m. 92 Erscheint täglich, außer Sottiu und Feiertags, mit d. Somstagsbcüage: GietzenerFamllienblätter Mo»at5-Vez«ospre!s: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftlcitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. povschecr Verzicht „als der Weg zum echten Glück, indem er von der Hast und Aufregung, von den Mühen unb Sorgen des Durchschnittslebens gründlich befreit.“ Hier wird die Auflösung in ein wesenloses Werden gepredigt, durch die alle Sorgen unb Mühen verschwinden. Sehr mit Recht weist Eucken darauf hin, daß die Empfindungen, die in dieser Lebensanschauung zum Ausdruck kommen, für unsere gehetzte und zerrissene Zeit dadurch noch eine ganz besondere Anziehungskraft gewinnen, daß sie sich eng mit künstlerischen Stimmungen verbinden, welche Na- lureinbrücfe in tiefsinnige Symbole des seelischen Lebens verwandeln. Well diese wettflüchtige pessimistische Lebensauffassung unter dem schier unerträglichen Druck der Verhältnisse, den der teuflische Vernichtungs- wllle eines grausamen Feindes noch immer mehr zu verstärken sucht, immer weitere unb größere Kreise unseres Volkes zu erfassen droht, wird es auch immer mehr zu einem dringenden Gebot der Stunde, ihrer Verbreitung nut aller Entschieden- hell entgegenzutreten. Denn sie nimmt unserem Volke den Glauben, daß es der Not der Gegenwart jemals wieder Herr werden könne, und raubt ihm den Mut, alle Kraft daran zu sehen, diese Not zu überwinden; sie verführt es mit einem Worte zur Tatlosigkeit. Diese muß aber notwendig zum Untergang führen. Es gilt deshalb, den immer mehr sinkenden Glauben und Mut zu heben. Den Glauben an eine bessere Zukunft können wir wiedergewinnen, wenn wir in der Geschichte unseres Volles Umschau hatten, die uns zeigt, daß dieses schon oft durch tiefste Abgründe gegangen, aber doch immer wieder durch unverzagten Kampf mit alten sich! entgegen- stellenden Hindernissen zu neuen Höhen emporgeklommen ist. Unb das felsenfeste Vertrauen mit dem große Männer in diesem Kampfe die Führung übernommen, und ohne Zagen trotz aller scheinbar unüberwindlichen Widerstände sich einen , Weg zu neuen Erfolgen gebahnt haben, soll auch in uns ben Mut stählen, mit Einsetzung aller Kräfte ben Kampf mit unserer traurigen gegenwärtigen Lage aufzunehmen und ihn nicht eher aufsugeben, als bis er zu einem siegreichen Ende geführt ist. Nur, wenn wir diesen Mut und Glauben ausbringen, dürfen wir auf eine Besserung unserer Lage hoffen. Pessimismus ist ebenso sehr zu verwerten wie ein vor der Not unb dem Elend der Zell die Augen verschließender und in persönlichem Behagen, sei es auch feinerer, etwa künstlerischer oder wissenschaftlicher Art, sein Genüge findender Optimismus. Weder jener Pessimismus noch dieser Optimismus ftmn uns Rettung bringen in unserer Not; in keiner von diesen beiden Lebensanschauungen kann überhaupt das Ganze des deutschen Lebens sein Genüge finden. Dieses bedars vielmehr eines die Not, das Dunkel und das Leid klar sehenden unb vollauf würdigenden, aber von dem unerschütterlichen Glauben, daß wir, wenn wir unsere ganze sittttche Kraft einsehen, alle Widerwärtiglei en und allen Hammer überwinden werden, erfüllten ethischen Aitiois- mus, für ben der Mensch nicht ein bloßes Werkzeug der Kultur, sondern ihr eigentlicher ^Schöpfer ist. An dem Ufer, an dem wir gegenwärtig stehen, droht uns der Untergang. Wie auch die Wasser brausen unb wüten, wir müssen hinüber an das andere Ufer, an dem uns die Rettung winkt. Drum hinein in das Schiff! Trau dem Glücke, trau den Göttern, Steig trotz Wogendrang und Wettern Kühn wie Cäsar in ben Kahn! Helfen wir uns selber, dann wird uns auch Gott helfen. „Unser schlimmster Feind ist die eigene Verzagtheit, ist der Mangel an Mut und Glauben." Diese zu überwinden, ist das Gebot der Stunde! Auch das TexLilabkommen verlängert. Köln, 16. April. (WTD.) Die von der Textilindustrie des besetzten Gebietes mit der Rheinlandkommission erneut geführten Besprechungen über eine Verlängerung des Tex- tilabkommenS wurden beendet. Mit ^rücksicht auf die gesamte wirtschaftliche und politische Lage entschloß sich Die Industrie das Abkommen auch zu den geforderten schweren Bedingungen zu unterzeichnen; die Uebernahme der gegen früher erhöhten Lasten erfolgte hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt, den Fortgang derEr- zeugung sicherzustellen, um dadurch die Arbeitslosigkeit und die daraus sich ergebenden Folgen für die Arbeitney- mer schaft zu vermeiden. Veamtengehälter und Wahlen. Berlin, 16. April. (WB.) Don gewisser Selle werben Gerüchte ausgebreitet, wonach die letzte Gehaltsaufbesserung der Beamten unb Angestellten nursürbieWa'hlzeitbe- stehen bleiben solle. Das Kabinett beabsichtige, nach der Reichstagswahl die Gehälter wieder herabzusehen. Hierbei handett es sich um ein 1 endenziöses Wahlmannöver, das um so unverantwortlicher erscheint, als es geeignet ist, ohne jede Spur von Berechtigung unnötige Unruhen in die Beamten- und Angestelltenkreise zu tragen. Amtlich wird feftgeftellt, daß die erwähnten Gerüchte völligaus der Luft gegriffen sind. Der Reichsregierung liegt jeder Gedanke an eine Herabsetzung der jetzigen Gehälter durchaus fern. Sie ist im Gegenteil nach wie vor entschlossen, der Notlage der Beamten unb Angestellten im öffentlichen Dienst- durch eine weitere Verbesserung der Bezüge abzuhelfen, sobald die Finanzlage des Reiches unb der allgemeinen wirtschaftlichen Derhalsiiisse, insbesondere die Rücksichten auf die Aufrechterhaltung der Währung, an der gerade die Beamtenschaft das allergrößte Interesse hat. dies gestatten wirb. Der Personalabbau. Berlin, 17. April. (Priv.-Tel.) Durch ba8 Spo rkvmmissariat sind auf Grund der Personalabbau Verordnung bis zum 1. April 333000 Beamte, Angestellte und Arbeiter abgebaut worden. Das sind ungefähr 20 Proz. des G e -- samtpersonalbeflandes des Reiches vom 1. Oktober vorigen Jahres. Die Ersparnisse an personellen Ausgaben, die durch diesen 20)bau erzielt worben sind, belaufen sich auf rund 300 Millionen Goldmark in bar. Das ist, an dem Gesamtaufwand des Reiches bemessen, 4 Prozent, an Personalaufwand 10 Prozent. Dazu kommen noch erhebliche Ersparnisse in Sachausgabe n, wie z. D. für Miete, Heizung, Licht ufto. Von einer Absicht ter Reichsregierung, auf ben Abbau der noch verbleibenden 5 Prozent der zum Abbau bestimmten 25 Prozent des De- samtpersonalbestandes des Reiches zu verzichten, ist vorläufig noch nichts befarmt. Wie die Blätter melden, besteh! jedoch nach wie vor bei der Reichs- regierung die Entschlossenheit, die Personalabbau- — Die Wahlen zum Bezirkstag der Amts- Hauptmannschaft Plauen ergaben 24 2lb- gevrdnete der Rechtsparteien und 16 Abgeordnete der Linksparteien zusammen. Ms her gehörten dem Bezirkstag 24 Sozialdemokraten und 16 Bürgerliche an. nur oon zwei von lyaen, ernzuverusen tn Der An der Washingtoner Konferenz. Macdonald erNärte, er sei durchdrungen von der Aeberzeugrmg, daß man sich, sobald einige der gegenwärtig bestehenden Schwierigkeiten in Europa beseitigt seien, unt der Frage der Rüstungen sehr ernstlich befassen müsse. Wenn er den Eindruck habe, daß die geringste Möglichkeit auf eine gute Aufnahme einer ent- sprechenden Anregung bestehe, so sei er bereit, sie zu machen. Er glaube der Zustimmung des ganzen Hauses sicher zu fein, wenn er erkläre, daß», toerm er von irgendeiner anderen Macht ausgefvrdert wurde, mitzuhelfen, eine derartige Vereinbarung zustande zu bringen, seine SU reiner s olche n Einladung offen stehe. Er würde gerne sehen, Daf?. dies allgemein sei. ES sei von Der größten Bedeutung, daß nicht nur kein G und zum Streite, sondern auch keinGrundzuMißversländ nissen zwischen Frankreich und England bestehe. Es sei äußerst wichtig daß dies so sei. 2lber. wie das Haus wisfx, g be es andere Mächte, die an diesem vedaue lichen Wettrüsten in der Luft teiln hmen, daö bereits begonnen habe. Es würde nxit besser sem. w.nn man eS erreichen könnte, eine 211 von Washingtoner Abkommen zustan e zu bring- n nich nur enj äleb rein kommen zw s - e i zw i Mach rn 'on- b-cm zwischen vielen Mächten, damit Frank eich, England, Italien und alle anderen ein gewiiseS Maß von Sichwhüt erhielt, n. DaS grobe Problem sei, ein Gefühl von S i che r he i t zu schissen, und das sei ja in dec Hauptsache eine psychologische Angelegenheit. Kleine politische Nachrichten. Ser Berliner Stadtvervrdnetenausschuß für den Abbau des Magistrats hat den sozialdemokratischen Antrag, den Posten des Stadtschulrates beizubehalten, abgelefynt. Somit ist der durch seine schulreformerischcn Bestrebungen bekannte Stadtschulrat Paulsen in erster Lesung abgebaut tporben. 3m Prozeß gegen die Adjutanten Roßbachs und Röhls, die Leutnants a. D. Heines und Oswald sowie gegen den Leutnant v. P r o cf) vom LandcSpolizeiamt München vor dem VolkS- aericht München I wurden die Angeklagten wegen Beihilfe zum Hochverrat zu je einem Jahr drei Monaten Festungshaft und je 100 Ml. Geldstrafe verurteilt. Sämtliche Angeklagten erhalten Bewährungsfrist bis zum 1. April 1928 und werden sofort auf freien Fuß gesetzt. ocrorDnung n icyt langer a is un Deoingi n o i i g in Kraft zu lassen und diesen auf der B^rmionjUiaft lastenden Druck sobald als irgend angängig von ihr zu nehmen. 2lus die Länder II n d 0 emeinden entfallen 500 000 Beamte, Angestellte und Arbeiter, die bereits aus dem öffentlichen Dienst ausgeschieden sind ober in der -nächsten Zeit auf Grund Der Persvnalabbauver- DtLi.ung ausgeschieden werden. Teilwkiscr Verkehrsftreik in Berlin. Berlin, 17. April. (Priv.-Tel.) 3n der Lohnbewegung bei den großen Berliner Verkehrsunternehmungen ist eine Entspannung insofern eingetreten, als bei der Straßenbahn in Verhandlungen zwischen Personal und Direktion eine Einigung in der Frage der Aufbesserung der Löhne erzielt wurde. Der für die Hochbahnange st eilten ergangene Schiedsspruch wurde vom Schlichter für Großberlin, Wissell, verbindlich erklärt. Die Urabstimmung unter dem Personal der Berliner Hoch- und Untergrundbahn hat eine Dreiviertelmehrheit für den Streik ergeben. 2Iuf Grund dieses Ergebnisses haben die Funktionäre für SamStag früh den Streik beschlossen. 3n den Verhandlungen zwischen Direktion und Fahrpersonal der Berliner Omnibusgesellschaft ist eine Verständigung über die Lohnaufbesserung erzielt worden. Eine Sonderliste des hessischen Bnuernbnndes. D a r m st a d t, 17. April. (Vriv.-Tel.) Zur Reichstagswahl hat der Hessische Bauernbund, nachdem die Verständigungsversuche mit der Deutschnativnalen Partei gescheitert sind, gemeinsam mit der rheinhessischen Bauernschaft folgenden Wahlvorschlag aufgestellt: Dorsch, Wilh., Wolfersheim in Oberhessen, Dr. Otto Mob US, Siefersheim bei Alzey, Rheinhessen, Glaser, Konr. Karl, Nordheim, Starkenburg, und Fritz, Wilh., Crainfeld in Oberhessen. Eine Nüstungsdebatte im britischen Unterhaus. London, 24. April. (WB.) 3m Vaterhaus fragte Kenworthy den Staatssekretär des Auswärtigen, ob einVertragzwischen den Regierungen der Türkei und des Deutschen Reiches abgeschlossen wurde und ob sie Bedingungen des Vertrages dem Unter- häufe mitgeteilt werden könnten. Ponsonby erwiderte, es sei nicht Brauch, dem Parlament Verträge zu unterbreiten, die zwischen Dritten abgeschlossen wurden. Ob der Vertrag derartig beschaffen sei oder die britischen 3nteressen so be- . rühre, daß er ein Abweichen vom allgemeinen Brauch rechtfertige, sei eine Frage, worüber die britische Regierung nicht urteilen könne, bevor sie nicht den Wortlaut erhalten habe. — DaS liberale Parlamentsmitglied General S e e l h warf dann die Frage der Rüstungen in der Luft auf und sagte, er glaube, der gegenwärtige Zeitpunkt sei günstig für einen Versuch, die Last zu erleichtern, ' die so schwer die Völker Europas, insbesondere Englands und Frankreichs, drücke. Die Lage sei außerordentlich ernst. Frankreich habe eine große Luftstreitmacht aufgebaut. Er glaube nicht, daß sie gegen England gerichtet sei. Es sei jedoch Tatsache, daß mit einem Wettrüsten in der Luft begonnen worden sei. Er hoffe, daß der Premierminister in der Lage sein werde, eine Konferenz der Mächte, vielleicht sogar Aus Stadt und Land. Gießen, den 17. April 1924. Karfreitag. ES würde einen großen, seelischen Gewinn bedeuten, wenn die Menschen unserer Zeit, auch die, die nicht in die Kirche gehen, in der Karwoche, besonders am Karfreitage, den Bericht der vier Evangelien über das Leiden und Sterben Jesu lesen würden, und zwar in stiller Stunde, langsam, jeden Sturz überdenkend. Sophokles, Dante, Shakespeare, Goethe reichen mit ihren Dichtungen bei weitem nicht an die packende Gewalt der hier geschilderten geschichtlichen Ereignisse heran. Erschütterndes spielt sich vor unseren Augen ab. lieber dem letzten Ostermahl, das Jesus mit seinen Jüngern hält, liegt tiefer Friede gebreitet, nur am Schlüsse macht sich Wehmut geltend, als der Meister von sei '.em nahen Tode spricht. Der Vollmond scheint, als Jesus den Kidronbach überschrei et und nach Gethse- mane geht. Voltaire, bec mit seinem Spott oft genug Heiliges angetastet hat, ist still geworden, als er von dein urüer uralten Bäumen betenden und ringena-en Manne las. Fackelschein kommt aus der Ferne, ( eüet an dem Buschwerk auf und nieder, Judas kommt mit einer schwerttra enden Schar, und Jesus wird gefangen genommen. Eine unruhige Nacbt folgt. 3m Palast des Hohenpriesters wird der Gefangene verhört, Petrus sagt sich draußen im Hofe, am lodernden Feuer vorübergehend von ihm los. Beim Tagesgrauen geht der Zug zu Pilatus. Ein gewaltiges Drama spielt ftch dort ab. der hochgestellte Römer kämpft, um sein besseres Selbst, um ein unverletztes Gewissen zu bewahren, und unterliegt schließlich dem Druck der Menschen. Vergebens warnt ihn seine Gattin, die sein guter Geist ist. er verurteilt den, den er für unschuldig hält, zum Lode. Run reiht sich ein ergreifendes Bild an das andere: der k.euzttagende Jesus auf dem steilen We e, Simon von Khrene, der ihm bad Kreuz abnimmt, die klagenden Frauen am Wegrande. Enolich sehen wir das Kreuz aufragen und sehen unter ihm das Menschen- geschlecht in verschiedenen Typen ausgeprägt: die verrohten, den Sterbenden verspottenden Kriegsknechte, die Führer des jüdischen Volkes im Gefühle ihres Triumphes, aber auch den wilden Mann mit der dunklen Vergangenheit, der in der Todesnot sich an Jesus wendet und von ihm die Kraft erhält, ruhig zu sterben, und Maria, die Mutter Jesu, durch deren Seele nach einer alten Weissagung in dieser Stunde ein Schwert dringt. 3n solcher Umgebung stirbt Jesus, er stirbt, wie er gelebt hat. Er weiß sich in Gottes Händen wie einst, da er im Sturm Über den See Genezareth fuhr, er bekundet seine Liebe zu den Menschen wie einst in glücklichen Tagen auf den Fluren Galiläas, er vergibt seinen Feinden, wie er es in der Bergpredigt seinen Zuhörern als neues Gebot eingeprägt hat. Man darf Jesu Tod nicht isolieren. Seine Bedeutung kann man nur ermessen, wenn man ihn mit dem Leben des Heilandes in Verbindung bringt. Jesus trat mit einem ganz ungeheueren Ansprüche unter die Menschen. Er nennt sich den Sohn Gottes, den König des Himmelreiches, er will der Bote aus einer anderen Welt sein. Es werden Worte von ihm überliefert, die ein ganz seltenes Selbstbewuht- sein bekunden und seine Stellung in der Welt als eine einzigartige bezeichnen: „Ich bin das Licht der Welt. Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Mir ist gegeben alle Gewalt imHimmel und auf Erden." Die Art, wie er stirbt, ist der Beweis, daß Jesus in der Tat über alles Menschenm ah hinausragt und mit irgendwelchen Religionsstiftern nicht auf eine Stufe gestellt werden kann. Man darf das Ereignis auf Golgatha auch nicht gegen die Geschichte der machfolgenden Jahrhunderte isolieren. Diese Geschichte beweist auch, daß Jesu Selbstzeugnis nicht maßloser Veberspannung entspringt, sondern daß Jein heiliges Leben, das in feinen letzten Stunden zur Vollendung kommt, und daß die Art, wie er stirbt, auf die Menschheit in ihren tiefsten Röten und dunkelsten Rätseln tröstend und wegweisend wirkt. 3n allen Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung haben Menschen, das eigene Kreuz nicht nur in Geduld Das deutsch-russische Wrrtschastsbüudms. Moskau. 16. 2lpril. (Russische Telegr.- 2Igentui.) Die gesamte Soroietpre.se verzeichnet die Wiederkehr des zweiten Jahrestages des Rappallovertrages. Die bervorraqende Rolle Deutschlands im Außen- handel Sowj trußlands wird allgemein hervor- gehoben. Die Wirtschaftspresse bringt eine Ueber- sicht über den deutsch-russischen WirtschaftSvec- iebr nach dem Abschluß des Rappallovertrages: darnach betrug im Jahre 1922 der Export e-ajct u' l lnds nach Deutschland 165 Millionen Goldrubel, der Import 187 Millionen Gold- '.ubel: im Jahre 1923 betrug der Export 73 Millionen un) der Import 180 Millionen. Unter den Konzessionären steht Deutschland an erster Stelle, bisher wurden 16 landwitt- schaftlich-e, industrielle und Eisenbahnkonzessionen an deutsche Firmen gegeben. 3n einer ilntcr- rebung mit einem Vertreter der russischen Tclr- g-.-aphenagentur würdigte Tschitscherin Die welthistorische Bedeutung des Rapallover- rraged, der den Abschluß der ersten RachkriegS- periode und des Triumphe- der Siegerstaaten L-.^eutc. Aus Genua, wo die Ententemächte das widerspenstige Sowjetrußland auf die Knie m zwingen hofften, wo die Frage der deutschen Reparationen ausgeschaltet worden sei, hätten ,i ilcin Deutschland und Sowjetruß- :an'o einenVertragheimgebrächt, der -,uth Eckstein einer ganzen Periode ihrer Be- ziehungen geworden sei. Vom Gesichtspunkte der eigenll.chen diplomatischen Kombinationen habe der Rapallovertrag sehr bedeutende politische Vorteile für be-de Staaten gebracht und deren internationale Lage gefestigt: nicht nur Sowjetrußland habe hochwichtige s., 2 Sst ' unkte gewonnen, sondern auch Deutschlands m s nationales spezifisches Gewicht sei sofort gestiegen. Abg-schen von den politischen Kombinationen der regierenden Kreise erblickten die weitesten Volksmassen beider Länder im Rapallovcrtrag die beginnende Verwirklichung von Gedanken, die von der größten Bedeutung für die Zukunft seien. Die gewaltige Bedeutung eines Wirtschaftsbündnisses beider Länder sei von beiden sofort erfaßt worden. Zugleich sei der Ra- palloverttüg der Ausdruck einer ti^wurzelnden Besonderheit der Politik der Sowjetrepubliken als eines Freundes aller unterdrückten und bedrohten Völler. Zwei Jahre seien eine so kurze Frist, daß nur die ersten Keime der welthistorischen Bedeutung des Rapallovcrtrages zur Reife ge- läugen könnten. Der Vertrag bleibe ein Wegweiser für bie Zukunft. Die unübersehbare Bedeutung der ihm zugrunde liegenden politischen Konzeptionen werde sich in Zukunft entfalten. getragen, sonvern in ihm auch einen Quell OeS Segens gesehen, weil sie auf Jesu Kreuz hin- chauten. Unter der Anklage des Gewissens wäre so mancher verzweifelt, wenn Golgatha nicht gewesen wäre. Und daß sie mit dem Tod« innerlich fertig geworden sind und die Brücke, die von diesem Leben in das jenseits des Grabes liegende Land führt, ohne Furcht betreten haben, ist Unzähligen nur deshalb möglich gewesen. weil f.c auch auf sich das Wort des sterbenden Erlösers bezogen: „Heute wirst du mit mir im Paradiese sein." H. D. 4? Gicstencr Wochenmarktprcise am 15. April 1924 (Händler-Preise). Cs kosteten: Butter Pfd. 200 Pf., Matte 30. Käse 70. Eier Stück 11—12, Wirsing Pfd. 60 Weißkraut 35, Rotkraut 50—60, Gel.e Rüben 20. Rote Rüben 30, Spinat 100, Blumenkohl Stuck 200—250, Salat Kopf 60—80, Rupfsalat Pfd. 400, llnter-Kohlrabi 8, Grünkohl 60, Rosenkohl 120, Feldsalat dOO, Tomaten 180, Zwiebeln 30, Lauch Stuck 10—20, Meei-wettich Pfd. 40—150, Sellerie Stück 10— ICO, Schwarzwurzeln Pfd. 100, R-aoieschrn Bund 40, Karlo,sein Segen. — Als die römischen Kriegs- frletzte aus Ler Suche nach dem Kreuzhvlz waren, leisteten — so berichtet eine ungarische Sage — alle Baume heftigen Widerstand und wolllen fiel; nicht fallen lassen. Die Eiche wehrte sich mit allen ihren Kräften: t>ie Tanne stach mit ihren Radeln, die Weide bog sich bald nach rechts, bald nach links, so das) die KrisgSknechte sie nicht abhauen konnten. Da ergriffen sie die wehrlose ,Espc, die seit dieser Zeit heftig zittert, aas Angst, wieder zu einem so schändlichen Werk dienen zu rüussen. Anderer Deutung mich wurde die Gspe, weil sie stolz und regungslos dastand, während Me anderen Bäume erbebten und sich zur Erde neigten, von Gott dazu verdammt, nie zur Ruhe joU kommen und ewig zu zittern. Wie eine polnische Sage erzählt, ist der Espe, seitdem sie als Kreuzholz diente, die Kraft verliehen, Schuh gpgen Blitzschlag zu gewähren. — Rach einer pomnmr- schen Sage hat die Tanne das Holz für Christi Kreuz geliefert; seitdem wachsen ihre Zw i,.e rund um den Stamm herum, so daß eine Anzahl kleiner Kreuze entsteht. Weil daS Blut des Gekreuzigten an ihr herunrerflvß, wurde sie der einzige Daum nördlicher Länder, welcher das ganze Jahr hindurch sein Grün behäll. Auch die Erle soll als Kreuzholz gebient haben, sie wird deshalb heule noch an der. Stelle, wo man in sie hineinschnerdet, bluttawt. Eine süddeutsche Legende ea-zählt, daß die Weide deshalb ihre Zweige hängrn läßt, weil die Kriegsknechte daraus die Ruten flochten, mit denen sie den Heiland pettschtm. Di^er warf dem Daum einen Blick des Schmerzes zu und sprach: „Traure, Weide!" — Dom Brombeer- strwlch heißt cs, daß daraus die Geißeln gemacht worden seien. Deshalb zeigen seine Blätter heute noch rötliche Flecke. Dre Weinrebe, die Zeugin von Christi Tode war, vergoß darüber Tränen. AlS ihre Früchte gekeltert waren, gaben sie eiivn besonderen köstlichen Wein, den die Winzer La- crimae Christi nannten und der hurte nc»ch in Sütütalien angelxmt wird. Don tie’em Schmerz erfüllt war auch der Kreuzdorn, in manchen Gegenden .unseres Heilands LNarierdorn" genannt, aus be|fan Zweigen die Kttegs knechte trotz seines heftigen Sträubens die Dornenkrone des Erlösers wanden. 'Da Christus seine Vnschuld kannte, segnete er ihn und seitdem trägt er weiße Blüten. — 3n Suddeutschland heißt heute noch eine besondere Art der Wildrose „des Heilands Dornen-- kröne". Die roten Punkte auf ihren Blättern sollen von Christi Blut herrühren, das einst darauf fiel. — Zu den Blumen, von denen die Legende berichtet, daß sie unter dem Kreuz von Golgatha erblühten, gehörte außer der Steinnelke, die aus Dluttropfcn des Erlösers entftan- den sein soll, die buigenaimte Passionsblume (Passiflora), die im 17. Jahrhundert nach Europa kam. Sie trägt in ihrem Kelch die Qltartertoerf- zeage Christi: Dornenkrone, Rägel, Hammer usw. An daL Leiden des Heilandes soll auch der rote Klee oder Dlutklee erinnern, der ursprünglich weiß war. Alls Jesus tn Gethsemane betend mit seinem himmlischen Vater rang.f fielen seine Schweißtropfen auf die Kleebluten, die über 2?acht rot wurden und einen bitteren Geschmack bekamen. Seitdem meiden die Bienen den roten Klee und befliegen nur noch den weißen. — 2^.n der Moos- rose erzählt eine sinnige Legende, sie sei aus einem Blutstropfen Christi entstanden, der auf das Moos fiel, wäh end die Damaszener Rose au8 ben Schweißtropfen erwuchs, welche er auf dem Wege nach Golgatha vergoß. — Wie die Pflanzenwelt hat frommer Glaube auch die Tier-" well mit Christi Leiden und Sterben in Zusam- meirhang gebracht. Dom Rotb-tzlckxm heißt cs, daß- es betrübt das Kreuz umflatterte und versucht habe, die Dornen aus dem Haupt Christi zu entfernen, wobei seine Brust vom Blut rot gefärbt wurde. Der Kreuzschnabel bemühte sich, mit seinen schwachen Kräften die Rägel aus Händen und Füßen hevauszuziehen. Seit dieser Bett hat er einen kreuzweise verbogenen S.hnabrl, Die Lerche wollte für den dürstenden Heiland in ihrem kleinen Schnabel Wasser h^beiholen. Zum Dank segnete sie dieser und verlieh ihr den schönen Gesang und den hohen Himmelsflug. Don den Fischen des Flusses, an dem Christus auf dem Wege zur Schädelstätte vorbeikam, erzählt die Legende, daß sie sich versteckt hätten, um seine Qualen nicht mit ansehen zu müssen und daß das Rotauge sich die Augen bluttg geweint habe. Rur der Hecht schwamm raubgierig hin und her. Als Jesus das 2iauschen des Wassers hörte, sah er hinein und ließ- sein 2Luge freundlich auf dem Tier ruhen, das von Reue ergriffen schnell untertauchte. Bon da an trägt der Hecht in seinem Kopf aus Graten gebildet die Marterwerkzeuge des Heilands, damit 4r ihn nie vergißt. — Aber nicht nur von Tieren und Pflanzen ist in den Karsreitagsmythen die auch der Mensch spielt eine Rolle darin. Am bekanntesten ist die Legende vom Schweißtuch der heil gen Veronika, jener frommen Frau, welche, von Mitleid ergriffen, Christus auf seinem Gange nach Golgatha ihr Tuch reichte, um Angstschweiß und Dlut damit abzuwischen Als sie es zurückierhiell, zeigte es den deutlichen 2lbdruck des Gesichtes Christi. Uralt ist die Legende vom ewigen Juden, dem unbarmherzigen Schuhmacher AhasvcroS zu Jerusalem, der- dem erschöpften Heiland auf dem Wege zur Rtchtstätte die kurze Rast vor seiner Tür verweigerte und ihn toeitertrteb. Zur Strafe traf ihn der Fluch, nirgends Ruhr zu finden und wandern zu müssen bis zur Wiederkehr Christi zum Weltgericht. Diese Mythe hat die Völker in allen Ländern seit undenklichen Zeiten be- schästigt, mehr noch säst, als die Faustsage, älns Deutschen aber ist eS ein Rationalmythos geworden, denn die in ihm verkörperte Anschauung, daß, wer am Göttlichen frevelt, nach dem Tode keine Ruhe findet, ist in zahlreichen anderen Sagen, wie br der vom wilden Jäger, vom fliegenden Holländer usw. tevtvetak Wer diese Kätzchen mir nach Hause schleppt und sie nach kurzer Zeit doch wegwirft, versündigt sich an der Schönheit der Natur und gcfährixt außerdem das Leben der fleißigen Honig träger. '".Das Radfahrfest des Deutschen Radfah rbundeS — Gau Lahn —, verbunden mit dem silbernen VereinS-Iubi- läum des hiesigen Radclub „Germania", findet vom 5. bis 7. Juli dank dem Entgegenkommen der Stadtverwaltung, auf dem Oswalds- garten statt. Die Fest-Ausschüsse sind schon seit einiger Zeit rüstig an der Arbeit, um das Fest unserer Stadt würdig auszugestalten. Die bedeutendsten Radfahrvereine des großen Deutschen RadfahrbundeS haben, wie man uns mitteilt, ihr Erscheinen bereits zugesagt, so bah unsere Mitbürger alle Arten des Rad- fahrsportes in höchster Vollendung zu sehen bekommen dürften. ’• Ernennung. Der bisherige Verwalter der Prov.-Pflegeanstalt. Oberinspektor Z u n g h erselbst, ist durch Beschluß des Provinzkalaus- schusses zum Direktor ernannt worden. Land?rcis Gictzen. d Lich. 15. April. Der Gemeinderat genehmigte in seiner gestrigen Sitzung einen von der Landgestütsbirektion in Darmstadt vorgelegten Vertragsentwurf, wonach der hessische Staat für jeden während der Deckzeit deS Jahre« 1924 in der hiesigen G e st ü t S st a t i o n aufgefteüten Hengst an MietzinS 30 Mk. und für Stellung eines Zimmers nebst Einrichtung für den Wärter 40 Mk. an die Stadtkasse bezahlt. Außerdem bleibt der Stadt der sich von den Landgestütsbeschälern ergebende Dung unentgeltlich überlassen. , — Das Pachtgeld für das den Vauxitwcrkcn in Gießen überlassene W a l d g e l ä n d e im Kleinhäuserberg zur Aus- bettung des Dauxitvorkommens wurde ab 1.April 1923 pro Morgen auf jährlich 96 Mk. festgesetzt. — Die Gebühren für die von au-wärts beige- triebenen Schafe zur städtischen Herde wurden für ein Schaf auf 5 Mk. und für ein Lamm auf 2.50 Mk. für das Jahr 1924 festgesetzt. — Der Abgabepreis für das an das Amtsgericht und AmtsgerichtSgefängniö gelieferte Brennholz touruc auf 10 Mk. für einen Raummeter B -chenlch ithol, und 6 Mk. für einen Raummeter KlesernknüppeHolz festgesetzt. — Rach einem früheren Gerne nderatsb schl ß jo lte die Butzbacher Straße an ihrem westlichen Ende einseitig mft Kugelakazien bepflanzt werden. Der Gemeinderat hält er aber für zweckmäßig, an Stelle der Kugelakazien rot blühenden W e iß- d o r n zu verwenden und die Arbeit im kommenden Herbst zur Ausführung zu bringen. — Da der im vorigen Jahr gekaufte Simmentaler Bulle sich als zuchtuntauglich erwiesen hat, wurde dem Verkauf desselben zu 44,20 Mk. je Zentner Lebendgewicht zugestimmt und auf Antrag von ca. 84 Tierhaltern beschlossen, einen rotbunten Friesenbullen neu zu beschaffen -- Ein Baugesuch der Firma K. Köhler in Lich zur Errichtung eines neuen Lagerhauses in der Bahnhofstraße wurde nicht beanstandet. — Der Gemeinderat erhielt davon Kenntnis, daß nach einer mündlichen Mitteilung des Forstamtes Lich die F ö r st e r st e l l e Lich II infolge des Beamtenabbaues nicht neu beseht wird. Der Großhäuserberg soll der Försterei Langsdorf und der übrige Teil der Försterei Lich I gugctcllt werden. — Auf ein Gesuch des Schneidermeisters Georg Beyer, ihm den Bauplatz in der Mittelgasse für dauernd zu über- lassen, wurde beschlossen, dem Gesuchsteller eine letztmalige Frist zur Bebauung dieses Platzes mit einem Wohnhaus bis zum 31. Dezember d. 3. zu gewähren. — Dem Karl Heinrich Fuhr dahier wurde auf sein Gesuch hier ein IVz Meter breiter Geländestrelfen am Wall zu 2,50'Mk. pro Quadratmeter käuflich überlassen. Durch diesen Geländezuschnitt hofft der Gesuchsteller einen genügend großen Platz zur Errichtung einer Verkaufs- und Ausstellungshalle für landwirtschaftliche Maschinen zu erhalten. — Die Zahl der Bauluftigen, die Antrag auf Bewilligung eines Darlehns auS öffentlichen Mitteln gestellt haben, beträgt 24. Kreis Friedberg. rm. Friedberg. 16. April. Die gestrigen Verhandlungen über die M i l ch Preisfestsetzung, die in Frankfurt zwischen den Vertretern des Bauernbundes und der Stadt Frankfurt bezw. der MilchversorgungS- Aktiengesellschaft geführt wurden, haben keine Einigung gebracht. Die Landwirte gaben die Erklärung ab: »Wir erkennen die Diktatur der Milchversorgungs-2DiengeIeU.schafr in Frankfurt a. M. nicht an, sind aber zu weiteren Verbandlungen bereit." In der Begründung wurde gesagt, daß selbst die Vertreter der Städte anerkannt hätten, daß das Vorgehen der Milch- verjolgunaS-'Mticngesellschast nicht richtig sei. Trotzdem beharre dre Gesellschaft auf ihrem Diktat. * Butzbach. 16. April. Wegen Lohn- differenzen ve r w e i g r r te n die Arbeiter der Firma A. I. Tröster die Fortführung der Akkordarbeit. Da cS zu keiner Verständigung kam, hat dann die Firma die g esam te Belegschaft ausgesperrt. Der Be-° trieb ruht zurzeit. Kreis Schotten. * Freienseen, 16. April. Unsere Gemeinde beabsichtigt, im S e e n b a ch eine Stauanlage zur Gewinnung etned DadeplaheS zu enichlen. Die Pläne und Beschreibungen liegen zur Zeit auf der Bürgermeisterei aus. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 16. April. Einbrecher haben nachts dem hiesigen Eisenbahn-Güterschuppen einen Besuch abgestattet. Sie öffneten fast sämtliche Kisten und Kasten, wurden bei ihrer „Arbeit" aber gestört und ergriffen unter Zurücklassung eines Revolvers die Flucht. Eine Lieberficht Über den Umfang des entwendeten Gutes kvnnto noch nicht gewonnen werden. Krci- Wetzlar. A Dutenhofen, 16. April. Der Apo-' theker Julius Klug aus Düsseldorf stürzte 300 Meter von der hiesigen Station entfernt aus dem Personenzug, der Gießen 10,14 Ahr abends verläßt. Er wurde von Streckenarbeitern bewußtlos in einer großen Blutlache liegend aufgefunden und zum Bahnhof gebracht. Der Verunglückte war auf einen Hausen Steine gefallen und hatte am Kopf schwere Verletzungen davongetragen. Der hiesige Arzt brachte dem Manne die erste ärztliche Hilfe und verbrachte ihn dann in die Gießener Klinik. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 16. April. (Wolff.) In einem Hause der Darmstädter Landstraße sind gestern abend zwei kleinere Kinder beim Spielen mit einem Feuerzeug verbrannt. Die Eltern, die die beiden Kinder hatten allein lassen und einschließen müssen, fanden sie bei ihrer Rückkehr als völlig verkohlte Leichen auf. fpd. Frankfurt a. M., 16. April. Die Diebstähle seltener exotischer Vögel in den verschiedensten Zoologischen Gärten, u. a. auch in Frankfurt, sind jetzt zum Teil ausgeklärt. Dir Ermittlungen führten auf die Spur eines jungen Mannes, der diese Diebstahle ohne Zweifel im Um^er reifen gewerbsmäßig betreibt. In Berlin erschien er in Dogel- fctnblungen und bot Papageien und Silber- fasanen 5um Kauf an. Er hatte stets einen Pappkarton bei sich, der für zwei Vögel eingerichtet war. und erzählte, er sei erst kürzlich von einen Auslandsreise zu Schiff in Hamburg angekommen, habe eine Anzahl ausländischer Vögel mitgebracht und müsse sie jetzt aus Rot verkaufen. In einigen Füllen ist es ihm geglückt. Papageien bis zu 300 Mark das Stück zu veräußern. Ein Karton, den der Verkäufer in einem Geschäft zurück ließ, stammt aus Bonn a. Rh. — Die Ehefrau Dockweiler versuchte am Dienstag nachmittag in ihrer Wohnung, Vogelsberger Straße 33, die auf einem Gestell vor dem F mster liegende Wäsche hereinzuholen. Sie bekam dabei das älcbergewicht und stürzte vom vierten Stockwerk in den gepflasterten Hof. Die Frau kam mit schweren inneren und äußeren Verletzungen in daS Dürgerhospital. wo sie kurz nach der Einlieferung verstarb. — Aus einem Klei der lager in der Gutleutstraße entwendeten Einbrecher eine erhebliche Anzahl Anzüge — Bei einem Einbruch in das SchuhverkaufS- geschäft von Emanuel in der Stolhestnaße fielen den Dieben mehr als 100 Paar Schuhe in die Hände. — Schließlich wurde in der Tauenhiensiraß-e in den Äachmittagsstunden eine Wohnung nahezuausgeplündert. Dermifchres. Gin Fischerboot aus See in die Tiefe gezogen. Berlin, 16. April. Einer Blättermeldung auS Stettin zufolge, geriet das Retz eines Fischerbootes auf der Höhe von Stolpmünde tn Vie Schraube ctne6 vvrüderfahrenven Dampfers. Das Doot wurde dadurch in d ie Tiefe gezogen. Don der Besatzung deS Bootes wurde nur ein Fischer gerettet Die beiden anderen Fischer und ein Bankbeamter, der das Fischen zum Vergnügen mitmachte, sind ertr unten. ÄZ. Barthel-Gedächtsnis- Ausstellung. Größte Schlichtheit in der Wahl der Motive und der Ausdrucksmittel ist der Grundzug dieser Ausstellung, zu der Freundesband eine sorgfältige Auswahl von Werken deS kürzlich verstorbenen Malers W. Barthel zusammengestellt hat. Dine Schlichtheit, die öfters in ihrer Selbstbeschränkung der künstlerischen Wirkung zu schaden scheint, die sicher manches Mal das Vordringen zu feinsten Stimmungswerten anfänglich erschwert. Aber gerade darin liegt ein eigener Reiz: bei längerem Aufenthalt zwischen diesen Bildern wird dem verweilenden Betrachter immer wieder Reues geboten. W. Barthel (1869 bis 1924) war Schüler von E. Ducker, Düsseldorf. Don ihm hat er zweifellos stärkste OkemfluHung erfahren. Ducker, ein Livländer, der in Petersburg studierte, wird 1812 der Rachfolger Oswald Achenbachs als Lehrer in Düsseldorf. Er gehört zu der Generation von Malern, die in bewußtem Gegensatz zur äußerlichem und, auch in der reinen Landschaft, anel- dotenlüsternen Stimmungökunst der 50cc Jahre deS vorigen Jahrhunderts auf eine einfachere, charaktervollere und bestimmtere Art sich besonnen. Man wendet sich Motiven der einheimischen Landschaft zu, im Gegensatz etwa zu O. Achenbach, der die italienische Landschaft in Verbindung mit reifeerinnerungshaft anetdot scher Staffage als Gegenstand seiner sarbigreichen. anspruchsvollen aber inhaltsleeren Salvirschmuckstücke bevorzugt. Dücker malt mit Vorliebe Flachlcrndschasten, E?e- küsten, Waldinnenbllder. Der klare Aufbau, die architektonische Gliederung des dargestellten Raumes wird zum Ausgangspunkt der Wirkung, die nicht mehr in erster Linie geräuschvolle Farbeffekte erstrebt, sondern harmonische Befriedigung durch die äleberfichtlichkeit geordneten Raumes. Darin liegt die zeitgeschichtliche Bedeutung dieser Haltung. Barthel steht starkstens in dieser Tradition. äkberall bei ihm führen Wege iij Kurven oder Geraden ins Bild, oder Flußläuse und Bäche müssen denselben Dienst tun und den Raum Verliesen und gliedern, Bäume, einzeln oder zu Gruppen zusammengeslellt, betonen die Bewegung, unterstreichen oder hemmen sie. Zweigdächer über Waldwegen bieten Durchblicke, Architektur oder Hügel schließen Raum ab oder bilden Mittel- punkte der (&tocgung. Die Schneelandschaften führen mit der Folge ihrer Flächen in die Tiefe. Bezeichnend ist auch, daß Barthel sein Bestes in Vorfrühlings- und Winterlandschaften gibt. Hier wirkt ber einzelne Baum als laubloses Gerüst und die einfache Folge klarer Flächen am stärksten. Die Farbigkeit als solche tritt mehr zurück. Sie hat natürlich ihren Anteil am Eindruck, aber das Wesentliche bleibt die Gestaltung des Raumes. Diese Einstellung farm bis an die Grenze der Gefahr führen, wenn nämlich das Bild cm sich so sehr als räumliche Wirklichkeit gefaßt wird, daß auch der Rahmen als solcher als starker Posten in der künstlerischen Wirkung erscheint. Dann darf, tote auf einigen Bildern, eine Fläche einfach an ihn heran sich totlaufen. Reben den Bildern der eben angeteutoten Art stehen die anderen, bei denen mehr eine rein farbliche Wirkung angestrebt ist, an Rachdruck und Bedeutung in zlveiter Linie. Barthel war kein Sucher neuer Werte und Wege. Er hat sich auch nicht mit den künstlerische Fragen, die in den letzten Jahrzehnten seines Lebens die Welt bewegten, in keinem Werk auSeinanderg | cht. Er w-ol te n'cht mehr ge en, als er hatte und mehr sein, als er war. Seme Bilder sind Zeugnisse eines einfachen Menschen mit feinem und zartem, aber tiefem Raturgefühl, älnd das ist nicht wenig. W. Kunst und Wissenschaft. Die Darmstädter Intendautenkrife. Darmstadt, 16. April. (Eigene Meldung.) Die Intendantenfrage des Hess. Landestheaters hat sich ganz zerschlagen: Dr. Hörth in Berlin bat abgelehnt. 2 Heater direkter Reubeck in Rostock wird seinen Posten nur verlassen, toerm ihm die hessische Regierung einen längeren Vertrag mit Pensionsberechtigung zugesteht, wozu aber wenig Reigung voryanden ist. Gerüchte nennen jetzt als Kandidaten für den Intendantenposten Direktionsrat Dr. Sander und Inten- danzrat Baumeister, die dem Landestheater angeboren; von Auswärtigen wird Der weiter des Königsberger Theaters, Rosenheim, genannt. Da die Intendantenkrise letzt schon monatelang dauert, und die AnstelttmgSoeryältnilse unsicher werden, haben bereits mehrere Vertreter. deS ersten Rollenfaches Engagements an auswärtigen Bühnen angenommen. Wenn d:e Intcndantcnsrage nicht bald gelöst wird, löst sich wahrscheinlich daS ganze Theaterensemble auf. Kirche und Schule. X Wies eck, 15. April. Auf dem Gebiet der Kirchenmusik erhält unsere 1 Gemeinde mit Beginn dieses Iubiläumsjabres bes ränge* lischen Gesangbuchs eine weue.e V ic’.'erung durch die Gründung einer Eh 0 rschul Ihre Leitung liegt in den bewährten Häne‘ Hiesiges Fabrlkunternebmen sucht möglichst sofort perf.Stenot||j!istiii sewd Lärling m. gut.Schulbildung. AuSf.schrtftl. Ang. unt. 30191 > a. d. Gl es;. Anz. Ium möglichst sofortigen (E: tri t eine durchaus perfekte 5lenotyp?stin (System A^ler) für das kaufmännische Bureau eines Fabrikbetriebes gesucht. Nur durchaus erfahrene Kräfte werden gebeten, schriftl. Angebote unt. 3003 D an d. Gießener Anzeiger einzureichen. Die trauernden Hinterbliebenen Lang-Göns, den 16. April 1924 Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 3% Uhr, statt 3033D neeinnet. 3041c Gießen. Anzeiger. gesucht. 2968B weidebraun... Mk. 9.00 Hausrat j v> Zu verkaufen: Gut erhaltene Mädchenkleider für 11= bis 16jährige, 1 Kostüm, Mäntel, verseh Damenstiesel Gr. 37 au verkaufen. °EWal!torttr.l2. Anna Elisabetha Veite Familie Konrad Müller II Familie Karl Schmidt III. Schulst!*. 10, Stel.1612 Bestellg.frübz. erbet. Die Beerdigung findet Samstag, den 19. April, nachmittags um 4 Uhr statt. 39390 Garten von Privatim gegen sofort. Kasse zu k. ges. Schr. Ang. u. 019323 an denGieff.Anzcig. “500 - 800 Goldmark v. Geschäftsmann gegen hohe Zinsen und prima Sicherheit sofort auf drei Monate zu leihen gesucht. Schr. Ang. u. 29S9D au den Gietz. Anz. Sägmehl AUm Streuen, billig abzugeben. 3038D HL Abörmann, Baugeschäft, SleEon. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben Mann, unseren lieben, treusorgenden, unvergeßlichen Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Schwager Johannes Friedrich Veite im Alter von 67 Jahren, nach kurzer Krankheit, Mittwoch nachmittags 7 Uhr in die Ewigkeit abzurufen. i AMim i AkAMl« : werd, fachgeinäff : 11. preiswert ge- ; stimmt u. repar. ^.Kbtrt^!L ! Generalvertreter Hans Bie!ers GeeBens Südanlage 10* Fernsprecher 1499« HAßTW10&XAD6£L-A'6-DQtSDEM tfl durch Foren hohen Jläbrmert für die berontnadifenöe Jugend unentbehrlich? <«?n.-Berir u »vlidrittager: Albert Goebel, Cassel. Wörihitrahe 23, Fernruf 722L 2790A lauf' eben oq 24. . ^s? L;Sr V'^or. General?" 'lNNMluna SSÖP r» gfiswa 7e,d)l werde!? „Auchen um äiüffiifc fettig: ffl Mlj i(t. mStiUk 1 Seiertag: Änw RLS"- L D» VorsluL Bürger: rsellschast. Karfreitag: Herren- Wanderung uerod-lSaoik' d-®r. duieck. Ibmavid) 1 Uhr >dt Äch. 3mr$tr i ejangoercin Tirtilag: MK. !l ii. SramifelS. fahrt KF1 (gönn* iMarte Liaun- °->. Nachzügler s. 1“ um. Tresj- uft Brauerei ahs, Brauufels. . riletitietttur. Mcho-beo im •tinSloM. Lslerieiertaa: »Hua nad) Av> ob, w. - Uhr u äudwigsvlag. ömOek! ejongocrcnt v.), ge$r. IM Ordentliche (Seneral- ersammlung Sö.Dril, abdi. br, im Verein»' ifal 'PMeüeü ^aaebordnung' Bei'idiieiita:iun8 1,'cchalingSablagi «oriiandswahi VahlderÄommtl- Aiir die Georg LLS.- WLd- Wtio WM. JttM" Dl«? ijeitrtaaj'®1 Donnerstag, 1 Belgrad - S.65 5,07 5,48 5,62 voll voL riftäbon • 12,06 13,04 12,95 13,04 1 1 Fft-rin, 16. April Geld Brief Nevarr. °l. Ochwetter Motrn.......... Döni'che Noten .......... Schwedische Noten ........ tzolländischr Roten ........ Deutschs cüerrcich, i 100 Kroueu Amerikanische Noten....... fltolienische Noten...... 73.91 27,93 69,’3 110,72 155,91 6,2 4,19 18,25 74,29 28,07 70,07 111,28 166,59 6,27 4,21 18,3", 2 50 2 2 1 15 1 1 20,15 20,25 voll 22,54 22,66 2 vnaarilche Noten..... • • • Tschechoslowakische Note»..... 1 2 voll 12,56 57,85 2,14 12,64 58,15 2,16 Rumänisch, Noten......... Spanische Noles. ....... ■ • 56,86 57,14 2 Berlin Frankfurt a M. Dn Simonen Prozent übler l&ndgerach Sählich gefärbte Zähne leibe Übel werden sofort IfpanVeoin 9 Main I Geg.Leber-u.Magenleid.,selb st langj. nl QuftuullJ. ilölU! hilft beftKarlsfpruöel virkirchen 14« •) Vom Rückzahlungswert. entstellen das in vollkommen Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) die ein paar Tage verstummt waren, schwirrten heute mit anscheinend größerer Bestimmtheit durch die Börs>msäle. Soweit äüere angesehene Bankfirmen in Betracht kommen, wird von d esen s owie unterrichteter Großbanksefte erQärt, daß diese Gerüchte, bte mit RamensNennung den Weg auch berefts in die Presse gefunden haben, unzutreffend feien. 3m Verein mit der unnachgiebigen Haltung Poincarss, der erklärt hat, die besetz en Gebiete erst nach erfolgten Leistungen Deutschlands räumen lassen zu wollen, erhöhten diese Gerüchte das Gefühl der Unsicherheit an der Börse und waren somit Veranlassung zu neuen empfindlichen Kursrückgängen. Diese erstreckten sich im Ausmaße von einigen Billionen Prozent für Tiridendcnpapiere auf alle Marktgebiete und waren besonders fühlbar am Montanmarkt, wo sie für einzelne Werte, namentlich des Rhein- Elbe-Unron-Konzerns vereinzelt 4 bis 5 Billionen Prozent betrugen. Die rückläufige Kursbewegung hielt auch im Verlaufe an und tarn erst etwas zum Stlllstand, als von mtereffierier Sette vereinzelt interveniert wurde. Auch am Rentenmarkt waren überwiegend Kursnachlässe festzustellen. Aehnliche Kursbildungen vollzogen sich auch bei den zu Einhettskursen gehandelten Industriepapieren, doch zeigten diese im allgemeinen mehr Widerstandskraft. Die Um ätze hielten sich auf allen Gebieten wieder in sehr enger. Grenzen. In der Lage des Geld- und Devisenmarktes sind Veränderungen von Bedeutung nicht eingetreten. wirkt abstoßend, schönste Antliir. 93i------------- . , . „ unschädlicher Weise beseitigt durch Zahnpaste Chlorodont, g verlieren Sie, wenn Sie Ihr Haar noch weiter mit Seife oder den veralteten, sodahaltigen Kopfwaschpulvern miBhandeln. Das gesunde, kräftige, üppige, seidenglänzende Haar — wie Sie es sJch wünschen — gibt Ihnen einzig und allem der regelmäßige Gebrauch des millionenfach bewahrten, sodafreien Rombeüa-Shampoon zu haben: Emfl Kam, Central-Drogerie, Hans Noll, NenstadN Drogerie, Drogerie Walter WaldachmidL 2903D beieiriflt schnell, gyr ■ • ■ N fldx-r, fd>mer|. W -©l unb gefahrlos W» Aerztltch einvfohle». ?J?un»mefa<6 wLbrr. — In Apotheken nnb Drogerien erH2Mich. - «e»eu Fusschwcttz. Brennen und Wundlaufen Äufirot-fftiyxA». Drofferie If. Noll, Neustadt 28. Drogerie Wlnterhoff, Kreuzplate 9/10. (3n einem Teil der Auslage wiederholt.) Zentrum und Bayerische Dolkspartei. Lu dwi g s ha f en, 16. April. (WTD.) Zar Spaltung zwischen Zenttum und Bayrischer VvM- partei in der Pfalz berichtet die Pfälzische Landes» zeitung, daß die Stadtfraktion der Dayrischert Dolkspartei dem Bürgermeisteramt ein Sck>reiben hat zugehen lassen, wonach sämtliche Mitglieder der Fraktion aus der Partei ausscheiden und sich als ZenttumstWktion konstituieren. Gleichzeitig wurde dem ^Bürgermeister Buhn, der die ftüheve Fraktion im Bürgermeisteramt vertrat und nun als Rachfolger des abgesehten Ehef- redatteurs Dr. Fink die ,Reue Pfähische Landes- Zeitung" leitet, das Vertrauen entzogen, llebe» das Stärkeverhäftnis der Anhänger der beiden Parteien schreibt das genannte Blatt: „Soweit man heute den Konflikt überblicken tonn, fleht wohl die Mehrzahl der katholischen Geistlichkeit der Pfalz auf feiten der Bayrische« Dolkspartei, unter den Wählern namenllich die des Bezirks Kaiserslantern. Dagegen scheint die Gegend Ludwigshafen, Derg-Zabmm und Pirmasens überwiegend der Zentrums Partei zuzuneigen. • Mussolini und Rumänien. London, 16. April. (WTB.) Der dipla» matische Berichterstatter des „Daily Telegraph" teilt mit, daß der geplante Besuch des rumänische« Königspaares in Madrid auf die direkt« und dringende Forderung Mussolinis aufgegeben wurde. Mussolini sei soweit gegangen, dem spanischen Direktorium zu erklären, daß, sollte das rumänische Königspaar empfangen werden, der Erwiderungsbesuch de - ita>* lienischen Königs Paares in Madrtd, der für den 15. Juni vereinbart worden ist, ab» gesagt werden würde. Der amerikanische Senat gegen die japanisch» Auswanderung. Washington, 16. April. (WTD.) De« Senat nahm eine Vorlage über die Ausschließung der Japaner in beinahe derselben Fassung wie das Repräsentantenhaus an. — Die „Temps" schreibt dazu, daß die Aktion des amerikanischen Senates einen wichtigen und bedauerlichen Einfluß auf die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Japan haben müsse. Die Hauptursache für die ziemlich brutal* Behandlung dieser delikaten Frage sei zWeisel-- los das Schreiben, das vor kurzem von dem japanischen Botschafter an den Staatssekretär Hughes gerichtet worden sei, in welchem er von den ernstea Folgen, die durch die Annahme der strengen Ausschließungsbel'ti.nmungen entstehen würden, warnt. In Washington werde viel von der Möglichkeit der Abberufung des japanischen Botschafters gesprochen. Telegramme aus Tokio besagen, der Botschafter habo das Schreiben auf eigene Initiative verfaßt. Wem, es s,ch so verhalte, so sei es mehr als wahrschett^ lich, daß> die japanische Regierlmg ihn nicht mehr für geeignet für seinen Posten betrachten werde, isonnefeMtsree JL1L aroMtisob und ausgiebig, tllllg im Verbrauti; Niederlagen lo allen Stadtteilen Märkte. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. April. Es notierten je 100 Kg.: Weizen (Wetterau) 18.15 bis 18.50, Roggen 16 bis 16.50, Sommergerste für Drau- zwecke 20 bis 21, Hafer, inländ., 15 bis 15.60, Weizenmehl, südd. Spezial 0, 27.75 bis 28.75, Roggenmehl 23.50 bis 24, Weizen- und Roggenkleie 10 bis 10.75, Mais, gelb, 19.25 bis 20. Tendenz ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 16. April. (Wolfs.) In der Ge- schäftsstille bei im allgemeinen wenig veränderten Preisen am Produktenmarkt hat sich auch heute nichts geändert. 3n Weizen zeigte sich zwar einige Dedarfsnachftase, die aber schließlich gegenüber den zu hohen Forderungen nicht zum Geschäft führte. Am Roggenmarkte drücken die angebotenen Kahnladungen infolge des schlechten Mehl- absahes, wodurch zum Täl Mühlen schon zu De» ttiebseinschränkungen veranlaßt worden sind. In Hafer ist einiges Geschäft für den direkten Verbrauch aber nur zu Preisen, die dem Großhändler lohnende neue Anschaffungen nicht ermöglichen, sowohl für Hafer als auch für Mehl im Bäckergeschäft neuerdings wieder in Schwung gekommene Kreditgewährung erschwert den Handel. Es notierten je 1000 Kg.: Weizen, märt, 170 bis 177 (sehr still), Weizen, pomm., 166 bis 168 (sehr still), Roggen, märf., 131 bis 138 (schwächer), Roggen, pomm., 127 bis 131 (schwächer), Sommergerste, Braugerste, 170 bis 190 (still), Wintergerste, Futtergerste, 150 bis 165 (still), Hafer, märf., 125 bis 132 (still). Hafer, pomm., 120 bis 128 (still), Raps 310 (still), Leinsaat 410 (still): für jelOO Kg.: Weizenmehl 24.75 bis 26.50 (still), Rvggemnehl 20.25 bis 22.50 (still), Weizenkleie 10.20 (still), Roggenkleie 8.70 (still), Diktoriaerbsen 27 bis 28, Kleine Erbsen 16 bis 17, Futtererbsen 13.50 bis 14, Peluschken 12.50 bis 14, Ackerbohnen 16 bis 18', Wicken 12 bis 11, Lupinen, blau, 12.50 bis 13’ Sera della, alt, 16.50 bis 17.50, Seradella, neu, 12 bis 14, Rapskuchen 11.50, Leinkuchen 22 bis 23, Trockenschnttzel 9.40 bis 9.70. | 27710 Bse feine Zigarette MMiMWöifl ' Großformat Stück 5 Pfg. | k Rihofa . Zigarettenfabrik • Frankfurt/M. £ Datum: 6% Deutsche Nekch»anle>h« 4*/o Deutsche RetchSauleihe . >'/?/» Deutsche Rctchsanlethe VI, Deutsche RetchSanlelhe . Deutsche Svarprumienanlcth« <•/. Preußische KonsolS . . . eb sich der Rappe vor dem Schimnrel durchs <3icL Das Ziel axxr durch die Hälfte der grsamlen Wälckcvzahl des Staates gegeben und in dieser bildlichen Darstellung durch einen leuchtenden Pfosten markiert. Wer es überschritt, muhte die absolute Majorität haben. Die Spannung der vieltausendköpfigen Zu- schauernwrge entlud sich zuerst in einem orkanartigen Gevrüll. Das lebhaftere Blut der Schwarzen machte sich in afrikanischer Urwaldweis^ Lust. Sie tanzten, sangen und verhöhnten die Gegner. Dazwischen mischten sich Choräle und laute Dcmk- g-ebete von gläubigen schwarzen Seelen. Die Weihen blieben die Antwort auf dis Herausforderung nicht schuldig. Auf Worte folgten Schlage. Hier im Zeitungsviertel blieb cs bei einfachen Handgemengen. Im Hafenviertel tarn es zu rrchtigen Straßenschlachten mit Dec- tounbeten und Loten. Die wenigen, die noch weiter auf das Lichtspiel achtgaben, sahen, wie der Rappe gleich nach der Erre chung des Zieles stehen gebt leben war, während der Schimmel noch weiter bis unmittelbar an das Ziel heran aufrückte. Dis in dis späte Utaiyt ouwtn Dauerten Die SisgeSorgicn in der aufgeregten Stadt. Der Morgen des nächsten Tages brachte die Ernüchterung. Jetzt lagen die genauen offiziellen Zahlcnergebnisse vor. Der Sieg Josua Dordens gründete sich nur auf eine Lu Herst geringe Mehrheit. Rahm man die offenkundigen Utrvegelmäfjig- leiten des Wahlaktes dazu, so blieb kein Zweifel, daß der noch in der Rächt abgegangene Protest der -Unterlegenen grobe Aussicht auf Erfolg hatte. Dei der aufs äußerste gereizten Stimmung des ganzen Lanles konnte die Regierung, selbst wenn sie es gewollt hätte, gar nicht daran denken, diese Wahl zu bestätigen. Wenn sie trotzdem die Wahl nicht sofort kassierte, so lag es daran, dah die Vertreter der schwarzen Bevölkerung in eindringlichster, ja drohender Weise auf die ernsten Folgen einer Richtbestätigung hrnwesen. Die Erregung hielt die Massen auf den Straßen. Wo immer Zeitungstelezramme zu lesen waren, wurden sie von Scharen Reugieriger umlagert. In den Auhenvierteln erneuten sich die «Schlägereien des vergangenen Tages. 2tber waren sie gestern spontan entstanden, so zeigte sich jetzt ganz unverkennbar eine auf beiden Seiten vorhandene Organisation. Roch wilder wurden die Szenen, als in der Stunde des Geschäftsschlusses Schreckensnachrichten aus Afrika in die Menge platzten. Ihre Wirkung war am größten auf die Schwarzen. Ausstand der schwarzen Minenarbeiter im Randgebiet! ... Aufstand der Schwarzen im Industriegebiet des Sambesi! ... Reue Aufstände im nordafrikanischen Minengebiet! ... Sicje ersten lakonischen Alarmnachrichten wurden schneit durch ausführliche Meldungen vervollständigt. Im südafrikanischen Randgebiet war eS zurrst losgegangen. Die schwarzen Grubenarbeiter hatten sich um einer geringfügigen älrsache willen zusammengerottet und die an Zahl schwächeren Weihen vertrieben oder erschlagen. Die aufständischen Haufen hatten erst einmal die Gruben- anlagen demoliert. Dann waren sie in die nächsten kleineren Städte gezogen. Hier war es ihnen gelungen, die verhältnismäßig schwachen Polizei- truppen zu verjagen. Danach hatten sie dort eine wahre Schreckensherrschaft etabliert. Rur die Großstädte waren bisher von ihnen verschont geblieben, aber auch sie schienen bedroht. In Marokko hatte sich der vor kurzem ausgetretene Drand plötzlich wieder entfacht. Wie im Ru hatte das Feuer sich von jenen alten Punkten aus über oas ganze nordafrikanische Minengebiet verbreitet. In Marokko, tn Tunis, in Algier, überall, wo die curopaifche Industrie mit schwarzen Arbeitern die Dodenschätzr förderte, loderte der Aufstand. Jede Stunde brach.« neu» Hiobsposten. Vernichtung von Gruben, von Fabriken ... von gewaltigen, dort aufgestapelten Rohstoffmengen. Mafsenoesertionen schwarzer Truppen ... Ueb.r= gang ganzer Regimenter zu den Aufständischen ... Schwere Kämpfe mit den weißen Tcuppen, bei denen diese fast aufgerieben wurden. Die Feuer, die im Storben und Süden Afrikas aufloderten, schlugen im «Sambesigebist zusammen. Die großen Kraftwerke gesprengt! ... Die Dner- gieguelle für das ganze Industriegebiet verschüttet. Die riesigen Turbinen zerstört, in denen die zehn Millionen Pferdestärken der Sbmbesi- falle zur Rutzarveit gezwungen wurden, «sine gewaltige, ton Europäern dienstbare Industrie aus unabsehmrre Zeit lahmgelegt. Die geringe weiße Devölterung durch Massaker restlos auf- gerieben. Den Telegrammen folgten ausführliche De» richte. Sie liehen die Größe der Gefahr erst im vollen Umfange erkennen. Der De richt über den Untergang der großen Sambesizentrale brachte grauenvolle Einzelheiten. Die Aufrührer waren nicht ohne «Sachkunde vorgegangen. Zu sehr waren sie in die Technik der Weißen eingeweiht. Sie hatten das alte Mittel des Dynamits gegenüber Maschinen verschmäht, diese Sprengstoffe für die weißen Gegner reserviert. Durch die eigene Energie waren dir Maschinen vernichtet worden. Sie Aufrührer hatten einfach die Regulatoren festgebunden und dir großen mit den Turbinen gekuppelten Stromerzeuger vom Reh abgeschaltet. Ihrer Last beraubt, infolge des Richtarbeitens der Regula« trren der vollen Wasserzufuhr ausgesetzt, waren die fün hunbcrt.au en p.e.oigen Waschinenaggre» gute auf eine phantastische Tourenzahl gekommen und dann durch die Zentrifugalkraft in tausend Fetzen zerrissen worden. Erst danach hatten die Aufständischen zum Dynamit gegriffen. Wo dort oben an Den Fällen die Wasscrmassen in Felskanälen gefaxt-"und abgeleitet wurden, hatten sie enorme Dynamit- ladungen mit Aufstoßzündem hinemgeworfen. Wo immer eines dieser unheilschwangeren Pakete irgendwo anstieh, gingen Explosionen von zerstörender «Gewalt los. (Fortsetzung folgt) KreuzpSatz 6 GIESSEN Kreuzplatz 6 RESI W !.§ PWMS iS GW in guter Lage, mit Toreinfahrt und Hof (3x3 3 immer mit Zubehör), bei Kauf wird Laden und 1 Zimmer sofort frei. HeWaain Wen (3X3 Zimmer mit Zubehör und Garten) zu verkaufen durch 6Wne Aeuhaur & herget Immobilien Wetzlar, Telephon 78. l ..'inbifi noch 8 Lege» v«rlchw«,deu durch v 3 - >.i- (• r'mr b foubttS jm twpW.cn. Ru bad« in af.cn -Svotbdtn. Dcogcrieu unb Parnim^t«. WmW Wien Sie viel la Ira-Wmta neu sowie getragen c .1 c Ü! r> 2, ® s 3 L e 6 1 r 3 L v U) M E 3 0 ‘u stets vorrätig. Anfuhr prompt. „$Bc Geld verdienen? dann versäumen Sie nicht, mein gut assortiertes Lager tn ohne Kaufzwang zu besichtigen, (tzetrag. Anzüge vonMk. 18.—an Neue elegante Herrcn-Anziige von Mk. 25.— an und höher Burschen- und Konfiruranden- u.ziigevon Mk.24.— an n.höh. p-itr'oer- und blaue Arbeite üinzüge von Mk. 8.—an u. höh. Manck «'.erbosen, lang und kurz von . t. 13.— on und höher. Ielograne Tuchhosen, lang und kurz per S'ttck Mk. 8.—, Scblnvser, Ulster, Paletots und Gummimäntel enorm billig Breeche bösen in alten Arten, per Siück Mk. 10.—. IlurftUngSboseu, Pilot-, acstr. und schwarze Hosen f. Eisenbahner in allen Preisen. *:: •. Tuchjovv. v. Mk. 12,—an ick- c Äommerjovven, ver Stück Mk. 8.-. Sowie verscv. Damcnkleider. W Ein Versuch lohnt! iBx Herrengarderobenhaus L.NosenZweig Gießen, Teltersw.58,1 Treppe Eingang Ecke BolkSbad. Kein Laden. 018,14 Kein Laden. PalasnteLBcfctspBeae Liehtspleähaiiis 3032c Anfang 4 Uhr, 6 Uhr, 8.10 Uhr. Morgen, Karfreitag, geschlossen. lüento HeragdseE-ä m. II. Teil und Schluß: Ein oroftihrliche* Spiel. Hauptrolle s Harry Fiel Ungehenor ypnoßender asiatischer Roman in G Akten. Eiente Ber 6 Akte aus dem Loben der Großstadt. Hauptrolle: dans liiereff. ■ M M H U IW ■S; W W A W Spannender Sensatlons- und Abonteurerfilm in 5 Akten. 019319 Das Programm läuft bis Ostermontag einschl. Karfreitag gescSiflossen. 5. unä letzter Teil: Flüssiges Gold in der Hauptrolle Eddie Polo. 6 Akte. fe kl M«! smlii! i MKMa.1 11—,■ mi ii ■ 99 Dicke Salm! Dicke Salm!1 Dicke Saldi Zigarettenraucher der neue Schlager! grün 4 Tabakblatt rot 3 P». Heinrich TaSiakwaren^GroßfoandHung 3oi?d Bleichstr. 31 Gießen Telephon 623 HolzjubmWon. Die'Gemeinde Odenhaufen beabsichtigt, nachverzeichnetes Holz im Wege schriftlichen Angebots zu vergeben: 1 St Eichenstamm 2. Kl. = 2,52 Fstm. 2 y Eichenstämme 3. „ == 2,83 „ 1 « - 4. „ = 1,43 „ 10 „ Fichtenstämme 3. „ = 16,44 „ 13 „ „ 4. „ = 14,37 „ 19 „ „ 5a „ = 12,31 „ 240 „ n 5b „ — 48, — „ 2 „ Kiesernstämme 3. „ — 1,39 „ 16 „ „ 4. „ = 8,63 „ 170 „ „ 5. „ = 47,- „ Angebote sind in Goldmark, getrennt nach Sortiment und Klaffen, bis spätestens Dienstag, den 22.April, nachmittags 3 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Verkaufsbedingungen eingeschen werden können. Iuschlagssrist 5 Tage. Hessische Bürgermeisterei Odenhauscn. Nachtigall. Wzo Ästoria-Lichtspiele Seltersweg 83 Fürstenhof Schloß Dehrn bei Limbui*g*Lahn (unbesetztes (ieb)ol). Erstklassige Pension. Zimmer und Salons. Eigene große Oekonomie. Mäßige Preise, keine Nebenkosten. Gute Verpflegung. tt,2s3 Der Schloßgarten ist vom 1. Ofiterf-ieriag an auch für Passanten eingerichtet — Rechtzeit. Anmeldung erw. Ein gesundes Töchterchen angekommen Kaiserallee 48 z. Zeit Evang. Schwesternhaus fliesst Der zweite Junge angekommen Programm: Donnerstag, 17. April: 8.30 Uhr Konzert: DieBläser.Freit., 18.2lpril: 8.30 Uhr: Geistliche Musik. Ansprache des Herrn Pfarrer Prof.vr.Erich Förster. Samstag, den 19. April: 8.30 Uhr Opernabend: Carmen. Emil Günther und Frau Anni geb. Siemon Gustav Petri und Frau Henny geb. Hehler Baöoforö Mim A« MMW verkäuflich 019301 Blcichstrasre S 1. BOZflh Wir verkauf, wieder neue Pianos mit langjähriger Garantie zu den mfiigktt MluW' BcSingungk». L Licbtensbin $ Co. gegr. 1884. gro:iffnrta.toii Zeil 104. M8ss Serso-tese- v. MisSM ©legen Kirchenylatz 9 Heute Eröffnung der in der Herso-Lesehnlle Gießen Kirchenplatz 9 Täglich jeden Abend 8.30 Uhr Frank- furter und Lnglandsender. Karten für 1 Stunde 50 Pfg. an der Kaffe Kirchenplatz 9 u. i.d.Annoncen-Txped. Plockstr. 5, sowie in allen besseren Iigarrengeschasten. Erstklassige Anlage d.Gegenwart Gießen, den 16. April 1924 019328 Empfehle für die Osterfeiertagc: prima Ochsenfleifch prima SchMemLfleisch prima Kalbfleisch 3009D sowie sämtliche frischen und geräucherten Hausmacher Wurstwaren, Speck, Dörrfleisch und Schinken. Bestellungen werden entgegengenommen Tel. 1186 Amt Giesten. U«MMWJkWmi. SL-flnieo. =i== Tairahalle ZW Heute Donnerstag 011,281 kCrüninV Vortrag /ÄjSTp@RSTER « 7 - T^V] r*, ..