Statt U4. Jahrgang Srettai, |7. ettootr (924 Pnitf und vkflag: vrSHI'sche Nniv«rfitäts-Vuch- und Steindrucker«! H. Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schuiitratze 7. Frankreich und der Zeppelin blätter von ein« 1. 2. 3. m ftanzvsischw ima8 tixit der terie und einer mens Tieimetle nun den Dichter, i eines Mestizen uf, »mein DUer : ein Ärger und Die Sie sehen, da an, tw der Es hieße, dem (penn man sich mit Ivie gesagt, nur der beschäftigen wollte. berühmten ’ ihm ein -iauna hörte me Diene. Ln der torkle; kam von ®lüd sichern, die Aufgabe der sozialen Versöhnung und des wirtschaftlichen Friedens weiter durchzuführen, und die chri st lichen Kulturgüter zu schützen und zur Entfaltung zu bringen. Lnnahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbmdlichkeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20” 0 Ausschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Will;. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumsckein; für den Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Bietzen. lert Jahren ein und viel ®db >in ansehnliches aber mm das te sein gesamtes veMacht. Sem bündig die 6r= n habe ich mein „und so gebe ich ■ zurück!" durchfuhr die Rebelgebiete mit 50 bis 60 Meilen Geschwindigkeit. Die aeronautische Kommission in Washington hat Dr. Eckener und Kapitän Steele eingeladen, der heutigen Sitzung im Marineamte beizuwohnen. Beide werden inoffiziell Über den Flug Bericht erstatten. Der Neparationspreis des geppelins. London, 16. Oft. (T. 11.) Reuter meldet aus Washington, daß annähernd 2 Millionen 200 000 Dollar als deutsche Reparationszahlung an die Bereinigten Staaten gutgeschrieben werden würden, wenn das Luftschiff Z. R. III von der Regierung formell übernommen worden sei. Die „Boss. Ztg." berichtet ferner aus Reuyork: Der Crpreßdampfer „Har ding" brachte gestern gewisse Ersatzteile, nach deren Einbau das H e- liumgas aus der „Shenandvah" auf den Zeppelingefüllt werden wird. Da die „Shenandvah" erst in 2 Wochen zurückkehrt, ist vorher eine Tlebernahme des Z. R. III unmöglich. Die deutsche Schiffsflagge des Z. R. III ist gestern gestrichen, aber noch nicht durch die amerikanische erseht. Die Besatzung des Luftschiffes erhielt gravierte silberne Zigarettendosen zur Erinnerung. Deutsch-österreichischer Telegrammwechsel. Berlin, 16. Oft. (WTD.) Der österreichische Bundespräsident Hainisch richtete an den Reichspräsidenten folgendes Telegramm: Der kühne und stolze Flug von Z. L. 126 über den Ozean erfüllt Oe st erreich mit Freude und Bewunderung. Ew. Exzel- lenz, der deutschen Regierung und dem deutschen Volke, das diese Tat vollbrachte, spreche ich namens der österreichischen Bevölkerung die aufrichtigsten und herzlich st en Glück- lasseu und im äußersten Notfall an das politische Urteil des Volkes zu appellieren, um eine tragfähige Regierung zu schaffen, die imstande und gewillt ist. die bewährte Linie der durch den Reichskanzler getragenen Außenpolitik zu „Temps" zuviel Ehre antun, fernen Sudeleien, aus denen, bloße Reid spricht, noch näher Die Negierungskrisis. Ein neuer Beschluß des Zentrums gibt dem Reichskanzler freie Hand. — Heute entscheidende Kabinettssitzung. fir. 245 erstes Grsch«tut täglich, aufoft Somu und Feiertags. Beilagen: EtetzenerFamilienblStter Heimat im Bild. Mouatr-Sezugrpreir: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech'Anschlüsse: öchriftleitung 112, Ter- lagundGeschäftsftelle51. Anschrift für Drahtnachrichten: rlnjeigerSiehti». Postscheckkonto: Krantfurt a. Hl. 11688. . . . _ Bezeichnend ist übrigens die Tatsache, daß auch die deutsche kommu- wünsche aus. Möge diese Fahrt ein neue» Merk st ein auf dem Wege der D er - stäpdigung zwischen den Staaten und Rationen bedeuten. Der Reichspräsident dankte mit folgendem Telegramm: Für die freundlichen Glückwünsche zur Amerikafahrt des Zeppelins danke ich Cw. Exzellenz und der öster-reichischen Bevölkerung herzlichst. Es erfüllt mich mit aufrichtiger Freude, daß unser Brudervolk an dem Erfolg deutscher Technik und deutscher Arbeit so innigen Anteil nimmt. Wir wissen uns eins mit Ihnen in dem Wunsche, daß dieses stolze Schiff der Verständigung der Völker diene. Weitere Begrüßungstelegramme. Berlin, 17. Oft. (TU.) Dr. Eckener erhielt im Laufe des gestrigen Tages noch weitere Be- grüßungstelegramme vom Reichswirtschaftsrat, dem Reichsverkehrsminister, der preußischen, sächsischen, badischen, mecklenburgischen Staatsregierung, der Stadt Berlin und zahlreichen wissenschaftlichen Vereinen und Gesellschaften. Die Tochter des Grafen Zeppelin, Gräfin Hella von Brandenstein-Zeppelin, drahtete: Mit Dank gegen Gott und unserer tapferen Besatzung erhalte ich sieben die Kunde von der glatten Landung des Luftschiffes in Lakehurst. Zu meiner großen Freude wurde nun derGedanle und Wunsch meines Vaters, daß einst seine Luftfahrzeuge zum friedlichen Verkehr zwischen den Völkern dienen möchten, zur Wirklichkeit. Wie hätte er sich über die Leistung des L. Z. 126 und seinen begeisterten Empfang in Amerika gefreut, das ihm seit seiner Teilnahme am Sezessionskriege bis an sein Lebensende immer in guter Erinnerung geblieben ist. Möge das amerilanische Volk viel Freude an dem Bahnbrecherfürdeut- s ch e Arbeit und Wissenschaft erleben. ichenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Die Pazifisten sind im allgemeinen Leute, deren Optimismus von vielen Urteilsfähigen als Sorrderharkeit abgelehnt wird. Rach den Erfahrungen der letzten Fahre und der letzten Zeit werden aber besonders die deutschen Pazifisten als „komische Käuze" selbst von milde bentcnben Gegnern ihrer Anschauungen bezeichnet. Es ist tem Zufall, daß es gestern gerade in Hagen, das die französischen Praktiken gegen Deutschland genauer als etwa Berlin kennt, zu Krakeel bei der angefünbigten und gestern mißglückten Pazifistr.^ Versammlung gekommen ist. Denn gerade dis Verhalten gewisser französischer Kreise gegenüber dem deutschen Volke läßt ein Verständnis für deutsche pazifistische Strömungen nicht leicht auffommen. Es ist ja eine geschichtliche Tatsache, daß der französische Haß gegen das deutsche Volk schon immer seine Hauptt.iebsebrr imReid gehabt hat. And auch in den machtvollen Zeiten der deutschen Vergangenheit war dieser Reid verständlich. Aber jetzt, wo das deutsche Volk am Boden liegt, kann doch wohl für den Reid in französischen Gemütern keine Stätte mehr sein? — Wer so fragt, der lanu sich die Antwort aus Paris über d i e neiderfüllte Hetze selber allein aus den Meldungen holen, die ht der französischen Presse gegen den Zeppelinerfolg mißtönig herüberschallen. Voll Mißgunst über die Triumphfahrt des Z. R. HI nach Amerika suchen die Pariser Zeitungen, N-llen voran der „Temps", die deutschen Erfolge an der Eroberung der Luft zu verkleinern oder ganz zu leugnen. Die Begeisterung, geboren aus berechtigtem ©tobe, die in ganz Deutschland über die erfolgreiche Zeppelinfahrt über den Ozean herrscht, sucht der „Temps" politisch zu verdächtigen. Er geifert wütend gegen die Möglichkeit, daß die barbarische und sinnlose Zerstörung der Friedrichshafener L u f t s ch i f f h al l e noch im letzten Augenblick unterlassen werden könnte, und besteht auf dieser Bedingung des Versailler Dittats, weil sonst Deutschland eirie Diktatur im künftigen Luftverkehrswesen an sich bringen könnte. lieber die in der Entschließung reichlich verklausulierte Haltung des Zen tri ms macht das „Berliner Tageblatt" noch f tgenbe ergänzende Mitkeilungen. Heut.' ist eine Klärung der Krise zu erwarten. Der Dü gerblock 'kommt nicht in Frage. Die Auflösung des Reichstages wird in Kürze eif -(gen 1 eiern abend ist eine Besprechung des Reichskanzlers mit dem Reichspräsidenten g'to.fen. Heu e vormittag trat zunächst de D r- stand der Zentrumsfraktion zur D.-ra-dmz üb~r die Lage zusammen Dabei ergib sich f l gen des: Die Minderheit des Zentrums, die gegen die Einbez ehung der Deut ch a iora'en sich ausgesprochen hat, bot so erheb i h und so entschiedm dagegen Stellu g genommen, daß die Geschlossenheit d r Piriei darurte I.’i ci würde, wenn diese Minderheit durch einen Mehrheitsbeschluß vergewaltigt toürbe. Der Reichskanzler selbst g h >rt zu die'er Minderheit. Das ist auch in der Oefse i! lichtest bekannt-geword.n, und so hätte er als (Seg er eines Bürgerblockes kaum die Autorität, ei e Rechtsregierung unter feiner Ka z er'chaft ins Leben zu rufen Wenn die Di ig? i h tue.ter zugespitzt hätten, so würde er trab cheinlich seine Demission angeboten und die Bildung ejneä Rechtskabinetts einem anderen über lassen haben. Endlich kommt noch hinzu, daß das Zentrum in eine s lchen Ärxifition, in einem solchen Mi.nst.'rtu n de 1 v.r- bünbeten Rechtsparteien gegenüber in einer hoffnungslosen Minderheit crfianben hätte und dem Reichskanzler für die Einhaltung der bisherigen Außen- und Innenprtit k nicht das genügende Rückgrat hätte geei können. Aus allen diesen Gründen ein'gn? s ch der Vorstand auf eine Entsch.sthung, die sich ge gen einseitige Erweiterung de. Regierung nach rechts aus pricht. Rachdem sich nun auch die Demokraten dagegen gewandt haben, wurde dem Reichskanzler als letzter Ausweg aus der Krise einAppellandasVolk empf l;teit 3n den späten Abendstunden des Donnerstag fand dann eine Kabinettssihunq in der Reichskanzlei statt, nach deren Te.ndig ng folgendes amtliches Kommunique ausgegeben wurde: Da? Reichskabinett beriet heute die durch die Stellungnahme der Reichslagsfraktionen geschaffene innerpolitische Lage und wird morgen die Beratungen fortsehen. Während die Aussichten der Weiterentwicklung der Krise in den gestrigen Rachmittogs- stunden mehr nach der Wahrscheinlichkeit einer Auflösung beurteilt wurden, sieht man nun in parlamentarischen Kreisen, in ter Tatsache, daß die Kabinettsberatungen heute fortgesetzt werden, ein Znchen dafür, daß bic Reichsregierung noch keineswegs alle Möglichkeiten einer Regierungs- ertoeiterung a ls erschöpft betrachte. Wie die Telegraphen-Union erfährt, wird vielmehr angenommen, daß der Kanzler von der Entschließung seiner Fraktion, die ihm freie Hand gibt, Gebrauch macht und nach dem Abschluß der heutigen Kabinettsberatungen die Verhandlungen statt über die Fraktionen nun nach der personellen Seite hin führen wird. 1 Städtchen trat Heater erschiene en Vorstellung«, r des Städtchens tor ertaubt, auch xkanntmachmgo, der Erössnungs' m Schild z3W ein Weh' dem, der "Schmunzeln ba h612,5o£* tot, * natlt. J Anzeige isst LZ ZÄL NMtver.es ^.Tüllen 24 ÖQjfen 12-22. J?' mit'l.'te ’ fi?n9?re Ws nistifche Presse genau so wie der „Temps", wenn auch mit anderer Begründung, die dem deutschen Volk wohl nach so langen Zähren der Verzweiflung zu gönnende Begeisterung für den Zeppelinerfolg bekämpft und zu verkleinern sucht. Aber weder dieser noch jener Versuch, den Deutschen ihre Freude am Zeppelinwerk zu nehmen, wird erfolgreich fein. Vielleicht aber spüren alle die Rörgler, die jetzt die Thersites- rolle in dem Weltchore der Anerkennung für ,Z. R. III" übernommen haben, früher ober später die Wahrheit des Wortes. „Reid ist die Wurzel alles Hebels". Die französische Pressehetze. Frankreich verlanqt ebenfalls ein Neparatiotislnftschiff? Paris, 17. Oft. (Sil.) „Journal" beschäftigt sich in seinem heutigen Leitartikel wiederum mit der Frage der Zerstörung der Luftschiff- Werft-Anlagen in Friedrichshafen und bemerkt u. a., daß es selbstverständlich sei, wenn Deutschland mit Stolz auf die Leistung des Z. R. III zurückblicke, aber ein Teil der deutschen Presse versuche, aus diesem Erfolg der deutschen Industrie einen p 0 lit ischen Feldzug zu konstruieren, um gegen einen Teil des Versailler Vertrages zu protestieren. Das Blatt verweist auf Artikel 202 des Versailler Vertrages, wonach alles militärische Material für Luftschifsahrt und Schifffahrt an die alliierten und assoziierten Mächte auszuliefern ist. Runmehr solle die Interalliierte Kontrollkommission unter dem Rachfolger Rollets unter Bezugnahme auf Art. 204 von Deutschland d i e Durchführung des Art. 202 verlangen. Sollte Deutschland sich weigern, nach den Bestimmungen dieses Artikels zu Handeln, dann würden die Alliierten den Obersten Kriegs- r a t einberufen. Frankreich ist in diesem Rat durch Marschall Foch und einem zwecken General vertreten. Die Vertreter Englands, so führt „Iournal" aus, würden sich sicherlich des Besuches der Zeppelinkreuzer während des Krieges in London erinnern und die Regierung würde sich wohl an die Meinung des Obersten Rates halten. Jedenfalls sei aber in der nächsten Zeit noch nicht mit dieser Maßnahme zu rechnen, da man erst abtnarten werde, wie die Verhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland wegen Lieferung eines ähnlichen Luftschiffes wie Z. R. III ausgehen werden. Sollte die Reparationskommission sich einverstanden erklären, so würden die Anlagen in Friedrichshafen noch auf eine Reihe von Iah- re n erhalten bleibm. Schließlich könnte ein Zeppelin - Kreuzer von den Ausmaßen des Z. R. III keine Kriegswaffe barst eilen. Die amerikanische Presse gegen die Zerstörung der Ieppelin- rverke. Reuyork, 16. Oft. (Sil.) Die Zeitungen frttngen lange Artikel, Melbungen unb Bilder des Luftschiffes über den Wolkenkratzern. Alle er= leimen die großartige Leistung des Z. R. III an der bisher nur orperk in Schil° An der Stelle, mm, teil tollen niederlassen und fuhr ihn Amr , wer blies dir der, ganz erden Souffleur ) fP^Äin. skunst Kid unöSW r Onenl . Dcrständnrs 0» s-psns einer. r m * NÄta der ofmann « rgS p#fl urtfd|Ob 6 Die Verhandlungen über die ilmbilbung ber Reichsregierung führen von einer überraschenden Situation in die andere. Die Lage wechselt stündlich. man muß sich daher lediglich auf die Feststellung des chronologischen Ga igä ber Dinge beschränken. Wie gestern schon kurz gemeldet, trat vormittags gegen 11 Ahr die Zentrumsfraktion erneut zusammen, um zu der letzten Entschließung der Demokraten Stellung zu nehmen. Gleichzeitig mit der Fraktionssrtzung war eine Konferenz der Parteiführer beim Re i chskanzler anberaumt, an ber vom Zentrum die Abgeordneten Stegerwald, Spahn unb Dr. Höfle als Vertreter bes Vorsitzenden Fehrenbach, ber die igzwis hen fortgesetzte Fraktionssitzung des Zentrums lei.cte, teilnahmen. Von den Demokraten waren die Abgeordneten Koch, Erkelenz und Haas erschienen, von der Deutschen Volkspartei Dr C u r t i u s, Dr. Zapf und Dr. Scholz. Die Besprechung dauerte nur kurze Zeit Stegerwald teilte mit, daß die Zentrumsfraktion eine Enischli ß ing borbereiie, in der sie ihr Bedauern ausbrücke, daß die Versuche des Kanzlers zur Bildung einer Volksgemeinschaf t unb zur Erweiterung der Koalition nach rechts mit Einschluß ber Demokraten gescheitert seien. Das Zentrum fei nun der Ansicht, daß nunmehr dem Kanzler bie volle Handlungsfreiheitzurückgegeben sei. Kurz nach Beendigung der Konferenz in der .Wilhelmstraße wurde dann auch die folgende Entschließung der Zentrumsfraktion bekannt, mit der die Krise auf den Höhepunkt geführt worden ist, und die nach einer parteiamtlichen Mitteilung einstimmig angenommen wurde: Die Zentrumsfrakkion des Reichstags sieht ihre getreu ihren Grundsätzen der Christlichen Volksgemeinschaft, des wirtschaftlichen und politischen Ausgleiches mit aller Hingabe und höchstem Ve^antwortungsbewußt'ein borgervmme- nen Bemühungen gescheitert, eine nach dem Parlamentar'schen Kräst.berhä tais bestands- und arbeitsfähige Regierung zu bilden. Ihr großes und erstes Ziel, eine Regierung auf breitester Grundlage der Volksgemeinschaft zu schassen, ist zu ihrem tiefsten Bedauern nicht erreicht worden. Auch die daraufhin aus Gründen der Außenpolitik und im Interesse des besetzten Gebietes von der Fraktion erstrebte Beibehaltung der bisherigen Regierung war nicht durchzusehen. Ebenso scheiterten weitere Versuche, die Regierung in tragfähiger Form nach rechtszu erweitern. Die Zentrumsfraktion ersucht daher den Reichskanzler, dem sie ihr bolles Vertrauen ausspricht, kein Mittel unversucht zu und heben bie große Bedeutung ber Atlantikfahrt für bie künftige Entwicklung des internationalen Verkehrs hervor. Sie unterstreichen dabei stark, daß ber Zeppelin kein Kriegs- fahrzeug mehr sei, sondern ein Pionier des wirtschaftlichen Fortschrit- t e s. Teilweise gehen bie Zeitungen auch auf bie ftrage ein, ob bie Zeppelinwerke auf Grund des Versailler Vertrages zerstört werden dürsten. Sie sprechen sich einmütig und scharf gegen ein solches Verlangen aus. Die Zukunft des Ieppelin- baues in Amerika. Die Rückkehr der deutschen Mannschaft. — Die Baupläne der amerikanischen Zweiqgesellschaft. Wie bie Blätter hören, wirb bie Mannschaft bes Z. R. III unter Führung Dr Ecke - n e r s mit Ausnahme ber als Iifttruktoren in Amerika verbleibenden Luftschifführer unb Monteure Anfang Ro vember nach Deutsch- lanb zurückkehren. In ber Zw schenzeik dürften bie offiziellen Abnahmeverhanb- l u n g e n mit ber amerikanischen Marineleitung beendet sein. Die künftigen 5ihrer teilten bereits in ihren Berichten über bie Probefahrt bes Luftschiffes in Europa dem Marineministerium mit, daß bie vertraglich von ben Vereinigten Staaten verlangten Bedingungen hinsichtlich des Aktionsradius, ber Tragkraft und ber Höhenfahrten vollkommen erfüllt seien. Durch die Amerikafahrt wurde ferner bie Flugmanövrierfähigkeit des Luftschiffes hinreichend erwiesen. Heber die Pläne ber neu^egründeten! amerikanischen G 0 0 d h e ar-Z e p pe l i n°E v m- panh teilen bie Blätter mit, baß bie Gesellschaft in Amerika nicht nur eine Anzahl großer moderner Luftschiffhallen, sondern auch eine Werft errichten will. Die Gesellschaft wirb sowohl von ber Zeppelin werft als auch von ber Zeppelinhallengeseckschaft Lizenzen erwerben. Es ist ber Bau von etwa 10 Passagierschiffen geplant. Die einzige Helium-Erdg sguelle soll Weiber auf-gebaut werben, um bie Fällung ber zu bauenben Luftschiffe mit Heliumgas zu ermöglichen. In Berlin j ollen in nächster' Zeit Verhandlungen mit der m S p a - nien gebildeten Zeppelingesellschaft beginnen. Der Ausbau der Luftlinie Sevilla— Buenos Aires. Berlin, 17. Oft. Das „B. T." meldet aus Madrid: Gegenwärtig soll mit dem Ausbau der Luftlinie Sevilla—Buenos Aires begonnen werden. Es fehlt nur noch ber Entscheid des Arbeitsministers, der das Verhältnis zwischen den deutschen Zeppelinwerken und ber Compania Stand« aerea regeln soll. Als beutsche Übertreter werben im Direktorium dieser Gesellschaft Dr. Eckener und Ingenieur Scherz sitzen. Die Ieppelinbesatzung beim Präsidenten Reuyork, 17. Oft. (TU.) Der Präsident ber Vereinigten Staaten empfing gestern den Führer des Zeppelin, Dr. Eckener, und die Mannschaft des Luftschiffes. Bei dem Empfang beglückwünschte Präsident C 0 0 l i b g e Dr. Eckener zu ber großen Friedenstat. Er betonte, daß die Fahrt des Z. R. III ein neuer Beweis der vollständigen Herstellung des Friedens zwischen den beiden Ländern fei. Dr. Eckener unb der beutsche Botschafter W i e b f e l b t, der bei dem Einpfang zugegen war, sprachen dem Präsidenten ihren Dank für den herzlichen Empfang des Zeppelins in Amerika aus. Rachmittags fand ein Empfang beim deutschen Botschafter statt. Bei einem Essen zu Ehren der Offiziere des Luftschiffes Z. R. III sagte Marinesekretär Wilbur, er wünsche, daß das Luftschiff ein Friedensshmbol werde zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten sowie allen anderen Mächten der Welt. Als der Friedensfürst in Bethlehem geboren wurde, sangen die Engel in ber Höhe „Ehre sei Gott in ber Höhe unb Frieden auf Erden!" In Erinnerung an diesen Engelssang will ich Z.R.III „Los Ang eles" nennen. — Dr. Eckener sagte in seiner Erwiderung, die Hofstrung, daß das Schiff ein Friedenssymbol werde, sei auch von hervorragenden Persönlichkeiten bei seiner Abfahrt zum Ausdruck gebracht worden. Wilbur brachte bei Beginn des Essens Trinksprüche auf den deutschen Reichspräsidenten unb den Präsidenten der Vereinigten Staaten aus. Die technische Flugleistung des 3. N. III. Reuyork, 16. Oft. (TTl.) Rach einer offiziellen Aufstellung Dr. Eckeners und des Kommandanten Klein betrug bie Fluglänge des Z. R. III 5066 englische Meilen, die glugbauer 81 Stunden 17 Min., die Durchschnittsge- schwinbigkeit 62,35 englische Meilen, die höchste Höhe 3680 Meter. Heber Reuyork flog bas Sch.ff in einer Durxhfchnittshöhe von 400 Meter. Die Betriebs st osftanks waren bei der Landung noch ein Viertel voll. Dr. Eckener erklärte, bie brabtlofen Wetterberichte hätten es ermöglicht, den Sturmgebieten auszuweichen oder sie schneller zu perlassen. Z.R.III ■2R8 zur Entscheidung des Kabinetts ftr DK Xtege naturgemäß noch ungeklärt. Mit Sicherheit läßt sich aber feststellen, daß die Bemühungen um die 2tegierungserweiterung im Augenblick durchaus noch nicht als gescheitert gelten formen. Reichswehr und Bevölkerung. Ein Erlaß des Chefs der Heeresleitung. Berlin, 16. Oft. (Wolff.) General von Geeckt hu! einen Erlaß an die Reichswehr gerichtet, in dem es heißt: Es ist für mich eine große Freude und Genugtuung gewesen, bei meinen Desichtigungsreisen, besonders im Manöver, "bad ausgezeichnete Verhältnis lest stellen zu können, das sich zwischen der Reichswehr und der Bevölkerung an- gebnhnt hat. Die Reichswehr erfreut sich heute in allen Schichten der Bevölkerung einer Wertschätzung, die uns mit Stolz erfüllen kann, hie uns aber auch ernste Pflichten auferlegt. Zwei Dinge sind für das Verhältnis zur Bevölkerung von grundlegender Bedeutung: Unbedingte Neutralität allen politischen Strömungen gegenüber, soweit sie nicht gewaltsamen Umsturz betreiben und Hilfsbereitschaft gegen jedermann. Es soll und darf nicht vorkommen, daß sich Ds- völlerungskreise wegen ihrer politischen Einstellung der Reichswehr benachteiligt glauben. 3 e b e r Deutsche, gleichgültig welcher Partei- richtung, soweit er nur im guten Sinne des Wortes national empfindet, hat Anspruch auf gleiche Be handln ng durch die Reichswehr. Wir haben keine laute Propaganda für uns nötig Die beste Propaganda liegt in ernster Pflichterfüllung und ftiller, aufopfernder Arbeit im Dienste der Allgemeinheit und des Vaterlandes. Die Eisenbahner Kündigen das Lohnabkommen. Berlin, 17. Oft. (SH.) Zwischen der Deichs bahngesellschaft und den Eisenbahnarbeitern droht gegenwärtig ein nicht zu unterschätzender Konflikt aufzukommen. Die Reichsregierung hatte die Beamten und Arbeiter seinerzeit ersucht, ihre Lohnforderungen rwch einige Zeit zurückzu st eilen, da die von den zuständigen Stellen eingeleiteten Maßnahmen zum allgemeinen Preisabbau noch nicht im Gange waren. Wie die Telegraphen- Union von maßgebender Seite erfährt, sind alle Beamten- und Arbeitergewerkschaften in den letzten Wochen mit Post, Telegrammen und Resolutionen ihrer Organisationen im Reich förmlich überschüttet worden und von allen Seiten hat man um jeden Preis Lohn- bzw. Gehaltsaufbesserungen verlangt. Die Gewerkschaften haben nunmehr beschlossen, das Lohnabkommen vom 1. November ab zu kündigen und nicht unerhebliche Aufbesserungen der Bezüge für die Beamten und Arbeiter zu verlangen. Bereits heute wirb die Lohnkündigung dem Leiter der Qlbteitung 11 der Reichsbahngesellschaft übermittelt werden. Hessischer Landtag. _ 1 Darmstadt, 16. Oft. Präsident Abelar n g eröffnet die Sitzung gegen 11 Hftr. Dor Eintritt in die Tagesordnung richtet Frau Abg. Roth (Kom.) eine kleine Anfrage an die Regierung, warum der Entwurf eines Gesetzes zur Verwaltungsreform dem Hause noch nicht vorgelegt sei? Ministerialdinktor Spamer erwidert, der Landtag habe noch nicht alle ihm zu gewiesenen Gesetzentwürfe erledigt, deshalb habe sich die Zuweisung weiterer Eesete erübrigt. Abg. Dr. Werner fragt an, wie es mit dem Schuh- Polizeigeseh stehe. Ministerialdirektor Spamer erwidert, daß eine Lisziplinarordnung für die Schupo demnächst erlassen werde. Hierauf wirb in die Beratung des Gesetzentwurfes über die Abänderung der Allgemeinen Bauordnung eingetreten. Das Haus nimmt bic Regierungsvorlage an. Eine Regierungsvorlage über die Hochwassers chäben in Rheinhessen, die für Entwürfe zu Dammbauten 600 Mk. verlangt, wird bewilligt. Ein Gesetz zur Uebernahme von Wechsel v e rp f l i ch t u n g e n für die Gemeinden und Gemeindefeerbände durch den Staat wirb in beiden Le.ungen angenommen. Angenommen wird ferner ein Antrag des zuständigen Anschusses, den Antrag des Abg. Hahn (D. Vp.) über die Dewertungsgr unblage der Landes- (teuer der Regierung als Material zu überweisen. Der Antrag will, daß den staatlichen und Gemeinde-Grundsteuern sowie den sonstigen auf Grundbesitz ruhenden Landessteuern, die bei der Deichs vermögens st euer veranlagten Werte zugrunde gelegt werden. — Ein Antrag her Abgg. Engelmann u. Gen. über die R Ücker st attungber Wirtschaftsbeihilfe an die ©enternden des besetzten Gebietes durch die Staatskassen wird abgelehn t. Man ist der Ansicht, daß das Reich diese Beihilfe zurückerstatten müsse. Der Antrag Dr. Werner (Dtschntl.) auf Herabsetzung der Landtags in an- d a t e von 70 auf 60 wirb abgelehnt. Ein Antrag Kinbt (Dtschntl.) auf Einführung der Wahlpflicht wird ebenfalls abgelehnt Das Haus bewilligt bann als Nachfvrderung für den hessischen Anteil an den Kosten der Neckarkanalisation 31 000 Mk. und als Beitrag zu einer in der Gründung begriffenen gern ein nützigenWohnungsfürsorge- gesellschast für Hessen 40 000 Mk. Nach der Erledigung einer Reihe weiterer Punkte werden die Beratungen aus Freitag vertagt. Die deutschnationalenLandtags- kandidaten für Oberhessen- Darmstadt, 16. Oft. (Eigener Bericht.) Wie verlautet, werben die Deutschnationalen für Oberhessen folgende Landtagsvanotvaten aufstel- len: 1. Reichs- und Landtagsabg. Werner- Butzbach: 2. Bürgermeister B i e h e l - Griedel, Vorsitzender des Landjugendbundes: 3. 'Dr. Le nz- Gießen, Vorsitzender der Vaterländischen Verbände Obeihessens. Herr Dr. Wirth und derHrmmelsdach-Skan dal Während des Ruhrkampfes beutete bekanntlich die französische Regie die Wälder liiiks des Rheins aus, and wurde dabei von verschiedenen deutschen Firmen, denen Geldsackinteressen wichtiger waren als die des Vaterlandes, unterstützt. Don einer dieser Firmen, der Himmelsbach 21. G., die ganze Wälder abholzte, ist die Behauptung aufgestellt worben, daß sie in engem Zu- sammenhang mit Herrn Dr. Wirth stehe. Der „Fränkische Kurier" hat sich dieser ganzen Angelegenheit sehr eingehend angenommen und zuerst auf diese Zusammenhänge aufmerksam gemacht. Der „Bayerisch. Kurier" hat nun zu diesem Fall festgestellt. daß Herr Dr. Wirth der Himmelsbach 21. G. doch nahesteht. Hierzu bemerkt der „Fränkische Kurier": „Wenn wir also in diesem Zusammenhang aus den eigenartigen politischen Charakter des Reichskanzlers a. D. Hinweisen, der auf der einen Seite, „wenn es losgeht, auf Seite der Proletarier steht", auf der anderen Seite aber sich im Holz-- großhanbel allergrößten © t i18 betätigt, und auf der dritten Seite einer Firma nahesteht, diemit Franzosen in Verträge über geraubtes bayeris che s Staa t s - gut e i n g e h t und dieselben auch zur Durchführung brachte, auf der feierten Seite aber sich in einer mit aller Gewalt durchgebrückten Erfüll u n g s p o l i t i k gegenüber Frankreich betätigt, so erw-eist sich das durch die ganzen Ergebnisse als eine höchst merkwürdige Angelegenheit, die der Klärung bedarf." Wir müssen allerdings dem „Fränkischen Kurier" die Verantwortung für diese Mitteilungen überlassen. Ein Zeichen der neudeutschen Demokratie ist es aber, daß Herr Dr. Wirth mit Hilfe seines früheren Reichskanzlertitels in London und Moskau hausieren geht, um Verhandlungen über Konzessionen geschäftlicher Art zu fördern. der Wahlkamps in England. Konservative und Liberale gemeinsam gegen die Arbeiterpartei. London, 17. Oft. (Sil.) Obgleich die Ernennung der Wahllandidatm nicht vor Samstag erfolgen wird, läßt sich sch'.uhweise fa^en, daß für die 3 Parteien 614 Sitze im Unter» hause in Betracht kommen. Die Arbeiterpartei stellte etwa 520 Kandidaten auf gegenüber 423 der letzten Wahl. Die Konservativen verfügen über die gleiche Anzahl gegenüber 536 im letzten Wahlkampf, die Liberalen über nur 330 Kandidaten gegen die früher 450 aus gestellten. Man erklärt sich die geringe Zahl der Liberalen Kandidaten damit, baß dte Liberalen an den Orten feine Kandidaten ins Feld führen werden, wo sie offenkundig geringe Aussichten haben. Die Berechnung geht dahin, bah die in solchen Bezirken abgegebenen Stimmen würden, sondern lediglich den, Konservativen eine feine Stärkung der Parteistellung herbeisühren entsprechende Anzahl Stimmen nehmen müßte, was naturgemäß eine Stärkung der Arbeiterpartei zur Folge haben würde. Eine gleiche Wahlpolitik zugunsten der Liberalen und gegen die 2übeiterpartei wird auch von den Konservativen innegehalten. Aus diese Weise sind für die Liberalen und Konservativen etwa 40 bis 50 solcher gemeinsamer Kampfplätze geschaffen worden. Beachtenswert ist, daß die Arbeiterpartei während der letzten Wahlen allein durch die Zerfpitte- rung der Stimmen der übrigen Parteien70Sitze gewonnen hat. Ein harter Kamps wird im Bezirk von Drightsibe stattfinden. Ponfonbh, der zum größten Teil für den Vertrag mit Sowjet- rußland verantwortlich ist, wird nur von den Kons ervativen bekämpft werben. Während der letzten Wahlen haben sowohl b.e Liberalen, als auch die Konservativen gegen ihn gestanden, die er jedoch mit einer Mehrheit von 1379 Stimmen besiegte. Dor den amerikanischen Wahlen. Ein republikanisch-demokratisches Abwehrkartell gegen Lafollette? Paris, 17. Oft. (TU.) Wie der „Petit Pa- rifien“ aus Washington erfährt, wird die Senatskommission, die die Ausgaben der verschiedenen Parte ien während der Wahl überwacht, unter dem Vorsitz des Senators Borah in Washington zusammentreten. Bekanntlich hat Senator Lafollette die re« publikanifche Partei beschuldigt, einen Fonds von 4—5 Millionen aufgebracht zu haben, um die Wahl in den verschiedenen Staaten zugunsten Coolidges zu beeinflussen. Die Budgets der verschiedenen republikanischen Komitees werden infolge dieses Schrittes Lafol- lettes veröffentlicht werden. Wie der „New-Vork Herald" meldet, hat sich Lafollette bei einer Wahlrede in St. Louis in sehr deutschfreundlichem Sinne geäußert, um die vielen Deutschamerikaner für sich zu gewinnen. Selbstverständlich, so schreibt bas Blatt, sprach Lafollette gegen den Versailler Vertrag, den er als schändlich bezeichnete. Er sprach ferner gegen die Politik Wilsons, durch die es England ermöglicht wurde, die Blockade gegen Deutschland durchzuführen. Schließlich behauptete er noch, Amerika hätte unter dem Druck verschiedener Danken an Deutschland den Krieg erklärt. Nach einem Neuyorker Kabeltelegramm der „Dossisch. Ztg." hielt Staatssekretär Hughes in Neuyork eine Wahlrede, in der er die Bildung eines republikan. -demvkrati schen Wahlkartells zur 2lbwehr der täglich wachsenden Gefahr durch die Kandidatur Lafollettes forderte. Frankreich und Rußland. Der voraussichtliche Inhalt der Note au Nußland. Paris, 17. Oft (TU.) Die Kommission Monzcie hat dem Ministerpräsidenten He.rivt den Derichl über die Anerkennung de r S o w j e ! r c g i e r u n g übe reicht. Gleichzeit g soll eine Note nach Moskau gerichtet werden, in der folgendes zum Ausdruck kommen wird: 1. Anerkennung der Sowjet-Regierung. 2. Einladung zur Wiederaufnahme normaler Beziehungen. 3. Aufforderung zur Regelung der ent - standenen Schäden. 4. der Wunsch, sich nicht auf zwecklose Vorbehalte wegen der Dergangenhett einzulassen. Zn bierer Note soll ferner das Versprechen der französischen Regierung abgegeben ire den, an dem Wiederaufbau Rußlands mitzuarbei e.u Es ist möglich, daß noch einige Zeit vergehen wird, bis diese Note offiziell bei einzel e i Regierungen milg.teilt wird. Bei nders intere s ert sind Frankreich, die Tschechoslowakei und Rumänien wegen der Wiederaufnahme der Beziehungen zu Rußland. Die französische Presse beschäftigt sich immer lebhafter mit der Frage der Anerkennung. So meint der „Temps", daß trotz des berechtigten Mißtrauens, das man der Sowjetregierung gegenüber hege, diese unbestreitbar die Gewalt fest in der Hand habe und daß alle Staaten schließlich doch mit Sowjetruhland normale Beziehungen wieder Herstellen müßten. Kann Frankreich jetzt noch einen derartig großen Staat ignorieren, der bereits mit Deutschland, der Türkei, Polen und den skandinavischen Ländern Verträge abgeschlossen hat und der von England bereits die de jure-Anerkennung hat? Es handelt sich darum, ob Frankreich fern von Moskau bleiben soll, während die anderen Staaten ihre Vertreter dorthin entsenden. Das sei sowohl vorn wirtschaftlichen wie vom politischen Standpunkt aus höchst bedeutsam. Das „Journal des Debats" dagegen meint, die Augen Herriots seien noch geblendet von den Eindrücken, die er gelegentlich feiner Reise nach Rußland gewonnen habe. Die französische Regierung sage, daß sie von den Sowjets keine Bedingungen fordern und feine französischen Interessen aufgeben wolle. Wenn aber die französische (Regierung das behaupte, so ist das tatsächlich reinerZynismus. Die Regierungen, die bis heute die Sowjetregierung anerkannt hätten, haben wirklich keine angenehmen Erfahrungen gemocht, schon allein aus dem Grunde, weil die Vertreter der Sowjetregierung in den Staaten eine gewaltige Propagarcha im kommunistischen Sinne entfalteten. Der chinesische Bürgerkrieg. Kanton in flammen. London, 17. Okt. (SU.) Nach Meldungen aus Kanton haben die Kämpfe zwischen, den Freiwilligen der Kaufmannschaft und den Truppen Sun-Vat-Sens mit einer Nieder- lageber Freiwilligen geendet. Sowohl die Kaufmannschaft wie die Freiwilligen haben die Stadt in großer Eile verlassen und die Soldateska hat die Stadt an verschiedenen Stellen angezündet 5>er bisherige Schaden wird auf P/2 Millionen Pfund geschätzt. Augenblicklich ist eine Gefechtspau.se eingetreten. Die Verluste sollen auf beiden Seiten sehr erheblich sein. Zwei Ausländer sind durch verirrte Schüsse verwundet worden. Nach einer weiteren Meldung hielt die Feuersbrunst den ganzen Tag über bis in die Abendstunden an. Gegenwärtig werden Vorkehrungen getroffen, um einem weiteren Aus dehnen des Feuers vorzu- beugen. Die Lage in Schanghoi wird optimi- sttsch beurteilt. Die ausländischen Behörden haben sich geweigert, den General Hsii, dem Füh.erber Anfu-Truppen, zu gestatten, die internationalen Niederlassungen zu seinem Hauptquartier zu machen. Die Nachricht, daß Regierungstruppen zu (ienenal Hsii übergegangen sind, wird neuerdings als unrichtig bezeichnet. Peking von der Küste abgeschnitten. Paris, 17. Oft. (WTB. Funkspruch.) „Chicago Tribüne" meldet aus Peking, daß jede Bahnverbindung von Peking mit der Küste seit drei Tagen unterbrochen worden fei. trotz des Vertrages von 1909, durch den China verpflichtet sei, den Ausländern freien Zugang zur See von der Hauptstadt an zu gewährleisten. Diplomatische Bemühungen, ein internationales @ing reifen herbeizuführen, haben infolge von Meinungsverschiedenheiten unter den Mächten keinen Ersola gehabt. 3 Aus aller Wett. Heinrich Schulz stellt sich. Budapest, 16. Oft. (WB.) Heute nachmittag erschien der wegen Teilnahme ai der Ermordung Crzbergers steckbrieflich verfolgte Hemrick) Fo er st er-Schulz auf der Oberst-Stadt- hauptmannfchoft und erklärte, daß er sich zum Besuch von Verwandten einige Sage in der Provinz auf gehalten habe. Erst jetzt habe er erfahren, daß die Polizei ihn suche, weshalb er sich ihr zur Verfügung stelle. Erwürbe u n 9 Sb a f t genommen. - Sen Abendblättern zufolge beabsichtigt Schulz in die Türkei zu gehen. Großfeuer in Fabrikbetrieben. Die Wollspinnerei Dergisch-Glad- bach steht in Hellen Flammen. Die Entstehungsursache des Brandes ist bisher unbekannt. -Jte Bergisch-Gladbacher Feuerwehr und ein Zug der Kölner Feuerwehr bieten alles auf, um das Sexter auf seinen Herd zu beschränken. Der Brand findet m dem umherliegenden Material reichlich Nahrung. — In der Bamberger Kali k o» f a b r i' brach Großfeuer aus, das die Fabrik und Lagerräume mit 200 000 Metern Seidenstoffe vernichtete. Die wertvolle Rezeptkammer konnte gerettet werden. Der Schaden beträgt ungefähr eine Million Goldmark. Man hofft den Betrieb in einigen Wochen wieder aufnehmen zu können. Als Brandurfache wird Kurzschluß angegeben. Deutsche Spende für die Opfer der Petersburger Uebersch'wemmung. M 0 s k a u, 17. Oft. (TU - Die deutsche Regierung bewilligte zugunsten Le. Opfer der Überschwemmung von Len.ngrad (Petersburg) einen Betrag von 1000 Rubel, den der deutsche Geschäftsträger der öotojetreg.ex-ung m i t de r Versicherung dauernder Freundschaft zwischen Deutschland und 6ox;ei« v u b l a n d übergab. Tschitscherin gab seinem Dank für die Spende herzlichen Ausdruck. Die Veifehung Anatole France, Paris, 17. Oft. (TU.) Die Leiche des französischen Dichters ist nach Pcrris..übersührt. Gelegentlich der morgigen Bestattung hat dm Kultusminister Francois Albert angeordne't, daß der Schulunterricht auöfällt. Abordnungen aller Schulen werden dem Begräbnis beiwohnen. Gestern hat der Direktor der französischen Akademie eine Gedenkrede zu Ehren des Verstorbenen gehalten. Aus Stabt und Land. Gießen, den 17. Oft. 1924. Flugtag in Gießen. Nachdem die Generalversammlungen der beiden veranstaltenden Vereine, des Gießener Der- kehrsvereins und des Gießener Vereins für Luftfahrt, der 'Abhaltung eines Flugtages in Gießen am Sonntag, 2 6. Oktober, zit» gestimmt haben, hat eine Ausschußsihung, die gestern abend stattfand, die Durchführung der Pläne in die Wege geleitet. Als Flugplatz kommt, wie schon berichtet, das Wiesengelände hinter dem Gericht zwischen der Wieteck und dem Wiesenweg in Betracht. Sportflüge, Passagier-Rund- flüge, Fallschirm-Absprünge werden den Besuchern feiet Interessantes bieten. Es ist weiter vorgesehen, eine gewisse Anzahl Freislüge dem Publikum zur Verfügung zu stellen, d. h. aus eine bestimmte Zahl von verkauften Eintrittskarten wird eine Eintrittskarte ausgelost, deren Inhaber das Recht hat, völlig kostenlos einen Rundflug mit dem Verkehrsflugzeug mitzumachen. Der Preis der Eintrittskarten ist so bemessen, daß er für jedermann erschwinglich ist. Mit dem Kartenverkauf wird etwa QHitte nächster Woche begonnen. Die Verkaufsstellen werden aus dem Anzeigenteil unseres Blattes ersichtlich fein. Ueber die Platzeinteilung, die Zugangswege usw. wird der Ausschuß ebenfalls im Laufe der nächsten Sage näheres befarmtgeben. Regulierung der Nidda und der Nid der Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat an den Finanzausschuß des Landtags über die Regulierung der Nidda und der Nider eine Mitteilung, in Form einer Regierungsvorlage, 'gerichtet, in der es u. a. heißt: „Infolge der zahlreich in diesem Jahre niedergegangenen starken Regenfälle lind s w. hl die Nidoa als auch die Nidder im Kreise Friedberg, sowie im angrenzenden Landkreis Hanau und in den Vororten Frankfurt a. M. mehreremal über die Ufer getreten und haben Tau ende von Morgen ftuchtbarsten Landes und bester Wieien überschwemmt, so daß diese teilweise wochenlang unter Wasser standen. Hierdurch sind bedeutende Schäden für die Landwirtschaft entstanden. Die Ursache dieser Ueberflutungen ist vorwiegend in der ungenügenden Größe der Bachquerschnitte und in der mangelhaften Unterhaltung der Bachläufe begründet. Diese Mißstände sollen nunmehr beseitigt werden. Da soweh' die Nidda als auch die Nidder teilweise Grenzflüsse zwischen Hessen und Preußen sind, teilweise ganz auf hessischem oder ganz auf preußischem Gebiete liegen, war es erforderlich. Verhandlungen mit den zuständigen preußischen Behörden aufzunehmen. Auf Anregung des Regierungspräsiderte 1 in Kassel fand, nachdem tag3 zuvor eine Besichtigung bei geschädigten Gebiete unter Beteiligung des Herrn Finanzministers stattgefunden hatte, am 5. September 1924 im Rathaussaal zu Vilbel eine von unserer Abteilung für Ernährung und Landwirt» schäft ein berufene Besprechung zwischen den Der- tretern der beteiligten hessischen und preußischen Behörden statt. Unter den Teilnehmern herrscht« Einigkeit darüber, daß an die Regulierung der Aidda und der Nidder so schnell wie möglich heran» gegangen werden müsse. Weiter wurde beschlossen, den Plan über die Regulierungsarbeiten an der Vidda nördlich Donames bis Schar rinn hlenwehr und oberhalb im Kreise Friedberg, sowie an der Nidder vom Einfluß in die Nidda bis Windecken von dem preußische r Kulturbauamt Fulda unter Mitwirkung des hessischen KulturbcvurmtL Friedberg aufstellen zu laifen. Die Kosten bet Vorarbeiten sollen nach den Uferlängen ausgeschlagen werden." Zur Ausarbeitung der Entwürfe werden als Anteil Hessens für die oben angegebenen Strecken 100 000 Goldmark alsbald vom Landtag erbeten. * Wettervoraussage. Etwas wärmer, Winde aus westlicher Richtung Meist trocken, doch kann mit dem Auftreten geringer Niederschläge gerechnet werden • Gießener Wochenmarktpreise am 16. Oktober 1924 (Händlerpreise). Es kosteten auf dem Wochenmarkt: Duttet- 2,40 bis 2,50 Ntk.. Matte 35 bis 40 Pf., Käse 50 bis 70, Wirsing 9 bis 10, Weißkraut 6, Rotkraut 9 bis 10, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10. Spinat 35, Römischkohl 5, Dohnen 15, Untet> Kohlrabi 5, Grünkohl 15, Feldsalat 25 bis 40, Tomaten 50, Zwiebeln 15, Meerrettich 40, Kartoffeln 5, Aepsel 10 bis 15, Dirnen 8 bis 15, Preiselbeeren 80, Zwischen 15 bis 18, Nüsse 50 gen der bei, lehe«r 2er. für liu|t» Stageg in ft ober w lvsthllng, dir Mhrung der APlah kommt, de hinter dem d«n TBk Aus Rheinhessen, 15. Oft Dem Bewohner des unbesetzten Gebetes fällt es bei vorübergehendem Aufenthalt in unserer Provftiz besonders auf, wie an Hellen Tagen die Luft m'rt dem Surren und Puften der Flugzeugmotoren erfüllt ist. Ganze Geschwader französischer Flieger steigen zu bestimmten Stunden von ihrem Flugplatz bei Wackernheim auf, freifen ftun- | denlang in der Luft oder streben westwärts der französischen Grenze zu, um spater wieder zurück- zukommen. Es sind ausschließlich f r u y e r e deutsche Flugzeuge, die bei diesen Flügen Verwendung finden. Sie sind an dem t.esen und lauten Surren der Motoren für jeden Kriegsteilnehmer leicht erkenntlich, wenn auch das Eiserne Kreuz" längst von brr Tragfläche verschwunden ist — Die französische Besatzung beschränft s ch ausschließlich auf Vel.gung der Städte. Auf d.-m platten Lande sieht man keinen Franzosen, trotzdem ist bas Mitführen bes Personalausweises selbst zur Feldarbeit jedem besitzen Zuwider- handelnde werden, so sie zufällig ertappt werben mit hohen Geldstrafen belegt. Dre deier- abendstunde um 11 Ülhr abends muh streng ern- gehalten werden. !anb. Olt. 1924 Handlung an das Schöflengerichl zurück, billigte zwar die Unding riinbe, soweit Amtsunterschlagung vemrint Uxrr. hielt s "»Itlub leh*tto De» der Schaft nee. ln9 Do: L ^ore. •öegrabnij 5 fron- klede zu er Nid der ad Wirtschaft andtaas üfer er Aider eine irung&torlage, m Jahre nie» ti) f to b’, bt fe Sriebbcrg, Hanau uiti) Mhreiemal ixmente von ßftcr Wieen e wochenlang ib bedeutende tstMden. Sie wrviegend in tchquerschnife ung der Aach- ollen r.iüime r libba auch wischen Hessen auf hessischem le liegen, W ii den zuslan» nehmen. Aas ite-i in Kassel tesichügung der rung des H^ le am 5. 6ep» Vilbel eine von und Landwirt» ischen dm Der» :nd hmern herrsch« Mlierung der e möglich irte beschloss irfeeiten ।w erg, otoie an M bis DM» rbauamt AMrbcvam^ Kosten der rlänge" ausge- r Entwurf« ! für die oben Angeklagten, er habe dte Mehrbeträge zur Deckung von Fehlbeträgen, die in der Zett der G»-l Entwertung leicht hätten entstehen formen, ter Kass« zugeführt, nicht für widerlegt hielt. Das Re ch s- g e r i ch t hob dieses freispnechende Erkennlni - auf und verwies die Sache zur nochmaligen Der- • - Es Diele: „Luftpiraten" — Die Deutsche Volkspartei veranstaltet am nächsten Montag (20. L TCt«.) um 8 Übr in der Turnhalle eine öffentliche ^Versammlung, in der Frau Dirertorin Dr. ,'^0$, t>ie als Reichstagsabgeordnete im letzten Reichstag für die Deutsche Vollspartei besonders die Fragen der Kleinrentnerfürsorge vertrat, und Reichstagsabgeordneter M o ra t h, der an den Deamtenf.agen in den Ausschüssen und dem 'Plenum tatkräftig mit arbeitete, sprechen werden. Der ghrtritt ist frei. (Siehe gestrige Anzeige.) — Der Dauersche Gesangverern veranstaltet am nächsten Sonntagnachmittag rn t>er Reuen Aula der Llniversttät ein Wohltattg- keitskonzert. dessen Ertrag zum Besten der Kriegsblinden Verwendung finden sott. 3m ytn- blick auf den guten Zweck des Unternehmens und Vereins sei der Besuch bestens empfohlen. Man in Anbetracht der gesanglichen Leistungen des beachte die heutige Anzeige. -Der Goethe-Bund veranstaltet am nächsten Sonntag im Kaufmännischen Dereinshaus anläßlich bei Wiederkehr des Todestages des Dichters Cäsar Flaischlen eine Gedenkfeier unter Mitwirkung seines Bundesorchesters. (Raheres rm schul-. Nächsten Dienstag» abend Versammlung. (Siehe Anzeige.) Landkreis Gießen. s) Lich 16 Oft. Aus der gestrigen ®e- Meinderatssthung ist S" berichten: Dor Eintritt in die Tagesordnung teilte der Bürgermeister mit, daß der jetzige BeigeordnÄ^Alt- bürgermeister Dorrn er, heute sernen Ehrentag habe, beim es seien heute genau 30 3ahre ve r- flvffen seitbem ber Genannte zum ersten Male als Beigeorbneter der Stadt Lich in fein Amt eingewiesen wurde. Er war von 1894 bis 1906, versah alsdann die Stelle des Dürgermeisftrs von 1905 bis 1919 und wurde im Jahre 1922 abermals mit großer Mehrheit zum Beigeordneten unserer Stadt gewähft Der Bürgermeister sprach dem Subito gleichzeitig wich im Qlamen des gesamten Stadtvvrstandes zu dem seltenen Feste die herzlichsten Glückwünsche aus^ — Die Holzsubmission vom 7 Ottober batte folgendes Ergebnis: 1. Sichenstammholz. 1 2. 3. Klasse als Durchschnittsangebot 60 Mf (Staatstaee 95, 80 und 60 Mk.), 4. Klasse 27^70 m?ar# (6taatita$e 40 Mk.), 5. Klasse 23,11 Mk. Mark). Käufer ist W il h e l m 3u ng 2 in Dillingen. Alle Angebote find auf den Fest- Meter ausgedrück». Der Verkauf des Suhten stammbolzes zu den ger-annten Hoch.tgeboten wurde ge.rchinigt, während die Gtencbnugung für das Ei^-nslammholz versagt bfteb Der .Bürgermeister wurde ermächtigt, das letztere im ®m tevnebmen mit der Holzve^Umgskommillion f'\'ibänbig zu verwerten. — Der Mitteldeut scheu A n n o n c e n - E x P e d l 11 o n Herso in Gießen wurde die stets widerruflicye Erlaub-- nis zur Anbringung einer Reklametafel wi der Wallmauer in der Oberstadt gegen A-wers und Zahlung einer jährlichen Abgabe von v Ml. e». s Mrrten F «M- ktprcise rÄ 5 g bis 40' l(fl -a 40 ?tt $ai4>t- toten t^chiedene Einträge machte. Aw den Den Reffenden üBergcOenm ^>nLp1fcrtcn pnnom erheblich höhere Preise, wie auf bei Stammkarten, die auch bezcchkt wurden. Die auf letzteren vermerkten geringeren Fahrpreise trug er bann auch in das Einnahmebuch ein Die Anklage nahm an, daß Schl., sich diese Mehrbeträge iechiswidrig zugeeignet, mithin eine erschu-e te Amlsunterschlagung begangen habe, doch g.lar ,te das Gericht in der H^upfixrHandlung vom 14. März L 3«. auf Grund eingehender Beweisaufnahme durch Zeugen und Sachverständige z'.ir Freisprechung, da es die Behaupttm.i r lebhaft: auch aus dem besetzten Gebiet waren niete Sanitätskolonnen oder Abordnungen er» id, cnen. Vormittags fand eine Gedächtnisfeier ruf dem Ehrenfriedhvf statt. Gedächtnisreden hiel- ■en der 1. Vorsitzende des Hess. Verbandes dev bamtätStoformen vom Roten Kreuz, Hauptmann i, O Letheihen, sowie Assessor W e i ß » Babenhausen. Der Rachmittag war geschäftlichen Verhandlungen gewidmet, denen eine größere Schauübung folgte. Eine neue Dildmarke mit einer Ansicht hat bte ReichSvruckerei hergestellt. Sie ^eigt die Burg Rheftisiein. Die Marke ist in Kupferdruck grün auf weißem W fffelmustechapirr 'm 5urm eines liegenden Rechtecks in Bogen zu 50 oLüxi gedruckt. Heber der Ansicht steht links •mb rechts die Wertziffer 1, dazwischen der Wert Eine Mark" in Buchstaben. Unter der Ansicht furft man „Deutsches Reich" auf einem 2,5 Millionter breiten, senkrecht schraffierten Untergrund. 8ür beide Angaben ist eine Helle, schräge Bruch- jchrfft verwandt. Der Rame der Burg steht in ver- «chftmaener Schrift unten rechts im Wasser. Die Marke '.st links und rechts von einer guilfochierten Randleiste eingefaßt. Die Marke wird erst aus-» «geben, wenn die Ziffermarksn zu 50 und 100 Pfennig aufgebraud>t sind. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater, ZV_> Mr: „Rordrsche Heerfahrt . — Aaturheilverei", 8 Uhr, Gewerbehaus: Vortrag „5)ie Ausgaben der Frau auf dem Gebiet der Gesundheitspsiege". - Rundfunktbaus, Loderst raße: 81/,. Uhr Tanzmusik, 10 b^ 11 Uhr Lustsvielabend. - Lichffpielhaus, Bahnhofstraße: «Vlädchen, die man nicht heiratet". — Dilderbühne. „Die Lawine". — Astvria-Licht- RegenmänfeltiHüfe für Damen, Herren u. Kinder. Vorbildlich \ in Schnitt und Sitz V ’V unter Verwendung r \ bester Stoffe und V Zutaten. Turnen, Sport und Spiel. Tnrngau Hessen (D. T.). -o- Rächst en Sonntagvormitlag werden Him« berte von Turnern als Stafettenlä'ufer den Gau Hessen durcheilen. 3hr geineinfames Ziel ist Gießen, mit der Absicht, zu ihrem Teil beizutragen zu der Ehrung eines lang!übrigen, mit den Hessenturnern innig verwachsenen führenden Mitgliedes des Gaues Hessen DieZechs Bezirke des Gaues werden durch ihre Läufer gegen 11 Uhr auf Oswaldsgarten die Ehrungen überreichen. Dom Turnverein von 1846 Gießen. Die erste Faustballmannschaft (G.m» meister) des Turnvereins von 18 46 weilte in Langsdorf zu einem Pokal-Wettfpiel, das sie mit großer Ueberlegenheit gewann. Die Ligamannschaft des D. f. D. konnte auch am Sonntag wieder einen eindruckS» vollen Sieg erringen. Diesmal war es die in vorzüglicher Form befindliche Germania Marburg, die sich V. f. B. mit 1:2 beugen mußte. Von Anfang an zeigte V. s. B. ein klassisches Spiel und drückte zeitweise den Deg.ier in seine Hälfte. Trotzdem buchte dieser das erste Tor (für den von der Sonne geblendeten Tormann unhaltbar) und wurde mehrmals noch durch seinen außerordentlich schnellen Sturm gefähr- i lich. Rach dem Ausgleich durch Schnürte spielte Gießen auf Sieg, seine Kombinationsangriffe scheiterten aber an der starken gegnerischen Verteidigung. Kurz vor Schluß nahm (Dteger eine Vorlage Schn ürles auf und sandte unhaltbar ein, damit den Sieg sicher» stellend. Die II. Mannschaft, deren 5:2-Sieg am Gönn’ tag vor 14 Tagen über die II. vorn Spoi-ftluv v. 1900 Gießen noch nachzutragen wäre, gewann im Derbandsspiel gegen die l. von Ober* mörlen 3:0, die III. Mannschaft spielte gegen die II. von Obetmörlen 0:0, während die 1 3u* gend endlich gegen die gleiche von Heuchelheim 2:1 gewann. Alles zusammen ein erfolgreicher Sonntag, der Zeugnis gibt von der derzeitigen Spielstärke des D. f. D. Kirchliche Nachrichten. Isr. ReligivnSgemeinde. GotteSd.i. d.Shnagog- (Süd-Anl.). Samstag, den 18. Oktober. Dorabd. 5.1b nwrg. 8.30, abb$. 5.35 u. 6.15. 3fr. ReligionSgefellschaft. Sabbatfeier, 18. Oft Freitag abd. 5.00, Samstag vorm. 8.00, nachm. 4.00 Sabbatausgang 6.15, Sonntag morgens 6.15. — Montag, den 20. Oft. u. Dienstag, den 21. Oktbr. Hüttenfest-Ende und G e,s e h e s f r e u d e. 1 Tag. Vorabd. 5.10, morg. 8.00. nachm. 4.00. 2 Tag. Vorabd. 6.10, Iugendfeier, morg. 8.00 nachm. 4.00, Festesausg. 6.30. — WochengotteS. dienst morg. 6.30, abds. 5.(0._____________________ Heffeu-Naüau. # Königsberg (Kr. Biedenkopf), 16. Oft 3n Hohensolms drangen Montagnacht D i e b e in die Wohnung dem Konsumlager» Halters Hartmann ein und raubten meh» rere Anzüge, Llhren und Lebensmtttel. Der Besuch war eigenllich dem Laden des Konsumvereins zugedacht, der aber diesmal stark vergittert war, weil vor zwei 3ahren dort schon ein größerer Einbruch ftattfanb. Ein von Gießen geholter Polizeihund konnte leider die Spur nicht mehr verfolgen, da diese schon stark verwischt war. Von den Dieben fehlt auch diesmal l^ 'Spur • AltenverS, 15. Oft. Am Sonntag fand hie Einweihung des nach den Plänen von Daurat Schuhmacher errichtet^- neuen Fabrikanbaus der h-eslgm Zweigfabrik der Firma 3oh. Dalth. Roll in Gießen statt. Kommerzienrat Roll warf einen Rückblick auf die ©rünbung der Altenverser Zweigsabrck u^ gedachte besonders der schon über 2d 2ahre in feiner Firma stechenden Arbeiterinnen. Durch den Reubau ist den Arbeitern der hiesigen Gemeinde und der umliegenden Ortschaften Gelegenheit geboten, Geld zu verdienen, und auch die rrur Lan^ wirischaft betreibende Bevölkerung welche vor I 3ahrzehnten noch den Eidg der tation in ihrer Gemeinde bekämpfte, isi letzt froh, äh durch die Zigarrenfabriken der Arbettsfosig- | teit gefeuert ist. Bei guter Bewirtung und ifoiter- haftung blieben die Arbeiter IN freudiger Stimmung bis Mitternacht zusammen. bl Dillenburg, 16. Oft. ®ie anl>altent>e Erwerbslosigkeit hat es hier mit sich S«bi^cht daß man zur Verbesserung von V eh- weiden geschritten ist. .Durch die icihrelange Abnutzung sahen die l^rden sch^chtaus^ ttll- weise waren sie gar nicht mehr nutjbar. Der Wohnungsnot gedenkt man hier unter Zuhilfenahme der Hauszins steuer taftig e-tt- gegenautreten. Auf die ^Hinssteuer will man Hypotheken geben. Etliche hundert Anträge auf Gewährung sind bereits emgelaufen. Leider sind aber die Mittel tog. ___ _ , . fpd. FranksurtaM, 16. Oft.DerPhhsd- kalischeVerein zu Frankfurt a. M. feiert am 2 3 u nd 2 4. Oktober sein hunder tfäh- riged Bestehen durch Niedrere festliche V^° anstaltungen. 3m Mittelpuntt des Iubilaun^- aktes steht die Fesftede d^ früheren Dornten des Physikalischen Vereins, Pros. Dr.-3ng. Lep- ^^Wd^Hersfeld, 16. Oft. Der Vorstand der städtischen Sparkasse beschloß, um den S P a r f i n n wieder zu wecken, die Spar er a m Reing ewi n n zu beteiligen. Zu d^srm Zweck soll am 3ahreSende der ganze Rerngewmn misgeschüttet werden. Die Sparer erhaften neben den Zinsen noch einen Gewinnanteil. teilt — AlSdann machte der Bürgermeister eine I inteielfante Mitteilung: Der Gemeinderat hatte ■ im vergangenen Frühjahr auf Antrag der Mehr- hrit der Rindvieh Halter die Anschaffung eine» Friesenbullens beschlossen, weil der größte Teil der hier gehaltenen Kühe dieser , Aasse angehori. Das Kreis amt versagte die Gene^nigung zu diesem 'Beschluß nut der Be- annebung dah das in unserer Gegend gezogene Riederunasvieh sich für unser Ksima nicht eigne und insbesondere bei Stallhaltung in Formen und Leistungen entarten würde. Diese fteisami- liche Anordnung wurde von der Stadt im Ver° wasiungsstreitverfahren angefochten. Der Kreis- I ausschuß vor ixmi die Angelegenheit am H Oktober'd 3s. verhandelt wurde, wurde der Forderung der Genieinde gerecht, indem er die ki-eisamtliche Verfügung aufhob und der Stadt Lich die Genehmigung erteilte, neben der hier gezüchteten Simmentaler Rasse als zweite Zuchtrichtung einen Bullen der Friesenrasse zu halten. — Rach Schluß der Sitzung versammelte sich der Gemeinderat im Hotel Holländischer I Hof" zu einer kleinen Feier zu Ehren des lang- I jährigen Beigeordneten, dem als äußeres Zm- chen des Dankes ein Dlumenangebinde überreicht wurde - Der ordentliche Lehrgang 1924/to an der hiesigen La n dw i r t s chaf t l i ch e n Sch u le wird am Montag, 10. Rov. d. 3s., eröffn^. Dg Gr oßen-Duseck, 16. Oft. Da ein Teil der hiesigen Reubauten nicht mft elektrischem Licht versorgt werden konnte, sieht sch die ^Semeinde genötigt, ein zweites Transformatorenhaus zu errichten. — Trotz der geringen Obsternte haben die Deriteigerungeu .es Früh- und Spätobstes der Gemeindekas e ben Erlös von rund 1900 Mk. zugeführt. Auch in diesem Herbst soll der immerhin schon recht beträchtliche Obstbaumbestand der Gemeinde durch Reuanpflanzungen vermehrt werdeir Rachdem die hiesige La ckf ab r i k ihren Betrieb bereits eingeschränkt hatte, ist derselbe nun ft i II- gelegt w rden. Dem Vorlauten nach besteht jedoch Aussicht, daß er — vielleicht unter anderen Verhältnissen — wieder ausgenommen toirb. t Grünberg, 16. Oft. Selten ist dem Gallusmarkt so schönes Wetter belieben gewesen, wie in diesem 3ahre. Schon um 10 ilbr vormittags hatte sich eine Menge Menschen ein- | gefunden, aber alS die Züge um 11,10 von Alsfeld und um 1,10 von Gießen mit ihrer gewaltigen Menschenmenge ankamen, war das Gedränge auf den Straßen und dem Gallusmartt aewaltig Besonders interessant war ern Duck über die verschiedenartigen Duden und Äramer- stände die die Zahl 100 bedeutend überschritten hatten' Auherordenllich groß war der trieb im Wirischaftszell und bei den größeren Kramerständen. Wan konnte wahrnehmen, daß überall reichlich gekauft wurde und die Geschäftsleute sehr zufrieden waren. DieHauptstrahen i)er Stadt waren von Menschen überfüllt, das Durchkommen war schwer. Warf man bei dieser Gelegenheit einen Blick in die off enst ernten Je» schäftshäuser, so konnte man wahrnehmen, daß auch diese von Käufern überfüll^ waren. Man darf annehmen, daß unsere Geschäf^leute einen guten Tag gehabt haben. Wenn auch ter Extra- »us ter Grünberg-Licher Eisenbahn um 6 alhr und die Züge nach Fulte und Gießen eine große Zahl ter ^tesucher wieder chver Heimol zuführten, । so formte man doch noch am Abrnid eme Menge auswärtiger Leute überall antreffen. Kreis Frredberg. ss Friedberg, 16. Oft. Bekanntlich hat ter Hessische Sparkassen-Girvverband" in einem Rundschreiben vom 3uni L 3. etne Sparpramien- derlosung ausgeschrieben, an der jeder teilnanmt, ter bis zum 1. Oftober eine Spareinlage von 50 Mk. bei den hessischen öffentlichen Sparkassen hat und diese Einlage bis zum 1. Dezember auf 80 Mk. erhöht: die ausgesetzten Prämien belaufen sich auf Beträge von 40 bis 2000 Akt, im ganzni auf 52 000 Mk. Wie anregend dieses Ausschreiben auf den Spürsinn ter Bevölkerung eingewirkt hat, möge an einem Beispiele ter 03 e* zirtssparkasse M a t hi ld en st is t m Friedberg gezeigt werden. Seit Einführung ter wertbeständigen Konten 1924 wurden an genannter Kaffe 580 Sparkonten neu angelegt, dazu kamen im Monat September »eitere 638 mit je 50 Mk. Sinlage, am 1 Oktober außerdem noch 118, im ganzen bestehen allo jetzt 1 336 neue Konten (davon 625 auf je 50 Mk., 650 auf 50 bis^O Mk 79 auf höhere Beträge). Bon den im September ein- gezahlten Beträgen ist mit Sicherheit anzunehmen daß dieselben mit Rücksicht auf die noch vor Weihnachten flattfintente Prämienverfosung ein- aeleatwurden. Es ist also nur an dieser eme n, Kasse ein Betrag von mehr wie 100 000 Mk. dem mertebr zugeführt worden, ter sonst wohl zum größten Teile unnütz und zinslos in^ den Schubladen ter Besitzer hermngriahv-n Ware. Kreis Schotten. • Schotten, 16. Oft. (Eigener Bericht.) Der GesamterloS aus den Ob st Versteigerungen an den Kreisstraßen unseres Kreises hat den Betrag von 6757 Mk. ergeben. Eichelsdorf, 16. Oft 3n vielen Orten des Kreises, in denen die Herbstferien beendet waren, ohne daß die Kartoffelernte vollständig geborgen war, tourten mit Ermächtigung des Kreisschulamts Me Serien verlängert. Auch unsere Landwirte sind recht dankbar für diese e n tgegenfommente Maßnahme § Ulrichstein, 16. Oft. Heute tourten die drei bei dem Kirchenbrand abgestürzten unb gesprungenen Glocken, aus ten 3ahren 1728, 1788 und 1920 stammend, ab t ra n s pvr t i er t: Rincker in Sinn liefert die neuen Glocken. Einstweilen dient ter Gemeinte eine von ter genannten Firma zur Verfügung gestellte Ersatzglocke. Der Kirchturm hat nun ein Rotdach erhalten, um weitere Schäden durch die Witterung zu verhüten. . ... . Kreis Budnrgen. tfltwiw jeder Art werden bei billigster Berech' nung ausgeführt 0-M27C toff Wer. MwWe ' Teleph. 1341 Glkßkll Siidanlage 7 Die Beerdigung findet am Samstag nachmittag 3 Uhr statt. 024290 MocNule Gitta 8074a Ludwig Feige Sonnenstr. 20 Sonnenstr. 9 Kamelhaarschuhe Filzschnallenstiefel, besonders preisw., Damen, 2.75 Aritz Keßler 8069 D k [Jen, unter 024297 n-i den 7W*ss Gieh. An», erbeten. XI Servus Herren 3.75 4.50 Damen 2.45 3.25 Kinder 1.50 2.25 Karpfen iclilßien Miß Blau- felshen treffen außer all. Sorten Schuhhaus Seltersweg 19 Damen-Schlupfhosen Damen-Reformhosen Damen-Biberhosen Damen-Biber-Röcke Damen-Sportwesten Bettücher Bettkolter Blusenflanelle Hemdenflanelle Henle »bnd.8.30ü.: Tanzmusik muss man benutzen zum Stiefelputzen I •e*. Werke Ubezyaekl * Oe. A.-0., Berita-LlohtoeWe 10-11 Uhr: Lustspielabend Morgen ahnd. 7 U.: Uebertragung a. (1. Frankfurt. Oper Der fliegende Holländer 7971a Merke: Telephon 240 f. Autofahrten. ____7707V Die Beerdigung findet Montag, den 20. d. Mts., nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. 80670 Besonders preiswert kaufen Sie Ihren Winterbedarf bei mir! Herren-Unterhosen Normalhemden Einsatzhemden Hautjacken Herren-Sportwesien Futterhosen Kleiderbiber Weisser Köper usw. KllMÄW Löberstr. 12 im Alter von 46 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharina Bechthold Ww. geb. Becker nebst Kindern und Angehörigen. Gießen(Bergwerk),Lützellinden, 17.Okt.1924 Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 3^ Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. 024309 Dienstag, 21. OKI. 1924, abends8Uhr Oberrealaehnle, Elng.Bismarckstr. Versammlung aller Hörer und Freunde zur Besprechung des Arbeitsplanes für das Winterhalbjahr (Beginn 27. Oktober). 8050c Niederlage: Otto Schmidt, Gießen, Bahnhofstraße 48. Die näheren Einzelheiten hierüber werden ausführlich im Handelsblatt der Abendausgabe Nr. 760 vom Freitag, dem 10. Oktober 1924, der Frankfurter Zeitung behandelt. Alle Versicherungsnehmer dieses Konzerns werden zwecks Wahrung der Interessen um Angabe ihrer Adresse gebeten unter F. T. 5331 (8052A) an den Gießener Anzeiger. Der Zusammenbruch des Nitzau-Versicherungs Konzerns. Gestern nachmittag 3 Uhr entschlief sanft meine liebe Frau, unsere treue Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Emilie Berg geb. Jost im Alter von 79 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Carl Berg sen. Gießen und Höchst, den 17. Oktober 1924. Mittwoch abend verschied plötzlich nach kurzem, schweremLeiden mein lieber Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder Herr Friedrich Bechthold Sonntag, den 19. ds. Mtö, von morgens 10 — 12 l'br: Zusamme - knnft mit Sr. Exzellenz General -Lt. SUcinfcfimibt b. Kamerad Köhler. Mittags: Fami- ttenansslna nach Wetzlar (Schöne Aussicht). Slbmb'-t 1.46. gesch. Artikels, den jede Dame gebraucht. Besondere Räume nicht notwendig, jedoch ein kleines Anfangskapital vonüO M. an erforderlich. Näheres gegen Einsendung eines Freikuverts. W. Becher. Zwickau i. Sa., ___________Osterwitzftrahe 12. 8037 V Wegen Verlegung unseres Bureaus suchen wir für unseren Lehrling (im 2. Lehrjahr in kaufm. u. techn. Bureau) anderweitige Stellung. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gietzener Anzeigers. 024296 mm 3V2PS, guter Läufer, I In bestem Zustande, für 28 > Dik zu verk. Allq. sskllftflllirzeug' Vertrieb Gie^n Aitermeg60. Tel. 1646. I0™9* VMMkWse bis 60 Liter und Waldvögel zu verkaufen 024299 Roonstrahe 18 I. Drei Zentner Wbimn zu üerf. Näheres in der Geschäfisst. des Gieh. An zeig. 80680 Kaufgesuchei — । 1 ' Gesucht wird b. evtl. , Barauszahlung Gra dhesilz; Häuser, Billen, Fabriken, Landbesitze rc. Besitzerang a Ernet Brlesehe & Co., Braun s ch weig 19. Zrettag, <7. Gttover 1924 Kt. 245 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen) Aus dem Reiche der Frau. Eine Frauenpartei? Don Marie Bousfet In letzter Zeit ist die Idee einer besonderen Frauenpartei mehrfach aufgetaucht und hat in Fcauentreisen interessante Erörterungen heravr- gerufen. Dor allein ist es Frau von Oheimd, die frühere Reichs tags abgeordnete der De itschen .Volkspartei, die diesen Gedank.m mit Lebhaftigkeit ausgenommen hat. Allerdings ist sie in der Frauenbewegung mehr als Außenseiter zu betrachten und dürfte daher nicht als Kronzeuge in dieser Hinsicht anzusehen sein Aber auch auf autoritativer Seite, was das Gebiet der Frauenfragen anbetrifft, steht man der Ide: vielfach wenigstens nicht ablehnend gegenüber, und sie ist auch auf der Mannheimer Tagung des Bundes Deutscher Frauenvereine — sie wurde besonders durch Marie Daum vertreten — der Gegenstand lebhaften Interesses gewesen. Ohne Zweifel ist die Hauptui^ache zu solchem Vorhaben in den mancherlei Enttäuschungen zu suchen, welche für-die Frauen in ihrer parlamentarischen Tätigkeit nicht ausgcchlieben sind. Sie betraten die politische Arena mit dem „fröhlichen Vertrauen des besseren Menschen", ater die Dirk- lichkeit trat ihnen dort, den Schil!ers.tzen Worten entsprechend, entgegen: »Doch alles ist so klein, so eng . . . Sie geben, ach! nicht immer Glut Der Wahrheit helle Strahlen . . So muhten die Frauen das starke Hervor» treten der wirtschaftlichen, der Berufs- und Klasseninteressen, die Auswüchse des Parteiwesens: rücksichtslosen Parttieg^ismus und engherzige Beschränktheit, die Hnarten im parlamen- tarijchen Getriebe: die Vielvederei und die unschöne, ost gehässige Art der Bekämpfung des Gegners — alles dieses muhten sie höchst unangenehm empfinden: sie wurden abgestoßen üoa dem „Allzumenichlichen", das gerade auf politischem Gebiet recht unverhüllt zutage tritt: von dem persönlichen Machthunger und dem Ehrgeiz der einzelnen. Auch fühlten sie sich vielfach in ihren Bestrebungen gehemmt durch den von der Partei ausgcübten Druck, und wurden zu unerwünschten Kompromissen gedrängt In einer Frauenpartei — so hasst man — teerten die Mitglieder in der Hauptsache zusammengehalten durch das Bestreben, dem Ganzen zu d enen sie können sich — unbeeinträchtigt durch Parteirücksichten, unbelastet von der Schwere materieller Interessen — über hemmende Gegensätze hinweg in einheitlicher Stärke für eine von allen erstrebte edle Kultur- und Wohlfahrtspolitik einsetzen. Es ist das schöne Bild von einer Partei der Menschlichkeit, das den Frauen vorschwebt. An die Erörterungen über diese ganze Frage knüpst Dr. Rosa Kempf ernste besinnliche Betrachtungen (in der „Frau"), mit denen sich zu beschäftigen wohl der Mühe wert ist. Einiges sei hier wiedergegeben: „Ich will hier nichts sagen für oder gegen die Möglichleit und Zweckmä^gkeit einer Frauenpartei. Aber ich will die Gesinnung anklagen, aus der diese Forderung teilweise begrüntev wird. Wie billig von der Frau, von Heter- wucherung der materiellen Forderungen und Interessen in der männlichen Politik zu sprechen, solange sie den gigantischen Kampf mit den mate- viellen Voraussetzungen des gesitteten menschlichen Daseins und des gesitteen Familienlebens fast ganz dem Manne zu leiten überläßt! . . . Drang und Rot der politischen Arbeit ist doch auch nur ein Ausdruck des ewigen Widerstreites zwischen Idee und Materie, zwischen Dienst am Ewigen und Rot des Zeitlichen. — Der Dienst an der Idee fordert die Meisterung der Wirklichkeit, nicht ihre Leugnung. Wo ist der Beweis dafür, daß die Frauen weniger eng und ehrgeizig, weniger machtlüstern und weniger gehässig sind wie die Männer? Wo ist der Beweis dafür, daß „so viel Geist und Freiheit, Liebe und Menschlichk.it in den Frauen" ist, daß sie für sich eine Partie der Menschlichkeit in Anspruch nehmen wird? . . . Wo sind die Frauen, die um der sozialen Gerechtigkeit willen verzichten auf die Erhöhung des Lebensstandes der eigenen Familie? Die Ausführungen über die Frauenpartei scheinen mir vielfach weit entfernt zu sein von der demütigenden Einsicht in die namenlosen Schwierigkeiten des politischen Tuns. . . . So leicht ist der Wert von der Geisteskne>Htschaft Beratungsstellen in Sittlichkeitsfragen. Don Sophie Werner. Wenn auch die Zeiten vorüber sind, wo das ftrnge Mädchen fast völlig unwissend über seine Bestimmung und über seine Verpflichtungen in die Ehe ging — wenige noch vorkommende Ausnahmen bestätigen nur die 'siegel -— f 0 doch über das Ausmast dieser Pflichten, über Folgeerscheinungen derselben, wie ' ber das ganze groste Gebiet der Beziehungen der Geschlechter zueinander, sowohl bei Hnverheirateten wie geheirateten noch viel Unkenntnis. Aus Schamgefühl unterlassen meist El'ern und erfahr rene Freunde dahingehende Veleh u gen der Eh^ anteärter beiderlei Geschlechts und tonten sich mit dem Gedanken, dah diese, wie erirstmals ne selbst, ihre eigenen Erfahrungen machen, viet.ercyr durch eigenen Schaden klug werten wurden. Welche ungeheure Gefahr für jene ui dieser Gelassenheit, ja Gleichgültigkeit gegenüber cen wichtigsten Grundlagen zur Festigung und Dauer des Lebensglückes liegt, braucht w.hl ange ichts der heutigen wirtschaftlichen Verhaltnr se, rer unsicheren Zukunftsaussichten für den einzelnen für die Familie wie für die Gesamtheit unseres Volkes und ganz besonders im Hi Blick auf die Sittenlosigkeit und Unmoral die veramerten, ja man möchte fast sagen, „auf den Kopf teW en sittlichen Anschauungen unserer KU Nicht nah.r erörtert zu werden. Es ist d« höchste Zeit, dast der Unwissenheit auf di fern Eebie e. d:e bezeichnenderweise in allen Kreisen zu beobachten ist, energisch gesteuert wftd und du^ ständige Aufklärung und Belehrung die Schaden ausgedeckt zur Geistesfreiheit, die Wahl zwischen Dienst am Geiste und materiellem Genüsse nicht zu finden, dast wir uns vom „Ekel" erfassen lassen dürften über das Treiben der politischen Parteien. Wenn die Frauenpartei kommen sollte als technische Rotwenoigk il für die Durchsetzung bestimmter politischer Forderungen, dann möge sie kommen in voller Erkenntnis der schicksalhaften Schwere aller politischen Arbeit des deutschen Volkes, mit sich bescheitende. Anerkennung der Kraft und des Willens, den viele der besten Männer bisher im politischen Kampf eingesetzt haben: sie möge kommm als Zeichen der Reife und Selbständigkeit der Frauen, nicht als Zeichen ihrer Ungeduld und der Ueberschähung ihrer eigenen Kraft."-- Diese Ausführungen Rosa Kempfs werden alle Anhängerinnen der geplanten Frauenpartei zu ernstem Rachdenken stimmen: wir müssen ihr, die sich selbst als geborene Frauenrechtlerin bezeichnet, danBar fein, dast. sm uns in die Besinnung führt und uns die verlockend erscheinende Idee im Lichte der ihr eigenen Geistesschärfe und -tiefe zeigt. Auch wer in ihre Gedanken- gänge nicht voll eingehen kann un> sie vielleicht etwas einseitig findet, wird sich doch den darin enthaltenen Wahrheiten nicht versch'.iesten können. Mit ganzem Herzen aber werten alle folgenden Worten zustimmen, mit denen sie an die Frauen appelliert: „Ich möchte ... die Frauen dazu aufrufen, dast jede in dem ihr erreichbaren Lebenskreis den Sieg des Geistigen über das Materielle leoi. Haus wie Politik werden gesunden, wenn ter männliche und der weibliche Politiker im Hause seiner Mutter gelernt hat, dast Geist und Freiheit, Liebe und Menschlichkeit im Leben bestehen, dast es den Frauen möglich ist. sich selbst und ihre Umgebung hinzuziehen zu einem Leben, das den anderen Doltsgenossen Liebe und Gerechtigkeit zu geben vermag, auch auf Kosten te3 Wohlbehagens der eigenen Familienglieder.' Frauenarbeit im Stadlparlament. Don Marie S i e g e r t, M. d. pr. L., Reuwied. Ehe uns Frauen die Wählbarkeit zuerkannt tourte, haben sich die Vorkämpferinnen scharf für das Frauenstimmrecht eingesetzt. Wenn auch damals das politische Wahlrecht in weiten Srauenfreifen noch nicht Heist erstrebt wurde, so war doch bei vielen der Wunsch rege, in der Kommune mitreden und mittaten zu können. Run ist dies Ziel erreicht und es ist mir oft schier unbegreiflich, wie wenig Frauen, wenigstens in mittleren und kleineren Städten, sich Bereit finden, das Amt einer Stadtverordneten anzunehmen. Gerade die Mitarbeit der Frauen im Stadtparlament ist dringend erwünscht, weil von ihnen eine Menge Fragen im ethischen und sozialen Sinn anders aufgefastt werden, als dies dem Mann mit seiner mehr theoretischen und intellektuellen Einstellung möglich ist. Unserer praktischen Art liegt es mehr, den Kern ter Dinge in unmittelbarer Anschauung zu erfassen, und wir haben daneben häufig Gelegenheit, die Rote und Sorgen der Familien kennen zu lernen, sie auf ihren Gehalt zu prüfen, um dann warmen Herzens für deren Linderung eintreten zu können. Hefter vier Iahre bin ich nun Stadtverordnete, zuerst mit einer Kollegin des Zentrums, einer Demokratin und einer Sozialdemokratin. Rach den kürzlich getätigten Gemeintewahlen gehöre ich leider nur als einzige Frau noch dem Stadtrat an. Auf die Mitarbeit aus diesem Grunde! zu verzichten, lag für mich kein Anlah vor. Im Gegenteil möchte ich die Frauen energisch bitten, die Scheu vor den Arbeiten im öffentlichen Leben zu überwinden. Das Amt führt uns meist in Gebiete, die uns Frauen naheliegen. Ich wurde u. a. in die Schulkommissivnen, einschliehlich die der Fortblldungsschule für schulpflichtige Mädchen gewählt, außerdem gehöre ich dem Ausschuh für die Armen-, Waisen- und Iugendwohlsahrtspflege an. Für die Belange ter Kleinrentner und Sozialrentner. konnte ich bei der Stadtverwaltung eintreten und dort manche wertvolle Unterstützung erreichen. Daneben gab es im besetzten Gebiet viele Gefahren und ernste Geschehnisse, die von uns Frauen naturgemäß tiefer empfunden wurden, und die zu lindern und zu bekämpfen wir berufen sind. — Weiter teerten, an denen so manche Ehe krankt, und — wie die Tatsachen beweisen — schließlich „in die Brüche" geht. Der Großstadt Hamburg blieb es Vorbehalten, als erste in Deutschland eine Sexual- Deratungs stelle zu grünten. Der Plan dazu, schon lange Iahre voll Verständnis für die d.ingente Rotwmdig eit s i er Verte rkl chung gehegt, konnte aus Mangel an Mckteln erst zu Beginn dieses Iahres rerteirllicht werden. Mit Unterstützung einer Reihe tüchtiger Kräfte: sozial vorgebildeter Frauen, Pädagogen, ersahre- ner Aerzle, Rech sberater und Anwälle. die sämtlich ehrenamllich tätig sind, tourte die e gemein- nütz ge Tätigkeit ausgenommen die toie der rasch steigende Besuch tetoeift, einem tatsächlich dringenden Bedürfnis entgegenkam und deshalb vor einigen Wochen um eine z weite Beratungsstelle, und zwar mit Unterstützung der Allgemeinen Ortskrankenkasse, erweitert werden mußte. Unter den Ralluchenden sind fast alle Stände vertreten. Reben Ei zelpersonei, vor allem Frauen und Mädchen, ftnden sich auch Brautleute und Ehepaare ein, um 'ich über die verschiedensten Fragen des Gesch'echtslebens belehren zu lassen. Im Einzelfalle komme 1 nacheinander- oft sämtliche Hilsskräste zur Beratung und Belehrung in Frage, und wo ärztliche Behandlung noiwendig wird, geben die zu 'änd'.-en Fachärzte den 'Ausschlag, ob die Ra.suchenden einem Krankenhause irgendeiner der zahlreichen Wohlsahrtsorganisattvnen ter Stadt oder ihrem ständigen Arzt zur weiteren Behandiung oder Beaufsichtigung rord Beratung ütertote e 1 teerten. Da fämtl che Auskünfte völlig kostenlos erteilt werden — die Zahlung von 33 Pf. Buchungsgebühr kann nicht in Frage kommen — so steht auch dem Aermsten der Armen, die stän- möchte ich auf die hohe Bedeutung ter Schul- fragc in ter Iehtzeit Hinweisen. Gerade uns Frauen muß die Ausführung des § 146,2 der Aeichsversassung am Herzen liegen, wie sie sich in den Kommunen gestaltet. Es fragt sich da, ob wir für unsere Iugend in Zukunft eine konfessionelle oder weltliche Schule resp. Simultanschule haben werten. Auch die Bildung der neuen Jugendämter bietet uns Frauen in den Stadtparlamenten reichlich Gelegenheit, dafür zu sorgen, daß Persönlichkeiten zur Mitarbeit aufgerufen werden, die nach ihrer ganzen Einstellung dazu geeignet sind, zu Rutz und Frommen unserer Iugend mitzuwirken. Wohin ein ernster Mensch mit Haren, guten Augen schaut, tritt ihm Elend und Rot entgegen, und wir Frauen sollten uns immer bewußt sein, daß es unsere dringende Pslicht ist, zu Helsen, wo wir nur eben können. Dazu gehört aber, daß wir uns die Zeit nehmen, ernstlich über kommunale Belange nachzudenken und daß wir fleißig Umschau halten, wo wir Rachahmenswertes sehen, das sich in dem Rahmen unserer heimischen Verhältnisse durchführen läßt. Iedenfalls lassen sich durch ein enges Zusammenarbeiten mit den männlichen Kollegen Werte schäften, auf die wir nicht verzichten können. Die Arbeit in den Stadtparlamenten ist trotz manchem Kampf und mancher Schattenseite reich und schön. Darum nochmals die dringende Ditte an die Frauen um tätigen Anteil an den Arbeiten in der Kommune. Der unvorhergesehene Gast. Don Dr. Ella Mensch. Die Gastlichkeit gewinnt toieter an Doden, auch in dem verarmten Deutschland, wo sie eigentlich nie ganz gestorben ist, selbst nicht in den knappsten Iahren ter Kriegs- und Rachkriegszeit. Am schlimmsten um Gastlichkeit und Geselligkeit war es bestellt in den Zeiten unserer höchsten Dlüte, wo man in gewissen Kreisen kaum noch wußte, zu welchen Formen ter Aufmachung für seine Gäste man greifen sollte, damit einem diese überhaupt noch die Ehre des Erscheinens antaten! Geselligkeit war das schon nicht mehr. Rur noch ein Zusammentreffen an elegant und raffiniert hergerichteten Futterkrippen. Und trotz dieser Fülle und dieses Ueberflusses konnte ein unvorhergesehener Gast, der ahnungslos in diese Atmosphäre des Glanzes hineingeriet, eine empfindliche Störung verursachen, sich und die Hausfrau in die größte Derlegenheit bringen, falls er nicht etwa den Takt besaß, sich sofort zu empfehlen. Man hatte ja nicht auf ihn gerechnet, er paßte nicht in die vorhergesehene Tischordnung Hinern, vielleicht auch nicht zu den andern Geladenen. Iedoch in den Kreisen, wo die echte Herzlichkeit und unbefangene Fröhlichkeit walten, wo man nicht so viel Umstände machen kann, weil diese gar nicht zur Haushaltungskasse stimmen würden, ter oder die Unvorhergesehene eher als angenehme Ueberraschung empfunden, die ihrerseits noch zur Vermehrung des Behagens und ter guten Stimmung tei trägt. ■Hebet bestellt ist es um die echte Geselligkeit, wo man auf Redensarten stößt wie: „Wir trollten uns gerate zu Tische setzen, da klingelt es und es kam Besuch, welch unlebsame Störung!" Es ist wirklich.schon ein hoher Grad von Schwerfälligkeit, wenn man bei einem unerwarteten Besuch nicht zusammenrücken, nicht rasch noch einen Teller oder eine Tasse herbe iHv len kann. Wird ter unvorHergesehene Gast gewahr, daß sein Kommen keine Hnbequemlichkeit verursacht, so wird er selbst sich rasch behaglich fühlen und das Plauderstündchen am Kaffee- oder Abendbrottisch durch nette Hnterhaltung würzen helfen. Es ist taftächlich nicht immer Mangel an Gastlichkeit, es äst Mangel an Beweglichkeit, wenn man mit unvorhergesehenen Gästen nichts anzusaingen weiß. Machen wir es uns doch leicht mit unserer Geselligkeit! Behandeln wir sie nicht wie eine Ausgabe, dke im Schweiße unseres Antlitzes und mit viel Hnkosten heruntergearbeitet sein will. Die Ausgabe löst sich ganz von selbst, wenn man sie nicht zu schwer nimmt. In einem Haushalt, in welchem es im allgemeinen ordentlich zugeht, bedarf es keiner grvßenScheuer- undPuhfeste, wenn einmal ein paar Menschen zu einer Tasse Tee erwartet werden. Wer von ter Furcht des Beredetwerdens nicht lvskommen kann, ter besitzt keine innerliche Freiheit, hat kein Ta- dige Benutzung der Sepualberatungsstelle im Bedarfsfälle frei und es ist ohne weitere Z einleuchtend, toie segensreich die Austoir.ungen iß.ec Tätigkeit fein müssen. — Demnächst wird sich auch ter P reu ß i s che Landtag mit die er neuen Einrichtung zu beschäftigen teten. di ihn ein Antrag vorliegt, d.-r die teldm g chste Gründung toeiterer Sexualbevatunasstel e.1 und durch diese auch Beratungen der Ey konditer teu bezüglich gesundheitlicher und sexueller Eignung zur Ehe und zur Aufzucht des Rachwuch'es f örtert, die in dieser Hinsicht den Mütterberatungsstellen Vorarbeiten könnten, die sich ja der „stillenden" Mütter zum Besten ter Säuglinge schm feit Iahren mit segensreichem Erfolge annehmen. Soziale Fragen. Pflichtarbeit der Arbeitslosen. In der Entwicklung der Erwerbslosenfürsorge bedeutet die Derordnung vom 1 Rovember 1923 eine wichtige Hmgestaltung. Don diesem Zeitpunkt an wird die Gewährung der Hnterstühung von einer Arbeitsleistung abhängig gemacht. Die verlangten Arbeiten müssen gemeinnützigen Charakter haben. Damit ist eine Pflichtarbeit der Arbeitslos en ein- gesührt worden. Die Praxis ist dieser Verordnung überraschend schnell gefolgt, und schon heute ist es möglich, zu beurteilen, ob der neue Gedanke gesund und gerecht war, und toie er zweckmäßig durchzuführen ist. Besondere Bedeutung hat die Pflichtarbeit für die erwer bslose Iugend. Beachtung verdient das Beispiel von Frankfurt a. M. Hier wurde ein Helferdienst der Iuaendlichen organisiert. Als Unb dementsprechend auch O annUn," “nI> Familienkreis nach fernem e g m.n engen Gcs chtsounkt aus Er v.'rNert öfter» „t ,,„x s. ick. wenn unerwartet bcv ^schulst mit den te- reitä Anwesenden hergestelll werten soll. unerwarteten Kommen S höchster Reiz. Für Taufende von Familldn ist es noch nicht angängig, häufig Einladungen zu verschicken. Aber wer zufällig am Sonntag nachmittag oder auch an einem an- tem ^age zur Kaffee- oder Teestunte rorspricht der sei willkommen. Rian weiß, daß ter unrortergefeftene, ater deswegen nicht minder herzlich begrüßte Gast keine Ansprüche stellt und man sich ihm gegenüber mit der Dewirtunä keinen Zwang aufzulegen braucht. Praktische Ratschläge für Haus und Küche. Verwertung von missratenen buchen Es kommt im Haushalt wohl einmal vor, daß besonders Hesekuchen stellenweise oder auch ganz unausgebacken, toie man sich ausdrückt, „klitschig", bleibt. Es gibt nun freilich Liebhaber auch von solchem klitschigen Kuchen, jedenfalls aber ist dessen Genuß nicht ratsam, weil die Wasserstreifen schwer und unverdaulich sind. Ist der Streisen nicht erheblich groß, so schneitet man eben das Ausge- backene rings herum ab. Den Wasserstreifen braucht man deswegen nicht wegzuwerfen. Man kann ihn entweder, in kleine Würfel geschnitten, rösten und als Einlage in Haferflockensuppe geben, oder ungeröstet in Drühsuppe legen und etwa 10 Minuten in der Brühe mit durchkochen lassen. — Sollte der ganze Kuchen sich als llitschig erweisen, so braucht man ihn deshalb auch noch nicht fortzuwerfen. Man kann ihn als Hefeklöße verwenden. Dazu schneidet man ihn in würfelförmige Stücke Don'3—5 Zentimeter Durchmesser und legt diese in kochendes Salzwasser oder lochende Brühe, worin sie eine Viertelstunde leicht kochen müssen. Sie werden nun entweder in der Brühe, der vielleicht noch Reis zugefüg war, gegessen, oder her- ausgehoben und statt der Kartoffeln zum Braten oder auch nur zu geschmortem Obst, dann mit etwas Fett, zu Tisch gegeben. Roßhaare reinigt man auf folgende Weise: Die Roßhaare werden in ein Waschfaß gelegt, mehrere Male mit kochendem Wasser übergossen und sofort zugedeckt. Rachtem sie eine Stunde in dem Dampf gestanden sind, läßt man das Wasser ablaufen, übergießt sie mit kochendem Seifenwasser und deckt sie wieder zu: wenn das Wasser etwas überkühlt ist. werten die Roßhaare gut ausgedrückt und gerieben, das Wasser abgeschüttet, mit reinem kochenden Wasser übergossen, mit einem Stock umgerührt und nach einer Stunde neuerdings mit frischem, kochendem Wasser übergossen, nachdem das frühere abgegossen tourte. Dann toird das Roßhaar zum Trocknen auf Tücher in die Rähe eines (r-armen Ofens ober in die Sonne gelegt, bis es trocken ist und gezupft oder gekrempelt werten kann: es soll nie kaltes Wasser verwendet werden. Feuchte Schränke „legt" man dadurch trocken, daß man in einem durchlässigen Deutelchen einige Stückchen Kampfer in den Schrank hängt. Der Kampfer zieht die Feuchtigkeit an sich. Da die Kampferstücke täglich kleiner trotten, muß man sie des öfteren erneuern. Speisezettel. Samstag: Gemüsesuppe, Semmelpudding mit Fruchttunke. ßonntag: Fleischbrühe mit Schwemmklöß- chen, Kalbsnierenftraten mit Tomatensalat, Pflaumentorte. Montag: Aeissuppe, falscher Hase, geschmorte Gurken. Dienstag: Apselsuppe, Leterauflauf mit grünem Salat. Mittwoch: Drotsuppe, Kohlwickel. Donnerstag: Buttermilchsuppe mit Graupen, Hammelkoteletts mit grünen Dohnen. Freitag: Kartosselsuppe, gebackener Fisch mit Kartoffelsalat. Auftraggeber kommen nur bedürftige Familien und Personen in Delracht, kinderreiche Mütter, alte Leute, arbeitsunfähige Männer und Frauen, die ihre notwendigen Besorgungen nicht selber machen und keine Hilfe bezahlen können. Die Iugend lichen besorgen häusliche Arbeiten, machen Botengänge, tragen und fahren Lasten ufto. Wenn es gelingt, fo in ter Iugend den Sinn für lebendige Hilfsarbeit zu wecken, dann hat die Pflichtarbeit eine gute pädagogische Wirkung ausgeübt. Wenn alle diejenigen, denen die Durchführung dieser wichtigen Verordnung obliegt — Arbeitsnachweis. ihnen angegfteterte Verwaltung saus- schüsse, Arbeitgeber und Arbeitnehmer — sich dieser Grundgedanken voll bewußt sind, wird die Pflichtarteit zu einem wertvollen Bestandteil ter deutschen Arbeitslosenhilfe werden. Die Frau im kirchlichen Leben. Zur Mitarbeit der Frau im kirchlichen Leben hat ter De u tsche Evangelische Kirchentag in Bethel folgenden Beschluß gefaßt: „Der Deutsche Evangelische Kirchentag hält bei der Größe ter Ausgabe der Kirche gegenüber dem Volksleben die stärkere Heranziehung der Frau zur kirchlichen unk Gemeindearbeit für dringend erforderlich und empsiehlt nachdrücklich die Derücksichttgung ter Frauen bei der Wahl zu den kirchlichen Körperschaften, namentlich auch zu den Synoden." Amerikanisches Frauenstndinm. In Amerika gibt es gegenwärtig 128 Hochschulinstitute. die nur allein für Frauen bestimmt sind, gegenüber 146 nur für Männer testimmten Kollegs. 324 weitere Kollegs nehmen Märmei und Frauen zugleich auf. Wirtschaft. Die deutsche Anleihe. Deutschland und Frankreich. Der Darrn ift gebrochen. Die Auflegung der Deulschlandanlcihc hat zu einem vollen Erfolg geführt. Schon nach wenigen Minuten mutzten in Amerika die Danken ihre Schalter wieder schließen, da der amerikanische Anteil bereits vielfach überzeichnet war. 3n England war der Gang der Ereignisse fast ebenso. Man schätzt die Höhe der amerikanischen Weich' nungen auf 500 Millionen Dollars. Wenn die Deutschland-Anleih»- zu einem fo großen Erfolg wurde, dann hängr das zu emem guten Teil auch mir der gegenwärtig in Amerika herrschenden Zebvelin-Degnsterung zusammen. Der Hauptgrund der äkeberzeichnung des amerikanischen Anteils liegt aber darin, datz für deii in Amerika herrschenden Geldüberfluß heute keine Möglichkeit besteht, ihn g2wimibringend anzulegen. Man schätzt die in den Gewölben der einzelnen Danken untätig und fruchtlos tiegendg Summe auf ungefähr 4Vs Milliarden Dollar. Wenn man weiter bedenkt, datz. die amerikanischen 'Danken heute gar keine Kapitalien mehr annehmen, weil einfach keine Möglichkeit zur gewinn bringenden Anlage besteht, so ist es verständlich, datz sich das amerikanische Publikum jetzt auf die deutsche Llnleihe stürzt. Die Lieberzeichnung der grotzen Deutschlandanleihe ist aber nicht nur deshalb wichtig, weil toir von ihr eine Erleichterung unseres Wirtschaftslebens und unserer Fmanz- wirtschaft erwarten, weil wir annehmen können, datz die nun folgenden Abschlüsse über Privat- tretnte an deutsche Firmen leichter vonstatten gehen, sondern viel wichtiger ist die Aeberzeich- nung, weil sie ein schlagender Beweis dafür ist, datz Deutschland nach einer Zeit unbeschreiblicher Sorgen, die die französische Gewaltpolitik auf unser- Land häufte, trohalledem an seiner KrÄfit- fäh gleit nichts eingebüßt hat. Der deutsche Unternehmungsgeist. für den es ferne bessere Illustration als den Flug des „3. R. III“ gibt, der Fleiß des deutschen Volkes wird sich durchringen. Die kleinliche Hetze, die die Poincare und Mrllerand nahestehende Pariser Presse zusammen mit U)ven Londoner Gesinnun^genvssen ins Werk gesetzt hatte, hat feirren Erfolg gehabt, die Anleipe ist unter Dach und Fach. Deutschland wird seine alte Wirtfchaftekraft aus veränderten Grundlagen Wiede rg ewi nn en. Wenn dieses das eine grotze Ereignis auf tvirtschasilichem Gebiet in dieser Woche war, so ist das andere der Abschluß der Vorverhandlungen über den zukürrftigen deutsch-französischen Handelsvertrag. Auch hier bemüht sich die Pariser Presse bestimmter Fär- 5ung, die hinter uns liegenden Verhandlungen als für Frankreich besonders günstig hinzu- sfellen. Wahr ist lediglich, datz dre beiden Verhandlungspartner ein Protokoll unterschrieben haben, das den Gang der wiederaufzunehmenden Verhandlungen über dir.- Detailfragen festlegt. Eine einseitige Dindung Deutschlands, besonders in den elsaß-lothringischen Fragen, rst nicht erfolgt; und wir glauben, datz eine solche Wendung auch nicht beabsichtigt ift. Vielmehr wird man nach Aufnahme der Verhandlungen Position um Position der deutschen und französischen Liste vergleichen und Zug um Zug über die einzelnen Positionen verhandeln. Daneben werden die Handelsvertragsverhandlungen mit Belgien und Italien eingeleitet werden, wobei sich de Verhandlungen mit Belgien deshalb schwierig gestalten dürften, weil die belgische Regierung anschein eLd die allgemeine Meistbegünstigung der deutsch«? Waren nicht anerkennen will, jedenfalls iff dies der Wunsch der belgischen Schwerindustrie, die politisch sehr ernflutzreich ist. Außer» dem wkrd man sich mit Polen über den Abschlutz eines auf fünf bis sechs Monate sich erstreckenden Meistbegünstigungs.iblomniens unterboten, nach kurzen Borverhanvlungen werden d.eHaupi- verhandtungen im Rovember in Berlin stattfinden. 51nS schließlich wünscht die Schwerz ebenso ane wir, datz die beiderseitigen Em- und Ausfuhrverbote emer Revision unterzogen werden * ’ Amerikanische Kreditgesell- fchaft für die deutsche Industrie. „Reüvort Herald" erfährt, datz soeben in Reuhork eine Gesellschaft gebildet worden ist, die sich zum Ziel setzt, der deutschen Industrie finanziell zu Hilfe zu kommen. Die Gesellschaft besteht aus der International Acceptante Corporation, Kuhn, Loeb u. Co und Ditlon, Read u. Co. Sie verfügt über ehr Kapital von 25 Millionen Dollar. D i e Verbandsbildung in der Stahlindustrie. Unter den matzgebenden Stahl- und Walzwerken fand in Essen eine eingehende Aussprache statt zum Zwecke der Bildung eines allgemeinen Rohstahlverbandes. Der vorgelegte Entwurf eines Verbandes wurde als Geeignete Grundlage angesehen, um die Destre- aungen zu fördern. Die Verhandlungen werden in der nächsten Woche ihren Fortgang nehmen. * D i e Zahlungsschwierigkeiten im Rihau-Konzern sind nunmehr in den Konkurs der Mvwr Un ou Vers cherungs A.-G. und der Rekord Feuerversicherangs A.-G. in München ausgemündet. Die Konkurse sind vom Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung genehmigt worden, nachdem diesem von unbefriedigt gebliebenen Versicherungsnehmern der Rächweis der Richterfüllung fälliger Schadensoerpflichtungen durch die beiden Versicherungs-Gesellschaften gebracht worden ist. Die von den Versicherungsnehmern eingezahlten Prämieubeträge dürften, ber „Frks. Ztg." zufolge, verloren sein. Frankfurter Abendbörse. ^..Franks iirt a M, 16 Oft. Die Abend- pörfe bet lief still und farblos Die Umsatztätig- keit war wieder äutzersl bescheiden und Kurs- oeranöetangcn Dtm -zmng nxtuen gagemner Der Mittagsbörse nicht zu verzeichnen. Etwas lebhafter umgefetzt wurden nur Deutsche Anlechen, von denen Kriegsanleihe auf 550 Milliarden nachgaben, wähvend Z^prozentige Preutzifche Konsols auf IISZ1/» anziehen ko-mwsn. 4prvzentige Preutzifche Konsols 780 minus 55 Milliarden, Zprozentige dito 1250 plus 50 Milliarden. Preu- tzenschätze notierten 340. Am Montanmarkt kamen zur Rotierung. Rheinische Doaunkohlen mit 28' 2 plus etwa 13 Milliarden, Tellus 2,55. Am chemischen Markte gingen um: Echeideanstalt mit 14 minus Vs. Th. Goldschmidt 12^2 minus 0,1, Holzverkohlung 6V« plus 0,3, Rütgerswerfe 17 plus 0,1. Unter den Elektro werten konnten AEG. mit 8' 2 0,1 gewinnen. Elektrisch Licht und Kraft 7 Vs, Mainkraft 8,6 plus 0,1. Am Bankenmarkt ist der Rückgang der Reichsbankaktien bemerkenswert. Das Papier erlitt eine neue Einbuße um 1 Billion auf 54Vs Billionen Prozent. Sonst gelangten noch zur Rotierung: Kommerzbank 45/8, Darmstädter Bank 9, Dresdner Dani 6,7, Diskonto 121/4, Rheinische .Kreditbank 2,3, Oester- reichische Kreditaktien 0,315. Don Maschinen- aktien wurden Karlsruher mit 3Vs und Reckar- fulmer mit 5,5 notiert. Sonst gingen noch um: Aschaffenburger Zellstoff mit 19, Gement Heidelberg 18i/2, Holzmann 5,2, Inag 1,3, Chsnische Mainz 9,8. Der Freiverkehr war umsatzlos. Gro- wag 0,170. Die Dörse schloß unter starker Zurückhaltung zu behaupteten Kursen. Börsenkurse. Sn Simonen Prozent ffranffurtn- M. Berlin Schluß- ^ur» Schllchk. Abendbörse Schluß- Rur» Schllchk. Mittag- bbrse Datum: 15.10. 16. 0. 15. 10. 16. 10. 0,590 5% Deutsche RetchScmleth« . <% Deutsche ReichSanleiye . SV,"/.-Deutsche Reichsanlethe 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Sparpramienanlethr <°/o Preußische «onsolS . . . 4% Hessen .......... 3'/,°/o Hessen.......... 3e/o Hessen........... Deuüche Wertb. Dollar-An l. dto. Doll.-Schatz-Smretsus.tz t nochmals Protestkundgebungen in den Hauptstraßen. Als General von Schönaich in der Versammlung das Wort ergriff, kam es zu einem Tumult, ber in Schlägerei überging. Schließlich hob die Schupo die Versammlung auf und räumte den Saal, wobei zahlreiche Verhaftungen vor» genommen wurden. Auf der Straße setzten sich die Auseinandersetzungen fort. Branting mit der Kabinettsbildung betraut. Berlin, 16. Oft. (SU.) Die Morgenblättec melden aus Stockholm: Der Führer der Sozialdemokraten, Branting, wurde vom König mit der neuen Kabinettsbildung betraut Branting hat den Auftrag angenommen. Tillessen verhaftet. Preßburg, 16. Oft. (Tsil.) Ein hier verhafteter Reichsdeutscher, der sich den Ramen Wi« schofsky beigelegt hatte, g stand, daiß er als Mitglied der Geheimorganisatton C von dem Attentatsplan gegen Erzberger gewußt hätte. Rach langem Zögern gab er schließlich zu, mit dem Er z bergermörder Tille s s e n identisch zu sein. Geschäftliches. Zirkus Krone. Das allgemeine Interesse nimmt das kolossal und aufs modernste eingerichtete- ilnternebmen in Anspruch, das nun vor einer Woche in Frankfurt a. M. auf dem Platz des Landwirtschaft!. Vereins in der Ostendstraße sein Riesenzelt auf- geschlagen hat. Unvergeßlich bleibt ein Abend in Krones weltbekanntem Drei -Manegen-Zirkus. DaZ allabendlich ausgezeichnet besuchte Haus wartet stets mit Deifallssalven nach jeder Rümmer auf. Der Zirkus Krone seht tatsächlich allen ilnter» nehmungen dieser Art die „Krone" auf. * Damenhandtaschen sind häufig noch ohne Fehler, aber ihr Leder ist schäbig und glanzlos geworden, sie werden verärgert f^rtgetegt. Dabei wäre es ein leichtes, ihr Aussehen hübsch zu erhalten. Mit Erdal in Dosen mit dem roten Frosch weiß oder farbig behandelt, wird die Farbe erhalten, abgeschabte Stellen verschwinden und das Leder bleibt weich, glänzend und färbt nicht ab. Der Kenner verlangt die Marke erlesenen Geschmacks I Mercedes Wolnbronuercien Fetmbaoh-Stuitgart. -STAATSRAT- DIE MILDWEICHE 5PF.-ZIGARETTE II II FÜR DEN VERWOHNTEN RAUCHER Seltsame Werwochen Roman von jrn >Q) Fredericks. 22. Fortsetzung (Nachdruck verboten.) MütichnerBierpalast c Man verlange beim Einkauf von Rahma-buttergleich gratis die Kinderzeitung „Der kleine Coco^ Gießen 024289 entgegen 014378 Frau Weißmann, Frankfurt. Str. 144. 1 5.50 9.00 9.00 Achtung! So lange Vorrat Jmmen fpilch. Übenall erhältlich. Eröffnung nächste Woche Eröffnung nächste Woche Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Diplom-Kaufmann Dipl.-Üandzlslehr. Gießen, Bleichstr. 5 AUeinigeHandelsschu.lt am Platze, deren Inhaber Schulleiter, Lehrer und Fachmann ist. Noch täglich A uf nähme für die neuen Kurse 1oy1a hatte eS auch schon beyenve w Bet orttaw Wagen geworfen. Sr sah sofort, wie eS richtig darin nieser- fiel und drückte gleichzeitig mit dem Fvh auf den GhrmnüboIL Einen Augenblick später war der Wagen schon vorbeigefcchoen und txnTschvxmd in der Richtung auf Paris. Stapleton beugte sich vor und befahl Fvnr- tzvis mit vor Erregung bebender ©imune: »Fahren Sie sofort nach Hausei" Kurz darauf folgte er dem ersten Würgen der Stadt zu Als er die dunkelnde Strahc hinabfuhr, nahm er keinerlei Notiz von dem Wagen, der ihm auf dem ganzen Weg von Paris h.-r gefolgt war und in der Richn«g aus Versailles weiter fuhr. 3n dcm^elben sahen zwei Leute. Am Steuer ein Mann, der im Halbdunkel eine sta-r'e Aehnlich- keit mit Francois, StapletonS Chruffeur. bitte, während im Wagen eins Eeftalt in- tu iklein Anzug und Panamahut sah, die alle Welt für den Bankier selbst genommen hätte. Sin zufälliger Beobachte!-, der Stapleton nicht gegen Paris hätte umkehren seh.m, würde geglaubt lxlben, er fahre noch weiter gegen Versailles. Die in diesem zwei en Wagen Sitzenden schienen scharf auf die verschiede.cen Kraftwagen zu achten die vorüberfuhren, als wenn sie irgendein Signal ein Erkennungsz.nchrn zu sehen erwarteten; trotz iöres scharfen, umsichtigen Suchens waren sie offenbar enttäuscht. Endlich waren sie in Versailles. Der Mann im Wagen gab einen kurzen Befehl, sein Führer kehrte den Wagen um, und sie rasten nach Paris zurück. Auf der Versailler Strafte ereignete sich nichts weiter. ____________________________ Mn kleiner, anscheinend junger Hund am 4. Oktober 1924 zugelaufen. Farbe gelb, schwarze Schnauze, Rüde. 8O43D Näheres Polizeiverwaltung Zkrofdorf. noch Mttant lottraut MW eine kleine und trotzbem erstklassige Düko- u. lletse-LchreibmaschM Vertreter: ernst Lasser, Gießen fjaus für Bürobebarf Schrelb- maNcblnen- Reparaturen Franz Vogl » Co. Oicßen, Ooethestr. 32 Tel. 264 Eigene Spezialwerkstätte 3.K.1II führte auf feiner glücklich vollendeten fahrt nad)Bmerika CRIKB=Rei(e=Schreibmafchinen an Bord Das Befte i£f gerade gui genug. Drum kauft jede fparfame Hausfrau Rahma-buifergleich. und keine andere ?«♦ ppeib pro^PfcL pu p 50 Pfg. Dm VenaMer Tvr hielt er narr 7v lange, Vis er Richard Duval! gesehen hatte, der im Schatten der Durchfahrt stand. Dann fuhr er jenseits der Lknwallung weiter. Es fuhren da viele Kraftwagen und andere Gefährte auf der Otrabe Es raarc ein schöner Abend, und ganz Paris schien da drauhen Lust zu schöpfen. Die meisten Wagen fuhren derScadt zu. Er bemerkte einen Wagen hinter dem feinen, in bem nur ein Fahrgast sah. ein Qltarar mittleren Alters, achtete jedoch nicht weiter darauf. Seine Augen waren den entgegen!c mmen?en Wagen zu- gewandt, um das blaue Licht zu entdecken, das ihn zu raschetn Handeln vevanlassen muhte. Er beobachtete, dah Frc>n<.-ois, wie er selbst, sorgsam jeden Wagen musterte, der sich ihren näherte. Er stagte sich, ob der Chauffeur eine Vermutung über den Zweck seiner Ausfahrt habe, verwarf jedoch den Gedanken als ganz unmöglich und blickte aufmerksam auf die durchfah- renden Kraftwagen Er hatte vielleicht vier bis fünf Meilen auherhalb dos Festungswalles zurückge'egt, als er einen schweren Wagen langsam aus der Richtung von Versailles herankommen sah. in dem nur zwei Personen sahen: der Wagenfühi-er und eine dicht verschleierte Dame. Der Chauffeur, der Stapletons Wagen scharf beobachtete, schwenkte gegen die rechte Seite der Strafte ein, um möglichst nahe an Stapletons Wagen vorbeizufahren. '3m selben Augenblick flammte ein glänzender Strahl blauen Lichtes in dein Wagen auf, in dem die Frau sah. Stapleton war schon aufaefprungen. Die zwei Wagen näherten sich einander rasch Er muhte in gröhter Eile handeln. Er nahm das Päckchen, das das Geld enthielt, in die rechte Hand und am Versailler Tor mit kleinlicher öoegjatt bta verschiedenen .Kraftwagen, die durch bk TUrch» fahrt in die Stadt fuhren. Mit einer starken elektrischen Taschenlampe untersluchte er Seiten« wände und Räder und sah nach der vcrrätonschen roten Farbe, mit der der Wagen der .Kindsräuber gezeichnet sein würde. Neben ihm stand Bernet, ein Vertrauter des Präsekten, mit dem Duvall von seiner früheren Tätigkeit in Paris her gut bekannt war „3a, Herr Duvall," bemerkte Bernet, »ein sehr ersinderischer Einfall — 3hr Plan. 3d> bin gespannt darauf, ob er gelingt" „3d> bin dessen sicher." „Hossentlich haben Sie rech ! Gr sah nach der llhr „Halb neun. Etwa die Zeit, glaub' ich, die Sie angaben. Hier kommt ein schwerer Wagen. Tein Ausf.chrn nach ein Posqaet. Wohl ein Sechszylinder." Duvall sah dem einfahrenden Wagen ent» gegen. Ein Lastwagm suh. vor ihm durch das Tor Der schwere Pasguet fuhr langsam heran und hielt beinahe. Der Detektiv zündele mit seiner Taschenlampe nach der Seitenwand des Wagens und sprang mit einem Ausruf des Erstaunens zurück Don einem Ende zum anderen war der tmntelgnmc Lack der Seitenwand und der Räder mit der grell- roten Farbe bespritzt und gestreift Stellenweise, besonders an den Rädern, von Staub bedeckt, aber sonst, an den Türen, war sie hell und untrüglich. • , „ „Bernet!" raunte er freudig erregt dem Beamten zu, „das ist er! Rasch! Lassen Sie ihn nicht weiterfahren I" (Fortsetzung folgt.) reicht, verkaufe ich v- Ztr. Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf die eingetretentz Fahrplanänderung der Staatsbahn verkehrt der Wagen 9«o llhr ab Bahnhof der grünen Linie 7 Minuten später, außer- dem wird um 822 Uhr ab Bahnhof ein weiterer Wagen der grünen Linie eingelegt. Gießen, den 16. Oktober 1924. Direktion der Stadt. Straßenbahn. Stolte. 8062V Sroleöela oute Win 11 nn terware id.UU Bestellungen nimmt WMNlW Aus dem V-Zug Frankfurt - Stegen (8.55 norm, ab Gießen) am 12. 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Es stand nur ganz toenig hervor und war im abendlichen Dämmerlicht nicht wahrnehmbar Stapleton wieS seinen Wagenführer an, die Strafte gegen Versailles hinauszufahren. „Ich will ein wenig frische Luft schöpfen," fügte er bei, „es ist heute abend ziemlich heih." Innerlich brannte er vor Angeduld. Don Paris nach Versailles sind es ungefähr vierzehn Meilen. Stapletons Wagen fuhr langsam. Er wollte den Wagen mit dem blauen Licht nicht verfehlen. obSie mitgeringerWare zu billigem Preis weiter kommen oder mit bester Ware? In Kaffee,Teeund Kakao kaufen Sie nur Qualitäts-Ware Lindenplatz 1 76ood Emmerichen Waren-Expedition MMverdiM Molke» Sie U| wenn Sie Ihren Bedarf in ila Ifera-tatate Bolte Ml (grämet- und SWemartt) in Homberg Mittwoch, den22.Oktober Hefs.BürgermeistereiHomberg I. V.: Schweiker. 8027V Dis auf weiteres geben wir auf Emaille, Wien, Hai 20% Rabatt. Neu eingetroffen sind: ÄlexanderFIßisclihackmascliinen von Mk. 4.50 an. 024277 WMiMiMÜl Gießen, Kirchenplatz 11. 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