ar. M Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: VießenerFamiliendlätter Monats-Vezvgrpreis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fern sprech.Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGietzen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Erster Blatt U4. Fayrgang vtenrtag, fr. zum f92< vietzener: meiaer General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfttät§-vuch- und Steindruckerei R. Lange in Giehen. Schriftleltung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichKeii, Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite crillchS, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20% Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Der hessische Staatsvoranschlag. VonunsererDarmstädterRebaktion. I. ttn dieser Woche beginnt der Hess. Landtag mit den Beratungen des Staatsvoranschlags. Wie schon früher mitgeteilt wurde, ist diesmal bei der Aufstellung die Goldmark zu- grunde gelegt. In dem V o r w o r t zu dem Dorcr.i- schlag hchht es hierüber: „Der Etat als Spiegelbild der wirtschaftlichen Lage eines Landes gibt uns in seiner Gestaltung für das Rechnungsjahr 1924 bedeutungsvolle Fingerzeige nach verschiedenett Richtungen. Die Aufstellung ist auf der Goldmark- grundlage erfolgt. Damit ist der Wirrwarr aufgeblähter Zahlen der vergangenen Jahre, denen jeder Maßstab für die Wirklichkeit fehlt, verschwunden. Aus den einzelnen Ansätzen spricht zwar eine gewisse Beruhigung, wie sie auch im Volks-- und Wirtschaftsleben mit der Rückführung der Preis- hildung auf Gvldmark eingetreten ist. Wie dort, so ergibt sich aber auch hier aus den nicht mehr gewohnten einfachen Zahlenbildern mit erschreckender Deutlichkeit die harte Wirklichkeit einer Verarmung, wie man sie vorher anzunehmen picht gewagt hatte, wie sie aber mit zwingender Rotwendigkeit als endgültige Folge des verlorenen Krieges mit allen seinen furchtbaren Rachwirkungen einmal in die Erscheinung treten mußte. Einschränkungen und Entbehrungen treten uns auf allen Seiten mit unerbittlicher Härte aus den einzelnen Zahlen vor Augen. Sie müssen ertragen werden, wenn die Existenz unseres Staatswesens erhalten bleiben soll." In den weiteren Ausführungen wird auf die Bestrebung des Reiches verwiesen, das Reichsbudget im Gleichgewicht zu halten, ein erneuter wirtschaftlicher Zusammenbruch trüge die Gefahr politischen Zerfalls in sich. „Gewaltige Forderungen ergeben sich aus dieser furchtbaren Lage auch für unser Land. Von dem Willen der Fähigkeit des Volkes, dieses Opfer zu tragen, hängt das Schicksal auch des Hessenlandes ab." Rach diesen allgemeinen Bemerkungen geht das Vorwort näher auf die hessischen Verhältnisse ein und schildert die Schwierigkeiten bei der Herstellung des Staatsvoran- Schlags. Es heißt dort u. a.: „Jeder Maßstab war verschwunden. Die schon frühzeitig in Angriff genommenen Voranschlagsarbeiten für 1924 waren mit ihren Papiermarkziffern bereits im Zeitpunkt ihres Abschlusses — im Herbst vorigen Jahres — wertlos geworden, und so fehlte es denn an jeder Grundlage für eine Ermittelung des nach Goldmark zu bemessenden Ausgabebedarfs aus den Ergebnissen der unmittelbar vorhergehenden Jahre. Bei der Ermittelung des unabweisbaren notwendigen Maßes an Ausgaben war an den Stand der Vorkriegszeit Anlehnung zu suchen." Es wurde hierbei, wie des näheren ausgeführt wird, vorläufig ein Gesamtbedarf von 83 Millionen Mark angenommen. (Vorl. Finanzgeseh für 1924.) „Was im Zeitpunkt des Abschlusses des vorläufigen Etats an Einnahmen zur Verfügung stand, war im Verhältnis zu dem Bedarf nur wenig. Schwere steuerliche Belastungen mutzten beantragt werden: sie sind von der Mehrheit des Landtags bewilligt worden, die Gesetze sind bereits hr Kraft getreten. So ist denn jetzt ein fester Boden gegeben, auf dem der Staats Voranschlag für 1 92 4 aufgebaut ist. Er schlieht ab mit einer Gesamtausgabe von 84 987 793 Mark und mit einer Gesamteinnahme von ?1 303 296Mk. Trotz der höchsten Anspannung der finanziellen Kräfte des Landes, trotz der weitestgehenden Einschränkung der Ausgaben ist sein Abschluß nicht befriedigend: es verbleibt ein Fehlbetrag von 3 6 8 4 4 9 7 Mk. Das Ergebnis erscheint noch ungünstiger, wenn man bedenkt, daß in den vorgenannten Zahlen nur die Bedürfnisse der laufenden Verwaltung enthalten sind. Außerordentliche Ausgaben sind von vornherein außer Betracht geblieben.' Im Folgenden wird eine besondere Vorlage angekündigt, in der Mittel angefordert werden, um die aus Geldmangel unterbrochenen Bauten zu vollenden. „Ob freilich die erforderlichen Mittel tatsächlich beschafft werden können, ist zur Zeit mindestens noch ungewiß." Da Vermögens- und Anleihemittel für den laufenden Staatsbedarf nicht in Anspruch genommen werden könnten und die Steuerquellen des Landes erschöpft seien, bleibe Nichts anderes übrig, als die Ausgaben noch weiter herabzudrücken. Es wird dann auf den Personalabbau verwiesen, dadurch werde „nur ein kleiner Teil dieses Defizits Deckung finden können". Dem Desamtministerium ist die Ermächtigung gegeben, daß den einzelnen Ministerien zur Aufgab« gemacht wird, die Beträge einzusparen, die in ihrer Gesamtheit dem noch nicht gedeckten FehDetrag gleichkommen." In dem nächsten Abschnitt, der das Verhältnis zum Reich behandelt, findet sich der nachstehende bemerkenswerte Sah: «Das Aequi- valent, das die 3. Steuernotverordnung dafür (Liebertragung von Verwaltungsausgaben des Reiches) bringen sollte, hat zunächst nur problematische Bedeutung. Aus allen diesen Erscheinungen geht nur eins sicher hervor, daß das JÖanb nunmehr im wesentlichen auf sich selbst angewiesen ist; bei der Ordnung der Finanzverhältnisse für das Jahr 1924 ist dem Rechnung aetragen." Bei dem lebhaften Interesse das geaenwärtig in der Öffentlichkeit die Besold ungsfraaen erregen, ist daraum bemerkenswert, was der Hess- Staatsvoranschlag über dieses Finanzproblem sagt. In der allgemeinen Llebersicht über den Etat, die den besonderen Kapiteln vorangestellt ist, wird u. a. erklärt: „Die in den einzelnen Kapiteln und Titeln erscheinenden Besoldungsbeträge gründen pch auf das Gesetz, die fünfte Ergänzung des Be- Herriots Politik. Der Inhalt der heutigen französischen Regierungserklärung. — Die wichtigsten Punkte für uns: Annahme des Sachverständigengutachtens, Aufrechterhaltung der Ruhrbesetzung vis zur Ueber- gabe der Reparationspfänder. Paris, 16. Juni. (Wolff.) Heute morgen fand ein Kabinettsrat unter dem Vorsitz H e r r i v t statt. Die Minister befaßten sich mit der Ausarbeitung der Regierungserklärung, die heute nachmittag im Laufe eines Kabinettsrates dem Präsidenten der Republik vorgelegt werden wird. Sie wird nach den Erklärungen, die Herriot der Presse gegeben hat, ein ziemlich umfangreiches Dokument dar- stellen, in dem Wunsche, so erllärte Herriot, dem Parlament ein bestimmtes Programm sowohl in irmerpolitischer als auch in außenpolitischer Hinsicht vorzulegen, damit Abgeordnete und Senatoren in der £age seien, in voller Kenntnis der Dinge, wie es sich nach einer großen Konsultation der Wählerschaft gezieme, dem Kabinett ihr Vertrauen zu gewähren oder zu verweigern. Havas veröffentlicht die Hauptpunkte der Regierungserklärung, die morgen im Parlament verlesen werden soll, wie folgt: Innerpolitisch: allgemeine Amnestie. ausgenommen für Fahnenflüchtige und Verräter, Wiedereinstellung der entlassenen Eisenbahner, Aushebung der Botschaft beim Vatikan, strenge Durchführung des Gesetzes betreffend die geistlichen Orden, Herabsetzung der militärischen Lasten in einem mit der Sicherheit des Landes zu vereinbarenden Matze, finanzpolitisch Aufhebung des Ermächtigungsgesetzes und Wiederherstellung des Zündholzmonopols, Ausstellung einer strengen Gefamtüberficht über die Finanzlage zwecks Durchführung des Budget- ausgleichs, Verfolgung der Steuerhinterziehung, restlose Durchführung der Einkommensteuergesetze, Reuvrdnung der diretten Steuern, Ermäßigung der durch die Verbrauchssteuern, besonders durch die Umsatzsteuer geschaffenen Lasten. Auf dem Gebiete des öffentlichen Unterrichts Aufhrbung der Verordnung betreffend die Vorherrschaft des Latein, sozialpolitisch Respektierung des Achtstundentaggesetzes und der gewerkschaftlich en Rechte. Durchführung der Sozialversicherung, Anerkennung des Gewerkschafts rechtes der Beamten, Dertvaltungsreform. Außenpolitisch: Befestigung des Friedens durch Verständigung zwischen den Völkern, Ausdehnung der Aufgaben des Völkerbundes und des Inter nationalen Arbeitsamtes und des Haager Schiedsgerichts Hofes, Wiederher st ellung der normalen Beziehungen zu Rußland. Annahme des SachverftLndigenberichts ohne Hintergedanken, Aufrechterhaltung der Ruhrbesetzung bis zur Konstituierung und Aeber- gabe der im Dawesbericht vorgesehenen Pfänder an die zu ihrer Verwaltung bestimmten internationalen Organe, Wiederaufnahme der Kontrolle der deutschen Abrüstung, Lösung der Garantiefrage durch die Verwirklichung von Garantiepakten, die der Autorität des Völkerbundes unterstellt werden sollen. Der „M a t i n" bestätigt im wesentlichen die Inhaltsangabe der Regierungserklärung. Das Blatt glaubt, daß sie nicht wesentlich von dem Brief abweichen wird, den Herriot am 2. Juni an den Führer der Sozialisten L6on Blum gerichtet hat. Sie werde bestätigen, daß die Autzen- politik des neuen Kabinetts von dem Wunsche beseelt sei, den Frieden durch die Ver stän- digung unter den Völkern zu erhalten. Aber Deutschland müsse zahlen und es müsse, wie das Ministerium Herriot, das Sachverständigengutachten annehmen. Wenn die Regierung, die sich heute dem Parlament vorstelle, von vornherein grundsätzlich für die Herabsetzung der militärischen Dienstzeit sei, so beweise doch die Anwesenheit des General R o l l e t als Kriegsminister und die Gründe, die seine Wahl beeinflußt haben, hinlänglich daß zwischen Theorie und Durchführung sehr oft eine Welt liege. Das werde die Regierungserklärung zum Ausdruck bringen, wie sie auch die Unmöglichkeit bestätigen werde, an eine Räumung des Ruhrgebietes zu denken, ehe die Sachverständigen-Psän- d e r konstituiert und den interalliierten Organen übermittelt worden seien, die sie zur Verwaltung hätten. Was die Politik gegenüber Deutschland anlange, so werde sie sich so entwickeln, wie Herriot es wiederholt in seinen Kammerreden zum Ausdruck gebracht habe. Man werde namentlich nicht alle Deutschen in einen Topf werfen und nicht die Rationalisten mit den Demokraten verwechseln. Das bedeutet nach Herriot, daß die Frage der Entwaffnung Deutschlands von wachsender Bedeutung sei und daß man nach seiner Ansicht auf eine gemeinsame Aktion der Alliierten rechnen muh, ehe der Völkerbund in Erscheinung tritt. Die näheren Fragen wolle die neue Regierung durch den Völkerbund lösen. Die Regierungserklärung wird auch eine weitgehende Amnestie an kündigen und sich eingehend über die Frage der Beziehungen Frankreichs zu den Vereinigten Staaten aussprechen. Einen weiten Raum werde natürlich auch die Frage der inneren Politik und die Frage der französischen Finanzen einnehmen. Herriot bei Hoesch. Ministerpräsidertt Herriot hat heute nachmittag dem deutschen Botschafter von Hoesch einen längeren Besuch abgestattet, in dessen Verlauf eine politische Aussprache stattfand. Herriot und Macdonald. Herriot bestätigte heute morgen seine Ansicht. am Samstag abend nach London ab.u- reisen, um sich mit Macdonald zu besprechen. Er gedenkt zwei Tage in London zu bleiben. Arn Sonntag wird er mit den englischen Ministern Fühlung nehmen und am Montag die ver chie- dcnen, die beiden Länder angehenden Probleme einer eingehenden Prüfung unterziehen. Auch wird er entweder schon vor oder nach seiner Londoner Reise nach Brüssel fahren, um mit dem belgischen Kabinett die Beziehung.n aufzunehmen. Havas meldet aus London, daß der französische Botschafter eine wichtige Besprechung mit Macdonald hatte über dessen nächste Zusammenkunft mit dem Ministerprälidenten Herriot. Der englische Premierminister habe den französischen Botschafter bvau tragt, Herriot mitzuteilen, daß er zu seiner Verfügung stehe und ihn so bald wie möglich zu empfangen wünsche. Der französische Botschafter ist heute vormittag nach Paris abgereist. Eine Hetzrede Maginots. In dem Augenblick, in dem der bisherige Kriegsminister M a g i n o t fernem Rachsolger General Rollet die Geschäfte übergab, hat er, laut dem „Echo de Paris", eine große Rede gehalten. In dieser Rede, deren Wortlaut das Blatt veröffentlicht, unterstreicht Maginot besonders, datz Frankreich ein stark organisiertes Heer besitze. Er spricht sich auch gegen die Herabsetzung des 18monatigen Dienstes aus und sagt, datz die gestrigen Feinde weder offiziell noch moralisch entwaffnet seien. Ihr Rachehunger bereinige sich mit dem Wunsche, Frankreich nichts zu bezahlen. Männer, die gewiß nicht der lieber- treibung verdächtig seien, erklärten sogar, daß es sich jetzt in Deutschland ähnlich wie 1806 absprele. Er wiederholte also die Worte des Ministerpräsidenten Herriot, fügte aber noch hinzu, er wärej nicht bereit, die Stärke des Heeres herabzusehen, die nur durch die ISmonatige Dienstzeit geschaffen worden sei. Der ehemalige Vorsitzende der militärischen Kontrolllommission wisse besser als ein anderer, was man von den militärischen Wsichten Deutschlands zu ^halten habe, and er werde Frank- .reichs militärische Stärke erhalten, die es benötige. Barthou will bleiben. Barthou begab sich heute mittag nach dem Quai d'Orsay, um dem Minifterpräsiden- ten einen Besuch abzustatten. Er konnte jedoch Herriot nicht treffen, da dieser Im Kabinettsrat zurückgehalten war. Von den anwesenden Journalisten über die Gerüchte seines Austritts aus der Repa rat ivns kornrnission befragt, erklärte er formell, daß hiervon n o ch g a r keine Rede gewesen sei. Der Posten, den ich innehabe, fügte er hinzu, ist der eines Richters. Die Reparativnskornrnission ist ein Gerichtshof, der mich zu feinem Präsidenten erwählt hat. Meine Stellung hat mit der Politik nichts zu tun. Ich bleibe in der Reparationskornmission. Rollets (Ernennung in englischer Beleuchtung. London, 16. Juni. (WTB.) Die „Times" hebt die Bedeutung der von der Pariser Presse abgegebenen Erklärung über die (Srnemtung Rollets zum Kriegsminister hervor und schreibt: Es ist bekannt, daß General Rollet soeben über die militärische Lage in Deutsch» land Bericht erstattete; alles, was er darin mitteilt, ist, daß die Lage nicht allzu alarmierend ist. Das Blatt fährt fort, der Kronprinz habe am Samstag bei einer militärischen Schaustellung in Potsdam den Salut entgegengenommen. Admiral T i r p i tz, der im Gegensatz zu zahlreichen Deutschen nicht allzu viel von der neuen französischen Regierung erwartet, die nach seiner Ansicht Poincares Politik weiter verfolgen werde, habe soeben auseinandergesetzt, daß er eine festere Front gegenüber den Alliierten in Frage des Dawes-Berichtes anempfehle. Auch die „Daily Mail" unterstreicht di? Bedeutung der Worte Herriots an Deutschland. Gleichzeitig läßt sich das Blatt von seinem Pariser Berichterstatter melden, Rollet sei nicht der Ansicht, daß Deutschlands militärische Stärke y.r Zeit einer großen Offensive nach Westen oder Osten gewachsen sei: Deutschland könne aber in sechs Monaten stark genug sein, um einen kräftigen Verteid'gungskrieg in Aussicht zu nehmen. Der Berichterstatter will ersah er ha:en, Hcniot wünsche, daß bei seinem De uch in England dje Frage einer alliierten Aktion zur Kontrolle der deutschen Abrüstung unter den ersten Punkten ist, die erörtert würden. Die „Daily Rews" weist in einem Leitartikel anknüpferch an die Rede, die Simons in Rew Castle über das neue Rüstun s -W. t renn.n gehalten hat, u. a. auf das in Am.rtta vorhandene Verlangen nach einer größeren und (ei eren Flotte und auf Englands eigene Tätigkeit im Bau von Kreuzern und Booten hin. Das Blatt hält es für sehr wahrscheinlich, daß Herriot als wesentliche Bedingung für die franzö i che Zurückziehung aus den deutschen Provinzen das Angebot einer wirksamen Sicherhtt-sgarantte für Frank.eich unter der Aegide des Völkerbundes vorlegen wird. Die Micum-Frage, Berlin, 16. Juni. (Wolff.) Zu der provisorischen Lösung der Micurnfrage in Düsseb dorf wird den Blättern mitgeteilt: Die Reichsregierung ließ am 9. Juni durch die deutschen Missionen in Paris und Brüssel bei französischen und der belgischen Regierung eine Rote überreichen, in der daraus hin gewiesen wird, daß die Ruhikohlenindustrie finanziell nicht mehr in der Lage sei, die Lasten aus den Micumver- trägen nach dem 15. Juni noch weiter auf sich zu nehmen. In der Rote wurde andererseits anerkannt, daß die französische und belgiche Wirt- schift die deutsche Kohlenlieferung auch nach betn 15. Juni nicht entbehren förnie. Die deutsche Regierung schlug daher in der Rote vor, daß in unmittelbaren Verhandlungen zw schen den beteiligten Regierungcn selbst ein Ausweg aus dieser schwierigen Lage gesucht werden möchte, in dem den beiderseitiger Interessen und Rotwendigkeiten Rechnung ge». tragen werde. Bei den diplomatischen Besprechungen, die sich anschlvffen. ergab sich, daß in Paris Verständnis für bie'en Vorschlag vorhanden ist. Eine tatsächliche Schwierigkeit bestand aber darin, daß vor dem 15. Juni infolge der innerpvlitischen Lage in Frankreich solche Dsr- handlungeft von Regierung zu Regierung nicht geführt i/>erden könnten. Die deutsche Regierung schlug daher vor, datz die Micumverträge rein tatsächlich kurzfristig verlängert würden nur zu dem Zweck, Zeit für Verhandlungen von Regierung zu Regierung zu gewinnen. Diesem Vorschlag wurde in Pans und Brüssel z u g e st i m m t. Demgemäß stimmte die Micum. welche ursprünglich eine unveränderte Verlängerung der Mitumverträge bis zum Zustandekommen einer Gescmrtregelung der Re- parationssrage anstrebte, schließlich enter kurzfristigen Verlängerung zu. Sie erkannte ferner an, daß gegenüber der früheren Lage eine Wirtschaftliche Verschlechterung des Ruhr- kohlenbergbaues eingetreten sei, und stimmte zu, datz etwaige nach dem 30. Juni eintretende Erleichterungen bezüglich der Kohlensteuer, Zölle, Zu- und Ab- lausbewilligungen und aller anderen Gelbabgaben rückwirkende Kraft vom 16. Juni ab erhalten sollen. Rachdem inzwischen die französische Regte' rung gebildet worden ist, wird es Aufgabe der Reichsregierung fein, die Verhandlungen mit der französischen Regierung über die Regelung der Reparationslieferung nach dem 30. Juni bald aufzunehmen und die Grundlage für eine Rege- lung zu suchen, die für beide Telle erträglich ist soldungsgesetzes vom 17. Januar 1924 betreffend. Zhre durch das Gesetz vom 27. März 1924 erfolgte Erhöhung ist im einzelnen noch nicht zum Ausdruck gebracht. Der hierfür notwendige Bedarf von 5,1 Millionen Mark ist im Kap. 16, Ausgabe- titet 1, vorgesehen. Die seither als bedeutende Einnahmeposten eingestellten Desoldungszuschüsse erscheinen nicht mehr. Wenn trotz be$ immer noch ret beträchtlichen Abstandes zwischen den heutigen Gehaltsbezügen und benienigen der Vorkriegszeit, die Höhe der Besoldungsaufwenbungen über den Friedensstand hinausgcht, so hat das neben ber durch die Menge neu hinzugekommener Aufgaben infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse der Rachkriegszeit notwendig gewordenen Erhöhung des Personalbestandes vor allen Dingen seinen Grund darin, daß große Aufgabenkreise mit ihrem ganzen Deamtenapparat in der Zwischenzeit auf das Land übergegangen sind. Die Einrichtung der Schutzpolizei, die Äebernahme der blauen Polizei von den Gemeinden auf den Staat, die Hebern ahme der persönlichen Volksschullasten, die Ausgestaltung der Fortbildungsschulen vergrößerte die Zahl der Beamtenschaft außerordentlich. Daß im übrigen mit ber hoffentlich für immer überwundenen Inflation, die als Folge dieser ungünstigsten Epoche unserer wirtschaftlichen Entwickelung eingetretenen Personalvermehruna wieder verschwinden muß, ist natürlich" Der nächste Abschnitt bes Voranschlags behandelt das Fürsorgewesen. Es wird darin ausgesührt, daß das Reich einen großen Teil seiner finanziellen Verpflichtungen den Ländern übertragen hat. In diesem Zusammenhang wird u. a. mitgeteilt, daß nach dem Stand der Arbeitslosigkeit bei Aufstellung des Voranschlags für das Land ein Aufwand von 6 Millionen Marl hierfür zu erwarten ist. Weitere 4 Millionen Mk. werden den Kreisen und Gemeinden für ihre Aufwendungen auf allen Gebieten ber Fürsorge zur Verfügung apfa>rrt ge- en orimung hat aber als unvermewricye Rottnah- nahme ihre Schuldigkeit getan. Sie hat besonders bewirkt, Laß der Osterverkehr nach dem Süden, der sonst unerträglich und nach Art der im Frühjahr Reisenden besonders kostspielig gewesen wäre, abgestoppt wurde. Zahllose Goldmillionen, die im wesentlichen zu Vergnügungszwecken ausgegeben worden wären, sind dadurch im Inlands zurückgehalten worden und der Gesamtwirtschaft erhalten geblieben. Nachdem die Lage der Währung die Aufrechterhaltung einer so einschneidenden Maßnahme nicht mehr zwingend erfordert, kann nunmehr die Aufhebung der Verordnung erfolgen. Diese entspricht der bei dem Erlaß der Verordnung sofort erklärten Absicht, sie nicht länger aufrechtzuerhalten, als dies zum Schutze der Währung unumgängig notwendig sei. Zuli vergangenen Jahres ausgesprochenen Grundsatzes, wonach die Regierungskommission des Saargebietes in ihrer Gesamtheit dem Völkerbundsrat gegenüber auch für die Handlungen ihrer einzelnen Mitglieder verantwortlich ist, ersucht, Anlaß zu diesem englischen Schritt gab ein Schreiben des französischen Präsidenten der Regierungskommission des Saargebiets, Herrn Ra ult, vom 8. April d. I., in dem dieser davon Kenntnis gibt, daß er persönlich eine Reihe von Beigeordneten und Kreisdeputierten nicht bestätigt habe. Die englische Reaie-- Einigung mit den Eisenbahnern. Berlin, 17. Juni. (Priv.-Tel.) Die gestrigen Verhandlungen der Gewerkschaftsvertreter der Eisenbahner mit der Re ichs- regierung haben, mehreren Blättern zufolge, zu einer vollenEinigung geführt. Die Lohnerhöhung beträgt danach durchschnittlich 10 Proz. Die zehnte Arbeitsstunde in der Dahnunterhaltung fällt in der Sommerzeit fort. Die Bezahlung der neunten Stunde als Lieberstunde findet nicht statt. rung hat daraufhin in einem Brief an ____ Generalsekretär des Völkerbundes vom 26. Mai Saarfragen vor dem Dölkerbundsrat. ®enf, 16. Juni. (WTD.) In der heutigen öffentlichen Sitzung des Volkerbundsrats begründete Lord P a r m o o r den Antrag der englischen Regierung, der um nochmalige Feststellung des im Versailler Vertrag und in einer Resolution des Rates aus dem Macdonald über deutsche Fragen. London, 16. Juni. (WTD.) Im Lin - t e r h a u s e sind unter anderem folgende Fragen an die Regierung gerichtet worden: Hat Deutschland zu irgendeinem Zeitpunkt den Wunsch geäußert, in den Völkerbund einzutreten? Besteht Grund zu der Annahme, daß eine Einladung des Völkerbundes zum Beitritt in dem gegenwärtigen Zeitpunkt angenommen werden würde? Wird die britische Vertretung im Völkerbund angewiesen, darauf zu dringen, daß eine solche Einladung ergeht? Macdonald antwortete: Deutschland hat bisher kein formelles Gesuch um Aufnahme in den Völkerbund eingereicht. Das Verfahren ist so, daß die Rationen, die den Wunsch hegen, dem Völkerbunde beizutreten, einen entsprechenden A n - trag bei diesem stellen. Der Völkerbund fordert die Rationen nicht auf, ihm beizutreten. Die letzte Frage erübrigt sich daher. Die Regierung Seiner Majestät würde indessen sicherlich einer Zulassung Deutschlands zum Völkerbund zum frühestmöglichen Termin günstig gegenüberstehLN und ein Gesuch um Zulassung begrüßen. Auf die Frage, ob die Regierung die Gewißheit besitze, dah D e u t s ch l a n d die B e - stimmungen des Versailler Vertrag e s hinsichtlich der erlaubten Rüstungen dem Buchstaben und dem Geiste nach einhalte, antwortete Macdonald, er könne im gegenwärtigen Stadium der Verhandlungen mit Deutschland über die Tätigkeit der interalliierten Kontrollkommission keine direkte Erwiderung auf diese Frage geben. Er könne nur sagen, dah der Angelegenheit angespannte Lauernde Aufmerksamkeit geschenkt werde, um die gebührende Beachtung der erwähnten Verpflichtungen durch Deutschland sicherzustellen. I von 7000 Ausweisungsoeseylen vorgeschlagen. Die Rheinlandkommission habe in allen Fällen diese Vorschläge angenommen. Dis zum 1. Mai fei in 5 0 0 0, seitdem in weiteren 2 0 0 0 Fällen die Rückkehr ins besetzte Gebiet gestattet worden. Von den 800 aktiven Zollbeamten seien 590 wieder in Dienst gestellt und 80 000 Eisenbahner seien in das Personal der Regie ausgenommen worden. In den übrigen Verwaltungszweigen seien nach Prüfung der einzelnen Gesuche und nach Verpflichtung zu loyaler Mitarbeit mit den Besatzungsbehörden 150 Beamte wieder eingestellt worden. Man glaubt darauf Hinweisen zu können, dah ein Teil der ausgewiesenen Beamten von der deutschen Verwaltung erseht worden sei und dah andere ihre Wiedereinstellung nicht nachgesucht hätten, ferner hätten 580 Personen, die von den Militärgerichten der französischen Zone verurteilt worden seien, 268 ihre Strafe verbüßt, 210 seien begnadigt worden und 44 ohnehin in Abwesenheit verurteilt worden. In den Gefängnissen des besetzten Gebietes befänden sich noch 58. Die meisten von ihnen, behauptet der Bericht, seien wegen schwerer Verbrechen verurteilt worden, die nicht mit dem Tatbestand des passiven Widerstandes gleichzustellen seien. Schacht über die Kolonialfrage. Berlin, 16. Juni. Reichsbankpräsident Dr. Schacht hatte vor einigen Tagen dem Berliner Vertreter des „Reuyork H e r a l d" seine Ansichten zur Kolonialfrage entwickelt. Die Aeuherungen Dr. Schachts haben, wie die „Voss. Zeitung" mitteilt, in der Auslandspresse zu Kommentaren geführt, in denen von einem „Wiedererwachen des deutschen Kolonialimperialismus" gesprochen werde. In den Erläuterungen, die Dr. Schacht in dem Blatt seinen Aeuherungen gibt, erklärt er, es sei geradezu sinnlos, aus seinen Ge- I danken die Tendenz zum „Kolonialimperialismus" herauslesen zu wollen. Im Gegenteil sei eine wirkliche internationale Befriedung nur dann möglich, wenn einem 60 MiMonen-Dolk Landtags - Eröffnung in Darmstadt. Präsident Adelung eröffnete die Sitzung stern vormittag um 10,15 Llhr. darauf hingewiesen, haß dieses persönliche Vorgehen des Herrn Rault im Widerspruch stehe zu den Dertragsbestim- < mungen, und angesichtss der Bedeutung der Frage sei eine Stellungnahme des Rates erforderlich. Der Präsident der Regierungskommission suchte darauf in einem weiteren Briese an das Völkerbunds- selretariat die Llebereinstimmung ferner Haltung mit den Bestimmungen des Vertrages durch die nachträglich? Mitteilung zu beweisen, daß dre betreffende Richtbestätigrjng der Beigeordneten die ZMimmung der gesamten Regierungskommission g:senden fjafce. Obgleich letztere F.age tatsächlich^ in der heutigen Verhandlung nicht geklärt wurde, bot doch der zweite Brief des Präsident, n der Regie ungskommission dem s.anzösi chen und auch dem italienischen Mitglied die Handhabe za der Feststellung, daß auch Herr Rault die k o l - lektive Verantwortung anerkenne und damit das Mißverständnis über die Auslegung der Befugnisse der Regierungskommission als beseitigt ge.ten tonne. Aus gründ dieser Frst- stellung stlmmte der Völkerbundsrat, ohne den konkreten Fall Wecker zu berühren, also grundsätzlich der von Lord Parmoor ausführlich vertretenen These von der kollektiven Veraniwortl'chkeit der Regierungs- kommisston zu. Besonders wichtig in der Erklärung Par- moors ist in die «em Zusamme change folgende Schlußfolgerung: „Die englische Regie ung ist der Ansicht, daß, wenn eine von einem Mitglied der Regier ungskommission ergriffene Verwaltungs- maßnahme zu Zweifeln Anlaß gibt, und eine Rechtfertigung erfordert, diese Rechtfertigung ausdrücklich von allen Mitgliedern der Regie.ungökommission gebilligt werden maß. Die englische Regierung ist Werler der Ansicht, daß alle an den Völkerbund gerichteten Berichte, w:nl? sie auch von dem Präsidenten unterzeichnet worden si.rd, im Namen der gesamten Regie r u n g s k o m m i s s i o n und unter ihrer kol- lelsiven Verantwortung ausgearbeitet werden müßttn. Die Behandlung der deutschen Note iibri. die von der Regierungskommission verhinderte zollfreie Einfuhr deutscher Waren in das Saar gebiet wurde auf morgen vertagt, ebenso die wichtige Frage der Staatsangehörigkeit und den Schuh der deutschen Minderhei ea in Polen sowie dre Entschädigung der deutschen Ansiedler. Frankreich will fich in ein gutes Licht stellen. Paris, 16 Juni. (WTD.) Wie Havas aus Ko blenz meldet, hat die Rheinlandkom- m r s s i o n in den letzten Monaten zahlreiche Gna- ^bnm^nahmen betreffend die während des passi- -Widerstandes ausgewiesenen Personen ver- !ug ■ die f ranzösische Zone habe das französische Oberkommissariat in Koblenz nach Prüfung der einzelnen Gesuche der Ausgewiesenen der Rhernlandkommission die Zurückziehung Zu Beginn der Sitzung widmete Präsident . w Adelung dem verstorbenen Abgeordneten Ober» bis natürlichen Entwicklungsmöglichksiten ge- bürgermeister Dr. Köhler-Worms und Abg. sicbrrt werden Landwirt Lau fer«Bieber warme Worte des («• .= < . rvv»... , $ , Gedenkens. Der Präsident gab bekannt, dah an Ernes der Mittel hrerzu sei dem deutschen Stelle des Abg. Ebner Dr. Greiner-Ju- ° f £1 D n 1 °35et ä t i g u n g genheim tritt, an Stelle der verstorbenen Abg. .um militärische und rm° Dr. Köhler-Worms und Landwirt Lauser- perralistische Gedanken in Bezug auf dre Kolonial- Bieber die Herren Stadtverordneten Lauf erfragen auszuschalten, habe er angeregt, die ganze Darmstadt und Landwirt H a u ck V -Schaafheim, tfrage auf eine internationale wirt- or„, s ~ «n * schaftli che Regelung ab^s,eilen und Bor. 2tntIa9 W Sr Werner und geschlagen, dah sich sämtliche Kulturnationen an v der Errichtung einer internationalen Kolonial- Abänderung des Mmisterruhegehaltsgesetzes gesellschaft nach Art der alten „Chartered Com- von 1919 p-my "bE.gen sotten. berichtet W Reiber (»k): Der Ausschuss 3m übrigen brauche Deutschland, um Repa- Hobe dem Antrag des Dr. Werner stattgegeben, rationcn zahlen zu können, für feine Produk- $>ie Regierung zur Vorlage einer Abänderung tion Märkte, und zwar m aufnahmefähigen bett Gesetzes aufzufordern. Abg. Dr. Wer- KolonialaLbiewn ner (Dtschn.) ergreift selbst das Wort zur Be- nr , ... . ÄOlomaiflei>wt«n. grundung seines Antrags und weist besonders -euict) für den Abfluß der deutschen Bevölkerung auf die Regelung in Preußen hin, die in die'er ein koloniales Siedlungsgebiet nötig, dessen Hinsicht vorbildlich sein könne. Nachdem Staats- Eröffnung für Deutsche ein weiteres Moment zur Präsident Ll l r i ch auf die Absicht des Reichs Beruhigung der Welt bilden würde. Schließlich oing.wieen hatte, von Reichs wegen eine gene» bedürfe Deutschland Kolonien zum Bezugkolo- teile Regelung dieser Frag? vorzunehmen, wurde n i a l e r R o h st o f f e, die es heute unter schwerer sowohl von Abg. Dr. Dingeldey (D Vp ) Belastung seiner Wirtschaft mit fremder Valuta Ivie von Dr. Werner (Dtschn.) gerügt, daß die bohlen müsse.. Zum Schluß betonte Dr.Schacht, hessische Regierung nicht selbst die Initiative in dah seine Ausführungen nur die logische Weiter- dieser Angelegenheit ergriffen habe. Staatsprä- entwicklung der Gedankengänge darstellten, die in sident Ll l r i ch betont die beponberen Verhältnisse der Richtung auf wirtschaftliche Gemeinschafts- die. für die hessische Regelung 1919 maßgebend arbeit im Sachverständigengutachten angeschnitten gewesen seien. Abg. Kjndt (Dn.) bezeichnet es worden sind. als unwahrscheinlich, daß der Reichstag eine gene- -------- I teile Regelung der Ministerpensionsfrage den Die ßnaliichsmerihaniSths Ländern aufdrängen und sich in deren Privat- viiyuja; angelegenhetten einmischrn wolle. Jedenfalls »Reiberei. könne man noch lange warten, wenn nicht der London 16 rnvR \ Kontor moihot Landtag jetzt die Initiative ergreife. Der Antrag zu der Angelegenheit des??itischen Ve^- M Ausschusses wird einstimmig angenommen, tretets in Mexiko weiter, auf Ersuchen der 5rau Roth (Komm.) begründet einen An- mexikanischen Regierung, Cummins abzube- tca9 auf genaue Llntersuchung der rufen, sei von der britischen Regierung geantwortet , Vorgänge in Frieddera worden, daß Sir Thomas Hohler bald in nr . e -> Ä , Mexiko eintreffen werde. Alsdann werde der bri- Oubres Abg. v. Helmolt tische Vertreter abreisen. Die mexikanische Regie- t ^en ^u^^hrungen der Vorrang habe darauf vorgeschlagen, daß die britische ü^enuber Beharwtungen Regierung gewisse Mitteilungen, die ihr durch Cummins gemacht worden wären, desavouieren Beamtenschaft. Mr- nröchte. Die britische Regierung sei aber auf die fn o weist ebenfalls Seite ihres Vertreters getreten, was von der tn Sorten die unbegründeten Angriff mexikanischen Regierung als „Beleidigung ?^tzlten der ^Horden zuruck und ihrer Würde" betrachtet werde. Hohler habe SUP0* *** parlamentarrschen London noch nicht verlassen. Anstan^Dehauptungen auchzu geifert. Wer- „®ailD Expreß" berichtet aus M e x i k o, daß L^.^ut^oberhesirsche Abg Dre hl- 18 Männer, darunter auch Volizeiagenten die Kochwersel (Dbd.) dre allgemerne Achtung, welche britische Gesandtschaft seit Sonnabend ber Krersdirektor dort genrehe. umzingelt halten, in der Absicht, den bri- Es folgen ein Ausschußantrag, bett. Schlie- tischen Vertreter Cummins, dessen Ausweisung der u n 9 von Haltestellen auf verschiedenen Präsident Obregon befahl, zuverhaften. Cum- oberhessischen Bahnstrecken, dem zu- mins sei vollkommen isoliert, die Was- gestimmt wird. serversorgung der Gesandtschaft fei blök- Zu Punkt 38, Antrag der Abg. Frau Roth kiert und die Telephonverbindung abgeschnitten. (Komm.) und Frau Steinhäuser (Soz.) bett. Cummins verfüge über reichliche Lebensmittel und Qlhffhaffnnn SS vis via iv»<2 sei auf eine 'Belagerung eingerid>te\ Die aus» -rwfcyaslung der tzZ 218, 219 des Sirafgesetz- toärtigen Diplomaten suchten in De Handlungen vuchs (AolrewUNg) mit dem Auswärtigen Amt eine Lösung des Kon- berichtet Abg. Nuß (Ztr.), dah der Ausschuß slrktes zu finden. I diesen Antrag abgelehnt hat. desgleichen einen Llnterhaus. Ma c do na l d sagte in einer län- I abändernden Antrag Schildbach (Soz.). Frau geren Erklärung über die Reibungen zwischen der Roth (Komm.) begründet ihren Antrag mit der b^ltrschen und der rnexikanischen Regierung, am Rücksicht auf die.Volksgesundheit (!). Abg. Dr. 13. Mar sei ihm mitgeteilt worden, daß, wenn Greiner will es ebenfalls den Frauen übrr- der britische Vertreter Cummins nicht zurück- lassen, frei (I) über das keimende Leben zu ent3 gezogen würde, er ausgewiesen werde. Die scheiden. Abg. Nuß (Ztr.) betont demgegenüber brrttsche Regierung sehe das Vorgehen der mexi- bas christliche Sittengeseh und die chrrsttiche Mo- kmrrschen Regierung als einen ernsten Ver - ral: auch die Mehrzahl der Wissenschaftler weist st o h gegen die internationalen Gepflogenheiten auf die tiefen Bedenken hin, die eine Aufhebung aT}- der mexikanischen Regierung mitge- I der §§ 218, 219 mit sich brächte. terlt, daß wenn sie gegen Cummins Schritte unter- Auch Frl Birnbaum lD Vv 1 rnoiff in Sne u^ünÄab»^ ^Äei» mMw^Aoblers^nÄ ©onber» ner zurück, daß das sowjetrussische Verhalten in miffion Hvhlers unterbleiben werde. dieser Frage maßgebend für Deutsche sein könne. ----------- -- Der Schutz der Frau erfordere gebieterisch, die Aushebung der Ausreisegebühr. unserer deutschen Bestimmun- V ,. y x 1 • 9fn- ^Uch Abg. Werner (Dn.) sagte, dah feine Berlin, 16. Ium. (WTD.) Das Partei sich mit ganzer Kraft gegen die Vorschläge ReichSkabinett hat in feiner heutigen §vage stemmen werde. Man würde sonst Sitzung beschlossen, dem Reichspräsidenten die s.'^I^sdung des werdenden Deutschland ge- Aufhebung der von 500 Mark zu empfehlen. Der Reichs- Antrag des Ausschusses, d. h die Ablehnung des Präsident hat fich damit einverstanden er- Sozialiftenantrags, wird angenommen. klärt. Der Erlaß einer entsprechenden Dervrd- _ Punkt 39 wird die Genehmigung zu der nung steht bevor. Das Reichskabinett ging bei Mbiau^na^9?!?^ seinem Beschlüsse davon aus, daß die bekann- verjagt.^Zu Punkt 41 bericht wttuS ten Gründe, die seinerzeit zur Einführung der den Ausschuß-Antrag, ein Eingangsformat Verordnung führten, nämlich die besonders be- ?€rr3‘ ’ * erlichen ilrteile „Im Namen drvhliche Lage der Währung, zur Zeit in dem Dolks einzuführen Der Antrag wird ein- Aus Stadt und Land. Gießen, den 17. Juni 1924. Optionsrecht der Oberschlesier. Auf Grund des deutsch-polnischen Staatsangehörigkeitsabkommens haben mit dem Tage des Liebergangs der Staatshoheit über das jetzige Polnisch-Oberschlesien auf Polen (15. Juni 1922) zahlreiche frühere Deutsche, die an diesem Tage ihren Wohnsitz im jetzi-, gen Polnisch-Oberschlesien hatten, die deutsche Reichsaygehörigkeit verloren und die polnische Staatsangehörigkeit erworben. Mit gleichem Tage haben andere Deutsche, die an demselben Lage zwar außerhalb Polnisch- Oberschlesiens wohnten, die aber in Polnisch- Oberschlesien von zur Zeit der Geburt dort wohnenden Eltern abstammen, unter gewissen weiteren Voraussetzungen zur deutschen Reichsangehörigkeit die polnische Staatsangehörigkeit hinzu erworben. Das Staatsangehörigkeitsabkommen gestattet den in Bettacht kommenden Personen jedoch, binnen besttmm- ter Frist für die deutsche Reichsangehörigkeit zu optieren bzw. auf die hinzu erworbene polnische Staatsangehörigkeit zu verzichten. Die Frist läuft am 1 5. Iuli ds. Js. ab. Das Verfahren ist durch eine Verordnung der Reichsregierung vom 15. Mai ds. Js. -geregelt. In Hessen ist die OpttonSerklärung oder Verzichterklärung auf die polnische StaatSange-, Hörigkeit vor den K r e i s ä m t e r n abzugeben Diese erteilen auch Auskunft über alle mit bei Option in Zusammenhang stehenden Fragen. • Gießener Wochenmarktpreise am 17. Juni 1924 (Händlerpreise). ) Es kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: das Pfund Butter 150, Wirsing 60, gelbe Rüben 30, Spinat 40, Römischkohl 30, Spargel 120, Erbsen 60, Tomaten 200, Zwiebeln 20, Rhabarber 25, Kartoffeln, alte Zentner 350 bis 500, neue, Pfund 25, Kirschen 45 vis 50, Erdbeeren 140 bis 150; daS Stück: Eier 12, Blumenkohl 50 bis 150 Salat 15, Salatgurten 120 bis 150, Ober-Kvhlraüi 25 Rettich 25 bis 40 Pf., Motte 30, Käse 60 Pf. das Pfd. Ä * * In den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde auf Grund des Personal-Abbau-- gesehes die Lehrerin an der Volksschule zu Gießen Marie Birnbaum mit Wirkung vom 1. Julr ab. * * Der Mittel west deutsche Stenographenbund Stolze-Schreh hielt am Samstag und Sonntag unter außerordentlich großer Beteiligung seine 35. Jahreshauptversammlung in Weilburg ab. Rektor Friedgen- Düsseldorf hatte den Festvortrag mit dem Thema „Die Bedeutung der Kurzschrift für Schule und Leben" übernommen. Beim Wettschreiben wurden Höchstleistungen von 380 und 400 Silben in der Minute erreicht. Auf den Gießener Verein entfielen folgende Preise: Abt. 260 Silben: Ehrenpreis Heinrich Krauskopf, Abt. 200 Silben: 1. u. Ehrenpreis: Otto Schenck, Abt. 180 Silben: 1. u. Ehrenpreis: Karl Damm, Abt. 160 Silben: 1. u. Ehrenpreis Hans Guth, 2. Preis Karl Häuser, Abt. 140 Silben: 1. und Ehrenpreis Alfred Röper, Abt. 120 Silben: 1. u. Ehrenpreis Hans Schäfer, 1. Preise Anton Roth, Hennh Reitz, Abt. 100 Silben: 1. u. Ehrenpreis Willi Praß, 2. Preise Michael Kreß, Herbert Homberger, Alfred Walther, Käthe Schicker. Außerdem erzielte der Verein die dritte beste Gesamtleistung. Im Herbst soll ein Vertretertag in Gießen stattfinden. * * V. H. C. Begünstigt vom schönsten Wanderwetter unternahm dec V. H. C. Gießen am Sonntag seine Juniwanderung nach den Aasläufern des Wester Waldes. Das „Dieberliesch»" brachte die stattliche Wanderschar (86) nach Rodheim, too der Ausstieg zum Himberg gleich kräftig ernsehte. Leider blieb die Fernsicht durchs einen leichten Dunstschleier ziemlich beschränkt, doch b)t der Blick auf die nähere Llmgebung genug des Reizvollen. Lieber das Frauenkreoz and die alte Kultstätte, den Königstuhl, ging es durch das lieb' liche Schwalbenbachtäl zur Dicken Eiche, wo Rast gemacht wurde. Ter Weitermarfch^ erfolgte durch Feld und Wald, immer hübsche Ausblicke bietend, durch Hof Bubenrod, der leider seine gastliche Pforte n>ch immer verschlossen hält, über den Dleidenberg, am Fuße des Altenbergs vorbei zur großen Heide, w) man einen prächtigen Blick auf oas hochragende Hohensolms mit seinem alten Schlosse genoß. Nach genügender Erholung führte die weitere Sttecke durch das vielgewundene Dech- linger Tal, das durch seine Schiönheit und Lteb- lichkeit als der Glanzpuntt der Wanderung angesehen werden kann, xum Endziel Aßlar. Der weitaus größte Teil 5er Wanderer benutzte jedoch noch den inzwischen eingetoeterten Sonnen» chein, um nach> Wetzlar za marschieren, von wo die Heimfahrt erfolgte. ** Vereinig ung für Feuerbestattung für Gießen und Umgegend. Man berichtet ans: In der gut besuchten General«-Der- amrnlung, in welcher Apotheker Schwieder zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde, hielt Ober» reallehrer Geller einen Vortrag über die Entwicklung der Feuerbestattung bis zur heutigen Zeit. In fesselnder, lehrreicher, klarer Weise wies der Redner nach, daß die Feuerbestattung allerdings bei den heidnischen Völkern zuerst in Gebrauch war, daß aber auch das nichtheidnische Volk Israel diese Sitte Bannte and nur vornehmen und reichen Personen diese Ehre zuteil wurde, weil die Beschaffung des Brennmaterials zu den Scheiterhaufen in der meist holzarmen Gegend Palästinas nicht für jedermann möglich war. Die ortschreitende Technik (Gasfeuerung) bereitete die durch die Studien des klasfifchrn Altertums und die Männer der Aufklärung (wie Friedrich der Große) geförderten Ideen weiter vor und so ertaub nachdem auch seit 1855 hygienisch» Kongresse die Einführung der Leichenverbrennung für eine Notwendigkeit erklärten, das erste neuzeitliche Krematorium 1876 in Mailand; 1878 folgte der erste Ofen in Deutschland (Gotha) und während im Jahre 1900 die Feuerbestattung nur in sechs beuteten Staaten mit sechs Krematorien offiziell anerkannt und gesetzlich zugelassen war, waren es 10 Jahre später bereits 13 Staaten mit 24 Krematorien und heute find in Deutschland 53 Krematorien erbaut, in denen jährlich 15 000 Einäscherungen ftattfinben. Die Friedhoferweiterungen bei den heutigen hohen Bodenpreisen, die Neu- Belegung alter Gräber, wobei die Knochenreste verbrannt zu werden pflegen, die Herabsetzung der Derwesungsfrist von 50 auf nur 20 Jahre in vielen Städten zwingen diese, dem Gedanken der Feuerbestattung näherzutreten. Die Vereinigung wird in nächster Zeit in einem Lichtbildervortrag die Vorteile der Feuerbestattung nachweisen und hofft dadurch, zu. den Über 200 vorhandenen Mitgliedern neue zu gewinnen, so daß im Verein mit den Vachbarstädten Wetzlar und Marburg die Errichtung eines Ofens, dessen Kosten sich auf ca. 25 000 Mk. belaufen, in (Ziehen gesichert ist und der städtische Zuschuß sich ermäßigen dürfte. Der Hahresmitgliedbeiti'ag wurde auf nur mindestens 2 Goldmark festgesetzt. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 8 Ähr: Gastspiel von Sandbichlers Oberbayerischen Bauerntheater: „Iägerblut". — Radio kluö, 8i/3 Ähr: Beginn des Dastelkurses im Physikalischen Institut. — Schneider-Zwangs- innung, 8y2 Ähr: Monatsversammlung für die Damen. — Rundfimkhaus, Löberstr., 8V2 Ähr: Konzert. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Der Geigerkönig". — Palastlichtspiele: „Der Zeugene — Tot". » — Reichsbund der höheren Beamten: Freitag abend Mitgliederversammlung. (Siehe Anzeige.) — Artillerie-Verein. Donnerstag abend außerordentliche Monatsversammlung. /Siehe Anzeige.) I Mettervoranssage Warm, südliche Winde, auch Regenfälle. Landkreis Gictzcn. A Lang-Gons, 16. Juni. Ein va ter- kändi sches Fest fand gestern hier statt: der Kriegerverein beging sein 5 0jähriges Jubilä um und die Ortsgruppen des> Jung- deutschen Ordens von hier, Pohl-Göns und Oberhörgern Merten ihre Bannerweihen. Aamens der Kriegerkameradschaft Hassia überbrachte Medizinalrat Dr. Bogt- Butzbach dem Kriegerverein Glückwünsche, bei der Dannerweihe hielten Dr. Lenz- Gießen und Dr. Werner- Butzbach Ansprachen. Lang-Göns, 16. Juni. Gestern fand in Muschenheim das Dezirksfest des 5. Bezirkes (©au Hessen) statt. Vom hiesigenTurnver- ein nahmen 17 Wetturner teil, die sämtlich als Sieger heimkehren konnten. In der Stufe der aktiven Turner errang Richard Kaiser den Ehrenpreis, Rorbert Grünebaum 1. Preis, Richard Lüdge 9. Preis. Iugendturner Oberstufe: Willi Druckes 2. Preis, Willi Beppler 3. Preis, Wilh. Weil 10. Preis. Eugen Wagner 22. Preis. Iugendturner, Änterstufe: Wilhelm Schmidt 5. Preis, Wilh. Brück 14. Preis, Wilh Pcm 15. Preis, Otto Metz 25. Preis. Schüler: Wilh. Dreier 5. Preis, Ernst Hock 15. Preis. Wilh. Laub er 27. Preis, Karl Wentzel 31. Preis, Erich Merz und Albert Dergk 33. Preis. Kreis Schotten. wg. Gedern, 16. Juni. Für das am 27. Juli ^rer stattfindende oberhessische Kirchen- zesangsfest ist Pfarrer G ö ck e l aus Hungen ;um Festpredrger ernannt worden. Die an dem Fest teilnehmenden Kirchengesangvrreine sind zur Zeit eifrig beschäftigt mit dem Einstudieren der vorgeschriebenen Gesamtchöve und halten darum »umteil zweimalige Äebungsstunden in der Woche ab. Da es natürlich aus räumlichen Gründen unmöglich ist daß alle oberhessischen Kirchenchöve an dem Fest sich beteiligen, hat der Vorstand des Evangelischen Kirchengesangvei-eins für Hessen die- Icnlgen Chöre bestimmt welche an dem Fest teil- nehmen sollen. Es sind dies die Kirchengesangvereine von Oberau, Stamntheim, Altenstadt, Vilbel. Orlenberg, Wallersthausen, Büdingen, Oter- Seernen. Gedern, Schwickartshausen und Herchrn-- ham. Diese Dererne vurrren einen Massenchor v)n etwa 500 bis 600 Sängern und Sängerinnen darstellen. Kreis Friedberg. fpd. Bad-Nauheim, 16. Juni. Hier verstarb in der vergangenen Nacht ein Mann unter schweren Fischvergif- tungserscheinungen. Die Ehefrau will die Fische (Bücklinge) in einem Frankfurter Fischgeschäft gekauft haben. Die Frankfurter Polizei fahndet jetzt nach dem Geschäft. Hessen-Nassau. fpd. D a d H 0 m b u r g v. d. H., 16. Juni. Auf der von allen Autofahrern wegen ihrer Steilheit und scharfen Kurven gefürchteten Saalburgchaussee forderte am Samstag. abend abermals ein Auto Unfall zwei Menschenleben. Der Ingenieur Walter Suhr und das Fräulein Meta Dinges aus Frankfurt fuhren in schnellem Tempo von der Saalburg talwärts und wollten ein anderes Auto überholen. Dabei geriet der Wagen des Suhr ins Rutschen, überschlug sich zweimal und sauste schließlich in den Straßengraben, wo er zerschellt liegen blieb. Der Führer Suhr erlitt schwere innere und äußere Verletzungen und einen doppelten Schädelbruch und verstarb nach wenigen Augenblicken. Fräulein Dinges trug sehr schwere innere Verletzungen und einen Schädelbruch davon und kam in hoffnungslosem Zustand in das Homburger Krankenhaus. Suhr war als ein scharfer Fahrer bekannt. Verband der hessischen Geschichts- und Altertumsvereine. (Eigener Bericht des „Gieß. Anz") sf. Friedberg, 15. Juni. Der Verband der hessischen Ge- schichts- und Altertumsvereine httte zu seinem diesjährigen Ausfluge die geschichtlich interessanten vberhrssischen Städte Butzbach und Friedberg gewählt. Nachdem der gestrige Tag den Sehenswürdigkeiten von Butzbach gewio-- met war, traf er heute vormittag hier ein. Während die historische Kommission zu einer geschäftlichen Sitzung im Rathaussaale zusainmen- trat, begaben sich die übrigen Teilnehmer zunächst in das Museum, in dem Prvf. Dr. Blecher die Führung übernahm. Als der Friedberger Geschichts- und Altertumsverein im Jahre 1896 durch den damaligen Ghmnasialdirektor Dr. Goldmann gegründet wu:de, konnte man vielfach die Ansicht hören, daß man mit der Gründung des Vereins zu spät komme, da die früher der Stadt und Kirche gehörigen Altertümer uirb Kunstdenkmäler durch die Kurzsichtigkeit und Interesselosigkeit der damaligen Behörden verschleppt und verschleudert tourten, so wurden die der Kirche gehörigen unersetzlichen Kunstwerte öffentlich zur Versteigerung ausgeboten und in alle Welt zerstreut. Aber aus dem jetzigen Bestände des Museums ist zu ersehen, daß es zum guten nie zu spät ist: wenn auch vieles unwiederbringlich verloren ist, so ist doch noch vieles zu retten gewesen und der Boden birgt noch so viele Schätze aus vorgeschichtlicher, römischer und späterer Zeit, daß die Gäste erstaunt waren über die Reichhaltigkeit ter aufgestellten Gegenstände Sv birgt das Friedberger Museum einzelne Stücke, um die es vielfach selbst von größeren Museen beneidet wird: auch die mittelalterlichen und neuzeitlichen, svw e auch die kirchlichen Gegenstände bieten viel des Interessanten und Sehenswerten. Wenn erst, wie verlautet wird, auch die auf ter Kapersburg gemachten Funde, die jetzt zum großen Teile auf der Saalburg aufbewcchrt sind, hierhergebracht werten, dann wird die Sammlung römischer Altertümer in Friedberg Wohl eine ganz hervorragende sein. Nach der Besichtigung des Museums versammelten sich die Teilnehmer, zu denen sich noch viele Mitglieder des Friedberger Vereins und sonstige Einwohner zugesellten, in der Aula des Gymnasiums zu dem Dortrage, den Archivdirektor Dieterich über das Thema „Wege und Ziele der Ortsgeschichte" hielt. „Deutschland ist arm", so hört man immer sagen, demgegenüber behauptet der Redner, „Deutschland ist auch heute noch reich, reich an schlummernden Schätzen, die noch gehoben werden müssen. Zu diesen gehört in erster Linie die Pflege der Heimatkunde und Hei- m a t l i e b e , die jetzt toieter in erfreulichem Aufschwünge begriffen ist. Der Redner weist besonders auf die Bedeutung hin, die die Sammlung der alten Flurnamen, ter Namen der Gassen und Häuser für- die Kenntnis ter Ortsgeschichte hatten, dankbar gedenkt er besonders ter Mithilfe der Iugendkolrnnen .bei Ausgrabungen, der Tätigkeit der Behörden, ter Pfarrer und Lehrer: er stellt fest, welche ungeheuren Werte heute noch in den Kirchenbüchern und Ortsarchiven schlummern, welche Bedeutung auch den familieng schicht- lichen Forschungen beizulcgen wäre und gibt zum Schlüsse noch interessante Aufschlüsse über die Tätigkeit und Einrichtung des Staatsarchias. Die Ziele der Pflege der Ortsgeschichte sind die Vertiefung der Heimatkunde und Heimatliebe, denn wer sein Vaterland kennt, ter wird es auch lieben, und wer es lieben soll, ter muh es kennen. Nach einer Ruhepause, die durch ein gemeinsames Frühstüsk ausgefüllt wurde, trafen sich die Teilnehmer um 3 Ähr am Portale der Liebfrauenkirche, Professor Dreher übernahm von jetzt an die Führung. Nach Besichtigung des Aeuheren, besonders des durch seine schöne Bild- hauerarteit berühmten Vrautportales, tourte das Innere der Kirche besichtigt. Die herrliche Architektur, die diese Kirch: zu einer ter besten Bei? spiele reinster Gotik macht, die wundervollen Glasmalereien, das Sakramentshäuschen, das in seiner eigenartigen Schönheit wohl nur selten in Deutschland übertroffen wird, fanden bei allen Be ucherrn die vollste Würdigung: mit Bedauern muhte der Führer feststellen, dah gerate die hervorragendsten Stücke, wie z. B. ter berühmte Marienaltar, s. Zt. aus Änvcrstand aus der Kirche entfernt wurden und teilweise jetzt im Darmstädter Museum zu den größten Sehenswürdigkeiten geboren. Von hier aus führte der Weg zu einer weiteren besonderen Merkwürdigkeit Friedbergs, dem Iuten- bad. Dieses ter jüdischen Gemeinde gehörige, unterirdische Gebäude, welches vor einigen Jahren gleichzeitig mit ter Stadtkirche von dem Architekten Kratz toieter hergestellt wurde, ist ettoa in derselben Zeit entftanten, tote die Liebfrauenkirche, also im 14. Jahrhundert: ähnlich: Bäder finden sich m Deutschland noch in Worms und in Speyer, doch kommt keines derselben in seiner Erhaltung und kunstgeschrchtlichen Bedeutung dem Friedberger gleich Der Lehrer der israelitischen Gemeinde, E h r m a n n, ein hervorragender Kenner der israelitischen Altertümer, gab hier noch wertvolle Ergänzungen. Als letzten Punkt des Ausfluges schritt man nun zur Besichtigung der Burg Friedberg. Wenn auch manches Erinnerungszeichen an vergangene Zeiten im Laufe ter Jahre verschwunden ist, trenn auch hier und da Altes und Neues bunt durcheinantergewürfelt ist, so bietet doch die Lage in ihrer Gesamtheit durch ihre Tore und Mauern und besonders den wundervollen trutzigen Advlfsturm, das Wahrzeichen von Friedberg, ein echt mittelalterliches Bild, dessen Zauber' und Reiz sich wohl fein Besucher entziehen kann, besonders wenn es uns durch einen so lebensvollen Vortrag, wie der des verdienstvollen Führers, dem Verständnisse und ter Anschauung nahegerückt wird. p ►.*.#* •<_ Turnen, Sport und Spiel, Dom Radsport. ®er Gau 73 Lahn des Bundes deutscher Radfahrer veranstaltete am Sonntag seine Fernfahrt „Rund im Gau". 150 Kilometer, als Gaumeisterschaft im Einer-StreckenfahMen. Dem Starter, Gaufahrwart Marx-Gießen, stellten sich von 32 Gemeldeten 23 am Start. Trotz des herrschenden Windes tourte ein sehr scharfes (Tempo gefahren: Dem Sieger, A. Deibel -Gie- hen, gelang es schon nach 50 Km., dem Felde zu enteilen und mit einem Vorsprung von 22 Min. am Ziel einzutreffen. Ergebnisse: Junioren: 1. A. Deibel (1885 Gießen) 4 Std. 48,20 Min., 2. W. Göbel, Wetzlar, 5 Std. 10 Min., 3. K. Möller, Wetzlar, 5 Std. 11 Min., 4. W. Kraft. Weilburg, 5 Std. 15,20 Min., 5. R. Bläser. Alsfeld, 5 Std. 18,30 Mim, 6. Hch. Gorr, Butzbach, 5 Std. 19,10 Min., 7. K. Losekann, Kirchhain 5 Std. 27 Min., 8. C. Welker, Alsfeld, 5 Std. 34 Min., 9. Aug. Gorr, Butzbach 5 Std. 34,30 Min., 10. Emil Heß, 1885 Gießen, 5 Std. 38,20 Min. Senioren: 1. Gg. Sauer (Fortuna Gießen) 6 Std. 25,10 Miw. 2. E. Änderzagt, 1885 Gießen, 6 Std. 40 Min D. C. Wetzlar — D. f. D. Gießen in Wetzlar. Das schmeichelhafte Resultat 2:1 des V. f. B. Gießen gegen V. f. R. Fürth tourte mit dem 4:1* Resultat gegen Ffm.-Eckenheim als gerechtfertigt bewiesen. Das Spiel der aufwärtsstrebenten, jungen V. f. D.-Mannschaft am Sonntag mit dem beachtenswerten Ergebnis 5:1 für V. f. B. dokumentiert nicht nur allein eine Spielweise, deren Klassenniveau weit über dem des Gegners starck», sondern beweist, daß die trortertgen Resultate nicht Zufallsergebnisse waren und spiegelt das Können ter Mannschaft im testen Bilde wieder. Das Spiel Jtanb unter dem Zeichen der Äeberlegen- h:it V. f. D.s. Gießen ging nicht lange nach Spielbeginn durch einen Roller seines Halbrechten in Führung unb erhöhte die Dorzahl bis Halbzeit auf 3, während Wetzlar dem nichts entgeMnsetzen konnte. Nach Halbzeit hatte Ballspielklub den starken Nvrdwest zum Bundesgenossen und tDante für sich ein Ehrentor buchen, während die Be- wegungsspieler ihre Äeberlegenheit durch zwei weitere Tore zum' Ausdruck brachten. Die 2. Mannschaft spielte gegen die gleiche des B. C. Wetzlar und brachte ebenfalls einen erfreulichen 3:1-Sieg mit nach Hause. Diese Elf berechtigt zu ganz besonderen Hoffnungen, weil sie sich ausschließlich aus jungen und jugendlichen Spielern zusammensetzt, deren durchdachtes Spiel noch von sich hören machen wird. 6»h* “ -I Briefkasten der Redaktion. K. P. Ihre Fragen bedürfen einer sehr gründlichen Durchprüfung von feiten einer Stelle, die mit diesen Dingen vertrant ist. Wir raten Ihnen, sich doch einmal beim Mieteinigungsamt beim Amtsgericht zu erkundigen. M. G. M. Sie müssen sich mit Ihrer Frage an einen Rechtsanwatt wenden, da wir trotz eifriger Umfragen zu deinem genügenden Resulütt kamen. Ohne Sorgen verreisen wir er ft nachdem wir unsere Kleider, Pelze, Polstermöbel, Teppiche und Gardinen mit Dr. Weinreichs MottenSlher dem beftbewährten Mottenschutzmittel, eingestaubt haben. In Apotheken und Drogerien erhältlich. 390488 Pbarmakon A.-G., Frankfurt a. M. Kranksein? Nein! Wir danken herzlich für die uns anläßlich unserer Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten Ernst Sommerkorn und Frau Gretel geb. 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Der Goethe-Bund in Gießen, der Heuer auf eine zehnjährige Tätigkeit zurückschaut, wird unter Mitwirkung der Literarischen Gesellschaft und anderer kulturell tätiger Verbände die Wiederkehr des 175. Geburtstages Goethes durch eine Reihe künstlerischer Darbietungen in der Woche vom 21. bis 28. Juni festlich begehen. Der_ Jurist Professor Hoepfner in Gießen war es, der sich in der Feit des Sturmes und Dranges als Ruhmverkünder des jungen Goethe in die vorderste Reihe stellte. Der Dichter selbst bekennt, daß er sick durch den Ideenaustausch mit dem Gießener Gelehrten merklich gefördert sah. Wiederum war es ein Gießener Professor, Johann Bernhard Wilbrand, der als einer der ersten unter den Müschen Universitätslehrern den naturwissenschaftlichen Arbeiten Goethes volles Verständnis entgegenbrachte. So hat Gießen in seinen Beziehungen zur allgemeinen deutschen Kultur besonderen Anlaß, den 175. Geburtstag Goethes in seinen Mauern zu feiern. Wir wiffen, daß unser größter Dichter durch Kampf und Selbstzucht zur Höhe hinaufwuchs, daß er in seiner Sendung uns Deutschen Abschluß und Höhepunkt ganz gewiß aber auch Iukunstswirkung bedeutet. Dieser Aufruf wendet sich an alle Kreise der Gietzener Bevölkerung. Das Programm der Goethe-Woche verheißt inhaltsreiche Stunden, genußreiche Tage. Möchte d»r schönen Veranstaltung die allgemeine Teilnahme nicht fehlen. Wegen Erkrankung zweier Darsteller ist die Aufführung von 4952D Wieland der Schmied auf Sonntag, den 22. Juni, nachm. 4 Uhr, verschoben. GelöstöKartenbehaltenihreGültigkeit, weitererKartenvorverkauf b. Challier. Gesucht 2 Kräftige SeiBHflUtriiiota 16—18 Jahre alt. 4942D Bänningerk.m.b.ß. Gietzen. Suche für eine Dame Kl Ml. WM mit Mittagstisch in befferem Hause. 4953D Seltersweff 85. Besseres Fräulein (berufstätig) sucht UI! Ifiötoiles ZU« in guter Familie. Schriftliche Angebote unter 4914D an den Gietzener __________Anzeiger erbeten.________ Einfach möbliertes gimmer gesucht. 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Die Einfuhr dieser für die deutsche Wirtschaft lebenswichtigen Produkte must aber freigehalten werden von der Finanzierung durch ausländische Kredite, die nur produktionsteuernd wirken können. Denn gerade dieser Schutz ist es, der die Stärkung der inneren Kaufkraft und des inneren Marktes befördert. Vach der Verdrängung der deutschen Produkte vom Weltmarkt aber bleibt der innere Markt das R ü ck- grad der deutschen Wirtschaft. Die Zeiten der Inflation müssen auch dahia überwunden werden, dast die in dieser Periode in Deutschland überreich entstandenen händlerischen Tendenzen abgebaut werden, und den wirklichen Dedürfnissen des deutschen Handels sich anpassen. Eine Annäherung an die Prinzipien englischer Handelspolitik mit ihrem verwiegend händlerischen Tendenzen müstte für Deutschland, das keinerlei Vorbedingung en für eine gesunde Entwicklung seiner Welthandelsstellung mehr besitzt, vernichtend wirken und der deutschen Produktion, als dem ersten und einzigen Weg zur Wiedergrsun- düng, den Todesstost versetzen. Hetiif । Voll-Voü, in, Kleider- Möbelsalti ste Muster billig Meilwfatfatas: AM. chen. , abends 8 Uhr, ibend Oberhchn und an gshöhe zu Men. on der gesamten if.-Regts. Nr. 15 i Obermusikimeisters Gesangvereins hen. 30. Um zahlreichen der Vorstands eine Produktionsförderung, und hier entscheidet sich. auch die Frage: Freihandel oder Schuhz ^Weltmarkt und lli. 0.50 Die Alt - Rentnerin. Skizze von JofrannesJohn. Vun stand sie schon so lange in der kleinen Menschenansammlung auf dem Petersen-Quai in Hamburg, wo der grohe Amerika-Dampfer an- legen sollte: sie stand dort, und die alten Knochen taten ihr gar nicht weh. Auf den kurzen, krausen Wellen des Hafens spann die blasse Frühjahrssonne ihr funkelndes Veh: die kleinen grünen. Fährdampfer schäumten durch die Flut, und die weitzen Möven flatterten um die Lademasten und die dicken Schornsteine der großen Dampser — es war ganz so wie vor vierzig Jahren, als sie auf der Hochzeitsreise mit ihm, der nun schon so lange die Äugen geschlossen hatte, den Hamburger Hafen besuchte. Aber heute! Vein, sie muhte es dem fremden jungeivQItann, der neben ihr stand, doch erzählen: der Fritz kehrt heim, ihr Sohn, er, der tat gemeldet war! In Sibirien sollte er gestorben sein: seine Kameraden hatten es ihr geschrieben. Sie hatten ihr seine letzten Habseligkeiten geschickt, seine Vriestasche mit ihrem Bild, mit dem Bilde seiner Mutter, und eine Photographie seines Grabes hatten sie auch gesandt. Aber sie hatte nie ernstlich an seinen Tod geglaubt. Es waren ja so diele tot gesagt worden, die dann nachher frisch imd gesund toiebettarnen. @r würde schon Vach- Licht geben. And wenn er ihr nur schriebe, dast Wirtschaft. Zwischen Freihandel und Schutzzoll. Die deutsche Wirtschaft ist durch die Belastung der Kriegs- und Inflationszeit derart durcheinanander gewürfelt worden, dast zur Wiedergewinnung eines organischen Kreislaufes die natürlichen, im Wirtschaftsleben immer tätigen Faktoren nicht ausreichen oder zu langsam arbeiten. und dast infolgedessen in irgendeiner Weise künstlich geholfen werden must. Daß diese Hilse im wesentlichen sich in der Richtung auf die Stärkung des inneren Marktes und die Hebung des Exports zu richten hat, bedarf keiner Erörterung. Vur die Art und die Grenzen bleiben schwebend. Die starke Passivität der deutschen Außenhandelsbilanz, die im ersten Vierteljahr 1924 einen Einfuhr Überschuß von 625 Millionen Goldmark aufweist, bedeutet ein erschreckendes Warnungszeichen, demgegenüber al.e Hoffnungen aus der geringen, sich im März gegen den Vornronat ergebenen De ferung als niedrig erweisen müssen. Ein monatliches Passivsaldo von rund 250 Millionen Goldmark — wobei den Austen handel des besetzten Gebietes noch ungerechnet bleibt, der das Passivsaldo wesentlich erhöht — ist eine unabwehrbare Gefährdung der Mark, da der Passivsaldo des Auhenhandels, der ; Einfuhrüberschuß, aus den ausländischer Mitteln der deutschen Wirtschaft gedeckt werden must. Eine dauernde derartige Inanspruchnahme der geringen ! deutschen Auslandsguthaben und inländischen Devisenbestände must notgedrungen eine weitere Minderung der Währungsbasis herbeiführen. Andernseits 'hindern die Gefahren der Kredit- Inflation eine gänzliche Hmstellung der Kreditpolitik rein auf die Exportförderung, wie es die ■neue Golddiskontbank erstrebt, um so eine Gegen- Handhabe zu bieten gegen die Finanzierung mit Hilfe der ausländischen Kredite. Eine exportför- dermde Wirtschaftspolitik fordert in erster Linie !6en! flaut, Ater durch « ben Gerung. Ws, • Darmstädter und Vationalbank. Die 'ordentliche Generalversammlung findet am 8. Juli in Berlin statt. Väheres ist aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich. * Devisen im Jnlandzahlungs- verkehr. Vachdem durchs die Mastnahmen der Reichs bank die inländischen Devisenkurse den ausländischen angeglichen sind, bestehl nach einer Mitteilung des Reichswir-tschaftsminlsteriums kein Anlah mehr, den Umlauf ausländischer Zahlungsmittel im Inlandsverkehr weitergehend als lin § 3 der Ausführungsbestimmungen zur Valntaspe- rulationsverordnung zuzulassen. Lediglich um dem Geschäftsverkehr Zeit zu lassen, sich. auf Zahlung in inländischer Währung umzustellen, wird die Verordnung über Annahme ausländischer Zahlungsmittel im Inlandsverkehr vom 21. Dezember 1923 bis zum 28. Juni verlängert. * Frankfurter Versi che r ungsge » sellschaft Frankfurt /Main. Die bekanntlich valutabelastete Gesellschaft fügt in ihrem Jahresbericht von 1922 ein. dast die Allianz den seit 1857 bestehenden Vertrag mit der in den Allianzkonzern übergegangenen Phbnixrersicherungs- gesellschaft für 1923 gekündigt Hot. Darnach liegt das weitere Schicksal der Gesellschaft noch vollkommen im Dunkeln. Für 1922 wird weder Ge- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberh essen) Dienstag, 17. Juni 1924 winn noch Verlust ausgewiesen. Heber das Jahr 1923 glaubt die Gesellschaft erst in einiger Zeit einen Heberblick zu bekommen In der Generalversammlung wurde der Abschluß für 1922 und eine Satzungsänderung genehmigt. * Frankfurter Maschinenbau A. G. vormals Pokorny «LWittekindFrank« f u rt,a. M. Die Gene.alversammiung genemnig e den Abschluß und beschloh, aus dem Reingewinn von 180 567 Billionen Mark eine Vergütung von 2000 Mark pro Aufsichtsratsmitglied und 4000 Goldmark für den Aussichtsrat, insgesamt 22 000 Mark zu verteilen und den Rest vorzutrageni. H.ber die Golömarkbilanz konnten auch nur annähernde Angaben nicht gemacht werden. Vereinigte Kunstseidefabriken A. G. F r a n k f u r t a. M. Die den Vereinigten Glanz st of sabriken in Elber.eld näh steh.n.e Gesellschaft. die einen Reingewinn von 219 8.5 Billionen Marck nach Zuweisung von 100 Tausend Billionen an die Renlenkasse und 50 Tausend Billionen an den Hnterstützungsfonds vorträgt, berichtet, dast es im Verlauf des neuen Geschäftsjahres möglich gewesen sei, das nicht unbeträchtliche Lager ab- zustosten. Auch die reue Produktion habe vollständig untergebracht werden können. In der letzten Zeit machen sich. indessen die Folgeerscheinungen der Krise auch bei der Gesellschaft bemertbar. Börsenkurse. an Billionen Prozent Frankfurt a M Berlin Schluß- ßurs Schlm. fill'S Schluß, fin 4 Sckluß- | «>1-4 D-itum: H.S. 16. ;. 13. 6. 1 ' 5°/, Deutsche Reichscintethe . 0,0 6 0,068 0/6 L,070 4% Deutsche Rcichöanletüe . 0 360 0, 68 3Vg°/o Deutsche Reich^autetbe 0,1 Öj 0, 00 0,180 O,1°8 3% Deutsche Reichs mleihe . 0,6'0 0,640 0,64, 630 Deutsche Svarpramienanleihe 0,035 0,0.15 0.US9 0 uo 4% Preußische Konsols . . . 0,170 0.190 o,190 4° o Hessen........... 3'/a% Hessen.......... 3% Hessen........... Deutsche Wertb. Dollar-Anl. _ — 4,? 4,2 4,2 73,5 4 2 dio. Doll.-Schay-Anrreimg/) 73,5 76 76 4% Zolltürlen......... 3,63 4,13 I 3,1 3,75 5% Goldmexikaner ..... - — I 37,5 Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank 2 ,5 21 — 21,1 3,75 3,6' 3,75 3,75 Darmst. und Naitonalbank . 6,25 6,1 6,25 6,25 Deutsche Bank......... 7.6 7.4 7,37 7,3 Deutsche Bereinsbank .... 0,400 0,450 _ Disconto Commandtt .... 7,6, 7,87 7,5 8 Metallbau!........... Mitteldeutsche Crcditbank. . 12,75 1,4 12,5 1,45 0,375 13 1.37 Ocsteireichische Creditanstalt 0,360 0,35 0,35 Westbank............ 0,360 0,300 0,35 Bochumer Guß........ 41,5 41,6 Buderus............ 8,5 8.2 7,1 '8 Caro.............. 11,5 10 9 7 9,65 Deutsch-Luxemburg...... 4) 40,5 39,75 39,5 Gelsenkirchener Bergwerke. . 42 41,5 4? ,4 41,6 Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... 61 7,1 61,75 7 50,5 6,65 61 6 6 Kaliwerk Westeregeln..... 11 11,5 10,5 10,1 Laurahutte........... 4,75 4,75 4,7 4,87 Oberbedarf........... 12 9,5 8,9 9'25 Bergbau....... 22,75 10 22 21,65 Rheinitahl........... Ricbed Montan........ 20,5 29,5 19,5 19 28 19,26 28,5 Tellus Bergbau........ 1,26 1,4 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... 23 4,25 | 20,07 4,37 19,75 4,2 21,6 4,3 Cheramische Werke Albin . . — _ — Zementwerk Heidelberg . . . 6,5 7 _ Philipp Holzmann...... 2,2 2,2 2,37 2,13 Anglo-Cont -Guano..... 8 9,5 9,25 8,75 Badische Anilin........ Chemische Mayer Alapin . . 12,5 12,87 12,25 12,87 0,700 0,900 — _ Goldschmidt.......... 9 8, .7 7,65 8,3 Griesl etmer Electron .... 9' 9 8,37 6,75 Höchster Farbwerke...... 9,37 9,5 9 9,37 Holzverkohlung........ 6,1 6,4 — E Rütgeröwerke......... 9,25 9,5 9,2 9,13 Scheideanstalt......... 12,4 12,9 — Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 6,8 6.8 6,8 6,8 Bergmann........... 9,75 9,75 9 10,3 Mainkraftwcrke........ 5 5 Schuckert......... . . 27 26,2 26 26 Siemens & Halske...... 34 36,6 87 37 Adlerwerke Kleyer ...... 1,2 1,3 1,3 1,2 Daimler Motoren....... 2 2.1 2,13 2,4 Heyligenstaedt......... 2 1,75 — Mcguin........... . 9,6 10,8 10,25 10 Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . 0,480 0,425 Metallgesell'chaft Frankfurt. Pet. Union A.-G........ 12 1 12,6 1 0,87 0,9 Schuhiabrik Her;..... — 2,2 2 2,1 Lichel.......... 3,6 3,93 — — Zellstoff Waldbof..... . 6 6.3 8.5 6,39 Zuckerfabrik Frankenthal . . 2,75 2.75 2,87 2,9 Zuckerfabrik Waghäusel . . . 2,1 2,6 —• •) Dom Rückzahlungswert. Berliner Börse. Berlin, 16. Juni. Die Beruhigung, die am Ende der Vorwoche im Zusammenhang mit dev beabsichtigten Stützungsattion der Berliner Stempelvereinigung Platz gegriffen und zu einer Erholung der Kurse geführt hatte, Übertrag sich auch auf die neue Woche: sie fand eine Stütze in der Vermeidung des drohenden Eisenbahnerausstandes und bis zu einem gewissen Grade auch in der- Herabsetzung der mitteldeutschen Draun- köhlenpreise, da darin ein Anfang zu dem von der weiter verarbeitenden Industrie sehnlichst erwarteten Preisabbau für Kohlen überhaupt erblickt wird. Die feste Grundstimmung konnte sich aber doch nicht so recht auswirlen, weil die Rede Herriots mit der scharfen Betonung des Fest- Haltens an der bisherigen französischen Polittk die Hoffnungen auf eine versöhnlichere Haltung zu mindest stark herabgestimmt hat. Seitens des Publikums und auch des Auslandes lagen im er noch lebe, sich in dem fernen Lande ein Heim gegründet 'habe und glücklich sei, — das würde ja genügen. Sie würde in Gedanken immer bei t'tan sein und sich mit ihm freuen. Aber daß er tot sei, der Junge, den sie, so groß und selbständig er auch nach und nach wurde, doch immer noch als ihren kleinen, der Mutterliebe so heiß bedürftigen Buben betrachtete, — daß er nicht mehr sei, dast eine von Heiterkeit, Güte und Liebenswürdigkeit so überschwengliche volle Seele ausgelöscht sei, das hatte sie nie geglaubt. Darum war sie auch gar nicht überrascht gewesen über das Telegramm: „Ich komme mit dem Dampfer „Rhenania" in Hamburg an.“ Stehenden Fußes war sie gereist, Tag und Vacht. Vun sahen sie schon eine Stunde in dem behaglichen Cafe des Hotels in der Sofanische. Sie verwandte leinen Blick von ihm. „Hab' ich mich verändert, Mutti?“ „Vein, mein Junge das bißchen Sonne und Seeluft und die paar Jahre machen nichts aus. Es ist noch derselbe liebe Ausdruck in deinem Gesicht und deinen Augen wie damals, als du zwei Jahre alt warst. Ach, das weißt du nicht mehr: aber ich sehe dich. noch, wie du, auf unserm Besitz in Aubach auf der Wiese zu dem giwßen Stier laufen wolltest, um 'bei ihm „ei et“ zu machen: du hattest ja alles so lieb, was lebte. Hnd wie du dann jedesmal, wenn du dich gestoßen hattest, | Großverkehr bei den zu Einheitskursen gehandelten Kassapapieren etwas vermehrte Kaufaufträge vor, ohne daß dadurch aber in der Geschäftsstille eine wesentliche Veränderung eingetreten wäre. Die Spekulation deckte sich anfangs etwas ein, schien aber späterhin vorgekaujte Ware bereits wieder zu realisieren. Die Kursbesserungen hrel- ten sich demzufolge in engen Grenzen und überstiegen nur bei einigen Montan- und Industrie- werten 1 B. Proz. und erreichten lediglich. bei Aeeumulatoren, Vordd. Wocke und Ludwig Löwe- aktien 3D. Proz. Am Renlenmarkt machte sich eine weitere beachtenswerte Erholung bemerkbar. Dollarschätzc stiegen auf 76 bei abermaliger 10° prozentiger Repartierung. Am Geld- und Devisenmarkt sind die Verhältnisse unverändert geblieben. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 16. Juni. Tendenz: Fest. — Die beschlossene Stützungsaktion d:r Ef ek- ten seitens der Berliner Stempcl-Ve.einigung die schon am vergangenen Freitag ' ine i ml ch - -cef e tung für die Effektenbörse brachte, verursach e H ute, wo sie praktisch durchgef hrt wu d?, ein neuerliches ziemliches An lei e i de Kurse. Durch die Ankündigung der Aktien war auch i a3 Publikum wieder mehr auf die außerordentlich billigen Ef.eltenlurse aufmerksam gemacht worden und"so konnte man fr-ute verschied ne Käufe seitens des Publikums feststellen. Auch die allg m In? toi:t- schristliche und politt che Lage erfufr: freut; e ne bessere Beurteilung wäfroen) auf dorn Ce.dma'kt eine weitere erhebliche Besserung eingetreten ist. Don diesen günstigen Bedingungen stark beeinflußt, entwickelte sich gleich zu Beginn dos al gemeinen Verkehrs ein ziemlich lebhaftes Ge chast bei steigender Vachfrage. Wohl lam zu den heraufgesetzten Kursen immer wieder Material in großen Mengen heraus, so daß die feste Haltung der Börse weniger in großen Ku Steigerungen zum Ausdruck kam. Immerhin w irden durchschnittlich auf allen Gebiete r s fr erfjeb/iefre Gewinne e zielt Ein,i; die oberschlestschen Werte, die am vergangenen Freitag so sensat onelle Kursgewinne zu verzeichnen hatten, muhten e.was von diesen Gewinnen wieder' aufgeben. Seh lebhaft bei großen Hmsätzen war auch der Verkefr - auf dem freien Markte. Auch dort sind nur Gewinne zu verzeichnen. Api 2%, Decker-Stahl 23/i, Decker- Kohle, 45/s. Drown BÖveri ll/2, Entreprise 34, Growag 0,145, Krügers hall 3, Petroleum 9Vr. Rastatter Waggon 2V4, Hfa 43/8. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In BiNtonen Mart auSgedrückt. BuenoS-AtreS, London, Neu« York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.) Da n knoten. 13. Juni 16. Juni Repart. Amtliche Notierung Amtliche Notier 111 1>. HB. Geld Briet Geld Brief Amss.-Rotl 156,61 167, 9 156,41 157,19 voll voll Brss.-Antw 10,05 19,15 20,05 20,16 voll voll Christiania. 56,36 56,61 66,46 66,74 voll voll .skopenhogen 70,57 70,93 70,67 71,03 voll voll Stockholm . Selsingfors. Italien. . . London. . . '.10,. 2 111,28 110,72 111,28 ’S 18,195 voll voll 10,495 18,20 18,055 'H 18,(43 10,496 18,10 18,105 voll voll voll voll voll voll Neu York . . 4,19 22,19 4,21 4,13 4,21 voll voll Paris.... 22,31 23,34 23,46 voll voll Schweiz . . 73,62 '3.88 73,91 74,: 9 voll voll Spanten . . Wien in D.» 65,85 66,14 56,11 56,39 voll voll Oe ft. abgest Prag . . . . 5,89 12,245 ,Ä 3,89 12,27 6,91 12,33 voll voll voll Budapest. . Buen.AlreS 4,69 1,945 4,59 1,345 4,61 1,355 voll voll Bulgarien 2,955 1,665 2,98, 2,99 3,01 voll noll Japan . . . 1,693 0,44 1,735 vollüoll Rio de Jan 0,44 4,94 0,45 0,45 ooll!voll Belgrad . . 4,96 11,78 4,99 6,01 Dnülhnn Lissabon . . 11,72 11,72 11,78 voll!voll Berkin, 16. Juni Amerikanische Noten . . . . . Belgische Noten........ Tonische Noten . . Englische Noten........ Französische Noten ..... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterr., ä ioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... Geld I Brief Rc^art. 4,19 4,21 voll 19,70 19,80 voll 70,32 70,68 voll 18,00 18,10 voll 23,44 23, 6 voll «5,61 160,39 voll 17,91 17,99 voll 66,36 56,64 voll — — voll 1,77 1.79 voll 110,52 111,08 voll 74,57 73,93 voll 55,86 56,14 voll 12,195 12,255 voll 4,19 4,21 voll Berliner Produktenbörse. Berlin, 16. Juni. Die abermalige Erhöhung der amerikanischen Getreidepreise blieb auf den diesigen Produktenverkehr wiederum einflußlos, da der Geldmangel nach wie vor jede Hnterneh- mungslust unterbindet. Von amerikanischem Mehl wird in Süddeutschland und in Hamburg dauernd viel versteigert, darunter auch in Berlin lagerndes Weizenmehl. Inlandmehl hat nach wie vor schleppenden Absatz, so daß auch die Kauflust für Weizen bei den Mühlen andauernd gering bleibt. Von Roggen wird ziemlich viel aus dem Inland angeboten, aber der Absatz ist, abgesehen von einigem weiteren Bedarf Sachsens, dauernd schleppend. Hafer wird noch aus Schlesien verstärkt angeboten: hier besteht für Lokoware einiges Interesse. Es notierten für 1000 Kg. Weizen, märt. 147 bis 151 (behauptet), mittel- ?.u Mutti tarnst, damit sie das Weh-Weh.a>eg puste — oftmals standest plötzlich, tefr a>eiß nicht, woher gelaufen, du kleiner Kerl, vor mir mit einem emporgereckten kleinen Finger, und trenn die Mutti gepustet 'hatte, tvar alles Weh-Weh auch vorbei." „Aber Mutti den Besitz Aubach taufen wir nun zurück. Ich habe so viel erawrben, daß wir sorgenlos [eben können." „Ach ja, dann richten wir ihn uns ganz so ein wie damals, als Batt noch lebte und du klein warst." „Hnd erleben noch einmal diese schöne Zeit," fiel er ein. „Sie war doch die schönste meines Lebens. Alle Plätze, wo wir gespielt haben, wohin wir getoanbert sind, suchen wir auf!“ „Hnd Vatis Grab lassen wir Herrichten — es wird arg zerfallen sein, seit ich da weg mußte — und schmücken es recht schön." „Ja, Mutti, und Tucktuckhühner müssen wir doch auch' wieder haben wie damals. Zu der Frau Hermundur Goldstein, deiner Gnadenbrotspenöe- rin, kehrst du gar nicht erst zurück: kfr telegraphiere.“ „Ich danke dir, mein Junge. Vun sollst du es nach'all der schweren Zeit in der Fremde auch gut haben in deinem alten Vater- und Mutter- 'Hause. Deine Mutter weiß doch am besten, wie es dir. . ." deutsch 145 bis 148 (behauptet), Roggen, märk. 126 bis 134 (kaum behauptet), pornrn. 122 bis 127 (kaum behauptet), westpr. 117 bis 120 (kaum behauptet), Sommergerste, Braugerste 148 bis 154 (matter), Wintergerste, Futtergerste 137 bis 143 (matter), Hafer, märk. 126 bis 134 (etwas mehr Vachfrage), schlesischen 125 bis 130 (etwas mehr Nachfrage), Raps 240 (still), für 100 Kg. Weizenmehl 21,25 bis 23,75 (still), Roggenmehl 18,50 bis 21 (behauptet), Weizenkleie 8,70 bis 8,80 (stetig), Roggenkleie 8,80 (matter), Viktoria- erbsen 19 bis 20, kleine Erbsen 14 bis 15, Peluschken 10,50 bis 11, Ackerbohnen 13 bis 14 Wicken 11 bis 12, Lupinen, blau 9 bis 10, Sera« della, alt 13 bis 14, .->u 11 bis 13, Rapskuchen 8,70, Trockenschnihel 6,40. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M, 16. Juni. Der Hmsatz am heutigen Produkte amartt war ziemlich groß, jedoch hielten sich die Preise für Weizen, Roggens und Futterartikel ooHEomme i unverändert. Mehl ist dagegen wieder fester. Die Vachfrage hat sich etwas gefceffeit. Gerste war ohne Interesse. Es notierten je 100 Kilo (Getreide, Hülse.if rücht» und Biertreber ohne Sack, Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack): Weizen (Wetterau) 16,50 brs 17, Roggen (inl.) 15 bis 15,50, Sommergerste für Drauzw. 16 bis 16 75, Has ' (inl.) 15 bis 15,50, Weizenmehl südd. Sp. 0 26,7j bis 28,25 Rvggcn- mefrl 22,50 bis 23, Welzen- und Roggenkleie 8,25 bis 8,75, Erbsen je nach Qual. 20 bis 23, Heu. südd., gut, gesund, trocken 7 bis 7.50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 4,50 bis 5, Treber getrocknet 9 bis 10 Mark. Tendenz: stetig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. fpd. Frankfurt a. M, 16. Juni.^Auf« trieb: 344 Ochsen, 78 Bullen, 1076 Färsen und Kühe, 482 Kälber. 45 Schiss und 2515 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zen ner Lebendgewicht: Ochsen: rollst. 46—52, junge fleischige 38—45, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 30—37; Bullen: vollfl. 35—40, dollst jüngere 28—34; Färsen und Kühe: vollfl. ausgcmästete Färsen 45—50. vollfl. ausgemästete Kühe 40—45, wenig gut en.wickelte Färsen 36—44, ältere ausgemästete Kühe und wen g gut entwickelte jüngere Kühe 32—38, mäßig genährte Kühe und Färsen 25—32, gering genährte Kühe und Färsen 10—20; Kälber: feinste Mastkälber 58—65, mittlere Mast kälber 50—57, geringere Tiere 40—48; Schafe: 20—40; Schweine: unter 80 Kilo 45—55, von 80 bis 100 Kilo 57—60, über 100 Kilo 56—58. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Macdonald bereitet die Londoner Konferenz vor. London, 16. Juni. (WTB.) Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" teilt mit, Macdonald, der gestern nach Landon zurücktehrte, würde wegen seiner für das nächste Wochenende beabsichtigten Zusammenkunft mit Herriot im Laufe dieser Wache zahlreiche Beratungen mit seinen ministeriellen Kollegen 'haben, die sich auf die Sachverstän- digenberichte beziehen. Es sei vollkommen klar, daß die geplanten Erörterungen in London bzw. im Ehequers dieses Qltal ein viel größeres Gebiet umfassen würden, als dies bet den letzten Beratungen mit Theunis and Hymans der Fall war. Während es unwahr- schemlich fei, daß baS ganze Schuldenproblem in nächster Zeit aufgerollt werde, werde die Erklärung Hermots, daß er beabsichtige, sich für einen oder vielleicht sogar für drei Tage in England aufzuhalten, hier als Beweis dafür ausgelegt, daß das Problem der Durchführung des Dawes Planes und der damit zusammen- 'hängenden Fragen, wie z. D. die politische Amnestie, als Vorbereitung für eine Vollkonferenz ziemlich eingehend untersucht werden wird. Außerdem werde angenommen, daß die Stellungnahme der Vereinigten Staaten zu einer derartigen Konferenz sorgfältig erwogen werden wird, ebenso wie die Stellungnahme des Völkerbundes zu den Fragen der M i l i t ä r k o n t r o 11 e, der Sicherheit und der Rüstungsverminderung. Der Berichterstatter weist darauf hin, daß Lord Thom- s o n in der letzten Woche als Gast des Premierministers in Lossimouth geweilt habe, was teineS- wegs ohne Bedeutung sei, denn der Minister für Luftschiffahrt sei in internationalen Fragen eine führende Autorität innerhalb des Kabinetts. Er stehe in persönlicher Fühlung mit den französischen politischen Führern und kenne auch, eine beträchtliche Anzahl der deutschen Parteiführer. Wer regelmäßig die Zahnpasta WLVSCG gebraucht, wird sein Gebiß bis ins hohe Alter rein, weiß und gesund erhalten. „ Frau Traumann, beeilen Sie sich btxfr ein wenig. Sie haben noch die drei großen Zimmer zu machen, und mein. Mann will zeitig essen!" Hnfere Geschichte kann nicht zu Ende erzählt werden, denn sie ist gar nicht wahr. Die alte, verrunzelte Frau, die mühsam atmend, die Villa des Warenhausbesihers Hermundur' Goldstein rein machte, hatte sie nur geträumt als sie, ben Besen sinken lassend, aus dem Schatten und Staub des neüherrschastlich geschmacklosen und talken Zimmers auf den Sonnenschein in dem kühlen Garten schaute. Die höflich scharfe Stimme hatte den Roman von Wiedersehen und Glück jäh abgeschnitten. Di.« Alte setzte hüstelnd den Besen wieder an. Durch ?wei vsfenstefrende Türen hörte ste, wie Frau. Goldstein zu ihrer Tochter am Klavier sagte: „Einem Dienstboten hätte ich was anderes gesagt. Diese dumme Rücksicht auf die Ab- Rentner!“ Die Alte beeilte sich wirklich und nahm sich nicht die Zeit, zwei Tränen abzuwischen. Aber sie nahm sich vor, freute abend im Bett vor dem Einschlafen, wo niemand sie stören tonnte einmal ganz, ganz lange an entschwundenes Älück zu denken. Hnd schon war ste wieder zufrieden and getröstet, denn nun hatte ite doch ivieder etwas worauf sie sich freuen konnte Die Bantiger. Roman von Hermann Stegemann. 29 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der Zwischenruf hatte die Rede des Oppositionsführers in Stücktz zerschlagen. „Sag nichts mehr, das genügt, das hat sie umgeworfen," flüsterte Roll dem Schwager zu, denn er fürchtete für seine Unternehmungen in Wvlfeuziel und suchte Dantigers Groll zu beschwichtigen. Verächtlich blickte der Baumeister auf den Schlauen, der aus dem Ausbruch seines Innersten einen Trumpf im Spiele machte. Aber da er zu stolz war, nach der Rede des Präsidenten das Wort zu ergreifen und sich nach der Einstellung der Feiirdseligkeiten zu verteidigen oder für Las wiedergcschenkte Vertrauen zu danken, schwieg er und erfüllte so Rolls Wunsch. Er ging seinen Geschäften nach, als wäre nichts geschehen. Er zeigte ihnen seine starke Hand, aber er blieb wortkarg und verschlossen. Er lachte nicht mehr. Niemand hat den Bantiger nach dem Tode seines Sohnes Lorenz noch einmal lachen hören. Gr hielt sich abseits. Auster Pometta ging keiner mehr ungerufen zu ihm. Er war viel unterwegs, von einer ilmxift umgetrieben, die ihn vor sich selbst schützte. Ens säst allein im alten Hause zu Runs, aber sie lebte jetzt stärker im Vater als zuvor und warf sich mit leidenschaftlicher Teilnahme in 'eine Geschäfte. Niemanv dachte an Jörg. Sie hatten ihm kein Telegramm geschickt, und Ens wagte.den Vater erst acht Tage nach der Beerdigung zu fragen, ob er dem Bruder schreibe oder was geschehen solle. „Er hat mit Lenz im Briefwechsel gestanden, so schreib du ihm," antwortete der Baumeister und tat, als verschwendete er keinen Gedanken an an seinen zweiten, seinen letzten Sohn. Ens suchte in den Briefschaften des Toten nach Jörgs Aufenthalt und fand Jörgs letzten Brief. Sie las ihn. ohne innere Teilnahme, denn der Bruder war ihrem Gefühl fremd geblieben. Sie hatte ihn seit fünf Jahren nicht mehr gesehen, vorher kaum gelärmt, und da ihr ganzes Erleben sich um den Vater rankte, schlug ihr auch jetzt das Herz nicht schneller. So wurde aus denr Brief, den sie an ihn schreiben wollte, nur eine kurze Darstellung des Geschehenen, und diese sandte sie postlagernd nach Vinje, wo Jörg dann und wann seine Post abzuholen pflegte. Es wurde abermals Winter. Der Bahnbau schritt rüstig vorwärts. 3m Wolfenbergtunnel kamen Nord und Süd sich täglich näher. Als hätte der Berg sich in die Durchbohrung gefunden und seine Rache gekühlt, so rasch gedieh fortan die Arbeit. 3n den ersten Tagen des Januars erschien Giovanni in Runs, um dem Baumeister zu melden, dah der Durchstich bevorstehe. Er war schon einige Male in Runs gewesen, aber ein stillschweigendes Webereinkommen verbot ihm, an die Vergangen-- heit zu rühren. Er war ernster geworden und wäre für den Baumeister durchs Feuer gegangen, von Ens aber trennte ihn immer noch eine unsichtbare Schranke, die das Unglück nicht niedergelegt hrtte. Gottfried Bantiger war seit acht Tapen an RunS gefesselt, denn finanzielle Schwierrgkeiten aller Art erforderten seine Gegenwart und machten ihm arg zu schaffen. Als ihm Pvmettas Ankunft gemeldet wurde, sah er in seinem Arbeitszimmer u>rd rechnete. Er hockte am offenen Kamin und warf alte Schriften hinein, während Ens an seinem Schreibtisch fast, die Füste in Lupos Fell grub und die Bemerkungen zu Papier brachte, die der Vater festhalten wollte. Er hatte ihr nach dem Tode des Bruders die Kesselschmiede, den Steinbruch und die Ziegeleien verschrieben urrd sie so zu seinem Teilhaber angenommen, ohne ihr' Erbe in seine Risiken zu verstricken. „Gr kommt, weil der Durchschlag vor der Tür steht," sprach er ruhig, als Giovanni sich ansagen lieh, aber sein Blick haftete forschend an dem unbewegten Gesicht der Tochter. Seine Augen waren stumpfer geworden. Er sah die rote Welle nicht, die ihr' Antlitz überzog, um plötzlich, wie sie gekommen, wieder zu verschwinden. Der Hund hob den Kopf. Ihre Füste hatten ihn getreten. Drallsten ertönten Schritte. Als Pometta eintrat, stand Ens auf und verlieh, von Lupo gefolgt, nach einem kurzen Gruhe das Zimmer. Er blieb einen Augenblick verlegen stehen, dann ging er rasch auf Bantiger zu und bot ihm die Hand. „3ch komme, um Ihnen zu sagen, dah wir morgen den letzten Schlag tun. Wollen Sie dabei sein, Herr Baumeister?" Bantiger ergriff Pvmettas Hand und blickte aus verhangenen Augen zu ihm auf. „3ch käme lieber nicht. Aber sie sollen nicht sagen, dah der Bantiger die Erinnerung an den Tunnel scheue. 3ch will dabei sein, wenn sie die letzte Schicht brechen, und dann schlagen wir einen Block zur Grabtafel für meinen Sohn." Als er so sprach und die Tränensäcke unter feinen Augen sich dunkel färbten, bückte sich der Tessiner über seine Rechte, umfaßte die aderstrotzende mit beiden Händen und antwortete mit leidenschaftlichem Ernst: „Sie müssen dabei sein, Herr Baumeister, und ich bitte Sie, zu glauben, dah alle, vom ältesten Ingenieur bis zum letzten Karreafüh-rer auf Sie warten, älnd Ihr Sohn, Herr Baumeister, Ihr Sohn ist a u ch dort, ist i m m e r fort. Frager Sie die Leute, ob einer ihn vergessen hat!" Da nickte Gottfried Bantiger. „3a, ich weih, wenn sie sehen, dah sich einer herschenkt, form sind sie alle treu." äänd er wies Pometta einen Stuhl am Feuer und begann ruhig und geschäftsmäßig nach dem Stand der Dinge zu fragen. Dabei hielt er ihr fest im Auge und dachte an Ens. Er hatte sein Versprechen nicht vergessen. Als sie eine Stunde über Plänen und Becech nungen gesessen hatten, stand Gottfried Bantigei auf, drückte Pometta in den Sessel und sagte, bevor der Werber zu Worte kam: „Ich lös mein Wort, aber nicht ich, sonderr die Ens soll Antwort geben. Sie ist stärker als du, vielleicht im Wesen, im Guten und Dösen stärker, vielleicht auch nur so lange, als sie noch allein schläft. Ich kenne mein Blut, Pometta. Es schlägt in ihr so stark, dah sie immer eine Dan« tiger bleiben wird. Willst du's darauf wagen?" (Fortsetzung folgt.) Sarni Artikel 8$ sä Lrust Pirchan. - 6 Akte. Nachtscbattsn ein Reiseabenteuer in 4 Akten X. Mio-Woche x Bilder y aus aller Welt. 3.30, 6 und 8.30 Uhr 40Mr k? Praktiziere ab 18. Juni wieder Dr. Steinreich 02 MM 4941c Lichtspielhaus Einladung 484 *D 2. 3. 1. Großes Orchester 4955c Neh-Achch R. Diefenbach, NkllstM 15. 1. 2. Autofahrten führen aus 49350 2. 3. Schlegel . . Nucken . . In das Genossenschaftsregister wurde heute bei der Landwirtschaftlichen Bezugsund Ab^genostenschaft, e. G. m. u. H. in Dorfglll eingetragen: . . Tfunb 1.20 . . Pfund 1.— Atzmann & Schneider Kailerallee 45 Telephon 1248 M«lm NUledemllmmlW Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Dellers» Helm vom Jahr 1924 liegt vom 18. d. Mts. an eine Woche lang auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei zur Einsicht und zur Erhebung von Einwendungen offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 4924D Bellersheim, den 14. Juni 1924. Müller, Bürgermeister. Zur Stimmenabgabe sind diejenigen Kommanditisten berechtigt, welche ihre Aktien oder den von einem Notar oder von der Reichsbank oder von dem Giro- Effekten-Depot der Bank des Berliner Kassen-Vereins über dieselben ausgestellten Hinterlegungsschein spätestens drei Werktage vor der Generalversammlung bei einer der nachbezeichneten Stellen deponieren, und zwar Die Firma lautet jetzt: „Landwirtschaft, liche Kredit-, Bezugs- und Absahge- noffenfchaft, eingetragene Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht in Dorfgill". Der Gegenstand des Unternehmens ist erweitert in „Annahme, von Spareinlagen und Gewährung von Krediten an die Mitglieder." Lich, den 12. Juni 1924. Hessisches Amtsgericht. 4919V zu der am Dienstag, dem 8. Juli 1924, vormittags 10 Uhr, im Gebäude unserer Abteilung Behrenstraße zu Berlin, Behrenstraße 68—69, stattfindenden „ München bei der Bayerischen Vereiusbank, bei den Herren Merck, Finck & Co., Stuttgart bei den Herren Stuber & Co. 4. in Amsterdam bei der Amsterdann*.chen Bank, bei der Internationalen Bank te Amsterdam, „ Wien bei der Mercurbank. Berlin, den 14. Juni 1924. Wer sammelt auf Straßen, Plätzen und Zwingern gegen gute Bezahlung? Behälter werden kostenlos zugestellt. Schriftliche Angebote unter 4928D an den Gießener Anzeiger erbeten. 4. 5. ordentlichen Generalversammlung. Tagesordnung: Erstattung des Geschäftsberichts für 1923. Beschlußfassung über die Genehmigung der Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung für 1923 und die Gewinnverwendung. Beschlußfassung über die Entlastung der persönlich haftenden Gesellschafter und des Aufsichtsrats. Aufsichtsratswahlen. Feststellung zu § 13 des Gesellschaftsvertrages, daß Herr Reichsbankpräsident Dr. Hjalmar Schacht aus der Zahl der persönlich haftenden Gesellschafter ausgeschieden ist Darmstädter und Nationaibank Kommanditgesellschaft auf Aktien. Erstklassige Gesangs» Der Roman des Virtuosen wird hier in einer nicht alltäglichen Art erzählt. Herrliche Lieder von der Liebe Lust und Leid erheben uns über den Wust des Alltags. Der Komponist von: „Das alte Lied", „Der Spielmann“, „Wer nicht in der Jugend küßt“ u. a hat sich auch hier wieder in einer überaus glücklichen Melodien- und Regieführung bewährt. Täglich nur 2 Aufführungen 4 und 8.15 Uhr bei unseren Hauptniederlassungen in Berlin, Bremen, Darmstadt; bei unseren sämtlichen Filialen und Zweigniederlassungen; in Breslau bei den Herren Eichborn & Co., „ Cassel bei den Herren Florino & Sichel, B Coblenz bei Herrn Leopold Seligmann, . Danzig bei der Danziger Bank für Handel und Gewerbe Aktiengesellschaft, „ Essen o. d. Ruhr bei den Herren Gebrüder Hammersteln, bei Herrn Simon Hirschland, . Frankfurta.111. bei der Deutschen Effecten- und Wechsel-Bank, bei den Herren Otto Hirsch & Co., bei Herrn Jacob 8. 8!. Stern, bei den Herren Gebrüder Sulzbach, , Göttingen bei den Herren II. F. Klettwlg & Reibstein, , Hamburg bei den Herren L. Behrens & -Söhne, bei den Herren M. M. Warburg &, Co., „ Köln bei dein Bankhaus A. Levy, , Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credit«Anstalt, , Magdeburg bei den Herren Dingel & Co., ltriftall-Liz wird abgegeben werktäglich von 7 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags an Private und Gewerbetreibende (4867D im Schlachthof Preis für 1 Block (=V2 Itr.) 75 Pf. 4939D Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien. WrdMMmckM Ortsgruppe Gießen Freitag, den 20. Juni, abends 8V4 Uhr, im Gesangsaal des Realgymnasiums, Ludwigftr. Bekanntmachung. Die Schwimmhalle im städt. Dolksbad wird am Mittwoch, dem 18. ds. Mts., wieder eröffnet. Bezüglich der Badezeiten wird auf den Aushang im Dolksbad und an den Anschlagstafeln verwiesen. Gießen, den 14. Juni 1924. [4912D Städtisches Volksbad Gießen. Sied ing. Vergebung von wafferleitungsarbeiten. Die bei Verlängerung der Wafferleitung in der Bahnhofstrahe zu Treis lud.Lda. vorkommenden Arbeiten und Lieferungen sollen öffentlich vergeben werden. Zeichnungen und Bedingungen können Landgraf-Philipp.Platz Nr. 3, Zimmer 22, eingesehen und daselbst Angebotsunterlagen käuflich erworben werden. Angebote sind bis Dienstag, den 24. ds. Mts., vormittags 10 Uhr, einzureichen. Zuschlagsfrist 2 Wochen. 4940B Gießen, den 14. Juni 1924. Kreisbauverwaltung Gießen. Eellarius. 5W Nur drei Tage Oss'Geigerkönig Dramatisches Film-Singspiel in 7 Akten von Karl Otto Krause H au p td a rs te 11 e r: Sybill Morel, Maria Zelenka Gustav Adolf Semler UWKN- Fahrten jeder Art werden ausgeführt. Ernst Faber Automobile 020986 Südanlage 7. Telephoy 1341. 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