Nr.2R Erstes Trfchetilt lugtet), außer Sonn, und Feiertag». Beilagen: GiebenerFamtlienblöller Heimat im Bild. monat$»lejU($Fteft: 2 (Bolbmarh u. 2U Geld- pt«nnig für Trägerlohn, auch bei Nichterjchemen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fe r n j p r e ch-Anschluste: Schriftleitung 112, 'Ber- lagundGelchäftsftelleSl. Anfchrist für Drcihtnach- richtens AnjeigerGieijea. poflfchecklui.to: firanlfurt a. M. 11686. Blatt 1H. Jahrgang Mittwoch, [7. vezembcr 1924 General-Anzeiger für Oberhessen trrd vnd Verlag: vrLhpsche Universitäk§-Vuch- und $klnörndcrei R. £anu in Gieren. Schriftleitung und Geschsitsftelle: Schuld7. ———* >M »iieer ------------- - .__ Knnaqme von a..,. für die Tagesnummer bis zum Nachmitiag vorher 0l,nejcdeDerb»»dUchk«it. kreis für | mm IZöhe für Anzeigen von 27 mm Breite örllichb, auswärts 1U (Bolbpfennig; für )ie« Nlame-An,eigen v 70 i.m I reite o5 (bolbpfennig, Pl^.tzoorschii',t 20^ ,Au|- fchlag. - verantwortlich für Volitih u. Feuilleton: Dr Friedr.Wilh Hange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anze genteil: HanoBeckt, sämtlich in Gießen. Der Prozeß des Reichspräsidenten. Magdeburg, 16. Dez. (WTB.) Der erste Zeuge, der in der heutigen Verhandlung vernommen wird, ist Pros. Alfred Weber- Heidelberg, der in der zweiten Hälfte des Krieges im ReichSfchayarnt mit der Bearbeitung Don Sinan?fragen beschäftigt war und enge persönliche Fühlung mit dem Schatzsekretär Graf Roedern hatte. Er bekundet, daß er bei dem Ausbruch des Januarstreiks persönlich den Versuch machte, zwischen den beiden Parteien zu vermitteln und zu diesem Zwecke von Scheibemann und Ebert empfangen wurde. Bei dieser Unterredung sei Ebert im Gegensatz zu Scheidemann auszerordentlich ruhig gewesen. Sein Verhalten sei die absolute Negation des Interesse- gewesen, den Streik zu verschärfen oder irgendeinen politischen Ruhen daraus zu ziehen, vielmehr habe er gesagt, eS käme alles darauf an. daß die Arbeiter ihre Forderungen der Regierung zu Gehör bringen könnten, denn dann sei mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß der Streik in kurzer Zeit erledigt sein würde. Als nächster Zeuge bezeichnet Dr. Henninger, der im Jahr: 1913 Chef der Berliner politischen Polizei war, die Versammlung im Treptower Park nur als eine Teilerscheinung der schon seit längerer Zeit im Gang befindlichen ötrcif&etocgung. Mit Eintritt der M e h r h e i t S s o z i a l d c m o k r a- tie in die Bewegung, wie dies aus der Veröffentlichung deS „Vorwärts" vom 29. Januar hervorgcgangen sei. habe sie für die politische Polizei erst Bedeutung gewonnen. Auf eben diesen Vorwärtsartik'l hin habe sich der Ober- kommandicrende entschlossen. die Streikleitung zu verbieten. Wenn in den Berichten über die Treptower Versammlung außer Di11mann als weiterer Redner auch Ebert genannt worden wäre, dann wäre auch gegen ihn ein Verfahren wegen Landesverrats eingelötet toor'en. Der Zeuge erklärt weiter, daß nach seiner Erinnerung mit dem Eintritt der Mehrheitssozial- hemefratie in die Streikleitung am 28. Januar der Streik erst feine Bedeutung gewonnen habe, da die Zahl seiner Teilnehmer Zuwachs erhielt. Der Zeuge D r u l a t bekundet, Ebert und Scheidemann hätten w'ederho't geäußert, daß die Urheber des Streikes aus Gestellungsbefehle gefaßt sein müßten, d e selbstverständlich befolgt werden müßten. Sie wollten aber ihren Einst'ß als ReichstagSabgeordnete aufbieten. um die Ve'ehle rückgängig zu rnachn. Der Zeuge erklärt weiter, d.e Mehrheitssozialdemokratischen Führer seien von großen Betrieben gebeten wo den, in die Strei leitung dn- zutreten. um mit H lse ihres Einflusses a's Abgeordnete den Streik so schnell w c möglich zu beenden, damit es kein größeres Ung ül gäbe. In einer engeren Konferenz am 28. Januar habe Ebert gesagt: ..So gradlinig unsere Parteipolitik bisher verlief, so geradlinig muß sie auch weiter derlau'en. damit unS nie von rechts der Vorwurf gema-ßt werden kann, wir beut chen Sozialdemokraten hätten das Vaterland Im Stich gelaufen.“ Der nächste Zeuge, der Tischler Rinder gibt an. Ebert habe in der Versammlung im Treptower Park zur F age de- Gestell mgsbe'ehle gefeilt, daß diesen zu"ächst se bstverständlich Folge geleistet werden müßte, et werde aber feine ganze Kraft einsehc« . d ese Zwangsmaßnahme rückgängig zu machen. Ueber den Streik habe Ebert garnichts gesagt, obwohl alle gerade darauf warteten. Diel Beifall habe er nicht gehabt, vielmehr seien aus der Versammlung fortwährend Rufe gegen ihn gekommen, Wie ..Arbe terüerräter! Str ikabwürgerl". Der nächste Zeuge. Redakteur Lehnhoff, sagt aus. Ebert habe in seiner Rede im Treptower Park erklärt, die deutsche Arbeiterschaft habe die Pflicht, den Brüdern im Felde die besten Wallen zu liefern. Als Polizeibeamte auf die Versammlung zugekonimen seien, sei E.e t ein Zettel überreicht worden. Er sei darauf, ohne den Zettel gelesen zu haben, aus der Versammlung fortgegangen. Rach der Pause wird der Dauembunds- führer Dr. Böhme vernommen, der u. a. aussagt. als Mitglied des parlamentarischen Beirats des Kriegsernährungsamtes hab: er durchaus den Eindruck gehabt, daß die Vertreter kw Sozialdemokratie in jeder Weise bemüht gewesen seien, den Krieg zu ein em f ü r Deutschland guten Ende zu bringen. Hierauf wird bet Zeuge Richard Müller vernommen, der in der Leitung des Januarstreiks und nach der Revolution Vorsitzender des Vollzugsrats der Arbeiter- und Soldatenräte war. Der Zeuge bekundet u. a : Die erste Sitzung der Streilleitung unter Beteiligung von Eberl, Scheidemann urtb Braun fand am Abend des 28. Januar statt. Ebert beantragte, eine Besprechung der Streikforderungen vorzunehmen, da diese Forderungen nicht das enthielten, was die Sozialdemokraten forderten. Am nächsten Vormittag sand im Gewerkschafts- bause eine neue S Yung statt, in der SHeidemann mitteitre. daß der Staatssekretär Wallraf nur mit den Abgeordneten, nicht mit ben Acbeitervettr:t:rn verhandeln wolle. Darauf beschlossen wir ausdrückl.ch. daß die Abgeordneten ohne Hinzuziehung der Arbeitervertreter nicht Verhandeln dürften. Am 29. Januar wurde uns eine Verfügung Hes Oberkommandos zugestellt, in der die Die Negierungskrisis. Die Parteiführer beim Reichspräsidenten. Im Laufe des Die-Strg cmpf ng der Reichs- präsident de F hr:r d.r einzelnen Fraktionen nacheinander, nachdem ihn in den orten Vorm ttvgsstunden H:rc Wallraf in s.inei 'S g nsch f: als Reichs a. spcus d nt e'n n I-incn Vortrag üb r die Parlament n sche Lag ge a tc i hatte. Irgendwelche Ergebn s e Hit dr B such der F c.kt onS.ührer b:i.n Rcichcp.. s ken e i noch nicht gezeitigt, er galt vielmehr der Information üb r d e St.mmanz mn rhalb der einzelnen Fraktionen. Vor M ttwoch mittag w rd Herr Eoert schwerlich einen Auftrag zur Re- gierungsb ldung erteilen, da er s.ch in Laufe des Dienstag über di: Person deZ Ka zl v'a d - baten noch nicht schlüss g werden kon.it-. EZ ist aber anzunehmen, daß er s ch zuerst an die Sozialdemokraten, ti: in R ihstag < m stärksten bertr t n s nb, w nden w r). — In 21;- fchluß an dm Darte f ih cremp anz s n e.n im Reichet gZgebäuoe z h r ich: Fr ikl'o is itzun^ e. statt, in denen d e Parteivertret r von den V r- laus ihrer Besprechung n mit dem Rcichspr f - berten M :t: lung machtm. 2T5er auch d e'e Siyungm bl eben b Sher ergebnislos. De Demokratische F all'o i h ;t a; ch in n> cis eivz ge b schloss n. de Bldanz e.n er großen Koalition anzustr ben. M t b J-m Wunsch wird sie aber bei d-r Deuts chen Volks- Partei keine G gmlieb: f ndm. Die Deut che Dolkspartei wird sich auch dur h dem t g Qu r- tr" berei n in ihrem De'tr.ben nicht abh l e.n lass m. d.e D e u t s ch n a t i o n a l » n zu tat ger Mt rb.il an den R g.erungsgeschäf e.i Hera..zuziehen. Die gestrigen vesprechungen. Berlin, 16. Dr,. (Wolfs.) Der Reichs- Präsident cmvfing heute morgen den ReichS- tagsprä identen W alias, sodann den Führer der Sozia'drmokraten, Hermann Müller, der Deutschnationalen. Dr. Winkler, des Zentrums, Fehrenbach, der Deutschen Dollspartei. Dr. Scholz, der Demokraten, Koch, und der Wirtscha't^partei, Pros. D r e d t, >u einer EinzelauSsprache über öle politische Lage und dir Frage der Reqierun-'sbildung. Der Vertreter der Bayrischen Dolkspar- t e i, der noch nicht in Berlin eingetrossen ist. wird voraussichtlich morgen vormittag dorn ReichSprä'id'nten empfangen werden. Der Rei^S- prä'ident hat dann a n Dachm'ttag den deutsch- no'iona'en 2lbg:ordnelen Schiele empfingen. Die Anterredung trug ebenfalls einen rein informatorischen Charalter. • Wie die Blätter mitteilen, wird der Reichspräsident vo a issicht'ich be eitZ M ttwo ch den Auftrag zur Kabinettsbildung e'•teilen. Rach den im Reichstag umlaufenden Gerüchten soll der Reichspräsident die Absicht haben, den Rcichsminister des Acußern. Dr. Strese - man n, der aus Fürstenberg in Mecklenburg zu- rückkehrcn werde, mit der Kabinettsbildung zu betrauen. Wie die .. Zeit" bemerkt, werde Strese- mann aller Wahrscheinlichkeit nach den an ihn ergangenen Aullrag nicht annehmen. Man rechne, wie das Blatt sagt, ziemlich bestimmt damit, daß Stresemann im ’ü iftigen Kabinett ben Posten des Außenministers weiter bekleiden tnerüe. Die Möglichkeit der Bildung c ncs überparteilichen Kabinetts wird von dem genannten Blatte als wenig wayrscheinltch beytdmct, da die kommenden Regi.rungsau gaben. tt> a I m ie L s ng c Steuersr^gcud e Wirtschaftsprobleme. eine ganz feste Regierungsmehrheit rc.langten. Das Blatt hält es allerdings nich sür unbedingt nov wendig, daß eine Perfönlichlett m t der Kabinettsbildung beauftragt wird, di: fest im parlamentari- schen Leben wurzelt. Die ^Voss. Ztg." will sogar wissen, daß Strcsemann nach seiner Ablehnung der Kabinettsbildung dem Reichspräsidenten eine außerhalb des Parlaments stehende Persönlichkeit nennen werde, die nach s in r Ansicht ür den Reichs.anzlerposten besonders geeignet sei. D'e D ulschnat'vnalen. Berlin, 16. Dez. (Sil.) Die deutsch- nationale Re chi agsfra't'on bat heute rach- mtt m mit der §ü r n; de De h nb un en ü er Me R g erungsb lam, di: 21 g ob i tei G ro- fen Westarp. Winkler. Schiele und cn Stelle von Hergt den Aäg. Behrens betraut. Am Mit wvch wird in eiter gemll samn S.hurg der deutsch Q ü> :a e:i F a't onea d:s Reichs- und Landtages der neue Parteivorstand gewählt werden. Do Abg Schiele nicht geneigt ist. d e Kandidat ar anzunehm m, wird vo aussichtlich Graf Westarp den Do s tz d:r Pa tei bis zur end ü ti-gc.a Destä.igu.ng durch den Pattei- tag übernehmen. Die Demokraten für die Gröhe Koalition. Berlin, 16. Dez. (WB.) Am Schlüsse einer gemeinsamen Sitzung der demokratischen Reichstagsfraktion und des demokratischen Parteivor- standeS wurde in einer Entschließung zum Ausdruck gebracht, daß der Wahlausgang bewiesen habe, daß die große Mehrheit der deutschen Wähler die Fortsetzung der bisherigen Außenpolitik und eine energische republikanische Innenpolitik wünsche. Dem entspreche die Wiederherstellung der Großen Koalition. Eine Rechtskoalition entspreche nicht dem Willen der Mehrheit der Wähler und noch weniger den außenpolitischen Interessen deS Reiches. Fortsetzung des Sleucra*)baues. Berlin, 16. Dez. (Wolff.) Auf eine Eingabe des Außenhandelsverbandes, in b^r sofortiger Abbau der die De-b.lligung der deullchen Produk ian h mmenden Steuern gefordert worden war, hat der Reichsfinanzminister eingehend geantwortet. Dr. Luther wllst in feinem Schreiben auf die bereits burch- qcfüßrte Steuerermäßigung hin und versichert. baß ber Abbau weiter fortgesetzt w-rden solle. Die Gerüchte über eine günstige Finanzlage der öffentlichen Körperschaften bezeichnet Dr. Luther als stark übertrieben. Im übrigen seien bereits neue Dorlagen zur Einschränkung der Zahlungstermine in Dorbereitung. Streikleitung verboten wurde. Am 30. Januar abends trafen wir uns in ehern Lokil in Treptow. Die Streikleitung beschloß, unter Beteiligung von Ebert und Scheibemann, die Herausgabe eines Flugblattes, das die Ucbcrfcßrift trug .Mitteilung des Aktionsausschusses des Arbcitcrratcs". Dieses Flugblatt sollte einen Ersatz für den verbotenen ,Dor- w ä r t s" bieten, und andererseits die Dorberei- tung bilden für die für die nächsten Tage beschlossenen Demonstrationen. 2Iuf die Frage des Dorsihenden, ob sich der Rebenlläger für den Abbruch des Streiks einsehte. erllärte der Zeuge, g c- gen den Streik a l s solchen habe Ebert nicht Stellung genommen. Er habe lediglich in der ersten Sitzung der Stre'Heilung d t e Forderungen bemängelt Daß Ebert in irgendeiner Sitzung der Streifle tung gegen den Streik gesprochen habe, sei ihm nicht bekannt Loeb vor dem Untersuchungsausschuh des thüringischen Landtages. Weimar, 16. Dez. (TU.) D-n: Dor- ftßcnbc verliest die Abschrift eines Protokolls einer Sitzung des DerwalwngZrateS der Thüringischen Staatsbank, die Loeb als übereinstimmend mit seiner eigenen Abschrift anerkamit hat. Die Linke fordert jedoch die Einsichtnahme und einen Vergleich mit dem Original. AIS der Vorsitzende dieses Verhallen bemängelt, erfolgt vom 2lbz. Kieß (Soz.) eine so scharfe Kritik an der G.schäftS- führung. daß der Vorsitzende ihm zweimal einen Ordnungsruf erteilt und dem Abg. Kieß das Wort zur Geschäftsordnung verweigert Auf Veranlassung des ebemali'en Finanzministers, 216g. Froelich (Soz.) verlassen darauf die sozialdemokratischen Mitglieder des 2lusschusses erregt debal.ierend den Saal. Auf Antrag wurde die Sitzung auf 10 Minuten " nte' 6 ro ch c n und dann verlaut Die Ausfuhrabgabe. Gilberts Votiboner Reise. London, 16. Dez. (D. Z.) Der Repara» tionßgcnerakgcnt Gilbert ist aus London nach V-rlin zurückgckehrt, nachdem et mit dem britischen Finanzamt den Streit wegen der 2 6 pro- zentigen Exportabgabe auf deutsche Waren geordnet hat. Gilbert protestierte gegen die Erhebung dieser Steuer und gegen die eigenmächtige Durchführung dieses Verfahrens. Die Beilegung dielet Streitfrage ist ein Kompromiß, indem England weiter die 26 Proz. Steuer erhebt auf die exportierten Waren Deutschlands, diese aber a l s Kredit an Parket Gilbert gebucht werden. Dagegen ist er darauf eingrgarg-n, anzuerkennen, daß diese Zahlungen nicht unter bie belgische Priorität fallen unb nicht als Zahlung für Besatzungs- kosten verwenbet werben Wonnen. Es wird betont, daß Deutschland in Bälde statt in englischen Pfunds in Mark befahlen kann. Auch soll ber deutschen Regierung gestattet toargen, monatlich zu bezahlen, anstatt den Zoll auf jede bindere Sendung zu erßzben. Der D.üs'eler Berichterstatter des . R:ptun" hat Parker Gilbert nach feiner Aisicht üier die Ausführung des D c» w e s g u t a ch t e ns gefragt. Die geg -ntoärtige Lage, ecw bette Gilbert. ist vielversprechend. 2llle von dem Plan vorgesehenen Körperlcha'ten sinb gebiTv». D i e Zahlungen erfolgen regelmäßig. Für das laufende Iaht sind sie durch die 8-0-Milcio- nenonleiße Derbü-gt Die Dotteile, die sich aus einer restlosen D:rw r'lichung des Sachverstän- digenplaies ergeben, kommen be e ts in den vorliegenden Ergebnis en zum Ausdruck. D i e öeutlcße Finanzlage i st stabilisiert. Der Wiederaufbau Europas fb"eitet günstig fo't unb mit der Lösung des Repa rat-.onsproblems. das solange die internationale Atmosphäre vergiftet hat. ist der Anfang gemacht. Für die Zulunst läßt sich nichts Voraussagen, es besteht aber Grund zu der Annahme, daß das Sachverständigengutachten auch weiterhin angewandt werden wird. Das Marostlroproblem. Der übemoschrnd: Ansturm der R fhbt)lei\ auf die fpnn schm Stellung n im Drce n nnt einem wvhlg lungene.i 21 j stand eng.bo c w* Stämme im Rücken b'r p n sch n 2Ir nrc hat en? S t ja ion h r luf ä sHw)te i. de für äp n cn alles andere als ang i?b n iff. D e W ndu ig auf dem m rakkanisch.m Kr cg ch .up a; hi da- Jntcre.se England , J r . n t: i 4) i un) I t a l i e n s auf d e sp.n s^e Zo i n ve st ri e n Maße konzentttCtt, da all n Ernstes mit ent Ausdehnung ber A us st a:i d s b e w e - gung über ganz Rordaftika g r chn t w.tden muß, fob.".D es A d (Er m g lunjcn ist, di: Span er in die Äii.t :nbje .ija ig:n z^rüct;u- weifen. W nn g g nivärt.g zv j ie, ber M - dr der und P r f:r R g rung b .e> OHa oZo- P ollem zum G g nstand eincr b p'on ti che.i Aussprache ge nacht werden ist, fa b b ut:t bas keineswegs, d. ß Frankreich irgendwelche Recht: auf Besetzung der spanisch " n Zone aus dem Rick ui der fpani- schen Truppen für sich h rleiten w LI. Es ist in erster Linie darauf bedacht, den eigenen Marokkobesitz fest in bi: Hand zu nehmen. Zu biefem Zvcck hat es aeub schwer bewaffnete Formationen in bl? bebra&tr.i Gabi: ? gelegt. Daß es aber auf ber anderen Seite nichts unversucht läßt, die marokkanischen Stämme in ihrem Widerstand gegen Spanien z u stärken und auch zu b"vassn:n, darüber besteht natürlich kein Zweifel. F.ank eich wird erst aktiv werden, to'nn Spanien restlos feinen nordafrikanifchen D sitz verloren hat. Eher kann es sich n cht einmifchen, da erst vor kurzem durch die älnterzeichnung d-s Tangerstatuts die Marok'ofrage einer vorläufigen Lösung entgegengefüßrt wurde. Malvys Dcrteibigung. Die 2lin'esticdebatte in der französischen Kammer. Paris, 17. Dez. (TTl.) Die Kammer hat ae- ftern mit 317 gegen 193 Stimmen den A-tikel 2 ber Amnestievorlage angenommen. Der Antrag, die Artikel, die die Begnadigung Malvys unb Eailleaur vorfehen. abzutrennen, ist somit abgelehnt. Am Vormittag war es zu einer lebhaften Debatte gekommen. Der Abgeordnete Jbarne» garaß führte in einer längeren Rede aus, daß eineBegnadigunaMalvys unb Eail- leauxeineHerauSforderungdeSLan- des bebcut-n wurde. Dec S.:g:Lea) h et erwidert darauf, daß ber Artikel nicht länger den Gegenstand ein r Dis uf i n b [ben k nn e. 8 forderte die republllanische 2I?ehrheit auf, sch durch die Bemerkungen der Redner nicht aus ber Raffung bringen zu lassen. Es kam bann zu einer glänzenden Intervention Malvys, ber zu der Angelegenheit des Bonnet R'>uge die mit großem Beifall aufgenommene Sr Irrung akgibt: In vollem Einverständnis mit de n Präsidenten ber Republik (Poincarö) und dem Kabinett, dem ich angehört habe, wurden Almereyda Geldbrträge bewilligt. Ich hatte Div-ani versprochen, darüber Stillschweigen zu bewahren. Von diesem Versprechen bin ich nur entbunden. Aus eigenem Ermessen habe ich Al- mereyda keine Alnterftüßung gewährt, sondern ber Beschluß ist von dem Ministerrat unter betn Vorsitz PoincarlsS gefaßt worden. Man hielt es im Jntereffe ber nationalen Der- teibigung für nützlich, auf ein Blatt ein-uwirken, bas bei ber Pariser Bevölkerung unb in den Vororten eine gewisse Verbreitung gefunden hatte. Von ben ersten 20000 Franken wurden 10000 Frank?n durch den Kriegsminister Mil- l e r a n d an Almereyda auSgezahlt (lebhafter Bmfall auf ber Linken) und 10 000 von dem 2Iußermirifter 5) c I c a f f e. Di.se beiden Beträge wurden V i v iani anvertraut, ber sie dann Almereyda übergab, ilnö mich hat man für einen Schritt verantwortlich gemacht, dessen Ver- anttoortung das ganze Kabinett auf sich genommen hatte. (Dcirthou: U.ib diesen Manu hat man verurteilt!) Im Ramen ber Sozialisten teilte Renaubel mit, daß seine Pattei die Revision des ProzessesMalvy beantragen werde. Wahrscheinlich wird eine Anklage gegen ©lern enceau erhoben werben. Malvy fügte noch hinzu, man werde bei ber Wiederaufnahme feines Prozesses feststellen können, was Elemenceau unb seine Kliquen gegen ihn unternommen haben. Millerands Opposition. Paris, 17. Dez. (TU.) M.llerand hat gestern auf einem Bankett der nationalrepubli- kanischen Liga eine politische Ansprach"' gehalten, die scharfe Angriffe gegen das LinkS- kattell und gleichz?itig eine Darstellung d:r Ziele der Liga enthielt. Dse nat.onalrevubli- kanische Liga roe.ade sich an alle R publllaner. die ihren Glauben an Frankreich bc wahrt hätten. Wir erwarten von unserer Aktion, daß sie dir Einzelnen zu einer wirksamen Gruppe gegen das Linkskartell zusammenschlicht. Wll haben die Pflicht, das Land zu warnen und wir sind bereit, eia Losungswort zu nennen. Die LebenS- mittelpreise sind seit dcm 11. Mai in unglaublicher Weise gesttegen, auch die K a u f- kraft des Franken hat abg?nommen und die Steuerlasten werden für den E.nzcl- nen ständig drückender. Das sei eine überaus erfreuliche Feststellung für den vergangenen nationalen Block. Der Pariser Wahlsonvsskandal. Paris. 16. Dez. (WB.) Die von der Kammer eingesetzte GnquetekomMission, die Aufklärung über die Wahlsonds schassen soll, die bei den letzten Kammerwahlen zur Verwendung gekommen sind, hat unter dem Vorsitz des sozialistischen Abgeordneten Venaudel ihre erste ArbeitSsihung abgehalten. Es wurde Senator Billiers, der Vorsitzende der Vereinigung für wirtschaftliche Interessen vernommen, dem nach- gesogt wird, daß er in großem Stil die Politik des nationalen Blocks durch die von keiner Vereinigung zur Verfügung gestellten Mittel unterstützt habe. Er weigerte sich, irgendwelche Damen zu sagen: er könne die Männer. die ihm Geld zur Verfügung gestellt hätten, nicht preisgeben. Jedermann würde an seiner Stelle ebenso handeln. Die Vertreter der deutschen Schwerindustrie in Paris. Paris, 17. ®tj. (TA.) Aus Steifen Lei derttscken Wirtschaftsdrl.'gatioa wird bekannt, das) die Stimmung, in der die Verhandlungen geführt werden, seit gestern als gebessert angesehen werden kann. Die Warengruppen, die zur Verhandlung kamen, waren Glas und Keramik, wobei die schwierige Frage der Saarprodukte auf diesem Gebiet noch nicht verhandelt wurde. Die Beratungen über diese Warengruppen dürften somit fortdauern. Die Verhandlungen werden wahrscheinlich bis zur nächsten Woche fortgesetzt werden und dann eine Weihnachtspause eintreten. Die nächsten Tage sollen ti. a. dazu benutzt werden, eine Ueberficht über die erzielten Ergebnisse zu gewinnen. — Die Vertreter der Schwerindustrie siid heute angekommen, eS sind dies die Herren Thyssen, Braun von der Firma Krupp, Gerd in, Reu sch und Klotze. Freiherr v. Wittgenstein auf Karlöhütte bei Laasphe wird als Vertreter der verarbeitenden Industrie als Sachverständiger sich nach Paris begeben. Die Freimaurer gegen den Faszismus. Rom, 17. Dez. (WTD. Funlspruch.)InMai° land haben sich am Montag die Freimaurer- Logen Italiens versammelt. Der Großmeister wies auf die Unvereinbarkeit von Faszismus und Freimaurerei hin und führte aus, daß die Regierung jener neuen faszi- stischen Klasse einen R ü ck s ch r i t t bedeute. Der Faszismus sei die R e g a t i o n d e s m o d e r n e n Staates und die Rückkehr zu den Methoden des Staatsverbrechens. Man müsse die Schuldigen bestrafen. Rur die Demokratie könne Italien retten. Kritische Lage in Albanien. Belgrad, 16. Dez. (WTD.) Hier ein- getroffenen Meldungen zufolge ist die Lage Df r albanischen Regierung inso'ge des schnellen Umsichgrefens der revolutionären Bewegung in Albanien kritisch. Unter den Führern der Aufstandsbewegung befindet sich auch der frühere Ministerpräsident Ahmet Zvgu. Sämt.iche S ä.nme Rvrdalbaniens und der Gegend von Sladar haben sich der Bewegung angeschlvssen: in vieien Fäilrn find auch Regierungstruppen zu den siegreichen Aufständischen übergegan- g e tr. Info ge der in Rordalbanien von den Aufständischei erzielten Cr,olge steht die Einnahme von Skadar bevor. Dium Kula und Kukus sind von den Aufständischen unter Führung Tsena Beis bere ts besetzt worden. Die Truppen Tsena Beis haben Krvya in der Gegend von Tirana erreicht. Der Haarmann-Prozeß. Hannover, 16. Dez. (TU.) Zu Beginn der Dienstagverhandlung im Haarmann-Prozeh stellte Staatsanwalt Dr. Wilde den Antrag auf Vernehmung von Zeugen, ob Haarmann einen Polizeiausweis mit der Unterschrift des Kommissars Müller besessen habe. Weiter wird die Vernehmung eines gew'ssen Felix beantragt, der bezeugen soll, das) (Stand im Gefängnis einmal geäußert habe, es käme ihm auf einen Mord nicht an, er gehe über Leichen. Gießener Konzertverein. Brrickircr: Te Dcnm. — Reger: 100. Psalm. Bruckner und Reger kommen beide in ihrem Schaffen von der Orgel her, aber grundverschieden sind ihre Aeußerungen. Bruckner steht im Dannc> der harmonischen Urgewalten, die latenten Kräfte der Harmonie bestimmen den Fortgang des Werkes, die Form, und unter diesen Urgewalten wachst sie sich zum gigantischen Koloß aus. Aus den Harmonien heraus ersprießt die Melodie: kein bewußtes, motivisches Verarbeiten, wii es die Klassikerzeit zeigt — das Unharmonische. die Urmusik läßt die Melodien aus sich herauswachseu. — Ganz anders Reger: Für ihn hat die Melodie die treibende, aktive Krast — das Verarbeiten der Melodien —, für ihn ein Gegen- und Miteinanderführen von Kräften: ihr Zusammenwirken erzeugt die harmonischen Gebilde. — Bruckner, der glaubensinnige, sich in das religiöse Mysterium versenkende Diener der Kirche: dort der Tatenmensch der aus der Religion, ihrem mysteriösen Erschauern, fast titanengleiche Kraft schöpft, um die Kämpfe des Lebens siegreich, aktiv zu bestehen: bei Bruckner das innere Beglückt sein — dort immer neu wachsendes Kraftgesühl, das zum Handeln treibt. Mit glücklicherer Hand konnte man kaum zwei charakteristische — je nach ihrer Art so vollendete Werke verbinden: und mochte diesem oder jenem die Dauer deS Gebotenen nicht genügen, jedes dazwilchengeschobene Werk hätte nut gestört. Bruckners Te Deum ist das Bekenntnis eines sonst schlichten Mannes, der aber im religiösen Affekt sich als Werkzeug und Mittler einer höheren Macht fühlt und berufen ist. das über menschliche Erkenntnis hinausgehende Mysterium der Gottheit zu offenbaren. All die dogmatischen Pegriffe verlieren chre Starrheit, werden zu Ur- Die Verhandlung beginnt mit dem <5aH Witzel. Der als Zeuge vernommene Vater beschwert sich über die Polizei, die ihm bet der Dermihtennachfolgung immer Versprechungen gemacht habe, aber sonst untätig gewesen Jet. Der Zeuge schildert, wie seine Frau das Iaclett und die Weste Roberts bei dem Sohne der Frau Engel erfaraite, wodurch Haarmann dann übersührt werden konnte. Dann folgt der Fall Martin-Chemnitz. Der Zeuge Clemens sagt aus, Martin fei von seiner Mutter streng behandelt worden und habe bei jeder Gelegenheit Prügel bekommen. Haarmann gibt auch hier die Tötung zu. Rachträglich ist noch festzustellen, daß von der Regierung Oberregierungs at Preu ne von Anfang an dem Prozeß beigewohnt hat mit der Weisung, Verfehlungen der Polizei festzustellen. , Es folgt dann der Fall Wittig-Kassel, bei dem auch Grans der Anstiftung beschuldigt ist. Der Vater des Wittig bekundet als Zeuge, daß sein Sohn in der letzten Zeit etwas leichtfertig geworden wäre. Dann wird der Zeuge sehr erregt und ruft in den Saal: „Ich kann mir nicht helfen, wenn ich diese Lumpen da sitzen sehel Diese Bestien haben meinen Sohn bintcrgangen!“ Die nächsten Zeugen, Kauf- mann Schad und Frau Engel, belasten Grans. Haarmann bleibt bei seinen Bekundungen, daß Grans ihm den Wittig zugeführt habe. . Als letzter F ül w rd der des lO'/^ahngen A b e l i n g verh mdelt. Haarmann l ugaet nach wie vor. Med zinalrat Schackwitz stellt noch fist, daß tatsächlich der Schädel eines ettoi zehnjährigen Iungen gefunden worden sei. Dir nächsten Zeuginnen, F.au Lindner und FreuWoboe, werden Wtt tkowskh g gmüberge,teilt. W de erklären, ihn nie im Haus „Rote Reihe" gesehen zu h bin. Haarmann h tte d.e beiden als Zeugen dafür aufgeruf.m, um au beweisen, daß W t .kowsky in der Rächt, in der Hennics ermordet wurde, in seiner Wohnung war. Auf Antrag des Rechtsanwalts Lohe werden die ElterndesGrans vernommen. Der Vater des Grans antwortet auf eine Frage des Vorsitzenden, daß er nicht wisse, ob sein Sohn Haarmann junge Leute zugeführt habe, doch sei sein jüngster Sohn einmal von Haarmann auf der Straße angesprochen worden, wogegen Haar- mann Einspruch erhebt. — Kriminalkommissar Müller bestreitet entschieden, Haarmann einen Ausweis ausgestellt zu haben. Der Strafgefangene Kippe behauptet, daß Grans ihn gebeten habe, Haarman.i mitzuteilen, er möchte ihn doch n cht her ttnrrißen. Haarmann erklärt dann: „Das ist ja alles Schw nd l. Grans ist viel zu helle, als daß er so etwas machen würde.' Grans bezeichn t de Ang eben ebenfalls als Luge. Daraus wird die Verhandlung auf M ttwoch vertagt. Rach Vernehnung ber leiten Z ug n fallen die Sachverständigen ihre Gutachten abgeben, denen d.e Plädoyers folgen sollen. Liegnitz ohne Licht nab Kraft. Rach einer Dlattermeldung aus Liegnitz brach im dortigen Elektrizitätswerk, durch dessen Vermittlung das gesamte Stadtgebiet mit Elektrizität versorgt wird, ein großer K ab e l - brand aus. Infolge des Brandes wird die Stadt mehrere Tage ohne elektrisches Licht und Kraft bleiben. Aus Stadt und Land. Gießen, den 17. Dezember 1924. Das Tcppichklopsen. Wo ein Hof ist, ist in den m isten F llen auch eine Stange, über die man die $ 'Jp Ausklopfen und Säubern bre t n k nn. Es tjt meist nur eine Stange vorhanden, aber eme ganze Zahl von Teppichen im Hause, so daß di: klugen Hausfrauen einen ung schr eben n Vertrag miteinander g-schlossm hiben über die Ze t. wann sie ihre Teppiche klopfen, damit sie sich nicht untetemanbev ins Gehege kommen. Es sieht sich sehr lustig zu. wenn bie großen Ung tarne aus ben Wohnung n b?run e g balgt, auig hangt und bann nach allen Reg ln der Kunst vermöbelt to eben. Die Schlüssig tojltge ober auch d e Httferin im Hause hat sich zu biefem festlichen At ein Kopftuch umgebunben eine große H-uZsch irze umget in. mit D ir te unb Ausklopfer bewaffnet und müht sich nun im Schwe'ß ihres Angesichts ab, das ung.füge D ng vom Staube zu befreien. Sob-l) die erste i drhn enden Schräg: uni n im Hofe ersch illen. werden überall die Küchenfenster schleunigst geschlossen, auch wenn der Drodem in der Küche noch so stark ist. Dann Inrlft cs von unten toc G.fchützfeuer dumpf und dröhnend, und die K über wagm sich kaum auf den Hof. Wenn sie kommen, to'rben s.e robust zurückg wiesen, b .nn cs g bt schmutzige Köpfe bei solcher Arbeit. Da heißt es immer, bie Frauen seien bas muskelschwach: G schlecht. I h rate s lhen W l - toc sen. e nmal b im TcPPichkloP en zuzus hen. Er wirb bann ganz andere B'gr ffe davon bekommen, welche Kraft und Ausdauer in d esen zarvn Armen ruht, und er to rb froh fein, daß er nicht ber Teppich ist. Uebeih iuvt, manche Ehemänner würben nicht so couragiert auf tret m, wenn sie gelcgmtlich Z uge b cf er Kr st nstre gan; werden könnten. Sw s'h:n chre F.-auen meist nur bann, wenn ber Teppich gzreln.gt in bet Stube liegt, bie Kohlen, bie aus dem Keller herauf- gcschl ppt to rVn muht n. toohlverstaut in Ofen sind und b e F au zu ihnen sagt: Mein Wirt- sch ast?g ld ist alle. In dieser schvachen Position kann src.l ch ber stärkste Mmfch nicht stark sein. Wenn ber T Ppich orbentlich burchgew.il t ist, to rb er abgeb iirst et unb womöglich noch mit Sauerkraut abgerieben, bam t bie Farben toi ber IIar to rden. Bei solchem Anblick erschrickt man als „Rich f chmann" tzu rst, aber dann sieht man ben guten Zweck ein unb ver- Aus aller Welt, Zum Grazer Familiendrama. Graz. 10. Dez. (TU.) Zu bem furchtbaren Farniliendrama bes Rittmeisters Danners wirb noch gemeldet: Sowohl aus einem bereits im Oktober verfaßten Testament bes Rittmeisters als auch aus zwei Abschiedsbriefen bes Ehepaares Danner gehet hervor, baß sie schon seit langer Zeit beschlossen hatten, gemeinsam in den Tob zu gehen. Tragisch ist es, baß am letzten Sonntag aus Lonbcm eine Mitteilung eintraf, bah ber Auszahlung einer längst erwarteten Erbschaft nichts mehr im Wege stehe. Erpre^sungsversuch bei Fritz Kreisler. Wien, 16. Dez. (WTD.) Wie die Polizei- korrespondenz mellet, hat der berühmte Geigenkünstler Fritz Kreisler bei einem gestern in Anwesenheit des Bundespräsidenten gegebenen Konzert von unbekannter Seite einen Drohbrief erhalten, in dem von Kreisler 50 Millionen Kronen gefordert werden. Falls er diese Summe nicht erlegen werde, werde ihm ein Unglück zustohen. Die Polizei hat ein Unter» suchungSvei fahren In dieser Angelegenheit ein« geleitet, von ber Kreisler erst nach bem Konzert in Kenntnis grseht würbe. Ein Fvrschungslnst'.tut für Wissenschaft unb Wasserbau. In ber Kai'e.-Wilh l n-D's:ll chaft zur För- berung ber W ssenschaft.n te Ite Reich.rat De. v. Miller-München m t, b 6 Do.ber itu.igen zur Schaffung eines Fo.schungs n'tituts für W.fserkcast und Wasserbau am WalHea.sce ge» troffen semn. Das Institut soll dem Institut ber I K i ser-W l) l »G.s lt chaft a geg ledert w rbe •. | IIUIUIUI. Es ist rührend, m:t welcher Hingabe solcher Teppich g"re n gt w rb. dm man so se b'tverständ- lich mit Fihen tr.tt, ohne zu b.cachtm, daß er überhaupt da ist: den man höchstens gewahr wird, wenn er fehlt. — L Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 7.30 Uhr „Liebfrauenmilch". — Reichsverband Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinteabliebener: 5 Uhr im Daalbau Sauer Weihnachtsfeier. — Hessische Dilderbühne „Die Herrenhof age". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „Die Flucht in die Ehe". — Astoria-Licht- spiele „Ein Kind der freien Liebe". Wettervoraussage. Etwas tälter, morgens dunstig, Winde aus südlicher Richtung, trocken. • ** Vom Stadtparlament. Die öffentliche Sizung der Stadtverordneten-Ver- sammlung, die aus Freitag nachmittag einbe- rufen war, ist auf Montag, 22. Dez., nachm. S1^ Ahr, verlegt worden. L. U. Von der Universität. Dr. Friedr. Maurer und Dr. Adolf Walter wünschen sich zu habilitieren; der erste für das Fach der deutschen Philologie, der Ätoette für das Fach der vergl. indogermanischen Sprachwissenschaft. Sie werden ihre öffentliche Probevorlesung in der Kleinen Aula halten. Dr. Maurer: Donnerstag, 18. Dez., nachm. 3 Uhr, über das Thema: „Geschichte und Aufgaben der deutschen Mundart nfor- schung". Dr. Walter: Do.merLtag. 13. Dcz^ erlebniffen. Bei wogendem vollrm Orchester, mit Orgelpunkten auf Tonica und Oberbomtia.ite beginnt der Chor, unisono deklamierend, fern „Te Deum laudamus". Das Gefühl der Unnahbarkeit und Erhabenheit gewinnt Gestalt in den Engeln — zum erstenmal ein Dreistang mit Ter§: „Tibi omnes Angeli" — die Solostimmen — bie singenden Engel. Der Chor nimmt nun in vollen Akkorden die Lobpreisung Gottvaters und des Sohnes auf. Das Werk der Erlösung „Tu devicto mortis aculeo" — ein Orgelpunkt des Chorbasses auf dem tiefen G „aperuisti" — ber Baß mit freiliegendem Solo auf dem tiefen F. Rach ber ilebertoinbung des Todes — die Glorifizierung des Erlösers. Der zweite Satz, ein Gebet: „Te ergo quaesumus": Der Tenor singende Priester: ergreifend in der Steigerung der musi'alischen Linie, verklärt durch die Solovioline. Das Gebet um Aufnahme in die Gemeinschaft der Heiligen nimmt der Chor im hochbegeisterten „Aeterna fac" auf. — Wieder der Tenor als Vorsänger, diesmal ber ganze Chor antwortend im „Salvum fac". wieder Solovioline. Der ganze Chor als solcher wird zur Detgemeinschaft und das Gebet wirb zur Hoff- nungsquelle: „In te Dvmine speravi: non ccn unbar in aetemum". — Die beiden Gedanken kristallisieren sich in einer Faze. bie aber bald wieder der Wucht der Harmonie versaltt; mit der Ausnahme des Anfangsmotives in höchster Steigerung. diesmal mit sattgeiüll:en Akkorden, klingt der gewaltige Lobgesang aus. Ganz anders Regers 1 0 0. Psalm. Ein unheimlich wachsendes Crescendo auf dem tiefen C ba’ volle Orchester setzt mit O-Dur ein. ber Chor folgt in Syn open .,Iauch'>et. jauch*et"; immer gefolgerter, an die Stelle ber Achtel treten Triolen als gesteigerter AusbruckSwert. bis dnh.n uniso io: bie Gefamtstimm rng verteilt sich auf die polyphon ge,ührte Einzelstimmung und erreicht se.nm Hdhevunlt in einem dr i- sachen Forte „alle Welt". „Sie.net dem Herrn mit Freuden", zunächst bestnnenb, verklärt, bewn ober sortgesührt zu großer Steigerung; das „Iauchzet"°Motiv kehrt wieder, beide wechseln; der erste Satz klingt breit aus, die dynamische Bewegung breit ausladend. Der zweite Satz (Andante sostenuto) läßt uns erschauern bei der Erkenntnis Gottes. Ein Allegretto con groiia („Gehet zu seinen Toren ein") führt wieder zum Lobe des Herrn. Sin kurzes Orchesterzwischenspiel. immer mehr dynamisch heraus- toachsend. sührt in d e Doppelfuge „Denn der Herr ist freundlich"; nach ber ersten Durch,ührung wird der Satz zur freieren Interpretation des Textes: der Ewigkeitsgebanke verklingt in dreifachem Piano. Das Orchester ergreift nun das Wort in einem längeren Zwischenspiel: der „Ewigkeitsgedanke" to rb zur Kraftquelle. Die letzte Durch,ühruna ber DoppelsUtze wird zum truhigen Bekenntnis „Sin feste Barg ist unser Gott". Die Trompeten und Posaunen tragen es als Cantus sirmus unerschütterlich, ehern, erhaben durch die sich Immer ste.gerndm Stimmen von Chor und Orchester — Erschauern, Erschüttern, inneres Gehobenfein. Herr Professor Trautmann hatte die Aufführung sehr sorgfältig vorbereitet. Die feinsten dynamischen Abstufungen in den Chören kamen zu ihrem Recht. Das impulsive Mitgehen des Chors in der Hauptaufführung, besonders im 100. Psalm, das Herausarbeiten der Steigerungen, vom feinsten Pianissimo bis zur Grenze des Möglichen, legten Zeugnis ab von der geleisteten Arbeit: mochte auch hier und ba gehalteneres Tempo angebracht sein. Die akademisch vor, ehme Art, zu musizieren, die Ausgeglichenheit der A-cappella-Säbe erinnerten mich stark an öie Berliner Singakademie. Daß der Chor in der -Zahl so schwach ist, ist die übliche Krankheit der Mittelstädte; aber besser so, als eine Verstärkung auf Kosten der musikalischen Qualität. Die Männerstimmen führten ihre Solls recht erfolgreich durch: denn die Anforderungen des Te Deumö gerade an die Otimmenumfänge in frei- nachm. 4 Uhr, über das Thema: .Sprache, Sprachen und Völker". ♦* Befreiung von ben Beiträgen zur Erwerbslos enfürforge. Don zu- ftänbiger Seite wirb uns geschrieben: Es wir- nochmo.s darauf hi gewiesen, daß die Befreiung von den Beiträgen für bie Erwerbslosenfürforge nur dann gewährt wirb, wenn eine von Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam unterzeichnet« Anzeige bei ber Krankenkasse e ngereicht ist. und auch bann erst vom Montag ber Woche an, in der bie Anzeige eingrht. (Artikel 6 der 5. AuS- führungsve o bnung zur De orbnung über Erwerbs.ofen.ü sorge vo n 14. Ro. e.nber i$L4). Auch wer bisher schon beitragsfre: war, muh die Anzeige einreichen; andernfalls findet seine Befreiung am 28. Dezember 1924 ihr Ende (Art. 9 Abs. 3). ** Straßenraub. Der Pvlheibericht meldet: In der Rächt zum Sonntag gegen 21/4 Uhr wurde ein SSjähriger Arbeiter auf dem Wege von Gießen nach Heuchelheim in der Rähe des Sportplatzes in der Rodheimer Straße überfallen und beraubt. Als Täter kommt eine unbekannte Mannsperson, ungefähr 20—30 Iahre alt, 1,72 Meter groß, mit Heller Datschmütze und dunklen Ueberzieher^ sowie Schuhen mit Gummisohlen in Frage. Rachstehende Sachen wurd-en geraubt: Eine silberne Taschenuhr mit Schlüssel und goldener breiter Uhrkette, daran befindlich ein Anhänger mit dem Bildnis des früheren Kaisers Wilhelm II., eine rotlederne Brieftasche mit einem Zwei-Renten- und einem Zehn-Rentenmaik- schein, etwas Kleingeld, ein Taschenmesser, eine Photographie von einem Hause in Fulda, zwei Lohndüten mit der Aufschri t Georg Rink drei Quittungen von der Krankenkasse in Ehringshausen, sowie ein braunledernes Zigarrenetui mit 5 Zigarren. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei Gießen entgegen. k. Wohltätigkeits Veranstaltung des Roten Kreuzes. Der Zweigverctn Gießen des Roten Kreuzes brachte gestern abend im Kath. Vereinshaus eine Wohltättg- keitsveranstaltung heraus, die durch Darbietungen von Mitgliedern der hiesigen Waldbühne ben Besuchern einige genußreiche Stunden bereitete. Den Au'takt bildeten zwei Kla- viervorttäge von Ratalie Ho06: Menuett H= Molt von Schubert und Capriccio von Longo, die des exakten Vortrags wegen allgemein gefielen. Rolf Binswanger rezitierte C. F. MeyerS „Eia Weihnacht" und Schillers „Freude, schöner Götterfunke" und erntete reichen Beifall. Gretel Sälzer und H.lla Maternus trugen Lieder unb Duette von Schubert, Menb l .sohn und Schumann vor, bie ebenfalls großen Anklang sanben. Mia Schmitt tanzte den Walter in Es-Dur von Chopin, Moment musical von Schubert und die bekannte Gavotte gracieufe von Gossec unb würbe von dem begeisterten Publikim zu mehreren Zugaben gezwungen. Recht nett war auch das Singspiel „Ha.iS und Grete" von Heinze, in bem Herta-Maria Sälzer unb Ludwig ßi n F m a n n darstellerisch und gesanglich Bestes boten. Kotzebues Lustspiel „Die Rosen des Herrn v. M." wurden von Gretel Sälzer, Rolf Binswanger und Werner Vogt recht flott dargestellt uid verfehlte ebenfalls seine Wirkung nicht. Lobend erwähnt sei noch die feinsinnige Klavierbegleitung des Studienrats Br. Krauß. Leider blieb der Besuch der Veranstaltung, deren E.lös zum Besten ber Weihnachtsbescherung für hiesige Krieger- unb Waisenkinder verwendet werden soll, hinter ben Erwartungen zurück. Den Veranstaltern und allen Mit- wiikenben gebührt besonberer Dank für diese Förderung sozialer Bestrebung n. ** Deutsche Volkspartei. Man berichtet uns: Der Frauenausschuß der D. D. P. hatte am Donnerstag seine Mitglieder zu einem Schumann-Abend cilmelaoen, ber einen sehr schönen D?il us n hm. F.au R 0 l 0 ffle tete ben Abend durch einen Vortrag über Schumann ein. Sie schilderte zunächst Schumanns Leben und gingb.inn ausführlicher auf f.ine Bedeutung als Musiker unb auf seine Stellung innerhalb ber Musikgeschichte ein. Ihre feinsinnigen Ausführungen, bie getragen waren von warmem, musikalischem Verständnis für Schumanns Eigenart, sanden volle Anerkennung und reichen Beifall. Ilm die Ausführung des must- liegenden Stellen gehen über das übliche Maß hinaus. Verschiedentlich hätten sich die Koloraturen intensiver gestaltet, wenn man sie nicht als weiche Bindung betrachtet hätte; für einen kleinen Raum mag das angebracht sein, im große» KlanggewoLe mutz der einzelne Ton weit mehr akzentuiert werden. Im aHcemeinen trar di: Tongebung etwas eng, besonders bei Bindungen nach der Höhe kann eine plastische Linie nur durch, offene Dokalisation erreicht werden: z. B. bet „aetemam“, „aperuisti". Die a-Laute in „mune- rari", „Heredität!" u. a. waren durchweg zu flach. Damit soll nicht dem sog. „Decken" das Wort geredet sein, aber eine Neutralisation der Vokal» würde bald Abhilfe schaffen. DaS Orchester war in den Streichern und Holzbläsern recht llangvoll: abu: die Vechgruppe hätte viel mehr zurücktreten können. Den Orgelpart führte Herr Pauk Hopf- Eisenach mit Gewandtheit durch, eine im gewissen Sinne wenig dankbare Ausgabe: die wenigen Stellen, an denen er soltstisch hervortreten konnte, bewiesen ihn als feinsinnigen Künstler auf seinem Instrument. Bedauerlich ist der geringe Besuch der Generalprobe. In so gewaltige, schwierige Werke sich einzuleben, ist eben mehrmaliges Hören not- tocntlg; beim erstmal gen Hören stnd s.lche Werke nicht ganz zu erfassen. Wo bleibt die Heranwachsende Iugend, die oberen Klassen der höheren Schulen? Unsere deutsche Musik ist ein Welt erobern des Kulturgut; ba muß jede Gelegenheit genutzt werden, sich diese geistigen Güter zu eigen zu machen, indem man sie erleben lernt. Auch die Hauptaufführung hätte noch mehr D?such haben können. Ein jeder Mensch trägt religiöse Regungen in sich, welcher Art, welchen Ursprungs sie auch fein mögen. Zwei sich so ergänzende Werke wie das Te Deum und der 100. Psalm hätten jedem das gegeben, was wir in neuerer Zeit so nötig haben: die geistige Erhebung. jn. USTWx» Xet» matzten NW oerltfrrbcnc Um» filieber der Frauengruppe unb einigt (Käste bet* Dient. Frau Falkenberg eröffnete die Dar- Bietungen mit bem ersten Sah au» der erste Ttolinlonate. Sine Auswahl bet schönsten Lieber (Scan Laqucur), Duette (Frau Gunther unb Frau S ch udt) unb zwei Gesänge auS Paradies unb Peri (Frau Klimm) bildeten ben gesanglichen Teil. Don Klavierkompositionen wurden eine .Rovelttte" unb .Grillen" (Frau Fischer) unb zum Schluß Teile au» dem Fa- schingSschwank (Frau Rolosf) zu Gehör gebracht. Die Begleitung hatten Frau Qtolof f unb 'Frau Doll In dankenswerter Weise übernommen. Alle Darbietungen waren auf» beste gelungen unb zeigten, bat) btc AuSsührenben sich mit besonderer Liebe unb feinem Dcrftänd- ni» in Schumann eingelebt hatten. Laudkrct» Gictzen. U Döbgen, 16. Dez. 3m Dalßerschen Saale ging am Sonntag abend vor einer zahlreichen Zuschauermenge ein A dventSst ück über die Bühne: .Adventslichtlein oder der Onkel DikolauS". Da» Stück stellt bar, wie die AdventSzeit mit ihren Sitten und Gebräuchen und der Einsluß de» nahenden WeihnachtSkfesteS die Menschenherzen willig macht zu Wohltun und Versöhnlichkeit. Zwei Familien, die durch jahrelangen Hast entzweit waren, nähern sich wieder durch den Zauber der AdventSzeit. und der alte Onkel Dikolau» nimmt die netto ttoete Dichte mit ihren zwei Kindern au» Dot und Entbehrung in den Wohlstand des Forsthause» auf. — Die Spielenden, junge Leute und Kinder au» unserer Gemeinde, gaben sich ihrer Ausgabe durchweg mit Eifer und großer Geschicklichkeit hin unb boten teilweise Leistungen von künstlerischer Vollendung. Au» treuer nachbarlicher Des ronmg war auch bet Posaunenchor von Großen- B u s e ck erschienen und lieh die vertrauten Advent»- unb WeihnachtSlleder erklingen: die erste Schulklasse unter Leitung ihre» Lehrer» sang einige Advent»- und WeihnachtSlleder. Der gemeinsame Gesang von: .0 du fröhliche!" unter Begleitung der Posaunen beschloh den wohlgelungenen und schönen Abend. t Drünberg, 16. Dez. Au» der jüngsten DemetnberatSsidung ist zu berichten: Den 7 Erwerbslosen in Grünberg wirb al» auherordentliche 3utoenbung eine D op - pelwochenbeihiise bewilligt. Die Staot wird baburch mit einer Ausgabe von ungefähr 117 TU. belastet. — Zu der seinerzeit zurück- gestellten Forderung für bie Pfarrvertoal- t u n g von 842 Ttl beantragt der FtnanzauS- schuh, biefer Forderung nachzukommen. Da bekannt ist, bah einzelne Orte von dieser Leistung befreit find, wirb diese Angelegenheit nochmal» zurückgestellt. — Der Finanzausschuß schlägt vor, bafl Wartegelb der Hebammen nicht auf 200. sondern auf 80 TU. sestzufetzen. Er begründet den Antrag damit, daß auf eine Hebamme 1100 Einwohner kommen. Der Vorschlag wirb angenommen. — Den Holzhauern wird zu ihrem Lohn nach Gruppe 7 ein Zuschlag von 10 Proz. bewilligt. — Zur Festsetzung bet Hundesteuer liegen zwei Anträge vor: bet eine wünscht 12 TU. IahreSsteuer, der an- bere 10 TU. Ersterer wird mit 8 gegen 2 Stimmen abgelehnt, letzterer mit 7 gegen 3 Stimmen angenommen. Dagegen soll jeher zweite Hund mit 20 TU. und jeder dritte Hund mit 30 TU. Steuer belastet werden. Für ben steuerfreien Hundebesitz sind bie bereits früher getroffenen Bestimmungen maßgebend. — Zu Sem, gba.- Bericht über bie Kandidatur« n für die hiesige Dürgermei st erwähl ist berichtigend zu bemerken, bah nicht zehn, sondern nur vier Kandidaten sich um die Bürgermeisterstelle bewerben, unb zwar sink» eS Rechtskonsulent 3 ö ck e l, Finanzamtsbeamter P e p p l e r , Bankbeamter Magel unb W. Schmidt IV. f) Lich. 16.Dez. Bei der Personenstandsaufnahme am 16. Oft ergaben sich für unsere Stabt 2746 Einwohner, darunter 2586 Evangelische. 86 Katholiken und 74 3fraeliten. Seit der letzten Volkszählung hat Lich um etwa 80 Personen zugenommen. — Die Viehzähluna der Stadt 2id>, einschl. der Gemarkungen Hof-Albach. Kolnhausen und Mühlsachsen, am f. Dez. hatte folgendes Ergebnis: 164 Pferde, 686 Stück Rindvieh. 542 Schafe. 715 Schweine, 332 Ziegen und 3945 Stück Federvieh. — Aus der jüngsten DemeinberatSsihuna ist folgendes mitzutellen: Durch die städtische Bauleitung. die KreiSbauverwaltung Giehen. war m» Vergebung der zum 2u«vau der J1 m t • - aerichtSst raste und der Straße am Wall erforderlichen Kanalisation»- und WasferleitungSartikel ausgeschrieben toorben. Da» billigste Angebot für die gesamte Lieserung hatte der Bauunternehmer Christian Fey in Lich. dem der Zuschlag erteilt wurde. 3n Verbindung mit dieser Lieferung fallen zum gleichen Akkord auch die Materialien für Kanalisation und Wasserleitung in der McngeSstrahe beschafft werden Der AuSbau der AmtSgerichts- strahe und der Straße am Wall mit Äanalifatlon, Wasserleitung und Straßenbau und der Hardt- bergftraße mit Kanalisation erforbert einen Kostenaufwand von ca. 60 000 TTL. der im Wege einer Anleihe beschafft werden muß. Da jedoch der Straßenbau nicht eher in Angriff genommen werden kann, al» bis Kanalisierung und Wasserleitung dieser Straßen vollständig erledigt sind, ist cs nicht notwendig, die erforderlichen Geldmittel auf einmal zu beschaffen. Der Gemeinderat beschloß daher, vorerst nur die Kanalisierung und Wasserleitung zur Ausführung zu bringen und zu diesem Zwecke im 3a- nuar n. 3. 18 000 TTL und im Februar ober März 15 000 TTL aufzunehmen unter Annahme eine» Angebot» der Bezirkssparkasse Gießen, bie da- Geld kurzfristig zu einem Iahreszinslatze von 15 Prozent zur Verfügung stellen will. Einer Anregung deS Äulturbau- amtS Gi ßen unb de» FeldbereinigungSkommissarS in Friedberg, bie künftige Unterhaltung aller in hiesiger Gemarkung bestehenden Dränageanlagen auf die Stabt zu übernehmen, wurde stattgegeben und gleichzeitig zum Zwecke der Ausführung notwendiger 3nstanbsehungsarbeiten ein außerordentlicher Kredit in Höhe von 1500 Mark zur Verfügung gestellt. Zu einem erneuten Gesuch der Hugo StinneS-Riebeck. Oel- hand.lsgcsellschaft. Frankfurt a. TL, die nunmehr beabsichtigt, die projektierte Straßentankfielle für Benzin vor bem Hause des Karl Heller IN. in der Braugasse direkt an den Rand des Fußsteige» zu stellen, wurde beschlossen, an bem Beschluß vom 24. Dovember festzuhalten. Dieser Beschluß sah die Errichtung der Straßen- tankstelle in da» Vorgartengelände des Karl Heller III. und die Verlegung der Schlauchleitung nach der Straße in geeigneter Weise in ben Fußsteig vor. Ein Daugesuch des 3ngenieurs Konr. G ö n f dj in Lich zur Errichtung eines Wohnhauses und einer Werkstätte mit Gaben in der Bahnhofstraße unweit der Maschinenfabrik Schieferstein wurde nicht beanstandet. Für die ^Instandsetzung b c 6 Demarkungs- g renzweg es zwischen Lich unb Birklar längs des Birklarer WarkwalbeS würbe die Bewilligung von städtischen Mitteln versagt, da die Gemeinde Birllar eine Kostenbeteiligung ab- gelehnt hat. Der Gemeinderat erklärt sich damit einverstanden, daß daS von dem Amtsgericht und AmlSgertchlsg^färgni» in Lich benötigte B r e n n- holz zum durchschnittlichen DersteigerungSerlö» au» bem Stadtwalde abgegeben wird. Der Viehhändler Ludwig Sommer in Lich, unter dessen Vieh die Maul- und Klauenseuche auSgebrvchen ist. hat fünf Stück Rindvieh, die sämtlich trächtig waren, zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung der Seuche abgeschlachtet und dadurch einen größeren Verlust erlitten. Gr sucht um Leistung eines städtischen Zuschüsse» nach. DaS Gcfuch wurde an die landwirtschaftliche Kommission verwiesen und soll nach Aushebung der angeordneten Sperre erneut zur Vorlage gebracht werden. Der Bürgermeister teilte ncti) mit, daß das Kreisamt Gießen die Festsetzung des Wassergelde» für da» 3ahr 1925 26 genehmigt unb sein Ansinnen über die Erhebung von Kanalbenutzungsgebühren bi» auf weiteres zu- rückgestellt habe. Kreis Büdingen. (D Didda. 16. Dez. 3n der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden fo'g nde Beschlüsse gefaßt: 3m Anschluß an die d mnächstige ‘Beratung über bie R.'v s onsbemer ungen des KrciSamtS Büdingen zum Voranschlag für 1924. insb.sondere to gen Aenderung der AuSschlagS- sähe für die zur Erhebung vorgesehenen Go- meinbeumlagen, soll auch darüber Beschluß gefaßt werden, ob von der Weitererhebung der vorläufigen Gewerbesteuer für Dj. 1 92 4 Abstand genommen, ober ob die Steuer weiter erhoben werden soll. — Einem Gesuch des Max Wertheim zu Didda um Abtretung von städtischem Gelände bei seinem Lagerhaus am Bahnhos soll erst getreten werven. wenn von bem Gesuch- ficller ein Baubescheid über bet in Aussicht genommenen Reubau vorgelegt wird — Dem Gesuch der Deutsch-Amerikanischen Petroleumgesellschaft Frankfurt a. M. um Erlaubnis zur Errichtung einer Ltraßen- Benzin-Pumpanlage auf b^m freien Platz beim Ruppschen Stall kann nicht ft angegeben werden, weil der Platz au» verkehrStecyn schon Gründen für eine derartige 2btlagc nicht in Frage kommen kann. — Zu dem Wohnhaus- neu b a u des Heinrich Schwalb zu Didda stellt die Stabt denselben Betrag wie der Staat al» Darlehen zur Verfügung. — Da» Gesuch der Pächter vom städtischen Grundbesitz um Ermäßigung der Pacht für 1924 wird zunächst an die F ld- und Fmanz'omm flion verwiesen. — Das Ansinnen eines audtoärt gen Händlers um Bürgschaft-Übernahme für bezogene Kartoffeln von hefigen Einwohnern wird abgelehnt. — Wegen einer Eingabe des Ludwig Ewald zu Didda um Herstellung der Straße im 3obanniter- pof soll zunächst mit der F ldberein gung»gesell- schäft wegen der Kostenfrage in Verbindung getreten werden. Die Herstellung der St-aße to rb für notwendig erachtet. — Der Vorschlag der TertraucnämäTmer der Landbewerber, wonach al» Pacht für die städtischen SiedlungS- gärten für Kl. 1 ---- 4 TTL und für Kl. 2 - 3,50 Mk. einschl. Steuer pro Garten (250 Quadratmeter) in Ansatz kommen soll, wird ang nommm. — Dem Gesuch de» Hermann Erk um Abtretung der städtischen Parzelle Fl. I Dr. 811 wird unter der B d ngung stattgegeben, daß Erk sämtliche Kosten übernimmt, bi» Grundstück von der Brückenmauer bis zum Hau»:ck e n- friebigt unb alles Gelände, was vor dieser Einsriebigung an der Mühlstraße liegt, aus die Stabt übergeht. Erk hat außerdem eine HerauS- zahlung von 75 Mk. zu leisten. Kreis Schotten. O Schotten. 16. Dez. 3m Kreise Schotten sind eine ganze Anzahl Stein- drüche neu erschlossen worden, die den Arbeitern und Fuhrleuten lohnenden Verdienst bieten. Der Vogelsberg birgt einen erstklassigen. blauen Vasaltstein, wie er sehr wenig in Deutschland vorkommt. Die Lieferungen gehen meistens ins A u S l a n d. Bei der Stadt Schotten befindet sich ein von der Firma Gilbert au» Ziegenhain genutzter Bruch, der ein ganz vorzügliches Material liefert. Mit der Ausbeutung ist im größeren Maßstabe begonnen worden. Gs werden bereits über 30 Arbeiter beschäftigt. Der einzige Hebel» stand ist der schwierige Abtransport zur Bahn infolge der Terrainbeschaffenheit. Gine ganze Anzahl Gespanne ist zur Zeit Damit beschäftigt, die aufgestapelten Pflastersteine wegzuschaffen. Wie bekannt wurde, soll ganz in der Dähe ein weiterer Steinbrech erschlossen werden. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus ist die neueinziehende 3ndusttie nur zu begrüßen. Kreis Lautervach. • Lauterbach 15. Dez. Bei Reparaturarbeiten im Hause des Konrad B o ß am Graben sand, dem .Lauterbacher Anzeiger" zufolge, ein Handwerksmeister hn Hausflur unter dem Treppenbau einen alten Aschenkasten mit 3 00 Sil- bermünzen aus dem 18. 3ahrhundert. Der Schah besteht au» Kronentalern, sowie Ein- unb Zweiguldenstücken. Hessen-Nassau. fpb. Frankfurt a. TL, 16. Dez. SamStag abend nahmen Passanten im Westend einen Straßenräuber fest, der in der Dunkelheit einer Dame die Handtasche geraubt hatte. Der Räuber entpuppte sich auf der Polizei als der 42iähr. Oberzollfekretär Kurt Petzold aus dem Stadtteil Sachsenhausen Dis heute sind dem Zollsekretär etwa 25 solcher lieber- fälle nachgewiesen worden. Ilm bie lieber- fälle ausführen zu Banen, Neidete sich Petzold in seiner Gartenhütte al» Straßen stromer um. ging dann in die stillen Straßen des WestendS und Sachsenhausens und lauerte hier alleingehenden Damen auf. Da in den letzten Wochen eine erhebliche Zahl der lieberfälle zur Anzeige kamen, dürften auf Petzold- Konto wohl mxß mehr Missetaten, als bis jetzt festgestellt wurden, kommen. Petzold halt« erst in der Dongen Wcxch» feine Prüfung al» Oberzollfekretär bestanden. Was ihn zu diesen Straßrnräubrreien veranlasst hat. konnte mit Sicherheit noch nicht ermittelt werden. Auffallend war nur. daß der Mann erhebllch über seine Verbal kniffe lebte. — Der Magistrat hat sich jetzt mit Rücklicht auf die gesteigerten Derkehrsverhältnisfe dafür enttchie- den. Daß der Teubau der Alten Brücke sofort in einer Breite von 19 Metern ausgeführt wird. Die für den Bau benötigte Summe von 1 385 000 Mark soll in den nächstjährigen Haushaltsplan eingestellt werden, ein Drittel davon soll der Staat übernehmen. Der Magistrat bewilligte zur Gewährung von Sonderzula- gen an Erwerbslose. Kurz- und Tot' fiandSarbeiter bie Summe von 100 000 Mk Turnen, Sport und Spiel. Tnrngau Hessen (D. T.) — Aus dem 5. Bezirk. zi Friedberg. 16 Dez. 3n dem Heim der hiesigen Turngemernde < anb am Sonntag die zweite dieSwinteriiche Bezirk»- Vorturnerstunde unter Leitung be»Bezirks- tumtoart» Hartmann (Tab-Taubeim) statt Die Turnstunde war recht gut besucht. Tur bvei von den 25 Bezirksvereinen waren nich! durch Vorturner vertreten. Durchgeturnt und eingehend besprochen wurden die Freiübungen für das ®au' turnsest In Friedberg und das KreiSturn- f e ft in Gießen, ferner die Wettübungen für da» DezirkSgeräteturnen. das am 22 Februar 1925 in Bad-Rauheim stattfindet. Gleichzeitig fand eine Tagung der Vorsitzenden bei Bezirk-Vereine unter dem Vorsitz des Dezirksvertreters Studienrat Schuchmann (Friedberg) statt. Der Bezirk-Vertreter gab aus' führlichen Bericht über die Tätigkeit des Bezirks, mahnte zur pünktlichen Einsendung der Bestands erhebung und zur fleißigen Beschickung der Gau' und IteahtePcranftaUungen im kommenden 3ahr und gab einen lieberblick über den Stand brr 3ugenbbetoeaung. Die Aussprache über den letzten Punkt zeigte, wie sehr nötig die Psleae he» turnerischen Geisteslebens allerorten ist. besonder» unter der 3ugenb muß der alte 3 ahnsche Geist wieder lebendig werden. Die Jugendbewegung ist bi» jetzt im Bezirk noch in den allerersten Anfängen, nur die Tum- gemeinde Friedberg hat auf dem Gebiet mit größerem Erfolge gearbeitet. Auch In den anderen Vereinen soll bie Arbeit angenommen werden. Wo sich ein rechter Führer findet, da wird bte 3ugend gern mittun. Da» ® a u - jugendtreffen. ba» kommende» 3ahr erst malig veranstaltet wird, unb zwar inMünzen- berg, sott von allen Be »i r k» v e r e i n en beschickt werden. Es wird sicherlich viel Anregung bieten. Der BezirkSpressewart. Oßtoalb (Tab-Taubelm), sprach über „Turnen und Prelle" unb regte dann die Gründung von Verein« a r ch i v e n an, in denen für spätere Geschlechter alles aufbewahrt werden muß. was für die Geschichte des Verein», des Bezirks und des Gaues von Bedeutung ist. Der Turnstunde unb ber Dorsitzendentagung schloß sich bann in feier sicher Handlung bie Ehrung be» 1. Be Air r»tumtoart» Fritz Hartmann an der in diesem 3ahre auf eine 2 5 iährige un unterbrochene Tätigkeit al« Bezirk» turn wart za- rückblicken tonnte. Gelegentlich des Bezirksturnens in Muschenheim wurde dem 3ubilar bereit» eine Urkunde de» Bezirk- überreicht, der sich damals schon eine wettere Ehrung oorbehielt. Sie erfolgte am Sonntag. Studienrat Schuchmann feierte in herzlicher Ansprache die Verdienste des seltenen Mannes, der in großer Selbstlosigkeit unb Uneigennützigkeit sein Leben ganz in den Dienst der deutschen Turnsachc gestellt habe. 3m Tarnen des Bezirks überreichte der Bezirksvertreter bem 3ubtlar ein wertvolles Geschenk al« äußeres Zeichen be» Dankes. Zahlreiche BezirkSvereine ließen es sich nicht nehmen, sich ihrem verehrten Bezirksturnwart außerbem noch durch besondere Ausmerllamkeiten in Form von Geschenken erkenntlich zu zeigen. Der Teyrtoturntoart, völlig überrascht von ber ihm gewordenen Ehrung, dankte in schlichten Worten, die weitere treue Mitarbeit am großen Werke ber Deutschen Turnerschaft zu- sagten. Die Feier, an der alle Vorsitzenden unk Vorturner eiranütlg teilnaßmen, wurde verschön', durch einige wirkungsvolle GesangSvorträge bei GesangSabteilung der Turngemeinbe Friedberg. Schönstes Weihnachtsgeschenk: Elegante Schreibtisch-Uhren Gutes Gehwerk in Elchenholzßehauee. dunkelbraun gebeizt, pro Stück M. &80, mit zweijährigem Garantieschein. K.Schmiedeknecht Abt. BureeobedaiT rodwlgaplaf 4 Kein Laden titjtinnfl non SojulHItiniitilij Btih flkin$flail(r[l(iiifn. Zur Unterhaltung bet Kreisstraßen hn Jahre 1925 sollen 3750 chm Kleinschlag zum Einwalzen unb 5550 Tonnen Kleinpflastersteine zur Herstellung von Kleinpfiaster öffentlich vergeben werden. 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On unserer empfindlich gewordenen Zeit darf für das Geschenk nicht mehr gelt n: „Ich gebe, weil du gegeben hast", ebensowenig wie: . Gib, dann werde auch ich dir geben". 5o batten in kindlicher Roheit die Menschen einst gedacht, hatten sogar. Gegengabe erwartend und sordernd, der Gottheit ihre Geschenke dar- gebracht. Soweit wir und aber auch von ihrer Gesinnung entfernt haben, die Opfer, die sie entzündet, können uns doch ein Symbol dessen sein, was wir erstreben. Wir sehen sie vor uns, jene lodernden Opferflammen, die himmelwärts ziehenden Rauchwolken! And um Flammen der Li.be. dein Rauch vergleichbare, aufwärtsstrebende Sehnsucht hat es sich bei dem wahren Geschenk zu handeln, und die eigene Persönltchk.üt in ihren AeuHerungen, ihren Leistungen ist'S, die sich hier dem zu Beschenkenden opfernd darbietet. Von den paar VerSchen, die der Mund des Kindes vor den Eltern stammelt, den Tönen, die die noch ungelenken Finger des Kleinen dem Instrument enllocken bis zur selbständigen reifen Produktton — einem Gedichte, einem Buche, einem Bilde uff. — was kann in diesem Sinn nicht alles Gegenstand eines Geschenks sein! Ruch tu dem Sammeln, dem Aufsuchen liegt eigen« Leistung: „Das Schönste sucht er auf den Fluren, womit er seine Liebe schmückt." Ebenso im Widmen von Zeit, einem sinnigen Rate, einem verzeihenden Händedrucke einem verstehenden Blicke, darin, das) man die Freude des Aeberbringerrs einer guten Botschaft dem anderen abtritt, oder dah man den anderen bittet, etwas zu tun. von dem man ahnt, dah er es gern täte, sich aber dazu nicht entschlichen könne, weil er unserer D l- ligung nicht sicher zu sein meint — in all dem kann der Charak.er eines wahren Geschenks liegen. Auch ist der Zeitpunkt ?.neS Geschenks für seinen Wert von Bed.'utung. und eS da s nicht als psltchtmähige Revanche erscheinen. Auch dem Sch. nken an üblichen Festtag n wird leicht etwas Konventionell S anhaften: dagegen den Moment heraussinden. wo gerade dieses oder jenes erfteuen würde — darin liegt eigene Leistung! ES macht auch nichts, wenn den Amstän» den Rechnung ttagend, ein paar Blumen einmal nicht selbst gepflückt, oder ein paar Früchte nicht im eigenen Garten grohgezogen, sondern gekauft werden. Solches braucht durchaus nicht aus dem Rahmen des wahren Geschenkes zu fallen. ES muh nur hinter der Vorstellung von des Gebers liebevoller Absicht der Geldwert zurückstehen, und je mehr das der Fall ist, ein um so vvllkommeres Geschenk wird es sein. So kann sogar eine Einladung zu einer gemeinschaftlichen Reise ttotz des gro- hen, möglicherweise in ihr liegenden Geldwertes ein Geschenk im besten Sinne sein. Natürlich nicht dann, wenn es sich für den Einladenden nur um einen bequemen willfährigen Begleiter handelt, sondern wenn er fteudig dazu bereit ist. von dem Gefährten Art und Wesen der Reise mitbestimmen zu lassen, so dah dieser froh überzeugt sein kann, dah seine Gegenwart dem Einlad enXm mit dem Aufgeben eines Teils seiner F e heil n'cht zu teuer erkauft erscheint. Auch die Trennung von einem liebgewordenen Gegenstand ttotz fernes etwaigen Marktwerts oder auch von einem kleinen mühsam zusammcngebrachten Sparpfennig, für den eine Aufmerks rmkeit erstanden wu'de, fällt in die Kategorie der wahren Geschenke. In dem lieblichen Märchen vom Ruhzweiglein liegt ein tiefer Sinn verborgen. Wünsche nach Perlen und E^e'steinen zu befriedigen, fällt dem Wohlhabend n leiht, dafür wird einfach Geld hingegeb.n. Das Verlangen des jüngsten Töchterleins, der Vater möge ihr auf seiner Reise ein Ruhzwciglein brechen, ist — so bescheiden cd aussicht — das viel schwerer wiegende, es bedingt eine persönliche Leistung, ein Opfer. Etwas von einem solchen muh in jedem wahren Geschenk enthalten sein. Aber sowohl dies von dem Empfangenden gewußt werden muh. da ja gerade dies ihm erst seinen Wert aufprägt, muh es durch die Freudigkeit, mit der eS dargebracht wird, seines EhnratterS als eines Opfers entkleidet scheinen, soll die beabsicb- ttgte Wirkung sich nicht in ihr Gegenteil verkehren. In einem Fall fteilich erfährt der Empfänger nichts von dem dargebrachten Opfer, und doch bleibt es ein Gesch nk in des Wortes höchster Bedeutung, wenn nicht nur der Schenkende, sondern das Geschenk selbst für den Empfänger ein Geheimnis bleibt Dem geliebten Freunde eine traurige Tatsache zu v r= heimlichen, indem man deren Folgen auf die eigenen Schultern lädt, das laullose Verzichten auf einen Wunsch, dessen Erfüllung den anderen betrüben könnte, ja ein unaudgeübteö Recht, das man ihm gegenüber hat. zu verschweigen und ihn so vor einer drückenden Last zu bewahren, ober ein Verzeihen, mit dem wir ihn umhüllen, ihn ahnungslos darüber lassend, dah wir um seine Schuld uns gegenüber wissen — das sind sicher Geschenke zartesten, überirdischen Duftes. — Die Ratur dieser Art, dieser wahren Art von Geschenken bringt eö mit sich, dah sie an keinen Stand und an kein Vermögen geknüpft sind, dah ganz ebenso der Untergebene seinen Vorgesetzten, der Arme den Reichen, wie umgekehrt dieser jenen beschenken, oder wie das Synonym sinnig ausdrückt, „bedenken" kann. Vor der Majestät des wahren Geschenks sind alle Menschen gleich. Und wenn nun bald die WcihnachtSgloäen läuten, seien unsere Seelen ganz besonders bereit, Geschenke solcher Art zu spenden. Kleine Kinder mögen da mit ihrem Iuael über Puppen und Pferde nach wie vor unser Herz erfreuen Für die Erwachsenen aber sei die Ge Innung das allein Entscheide de. In gegen» fettiger Liebe und liebevoll.m G.deirken auch derer, die nicht gerade mit ihnen sind, mogm sie sich um die brennenden Lichter des Christ- baumeS nerfammcln, diesem ho.den Symbol deS IubelworteS: Friede auf E den und den Menschen ein Wohlgefallen!" Und jener verheißene Friede wird auch in ihrem Herzen walten. Christbaumschmuck. Von Marie Reuter. Einen Christbaum herzurichten, so schön und gut man'S kann, ist sicher jeder Mutter sehnlichster Wunsch. Aber wie wenig wirklich schön geschmückte Weihnachtöbnume si ht man in den Hausern. Beim Anblick mancher ist man fast versucht auszurufen: „O. wie schrecllich!" Da sind von ziegelrotem, grellgclbem, blau m Glanzpapier lange Ketten (Oleje) g- schnilten, wovon der Baum förmlich umzogen L't o dah man eher an eine große bunte Papierpuppe, als an chcn grünen Szinnenbaum denk n m iß, und da,zu stecken die Lichier noch m ist sch ef in alten verbogenen Blechlichthaltern drin! Andere B nunc sah ich, die wollten woh' auch hierin zeigen „wer viel hat läßt viel h nv n“, da war's fast eine AuZ'cellurg von tounber» voll glitzernden, funkelnben GlaSfigurm und darüber gleich ehern Sprühregen, ehe Unmenge Gold- und Silberlametta, die herrlich grünen Tannenzweige aber s h man kaum vor all der Diamantwatte, die künstlichen Schnee darstellte! Wenn dann die vielen Lichter brannten hatte der Anblick dieses Kunstwerks etwas m rchmhaft Berückendes — aber es war kein Weihnachtsbaum von dem man sagen konnte: „Wi glänzt er festlich, li b und m.ibl“ — Roch anbre, bk waren über und über mit Zucker- und Schokolabensachen behängt. Marzivanschw.i:e. -Hübner, -S.örche. Ket en von Rosinen und Pflaum.n. zum großen Iubel der kleinen Sühmilulchen. denen natürlich ein solcher Baum am besten gefällt. Ab r sollen wir nicht den Gcschmack unsrer Kinder auch dadurch zu veredeln suchen, dah wir ihnen einen wirklich schön geschmückten Weihnachtsbaum bescheren? Die fangen wir das an? Beim Einkauf wollen wir loenigcr auf die Größe des Baumes sehen, als darauf, daß er schön grün und frisch aussieht: und damit er'S auch bleibe, selbst in einem sehr warmen Zimmer und seine Radeln nicht so ba:b streuen, pflanzen wir ihn in einen Steintopf und drücken feuchten Sand hinein, ganz fest, bis oben voll, nur so viel Platz lassend, daß täglich ein kleiner Topf Wasser aufgegossen werden kann. Beim Schmücken machen wir es wie der Maler, der nach jedem Pinselstrich von seinem B.ld zu- rückttitt, um die Wirkung aus der Entfernung zu beurteilen. An die Spitze kommt ein großer goldener Stern, den wir uns selbst aus dem bekannten steifen „Knistergold" schneiden. Kleine rotwangige Aepfel, an dünne, schwarze Fädchen gebunden, dienen dazu, die Aeste gleichmäßig etwas herunterzuziehen. Wo Kn- oer sind, ist's angebracht, einige niedliche Zucker- oder Marzipansächelchen an^ubangen. Sonst aber machen sich schwebende Englein (man bekommt sie in Vereinsbuchhandlungen in größter Auswahl) und transparente Sterne am hübschesten zwischen den dunkelgrünen Zweigen. Einige feine Gold- oder Silberfäden, als Sttahlen von dem obersten Stern ausgehend, vollenden den einfachen Schmuck. Zuletzt werden die Lichter angebracht. Wir wollen den Baum damit nicht üb.rladen, doch find sie ja das beste und sinnreichst.' an ihm, darum nicht gerade hiermit sparen. Und ganz regelmäßig werden sie angebracht, damit jedes Flammchen möglichst gleichmäßig weit von dem andern entfernt erstrahlt. Aber wie befestigen wir die Lichter? Rur nicht in allen, unschönen Blechiichthaltern! Ein altes, aber leider sehr wenig bekanntes Rezept sollte diesmal in jeder Familie versucht toerben, cd wird sicher jedem gefallen, wegen seiner Einfachheit, Sicherheit und darum, well die Lichter audfeben, als wüchsen sie direkt aus dem Baum heraus. Die Spiye einer Scecknadel (Stahlstecknadeln sind die besten) wird in einem mehrfach zu- jammengcl gten Pavierstückchen mit Daumen und Zeigefinger gefaßt, dasSteckn-adelköpfchen über ein- Lampe oder in die Lichtflamme gehalten, bis cd glühend ist. Dann fassen wir mit der linken Hand das Weihnachtslicht, drücken schnell das glühende Köpfchen unten hinein und halten die Radel noch einige Sekunden, bis das Stearin erkaltet ist und die Radel fest und gerade darin steckt. (Ratür- lich machen wir diese Arbeit nicht erst am Weihnachtsabend, sondern schon am Tage vorher.) Diese Stecknadellichtlein werden nun mit der rechten Hand unten ungefaßt, die linke hält die Stelle des Astes, wo das Licht hinein soll, fest und vorsichtig und vor allem gerade, damit die Stecknadel nicht verbvgen wird, stechen wir die Spitze in den harten Kem des Astes hinein: dies sieht weit hübscher aus, als die bunten Lichthalter und vor allem — es kostet nichts! Weihnachtssühigkeiten. Don Clara P r i e ß, Lübeck. Allmählich wagen sich die alten guten Rezepte der Wcihnachlsbäckereien wieder hervor, nachdem der ..Ersah" unD seine pietätlosen Dürftigkeiten jchrelrng bei unfern Weibnachtsfeiern fühlbar gewesen sind. Doch ist gerade aut diesem Gebiete die Tradition so stark und lebendig, daß wir nicht zu fürchten brauchen, hier dauernd wesentliches einzubüßen. Fast jede Gegend Deutschlands hat ihr Weihnachtsgebäck, ihre besonderen Weihnachtsleckerbissen, die jetzt vielfach im großen hergestellt und weit verschickt werden. Wenn wir im Osten des Vaterlandes ansangen, so liefert Königsberg seinen bekannten Marzipan, der sich von dem ebenso berühmten Lübecker Erzeugnis durch den Früchtebelag unterscheidet. Das politisch verlorene Westpreuhen gibt die Thorner Katharinchen, deren Rezept aus der Zett der Ordensritter stammt. Pommern hat seinen Stettiner Baumkuchen und die Stolper Pfeffernüsse. Vieles und Gutes wird in Schlesien g-backen die berühmten Liegniher Bomben. Iauersche Bienenkörbe, Warmbrunner Gebäck und Warmbrunner Waffeln. Glvgauer Zuckerzeug. Grünberger Karamellen und die schönen Breslauer Pfesterkuchen, nicht zu vergessen den berühmten schlesischen Streuselkuchen Brandenburo bringt Gotibufct Baumkuchen. EderSwalder uni Kalauer Spritzkuchen. Potsdam bat altbekanntes seines (Scbud. und >-nch in Groß-Berlin behaupten sich einheimische Tradstionen, obgleich dort natürlich der süß? S? n au-3 dem ganzen Reich zu kaufen ist. 3m Vord Deutschlands sind die Emdener Honigkuchen und Mecklenburger Psesternüsse beliebt, nn back lustig en Mitteldeutschland die Saliwedeier Baumkuchen und die Magdeburger Kranzkuchen. Weiter nach Sübat gibt# Frankfurter Brent en. vor allem die weltberühmten Rürnberger Lebkuchen Dann Heidel- berger Waffeln. Fteibu aer Brezeln und in Schwaben bad Hutzelbroi und die Springerlc in ihren feinen Formen. D.tc- Rheinland bat einige Spezialitäten aus Ho'I' - . rnommen, Io die Mvt'pen und die am Wloiaustag so beliebten Pfefferkuchenmänner- und Frauen Berühmt sind auch die 2laebener Printen, von denen die Sage geht, daß ihr Teig sieben Jahre lang nngerülxrt stehen müsse, und Mairdelsvelul.niuv in unzähligen verschiedene.> Formen. Sachi.n bat als Spezialität die köstlichen Weihnachtsstollen, die in vielerlei Größen und Preisen weit verschickt werden. Biele dieser Gebäckarten und Formen Haber, eine interessante, alte Geschichte. Manches stammt noch ald altgermanischer Zeit, als man anflng, wertvolle Opfer und Totengaben durch „Gebild- brot" sinnbildlich abzulösen. So ist die Brezel dieRachbilduna eines Armring - g wesen Brazel heißt im althochdeutschen Armspange. Im AnS- bachschen bekommt noch heute jedes Kind zu Weihnachten zwei weiße, mit buntem Zucker- guß bemalte Lebkuchen, den „Reiter" und bl( .Spinnerin". Der Reiter ist Wotan, die Spinnerin Fron Holle. Sehr merkwürdig sind bh weiten Wanderungen und zum Teil noch unerklärten Zusammenhänge dieser uralten Gebäckformen. So fand ich auf einer Ausstellung schwedischer Volkskunst in Stockholm dasselbe Weihnachtsgebäck, daS in meiner rheinischen Heimat als .Reujährchen" am Jahresanfang gebacken wird. Eine vielfach verbreitete Form, bei der der Teig zu Zöpfen geflochten wird, soll ihren Ursprung darin haben, daß man das Opfer des eigenen Haares an die Gottheit durch derartiges Backwerk ablöste. Der Marzipan hat seinen Ramen vom heiligen Markus, und war als .Brot des Markus" im Mittelalter zuerst als Hell- mittel hoch geschäht. So läßt und der Gedanke an unsere Weihnachtssäßlgketten weite Ausblicke tun, örtlich und zeitlich Wir sehen, wie tret unser Volk hier alled ileberlicferte bewahrt hat Möchten friedliche Weihnachtsfeiern in Zukunst weiter dies alles bewahren und Haud und Kindern GuteS spenden. Praktische Ratschläge. Pfefferkuchen. Don Marie Reuter. Wad hat das Wort doch für einen Klang I — Dor unserem Geiste taucht der helle Lichterbaum auf mit all den Tellern darunter, auf denen als bestes Stück der große Pfefferkuchen mit den Mandelsternen verziert prangt. Den muß jede Hausfrau selbst vorzüglich backen können, well er doch ein Hauptbestandteil des WeihnachtssesteS ist. Er müßte eigentlich im Hause immer vorrätig sein, denn kein anderer Kuchen hält sich so gut. ist so gesund, so wohlschmeckend und wohlfeil. — Wir backen ihn zweimal im Jahre: Einige Wochen vor Wechnachten. der dann 6Id Ost-rn reicht, und zu Ostern, der wieder bid zum Winter vorhalten muß. Frisch gebacken ist er nicht so locker und schön, darum muß man ihn schon ein bis zwei Wochen vor dem Fest fertig haben. Es gibt verschiedene gute Rezepte, — dies ist eins, wonach ich schon seit vielen Jahren backe, weil d r Kuchen Immer gut gerät und sich vorzüglich hält. Die Bestandteile sind: 2 Pfund Kunsthonig oder echten. 1 Pfund Zucker. 3 Pfund Weizenmehl, 1 4 Pfund süße oder 6—10 bittere Mandeln. 2 Lös el voll feingestohener Pommeranzen- schale 1 Lössel gestoßene Kreidenelken. 1 bid 2 Löffel Zimt, klein wenig geriebener Ingwer, 4 Eier, 4 Teelöffel Potta'che, 2 Teelöffel Hirschhornsalz (beides in 1 Löffel lauwarmen Wasser ausgelöst). Ein Pfund Mehl behält man zum Kneten zurück, äleber das übrige Mehl und die Gewürze wird der aufgekochte Honig und Zucker gebrüht. Ist die Masse etwas abgekühlt, kommt das übrige Mehl. Pottasche. Hirschhornsalz, Eier dcnu, wird V, Stunde geknetet, einen Tag stehen gelassen, bann fingerdick ausgerollt und bei mäßiger Hitze gebacken. Ratürlich kann man von demselben Teig auch Pfeffernüsse machen, die. „(Es sei denn, dah ihr werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen." Don E. Dertini. Ich sah unser junges Kätzlein mitten im Restchen voller Küken sitzen. Es scharrte mit blauen urschulds. ollen Kin^eräugen in das Gewimmel und duldete, daß die kleinen Tierchen spielend nach ihm hackten. — Ich hörte unser jüngstes Kind sagen zu jemand, der unverständlichen Handlungen eines anderen häßliche Beweggründe unterlegte: „Müßt doch nicht gleich das Schlechteste denken." — Dl.se und andere ähnliche Erlebnisse reihten sich aneinander und tauchten ein vorher verschlossenes Gebiet in helles Licht. Die Augen taten sich mir auf, und ich wußte nun, warum es heißt: „So ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet üjr nicht in das Himmelreich kommen." — In jungen G schöpfen — Kindern sowie Tieren — liegt noch die ganze Harmlosigkeit und Arglosigkeit des Paradieses offen zutage, leuchtend, unverborgen. Andeven trauen sie nichts Böses zu. weil sie selbst nodj unberührt sind von dem Gifte, das uns Aeltere olle durchsetzt: Dem Bösen. dem Gemeinen. Ihr Denken, ihr Handeln ist rein, vertrauensvoll, in andern auch nur Gutes vermutend: was wissen sie. die lieblich Himme'srahen, von Sünde? Darum können nur sie. die wie Kinder empfinden, ins Himmelreich kommen. Was aber bedeutet dies Wort „Himmelreich"? Ist es nicht das Land, von dem es im Psalm 85 heißt: Güte und Treue werden einander begegnen — und von dem Irsaias sagt: Die Wölfe werden bei den Lämmern wohnen und die Pardel bei den Bojen liegen; ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Bären miteinander treiben. — Es ist das Land der völligen Sünd- und Arglosigle t, der Reinhnt. des Vertrauens. Hierher Jörnen nur d e gelangen — es ist ja gar n djt anders möglich — die ihr? Seelen, wie es im Br cfe Petri so tief und schön he ht, „keusch gemacht" haben. In dem Ausdruck liegt nicht nur das F e machen der Seel: von S nnen- lust. sondern viel tiefe- und um allender will der Begriff verstanden werden. Seine Seele keusch machen bedeutet- sie e.nv'i.d.ich machen iü: alle Reizungen 3um Dösen, keine Schadenfreude haben, keinen Gefallen an der Bloh tellung anderer: sondern von innerstem Herzensgrund aus versuchen. alles zum Besten zu kehren, dem andern zu der Befriedigung und Genagtung verhelfen, die man fürs eigene Ich erstrebt. Reinheit der Gesinnung hat tiefsten älrsprung und strahtt hinein in alle Lebensäußerungen, in die Beurteilung andrer Menschen, ihrer Lebensschtcksale und ihren Anscha ungen, man kann fie geradezu kindliche Gesinnung nennen. Wer wo finden w r sie? Bei wievielen Menschen treffen wir s e an? Wer ist f-ei von Haß. Reid. Schee s cht. S ta enfroude. üiler Rach ebe, unfreund icher Beutte .ung andrer, w s en Herz ist getaucht in den Jungbrunnen kind icher Reinheit? Da w.rd so oft gemurrt, dah bi“ Welt so schlecht ist und das H mmelreich nicht kommen will. Aber ßnd to t selber nicht schuld daran, weil wir bad Himmelreich nicht in unseren eigenem Herzen tragen? .Werdet wie die Kinder- — so heißt die Forderung. Wenn wir doch Ernst damit machen wollten, alles Hämische. Mißgünstige, alle Lust an kleinlichen Bosheiten Sticheleien, Eitelleitstriumphen, schadenfrohen Empfindungen in uns auszumerzen — ach. daß wir unsere Seelen keusch machten! Bei dem Blick in junge Kinderaugen. Kinder- herzen, wie s c uns gerade in der Weihnachtszeit im Paradiesesglan-e entgegen leuch.en, steigt auch in uns ein Sehnen nach der Klarheit, Reinheit. llnschuld ihres Himmelreichs in uns auf. Lassen wir diese Sehnsucht stark und mächtig emporwachsen. dann werden jene bölen, dämonischen Stimmen in unserem Innern immer mehr verstummen, und auch in unsre Seelen wird von ferne ein Glan; jenes Himmelreichs fallen, das jenen gehört, die „wie die Kinder" geworden sind. Ein geschmackvolles Weihnachtsgeschenk. Erfahrungsgemäß sind die Geschenke sehr willkommen, die der Deguemlichkeit des Empfängers dienen. Was aber vermag dieser mehr zu nützen, als ein weiches, molliged Kissen? Dick unb prall mit Pslan endaunen ge'üHt, stützt es hier in Quadrat scher, länglich-vie'eckiger, oraler oder runder Form den müden Rücken. Dort wieder ist es a's Stuhlk ff en äußerst willkommen. Beim M t'.azssch'äfchen bietet es a's Schlummerrolle für den Racken und, mit Wachstuch oder Sackleinen auf der Hnterfeite abgefüttert, ein molliged Fußttssen für die fleißige Hausfrau am Rähtisch. Zum Stricken. Sticken ober Häkeln des Bezuges ha', die Haus- oder berufstätige Frau ober Tochter nur wenig Zeit. Da bietet sich ihr in der noch immer seh: modernen Batik« arbeit e ne ausgezeichnete Gelegenheit zur farbigen Musterung vorhandener Stoffe. IedeS waschbare Gewebe Ressel, Leinen, Barchent. Rips, altes, noch derbes Tischzeug, glatte, ungemusterte Bettbezüge und na'.ürltch auch noch vorhandene h-llfardige Seide, ist zu verwenden. Entweder werden die aogepaßten Stücke dazu regelmäßig ober völlig regellos mit Bast, dünnem Bindfaden oder drelliertem Baumwollgarn zu Püfschen und Bauschungen abgebunden oder in gleichmäh ge Fallen geleq1, an bestimmten Stellen ebenfalls fest abgeschnürt. Run taucht man die drei sreigebl ebenen Stoff alten in verschiedenfarbige he ße Lösung en von Eitorol (Drogerie). daraus ba * -anze Stück in leicht gedauertes Es igwa ser und drückt es nchglichst troden heraus. Will man noch e nzelne dunkle Abern auf den in lebhafte Farben getauchten, abgebundsven Stellen erzielen, so umwindet man sie nochntals. ehe man die alte Bindung auf löst, gefällig in Falten geordnet von neuem in versch ebenen Ab ständen mit Schnur und taucht die umwickelten Stücke in dunkelfarbige Cttoeollösungen, wie Braun. Dunkelgrün. Blau. Lila oder Schwarz. Don allen Schnüren befreit, findet man die ein »einen K flcnbe-üge höchst farbenreich ae* mustert man kann sich bei der Wnhl der Farben natürlich auch nach der Zimmereinrrchtuna richten. Die gebatikten Sachen sind balbfeucht von links zu bügeln. wenn sie gleich nach dem Backen in eine feH schließende Blechbüchse getan werden, lange halten und knusperig bleiben. Für die Kinder allerlei Figuren: Männer, Hasen, Kränzlein, Herzen usw. ausgestochen, nach dem Backen mit verschiedenfarbigem, weißem, rotem, braunem Zuckerguß verziert, sieht reizend aus, ist der beste Baumschmuck und das gesundeste Konfekt für die Kleinen. Braun wird der Zuckerguß mit Kakao, rot mit Kirschsaft oder Limonadenfarbe gefärbt. Die Figuren verziert man am besten erst vor Weihnachten, indem man den Zuckerguß in eine kleine Papierdüte gießt, die Spitze unten abkneift, oben leise drückt und so Blumen, Zacken und Namen schreiben kann. Billiges Spielzeug. Aus alten Konservenbüchsen lassen sich mit leichter Mühe Sandförmchen, kleine Schippen, Reibeisen für die Puppenküche u. a. herstellen. Man braucht dazu eine feste Schere, die Blech schneidet, und eine kleine Zange, die unter dem Ramen „Modistenzange" in größeren Eisenhandlungen zu haben ist. Mit dieser kann man die Ränder des Blechs so umbiegen und festdrücken, daß völlig glatte Außenkanten entstehen, an denen sich die Kinder nicht verletzen können. — Sandförmchen können z. B. aus Büchsendeckeln leicht angefertigt werden. Man schneidet eine kreisrunde Scheibe und „kurbelt" den Rand mittels der Modistenzange rundum so, daß eine Rapfkuchensorm entsteht. — Für das Reibeisen schneidet man ein Rechteck, legt die Außenkanten in der beschriebenen Weise um, klopft dann mit Nagel und Hammer aus nachgiebiger Unterlage die Löcher, welche die Reibfläche bilden und gibt dem Reibeisen zuletzt die gewünschte Wölbung. Wirtschaft. • Der Börsenverkehr in Frankfurt. — 1925 ebenfalls Samstagbörse. Der Frankfurter Dörsenvorstand teilt mit, daß am Mittwoch, 24. Dezember, und vom 1. Januar 1925 ab an allen Samstagen die Dorsenräume von 11 bis 1 -Wjt geöffnet sind. Amtlicher Börsenverkehr f.ndet von HVt bis 12 Uhr statt. Einheitskurse werden um 12 Uhr notiert. Amtlicher Rachbörsenverkehr findet von 12 biS 12»/* Uhr statt. • Wieders retgabe der Hafer- Ausfuhr. Wie die „Berliner Börfenzeitung" erfährt, hat das Ernährungsministerium beschlossen. vielfachen Anregungen aus Kreisen der Erzeuger und des Handels folgend, die Haferausfuhr wieder zu gestatten. Allerdings soll es sich dabei nur um kleinere Mengen handeln, für die die bekannten Unbedenklichkeitsvermerke tote vordem ausgestellt werden müssen. Der einzelnen Firma soll die Erlaubnis erteilt werden, mäßige Quantitäten, wie etwa Seglerladungen bis zur Höhe von 150 bis 2ud Tonnen, nach dem Auslande abzuschliehen und zu exportieren. Ob sich bei den teilweise mangelhaften Qualitäten des deutschen Hafers genügend brauchbare Ware finden wird, wie sie das Ausland begehrt, bleibt abzuwarlen. • Philipp Holzmann A G., Frankfurt. Die G. B. genehmigte die bekannte Gold- b,ilanz und die Umstellung von 300 Mill. Mk. auf 20 Mill. Rm. Stamm und 90 000 Vorzugsaktien Trotz der stark hindernden Witterung war der Auftragsbestand des laufenden Jahres doch so, ^bah ein günstiges Ergebnis zu erwarten ist. Wegen des Geldmangels ist die Lage am Dau- 'r markt nicht sehr günstig. Mit dem Ausland steht die Gesellschaft in aussichtsreichen Verhandlungen. Von Dauflächen habe man nur wenig abgestohen, da bei der geringen Kauflust die Preise zu schlecht seien. * Rückzahlungen des Bankhauses P. u. E. deReufville, Frankfurt a. M. Dem Bankhaus P. u. E. de Reufville, Frankfurt a. M. ist es in schwerer Arbeit gelungen, nunmehr seine sämtlichen Verpflichtungen restlos abzutragen. Nachdem bereits im August d. Zs. die Firma in der Lage war, die mit 1,2 Mill. Gm. in Anspruch genommene Stühungshllfe Frankfurter Finanzkreise zurückzuzahlen, hat sie jetzt auch den Rest zweitrangiger Forderungen (es handelt sich dabei um die 50proz. der älteren Verpflichtungen, die hinter den Stützungs- gebern zurücktreten mußten) voll zur Auszahlung gebracht. Darüber hinaus dürfte der Firma aus den Aktiven noch ein gewisser Llebertschuh verblieben sein. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß das Bankhaus, das zunächst in der alten Form erhalten bleibt, seine Aktivität wiedergewinnen wird. * Deutsche Wald» und Holzindustrie-A.-G., München. Das Aktienkapital von 305 Mill. Pm. soll auf 100 000 Gm. bei alsbaldiger Wiedererhöhung auf 950 000 Gm. umgestellt werden. Frankfurter Dbendbvrse. Frankfurt a. M., 16. Dez. Die im Schlußverlaufe der heutigen Mittagsbörse her- borgetretene lebhafte Raufbewegung für Montan- und Elektrowerte übertrug sich auch auf den Abendverkehr, der fest eröffnete und im allgemeinen neue Steigerungen für die führenden Werte dieser Gebiete aufwies. 3m Vordergründe stand wieder der Montanmarkt, der sein festes Aussehen beibehielt. Am Elektromarkt wurden namentlich Felten lebhafter umgesetzt, wobei das Papier weiter ansehnlich anziehen konnte. Auch AEG. gingen höher. Der Chemiemarkt trat etwas in den Hintergrund und nur vereinzelt kam es zu leichten Kursbesserungen. Ruhiger, aber fest verkehrte der Bankaktienmarkt. Die sdnstigen Industriepapiere wiesen nur geringe Veränderungen auf. Am Rentenmarkt konnten sich nennenswerte Umsätze nicht entwickeln. Deutsche Anleihen lagen weiter lustlos mit Reigung zur Schwäche. Die Börse schloß bei lebhaftem Geschäft in fester Haltung. Deutsche Anleihen: Kriegsanleihe 0 815, 5proz. Preußische Schätze 0,320. Bankaktien: Adca 2,9, Kommerzbank 6,2, Darmstädter Dank 12, Deutsche Bank 10,7, Diskontogesellschaft 16,35 Dresdener Bank 8,4, Mitteldeutsche Kreditbank 1,8, Oesterreich sche Kreditaktien 9,5, Reichsbank 63,75, Rheinische Kreditbank 3. Montanaktien: Buderus 16.4, Deutsch-Luxemburg 85,5, Gelsenkirchen, 89,25, Klöcknerwerke 62, Otavi-Minen 25,75—26,60, Rheinische Braunkohlen 40.50, Rom- bacher Hütte 28,90, Kali Aschersleben 14. Chemische Aktien: Badische Anilin 27,30, Scheideanstalt 20,40, Elberfelder Farben 24,10, Th. Goldschmidt 19,10, Höchster Farbwerke 21,23 bis 24,25. Elektrowerte: Akkumulatoren 49,50, AEG. 10,90. Licht und Kraft 7,70, Felten 32—31,50, Reininger 2.50. Transportwerte: Rordd. Lloyd 3,60, Schantungbahn 3,20. Sonstige Industrie- werte: Kleyer 2.60, Daimler 3,60, Aschaffenburger Zellstoff 24,90-25. Zement Heidelberg 24, Holzmann 4,90, Bingwerke 3,35, Gebr. Iung- hans 12. Rheinmetall 8,90, Badischer Zucker 3,40, Frankenthalzucker 4,48, Zolktürken 10. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (9n Billionen Mark auSardrstctt Vuenos-Btre», London. Neu» hort. 9npan, Rio de Janeiro für eine Linbeit, Wien and vudaprst für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Linhrtlen.) Telegraphische Auszahlung. 15. Dezbr. 16 De; c. Repark. Amtliche Di Otter uni 1,608 t,47.. fc,27 13.38 „ -I- ■ 1o9,71 20,j1 63,63 .36 1b,b2 10,59 1b,13 19,75 4,205 12,6, 11,44 19.47 r.93 »,70b 6,73 1,627 3,173 1,612 1,460 dL8 20^)2 5>a n in 16j,19 20,.1 63,42 13j>2 115,04 10,55 18, 9 13.68 4,195 12. 9 61,21 4-9, 3 8,9'17 7.69 8,705 1,62 2,025 1,-01 1,478 6,26 19.83 otee. .69,61 iü.j. 63,5' 73,70 11-,8.- 10,59 1t,13 19,74 4,205 12,65 61,41 ‘9 17 8,927 12,73 6,72 1,624 9,13 1,612 C.480 6.27 19.92 "Oli voll voll voll 101. L Oli von voll voll voll LOb uoü vofl voll voll voll von von vou uoli oll Voll Voll Voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll .Wil voll voll voll Ffrnn 1R. Dezbr. (VfPi | 0*r*-> Revavt. Amerikanische Roke» ..... VftfllfdK Roten Dänische Roien Englische Noten........ Frainöstsche Note« ...... Holländische Noten...... yLitltnifdie Roten ...... Rorwcgische Noten...... Deutsch Lesserr , i 100 Aronas Rumänische Roien ...... Schwedische Roien ...... Schweizer Roien ....... Svanische Roten..... . Tschechoslowakische Noten ., Ungarische. Roten..... 4,17 20,78 19,635 12, 6 118,76 Io,09 63,24 5,836 112,77 81.1 i 68.7 1k,67 5,69 4,195 $0,9? 19.736 12.68 -.69,62 16,19 68.5; 6,«05 113,33 61,53 f 9,05 12,73 6,71 rpfi roll Vofl toll doll doll voll doll voll voll voll voll voll Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger'.) Berlin, 16. Dez. Die feste Haltung der gestrigen Abendbörse übertrug sich für Montanaktien auch auf den heutigen Verkehr, wenngleich die gestrigen Kurssteigerungen heute die Spekulation teilweise zu Gewinnabgaben veranlaßten. Bemerkenswert bei der Bewegung ist, daß sie sich lediglich auf Montanwerte beschränkt, und weiterhin auf die westlichen. Man wird darum nicht fehlgehen, wenn man sie in erster Linie auf Käufe des Auslandes in Verbindung mit dem internationalen Zusammenschluß in der Eisenindustrie zurückführl. Die hiesige Spekulation leistet hierbei lediglich Gefolgschaft. Wie bereits erwähnt, liegen die übrigen Märkte durchaus ruhig und teilweise sogar lustlos. Lediglich am Elektromarkt zeigte sich weiter etwas Interesse für Werte der Rhein - ®Ebe- Union, für die ebenfalls Auslandskäufe zu beobachten sind. Am heimischenDente n markt hat das niedrige Kursniveau wieder einige Käufer herangezogen. Der Geldmarkt blieb unverändert leicht, tägliches Geld ist zu 0,3 pro Mille reichlich angeboten, Monatsgeld ist zu 10 Prozent pro Iahr zu haben. Der Devisenmarkt lag unverändert- Rach Festsetzung der ersten Kurse kamen am Montanmarkt wieder Realisationen zustande, so daß die Kurse nachgaben. Auch heimische Renten waren später nachgebend. Börsenkurse. ftrnnffnrt i M. Berlin Schluß- fiur» Schluss. Abend» bö-se Schluß, ftut» Schlutzk. Mittagbörse .1’. - 15.11. 10 12. 6% Deutsche Retchgantetdr ü,8.7 0,61 ■ 0, 3 0,i>0- <% Deutsche Reichsanleihe — — 0,97 0.93 37',% Deutsche Vietchsanleib» 3% Deutsche Netch-ranleihe Deutsche Vvarpraunenanleihe 0,95 0,94 — w 1. 9 1,54 en *— C.48 0,45 4°/o Preußische KonlolS . . . — 1 07 1,05 ♦°o Hessen ......... — — 1,18 3'/»% Hessen .......... — — — 3°/0 Hessen........... — 1 1,13 Deutsche Vertb. Dollar-Ant — — 94.75 94 75 dto Doll -Schatz-Amreting. t9 20 89,1 <°l? Zolltüri'en| 10 | IC 9,9 10,13 6°,'o Äoldmerikanez ..... 1 ** — Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Privat-Bank 133 6,1 > 6,2 1 3,75 6,20 13*.25 6 13 Darmst. und Rattonalbauk 12 12 12,13 12,13 Dentiche Bank........ 10,7 11,75 11,75 Deutsche DerrmSbank .... 16,25 Diüconto iLommandii . . . 16,2 ’ 16,36 16,26 Metallbau!.......... Mitteldeutsche Creditbank. 18,20 1 8 1.80 1.8 Leste.reichische Creditanstatt 9,80 9,a 9,25 9,60 Westbani.......... **- 0,3 Bochumer Guß ....... 84 — 80 83.23 Buder.ch ............ 16,2 16,40 16,30 16,rO Caro ............. 10,50 10,75 Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. 89 85.- 89 2 83 87,50 84,50 83,50 Harvener Bergbau...... 115, 5 * .12,25 116.'0 Kaliwerke Aschersleben. . . . — 14 14 13 V.9 Kaltwerk Westeregeln. .... 18,5 — 18 30 17.7 > 6,4 Laurabutte......... . «MB W 6 4! L bervedarf...... • • . . 12.10 12,2 Phöni» Bergbau....... Ryeiunahl........... 53 -M. 52.90 62,75 50 ■ 4-3,75 49,75 Nie bell Montan ...... — —- 40,63 41,25 LelluS Bergbau...... . — — — —• Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... 3,30 3,6 25,4 3,4 25,3 3,60 Cberamische Werke Albt« . Zementwerk Heidelberg .. — •24 — Pbilipv Hvlzmann ...... 5 4,90 4,9 4,9 Anglo-Cont -Guano .... -w — 11,13 10 25 Badische Anilin........ 27,25 27,30 27,23 27,50 Cbcmische Mayer Alavtn . — —- Goldschmidt......... 19,35 19,1 18,90 19 20 Gries eimer Electron .... 2 *,50 •W. 23.40 23 02 Höchster F-arbwerke...... 24,1 24,25 .4.13 24,10 Holiverkoblung . . ..... — — Rütgerswerke ......... 18 10 - 18,25 17,76 Echeideaustait . ........ 20, ;0 20,40 — E- ANg. EiektrizitStS-Gesellschast 10,40 10,90 10,3 10,50 Bcraniann ....... 17 17 Mainkrattwerke ...... . — WB M— Cchullert............ 59 «* 8,90 60 CicmenS 4 Halske ...... •»*- •- Sb,5 7i Adlertverkc .lller-er ...... 2,70 26 2,60 2,60 Daimler Motoren. ...... 3.1 3,6 3 3 Hevligcnstacdt ....... —•» *— 8,2 8,1 »ranikurter Armaturen . , . Konservenfabrik Braun . . WM. WM- — MM 1 1 Metallgesett'chaft Frankfurt Pet Union A <8........ 16,2 **• 1.6 Schuhiabrlk Herz..... — •— 2,6 2,6 Sichel. .......... 2.8 <*- 2,8? 2.5 Zellsto's Waidbof..... , <— 10 10.2 Zuckerfabrik Frankemhak . - Zuckerfabrik Wagbänsel . . 4,48 4,48 3,40 - Zur Rvtiz: Die Berliner Wertpapierbörse notiert nach folgenden Grundsätzen: 1. für Aktien und An kecke, a) die noch nicht auf Goldmark umgestellt sind, in „Reichsmark für 100 Papiermart", b) die bere ts auf Gold* mark umgestellt sind, in „Reichsmark für 100 Goldmark"; 2. für festverzinsliche Werte, a) soweit fte nach der bisherigen Rot.erungsart über 15 Milliarden Prozent notierten, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) soweit sie bis 15 Milliarde Prozent nach der bisherigen Notierungsart notiert sind, in „Reichsmark für eine Million Papier* mark", c) 8—15 Prozent Reichsschatzanweisungea „K" von 1924 in „Reichsmark für eine Milliarde Papiermark"; 3 für die festverzinslichen wertbeständigen Anleihen, die bisher in „Mark für eine Gold- mark" notiert wurden, in „Reichsmark für 100 Godmark"; 4. für die Anleihen, die aus Dollar lauten, in Prozenten: 5. für die nach Sachwert verzinslichen Pfandbriefe und Schuldverschreibungen, die bisher in Billionen notiert wurden, in „Reichsmark". Rinddiehmarkt in Gießen. h. Gießen. 16. Dez. Der heutige Rindviehmarkt war mit 474 Stück Großvieh und 63 Kälbem beschickt. Der Handel war ziemlich flott, so daß keine Ueberstände blieben. Bezahlt wurden für Kühe 1. Qual. 450 bis 550 Mk., Kühe 2. Qual. 300 bis 450 Mk.. Schlachtkühe 120 bis 180 Mk., Kälber des Pfund 45 bis 50 Pf. Lebendgewicht. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, 16. Dez. (Drahtbericht des Gichener Anzeigers.) Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 23,75—23,10, Ro gen (inländ scher) 21—22,50, Sommergerste (für Doauzwecke) 24 bis 26,50, Hafer (inländischer) 17,50—21,75, MaiS (gelb) 21,50—22. Wetzenm^L (inlLnvftches, «Mt zral 0) 37,25—39,25, Roggenmehl 32.50-^5-0,' Weizenkleie 13—13,25, Roggenkleie 12,25—12,50. Tendenz: Fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 16. Dez. Der Produktenmarkt war fest. Die Rotierungen werden um 5 Mk. hoher geschätzt, auch Termine lagen fest. Es notierten je 1000 Kg.: Weizen (märk.) 220 bis 226. Roggen (märt) 218 bis 221, Gerste (märk.) 240 bis 265, Gerste (neue) 193 bis 207. Hafer (märk.) 175 bis 187. Hafer (fromm.) 165 bis 177, Mais (1000 Bln.) 210 bis 212. Raps 395 bis 400, Leinsaat 420 bis 425; für je 100 Kg.: Weizenmehl 30.00 bis 33.00. Roggenmehl 30.00 bis 33.00, Weizenkleie 14.60 bis 14.70, Roggenkleie 12.90 bis 13.00, Viktoriaerbfen 29.00 bis 32.00, kleine Erbsen 21.00 bis 22.00, Futtererbsen 19.00 bis 20.00, Peluschken 15.00 bis 16.00, Ackerbohnen 19.00 bis 20.00, Wicken 17.00 bis 18.00, Lupinen (blau) 11.50 bis 13.00, Lupinen (gelb) 14-50 bis 16.00, Serradelle (alt) 9.00 bis 12.00, Serradelle (neu) 15.00 bis 17.00, Rapskuchen 17.00 bis 17.50, Leinkuchen 26.00, Trockenschnihek 9 20 bis 9.40, Torfmelasse 8.70 bis 9.00. Kartvffel- flocken 18.50 bis 18.80. Büchertisch. — Im Wolkenwanderer-Verlag, Leipzig, Salomonstraße 16, erscheint soeben die erste vollständige Ausgabe von Iean Arthur Rimbaud „Erleuchtungen". Die d u.sche Rach- dichtung stammt von Paul Zech. Das Buch, das als fünfter Band der Sammlung „Der S ch a h b ehä 11 er" in der Officina serpentis auf Zanders Bütten in nur 175 Exemplaren gedruckt ist, wird sicher sehr gesucht sein. (Preis 10 Mk.) — Der gleiche Verlag bere tet auf die Gesamtausgabe von Rimbauds Werken vor. Auch diese ist eine Nachdichtung von Paul Zech — Feuer am Rorpol. Ein technisch- politischer Gegenwartsroman von Karl August von Laffert. Verlag Ernst Keils Rachf. (Aug. Scherl) G. m. b. H., Leipzig Halblein nband auf feinweißem Papier, farbigen Schuhumschlag 5 Gm., Halblederkünstlerband 8 Gm. Pol tisch erleben wir hier die Gebundenheit des deutschen Wirtschaftslebens, erleben bie Ränke russischer Bolschewisten, die Gewalt der Tscheka, die Rivalitäten der Großmächte England, Frankreich. Amerika und Iapan, schauen das ganze wahre Gesicht verschlagener Welt- und Völkerpol.t k und werden Zeuge des großen Umschwungs in dem politischen Dölkerkonzert. Vor uns ersteht lebend» wertes, sonnenfroh:s Zuluncköleben, Zukunfts- land, in dem deutsches W ff en. Wollen und Können w eder zu ihrem Rechte komm n. Aktuell mit den Schilderungen aus flugtechn schon Ent- wicklungsmöglichk.iten ist das Buch von zwingender Spannung. Ein Roman, der alle Erdteile umspannt. stürmisch in der Handlung und packend im Schicksal. 1299 — Eine w irklich billige Bücherreihe beginnt im Verlag E. Dieckmann, Oldenburg i. O., unter dem Titel „Untere deutsche Heimat" zu erscheinen. Der fertig vorliegende erste Band „Die Nordsee und ihre Küsten" macht einen tadellosen Eindruck. Die 48 ganzseitigen Abbildungen sind nach sorgfältig ausgewählten Photographien auf Kunstdruckpapier in guter, Ausführung gedruckt. Der äußerst niedrige Preis (Einzelausgabe 1.40, Lieferungsausgabe 1.25 Htt.) ist als durchaus friedensmaßig zu bezeichnen. 1367 — „Der entfesselte Moralist" (Union-Druckerei und Verlagsanstalt, G. m. b. H., Abteilung Buchhandlung, Frankfurt a. M.). Ein Bändchen sozialer Humoresken und Glossen, das sicher viele Freunde finden wird. 13581 — D i e schöne Literatur. Kritische Monatsschrift, herausgegeben von Will Vesper (Verlag Ed. Avenarius, Leipzig). Das letzte Heft des Iubiläums-Iahrgangs 1924 gibt toieber eine Zusammenstellung und kritische Sichtung der sc^nliterarischen Produktion. Das heiligende Iahresregister gibt einen Ueberbüd über die achtunggebietende Fülle des Stoffes, der hier verarbeitet wurde. Da in dem vorliegenden Heft eine sehr wesentliche Neuerung für den 3oj>r- gang 1925 angezeigt wird, so darf man Der kommenden Arbeit dieser wertvollen Zeitschrift mit dem größten Vertrauen entgegensehen. 1569 Sic butten nun schon wochenlang. Wir raten Ihnen, in der Avotheke 50 r echten Fagosot-Erlrakt zu kaufen und durch Amkochen mit */< Psd. Zucker und V« l Wasser eine preiswerte prompt wirkende Huftenmedizin selbst der - usie 11 en. WM An der Spitze stehen KrägeroHäS mit derrf »nh»cpti»e Tuschierung in ringe- sprengtem tSamallit und eine knollenförmige Anhäufung bunter Tupfen im Doracit einen weiteren wunderlichen Wandschmuck-der Zauberhöhle. Wie die marmornen Vorhänge und Steinwolken auf den Grabdenkmälern des Barock überftngen sich die erstarrten Kaliflüsse einander zu grotesken Gebilden zwischen glitzerndem Kochsalz, das phantastische Gletscherlandschaften mit silbernem Do- denstreu und halbdurchsichtigen Blöcken formte, während das in der Shift und im Wasser leicht lösliche Discheffit hier zu Dogen, Zapfen und hängenden Tropfen wurde. Ein paar Arbeiter, stämmige große Gestalten, traten mit grüßendem „Glück auf“ vor ihrem Ehef zur Seite. Ein kleiner Herr, bebrillt, in blauer Dluse und Leinenhofen, der Arzt der Werke, näherte sich Geisbach. „Nichts mehr zu machen, Herr Geheimrat," sagte er, „der Mann ist tot“ „Wo liegt er?“ Man wich zurück. Der Hintergrund der Höhle war ein Gebirge im Heinen. Der Abbauraum mußte zur Vermeidung des Einsturzes mit wertlosem Haufwerk neu gefüllt werden, den Stein- stücken der Sprengungen, zentnerschweren Blöcken neben Schutt und Geröll, die auf den „Hunden" herangefahren wurden. Beim Umkippen eines Wagens war einer der Arbeiter unachtsam gewesen. Er stand auf der Höhe der Trümmer- mafien, der schwerbepackte „Hund" war vermutlich ins Rollen gekommen, hatte den Führer mitgeriffen und unter sich begraben. Nun lag der unglückliche Mensch mit zerschmetterten, Brustrorv a*1 eurer ttetg^schMifickW» Stelle des Salzbodens. Man hatte eta* Ml über den Körper geworfen. Das Gesicht trau noch einen Ausdruck jähen Erschreckens, die edkW» Augen waren weit geöffnet, als wollten sie Me dunklen Geheimnisse jener mrgedoueriichen Go- füblSlosigkeir ergründen, die sich hier unten tm Stein belebender Wirksamkeit widersetzte. Geisbach stand schweigend vor dem loten, neben ibm der kleine Doktor, mit kurzem, raschem Atemholen sprungweise berichtend, wie das Unglück sich aller Vermutung nach abgespielt haben mußte. Dann griff der Direktor ein. befürchtend, die Unfallversicherung werde vielleicht wieder Schwierigkeiten machen, weil der Mann die Vorschriften nicht genügend beachtet habe, während der Obersteiger erklärte, jedenfalls sei die Belastung deS Wagens ungleich oerteilt gewesen und endlich nahm auch einer der Arbeiter, ein älterer Mann, das Wort^ man habe bcvaus- gefunben. die eine Achse des „Hundes" sei angebrochen gewesen, aber es lasse sich nicht nach- weisen, ob das schon vorher passiert oder erst infolge des Sturzes geschehen sei. „Gleichgültig", sagte Geisbach „Der Mann ist ein Opfer feiner Arbeit geworden. Er ist verheiratet ?“ „3a, Herr Geheimrat. Hat auch zwei Kinder." Geisbach wandte sich an den Direktor. .Laffen Sie der Witwe vorläuftg das volle Gehalt weiterzahlen", ordnete er an. „DaS Nähere besprechen tifir am Dienstag bei der Konferenz. Bestattung auf untere Kosten unter allgemeiner Beteiligung. Schicken Sie die Witwe morgen vormittag auf mein Bureau, heut' habe ich anderes zu tun. Glück auf", schloß er grüßend und kopfschüttelnd und wandte sich zurück. Der Direktor blieb neben ihm. ..Noch ein Wort, Herr Geheimrat. Bleibt es bei der Bestimmung. daß die Nachmittagsschicht auSfällt?“ „3a. natürlich D-ie Leute sollen frei haben. Auch keine Sprengungen, dafür am Abend die sogenannte Festtafel im Vereinshaufe. 3ch habe 3pnert ja schon alles gesagt, lieber Frermd! Aber sonst keine Feierlichkeit, keine Aufführungen unk derlei. Tas verbietet schon der Tote." (Fortsetzung folgt) ]\ Die besten Rezepte für allerlei Weihnachtskuchen, -Torten und -Gebäcke finden Sie in Nr. 9 der Kinderzettung „Der kleine Coco“, die beim Einkauf von „Rahma butterweich- gratis verabfolgt wird. ■-.< -r Oberhessische Kunsttöpfereien Vasen, Krüge, Dosen, Aschenbecher, Leuchter, Schalen, Schreibzeuge, Wandteller usw. Praktische Weihnachts-Geschenke | n reicher Auswahl empfiehlt Kunsttöpferei L. Keßler, Wieseck, : MöserstraBe 8. 10028D । | Teppiche, Vorlagen, Felle| Chaiselonguedecken, Dekorationen, Stores \ Vorhangstoffe, Bettdecken, Steppdecken I Klubmöbel in Leder, Gobelin usw.! - empfiehlt in großer Auswahl und Preiswürdigkäi I Th. Brück - Möbelfabrik | Inhaber : Th.Weinert • Gießen • Brandplatz Vertreter: ^Steinhöfcer Ad. Müller Gießen Kreuzplatz 14. Frische r Pfund 30 Pf. Seelachs o. Ä. Pfund 45 Ps. Schellfische o. K. Pfund 55 Pf. Seehecht Pf d.60 Pf. Bch. 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