M.W Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: G ießenerFamilienb lütter Monats-Vezvyrpreir: 2 ©olbmarh u. 20 Goldpfennig für Trägerloh«, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsfe: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Slnschrtft für Drahtnachrichten: Anzeiaer Siehe«. poiischeckkoato: Sranffurt a. M. 11688. erstes Blatt Fayrgang rinwvoq, f8. zum 1924 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck vnb Verlag: vrühl'sche Untversitöt§-Vuch- und Steindruckerei «. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tageenummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkett Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mir Breite crt!ich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- Klame-Anzeigen d 70mm Breite 35 Boldpfennig, Plotzvorfchrift20" „Auf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton )r. Friedr. Wilh. ßange; ür den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Große Etatsdebatte im Hessischen Landtag. DonunsererDarmstädterRedaktion. Darmstadt, 17. Juni. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung 9i/2 ilfc. Am Regierungstisch: Staatspräsident Ulrich und die Minister von Brentano, Henrich Und Raab. Präsident Adelung teilt mit, daß der Aeltestenrat beschlosien hat, heute die Beratungen des Voranschlags mit einer Generaldebatte zu eröffnen. -Ium Staatsvoranschlag für 1924 teilt Finanzminister Henrich einiges von dem Gang der Verhandlungen aus den Ausschuhöe- ratungen mit und bezeichnet mehrere Aenderungen, die seit der Festsetzung des vorläufigen Finanz- gesehes eingetreten sind. Gr weist ins^sondere auf die erhöhtem Ausgaben durch die Desoldungsord- tming hin. Eine solche wäre notwendig gewesen, laber das sie so ausfallen würde, habe man nicht erwartet. Die Regierung habe von Anfang an gegen die Form dieser Vorlage protestiert; mehr wolle er heute darüber nicht sagen. Die Schwierigkeit für Hessen liege darin, die Mittel für diese Vorlage aufzubringen. Im April und im Mai wären die Doranschlagsziffern der Steuereingänge überschritten, namentlich der April zeige eine beträchtliche Erhöhung. Jeder Monat erbringe etwa ein Mehr von i/2 Million, dies mache 6 Millionen im Jahre aus, doch seien Schatzungen sehr vorsichtig zu machen. Mehreinnahmen im Etat müßten in erster Linie für die Desoldungsvorlage verwendet werden, eine Erhöhung der Steuern sei nicht mehr möglich, ebensowenig eine Steuerherabsetzung. Abg. Kaul (Soz.) wandte sich gegen Versuche der Deutschnationalen, in den Regierungen der Länder eine Äebereinstimmung mit der Reichsregierung in bezug auf die Zusammensetzung her- Leizuführen. Gegen derartige Versuche werde sich die Soz. Partei energisch wenden. Aus der drohenden wirtschaftlichen Katastrophe kämen wir nur durch Losung des Reparationsprvblems auf der Grundlckge des Sachverständigen-Gutachtens heraus. Daß die Hess. Regierung für das Gutachten eintritt, sei zu begrüßen. (Hört, hörtl) Dann kommt der Redner auf den Etat zu sprechen und empfiehlt äußerste Sparsamkeit. Die Aufhebung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft sei freilich nicht möglich; es werde damit auch nichts gespart. Die Aufhebung des Landesamtes für das Dildungswesen sei e^nfaNs unmöglich; man gebe damit ein Hoheitsrecht des Landes preis, Kulturfragen selbständig zu behandeln. Der Personalabbau zeige, daß sich die Hoffnungen, die man daran wegen der Ersparnisse geknüpft habe, nicht erfüllt hätten. Richts von den Differenzierungen und dem Ortsklassensystem sei in der neuen Desoldunasordnung beseitigt worden. Gegen den Wegfall der Besoldungszuschüsse des Reiches sei energisch zu protestieren. Regierung und Polizei mühten alles zum Schuhe der Republik tun. Der Redner fragt, ob es der Regierung bekannt sei, daß Studenten undSchüler mit kleinkalibrigen Waffen ausgebildet werden? (Abg. Kindt ruft: „Landesverrat!" und wird deshalb zur Ordnung gerufen.) Die Ausbildung mit kleinkalibrigen Waffen sei offenbar zum Kampf gegen die Republikaner bestimmt. Abg. Ruh (Ztr.) erklärt, das Zentrum verlange, dah der Luxus noch mehr besteuert werde. Die Zentrumsfraktion habe einen Antrag im Landtag eingebracht, dah die Reichsregierung Schritte unternehme, um eine Freilassung der Gefangenen im besetzten Gebiet zu bewirken. Zur Desoldungsordnung stehe die Zentrumsfraktion in grundsätzlichem Gegensatz. Das Zentrum habe den Antrag gestellt, die Vorlage nur für ein Vierteljahr zu bewilligen und beim Reich die Aufhebung des Sperrgesehes zu verlangen. Weil kein anderer Weg jetzt möglich sei, werde die Zentrumsfraktion für die Besoldungsvorlage stimmen. Gegenüber dem Abg. Kaul betonte der Redner, dah die Staatsform für die Zentrums- Partei kein Dogma bedeute. 1 Abg.Dingeldey (DeutscheVolkspartei)beleuchtete zunächst unsere ungeheuren Wirtschaf ts- schwrerrgkeiten. Zur Steuerfrage übergehend erklärte der Redner: Es ist nicht zu billigen, dah Staatsgelder, tote es geschehen ist. in Bankdepots gesteckt und mcht dem Wirtschaftsleben zugeführt werden. Die Steuern sind in Hessen in der bisherigen Weise untragbar, sie sind ja auch höher wie im übrigen Reich. Tie steuerliche Belastungs- Möglichkeit ist überschätzt, Landwirtschaft und Weinbau erliegen bei diesen Steuerauslagen. Die Gewerbesteuer ist höher als in den benachbarten Staaten; insbesondre aus den Kreisen des Klein- Handwerks heraus wird Steuerabbau verlangt, die zahlreichen Stundungsanträge zeigen die Gefährlichkeit des gegenwärtigen Zustandes. Die außerordentliche Gcbäudesteuer ist ganz besonders drückend und ungerecht in Hessen. Die Deutschs Volkspartei verlangt, dah die landwirtschaftlichen Steuern nicht über die preußischen Sätze hinausgehen. He.absetzung der Gewerbesteuer um 50 <>/» und bei der außerordentlichen Gebäudesteuer, dah Eilächterungen namentlich für Kleinrentner und Hypothekengläubigec eintreten. Die Bautätigkeit des Staates gereiche nicht zur Forderung de8 Handwerks, sondern durch die Regiebauten werde dieses benachteiligt. Man müsse sich fragen, ob der Sinn des Personalabbaugesehes in Hessen richtig erfaßt worden sei? Das Kontrollrecht für diese Maßnahmen dürfe der Landtag sich nicht nehmen lassen. Die Regierung mühte ihre Vorschläge aus- arbeiten und dem Landtag vorlegen, genau wie bei jeder anderen Vorlage, damit auch wirk- Das Programm der Herriot-Regierung. Räumung des Ruhrgebiets nach Pfändersicherung. Aushebung eines Teils der Ausweisungsbefehle. - Beschränkte Amnestie für die Rhein- und Ruhrgesangenen. - Annahme des Sachverständigenberichts. Am gestrigen Rachmittag hat die neue französische Regierung in der Kammer und im Senat die mit Spannung erwartete programmatische Er- llärung abgegeben. Ihr Inhalt dürfte alle diejenigen Optimisten in Deutschland und der Welt enttäuschen, die von der Linksregierung des Radikalsozialisten Herriot eine restlose Erfüllung der berechtigten deutschen Forderungen und eine rasche Wiedergutmachung des ungeheuerlichen Unrechts erwarteten, das am Rhein und an der Ruhr von den militärischen und zivilen Funktionären Poincares begangen wurde. Das Sicherheitsproblem beherrscht nach wie vor die Handlungen der französischen Machthaber — auch Herriot wandelt diesem Ägi- tationsmittel des französischen Imperia.ismus zuliebe in den Bahnen seiner Vorgänger, wir feine Auslassungen über die Ernennung des Generals Rollet zum Kriegsminister und seine Programmrede beweisen. Und auch ec fürchtet dir Macht des zur Minderheit im Parlament herab- gewählten nationalen Blocks, dem zuliebe er sich nicht zu jener restlosen Ausrottung der Folgen der Poincarsschen Ruhrkampsgrwaltakte bekennen kann, die deutsche und ander; Optimisten erwartet hatten. Darüber dürfte noch einiges zu sagen fein. Für heute mag die Feststellung genügen, dah der Kurs der neuen Männer in Frankreich zwar noch sichtbar sich m den reichlich aus gefahrenen Geleisen von gestern bewegt, dah aber immerhin schon der gute Wille erkennbar ist, den schmalen Pfad einzuschlagen, der zu der angeblich von Frankreich so heiß ersehnten Verständigung führen könnte. Wir Deuffche werden gut tun, uns auch in Zukunft keinen Illusionen hinzugeben. Richt die schönen Worte französischer Botschaften und Regierungserklärungen — wie an dieser Stelle bereits betont wurde — sondern Taten allein können, das Mihtrauen bannen, das wir nach wie vor den Absichten und Handlungen der französischen Machthaber entgegenzubcingen ein Recht und die Pflicht haben. Die Erklärung der neuen Regierung wurde eingeleitet mit der Verlesung einer Botschaft des Präsidenten Dorrmergue, deren Schluhsätze besagen: In diesem Augenblick werden zahlreiche Probleme unserem Vaterland und unserem Parlament gestellt. Sie könnten leicht gelöst werden, wenn man überall in der Welt eine reine Friedensatmvsphäre atmen könnte. Wenn das noch nicht zutrifst, so hat Frankreich keine Schuld daran. Unser Land hegt keinen gefährlichen Ehrgeiz. Es will nur die Reparationszahlungen, die ihm feierlich versprochen worden sind, und keine illusorischen Sicherheitsgarantien erlangen. Seit dem Sachverständigenbericht, dem wir zum Beweis unseres Entgegenkommens bereitwillig zugestimmt haben, scheint die Reparationsfrage einer baldigen Lösung entgegenge-, führt werden zu können. Es ist aber erforderlich, dah der Schuldner ebenso wie der Gläubiger Beweise seines guten Willens gibt, und dah diese Beweise durch Taten und nicht durch einfache Versprechungen gegeben werden. Aber das Entgegenkommen Frankreichs, das aufrichtig und unanfechtbar ist, kann nicht soweit gehen, dah seine Wachsamkeit eingeschläfert wird dadurch, dah man die Opfer der Vergangenheit vergibt. Sein Entgegenkommen kann auch nichteinenVerzicht auf seine eigene Stärke bedeuten, ebensowenig wie den Verzicht auf die Kontrolle, die die Verträge bei einem Besieg'en zuerkennen, der die Revanche vorbereiten will, anstatt die von ihm übernommenen Verpflichtungen zu halten. Das Parlament denkt wie das Land. Es will den äußeren Frieden nicht weniger als den inneren Frieden. Es toirb ihn — dessen bin ich überzeugt — weiter auf solider Grundlage, deren sicherste die Gerechtigkeit ist, aufzubauen. Mein heißester Wunsch ist es, in dem Maße, in dem die Verfassung es mir gestattet, dazu mitzuhelfen und meine Erfahrung und unbedingte Grgeben- heit Frankreich, der Republik und der Demokratie zur Verfügung zu halten, denen ich dreißig Jahre ohne Unterlaß gedient habe. Dieser „Friedens"-Dotschaft des Präsidenten folgte die Verlesung der programmatischen Erklärung der Regierung durch den Ministerpräsidenten Herriot in der Kammer und den Justizminister Renault im Senat. Die Regierung, die sich Ihnen vorstellt, hat die Pflicht, den von der Wählerschaft am 11. Mai zum Ausdruck gebrachten Willen in die Tat um» zusetzen. Sie wird ihr Programm Har zum Ausdruck bringen, selbst auf die Gefahr einer gewissen Länge, damit jeder von Ihnen weih, ob er die Regierung unterstützen kann oder gegen sie stimmen soll. Im Innern wie nach außen hat die Regierung nur ein Ziel, Frankreich in der Arbeit und durch den Fortschritt den Frieden zu geben, den es so sehr verdient. Zunächst den moralischen Frieden. Wir sind zwar entschlossen, keineBotschaftbeim Vatikan aufrechtzuerhalten und das Gesetz über die geistigen Orden durchzuführen, aber das alles in keiner Weise aus dem Gedanken der Verfolgung und Intoleranz heraus. Wir wollen nur die Souveränität der republikanischen Gesetzgebung und die notwendige Scheidung zwischen dem Gebiete des Glaubens und dem der öffentlichen Arbeit sichern. Die Erklärung kündigt an, dah die Regierung noch heute einen großen Amnestie-Entwurf einbringen werde, der nur Verräter und Fahnenflüchtlinge ausschließt, und dah sie die Wiedereinstellung der bei dem Streik von 1920 entlassenen Eisenbahnbeamten betreiben werde. Das C r» mächtig ungsgeseh soll unverzüglich auf» gehoben toeroen. Die Regierungserklärung streift dann die gesetzgeberische Vereinigung C l s a h - L 0 t h r in g en s mit Altfrankreich. Die Erklärung verspricht die Aufrechterhaltung des Gesetzes be t r. den Achtstundentag. Der Hauptträger der Produktion, der Arbeiter und der Bauer, hätten ein Anrecht auf Schuh gegen Arbeitslosigkeit, Krankheit, Alter und Arbeitsunfähigkeit. Die Befrei- ung der Arbeiterschaft sei ferner nicht möglich ohne die Entwicklung beä Unterrichts. Das ganze Programm der Regierung lasse sich nicht ohne eine strenge Finanzgebarung verwirklichen. Rur sie ermögliche die wirksame Bekämpfung der Teuerung. Cs bleibt uns nur übrig, fährt die Erklärung fort, uns vor dem Parlament über unsere Außenpolitik und die Sicherheitsfrage auszusprechen. Auf militärischem Gebiet beabsichtigen wir eine Reorganisation, die die Erfahrungen des Krieges rötlich erscheinen lassen und die durch die Bedürfnisse des Landes geboten ist. Diese Reorganisation, die eine Herabsetzung der aktiven Militärdienst zeit mit sich bringt, muh so durchgeführt werden, daß Frankreich sich dadurch in feinem Falle eine Dlöhe gibt ober geschwächt wird. Frankreich weist ausdrücklich jeden Gedanken an Annektion und Eroberung zurück. Cs will den Frieden zunächst für sich, aber auch für die anderen Völker. Cs wünscht eine unzweideutige Sprache zu führen. Unsere demokratische Regierung wird mit Festigkeit die Rechte unseres Landes verteidigen, wie sie in den Friedens Verträgen niedergelegt sind. Wir haben Anspruch auf Reparationen. Wir verlangen sie im Rainen der Gerechtigkeit. Die neue internationale Ordnung, die wir wünschen. kann nicht auf einer Unbill aufgebaut Verben. Sobald aber Deu tschland hinsichtlich der Reparationen und der Sicherheit sein Verhalten mit dem Friedensvertrag in Einklang gebracht hat wird es ihm völlig frei stehen. ln den Völkerbund einzutre- t e n. Wir sind gegen die Politik der Isolierung und der Gewalt, die za territorialen Besetzungen und Pfandnahmen führt. Angesichts des heutigen Standes der Dinge in Deutschland und dec Rotwendigkeit, nicht allein Frankreich sondern alle Völker gegen eine neue Offensive des nationalistischen Asideutschtums zu schützen, halten wir es nicht für möglich, bas Ruhrgebiet zu räumen, bevor die Pfänder, wie sie von den Sachverständigen vorgesehen sind, deren Bericht wir ohne Hintergedanken annahmen, mit gerechten und wirksamen Garantien für die Durchführung konstituiert und den zu ihrer Verwaltung befugten internationalen Organisationen übergeben sind. Wir halten es auch für nötig, daß die Entwaffnung Deutschlands von den Alliierten gemeinsam überwacht und sobald wie möglich durch die Aktion des Völkerbundes kontrolliert wird. M i r toerbcn d ie Probleme der Sicherheit durch Garantiepakte z u lösen haben, die selbst aber der Kontrolle des Völkerbundes unterstellt sein sollen. Dies vorausgeschickt, erHärcn wir, daß unsere Regierung mit allen Mitteln dafür arbeiten wird, dey Rationen, die das Vorbild Frankreichs leiten soll, einen aufrichtigen und dauerhaften Frieden sich die Verwaltungen, die sich aufgebläht haben, verkleinert werden. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, sowie das Landesbildungsamt können aufgehoben werden. Kulturfragen stehen nicht, wie Abg. Kaul behauptet, im Vordergrund dieses Amtes, sondern hier handelt es sich um die Frage, ob ein Amt notwendig ist oder nicht. Dieses Amt hat die doppelte Anzahl von Räten als andere Abteilungen. Die Deutsche Volkspartei hat zur Desoldungsvorlage einen Antrag im Landtag eingebracht, in dem die Regierung ersucht wird, mit aller Schärfe gegen bie völlig unzureichende und ungenügende Erhöhung der Gehälter für die unteren und mittleren Deamtenbesoldungsgruppen zu protestieren und für eine Reuregelung einzutreten. Wir sind der Ueberzeugung, daß die Bezüge auch heute noch nicht ausreichen; wir lehnen aber das Ausspielen verschiedener Deamtenkategorien in llebereinftim- mung mit der Beamtenschaft ab. Das Leistungsprinzip darf nicht verlassen werden; wir verlangen aber eine Aufbesserung der unteren Beamten. Der Weg der Bevorschussung wie in Sachsen und Baden ist auch von der hessischen Regierung zu prüfen; wir werden einen dahingehenden Antrag stellen. Bei den Bezügen der Polizei ist eine befriedigende Arbeit undenkbar. Das Unrecht an den Militäranwärtern ist unbedingt zu beseitigen. In zu geben. Wir werden nach besten Kräften bet allen Völkern den demokratischen Geist ermutigen und unterstützen, auf den wir uns selbst berufen. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um den Völkerbund und alle internationalen Einrichtungen zum Zwecke der Information, der Sicherung oder des schiedsgerichtlichen Ausgleichs zu befestigen. Wir werden eine Politik gerechter Handelsabkommen treiben. Um das Resultat zu erzielen, das wir anstreben, werden wir zunächst die Bande verstärken, die uns mit unseren Alliierten und unseren Freunden vereinigen. Wir werden versuchen, ihre Interessen und ihre Bedürfnisse zu verstehen, wie wir von ihnen Verständnis für die unserigen verlangen werden. Wir werden ihnen mit solcher Evidenz den Friedenswillen und die Loyalität Frankreichs beweisen, daß sie sich mit uns dahin verständigen, jene Garantien der Sicherheit zu gewährleisten, die der Sachverständigenbericht v 0 r- sieht. Um Frieden zu schaffen, werden wir noch mehr tun. Frankreich weiß nichts von Haß. Es genügt ihm, sich auf die Gerechtigkeit zu stützen. Unsere Regierung wird keineSchwäche kennen gegenüber denen, die ir Deutschland es noch nicht aufgegeben haben, die Verträgezu verletzen und die Idee der monarchischen Wiederherstellung zu nähren. Aber sie wünscht daß die deutsche Demokratie sich festigt. Sie ist schon jetzt zu Maßnahmen des Wohlwollens bereit Der Strafaufschub, der von den Desatzungsi behörden gewährt worben ist, wirb in eudgül-- tige Degnabigungsmaßnahmen umgewanbelt werben. Auch auf bie politische« Verurteilten, ausgenommen bie, bie wegen der Anschläge gegen bie Sicherheit unserer Truppen verfolgt worben sind, wirb bie Amnestie angewenbel werben. Für bie kleinen Beamten ober Angestellten, bie nur auf Anweisung gehandelt haben, werben bie Ausweisungsbefehle zu, rückgenommen werben. Gewisse schwere Fälle werben besonders geprüft werben. Besser als Worte werden diese Beschlüsse beweisen, daß, wenn die Deutschen ihrerseits die zur loyalen Durchführung des Sachverständigen- berichts erforderlichen Arbeiten beschleunigen, die sianzösische Regierung den Bemühungen eines Deutschland, das mit Entschlossenheit den Weg der Demokratie und des Friedens betritt, entgegenzukommen vermag. Tragische Ereignisse, Abweichungen in bet Doktrin, die uns von der Regierung in Moskau trennen, lassen uns nicht vergessen, daß das russische Volk lange gemeinsam mit uns auf dem Schlachtfelde geblutet hat. Wir bereiten schon heute die Wiederaufnahme der normalen Beziehungen zu Rußland vor. Sie sollen unter den Bedingungen erfolgen, die der Respekt vor den Verträgen uns gebietet. Bevor wir uns eine Formel zu eigen machen, die das französische Interesse berücksichtigen muß, müssen wir gewisse Vorsichtsmaßregeln treffen und Informationen sammeln, mit deren Einziehung wir begonnen haben. Der Verlauf der Kammersitzung. P a r i s, 17. Juni. (WB.) Die Kammer hatte ein zahlreiches Publikum angezogen. Als Mi- nisteri>räsident Herriot in Begleitung der anderen Minister den Sitzungssaal betritt, wird er von den Parteien der Linken mit Händeklatschen begrüßt. Die Botschaft des Präsidenten der Republik wurde mit Beifall aufgenommen. Rur die Mehrzahl der Sozialisten und die Kommunisten beteiligten sich nicht an der Kundgebung. Ministerpräsident Herriot besteigt dann aufs neue die Rednertribüne, um die Regierungserklärung zu verlesen. Die Linke nimmt die Ankündigung, daß bie Botschaft beim Vatikan beseitigt wird, mit starkem Beifall auf, während ein Abgeordneter der Rechten ruft: „Sie arbeiten für' die Boches!" Ministerpräsident Herriot erwidert: „Wir gehen in dieser Frage nicht intolerant vor." Im weiteren Verlaufe der Verlesung wird vor allen Dingen bemerkt, daß der ehemalige Kriegs- minifter Maginot mit erhobenen Händen bei den Stellen ebenfalls Beifall klatscht, die sich mit der Heeresfrage beschäftigen. Als der Ministerpräsident mit der Verlesung der Regiefeinen weiteren Ausführungen weist der Redner darauf hin, daß die Sozialdemokraten, wenn sie für sich das Recht öffentlicher Demonstrationen in Anspruch nehmen, nicht ein 'Verbot fordern dürften, wenn Andersdenkende einmal demonstrieren. (Sehr richtig!) Die angeblichen Hebungen mit Heinen Kalibern hätte Abg. Kaul besser an anderer Stelle, außerhalb des Parlaments, vorbringen tonnen. (Sehr richtig!) Wir müssen uns alle zusammenfinden, um das Vaterland zu erhalten! (Lebh. Beifall.) Die Weiterberatung wird hierauf auf Mittwoch vertagt. xan> 2Ir. ren- Großf Beerdigung Jtitut übet ^Goethe unb die Farbenlehre". Der Vortrag wird durch praktische und erläuternde Vorführungen ergänzt. M^e dieser schönen Veranstaltung die attge- meine Teilnahme unserer gesamten Bürgerschaft nicht versagt bleiben. * /un^erklärung beinahe zu Ende ist. stellte ein Abgeordneter der Rechten an ihn die Frage: .Wer wird in Berlin General Rollet vertreten?" Herriot antwortet nicht. Die Interpellationsdebatte. Rach dieser Rede wird die Sitzung um 6 Ahr abends unterbrochen. Rach Wiederaufnahme der Sitzung interpelliert der elsässische Qlbge- ordnete Oberkirch Er spricht von den Mi- cum Verträgen, die schon bedeutende Summen ein« bringen sollen. Frankreich dürfe nicht noch einmal durch die beabsichtigte Lösung des Reparations- Problems getäuscht werden. Die Hauptaufgabe fei, ob man das Ruhrgebiet aufgeben wolle. Deutschland werde sein Möglichstes tun, um auch den Eachversiandigenbericht zunichte zu machen, uiid seine Verpflichtungen nicht zu erfüllen. Die deutschen Rationalisten machten verzweifele Anstrengungen. um die Monarchie, d. h. das antidemokratischste. antirepublikani chste und antipar- lamentarischste Regime wiederherzustellen, das man sich denken könne. Der Endkampf gegen die deutsche Republik habe begonnen. Man müsse ihm die größte Aufrnerksamkeit schenken. Hierauf ergreift der ehemalige Vorsitzende der Reparationskommission Abg. Louis Dubois, das Wort, um einige Bemerkungen zur Reparation s frage zu machen. Er weist darauf hin, daß Mißverständnisse entstehen könn'en. weil der Sachverständigenbericht Pauschalzahlungen auch für den Ausgleich und die Besatzungskosten sowie die Reparationen versehe. 6«11. crhi» W Nac Vater, Gro Her im 81 Lebt . Am 2.i> »Äen. SWoffenen ^tag. b 6 ^egril ^tag. bt M.110 3^n #«!«•?»(? IM ÄK, Lttmhslzv toSenslilg'le" rtr.H?n9ebotsunter4 Rathing oon- ür.30'at ™aini, bin 18 n, .__ft Mainz, eiHW Menschen die Ratur erhoben, ^st es kern Wunder, wenn ihm viel geitigt; ^0 muß in ihm die Macht des Schöpfers loben ®er schwachen Thon zu solcher Ehre bringt Sod> toenn ein Mann von allen Lebensproben Die sauerste besteht, sich selbst bezwingt, Dann kann man ihn mit Freuden andern zeigen Und sagen: Das ist er, das ist sein eigen.“ elrb.[fedtt>itWun9' Selbstüberwindung h ißes un- erbittliches Ringen, das war seines Lichterlebens eigentliches und höchstes ©füct: i'H 6in ein Mensch gewesen And das heißt ein Kämpfer sein." 3n ber Erfülttrng dieser hohen Mission wird der Deutschen in aller Zu tunst ein er- h.wenes Vorbild fein, das uns die sittliche Kraft zur eigenen Vervollkommnung g^ben wird Goetheschen Geistes soll die Gießener Goethe-Kundgebung stehen und alle Kreise und Derufsschichten unserer Bürgerschaft einem flarfen Bekenntnis für unsere deutschen Kulturguter vereint sehen. , .s, Das kilnstl^isch angelegte Festprogramm t>er= beißt genußreiche Tage und läßt erwarten, daß in dem kulturellen ^ben unjerer®tabt ein Ereignis von be onderer Bedeutung werden wird. Wenn die Deranstal- m den Juni verlegt wird, so hat dies seine berechtigte Begründung in der Erwägung, daß ft1, x9CnSlft Gedenktag im August im Hinblick St b'e Sen^9 und Reisezeit weniger günstig liegt um allen unseren Gießener Li eraturfreun- den die Teilnahme an der Feier möglich zu machen. ~ ^it Eröffnung der Buchausstellung ^.as Goethe-Buch" in dem stimmungövrll Arbeitgeberverbandes «?©tel Großhwzog) wird die Goethe-Woche ihren Anfang nehmen. Die besten und sehens- wcriesten Ausgaben sämtlicher Werke von uns SSZVÄ’ bunser deutscher Vcr agsbuchhän- del geschaffen hat, werden hier neben Luxus- ojm tzebhaberausgaben zur Ausstellung kommen. Am Sonntag vormittag liy4 Ahr wird in der Anlversitats°2bllLi e:ne Morgenfeier statt- bie durch einen Chorgesang des Bauerschen Gesangvereins eröffnet wird. Rach einer kurzen Begrüßungsansprache des Rektors der Aniversi- Di' ^Dr. Laqueur, wird Professor f x a&Drt SU seiner Festansprache: li^rartt^? £? ergreifen. Den Abschluß dieser S £ Teier bilden einige vom Bauerschen iefyn9ene Goethe-Lieder. Für die 23 0uni, abends feft retitin^ mBien Qtuto ebenfalls ein X?" »ntrÄ vTrornm1 der Pianistin Frau 3Ife m ?u." M i chael s - Hamburg Qim ÄS? ™ Goethes Träub el »fjabigo zur Aufführung kommen 5Vn örx Auß der Woche bildet ein naturwissenschaftlicher □Mittag von Geheimrat König im PMU ** Eine Stadtverordnetensit- ö u n q findet am nächsten Freitag, nachmittags 4 Ahr, im Stadtverordnetensitzungssaale statt Zur Beratung steht u. a. der Voranschlag der Stadtkasse und städtischen Äebenkassen für das Rechnungsjahr 1924. < ?ilgutbeförderung. ^af den Strecken Kasfel-Rordhausen-Halle, Kassel-Frankfurt a. M. und Kassel—Hamburg verkehren jetzt Mieder regelmäßig mehrere Eilgüterzüge Eilgüter für die genannten Strecken werden möglichst mit diesen Zugen befördert. Räheres über die günstigste Auf- erfahre^n Eilgutabfertigungen zu ** Zum zweiten 116er-Tag wird tm Anzeigenteil unseres heutigen Blattes ein- geladen. Die einstweilige Festlegung des Pro» gramms ist aus der Anzeige zu ersehen. Anlagenkonzert findet morgen, Donnerstag, nachmittags 6 Ahr, auf dem Landgraf-Philipp-Platz durch das Musikkvrps des I. (Hessischen) Bataillons, 15. Infanterie- unter Leitung von Obermusikmeister statt. VvrttagSfolge:-1. Armee- marfcp II, 161, Alexander-Marsch, von W. Ghristoph. 2. Fantasie a. d. Oper: „Der Freischütz von K. M. v. Weber. 3. Ouvertüre zur Oper: „Fidelio" von L. v. Beethoven. 4. Bei uns zu Haus, Walzer, von I. Sttautz 5 Armeemarsch II, 175, Soldatenklänge, von W Buchholz. feitigung der Micumverttäge eine Förderung erfahren dürfte. Den Rotwendigkeiten des Preisabbaues dürften ferner auch Post und Eisenbahn im Rahmen des Möglichen Rechnung tragen. Gestern nachmittag haben in den Räumen des Reichswirtschaftsrates die Besprechungen 3tnifchen den deutschen und den ausländischen Sachverständigen über die Frage der Reuorganisatton der Reichsbahn auf Grund des Sachverständigengutachtens begonnen. Enthaftung von Eisenbahnern Am 28 August jährt sich der Geburtstag unseres größten Dichters und Denkers Johann Zum 175. Male. fucJ! Oubeltag gedenkt der Goethe-Bund festlich zu begehen und die gesamte Gießener ♦ r$a e- duK ei"er großen Gießener Kundgebung aufzurufen. Der Aufruf wird m unserer Stadt einen um so stär- keren Widerhall finden, als Gießen sich zu den Städten unseres Vaterlandes zählen darf, die durch rege, Beziehungen mit der Perlon des Dich- und ।einem Schaffen verknüpft sind. Waren es doch zwei Gießener Geleh.te, der Jurist Pro- Ho.epfner und Prosefsor Johann Bern- fcy? • . ft11 &r a n d die die wissenschaftlichen Aibelten und das dichterische Schaffen des Mei- leis durch regen Gedankenaustausch förderten .GoethA dichterischer Persönlich'eit/ seinem genialen Menschtum, seinem wi^seiischaftlichen %r ’S.* * :f&S tzKtz WS Hielten ab mit.1 «SB Art n Saubad Metter begünstigt das diesjährige A menen Zusriedenhe Gestern tourte es feitet Ser heutige S althergebrachter Herten. Um 9 ilhr SSektionen zi Marktplatz auf unb Antritt der kleinen. und der Festjungfr Veteranen voi an Zahl) $um erste Musikkapellen toara gekommen, begrüß Mehgemeister Re Teilliahme am Fest ihn aus. Der Gras auf die Stadt Laub bodam betoegte fid wo sofort das Pre dem fand wieder all) Die Mieten „ßot tourten wieder tii 1 Eindecker und die Hochdecker zeigten sichi trotz ihrer Ausrüstung mit nur 75= bzw. ööpferdigen Siemens-Motoren ausländischen Fabrikaten von oft über 200 P. 8.Motorenstärke bei verschiedenen Kunstflügen bei weitem überlegen. Die Krise der Mussolini - Negierung. , Juni. (WTB.) Die Erregung halt an. Die „Epoca" schreibt: Die öffentliche Erregung ist tief, die Lage ernst. Der „Messag- gero mahntRuhe und Ordnung zu bewahren. ^en Parteileitungen fordern die Arbeiter auf, sich in keinen Streik einzulassen, sondern die Parteiorganisationen abzuwarten. ^n^er5.^a<^tr^,om Samstag zum Sonntag wurden nachi dem „Picolo d'Italia" 70 Verhaftungen hrnRf ^Sm^ni?cn vorgenommen. Die Regierung oroyt..Maßnahmen gegen diejenigen Blätter zu ergreifen, die falsche Rachrichten verbreiten. Die Antersuchung in Sachen M a t t c o t t i wurde dem gewöhnlichen Gericht genommen und einem ^Dtlegium von drei Räten des Appella- v n s g e r ichtshofes übertragen. nusn r PE kritisiert heftig, daß es dem Her- ausgeber des „(Sortiere Italiano", Filippelli Pressechef Rossi gelinget lohnte sich der Verhaftung durch die Flucht zu en^iehen. Die T r i b u n a“ verlangt eine Anter- lulJung gegen den „Sortiere Italiano", ein Blatt oaö in kurzer Zeit in mysteriöser Weise zwölf Mlwnen Lire verschlungen habe. Rach der Ka° -?»^dung von heute abend spricht man von e ner Ambildung des Ministeriums auf etn er breiteren Grundlaae. da Minister Faszisten sind. Gerüchtweise Micht bestehe, auch Männer ■ " Jn &le ^regierung aufzunehmen. Allgemein betrachtet man die Lö- sung der Krise als schwer. Das Organ ^"attenischen Volkspartei, „II Popolo" ver- gientng16 ^l^un9 einec vollständig neuen Re- Aus Stadt und Land. Gießen, den 18. Juni 1924. Gieftener (tzoethe-Woche. f, .^vm Gießener Gvethebund wird uns ae- schrieben: y Vorher hatte Abg. Dr. Curtius als einer ^vlerhandler der Reichslagsfra't oa der D. Vp. fei den Verhandlungen zur Regierungsbil- ft über die innerpolitische Entwicklung seit berichtet. M i t a l l e m R a ch d r u ck ftellte sich Dr. Curtius in seinen Ausführungen ttnmer wieder hinter Sttesemann und die von diesem befolgte Politik. Auch in der Rede des Abg. Dr. Dingel- d e h drang das starke Vertrauen zu ©trckmnnn durch und die Aefetzeugung, daß die Deutsche Volkspartei auf dem rechien Wege sei, daß ihrer künftigen Politik em Erfolg nicht versagt werde. Des Reichspräsidenten Dank an Amerika. Berlin, 18. Juni. Der Reichspräsi- dent empfing gestern nachmittag zam Tee im ^a.rft Jc!!tcr Wohnung in Gegenwart einiger Reichsminister unb Vertretern von Wohlfahrts- organlsatlonen dieamerikanischenQuäker lür das amerikanische Hilfswerk in Deutschland aufhalten, sowie bie hier weilenden ^Jertretet fer amerikanischen Presse. Der Reichspräsident sprach den Erschienenen denDankdes deutschen Volkes aus für die grobe Hilfe bie m fen ergangenen 4i/23aßren das Werk der amerikanisch-deutschen Kinferspeisungen für Mil- ffrn^JUS?CTn^. Binder unb Mütter febeutete. über 6m’ ?rnerika in dieser Zeit anTnj 580(£ Tonnen Lebensmittel und 12V2 ^spendet habe, zu denen die ^ft^^Merung ihrerseits 39 000 Tonnen zu k V^rte von 5 Millionen Dollar b i st euerte »ur Zmt .äglich 1 210 000 en au«: W'^nwndM konnm. Der Reichspräsident hob r xbt€ ^^rästige Tätigkeit des Ge ne- ^?°r- fotoie des Dor ifenden des Cachverstandigenkomttees Dawes und des Prä- ^ien fer Reuyorker Handelskammer Dusch fett^br^ Ü Esfür die Gäste geantwortet hatte, brachte etn Chor von Schulkinfern als Dank der deutschen Kinder einige Ge angsvorträgL Die Nebelung der Beamtengehälter. Einer telegraphischen Meldung aus Berlin zufolge wird sich das R e i ch s k a b i n e t t heute bä[trermV^^-mit Smge fer Beamtenge- RnFuw beschäftigen. Die Beamtenorganisationen GinfnrrrmoAeMerung eine Erhöhung d^ Einkommen für die Beamten fer Gehaltskassen 1 blö 5, sowie der sozialen Zulagen erbeten. Dienstdauer und Verkehrssicherheit. Ster Reichsverkehrsminister fiat die Deamtenorganisatronen für den nächsten Sams- tag zu einer Besprechung über die Frage geladen vb die sich letzt häufenden Zusammenstöß^ £ o??n m Stellwerken usw. in ursächlickem mit fer verlängerten Dienstdauer für fee Beamten und Arbeiter stehen Seitens fer, Organisationen ist eine ausführliche Denk- fcfeift ausgearbeitet worden, die in fer Forde- ^ng Mett, daH die Dienstdauer, vor allem des fahrtechnischen Personals herabgesetzt wird. Glänzender Ersolg deutscher Flugzeuge in Prag. Rach Berichten aus der Prager Presse schnitt AnLsE 2lnschluß an die dritte Aeronautische «usgesührten Flugwettb^ Hlugzeugindustrie mit glanzenden Ergebnisfen cb, nach- fem die französischen Vertreter bereits i Teilnahme auf- , Diitr von den deutschen Pllottn Dietrich und Raab gesteuerten Doppel- und ** Ein reizendes Filmsinasvres steht feit gestern im Lichtspiel Haus Bahn- h o f st ra ß e auf dem Programm. Es ist das alte Thema von fer Liebe Luft und Leid, das hier in ehr g^alliger Weise den Kernpunkt der Hand- lung abgibt. Die Hauptpersonen sind etn großer Geigerkonig, der in einer Laune sich in das Ge- wand eines fahrenden Sängers steckt und als MJr durch die Lande ziehend das Herz eines schlichten Landmafels gewinnt. Auf mancherlei verschlungenen Wegen und nach, teilweise dramatischem Geschehen kommen die beiden natürlich zusammen. Die Darstellung ist ausgezeichnet, fee Gesänge und die instrumentale Begleitung (Opernsängerin Wally Brandt, Opernsänger Hans Harm, Kapellmeister Kirsch sämtlich aus Der- hn) sind sehr lobenswert, die Bildaufnahme.n vortrefflich. Diesem Filmsingspiel darf man auch biei die volle Aufmerksamkeit des Publikums wünschen, Boruotizen. — TageskalenderfürMittwvch: Bund erblindeter Krieger: 8 Ahr auf der Lie-- bigshohe Konzert zugunsten der Kriegsblinden von Oberhessen und angrenzenden Gebieten- Auöführende: Kapelle des Inf.-Rgtö. Ar. 15 und Gesangverein Heiterkeit. — Schneider-- Zwangsinnung: 8V2 Ahr im Gewerbehaus Monatsversammlung für die Herren. — Rund- funkhaus Löberstrahe:,8V2 Ahr Männerquartett. — Lichtspielhaus Bahnhvfsttatze: Der Geigerkonig." — Astvria-Lichtspiele: Die Raubzüge der Lotenkopfslieger." MZcttcrvo raussage Stärker bewölkt, zeitweise auffrischende Winde, warm, später Regenfälle teils als Gewitter, Familientag der Männer- und Frauenvereinigung der Matthäus- Sonntag fanden sich fee Mit- Banner- und Frauenvereinigung der Matthäus-Gemeinde mit ihren Familienangeho- tigen im Phllosophenwald zusammen, um ein ^3pbX°^nr!Un&en geselligen Zusammenseins zu verleben. Mit einer Ouvertüre des Iugendvrche- feiS reichhaltige Anterhaltungsprv- ^f%et--r.Qn*bani1 begrüßte Karree unb .fherzlichen Worten f heutigen, durch den verlorenen oblieg hervorgerufenen Spaltungen und Geaen- satze im deutlchen Volke fen. Die Kirche feilte feei eine grt>ße Ausgabe zu erfüllen und sie könne das nur, toenn. alle ihre Glieder sich auf fen Boden fer Gemeinschaft und Rächstenliefe stellen würfen. Gedichtvvrträge wechselten mit Klvv-ervortragen und Solag.sängen.^orgetrag?n von, Frau Flimm. Hieraus ergriff Prof. Dr Och * an Kttchenvorsteher fer MatthäuS-Ge- meinfe, bas Wort. Ausgehend von der gr)ßen die Kirchengemeinden infolge ißrer Große befinden, die etn Aeberschauen vollkommen ausschließt, legte Redner die Mittel dar fee geeignet sind, fer Rot wenigstens in etwas zu steuern und die sich in das eineOSort fassen Das bedeutet, daß Gemeinde sich ein lebendiger Kern wahren Christentums bilden soll, der von dem Zentrum aus nach der Peripherie fen durch- ^rf lvüfer Kern sich nicht fe£ Einbildung hingeben, alleiniger Träger fes Christentums und des Gemeinfegedankens zu sein sondern er muß sich seiner missronarischen Aufgabe stets bewußt bleiben. Wenn auch fee For- ferung, kleinere Gemeinden zu bilden, nicht in den H/vteigrund geruckt werden darf, so ist dennoch als nächstes Hilfsmittel die Mldung wahrer leb«? fegster Keimgemeinden erforderlich. And tn der Manner- und Frauenvereinigung ist solch ein Anfang Don Kermbildung gemacht, ausgehend von dem echt evangelischen Gedanlen Sulzes, daß die Gemeinde, nicht der Pfarrer allein Träger des Christentums fei. Während dieser Zeit spielten Ktnderkirche im Finten unter Aus- !]ft ftcr^If«innen; eine große Freude wurde ihnen durch eine Bretzelspenfe, die von den Bäckermeistern der Gemeinde in freundlicher Weise qe- stiftetwar, zuteil sogar etn Kasperltheater sorgte hir fee Unterhaltung der Kinder. Ein lustiger Teil beendete die Feier, in dem ein Gesangstrio und Reigentänze, vorgeführt von der Mädchen- Vereinigung, besonderen Anklang fanden In einem Schlußwort dankte Lehrer Wehr he im als stellvertretender Vorsitzender allen Betetlia° ten für ihre Mitwirkung beim Famillentag, ins- fefonfere auch Prof. Dr. Schian, mit dessen Weggang von Gießen fee Rlatthäus-Gemeüife ein eifriges Mitglied verliert. ^emeuwe . ^lter^Interpellant ergreift der kom- tnun isti sche A^. Marcel Cachi n das Wort Rach semer Ansicht wird der Sachverständigen- Plan ebenso wenig wie alle anderen, bi« letzt zur Anwendung ge- ^ya7 Ougenövichs- ^-erhaitllngsprv. * verlorenen Yen und @enm, 5-nN« hätte «Wen und He Wieder sich 5 llti> ^ochslenliebe ■ meMen mit «en vvrgeiragen W Prof. Dr, MlchäuK-Te. vcm der gt)|jei rmdnben infolge eberfchauen voll» r die Dittel dar, igilens in eüvas eurr^Lott fassen is bedeutet, doh ich ein lebendiger n foU, der ton fcrie hin durch- i !ich nicht der Träger deS Thri- E'ens fein, wnarifchen Aus« n auch die Fvr> Iben, nicht in den 1, so ist dnmvch na dahier leben- ich. Unb tn ta I ist solch ein Anausgehend von Lchrs. dah die lein Träger des ser Zeil spielten reten unter Aus« le Freude wurde : ron den Bäcker« «sicher Weise ge» »erllheater sorgte er. Ein lustiger ein Sesanastrio n der Mädchen« >g fanden. 3n r Wehrheim aßen Beteilig« Milluntass ins« in, mit dessen chuuS-Demeinde lmsinglpns hausDahn. Es ist das alte Seid, das hier tn -unkt der sind ein grober sich m dcä Se« sieckt und als das Herz eines Aus mancyerlel ; teilweise dra« beiden natürlich usgc-eichmt, die Anfänger Hans inltlichoüts Der« Ausnahmen var> s man auch H1 Luns wünscht ,L>ie offttahe: htspiele.' n .Mittwoch! «r auf der L>e- ^iegsbliaden iben Gebieten' _ Schneider- Gewerbeha^ cown«^ leleilS^^ Lanvrrers Gieren. 4- Treis a. d. Lda., 15. Juni. Bei der heute dahier stattgefundenen Bürgermeister- Wahl erhielt der schon bei der ersten Wahl siegreiche seitherige Beigeordnete, Landwirt Heinrich Will VIII. 432, sein Gegenkandidat Phil. K l e i n 200 Stimmen, so Daß ersterer wieder- gewählt ist. [ X Hungen 16. Juni. 3m Anschluß an das Münzenberger Missionsfest veranstaltete hrute der OberhesfischeBereinfürDaslerMis- sivn hier im Solmser Hof seine Jahresversammlung. Bach einer Dorstandssihung und Mitgliederversammlung, in der der Vorsitzende! Dekan Gußmann-Kirchberg den Jahresbericht gab. hielt Inspektor D. Würz- Basel einen mit Schriftbetrachtung und Gebet von Dekan B o l p - Laubach eingeleiteten öffentlichen Vortrag: „Unsrr Platz in der Weltmission". An den hochinteressanten Dortvag schloß sich eine rege Aussprache an. Kreis Friedberg. y. Münzenberg, 15. Juni. Heute wurde dahier unter guter Beteiligung von nab und fern ein von dem Oberhessischen Berein für Basel veranstaltetes M i s s i o n s f e st gefeiert. 3m Festgottesdienst der Kirche, der durch exakt vorgetragene Kinderchöre unter Leitung des Lehrers und Organisten Wagner bereichert wurde, predigte Missivnsinspektor D. Würz -- Basel. Aach einer' einstündigen Kaffeepause, während der die vielen Gäste von den Bewohnern Münzenbergs mit bekannter Gastfreundlichkeit bewirtet wurden, begann die Aachversammlung auf der Burg Münzenberg. Das Wetter war zeitweise etwas rauh und stürmisch trotzdem hielten die Festbesucher zwei Stunden lang bis zum Schluß des reichhaltigen Programms aus. Musilvorträge des Posaunenchors von Gambach, Gedichtvorträge und einige dreistimmige Chöre des ev. Mädchenvereins Münzenberg (Geltung Lehrer Kr v st) wechselten ab mit Ansprachen, die von den Herren Dekan Gußmann-Kirchberg, v. Würz°Basel, Missionar L a u k - China und Missionar Sprich- 3ndien gehalten wurden. Die sorgfältige Dorbe- sreitung des Festes und die Gesamtleitung lag in der Hand des Ortsgeistlichen, Pfr. Beyrich. Die Gesamtkollekten betrugen 168 Mark. Kreis Schotten. O Laudach, 15. Juni. Don prächtigem .Wetter begünstigt und von Tausenden besucht, ist das diesjährige Ausschuß-Fest zur vollkommenen Zufriedenheit der Teilnehmer ausgefallen. Gestern wurde es durch eine Borfeier ein geleitet. Der heutige Festtag, der Haupttag, verlief .in althergebrachter Weise, wie seit vier Jahrhunderten. Ihn 9 Ähr stellte sich ein Festzug von Z Sektionen zu 25—30 Mann auf dem »Marktplatz auf und bewegte sich unter dem Dorantritt der kleinen Mädchen nach den Altersstufen Und der Festjungfrauen nach dem Schlosse. Die Veteranen von 187 0/7 1 fuhren (noch acht an Zahl) zum erstenmal in einem Wagen. Zwei Musikkapellen waren angetreten. 3m Schloßhof an- gekommen, begrüßte der Ausschußhauptmann, Mehgermeister Aeid, den Grafen, lud ihn zur Teilnahme am Fest ein und brachte ein Hoch auf ihn aus. Der Graf dankte und brachte ein Hoch auf die Stadt Laubach und die teure Heimat aus. Sodann bewegte sich der Festzug nach der „Hälle", wo sofort das Preisschieben begann. Außerdem fand wieder allgemeine Dolksbelustigung statt. I Die beliebten „Laubacher Ausschuß-Würstchen" I wurden wieder in Menge verzehrt. Von nah und 1 fern, aus alten Teilen der Provinz strömre wieder eine gewaltige Menge von Festteilnehmern zusammen. Den 1.Preis, denHammel, errang Schlosser Stroh. Dieser erhielt wieder vom Grafen eine Denkmünze. Abends fand im Schützen- Hof ein großer Festball statt. § Älrichstein. 16. Juni. 3n der Pfingst- woche fand hier eine Religiöse Woche des „Bundes Deutscher Wanderer" statt, eines der ältesten Bünde der Deutschen Jugendbewegung. Als Themata waren gewählt: „Das Problem der Cchik", „Die Frage der Autorität", „Katholizismus und Protestantismus", beide getrennt (als Idee und Erscheinung gefaßt) und „Massenseele und Ein^elseele". Zu jedem dieser Punkte gab der Leiter Der Woche, Pfarrer Kvrnmann- -Ulrichstein, eine Einführung. Die Aussprachen, die sich Daran anschlossen, waren sehr ausgiebig und führten recht in die Tiefe. Die Tagung war mit Wanderungen zum Hvherodsk)pf, Taufstein und in Die Schottener Gegend verbunden; die Aussprachen waren.immer im Freien. Besonders interessant war die Tagung dadurch, daß Menschen beiderlei Geschlechts, der verschiedensten Berufe Daran teilnahmen, z. D. Kaufleute, Beamte, Schlosser (sozialistische Arbeiter), Zeichner, Graveure, Bildhauer, Schüler, Studenten, Ingenieure (anthropos )phisch orientiert), Lehrerinnen, außer- Dem Professor Dr. Messer-Gießen, und diese dazu Menschen beider großen Kvnfessi)nen, nämlich evangelische und katholische, außerdem aber auherkirchliche Gemeinschaftsleute und ein Konfessionsloser. Die Tagung war ein voller Erfolg, der auch äußerlich dadurch zum Ausdruck kam, daß ein Beamten-Ehepaar, das vor einiger Zeit bereits standesamtlich Die Ehe geschlossen hatte, sich in einer schönen Abendstunde kirchlich trauen ließ. Man mag daraus ersehen, eine wie notwendige Arbeit es ist, dem suchenden Menschen der Gegenwart Kirche und Christentum wieder näher zu bringen. Vermischtes. Schweres Fliegerunglück in Magdeburg. Magdeburg, 17. Juni. (WTD.) Auf dem Magdeburger Flugplatz Krakauer Anger ist ein von Dem Chefpiloten Khpke geführtes Flugzeug infolge eines Dergaserbrandes in Flammen geraten und abgestürzt. Es begrub Khpke unter sich, Der verbrannte. Der Fahrgast, Hauptmann a. D. Rosenstern, sprang aus dem Flugzeug und brach das Ge° n i cf. Das Flugzeug wurde vollständig vernichtet. Selbstmord eines siebenfachen Mörders. G l o g a u, 17. Juni. (WTD.) Vergangene Aacht 'tjat sich im Gerichtsgefängnis Der wegen sieben Morde und zahlreicher schwerer Ein- bruchsdiebstähle in Untersuchungshaft befindliche Arbeiter Eduard Scheibner aus Berlin in seiner Zelle erhängt. Selbstmordepidemie in Wien. Berlin. 17. Juni. Aach einer Meldung des „Berliner Tageblattes" aus Wien sind dort laut statistischer Feststellung in den letzten sechs Wochen 500 Selb st morde bz w. Selbstmordversuche vorgekommen. Sie sind tn der Hauptsache auf die Wirtschaftskrise zurück^führen. Erdrutsch auf Java. — Ein Dorf verschüttet. A m st e r Da m, 17. Juni. (WTD.) Aach einer Agenturmeldung aus Weltevreden (Java) ist ein Dorf mit 150 Einwohnern in Der Aähe von Garoet durch einen Erdrutsch! ver- I

R. 116 116 L..I.-R. 116 222 186 254 Offizierverein 116. ___________________________ <»T4y Statt Karten. Hans Kraemer und Frau Else geb. Seibel danken herzlich für die anlählich ihrer Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten. Giehen, im Juni 1924. Liebigshöhe Freitag, den 20. Juni, abends 8 Uhr 2. Abonnements-Konzert der Reichswehrkapelle. Gesangverein Heiterkeit GIESSEN Samstag, den 28. Juni, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula der Universität: KONZERT des Gesangvereins Sängerkranz e.V. Berlin LEITUNG: Herr Chormeister KONRAD KORTH unter Mitwirkung des Herrn Hans Kronenberg, Düsseldorf HELDENBARITON - MITGLIED DES VEREINS Es gelangen zur Aufführung: CHÖRE von Schultze, Grell, F. Curti, Hegar, Rietz, H. Jüngst, J. Werth, Abt, F. Nagler und Zelter. - LIEDER von Wagner, Strauß und G. Hentschel. Preise der Plätze: 1. Platz 2.50 M , 2. Platz 2 M., 3. Platz 1.50 M Vorverkauf bei Herrn Challier, Musikalienhandlung, Neuen weg, sowie abends an der Kasse. 4963D Glucke mit 11 Kücken zu verkaufen. Lannabach 021022 Haus Nr. 18. Antiker Schrank lLekretär), Prachtstück, vretSwert ab- zugeben. Näheres Frankfurter 021020 Str 85 HI. Eine große 57lenge zelddickwurz- pflanzen nbzimebcn 4966 D Ebclstrake 38. ▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼ Arbeitsvergebung. Aus Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 und den Nachträgen dazu werden nachbenannte Glaserarbeilen für den Neubau des Physiologischen Instituts zu Gießen unter Vorbehalt der Entscheidung des Hessischen Ministeriums über die Weiterführung der Bauarbeiten hiermit öffentlich ^ausgeschrieben: Los 1: etwa 130 qm Fenster, Los 2: etwa 180 qm Fenster, Los 3: etwa 170 qm Fenster und Los 4: etwa 70 qm Fenster. Die Vergebung nach einzelnen Losen oder der 4 Lose geschlossen bleibt Vorbehalten. Die Zeichnungen liegen auf unterzeichnetem Amte zur Einsicht offen, die Angebotsunterlagen sind daselbst zum Herstellungspreis erhältlich. Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Mittwock), den 2. Juli d. I., vormittags 11 Uhr, bei uns, Stephanstrahe 18, oinzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Giehen, den 18. Juni 1924. Hessisches Hochbauamt Gießen. I. V.: Kuhlmann. (4999B E*™ täglich frisch eintreffenL empsiehlr billigst w. hanlel Neuen Baue 7 20,58 Telephon 612. Tie grünte Auswahl u. billigste Preise tn Opel- und Torpedo- FairrSr» finden Sie in der Fahrradhandlung Pd. Volkmann Heuchelvetm, Wllbelmstr. 34 Moderne Psychotechnik und Sprachstudium. Die höchst interessanten und lehrreichen experimentellen Unlersuchunaen der Prolessoren EbbinghanS. Lliüller. Pilz« ecker u. a über Perzeviions« und Asso^iationSlätiakcit (?luf= nahinesähiakelt deS menschlichen Gehirns) haben »ahlenmähiac Beweise dafür erbracht, das; mechanisches AuSwendialernen van Wörtern einer fremden Sprache eine iinnöiige Beraeu« dung kostbarer Zeit und Energie bedeutet. Alle Schulmetboden und Selbstunierrtchtsbrkefe — diese haben das lüstiae Bokabel- lernen zur Vorauvsetzung — sind vom wissenschastttchen Siand- vunkt aus als völlig veraltet und unbrauchbar zu bezeichnen. Wer sich einmal mit einer fremden Svrache versucht hab wird anS Ersahruna missen, dah er trotz nutem Willen und großer geistiger Arbeitsleistung mitten im Studium stecken geblieben ist. Die neue vsychotechnische Methode Mertner beruht, als erste dieser Art, auf moderner psychotechnischer «m- lnge. Auswendiglernen von Vokabeln. Einüben uramma- tischer Regeln, Nackschlagen in Wörterbüchern (f“«ö durch sie völlig überflüssig geworden. Dah ein solche System, das in erstaunlich kurzer Zeit zum Ziele füh-rt' einem lebhaften Interesse begegnen würde, war l-'-cht vorauSzuseben In kaum 4Ö Mnnaten über 100 Auflae-enl Bon der Fachwissen-, schask wird die vsychotechnische Methode Mertner geradezu als Kulturtar gewertet. Wer Wh ihr ativertraut, versteht vom ersten Tage an die frenibe Sprache, und zwar lieft man Artikel auS fremdländischen ^c*fun9en und interessante und svannende Erzählungen erster Antoren. Wer Englisch Französisch, Spanisch oder Italienissw noch nicht fließend behcrtscht, lese sofort die bedeutsame yt-ofdnrre: „Spracherwerb ohne Lernzwang", die in saft allen Buchhandlungen zwecks kostenloser Verieilung an Interessehikn vorrätig gehalten oder von der Gesellschaft zur Verbreitung zeitgcmäfrer vrach. Methoden, Kempten (Bauern) riuf Verlangen franko über sandt wird. 4826 |Hiiiiiiiiii1iimiiiTiiiiiiiiiiiiiiiii!iiii!im = I = = ^iiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiä Kaiseraüee 23 4916V 021023 gebung Ebel. teil» 4990V MW! 5001c durch 4173c Pnzeil I Dame I AU Löberstr. 12 Das Beer- MrWItte ■gT» Cuf"PlaHc.2O. 'Bodtotiir. 24, Stanthittet 51t 89 J 4958a L.L.1497 anHerso, I Plockstr. 5. 4997h1 Nachlaß auf alle Waren im an Die Verlobung ihrer Tochter Margarethe mit Herrn Dr. Hans Koch beehren sich anzuzeigen Btj 021031 hreifung n. Wo? taM tas W = An- und Verkauf von WitojtMri Jede Anzeige vermitteln wir ,w,h , IQr Jedes Blatt o. 1 Pfennig Aufschlag. HERSO Ann • Exped, Plockstr. 5. Kaufgesuche | Feuers. Ton- und Quarzvorkommen flef.m. Bahnanschluß« Oeländ a.Rhein,Lahn o. Westerwald. Ber- mlttLebenf crro An», u. P.C. B.499n.Bndo!f Blosse, Franktnrt/OI. schlust an Herrn ob. Dame Angebo'e iinr. DillkreiS wird ein tüchtiger, mit allen den Motor- und Getriebeleilen vor- kommenden Arbeiten vertrauter Vorarbeiter Suche für Giesten und Urn- Meine Verlobung mit Fräulein Margarethe Clemens, Tochter des Herrn GutsbesitzersGustaoTlemens und seiner Frau Gemahlin Elisabeth geb. Huismann zeige ich hiermit ergebens! an. Dr. phil. Hans Koch Direktor der landwirtschaftlichen Schule Blomberg-Lippe, Leutnant d. R. a. D. im ehem. kgl. preufe. (Hannöo.) Pionier-Bataillon Nr. 10. Blomberg-Lippe, Böhmerhof, im Juni 1924. Gustav Clemens und Frau Elisabeth geb. Huismann. Gut Holstenhöfen I b. Blomberg-Lippe, Juni 1924. vom iS. bis 20. Joni Terrassenplah Schiffenberg Mk. 2.-, numerierter Platz am Trieb Mk. 3.-, Sitzplatz Mk. 2.-, Stehplatz Mk. 1.-, Dauerkarte für beide Veranstaltungen Mk. 4.-. Karten im Vorverkauf ab Montag, den 23. Juni 1924, bei H. Julius Dach, Sellersweg, und Oberheffifche Auto- und Fahrrad-Industrie Otto Göbel, Schulstratze 6. Heurechen Gießkannen und Eimer kaufen Sie äuster st billigst bei H. Schön, Marburger Str.02,0,8 Gießen MüliWlek Dom AMen MMWillW und MtzesWeo HnlomoölKInö am Sonntag, dem 29. Iu i 1924 6.30 vormitttags: Schiffenbergrennen, Start Schiffenberg Kilometerstein 2, Ziel Schiffenberg Kilometerstein 6. 3 Uhr nachmittags: Geschicklichkreitsprüfung Sportplatz Trieb. Ballonschießen, Ringstechen, Wasserkippen, Rampenfahrt, Fuchsjagd u. v. m. 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M. Ter Bericht schließt mit nachstehender Betrachtung: „Wie schwierig die Lage auch heute noch ist, zeigt die in dem neuen Entwurf des Finanzgesehes aufgenommene Ermächtigung an das Gesamtministerium, an den gewiß schon scharf herabgesetzten Ausgaben noch weitere Einschränkungen vorzunehmen, da sich zunächst ein anderer Ausweg für einen Ausgleich des Budgets nicht ersehen läßt. ner Ansicht über die Militärkontrolle in Deutschland verstimmte etwas, während andererseits die Vachncht von der Amnestie, die er im besetzten Gebiet durchführen will, noch nicht genügend bekannt war, um entsprechend gewürdigt zu werden. Die neuen Kursrückgänge betrugen durchschnittlich eine halbe bis eine Billion Prozent, aber bei den Montanwerten stiegen diese Verluste zum Teil sogar über zwei Billionen Prozent. Besonders schwer betroffen wurden heute wieder die ober- schlesischen Werte, während sich die Zuckecwerte wieder sehr gut hielten in Erwartung des demnächst einsehenden starken Steigen des Zuckerbe- darfes. Im freien Verkehr sind die Kursrückgänge unbedeutender. Api 2’ a, Becker Stahl 2-äg Decker Kahle 43/s. Krügershall 2>, Mainzer Textil 0,300 -Ufa 3* Aus dem Devisenmarkt ist der französische Frank wieder schwächer geworden,, nachdem er gestern gegen London auf 78 gestiegen war, fiel er heute wieder auf 79Vz. Börsenkirrfe. ______________(Ohne Gewähr.) 1 265 000 Mk. 4 900 000 „ Wirtschaft. Voin Getrejdcmarkt. Wie weit die Lustlosigkeit an der Produktenbörse zu Berlin geht, beweist die älnempsindlich- keit gegenüber den letzten Anregungen aus Ame- rika. Aach den kürzlich eingetroffenen Vachrichten sind nämlich die Ernteschähungen, besonders was den Winterweizen betrifft, bisher um 10 Prvz. z u hvchangenommen gewesen. Die amerikanische Konkurrenz ist demnach gar nicht so gefährlich. Im Vorjahre war der gesamte Erirag der Weizenernte 735 Millionen Bushel. Vach der jetzigen Schätzung wird der Ertrag für 1924 nur 693 Millionen dringen. Die. Produktenbörse hat auf diese Vachricht überhaupt nicht reagiert. Die Krise am Geldmärkte ist so ernst, daß die Börse, selbst so einschneidenden Vachrichten gegenüber, unempfindlich bleibt. Dabei bleibt noch zu berücksichtigen, das) die Ernterückgänge für die Vereinigten Staaten eine um so größere Volle spielen, als die Vevölterung dauernd an Zahl zunimmt und seit dem Kriege vor allem durch den europäischen Zustrom eine bisher nie dagewesene Höhe erreicht hat. 'Wenn bisher der Export der Mehle aus den Vereinigten Staaten noch nicht nachgelassen hat, so ist das wohl damit zu erklären, daß die amerikanische Mühlenindustrie sehr große Mengen des cana- dischen Weizens ausnimmt und hierron einen sehr großen Prozentsatz nach Europa aussührt. Wenn man bedenkt, daß in den Staaten, die hauptsächlich für Weizen in Betracht kommen, der Saatenstand schlechter ist als in den beiden Vorjah.en, so sind die Aussichten für die deutschen Preise durchaus nicht ungünstig. Trotz aller Schwierigkeiten haben die Firmen des Berliner Getreidehandels bisher alle Krisen verhältnismäßig gut überstanden. Die älnternehmungslust ist heute allerdings so unregelmäßig und so durch die allgemeine älnsicherheit erschwert, daß sich für die nähere Zukunft schwer etwas Bestimmtes sagen läßt. Als seh. gefährlich wird vom Handel die Ve.chsgetreidestelle empfunden. Ihre Existenz ist bestimmungsgemäß nur noch bis zum 15. August gesichert. Es ist unwahrscheinlich, daß ein Derlängerungsantrag im Reichstag Angenommen werden würde, da wohl sämtliche Parteien von der Unzulänglich eit der Reichsgetreidestclle überzeugt s nd. Dr> Verwicklungen, die sich aus ihrer Liquidation ergeben können, sind aber unangenehm genug. Die V ia)s- getreidestelle hat noch seh.- bedeutende Vorräte ausländischen Brotgetreides, welches in irg nd- einer Weise untergebracht werden muß. Man wird nach einem Wege suchen, der dieses für den Handel nicht so rigoros und una'gerehm fühlbar gestaltet, wie das bei den bishe ige.i Maßnahmen der Reichsgetreidestelle dee <$aU gew e i ist. Cs ist um so mehr nötig, den Handel hur e vor derartig unberehenbaren Wi ku.ige i zu schützen, als die Ge ellschaften zur Zei , w e schon erwähnt, außerordentlich kapitalschwach smd, dn sich das Geld im allgem i e r hüt t. sich an Geschäften zu beteiligen, sondern liebe: der bequemeren und sichereren Weg des zinsbringenden Ausleihens sucht. die Zivilliste mat die Matrikularbeiträge mit die Derwaltungskosten und Ausfälle der in Wegfall gekommenen Steuern mit die Verzinsung und Tilgung der Staatsschuld mit die früheren Dienstalterszulagen an Volksschulle'hrer mit die Ablieferung an die verschiedenen damals bestandenen Fonds (Destefonds, Ausgleichs- und Tilgungsstock sowie der indisponiblen Teile der Reste aus vorderen Jahren mit <3rn> I Brie» P probeMlmen umsonst! Ein unbebinnt reelles Hmiö ist die Ziqarren- fnbrtk Ernst Wenke & Co., genr. 1893, Bremen 22 (Gr. Z-Bersandh. Bremens), r'lls alleinige I-irmci bat dieselbe ihre Preise noch nicht erhöbt und versendet immer noch eine Probeliste mit 50 Stück großer hochfeinster Qualitäs-Zigarren für Mk. 4.30 fr. Nach. Garantie: Zuriicknalunc nach Verbrauch von 10 (tzratisproven. Sortiment verschiedener Sorten, 250 St., Mk. 21.— franko. triebseinschrän.'u.rgen vorg nomme.t werden mußten. -lieber die Zukunft lasse sich bis zur Stunde nichts Bestimmtes sagen. * Felten und G uilleaume A.-G Walzwerk, Köln-Mülheim. Der- D - schäftigungsgrad der Werke ist zur Ze t befrie- digend und, was die geldliche Lage betrifft, günstig. Vach Einstellung des Pos iven Wi erstand, s ist es gelungen, aus Dem Aus lande un) dem In- lande Aufträge hercinzubringen. Sehr lukrativ war für die Gesellschaft das Legen eine) Fernsprechkabels durch den Bodmsee zur Derbe s rung des telephonischen Verkehrs zwi chen De itsrtzl: nd und der Schweiz. Es wird vorgeschlagen, den Reingewinn von 6301 Bill. Mk. vorzutragen * Gvthaer Wa ggvnfabrit A.-G. Die Waggonabteilung der Gesellschaft ist ausreichend beschäftigt, älob.rhrupt war der Geschäfisverlauf in diesem Geschäftsjahr b.sher günstig. Für neubegonnene Fabrikationszweige sind weitere Aufträge eingegangen. Stahlwerk Decker A. G. in W il- l i ch. Heber die Kreditbeschaffung für den Decker- Konzern erfährt der „Industrie-Kuriev' von maßgebender Seite, daß Kredite aus der Schweiz nicht in Betracht kommen. Die dortige frühere Bankverbindung der Deckergruppe, Dank A. G. Gayerzeller, ist nicht in der Lage, die erforderlichen Gelder zu beschaffen. Generalsekrt-tär Heuer, der diesen Posten vertraglich bis Ende 1927 noch inne hat, verhandelt vielmehr schon se.it Jahresanfang mit einer anderen ausländischen Gruppe. Der Darlebnsvertrag ist in der Pfingstwoche zunächst über den Betrag von 5 Millionen Goldmark endgültig abgeschlossen und sowohl vom Vorstand Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 17. Juni. (Wolff.) Wie schon gestern, fanden auch heute die infolge der höheren amerikanischen Cetreidrprei e anziehenden ausländischen Cif-Forderungen so gut wie keine Beachtung, weil die zweite Hand dauernd unter diesen Forderungen im Markte ist und die an sich geringe Vachfrage für Auslandgetreide befriedigt. Da das Mch.'geschäft ich noch nich! gebessert hat, bleibt auch die Vachfrage der Mühlen nach wie vor sehr gering. Das reichliche Angebot von Inlandware hat angeholten. Die Weizenpreise sind behruptet, die für Roggen teilweise billiger. Die QteumarE uird Schlesien hatten stärkere Derkaufsaufträge nach hier geleg . Für §afei ist Schlesien gleichfalls ziemlich dr . g icher Verkäufer. Gerste und die anderen A titel lagen sehr still. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen märf. 145 bis 150 (ruhig), mitteldeutscher 145 bis 148 (rußig), Roggen märk. 125 bis 133 (schwach), pomm. 122 bis 126 (schevachß westpreuß. 116 bis 119 (schwach), Braugerste 148 vis 154 (ruhig) Futtergerste 137 bis 143 (ruhig), Hafer märk. 125 bis 134 (ruhig), Raps 240 (ruhig); für je 100 Kilo: Weizenmehl 21 bis 23,75 I ruhig), Roggenmehl 18 bis 21,25 (ruhig), 'We.zenkleie 8.6C bis 8,70 (ruhig), Roggentleie 8,8) (ruhig), Dik- toriaerbsen 19 bis 20, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Pelusch'en 10,50 bis 11, Ackerbohnen 13 bis 14, Wicken 11 bis 12, Lupinen blau 9 bis £), gelb 13 bis 14, Seradella alt 11 bis 13, Rapskuchen 8,70, Trockenschnitzel 6.40, Kartoffeln, weiße, rote, gelbe, 50 Kilo 2 Mk. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M , 17. Juni. Es notier'en für je 100 Kilo (Getreide ehre Sack, Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack): Welterauer Weizen 16,50 bis 17, Roggen (inländ) 15,25 bis 15,50, Braugerste 16 bis 16 75, Hafer (inländ.) 15,25 bis 15,75, Weizenmehl, südd. Spezi.il 0 27 bis 28,50, Roggenmehl 22,50 bis 23 25, Weizen- und Roggenkleie 8,25 bis 8,75. Tendenz: Stetig. das sind im ganzen rund 35 000 000 Mk. Demgegenüber sind u. a. an Ausgaben zugegangen — wobei die große Zahl kleinerer Veranlassungen nicht berücksichtigt ist — für Güter und staatliche Betriebe 5 500 000 Mk., Zuschüsse zur Förderung der Veubautätigkeit usw. 1 192 000 Mk., für unvorhergesehene Ausgabm 1600 000 Mk.. für blaue Polizei 2 600 000 Mk., für die Schutzpolizei 3 50Ö000 Mk., infolge der Veugestaltung des Volksschulwesens 12 300 000 Mark, für soziale Fürsorge 10 000 000 Mk., für erhöhten Personal- und Sachaufwand infolge der Erweiterung der Staatsaufgaben und der Verteuerung aller Materialien 7 500 000 Mk.; un ganzen also rund 44 000 000 Mk. Ue6er die Einnahmen aus dem Staatsvermögen heißt es in dem Vorwort zum Staatsvoranschlag u. a.: „Die Ausschöpfung der hierin liegenden Einnahmemöglichkeit ist aufs höchste angespannt worden. Aus Staatsgütern erscheinen in Einnahme insgesamt rund 15 Millionen Mk. Während der normale Hiebsatz in den Staats- Waldungen 400000 Festmeter vorsieht, sind in dem vorliegenden Voranschlag 500000 Festmeter zur Fällung eingestellt worden, eine Menge, die auch recht beträchtlich über den damals ungewöhnlich hohen Hiebsatz des Jahres 1914 von 442 000 Festmeter hinausgeht. Bei der Festsetzung der Preise pro Festmeter ging man von Den Beträgen aus, die im Anfang des Jahres 1924 erzielt wurden. Es sind pro Festmeter 12,50 Mark gegenüber 10,50 Mk. des Jahres 1914 zugrunde gelegt worden. Bei den Einnahmen an Pacht und Miete ist man wieder nahe an die Friäienssätze her an gekommen: 80 Prozent der Einnahmen des Jahres 1914 sind hier in Ansatz gebracht worden. Leider können die staatlichen Dergwerksftetriebe nicht wesentlich zur Bestreitung allgemeiner Staatsausgaben herangezogen werden. Ihre Produkte (Preßsteine und Rohkohle) werden durch den anwachsenden Stein- kohlenverb»auch in Industrie und Wirtschaft mehr und mehr zurückgedrängt. Es ist daher mit einem wesentlichen Rückgang des Braunkohlenabsatzes im kommenden Jahr zu rechnen." Der Voranschlag entwirft folgendes Gesamtbild der Steuereinnahmen: Aus der Beteiligung an Reichssteuern werden erwartet: Einkommensteuer 14 850 ODO Mk., Körperschaftssteuer 833 000 Mk., Umsatzsteuer 2 7?3 000 Mark, Grunderwerbssteuer 1 296 000 Mk., Kraftfahrzeugsteuer- 288 000 Mk., Rennwet'steuer 346 000 Mark: das sind zusammen 20 386 000 Mk. Aus Landessteuern sind eingestellt: Grundsteuer 7 450 000 Mk., Gewerbesteuer 5 500 000 Mk., Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz (Ersah der Mietsteuer) 10 800 000 Mk., Stempel 4 000 000. Hundesteuer 900 000 Mk., Zuschlag zur Grunder- werbssteuer 492 000 Mk., Wandergewerbesteuer 180 000 Mk.: das sind zusammen mit anderen kleinen Einnahmen 29 432 000 Mk. Die Einnahmen aus Steuern einschl. des Stempels (4 000 000 Mk.) stellen sich hiernach insgesamt aus 49,8 Millionen Mk., dies alles jedoch unter der Voraussetzung, daß im besetzten Gebiet die Steuergeset ■ überhaupt durchgeführt werden können und das W'rtschaftsleben dort baldigst wieder soweit gekräftigt wird, daß diese Bezirke ihre frühere Steuerkraft wieder erlangen. Es ist naturgemäß, daß die veränderten Verhältnisse die Zusammensetzung unft Entwicklung der Einnahmen in nicht geringem Maße beeinflußt haben wie bei den Ausgaben. Sin vergleichender Rückblick auf das Jahr 1914 läßt erkennen, welche tiefgehenden Verschiebungen in der Zwischenzeit eingetreten sind. Infolge des Ülebergangs der Staatseisenbahn auf das Reich sind die nicht unbedeutenden Erträgnisse dieser ergiebigen Einnahmequellen mit 17 900 000 Mk. in Wegfall gekommen. Die Leistungen des Reichs aus diesem Staatsvertrag sind infolge der Elftwertung gegenstandslos geworden. Der Voranschlag zählt dann noch weitere Posten auf und bemerkt dazu, daß alles in allem rund 47 Millionen Mk. Einnahmen ausfallen. Der Bedarf, für den Deckung zu schaffen war, beläuft sich auf rund 56 Millionen Mark. Abgesehen von einem Betrage von 3,2 Millionen Mk., der als Ersatz des Reiches für die Schutzpolizei dem Lande zufließt, mußte die verbleibende namhafte Summe aus den Einnahmequellen herausgeholt werden. Die Staatsgüter sollen ein Mehrerträ^nis von 5,5 Millionen Mk. liefern, aus Gebühren und sonstigen Einnahmen wird ein Mehrbetrag von 2 Millionen Mk. erwartet. Rund 46 Millionen Mark neue Steuern neben 4 Millionen Mark Stempel müssen also mittelbar oder unmittelbar als vom Aufsichtsrat und der Geschäftsaufsicht der Stahlwerk Becker-Gruppe unterzeichnet worden, ebenso von den Geldgebern. Die erste Zahlung eines Teilbetrages ist bereits erfolgt. Dieser Geldzufluß ermöglicht es dem Stahlwerk, den Betrieb bald wieder aufzunchmen. Die Geschäftsaufsicht dürfte danach ausgehoben werden, zumal, wenn es durch die Vermittlung des Generalseire- tärd Heuer möglich sein sollte, noch weitere Kredite zu erlangen. "VeueDetriebseinschränkung bei der Oberschlesischen Eisenbahnbedarf s-A.-Gf Vachdem bereits im Laufe der vergangenen Woche der Betrieb der großen Friedenshütte, der zu Oberbedarf gehört, stark reduziert worden war, hat die Verwaltung nunmchr sämtlichen Arbeitern, Angestellten und 7beamten gekündigt, und zwar, wie es in der Bekanntmachung heißt, wegen Mangels an Aufträgen. Von dieser Maßnahme wird nicht nur der Hütten- und Werkbetrieb, sondern auch Der Förderbeftieb der Friedensgrube betroffen. Es ist mit dieser Maßnahme zunächst nicht beabsichtigt, den ganzen Betrieb stillzulegen, sondern man will sich lediglich die Hände freihalten, um allen Eventualität en gegenüber gerüstet zu fein. Sollte b.s zum Ablauf des Monats keine Besserung der Wirtschaftslage eintreten, so ist natürlich damit zu rechnen, daß auch der Förderbetrieb noch stärker eingeschränkt werden wird Don dieser Maßnahme würden 6000—8000 Arbeiter und Beamte betroffen werden. * Die Lage der deutschen Erdölindustrie im Mai. Vach den offiziellen Berichten der Handelskammern und industriftlen Organisationen hat an verschiedenen Stellet in der deutschen Erdölindustrie eine lebhafte Bohrtätigkeit eingesetzt, ohne daß man von bedeutenderen Erfolgen gehört hätte. Im übrigen wird der Betrieb in dem bisherigen .Umfang aufrechterhalten. Schichtlöhne und Gehälter wurden erhöht. ' Vulcan-Werke Hamburg und Stettin A.-G. Der Abschluß für das Jahr 1923 weist einen Getoimrsaldo von 62,5 Bill Mk. auf, der dem Dvtativnskonto überwiesen werden soll. Ein vom Dorstand erstatteter Bericht verzeichnet lediglich die Durchführung der im Vorjahr beschloßenen Kapitalerhöhung um 35 Mill. Mark. — Die H-D. findet am 24. Juni statt und hat u. a. über den Rückerwerb der Vorzugsaktien im Betrage von 5 Mill. Mk. zu beschließen. Berliner Börse. Berlin, 17. Juni. Die Börse erlebte heute einen ihrer geschäftsstillsten Tage. Anregungen irgend welcher Art lagen nicht vor. Die Aufhebung der Ausreiegebühr wurde als befriedig n- des Zeichen für die sich am Devisenmarkt täglich verstärkt auswirkende Entspannung angesehen Die Anforderungen für Deoisen sind auch heute niedriger gewesen. Die Ablieferungen haben sich erhöht. Daher brauchten and)- Veränderungen in den vollen Zuteilungen bei Devisen und Banknoten nicht einzutreten. Im Ssfektenverkehr sanden anfangs auf eine Pressemeldung von einer angeblichen Zusammensetzung des Aktienkapitals Der Deutschen Petroleum A. G. im Verhältnis von 20 zu 1 Abgaben statt, die eine mäßige Kurs- senkung im allgemeinen und eine stärkere von 1 bis 2 Billion m Prozent nur bei einigen Montanwerken sowie bei Deutsch-Australische Dampf- schiftah.ts- und Hochbau-Aftien he.-vorriesen, den Kurs der deutschen Petroleumaktien selbst aber wenig beiüh.ten. Als das Emissionshaus, die Deutsche Bank, die Meldung als anbegfünftel er» klärte und Inte e senkäufe in D.u sch-Luremburg und Gel.enki.che.ier Bergwe.k3-Akf.ea mit dem E.gebnis eines 2 ftzw. 4 B.l.ionen Prozenten Kursaufschwunges für diese einsehten, befestigte sich wieder d.e Stimmung allgemein. Am Rentenmarkt machte sich eine Erholung der Dollarschähe infolge bringender DZungen bei etwas erhöhter Zut.-ilung aus 80 gegen 76 geltend. Am Geldmarkt ist die Lage unverändert leichter geblieben. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a M. (In Billionen Mark au'jebnuft. BuenoS AtreS. London, Neu» hort, Japan. Rio be Oa. eiro für eine Einheit. 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(Nachdruck verboten.) .Wenn f i e will, ich hab' nicht- zu wagen, ich Weib, baß sie die Tochter deS Daumeislers Dantiger ist. Ich danke Ihnen für das große Vertrauen, und ich wäre so gern ein klein wenig auch Ihr Sohn, Herr Baumeister." Da legte Dantlger ihm nach alter Gepflogenheit die Hand auf die Schulter und erwiderte: .Ich hätte dir den Wen nicht freigegeben, wenn ich das nicht wüßte. Ich habe heute keinen Sohn mehr. Du aber lehr fie lachen, die Ens, und in einem Jahr magst du sie heimführen, wenn - sie will." Seine Stimme zitterte, alS er behauptete, er hätte keinen Sohn mehr, und er dachte an den, von dem noch kein Lebenszeichen gekommen war. (3r ließ Giovanni warten und ging zu seiner Tochter. GnS war in das Stübchen gegangen, wo sie am liebsten zu sitzen pflegte. Der Vater fand sie mit geschlossenen Augen im Sessel sitzend. Grst alS er dicht vor ihr stand, schlug sie die Augen aus. „Ich hab' ihm einmal gesagt, daß er dich fragen dürfe, ob du seine Frau werden willst. Gs ist viel geschehen seither, aber er hat sich brav gehalten, und waS geschah, ist fein Hemmnis für seine Frage. Willst du hinübergehen oder —" Gr vollendete den Satz nicht. AgncS (am ihm zuvor, stano aus und erwiderte: Ich gehe." Gr griff nach ihrer Hand. „Langsam, GnSI" Aber sie schüttelte den Stopf und lüste die Hand. „Es ist alles bedacht, Vater." Da ließ er sie gehen, obwohl er nicht wußte, waS daraus entstand, ilnd sie ging ruhigen Herzens, aber mH müden Deinen und gepreßten Lippen zu Giovanni Pometta. Doch alS sie ihm gegcnübettrat und er ihr scheu und keck wie ein Jüngling ohne Flaum ent- gegentam, schwand p^tzllch ihre Ruhe. Ihre Lippen lösten sich zu einem Lächeln, tfn Herz begann heftig zu schlagen, und die Worte, die sie sich zurechtgclegt hatte, um ihn um eine Vertagung zu bitten, verloren Sinn und Farbe. Sie ließ ihm die Hand, die et ergriffen hatte, und fragte, von feinem zärtlichen Di ick verwirrt, ungeschickt, beinahe spöttisch: „Muß es fein, Giovanni?" Da fiel alle Scheu von ihm, und ehe sie sich's versah, umfaßte er fie und antwortete auf die törichte Frage: „Es muß sein, EnS. Ich fühle, daß es sein muß. Verlangen Sie keine andere Erklärung von mir." Er wollte sie küssen, wagte aber nicht den Mund auf die Lippen zu drücken, die sich in diesem Augenblick schmerzlich verzogen. Als sie dies erriet, hob sie die Atme, umfaßte feinen Kops wie damals auf der Egger ©trabe und küßte ihn kurz und heftig, löste sich dann rasch aus seiner Umarmung und wich hinter den Tilch Pometta wollte sprechen, fand aber keine Worte. Ens schob die Briefschaften hin und her und schwieg. Da entschloß et sich den Baumeister aufou- suchen. „Wohin gehen Sie — gehst du?" Er war schon an der Tür und hielt zögernd inne. In ihrer Stimme war Angst gewesen. Trotz, Widerstand — er zögerte. AlS et unschlüssig stand und sie fragend, mit einet unsicheren Bitte in den Augen, anschaute, ging ein welche-, ein wenig listiges Lächeln über Ipt Gesicht. „Du hast recht — du mußt zu ihm • geßcn. Ich will hier auf euch warten," sagte sie Da stürmte er hinaus. EnS sank in den Schrelbsefsel und legte den - Kopf auf die gefalteten Arme. Do faß sie noch, als der Vater mit Giovanni zurucklehrte. Sie rührte Jld> nicht. Der Baumeister trat auf sie zu und hob ihren Kopf. „©le weint," sprach er und blickte Giovanni drohend an. „Das ist wider die Abrede, mein Junge. Aber wer weiß, vielleicht lernt sie erst dann lachen." Als die Tochter BantigerS an diesem Abend schlafen ging, wurde ihr zum ersten Mal in tiefster Seele klar, daß ihr etwas fehlte, und als fie sich unruhig in den Kiffen warf und an Giovanni, an Lenz, an den Vater, an sich und den Vater dachte, und gespannt an der Pforte h rchte, hinter der ein neues Leben auf sie wartete, schlug es ihr auf einmal wie ein Blitz In- Bewußtsein, daß sie keine Mutter hatte. Aur den Vater! ilnö so sehr sie sich Mühe gab, das Bild der Mutter zu beschwören — nichts entstand vor dem Spiegel ihres Innern alS verwischte Episoden der Kindheit, die mit ihr selbst und dem Wesen einer Mutter, wie sie sich dteleS träumte, nur Detony lose Züge gemein hatten. Die Gestatt deS Vaters verdrängte den Schv» men der Mutter. In dieser Dacht tauchte jener Austritt vor dem Kamin wieder in ihr auf, der mit dem Wurf der Kohlenzange geendet hatte. Und dann war's ihr, als wäre der Vater ihr erst jetzt, feit dem Tode des Bruders, der ihn von seinem früheren Leben losgerissen hatte, ganz zu eigen gegeben. Vicht weil Len; gestorben war, sondern weil der Vater einen harten Strich gezogen hatte und daS Haus auf dem Unters berg so gut wie verbrannt war. Aber zuletzt, ganz zuletzt, als der Schlaf sie in die Arme nahm, schwand auch die Gestalt des Vaters und in das von ihrem Blut gespeiste Hirn zog das Bild des Marnies ein, den fte heute zum zweiten Mal geküßt hatte. Am anderen Morgen fuhren Dantiger und Giovanni nach Egg, und der Daumeiller ging zu Fuß durch den ausgemauerten Lunn l, betrat Den Stollen, überschritt die Stelle, wo lein Sahn gefallen war und harrte gelassen aus. bis die letzte Schicht brach und der Wvlfenb