U4- Jahrgang Erstes Blatt Nach den Wahlen die ülame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20% Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Er hat Dozenhardt zu einem Hmterausgaug des Gebäudes der Handelsdelegation gebracht und den Flüchtling in seine Schöneberger Wohnung geschickt, wo er sich bis heute aufhalten konnte. neue französische Regierung gebild^ Ift 2in großen und ganzen erscheint es wahrscheinlich, daß eine interalliierte Konferenz abgehal- len werden mufo, bevor ein wirklich entscheidender- Schritt getan werden kann. Aber es isttzu bezweifeln daß ein solcher Schaättt vor Ende Mai öder Mittte Juni erfolgen kann. Der pOKatin“ will dagegen in der Lag« sein, zu ivec- wie etwa dem Reichspräsidenten oder den Führern anderer Parteien darüberhinausgehende Erklärungen jederzeit abzugeben. • Zn der mit den deutschnationalen Partei fühiern stattgehabten Besprechung des Reichskanzlers über die Sachverständigengutachten stellt das offiziöse W>lssbureau fest daß den Parteiführern Hergt. Graf Westarp und Reich e r t vom Reichskanzler und dem Reichsfinanzminister Dr. L u t h e r eingehend die Grunde dargelegt wurden, welche die Reichsregierung I zwingen, die D o r a r b e i te n für die zur Durchführung' der Sachverständigengutachten erforderlichen Gesetentwürfe ohne Au, schab durchzuiuy- ren. Die deutschnationalen Parteiführer haben gegen die von dem groben Ernst der Lage beherrschten Ausführungen des Reichsfinanzmrni- fterö keine sachlichen Einwendungen gemacht. Das Wolffbureau bemerkt ferner, daß es leider nicht richtig sei, dab über das >deutsch- nationale a üben politische Programm duich ras bekannte Interview von Hergt Klarheit geschaffen wurde Vielmehr seren gerade dre an die fctla» lUng Hergts in dec deulschnationalen -Presse sich anknüpfenden Erörterungen durchaus widerspruchsvoll. Das amtliche Ergebnis der Reichstagswahlen. Berlin, 16. Mai. (Wolff.) Rach dem end- I gültigen Ergebnis der Reichstagswahl warben 29 388 391 gültige Stimlnen abgegeben. Davon entfallen arf die Vereinigte Sozialdemokratische Partei 6 014 380, die Deutschnationale Volks- Partei 5 778 313, das Zentr-am 3 NO ^8, die Kommunisten 3 746 671, die Deutsche Volkspartei 2 640 484, die Deutschvölkische Frei Heils Partei 1 924 553 die Dtsch. Demokratische Partei 1 657 957 die Bayerische Volkspartei 946 649 den Bayerisch. Bauernbund 684 395, die Landliste 574 280, die Deutsch-Soziale Partei 337 924, die Deutsch-Hannoversche Partei 319 779, die Unabhängige Sozialdemokratische Partei 234 7L8 die Rationalen Minderheiten 133 540, die Christlich-Soziale Volksgemeinschaft 124 626, sonstige Gruppen zusammen 349 531. ,__ .. ... Der Reichstag umfaßt 472 Mitglieder, die sich tote folgt auf die einzelnen Parteien v^teilen: Vereinigte Sozialdemokratische Partei 100,Deut,ch- nationale Volkspartei 96, Zentr um 65, Komm i- nisten 62, Deutsche Volkspartei 44, De ttschvolkische Freiheitspartei 32, Deutsch-Demokratische Partei 28 Bayerische Volkspartei 16, Bayerischer Bauernbund 10, Landliste 10, Deutsch-Hannoversche Partei 5 und De-itsch-Soziale Partei 4. Die Regierungsbildung. Besprechungen der Parteiführer der Mitte. — Deutschnationale und Reichsregiernng. Berlin, 16. Mai. (Priv.-Tel.) Im Reichstag sind heute die Führer der Parteien der Mitte, nämlich das Z e n t r u m, die Deutsche Dolkspartei und die Demokraten zu einer Besprechung über die schwebenden politischen Fragen zusammengetreten. Auch der Reichskanzler Marx, Reichsaußenmini- ster Stresemann und der Reichsarbeitsminister Braun« nahmen an der Tagung teil. Die Blätter teilen ferner mit, daß die bei der Besprechung vertretenen Fraktionen ihre Haltung gegenüber den Deutschnationa- l e n in der Frage der Regierungsbildung davon abhängig machen wollen, wie diese sich zu den außenpolitischen Fragen stellen werden. Rach dem „Lokal-Anzeiger" soll davon die Rede gewesen sein, daß die bürgerlichen Mittelparteien ein außenpolitisches Programm ausarbeiten, das zur Grundlage der bevorstehenden Verhandlungen mit den Deutschnationalen dienen könnte. Die Besprechung habe weiter ergeben, daß der Gedanke der Bildung einer F r a k - tionsgemeinschaft der Mitte nicht mehr durchführbar sei, nachdem die | Fraktion der Deutschen Dolkspartei den Gedanken als unausführbar abgelehnt hat. Die Parteiführerbesprechungen sollen am Montag fortgesetzt werden. Inzwischen werden innerhalb der einzelnen Fraktionen Beratungen stattfinden. Die Deutschnationalen. D e r l in , 16. Mai. (Privattelegr.) Wie von der, Leitung der Deutfchnationalen Volks- Partei zu der vom Wolffbureau verbreiteten Erklärung über die Haltung der Reichsregierung in der Frage der Regierungsbildung mitgeteilt wird, hat die Deutschnationale Volks- Partei durch eine Unterredung des Etaatsmini- sters a. D. Hergt mit einem Vertreter des „Lokalanzeigers" vom 6. März über ihr ProgrammAuskunft gegeben und in weiteren Erörterungen sei darüber keine Unklarheit gelassen worden. Sie sei selbstverständlich bereit, den zuständigen Stellen, Der Schiedsspruch im Ruhrbergbau. Berlin, 17. Mai. (WB.) Rach dreitägigen VerhwDbungen taitte über die Rrbeitsstretttg- leiten im Ruhrbergbau am 16. /Rat oden^ ein Schiedsspruch gefällt, dessen wesentlicher Inhalt ^^l^r^Tarifvertrag für teS rheinischwestfälische Steinkohlenrevier vom 1. August 1922 (Rahmentarif) wurde in seinem wesentlichen Bestandteil dis zum 30. Iuni 1925 verlängert. Die Bestimmungen über die von den Bergleuten »u beziehende Deputatkohle blieben unverändert. Z«r PreLwurde auf 0,40 Mk. Pro Beniner -festgesetzt. Der Tarifvertrag ist mit zweimonatiger Kündigungsfrist kündbar, läuft aber, wenn eine SMngung nicht erfDlflt, 3 Jtonate toeta. 2. Die Arbeitsze it ist tn der Wetse geregelt daß die Bestimmungen des Rahmentarises aufrechterhalten wurden, dabei aber eine besondere Regelung de r Weh rar bet t vvrgenommen wurde. Die Mehrarbeit betragt für Arbeiter unter Tage und für Arbeiter über I Tage die unmittelbar mit der Förderung zu tun haben, eine Stunde; für Arbeiter in durchgehenden Tagesbetrieben beträgt die Mehrarbeit bis zu zwei Stunden. Hiervon sind allerdings tneienigen Arbeiter ausgenommen, die in befon- bers schwierigen Verhältnissen arbeiten. Die Mehrarbeit wird entsprechend der geleisteten Stundenzahl vergütet, aber ohne einen besonderen Aufschlag. Diese Regelung der Mehrarbeit gilt bis zum 31. März 1925 und kann zu diesem Zeitpunkt erstmalig mit zweimonatiger Kündigungsfrist gekündigt werden. 3. Die Unparteiischen schlugen ferner zur Beendigung der Arbeitsstreitigkeiten vor, teh sämtliche Arbeitnehmer, sobald und soweit die Betriebsmöglichkeiten es Ratten, wieder eingestellt und lediglich solche Arbeitnehmer ausgeschlossen werden dürfen, die sich schwerer Verfehlungen schuldig gemacht haben. Im übrigen dürfen Maßregellin- aen nicht stattfinden. Die ausgefallenen Mavchich- ter tollen im Hinblick auf di- fitrnmungen nicht als Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses gelten. ____ . , , Die Löhne wurden bekanntlich durch einen Schiedsspruch, der von den Arbeitnehmern ange- I nommen wurde, kürzlich um 15 hyht. Nachdem der Vorsitzende, Vizepräsident Dr Hausmann die Verhandlungen geschlossen hotte, wies der R e i chs a r b e i t s m i n i st er die Mitglieder des Schiedsgerichts und die Parteien nochmals auf die ungewöhnliche Bedeutung der vorliegenden Arbeitsstreitigkeiten hin und aus die furchtbare Verantwortung, die die Parteien nunmehr bei ihrer Entscheidung über d^i Schiedsspruch zu tragen hZ"en, ergab.der Hoffnung Ausdruck, daß der Arbeitsfriede im Ruhrgebiet möglichst bald wieder hergestellt werde. * Zu dem Schiedsspruch teilt der »Vorwärts" mit, daß die R n hrbergarbe11er bereits heute in einer Besprechung zu dem Schiedsspruch Stellung nehmen werden. Im übrigen zählt das Blatt die Vorteile auf, die den Bergarbeitern durch den Cchiedsspmich erwachsen, überläßt ihnen aber die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung des Spruches. Die Rote Fahne" dagegen setzt für Ablehnung des Spruches ein und fortert die (Bergarbeitet auf, den Kampf um die Eiebenstundenschicht fortzusehen. Die Reparattonssrage. Gegenüber dem Antragderkvmmuni- stischen Reichstagsfraktion auf Einberufung des Auswärtigen Ausschusses des Reichstags zur Behandlung des Zwischenfalls in der russischen Handelsdelegation haben die Fraktionen des Reichstags mit Ausnahme der kommunistischen entweder keinen W e r t auf eine derartige Einberufung gelegt oder aber sich d a» gegen ausgesprochen. Der Auswärtige Ausschuß wird daher nicht einberufen werden. — Die gestern von der russischen Regierung überreichte Rote enthält folgende drei Forteiungen^Exterritorialität der Handelsvertretung Bestrafung der schuldigen Beamt en u n d E n t s chä d i gu n g der an geb- lich zu Schaden gekommenen Rassen. Der „Vossischen Zeitung" zufolge wird m d^ russischen Rote der Vorschlag der deutschen rung den Konfllkt tn einem schiedsgerichtlichen Verfahren zu erledigen, Nicht erwähnt. Gestern morgen wuEen in einem Zuge der Unterarundbähn am Bahnhof Spittel- maTfT^emem Dahnb^ensteten, em verschnürter Karton aufgefunden, in dem sich eine etwa 20 Pfund schwere Granate, anschei- russischen Ursprungs, befand. Sie tourte auf eine Polizeiwache gebracht und dort von einem technischen Beamten abgeholt. Seit den Wahlen zum Deutschen Reichstag sind nun zwei Wochen ins Land gegangen, ohne daß sie eine Klärung der parlamentarischen Sage gebvcuht und damit einen Ausblick auf die Bildung der künftigen Reichsregierung zugelass«i hätten. Die Einberufung des Reichstags wird erst für Ende des Monats erwartet. Dis dahin seinen die Parteien es nicht eilig zu baten. ihre Fraktionen zu konstituieren oder gar in bindende Erörterungen über die Kabinettsbrldüng einzutreten. Es ist noch nicht einmal soviel gewiß, daß diese Kabinettsbildung die erste Aufgabe des neuen Reichstages sein wird. Das Kabinett Marx hat sich entschlossen, sich nicht mit der ihm von der Opposition zugedachten Rolle eines blauen Geschäftsministeriums zu begnügen, ja es erweckt fast den Eindruck, als ob der Kanzler mit dem Sachverständigengutachten in der Hand vor den neuen Reichstag treten will und eventuell nach einem Mißtrauensvotum des Hauses die weiteren Konseguenzen erwägen wolle Das Kabinett müßte barm zurücktreten und dem Führer der Opposition die Verantwortung für die Bildung einer neuen Regierung überlassen oder — und auch mit b.ejem Gedanken scheint man sich in Regierungskreisen nicht ganz ungern vertraut machen zu wollen — man schickt den Reichstag nach Haase und ruft erneut die Entscheidung des Volkes an. Die Parteien wollen naturgemäß von dieser Eisenbart- kur nichts wissen. In der deutfchnationalen Preße spricht man dem' Kabinett Marx ohnehin das Recht ab, sich anders als c-in vorläufiges Geschäfts- Ministerium zu gerieren und verlangt unter Innehaltung des parlamentarischen Brauches cte Betrauung der stärksten Fraktion des neuen Reichstags mit der Regierungsbildung. Auch aus dem volksparteilichen Lager treten namha te Politiker, wie der unseren Lesern durch seine ausgezeichneten wirtschaftspolitischen Artt.el bekannte magdeburgische Abg.ordnete Kulenkamps, für diesen Weg ein. Er schreibt: „Die ^utfth- nationalen stellen die stärkste Fraktion tm Reichstag. Es entspricht dem Brauch, daß der Reichspräsident ihr die Regierungsbildung übertragt Dann müssen selbstverständlich die Deutschnatio- nalen mit denjenigen Fraktionen Fühlung nehmen, mit denen zusammen sie die Regierung buben wollen, und zwar natürlich zunächst mit der nachst- stärksten Fraktion, dem Zentrum. Geht allez aut so werden sich dabei Richtlinien ergeben, auf die die beiden Parteien sich feftlegen können, sowohl in bezug auf Außenpolitik, als auch auf innere Dinge, Steuerfragen und anders mepr Erst wenn diese Verhandlungen zu einem Ergebnis geführt haben, wird es so weit sein, daß die beiden Parteien an die Deutsche V o lks - Partei herantreten können, um sie von Den ge- - mein tarnen Plänen in Kenntnis zu sehen und dann wird die Deutsche Volkspartei da;u Stellung nehmen müssen, ihre eigenen Vorschläge machen ober bie der anderen annehmen oder ablehnen tannen. Wir brachten diese Darlegungen wörtlich well sie zeigen, wie man auf dem natürlichsten und auch gangbarften Weg der durch die Wahlen neu- geschaffenen Situation Rechnung zu tragen Der- mag. Inzwischen scheint auch die Fraktion der. Deutschen Volkspartei in ihrer ersten Sitzung sich in diesem Sinne entschieden zu Habern Damit ist offenbar ein anderer Gedanke, Den auch Kulenkampff kurz erwähnt, der einer Fraktion der Mitte, verworfen worden. Man hat tn Der volksparteilichen Presse versucht, diesen Plan einer Umwandlung der Arbeitsgemeinschaft der fetzigen Regierungsparteien in eine „Fraktion, des nationalen Blockes derM 111 e al$ deutschnationale Mache hinzustellen. Viel eher scheint uns dieser Plan aus J.in63 orientierten1 Zentrumskreisen zu stammen. Dafür spricht die Wärme, mit der sich die Berliner ,, Germania und andere Zentrumsblätter für diese „politische Schiebung" eingesetzt haben. Denn eine bedenkliche Retuchierung des Wahlergebnisses wurde es zweifellos bedeuten, wollte man, die bisherigen Regierungsparteien in eine. Fraktion Susammen- pressen, die dann als stärklte Frallion Anspruch auf das Reichstagspräsidium und die Ka^nette- bildung haben würde. Man rechnete bei dieser famosen Kombination mit der Wohlwollen den , Neutralität der Sozialdemokrchen teid>£ I also eine Wiederholung der Situation, die zu der Reichstagsauflösung vom l3^Murz geführt hat als die Sozialdemokratie dem Ermachti- aun'asgeseh des Kabinetts Marx ihre Unter- stühung versagte. Eine Minderheitsregierung von sozialistischen Gnaden bedeutet nach den Wahlen vwn 4. Mai Fälschung der Volksmeiming, die doch mit aller wünschenswerten Dmtlicheit zum Ausdruck gebracht hat, daiß sie für derartige varlamentcwische Mätzchen noch wie vor kein V^ständnis hat. Es bedürfte schwerlich erst ter Drohung mit einem Zusammenschluß der Deutsch- nationalen mit den Völkischen zu «mem nationalen Block", um die Fraktion der Dolkspartei zu einem ablehnenden Votum über die Parlamentarische Mißgeburt einer sogen. Fraktionsgemeinschaft der nationalen Mitte zu heran- I lassen ' Der Fraktionsbeschluß stellt .völlig cinteutig bie Zusammenfassung der ftaatSbe- jahenden bürgerlichen Parteien als I Ztel der kommenden Regierungsbildung heraus und läßt damit den Weg frei für eine Einbeziehung der Deutschnationalen in die Regierung. Er erneuert ferner als Richtlinie für die Regierungsneubildung die Kundgebung der Reichs- tagsfraktion vom 12. Januar 1924, in ter es u. a. hieß: „Die Vereinigte Sozialdemorrattsche Partei hat den Beweis erbracht, daß mit ihr in der jetzigen Zusammensetzung und bei ihrer Abhängigkeit von dem Radikalismus in dem eigenen 1 Coger fruchtbare Reichspolitik nicht getrieben und sichern, daß es sehr wahrscheinlich fei, daß der Meinungsaustausch zwischen Pomcars und Mac- donald fortgesetzt werde, ohne der Handlungsfreiheit der zukünftigen französischen R^ie- rung vorzugreifen. Man forme aber eine größere Anzahl Fragen, die für das französisch-britische Einverständnis nötig seien, aufflären. Diese Auf" klärungsacbeit, die allen in.ereffierten Landern Vorteil blette, werde fortgesetzt werden, well Macdonald selbst dazu 9«?^ig t scheine Man könne aber jetzt schon erklären daß das ilebereinfommen zwischen Paris und London zweifellos für Poincars und seinem Rachsolger am Quai d'Orsay eine ebenso klare wie günstige Situation hinterlassen werde. Die Kabinettsbildung in Frankreich. Paris 17 Mai. (WTD.) Der sozialistische Abgeordnete' Moutet ter mit„tem neten Herriot auf einer Liste gewahll Worten ist erklärte daß Herriot nur tn Gemeinschaft mit den Sozialisten die Kabinettsbildung rcherney- men werte oder überhaupt nbchü Rach dem Pe- tit Parisien" soll Renaudel dem Abg. Moutet den Vorwurf gemacht haben, er: engagiere Her- , ttot m seiner Abwesenheit. Aber Moutet sei bei seiner Ansicht geblieben. Ostfriesland gegen die welfischen Loslösungsbestrebungen. Berlin, 16. Mai. (MTV.) Die ost- friesifchen Parteien erließen gegen die Abtrennung Hannovers einen Auftuf, in dem sie betonen, daß sie durch die Reichstagswahl zum unzweideutigen Ausdruck brachten, daß sie Preußen find und bleiben wollen, und zwar im Verband der preußischen Provinz Hannover. Sie schlöffen fich daher allen Kundgebungen der Rheinländer, Westfalen und dem Auftuf der preußischen Staatsregierung gegen eine Abtrennung an. Der Auftuf ist von der Deutschnationalen Volkspartei, der Deutschen Volkspartei, der Deutschdemv- kratischen Partei und der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei unterzeichnet. Der deutsch-russische Konflikt. Berlin 16. Mai. (Wolff.) Dm Beamten I der Berliner politischen Partei warte ter Angestellte ter russischen Hantelsvertetung Dozenhardt festgenommen, der bekanntlich vom Antersuchungörichlter des Staatsgertchtsy)ses in Stargard wegen Hochverrats gesucht wurde und auf dem Transport von Württemberg nach Stargard am 3. Mai in ter > russischen Hantelsvertretung den ihn begleitenden württem- bergischen Polizeibeamten entkommen war. Dozen'hardt fand seitdem in Berlin bei einem unteren Angestellten der russischen Hantelsver- tictang namens Lehmann Unterschlupf. Lehmann sowie die B ra u t D o z e nha r d t s wurden wegen Begünstigung gleichfalls von der Polizei fest genommen. Die drei Festgeaommenen werten dem Untersuchungsrichter des Staatsgerichtshofes in Stargard zugefuhrt. Wie Berliner Blätter ferner mitteilen, ist Lehmann, in dessen Wohnung Dozenhardt festgenommen tourte ein Mann, ter Dozenhardt aus seiner Flucht in Berlin von Anfang an beyils- 11 ch war. ' Paris, 17. Mai. (WTB.) Havas berichtet aus London, Macdonald habe gestern mittag den französischen Botschafter empfangen, der ihm das Schreiben Pom- cares übergeben habe. Der französische Ministerpräsident spreche darin fein Bedauern dar- | über aus, daß er nicht zu der Zusammenkunft mit 1 Macdonald nach London kommen könne und sehe in verschiedenen Punkten die Grundsätze auseinander, an 5>anb derer die Durchführung des Eachverständigeaberichtes ihm durchaus möglich erscheine. Poincarö berühre auch in längeren Ausführungen die Ruhrfrage und hebe hervor, daß den zur Zeit mit den Vorbereitungen zur Umwandlung der französisch-belgischen Eisenbahnregie beauftragten Sachverständigen eine gewisse Bewegungsfreiheit belassen werde, damit ter Bericht der Sachverständigen im gegebenen Zeitpunkte ohne Zeitverlust durchgeführt werden könne. Im ganzen sei ter Brief Poincarss eine präzise Darstellung des gegenwärtigen Standes ter Beziehungen zwischen London und Paris. Rach, Reuter wird wegen ter Unsicherheit ter parlamentarischen Lage in Frankreich nicht erwartet, daß Macdonald irgendeine toeitergebente Mitteilung auf diesen Brief Poin- carös senden wird, als eine freundschaftliche Empfangsbestätigung. Inzwischen ist der allgemeine Eindruck, daß eine Ruhepause in der Reparationsfrage unvermeidlich m. U6 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilagt: VießenerFamiliendlätter Monalr.vezngrpreir: 2 Goldmark u. 29 Gold« Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Ferns prech-Anschlüsfe: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahinach- richten. AnzeigerSietzeu. poftscheckloulo: grenffnrt a. ML Samstag, 17. Mai 192$ Annahme von Anzeigin für die Tagesmumner bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlicWauswäris 10 Goldpfennig; für Re- Wegen DegünfttMng der Flucht Bvzenhardts wild Lchmann bereits heute dem Untersuchungs- ixchter vorgeführt werten. ist. Endgültige Besprechungen ter Alliierten können nicht gut abgehalten werten, bevor neue französische Regierung gebiltei Ist. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Vberheffen Vrvck ttttö Dttlag: vrSdl'schc Univ«rsttätL-vuch- und Stcinörndtrei ». Lange in Sietzen. Schriftleitung und Seschäftsftell«: Schulftratze 7. bdg. Ziel der Volksgemeinschaft nicht erretajt werden kann." Dieser im Wahlkampf leider etwas in Vergessenheit geratene Beschluß entspricht auch heute in erhöhtem Made der tatsächlichen Situa- tion im sozialistischen Lager, und dem verschlieht sich auch nicht die neuerliche Kundgebung der volksparteilichen Fraktion. Es wird sich also in den kommenden Wochen darum handeln, die An- schcnmngen der Deulschnationalen, vornehmlich über die auswärtige Politik, und die der bisherigen Regierungsparteien mit oder ohne Einbeziehung der Demokraten soweit einander zu nähern, bis eine für einen festen auhenpoliti-- schon Kurs genügend breite Grundlage geschaffen ist. Imrerhalb der Deutschnationalen hat bereits ein reger Meinungsaustausch über das Harrptproblem künftiger Außenpolitik, über die Sachverständigengutachten stattgefunden, ohne daß man heute schon sagen könnte, welche präzise Stellung die deutschnationale Reichstagsfraktton einnehmen wird. 3n einem als programmatisch sehr beachtenswerten Interview hat der Partei- Vorsitzende Erzellenz Hergt die folgenden grundlegenden Sätze ausgestellt: Wir wünschen eine befriedigende Lösung der deutschen Gesamlftage aus dem Wege schleuniger Verständigung herbeizuführen. Wir sind deshalb zu Verhandlungen mit unseren Gegnern bereit, aber unter Vorbehalten, die ganz unverzichtbar sind. In einem Kommentar des deutschnationalen Landtagsabgeordneten von Lindeiner heißt es des Näheren: „Exzell-beiterwähnten Gründen jedoch dahingestellt gelassen. Der Do- schluh der Deutschnativnalen war immerhin voreilig, so wenig auch von einer „ernsten Gefährdung der deuffchen Intereffen in der Außenpolitik", von der die Entgegnung der Reichs-- regierung spricht, die Rede sein kann. Die Deutsch- nattonalen hätten sich ihren Vorstoß bis zu dem Augenblick aufsparen sollen, in dem innerhalb ihrer eigenen Reihen und gemeinsam mit den für die Reubildung der Regierung in Frage kommenden Parteien eine völlige Klärung über dis ein^lschlagende Reparationspolitik hergestellt war. Solange das nicht geschehen ist, wird das Kabi- zvAt Marx auch weiterhin das Ruder des Staats- scUffes führen müssen. Die Dechandlung der Sachverständigengutachten hat auch auf der andern Sette eine Unter* brechung gebracht, die vor Anfang Juni kaum behoben sein dürste. Am 11. Mai hat das französische Volk gegen Herrn Poincare und die Politik pes bloc national entschieden, trotz heftigen älnkens deutscher Demokraten, dah der Rechtsruck in Deutschland in Frankreich dem nationalen Block zum Siege verhelfen werde. Man darf "sich nicht darüber täuschen, dah auhenpoli- tische Probleme im französischen Wahlkampf kaum zur Diskussion starttten In den großen nationalen Fragen, vor allem in denen der Ruhrbesetzung, der Reparationszahlungen, der franL>-britischen Entente gibt es keine ernsthaften Meinungsverschiedenheiten. nur gewisse Ruanzierungen eines starten außenpolitischen Machtwillens. Heber Fragen der inneren Politik: den Frankensturz, die neuen Steuern, die Steuerung, den Beamtenabbau und ähnliche schöne Dinge, die allerdings letzten Endes eine Folge der verfehlten Außen» Politik Poincarös sind, kam die bisherige Regierungsmehrheit zu Fall. P oincarö hat dem Präsidenten der Republik bereits für den 1. Juni, dem Tag des Zusammentritts der neuen Deputierten k.immer die Demission des Ges-amtlabinet s angekündigt. Er betrachtet sich bis dahin als Leiter eines Geschäftsministeriums, das zur Fortführung einschneidender politischer Verhandlungen, wie sie die Diskussion der Sachverständigengut- achten darstellt, nicht mehr befugt ist. Der für den 19. Mai vorgesehene Besuch bei Macdonald in Chequers ist aus die em Grunde abgesagt worden. Soweit sich die Führer der Opposition, die nun» mehr ?ur Regierung berufenen Männer ds Bö cks der Linken, zur Außenpolitik geäußert haben, werden wir auf diesem Gebiet und vor altem in der Behandlung der Rep.arationsftage trotz aller früheren schönen Redensarten eine kaum merkliche Kursänderung erwarten dürfen. Wir müssen uns hierüber keinen verderbenbringenden Illusionen hingeben, sondern die Lage so nehmen wie sie ist: „Kein Führer einer künftigen französischen Regierung wird der Mann einer Verzichtpolitik gegenüber Deutschland sein wollen," prophezeit Las „Journal des Debats", und dürfte damit das Rechte getroffen haben. Immerhin wird eine wenn auch nur kurze Ausschaltung Poincarös, dem Präsident M i l l e r a n d unter Umständen in das Privatleben folgen wird, in den Verhandlungen mit den Alliierten und Deutschland einen frischen Zug bringen, die Atmosphäre von den schweren Wollen gegenseitigen Mißtrauens reinigen und die Möglichkeit einer rein wirtschaftlichen Behandlung der schwebenden Fragen immerhin zulassen. Der Strafantrag im Separatistenprozetz. Stuttgart, 16. Mai. (WTB.) Im Se- paratistenprozeß vor dem Staatsgerichtshof wies Reichsanwalt Vetter in seiner Anklagerede darauf hin. daß nach dem Fehlschlagen des hochverräterischen älntemehmens des sozialdemokratischen Abgeordneten Hoffmann der General d e M e h sich auf die neuen Loslösungsbestrebungen stützte, die vom Rheinlande her auch auf die Pfalz Übergriffen. Es sei erwiesen, daß d i e Franzosen Waffen an die Separatisten verteilten und ihren Einzug,in die pfälzischen Städte ermöglichten, nachdem sie vorher die deutsche Polizei entwaffnet hatten. Der Reichsanwalt sprach sich gegen die Gewährung mildernder Umstände aus und betonte. die e h r l o s e G e s i n n u n g der Angeklagten, die dem Erbfeinde in die Hände arbeiteten. Der Reichsanwalt beantragte gegen Glichen und Giehler je zehn Jahre Zuchthaus, zehn Jahre Ehrverlust und 500 Mark Geldstrafe, gegen Weih acht Jahre sechs Monate Zuchthaus, zehn Jahre Ehrverlust und 500 Mark Geldstrafe, gegen Wagner und Fett je acht Jahre Zuchthaus, zehn Jahre Ehrverlust und 500 Mark Geldstrafe, und gegen Wild. Steinbrecher und Rees je fünf Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und 300 Mark Geldstrafe. Wechsel in der deutschen Diplomatie« Berlin, 16. Mai. (Wolff.) Der bisherige Gesandte in Stockholm Radolny ist in gleicher Eigenschaft, unter Verleihung des persönlichen Charakters als B o t s ch a f t e r, nach Konst an- tinopel versetzt worden. Der Reichsminffter des Auswärtigen a. D. v. Rosenberg ist zum Gesandten in Stockholm ernannt worden. Der zum Botschafter in Konstantinopel ernannte Rudolf Radolny ist 1873 geboren. Rach bestandener juristischer Staatsprüfung wurde ev 1902 in das Auswärtige Amt berufen und 1903 der Botschaft in Petersburg zugeteilt. 1907 wurde er im Auswärtigen Amt zum Legativnsrat. 1914 zum Wirklichen Legationsrat ernannt. Rachdem er 1913 bereits an den Konsulaten inSerajewo und Albanien tätig gewesen war. wurde ihm im Juli 1916 die Verwaltung der Gesandtschaft in Persien übertragen. Am 30. Juni 1918 wurde er zum Geh. Legativnsrat ernannt; 1919 war er Leiter der politischen Abteilung beim Reichspräsidenten. 1920 wurde er zum Außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Stockholm befördert. — Der neu- einannte Gesandte in Stockholm Frederic v ) n Rosenberg ist 1874 geboren. Rach bestandener großer Staatsprüfung wurde er 1903 In das Auswärtige Amt berufen und 1905 nach Antwerpen entsandt. 1907 wurde er als ständiger Hilfsarbeiter insAuswärtigeAmt berufen, wo er 1912 zum Wirklichen Legationsrat und Vortragenden Rat. 1916 zum Geh. L^attonsrat ernannt wurde. 1917 wurde ihm der Titel und Rang eines Außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers verliehen. Rach längerer Tätigkeit in der Gesandtschaft in Bern wurde er 1920 zum Außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Wien ernannt. In gleicher Eigenschaft leitete er vom 24. Dezember 1921 die Gesandtschaft in Kopenhagen, bis er am 22. Rovember 1922 zum Reichsminister deS Auswärtigen ernannt wurde. Am 13. August 1923 ist er mit dem Kabinett Cuno von diesem Posten zurückgetreten. Mieterprotefte. Berlin, 16. Mai. (Priv.-Tel.) Am 17. und 18. Rovember d. I. finden auf Veranlassung des Bundes deutscher M iet e r per ei n e. Sitz Dresden, im gesamten Deutschen Reiche öffentliche Protestversammlungen gegen den Abbau des Mieterschutzes, die Wiedereinführung der Spekulationswirtschaft im Wohnungswesen und die Erhebung von Mietzinssteuem statt. Es wird die Erhaltung und der Ausbau des Mieterschutzes und die Forderung des Wohnungsneubaues durch schärfere Erfassung der Kriegs- und Rachkriegsgewinne gefordert. Aus dem Hessischen Landtag. Von unserer Darmstädter Redakti o n. Darmstadt. 16. Mai. Der Finanzausschuß setzte seine Beratungen des Staatsvoranschlags bei Kap. 5 (Braunkohlenbergwerke) fort, das im Budget mit 44 000 Mark angesetzt ist. Das Kapitel wird genehmigt; ebenso Kcch. 6 (Bad°Rauheim). Hierfür sind 40 000 Mk. angesetzt. Aus dem Ausschuß heraus wurde die Meinung geäußert, dah an höheren Beamten gespart werden könne. Auch Kap. 7 (Landestheater) wurde genehmigt. Zur Intendanten- frage wurde nicht Stellung genommen, wohl aber an die Regierung die Anfrage gerichtet, wer die Erlaubnis gegeben habe, daß der Groh Herzog kürzlich beim Besuche des Theaters an einer besonderen Rampe angefahren sei? Kap. 8 (Reste aus früheren Jahren) wurde genehmigt, ebenso Kap. 9 (Anteil an den R e i ch s st e u e r n). Die Regierung wurde um Auskunft gebeten, ob nicht wieder bei der Steuerveranlagung die Progression eingefuhrt werden könne. Bei Kap. 10 (Landes steuern) wurde allgemein Klage geführt über die Höhe der Steuern und gefragt, wann die berichtigten Berechnungen der Wehrbeiträge bei der Festsetzung der Grundsteuer zur Anwendung kommen? Die Kap. 12 (Lotterie), 13 (Mü nz Wesen), 14 (Staatsrente n), 15 (Ruhegehälter), 16 (Rach rüge und älnvor- hergesehenes) und 18 (Landtag) wurden genehmigt. Bei Kap. 15 war bemängelt worden, daß Aufwendungen für D tiiebsirankenkasten unter dieser Rubrik untergebracht sind. Es wurde von derselben Seite, die dies beanstandete, verlangt, daß diese Organisationen jene Kosten selbst tragen müßten. Bei Kap. 19 (Staatspräsident) kam man auch auf die parlamentarischen. Abende zu sprechen; es wurde der Wunsch geäußert, dah hierzu Vertreter von Handel, Gewerbe usw. zugezrgen würden. Bekanntlich ist dies bei den parlamentarischen Abenden des Oandtagspräsidenten bereits geschehen. J5>ie Kap. 20 (S taa t s ve rl a g), 21 (Auswärtige und Reichsverhältnisse), 22 (Oberrechnungskammer), 23 «Staats- gerichtshof), 24 (Staatsarchiv), 25 (Rheinschiffahrt) und 26 (Postgebühren) wurden ohne nennenswerte Debatte genehmigt. — Rächste Sitzung Dienstag. Am Montag halten die Fraktionen der Deutschen Volkspartei und der Sozialdemokratischen Partei Sitzungen ab. Der älnterausschuh des Landtags (Ab baua Usch uh), der heute eine Beratung abgehalten hat, wird am nächsten Donnerstag wieder zusammentreten, um das von der Regierung überwiesene Material zu prüfen. Die Stadt Wimpfen am Reckar chat den Landtag zu einem Besuch ein- gclaben; voraussichtlich wird dieser der Einladung Folge leisten, doch ist hierüber noch nichts Endgültiges bestimmt. Aethiopischer Besuch in Paris. Pans. 16. Mai. (WTB.) Der Kronprinz Safari von Abessinien ist zum offi- zteilen Besuche in Paris eingetroffen. Er wurde am Bahnhof vorn Präsidenten der Republik und vom Ministerpräsidenten empfangen. Der Kronprinz hat im Ministertum des Aeußern Wohnung genommen. Zu seinen Ehren veranstaltet Ministerpräsident Poincare morgen abend ein Diner. Rach einer Meldung aus Genf wird der Kronprinz im September auch dem V ö l k e r bu n d einen Besuch abftatten und an der Dölkerbundsversammlung teilktehmen. Er wird mit dem gleichen Zeremoniell, wie kürzlich das rumänische Königspaar, empfangen. Abessinien wurde im letzten Jahre nach langen Debatten über den Sklavenhandel durch Unterstützung der französischen Delegation in den Völkerbund auf- genenunen. Ein Attentat ans Wellington Koo. Peking, 16. Mai. (WTB.) Ein Anbekannter lieh gestern abend im Hause des Ministers des Aeuhern Wellington Koo, dem ehemaligen chinesischen Delegierten im Völkerbund, eine Schachtel mit dem Bemerken zurück, sie enthalte Gegenstände für den persönlichen Gebrauch des Ministers. Den Absender zu nennen, weigerte er sich. Wellington Koo ordnete heute mittag an, die Schachtel zu öffnen, während er selbst in seinem Studierzimmer verblieb. Als die Diener den Deckel abnahmen, explodierte die in der Schachtel befindliche Bombe und verwundete drei Diener, deren Zustand bedenklich ist. Kleine politische Nachrichten. Der australische Premierminister Druce hat ongelünbigt, daß das Verbot der Einwanderung von Deutschen 1925 erlöschen toerbe. Zu dieser" Zeit könne das Parlament, wenn es gewünscht würde, die Deutschen unbeschräntt zulassen. -Unterbeffen könne die Zulassung von Deutschen nach diskretionärem Ermeffen erfolgen. * , Der amerikanische Einwanderungsgesehent- tourf, der die Ausschlieh ung der Iapa- ner nach dem 1. Juli vvrsieht, ist dem Präsidenten Cvvlidge vorgelegt worden, nachdem er gestern von den beiden Häusern des Kongresses mit großer Mehrheit angenommen worden war, nämlich vom Repräsentarttenhause mit 508 gegen 303 und vorn Senat mit 69 gegen 9 Stimmen. Der Präsident wird den Gesetzente Wurf wahrscheinlich an das ArbeitsrniMsterium und das Staatssekretariat senden, bevor er einen Entschluß über die Einlegung eines Vetos faßt. * Der König und die Königin von Italien werden am 26. Mai in London eintreffen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 17. Mai 1924. Richtigstellung zur Mai-Miete. In unsere Berechnung der Maimiete 'bat sich 'hinsichtlich des Wassergeldes ein Fehler ern- geschftcken Wie das Ministeaurn für Arbeit und Wirtschaft berichtigend mitteilte,-beträgt der Sah des in'der Miete e n t h a l t e n e n Wassergeldes nicht 2 v H., sondern 21/? v. H. Das ungezogene Beispiel ist demnach wie folgt zu berichtigen: Bettagen beispielsweise die monatlichen Friedensmieten eines Gebäudes 50, 45, 40 und 35 Mk., zusammen 170 Mk.. so ist der Wasserverbrauch nur insofern in der Mietzahlung einbegriffen, als er den Bettag von 4.25 Gmk. für den Monat Mai nicht übersteigt. Würde der Wafferverbrauch statt dessen 10,20 Gmk. betragen, so wäre der überschiehende Dettag von 5,95 Gmk. anteilsmäßig mit 1,75, 1,58, 1,40 und 1,22 Gmk. auf die Mieter umzulegen. * Die Reichs-Teueruugsziffcr. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) beläuft sich.nach Feststellung des Statifttschen Reichsamts für den 14. Mai auf das 1,16billivnenfache der Vorkriegszeit. Gegenüber der Vorwoche (1,15- Dillionen) ist demnach eine Steigerung von 0,9 Prozent zu verzeichnen. • Gießener Wocheumarktpreise (am 17. Mai 1924 (Händlerpreise). Es kosteten: Butter Pfd. 200 Pf., Matte 40, Käse 65—70, Eier Stück 11, Weißkraut Pfd. 50, (Selbe Rüben neue 60, alte 25, Rote Rüben 25, Spinat 40—60, Spargel 80—120, Blumenkohl Stck. 150—200, Salat 60, Salatgurken 200, Tomaten Pfund 200, Zwiebeln 25, Lauch Stück 10—20, Rettich 50, Merrettich Pfd. 40—150, Sellerie Stck. 20—100, Radieschen Bd. 15, Rhabarber Pfd. 25, Kartoffeln Ztr. 750, Aepfel Pfd. 40 Pf. * ** ErlaßanträgefürSondersteuer vom bebauten Grundbesitz. Im Anschluß an die an dieser Stelle am 13. d. Mts. erschienene Rotiz ist — wie uns vom Finanzamt mitgeteilt wird — nochi folgendes zu beachten: Anträge auf Erlaß für Personen, die nach Art. 9 des Sonder- steuergesetzcs von dieser Abgabe befreit sind (Empfänger von Sozialrentner-, Kleinrentner und Gr- werbslosen-plnterstützung, sowie solche, die Unter- stühung aus der öffentlichen Wohlfahrtspflege beziehen), müssen von dem Steuerpflichtigen, d. ch dem Hauseigentümer — nicht dem Ersatzpflichtigen (Mieter) .bei dem Finanzamt gestellt werden. Entsprechende Vordrucke sind auf Zimmer Rr. 87 des Finanzamts er- hälllich. Der Mieter hat dem Hauseigentümer ourcy- Vorlage einer behördlichen Bescheinigung den Rachweis zu erbringen, daß die Voraussetzungen zu einem Erlaß vorliegen. ** Arbeitsbücher für Minderjährige. In Arbeitgeberkreisen scheint vielfach die Meinung zu herrschen, daß die Bestimmungen über die Arbeitsbücher Minderjähriger aufgehoben eien. Das Polizeiamt weist bemg^g.'nüber daraus hin, daß der Arbeitgeber bei der Einstellung minderjähriger Arbeiter stets das Arbeitsbuch anzu- ordern und dasselbe bis zur Lösung des Arbeitsverhältnisses bzw. bis zur Volljährigkeit des Arbeiters zu verwahren hat. Rach dieser Richtung wird demnächst eine allgemeine Revision flattfin- den. Minderjährigen, die noch nicht im Besitz von Arbeitsbüchern sind, wird empfohlen, sich solche umgehend bei dem Einwohnermeldeamt, Sencken- bergstraßh Rr. 7, zu beschaffen. ** Die evangelische Kirchen» gemeinde Gießen schreibt uns, sie lege Wert darauf, mitzuteilen, daß sie den für morgen angezeigten Waldgottesdienst nicht veranstaltet und daß ihr Über diese Veranstaltung Überhaupt nichts näheres mitgeteilt worden ist. Dagegen ist der Familienabend, der abends 8 Ahr in der Stadlkirche stattfindet, eine Veranstaltung der Kirchengemeinde. ** „Die deutsche Freiheit und die evangelische Freiheit bedroht", das war der Leitgedanke des Familienabends, den die Ortsgruppe Gießen des Gvang. Bundes zur Wahrung deutsch-protestantischer Interessen am Donnerstag abend in der Stadtkirche Veranstaltete; in Vertretung des verhinderten Vorsitzenden Professor Schmoll ward er von Pfarrer Ausfeld eröffnet. Pfarrer Haupt von Mainz-Weisenau, von den Franzosen ausgewiesen und verfolgt, gab ein erschütterndes Bild von den Zu st änden am deutschen Rhein. „Wir kommen nicht zu euch," so führte er aus, „aus Mainz, sondern aus dem Schützengraben, von dort, wo gekämpft wird Tag und Rächt. Gibt es auch viele dort, die das nicht empfinden, gibt es auch, Gott sei's geklagt, viele Verräter dort, das furchtbare Leid, das herrscht, zeigt sich nicht auf der Straße, die deutsche Seele leidet Rot. Wir hassen nicht, wir haben nie den Haß gepredigt, ober lieben dürfen wir unser armes, geschlagnes Vaterland. Wir wollen auch nicht ungerecht fein gegen die anständigen Franzosen, aber am Rhein herrscht der Geist Poincares und seiner Spießgesellen. Wir sind heimatlos in unserer Heimat; es kann nicht ost genug in die Welt hinaus geschrien werden, dah z. B. die Darmstädter ihre Gräber nicht ohne Pah besuchen dürfen. Hier ist Mithilfe aller Glaubens- und Volksgenossen erforderlich. Rhein und Rom stehen in engstem Zusammenhang. Zwar hat die gemeinsame Rot ein Band geschlungen um Evangelische und ehrliche Katholiken; jedoch der Hesuitismus ist uns wesensfremd, ist unser Feind, er macht sich täglich breiter, so daß das Wort, das Schicksal der Rheinlands werde in Rom entschieden, nicht unberechtigt sein dürfte. Die Jesuiten sollten ihre Ethik Frankreich predigen, nicht uns; denn was am Rhern geschieht, geschieht gegen Jesus; aber Jesus wird siegen und wir müssen ihm dabei helfen." Hatte man auch infolge der Ankündigung des Vortrags andere Ausführungen erwartet, so war doch der Eindruck, den die kernigen, von trefster Vaterlandsliebe durchglühten Worte hinterließen ein ttefschürfender; und wie ein flammendes Trutz- bekenntnis zu Deutschtum und Evangelium er- klang das Lutherlled „Ein feste Burg ist unser Gott". •• D ieMar neschlacht 1914 war Gegenstand eines Dorttages, den Oberstleutnant a. D. von Hagen auf Veranlassung des Deutschen Offizier-Bundes gestern abend in der Reuen Aula hielt. Gestützt auf ein ausgezeichnetes Kartenmaterial entwickelte der Vortragende in einer außerordentlich klaren und durch seine Schlichtheit besonders instruktiven Weise die strategischen Vorgänge, die vom Aufmarsch der deutschen Armee im Westen bis gur Marneschlacht führten. Jede einzelne Phase der Schlacht, über die wie kaum über ein zweites Ereignis des Weltkrieges von beiden Seiten alle Tatsachen bis in alle Einzelheiten bekannt sind, wurde an Hand von Skizzen prägnant entwickelt und dann versucht, das .,Marnewunder", wie ein französischer Militärschriftsteller I-ofsres „Sieg" genannt hat, auf- zuhrllen. Der Vortragende, der die Schlacht als Generalstäbler im Großen Hauptquartier mitgemacht hat, lehnte es ab, die Schuld an der deutschen Riedeclage einzelnen Personen, wie dem General von Moltke, dem Geireral von Bülow als Führer der 2. Armee oder dem Beauftragten der O. H. L., Oberstlt. Hentsch zu geben. Fehler sind gemacht worden, aber in einer Lage, die wie der Zweifrontenttieg ein strategisches Genie erfordert hätte, wie es Feldmarschall Graf Schlieffen gewesen war, dessen eigentlichen Aufmarsch- plan fein Rachfolger Moltke in verhängnisvoller Weise itmgeänoert hatte. Ein Schlieffen hätte mit den Russen an der Weichsel und den Franzosen im Elsaß mit einem starken rechten Flügel sagen können: ich schlage vor Paris! Moltke traute sich dies Wagnis mit der durch die Strapazen eines unerhörten Vormarsches stark geschwächten Truppe, die durch die Abgabe von zwei Korps an die Ostfront auch rein zahlenmäßig dem Gegner immer mehr unterlegen war, nicht zu. älnglückselige älmstände bei der 2. Armee lösten den verhängnisvollen Rückzugsbefehl für die gesamte Westfront aus in einem Augenblick, als Kiuck an dem ursprünglich am stärksten bedrohten rechten Flügel den Sieg in der Tasche hatte. Mit Recht wies der Vortragende zum Schluß darauf hin, dah die eigentliche Schuld an dem Versagen an der Marne Volksvertretung und Regierung trugen, die nicht weitsichtig genug waren, die allgemeine Wehrpflicht in dem Umfange durchzuführen, wie es nötig gewesen wäre, um zumindest unseren westlichen Gegnern gewachsen zu fein. POr Geschäft und Beruf Für Sport und Krfrolung D®s fcesto Rad "Dsrvtre'tlümdenHa'hnenschrei. Gin Anwohner der Frankfurter Straße besitzt einen Gockel, der sein erstes Kikeriki alle Morgen mit großer Pünktlichkeit gegen 3 ^kh-r in den werdenden Tag hinauskräht. Verschiedene mit besonders feinen Verven begabte Vachbarn sind nun ü6gl den zeitigen Weckruf dieses Frühaufstehers so erbost, daß sie sich bei der Polizei beschweren und um Ginschireiten gegen die nächtliche Ruhestörung ersuchten. Ein Schuhmann über- nähm denn auch die Mission und forderte gestern den nichtsahnenden ^ockelbesiher auf, dafür zu sorgen, daß der frohgemute Herr des Hühnervolkes in -Zukunft zu der bisher gewohnten frühen Weckrufstunde noch den Schnabel halte.Der Gockel- besiher bezweifelt. daß der Ha'hn für diese polizeiliche Forderung Verständnis haben und sich das muntere M . . ., nein Schnäbelchen so mir nichts dir nichts verbieten lassen werde. Wir bezwei- feln's auch Die Einsicht muß eher aus der andern Seite gesucht werden. Vielleicht Ware aber mal nachzuprüfen, ob es sich bei diesem Spektakclmacher überhaupt um einen deutschen Gockel handelt der ja doch eigentliche wissen mußte, daß deutsche Verven wenigstens nachts in Vühe zu lassen sind. Womöglich handelt es sich um einen gallischen Hahn, Len Poincare kurz vor seinem 2lbgang noch hierher hat schmuggeln lassen damit er gewisse überempfindliche Leute nachts noch extra piesacken soll, um sie schneller „um vollendeten Ämkihpen zu bringen? Ha, ja es geht doch nichts über einen schneidigen Hahn und eine gute Vachbarschaft! .** Ein vortrefflicher Reiseschi l- derungs - undHagdfilm läuft bis morgen einschl. im Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Der Film der in hochinteressanter Weise aus dem ^äge'rparadies der afrikanischen Wildnis berichtet, verdient die beste Empfehlung. Vicht nur den Erwachsenen bereitet er einen besonderen Genuß der heutzutage, wo die Auslanhreisen für weite Kreise der Deutschen ein Ding der Llnmöglichkeit sind, doppelt hoch zu veranschlagen ist auch der Jugend, die zu diesem Film Zutritt hat gibt er sehr viel Wissenswertes und Schönes, an'dem sie sich erfreuen kann. Ein instruktiver Degleitvortrag eines Afrikakenners ist noch mit besonderer Anerkennung zu quittieren. Bornotizcn. — Tageskalenöer für Samstag. Physiolog Institut: 8 Uhr Vortrag „Die Technik des künstlerischen Vortrags mit Rezitationen". — Kavallrrieverein: 8 Uhr bei Teigler außerordentliche Generalversammlung. — Rundfunkhaus, Löberstraße: 8y2 Uhr Die Holzbläser. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Aus dem Hagerparadies der afrikanischen Wildnis". — Palast- Lichtspiele: „Helena". — Tageskalender für Sonntag. Oberhefsischer Kunstverein: 11 bis 1 Uhr Ausstellung graphischer Werke der Karlsruher Künst- lerschast. Gießener Turnerschaft: 4 und 8 Uhr Festspiel vom Deutschen Turnfest „Frischauf, mein Volk". — Familienabend in der Stadtkirche: 8 Uhr Vortrag von Geh. Kirchenrat Professor D. Dr. Krüger „Das deutsch-evangelische Kirchenlied«. — DieGießenerTarners.chaft schreibt uns: Der Kartenverkauf für das vorerst am Sonntag, 18. und Montag, 19. ds. Mts. in der T u rn- halle am Oswaldsgarten zur Aufführung gelangende Vaterländische Fest- spiel des Münchener Turnfestes „Frisch auf mein Volk' ist bis jetzt ein recht guter. Die Vorbereitungen haben unter Leitung des Mitgliedes des hiesigen Stadtthsatrrs Herrn Huhnke einen guten Verlauf genommen. Vahezu sechzig Personen wirken mit. Durch das Entgegenkommen der Stadt sind die Szenerien, die Beleuchtungskörper und die Kostüme aus dem Theaters undus den Veranstaltern zur Verfügung gestellt worden. Die restlichen Kostüme sind aus Frankfurt. Der Besuch des Festspiels, das überall großen Anklang gefunden hat, ist zu empfehlen. — Der Goeth e-B u n D veransraltet Sonntag abend einen Lichtbilder-Dortrag über Streifzüge durch die Gebirgs- und Stromgebiete Vord- Chinas. (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage Vorwiegend heiter, trocken, etnxis wärmer. Landkreis Gics;en. £ Wieseck, 16. Mai. Hm Philosophenwald und dessen Umgebung belästigte in den letzten Tagen ein in mittleren Hahren stehender Mann weibliche Passanten inunsittlicher Weise. Gestern abend konnte er gestellt werden, ergriff aber in der Richtung der Wiesecker Mühle die Flucht, wo er von herbei- geeilten Radfahrern fe st genommen wurde. Die an ihm verübte Lynchjustiz machte nach Anlegung' eines Votverbandes durch Dr. Katz seine Ueberführung in die Klinik mittels Krankenauto notwendig. — Hn der Gemeinderats- s i h u n g am Donnerstag erklärte sich der Gemeinderat damit einverstanden, daß die Dau- lustigen, die seitens des Staates ein Baust i l f e da r l e h e n erhalten, ein solches in gleicher Höhe seitens der Gemeinde bekommen. Leider gestatten es die geringen vorhandenen Mittel nicht, allen Hnteressenten zu helfen. Die Erhebung einer vorläufigen Gewerbesteuer für die Gemeinden nach der Verordnung vom 27. März, die in letzter Sitzung abgelehnt wurde, verfiel auch in dieser Sitzung wieder der Ablehnung. Der Gemeinderat ist sich bewußt, daß hierdurch kein Sonderrecht für die Gewerbebetriebe geschaffen werden soll, daß vielmehr die vorgeschlagene Form der Besteuerung zu sehr großen Härten führt, da die Veranlagung nach den Roheinnahmen (nach Abzug der Löhne und Gehälter) vorgenommen wird und bei den einzelnen Berufen, bei vielleicht gleichen Roheinnahmen, durch die Verschiedenartigkeit des verarbeiteten Materials die Verdienstmöglichkeiten ganz verschiedene sein können. Vun hat wohl oder übel der Finanzausschuß das Wort, um etwas Brauchbares herauszuarbeiten. Dem Bürgermeister wurde die gewünschte Ermächtigung erteilt, die Pachtgeldsumme der Gemeindejagd für 1 92 4 in Verhandlungen mit den Hagdpächtem neu zu regeln. Bei dem kürzlichen Brande in der H. B. Vollschen Filiale hat sich herausgestellt, daß eine ganze Anzahl Feuerwehrgeräte ergänzt bzw. neu enge« schafft werden müssen. Es herrschte nur eine Stimme darüber, unsere freiwillige Feuerwehr im Laufe der Zeit zu einem jederzeit hilfsbereiten Instrument zu machen. Uebec die angeforderten Geräte sollen Kostenvoranschläge eingestolt und bann erneut Vorlage gemacht werden^ * Grünberg, 16. Mai. Die Berhand- langen der Stadt mit den Grünberger Hagdpächtern vor dem Hagd-Pachteini- gungsamt in Gießen führten zu einem Vergleich. Mit Rücksicht auf den verminderten Wildbestand zahlen die Pächter für 1924 65 Prozent und für den Rest der Pachtzeit 70 Prozent der Friedenspacht. Kreis Friedberg. s. f. Friedberg, 16. Mai. 3n der gestrigen Stadtverordnetensihvng spitzte sich die Besetzung des vierten Beigeordneten- postens zu einer politischen Aktion aus. Die Stadt hatte seither vier Beigeordnete: der der sozialdemokratischen Partei angehörige Beigeordnete Kühn ist von seinem Posten zurückgetreten. Die Fraktion der Sozialdemokraten beansprucht die Wiederbesehung dieser Stelle mit einem Parteigenossen. Mr diese Forderung trat Beigeordneter Windecker ein. während Beigeordneter Leuchtgens derselben widersprach und Windecker den Vorwurf machte, aus Entgegenkommen gegen die Sozialdemokratie diese Stellung einzunehmen. Hiergegen verwahrte sich Beigeordneter Windecker in sehr energischer Weise und betonte, daß er in seiner langjährigen politischen Tätigkeit seine Stellung und Meinung stets unentwegt vertreten habe. Vachdem noch der Kommunist Loth H. die Streichung der dritten Beigeordnetenstelle verlangt hatte, wurde trn Antrag Gebhard, die vierte Stelle zu st r e i ch e n, mit 8 gegen 16 Stimmen (bei drei Enthaltungen) abgelehnt und der Antrag Windecker, die Stelle wieder zu besehen, mit 18 gegen 7 Stimmen (bei zwei Enthaltungen) angenommen. — Von dem sonstigen Verlauf der Sitzung ist noch erwähnenswert, daß die Stadt dem Wetteraue rR eiterverein, der in diesem Hahre wieder ein großes Reiter- fest auf der Seewiese abhalten roill, einen Ehrenpreis bewilligte. Es wurde bei dieser Gelegenheit mitgeteilt, daß Bad-Vauheim sich eifrig bemüht, diese Veranstaltung nacß dort zu bekommen. Auch der Deutsche Automobilklub wird im Verlaufe des Sommers seinen Bundestag hier abhalten, es sollen damit interessante sportliche Veranstaltungen verbunden sein. — Der in der letzten Sitzung beantragte S p a r a u s s ch u ß ist bereits gewählt und seht sich aus den Beigeordneten Langsdorf und Leuchtgens und den Stadtverordneten Mörschel und Hhl zusammen. — Die außerordentliche Steuer auf Grundbesitz war in der letzten Sitzung auf 50 Proz. der staatlichen Steuer festgesetzt und auf die Dauer von 3 Monaten bewilligt: nach Vorschlag des Finanzausschusses wurde die Dauer auf ein ganzes Hahr ausgedehnt. — Der Vorschlag des Finanzausschusses, nach welchem der Pachtpreis für Kleingartengrund st ücke für 250 qm 7.50 Mk. betragen soll, wurde nach längerer Debatte mit 14 gegen 9 Stimmen (bei drei Enthaltungen) angenommen. Hessen-Nassau. F r a n t f u r t a. M, 16. Mai. Eine Einbrecherbande dringt feit einer Woche in Geschäfte, die während der Mittagsstunden geschlossen halten, mittels Vachschlüsseln ein und plündert sie aus. So wurde Donnerstag mittag inmitten des stärksten Straßenverkehrs am Roßmarttt ein Geschäft, das nur eine Stunde geschlossen hielt, um bedeutende Mengen Kleiderstoffe beraubt. Die Diebe haben die Ware ungeniert vom Laden auf die Straße und sie dann auf einem Drückkarren fortgeschafft. Ufingen (Taunus), 16. Mai. (Priv.-Tel.) Etwa 1000 Meter diesseits der Grenze des be- sevten Gebiets wollten zwei französische Soldaten in Uniform an einem Weiher mit Sprengstoffen fischen. Als ein Förster fie auf die Ungesetzlich ke it ihrer Handlung aufmerksam machte, ging einer der Soldaten dem Förster mit einem Messer zuleibe. Der Söhn des Försters schoß darauf auf den Angreifer und verletzte ihn schwer. Die Franzosen haben den Verwundeten über die Grenze ins besetzte Gebiet geschleppt. Die deutschen Behörden haben eine Untersuchung des Falles eingeleitet. Büchertisch. X Prof. Dr. Walter Kinkel. Hermann Cohen. Eine Einführung in fein Werk. Mit einem Bildnis. (Strecker und Schröder, Stuttgart. Kartoniert 5Mk., Halbleinenband 6Mk.) — Unzweifelhaft hat in den letzten Hahren das Hnteresse an philosophischen Problemen mächtig zugenommen, ebenso unzweifelhaft hat es sich aber oft auf leichten Veb en Pfaden verloren, und daran waren nicht zuletzt auch die Philosophen selbst schuld, indem sie in der Behandlung der schauerigsten Fragen soweit sich fortgearbeitet haben. Daß dem Fernerstehenden ohne Hilfe ein Verstehen nicht mehr möglich tpar. Sind schon Kants Schriften feine leichte Lektüre so hat die Kritik — ob mit Recht ober Unrecht, sei 'hier nicht untersucht — bcxß das große geschlossene philosophische System des Marburger Veukantianers, Hermann Cohen, als noch schwerer verständlich hingest ellt. Daher ist sein Vame vielen noch unbekannt. die seine humanen und sozialen Anschauungen hochschätzen würden. Diesen wohl bedeutendsten Vachfolger Kants dem p^|vVMt Bedingung. Selbstgeschriebene lückenlose Augeb. m. Lebenslauf, Zeugnisabschriften, Referenzen, sowie Angabe der Gehaltsan- jprüdie und des EintritlStermines erb. an IIEYLIGENSTAEDT & COMP. Werkzeugmaschinenfabrik u.Eisenatenerel Aktiengeiellschaft (Sichen. [4076D Chauffeur = gesucht. = Fabrikunternehmen auf dem Lande sucht ledigen, soliden, tüchtigen Chauffeur mit Führerschein für kleinen Personenwagen. Derselbe muh in seiner freien Zeit in der Fabrik in der Schlosserei mit tätig sein. Schriftliche Angebote mit Zeugnisabschriften unter 4010 D an den Giehener Anzeiger. telte-tafl Sonntag, den 18., abends 81/« Uhr Kautm. Verelnshaug Lichtbilder - Vortrag Sretige 1 Mi China MIM zum Einwickeln in genügender Menge vorhanden 4101h eacI RQ, Blockitr. 5. 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Anmeldungen, auch für Angehörige und freunde zur Teilnahme werden anb^e^egiment5-^ereiniguTlg5u6arL;^egt3®ff ffranfcfurt aJR. bis spätestens 1. Juni 1924 erbeten. Anmeldungen zum gemeinschaftlichen Mittagessen (Mk 1.50) müffen mit angegeben werden. Die Zusage ist verbindlich. An alle Angehörigen des Regiments und dessen Feldformationen ergeht di« herzliche und dringende Bitte, sich äußerst zahlreich an der Feier zu beteiligen, um derselben einen würdigen Verlauf zu sichern. Freiwillige Spenden werden auf Postscheck-Konto Nr. 55780 Amt Frankfurt a. M. erbeten. 4091id Der Festausschuß. ää I St ad ttheate r und 1 Haudwaacn s ^Wolfstraffe 21^ | Donnerstag, 22. Mai, abends 7'/, Uhr Zimmer möbliert in möglichster Nähe der Universität für ruhigen Herrn. Schriftl. Angebote unter 020281 an den Gletz. Anz. erbeten. Mbl. zimmer in gutem Haufe sucht 'junge kaufm. berufstätige Dame. Bettwäsche wird gestellt. . Schr. Angeb. unter 020282a.d Gieff.Auz. 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Ulat OT Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) 5r. \ 6 Zweites Blatt a. M. EEE^E hervorragend bewährt bei: ßrijije, 053A allenleidende! | WcO) FrrTln, 16. Mat ®Bonl Verlangt die guten Hanfa-Gummiabiatze Noten Noten, toten. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 2,5 6/3 8,25 ,35 2,9 voll 2 4 10 voll 50 2 1 voll 2 50 voll 15 voll voll I voll I voll . voll l voll 3.5 21,75 16 123 12,75 !sche Noten 15,1 1,6 2,8 6,63 8.75 3,7 3,4 23,75 6,4 voll 1 .0 2 5 voll t 20 2 1 SO I 2 20 voll 1Ü voll voll voll voll voll voll 3,37 22 16,63 12,13 13,25 13,13 14 8,87 13 37,25 45 1,9 3,2 16,5 13,5 9 12 30 46,5 1,9 3,2 zeitigen starken Deckungen der Kontermine Kurssteigerungen von 2 bis 4 Billionen Proz. und solche von 5 bis 6 Billionen Prozent nichts Seltenes waren. Bei den einzelnen Jndustriepastieren waren die Kurserholungen ähnlich«, im allgemeinen aber geringer. Bach Befriedigung des anfänglich sehr lebhaften Kaufandranges wurde das Geschäft ruhiger. Die Kurse muhten zum Teil ihre Aufschläge wieder hergeben. Das Publikum steht im allgemeinen noch abseits und beteiligt sich nur sehr vorsichtig mit Käufen. Daher entsprachen auch die Umsätze in den zu Einheitskursen gehandelten Jn- dustriewerten nicht dec zeitweisen Lebhaftigkeit im Grohverkehr. Das starke Interesse für westde Usche Montanwerte hing auch damit zusammen, dah die vom Reichskanzler eingeleitete Vermittlung im Konflikt zwischen den Zechenbefihern und den Bergarbeitern vor einem erfolgreichen Abschluß stehen soll. 46 12 16 47 51,25 60 11,4 15,<5 8 63 1 5,5 27,5 '8 41,5 2 24 5,63 44 I 6,75 3,63 29.5 14,63 1,4 12,63 12.1 12,5 8,2 13,67 14,5 9,5 11,5 5 35 47 1,95 13,2 3 16 0,660 gehälter find besonders in den oberen und mittleren Gruppen ganz unzureichend, und we nn gu te Arbeit erwartet wird, muh sie zu ihrem Marktwert bezahl t w e r d e n." Es ist charakteristisch, daß eine Kommission, die nach Deutschland ging, um nach Möglichkeit Sparmahregeln einzuführen, zu diesem Schluß kam. Togal stillt die Harnsäure Schmerlen und scheidet die aus. Klinisch erprobt. 74,41 24,84 71,62 111,97 167,80 5,81 4,19 18,10 18,96 20,10 4,54 12,62 52,45 2,04 68,10 KJ gLdk Zur Entfernung von Gallensteinen UO Lholqsolvinkur bei Arzt und Patient bereifterte Aufnahme gefunden. Die Kur ist voll» kommen unschädlich und kann ohne Äerusöstornng gebraucht werden. Man verlange vuSführl-Vroscliüre, die kostenlos zugesandt wird d11rd) die Frivl1 e fl i erte Apotheke n.Fabrikpharmai.PraparatelnPalar,^oinng. eater abends 7'/, Uhr tr 20,65 58,75 71,98 112,53 10,68 19,05 18,495 4,21 24,76 74,79 58,75 6,02 12,«4 4,72 1.885 3,11 1,69’ M£0 6,295 12,64 51 <5 12,25 16,25 45 52,5 59. 5 10,8 16 8,63 1 .5 27,9 28,' 40 9 12 03 18 59 63 62,73 10,5 15 • 9 17,6 27.63 ■28.4 4 ,5 24 5.6 •) Dom RückzahlungSwert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt 60 12,= 19 50 64,= 11 16 9,75 18 27,9 0 41,5 2,15 24,5 5,75 9.7k 3,9 23,5 16,5 12,75 13,25 13,5 8.75 14 15 9 13 5,2 40 52 1,9 3,4 3 17,75 In schönster Farbenpracht erstehen aufs neue alle Kleider, Blufen. Gardinen usw, wenn sie mit den weltberühmten echten Heitmanns Farben, Marke Fuchskopf im Stern, gefärbt werden. Heitmann's Farbe spart den Färber. (C*n Billionen Mart auS-iebrücft. BuenoSÄIreS, London. Neu« hort Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit. Wien und Budapest für 100000 sindetren, alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegravhtsche Auszahlung. Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 16. Mai. Wenn auch die GÄchäfts- stille am Produktenmarkt unverändert anhieu so war die Haltung doch etwas stetiger alS bisher. Weizen wurde von Magdeburg ungefähr auf den letzten Preisen gehalten. Hier bestand um so tocnb nct Vachfrage seitens der Mühlen, als die Konkurrenz des amerikanischsn Mehles fortdauernd den Verkauf heimischer Ware beschränkt, dagegen gab sich für Roggenmehl etwas mehr Konsumnachfrage zu erkennen. Die Roggenpoeise haben eine Stütze in dem fortdauernden, wenn auch wenig umfangreichen Roggenbedarf der Provinz- müÜlen gefunden, denen seinerzeit durch die Ankäufe der Reichsgetreidestelle das Material aus der eigenen Umgebung fortgenommen worden war. )toef*r Waten. < »ruNWbt Noten nfiät Noten . . W 6in* 8'/, Uhr Monats- versaMlung In einen Garten gehören auch Blumen. Richt jeder Gartenbesitzer ist in der Lage, sich Dlumenpftanzen, welche im Mistbeet h.range- zogen worden sind, zu erwerben. Wohl aber kann auch der ärmste einige Groschen für Blumensamen opfern und sich und den Seinen einenden Sommer hindurch währende F.eude bereiten. Solche Sorten, die man einfach an Ort und Stelle aussät und die außer gelegentlichem Drgiesien und Jäten keine wei.e 8 Ohr 3n allen Apotheken erhältlich. Best. 64,3% Acid acet, salic. 0406°/0 Chinin, 846ss 12,6®/o Lithium, ad 100 Amyi um. hvaHtirt Noten • FtAteölfdie Noten ittombe Noten . IngcrntSe Ni In Gerste, Hafer Futterartikeln und Hulsen- früchten ist sowohl im Geschäft als auch in den Preisen eine nennenswerte Veränderung nicht eingetreten Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen mäikischen 156 bis 159 Mk. (matt), Roggen märkischen 128 bis 133 Mk. (matt) Sommergerste (Braugerste) 164 bis 176 Mk. (schwach), Wintergerste (Futtergerste) 148 bis 156 Mk. (schwach), Hafer märkischen 127 bis 134 Mk. (stetig): für je 100 Kilo: Weizenmehl 21,50 bis 24,50 Mk. (ruhig), Roggenmehl 18,75 bis 20,75 Mk. (ruhig), Weizenkleie 9,50 Mk. (still), Roggenkleie 9 30 bis 9 40 Mk. (still), Raps 300 Mk. (still), Leinsaat 400 Mk (still): für je 50 Kilo: Diktoriaerbsen 23 bis 25 Mk kleine Erbsen 15 bis 16 Mk., Futtter- erbsen 14 öis 15 Mk., Peluschken 11 bis 12 Mk., Ackerböhnen 15 bis 16 Mk Wicken 11,50 bis 13 Mk Lupinen, blau 11 bis 11,50 Mk.,.SeradeNa, all 15 bis 15 50 Älk„ Seradella neu 11 bis 13 Mk., Rapskuchen 10 bis 10,20 Mk., Leinkuchen 19 bis 20 Mk Trockenschniheln 9,20 Mk. Kartoffeln 3,50 Mark Weizen- und Roagenströh, drahtgeb 125 bis 1,45 Mk., Haferstroh, drahtgePreA l,10 bis 1 25 Äc Gerstensttoh 1,10 bis 1,25 Mk., Häcksel 155 bis 1 75 Mk., Wiesenheu, gut, gesund und ttvcken 2 50 bis 2,85 Mk., handelsübliches $ea I 1,80 bis 2,10 Mk., Mielihheu 1,20 bis 1,50 iMk. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Mai. Es notierten je 100 Kilo: Weizen, Wetterau 16 75 bis 17,25, Roggen 14,80 bis 15, Sommergerste für Brau- -.wecke 17,50 bis 18, Hafer, inland. 14,50 bis 14 75 Weizenmehl, südd. Spezial 0 25,75 bis 28' Roggenmehl 22 bis 23, Weizen- und Roggenkleie 9,75 bis 10 Mk. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Sachverständigen zur Frage der Beamtengehälter. Zur Frage der Beamtengehälter wird uns mitgeteilt, daß das Sachverständigengutachten der Kommission Dawes folgende charakteristische Aeußerung enthält: „Die Beamten- Bsrliner Börse. Berlin, 16. Mai. (Wolff.) Der jähe Sllrn- mungswechsel von Verzagtheit^bangen und Zweifeln zu einer optimistischeren Beurteilung der Po litischen und wirtschaftlichen Lageist die Folge einesteils der Wahlniederlage des Ratwnalen Blocks in Frankreichs, anderenteils der von Tag zu Tag mehr sich auswirkenden Entspannung am Geld- und Devisenmarll. Die Leihsät^ für Geld gehen infolge des neuerdings vorhandenen starrt Angebots allmählich ständig zurück. Am De . Visenmarkt war auch heute eine allseitige nähme der Anforderungen festzustellen, so daß die Reichsbank in der Lage war, größere Zuteilungen nicht nur für eine ganze Anzahl von Bebenpwtzen Vvrzunehmen, sondern auch für Amsterdam 2 Proz. anstatt bisher 1 Proz. zu geben. Am ausfälligsten kam der Tendenzumschlag in den neuerlichen starken Kurserhöhungen am Montanmarkte zum Ausdruck. Die nach allseitiger Ansicht Über Ge- bühr entwerteten schweren Papiere wurden in großen Posten, wie es hieß, für Auslanürcch- Nung vom Markt genommen, so daß bei den gleich- Zur Pflege der Kohlarten. Richt selten sieht man, daß von einer Kohlpflanzung ein großer Teil der Pflanzen im Wachstum zurückbleibt, anfängt zu kränkeln und nach und nach abstirbt. Hebt man solche zurückgeblie- | benen, erkrankten Pflanzen aus, so findet man gar bald die Ursache des langsamen Absterbens. An den Wurzeln zeigen sich unförmliche Wucherungen, die sich beim Durchschneiden als von Mad^ngängen durchzogen erweisen. Der Hebertäter ist hier der Drahtwurm, eine gelbe, hornige Made. Vielfach zeigt sich auch fast der ganze Wurzelstrunk als abgestorben und faulig: dicht unter der Oberfläche findet man dann den Wurzelhals mit unzähligen kleinen weißlichen Maden beseht. Auch in diesem Falle ist es der Drahüourm, die Made des verbreiteten Schnellkäfers. In diesem Falle ist der Befall der Pflanze durch die Schmarotzer so rasch und in solcher Menge geschehen, ehe sie sich durch Heberwucherung der Frehstellen hat retten können. Man trifft abqr auch häufig Wurzelwucherungen, die beim Durchschneiden keine Maden- gänge aufweisen. Dann hat man es mit der sehr ansteckenden Kropfkrankheit, die ausschließlich unsere Kohlarten befällt, zu tun. Diese sogenannte Kohlhernie ist im Grunde noch schlimmer und ge- । jährlicher als der Befall durch den Drahtwurm, I da sie durch einen Pilz verursacht wird, der jahre- Mt, Mim, Ncrm- und Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die vergangene Woche brachte uns auf freu Effektenmärkten eine wesentliche Besserung. Zwar waren auch jetzt nvch einzelne Schwierigkeite.i z verzeichnen, doch betrafen diese in ihrer weitaus «roßten Mehrzahl kleinere Institute. Onfiattons- gründungen. Hnd wenn man bedenkt, oay infolge der Geldmarktkrise insolmmt gewordenen Danken sich zum größten Teil aus derlei in der Inflation gegründeten Gesellschaften Lusammen- setzen, zum anderen Teil aber unter den insolvent gewordenen Häusern sich zumeist- solche.besing deren Hntcrtagen schon vor dem Kriege meist als recht fragwürdig galt, und nur 4 Prozent «Her Insolvenzen sich aus solideren, alteren Fn- slituten zusammensetzt, so dürste ein allzu großer Pessimismus wohl als verfehlt erscheinen. Es hat nunmehr auch den Anschein, als vb die grop= ten Schwierigkeiten bereits überwunden sind. Sehr zugute kommt der Wirtschaft dabei natürlich der neuerliche Rückgang des Franken. Obgleich man diese erneute Senkung der französischen Valuta zumeist politischen Gründen zuschreibt, so ist doch wahrscheinlicher, dah die Durchführung der französischen Sanierungspläne derartig mangelhaft gewesen ist daß eine Senkung des künstlich hoch- gehaltenen Franken beinahe unvermeidlich erscheinen muhte. Wie weit sich dieser erneute Kurssturz fortsehen wird, läßt sich bei der unsicheren Lage die die französischen Wahlen für Frankreich'geschaffen haben, nicht Voraussagen, immerhin ist es ein erfreuliches Zeichen, dah von neuen Frankenspekulationen an den deutschen Börsen so gut wie gar nichts zu bemerken ist und dah man ben Moment nur benutzt, um alle Verpflichtungen Brief 74,79 24,9- 71,93 112,53 ISS,Sv 6,83 4,21 18,50 19,05 20,20 4,56 12,63 68,75 2,06 68,40 Sochmner Out ..... Bubetui 6aro .... Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerk» . . Harpener Bergbau...... Kaliwerke AscherSleben. . . . Kaliwerk Westeregeln .... lümrahütte......... . Rbtrixbatf........... PhSnir Bergbau . Kbeinttabl Rlcbed Montan LelluS Bergbau ..... Hamburg.«mertka Paket. - Norddeutscher Llovd .... S keramische Werke Albin .. Zementwerk He«delb«H . . Pdtlipv Hohmanu .... Slnalo-Cant.-Muano .... Badische Slnitin........ Chemische Mayer Alaptn- . - Goldschmidt Griesheimer Electron .... Höchster Farbwerke...... Hohverlohlung........ Rütgerswerke Scheideanstalt «Na Elektrt,ttSts.Sekellschaf1 veramaun .......... ivtanikraftwerke ....... Schuckert ..... Siemen! A HalSk« ...... «dlerwerke Kley« **«.<< T - ‘miet Motoren. ..... i menftaebl ........ W.egutn • • frankfurter Armaturen ... .yoniervenfabrsk Braun . - • Mctallciesellschaft Frankfurt- Pet. Unton Schuhfabrik Herz Sichel. . ........... Zellstoff Waldhof. ..... I Zuckerfabrik Frankenthal . - I Zuckerfabrik Daghäusel - - ■ «mfl.-Rott. Brff.-Antw. Cbristtania jlopenhagen Stockholm - Hclsingfor» Htolien. . London.. Neuyork .. Pari!.... schwel, . Spanten . • Wien in D-« Oest. abfleih Prag. . - Budapp. ■ Buen^AireS Bulgarien. Japan .. - Li io Di Fan- Belgrad . Lissabon. . irHtto-befterrdd), i 100 Krone» mettiMitoe Noten....... 4110t 3laut stag, den 20. Mal. q den Briefkasten iedtrzulegen. Uwjwm ixD.,tu., vermögens litte 10, von nu‘= inritz. wünscht üt liebet mit vermög Lame, auch W>v., n icibeirnten. Evtl md) ginieirnt m v.eitöft. Zchrü'l ina. uni. 0203dl a. d. StichWil. d. inseigerft erbeten- ^Vereine j Will -onntag, de» 18. abends S'/i Übt Laulm. Verolnibica WA-W OLnilfliinn s S'oürnoct Kd-nbx i'f qiädjUeJ ifebuiiöcn finden die Schutz nidJt m in’ 11* Revarl- °/n 16 voll '0 20 50 voll 5 25 Voll voll voll voll 40 voll voll langen. , • Linke Hofrnann-Lauchharnmer- Ql«® Auf dem Werk Lauchhammer wurden- für Ende dieser Woche umfangreiche Ardeiterkündi- aunqen vorgenommen. Auch die Werke Gröditz und Torkau sollen Betriebseinschränkungen und Arbeiterentlassungen vornehmen. Das Wert Wittenau und das Eisenstahlwerk Henningsdors A.-G. sollen ganz stillgelegt werden. Als Grund der Detriebseinschränkungen wird Ma^?l au Aufträgen und die Schwierigkeit der Geldbeschaffung angegeben. Landwirtschaft und Gartenbau. gerstohenes Körnerfutter, I die rationellste Fütterung. Die Bekämpfung dieser Krankheiten besteht zu- Es empfie6It sich.»»“S ganzer öurm g e J r e 6 t ober s e r ft o ^ n bem Sen... I > Aussehen zeigen, sofort vorsichtig mit allen Wurzeln heraushebt und verbrennt. Rie- angestellten Versuche h^ben sich^^der Beete im nächsten Hahre lich erwiesen. Von Pferden wird zerstoh^ier Hafer . -t bcfteHen. Wo die ansteckende befser verdaut, flach geprehter und dieser wie- ^^^ aufZttz befolge man auherdem die herum wird von den Tieren mehr ausgenuht als , o4n ' ^stimmten ^rucktfolae Moder ganzgelasfene, so dah der Landmann grohe ^nehaltung Z be'ttrnrnt^ Fruchtt^g^ wo^ Vorteile hat, wenn er zerstobenen Mer füttert A-^hl^uf Nelb^B^et angebaut wi^d. Gin Olud}. bei der^utt^u^d^ Hu^er^tt dues llar miJ£fame'8 B-kämpfungsrnittel besteht dazu tage. So hat Gilbert folgende Veovachtungen Kvblbeete vor dem Besehen gut mitgeteilt: Er nahm zwei I mit Kalk bünat 3n kalkreichen Böden weih man brei Monat- alten Plymouth-Aocks Er HE msi ^n^a -r-^. o 6o, I-chs Wochen lang tm »arf etngefWfen. Selbe & «rmribe man auk immer biefetben D--t- l»» Seile Ä ganz, die zweite dagegen fein gemahlen und mit dem Fleischmehl und der entrahmten Milch vermengt. Zur genauen Feststellung der Gewichtszunahme wurden die Tiere zu Beginn des Versuches und dann alle acht Tage gewogen. Rach Verlauf von sechs Wochen hatte die erste Gruppe (ganzes Kömersutter) 4,530 kg, die zweite (gern ah- | lenes Kömerfutter) 7,500 kg zugenommen. Der Hnterschied betrug also beinahe 3 kg. Jetzt tour- I den die Hähnchen abgeschlachtet, und es stellte sich heraus, daß die Hühnchen, welche gemahlenes Kömerfutter erhalten hatten, nicht nur fetteres, sondern auch ein weit ansehnlicheres Fleisch hatten als die anderen. Dieser Versuch dürfte zur Genüge zeigen, dah der Landmami dem Hühnervolke nur gemahlenes Kömer-fut er vekab eichen soll: es würde dies nicht allein von großem Einfluß auf sein Mastgeflügel, sondern auch auf das Eierlegen sein. Wd. ün Billionen Prozent Frankfurt a M Berlin Sdiluh’l Schluß» I Ku s I Schlul;. filiri Kurs 1 Kurs Datum: 15. 5. 18.1 15. 5. | 16. 6. P/o DrMs«r 5Rf1rt)«anIeH» 0,081 0,0305 0,077 0,077 <7e Deutsche Rrtchüanlktbe 8Vte/t Dnitsche Rcich^anleth« 0,425 0,430 0,4*0 — 6,219 0,210 yfh Deutsche RrichSanletbe Deutsche Hvarpramienanlethe 4e/< Preußische KousolL . . 0,875 0,220 0,860 0,230 0,895 0,115 0,219 0,900 0 100 0,215 4*'o Hessen.......... —— — — •*/.% üelleu .......... _ _ __ — W Hessen . . — _ _ —— Deutsche Dollar-Anl. 4.2 4,2 77.6 4,2 4,2 dto-Doll.-Schaij-Anweisung.') 77,70 77,7 77,5 4»/. MentÜrTrn......... 5,13 5,3 5,’3 5,5 $•/. Goibmettkana ..... 48,25 — Berthm HandetSaefellschafl Gommer,. uiid^Privat.Bonk 27 4,3 8,63 29 4,8. 6,63 4,5 8,63 29,75 6 9 Darm ft. und Naiionalbauk < 9,87 Deutsche Bank........ 9,75 9.5 9,63 Deutsche BerclnSbaiik . . . 0,650 ! RIO 9,7 — Diüconta Tommandit . . . 9,7 9 10 Mrtallbank.......... 14.5 13,4 - — Miitelbeutschc Treditbank 1,8" 2 1,87 1,9 Lefteireichtsche Lreditanftalt Itzrstbank.......... 0,4?5 0,400 0,425 0,425 0,425 0,125 0, 25 15. Mai iß Mai Amtliche Geld Jlotierum Brief Amtlich: ' Geld tOti.T l I ! Briri 157,41 158,19 157,80 21,35 20,45 20,45 68,45 58,76 68,45 71,6? 71,98 71,62 111,72 112,28 111,97 10,57 10,63 10,62 18,95 19,05 18,95 18,405 18,495 18,405 4,19 4,21 4,13 26,14 25,26 24,64 74,41 74,79 74,41 68,45 68,75 58,45 5,98 6,02 5,93 12,46 12,54 12,43 4,63 4,72 4,63 1,385 1,895 1,375 L',03 5,11 3,03 1,68- 1,695 1,685 0,475 0,485 0,470 6,255 6,295 5,255 12,55 12.64 12,50 Banknoten. Die Dantiger. Roman von Hermann Stegemann. 5. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Da antwortete Lenz leise: »Du weiht, bah ich bleibe.“ Er sagte es ernst, beinahe gelassen, ein Unterton, gemischt aus Selbstbescheidung und Selbstbewußtsein klang hindurch. Die Antwort entwaffnete den Dan meister. Er zögerte einen Augenblick, warf seinen Eigenstolz hinter sich und ging auf den Sohn zu, legte ihm die Hand auf die Schulter und erwiderte: „Ha, wir bleiben zusammen. Sie nennen uns die Herren von Runs und melken Spott, Respekt und Reid in das Wort. Wir wollen es sein und bleiben. Aber wir können's nu r, wenn wir Dantiger zusammenhalten. Laßt mir mein Regiment, eure Zeit kommt noch." Lenz löste des Vaters Hand von der Schulter und hielt sie fest. „Die Herren von Runs, das bist du, Vater, aber die Zeit, da du frei schassen und alles nach dir modeln konntest, die ist im Vergehen. Die Welt erträgt keine Herren mehr." „Ha, ich weih," lachte ®otffriti> Dantiger grimmig„die neue Zeit spricht nur von Gemeinschaft, vom Recht aller, und die Masse ist Trumpf, und ich, ich bin noch einer aus der Thvcrnnenzeit. So lasset mich enden, wie ich begonnen habe. Ich wehre mich meiner Art und meiner Haut bis zuletzt. Rachher magst du mit sremdem Kapital und einem Dutzend anderer einen Trust aus meinen Werken machen oder das Ganze syndi- kalisieren und eine große Arbeitsgemeinschaft Gleichberechtigter grunben — im Grab tut's mir nichr mehr wetz. Aver glaub' mir, Lenz, es wird immer nur Einer fein, immer nur ein Wille, ein Kopf, ein Einzelner, der alles aus sich selbst hervorwürgt, um Totes lebendig zu machen." Als Lorenz schwieg, weil er der Aussprache ein Ziel setzen wollte, fuhr der Daumeister fort: „Ich philosophier' dem Horg nach, der's wie du von der anderen Seite sieht und nichts von mir hat, keine Lust, sich mit der Welt zu raufen, keine Freude am Erwerben und keinen Trieb zur Macht. Du bist enger an mich gebunden als er, aber auch du bist kein Kämpfer, wie ich's sein muh, aus einem verdammten, herrlichen Drang und Zwang heraus. Du «impfst deinen Kampf in dir selbst aus, auch jetzt hast du's getan, und ich salutiere, mein Hunge! Du bist ein braver Mann, und das mit der Eisenbahn, das überschlaf — es ist dir zu rasch gekommen." Er entzog dem Sohne die Hand, wairdte sich und ging zu seinem Sitz am Kamin. Lorenz Dantiger verlieh das Zimmer, und der Daumeister blieb allein. Eine Weile warf das .Gespräch ihn noch unruhig hin und her, dann überkam ihn das Verlangen nach Schlaf, aber er begab sich nicht zur Ruhe, sondern stützte nur den Kopf und schlummerte ein. Als die Abendglocken der Martinskirche über den Markt dröhnten, schlief er fest. Da trat Agnes leise zu ihm herein. Sie konnte fein Gesicht im Schlagschatten der mächtigen Sessellehne kaum erkennen. Er sah wie aus Stein gehauen, die Hände hielten die Arrn- stühen umfaßt, und der Kopf hatte in der Höhlung des Lederpolsters Halt gesunden. Der matte Schein der kleinen Dirnen, die das Leuchterweib» chen umgaben, lieh den Kaminsitz im Dunkel. Erst als Agnes dicht vor ihm stand, sah sie, dah er die Augen geschlossen hielt. Es war ihr, als ob er ebensogut wach sein, tot fein ober schlafen könne. Sie hatte ihn zum Abendessen rufen wollen, wagte ober nicht, chn zu wecken, setzte sich ihm gegenüber auf den Hockstuhl, von dem man das Feuer im Kamin zu schüren Pflegte, umschlang ihre Knie mit den Armen und blickte ihn unverwandt an. Es war kält in dem sonnenlosen, von der Kaminluft durchzogenen Raum. Ein Schauer lief über ihre entblößten Arme. Sie fror. So sah sie und hütete den Schlummer des Vaters, winkte der alten Haushälterin, die scheu den Kopf zur Tur hereinstreckte, sich zu entfernen und lieh die Essens- stunde verstreichen. Wie er so vor ihr sah und schlief, gehörte er ihr ganz, fühlte sie sich stärker als er, gebot sie über seine Ruhe und alle Kräfte, die von ihm ausgingen. Sie berauschte sich an dieser Vorstellung, und als sie abermals fror, weil zum Gefühl der Kälte ein prickelnder Rervenschauer trat, ergriff sie das Feuerzeug, das auf dem niedrigen Rauchtisch stand und warf ein brennendes Hölzchen in den offenen, mit Duchenreisig gefüllten Kamin. Das Flämmlein verlor sich anfangs in der gähnenden Oesfnung, aber plötzlich schlug eine helle Lohe aus der Tiefe und ergriff die kunstvoll geschichteten Reiser. Rotgoldene Zungen leckten den rußglänzenden Schacht und gelbe Funken sprangen über das Gitter, um zu Fühen des Daumeisters und seiner Tochter als schneeweiße Flöcklein zu sterben. Gottfried Dantiger erwachte nicht. Sein Haupt neigte sich tiefer, sein Atem ging schwerer und seine Züge erschlafften. Er sah plötzlich älter aus. 1 Ein Lächeln grub sich in das Gesicht der Tochter. Es war aus Zärtlichkeit, Stolz und Triumph gemischt und lieh ihr Anliry rett unj kühn, beinahe grausam erscheinen. Sie fühlte sich jetzt dem Vater ganz nahe, als gehörte er ihr, ihr allein, als wäre sie ihm überlegen, als hätte niemand ein Recht an ihn au her ihr. Das Feuer entfachte ihr Dlut. Ihr Her- schlug voller, ihre Gedanken liefen schneller. Run gehörte er ihr und sah und schlief, während drauhen alles in Bewegung war, was von seinem Antrieb lebte. Die Zeitungen, die -Versammlungen, die Werkstätten und die Bauhöfe, Tausende von Menschen lebten von den Dingen, die er in Laus gebracht hatte, und er sah und schlief. Männer, on> er sich au Feinden gemacht hatte, sannen vielleicht in dieser Stunde über Gcgenanschlägen, um ihm Sterne in den Weg zu wälzen, und das Tuch, in das die Taler regneten, zu sich hinüberzuziehen. Agnes kannte keinen, der ihm gewachsen war, aber vielleicht gab es einen, von dem sie noch nie gehört hatte. Sie suchte sich diesen Unbefannten vorzustellen, aber les gelang ihr schlecht, obwohl sie ihm ihren eigenen Atem einblies und sich hinter ihn stellte. Ein neuer Funke sprang aus dem Kamin und Ens lächelte den Schläfer an. Auch die Frauen hatten jetzt kein Recht an ihn. Sie wußte, daß er die Frauen liebte, sie batte sehen gelernt, seit sie aus d^m Welschland und aus dem Fremde nach Hause zurückgekehrt war, uni) kannte manche, die er in seinem Landhaus am Untersee allzu verschwenderisch bewirtet hatte. Aber sie fürchtete keine, denn er gab, ohne sich zu verlieren und sie teilten seine Gedanken nicht mit ihm. Er warb rasch und vergaß schnell und hatte keine Zeit, sich bei ihnen zu verweilen. Run saß er und schlief, und sie wachchs-mnd war allein mit ihm, ganz allein I (Fortsetzung folgt.) Würfel vehördliche Anzeigen Dr. Stuhl Finanzamt Gießen. Krug. 40746 Der Vorstand Ki, 2933V beginnen nächste Woche. 020241 4071D BekamtmachMg Zur Bockjagd! 020255 Schaufenster gesucht 4079c 4052D ffMÄKarom und Eiernudeln t WLSM«,SM» g kj billigst «Mnnrsffl KU 0. AKlUIDL 1v.^ «U 5 413 kaufen Sie nur Qualitäts-Ware Lindenplatz 1 annehmen, auch Unterricht erteilen. Näh. in der Geschäftsst. des Gieß. Anz erstklassig p reis- wert 28 6 71,9 1,5 Bahnhofstraße und SelterSweg zum Ausstellen von Ribelungen-Reklame für 8 Tage. Angebote bitte zu richten an die Kaffe d. Palast-Lichtspiele, Lindenpl. 1. zu entrichten. 4054D Tanzunterricht. Meine Sommertanzkurse für die Herren Studierenden Kieferknüppel Fichteknüppel (liegen in Abt. 104 und 120) Eichereisig (liegen in Abt. 72) Kieferreisig Einfach mit kochendem Wasser übergossen, erhält man kräftige Fleichbrühe zum Trinken und Kochen, zum Verbessern oder Verlängern von Suppen und Soßen aller Art. praktiziert nicht vom 20. Mai ab. Vertreter sind die Herren: Dr.Mey erhoff, An derjohanneskirche Dr. Wilhelm Klein, Neuen Bäue 29 010290 Leo Ortsgerichtsvorsteher. märker beizutragen haben. Londorf, den 15. Mai 1924. Bürgermeisterei Londorf. Aumann. Der Voranschlag der Gemeinde Trohe liegt vom 19. d. Mts. an eine Woche lang auf dem Bureau der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 4063D Trohe, den 16. Mai 1924. Bürgermeisterei Trohe. Brennholzversteigerung. Aus den Waldungen der Stabt Gießen (Bezirk des Försters Brück. Rödgen) sollen am Donnerstag, dem 22.Mai 1924, vorm. 9‘ ., Uhr beginnend, versteigert werden: Kahlfläche hinter den ftädt. Tennisplätzen am Schützenhaus. Moderne Tänze Privatunterricht zu jeder Tageszeit. Gefl. Anmeldungen werden jederzeit ent• gegengenommen. Tanz-Institut Th, Bäulke Wolfstraße 21, Ecke Licherstraße. ob Sie mit geringer Ware zu billigem Preis weiter kommen oder mit bester Ware? In Kaffee,Tee und Kakao Die den Karl Plank I. Witwe Erben dahier, zugefchriebenen Grundstücke werden am SamStap, heu 24. Mai 1924, MmittG 3 Uhr öffentlich meistbietend, auf dem Ortsgericht Gießen, Bergstraße 20, Zimmer 14 versteigert. Nähere Auskunft dort und bei Allen- dörfer, Kugelberg 53. Gießen, den 10. Mai 1924. M-hMW fabrikneu, nicht gefahren, unter Preis zu 780 Mark zu verkaufen. ÄKV. Illg. Krallfalirzeyg-Vertrieli Gießen, Asterweg 60. Tel. 1646. Bekanntmachung. Die Ausgabe der Brotgutfcheine wird mit dem heutigen Tage emgeftelü. Die noch im Besitz befindlichen Brotgut- scheine können noch bei den Bäckern bis zum 15. Huni d. H. eingelöst werden. Mit diesem Tage verlieren die Scheine ihre Gültigkeit. 4066D Gießen, den 17. Mai 1924. Kommunalverband Gießen. H. V.: Dr. Braun. 2 Rm. Lichescheiter Kieferschei1er(l Rm. liegt in Abt. 72) Licheknüppelj(lRm. liegt inAbt.72) iWeißzeugnäherin emvfiehlt sich zur Anfertigung feiner wie ! einfach.Wäsche, Aussteuer-Damen-Herren- । u. Kinderwäsche, Hohlsauin- u.Weißstickerei Fran M. Mer, Kaismkce 18II. 11 „ Kieferstöcke Das Holz aus Abt. 72, 104 und 120 den Zusätze. Die Bekanntmachung n der Gesellschaft erfolgen im Deutschen Reichsanzeiger. Di^ Berufung de. ra(Versammlung erfolgt unter Angabe der Tagesordnung durch einmalige Bekanntmachung im Reichsanz-eiger. Die Gründer der Gesellschaft .sind: Frau Therese Sondheim, geb. 'Stern, Levi EondHeirn, Willi Sondheim, Karl Sondheim, Cally Sondheim, Samuel Sondheim. Die Gründer haben alle Aktien übernommLN. Die mit der Anmeldung eingercichten Sch ijlftüde, insbesondere der Prüfungsbericht des Vorstandes, des Auffichtsrats und der Revisoren formen ipahrcnd der Dienststunden in der Gerichtsschr iberei eingefehen werden, der Prüfungsbericht dec Revisoren auch bei der Handelskammer in Gießen. Gießen, den 14. Mar 1924. 40626 Hessisches Amtgericht. wird nicht vorgezeigt. Zusammenkunft: Kaiserallee(Schützenhaus) Gießen, den 16. Mai 1924. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rasende r g. 40818 Bekanntmachung Die Lieferung der Brennstoffe für die hiesigen Reichsbehörden: Poft I und II Telegraphen-, Telegraphenbau., Versor- gungs-, Hauptzoll-, Reichsbau- und Finanzamt, wird hiermit öffentlich ausgeschrieben. Die für die einzelnen Dienststellen erforderlichen Mengen und Sorten, sowie die Lieferungsbedingungen sind unter Beifügung von Rückporto und 50 Pf. bei der unterzeichneten Stelle bis spätestens 23. d. Mts. schriftlich zu erfragen. Angebote müßen ebenfalls bei dem unterzeichneten Amt portofrei und verschloßen bis spätestens 30. d. Mts. eingegangen sein. Rach dem 23. bezw. 30. 5. 24 eingehende Anfragen und Angebote, können nicht mehr berücksichtigt werden. Gießen, den 17. Mai 1924. Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. B wurde am 5. Februar 1924 eingetragen: Die Firma Lack- u. Farbenfabrik Sondheim & Co., Aktiengesellschaft, Gießen. Der Gesellschaftsvertrag ist am 30. 12. 1923 stnd 1. 1. 1924 festgestellt. Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb und Vertrieb von allen mit der Fabrikation von Lack und Farben im Zusammenhang stehenden Materialien, Chemikalien, Drogen und Mineralien sowie die Herstellung und der Vertrieb von Lack und Farben aller Art, ferner die Verwertung der aus der Fabrikation sich ergebenden Rebenprodukten. Die Gesellschaft darf Zweigniederlassungen, Filialfabriken, Agenturen und Verkaufsstellen errichten, pachten oder einrichten und sich an ähnlichen oder anderen dem Ge- schästsbeti-iob dienlichen Llnternehmun- gen beteiligen, auch solche erwerben, pachten, verpachten oder wieder veräußern. Das Grundkapital beträgt 51 000 Goldmark und ist eingeteilt in 51 auf den Inhaber lautende Aktien im Remrbetrage von je 1000 Goldmark. Der Vorstand besteht je nach Bestimmung der ^.Generalversammlung aus einer Person oder mehreren Personen. Die Dorstands- Jmitglieber werden durch den Auffichts- rat bestellt und können auch von ihm 'abberufen werden. Der Auffichtsrat kann auch Stellvertreter der Vorstandsmitglieder bestellen. Bestellt sind als Vorstandsmitglieder: 1. Levi, 2. Willi, 3. Karl. 4. Sallh, 5. Samuel Sondheim, Kaufleute, 1—3 in Gießen, 4 und 5 in Halberstadt. Die Gesellschaft wird vertreten: 1. wenn der Vorstand aus einer Person besteht, durch diese, 2. wenn der Vorstand aus mehreren Mitgliedern besteht, entweder durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied und einen Prokuristen, 3. gleichgültig, ob der Vorstand aus einer Person oder aus mehreren Mitgliedern besteht, durch 2 Prokuristen. Stellvertretende Vorstandsmitglieder stehen in Beziehung auf die Vertretungsbefugnis den ordentlichen Mitgliedern gleich. Der Aufsichtsrat kann einzelnen Mitgliedern des Vorstandes die Befugnis erteilen, die Gesellschaft allein zu vertreten. Die Zeichnung der Firma geschieht in der Weise, daß die Zeichnenden zu der ; Firma der Gesellschaft ihre Unterschrift hinzufügen, und zwar die Prokuristen mit einem dieses Vmrhältniß nnbrn en- Gelegsnheitskäufo:: Reparaturen Optiker Hohen Geller Frankfurts.Straße 9 (kein Laden). Bekannter englischer Maler, welcher Nähe Gießen Sommer iüber Schloß bewohnt, würde dort 3994V Bekanntmachung, Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Londorf für 1924 Rj. liegt vom 19. Mai ds. Zs. ab eine Woche lang auf der Amtsstube des Bürgermeisters zur Einsicht der Beteiligten offen, woselbst innerhalb dieser Frist Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden können. Cs werden Umlagen erhoben, zu denen auch die Aus- hoWbmWn. Mittwoch, den 21. Mai 192 4, nachm. 2 Ähr, werden aus den Waldungen der Gemeinde Staufenberg folgende Holzsoctimcnle vergeben: Fichtenstämme 3. Kl. 3 Sl. — 4,79 Fm. Fichtenstämme 4. Kl. 3 St. — 2,50 Fm. Fichtenstämme 5aKl 8 <51= 4 83 Sm. Fich.enstämm? 5b Kl. 173 St. = 47,47 Fm. Kiefernstämme 3. Kl. 17 St. = 13,08 Fm. Kiefernstämme 4. Kl. 27 St. = 17,25 Fm. Kiefernstämme 5.Kl. 43 St. = 16,16 Fm. Die Angebote sind verschlossen, mit der Aufschrift „Holzsubmission", getrennt nach Klaffen pro Festmeter, brs zu obigem Termin bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst, in Anwesenheit der erschienenen Bieter die Eröffnung erfolgt. — Die Verkaufsbedingungen werden vor dem Termin befanntgegeben. Das Holz ist mit Rinde gemessen. Etwaige Vorbehalte in den Offerten werden nicht berücksichtigt. Staufenberg, den 16. Mai 1924. Hess. Bürgermeisterei Staufenberg. Metzer. 4047 D Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Annerod ür Rj. 1924 liegt vom Dienstag, dem 20. Mai bis einschl. Montag, den 26. Mai auf unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Innerhalb dieser Offenlagefrist können bei uns Einwendungen schriftlich oder mündlich zu Protokoll vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschloßen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 4086D Annerod, den 17. Mai 1924. Bürgermeisterei Annerod. Horn. Prima Backsteine in guter Ware, fest gebrannt, liefern in jeder Menge schnell u. billig. 4051D Berkenhoff & Drehes k. - G. Asslarer-Hütte b. Wetzlar RNiir 4 Pfennig kostet MAGGI8 Achtung auf den Namen MAGGI und die rot-gelbe Packung. 4058c Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Harbach ür das Rj. 1924 liegt von Montag, den 19. Mai, bis Sonntag, den 25. Mai. auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschloßen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. 4090D Harbach, den 16. Mai 1924 Bürgermeisterei Harbach Münch. Emmericher Waren-Expedition Auf der Grube Wölfersheim bei Wölfersheim (frühere fürstl. Grube) können Montags, Mittwochs und Freitags, von 7 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags Braunkohlen- PrefjWeine abgefahren werden. Während der Sommermonate ist der Preis auf Mk. 15.00 pro 1000 Stück ermäßigt. Hess. Bergwerks- und Kraftwerks - Direktion Wölfersheim (Oberh.) 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Mai 1924 Der Vorstand. 4050V Jx*ZUBAÄbMikx N 020789 2 2 2 z M 3840v Prima 1277D Trockenes 4082D WroW >SÄ* X «T'i ?“ " ein mos it, amiMdki w frankfurter Stratze 59 - Teleokon 1682 SvWMlW.MNWrSK.SS. liest aus eigenen frankfurter Stratze 59 - SET3 ■ 2 2 2 2 Z Bevor Sie eine Schreibmaschine kaufen prüfen Sie bitte die । j Archo“ 2 2 Ernst Dinslage und Frau Klothilde geb. Wetter Gießen Nordanlage 15 Erstklassiges Deutsches Fabrikat. Unverbdl. Vorführ. d. Büro-Maschinenhaus Hermes Gießen, Bahnhofstr. 45 Zi z 2 Die Verlobung ihrer Kinder Erika undHanns beehren, sich anzuzeigen Färbereibes. Chr.Wallenfels u. Frau Anna geb. Limberger Zahnarzt W. Koch u. Frau Klara geb. Krautze (z.T.noch nicht veröffentlichten) Dichtungen Eintrittskarten bei Challier und an der Abendkasse; 1 Platz 1 50 Mk., (Mitgl. 1 Mk.), 2. Platz 1 Mk. (Mitgl. 70 Pfg.), Studenten kkrten zu 50 Pfg. bei Hiusverwalter Ritter. 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Ferner: Ein Meisterstück der Tierdressur Queenie als Tierarzt mit dem Wunderpferd „Queenie" in der Hauptrolle. Außerdem auf vielseitigen Wunsch: 4089c DieParadedeshlesIgenRelchswehr- hatalllons am Reichsgründungstao 8. Januar 1924 auf dem Marktplatz zu Jena. Jugendliche haben mittags, auch am Sonntag, zu ermäßigten Preisen (50 und 80 Pf.) Zutritt. Ab Montag: Das Werden des Menschen Populär-med. Film mit Vortrag eines hiesigen Arztes. Anfang wochentags 4 Uhr, Sonntags 3 Uhr. iV ------------------ ----- Samstag, 1L Mai 1924 Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger sllr Tberhesien) Drittes Dian M.M sprachliche Belehrung nicht erreicht werden Dann. 2ki Wertem schult er Ü€bcr[egung und Umsicht. Mn Schiller, der sich mit einem Messerschmitt eine Paplttafel verdorben hat, ist eindringlicher gewarnt, alS ein anderer, der eine Linie falsch ge- zeichn tt hat. Diese Schulung wird nod> gesteigert durch die Arbeit m Ton, Holz oder Eisen. Säge und Hobel erziehen zu feinstem Gefühl, zur Beobachtung und jJebertegimg. Wie oft kam es früher vor, daß Lehrer oder Schüler einer höheren Schule praktische Arbeit unterschätzten! Hat ein junger Menßch einmal die Freute empfunden, einen einfachen BuchOinband fertigzustellen, ist ilKn ein Kasten aus H»lz oe'ungen mit gu'schließendem Deckel, hat er auf der Drehscheibe ein fein geschwungenes Gesäß unter feinen Händen entfielwn lassen, so hat er nicht mir „manuell« Fertigkeit" zu sprechen. Gs kamt aber nur erreicht werden durch immer weedel fleiilt« plastische Betätigung. Aeußerst Wertvoll känn der Werkunterricht verwendet werden im Dienste der Kunstbetrach-, Mtng oder das rüiz^tlerischen Schaffens. Er be- wechrt ixx- tehtanr Aesthetentum und gewährt •wen rB*w auf dem sich gesunde Schchrheits-- imgrifse wttoi*(n Kernen 'ilnmeefltäte* und Kunstakotemren fennen auch auf lebensfrMnD» oder feindliche Bahnen fscheeo ow entsteht eine Stuft zwischen ihrer Arbeit iu* der des werkt cigiaen Bolles. Siieie ßollte ett nH«* F^Mdw übr*»i* toe*m. Zerrüttung verursacht hat. Sn allen solchen Fällen ist keine Eheschei- dumg gegeben. Hier klafft eine Lucke zwischen ter im Deeken schon seOständiger gewordenen OigerO ganz uewittelbar als Zeugnis der 11 n bu (M o m f eit und Rücksichtslosigkeit wc tw Augen tritt. Wir denken da z. B. an die „Aufräunn»nDAarbeiten" rn den Schulbüchern u.7tö rn den Schtilerbibliotheken, Doll man sich denn nicht abge stoßen fühlen, wenn man er* fälxt, hat) 3erh-*r der neuen Aera z. B. eine Lebensbeschreibung d?S unvergeßlichen deutschen SeetzeOen Otto Weodi ge n als MinderwerkiO»» Buch beqeichne-a und es aus der Schüierbiblwthes irt fernen wollten, und daß nur her ffa*d Widerstand eines deswegen eft ZBromstzr angesehenen gerechtdenkenden Bannes es war, der diese Absicht nicht zur trauriger» Tat werden lief). Dieser Fall ist vor einiger i^ait im Gießener Bereich vorge- kemmen Unsere Jugend- braucht Helden, die alt*?; für ihr Vaterland Hingaben, als Vvr- U»er, um ferij daran zu »geistern für die ^jfcrrft intfetw* Boltes: hier aber wurde das '7.r*eatir an einen grvfMn deutschen Mann von 3*w EMier in so beschämender Weiß WNertUff. ilnfc wa» man von dieser Bewertung Recht und Leben. Das Dorhandensein dieser Lücke zeitigt die widerlichsten Erscheinungen. Da das Recht keine Hilfe bietet, werden wirklich oder zum Schein die Scheidungsgründe des Ehebruchs oder der böslichen Berlassung in Szene gesetzt. Es ist nicht an dem, durch Erweiterung der Ehescheidungsmöglichkeit einen Anreiz zur Vermehrung der Scheidungen zu geben, sondern es handelt sich darum, an Stelle frivoler Gesetzesumgehungen einen rechtlich geordneten Zustand zu schaffen. Daß mißbräuchliche Versuche vorkommen werden, lästig gewordeüe Ehefesseln leichtfertig abzustreifen, ist natürlich nicht zu bestreiten. Aber eben deshalb muß sich der Gesetzgeber der Sache bemächtigen und versuchen, wirksame Bürgschaften gegen Mißbrauch und Willkür aufzurichten. Aus diesem Grunde würden alle Anträge abzulehnen sein, welche ohne sachliche, richterliche Beweiswürdigung eine Scheidung toegeti objektiver Ehezerrüttung ohne weiteres schon dann zu- lassen wollen, wenn be»c »hegattcm den Scheidungsantrag gestellt haben. Das wäre der in andere Worte gekleidete, aber in der Sache un- verhüllte alte naturrechtlich« Scheidungsgrund ter „gegenseitigen Einwilligung", der auf einer gänzlich schiefen Konstruktion der sogenannten Vertragsnatur der Ehe beruht, dessen Zulasfung die Willkür zum Grundgesetz der Ehe erheben, die leichtfertige Schließung von O^en begünstigen, mißbräuchlichen Ehelösungen Tür und Tor offnen würde. Das französische Recht hat ihn schon nach wenigen Hahren wieder aufgehoben, das deutsche seine Aufnahme abgelehnt. Man kann mit Bestimmtheit sagen, daß er dem deutschen Rechts- und SittlichteitSdewußtsein weit überwiegend direkt zuwider ist. x Diesem radikalen Vorschlag habe ich eine andere Lösung entgegenzustellen. Die Einführung des neuen Ehescheidungsgrundes ist tragbar, aber auch nur dann tragbar, wenn seine Anwendung mit einer wirksamen materiell- und Proqeßrechi- lichen Garantie ausgestattet wird. Die erstere muß Darin bestehen, daß seit mindestens einem Jahre vor Zulassung Der Scheidungsklage die ($begatten bereits tatsächlich in Trennun« gefoN Ixiten. Darin liegt ein unentbehrliches Ärfterium wahrhaftiger Ghezerrüktung und der Aus sichte - losigkeit einer Wiederaufnahme ter ehelichen Gemeinschaft Aehnlich Schweden, Rorwegen, Dänemark. Prozeßrechtlich ist zu fordern unbeschränktes Prüfungsrecht des Richter«, daß bie vongebrach- ten Gründe objektiver Ghezerrüktung auf Wahrheit beruhen. Denn mehr noch al- bei Der Sch«- dangssir»gr wegen verschuldeter Eh.'Zerrüttung fDenen sich hinter dem wesenlos«! Dunbll ter Objektivität (junDert Vorwände. namentlich die Maske ter geg*ifeitigen SinwilliAing verberg«. Daher ausnahmslose Beweispflicht und volle Freiheit des Eherichters. Vorbildlich in ter Strenge ter prozehrechtlichen Kautelen ist das Recht 'ter Schwei-. Sn diesem Punkte mühte freilich die deutsche Reform noch , weiter gehen und im Zusammenhänge mit der Einführung des neuen EhescheidungSgrundes das ganze Ehever- fahren umgestalten, etwa zu einem Akte beschleunigter freiwilliger Gerichtsbarkeit, um endlich Die Qual und Sinnlosigkeit tes Formalismus langjähriger Sheprozesse aus ter Well» zu schaffen. haben." Zn seinen Hoffnungen getäuscht, hat das Laichesamt für das Bildungsweson nun ungeordnet, . „daß das Tragen irgendwelcher Abzeichen . in der Schule und auf tew W*«e von und zur Schule verbot«! ist. AbGeiche« dürfen auch nicht in die Schule mitgetea«* werden. Außerdem erwarten wir von ter Schulen und jetem einzeln«! Lehrer, daß sie ein wachsames Auge aus Da« Schülervereinswesen haben. . Hierbei genügt c« nicht, sich auf etwaige Satzung, zu verlassen: es muß vielmehr Darauf geachtet, werden, wie sich die Vereinigungen und die ihr angeberenten Schüler betätigen." Das Landes bild', ngOamt verlangst von den Schulleitungen, daß sie die Besvlgung des Ausschreibens strengstens übettvachen. unl es nimmt an, daß die Direktoren und Lehrer in Erfüllung 6er „ihnen auf erlegten Pflicht positiven Wirtens die erwähnte Verordnung ustd die jetzige Verfügung in einer auS dem Heiden lommenden und zu Herzen gehende»! Ansprache erläutern und auf Die Schüler einwirken, daß sie es lernen, sich dem Vol»- staat und seinen Einrichtung« verpflichtet zu fühlen. Wir sind überzeugt, daß sie es verstehen, die Schüler ohne Ktemkunff und unter Schonung des jugendlichen Gemüts eindringlich davor zu warnen, mit ihrer politischen Unreife zu demonstrieren, ober gar gegen den Staat und andere Deutsche betrübliche Feindschaft zu hegen." Mit dem Grundgedanken des Lanbesbil- bungsamts, daß die Politik nicht- für unterbiet Menschen ist und daß sie nicht in die Schule gehört, kann man sich ohne weiteres einverstanden erklären, ebenso kann man der Anordnung zustimmen, die das Tragen von Abzeichen in der Schule und auf dem Weg von und zur Schule verbietet- beites gehört ja logischerweise zusammen. _ _ , _ Aber etwa- anderes, nämlich G ru n d s a h - l ich es ist es, das bei diesem Erlaß die Kritik herausfordert: es ist die sehr anfechtbare Einstellung unserer nachrevolutionären Regierenten gegenüber den Kreisen, die anders denken als sie, die heute am Staatsruter sitzen. Der frühere preußische Kultusminister Konrad Hänisch hat vor einigen Wochen in einer öffentlichen Versammlung in der Turnhalle zu Gießen sich darüber beklagt, daß das geistige Deutschland nicht die innige Verbindung mit dem heutigen Staate habe, die man in seinen und verwandten politischen Kreisen so dringend wünsche, und er hat dabei einige Dinge erwähnt — mangelnde Beachtung der wirtschaftlichen Rotwendigkeiten dieser Kreise ujto. —, die er für das Beiseitestehen des geistigen Deutschland verantwortlich macht. Gr hat Damit sicherlich Das Richtige getroffen. Aber es find neben Den materiellen Dingen noch andere Ge- fichtspunkte, deren Vernachlässigung weite Kreise der Volksgenossen dem Staat von heute entfremdet. Vor allem ist es die weitverbreitete, auch in manchen RegierungSmichnalM—i zum Au»ruck gekommene Mißachtung ter politischen u«d nationalen Gefühle derjenigen, die M als aufrechte Menschen nicht über sich bringen können, heute dem ein „Kreuziget ihn!" zuzurNfen. Dem sie gestern mit „Hosianna!" zujubelten. Anstatt diesen Sch beantworte also die gestellten Fvagsn dahin, daß, falls ich noch einmal berufen sein füllte, im neuen Reichstag an diesem Probten« mitzuarbeiten, ich eine Reform des •tH**Dung*- rechts aus den vorgezeichneten Linien vertreten würde. ________________ ___ Schüler — Politik — Landesbildungsamt. Schwere Kümmernisse bedrücken das Lantes- amt für das Bildungswesen. Wie e6 vor einigen Tagen in einem Erlaß an Die Schulleitungen tes Landes bekanntgab, hat es erfahren müßen, „daß sich zahlreiche Ogenteerbänte, besonders innerhalb Der höher« Schill«. rn einer Form betätigen, bi» unsere ernfteftae Sorgen wachcusi. Seither glaubten wir. von besonderen Maßnahmen absehen zu können, in der Hoffnung, daß die Jugend selber zur Einsicht kommt unD daß <* den Schulen gelingen wird, ter AuSwüchf» Hmr zu werden, toewn sie den ihnen durch die Verfassungen und die Verordnung vom 26. August 1922 auferlegten Pflichten gewissenhaft Nachkommen. Gs will uns Mw nan, daß sich diese Hoffnung nicht in Dem Maße erfüllt hat, wie wir Dio* gewüischt Ein deutsch-evangelisches Kulturjubiläum. Don LudwigHeine-Heuckewalde. Vierhundert Jahre evangelisches Gesangbuch! Der Sonntag Cantate soll in diesem Jahre ter Feier des evangelischen Gemeintegesanges dienen. Die Bedeutung dieses Tages tritt aus dem Rahmen des kirchlichen und gottesdienstlichen Lebens heraus, denn das evangelische Gesangbuch ist ein erhabenes Denkmal Deutsch-evangelischer Kultur Dfe besten Seiten deutschen Wesens, gelautert unD befruchtet durch den Geist der höchsten und reuy sten Religion, sprechen aus jedem Blatte des Gesangbuches. — „Ein' feste Burg ist unser Gott. Wie ist die deutsche Kraft hier mit dem Vertrauen attf Gott ein Bündnis eingegangen das teure Menschenfurcht kennt. Dieses Lied schlägt eine jener Stimmungen an, die immer wieder die deutsche Seele packen, und so feiert der Luthergeist immer wieder eine Auferstehung, wie etwa in Bismarcks Wort: „Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts auf der Well!" „Gott ist gegenwärtig' und manchem anderen Lied. Da fühlt man es, wie ter denkende, philosophische Geist tes Deutschen sich in Den -Urgrund und Urfbrung des Lebens versenkt, suchend und sehnend, aber auch Demütig und ahnend: eine dauernde Mahnung daran, Daß die Wahrheit nur dem Geschöpf aufgeht, das im rechten Verhältnis zu seinem Schöpfer steht. „Vorn Himmel hoch, da komm' ich her." Mit den äußeren Zeichen unseres Weihnachtsfestes toiro ter Kintersinn ter deutschen Märchenwelt lebendig, der auch Erwachsene immer wieder mit seinem Hauber gefangen nimmt. Oder denken wir an den unerschöpflich' quellenden CieDerborn Paul ©er- hardt's: Die Fülle und ter Reichtum tes deut« Kreisen mit Geduld, weitgehendster Schonung ihrer Gefühle und feinem Takt ter allmählichen ilebergang vom lieb- gewordenen Alten Hu Dem in den dunkelsten Tagen De# B«t«rlantes gewaltsam geschaffenen Reuen zu erleichtern, hat man ihnen das Dasein nur herzlich schwer gemacht — vielfach wohl unbewußt, sehe häufig aber bewußt! — hat sie rücksichtslos beiseite gedrängt und ihnen oft Leute vor die Rase gesetzt, die erst im Rovember 1918 ihr „zuverlässige« Republikanerium" erkannten, die aber von den Pflichten und Aufgaben, die sie an Stelle ter Verdrängten nun übernehmen sollten kA dahin und auch viel später noch herzlich oder gar keine Ahnung hatten Die Kunst ter Mvnschentehandlung Haden eben viele neuzeitliche Mflaner bis jetzt noch viel weniger »»dtoirWr, att manche preußische Konservativen ter frübtwi Zeit. Daß die materiell und geistig mihhantelten Volksgenossen auf das Verhalten ter neuen Machthaber wenig freundlich reagierten, toeiwt auch nicht mit der plchsifchen Tat, sondern mit ihrer gr ißt Wen Kraft, und daß sich diese Stimmung temi co ipso auch auf Den Rachwuchs ütertrug. ist nur allzu natürlich Letzten Endes ist «ffo das IJfltet, 'lx* dem Lantesbildungsamt so große Kvpffchm«r»en bereitet, doch nur auf dem Boden gewachsen und groß geworden, den tie neuen Regierenden mit ihrer kurzsichtigen PvlMk so gut gedüngt haben. Aber das erklärt kc ©ttrmnuws des Rachwuchses noch nicht er- fchöpfaird. 6" in wxrmafjen weiter vervollständigt irtrb das Dild. wenn man an das erinnert, was die ebenfalls Dem 3rtt>ej: »«kielen. Das Lmrte»bildi»gsamt wird mit seinem neu« «rteß zwar 2»utzMichtmten imD Wahl auch gewisse Detetem auf Den Schulhöfen beseitigen, es wird damit aber tea G eist nicht ändern können, der «ren einmal 1* toeiiw Kreisen unserer Jugend ist. Auch ..non Herzen kommende und zu Herzen gehmche Ansprachen" im Sinne des Lantesbil- dungsamts werden keine Wandlung schaffen in ter heutigen hochgerichteten Gesinnung weiter Teile unserer Jugend, sondern nur ehre Wandlung, de» Geistes bei unseren Regieren den, also auch im Landesbildungsamt, kann eine allmähliche Aussöhnung Der heute noch abseits vom neuen Staate stehenden Volksgenossen mit Diefcm Staate herbeiführen. M e h:: Rücksichtnahme auf Die Gefühle Anderste' Tnter, taktvolles Vorgehen auf allen Geisten, llnterfciffung der Beamtenstellenbesetzw.lediglich >um dec Parteiverdienste willen, Ächtung Der Gesinnungsfestigkeit aufrechter Männer, FreihÄt der Heltenverehrung auch rn Iuaendbüchern, selbst wenn sie übereifrigen ^«zisisten auf die Rer'ven gehen sollte, Das find ä. B. einige Voraussetzungen und zugleich Grundpfeiler, aus denen die Regierenden von heute ficherar stehen können als auf Maßnahmen, die den üblen Beigeschmack ter mittelalterlichen 3n» guisttion t-abcn und obendrein noch den Lehrkörper zu Vigllantendienten herabdrücken wollen 5>ic jetzige v^ck>ehrt eingetellte und in ihrer Ver- kehrtheis noch> dazu rücksichtslos geübte Regie- runHspraxis wrftÜTnnt in weiten Kreisen, selbst von guten Demoteaten farm man diese Äeberzeu- gung hören; sie schafft nur das Gegenteil von tem, wffs man erreichen will. Auf dem andern Wege aber hat nxrn mehr Aussicht, Herzen zu ge- wnrnn, das geistige Deutschland schließlich doch für daS Reue zu erwärmen und damit auch beim Rechwuchk eine Stimmung zu schaffen, die es ihm möglich iw ♦en wird, „sich dem Volksstaat und feinen Ssnrichtungen verpflichtet zu fühlen". Die Ehefcheidungsfrage. Don Geheimrat D. Dr. Wilhelm Kahl, v. Pros, ter Rechte an Der Universität Derlln. Mitglied des Reichstags. Durch die Auflösung des Reichstags sind vranche gesetzgeberischen Plane zunächst hinfällig geworden. So auch Die Anträge zur Reform ter Ehescheidung. Als Mitglied tes Rechtsausschuffes tes verstvrtenen Reichstags werde ich mit fragen über Die weiteren Aussichten Der Reform be- fturmt. Ich kann diesem Ansturm nicht anders aerecht werten, als indem ich mich noch einmal öffentlich zur Sache äußere. Wie ter neue Reichstag sich dazu stellen wird, ist natürlich nicht vovauszusagen. Gewiß aber ist, daß Die alten Anträge wieterkehrrn und vielleicht neue hrnzutreten werten Lluszuschalten oder auch nur aufzuhalten ist Die Bewegung nicht. Sie hat eine Starke und praktische Bedeutung gewonnen, Die »am Gesetzgeber nicht einfach übersehen werten kann. Wer Daran zweifelt, informiere sich in ten Bureaus Der Eheanwälte und aus Den Akten ter Chegerichte. Für Die Dolkskreise, Die unmittelbar von ter Sache betroffen sind, bestehen wirkliche Rotstänte. Das können auch Diejenigen nicht bestreiten. Die, wie ich persönlich, jeder Erleichterung der Ehescheidung grundsätzlich mit öoigc und Bedenken gegenüberstehen Ich habe den Einwand gehört, das teutsckre Volk habe sich jetzt mit größeren und lebenswichtigeren Dingen zu befassen, als mit eherechtlichen Problemen. Dkser Einwand ist oberflächlich- Auch unter Der ungeheuren Katastrophe des Vaterlandes nehmen die E'nzelschicksale ihren unerbittlichen Lauf und wirken auf das Ganze zurück. Dies gilt von ter Ehe im besonderen. Gesunde Ehen sind die Grundlage gefunden Staats- und Volkslebens. Man Darf also das unbequeme Problem nicht abschieben. Man muß eine Lösung suchen, die Die Heiligkeit ter Ehe voll konserviert, ater ter Gerechtigkeit und den Rotwendigkeiten des Lebens Rechnung trägt. Der Streit gefyt um die srage. ob neben ten bereits bestehenden Ehescheidungsgriinten des Ehebruchs, Der Letensnachstellung, Der böslichen Verlasfung, ter schuldhaften Ehezerrüttung durch schwere eheliche Pflichtverletzung und der unheilbaren Geisteskrankheit noch der Scheidungs- gründ ter sogenannten „objektiven Ehezezerrüt- tung“ zugelassen werden, D. h.. ob Scheidung auch dann schon auf Antrag zulässig sein soll, wenn ohne Verschuldung eines Ehegatten aus irgend- welchen anderweitigen Ursachen eine so tiefe Zerrüttung tes ehelichen Verhältnisses eingetreten ist. daß eine Dem Wesen ter Eh: entsprechende Fortsetzung ter Lebensgemeinschaft nicht mehr erwartet werten kann. Eine sachliche Diskussion hierüber fetzt ten Tatsachenbeweis voraus, daß es vollkommene Ehezerrüttung ohne Verschulten eines oder beiter Ehegatten in Wahrheit und Wirklichkeit gibt. Dieser Beweis ist durch tausend Erfahrungen unb Beobachtungen, durch Die glaubwürdigsten Selbstzeugnisse, durch Aerzte, Geistliche und Juristen unbestreitbar und unwiderleglich erbracht. Die objektive Ehezerrüttung Bann durch sehr verschiedene Llrsachen bewirkt worden fein. -Unter Dem Druck äußerer Verhältnisse war ohne nähere Kenntnis ter beiderseitigen Eigenschaften und Lebensbedingungen eine Ehe unter Umständen geschlossen, Die einen Vorwurf ter Fahrlässig- feit nicht rechtfertigen. Während der Ehe hat sich an ten Schicksalen und Vorgängen des täglichen Lebens eine Unvereinbarkeit ter Temperamente und Charaktere Derart entzündet, daß sie auszugleichen auch bei redlichem Willen, versöhnlicher Stimmung und sittlicher Selbstzucht nicht gelingen Bann. Bei starker religiöser Empfänglichkeit und Empfindsamkeit beiter Ehegatten Hit Der eine Religion oder Konfession gewechselt oder es haben sich diese Differenzen aus Anlaß ter religiösen Kiirtererziehung entwickelt. Eine Verkettung unglücklicher Zufälle, plötzliche Verarmung, schuldlos eingetretenes geschlechtliches Unvermögen und ähnliches haben alle Bedingungen körperlicher oder geistiger Lebensgemern- t^aft hoffnungslos zerstört. Bei einem der Ehegatten hat sich chronisch eine jener unseligen, ysychopathischen Zwischenstufen festgesetzt, die die Grenze der Gesundheit weit überschritten, Die ter unheilbaren Geisteskrankheit längst nicht erreicht haben, tatsächlich aber die Fortsetzung ter Ehe zur täglichen Qual gestalten. Sn Gruchots Beiträgen zur Erläuterung Des deutschen R-echts, Hahrg. 67, H. 1 S. 8, 1924, habe ich aus eigener Kenntnis, ein Beispiel hinzufügen müssen, in Dem tz« in Worten, erkennen läßt, was ter Schäler DvistiO verarbeitet hat, und was er davon DaryiTtel ten imfkmte ist. - Bei ter zeichrnrischen BrlPwbter«- von Kor- Vern ist imner wieder M bedenken, daß eine nraM unterschätzende TätigHitDariA biLte^ einen Körper «rn Drei Dimensionen Dnrch «ne Zeichnung von zwei »ironfknien teMiftekte« Rur »u oft kann man beobachten, wie wenig ©rtoaetfene mit mir ütewrWr Mlduo, sind, wennsie eine Zeichnung erfassen svlten, uiD ym ihnen jugemutet wird, daraus er* flaee körper- ^(^Werkuni^richt^ter Papter und Pappe bearbeitet, leistet einer schufen ^akstrna von Qinte pnd Fläche reiche Hilfe, wie fre durch scheu Gemütes, alle feine Stimmungen im Verhältnis zur Ratur, zur menschlichen Geme»schaft. zur Welt der Wirllichkeit sprechen hier- m tiefer und echter Empfindung zu uns. Doch, auch geschichtlich betrachtet, ist das evangelische Gesangbuch ein Kulturdenkmal des deutschen Lebens, wie es Baum ein zweites rn solcher Gedrängtheit inneren Reichtumes gibt. Das Einzelgeschehen im Menschenteten, alte dre wechselnden Geschicke unserer irdischen Wallfahrt zwischen Den Polen von Geburt und Tod, Freud unD Leid, Zagen und Zweifel, Hoffnung und Gewißheit finden ihre dichterische Verkkirung, werden mit Den tiefsten Kräften Der uberteunten, geläutert, gestärkt und aus dem Fluch «gen Der Zeit heraus gehoben zum iln wan Debawi der Ewigkeit. Ebenso stark spricht daS geschichtliche Urleben des deutschen Voltes in Der .^ior^ioas- zeit, im Dreißigjährigen Kriege, m der Befreiungszeit (Sch weiß, an wen ich glaube!) airs den deutsch-evangelischen Kirchen bietet n; alte S«)win° gungen des deuchchen Gefühlslebens Erklingen getreulich Darin wieder. Luther, Gerhardt, Arndt: Drei leuchtende Sterne am deutschen Lieder Himmel. — Es mußte sich von selbst fügen, daß dse religiöse Dichtkunst des deutschen Denins sich mit ter tiefen, musikalischen Anlage unseres Wesens zu einer Einheit verband, welche die herrlichsten Offenbarungen Der Menschheit erblühen ließ. Wir brauchen nur an. das Ehoralbuch und an Männer wie Zoh. Seb. Bach zu denken. So kann die Öubeffeier des evangelischen Gesangbuches in dieser tiefernsten Zeit tem deutschen Volke zu rechter innerer Erhebung dienen. Wird dieser Geist tn Der deutschen Volksseele wieder lebendig, so ist uns nicht bange um die deutsche Zukunft. 22 Q nameliiye M die moderne OFEN POLITUR» BÜSSING la Grauguss 3877h GUMMI Sportkartell Vereinigung der Gießener Fachphotographen 020049 © Hosen Blusen J. 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