. Auch darmempfindliche Fieberkranke werden häufig die Verabfolgung von Fruchtsästen dankbar begrüßen. Daß bei Darmträgheit, namentlich chronischer Ver- slopfung, Obst ein wirkliches Heilmittel bildet, wird bereits erwähnt. Aber auch bei anderen Erkrankungen, bei denen geeignete Ernährung eine vordringliche Sorge des Arztes bildet, so bei Nierenleiden, Gicht usw. letflet Obst die vortrefflichsten Dienste. Aus aller Welt. Bootsunfall württsmbsrgischsr Regierungsmitglieder. Friedrichshafen, 17. Aug. (WäD.) Sonntag nachmittag unternahmen rerschtedme Damen und Heroen, darunter Mitglieder bei jetzigen und der früheren wiirttem- bergischen Regierung, eure Bootsfahrt zur Besichttgung dos Fischfangs in der Richtung von Langenargen. B.-i einer scharfen Wendung des Bootes geriet es in das Kielnxr! e. eines Motorbootes. Wohl infolge $u starter einseitiger Belastung brach das Ge'.änd erdes Heinen Bootes, wobei etwa zehn Personen m bie See fielen, darunter cer Mtn ister des Innern Bolz, Der frühere Staatspräsident v. Hie der und Ministerialrat Linder vom Finanzministerium. Mit Aus- nahme dech Herrn Linder, der vermutlich infolge eines Herzschlages ertru nken ist, tonnten alle gerettet werden, bfae weiteren schaden ju nehmen. Staatspräsident Bazille hatte ebenfalls an der Bootsfahrt teilgenommen. Dis Leichs Matteottis. Rubina-Beize findet Verwendung zum Beizen von tannenen sowie Pitch- pine-Döden, Möbeln jeder Art, Treppengeländer, Türen usw., wachst gleichzeittg und gibt jedem Holzgegenstand fofort einen prächtigenHochglanz. Erhältlich in den Farben Gelb u.2raun bei 6Mrss Gustav Geisse, Giehen. „Beim Raufen mag der Flegel siegen, doch Kunst gehört zum Segelfliegen." Koschel 1923. Diese geflügelten Worte von Herrn Oberstabsarzt Kvschel, dem Lagerarzte von 1923, wurden durch die Dorflüge zum diesjährigen Rhön-Segelflug-Wettbewerb glänzend bestätigt. Gs genügt nicht, einige Hölzer, Drähte und Leinwand zu einem Gebilde zu vereinigen, um damit fliegen oder gar segeln zu können. Es kommt dabei wesentlich Darauf an, Daß man nach wissenschaftlichen Methoden und technisch einwandfrei fein Flugzeug baut. Bon Der großen Wenge Der angemeldeteir Flugzeuge wird doch nur eine kleine Zahl wirklich Gutes leisten. Als beste Maschine hat sich in Den Dorflügen wohl Pelikan (Techn. Hochschule Hannover) mit Koch als Führer erwiesen. Während der beiden letzten Tage war das Wetter so ungünstig, daß an Fliegen nicht za den len war. Erst heute trat eine leichte Besserung ein, die sofort ausgenuht wurde. Dazu trag vor allem auch das Ausschreiben eines Preises für einen Zrelflug über ihre 1000 Meter Entfernung bei der voraussichtlich von Practnsky auf Breslau^ gewonnen wurde; jedenfalls ist er dem Ziel am nächsten geb)armen, bis auf 3,5 Meter. Dabei hatte er einen Passagier an Bord. Kurz Darauf erfolgte Der erste Sturz aus der Luft. Koch auf Pelikan startet oben auf Der Kuppe. Etwa 5 Meter über Dem Boden bricht Der rechte Flügel rwlMnbig ab. D^ Flua?eug dreht sich um feine Längsachse, schießt toeiter über Den Abhang hinaus, stürzt etwa 50 Meter ab und überschlägt sich vollkommen. Wie durch ein Wunder bleibt Koch unverletzt. Däe Maschine wird cvohl kaum noch repariert werden können. Wodurch dieser Bruch hervor- gerufen wurde, Darüber sind die Meinungen sehr- geteilt. Am wahrscheinlichsten Dürfte Die Annahme fein, Daß durch einen plötzlichen seitlichen Windstoß der rechte Flügel über seine Tragfähigkeit beansprucht wurde. Olun werden auch die Flugzeuge mit Leicht- motor anfangen zu fliegen. Ein Gelände wurde für sie bereits heute vermessen. Der Beginn des Hauptwettbewerbs macht sich vor allem durch die große Zahl von Photographen und SUiwOperateuren bemerkbar. 1 Zwei solcher lauerten unterhalb der Kuppe auf alle Flugzeuge, Die oben starteten. Außerdem strichen andere zwischen Den startfertigen Maschinen hindurch. Auch das Publikum zeigt durch die überaus zahlreiche Beteiligung fein reges 3ntereffe. Leider machen unsere „Laubfrösche", die Wettermacher, wenig erfreuliche Prognosen für Die kommenden Tage. Dr. H. M. VI. 17. August 1924. Der Sonntag scheint sich schlecht anzulassen. Siebet ziehen um den Gipfel Der Wasserkupfa. Die Laubfrösche" behaupten aber, bis zum Nach- mittag klart es auf. Doch schon am Vormittag werden Maschinen heraus gezogen. Besonders werden beachtet „Strolch" und „Moritz", der Fliegerschule Marten s. Martens selbst star- Obst und Ernährung. Von Dr. meß. W. Schweisheimer. Richtige Ernährung steht immer im Mittelpunkt persönlicher Gesundheitsfürsorge. 3m Sommer und Herbst, wenn es frisches Obst gibt, kann sie in vorzüglicher und verhältnismäßig billiger Weise erleichtert werden. Man braucht durchaus noch nicht Vegetarianer zu sein, um im Obst ein vom gesundheitlichen Standpunkt aus besonders begrüßenswertes Rahrungsmittel zu erblicken. Diese Bedeutung fällt mit Dem Wohlgeschmack Der Früchte zusammen, und so verbindet sich beim Obstgenuß in glücklicher Weise das objektiv zu Empfehlende mit Dem subjektiv Wünschenswerten. Der roh berechnete Nährwert ist freilich nicht sehr groß: Obst besteht zu über 80 vom HunDert aus Wasser. Fett ist gar nicht in ihm vorhanDen, Eiweißstoffe in sehr geringer Wenge, beträchtlicher Dagegen ist Der Gehalt an Zucker — eine Tatsache, Die beispielsweise bei Der Ernährung von Zuckerkranken mit Obst Auswahl unD Einschränkung erheischt. Ein wesentlicher BestanDteil Der er- srischenDen Wirkung Der Früchte ist Der Gehalt an Fruchtsäuren. So finDet sich Apfelsäure in Aepfeln, Birnen. Pflaumen unD Kirschen, in geringerer Menge auch in zahlreichen anDeren Obst- arten. Zitronensäure kommt in Zittonen unD Orangen vor, Weinsäure in Weintrauben, Gerbsäure unD Oxalsäure finDen sich in geringen Mengen in einer großen Anzahl von Früchten, Salizylsäure in Himbeeren, Erdbeeren, Fohannrs- bezren und Kirschen. 3n Preiselbeeren wurde Benzoesäure nachgewiesen, in Himbeeren kleine Spuren von Ameisensäure. Der eigenartige Wohlgeschmack des Obstes, Der scharfe ilnterfcßieD, Der schon bei geschlossenem Auge Die einzelnen Arten sicher bestimmen läßt, beruht auf Der Anwesenheit eigener Duftstoffe (aromatischer Stoffe). Diele Duftstoffe, Die in Der Hauptsache aus DerbinDungen von Fettsäuren bestehen, verflüchtigen sich rasch, unD Das um so mehr, je länger Die Frucht von ihrer älrsprungs- ftelle entfernt ist. Kein leeres Dorurteil ist Darum Die Behauptung, Daß frisch gepflücktes Obst am besten schmeckt. Kochen läßt Die Duftstoffe zum Teil schwinden, zum Teil ändert es Den Geschmack Der gu ^a e rai f € bilden einen wichtigen Bestandteil des Obstes, und unter ihnen nehmen Kali- und Phosphorsäureverbindungen einen Hauptplah ein. Daneben finden sich noch Ratron, Magnesia, Eisen, Kieselsäure asw. Er^ beeren sind verhältnismäßig reich an Elsen und an Kalk Weintrauben entfalten zwar wenig Kalk dagegen viel Eisen, auch Heidelbeeren sind eisenreich, Orangen und Himbeeren kalttmch An Vitaminen, Den im Lause der letzten 3ahra etwas näher erforschten neuentdeckten Ergan- z ungsnährstosfen, ist Objt reich Viel Positivs ist Darüber allerdings im einzelnen noch nicht bekannt. Doch scheint gerade der Reichtum an Vitaminen mit ehre Grundlage für die erfrischende and belebende Wirkung des Obstes zu billten. Auf die Zähne wirkt der Genuß von Fruchten günftig ein. Zahlreiche, genau durchgefuhrte Beobachtungen haben das ertoieicn. -Las mecha- - Möbel Besichtigung ohne Kaufzwang! Schreibtische, Eiche..... • Bücherschränke, Eiche ...... Kleiderschränke . . ......., Schlafzimmer Speisezimmer ........... Herrenzimmer....... ■ • tet mit Mur 1 tz und otetbt zehn Minuten 34 Sekunden in Der Lust. Prachtvoll ist Der Anblick des lautlos unD majestätisch dahinziehenden Riesenvogels. Mehrmals fliegt er in beträchtlicher Höhe senkrecht über den Startplatz hinweg. Auch am Nachmittag war Der Start Martens axf „Mori tz" zu einem Zielflug wunderbar. Die Entfernung rn der Cuftlinic zwischen Start und Ziel beträgt wieder etwa 1000 Meter. Martens bringt es nicht übers Herz, so rasch aus seinem Elemente herabzusteigen. Er fliegt hin und her, überhöht wieder sehr beträchtlich Den Startplatz, wo ihm die angesammelten Zuschauer begeistert zujubeln und sucht so ganz allmählich Das Ziel zu erreichen. Er hat Dabei aber insofern Pech, als er nicht rechtzeitig tief genug kommt unD andererseits nicht mehr soviel Höhe gewinnen kann, um nochmals eine Runde zu fliegen. Er muß daher in einem Seitentale landen. Daneben finDen noch eine Menge sehr beachtenswerter Flüge statt, Die im einzelnen anzugeben, zu weit führen würde. Erwähnen muß ich aber Den Sturz Le der ma nn s auf „Espenlaub 5". Er startet von Dtr Kuppe, beschreibt einige sehr schöne Kurven, gewinnt besonders zu Anfang auch beträchtlich an Höhe, macht aber dann wahrscheinlich eine falsche Steuer- betoegung. Das Flugzeug neigt sich, Der linke Flügel brächt, es überschlägt sich, und krachend stürzt der flügellahme Vogel zu Boden. Mit Riestnsprüngen eilen Arzt and freiwillige Helfer der älnfallstelle za, und ball» gibt der Marinewinter ülnfallstelle zu, und bald gibt der Marrnewinker herauf; „Pilot heil!" Ein Aufatmen geht durch die Menge, als diese Worte bekamtt werden. Die Kunst des Segelfliegens besteht ja vor allem bartn, Die Vorteile, Die das Gelände bietet, möglichst auszunutzen. Darin ist vor allem Martens Meister. Dr. H. M. lichtspselhms Bahnhofstraße 34. Der Hauprübertragungsmittel werden, und in solchen Fällen müssen die Krankheitskeime durch vorheriges Kochen des Obstes unschädlich gemacht werden. Für gewöhnlich genügt aber auch bet nicht zu schälendem Obst einfaches Waschen, und auch das ist oft mehr eine ästhetische als eine gesundheitlich unbedingt notwendige Angelegenheit. Kindern sollte man im Sommer wie im Winter nach Möglichkeit immer Obst geben, zumal sie es — aus einem inneren Bedürfnis des Körpers heraus — sehr gern essen Leute, Die rofaä Obst aus irgendeinem Grunde meßt gut vertragen, können sich durch Abkochen und Zugabe von Zucker (Kompott) helfen. Die Faserstoffe werden Dabei erweicht unD gelockert, unD dadurch tritt eine geringere Einwirkung aus Die Darmbewegungen ein als bei rohem Obst. Die einzelnen Obstsorten wirken zmn Tell ganz verlchiedenen auf den menschlichen Körper. 3n unseren Breiten ist Der Apfel, in manchen Gegenden auch Die Weintraube die oerbrertetfte Obst art. Eine bekannte Eigentümlichkeit der Erdbeeren ist es, daß veranlagte Personen nach ihrem Genuß Nesselsucht bekommen können. Di^e Erscheinung, deren eigentliche älrsache nicht bekannt ist, klingt nach kurzer Zeit wieder ab fadeutet aber für den Betroffenen eine beträchtliche Unannehmlichkeit. Boa Heidelbeeren wird behauptet, daß sie im Gegensatz zu anderen Früchten auf Duz Darmtätigkeit hemmend einwirkten. Das trifft wahrscheinlich auf den Heidelbeerfast und den aus gettockneten Heidelbeeren zu bereiteten Tee zu, Rom, 17. Aug. Zwischen Serosano und 6a- stelnuovo Di Porto, etwa 22 Kilometer von Rom entfernt, nahe bei Dem Ort, wo Der Rock Matteottis aufgefunDen wurDe, führten mit Hilfe von Poli- zeihunDen angestellte Nachforschungen zur 21 u f- f in Dun g einer begrabenen Leiche, Die sich im AnfangszustanD Der Verwesung besindet. Die BehörDen begaben sich an Ort und Stelle, um festzustellen, ob es sich um Die Leiche Matteottis hanDelt. Die ganze Presse beschäftigt sich in spaltenlangen Berichten in Extraausgaben mit Der AuffinDung Der Leiche Matteottis. Die Angelegenheit erregt alle Gemüter und macht einen ungeheuren GinDrud. Aus vielen Einzelheiten scheint zweifellos hervorzugehen, Daß Der vollstänDig nackt aufgcfunDcne Körper mit Dem Leichnam Matteottis identisch ist. Den Blättern zufolge scheint Der in geringer Tiefe begrabene Leichnam von Füchsen aufgefunDen und angefressen toorDen zu sein. Der Leichnam ist von Dem Geistlichen Der nächsten Kirche eingesegnet toorDen. Unzählige Neugierige unD FreunDe des ErmorDeten sowie 3ournalisten haben sich an Die FunDstelle begeben, sie toerDcn jedoch von den auf- gestellten Earabinieri zurückgehalten. Der vermeintliche Leichnam Matteottis ist in Die FrieD- hofskapelle Des Dorfes Riano verbracht toorDen. Der versiegelte Sarg toirD zur Verfügung Der Ge- richtsbehörDen gehalten. Am Samstag abend erschien Frau Matteotti vor Der Friedhofskapelle unD beschwor Den wachhabenDen Offizier, Der Den strengen Befehl hatte, niemanD einzulassen, ihr Den Zutritt zu gestatten. Ohne auf Die AnorDnung Des Offiziers zu achten, betrat schließlich Frau Matteotti in ihrem tiefen Schmerz Die Kapelle, in Der sie lange knienD unD betend vor Dem Sarg verweilte. Frau Matteotti richtete an Den älntersuchungsrichter Die Bitte, Die Leiche ihres Gemahls nach Vollziehung aller gerichtlichen Formalitäten ausgeliefert zu erhalten. Verhaftung des Erzbergermördcrs Schulz? B u D a P e st , 17. August. (WTB.) Wie z u ' verlässig verlautet, ist Der Erzberger-MörDer Schulz auf einem ungarischen Landgut verhaf - t e t toorDen. Opfer Der Berge. St. Mor,itz, 17. August. Die seit einigen Tagen vermißten Touristen G a r r to e l s aus Bremen unD Dr. Schick aus W i e n sink) e r - froren aufgefunDen toorDen. Der Führer ist noch vermißt. Ein Erdstoß in Savoyen. Nach einem Havasbericht tourDe am Freitag in Favorges (Savoyen) ein ziemlich starker Erdstoß verspürt. Verunglückt sei niemanD. Verantwortlich für Politik und Feuilleton: 3. V.: Heinz Gvrrenz. Gut in Arbeit ZaMongserleichtening I Bmis Preis Schl afzi mm er Soieffelsch rank mit 575.- \\ äscheemteil. u. echt. Marmor, kompl. ML. Mk.775.- bls 2500.- Speisezimmer “ jfiÄi mit KristaUfacetteglä;ern, große Kredenz, Auszugtisch und 6 Lederstuhle, kompL Mk. Weitere Preislagen Mk. 650.— bis 1 Herrenzimmer reicher Schnitz-, RßQ J500.- sehr apart, Mod., komplett Mk. bis Möbelhaus J. Jttmann Inhaber A. Brumlik 6381c Gießen, Bahnhofstraße 29. **'äR ■tisS Und Kusch Mei. St! W P. i^und Ifet, KZ Eiling, DiM TA» cÄ 14- Dich ^hacd, Gickien 286 $.15.5 ^Ahrungen der ff* bie lümi- n ^9. der döllia fak und als „Lahn. Freihvch und ovnntag, dein n„ k statt. Äach dvv 'S begann um -l-rrn 239 Schüler begünstigt ent- rnbetrieb, welcher ttssel, Didheiin, ri dem daraussvl- öanderpreis lX>-Meter°DendeI- traten 13 Vereine - die Stafette des Es folgten; Zv. tlendors mit 952/. aiden Dorten des 1, fand die Preis- liachsvlgrnde als rf, MP.2.WoIs rich Seipp, Lollar 128 P. 4. Ludwig 5. MH. Drücke!, fei 124 P.6. Fritz ', Dieseck und Erich il Winter, Lains» unb Klein, lerger, 2ülenborf, Lappvld, Delln- n, 120 9. hch. Deller, Dieser!, ar, 118 P. -erbcrgsder- en und um Der- iergen, Hilchenbach : für Leibes- erzeichnii für das chnte feit Wfa schie.ien und durch j 9, Zeutfches Sla' iebt im ganzen 25 ) r Ql:mein](filrt Paddelbooten als nuiaflif nach Mry den tbeoretischen «rtrmg- ton Pros, ten der Deutschen wf. Matthias, ' biologische Fra- Teisvio, der chvinmverbmd^, DinterseMstcr be- Gesamtkosten emes d bei bescheidem Atzung der M fa rn ünterkunst. mL chnet. 3m Dmta- tüte Prüfung für & des Preu- le statt. ,-Drotschf<^d n in Budapest erst U so w ♦er w * ZG a persönliche ML Die Kassel Segel' Mung von f| <<• 21.: » M asgE. Ae M uirpuk' Ab heute (nur drei Tage): in Der geheime Agent Schauspiel in 5 Akten. — Feiner: 1 Oie goldene Uly 1 Sittenbild in 6 Akten mit Bae Murray. MtT Anfang 4 Ukr, letale Verstellung 8.15 Uhr. M°1C Führer Zeit in Min. Ents. in m Tracinsky 0,35 420 Tracinsky 0,52 600 Tracinsky 0,55 710 Koch 2,15 1650 Kegel 2,12 1850 Tracinsky 1,52 1070 Tracinsky 2,05 1250 LeDermann 5,13 745 Koch 21,44 1750 Kegel 3,37 1800 Meyer 1,01 630 Fuchs 0,35 530 Fuchs 1,02 900 Beim kühlen Wetter! 6379a Wieseck, den 15. August 1924. 6371V Ä bei Größte Preiswürdigkeit * Zahlungserleichterung Habe meine Zeichen- und Mal-I stunden wieder ausgenommen. 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Soweit diese Betriebsmittel im laufenden Betrieb nicht erforderlich sind, sind sie der Wirtschaft im Einvernehmen mit der Reichsbank und großenteils durch deren Hand wiederum zur Verfügung gestellt worden. Von einer Thesaurierung kann also hier nicht die Rede sein. Was die Ansammlung von Devisen bei der Reichsbank anlangt, so übersieht die Kritik vielfach, daß bei dem Llebergang der Geschäfte Ker deutschen Währungsbank auf die neue Gold- jwtenbank die Reichsbank verpflichtet sein wird, Ke im Iahre 1923 in den Verkehr gebrachten augenblickliche, verKveifelte geschäftliche Lage darf nicht dazu führen, die Reichsftnanzwrrtschast zu Anrecht in den Ruf der „Plusmacherei auf Kosten der Wirtschaft zu bringen. Don ^r Aufrechterhaltung des Gleichgewichts der Relchssinan- zen hängt auch heute noch die Aufrechterhaltung der deutschen Währung und damit schlechterdings Leben und Sterben des überwiegenden Dmlc^ des deutschen Volkes ab. Die deutsche Wirtschaft Dollarschahanweisungen einzulösen und deshalb genötigt ist, dementsprechende Beträge in Devisen zu diesem Zweck bereitzu stellen. Denn auch diese Devisen nicht in der Wirtschaft umlaufen, so zirkulieren dafür die gleichwertigen Dvllar- schahanwetzungen. Es kann also auch hier keineswegs von einer Lhesaurierungspolitik gesprochen werden. Die Deurrruhtgung der Wirtschaft über die Das drastische Dolkswort, das die Ehe mit einer Mausefalle vergleicht, in die Ehelustige nicht rasch genug hinein — und wenn drin, nicht rasch genug herauskvnrmen können, scheint durch die zunehmenden Ehescheidungen unserer ^age ganz besonders bekräftigt zu werden. Die lehte Statistik die Anfag Iuli ds. Is. erschien, gibt darüber geradezu erschreckende Auskunft. Erschreckend in» sofern, als bei der noch immer nicht sinkenden Eheschlietzungsziffer, angesichts dieser Statistik des Rcichsamtes, von vornherein mit einer späteren Scheidung eines grvhen Prozentsatzes dieser Ehen gerechnet werden muh. . Den Dolkswirtschafller wie Volksfreund gtei- chermahen muh diese Tatsache mit schwersten Bedenken um das ungehinderte Gedeihen unseres Volkes erfüllen. Richt nur, dah ungezählte frohe Hoffnungen beider Eheschliehenden ost für immer vernichtet und dadurch wertvolle scelrsche Kräfte und Energien bei beiden Geschlechtern zwecklos vergeudet werden, sondern auch im Hinblick aus die Kinder aus diesen Ehen. Selbst bei gröhter Schonung durch eine liebevolle Mutter oder Am- solchen Vater wird doch nicht gänzlich verhütet werden können, dah ihrem noch kindlich unreifen Verständnis Kenntnis von Dingen vermittelt wird, , die weit über ihr Begriffsvermögen h,nausgehen Die Sehnsucht nach langem Haar Der Bubikopf ist auf den Aussterbeetat gesetzt. So groh noch vor kurzem Derlangmi deo Modedame war, in einer möglichst kurzaeschnMe- nen Frisur zu prangen, so herh ist seht die Sehn- such dieser selben Damen, den Schmuck ihrer langen Haare wieder zu erlangen. Paris^ Haarkünstler plaudert in einem französischen JHmtc aus, dah die Modedamen von dem kurzen Haar nichts mehr wissen wollen, und dieselbe Entwicklung vollzieht sich in den anderen Landern: nmn sehnt sich nach der wallenden LoKn^^^.,^ eben noch so gering cMete. zahlt der Figaro, „haben sich entschlossen, chre Töchter während der Sommermonate in der stillen Einsamkeit eines LandaufenthZltcs zu bewahren, damit sie nicht durch ihre aus der Mode gekom- menen Bubiköpfe unliebsam auffallen. Die also den Freuden der Geselligkeit entrissene Schone gibt sich während dieser Zeit ganz k^r ebenso erzichten auf Tanzen und Tennisspielen. wenn sie in emer Wählerversammlnng sprechen können. Die Blatter veröffentlichen Ratschlage für das beste Auftreten der politischen Frau, solche Gebote lauten r B ■ Benutze nie eine politische Versammlung, um Deine besten Kleider zu zeigen. - Ziehe Dich nicht wie eine Zirkusreilerin an und trage kerne Perlenketten um den Hals, mit denen Derne Finger beim Sprechen spielen. — Trageemen möglichst kleinen Hut. denn die grohen Zedern wirken komisch bei heftigen Kopfbewequngem - Sprich nicht zu der ersten Reihe sondern halte die Augen auf die hinteren gerichtet. Lies kerne Rede ab, sondern lerne sie auswendig. Kauz, „in der Welt behält der recht, der am lautesten schreit." — — ~ n Warum singt denn die kleine Rachttgall nicht" mehr?" fragte der Wind rn der nächsten Rächt. Da erzählten ihm die Baume, was sie gestern abend erlebt. „Ola warte," sagte der Wind, „dem Kauz will ich es besorgen." . „.. „Haltet euch fest," rief er den Daumen „decke ^ine Zweige, Fliederstrauch, über das Rest der kleinen Rachttgall." And mit Brausen brach er hervor. Die Baume sausten die weihen Fliederblüten neigten sich, der uralte Turm ächzte, stöhnte. „So mag ich es gern," krächzte der Kauz. Merals er Mrade aus seinem Gemäuer hervorkriechen wollte, um Lyjp xu singen, gab es einen Krach, der Satte Turm stürzte zus ammen. Schreimd entfloh der Kauz, fort über den Fluh, fern in dm Wald. „Run kann ich aufhören, sagte der Wmd und "duckte sich hinter die Hecke. Die Vacht ward sttll und llar. Die N^er- blüten richteten sich auf Die Däume lauschtem. Auf dem blühendsten Zweige sah die kleine Rachtigall und sang ihr* Lied! Raimunds „Verschwender" in Esperanto. Aus Wien wird uns geschrieben: Ueberall flattern jetzt die grünen Esperanto-Fahnen. Der Weltkon greh der Esperan list in dieser Stadt und ein Hauch von Weltversoh- nung und Weltverständigung weht vom Kahlm- berg Zamenhofs Erfindung wirit wie eine ^Wendigkeit, wie Selbstverständliches, langst Sg Gebetenes. Die Wiener Strahlungen radebrechen cspercmtistffch, haben ihre „Hetz an Die Kunst. Don Lisa Honroth-Loews. Der alte Turm stand dicht am Flusse Zu fenwn Füßen breiteten sich Hecken von wildem Flieder. In ihnen nistete die Rachtigall. Allabmdlich. wmn die silberne Kühle vom Flusse heraufzag und die Rächt mit gönnen Augen durch die Bäume am Wasser hindurchsah, begann die Rachtigall zu singen: berauscht vom Duste des weihblühenden Fliederstrauches, berauscht von Wärme. Frühling und Sttmennachb 6te sang und ihr Lied floh über das Wasser ** Ota^gan/- flirte £r WsiLerstrauch und deckte seine weihen, dustendm Dolden über sie. .,, „Singe, Heine Rachtigall, rauschten bu Daume „singe uns dein Lied. Wir kennen dm Gesang' all der bunten Vögel, die am ^age über uns Einfliegen und in unserm Zweigen >voMM- Run aber schlafen sie alle. Rur deine suhe Stimme durchströmt die Rächt. Singe, kleine Rachtigall. Und unsere Zweige sollen nur leise atmen, damit wir deinen ©cfang nicht stören." „Singe, Heine Rachtigall," sagte der Wim> hinter der Hecke. „Siehe, ich fahre durch alle Lande, ich kenne den Ruf der Wüstenvögel und die goldei»m Kolibris im Urwalde. Aber nichts liebe ich so M>r, wie deine silberne Stimme in der kLacht. „Was für ein Getue," sagte krächzend der Zdauz, der im Turm über dem Fliedergebusch triftete, „welch ein Getue um so etn biß-chen Stimme. Wenn es noch etwas Besonderes wäre. Ober das ist ja ein solches Gepiepse, dah sogar lDje Bäume nicht einmal rauschen dürfen, nur Für die Küche. Gefüllte Kartvf selrr FwrstgiMe Ltt- toffein werden mit einem Kuchenlosfel ausge^M wITmit folgender Maste «riütrt. Z^sich-n wrich- gedünstete Zwiebeln gibt prika geriebene Semmel, Petersilie, etwas Mus tat und seht dann die gefüllten Äartoffetn neben- einander in einen Tiegel in dsn «ta- viertel mit Wasser b^ech, langsinn weich ftedM läht. Dann hebt man sie hemuS, bereitet von v«: Brühe eine kräftige S^fsohe undri^et buK um die Kartoffeln gegossen, mit d^n an. Dieses Gericht schmeckt bei sorgsamem Abwürzrn öte ein Fleischgericht. . .. .. Bayerischer Kuchenmichel mit Heidelbeeren. V2 Psirnd MAI, 2 0^ eine Prise geriebene Muskatnuß, zwei Eßlöffel heiß ausgelösten Sühstofs, einen gE^Henen Teelöffel Backpulver und Vs Liler Milch ve^uirlt man zu dicklichem Teig, den man in eine gefettete Auflaufsoim gießt. Run füllt EV^Pfund ge> lesene gewaschene und gu^ abgetropfte Heidel beeren hinein und läht den Kuchenmichelb« guter- Oberhitze V. Stunde backen. Gr schnackt warm und kalt gleich vorzüglich and gibt mit emer gebundenen Suppe vorweg, eine sättigende nahrhafte Mahlzeit. ..... n.lf Gebräuntes Hammelfleisch a Schweizer Art. Das im Spätsommer gaiy besonders saftige Hammelfleisch kocht man mit reichlich Wurzelwerk, dem nötigen Salz und eurem Teelöffel Appels verdickter Würze weich. Das entbeinte Fleisch wird ur Slmchmahige SttiÄ geschnitten, mit etwas Milch befeuchtet, w Semmelmehl gewendet und von allen werten mit Fett angebraten. Das Kochwasser gibt man untei ganz steif und trocken, nur nnt Wasser ausge* aucltenem Reis, daß es ein dickliches Gemüse wird und reicht Fleisch -und Reis mit Tomaten- sohe. _ _ einer grausamen Vergewaltigung ihres südlichen Platt zu romanisch ungewohntem Vokalreich tum. Da und dort steht irgendeine Veranstaltung im Zeichen des grünen Esperantosterne^ Die interessanteste aber war doch die Aufführung des lieben alten Raimundschen Wener DolkSstuckes in der Esperantensprache. „La Malspcurulv heißt Der Verschwender" in der Weltsprache. Es wcw sesielnd das Lautbild der Weltsprache auf sich wirken 'zu lassen. Da stellte sich vor allem heraus, dah Esperanto nicht von Dialektbefangenheit befreit Manchem Wiener Schauspieler sah. auch wenn sie sich esperanttstisch gebärdeten, der Wiener Dialektschelm im Genick, ein anderer Darsteller kam auch auf den Flügeln Zamenhofs nicht aus der Enge seiner tschechischen wprach- heimat hinaus. Gin schönes, reines Esperanto sprach nur die Darstellerin der Fee Eheriltane Frau Starke-Overbeck, die eigentliu) aus machen stammt und also sicherlich mit Dlal eit Hemmungen beschwert sein müßte. Die cttuttsche win, el- lung die man bald zu dem frembartig Elmgen* . den Text gewami. ließ alle Dialettabßchittie- rungen grell in den Vordergrund treten, uno das berühmte Hobellied, mit dem Anfang „Da streiten sich die Leut herum" klang sehr wienerisch, mcch e die ^ebersetzung auch in die flüssig unwnui’ schen Worte gegossen fein: »Dis Putas vcl feftc son fin / Da homvj inter si Stt>lt:g as recepw« sin / Kai mem ne seias Pli.' F wt rrle-Qver deck hat übrigens schon in Rurnberg zum vor jährigen Kongreß die Sifsiih im ,Rathan „ta sag uls" gespielt. Sie ist begeiferte Anhängerin der We Zamenhofs und dient ihr m cü^r : Welt. In drei Monaten har sie Die Owache : vollkommen erlernt. Ihre Kunst ^d orel zur : Propagierung des Esperanto und seiner welv l umspannenden Idee 6eitragen. damit man « hört. Mek arohe Künstlerin. Ein bißchen DKnd, em bißchen^Regen, schon ist sie stumm. Die anÖCTn wemi es auch mit d^en Gesang nicht weit her ist, sie singen doch waiigsens am Saae wie es sich g5>ort, und schweigen De? Rachts. wenn unsereins singt. Diese Rachtigall aber muß mit mir Wettlingen, brauche ich Fliederduft und Mondesglanz? sÄs daß der Wind sich versteckt und die Zweige still find? Ich bin doch aus anderem Material. Ie Ä „S Em'Ä Rächt hineinschallte. „Sei sttll du abscheulicher Kauz! sagten me Bäume, verscheuche uns nicht die kleineRach- ttgall. Ist es nicht genug. dah du uns im Herbste die Ohren vollschreist? Sei sttll und laß die Rachttgall singen." „Warum soll ich still fein." s^.^?auz höhnisch, „sie kann ja mit nur wettesingen. „Ich glaube, unsere Stimmen paffen nicht ganz zueinander," meinte Rachtigall „womit ich aber keineswe^ Ihre Kunst herrschen will- Rur. .^?^^^so bedenken wollen, ich fti^e ja ohnehin nur fo kurze Zeit. Bald brüte ich, und dann ist es aus Sie aber geben, soviel nur begannt üt, das ganze Jahr hindurch Konzerte, ©onnen Sie nur, ich bitte herzlich, diese weniger warmen 2kachte. Ülnd sie begann wiedermn ihr Lied. Der Kauz statt aller Antwort, sperrte seinen Schnabel auf' und schrie fteittsiHlich, DochtigaN Sitten* un Die A>nkurrenz bin ich los. daa,m der wird, völlig wahren. Die amerikanische Frau im Wahlkamps. Die Amerikanerin spielt in dem bevorstehenden Wahlkampf um die Präsidentschaft mre hervorragende Rolle: sie dürfte die Gnffchellnrng bringen, wenn auch nicht als Wähler, so doch als Wahlagttatvrin. Die Amerikanerm hat sehr viel mehr Zett für Politik als der Mann. Ist sie reich, so hat sie alle anderen Vergnügungen und Sensattonen erschöpft und stürzt sich mit Leidenschaft in die Aeberraschungen und Aufregungen einer Wahlkampagne. Gehört sie der Mittelklaffe an, so hat sie auch nicht viel rm Haushalt zu tun, da die arbeitsparenden Methoden in Küche un£> Wohnung durchgefuhrt snw. Der amerikamsche Mann dagegen hat wenig Zeit für die Polittk, und wenn er tagsüber von i/g9 morgens bis 6 ülhr abends gearbeitet hat, dann will er seine Ruhe haben und kümmert sich wenig darum, wer Präsident wird. Die Amerikanerin hat daher auch ihre eigenen politischen Ideale und läßt sich von dem Manne wenig beeinflußen. Die Frauen der republikanischen wie der demvkvattschen Partei lassen sich als Rednerinnen ausbilden, und es ist ihre liebste Be- schäfttgung, im eleganten Kraftwagen von Wähler zu Wähler zu fahren und sie mit allen Mitteln her Verführung von den Vorzügen ihrer Partrn zu überzeugen. Diese Polittkerinnen laden sich zu Tees und Versammlungen ein, bei denen eifrig gestritten wttd: sie werfen unzählige Flugblätter und Aufrufe auf den Straßen ab und suchen alles in das politische Fieber hineinzureißen. Die äl° Bei eingehendem Studium dieser Zahlen ist nun leicht festzustellen, daß die dichtbevölkerten und sozial besonders unyünsttge, wirtschaftliche Verhältnisse aufweisenden Länder auch die tvch- sten Prozentsätze der Eh.'scheidungslustigen stellen. Wie überhaupt die ungünstigen wirischaMichen Derhälwisse, obenan die entsetzliche Wvhnungs- nvt, unzweifelhaft die Hailpttriebseder für Die Mehrzahl aller Ehescheidungm bilden. Richt energisch genug können deshalb alle interessierien Kreise unseres Dolles, allem voran die großen Frauenvereinigungen, darauf bringen, daß Dietern Grundübel duvch ein großzügiges Wohnungsbauprogramm, unter Heranziehung aller nur irgendwie verfügbaren Mtttel, in absehbarer Zeit ein Ende bereitet wird. ®- Der männliche Einschlag in der kommenden Herbstmode. „Die Mode wird strenger mit jedem Tag, man "weih nicht, was noch werden mag,“ Jo mochte man bezüglich der Herbstneuheiten, Die die Mode den Frauen zugedacht hat, das bekannte Fruh- lingslied variieren. Es tritt immer auffälliger in Erscheinung, daß die Frauenkleidung in öuneb- mendem Maße einen männlichen Einschlag erhalt. Die Sportkleidung, die aus praktischen Grarnden knapp, streng unb zweckmäßig ausgestattet ist, scheint Derartigen Anklang bei der Frauenwelt gefunden zu haben, daß sich nun die Modeschöpfer beeilen, auch der gesamten anderen Kleidung Dicfc Linie zu verleihen. Sakkvjacken von mäßi^rWeite. mit 4 Taschen am Vorderteil, zwei am Schoß, zwei rechts und links auf der Brust, Reverskragen nnt doppeltreihigem Schluß des Vorderteils, ch^nrsett- arttge Westeneinsähe mit Umleg tragen, gebauschtem Plastron oder schmal und exatt verschlungenem Dindeschlips, flotte Armfchleifchen, ja selbst Manschetten, herrenmäßig zufammengeknopft mit unb ohne Umschlag und schließlich als eigenartigste unter allen Reuheiten: ein zhlrnderarttger, seiden- glänzender Herbsthut, vervollständigt die knapp anliegende, ganz herrenmähig gehaltene Herbst- Strahenkleidirng der Frauenwelt, an ber Deretnjelt sogar der Rock zweiteilig gearbeitet ist. also rohren- artig wie ein recht unförmiges Beinkleid je ein Dein umkleidet, vom Rücken her jedoch durch eine breit ftolaartig herabfallende Rockbahn am Saum durch Dieiplomben beschwert, gedeckt wird. Dadurch will die Mode etncrfeitS bei knapftem, völlig korrektem Sitz, der Trägerin die erwünschte Bewegungsfreiheit verschaffen, dabei aber auch die ge- rade korrekte Linie, die auch im Herbst vorherrschen Der Stand der Reichsfinanzen. Von unterrichteter Sette wird uns folgendes geschrieben: In gewiffen Kreisen der Wirtschaft wttd geflissentlich die Meinung verbreitet, als ob das -Reid) im Gelbe schwömme und burch eine rigorose Anziehung Der Steuer- unb der Tarifschraube das Betriebskapital der Privatwirtschaft abzapfe, während es in den eigenen Kassen über Gebühr flüssige Mtttel ansiunmle. i Die auherorbeiitlich hohe Belastung der Wtttschaft durch Steuern und tarifliche Gebühren der Derkehrsinstttute ist gewiß nicht zu bestreiten: sie ist auch auf die längere Dauer nicht tragbar und das gerade ist ja einer Der wichtig- ftea Gründe, der uns gezwungen hat. auf den Boden des Sachverständigen-Gutachtens zu treten, da Jrie deutsche Wirtschaft und das Deutsche Reich unter der Fortdauer des gegenwärtigen Kriegszustandes an Rhein und Ruhr überhaupt nicht weiterbestehen können. Die Meinung aber, daß dem Reich überflüssige Geldbeträge zur Verfügung stehen, ist irrig. Bei den letzten Verhandlungen über die Verbesserung der sozialen Versicherungen und Beamtengehälter hat der Reichs- sincmzminffter im Haushaltungeute ^e am meisten vorkommenden Eheschei- so mußte durch das Verbleiben dieser Goldanleihe- ^g^grünbe. Zeder derselben in seinen vielfachen stücke im Verkehr eine inflationistische Wirkung I Auswirkungen auf die davon Betroffenen von auSgelöst werden und das Reich muhte aus diesem vernichtender Wirkung. . Grunde die im Herbst 1923 übernommene Ver- Die gleichen SchuSdelllte waren fterlich im psiichtung die Heinen Goldanleihestücke aus dem Jcchre 1913, das vergleichsweise in der Statistik Verkehr zu entfernen, so schnell wie möglich er- Deichsamtes angezogen wird, mit 4810 Pw- füllen Es hat die Goldanleihestücke zur Dezah- ^nt ebenfalls schon Scheidungsgrunde. Ab«: im hing von Verpflichtungen verwandt, die es ein- 3^1-e 1922 kamen auf die gleichen Delikte fchon Bfen muhte Es hat also nicht aus den eingehen- 53 32 Prozent, ein Beweis dafür, wie verhäng- den Steuern üleberschüsse gesammelt, um gewisser- P uisvvll auch in dieser Hinsicht Der Krieg die all- maheii aus ülebermut die kleinen Goldanleihestücke gcmcbxe Volksmoral unterwühlte. Seltsamerirreise aus dem Deriehr zu ziehen. ist böswilliges Verlassen im Iahre 1913 mit 8,01 Was die angeblich so hohen Guthaben Prozent ungleich öfter der Grund zur t.hesche'.dung des Reiches und der Länder bei der Reichsbank gewesen, wie im Iahre 1922, wo nur etwa ^61 a^la^ w ffl es gewiß richtig, dah eine Reihe Prozent der Ehescheidungen auf Grund di^ von Gemeindeverwaltungen heute durchdieWert- Verfehlung erfolgten. Wer die Stattsiit gcht aud> beftänbiafett, der eingehenden Steuergelder ver- über die Dauer der Ehen, bie in der Z^t von bältnismäßig günstig gestellt sind. Bei den Län- 1913—1922 zur Scheidung kamen, sehr wertvolle bern unb beimReich liegen diese Dinge anders. Aufschluffe, ülnzweifel^st ckt durch Di!« Reich ist genötigt gewesen, ganz erhebliche pah viele allzurasch und unüberlegt ^er zu^ge^ um das^ieg'en^der Wirtschaft Kricgs- und Rachkri^sehen am wenigsten^stm^- des besetzten Gebietes zu verhrnbern. Gerade den hielten, als die schwttm^n wiris^Michen der Wirtschaft sind diese Verhält- hältnisse auch nicht annähernd den gestellten Er- verirmllichen Besprechung des Steueraus- stens 2—4iahriger Ehen, m denMsur Scheidui^ gW Sä“ es tä-ä sä "sa*.s. —iss. säää“ ss süsäü« sä «K» ä&wS uember 1923 tnar tm Dergtod» W d°m Umfrag teils wo« ber beiden groben Betriebsverwaltungen ganz Knegsunterstutzung, die den Stauen oer ocri^s- unb tofot^öeifen mnhi-n beib= unt^ teilneömet g^It tourben n«6 tato m t«n Zurückstellung notwendigster Anschaffungen sich Hasen der Ehe drangteii^er bis dahrnftlr^re Wisreichende Bettiebssonds aus den laufenden teilweise noch m Wetterlag. Wurkren d^ Xm6men famrndn, um ihren täglich^ Der- in diesen 3 Juhom vorM^W^ 5 l°Ia^ee Winsen genüsenI ten&t. Die 21,9 Prozent von Ehen, die nach einer Ehedauer von 10—15 Iahrcm und die 12,2 Prvzensi bie nach einer solchen von 15—20 Iah- ren ^schieden wurden, sprechen beredt^ genug von. Am höchsten unter allen Einzellandern des Reiches steht Hamburg mit 183 Proz«tt auf 100 000 Einwohner, ihm folgt B re m e n mitl27,7, Schleswig-Holstein mit 71, ber grciftaat Sachsen mit 701, Anhalt mit 64,9, die Provinz Sachsen mit 64' die Rheinprovinz mit 52,1, Meck enburg mit 448 Mm mit 43,2 D-tY-rn 405. -ffiurttrnn- berg 34 5 Hessen 34,2 und Ol^nburg rnttder nisdrigsten Ziffer mtt 33,6 Ehescheidungshauftg- keiten unter obiger Einwohnergoyt. Wirtschaft. Die Lage ans dem Baumarkt. In Deutschland wurden vor dem Kriege regel» mäßig jährlich 200—250 000 Wohnungen neu hergestellt : jetzt fehlen ungefähr eine Million Wohnungen. Trotz dieses groben Fehlbedarfes will sich der Baumarkt, nicht beleben. Übereinstimmend wird berichtet, daß die Bautätigkeit fast überall völlig darnieder liegt und daß zur Zeit in der Hauptsache nur solche Bauten betrieben werden, die schon seit langer Zeit angefangen sind. Auch der Eingang von Anfragen, der bis vor einiger Zeit noch verhältnismäßig lebhaft war, hat fast ganz aufgehört. Die Erwerbslosenziffer Aus der Provinz. Landkreis Gietzen. £ Wieseek, 18. Aug. 3n einer auher- o rdentlichen Gemeinderatssitzung, die am DoirnerStagabend statt fand, machte der Bürgermeister davon QEitteihmg, daß der Gemeinde von der Kommunalen Landesbank in Darmstadt ein langfristiges Darlehen ■ o on 10 000 G vldmark und ein kurz - > fristiges Darlehen von 15 000 Goldmark zu angemessenen Zinssätzen gewährt wird. Diese Summen werden benötigt für den Schul» Hausumbau. St rasten bauten, Baudariehen usw., 8500 Mk. erhält die Baugenossenschaft zur Regelung ihrer Verbindlichkeiten. Angeregt wird, diese Aii Vermittlung von Baudariehen in gröberem Umfange anzu streben, denn nur die Belebung des Dau Marktes kann eine Minderung der Wohnungsnot herbeiführen. — Das Kreisamt schlägt die Erhebung von Kanal gebühren vor. Der Antrag geht an die Daukonnnisfivn, in den -nächsten Sitzung soll hierüber Beschluß gefaßt werden. Kreis Friedberg. ff. F r iedborg, 17. Aug. Während die Meisten Städte und Dörfer, bis herab zu den kleinsten, bereits ein Erinnern ng s den kma l für die Gefallenen des letzten Weltkrieges besitzen, ist in dieser Beziehung in Friedberg noch wenig geschehen. Eine früher eingeleitele Sammlung ist durch die Geldentwertung hinfällig geworden. Eine von den Borständen der hiesigen militärischen Vereine einberufene Bersammlung fiel daher auf fruchtbaren Boden und erfreute sich eines guten Besuches. Allseitig wurde anerkannt, daß es eine Dankespflicht gegen die Gefallenen unserer-Stadt und ihre Angehörigen sei, die Sache nun nicht mehr länger aufzuschieben. Es wurde ein Aus- schust von neun Personen gewählt, an dessen Spitze Herr Oberstleutnant Soldan steht, der sich mit den nötigen Bo rarbeiten befassen und demnächst eine gröbere Versammlung einberufen soll. — Heute wurde in der hiesigen Stadtkirche der neue Stadtpfarrer Gengnagel, welcher an Stelle des in den Ruhestand getretenen Dekans Kleberger hierher beiu.fen wurde, durch Dekan Bogel von Bruchenbrücken in sein Amt ein» geführt. Der überaus starke Besuch des Gvttes- dtenstes bewies, welches Zn te resse man diesem Ereignis in der kirchlichen Gemeinde entgegenbringt. Dem neuen Pfarrer geht von seinem bis- herigen Wirkungskreise in Stockhausen der Ruf eines tüchtigen Kanzelredners voraus, welcher Ruf durch die Antrittsrede durchaus bestätigt wurde. Der cvang. Kirchengesangv-evein trug durch Vortrag einiger Choräle wesentlich zur Berherrlichung des Gottesdienstes bei. und Nh c indessen. x Darmstadt. 17. Aug Wie uns das Finanzministerium zu unserer Rotrz über den Berkaus der Marienhöhe mitteilt, wurde diese vom Grostherzog an den Verein für Gesundheitspflege E. V., München, Zweigveiein der Missionsgesellschaft der Adventisten, witz Frankfurt a. M. verkauft. Rach längeren Verhandlungen gelang es der hessischen Regierung, die Marienhöhe von dem Verein im Austausch gegen anderen Grundbesitz zu erwerben und dem Publikum weiter zugänglich zu machen. HcU Ai-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 17. Aug. Zn zahlreichen Zeitungen wurde vor einigen Wochen ein Preisausschreiben veröffentlicht, in dem den Einsendern der richtigen Lösung bei Einsendung von 2,50 Mk. ein Pfund Pralinen, ein halbes Pfund Milchschokolcche und außerdem ein Preis versprochen wurde. Das Preisausschreiben war unterzeichnet L. A. Hermes, Bückeburg, Haus Falte, Unterwallweg. Jetzt hat sich Arausgestellt, daß das Preisausschreiben der rtzinsie Schwindel gewesen ist. Denn die Adresse des Hermes, der in Bückeburg gar nicht ansässig ist, war eine Deckadresse, an die sich feer Schwindler die ungezählten Briefe mit den Geldbeträgen schicken liest. Rach Empfangnahme der Briefe ist der Schwindler spurlos verschwunden. Ob der Herr L. A. Hermes nicht noch viele andere Genossen hat? trr jo grvtz, wie täten zuvor: sie wnD wahrstcheM» lich noch zunehmen, da erfahrungsgemäß mit der fortschreitenden Zähreszeit die Zahl der Bau- auf träge bzw. Bauten immer geringer wird. Zufolge feer groben Konkurrenz der einzelnen Bau- firmen sind die Preise für Reu- uno Umbauten sehr gedrückt: vielfach kann man von Verlustpreisen reden. Diese trostlose Lage ist eigentlich merkwürdrg, da die Dau Materialien preise (für Eisen, Holz, Zement usw.) sich nicht unerheblich gesenkt haben. Vielfach kann sogar — wo Zwangsverkauf aus Geldknappheit in Betracht kommt —, noch beträchtlich unter der an sich schon ziemlich gesunkenen Preishöhe gekauft weichen. Auch die Verhältnisse auf dem Grundstückmartt mühten eigentlich belebend auf den Baumarkt wirken. Das Angebot von Bauplätzen an ausgebauten ©traben ist zur Zeit ziemlich grob: dasselbe gilt für noch nicht aufgeschlossene Grundstücke und für Zndustrie-Gelände, das teilweise sogar schon mit Dahn- und Wasseranschlust versehen ist. Wenn trotzdem keine Belebung des Daumarktes zu spüren ist, so kommt das zunächst daher, dast das Angebot in fertigen Bauten ziemlich beträchtlich ist, ein Umstand, durch den der unmittelbare Zwang zum Bauen vielfach in Wegfall kommt. Das Gesagte gilt sowohl für Dillen und Etagenhäuser wie auch für Fabriken, feie stillgelegt werden mufften, für Geschäftshäuser, für fertiggestellte Ladenlokale usw. Beachtlich ist hier, feab das Angebot von fertigen Bauten infolge feer Schwierigkeiten, in der sich Firmen und Privatpersonen befinden, wahrscheinlich noch zunehmen wird. Auch feie hohen Löhne (sie stehen zur Zeit an der Spitze feer Löhne) in Verbindung mit der ungünstigen Arbeitszeitregelung machen sich infolge ihrer die Selbstkosten steigernfeen Wirkung in bezug auf feie Daulust hemmend bemerkbar. Am größten sind feie finanziellen Schwierigkeiten. Die Beschaffung von langfristigen Hypothekengeldern ist so gut wie unmöglich Zn feen letzten Tagen hat sich zwar eine kleine Erleichterung gezeigt, praktisch ist sie jefevch kaum von Bedeutung, zumal feie Beleihungsgrenze (höchstens 1/4 des Vorkriegswertes) diel zu niedrig ist. Es ist nicht anzunehmen, feab feem Hypothekenmarkt bald gröbere Beträge zuflieben werden, da feie Enttäuschung über feie mangelhafte Aufwertung der Hypotlteken, feie immer noch fortbestehenfee Wohnungs-Zwangswirtschaft, dieUn- sicherheit über die künftige wirtschaftliche Entwicklung usw. die Geldgeber zur Zurückhaltung Der» anfabt. Die Hauszins st euer, die als Ersatz für feie Hypothekenhergabe gedacht war, hat völlig versagt. Dem Bau markt wurde nur ein verhältnismäßig geringfügiger Bruchteil feer Eingänge zugeführt. Mit kurzfristigen Leihgeldern für Bauten sich zu behelfen, ist so gut wie unmöglich, da durch die lange Dauer jeden Baues feie Belastung an Zinsen, Provisionen usw. zu grob werden würde, als feab sich eine Rentabilität ergeben könnte. Aus eigenen Mitteln können feie Bauunternehmer Bauten nur in ganz seltenen Fällen errichten, da gerade bei ihnen die Geldentwertung besonders grobe Verluste verursacht hat. Die öffentlichen Stellen tim zwar manches zur Belebung des Daumarktes. Die Vorschläge bleiben jefevch in feer Regel Projekte: der Geldmarkt zwingt auch hier, von durchgreifenden Maßnahmen abzusehen. Alles in allem ist nicht damit zu rechnen, daß auf dem Daumarkt in absehbarer Zeit eine Belebung eintritt, zumal die überall einsetzenfee Streikbewegung die Lage weiter verschärft. • • Reue Finanz - Transaktionen in Oft- Oberschlesien. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der polnisch-französischen Grubengesellschaft, Korfanth, hat neuerdings mit maßgebenden Stellen in Warschau und Paris Verhandlungen angeknüpst, die die Konsolidierung verschiedener Orubert und Hütten zum Zwecke haben. Zn erster Reihe handelt es sich um die VereinigteKönigs-undLaurahütte, deren Betrieb unbedingt weitergeführt werden soll. * Der Wettbewerb um das nord- persische Erdöl. Die persische Regierung hatte 1918 der Standard O il Company die Konzession für das Erdölgebiet in Nordpersien übertragen, sie ihr jedoch wieder aus politischen Gründen entzogen. Run steht die Regierung wieder diesbezüglich in Verhandlungen mit der S i n- c l a i r Gruppe, zwischen der und der Standard Oil Company deswegen ein harter Kampf entbrannt ist. Vor einigen Tagen sind Vertreter der Standard Oil Company über Europa nach Persien gereift, um den vor der Bestätigung durch den Medshilis stehenden Abschluß mit Sinclair zu verhindern. Es fragt sich, ob ihre Mission den gewünschten Erfolg haben wird, da Sinclair große Summen aufgewandt haben soll, um die maßgebenden Persönlichkeiten der persischen Regierung für sich zu gewinnen. „Royal Datch Shell Company" hatte sich seinerzeit ebenfalls um die Konzession beworben, ohne jedoch angesichts der englanfefeindlichen Haltung feer Perser darin bat geringsten Erfolg zu haben. Dsr Alis auf Topper. Roman von Hanns von Zobeltih. 15. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Krusemark nickte. „Zst vor der Zeit alt und grämlich geworden, unser Herr. Der Medikus hat auch allerhand Besorgnisse, im Vertrauen gesagt. Als er neulich zur Ader lieb, sei das Blut gar zu dick gewesen. Das gibt Melancholie. AlleS nimmt b:r Herr dreifach schwer, macht sich Gedanken, wo er ehedem leicht darüber weg kam. Dab feie Russen in Berlin gewesen und feie Oester- reicher, feab sie seine schönen teuren Antiken in Ch.trwctendurg zerschlagen haben, er kann's nicht verwinden." „He, Zunker, mein Licht hat einen RäuberI" rief feer graue Hülsen. „Wo steckt Er denn mit feer Schere?" Und dann fuhr er verdrießlich fort: „Nichts mchr kann man Seiner Majestät recht machen. Gestern hat er mir über mein Regiment Reprochen gemacht — ich mag'd gar nicht wiederholen. Zch hätt' mein Metier verlernt, die Bursche hatten nicht- Disziplin, nicht Subordination, seien verloddert wie feie Pack knechte. Ze nun — wir wissens ja alle, die alten sind's nicht mehr, ift junges Gelump, und die Leutnants sein kaum trocken hinter den Ohven. Aber bis dato haben sie doch immer noch angebissen. Wollt' sie auch bringen, die Himmelhunde! Sollen schon beißen! Drauf trink' ich, Messieurs!" und er teerte sein Paßglas in einem Zuge. Eine Weile war's still im Kreise. Satz da auch der Oberleutnant von Möllendorf im Kreise, stieb aus seiner Tonpfeife mäch- tiee Wolken, fad nachdenklich vor sich hin, meinte endlich: „3a, wo liegen beim feie alten, guten? Auf feen Schlachtfeldern. Wir aber ziehen nun seit langen Zähren im Lande herum, bald in Schlesien, bald in Sachsen, bald in der Mark und sonstwo noch, von Bataille zu Bataille. Zst ja recht so für ein Soldatenherz. Aber die Armee muß schlechter werden von Zahr zu Zahr. Das sieht der Herr, das alles sieht er, und das drückt ihm das Herz ab.“ „Zst nicht nur das, Messieurs," nahm der alte Eicher wieder das Wort. „Zst auch dis grobe Politik. Dab keine von den Puissancen sich von der Koalition gegen Preußen abbequemen will, dab sie zusanrnverchrlten wie die Kletten. Dabei haben Seine Majestät ihren Sinn für sich. Da steht nichts vom kleinsten Rachgeben drin, nicht um einen Fub breit preußischen Bodens." „Pfui Spinne!" rief Hülsen. „Lieber der letzte Mann und feer letzte Täler!" „Das sagen feer Herr General so." Das Blut war Gichter in die Stirn geschossen. „Zch bin gewiblich Seiner Majestät getreuester Diener und ein guter Preuße ba^u. Aber man sieht doch bas Land geht ins Verderben, da fehlt denn am End' auch der letzte Taler. Kann oft favo- rabter sein, Chirurgus schneidet ein Glied ab, um feen ganzen Korpus zu retten. So mag auch ein Monarch schweren Herzens ein Teilchen opfern, Somit bas Ganze gewahrt bleibt. Also meine bescheidene Opinron. Auch steh' ich Wohl nicht allein damit. Seine Königliche Hoheit Prinz Heinrich par exemple dürften ganz ähnliche Sentiments haben —“ Der Prinz! Sie kannten ihn. Den vorsichtigen Feldherrn, der nie einen groben Fehler machte, immer fein säuberlich abwog, was zu tun Buntes Allerlei. Das Leichenfloß. Das in Hanoi) erscheinende Blatt „Fvcmce- Zndochine" erzählt von einem furchtbaren Fund, feen ein Zollwächter vor kurzem machte. Auf dem Flub Song Kau sah er bei dem Oertchen Dac Rinh in der Strömung, tangfam zwei Floße aus Bambus heruntergleiten, auf denen die Leichname einer jungen Frau und eines Manires zusammengebunden waren. Der Zollbeamte rief die Bewohner des Dorfes zusammen, um die Floße aufzuhalten und ihre grausige Last ans Land zu holen. Aber alle weigerten sich, Hand anzulegen, und es fluteten die beiden Leichen weiter den Flub hinab. Dieses Erlebnis, sagt bas Blatt, ist ein B^>eis dafür, baß der alte Brauch der Rache des Ehemannes noch unter der Bevölkerung des oberen Dvngking besteht. Danach hat der betrogene Gatte, der seine Frau mit einem QHaime ertappt, das Recht, feie beiden Schuldigen lebendig auf Floße zu binden und sie bann den Fluß heruntertreiben zu lassen. Riemand darf feen also Bestraften Hilfe bringen, und auch wenn sie bereits tot sind, inub man feie Leiche weiter treiben lassen als Warnung für alle die, die versuchen foimtert, die Ehe zu brechen. Der philosophische Straßenkehrer. Daniel O'Brien, der philosophische Straßenkehrer der Stadt Westminster, ist eine der ge» feiertften Persönlichkeiten feer Londoner Gesät- schäft. Kürzlich war er als Gast zur Hochzeit der Lady Ursula Grosvonor geladen, und jedermann wollte seine geistvolle Unterhaltung genießen. Dieser merkwürdige Straßenkehrer, her seit ferei» undzwanzig Zähren sein Amt bei Sturm and Regen ausübt, fjat sich in dieser Zeit zugleich eine bedeutende Bildung erworben. Er besitzt eine Bibliothek von 2000 Bänden, die er auch gelesen hat, was man von manchen Bibliothekbesihem, die keine Straßenkehrer sind, nicht sagen fentn. Durch weite Reisen hat er seinen Gesichtskreis ausgedehnt und steht mit vielen bedeutenden Männern im Briefwechsel. „Zch wählte den Beruf des Straßenkehrers, weil ich gern in freier Lust sein wollte," gestand er kürzlich einem Berichterstatter, „und ich habe diese Wahl nie berent. Zch konnte ein Geben führen, wie ich es mir wünschte, und mir eine Ausbildung verschaffen, feie mich befriedigt und meinem Dasein einen Sinn verleiht. Die Aufmerksamkeit, die neuerdings auf mich gelenkt wurde, ist mir sehr unerwünscht. Zch Verlange nicht nach Geld und Gut, sondern ich bin 5ufriefeen bei meiner Arbeit und meinem Studium. Als ich voriges Zahr in Oxford Vorlesungen hören durfte, war mir das mehr wert, als viel Gelb. Wenn ich einmal das ©trabenfegen aufgebe, so habe ich genug gelernt, um andere etwas lehren zu können." Dürre und Uederschwemmung in Indien. Das südliche Znbien ist gegenwärtig etn Land der tragischsten Gegensätze. Zm nördlichen Teil der Provinz Madras herrscht Hungersnot infolge der anhaltenden Dürre, und es müssen große Hilfsmaßnahmen eingeleitet werden, um das Volk vor der altergrößten Rot zu retten. Zn den südlichen und westlichen Teilen aber sind weite Gebiete durch Ueberckchwemmungen verwüstet. Der Verkehr ist unterbrochen. Gegen 250 Kilometer Schienenweg sind weggewaschen, so daß die Eisen- Daunen nicht fahren können. Auch feie telegraphische Verbindung ist unterbrochen, und die Regierung ist über die ganze Ausdehnung feer Schäden noch gar nicht unterrichtet. Dabei kommen aus diesen Gebieten immerfort bringende Hilferufe, man möge der abgeschnittenen und des Rotdürftigflen beraubten Bevölkerung Rettung bringen. Der Gouverneur des Gebietes Lord Goschen ist selbst in das Ueberschwemmungsgebiet abgereist und bemüht sich aus anderen Tellen Indiens Vorräte heranzuschaffen. Mondscheinbäder. Wer es ermöglichen kann, begibt sich heute in die Bäder. See-, Luft, Licht- und Sonnenbäder genügen anscheinend nicht mehr. Denn in Amerika ist irgendein geschäftskundiger Mann auf den Gedanken gekommen, Mondscheinbäder zu empfehlen, da das sanfte Mondlicht, die friedliche Stille und die erfrischende Kühle der Nacht auf das angegriffene Nervensystem des neuzeitlichen Menschen einen besonders wohllätigen Einfluß ausüben soll. Namentlich an der Meeresküste sott der Mond, dessen Strahlen so vielen Menschen gerade das Gegenteil von Beruhigung bringen, das beste Heilmittel gegen Leiden sein. Man braucht nur genügend findig zu sein, um schnell etn reicher Mann zu werden: und dieses Ziel wird unzweifelhaft dieser tüchtige Seelenarzt erreichen, wenn er sich die Kurkosten hoch genug bezahlen läßt. Man kann mir wünschen, daß sich die Kurgäste bei den Mondscheinbädern keinen Schnupfen holen. Die „Kinder-Ablage". Der „Kinberwagen-Korribor" ist em Raum, der in keinem großen amerikanischen Warenhaus fehlen darf. Sehr wenige Amerikanerinnen haben und zu lassen, feer aber auch ungern eine blutige Schlacht schlug. Den Prinzen Hendrich, wie ihn feie Bursche nannten, feer immer in her Fronde stand mit dem königlichen Bruder. — Sie schwiegen alle. Der Hülsen drehte an seinem Glase. Möllen- feorff dampfte. Wie schwerer Druck lag es auf ihnen. Ganz still hatte bislang feer Lentulus gesessen. Manchmal in ernstem Sinnen, manchmal vor sich hinlächelnd. Zetzt sprang er so jach hoch, mitten in ihr bedrücktes Schweigen, hinein, baß sie erstaunt auf» schauten. Reckte seine lange Gestalt und rief: „Wollen sich feie Herren haft nit feen Kopf zerbrechen! Lassen's nur Seine Majestät sorgen! Was gilt? Eine siegreiche Bataille gilt's!" Er hob sein Glas. „Dive le roi! Vivat Fridericus Rex!" Und „Vivat Frütericus!" jubelten sie alle. „Vivat unser großer König!" Der Hülsen aber fiel Lentulus um den Hals. „Muh dich küssen, Drüber!" Hast feen Alb von uns genommen. Wenn feer Alte auch gesagt, ich verstünd mein Metier nicht: durch dick und dünn geh' ich für ihn I Wcrfe's beweisen! Vivat Fridericus Magnus I" * * * Mit schwerem Kopf ist feer Zabeltitz die dunklen Stiegen hinauf in sein Kämmerlein geklettert. Ging ihin alles drunter und drüber. Was er da unten gehört, Gutes und Böses, und dazu die traurigen, elenden Nachrichten von zu Hause. Der Pirch war noch nicht ba. Vielleicht arbeitete feer König wie oft bis tief in feie Nacht hinein und dachte gar nicht an> ben müden Pagen, feem im Vorzimmer feie Augen zufallen wollten. Vielleicht war Monsieur Pirch auch auf trgenb» Pflegerinnen oder Mädchen für ihre 'Babys, denn Dienstboten sind ein kostspieliger LuxaS, feen sich in ben Vereinigten Staaten nur ganz reiche Leute leisten können. Die jungen Mütter müssen also ihre Kleinen mit sich nehmen, wenn sie ausgehen, mb sie machen daher auch ihre meisten Besorgungen, indem sie den Kinderwagen nntführen. Die Warenhäuser haben nun für eine „Kinder-Ablage" gesorgt, in der die Babys sicher und unter hygienisch einwandfreien Bedingungen untergebracht werden. Der „Kinderwagen-Kor» rifeor" befindet sich auf der Sonnenseite fees Warenhauses und wird von einem „kinderlieben" Wärter betreut, der ben Müttern, feie ihre Besorgungen machen wollen, ben Wagen abnimmt Er gibt der Mutter einen Garderobenschein, aif feem sie bas Kind mit dem Wagen wieder» bekommt, und sorgt bann zärtlich für seine kleinen Schützlinge. Für feie größeren Kinder haben verschiedene Warenhäuser in ne lefter Zeit Dach- Gärten eingerichtet, auf denen sie spielen können und in denen sich feie herrlichsten Spielzeige und Turngeräte befinden. Zn feer Nähe dieser Kinderspielplätze ist die Station für erste Hilfe, in iber geprüfte Pflegerinnen bei plötzlichen Unfällen sofort zur Hand sind. Büchertisch. — Die Zeitschrift „U e b e r f e e v st", Leipzig, Veickag Z. Z. Arn b, gibt eine neue Sonder- Ausgabe heraus, feie die Aufgabe hat, deutsche Exporteure und Zndustrielle über die Wirtschaft und Technik fees Auslandes zu unterrichten. Das Zuliheft enthält eine illustrierte Darstellung der Ausstellung in Wembley und Hinweise, feie für ' den deutschen Besucher der Ausstellung nützlich sind. Zm übrigen entspricht der Znhalt feem Programm: er enthält interessante wirtschaftliche Mitteilungen aus aller Welt und Referate aus technischen Zeitschriften des Auslandes. — Dr. L. F. Clauß: Nordische G lau- bensgestaltung. Erschienen als Sonderdruck feer Monatsschrift „Deutschlands Erneuerung", Z. F. Lehmanns Verlag, München. Einzelpreis 0,60 Mark. Es soll nicht heißen zurück zum Heidentum, sondern im Gegenteil zurück zum wahren Christentum, wie es Zesus geschaffen hat. Der Verfasser zeigt uns feen Geist des nordischen Glaubens, wie er in Christus verkörpert war und zum Ausdruck kam und in ben berufenen Trägern eines wahrhaft christlichen Glaubens bewußt oder unbewußt lebt oder ersehnt wird. — Die Astrologie ist der Schlüssel zur Geistesgeschichte der Menschheit. Will man die Astrologie begreifen und ihren Wert und Unwert beurteilen lernen, so maß man ihre geistesgeschichtliche Entstehung betrachten und sich mit den Grundzügen des modernen astronomischen Weltbildes vertraut machen. Diesen Zweck will ein soeben bei feer Franckh'schen Verlags- Handlung in Stuttgart erschienenes Buchteln „Werden und Wesen feer Astrologie" von Robert Henseling (Preis geh. 1,20 M., geb. 2 Mk.) bienen, und zwar in einer Weise, wie es bisher noch kein Werk versuchte. Bei aller Kürze und Verständlichkeit feer Darstellung sieht der Leser doch auch das astrologische Weltbill» und System in einer geistesgeschichtlichen Notwendigkeit und Macht vor sich aufwachsen. Knut Hamsun: Gesammelte Werke. Sechster Band. Herausgegeben von Z. @anferne i er. Preis geheftet 5 Mk., in Ganzleinen geb. 10 Mk. Verlag von Albert Langen in München. — Der vorliegende sechste Dcmfe von Knut Hamsuns Gesammelten Werten enthält feie stimmungsvollen und mit seinem Humor gesättigten Reis^ilfeer aus Kaukasien und der Türkei sowie den meisterhaft erzählten Roman „Kinder ihrer Zeit". Hamsun durchguert als hochgemuter Poet mit Lachenden Augen jenes Land, in feem das Märchen zur Wirklichkeit geworden scheint. Zn anschaulichem, lebendigem Stil beschreibt -er seine Reise von Petersburg bis zum Schwarzen Meer, viel Erlebtes und viel Erträumtes mit entzückendem Humor zu einem künstlerisch Einheitlichen verbindend. Zn den Reisebildern aus der Türkei erzählt bet geniale Dichter nordisch- schlicht, wie er feen Orient gesehen und erlebt hat. Alles echt, greifbar, wahr. Zn dem Roman „Kinder ihrer -Seit“ schildert Hamsun in den verflochtenen Schicksalen einer alten, absterbenden Groß- grundbesitzerfamille und eines Emporkömmlings (eine Verkörperung des Znfeustrialismus) feie Menschen einer Uebergangszeit. Der Roman lebt vom Unausgesprochenen: er ist ganz mit Silber» stift geschrieben, eine Zeichnung aus feinstem Strich. sind alle Hautun reinigt eiten u. Hautausschläge? w)e Mitesser, Pickeln, Blütchen usw. durch tägl. Gebrauch d. allein echten tteskaw^erd-Stersthroefel-S'etfia von Bergmann * Co., Badebeul. überall zu haben. HpankQOin?hin! Geg.Leber-u.Magenleid.,selbst lcmgj. mfllmdulll ! IM! hilft beft.KarlsfpruM virkirchen U Krem-Drog. Augnst Noll, P. J. Flöh», Drog. Georg Wallenteil, Drog. 0. Winterhon. 4148c einer seiner Suiten, hatte etn niedliches Demoi- sellchen zum Karessieren gefunden. Es gab solcher gewiß auch hier. Es gab immer welche, man brauchte nicht mal viel zu suchen. Ganz wirr war er. Da war feer Sgid, und da war der Herr Großvater. Und fea war der König. Unb ba stand Lentulus und rief Vivat, Da war feer Magister. Hatte ber ihm nicht noch auf bie Seele gebunden, zu allerletzt: vergiß bein Abendgebet nicht. Der Gute, wenn er wüßte. Vielleicht weinte die Frau Mutter auch barum so. Und jetzt war mit einem Male die Frau Pfarrer da, bie kleine zerbrechliche, und neben ihr Ruth — Ruch! Za. . . Ruch. Liebe, liebe Ruth! Aber helfen kann ich dir nicht. Das ist nun mal nicht anders — im Feldlager, heute hier, morgen dort, und immer und überall bie hübschen Denroi- sellen, die sich so arg um einen Pagen Seiner Majestät haben. Da widersteh einer, so er erst mal Blut geleckt hat. Wer wöhl feen Sermon an ben Gräbern in Topper gehalten haben mag? Da hätt' mein lieber Cajetan Grolich neben sollen. Der versteht's. Der würd' vom Vetter Cgid als bem Starken gesprochen haben unb vom Magister als dem friedfertigen Helden, daß die Herzen gebebt. Hätt' auf gerichtet dabei unb getröstet. Mein lieber Cajetan . . . bist immer noch bös mit mir, seit bu mich in Breslau mit bei Käte, Katrin, Katinka gesehen, auf der Straßen, Arm in Arm? Za, mein lieber Cajetan, recht hast schon. Aber warum sind bie Demoiselles auch so verflucht hübsch und zutulich. Da wehr' sich einer — (Fortsetzung folgt.)