' *' tolitit&J ™>t ungiJS S?_®4iS Sman s stf s 6 b" e. L®4" über den' Tag -viedvum L^bri das , Mng in der r Mch^chu^ aber ü£. U,dk Zwsiähe r -MvNLtSM V Sw Uitb enb das engltiche 11 machte sich füt ier Rückgang be- vWahrlsakritn, L Ml schwäch-'«: e m den Leckchr. nm.xtt, der gülch« as^indristrievurlt, MtLudwoSam Marben. Am 'tie Kriegsanleihe । aas 265 und am M deutschen Len- l»S fort Aus dem len herrschte grche nd ohne jede- 3n« Do glcichsaliS > >irtn Mn Härte der-Nk 3,5, > ttleren Lerlaus war Knb, daS Angeb)! ibtbötK 5 3ull s-nchtbe» ri Men. Del« biM ttSMS, - 1Z,50-16,50, Ha- J S-S IZ-17^5, 1 31-0. laflatn* LoggmLrir 6,50 ck>8fir. robuftcrnwitt loei» 152, DeiM biS rgeE immer zu»' nd) Vorräte w rt für it.lWJto. W* mLck 145 1 17?, neue 153 W® 52. AapS 245 biS »100 KL»: Deizs- U zy»6ua e S brS «A JJj iwwjK M&n 15,50 W 16, , 15 biS IS, W* ui 20, Trockn- (fWmiiwaiA ipiqnnqSblatt. ndig-ngSbla" >2«7 Mtertham, l®*= »Äd frJ«” Ä*siS 'chcn v-hl u-0 ^^eche-ld - non ui flau* & *? ZM * n!£W * ’^ lnc übS“4 ;.'Ä;5 i?jf *" Mcek- Nr. 166 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monat§-Ve;u6§prei§: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch°Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten:AnzelgerSiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Erstes Blatt V4- Jahrgang Donnerstag, 12. Juli 1924 General-Anzeiger für Oberheffen Z - 8 Druck imd Verlag: Brühl'sche Aniverfitäls-Vuch- und Sleindruckerei H. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/„ Auf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Der erste Tag der Londoner Konferenz. Macdonald über die Aufgaben der Konferenz. — Herriot bietet Macdonald den Borsitz an. Bemerkenswerte Auslassungen des Vertreters Amerikas. Das Schauspiel von Bonbon hat begonnen. Wenn wir diesen manchem Leser vielleicht unpassend erscheinenden Ausdruck gebrauchen, liegt die Tlvsache in den üblen Erfahrungen der Vergangenheit und in der Tatsache begründet, datz die gestern au8 Paris gemeldeten Beschlüsse der Repko die deutschen Bedenken gegen den Erfolg der Konferenz unterstreichen mutzten. Nun wird heute gedrahtet, datz der gestern gemeldete De- fchlutz der Repko nicht der Wirklichkeit entspricht. Vielmehr besage der wichtige Punkt 5 nicht, datz die Zeichnung auf die Anleihe, sondern der Abschlutz von Verträgen, welche die Zeichnung sicherten, einen wesentlichen Faktor für den Beginn der praktischen Anwendung des Dawesberichtes bilde. Mit den Verträgen sei der vorläufige Abschlutz von Abmachungen zwischen der deutschen Negierung und den ausländischen Banken gemeint. Die Kapitalgeber würden nicht in die Tasche greifen, bevor alle im Sachverständigenbericht enthaltenen Bedingungen erfüllt seien. Dies beziehe sich deutlich auf die wirtschaftliche Räumung des Ruhrgebiets; mit anderen Worten, die Reparationskommission schlage den Abschlutz von Verträgen vor der Räumung und die Zeichnung der Anleihe n a ch der Räumung vor. Tie Auffassung der Kommission über die praktische Anwendung des Dawesplanes sei den Regiermn- gen lediglich al» Meinungsäuberung unterbreitet worden. Cs bleibe abzuwarien. ob die Regierungen diese annehmen würden. Wie dem auch sei, mit spihfirrdigen Verdrehungsversuchen der Grundlagen des Sachverständigengutachtens kann die begreifliche Erregung über diese Versuche nicht aus der Welt geschafft werden. Tlnd die Londoner Konferenz wird, um Mrruhigung in Deutschland und die notwendige Bereitwilligkeit zur Durchführung der entsprechenden Maßnahmen herbeizuführen, in eindeutiger Weise den Vertrag als Ganzes, ohne Rücksicht auf .Preftig e fragen und politisch-militaristische Forderungen annehmen müssen. M a c- donald und der amerikanische Botschafter K e l l o g haben in ihren gestrigen Reden dies mit erfreulicher Deutlichkeit betont, lind die vorliegenden Drahtberichte über die Halsung der a m e r i - kanischen Presse beweisen, datz die Abkehr von den Methoden PoincarSs als die Bedingung für die Durchführungsmögtichkeit des Dawesplanes in den Vereinigten Staaten angesehen wird. Von der Notwendigkeit dieser Abkehr und den verderblichen Folgen der Politik der Gewalt und Rache ist gestern in London viel ge- sprvcheii worden. Wir wollen hoffen, datz es nicht bei den Worten und dem äutzerlichen Schauspiel bleibt, das derartige Konferenzen seit 1918 der Welt geboten haben, sondern datz derGeistdes ehrlichen Kaufmanns, um dessen Sieg Deutschland seit 5 Jahren verzweifelt kimpft, in London einen Boden findet, der endlich Taten ermöglicht. Die Rede Macdonalds. London, 16. Juli. (Wolfs.) Sri der Eröffnungsrede Macdonalds auf der heutigen internationalen Reparationskonferenz heißt es dem heute abend 8 Ahr ausgegebenen Eommuniqus zufolge: Meine ersten Worte und Gedanken sind die des Willkommens im Namen sowohlmeines Landes als auch meiner Regierung an die Vertreter der Nationen, die, während der Krieg wütete, an unserer Seite kämpften und die jetzt die Verantwortung teilen, Europa Frieden und Sicherheit zu bringen. Die Nachkriegsprobleme sind zahlreich und verwickelt gewesen und es lag in der Natur der Dinge, daß wir bezüglich ihrer nicht immer gleicher Ansicht sein tonnten. Aber jedesmal, wenn tpir verschiedener Meinung waren, haben wir einen neuen Beweis von der gebieterischen Notwen- digkeitderEinigkeit erhalten, wenn unser Sieg wirklich Europa sowohl für die großen Mächte als auch für die kleinen Nationalitäten sicher machen soll. Nichts hat uns m:hr gehindert als die wirtschaftlichen Probleme, die aus dem Kriege entstanden sind und unter diesen sind d i e Reparationenein es der schwierigsten gewesen. Zu Beginn des letzten Jahres entstanden ernste Meinungsverschiedenheiten unter uns über diese Frage, die, wenn nicht ein starker guter Wille in unseren Herzen gewesen wäre, zu üblen Folgen hätte fuhren können. Schliehlich beschloß die Reparationsk'Jmmrsswn mit Zustimmung der Regierungen einen Ausschuß von Sachverst ändigen zu ernennen, um Dass ganze Problem zu erforschen und uns bei feiner Lösung zu leiten. Im April lieferte uns der Aus- schuh einen Bericht, der nicht nur durch seine Fähigkeit, sondern auch durch seine Einstimmigkeit, uns allen die gebieterische Pflicht auferlegte, ihn unverzüglich zur Durchführung zu bringen. Wir haben bisher eine Politik verfolgt, die nicht nur verfehlt hat, die erwarteten Reparationen ernzubringen, sondern die als Folge zu einer Unbeständigkeit der Gemüter geführt hat, zu einem Anwachsen des aggressiven Militarismus und zur Verstärkung einer Furcht, die jedes Sicherheitsgefühl ausschaltete. Die Nationen haben nicht eine Hoffnung vom Anbrechen eines friedlichen Tages erblickt, sondern in eine graue Aussicht drohender Gefahr geschaut. Es ist unsere Pflicht, sie zu beenden und zu versuchen, die neue Gelegenheit zu ergreifen und glücklichere Aussichten zu schaffen. Ich unterschätze Perneswegs die Schwierigkeiten unserer Ausgabe. Andererseits hoffe ich jedoch, datz Sie nicht die Aufrichtigkeit unseres Wunsches, sie zu überwinden, unterschätzen. In einigen seiner Vorschläge ist der Bericht vielleich t auch anfechtbar. Aber wir sind von den Sachverständigen gewarnt worden, datz er als Ganzes genommen werden mutz und wer ihn immer sorgfältig untersucht hat, wird zu demselben Schluß kommen. W i r dürfen reicht versuchen, seine E i n z el- heiten abzuändern, sonst fallen wir wieder in die Meinungsverschiedenheiten, in denen wir uns früher befunden haben. Versuche, Vereinbarungen über fleine Tinge von geringfügiger Bedeutung zu finden, werden stets fehlschlagen. Der Bericht fordert nicht nur Verpflichtungen von Deutschland, sondern auch von uns. Wir müssen ihm eine Chance geben. Wir müssen unsere Maßnahmen so anwenden, datz wir Bedingungen schaffen, unter denen der Plan, wie uns gesagt worpen ist, arbeiten wird, und von diesen Bedingungen sind zwei unbedingt wesentlich: 1. Daß die wirtschaftliche und fiskalische Einheit Deutschlands wiederhergestellt toirb,. 2. daß angemessene Sicherheit den Gläubigern | gegeben werden kann, die ersucht werden sollen, eine sehr große Anleihe vorzustrecken, welche die Grundlage des Planes ist. Der Mechanismus, durch den dies getan werden soll, bietet einige Sicherheit, und ich bin überzeugt, daß die Schwierigkeiten überwunden werden können und daß wir als Schlußwort unserer heutigen Beratungen das Wort schreiben können, das von unseren Beschlüssen solangefehlte, nämlich das Wort: Erfolg! Der Dawesbericht hat einen scharfen älnterschied zwischen den wirtschaftlichen und politischen Erwägungen gezogen und sich auf die e r st e r e n konzentriert. Der erste Sah, der Schlüssel des Berichtes selbst, gibt den Schlüssel zu der Lage. Die Sachverständigen sogen: Wir sind an unsere Aufgabe als Kaufleute herangetreten, bestrebt, wirkliche Ergebnisse zu erzielen. Meine Herren! Können Sie etwas Besseres tun, als die Anwendung dieses Berichtes in d e m- selben Geiste, in dem er gefaßt worden ist, zu fordern? Wir müssen damit rechnen, datz wir alle andren Fragen als die alleinige und einfache Anwendung des Berichte s b e i s e i t e st e l l e n. Wir dürfen nicht Fragen verwickelt gestalten, indem wir sie mit fremden Fragen verbinden. Die verhängnisvolle Gewohnheit, eine Frage mit einer anderen zu verbinden, ist zum größten Teil verantwortlich gewesen für den Mißerfolg, irgend etwas in der Vergangenheit zu lösen. Wir müssen Schritt für Schritt gehen, indem wir jede Frage soweit tote möglich isolieren und lösen, bevor totr zu der nächsten Frage Übergehen. Der Dawesbericht ist nicht in sich eine endgültige Losung aller unserer Probleme. Aber lassen Sie uns erst den Boden freimachen, in dem wir den Dawesbericht zur Durchführung bringen. Danach bin ich bereit, mit Ihnen für die anderen Fragen eine Lösung zu suchen. Die Gerechtigkeit des Dawesplanes, ferne Unparteilichkeit und sein Gleichgewicht haben allgemeine Anerkennung gefunden. Er ist ein praktisches, wirtschaftliches Werk, das aufrichtig im Lichte der Tat aufgeführt wurde. Was sein Ziel betrifft, so kann ich nichts Besseres tun, als den ausgezeichneten Auszug anführen, der aus Dequemlichkeitsgründen vorangesetzt wurde. Lieser Auszug erklärt folgendes: Das Ziel des Planes ist ' 1 eine Maschinerie zu errichten, um die größten Iahrcszahlungen von feiten Deutschlands zu erlangen, t 2 größtmöglichste Transfers an die Gläubiger Deutschlands zu ermöglichen 3 die Frage, was Deutschland zahlen kann, aus dem Gebiet praktischer Anregungen heraus- zunehmen, Ä _ .. , ~ . 4 eine endgültige und umfassende Vereinbarung über alle Reparationsprobleme unb die damit zusammenhängenden Fragen zu eneichtern, sobald die Umstände dies möglich machen. Die Sachverständigen machten sich daran, Mittel zu ersinnen s ü r den W i e d e r a u f ba 4 Deutschlands, Seite an Seite Mit der Bezahlung von wesentlichen Reparationen an die Alliierten, und soweit sie dies erreicht haben, haben sie doppelt für den Wiederaufbau Deutschlands beigesteuert. Daraus geht klar hervor, und dies ist ein Punkt, auf den die Sachverständigen selbst Wert legten, datz es im eigenen Interesse Deutschlands liegt, diesen | Plan durchzuführen. Es ist nicht nur em Plan, um Zahlungen von Deutschland zu erhalten ; er versucht auch, die Stabilisierung der deutschen Währung und die Balancierung des deutschen Budgets sicherzu st eilen. Er bietet tatsächlich die einzige Hoffnung für Deutschland, aus dem finanziellen Sumpf, in den es fast unrettbar gesunken ist, hrrauszu- kommen. Macdonald schloß: Wir wünschen einen besonderen Willkomm Len amerikanischen Vertretern darzubieten. Ich weiß, Sie sind nicht hier als Volldelegierte. Die Lage in Amerika verhindert dies. Aber Sie sind hier als ein Beweis des mitwirkenden Wohlwollens. Amerika war ein großer Partner von uns in Tagen, w) wir uns im Kriege befanden'.^ Sein Geist erhellt den Bericht, der uns hier zusammengebracht hat. Wir werden es bitten, nicht als eine Regierung, sondern als ein Volk mit zahlreichen Hilfsquellen und gutem H^zen Anteil an den finanziellen Plänen zu nehmen, die zur Durchfüh.ung g.bracht werden müssen, wenn ein baldiger Wiederausbau in Europa slattfinden soll. Außerdem wird es als Zuschauer, der zurückgezogen ist, von den Gefühlen und Erwägungen, die uns Europäer bewegen, vielleicht eher in der Lage sein, in kritischen Tagen mit freieren Ansichten und mit ruhigerem Urteil zu Helsen, als wjr, die wir inmitten der Gefahren stehen, fähig sind. Wir begrüßen unsere amerikanischen Freunde herzlich auf der Konferenz, und ich kann nur die Hoffnung hier wiederholen, indem ich die Konferenz für eröffnet erkläre und Sie bitte, Ihre Aufgaben zu beginnen, daß, wenn ich he schließe, ich Männern Lebewohl sagen werde, die in ihre verschiedenen Länder zurückkehren, stolz und glücklich über den Erfolg ihrer Arbeit! Ministerpräsident Herriot führte aus: Herr Premierminister! Ich bin sicher, der Wortführer der hier versammelten Delegierten zu fein, wenn ich Ihnen für die edelmütigen Worte danke, die Sie soeben geäußert haben. Jeder von uns, wir alle von Ihnen hierher eingeladenen Vertreter sind uns des Ernstes unserer Pflicht bewußt, die wir hier zu erfüllen haben. Tie Frage ist, die Interessen der Menschheit, die in gleicher Weise und während langer Zeit durch einen grausamen Krieg gelitten haben, zu versöhnen mit der Notwendigkeit, den Frieden wiederherzustellen, zu dem wir alle streben wollen. Die Aufgabe, die uns erwartet, ist außerordentlich schwierig und ich frage mich, ob in der Geschichte die Vertreter von Regierungen je einer schwierigeren Ausgabe gegenübergestanden haben. Aber jeder einzelne und wir alle zusammen werden hierher die Liebe des Landes, das totr vertreten. und die von uns selbst empfundene Liebe mitbringen. Wir wollen alle soviel wie möglich daran arbeiten, eine Lösung zu erreichen, und toir sind, wie Sie, Herr Prästdent, besonders froh, hier unsere guten Freunde aus der Vereinigten Staaten zu sehen. Herr Premierminister! Ich bin sicher, daß ich unsere gemeinsamen Gefühle zum Ausdruck bringe, wenn ich Sie int Namen meiner Kollegen bitte, das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen und unsere Zusammen- kunst zu leiten. Der amerikanische Botschafter Kelloq sagte: Im Namen meiner Kollegen und in meinem eigenen Namen wünsche ich den Premieimiinistern dieser beiden großen Länder zu danken für ihre edelmütige Begrüßung der Delegierten der Vereinigten Staaten auf dieser höchst wichtigen Konferenz. Cs ist wahr, daß wir nicht in derselben Eigenschaft kommen, mit denselben Befugnissen, tote die übrigen Delegierten, weil wir nicht Teilhaber des Versailler Vertrages oder der jetzt in Kraft befindlichen Sanktionen sind. Olber wir kommen in demselben Geiste und wir wünschen, hilfreich zu sein. Es ist nicht unser Wunsch, auf irgendein Land einen unangemessenen Druck auszuüben und eine Politik anzmrehmen, die nach se'mer Ansicht wirtschaftlich und politisch n cht feinen Interessen dient, sondern, wenn wir bas können, zu versuchen, das größte wirtschaftliche Problem in Europa seit Generationen zu lösen. i Ich werde Ihre Zeit nicht in Anspruch nehmen, um die Probleme zu erörtern, deren Erörterung zuerst von feiten der unmittelbar daran interessierten Länder kommen fort. Aber die Notwendigkeit, daß etwas geschehen muh, wurde von der Reparationskommission und den die Ernennung des sogenannten Tawesausschusses interessierten Regierungen erkannt. Ich habe die Ehre, einige dieser Herren zu kennen. Es sind alles Männer vonVerantwortlichkeit und Erfahrung. Ich weiß,' datz die amerikanischen Mitglieder Männer von Höch st er Fähigkeit, Erfahrung und Charakter sind. Ich glaube, alle von ihnen sind an die Frage in einem liberalen Geiste herangetreten, in der Absicht, fair zu sein und die Rechte aller Länder anzuerkennen und vor allem die Frage ohne Rücksicht auf die politischen Ansichten irgendwelcher Länder vom wirtschaftlichen und fauf- männlichen Standpunkte aus in Betracht zu ziehen. Ich glaube, sie haben dies getan. Sir haben Monate mit Erwägungen Angebracht. Hat jemand einen besseren Plan? Ich kann einfach sagen, daß meine Regierung und das amerikanische Volk glauben, daß die Annahme des D.rwesberichtes der erste große Schritt in der Wiederherstellung Europas, bei der Stabilisierung seiner Industrien und zur Wohlfahrt und zum Glück des Volkes ist. Der italienische Delegierte de Stefani erklärte u. a., die italienische Delegation sei fundamental überzeugt von der Notwendigkeit der Arbeit der Konferenz und sei bereit, dieser Arbeit wirksame Mitwirkung zu leihen. Von dem Erfolg der Konferenz hänge, wirtschaftlich und politisch gesehen, vollkommen der Wiederaufbau und der Friede Europas ab. Der japanische Delegierte Hahashi erklärte, die japanische Regierung wünsche, datz ihr Vertreter in ernster Weise mitwirke, um die Arbeiter der Konferenz zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen. Der belgische Minister Thennis erklärte, die belgische Regierung und das belgische Volk seien tief überzeugt von der historischen Bedeutung der Arbeiten der Konferenz. Er gab der Zuversicht Ausdruck, daß sie erreichen werde, der Welt Gerechtigkeit und Frieden zu bringen. Macdonald erklärte zum Schluß, er werde fein Bestes tun, der Konferenz vorzusitzen, die historisch sein werde und, wie er hoffe, erfolgreich sein werde. Heute keine VoNsttzukg. Paris, 17. Juli. (WTD.) Tie Konferenz von London wird, wie Havas meldet, heute leine Sitzung ab halten. Es tagen aber die bretl Kommissionen, und zwar die erste um 3.30 Uhr, die zweite um 4.30 Uhr und die dritte um 5.30 ülhr. Gold aus Quecksilber. Ein sensationeller Erfolg der deutschen Wissenschaft. Dem Leiter des photo-chemischen Laboratoriums der Technischen Hochschule in Berlin- Charlottenburg Professor Dr. Miethe und seinem Privatassistenten Dr. Stamm- re i ch ist es gelungen, durchexperimen- telleZertrümmerungvonQuecksil- beratomen Gold herzu stellen. Eine praktische Bedeutung kommt dieser hervorragenden wissenschaftlichen Entdeckung jedoch n i ch t z u, da zur Herste Nun z von einem Kilogramm Gold nach dem Verfahren der beiden genannten Gelehrten Quecksilber und elektrischer Strom im Werte von mindestens 20 Millionen Mark aufgewendet werden müßte. I Reich und Bayern. Ministerpräsident Held für Einheit und Geschlossenheit. München, 16. Juli. (WTB.) In der Land- tagssihung ergriff der Ministerpräfident das Wort. Nachdem er auf die notwendige Hilfe für die Landwirtschaft hingewiesen hatte, streifte er die Kreditfrage, die ein Problem der Stunde fei, und erklärte zum Dawesbericht, daß dieser Deutschland trotz seiner ungeheuren Verarmung wieder schwere Lasten auferlege. C r betonte die Einigkeit zwischen der R e i ch s r e g i er u n g und den Vertretern der Einzel- staaten in Berlin, und daß bei dem Gutachten ein Minimum von E h r e n s o r de r u n gen des deutschen Volkes die Voraussetzung für den Abschluß von Verhandlungen sei. Held sagte weiter, die Zeitungsmeldungen von einem zweiten Koalitionsprogramm seren unrichtig, die Regierung treibe keine Politrk des doppelten Bodens, und bemerkte zur Denkschrift über die Abänderung der Weimar e v Verfassung, sie sei geeignet, in Zukunft Konflikte zwischen Bayern und dem Reich z u v er« hindern, und trete nicht als Gegner, sondern als Freund des Reiches auf, weil die freie Gestaltung des einzelnen Staatslebens die beste Klamnrer für die Reichs- e i nh eit sei. Es wäre pflichtvergessen, dem Reich in der schwersten Zeit den Rücken zu kehren, man müsse vielmehr für die Einheit undGeschlossenheit des Reiches ein- treten. Der Kommunismus fei d i e größte Gefahr für den Staat, d i e nationale Beweauna begrüße er, sie müsse sich jedoch in den Grenzen hallen, die Staat und Staatszweck ihr setzten. Waffenvrganifationen, gleich welcher Art, werde er im Lande n i ch t d u l d e n. Schlieh- lich bat der Ministerpräsident, ihm Vertrauen entgegenzubringen und mit ihm zusammenzu-- arbeiten gegen die Elemente, welche gegen den Staat arbeiteten. Kommunistisches- Wieder ein Hochverratsprozeft. Königsberg, 16. Juli. (Wolff.) Unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten beim Reichsgericht, Riedner, begann heute vormittag vor dem Staatsgerichtshof die auf vier Tage berechnete Verhandlung gegen deir K v m - munistischLN Landwirt Kalcher und zehn Genossen, die nach der Anklage 1923 unternommen haben sollen, in hochverräterischer Weise die Re ichs ve r fa s s u n g gewaltsam zu ändern. Bei allen kommt ouch ein Vergehen gegen das Gesetz zum Schutze der Republik und bei einigen ein Vergehen gegen das Eprengstoffgeseh und schwerer Diebstahl in Frage. Verhaftung eines „Aktivisten" in London. Rach einer Meldung aus London verhaftete die dortige Polizei einen deutschen Kommunisten namens Aso(?), der ohne Ein- ' eiseerlaubnis sich in England aufhielt. Der Verhaftete gab zu, daß er an den Hamburger Kom- nunisteuunruhen im Oktober vor. Hs. beteiligt gewesen und aus Deutschland geflohen sei, weil er wegen Waffengebrauchs gegen einen Polizisten verfolgt worden sei. Toller in Berlin. Rach einem Drahtbericht aus Berlin ist der Nus der Festungsanstalt Riederschönefeld entlassene Toller aus Bayern ausgewiesen und über die bayrische Grenze abgeschoben worden. Er will seinen bauernben Aufenthalt in Berlin nehmen. Neue Kämpfe in Indien. London, 16. Juli. (Wolff.) Reuter meldet aus Simla: Rach den neuesten Rachrichten halben gestern dieKämpfezwischen denHin- dus und den Muselmanen wieder begonnen. Die Ursache soll darin liegen, daß die Hindus daran verhindert worden seien, gelegentlich des Bakrid- Festes, ihrem Rilus entsprechend, eine Kuh bei der Prozession durch die Stadt zu führen. Die Hindus konzentrierten sich auf der Ostseite von Saddar Bazaar. während die Mohammedaner die Westseite besetzten. Als der Kampf kaum begonnen hatte, griff die Polizei mit Panzerwagen ein. Die wenigen Lader, die noch geöffnet waren, wurden in aller Eile geschlossen. Bei den gestrigen Zusammenstößen zwischen Hindus und Muselmanen find sechs Personen getötet und über hundert v§,r letzt worden. Hessischer Landtag- Darmstadt, 16. Huli. Die beiden letzten Sihungstage waren der Beratung von Polizei-undHustizfragen gewidmet. Wir erhalten darüber folgenden Bericht unserer Darmstädter Redaktion: 3n der Dienstogsitzung, der Minister von Brentano als Regierungsvertreter beiwohnte, spendete Abg. Widmann (Soz.) der Polizei im Ramen der S.P.D. hohes Lob. Das Kapitel Gendarmeriedirektion mit seinen 6 Beamten könnte ganz unter den Abbau fallen. 'Abg. Dingeldey (D. Vp.) kommt auf die Lhrfrage seiner Partei über die Stellenbesehung b£t der Polizei zu sprechen. Die rechtlich und. schlich begründeten Wünsche der Polizei mühten erfüllt werden, doch hätten Reichsgesetze und an- dsre Bestimmungen hier Grenzen gezogen. Die Einstufungen wären in vielem nicht den Forderungen der Billigkeit gerecht geworden. Wenn ein Beamter Opfer seines Berufes würde, so mühte die Familie versorgt sein. Das Polizeibe- amtengesetz sei verabschiedet worden, aber es fehlen noch die Aussührungsbestimmungen, die bald erlassen werden möchten, es liege kein Grund vor für eine weitere Verzögerung Seine Pariei widersetze sich aufs schärfste gegen eine Politisierung der Polizei. 2m Bereich der Polizeiverwaltung wären im Laufe der letzten Jahre rein politische Ernennun-gen vorgenommen worden. Die Erfahrungen mit diesen Persönlichkeiten rechtfertigten die Bedenken gegen sie. Gegenüber der Animosität gegen die Polizei affigiere — die einzigen Abbauvorschläge der Sozialdemokratie — mühte das Ministerium den Standpuntt völliger Hn» Parteilichkeit vertreten. Abg. Kindt (Dntl.) bemerkt, mehrere höhere Beamten hätten von ihren Posten weichen müssen, um Sozialdemokraten Platz zu machen. Die vom Gesetz vorgesehenen Spruchkammern seien immer noch nicht eingerichtet worden. Abg. Reiber (Dem.) verlangt, dah die Angelegenheit des Kriminalkommissars Weber in Darmstadt, die der Mordprozeh zutage gefördert hat, klargelegt werde. Rach einer Pause richtete Abg. Schreiber (Dem.) eine Anfrage wegen der Rückkehr der Ausgewiesenen an die Regierung. Staatspräsident Ulrich erklärt, es seien vielfach übertriebene Ziffern in der Preffe genannt worden. Die letzte Zulassungsliste stamme vom 26. Juni. Insgesamt seien bis jetzt von 7500 Ausgewiesenen aus Hessen 50 Proz. Reichsangestellte, 7 Proz. der freien Berufe und 12 Prv?ent der hessischen Staats- und Komnrunal- beamten wieder zugelassen worden. Die Hoffnung auf weitere Zulassungen sei vorläufig gering, vielleicht dah nach der Londoner Konferenz ein schnelleres Tempo einsehe. Der Präsident teilt einen Antrag Dingel- dey mit, 50 Stellen der Schutzpolizei, die aufgehoben worden sind, wieder einzurichten. Abg. Frau Roth (Komm.) lehnt die Zustimmung ihrer Partei zum Pvlizeietat ab. Abg. Widmann (Soz.) verteidigt unter Ausfällen gegen die Rechte des Hauses die Ernennungen bei der Polizei. Als 2i.bg Kindt (Dill.) das Wort erhält, verlassen die Sozialdemokraten geschlossen den Saal. Rach weiterer Diskussion, wahrend der die Sozialdemokraten wieder den Saal verlassen hatten als der Abg. Kindt sprach, verteidigt der Minister des Innern die Polizei gegen verschiedene Angriffe aus dem Hause Früher habe die Polizeivrgcmisation wohl versucht, Ginfluh zu gewinnen, doch sei jetzt diese Zeit vorbei. Hierauf werden die Kapitel gegen bte Stimmen der Kommunisten angenommen. Die Anträge werden für erledigt erklärt. Dem Antrag Dingel- l deh, 50 Stellen vet der wcyutzpolizei wieder einzurichten, wenn das Reichs 9 Zehntel der Kosten trägt, wird zugestimmt. Die Verhandlungen werden nachmittags bet Kap. Ministerium der Justiz usw. aufgenommen. Abg. Schreiber (Dem.) wendet sich gegen die Neuordnung des Gerichtswesens, insbesondere gegen die neuen erweiterten Schöffengerichte. Der Redner erörtert dann eine Reihe von Rechtsfragen. Das Verhältnis zwischen Richtertum und Republik in Hessen werde immer schwieriger. Abg Sturmfels (Soz.) wünscht andere Mahstäbe angelegt bei der Auswahl der Richter. Der Redner übt dann an verschiedenen richterlichen Art eilen Kritik, ebenso am Strafvollzug und an der Reform der Gerichtsorganisation. Abg Ruh (Ztr.) schlieht sich im wesentlichen der Kritik des Vorredners an. Der Wucher müsse chärser bekämpft werden. Abg. Dr. Greiner (Komm.) unterbreitet dem Hause einen Antrag auf Begnadigung politischer Verbrecher, rückständige Geldbußen ujw. öllten erlassen toerben. Am 6 Ahr werden die Verhandlungen abgebrochen. * In der heutigen Sitzung wurde in Anwesenheit des Staatspräsidenten A l r i ch und des Ministers von Brentano die Beratung des Hu - t i z e t a t s fortgesetzt. 2lbg. Dr. Osann (D. Vp.) erklärt, die Ge- ehgebung sei unklarer geworden; wir haben jetzt die Einzelrichter, es ist keine Berufung gegen deren Arteile möglich. Durch die Reuordnang des Gerichtswesens sind die Angeklagten wesentlich benachteiligt worden; das Gericht ist jetzt im Gegensatz zu früher souverän, Beweisaufnahmen zuzulassen. Die Machtbefugnisse der Gerichte, aber auch die der Staatsanwaltschaft sind erweitert worden, und zwar erheblich. Der Redner erörtert dann Fragen der richterlichen Betätigung und beklagt, dah an manchen Gerichten die Richter nicht genügende beschäftigt sind, wäh- renb an anderen wieder eine Aeberlastung der Richter besteht. Der Redner wendet sich dann u. a. gegen den Antrag der Kommunisten, die politischen Verbrecher zu begnadigen. Abg. Dr. Werner (Dntl.) meint, der Marn» Monismus dürfe nicht auf die Prozesse übergreifen, es müsse auch der minderbemittelten Bevölkerung die Möglichkeit geboten werden, ihr Recht zu inden. Von Klassenjustiz rede man nur, wenn ein Parteiangehöriger verurteilt werde. Die bayerischen Volksgerichte seien eine urdemokratische Einrichtung, sie hätten allerdings Arteile gefällt, die gewissen Kreisen nicht paftten, es dürfe aber auch nicht vergessen werden, dah der Staats» gerichtshvf zum Schuhe der Republik besteht, der nur aus linksgerichteten Persönlichkeiten zusammengesetzt sei. Abg. Frau Roth (Komm.) kritisiert ver- chiedene Fälle des Strafvollzugs und der Recht- prechung. Hustizminifter von Brentano warnt vor Verallgemeinerungen; Tausende von Arteilen seien unanfechtbar. Die Vorwürfe der Klassenjustiz seien zurückzuweisen. Eure Besserung der Rechtspflege ettrartet der Minister von dem Aufhören des überreichen Segens von Gesetzen und Verordnungen des Reiches, der Länder und der Gemeinden. Die Aussprache wird hierauf geschlossen und das Kapitel angenommen. Ferner stimmt das Haus Anträgen des 2Ibg. Dr. Osann zu, auf die Reichsregierung einzuwirken, dah im Wege der ordentlichen Gesetzgebung die Bestimmungen der Verordnung über Gerichtsverfassung und Strafrechtspflege vom 4. Han. 1924 dahin geändert werden, dah die Beschränkungen der Beweisaufnahme wieder beseitigt werden. Ein weiterer Antrag will, dah die Regierung beim Reich ihren Einfluß geltend macht, dah eine Veränderung von Rechtsgarantien unter allen Amständen vermieden und weitere grundsätzliche Reformen nur im Wege der ordentlichen Gesevgebung durchgeführt werden. In einem dritten Antrag wird'die Regierung ersucht, die Behändigungsgebühren der Gerichtsdiener von jetzt 5 Pf. auf den Friedons- say von 20 Pf. zu erhöhen. Weiter wird ein Antrag Sturmfels angenommen, dah die Verordnung über die Gerichtsverfassung und die Strafrechtspflege aufgehoben und durch ein ordentliches Gesetz erseht wird. Zu dem Anträge Greiner-Roth über die Amnestie politischer Verbrecher usw. beschließt das Haus mit knapper Mehrheit Aeberweisung an den Gesehgebungs- ausschuh. Die Kapitel 101 bis 107 werden ohne Debatte angenommen. Rach einer Pause teilt der Präsident mit, dah heüte noch der Staatshaushalt beendet werden soll. Die Beratungen werden sodann bei Kap. 38 (Kirchen) wieder auf genommen. Abg. Dr. Greiner (Komm.) ist gegen jede Bewilligung von Geldern für die Kirche. Das Haus bewilligt für die staatlich anerkannten Religionsgemeinden 336 423 Mk. Anträge von sozialistischer und kommumstischer Seite werden abg e lehnt. Zu dem Kap. Volksschulen liegt ein Antrag Brauer (Dbd.) vor, den Fortbildungs- schulunterricht im Sommer auf dem Lande ausfallen zu lassen; es wird namentlich abgestimmt. 17 Stimmen sind dafür, 39 dagegen, der Antrag ist somit abgelehnt. Ein Antrag Glaser (Bbd.), den Fortbildungsschulunterricht während der Dauer der Wirtschaftskrise auszusehen, wird m namentlicher Abstimmung mit 38 Stimmen gegen 18 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Ruh (Ztr.) will die Aussehung des Fortbildungsschulunterrichtes auf dem Lande während des Restes dieses Sommers; er wird in namentlicher Absttm- mung mit 35 gegen 20 Stimmen angenommen. Ministerialdirektor 11 r ft a b t erklärt, dah die Regierung bereit sei, dem Anträge zu entsprechen, doch solle dies kein Präzedenzfall für das nächste Hahr sein. Auf der Tagesordnung steht jetzt das Fi- nanzgeseh für das Rechnungsjahr 1924. Abg. Dr. Osann (D. Vp.) gibt eine Erklärung ab, dah seine Partei dieses Gesetz ablehnt, weil ihren Wünschen und Anträgen über Ersparungen und Stellendesehungen nicht genügend Rechnung getragen sei. Abg. Brau e r (Bbd.) gibt im Ramen seiner Partei eine ähnliche Erklärung ab. Das Finanzgeseh wird sodann in erster und zweiter Lesung gegen die Stimmen der Deutschen Vollspartei, des Bauernbundes und der Deutschnationalen angenommen. Die erste Lesung des Staatshaushaltes ist damit beendet. Es werden noch einige kleinere Vorlagen erledigt und um l3/i Ahr die Sitzung geschlossen. Rächste Sitzung Donnerstag. Fortsetzung der Beratungen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 17. Huli 1924. „Gestatten" — ! Ich stand kürzliche in einer benachbarten Groh? stadt auf der Elektrischen, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Keiner stieg aus, aber dafür wollten noch viele herein. , „Lassen Sie doch das Drängen, mein Herr, rief der verzweifelnde Schaffner einem ungestümen Jüngling zu. „Sie sehen doch, dah es nicht mehr geht!" f _ ,, , Der Hüngling dachte über diesen Fall aber anders. Er faßte mit beiden Fäusten die blankgescheuerten Messinggriffe, warf sich mitten In den zusammengepserchten Knäuel Prustender Fahrgäste hinein, machte sich! mit den Ellenbogen Platz und preßte sich so dicht an meine Br ist, Daß ich kaum Atem holen konnte. Dabei machte er eine kleine Verbeugung mit dem Kopf und näselte: „Gestatten!" — Ich war wütend, meine Rachbarn axiren wütend, wir waren alle wütend. .Aber erlauben Sie einmal; sehen Sie denn nicht, daß hier absolut fein Rkensch mehr herein kann?" — Der Hüngling hielt es nicht einmal ür nötig hinzublicken; er btteS den Zigarettenrauch mit aller Kraft von sich Wir suchten hilfeflehend einer des andern Augen; wir fühlten uns machtlos. Er rauchte eelenvergnügt seine Zigarette weiter. Auf solche Lummdreistigkeit war ernsach keiner gefaßt gewesen. Heder machte sich! sein» Gedanken. Der eine dachte an seine eigene Jugend, hörte väterliche Ermahnungen in seinen Ohren klingen und ward traurig über die Verderbtheit vieler jugendlicher Zeitgenossen; ein anderer fürchtete für seine Lack» chuhe und wagte gar nicht mehr fest auszutreten; der Dritte wunderte sich darüber, daß doch noch ein Stehplatz vorhanden gewesen war; der Vierte dachte: Egoismus ist doch! die einzige Lebensphilosophie, die man hoben kann — man ah ihren Gesichtern an, daß sie der Fall alle beschäftigte, aber zu sagen wagte keiner etwas mehr. Bei einer der nächsten Haltestellen zog der „bewunderte" Lebenskünstler kurz den Hut, arbeitete sich bis zum Trittbrett vor, sprang ab, zog wieder den Hut und näselte: „Gestatten!" And damit war er in der Menge verschwunden. Alles atmete auf; jeder fühlte seine Lebensgeister zurückkehren. Einer räusperte sich; em anderer sagte nur: „So'n Flegel!" — Ein Dritter wagte: „Man hätte dem Olwel einmal den Standpunkt klarmachen sollen." — „Man riskiert ja nur“, protestierte ein ganz alter Herr, „daß einem sv'n Gelbschnabel über den Mund fährt, ich danke . So trösteten sie sich alle. Ich aber dachte bei mir: Das Wörtchen „Gestatten!" hat sie in Schach! gehalten. Sie Men sich durch diese alberne leere Form übertölpeln und legten eine solche Rücksicht an Den Tag, so feige waren sie. And hernach jammern sie über die unerzogene Hugend. Soll man sich da überhaupt noch wundern?! k Es geschah uns eigentlich schon recht! Herabsetzung der Steuer-Verzugszuschläge. Der Reichsminister der Finanzen hat eine Verordnung über Verzugszuschläge erlassen, die demnächst im „Reichsanzeiger" und im „Reichsgesetzblatt" veröffentlicht wird. Durch die Verordnung werden die Verzugszuschläge, die bei nicht rechtzeitiger Zahlung von Einkommens-, Körper s ch a s t s - und Vermögens st euer erhoben werden, mit Wirkung ab 20. Juli herabgesetzt. Rach der zweiten Steuernotverordnung war für jeden auf den Zeitpunkt der Fälligkeit folgenden angefangenen halben Monat ein Zuschlag von 5 vom Hundert des rückständigen Steuerbetrages zu zahlen. Diese Vorschrift entsprach den Ver- hältnissen beim Erlaß der zweiten Steuernotverordnung, die vor allem bestrebt war, die Wiederkehr des unerfreulichen Zustandes des vorigen Jahres, daß einzelne Steuerpflichtige aus der Nichtzahlung ihrer Steuerschulden wirtschaftliche Vorteile zu Lasten des Reiches ziehen konnten, zu verhindern. In der zweiten Steuernotverordnung war aber bereits dem Reichsminister der Finanzen die Ermächtigung erteilt worden, den Satz der Verzugszuschläge zu ändern. Von dieser Ermächtigung hat der Minister nunmehr Gebrauch gemacht. Künftig soll der Zuschlag für jeden angefangefangenen halben Monat 2 v. H. des Rückstandes betragen. Hm übrigen sind die für die Verzugszuschläge geltenden Bestimmungen nicht geändert worden. Insbesondere gilt auch fernerhin die Bestimmung, daß die Verzugszuschläge nicht erhoben werden, wenn innerhalb der auf den Zeitpunkt der Fälligkeit folgenden Woche gezahlt wird (die sogenannte Schonfrist). Diese Schonfrist gilt jedoch nicht für die Abführung der Lohnsteuerbeträge durch die Arbeitgeber. Giestener Wochenmarktpreise am 17. Juli (Händlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter Pfd. 1,80—1,90 Mk., Käse, Psd. 50 bis 60 Pf., Eier Stück 13 Pf., Wirsing, Pfd. 30 Pf., gelbe Rüben Pfd. 20 Pf., rote Rüben Pfd. 15 Pf., Dohnen Pfd. 30—40 Pf., Blumenkohl Stück 30-100 Pf., Salat Stück 5 Pf., Salatgurken Stück 50—80 Pf., Ober-Kohlrabi Pfd. 10 Pf., Erbsen Pfd. 20 Pf., Tomaten Pfd. 80 Pf., Zwiebeln Pfd. 20 Pf., Kartoffeln, neue, Psd. 71/? Pf., Himbeeren Pfd. 70 Pf., Kirfchen Pfd. 30 bis 35 Pf., Ginmachkirschen Psd. 40—45 Pf., Heidelbeeren Psd. 35—40 Pf., Stachelbeeren 30 Pf., Johannisbeeren Pfd. 35 Pf. * Mehrere G etoitter, die gestern abend über unsere Stadt zogen, brachten recht ergiebige Regenfälle, die namentlich den Hackfrüchten sehr zustatten kamen. Das Getreide hat sich hier und da unter der Einwirkung des Regens etwas gelegt, fönst ist uns aver von Schäden des Wetters nichts bekannt geworden. Erfreulicherweise hat sich als angenehme Folgewirkung der Entladungen eine Abkühlung der in den letzten Tagen geradezu tropischen Temperatur eingestellt. ** Fahrpreisermäßigung für Studenten. Schülerferienkarten sollen an Studierende bei Beginn und am Schluß des Semesters nur 3 Tage vor bis 3 Tage nach dem im Anträge bezeichneten Reisetage ausgegeben werden. Läßt sich die gestellte Frist aus bestimmten Gründen, wie eigener Erkrankung, Todesfall naher Angehöriger usw., nicht em= halten, so kann die Vergünstigung ausnahmsweise auch später im Erstattungswege gewährt werden. Neuerdings ist das Verfahren auch zugelassen, wenn Studierende zum Abschluß wissenschaftlicher Arbeiten über den Semesterschluß hinaus am Hochschulorte bleiben müssen. Die Verlängerungsursache soll bann allerdings'church die Bescheinigung eines Dozenten belegt werden. ** Gestohlene Flugpost marken Eine größere Menge von Fugpostmarken za 300 Pfennig ist in der Reichsdruckerei entwendet und an verschiedenen Orten in den Handel gebracht worden. Der Druck war fehlerhaft oder sie hatten einen auffällig verschieden breiten Durch lochangsrand. Sie waren deshalb zur Vernichtung bestimmt. Die Postämter fintf'angecDie» fen, auf die Flagpostmarken zu 300 Pf. ihr besonderes Augenmerk za richten. Personen, die irgendwie verdruckte oder mit auffällig verschieden breitem Durchlochungsrand versehene Fug- postmarken zu 300 Pf. umtauschen wollen, werden polizeilich fest gestellt. -** Im Oberhessischen Kun st ver- ein ist die Ausstellung Frqnkfurter Künstler um einige Tage verlängert worden; sie wird am Sonntag, 20. Huli, von 11—1 Ahr zum letzten Male zur Besichtigung geöffnet sein. RDV. Wieder Fahrkartenautomaten. Anlängst ist über die Wiederaufstellung von Warenautomaten auf den Bahnhöfen berichtet worden. Hetzt sollen auch wieder Fahrkartenautomaten aufgestellt werden, da sich eine Entlastung der Schalter als notwendig erweist. Probeweise ist ein solcher auf dem Potsdamer Ring- bahnhvf in Berlin bereits wieder im Betrieb. Gegen Einwurf eines Rentenzehnpfennig- und eines Rentensünfpfennigstückes druckt und spendet dieser Automat eine Fahrkarte dritter Klasse für den Stadt- und Ringbahnverkehr. Eingeworfene eiserne Zehn- und Fünfpfennigstücke gibt der Automat jedoch i)hne Karte zurück. Wettervoraussage für Freitag. Roch wollig, wieder wärmer, bei südlichen bis westlichen Winden meist trocken. Der hohe Druck über Mittel >uropa hat sich unter Verflachung ostwärts verzogen, während das nördliche Fallgebiet seit gestern bis nach Süddeutfchland vorgedrungen ist. Doch! ist das Druckgefälle zunächst gering. Die eingetretene geringe Abkühlung hält nicht an. Bei steigenden Temperaturen werden erneute Gewitterneigungen, stärkere Bewölkung, auch vereinzelt. Aiederschläge eintreten. Boruotizen. — Tage skatender fürDonnerstag. Gießener Theolvgenschaft, 8V4 Ahr in der Reuen Aula: Vortrag Er. Exzellenz Dr. Michaelis: „Deutschlands Aufgabe und Zuttmst". — Vortrag über China von bet Missionarin Wegerle, 8V2 Ahr im Vereinshaus, Löberstraße. — Rundfunk- Haus, Löberstraße, 8V2 Ahr: Heiterer Abend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „The Kid" und „Taras Dulba". — Aus dem Stadttheater^ Bureau wird uns geschrieben: Ansere Theaterbesucher erinnern sich gewiß noch der famosen, unter dem Titel „Menagerie" zusammengefaßten Einakter von Curt Götz, die vor zwei Jahren mit starkem Erfolg hier aufgeführt worden sind. Von demselben Verfasser ist nun eine neue Komödie erschienen, „Der Lampenschirm", die am Dienstag, 22. Huli. hier gegeben wird. Der Verfasser nennt das neue Werk „Kein Stück in 3 Akten", denn es soll dem Zuschauer ja eben durch die Aufführung erst ad oculoS demonstriert werden, wie eine Komödie entsteht. Es findet nur diese einmalige Aufführung des Werkes, das für den Winterspielplan nicht vorgesehen ist, statt. (Siehe Anzeige.) — Abonnements-Konzerte der Reichswehrkapelle. Man schreibt uns: Infolge dienstlicher Verhinderung der Kapelle unserer Reichswehr muhte das 6. Abonnementskonzert auf Freitag, 18. Huli, verlegt werden. Dieses Konzert bietet ganz besondere Anziehungskraft, da außer der geschickt aufgestellten Vortragsfolge, die aus Opern von Wagner, Weber, d'Albert usw. besteht, zum Schluß das große Schlachtenpotpourri „Erinnerung an die ruhmreichen Kriegsjahre von 1870/71" von Saro unter Mitwirkung der Spielleute des Bataillons zur Aufführung kommen wird. Kreis Schotten. • Aus dem Vogelsberg, 16. Juli. In den Kreisen Schotten, Lauterbach und Alsfeld sind in letzter Zeit wiederholt Fälle von seuchenhasten Gehirn- und Rückenmarksleiden beiPferden feftgeftellt worden. Antersuchungen haben einwandfrei ergeben, dah es sich um die sog. Dornasche Krankheit handelt. Kreis Büdingen. * Grund-Schwalheim, 16. Juli. Deik kurzem ist unsere Gemeinde von Anter-Widders- heiin losgegliedert und eine selbständige Gemeinde geworden. Zum Bürgermeister wurde Otto Spengler gewählt. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 16. Juli. Die Stadtverordnetenversammlung hat gestern mit ber Beratung des städtischen Voranschlags begonnen, die in einer weiteren Sitzung am Donnerstag erledigt werden soll. Der Gesamt- sthlbetvag im städt. Haushalt beläuft sich auf rund IVi Millionen Mark, wovon 410 000 Mk. ungedeckt sind. Zur Zeit unterhandelt die Stadt wegen einer Ausländsanleihe; die Mittel hieraus sollen in erster Linie für bte Erbauung von mehreren Häuserblocks verwendet werden, die mehrere hundert Wohnungen ent- W'S'fen 16 E b-. *. <"n8. -!»HZ **t " aS« äM»^ W»* n r uS Handel wftX*' n8c^ *ß?n -K°LL Eschene jlua, ;"«un[it>tt. ,Ru«tt tonWet **>; I« uh» nT’^ M ä'W sein. !?^a°'-vina. »craufire.lunq tn>i\ A‘ 'Wtartenau* : 'i> eine 6ntla- ij enveisi. Prok. ^vMamer Sing- M Betrieb. «Pfennig. Unb und loenter h'. Eingewvrfme :Mcke gib* der age fl- mcr. bei sMchrn tttlturvpL hat sich erzogen, Ivährmb grstem bis nach ift. ist das he ingttretene ge« m. Sä tagenbat ü>Ällrrneigilng«, njdt Niederschläge n. IrSonnerStag. Uhr in der Äeaen n St. MchaeliS: treff. — Vertrag m "Degerir, Ni, che. — Mndduik» xvtczr Abvid. - . .The Kibu Md tadttheater^ ben: Unsere Thea- )ih iuxh der fmw« letrie“ zusürnMN« Abtz. die vor zwei [g hier aufgeführt n Verfasser ist mm ien, „Der Lain- enwg, 22. M erfafer nennt das 3 Mn", denn es durch dieAnffüh- friert werden, wie intet nur diese ein« ,rkeS. daS für den gesehen ist, statt- Konzerte der r^^ibt uns. vn - Sr Kapelle an« j9j Ä^emmts' « wr<2fft ivrroen. ^^LnziehE^ _ -Dagner. uvev», SalaM"" J*“ '"en 3uQ. Sn ibetfl. Vhen , tzchung - ' Se'aint' v” Io11 uficb «ns St ^410000 5* l‘v . fi(QJjl ’ krtuun» 5 Ein neuer teils in 5$nei6ern MnQBen und donöfltüeiten beginnt [0M* Dienstag, den 29. Juli. Erna Wenzel Stetnstraße 56 IL wv dem tägl. frikrb chitroff* cinpsteblt billigst MllHelm hülllel Neue Baue 7 Tel.6t2 Ein Wirtschafts- EiSschrank au verkaufen. Zu ersr. in d.Geschäftsst. d. Gleb-Anz. 021815 ® u t * verlängern. ♦« Man verlange ausdrücklich lf$AöG8s Würze. 5734c elches Hofgut fl Leihgestern, den 16. Juli 1924. 5727V Jti ][ Marburg, 16. Juli. Marburg rüstet sich zum Empfang der Teilnehmer des Akademischen Olympia. Zur Unterbringung der vielen Gäste müsset! Massenquartiere in den Schulsälen, Turnhallen usw. eingerichtet werden. Auch im neuen großen Stadion werden die letz« ten Vorkehrungen getroffen; es sind dort verschiedene Gebäude entstanden, u a. auch eine neue Jugendherberge, die demnächst eingeweiht werden soll. Damit die Teilnehmer aus den fremden Städten sich zurechtfinden, sind überall mit großen Buchstaben die einzelnen Abendquartiere angegeben. Der Flaggenschmuck in den Straßen, der sowieso durch die studentischen Stiftungsfeste sich schon wochenlang bemerkbar macht, dürfte sich jetzt noch vermehren, und die zahlreichen Alten Herren, die sich in ihren bunten Mühen als Teilnehmer der Stiftungsfeste bemerkbar machen, werden anläßlich Les Olympia ihr Hiersein etwas Deutschlands Hochschuljugend für ine uic a r - Bürger Lage bereit, die, des sind wir gewiß, den Beweis dafür erbringen werden, daß in ihr die Erkenntnis vom Wert und der Notwen» digkeit körperlicher Ertüchtigung starke Wurzel gefaßt hat. Das Akademische Olympia wird am Freitag- Vormittag durch einen feierlichen Begrüßungsakt in der Aula der Universität eröffnet. Anschließend daran erfolgt ein Festzug durch die Stadt. Am Nachmittag beginnen die leichtathletischen Vor- kämpse und Mehrkämpfe. Die erste Entscheidung fällt im Hockey. Auch der Sonnabendvvrmtttag ist Dorlämpfen in den einzelnen Wettbewerben und Spielen Vorbehalten. Der Nachmittag gehört den Schwimmern, am Abend fällt die zweite Entscheidung im Fuhkall. Der Sonntagvormittag beginnt mit Zwischenläufen, der Entscheidung im Diskus und im 800-Mcter-Lauf; auch der ©reger im Schlagball wird sestgestellt. Nach der Kirchzeit und am Nachmittag folgen dann die Entscheidungen in allen übrigen Wettbewerben. Am Abend sammeln sich die Sieger im Stadion zum Abmarsch zur Siegerverkündigung, die in feierlicher Weise am Bismarckturm stattfindet. Am Montagvormittag geht's zu den Toren der Stadt hinaus zu fröhlicher Wanderfahrt, während die Turn- und Sportlehrer, die Vertreter der Professorenausschüsse und der Akademischen Aemter für Leibesübungen eine gemeinsame Sitzung abhalten. Möge Marburg ein Markstein werden in der Geschichte deutschen Strebens nach Kraft und Tatbereitschaft. gegen den bestehenden Bestimmungen nacy ttet Kantine der Polizeiunterkunft Neukölln. Hier begegnete ihm der Hauptwachtmeister Vill- Brandt und stellte ihn wegen seines Verhaltens zur Rede. Statt jeder Antwort zog Müller seine Tienstpistole und feuerte auf seinen Vorgesetzten zwei Schüsse ab, durch die Dill- Brandt aus der Stelle getötet wurde. Dann jagte sich Müller eine Kugel in die Schläfe, 12 Dauerngehöfte niedergebrannt. Stettin, 16. Juli. (WTB.) Wie die Blätter melden, entstand gestern nacht auf bisher noch unaufgellärte Weise auf dem Gehöfte eines Dauernhofbesihers in Franzow bei Kam- min Feuer. Bei dem herrschenden starken Nordwestwind griff das Feuer schnell um sich, so daß in kurzer Zeit 12 Gehöfte mit 38 Gebäuden niederbrannten. Menschenleben sind nicht zu bellagen. Große Aeberschwemmrmgen in Nord-Eh'ma. London, 16. Juli. (WTB.) Deuter meldet aus Schanghai: Der seit 14 Tagen niedergehende Degen verursacht ernstliche Heber- schwemmungen in ganz Nord-China. Der Eisenbahnverkehr zwischen Peking—Hankow und Duaiyuan ist eingestellt. Ein großer Teil der Stadt Kalgan sieht unter Wasser. Der bis jetzt übersehbare Schaden beträgt eine Million Dollar. Die griechischen, französischen und japanischen Konzessionsgcbiete sind infolge Durchbruchs der Dämme überschwemmt worden. Bnchcrtisch. Die Sachverständigen Aus aller Wett. Bad Kreuznach. Kreuznach, 15. Juli. (WTB) Das preußische Innenministerium macht durch landes- polizeiliche Verordnung bekannt, daß die amtliche Bezeichnung für Kreuznach in „Bad Kreuznach" umgeändert ist. Der Massenmörder Haannann. Hannover, 16. Juli. Der Massenmörder Haarmann hat nunmehr 12 Morde ein» gestanden. 3n den letzten Aussagen hat Haar- mann den Mitbeschuldigten Grans schwer belastet, gegen den auch anderes Beweismaterial vorliegt, so daß seine Mittäterschaft an dem Verbrechen nicht mehr in Zweifel zu ziehen ist. Nach dem ärztlichen Gutachten stammen die bei der Absuchung der Leine gefundenen Knochen von 24 Menschen. Cs können sich jedoch darunter auch die Körperreste von Verunglückten oder Selbstmördern befinden. Auf Grund der bisherigen Unterlagen kann jedoch mit Sicherheit gesagt werden, daß es sich um mindestens 20 Opfer handelt. Nicht der Neichstagsabg. Fürst Bismarck. Berlin, Itz. Juli. (WTB.) Laut „Der- liner Tageblatt" wird die Qltelbung über den Flugzeugabsturz des Deichstagsabgeordneten Otto von Bismarck in Bamberg auf eine entsprechende Anfrage in Friedrichsruhe als unrichtig bezeichnet. Vermutlich handelt es sich um eine Verwechslung mit einem Namensvetter, der bereits während des Krieges als Flieger hervvrgetreten ist. Den Vorgesetzten und sich selbst erschossen. Berlin, 16. Juli. Heute gegen 1 --U;* v- gab sich der Unterwachtmeister Müller vou fr.er Gruppenbereitschaft der Inspektion Nv^öllr «nt- ..............................■■■■!■ II— rrii'IMIM Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgange unseres teuren Entschlafenen dem tartml Mar Will sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank. Besonderen Dank den Arbeitern und Angestellten unserer Firma. Die trauernden Hinterbliebenen. Preisschießen im Gießener Schützenverein. Der Gießener Schützenverein hielt am Samstag, Sonntag uno Montag ein großes Preisschießen ab, an welchem sich außer den eigenen Mitgliederm eine große Anzahl auswärtiger Schützen und zum ersten Male die neu gegründete Hugendschützenabteilung beteiligte. Folgende Resultate wurdeii erzielt: A. Iugendpreisschießen. Erster und Hungschühenmeisterschaft: Gümb- lein <3 Dinge; 2. Nattmann, 30; 3. Graefe, 29; 4. Weinert, 29; 5. Groh, 29; 6. Betz, Alfr., 28; 7. Reichert, 27: 8. Wenzel, 27; 9. Guth, 26; lO.Har- ries, 26; 11. Bourgeois, 25; 12. Böh, Friedr., 23; 13. Horn, 23; 14. Siever, 21; 15. Pirr, 21; 16. Bötz, G., 19; 17. Schmitz, 18; 18. Balzer, 18; 19. Wörner, 17; 20. Wittich, 16. B. Hauptpreisschießen. a) Meisterschaft 300, 1 75 und 100 Meter, je 15 Schuh. 1. Hans Mangelsdorf, 522 Ringe; 2. Aug. Pascoe, Dutenhofen, 512; 3. Hermann Sauer, 505. — b) Hagdmei st erschaff: 15 Schuß. 1. Aug. Pascoe, Dutenhofen, 107 Ringe; 2. Ph. Nicolaus, 91; 3. Gg. Sohl, Marburg, 81. — e) Festscheibe. 1. Aug. Paccoe, Dutenhofen; 2. Pirr; 3. Schmidt-Laubach; 4. F. Groh; 5. G. Appel; 6. H. Sauer; 7. Högy* Laubach; 8. Mangelsdorf; 9. Weinert; 10. Dr. v. Bentheim; 11. Enders, Laubach: 12. Ehr. Weeg. — d) 300-Meter-Feldmeister. 1. Ad. Möhl, 50 Ringe; 2. Mangelsdorf, 50; 3. Gg. Appel, 50; 4. Fr. Groh, 49; 5. Schönau, 49; 6. Aug. Pascoe, Dutenhofen, 47; Hill, Alsfeld, 46. — e) 17 5- Meter-Standmeister. 1. Karl Georg, 53 Dinge; 2. Ad. Möhl, 53; 3. Aug. Pascoe, Dutenhofen, 53; 4. Schönau, 50; 5. Mangelsdorf, 50; 6. Zeller, 50; 7. Bücking, Alsfeld, 49; 8. Sauer, 48; 9. Gg. Appel, 48; 10. Weeg, 47; 11. Hill, Alsfeld, 47; 12. Wilh. Decker, 47; 13. Wiegand. 47. — s) 100-Auf läge. 1. August Pascoe, Dutenhofen, 36 Ringe; 2. Högy, Laubach, 35; 3. Gg. Rühl Laubach, 35; 4. Mangelsdorf, 34; 5. Enders, Laubach, 34; 6. Hill, Alsfeld, 34; 7. Sauer, 34; 8. Hch. Appel, 34; 9. Schomber, 34; 10. Balzer, 34 11. Schmidt, Laubach, 34; 12. Holm, Lich, 34. — g) Laufend Wild. 1. Ph. Nicolaus, 28 - Ringe- 2 Aug. Pascoe, D"tenhofen, 28; 3. Sohl, Marburg, 27; 4. Dr. v. Bentheim, 25; 5. Gg. Appel, 24; 6. Balzer, 22; 7. Gümblein, 22; 8. Weeg, 19; 9. Zeller, 19. ___________________________________ in großen Originalflaschsn zu Gm. 5 besonders vorteilhaft. Man füllt daraus das kleine Maggi - Fläschchen selbst nach und hat äusser Geldersparnis noch die Garantie der Echtheit. — Achtung auf unversehrten Plombenverschluss. . liefert an Giehener Milchhändler täglich Mito Wdi? Schriftliche Angebote unter 021835 an den Giehener Anzeiger erbeten. Hatten sotten. - - Zwischen der Gastwirte- Innung und der Stadtverwaltung ist ein Konflikt ausgebrochen. Bekanntlich will die Stadtverwaltung einen Ratskeller errichten und hat das Projekt mit der Begründung vertreten, es gebe in Darmstadt keine erstklassige und vornehme Weinstube. Die Gastwirte- Innung sieht in dieser Behauptung einen beleidigenden Angriff auf ihr Gewerbe und verlangt, daß die Angriffe in einer öffentlichen Erklärung zurückgenommen werden. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M„ 16. Juli. 3n der hiesigen Reichsbankhaupt stelle wurde dieser Tage eine große Unterschlagung aufgedeckt, deren Summe nahezu eine halbe Million Mark erreichen dürste. Der Verlust ist durch dnen groben Vertrauensbruch des Kassierers, eines schon älteren Beamten, eiitstanden, der die Beträge der Kasse entnommen und die Mitarbeiter- feiner Abteilung über den tatsächlichen Stand der Kasse getäuscht hat. L. soll den weitaus größten Teil des Geldes für einen Bö r - s enmakler, der in Schwierigküten geraten war, zu Deckungen von Verbindlichkeiten verwendet haben. Der Fehlbetrag scheint aus Vermögenswerten größtenteils gedeckt zu sein. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Der ungetreue Bankbeamte wurde zur Untersuchung seines Geisteszustandes zunächst einmal in eine Nervenheilanstalt gesteckt, eine Maßnahme, die vielfach in der Bürgerschaft Kopfschütteln verursacht. — Die jetzt von allen Frankfurter Geschäften veranstalteten Ausverkäuse haben naturgemäß auch die Zunft der W a r e n h a u s d i e b e beiderlei Geschlechts in Hellen Scharen mobil gemacht. Kein Tag vergeht, daß bei der Polizei nicht mehrere auf frischer Tat gefaßte Diebe eingeliefert werden. Die Warenhäuser haben, soweit es angängig ist, mit Unterstützung der Polizei ihren Sicherheitsdienst erheblich verstärkt. Heute früh wurde in einem Warenhaus an der Zeil einer Käuferin aus der Tasche eine sehr bedeutende Geldsumme gestohlen, einer anderen nahm man gleich die ganze Handtasche weg, einer dritten den absei s gelegten Mantel. Zürnen, Sport und Spiel. Akademisches Olympia in Marburg. Nur wenige Stunden trennen uns noch vorn Deutschen Akademischen Olympia zu Marburg, das vom 18. bis 20. Juli stait- finbet. Es ist nicht das erste Mal, daß Deutschlands hohe Schulen sich im sportlichen Wettkampf messen. Schon 1909 sand anläßlich der 500-Zahr- Feier der älniversität Leipzig das erste Akademische Olympia statt. Das gute Gelingm regte zur Wiederholung an, und schon im Hahr daraus führte Berlin gelegentlich der 100-Hahr-Fe:er seiner Universität das 2. Deutsche Akademische Olympia durch. Daß auch diese Veranstaltung ein Erfolg war, beweist die Tatsache, daß sich damals die Leibesübungen treibenden Korporationen und Verbände zu einem „Deutschen akademischen Bund für Leibesübungen" zusammen- schlvssen. 1911 verband Dreslcvu die 100-Jahr- Feier seiner ülnidersität mit olympischen Wctt- kämpsen, und 1912 brachte Danz i g ein Olympia zustande. Die Turn- und Sportbewegung in der Studentenschaft gewann sichtbar Boden. Es war deshalb nur natürlich, wenn die Prosessoreiischaft „Akademische Ausschüsse für Leibesübungen" bildete und in gleicher Weise auch die studentischen Verbände sich die Förderung der körperlichen Ertüchtigung der Hochschuljugend immer mehr angelegen sein ließen. Als 1913 in Leipzig im Rahmen der Völkerschlachtseier wieder ein Akademisches Olympia abgehalten wurde, waren Beteiligung und Leistungen aller Anerkennung wert. Dann kam der Krieg und die trostlose Zeit nach ihm. Alles, was mühselig auf gebaut war. zerbrach. Erst 1920 gelang es, den Gedanken des Akademischen Olympia wieder erstehen zu lassen. Man traf sich in Hannover, und der Erfolg war über Erwarten groß. Der Drang nach Selbstverwaltung ließ die Studentenschaft nun auch selbst den Ausbau der körperlichen Schalung in die Hand nehmen; sie schuf das „Amt für Leibesübungen der deutschen Studentenschaft", welches an allen Hochschulen örtliche Aemter einrichtete. Die Studententage in Göttingen, Erlangen und Würzburg stellten Leitsätze und weitgesteckte Ziele für die Pflege der Leibesübungen fest. Ein „Verein der Hochschul-Turn- und Sportlehrer" brachte eine weitere Förderung der Bewegung, und 1921 schlossen sich alle diese Gruppen zum „Deutschen Hochschulamt für Leibesübungen" zusammen, welches seitdem die Tum- und Sportbewegung in der deutschen Studentenschaft leitet and nach Kräften fördert. Die deutschen Hochschulmeisterschaften 1922 in Darmstadt fanden bereits unter der Oberleitung des Hvchschulamts statt. Zum ersten Mal wurden auch akademische Fußball- und Hockeymeisterschaften Lurchgeführt. Die wirtschaftliche Not des Zahres 1923 ließ von einer gemein- famert Veranstaltung absehen, jetzt aber steht MMMMM ^gemünfaiten achten. Die Berichte von Dawes und Mac Ken na nebst allen Anlagen mit einer volkswirtschaftlichen Einführung, aussührlicher Inhaltsübersicht und alphabetischem Sachregister. 80 Seiten Quartformat. — Dieses Sonderheft der „Deutschen Wirtschafts-Zeitung", her- ausgegeben vom Deutschen Industrie- und Handelstag, enthält außer den beiden Berichten nebst Anlagen eine von berufener Seite geschriebene orientierende Einleitung über den Stand der Reparationsfragen, mit denen dir Sachverstän» digenvorschläae zusammcnhängen, ferner eine ausführliche Inhaltsübersicht über die beiden Sachverständigenberichte, sowie ein Sachregister. Die Sachverständigen-Gutachten bilden gegenwärtig lnicht nur den Kernpunkt für alle Verhandlungen der Regierungen untereinander, sondern auch für die Verhandlungen der Parlamente. Für jeden Deutschen ist das, wcks sich auf Grund dieses Sachverständigen-Vorschläge entwickeln wird, eine Lebensfrage. Eine möglichst weite Verbreitung genauester Kenntnis über den Inhalt dieser Gutachten ist im vaterländischen Interesse dringend zu wünschen. Das genannte Heft kann im Buchhandel zum Preise von 3 Mk. oder vom Verlag Reimar Hobbing, Berlin SW 61, bezogen werden. — Max Frehhan, Das Drama der Gegenwart (P. S. Mittler & Sohn, Berlin). Das aus Vorträgen im „Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht“ entstandene, glänzend geschriebene Buch will die Haupttendenzen im deutschen Drama der Gegenwart, die Aeuße- rungen seines Formwillens, die Bekenntnisse seines Weltgefühls in entscheidenden Vertretern auf zeig en unb zu einer orientierenden äleberschau zusammenfassen. Im großen ganzen ist das auch durchaus gelungen, wenn auch manches verborgen, willkürlich und anfechtbar erscheinen mag. Eine Betrachtung gegenwärtiger, im Fluß befindlicher Erscheinungen ist sicherlich anders als rein subjektiv, aber darum nicht weniger interessant. Das Knaben- und Madchenturnen in der Deutschen Turnerschaft. DaS deutsche Turnen, vielseitig in seinen Detriebssormen und in seinem Aufgabenkreis, hat sich unter anberm auch die turnerische Erziehung der Knaben unb Mädchen zu seinem Ziele gesetzt. Welchen Umfang dieses Knaben- und Mädchenturnen in der Deutschen Turnerschaft ^angenommen hat, geht aus der Zahl der kürzlich erschienenen Destandserhebung hervor. Danach betrug die Zahl der in den Vereinen der Deutschen Turnerschaft turnenden Knaben unter 14 Jahren 200 150 und die der Mädchen 131 564. Diese Riesenzahlen legen Zeugnis ab von der machtvollen Ausbreitung des turnerischen Gedankens unter dem jungen Geschlecht, das dereinst berufen ist, beste deutsche Volkskrast darzustellen. Sie beweisen aber auch gleichzeitig, welche idealen Kräfte in der Deutschen Turnerschaft am Werke sind, um einen derartigen erzieherisch fv überaus wertvollen Turnbetrieb durchzuführen. Eine Unfumme selbstloser Hingabe von Tausenden von Turnwarten, Turnlehrern und lehrerinnen, Vorturnern und Vorturnerinnen und endlich auch von Derwaltungsbeamten gehört dazu, um die ehrenamtliche Arbeit zu leisten, die für die Heranwachsende Jugend geschieht. Was wird in den Schüler» und Schülerinnen» Abteilungen der deutschen Turnvereine alles betrieben? Zunächst einmal regelmäßiges Tarnen in der Turnhalle an Geräten, Freiübungen, durch die systematische Körperdurchbildung vermitielt wird, dann im Freien das volkstümliche Turnen in den Hebungen des Laufs, Sprungs und Wurfs, ferner die Turnspiele, Wanderungen, die die engere Heimat kennen und schätzen Lernen lassen unb den Blick für die Schönheit des deitschen Landes durch weiter ausgedehnte Wanderfahrten schärfen. Auch das Schwimmen wird, wo es die örtlichen Verhältnisse zulassen, gepflegt. Zu den wichtigen Aufgaben dieser modernen Jugenderziehung im Turnverein gehört auch namentlich im Winter die Veranstaltung von Unter» Haltungsabenden. Es werden Zusammenkünfte abgehalten, bei denen der Gesang gepflegt wirb, Werke deutscher Dichter und Schriftsteller vorgelesen und besprochen werden. Man widmet sich der Vorbereitung von Elternabenden, veranstaltet Weihnachtsfeiern unb betreibt mit Feuereifer das Brettspiel. Hiernach ist der Kreis des Betriebes tn einer zweckmäßig geleiteten Schüler- ober Schülerinnenabteilung eines deutschen Turn',xireins von großer Vielseitigkeit, die ohne völlige Hingabe der Leiter und Leiterinnen der Abteilung gar nicht zu lösen ist und auch große erzieherische Begabung vorausseht. Möge diese Arbeit, die fernab von allem politischen Parteigetriebe schon die Jugend zur großen Vollsgcmeinschaft erziehen will, wette Verbreitung finden zum Segen der Wiedererstarkung des deutschen Volkes! AM Miete (Wetterauer Ware) liefert fuhren- und waggonweise |M18l6 OUlllllllJI Lang-Göns. * * MAGGI5 Würze ------g, Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. B wurde nm 3 Juli 1924 bei der Firma Wilhelm Gail'sche Tonwerke, Akttengefellschaft in Gießen folgendes eingetragen: Durch De- Goldmark herabgesetzt, eingeteilt in 1000 fitüd Inhaberaktien zum Nennbeträge Don 175 Goldmark und 300 Stück Inhaberaktien zum Nennbettage von 1750 Goldmark. § 4 u. 28 der Satzungen ist geändert. Gießen, den 15. Juli 1924. Hessisches Amtsgericht. 5718B Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) An dieser Stelle veröffentlichten wir Ende Dezember 1923 ein Eingesandt, welches sich mit der hiesigen Ortskrankenkasse befaßte. Zu dieser Veröffentlichung liegt uns nün die folgende Erklärung vor: „Das von mir herrührende Eingesandt in Nr. 298 des „Gieß. Anz." vorn 17. Dezember 1923 mit der Lleberschrift: Braucht man da noch eine Ortskrankenkasse?, enthält eine Reihe von Vorwürfen gegen die hiesige Ortskrankenkasse, die ich hiermit zurücknehme, nachdem ich mich davor überzeugt habe, daß diese anfangs im guten Glauben von mir erhobenen Vorwürfe unbegründet sind. Franz Heinrich W i l l w v h I.“ Anmerkung der RedaLtiou: Wii geben dieser Erklärung mit dem Anfügen Raum, daß wir unsererseits jenes Gingesandt seinerzeit aufgenommen haben, um damit eine Klärung der Angelegenheit herbeizuführen. Verantwortlich für Politik und Feuilleton. 3. V.: Heinz Gorrenz. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Oberhessische Elek- ttizitäts-Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen folgendes eingetragen: G. v. Neuenstein und P. K. G-Yer sind als Geschäftsführer ausgeschieden, alleiniger Geschäftsführer ist Ingenieur Willi Bierig in Mannheim, Luisenring 2. Das Stammkapital ist auf 18 300 Goldmark herab- gesetzt. Gießen, den 12. Juli 1924. ________Hessisches Amtsgericht. 5717B Aus Interessentenkreisen sind zu vergeben große und kleine [5731A Kapitalien auch auf Hausgrundbesttz usw. Ansr. unter t-.1l.4456 anAla-Haasenstetn & Vogler, Frankfurt cu M. PÄCKCHEN 6 PF,.Cb. fürJHt unbjung ' - ■ MW OETKER$ ■ M ■ OETKERS zs/ s/s/s OBTREIV \AUS DR.OETKERS Miffrischen oder tangemoch -* ien 'Früchten, Rhabarber oder fruchfsaft nahrhaft u gesuno. em Worte „Erholung" oder „Re gnügen" gegenüber einnimmt. Mit einer natürlichen Fröhlichkeit begeht der Engländer den Sonntag, einer Munterkeit, die um so erfrischender wirkt, weil sie der Liebe zur Rcttur oder den Reizen des eigenen Heims entspringt. Ob er in seinem Homespun-Anzug, in Breeches, die Pfeife im Munde lange Spaziergänge unternimmt, ob ec sich dem Golf oder Tennisspiel widmet oder im gemütlichen Heim die Musik pflegt, stets zeugt die seine Art seiner Erholung von gesunder Lebensauffas- ung. Frische Wangen und ein guter Appetit sind der Lohn eines solchen Sonntag >s, der blaue Montag, eine kontine.italeuropä>sche Erscheinung. Wie schön ist solche ein Ausflug nach Richmond, oder Windsor, nach Kongston oder Die (Erprobung von Bayer 5805 im Kongo-Staat. 3n den Laboratorien des belgischen Kongo- Staates sind dauernd Versuche mit dem neuen deutschen Mittel gegen die Schlafkrankheit, Bayer 205, trorgenommen worden, über deren Ergebnisse ein Bericht des Brüsseler „Times"°Korresponden- ten Räheres mitteilt. Die belgischen Aerzte haben diese Versuche mit großem Interesse verfolgt, und der Chefarzt des Lcä>vratoriums von Leopoldsville hat selbst die Arbeiten überwacht. Die Ergebnisse der belgischen Aerzte sind für das neue Mittel günstig; es wird hervorgehoben, daß es viel wirksamer ist, als alle anderen Heilmittel, da die Zahl der notwendigen Einspritzungen nicht so hoch und die Heilwirkung sehr viel länger andauert. Doch glaubt man, daß die bisher erlangten Ergebnisse mit Bayer 205 noch nicht als endgültig anzusehen sind. Seine Anwendung bedeutet jedenfalls eine sehr viel geringere Gefahr als jedes andere Mittel. Mit Atoxyl mußte man 8 Einspritzungen machen, um dieselben Erfolge zu erzielen, die nach 2—3 Einspritzungen mit Bayer 205 erreicht wurden. Die Frage, ob das neue Mittel auch für das von der Schlafkrankheit ergriffene Rindvieh volle Heilerfolge bringt, ist noch nicht entschieden. Die belgischen Aerzte glauben, daß es in vielen Fällen als wirksam sich erwiesen hat, aber es sind noch keine Berichte eingetroffen, die endgültige Urteile gestatten. Die belgische Regierung, die feit zwei Jahren mit dem neuen Mittel Versuche markwertes während der maßgeblichen Schlüsselperiode. Während daS Landg r.cht -Berlin 1 liegen den Kläger und zugunsten ter Preußischen Central-Dotenkredit A.-G. entsthied, hat das Landgericht Berlin II seinerzeit die R ogge n r e n t e n bau k verurteilt die ZinS- scheine vom 1. Januar nach dem durchschnittlichen Goldmarkwerte des Roggens während ter für &ie Roggenrentenbank maßgeblichen Schlusselpe- rivde einzulösen. Die Roggenrentenbank hat hiergegen Berufung eingelegt. — Das Ka mrner- g e r i ch t hat am 2. Juni 1924 in iletereuifttm- mung mit ter grundsätzlichen Entscheidung des Landgerichts Berlin 1 der Berufung statt- gegeben und die Klage abgewiesen. Die eingehende Begründung des kammergerichtlichen Urteils dürfte weitere Kreise interessieren Tas Kammergericht hat anerkannt, daß die Roggenrentenbank A.°G. in ihren Prospekten und Drucksachen klar und unzweideutig die Absichten angegeben hat, die sie bei Schaffung d^ neuen Kreditmittels verfolgte, nämlich die Mark als Leistungsinhalt und als gesetzliches Zahlungsmittel beizubehalten, indessen insoweit sie als Wert- Kraftzentrum Englands, das große offene Fenster, das dieses so eng mit dem Weltverkehr verknüpfte Handelsvolk mit dem Weltmärkte verbindet. Erst allmählich merkt man, daß unter ter scheinbar unveränderten Oberfläche manche Veränderung vor sich gegangen ist. Viele anständig gekleidete Personen, die am Straßenrand« Zündhölzer, Postkarten und andere Kleinigkeiten des täglichen Bedarfes feikhalten, zeugen davon, daß Rot und Elend auch in weiten Kreisen des englischen Volkslebens Einzug g halten haben. In der Arbeiterschaft herrscht unzufriedene Stimmung. Seit Beginn des Jahres ist kein Monat vergangen, ohne daß ein ernsthafter Streik das Wirtschaftsleben erschüttert hätte. Grubenarbeiter, Eisenbahner und Hafenarbeiter legten kurz nacheinander die Arbeit nieder Wenige Tage vor meiner Ankunft stellte ein wilder Streik auf der Untergrundbahn den Personenverkehr zir Ausstellung stark in Frage. Bei dem ungeheuer feingegliederten Betriebe, den das Londoner Verkehrswesen darstellt, bedeutet die Ausschaltung eines so wichtigen Rades, tote es die Untergrundbahn darstellt, natürlich eine schwere Störung. Die Ursache ter Streikepitemie liegt sowohl auf wirtschaftlichem wie auf psychologischem Gebiete. Es kann keinem Zweifel unterließen, daß einige Industriezweige in ter Bestrebung, ihre W ettbewerbssähigkeit auf dem Weltmärkte zu erhöhen, ihre Löhne zu früh abbauten und die aus ihnen ruhenden Lasten auf die Arbeiterschaft abzuwälzen suchten. Andererseits spielen hierbei aber sicher auch psychologische Einwirkungen mit, die als eine ter Kriegsnachwehen anzusprechen sind. Die Lösung ter Arbeiterfrage ist daher eines der dornenvollsten Probleme der gegenwärtigen Regierung. 3n dem Bestreben, ihre bürgerliche Anhängerschaft nicht zu verlieren, stoßt die Arbeiterpartei auf Schritt und Tritt auf den Unwillen der Arbeiter, die ihre Rechte verraten glauben. Gladstone gab einer Gruppe amerikanischer Reisenden einmal den Rat, sich zur gründlichen Besichtigung des Londoner Stadtbildes einer Reise aus dem Verdecke eines Autobusses zu bedienen. Dieser Ratschlag hat auch heute noch seine Geltung. Für einen Schilling kann man von lustigem Sitze aus das ganze Panorama des Londoner Strahenlebens an sich vorüberziehen lassen, wobei man einen intimeren Einblick in die Reize dieser ei^nartigen Stadt bekommt als etwa von einem Gesellschastsauto- mobil aus. überaus fesselnd ist es zu beobachten mit welcher Liebe hier die Tradition gepflegt wird, wie ter Fortschritt vor dem Ehrwürdigen halt machen muß. Trotz einer schier •) Siehe die Ausführungen in Nr. 155, 157 und 162 des „Gieß. Anz.". 'sein, daß wir feit kurzem ein paar neue deutsche Post marken haben, die in Motiv und Ausführung auch höheren Ansprüchen genügen unb ungleich wirksamer als bisher sürcheutschen Geschnrack und deutsches Können im Weltpostverkehr 3eugnU ablegcn können. So wurden kürzlich zteri Brief- marken verausgabt — die eine im Werte von 60 Pfennig in rotbrauner Farbe, die andere zu 80 Pfennig in Graublau —, die das Bildnis tes verdienstvollen ersten GeneralpostmeiserS teö Deutschen Reiches, Dr. Heinrich von Stephan, tragen Die Marken enthalten an den Seiten die Inschrift Fünfzig Jahre Weltpostverein und erinnern MmU an ^dL^Hauptwerk Stephans, den von ihm gegründeten Weltpostverein,^der am 15 Sevtember 1874 zum erstenmal in Bern tagte toterem PortrLi finbet ein hm NI dagegen fehlt bedauerlichertorise ter Name des deutschen Organisators. Zur Erhöhung ter Wirkung in äußerten tschen Ländern Iväre es zu wünschen daß hie Anbringung dieser Angabe nD^±m»mÄf beim Anblick dieser bei- den im üblichen Buchdruck ausgeführien Marken kommt der kunstliebende Sammler auf seine Koster wenn er sich zwei weitere neue Marken betrachteß die in schönem, weichen und doch klarem Tiefdruck bergest eilt sind. Beide knüpfen in ihrer kunst- lerifchen Qualität und in der Zeichnung an die frühere schöne Wartburgmarke zu 5000 Mart an, ter kiter infolge der schnellen Pot oerhohungen nur eine recht kurze Lebensdauer teschieden war Die eine Reuerscheinung, die erstmalig im Mat bei der Eröffnung ter Kölner Messe im dortigen Messepostamt verkauft tourte, stellt auf großem Querformat die toeltberühmte Ansicht des alten Tie Stimmung Deutschland gegenüber ist durchaus freundlich, solange ich die Beziehungen auf das ge- chäftliche Gebiet beschränken. Der Engländer ist viel zu sehr Geschäftsmann, als daß er den Wert einer guten Verbindung nicht zu chähen wüßte. Häufig stößt man jedoch aus berechtigte Klage aus ter Inslationsz.it und ihrer Rachwirkungen. Das Hlnten'en an nicht erfüllte Kontrakte, überschrittene Liesersristen und ähnliche unliebsame Erfahrungen wird noch lange in her englischen Geschäftswelt foitleten, und es wird des redlichen guten Willens auf beiden Seiten bedürfen, um hier wieder die frühe en angenehmen Beziehungen aufleben zu lasen. Der Verkehr mit den Behörden wickelt sch in an» genchmster Form ab. Freundliche Hilfsbereitschaft läßt das Bestreben erimnen, eine gute Atmosphäre zu schaffen. Leiter habe ich feststellen müssen, daß gerate in den Kreisen, mit denen mich aus früheren Jahren Bande der Freund- schast verknüpften, in deren Berührung ich also an nehm en durfte, einmal die wirkliche Stimmung ungeschmintt zu ersahien. der Krieg eine erhebliche Abkühlung. um nicht zu sagen Abneig ing, deutschem Wesen gegenüber hervorgerufen ha». Der Gedanke des Krieges und die Meterjeugung, für sittliche Forderung die Waffen ergriffen zu haben, ist dem Volke in überaus geschickter Weise eingehämmert worden. Das Grabmal des „unbekannten Kriegers" in ter Westminster Abbey zeugt davon, in wie psychologisch feiner Weise dieser Gedanke verewigt wurde. Dieser unbekannte Krieger ruht neben den englischen Königen, neben den großen Staatsmänne n und Dichtern seines Voltes, und ter stets frische Blumenschmuck auf der einfachen Marmorplatte zeugt davon, welche Verehrung er genießt Richt weit davon steht im Angesicht ter White Hall der sogenannte Cenotaph. d. h. das teere Grabmal, das in würdiger Weise das Andenken an die Toten des Weltkrieges wach hält. Auch hier stets frischer Blumenschmuck in üppiger Fülle. Der Vorübergehende lüstet in sttller Andacht den Hut. Während in Westminster ein unbekannter Krieger begraben wurde, um der Fantasie des Besuchers weitesten Spielraum zu laisen, ist hier die Symbolik durch ein imposantes leeres Grabmal ausgedrückt worden. So sind Polittk und Religion, Symbolik und Fantasie in geschickter Weife miteinander verknüpft. ♦ Ausbau ende Kräfte, die am Werke sind, lassen die Zukunftsaussichten in dem Verhältnis der beiten Rationen zueinander günsttger erscheinen. Kunst und Wissenschaft tuen ihr Möglichstes, die Annäherung ter beiden Rationen zu fördern. Opernaufsührungen deutscher Künstler, ter Ribe- lungen-Film - für dessen Siegfried hier alle Welt schwärmt — sind ferne, aber feste Fädett für - die Wieteranknüpsung alter Beziehungen. Wembley selbst mit seinen internattonalen Kon- ferenpen steht in dieser Beziehung ganz auf dem Boden ter Völterversöhnung. 3n dem augenblicklich tagenden Weltkraftkongreß toerten eine Reihe bedeutender deutscher Elektrotechniker und Krafttheoretiter zu Worte kommen. 3hre Ausführungen vor einem internattonalen Gremium werden beweisen, daß es Deutschland um den friedlichen Wiederaufbau der Weltwirischast ernst ist. So heilen Kunst und Wissenschaft die Wunden, die eine unheilvolle Polittk schlug. Die innerpolitische Lage Deutschlands wird als sehr verworren teurtrilt. 3n einer Unterredung, die ich mit dem bekannten, auch tn Deutschland viel beachteten Schriftsteller und Abgeordneten K. D. Morel hatte, erklärte mir dieser, daß es für eine gerechte Würdigung ter innerpolitischen Lage Deutschlands deshalb so schlimm bestellt sei, weil nicht nur der gewöhnliche englische Zeitungsleser, ter „man in the ftreet“, sondern auch viele 3ntellektuelle die Bedeutung national mit militaristisch identifizierten. Hierdurch sei In weiten Schichten Englands der Eindruck verbreitet, daß diejenigen Kreise in Deutschland am Werke seien, denen man die Schuld am Kriege zuschreiben zu müssen glaubt. Hornhaut, Schwirle« und harten KT? K u k ■ r o I uno gefahrlos AerzMcb empfohlen. Millionenfach bewert. - unv Drogerien erbältltd). — läcgvn Fußschweiß, Brennen und Wundlausen Kuktrol-Futzdad. Drogerie H, Noll, Neustadt 28. 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(Ohne Gewähr.) 19, o 67,34 18,23 21/0 157,8i 17,9 55,11 5, 8 1,8 111,17 78,41 56,36 12, 8 4.94 Fritz Nowack Wäschefabrik und Ausstattungshaus 87iea Geld | Brie' 4,2 80,20 6,26 21 3,30 8 7,62 0,350 7,90 lÄ 0,300 0,2 5,25 7,62 40,60 42 47 6,1 8 3,62 6,62 21,5 16,75 28,25 1,20 18 62 3,75 7^5 2,50 10,70 7.5 10,75 8,20 4,80 8,8 10,10 6,40 6,5 26,5 1 1,70 1,8 7,5 0,4 0,61 9,65 1 2,85 r,i2 2,75 2,50 Macco-Tuche für feine Wäsche Meter Mk. 2.10, 1.35 und Mk. 1.15 ging mit dem aus die Feldhühner. Hatte ja einen guten Dorwand: das ftische Fleisch war rar, und Feldhühner gaben gute Krankensüppchcn. £em Hunker, natürlich, dem war das Herum- stieichen lieber, als das Hocken bei den Büchern. Konnte auch den Karo halbwegs ersetzen, den kte Muffen massakriert: scheuchte und 'trieb die Hühner dem Herrn Großvater vor die Flinte. Stundenlang streiften sie so das Revier ab. Lind wenn lie dann b.utereich nach Haus zogmt. dann sangen und pfiffen sie beide des Alten L eblings- lieber. Etwa Las vom Prinzen Cugenius. dem eblen Ritter —, der lieh schlagen ei..en Drucken, bah man hinnl hinüberrucken mit der Armee wohl für die Stabt, — ober bas neue Lieb: »2lls die Preuhen marschierten vor Prag, Wohl nach der Lvbchitzer Schlacht, Auf dem Weihen 'Berge das Lager ward öe chlagen, Dahin man tonnt mit Stuck, Roh und Wagen: Die Mörser wurden aufgeführt, Schwerin, der hat sie kommandiert." Der Alte fang alle Verse,- aber am Schlutz pfiff er nur mit. Einmal hat ihn der Junker gefragt: »Herr Großvater, warum fingen Sie nicht den letzten Ders, der ist doch grab der schönste — Triumph, Triumph, Viktoria! Cs lebe der Gröhe Friedrich alldaI" Da hat der Gestrenge gegrobt; »Muht nicht soviel fragen. Merk dir bad Sprichwort: Mehr kann fragen ein Geck vhn' Verstand, denn zehn Weisen zu antworten hantl" Das ging so ein paar Sage, bas ging eine Woche. Dann kamen die Sorgen. (Fortsetzung folgt) errichten. Es ist der Betrieb einer Telephon- unb Telegraphenwerksta11 in Aussicht genommen. * Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 16. Juli. (Drahtbericht des „Gietz. Anz.".) Auch der heutige Dörsenver- kehr unterschied sich in seiner Lustlosigkeit and Stille kaum von dem der letzten Zeit. Äe Stimmung ist weiter gedrückt, das Geschäft äußerst beschränkt. Durch das immer wieder in den Markt drängende Material wurden Kursrückgänge verursacht. Reben dem ungewissen Aasgang der Londoner Konferenz sind es auch die 'Betriebseinschränkungen und Arbeiterentlasfangen, die aas das Börsengeschäft stark hemmend einwirken und selbst die berufsmäßige Spekulation zu scharfer Zurückhaltung veranlassen. Die Stimmung war nicht unfreundlich. Die einzelnen Marktgebiete lagen nicht einheitlich. doch waren neue leich.e Kursrückgänge überwiegend. Der Geldmarkt ist weiter für Tagesgelber fluffig. Der Sah hält sich auf y4 pro Mille. Auf dem Aktienmarkt waren die ilmfätye fthr gering. Am Montanmarkt, für den sich die an der gestrigen Rachborse hervorgetretene bessere Stimmung auSdehnen konnte, waren Buderus gut erholt, auch einzelne andere Werte wiesen Besserungen auf. Der chemische Markt war nicht einheitlich. Auf kaum verändertem Kurs hielten sich die Glektrowerte. Auch Bankaktien hielten sich zumeist auf geftrig/m Stand. Am Reichsanleihemarkt blieb die Haltung behauptet. öprvzentige Kriegsanleihe gebelfert um 5 Milliarden. Sehr still lag der Freiverkehr. Api 3%, Becker-Stahl 1%, Decker-Kohle 31/4, Benz 2, Petroleum 9 75, Äfa 37/8, Krügers hall 2,5, Grvwag 0.120. Im weiteren Berlauf blieb die lustlose Haltung bestehen. Berliner Dorfe. Berlin, 16 Juli. (Drahibericht des »Vieh. 2lnz.".) Im Dordergrunde des Interesses der heutigen Börse stand wiederum die auhenpvlitische Lage. Roch immer sind die Verhältnisse reichlich verworren. Dis jetzt glaubt man in Dörlen- krei'en, keine Hoffnung auf K ärung erblicken zu können. Eine gröbere Ge^chäs:s elebung lan 1 um so weniger aus kommen, als die wir.schriftliche Situation noch immer eine äuherft ungünstige ist infolge b?r Bet iebs instellu' gen und A b its in- schrä ।tu-gen, besonders in Süodeutschl.in> unb Im Ruh gebiet. Die Fl ssifteil d s Ce.bmar't s hält noch an. Man scheut sich allgemein in Eeidge. ergreifen, der Industrie Geldmittel zu übergeben. Das Kuisniveau ha! im aLg m inen nachg geben, nur der Montanmarkt konnte einige BJkrungen aufweisen. Etwas Interesse war auch für Kriegsanleihe vorhanden, dem allerdings ein recht ge- | der Umlauf an Reichsbanknoten und Renten- bankfcheinen zusammen um 16,2 Tritt. Mk. zurück. Zwar dehnte sich der Bantnotenumlauf noch um 8,2 auf 1 105,5 Trill. Mk. aus, bagegen| senkte sich der -Umlauf an Aentenbankscheineni um 24,4 auf 1747 Mill. Renten mark. Entsprechend den Rückflüssen' an Rentenbankscheinen erhöhte sich der Bestand der Reichsbank an solchen Scheinen von 278,2 auf 302,6 Mill. Reift ra- marf. Die Girogelder zeigten nach den starken Abhebungen wahrend der Dorwoche wieder eine Zunahme um 37,4 auf 811,3 Trill. Mk., die Vermehrung entfällt lediglich auf die ausgewiesenen Privatguthaben. Dem Goldbestände wurden durch Verwandlung eines Devisenbetrages in Gold weitere 4,2 Mill. Goldmark zugeführt: er stellte sich danach am 7. d. Mts. auf 466.4 Mill. Gold- mark. Der Goldbetrag floh wiederum dem unbelasteten D«>ot im Auslande zu. Die Scheidemünzenbestände veränderten sich diesmal nur geringfügig, sie nahmen um 0,9 auf 24,4 Trill. | Mark zu. * Detriebseinfchränkung bei Opel-Rüsselsheim. Däe Opelwerke haben tum vorgechriebeiwn Termin 2000 Arbeitern gekündigt. * Westbank A - G., Frankfurt «Sichelkonzern). Die G.-D. der Gesellschaft, in der 7 Aktionäre 398 Millionen Mk. vertraten, genehmigte die Regularien und beschloß, den Dortrag des Reingewinns von 218963 Dill. Mk. auf neue Rechnung. Die Verwaltung wurde entlastet. "Reue Auslandsgründungen des A. E. G.-K 0 n 9 e r n s. 3n Amsterdam wurde von der holländischen Behörde die Errichtung einer Akt.-Ges. Internationale A. E. G. in Amsterdam genehmigt, die ein Kapital von 10 Mill. Gulden hat. Die Gesellschaft wird nicht selbst fabrizieren, sondern sich dem Handel mit elektrischen Einrichtungen, Maschinen und Instrumenten widmen, von dem sich die A E. G. eine starke Belebung ihres Auslandsabsatzes verspricht. — 3n Belgrad wurde neben der jugoslawischen AG.G. eine neue 21.=®. des Konzerns gegründet, die die Interessen von Linke-Hoffmann-Lauchhammer, — Silesia-Mix und Genest-Carv-Archimedes usw. in ganz Jugoslawien vertreten wird. Die neue A.-G wird den Barnen „Technische Hanbels- 21=®.“ mit dem Hauptsih in Belgrad führen und Filialen in den Haaptplähen des Landes „I ... ja — das Lvttchen.“ Der Toppe sche schluckte ein paar Male. Dann mutzt' es doch heraus. „Was mein Christian ist, der da d übe 1 ... wie er so schwer blessiert gelegen, au d m Schlachtfeld, und Wohl gedacht hat. die Russen stechen ihn ab, da hat er nur immer gesagt: .Lvttchen . . . Lvttchen.' Hat mir seine Ordvrnanz erzählt, unseres Vogts Junge, der Gottlieb Marzgttke —" Worauf Bernhard S?art>to fein fröhlich listigstes Geacht machte, wie ein alter Kat r dem das Fell g kraut wi d, den Schnauzbart zwirbelt' und meinte: „Ja, mein Lotichen kann die Blanndleute toll und verrückt machen.“ Da kriegte der Toppersche einen toten Kopf und probte: „Will hoffen, datz sie an dem einen genug hat —" „Ohi! Ohvl Bruderherz, hxrrum ft> hitzig? Weiht doch: neue Weine müssen gären, wer kann denn der Jugend wehren? Oaß sie toben. Most wird Wein, Ile wird endlich klüger sein. Haben wir's nicht beide mal so in dem lobesamen Apop- »hegmata gelesen? Damals, als wir selber Most waren. Lust'ge Jungfern werden die besten Ehefrauen. Das lehrt das Leben . . . Run aber will ich noch einmal nach meinem lieben Schwiegersohn ausschauen." Sie gingen hinüber, der Toppersche klinkte leise die Tür auf, und da sahen sie etwas Wunderbares. Dor dem Bette kniete Frau Beate, hatl« beide Hände gefaltet auf dem Linnen, den Gerichtssaal. Berlin, 16. Juli. In dem Prozeh gegen den früheren Vorsitzenden der Berliner Hnrowerfs- kammer, Karl Ra Hardt, beantragte der Staatsanwalt gegen den Angeklagten wegen schwerer Untreue, aktiver Bestechung, Betrug« und Kettenhandels eine Gesamtstrafe von vier Jahren Gefängnis und 25 000 Mark Geldstrafe, und gegen den Sohn des Hauptangeklagten, Erich Ra Hardt, wegen der gleichen Delikte eine Gesamtstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten Gefängnis, fünf Jahren Ehrverlust und 120 000 Gow- mark, und gegen die übrigen drei Angeklagten Gefängnisstrafen von vier Monaten bis zu zwei Jahren und sechs Monaten. In feinem Plädoyer stellte der Staatsanwalt fest, daß bei dem Ge- fchäft, das die Danziger Werft betraf, die Angeklagten einen unrechtmäßigen Gewinn von 7 Millionen Goldmark erzielt hätten. Wenn diese Summe dem Handwerk selbst zugeflossen wäre, dann hätte es die Wirtschaftskrise besser überstehen können. Messer diente, die Mark auszuschalten und an ihrer Stelle den Roggen einzuführen, vbschon auch der Roggenpreis aus verschiedensten Gründen Schwankungen bekanntlich unterliege. Ferner anerkennt das Kammergericht, datz bei bei’ von der Roggenrentenbank A°®. gewählten Methode, den 'Wert auf Grund eines Durchschnittspreises wählend einer Schlüsfelperiode vor dem Fälligkeitstage zu bestimmen, die Gefahr der Geldentwertung vom 2lblauf der Schlüssel-, Periode bis zur Fälligkeit dem Gläubiger zur Last gelegt worden sei, und datz nicht nur die Getreidepreise, sondern auch die Markbewegung nach dem Durchschnitt der Schlüsselperiode berechnet werden mühten. Demgemäß habe auch nicht der Kurs am Endtage der Schlüsselperivde für die Umrechnung maßgebend sein sollen. Der starke Markderfall seit dem Herbst 1923 und die Einführung der Goldmarkrechnung, sowie die seit dem 26. Oktober 1923 vom Börsenvorstande eingeführte Gvldmarknotierung hätten keine 2len- berung des Dertragsverhältnifses hervorgerufen. Wenn die Rechtsprechung in steigendem Matze die Aufwertung früherer Geldschulden anerkannt habe, so sei das nicht in 2Tb» änberung des vereinbarten Dertragsverhältnisses geschehen, sondern in Würdigung des wahren Sinnes des Vertrages und in ergänzender Aus- i legung des vermutlichen Willens der Vertragsparteien. Die Roggenrentenbriefe seien aber nicht bereits vor Eintritt der Geldentwertung geschaffen worden, sondern das Problem der Geldentwertung sei gerade die ilrfad>e und der Gegenstand ihrer Einrichtung gewesen: wenn die Aufgabe, eine der Geldentwertung standhaltende neue Kreditform zu schaffen, zunächst nur unvollkommen gelöst werden sei, so rechtfertige dies nicht, im Wege der Rechtsprechung auf ®runb der seitherigen Ereignisse und Erfahrungen mittels Vertrags-Auslegung dem Vertragsinhalt eine verbesserte Gestalt zu geben, die nicht im Sinne der Beklagten war. Die Roggenrentenmark habe es an bessernden Bemühungen nicht fehlen lassen, habe aber vermiedetz, sich auch nachträglich den Standpuntt des Gegners zu eigen zu machen: bei der Eigenart ihres Unternehmens erscheine dies ihr Verhalten durchaus begründet. Blan könne nicht die Lage, wie sie sich am Ende der Schlüsselperivds ergeben habe, rückschauend aus den Verhältnissen der seitherigen Zeit beurteilen. Den Aenten- bt ief gläubigem werde durch das Ver- fahren der Beklagten nichtsälnbilliges an- gesonnen,- sie hätten das Verfahren an dem Zins- termin, dem 1. Juli 1923, gebulbet und damit bekundet, daß sie es nicht als vertragswidrig angesehen hätten. Rach a liebem sei mit der Roggen- rentenbank anzunehmen, datz die Festsetzung des Durchschnittspreises sowohl die Schwankungen des Rvggenprei ses, wie die Veränderungen des Mark- wertes berücksichtigt habe und datz die Gefahr der nach Festsetzung des Durchschnittspreises ein getretenen Geldentwertung den Gläubigern auferlegt worden sei. Wenn diese unbollfDmmene Berechnungsü^ise nicht nur, wie der Kläger geltend mache, die Zinsen, sondern auch die ausge- losten Stücke betreffe, so hätten die Gläubiger auch diese Llnvollkommenheit nach dem Inhalte des Vertrages mit in Kauf zu nehmen. Der Kläger hat gegen das Urteil be3 Landgerichts Berlin I Berufung eingelegt, über die wieder das Kammergerichl zu entfdjeiben haben wird, und derselbe Kläger beabsichtigt, auch gegen das vorliegende Urteil des Kammergerichts Revision einzulegen. Kops tief gesenkt, lang hi-gen ihr die dicken blonden Zöpfe über den Racken he unter, und der Körper schütterte. als ob sie weinte. CH iftian aber lag ganz stille, mit geschlo Jenen Au,ei. Er schlief. Wahrhaftig, er schlief ganz ruh g er, den noch vor einer Stunde das Fiever wild hin und her geschüttelt. Der Leichholzer griff am Rachbar vorüber und drückte die Tür ohne Geräusch ins Schloh. Räusperte sich „Gratulor. Bruder! Bruder! Hast wohl selb r gtzs hm, das Wunder. Mein Burbrian! Ein Hexenm ister ist d r Kertt Ja . . räusperte sich noch einmal: .Was die Beate noch für schönes Blondh rar hat. Wie ein junges Ding. Unb gewitz sanfte Hande, recht zum- Gesundpslegen.“ Dem Vater waren die Augen feucht geworden. „Gott geb’, datz du recht hast, Lasow ...” ^Ob ich recht habe! — Ist wohl immer um den Christian, deine liebe Schwieger? Kann es mir denken —" „Ja, Bernhard, die Beate ist in.diesen schweren Tagen ein wahrer Segen für uns gewesen. Hat ja den Christian auch lieb wie einen Bruder.“ „Versteht sich . . . Run soll aber Krause Vorfahren. Muh noch nach Sternberg, zum Juden, wegen der Ernte. Elendes Geld will der Kerl zahlen, liefert drauf nach Berlin und kriegt das Vierfache. Der Halsabschneider!" Als sie dann drautzen standen und die Halbchaise vorgefahren war, der Leichenhvlzer auch bem alten Egid Lebewohl gesagt und dem Junker Kaspar einen fteundschaftlichen Jagdhieb ver'etzt hatte, meinte er, schon im Aussteigen: „Also, Bruberhrrz, dem Lvttchen geb' ich Bericht. Werd' auch schreiben, datz ihr (Lhristian in guten Händen ist —- Frankfurter Getreidedori*. Frankfurt a. M„ 16. Juli. (Drahtve^ richt des „Gießener Anzeigers".) Wetzen, Wetterauer 18,50—19,25, Roggen, inlänb. 17,50—17,75, Sommergerste für Brauzwecke 17,50—18 50, Hafer, inlänb. 18—18,50, Mais, gelb 16,75—17, Weizenmehl, inlänb., Spezial 0 31 -32, Roggrn- mehl 25—25,50, Weizen- unb Roggenkleie 9,75 bis 10. Tendenz: Leicht abgefchwächt, Futter- artikel behauptet. Berliner Produktenbörse. Berlin, 16. Juli. Rach der festen und lebhaften Steigerung erfolgte heute ein Tendenz- umfchwung, der sich in einen kleinen Rückschlag umtoanbelte. Durch die flauen amerikanischen Kurse machte sich am Markt auf allen Gebieten eine schwächere Haltung bemerfbar, die mit einer - starken Zurückhaltung verbunden war. Weizen, märf. 170—180, Roggen, märt. 142 bis 148, Braugerste, märt 160—170, Futtergerste, neue 155—160, Hafer, märf. 143—150, Weizenmehl 24,50-28, Roggenmehl 22-24,50, Weizen- tleie 9,50-9,60, Roggenkleie 9, Raps 250 bis 255, Leinsaat 325—330. Bittoriaerbfen 20—21, kleine Erbsen 14—15, Futtererbsen 14, Peluschken 14, Wicken 15—16, Lupinen, blatt 9,50—10, Lupinen, gelb 16—17, Rapskuchen 10,50, Leinkuchen 19—20, Trockenschnitzeln 8,70-9, Kartoffelfkcke-n 5% Deutsche RetchSanlethe . ^eulche RetchSanlethe . b/,Deutsche Reichsanleihe 3% Deutsche RetchSanlethe . Deutsche Dvarprümtenanleihe 4°/o Preußische KonsolS . . . tzeffen ' I ' ' ' ' 3% Hessen........... Deutsche Werth. Dollar-Slnl. dto. Doll -Schatz-Anwetsng.') ♦®/o Zolltürlen.........I 6% Goldmeftkaner .... . . | Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmst. nnd Naltonaldank . Deultche Bank......... Deuische BeceinSbank .... DiSconto Commandtt .... Metallbank........... Mtiteldeutsche Creditbank. . Ocsterretchtsche Credttanstalt. Westbank............ Bochumer Guß..... Buderu- Caro ............. Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Haroener Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeül..... Laurahütte....... Oberbcdarf Phöntr Bergbau Rbeinftahl......... .' Riebeu Montan........ Tellus Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Hokzmann...... Anglo Cont -Guano .... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alaptn . . Goldschmidt........ Gries' eimer Electron . . .." Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung........ Rütgerswcrke Scheideanstakt Alla. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann.......... Mainkraftwerke........ Schuckert Siemen« L HalSke Adlerwerke Kleher ..... Daimler Motoren. •««*.. Heyligenstaedt......... Meguin........... . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metangesell>chaft Frankfurt. Per. Union Ä--G.. Schuhfabrik Herr . . . . Sichel..... ...... Zellston Waldhof......' Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Wagbüufel . . . Vermischtes. Die Wiederkehr des großen HuteS. Der Hut der Dame war in den nrnrsten Modeschöpsungen j-a solcher Winzigkeit zusammen- geschrumpft, datz er manchmal nur noch wie ein etwas groß geratenes Ei auf dem Köpfchen sah. Dieser kleine krempenlose Hut war aber die einzige Kopsbekleidung, die sich für die Köpfe mit kursgeschnittenen Haaren eignete. Run ist man doch dieser ebenso lächerlichen wie einförmigen Mode überdrüssig geworden. Der große Hut hält wieder im Reich der Mode feinen Entzug, unb Zwar gleich, da „die Gegensätze sich berühren“, in gewaltigen Dimensionen. Wir erleben eine Renaissance jener Hüte mit breiten Krempen, von denen Spitzen, Früchte und Federn in üppigen Gehängen herunlernicken and die man früh« mit dem Ramen des „luftigen Witwen"-HutrS bezeichnete. Für etn> solche Kopfbedeckung aber ist eine volle und große Frisur notwendig. Auf einem „Bubikopf" fitzt fern großer Hat. Deshalb werden sich die Damen wohl obe; üb»! entschttehen müssen, die kurzgeschnittene L^artracht axiiber aufmgeben, aber diejenigen," die bereits ihre Lückenpracht der Schere geopfert haben, können so schnell nicht arieber die vorschrtstsmätztge Haarlänge erreichen. Sie müffen zu dem Ausiveg der künstlichen Haarlocken greifen, unb die Friseure, die die Haare so eifrig abschmtten, sorgen nicht minder eifrig für den Ersatz. Die neu Haarmode bevorzugt beim auch alle möglichen Haarpuffen and Haarlocken, bis zu den langen Korkenzieherlocken, die tief über die Wangen herunter hängen. „Das tu du nur,“ gab der Zabeltitz zurück „And hab' Dank!" * . * Es war wahrhaftig gleich einem Mirakel. Hatte es Beatens liebevolle Pflege getan ober das Kräuterträ klein Burdrians ober des Hexenmeisters Splchchlcin: mit dem Stabskapitän ging es aufwärts. Richt, datz sich die Blessur schloh, das konnte man auch billig nicht verlangen, aber die Schmerzen muhten nachg lasen haben Richt, datz er, schnell zu Kräften kam, er blieb sogar ll-w eine Stubenfliege im Spät he. bst: doch das Fieber war gebrochen, er war bei voller Besinnung. Sprach freilich nur ganz weniges, bitte aber für alle ein ganz kleines dankbares Lächeln, und einmal, als sich Beate zu einer Hilfeleistung über ihn neigte, griff er mit feiner gesunden nach ihrer Hand und kützte sie. Da schotz ihr das dunkle Blut in das lichte Angesicht. Der Gestrenge war in diesen Tagen schier glückselig. Ordentlich jung war er geworden. Alle Augenblicke guckte er durch die Türspalte, wollte zu sehen, wie eS stünde, wollte wohl auch Beate helfen bei der Pflege, hatte aber dafür ungeschickte Hände. Wollte auch manchmal mik dem Sohn sprechen unb vermochte gar nicht recht einzusehen, datz das noch nicht ging. Rur, datz er ihm immer wieder fein: „Bist doch ein mords- braver Offizier" wie einen Pour le 2116rite auf die Bettdecke legte. Ost genug mutzte die Schwieger ihn halb mit List, halb mit Gewalt aus dem Krankenzimmer drängen. Dann stieg er brummelnd die Stiege hinauf ins Stübchen des Informators, holte sich trotz allen Protestes von feiten des wackeren Cerisius seinen Junker und Steigen der Großhandelsindexziffer. Die auf den Sttchtag vom 15. Juli berechnete Grotzhandelsindexziffer des Sta- ttstischen Reichsamts hat gegenüber dem Stande byn 8. Juli (112,0) im wesentlichen unter dem Etnftuh der höheren Getreidepreise auf 1)7,3 um 4,7 Proz. angezogen. Bon den Hauptgruppen stiegen im gleichen Zeitraum Le- bckismitttl von 96,5 auf 104,7 ober um 8,5 Proz., davon die Gruppe Getreide und Kartoffeln ton 82 2 auf 94 2 ober um 14 6 Pro-.: 3nbtfftrie- ftoffe sind dagegen mit 140,8 (Vorwoche 1410) nahezu unverändert, ebenso die Gruppe Kohle j’nb ©Hen mit 122,9 (134,0). Jnlandwaren erhöhten h<9 von 102,1 auf 109,1 ober um 6,9 Pro-., während Einfuhrwaren von 161,3 auf 158 1 o,er um 2 Proz. nachgaben. * * Der Reichsbankausweis vom 7. ^u li. Rach Abwicklung des U'timobe'-arh erfuhren die von der Reichsbank zu befriebren ei Aniprüche, wie aus dem Bankau.weis vom 7 >. Mts. hervorgeht. wieder eine Entspannunp Die g cf amte Kapitalanlage ging um 44 3 au 2 030 9 Sriu. Ml. zurück. 3m Papierrnarfge chäst verminderten sich die 'Wechsel- und Lo nbard r'btte um 29 auf 833,2 Trill. Mk., während r >len- knmaiffrebite um 15,2 auf 1 129.4 Millionen Rcntenmarl abnahmen. Dabei erma^i t s ch die Summe der von der Bank toeit rbeg?b e 1 Rm- ienmarfwechsel von neuem von 35 au, 25 9 Milt. Renten mark. — 3m Zusammenhang damit gi g Der Alte aus Loppcr. Roman von Hanns von Zobelti tz. Banknoten. 1 *) Dom Rückzahlung str eck. Devisenmartt Berlin—Frankfurt a. M. fyn Vtlllonen Mart au-gedrückt. BuenoS-Atres, London Ihn. hork, Japan. Rio de yanetro für eine Cinhett. Wien und Budapeil für 100000 Cindenen, alle« übrige für lob Eüibeitrn.) Telegraphische Auszahlung. k>r"-. 16. ^Uli AirrrikanNchc ^oten . . . belgische 'Jlotcn ‘ Däniiche Noten ... Cngli'skde Noten Fran<öfifchc Noten Hottändifcye Noten . . Üt lienffche Noten Norwegische Noten . ' * IA100 Kronen Nninantlche Noten . . schwedische Noten . . Schwei,er Noten . . Spanische 'Noten ....*** Tfch'chofloivnsifche Noten . . Ungarische lltoien Schlus- fturs Schluß flUr» Schluß flure 1 IS. 7. | 15. 7. 16. 7 0,265 C.265 0,260 0,560 0,525 0/00 0,400 0,395 0,950 0,9d0 C.95O 0,19t' 0,180 0.180 0,470 0,420 0,410 — 0,560 0,560 0,550 0,500 0,550 — 0,460 0,450 4,2 4,2 4,2 81 80,26 81 6,25 6,20 5,9 — 36 36,1 20,75 20,73 20,25 3.30 3,25 3,50 5,75 6,25 6,10 - 7'A 7,25 7,10 0,340 7.55 7,9 7,9 10,25 — 0,305 1,60 0,3 1,60 0,3 0,2 — 0,3 ■ — 41 6.50 6 6.80 7,62 7.76 8 43 41 48,50 42,5 41,25 43,4 46 46,1 46 6,1 6,2 6 8,8 8,40 8,75 8,76 3,80 3,9 7,5 6,25 6,9 — 21,50 22,25 17,75 16,625 18 29,5 29 30.90 1,25 — 18,6 18 18 3,75 8,1 3,8 »— _ _ 7,5 — 2,45 2,50 2,40 — 7 6,90 10,80 10,65 10,30 1 — 7,9 7,75 8 10,65 10,65 10,85 8,26 6 8,1 4,70 — 9,5 8,75 9,25 10,4 — 6,80 6,10 6,30 10 9,60 '0 6,5 — 27,2 27 27 38 85 36,63 1,05 1 1 1,?0 1,75 1,80 1,8 * — 7,2 7,1 7 0,4 — _ 0,6' 0,625 0,68 9,25 — — 1 — 1.1 - 3,6 2 2,30 2,90 2,9 7,25 7,60 7.4 2,60 — _ 1,75 1,9 1,8 15. Juli 16 Juli Repart. 15- 116. Anillich» Geld Notierung yrtef Aintllchr Noüerui k Geld Bries «m^.Roti 168,40 169,20 168,50 169.S0 hnf[ Brss. Antw Chriftionta. Kopenhagen 19,15 10,25 1',00 19'10 hofj voll voll Voll 56,21 67,33 56,49 67,72 68,21 67,58 66^48 67,9? t’pn voll Slollbolm . HelsingforS. Italien. . . 111,47 112,08 111,37 111,63 voll 10,47 18,05 10,63 18,15 10,48 18,00 10’54 18,16 voll voll voll London. . . Neuyprk . . Baris. . . . Schweiz . . 18,32 4,13 21,76 76,41 11,41 4,21 21,35 76,79 18,275 4,1 J 21,53 76,41 16365 4,21 21,60 76,79 voll voll voll voll voll voll voll Spa fen . Wien in D-» t>5,81 db.V9 65,61 65,89 voll voll Cffi. obgest Prag . . . Budapest . Buen- Aires Bul arien Jovan . . . ’Hlo 6e Jan Belirad . Lissabon 5,92 12,40 5,04 1,343 8,05 1»7i 0 "85 4,93 10,97 5,91 12,46 6,08 V65 3,07 1,74 0,395 4,9 H.03 8,92 12,<<8 iW 3,01 1,73 0,385 4,95 10,97 5,94 12,44 $1 3,03 1,74 1'395 4,97 11,03 voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll