Nr. 65 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Svmstagsbeilage: GieszenerFamtUenbiöller H'onats«b<5uc$trei$: 2DoIdmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schristleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten AnleigerGiegen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11688. Erster Blatt 4- Jahrgang Montag, 17. März 192^ GietzenerAn;eiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick rmd Verlag: vrühl'sche Universitälr-Vuch- und 51eindruckerei R. £anne in Giehrn. Zchnftleitnnz mit» Geschäftsstelle: Zchulstraste 7. Liinal'me von Anzeigen sürdieTogesnummer bis zum Oiachmiliag vorher ohne jcdeDelbindlichKeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Drelle örllich8, auswärts 10 Goldpsennig; für Ne- Hlame-An eigen v 70mni Dreite 85 E oldpfennig, Amerika gewesen, erklärt, teerm hi raus d-e Ausfachung erweckt werden soll, der Kari i ial hätte Grund gehaot, diesem Prozesse auszuweichen, so wäre das eine w itere unwahre Behauptung. Hi-raus teilt der Vorsitzende noch ein Schreiben des G^eneral von Lossow mit, worin dieser die Do ladung des Gerichtes ab- lehnt imb deshalb nicht erschienen ist. Das Gericht schreitet dann zu der Vernehmung des Zeugen tiniversitätsp oseisor Geheimrat To- Bert. Ter Zeuge gibt feine Er »drücke aus dem Dürgerbräukrller tri dcr. Er habe bei diesen Vorgängen Linen Moment an dem Ernste von Kahrs gezweifelt, den er aus verschiedenen Gründen einer Verstellung nicht für fähig halte; dagegen hatte er bei Lossow den Eindruck, daß es diesem nicht e r n st war. Ter nächste Zeuge, Kaufmann H. Hellmuth, bekundet zu der sogenannten Händedrucks,ene, Kahr habe die ihm von Hitler hingehaltene Hand ergriffen und heftig geschüttelt. Hierauf wird der Kaufmaim v. Schier ach vernommen, der darüber Auskunft geben soll, daß Professor Bauer im Einverständnis mit Kahr an allen möglichen Abenden ösfertUck zum Marsch nach Berlin aufgefordert haben soll, Zeuge erinnert sich einer Besprechung anläßlich einer Z usammenkunft der Do.stänke des vaterländischen Verbandes in München, bei der Professor Bauer geäußert ha ea soll, das Wichtigste sei. nunmehr gegen Berlin energischer vor- Der Bestechungsprozetz gegen Ieigner. Die Zeugenvernehmung. — geigners Vrgnadigungspraxis. Leipzig, 16. März. (Wolff.) An zweiten Tage des Z ignerprozstses wirD zunächst der An- geWagte Zeigner über den Fall Trommer und sein Verhältnis zu Möbius vernommen. Zeignrr ertlärte, er habe eines Tages auf der Straße Möbius getroffen, der ihm erklärt habe, er sei arbeitslos. Er habe ihm (3’igner) ein Gnadengesuch des wegen SchbiHhandels verurteilten Müller üBerr.if)!, das 3 ig.iec im geschäftsmäßigen Gang habe gehen lassen. In der Folge- z.i. i,t Möbius öfters gekommen. tim ihm eNvas zu verdienen zu geben, habe er anläßlich feiner tieb.r i d.lung nach Dresden durch Möbius verschiedene Besorgungen machen lassen. Anfangs September. nachdem er bereits über einen Monat in Dresden im Amte gewesen sei, habe ihm der Reichstagsabgco.dnete Meyer, ei i Parteifreund, auf der Straße mitgeteilt, daß bei Trommer im Park Mausdors ein gewisser Möbius in eigenartiger Weife versucht habe, Geld zu erpressen. Möbius habe aber erklärt, er habe mit der Sache nichts zu tun. 3eigner führte weiter aus, er hätte das Gefühl gehabt, daß Möbius wie ein rohes Ei zu behandeln sei und man sich hüten müsse, ihn bösartig zu machen. Ter Vorsitzende fragt: Sie wollten damit wohl andeuten, daß Möbius Sie wegen Altenvernichtung in den Händen hat? Zeugner antwortete: Das Gefühl wenigstens hatte ich, wenn gefugt werde, das Verhältnis zu Möbius sei intim getoefen. so geh: das zu weit. Möbius hatte öfter für ihn und feine Familie etwas besorgt, beispielsweise Kartoffeln, er sei infolgedessen auch in die Wohnung gekommen. Oester f>abe er Möbius auch in Wirtschaften getrosjen. Daß er Möbius veranlaßt habe, ihn nur unter einem Decknamen telephonisch anzurufen, sei unzutreffend. Möbius (xibe allgemein den Spitznamen Lehnann ober auch Otto geführt und habe ihn trotz seines Wid-erstpruches unter diesem Rainen angerufen. Der V-ei'ehr mit Möbius sei ihm unangenehm gewesen, er fei Am sowohl in Leipzig als in Dresden nach Möglichkeit aus Dem Wege gegangen. Einen offenen Bruch habe er aber aus den angedeuteten Gründen vermeiden tocllen. Die ihm von Möbius übergebenen Gnadengesuche habe ex auf ordnungsmäßigem Wege weitergegeben. Der Zeuge Arno Trommer sagt aus: Eines Sonntags sei Möbius zu ihm gekommen und habe ihm zu seiner tieberraschung gesagt, er könne ihm in seiner Gnadensache behilflich sein, er habe in Dresden oben jemanden sitzen. Bei einem zweiten Besuch habe er Geld zu erpressen versucht. Möbius habe einen Zettel mit der Aufschrift Justizministerium herausgebracht und vvrgelesen. daß die Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe von 18 000 Mark umgewandelt worden sei. Das Schreiben selbst habe er ihm nicht in die Hand gegeben. Der Zeuge weigerte sich zu zahlen, da Möbius feinen vertrauenerweckenden Eindruck machte und außerdem nach dessen Mitteilung die Umwandlung schon geschehen sei. Daraus sagte Möbius, es li ege doch i n s e i n e r H a n d, ob die Strafe wirklich umgewandelt werde, tieber den Brief Zeigners erklärte der Zeuge, er habe sich gewundert, daß der Iustizminister ihm persönlich geschrieben und Antwort an seine Privatadresse erbeten habe. Auf Befragen des Verteidigers Tschopik gab der Zeuge die Möglichkeit zu, daß die Aeußerung des Möbius, bann müsse er feine Strafe eben abmachen, erst gefallen sei, nachdem er, Zeuge, gesagt habe, 18 003 Mark Strafe könne er nicht zahlen. Zeigner bemerkt, er habe den Brief deswegen nicht durch dio Kanzlei gehen lassen können, weil er Verdacht auf Durch st echereien im Ministerium hatte. Hieraus äußert sich Zeigner über die Hand^ habung der Gnrdensachen. die ihm unterstanden.. Außer der Gnadenordnung bestand ein ungeschriebenes Gewohnheitsrecht. Er sei ein grundsätzlicher Gegner des Vollzuges kurzfristiger Freiheitsstrafen. Rach einer Pause teilt Oberstaatsanwalt Schlegel mit, daß zum Beweis dafür, daß Zeigner bei der Lrainersatzaßteilung mehrfach die Men verbrannte, zwar nicht unentgeltlich, als Zeuge der Kaufmann Rorbert Weiner aus Chemnitz erschienen sei. Die Verteidigung erhobt Einspruch gegen die plötzliche Ladung des ihr unbekannten Herrn und beantragt, ihr die Möglichkeit zur Information zu geben. Es wird beschlossen, den Zeugen sofort zu vermehmen, nachdem Zeigner sich dazu geäußert hat. Zeigner erklärt, Rorbert Weiner nicht zu kennen, er habe außer in den genannten Fällen keinerlei Akten vernichtet. Wenn ihm je:nand derartige Angebote gemacht hätte, hatte er ihn zur ü ck - gewiesen. Zeuge Weiner sagt aus, er habe sich nicht gemeldet, sondern sei telegraphisch geladen worden. Er sei tinterofsizier bei der Trainersatzabteilung gewesen. Gegen ihn seien kriegsgerichtliche Acten wegen ang.b.icher Fahnenflucht ergangen. Das Verfahren zog sich in die Länge. Eines Tages wurde er angeblich von dem Kommandeur gerufen, dieser sei aber schon seit drei Sagem abwesend gewesen. Er wurde baoauf in das Vorzimmer z u dem Gefreiten Zeigner gewiesen. Dieser bat ihn zunächst, das Vorgesetztenverhältnis außer acht zu lassen; er habe eine Mitteilung zu machen. Er erkundigte sich nach den Verhältnissen des Zeugen und sagte, er hätte ihm im AuftracM des Kommandeurs mitzuteilen, daß die Sache aus der Welt geschafft werden müßte. Er fahre in den nächsten Tagen nach- Dresden, um durch den expedierenden Sekretär des Kriegsministeriums die Atten des Leutnants Ohlendorf verschwinden zu lassen. Wenn der Zeuge 3—5000 Mark flüssig machen könne, bestände die Möglichkeit, au eh diese Akten zu beseitigen. Der Zeuge fügte hinzu, er habe dies abgelehnt, da er von einer tinterfuchung nichts zu fürchten hatte. Zeigner habe ihm gejagt, er solle es sich noch bis zum nächsten Tage überlegen, darauf habe er seinem etatsmäßigen Wachtmeister, dem tinivers'r- tätspedetl Martin in Leipzig, die Sache erzählt. Am nächsten Tage erfuhr er vom Kr iegsfeerichtsrat Schmidt, daß kein Anlaß Vorgelegen habe, eine Anklage gegen ihn zu erheben, daß aber die Akten vom Kriegsminister angefordert seien. Zeuge erfuhr im Sommer 1920 bei seinem zufälligen Zusammensein mit Martin in Leipzig, daß Zeigner Iustizminister werden wolle. In der Rachmiltagssitz ing erklärte Zeigner, daß ihm der Fall Weiner dienstlich r g endwie bekannt g.worden sei, aber zu einer Zeit, da er noch nicht im Vorzimmer des Kommandeurs, sondern in der allgemeinen Schreibstube ge- sesseii habe. Hierauf wurden die Aktenvorgänge zu den einzelnen zur Millage stehenden Fällen nach den Akten der säcysischen Ministerien verlesen. Der Zeuge Geheimrat Kunz, der Vorstand der von Zeigner nach seinem Amtsantritt neu geschaffenen Gnadenabteilung des Justizministeriums, bestätigt darauf, daß die Gnadensachen nach den von 3eigner eingesührten Grundsätzen behandelt worden seien. Im allgemeinen hätten diese Grundsätze sch^n vorher Geltung gehabt, nur habe vielleicht mit der Aera Zeigner eine größere Mildi Platz gegriffen. Der Zeuge Ministenaldriektor W u l f f en erklärt, daß er im Falle Friediichsen gegen eine timwandlung der Strafe gewesen fei, da er den Standpunkt vertreten habe, daß Hehler streng b e ■ straft worden müßten; denn ohne Hehler gebe es keine Diebe. Der Zeuge bestä.igt, daß Zeigner für an ihn persönlich gerichtete Gnadengesuche in der Regel Dor.rag angeordnet habe. Er bestätigt weiter, daß der Minister em schlechtes Personengedächtnis gehabt habe. Die Verhandlung wird auf Diens'ag vertagt. Man hofft, daß die Verhandlung bis Sonnabend zu Ende geführt werden kann. — r—nrmnii rii im mm.........iiiiib ■ihii iiiibmiii-------> zugehen, tiefe Aeußerung sei jedoch nur im Sinne eines gewissen Druckes zu verstehen gewesen. In seinen weiteren Darlegungen ist jedoch Der Zeuge der Auffassung, daß es sich um einen tatsächlichen Marsch nach Berlin gehandelt habe. Da hier ein Widerspruch in der Aussage des Zeugen liegt, wird die weitere Vernehmung des Zeugen in geschlossener Sitzung beschlossen. Welter wird dann der Professor W. Bauer, der Vorsitzende der Vereinigung vaterländischer Verbände aufgerufen. In einer Rede in München habe er zum Ausdruck gebracht, daß man Der Berliner Regierung nicht ten Gefallen eines Kapp-Putsches tun dürfe. Die Frage, ob Kahr tatsächlich von einem Marsch nach Berlin gesprochen habe, verneint der Zeuge. Gegen diese Aussage wendet sich der Angeklagte P ö h - n e r, da sie dem widerspricht, was er selbst im Generalkommissariat gehört habe. Rechtsanwalt Roder fragt Dauer, ob er einem Herrn gegenüber auf dessen Frage, warum hätte denn Kahr den Marsch nach Berlin unternehmen können und nicht Hitler? geantwortet habe, das darf man nicht sagen, sonst kommt Kahr vor den Staats- gerichtshst. Zeuge Bauer beftreitet diese Worte nicht, er kann sich aber nicht mehr genau Der Worte erinnern. Auf eine Frage des Vorsitzenden, wo die neue Verfassung ausgearbeitet worden fei, erklärt Dauer, in Berlin, in den Kreisen des aHdeut- schen Verbandes. Dauer bekundet, er habe mit Hütler gesprochen, ob es zweckmäßig wäre, daß vor Gericht Die Ehrenhaftigkeit aller der Herren in der Angelegenheit anerkannt würde. «Er könne fldy erinnern, daß er fest stellte, daß Hitler Ihm sagte: „Selßer hat erst fein Ehrenwort unter Bedingungen gegeben." Hierauf stellt Iustlzirnt Schramm Die Frage, ob Die vaterländischen Verbände, insbeson» De e Der Kampfbund, das geflügelte Wort vom „Marsch nach Berlin" wörtlich so verstehen mußten, und ob Der Zeuge zugebe, daß speziell der Kampfbund dieser Annahme sein Durfte, bestätigt Bauer, Daß es Dann leider durchaus so aufgefaßt wurde. Man wollte aber erst nach Berlin kommen, wenn man uns von Dort aus gerufen hätte. Iustizrat Schramm fragt, man hätte also den äußeren timstand einer H u n» gerätebofte benutzen wollen, um sich an Die Stelle Der Regierung zu setzen? Bauer erklärt darauf: es wäre Dann unsere Schuldigkeit gewesen, auf unsere Weise unsere Aufgabe zu erfüllen. Das Gericht beschließt Die Vernehmung des Zeugen Jost und Die Weiterverr.ehmung des Zeugen v. Schierach unter Ausschluß Der Öffentlichkeit. Rach Wiederherstellung Der Öffentlichkeit folgt Die Vernehmung Des Generals Danner, des Münchener StaDlkommanDanten. tieber Die Vorgänge in der StaDtkommandantur in Der Rächt zum 9. Rovember sagt Der Zeuge, Daß er Damals zur Verhinderung eines Ramensmiß- brauchs angeorDnet habe, daß nur Befehle Geltung hätten. Die von ihm persönlich gegeben würDen. General von Lossow sei bei seinem Eintreffen außerordentlich zornig gewesen und er (Zeuge) habe keinen anderen Eindruck haben können, als daß Lossow niemals ernstlich mitgemacht habe. Iustizrat Schramm: Besteht nicht die Möglichkeit, daß Lossow erst, nachdem er gesehen batte, welche Maßnahmen getroffen waren, in feinem Entschlüsse, mitzumachen, wankend geworden ist? Danner hat diesen Eindruck nicht gehabt. Hitler fragt, ob die Generäle und Ösfiziere! Lossow gefolgt hätten, wenn er bei der neuen Regierung stehen geblieben wäre. Danner: Wir haben es uns gar nicht anders vorgestellt, nachdem wir noch am Tage vorher unsere Instruktionen erhalten hatten. Hitler:'Würden die Hernen, wenn Lossow gesagt hätte, um das Amßerste zu verhüten, mache er mit, ihm Gefolgschaft geleistet haben, oder hätten die Herren gesagt, sie täten nicht mit? — Danner glaubt, daß die Herren bei ihrer ursprünglichen Entscheidung stehen geblieben wären. (Bewegung.) Auf eine Frage Der Verteidigung, ob Lossow bei der Ofji iersbesprechung am nächsten Tage auch mitgeteilt habe, daß Kahr in dieser Besprechung auch von einem „anormalen Weg" gesprochen hätte, meint Zeuge Danner, das Wort sei gefallen. Schließlich wird der Stadtrat R.-A. R u ß - bäum über die Vorgänge im Rathaus und insbesondere über die Geiselverhaftungen vernommen. Er habe von den in das Rathaus eindringen den Rationalsozialisten einen Gewehr- ko l b e n s ch l a g erhallen. Die ücln feien beschimpft, bespuckt, geschlagen und dann zum Büv- gerbräukcller gebracht worden. Vor ihren Ohren lei dann erklärt worden: Wenn die Reichstvehr aus uns schießt, werden die Gefangenen niedergeschossen, tintei f:r'w h erteen Bedrohungen seien dann Die Gefangenen auf ein Lastauto geladen und zum Perlacher Forst gefahren worden. In Hohenkirchen Men sie Dann in Freiheit gesetzt worden. Der Vorsitzende verließ dann eine'n Brief Lossows, Der zu Den Aussagen Hitlers Stellung nimmt. Lossow stellt fest, daß nur ein bösartiger Mensch in seinem Verhalten am 30. April Wortbruch oder Ehrenwortbruch erblicken könne Hitler bleibt bei der Behauptung bestehen, daß der General fein Ehrenwort gebrochen habe. Hierauf beantragen mehrere Verteidiger, einen Vorführungsbefehl gegen Lossow zu erlassen. Das Urteil im Parchimer Mordprozeh. Leipzig, 15. Mär-z. (Wolff.) Im Parchimer Mvrdprozeß ergreift Öberreichsanw.rlt Dr. Ebermeier das Wort zu seinem Plädoyer und führte aus, er erachcke es als nichterwie» s e n , r-aß Die Angeklagten von Anfang an beabsichtigten. Kadow zu töten. Der Verdacht, daß Kadow Beziehungen zur K. P. D. unterhielt, habe sich durch das Auffinden Der Papiere verstärkt. Es sei nun beschlössen worden, K.idow zu verhauen. An der Wiese wurde barbarisch auf Kadow eiligeschlagen. Besonders Hoeß tat sich hier hervor Man beschloß bann. Kadow in den Wald zu fahren. An einer Waldblöße wurde Halt gemacht, worauf sich Wismeyer auf Kadow stürzte und ihm Die Kehle Durchschnitt. Dann wurden noch zwei Schüsse aus ihn abgegeben. A-n nächsten Tage fei Kadow von Hoeß und Zabel begraben worden. Die Schlägerei an der Wiese stellte sich als fortgesetzte gefährliche Körperverletzung Dar. Rach dieser Schlägerei l'vabsichstgte jeder Der Angeklagten, Kadow zu töten. Es pond ele sich also um eine g e - meingefährlich von allen ausgeführte T ö t u n g. Die Anklage nehme Mord an. Dies sei nicht aufrecht zu erhalten. Es handele sich wohl um einen in Der Mittäterfe-aft begangenen Totschlag.— Rach^ den Plädoyers der Verteidiger verkündete Reichsgerichtsrat Riedner folgendes Arteil: Wegen schwerer Körperverletzung und vollendeten Totschlags werden verurteilt: Hoeß 10 Iabre Zuchthaus, Iurisch 5 Jahre 6 Monate Gefängnis. Zabel 9 Jahre 6 Monate Zuchthaus. Pfeiffer 6 Iahte 6 Monate Zuchthaus, W i e m e y e r 12 Jahve 6 Monate Zucht- haus, Ze ns 6 Jahre 6 Monate Zuchthaus. V o r m a n n tvird liegen Beihilfe zu schtvoi-er Körperverletzung und Begünsti u.ra zu einem ^ahr Gefängnis verurteilt. Wegen Degünstfeung erhalten: Fricke 10 Monade GefÄngms. Hoffmann, Thomsen. Mackensen TD u l - bre de uno Richter je 6 Monate Gefängnis. Aus der .Uvtcil6bcgrüni)uitg ist folg et wes he lworzu heben: Der Stautsgecich4shof hat keines- wegs terfannt, daß es sich hier um jugendliche Menschen handelt, die zunächst vielleicht ntchit aus chrvul-ührigen QIZotiixn gehandelt haben, und die auch durchaus vielleicht berechtigt Daren, in Empörung zu geraten über einen Verräter, den sie in ihren Reihen fanden. Der Ge- richtShvs hat auch gewürdigt. das) die sämtlichen Airgeklagten im wesentlichen noch nicht vorbestraft sind. Immerhin konnte mit Riickfrcht auf den außerordentlich schweren Rechtsbruch, der durch die scheußliche Tat bewiesen worden ifl und der dne Beunruhigung sondergleichen in die Bevölkerung Hineingel ragen bet, nicht davon die Rede sein, irgendwelche mildernde Llrnstände gelten zu lassen. (9iit Spionagcprozcst in Leipzig, 17. März. (Wolff.) Am 20. Mäz findet vor dem Reichsgericht die Hauptverhand- lurg iin Spwnage-Prozeh gegen den fran > zösischeu Hauptmann Pen da ries d'Armont statt. Der Genannte war Leiter der französischen Spionagezentrale In Basel und tvurde. als er mit seinen Agenten in Deutschland in Verbindung treten wollte, a u f de u t s ch e m G e b i e t verhaftet. Von französischer Seite sind zwecks Verhinderung des Pro- ,>crfe3 und um die Freilassung ihres Spionagechefs Annont zu erweichen, dre' .r. gesehene Deutsche, Ober.andesg.'lichtsdirektor /’nbe in Bochum, der erste Staatsanwalt Schukte - Pcl - Tum in Gssen und 'der Bürgermeister Wedel- st e d t in Gelsenkirchen verhaftet worden. Den zuerst als Geisel verhasteten Senatspräsidenten X?e ii ) bc rg vom Oberlaudesgericht Düsseldorf mußten die Franzosen wieder freilassen, da drr Aufenthalt in der ihm zugewiesenen 2>A Meter langen Jelle mit abgoblendeten Gitterfenstern eine Lebensgefahr bedeutet hätte. Alle Protzte der deutschen Regierung gegen diese wiherrech^» liel-e Geiselfestsetzung waren bislang vergeb- l i d) Man sieht dem Priest, der über die Or- gani ation des mit ungeheu ren Mitteln arbeitenden frai'zöii chen Spion g ri nstes Klarheit schaffen wird, mit grober Spannung entgegen. Die Deutsche Vokkspartei. Berlin, 16. März. (Wolff.) Der nach Berlin einberufene Parteivorstand der Deutschen : Dolkspartei hat zu der in der Presse veröffentlichten Gründung der natronalliberalen Vereinigung der Deutschen Bolkspurtei Siellang genommen. Der Parteivocstmid stellte erneut einstimmig fest, das) die Duldung einer politischen Sonder-- organisation in der Partei unmöglich und für die Partei untragbar sei. Die aus dem Lande eingelausenen zahlreichen Kundgebungen, die sich ausnahmslos gegen diese Zersplitterung in der Partei wenden, zeigen, daß die Organisationen im Lande auf demselben Boden stehen wie der Parteivorstand. Die Lage in der Pfalz. Neustadt, 16. März. (WTB.) Heber den Besuch des Sonderausschusses der Rheinlandkommission in der Pfalz vom ; 11. bis 14. März wird uns zusammenhängend von berufener Seite gemeldet: Der Zweck der Inspck- tionsreise des Ausschusses war. sich za unterrichten, ob die Ruhe und die Ordnung in der Pfalz zurückgekehrt und ob die Verwaltung wieder in Fluß gekommen sei. Sowohl der Kreisetussch aß wie auch die Vertreter der Gemeinden, Bezirks-- ämt* und Berufsgruppen habe mit Offenheit und Entschiedenheit ihre Wünsche und Befürchtungen zum Ausdruck gebracht. Vor allem wurde auf die große Hnruhr hmzewiesen. die sich dev Bevölkerung wegen der zahlreichen Verhaftungen in Pirmasens. Druckheim und Reustadt bemächtigt hatte: insbesondere wurde von dem Vertreter der pfälzischen Regierung betont, DaD es dem Rechtsempfinden zuwiderlaufe, wenn man den eigentliche» Ordaungsstürer», den Eepa» rct'kften, völlige Straffreihrit zufichere, wahrend auf der anderen Seite viele «perfor.cri ms Gefängnis geworfen werden, deren Vergehen allenfalls darin bestanden habe, daß sie sich an der allgemeinen Abwehr gegen den unerträglichen Terrorismus der Separatisten beteiligt hatten. Diese impulsive Bewegung habe doch schließlich lediglich den Selbstschutz im Auge gehabt und kern Mensch habe ie die Sicherheit der Besatzungstruppen bedroht. Don allen Rednern wurde der Svnderkommission die dringende Bitte vorgetragen, daß st: sich für diesofor lige Entlassung der Gefangenen einsehen möge. Richt minder heftig war der Protest gegen das Auftreten dec Separatisten in anderer Form und unter dem Ql amen der rheinischen Arbei terpartei, an die sich nun seit den Versuchen zur Einführung des Qleun- stundentages die radikalen Elemente »nnschlössen, und die eine neue Gefahr nicht nur für die Pfalz, sondern auch für die ganze Beoöckerung des linkem Rheinufers bedeute. Die Sondertom- Mission hat leinen Zweifel darüber gelassen, das) eine Störung von Ruhe und Ordnung in keiner Form geduldet werde und daß ein Grund zur Beunruhigung für die Dcvöllerung in dieser Richtung nicht bestehe. Die Arbeit des Völkerbundsrats. Genf 16. März. (WTB.) Der Völkerbunds- rat beschloss nach fünftägige-: Arbeit seine 28. Tagung abzuschliehen, die stark mit politischen, vor allem mit den die Interessen MitteleuroMs und 'Deutschlands berührendcn Fragen überladen war. Dazu gehören die. Danziger und die faar- ländischen Probleme, die allerdings in für die betreffenden Gebiete durchaus unbefriedigender Weise geregelt wurden. Die Memelfrage, die trotz Schaffung einer 'Autonomie innerhalb des litaulsch.m Staates nicht unter dem Gesichtspunkt des Selbstbestimmungsrechts der Memeler Bevölkerung, sondern vor allem unter dem Gesichtspunkt der litauischen Brechungen gelöst wurde, und die Frage der Staatsangehörigkeit der Deutschen in Polen, über die der Rat noch> keinen Beschlust -fassen konnte, da die deutsch-p )lnischrn Verhandlungen troh aller Bemühungen von deutscher Seite ergebnislos verlausen nxtven. Eina ■y*r wichtigsten 'Ausgabe, der Derhandlung galt ferner e bet finanziellen Sanierung Ungarns und Oesterreichs. Do bestätigte der Rat endgültig das kürzlich fest- gestellte Finanzierungsprogramm für Ungarn, während er gleichzeitig — entgegen den in Oesterreich taut gewordenen Wünschen —- in einer scharf gehaltenen Entschließung seinen Willen zur unveränderten und strikten Durchführung des Fi- ncnrzierungspr-vgramms für Oesterreich und vor allem des Haushaltsabbaues Ausdruck verlieh. — In der für die Weiterentwicklung des Vökkm'- bunds und feirer friedensfördernden Tätigkeit entscheidenden F.age feines Eingreifens in die Konflikte zwischen DölkerbundSmitglir- deril wurde nur eine K o m p r o m i ßl ö s u n g zwischen den von Salandra, H.inoteaux und dem von Brunting vertretenen Slandpuntt gesunden, die trotz grundsätzlicher Anerkennung der Zuständigkeit des Dölk'.rbundes bei de artigen Konflikten Zwangsmastna hmen militärischer Art auch in Zukunft nicht au sichlest! und nicht ohne weiteres mit Völkerbundssanktivven bedroht. ♦ Der Völkerbunds rat ernannte zu Mitglieder» der Regierunqskommisslon des SaargebietS: An Stelle des bisherigen saarländischen Mitglieds Land den g?gentoärtigen Präsidenten des Lund- aerichts, Costmanir, an Selle des bisherigen dänischen Mi glieds Moltke-Huttfeldt den ©bautet Espinosta de los MontereS. Mit diesen beiden Ernennungen bat der Völkerbunds rat den Wunsch der Soarbevölkerung, bei der Ernennung des saarländischen Mi gltedes gehört zu werden, wieder nicht erfüllt, und auch den offiziös von bei hier wellenden saarländischen Vertretung vorgeschlagenen Führer der Zentrumsfraktion deS Landtags, Lepachel. nicht ernannt, sondern den Gegenkandidaten der Re- gierungökommiNion, Crstmann. Was das zweite neue Mi glied anbetrifft, so hat sich der Rat nicht für die von Branting und Lv'd Parrnoor vvr- geschlagrne nordische Kandida'ur forlern für den spanischen Anwärter, der als Kanoidar des f ra nzv s i sche n Ra t s m i t g l ied s Hanoi e a u r gi t. aus^efprvch n Dir E.-non-rung der beiden neuen Mi glleder soll mit 8 gegen 2 (Stimmen erfolgt fein. Deutschland und der Völkerbund. London, 16. März. (WB.) Churchill erklärte in einer Wahlrede, wenn man die Gefahr von Kriegen besei igen wolle, so muhte v o l 1° ständiger Aufschluß über dieRüftun - gen durch eine internationale Körperschaft erfolgen. Die Schwäche des Völkerbunds liege darin, dast er sich nur aus den siegreichen Rationen zusammensehe: er trete für den Einschluß aller Rationen, darunter auch Deutschlands und Ruhlands, ein. Vor allem mühten Anstrengungen unternommen werden, um den Beitritt Amerikas zu erreichen. Es dürste sich für den Völkerbund lohnen, gewisse Aenderungen in seiner Verfassung vorzunehmen, um den Vereinig en Staaten zu ermöglichen, ihren Platz im Völkerbund einzunehmen. Der Völkerbund werde jedoch nie ein leitender Faktor in der Welt fein. MWttesWW-Wn. Gin Roman auS dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik. 48. Fortschung. (Dachdruck berboten.) Er verband sich direkt mit der Station von Terek Dort hatte er den gewaltigen Staudamm anlegcn lassen, um plötzlich einbrechende Wasfer- mengen sicher auffangen und sp-ichwn zu können. Durch die Unfähigkeit eines Bauleiters batten die Arbeiten sich stark verzögert. Erst in den letzten Wochen hatte Georg Isenbrandt mit eiserner Hand dazwl chengegrifsen, hatte dir tüchtigsten 3ng-cnkurc an diese Stelle gesetzt und dir Vollendung des riesigen Betondammes mit allen Mitteln betrieben. Erst gestern hatte er die B anstelle besucht. Der Damm war setzt fertig. Aber die letzten Teile der gewaltigen bergehohen Staumauer waren erst vor 48 Stunden in die Holzformen etngeftampft worden. Diese Zei-l war viel zu kurz, um den Beton schon erhärten zu taffen. Kamen jetzt plötzlich die schwersten Hochwasser, prestten die gestauten Mengen mit vollem Druck auf den noch frischen Teil der Mauer, fo war ein Dammbruch, eine schwere Katastrophe zu gewärtigen. Er fragte durch den Apparat und erschrak über die Antwort. Das Wasser schon zwei Meter unter dem st ischgestampften Teile. Stieg die Flut in dem bisherigen Tempo weiter, mutzte sie in kürzester Zeit die frischen Teile erreichen, und dann begann die schwere Gefahr. Georg Isenbrandt sprang auf uird lief un- ruhig üu Raume hin und her. Einen Augenblick erwog er den Gedanken, selbst nach der Terek- station zu fahren, um ihn dann sofort wieder zu verwerfen. Etwas anderes . . . etwas Gröhe es muhte geschehen. Währen) er hin und her wanderte, fiel sein Blick auf die Apparatur, in der ihm neulich das Helium erstarrt war. Da. . . greifbar vor ihm lag das Mittel, alles zu verhindern, was er befürchtete. Mußte cc es nicht .auf jeden Fall anwenden? Ganz abgesehen von dem gewaltigen, mit Sicherheit zu erwartenden Materialschaden — waren nicht auch Hunderte von M.istchenleben auf das schwerste bedroht, wem dir Hochwasser des Dammes von Tevet Herr wurden? Die Verantwortung war fürchterlich schwer. Ruhelos lief er durch den Raum. - Was tun? Was waren die Menschenleben, uni> waren es auch Hunderte, gegen di» Tausende und aber Tauscnde, dir ihr Geben lassen muhten, wenn er fein Spiel zu früh ausdeckte? Dann war alle Wirkung seiner wohldurchdachten Pläne verloren. Das Mittel einmal anvenden, hieß eine vollkommen veränderte Lage schaffen, Hirst die besten Waffen vorzeitig schädig werten lassen. Einen Ausweg!. Das Hebel tarn von den chinesischen Berg n . . . Das älnheil an der Quelle verstopfen . . . Sollte das möglich sein, ohne das Geheimnis preiszugeben? Vielleicht! . . . Fox war der einzige, der außer ihm um das Mittet wusste. Wäre er hier, wäre es leicht auSzufüh en gewesen. Wen jetzt sendon? . . . Wen einireiben ? . . . Der alte Schmelzmeistec Franke trat «in. Der hauste jetzt seit einigen Wochen unten am Bal- kaschsee. Ör kam, um sich Instintktionen zu holen. solange nicht einige der großen Nationen tn einem wirklichen Versuch, die Streitigkeiten der Vergangenheit beizulegen, zusammengebracht worden seien. Der tschechoslowakische Außenminister Bene sch erklär.e zur Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund, die,es System werde in immer akuterer Form gestellt. 3m Interesse des europäischen Friedens und des Völkerbundes sei es wünschenswert, dast Deutschland in Genf vertreten sei, aber es könne davon nicht die Rede sein, bevor die beiden Hinderni.se, auf die man zur Zeit immer wieder flohen werde, endgültig überwunden seien. Es mülse in erster Linie zu e.ner urnstchfenden, w nn euch nur vorläufigen Re- g xung der Reparationsfrage kommen und uann müsse in diesem oder j tt.m S.nne öle durch den Ruhrkvnslitk g :schaf,ene Lage liquidiert werden. Erst nachher werde min an einen Eintritt Deutschlands in den Vötterbund denken dürfen. Kleine politische Nachrichten. Der hessische Minister des Innern von Brentano hat eine Wiederaufstelluitg als Reich ttagskandidat aus Gründet dienstlicher und par.ameistaMchee ä.kb.rlaftmng abgelehnt. * In den letzten Wochen sind vom Reiche sehr erhebliche Meagen der grosten Goldanleihestücke gegen Rentenmark ausgetan scht worden. Es handelt sich um Betrage von etwa 150 Millionen Goldmark, die sich zum grvsten Teile im Besitz der Banken befinden. Auch Ile kleinen Teile der Goldanleihe werden vom Reich zatückg,kauft werden. Der Vorgang läßt auf eine erfreuliche Besserung der Reichsfinanzen schliesten. * In München fand eine gewaltige Treuekundgebung der vaterländischen K.eise Münchens auf dem Königplatz im Beisein von Vertretern der staatlichen and städtischen Behörden, der Landespolizei, der Studentenschaft usw. für die Ausgewiesenen der Pfalz statt. Rund 70 000 Personen »rahmen an der Teranstaltung teil. * Bei den Stadtverordnetenwahlen in Potsdam hatten die rechtsstehenden Parteien einen grosten Erfolg. So erhielten die Deutschnationalen 1*950 und die Sozialdemokraten 3392 Stimmen. Am 20. März beginnen in «Straßburg die Verhandlungen über die im Friedensvertrage vorgesehene Revision der Rheinschifffahrtsakte von 1868. Die deutsch- Regie- rurg wird vertreten sein durch den Gesandten S e e l i g e r , Staatssekretär Peters für die preustische, Ministerialdirektor Fuchs für die bayerische, Ministerialrat Wand für die badische und ^Ministerialrat Kranzbühier für die hessische Regierung. In dem Beuthen benachbarten Städtchen «Scharley wurden durch polnische Polizeibsamte bei einer grosten Anzahl von deutschen Einwohnern Haussuchungen vorgenommen. Dabei erfolgten zahlreiche Verhaftungen. Auch aus vielen anderen Städten Polnisch-Ober- schlefiens werden Haussuchungen bei Deutschen gemA.vt. Die Mastnahme der polnischen Be- bärbe toirb als Vergeltung für die Verhaftung von Mitgliedern der Insurgcnten-Orga- nifationen in Deutsch-Oberschiefien hingestellt. * Der König von Italien hat Gabriele d'A n- nunzio zum Fürsten von Monte Re- vos o ernannt. * Die schwedische Regierung hat beschlossen, Sovjctruhland de jure anzuerkennen. Der Wi 1 äaftsre t ag Aw's.chrn Schweden and Sovjettustland wurde uit?rg ihntt. Ser Vertrag gründet sich auf das Prinzip der Meistbegünstigung. Das erste ägyptische Parlament ist eröffnet worden. Es kam zu begeisterten Kundgebungen. König Fuad vollzog die Eröffnungs- zer^monie. Die Th-.onrede, die der Premier- Minister Zaglul Pascha verlas, besagt, die Aufgabe bc5 Parlaments werde die Herbeisüh- tu g ter vttlständi en ilnab£äng!.g’cit Aegyptens seir D e Regierung sei bereit, die Verhandlungen mit Gv Hhvitanmen zu eröffnen, um die Wünsche ier Ration zu re.'wirckliHen, die sich auf Aegypten und den Sudan beziehen. * In Deirut sind 50 P-in^n und Prinzessinnen der türkischen Kaiserfamilie eingetroffen, darunter auch di-e Witwe Abdul Hamids. Die gewaltigen Wasstrrnengen, die der 3fi seit zwölf Stunden in den See trug, beeinflussten dort die Dampfentwicklung. Der Alte wollte wissen, ob neues Dynotherm in den See gegeben werden solle. Er meldete, dast die Rohrborste am südlichen ©ecufer schon zum Teil überflutet seien, und er fluchte grimmig auf die Gelben. Ebenso test wie 3renbraiT'>t war er davon überzeugt, dast diese plötzliche Flut nur auf Schmelzungen im chinesischen Iligebiet zurückzusühi^en sei. Schon immer hatte er ihnen einen solchen Streich Augctraiit. Es war ja bekannt, dast auch die Gelben über grobe Dynothermvorräte verfügten, wenn sie auch • das neueste Präparat Isenbrandts noch nicht besahen. Seit langem puderten sie auf ihren 'Bergkämmen herum. Bisher war das aber immer mir in kleinem Maststabe geschehen und immer so. dast die erschmolzenen Wassermengen ben chinesischen Strömen zugute kamen und die Rachbarn jenseits der Grenze niht gefährdeten. Isenbrandt war noe die Fahrt nach Marburg. Er ma>chte. h:e- dieselben Manöver, jedoch ohne Erfolg. Die Gießener Geschäftsleute fragten nach der Abfahrt ke; ^Direktors" in Frankfurt bei der Fabrik art, erhielten aber zur Antwort, dast sie das Op'er eines Schwindlers geworden seien. Die er traute in Marburg dem Wetter nicht mehr, änderte abermals sein Reiseziel und fuhr nach Kirchhain, stieg vor der Stadt al und schickte den Fahrer nach Wetzlar zurück. Dieser wurde unterwegs wiederholt von den verfolgenden Auws und der Polizei ungehalten. Der Schwindler bestieg in Kirchhain den Zug und fuhr in der Richtung Kassel ab. Wie sich herausstettte, wird dieser Llutoschnündler schon von Stuttgart und von Hannover aus gesucht. Die Ausschreiben, die ebenfalls wegen Darlehens- schwind.-leien erfolgen, lauten hier auf den Rainen Hugo Schnecke. Offenbar handelt es sich bei dem Gauner um den 1888 in Berlin geborenen „Wie sollte das möglich sein, Herr Isen* branöt? Sie Gelben haben in ihren Bergen gepudert. Das ist mir absolut klar... und da must es im Laufe der nächsten Stunden und Tage doch immer noch schlimmer werden." Georg Isenbrandt ging zur Tür und schloß sie ab. Dann ging er zu dem Alten und legte ihm die Hande aus die Schaltern. ..Höven Sie, alter Freund! Es gibt Mittel, um das äl ich eil zu bekämpfen Ich habe es! . . . Aber ich kann es nicht selbst tun, und ich weiß keinen unteren und besseren als Sie, der sich schon fo lange Jahre als treu und zuverlässig im Dienste der Gesellschaft erwiesen hat. Ich tc-cift keilten besseren als Sie, dem ich das Ge- hstmnis dieses Kampfmittels anoerrrauen könnte. M.iit Geheimnis ist es! Ke n M-usch auch keiner der Herren von der E. S. C. weih darum. Ihnen will ich es in dieser Stunde der Rot zu treuen Händcn geben. Ehe ich Sie aber frage, ob Sie bereit find, die Tat zu tun, will ich Ihnen sagen, was zu tun ist . . . welche Gefahren damit verbunden find. Es muh jemand mit einem Flug- schiff, das er selbst steuert, die chinesischen Kämme abflLgcn und an allen, wenigstens an den Hauptstellen, wo die Gelben gefallen haben, das Gegengift streuen." „Gegengift? Gegen unser Dynotherm?" „3a, Franke! Es gibt ein Mittel, und ich habe es. Wird es aus die Puderstettett gestreut, so wird die Wirkung des Dynot Herms gebunden . . . Mer di? Sach? ist nicht ohne Gefahr. Sie müßten noch jetzt in die'er Rächt mit einem Schiff, von dem alle Kennzeichen der E. S. C. entfernt sind, den Flug unternehmen . . . (Fortsetzung folgt.) ZurLeimng unserer Abteilungen die nud) im Einkauf bewandert. Angeb. m.tt>ebal!sanspr..Zeuan.- Abschr. und Bild erb. 1B7,D Vtische. Veitzivaien Surzlvliceli. 5efö6(irti!el SerrenwMe. Sraoatren fflanufauur- uiiö Bnamrooilivaren suchen »vir bei hoher« Gehalt Geschwister Mayer Limburg «r. d. Lahn. 'siche« its mit» räanftalt Iren für mifge» alt ent» >ie Deren alt |en und ^tianle, u über- rrgr im lvmlhm auamt ift iseabahn» 'n Fuhr» >rben. inbltt Ö'ti'eAte am Frei» Meyer lilbänMal ntinzntal* : erfind?, in sei und i 'Sagen, m Fahrer l?n, nach »Händlern Ulich in ab. Aua Ix mache fatq. Di- ■ Mahri iabril an, sie das n seien. Detter keziel und er Stad! ir zurück, den ver» [len. Der Zag unS M flch Iler schal z gesucht. !vrlch-ns- en Damen i sich bei ged-re-icn Altung vmmis- dvrh«- "ts bt. nbctggr Seschia. L^rlöö Dvh- y-nbünn vf. Dr Heb im I des Herium n9 er» Stabt Aauser Salbe ls dem ' foUen ,?Sahl ** Doppel^ an der l 16 bis Nette -s 0,20, Stück: , gelbe to; 'hl 0,50 Mi i ®.-X, t 3mie» T/Psg. X bar >6 Stück: N. das nb. ztr Olzn* tergen gc* und da und Tage md sİv und legi« jt Mittel, (.j!, .. ich ioeiö dec sich uverlas^g hatt £ das^ au ir«l? Sn lag^ Ä n jtamn« rn SE SfW"‘ fcarm7" .« ,1 und w Fs ."«'S 5ftm*} Schnittholz 2. Klasse 1 Stücke 0,83 1 Bekannte erste Sektksllerei sucli! beim Weiubandel aut einaesiibrten 2. Lärchen-Stämme. '*"O waren gesucht. beim Wetuhandel gut eingesührten Fstm. 2. Klasse 1 Derbstangen 1. 202 Frankfurt am Main. ll>34ss Geschwister Mayer Limburg a. d. Lahn. = 1,99 = 5,61 = 15,47 —77,68 wSMPa igegen IKmien Alle, angesehene 1'ebeuSversicherungs- gesellschr.'t, nur Goidmarktarise mit allen SachschadenverslcherungS^lveigen sucht tiieht lere Anßcnheam«e gegen ho ic, seue BeAÜge, Reisegelder und Proutsionen. Ois erb. u. R. N. Herr Herber in der Gemeinde erfreut, zeigte sich schon am Mittwoch. An diesem Tage vor 25 Jahren war Herr H. zum ersterrmal in unserem Dorfe. Der Frauenverein, gegründet und geleitet von dem Jubilar, versammelte sich abends Stus dem AmtsvcrkündiguneiEatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 19 vom 11. März enthält: Llnterhaltung der Kreisstrahen. — Abgang der Landgestütsbeschäler nach den Deckorten. — Schweinerotlaufseuche in Giehen. — Gefunden, verloren. — Feldbereinigun< Lauter. — Dien st Nachricht en. Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 2 0 vom 14. März enthält: Abäirderung der SchornsteinsegerverordTcung: Feuerverhütang und Feuerbekämp^ung: GebührenvrdTmng der Hebammen: 'Sammlung des 116-Verband: Maul» uird Klauenseuche: Dienstnachrichten: Strasten- sperre: Feldbereinigungen Gwstcn-Linden und Lauter. Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 21 vom 15. März enthält: Tollwurverdacht: Strahensperre: 'Feldbereinigung Lauter. 3. Klasse 1 Stück = 1.76 Fstm. 1 „ = 0,61 „ 5 „ ---- 1,82 „ Im Schulsaal und feierte unter Teilnahme aller grauen und Mädchen diesen Gedenktag. 5 Göbelnrod. 15. März. Auf die De- , fchwerde wegen der Schliestung unseres ! Haltepunktes ist jetzt von der Dahnverwal- , tung die Antwort eingetroffen. Die Gemeinde soll für jeden Zug, der hier hält, 2 Mark bezahlen. das wären im Hahr ca. 5800 Goldmark. Die Gemeinde ist nicht in der Lage, eine solche Summe zu zahlen. Man wird sich> nun mit Beschwer den an die Ministerien in Darmstadt und Berlin wenden. Kreis Schotten. * Schotten, 15. März. Eine gemeinsame Besprechung des Gemeinderats, Kirchenvorstandes und Vorstandes des Kriegervereins beschäftigte sich dieser Tage mit der Frage einer würdigen Ehrung der im Weltkrieg gefallenen Söhne unserer Stadt. Die Versammlung war sich eilig darüber, d-ast ein bleibendes, der Stadt würdiges Ehrenmal geschaffen werden müsse und der Verwirklichung bald naher zu treten sei, dast aber vor übereilten Beschlüssen zu warnen sei. Eine Reihe von Vorschlägen wurden aus der Versammlung laut. Der Heldenhain auf der Warte solle mit gemei lsamen Kräf en und Mitteln würdig hergestellt werden, im Ehor der Kirche (Nischen) sollten die Steintafeln, deren Entwürfe schon vorliegen, mit den Namen der Gefallenen angebracht werden, die Platte, der freie jetzt unschöne Platz vor dem Pfarrhaus, soll zu einer würdigen Anlage mit einem Naturdenkmal (Basaltblöcke) hergerichtet werden, auf dem alten oder neuen Friedhof könne ein würdiges Denkmal geschaffen werden. Die Versammlung war der Auffassung, dast man zunächst der gesamte^ Bürgerschaft Gelegenheit geben solle, zu den verschiedenen Projekten Stellung zu nehmen.^ Das soll durch Meiirungsäusterungen bei der Bürgermeisterei geschehen. Ein Ausschust wurde von der Versammlung bestimmt, der alle Vorschläge genau durchprüf eil soll. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 15. März. Der langanhaltende Winter hat für das Schlitzerland ein Gates wenigstens gehabt: denn der die.Erde dauernd deckende Schnee ermöglichte es dem Forstpersonal, vereint mit anderen Hägern, den Wildschweinen nachzuspüren und unter ihnen tüchtig auf» zuräumen. So wurden im Laufe dieses Winters auf den von Forstmeister Seeger in den Gräsl. Göchschen Waldungen angeordneten Polizeistreifen 19 „Schwarzkittel" zur Strecke gebracht. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 15. März. 3n dec jüngsten Stadtverordnetensitzung wurde ein Geländeaustausch zwischen dem Armen- sonds und den Gebr. Gwald in Ockstadt nach den Vorschlägen der Armenkommifsiion und des Finanzausschusses einstimmig genehmigt. — Bei Rückständen von Steuern und sonstigen Abgaben ist die Stadt ber-ochrigt, dieselben Zuschläge zu erheben wie der Scaat, d. h. 10 Prvz. monatlich. Man ist aber allseitig der Ansicht, dast diese Erhebung zu hoch sei, und einstimmig wurde beschlossen, diesen' Zuschlag auf 20 Prvz. für das Jahr (das ist der dosppelte Reichsbankzinsfust) festzusehen. — Das <5tu« dienhonorar für Studierende des Stöbt. Polytechnikums wurde auf 120 Goldmark für Inländer und 150 Goldmark für Ausländer (zahlbar in drei Raten) festgesetzt. Kreis Wetzlar. " Wetzlar, 15. März. Am heutigen Tage blickt Herr Arthur G h l e de r aus Lollar auf eine ununterbrochene 2 5jährige Tätigkeit auf dec Main-Weser-Hütte, Lollar, zurück. Die Glückwünsche der Buderussche-.r Eisenwerke überbrachte Bergrat Dr. Groebler unter ^leberreichung einer Iubiläumsgabe persönlich. Auch von der Werksleitung und der Beamtenschaft wurde der Jubilar in schöner Weise geehrt. Landwirtschaft. * Di e Maul- und Klauenseuche ist in Grosten-Duseck und Garbenteich erloschen. — Aus dem Deobachtungsgebiet sind ausgefchieden: die Gemarkung Giesten jenseits her Lahn, sowie der Stall des Dernh. Meyer, Schühenstraste (Fischerhof), die ©emarEungen Oppenrod, Rödgen, Trohe, Alten-Buseck, Beuern, Raufen, Steinbach und das Gebiet der Haubenmühle, Gemarkung (Rabertshausen. lhessen-Nassa«. * Wetter bei Marburg, 17. März. Hier fand gestern abend ein Vaterländischer L i ch t b i l d e r - D 0 r t ra g von Walter Elar- Giesten über das Thema .Franzosen an Rhein und Ruhr" statt. Durch eine Reihe sehr schöner Lichtbilder aus der ältesten Geschichte bis zur Neuzeit führte der Vortragende dem zahlreich erschrenenen Publikum die Willkürherrschaft der Franzosen in anschaulicher Weise vor Augen. Durch Gesang wurde der Vortrag verschönt Reicher Beifall wurde dem Redner zuteil. fpd. Frankfurt a. M., 16. März. *5)V Besserung des A r b e i t s m a r k t e s bat auch in dieser Woche angehalten, was größtenteils auf die günstige Witterung zurückzufühcen ist. Die Besserung erstreckt sich so ziemlich aus alle Ge- werbe. — Die Gesamtzahl der Wohnungsuche n d e n, die am 1. Februar 15 585 betrug, ist bis 1. März auf 15 861 gestiegen. Nach der Dringlichkeit befanden sich am 1. März unter den Wohnungfachenden 133 vorzugsweise dringliche Fälle, denen 23 freiwerdende Wohnungen gegenüberstehen, 8620 dringliche Fälle, denen gegenüber 1769 Wohnungen frei werden. Die Wohnungsnot ist demnach trotz der in Angriff genommenen und geplanten Bauten noch Immer im Wachsen begriffen. — 3n dem Pack an der Nidda bei Rödelheim wurde dieser Tage ein zum Stumpf-Brentanoschen Besitz oehöriges S chw e i ; e r h ä u s che n a u s g e p^l ü n d e r'. Den Dieben fielen ein Schreibtisch, ein Spiegel, ein Sofa und andere Sachen in die Hände. Was die Einbrecher nicht mitnahmen, zerstörten sie in rohester Weise. Die gestohlenen Sachen haben historische Bedeutung, denn das Häuschen war ein von Goethe viel besuchter Ort und ist deshalb in seiner Ursprünglichkeit bis zur Stunde belassen worden. — Wenn bisher die Grippe hier in leichter Form auftrat und nur sehr wenig Opfer forderte, so scheint sie jetzt einen! gefährlicheren Charakter anzunehmen. Es werden zahlreiche Fälle von Kopfgrippe gemeldet, die verschiodentlich in wenigen Tagen zum Tode führten. Auch die Magen- und Darmgrippe wurde in zahlreichen Fällen feftgefielU. VDWSlW! Gesucht: 5 bis 6 Iimmer Geboten: 3 Zimmer i. Südteil der Stadt Gesucht: 3 Zimmer im Zentrum oder Nordteil. Geboten: 3 Iimmer L Südteil d. Stadt. Schriftliche Angebote unter 018239 an den Gießener Anzeiger erbeten. 16 „ =10,41 25 „ =11,39 6 ,, = 2,02 Hauftnarm Wilh. Dater, der fteckbrieslich gesucht wird. " Südwestdeutscher Radivklub Ortsgruppe Giehen. Die beiden jüngsten Vorträge des Klubs begegneten bei dem Giehener Publikum größtem Interesse. Kaum vermochte fder grohe Hörsaal des physikalischen Instituts hie Zuhörer alle zu fassen. Nach einigen geschäst- Hden Mitteilungen von Geheimrat König sprach Dr Müller „Heber drahtlose Zeitsignale". Er verstand es. seinen Zuhörern ein anschauliches Dich von dieser höchst interessanten und wichtigen Anwendung der drahtlosen Telegraphie zu geben. %afi alle Grohsunkstationen geben heute ein bis Dreimal täglich^ ein drahtloses Zeitzeichen, das den Empfänger in den Stand setzt, bu genaue Zeit festzustellen. In Deutschland wurde dazu zuerst die Küstenfunkstelle Norddeich und später die Grvhfnickstation Nauen eingesetzt. Trotz der W= «tafelt der drahtlosen Zeitübermittlung, besonders für Schifte und bei Landesvermessungen, ist über bie Fmnn der Zeitsignale noch keine afigemem verbindliche internationale Regelung getroffen worden, obgleich bereits ^wei internationale Konferenzen sich damit besaht haben. Man unter- sl-erdet heute bei den Zeitzeichen im wesent- lichen drei verschiedene Systeme: das (sog. internationale) Onojolystem. das „alte" System und das Koinzidenzsystem, auch wissenschaftliches Zeit- fignal genannt. Der Eiffelturm z. B. sendet alle drei Arten aus, während Nauen nur ein Signal nach dem Onojosystem gibt, dieses aber gleichzeitig mit zwei verschiedenen We lenl'ingen und zwei verschiedenen Sendern. Die Seewarte in Hamburg ist direkt mit dem Sender in Nauen verbunden und löst dort durch einen Stromstost bie Präzisionsuhr aus, die automatisch die Zeichen gibt. Das Nauener Zeitsignal wird ohne jede Verzögerung von allen deutschen Rundfunkstationen auf einer kleineren Welle verbreitet, so dast eS auch mit den von der R. T. D. zugelassenen Radioapparaten ausgenommen werden kann. Die durch einige Lichtbilder wirksam unterstützten interessanten Ausführungen wurden am Sonntag tuunittag ergänzt durch die Vorführung der ver- schiedeiren Signale des Eiffelturms und Nauens. Zwifchendurch hörte man ein drahtloses Konzert von der deutschen Grohstation Königswusterhau- sen, das mit einem von der Firma Vrinkmann ^ur Dersügung gestellten Sienrens-Lautsprechrr recht gut zu Gehör gebracht wurde. Als zweiter Redner berichtete Herr Mecke über seine Erfahrungen als Radioamateur. Den zu seinen Vorführungen benutzten Seiet-Lautfprecher hatte eine Wetzlarer Firma zur Versügu ig gestellt. /XDerKreisziegenzuchtvereindes Kreises Giehen h'elt am Freitag bei Hvpfeld seine diesjährige Hauptvevser« denen, dir. an 'Brio., Slnt. 31N frei. Elisa- möbollabr. Sohl LTh. stadttheater D cudtag,!« Mär; vo 7 bis 9'/, ui rr i,.i)ien^nq-'llü.-BriL uiörio Illogöalm. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren Verluste unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen denen, die ihr das letzte Geleit gaben, für die vielen Blumen- und Kranzspenden, sowie dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte und der Krankenschwester für ihre liebevolle Pflege unseren innigsten Dank. Gg. Wagner, Postagent. Letaiö ta ans guter Familie baldigst gesucht., MzellMWS EräetMetf» Drucksachen allerArt liefert in jeder gewünschten Ausstat..; alrein und preiswert die Brühfeche Unlv. Druc. c; . R. Lange. einsacheStütze IN ruhigen besseren Vansh. nach Offen» batzgesiichl.Nabereä Aliccstrane 12 I. . . . Der Film atmet eine seltsame Spannung. Mit viel Sorgfalt sind eine Reihe der interessantesten Zirkustypen neben- inandergestellt, die vermischt mit pomphafter Aufmachung, das Treiben hinter den Zirkuskulissen in ungemein fesselnder Weise darg*-steilt. . . . Filmschöpf- ungen, wie diese, bereichern den Film keinesfalls um neue künstlerische Möglichkeiten, aber sie sind eine angenehme Unterhaltu-i^, deren • Wirkung sich (keiner unter den zahU-üivimn Beschauern zu entziehen vermag. 19. ?C Büstenhalter Reform-Korsetten und Leibbinden in reicher Auswahl und allen Größen ku haben Reformhaus Krenzplalz5t 1921D Krenzplntz5. ,! Mitteilung! Wir geben wiederholt bekannt, das; Anzeigen aller Art, welche bei uns ansgegeben, oünc jede Mehrberechnung versandt werd. Unsere Vermittlungsaebühr wi d einzig u. allein von d.ZenungSverieg. übernommen. Unwissend, o Unkenntnis ist es. das; immer wieder Gerüchte verbreitet werden, die be- bauvteu. das; mir höhere Preise berechnen würden als die Verleger selbst. Wir berufen uns o. die Bestimmungen des Vereins Deutscher Zeitungsoerleger Magdeburg u. treten jed. falschen Verbreitungen, welche geeignet sind, uns zu schädigen, entschieden Einem vielfachen Wunsche entsprechend, ist es mir gelungen, nur noch auf 8 läge den jüngsten und besten Xylophonvirtuosen Matthä Sohn, zu verpflichten. Ein Drama ans der mondänen Welt von Monte- Carlo. 2 Teile, 12 Akte in einem Spielplan. Die PreNfre schreibt; . . . Die Photographie und Ausstattung dieses Films ist unvergleichlich. Das bpiel und der Wechsel von Licht und Scharten, die Weichheit der Konturen entzücken jedes Auge, hin weiterer Fortschritt auf diesem Gebiete ist undenkbar. Fabelnaft schöne Nachtaufnahmen wechseln ab mit herrlichen Bildern aus dem sonnigen Süden — die ganze märchenhafte Pracht der Riviera wird vor unseren Blicken lebendig . . . Das Monte Carlo der Nachkriegszeit wird uns in diesem Filme greifbar vor Augen geführt Mit seinem Glanz und seinen Lastern, mit seiner Liebelei, seinem Spiel, mit seinem Betrug, seinen Verbrechen, seiner Schönheit, seinen Königen und Hochstaplern und seinen tollen Frauen! Die blitzenden Uniformen der Militärs, die prunkvollen Toiletten der Damen schillern im künstlichen Licht des Kasinos. Kostbare Spitzen, rauschende Seide — ein internati nales Sprachengewirr — gedämpfte Geigen klänge — süß betäubende Düfte — verschwenderischer Luxus. — Der weltberühmte Spielsaal — das Klingklang des Goldes — das Knistern der Banknoten auf dem grünen Tische - das Springen der Roulette- Kugel — fieberhafte Erregung der Spieler — Rufe der Croupiers: „Heislenri, falle« votre Jen — Bhn ne va plc«! — Wahrhaft ein höllisches Paradies. Anfang 4, 6, S. 10 Uhr. Wegen des zn erwartenden greflen Andranges wollen Sie bitte nach Olöilichkeit die Nachmittagsvorsiel- Inageu 4 nnd 6 ühr berücksichtigen. lUGGe Habe mich in Watzenborn-Steinberg als prakt. Arzt niedergelassen. — Sprechstunden: täglich vormittags 9-11 Dienstags und Freitags nachm.5—7 Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unser lieber, braver, unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager und Neffe Ludwig Prang ’m blühenden Alter von 26 Jahren uns plötzlich durch den Tod entrissen wurde. In tiefer Trauer: Frau Sophie Prang Ww. geb. Röddigerund Kinder. Gießen, Hammstraße 14, den 17. März 1924. Die Beerdigung findet Dienstag, 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. (1973D Adolar, der Unbeweibte. (Obere Partie). Fs handelt sich, wie bereits an gedeutet, nicht um jenen Adolar, von dem der Dichter singt: „Wie Adolar doch selig war, als ihm der Storch ein Kind gebar“, sondern um den bewußten Adolar. der an f das Dichterwort „Hühneraugen groß und klein, beseitigt Kukirol allein“ eingeschworen und im übrigen ein eingefleischter und innerlich bereit« eingerosteter Junggeselle ganz ohne Freiersfüße ist. Deshalb hat ihm auch kein liebendesWeib das Kukirol-Fußbad hergerichtet, sondern eine gleichgültige Zimmervermieterin. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß es eine wahie Wohltat für eine mit Hühneraugen bewachsen gewesenen, aber davon befreiten (siehe weil er unten i Füße ist. Gegen Schwitzen, Anschw<-,len, Brennen und Wundlaufen der I üße ist das Kukirol- Fuß >ad ein ausgezeichnetes Mittel. Das Knkirol-Fußbad reinigt die Füße gut, außerdem aber stärkt es Nerven, Muskeln und Sehnen. I r an'en 01825?’ Lvi yft aste 2. Verschiedenes! W* Achtung! -HW Verkaufe an jedermann gegen bar Dienstag, den 18. März 1924 int Ausladegleis am Güte • bahnhof Gießen ein Waggon la Briketts von morgens 8 Uhr ab. Per Zentner Gm. 1.80. Lichtspielhaus Premiere heute bl« elnechl. Donnerstag: Närrische Frauen gesucht, das etwas Hausarbeit übernimmt. Gute Zeugnisse Bedingung. 5tßu Ernss Riemann. sieben, l(W1D Seltersweg 64. Tüchtiges °'8-“ ßüädcltm von vo1 ni. 8 Uhr bis nadunitiagS gesucht. __ < J nt 65 Zweiter Blatt Das „silberne" Jubiläum des Kinos. Las Kino Tonnte Anfang Marz die Füer feines 25jährigen Bestehens begehen. An tiefem Tage wurde — worauf eine englische Fachzeitschrift aufmerksam macht — das erste Kino eröffnet. Es ei-scheint uns kaum b-g-eifuch, dast der Film in einer Entwicklung toi nur einem Dierteljahrbundect ein so gewal'.i ec Kul u.-faktor geworden ist und eine so riesige Drrbrei'ung gefunden hat. Das bescheidene und mit Mißtrauen betrachtete „Schaubudenwe'en", das damals ins Leben gerufen wurde, bat si,ch zu einer Industrie entfaltet, in der Milliarden angelegt sind und Hunderttausende ton Menschen Beschäftigung finden. Im Jahre 1896 kam ein junger Mann namens Dlackton, der aus Sheffield ausgewandert war und der einige Zeit als Zimmermann gearbeitet hatte, auf den Gedanken. sich journalistsich zu betätigen: er erlangte eine Unterredung mit Edison, der ihm ton seiner neuesten Erfindung erzählte. Edison zeigte dem jungen Berbchäerstattcr einen 50 Fust langen Film, der den Titel „^cr schwarze Liamanten-Expreszua" führte. Es war nicht viel mehr als das Bild eines Eisenbahn - zuges, der sich bewegte. Aber die Sache machte auf den jungen Blackton einen ungeheuren Eindruck und er hatte sofort die dunkle Ahnung, das) mit dieser neuen Erfindung „ein Geschäft" zu machen sein müsse. Mackton teilte seine Anschauungen einem Freunde namens A. E. Smith mit, der sich, als Taschenspieler sein B ot verdiente und mit dem Wesen dec herumziehenden Schaubudenleute vertraut toar. Smith steuerte Embarras de richesse! Odn Sharles S. Mitchell, Präsident der Ru° trvnal City Dank, Reuyork. Die Schnelligkeit, mit der die Vereinig- fen Staaten die dem Weltkriege folgend? ^wictschastliche Depression überwunden Haden. Hai LaS Erstaunen der gesandten Welt hertocgeruse.r. Wicht ton nusten der ging die Wiederbelebung oes amerikanischen Wirtschaftslebens tor sich. son° >dern ton innen heraus aus den eigenen reichen Kräften des Landes. Das natürliche Wachstum der Devötkerung und die wrch'elsuttge Stützung einer aufs engste mit einander verflochtenen hochentwickelten Industrie haben jene schnell.' Erhv- lung unseres Wirtschaftslebens zuveze gebracht. Wir haben das Gleichgewicht wiederge'undrn, aber ter Schwerpunkt unserer e'genen Kraft liegt in uns selbst. Dir innige Verbindung andrer Wirtschaft mit der Weltwirtschaft — eine F lge des Krieges — hat bei uns eine Reihe wichtiger Wirtschastsproblerne geschaffen, von teren baldiger und glücklicher Lösung viel für die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes abhängt. Eines der brennendsten und zugleich schwie igster Probleme ist unsere Einstellung gegen übe; der wiedererstar- tenten Konkurrenzfähigkeit Europas «ms dem Weltrnarckle, auf die wir uns in den räch- ' (len Jahren gefaxt machen müssen, und die Ucber- windung der Schwierigkeiten, die wir bei dem kommenden Wettbewerb gerate in unseren reichen Goldreserven besitzen. An sich ist ein gesunder Wettbowe-b auf dem Weltmärkte ?.u begrüben. Er zwingt die am Wrlt- aeschäst beteiligten Rationen zu schärfste.- Kal'u- lation, treibt die Industrien zu ständigen Derbet- seiungen ihrer Produktionsmittel und zur Ausnützung aller technischer F rtschriste an and ar kt jn stabilisierend auf die Wütmarktprette Ein solcher neuer wachender Wettbewerb enthält aber ar»ch gewisse Härten, besonders für ein Land, wie das unfrige. das eine hochentwickeste Ind iflrt? unb einen unverhästnismästig hohen Lebensstandard aufweist, älnser Reichtum droht unser Verhängnis zu werden. Der Goldschatz, den wir während des Weltkrieges ansam- vreln konnten zieht uns gleich einem Gew.ch'e nieder. Oberäläc'stiche B-urtei ung der M'.rt'ch f - lichen Zusammenhänge haben die Anschwell ng unseres Goldbestandes als etwas Ee'gnces arge- fehen. Ganz das Gegenteil scheint ml • der F dl tu sein. Bei der wiedererwa-chmden^ Konkrcrenz Eutepas, wie wir sie rn den nächsten Jahren zweifellos erleben werden, beb-utet der liebe rffifj, an gelben Metallen einen bedeikltchlen Rach - teil, der um so gröber Wird, je mehr da ch. die allmähliche Bezahlung der Schulden u-d du ch den Zinsendlenst Gold bei uns ernstro.nt Die Goldbestände des amerikanischen Schahamte 5 betrugen Anfang dieses Jahres etwa 4247 Millionen Dollar, eine Summe, die etwa der Hälfte der gesamten Gotdvorräte der Welt entspricht. Unter Gold- Vorrat hat im totgangenen Jahve um 291 Millionen Dollar, d. h. um 56 Millionen Dollar mehr als im Jahre 1922 zuaenvmmc-n Dazu war die inländische Goldproduktion die grösste leit 1919 grab stellte sich auf über 50 Millionen Dollar. Die Erhöhung der Goldbestände bewirkt a twmatisch eine bedenkliche Kreditexpansion, die sich micocr- um in einer Inflation dec Zahlungsmittel und damit in höheren Preisen unserer Produkte auZ- wirkt. Dies bedeutet aber nichts anderes als eine gefährliche Schwächung unserer K o n- Turrenzsähigkeit auf dem Weltmärkte. Die hierdurch bewirkte künstliche Abschnürung vom Welthandel toü'be dann natwendigerweife zu einer schweren industriellen Krise, zu passiver Handelsbilanz und damit sinkenden Lohnen und Preisen führen. Wir haben das kei-eswe-'s lerchte Prvblem zu losen, eine allmähliche Wieder- Verteilung dec bei uns anto'amme’.ten Goldbestände du ch W.rr n'mp-rte ci f.uteitm. ohne d n Weg einer du.ch mangelnde Ko.rkur ruzfähigkett auf dem Weltmärkte gewaltsam e z' uuge.aet Passiven Handelsbilanz zu gehen. Eine durch eine sktche pasfire Handelsbilanz erz'wuugene Wstt- bcwerbsfähiakeit müstte not'ed grige erma^eg zu heftigen Erschütterungen unsere • Industrie führen. für die sich bereits im F ühjahr vorigen Jahres Anzeichen bemerkbar machten. Rur durch eine sehr vorsichtige Wirtschaftspolitik unO in Zusammenarbeit mit den grosten Machtmitteln der Dankarelt gelang es damals, eine Krise glücklich xu vermeiden. Dri dein cepmtoärtigen Status unterer Handelsbilanz bedeutet nun auZl-änotfch: Zahlungen für uns immer eine Gefahr, unfern an sich schon hohen Goldbestand zu vermehren, uao doch müssen wir alles daran sehen ui'er (3rpj-t- ge schäft gesund zu erhalten und eine Jndustrirkri e zu vermeiden. Das Gleichgewicht unserer Preise mit den Weltmarktpreisen zu erhalten und zu gleicher Zeit das G l e i ch g e - Glehener Anzeiger (General-Anzeiger siirGberhessen) wicht unserer Handelsbilanz nicht zu verlieren, ist der Kernpunkt dieses Problems. Die Regierung hat alle diese Gefahren, auf die sie von führenden Wirtschaftlern und Finanz- leuten schon längst hingewiesen wurde, klar erkannt und sucht sie durch eine energiiche Wirtschaftspolitik zu bannen. Während der neue Zolltarif eine UcbeZchwemmung unseres einheimischen Marktes mit billigen Au-landswa e.i zu vermeiden erstrebt, soll die Forderung des Exportgeschäftes durch speziel dafür gefchnste.ie Oiganifatic.ien (Webbg.setz) in die Wege aeleiiet werben. Mastnahmcn finauz pv itische. Ratu. sollen helfend eingveifen. Auf Veranlassung des Dundesreserreamtes sind seit De i rn dieses Jahves in der Zisfexngruppi-. ung u isrres Dgnkaas- weiseS Aenderungen vorgenommen worden, die den Gedanken einer künstlichen Dersteiung des Geldmarktes unb bamit einer Schmälerung der Kreditexpansion zum Ausdruk b Ingen. Man hat mit dem System gebrochen, die Goldbestände in einer Summe in ihren Verhältnis zum Rotenumlauf und den Depositengeldern auszuweisen, verbucht vielmehr die Goldbestände getrennt indem die Guthaben bei den Agenturen der Reservebanken und beim Schatzamt zasammtn- gezogen werden, um aasschliestlich Gotooeckung für den Rolenumlauf zu bilden, wich end die Guthaben beim Dundesre.ertoamte sowie der eigene Er ldbestand der zwölf Dundesre ertobanten als Sicherheit für die DepositenLelder fungie en. Wa- ren bisher Rotenumlauf und Depolitenge'.der zusammen zu etwa 80 Prozent durch Gold gedeckt, so ist jetzt für den Rotenu.nlaus allein eine volle, d. h. 100 prozentige Golddeckung vorhanden, während die Depositenge.der nunmehr noch nicht ganz zu 50 Prozent mit Gold gedeckt sind. Die hierdurch erzeugte künstliche Geldknappheit soll eine Eindämmung des Kreditmarktes ein.ei.en und so einer Warenverteuerung Vorbeugen. Wir wünschen den internationalen Handelsverkehr recht bald in normalen Bahnen fliesten zu sehen und haben durch Wcven- kredile, Handelsverträge und ähnliche Mastr.cch- men, die geeignet find, den friedlichen Handels- torckehr unter den Rationen zu fordern, u uercit guten Wi.len bewiesen. Tie erhöhte T.ilnahme an der Lösung des R e p a r a t i v n s p r o b l c me s und der deutsch-amerikanische Handelsvertrag beweisen, dach wir auch die An- ku.bclung der d.u scheu Wirtschaft nicht aas Dem Auge verlieren. Wir toifen aber auch dast Handel und Ln'.ustrie Europas nur auf den Zeitpualt warten, um mit den von hier zurück,iiehenten Geldern die eigene Indust ir zu erhöhter Qci- stungssähigkcit anzu.egen. Die Losung der oben fkizzierten Problem', i.l sicher.ich schw.e ig, restlos wird sie kaum mög.ich fein. Was von hier aus geschehen kann, ist eine äu erst vorsichtige und ux t> blickende Handels- und Finanzpo.itik u id em iver- te.ev Ausbau unserer an sich schon hoch enttoicte.'- ten Inrustrien. Reden einer gro'^üüiei H n- dels- unb F nanzpoiitik werden Rationalisierung und Intensivierung der Arbeit bei uns die grasten Leitmotive der Zulu nt bleiben. Ausgabe der ameritanif^en Dank ° w e l t aber mutz es sein, den langsam eintetzenleu Pinzeh les internationalen Kräfte r.uig.ei-.es mit Mut unb Verständnis zu unterstützen. Dos Memelstatut. Das Merncl-Abkommen, über das der Volker- bundsrat gegenwärtig berät, stellt sich dar als ein Vertrag zwischen Frankreich. England. Italien und Japan einerseits und Litauen andererseits. In Artikel 1 übertragen die vier alliierten Hauptmächte alle ihnen durch den Vertrag von Versailles übertragenen Rechte auf die Memel- gebiete an Litauen unter den ii den Anlagen aufgestellten Bedintuigen, die einen Integralen Bestandteil des Vertrags bilden. Die Anlage 1 enthält das Statut der Autonomie des Memelgebiels, das eine gesetzgeberisch«, admi istra ioe unb fi lan ielle Einheit unter der Souveränität Litauens bildet. Der Präsident der litauischen Republik ernennt einen Gouverneur für das Meiv.el- g-biet. Die exekutive Gewalt liegt bei einem Direktorium, das fi f> aus fünf Burgern des Memelgebiets — den Präsidenten einbegriffen — zusammenseht. Dieser ernennt seinerseits die vier anderen Mitglieder. Daß Direktorium bedarf des Vertrauens der Memeler Kammer. Die gesetzgeberische Gewalt liegt in den Grenzen deß Statuts bei einer aus Grund des gleichen, direkter/ und geheimen Wahlrechts gewählte i Memeler Kammer. Die Gesetze werden durch den litauischen Gouverneur obligatorisch veröffentlicht und gegengezeich-nel durch bei Präsidenten des Memeler Direktoriums. 11 iter die Autonomierechte des Memelgebietes fallen unter anderen: die einiges Geld ?,u dem Unternehmen und brachte ein gewisses Ve.ständniZ dafür mit. Mil einem Kapital ton 600 Dollar kauften nun die beiden eine Kinoausrirstung und zogen rm Lande herum, um fu y S'/men im F'stm auf Iahrmä ckten und Rammest lätz.en tov. u ühven. Zum e'-ftenmal traten sie mit ist em Kino, das wohl als die Urform der Lichtspielch-ater gelten kann, am 10. Mä-z 1899 tor das Publikum. Obwohl die älntollkommenheit der Instrumente und Male.lasten Unfälle und Sch-wieiigkeiten bercit-Va. fanden sie dvch> vielen Drifall unb . . . natürlich auch. Rachahmung. Ein Mann namens Rock machte ihnen mit einem „Dioskov-Apparat" schalle Konkurre-nz so da st sie schstehlich, um den lästigen Rebenlirhler zu br'eitigen, sich mit ihm vereinigten. Rock, der vor 1 Jahren mit einem De mögen von 10 Millionen Dollar gesto rben ist, gründete nun mit Dkackton und Smith die „Dita- graph-Filmgefellschaft", die erste Filmgefellschaitungsrat tes R ihsants für Arveitsver- n.i tlurg erstat et haste, mit Zustimmung des R-i h"rats zurächst in folgendem -Umfange zu- stande^e fromm.n: Deitragssrei ist die Deschastigung in der Land- ober Forstwirtschaft, wenn bet Beschäftigte nur w ihr end eines Teiles des Jahres als A b itnehmer tätig ist, in der Hauptsache aber von eigenen laid- oder fvrswst tscha stliche.n Gruadbe i) kbt (Hcue linge.) Das gilt auch für Angehörige solcher Arbert- reymer. Deitragssrei ist ferner — auch auster- halb ter Land- uib Forstwirtschaft — wer für mi .tes ens ein Jahr oder auf unoeitl nrnte Zeit mit mindestens sechsmonatiger Kün- digungsfrist eingestellt ist. Ci gelle t n sind aus der Derofeitlbchung in Rr. 6 des Reid-sg setzbiatres zu e.itnehmen. Gics;cner Strafkammer. G lest en, 14. März. Der Arbeiter Karl Schmidt von Bovsdorf hatte am 16. Oktober 1923 aus dem Himmelsbachschen Sägewerck zu Ri "da. ein Plakat an geheftet, worin das werk- tästge Volk zum Kamvf gegen Militärdiktatur und Fas UrnuZ aufg.'fo’i>:rt wurde. Das Schöffengericht Ridda hatte ibn freigesprochen, weil es der Auffassung war, Schnidt habe nicht das Bewusttscii gehabt, hierdurch verschiedene Klassen t>er Bevölkerung zu Gewalttä igleiten anzureizen. Die Strafkammer verwarf au3 derselben Erwägung heraus die Berufung der StaatLantoaltschaft. Der Jagdaufseher Karl Melchior von Müaster hatte an 16. Mai 1923 in Hochweisel er Wald di: Jagd ausgeübt, obwohl keiner der Iagdvachler in I.agbhestrk anwesend war. Das Schaff engeiicht Butzbach hatte ihn frei- g e s v r o ch en : es hi elt seine Behauptu ag, er habe auf Gru id verschiedener Tatsache i geglaubt, die Iagdvächtor seien irgendwo im I-agdbezirk anwesend, nicht für widerlegt. Die Strafkammer schlost sich dieser Auff assu iq an und verwarf die Berufung der Staateanwaltschafst. Der Eierhaidler Adolf Scheuermann von Echeell war von dem DchöffengeUchl Ridda wegen und fugten Kartoffelh.andels zu 3 Tagen Gefängnis unb 200 M k. © el bft ra f c tor- ur'cilt worden. Die Strafkammer stell'e, ebenso wie das Schöffengericht, fest, dist der Angeklagte einmal erhalten ist, traten mehr und mehr in den Dorde g'-und, und das Starsystem begann sich auszubitden. Eine Sensation der neuen Fi'mindust'ie war im Jahre 1904 der Film „Das Geben von George Washington", dem ein nicht minder beliebter gü-Wtcr „Das Leben von Moses" folgte, desten Aufführung eine . . . halbe Stunde bauerte. Die Kinob fiter, deren eä damals schon eine ganze Menge gab, hielten den Film zwar für viel zu lang, aber man fand Gefallen daran. Dir Vitagravh-Gefel.'schäft b achte auch 190? die erften Starfilms, und zwar entstand diese Gattung durch den Einfall Dlacktons, die Ramen der Schauspiefer auf der Leinwand grvst anzn- zeigen. Richt lange danach war die F.lmgefell- schäft von Smith und Dackkon zu einem g ossen ilntemebmcn heranaewachsea. bad ein jährliches Budget von 5 Mi.lionen Dollar hatte. * Sarrasanis Amerikafahrt. Hans Strsch-Sar'asani, der volkstümlichste und bedeutendste Meister der klassisch en deutschen Zirkuskunst, hat im Rovember Deutschland verlassen. um inmitten der schweren K l!is sein älntei nehmen nicht dem nöligen Be derben pr is- zugeben. Orofk’.ügig, wie in allen seinen ilnter- nehmungen, hat er den Sprung über den großen 2cie die Differenzbeträga nicht für sich behalten, fordern zur Deckung von Fehlbeträgen in der Kasse verwendet, nicht für toioerlegt unb sprach ihn frei. Schöffcn^erlcht. Giesten, 14. Marz. Gegen einen br.er wohnhaften Hausburschen aus Bad Kissingen toar durch etra,befehl an Stelle der an sich toertoirflcn Geiängnrsstrafe von einer Woche eine Gelostrase von 1b G.ldmark festgesetzt toorDen, weil er be- fchaldigt war, einer Witwe dahier 2 Stallhasen gestohlen zu haben. Er hatte Einspruch eingelegt, weil er die Tat nicht bogmagen habe. Trotz seines Leugrens tourb» er jedoch des Diebstahls über- führst unb' zu einer Woche Gefängnis verurteil. Eine ümtoanblung in eine Geldstrafe fand nicht statt. Ein Kaufmann von hier hatte sich im Rovember wiederholt geweigert, Del gegen Ent- ridj-ung des Kaufpreises in Papiermark abzugeben, vielmehr ausdrücklich Zahlung in wertbeständigem Gold verlangt. H einer verwandten Familie 7 Wurste entwendet, seine Stiefmutter durch .Faustschläge aus Rücken, Arme und in das Gericht, sowie dadurch, dast cr sie wider die Wand warf, misthand:lt und 8.50 Mk., die er von seinen Elstern zum Bezahlen von Kartoffeln erhielt, unterschlagen. Seine Eltern waren zur Zurücknahme des Strafantrags gegen ihn nicht zu bewegen, da sie schon alles versucht hätten, um ihn auf ordentliche Wege zu bringen, und do sie jetzt nur noch die Hoffnung hätten, dah eine Gefängnisstrafe ihn vielleicht bessern könne. Der Angeklagte wurde darnach zu einer Gesamt- eefängnisstrafe von zwei Wochen und r e i Tagen verurteilt. Gerichtssaas. rm. D a r m ft a & t. 15. März. Der Verwal- tungsgerichtshof nahm in feiner geftnaen Sitzung S elhmq in b:r Beschwerde gegen den Pcliretwach m ister Georg Schnetder in Giesten wegen Misthandlung. Sch. ist beschul- big:, im Januar vorigen Jahres den Studenten G u t b m a n n, der mit Bekannten abends aus dem juristischen Seminar nach Hause ging und fang, nach der Sistierung, als G. angeblich den Ramen vecweigcr e, misthandelt und ihm dann noch auf d:m iÄevier bei der Ramensseststellung auf die Rase gckchlagen zu haben, so dast diese geschwollen war und blutete. Da die Sachlage in der ersten Verhandlung nicht geklärt werden konnte, wurde die heutige zweite Beratung angesetzt, wo der Schneidm.' nicht erschimen tst. Guthmann machte seine Aussag m im e ■ Eid. to-'ihr md Sch. von Anfang an j:d: Misthandl mg b.st i t und nur die Sistierung d.'s G. zugab, M dieser seinen Qtamen nicht angab. Heute gab der damalZ in Begl.i ung des G. bfiidltch: Zeug: Referendar W Mahr unter Eid die bestimmte Er lir.mg ab, dast damals ©., der von dun Ange'lag ea mit zum Revier ge>- nemmen wurd:, un:erto:g3 plötzlich zur Seite torkelte. E.' ging dann auch auf das Revier, um zu hären, was Doig'nq. Härle aber von d:m dort an» wesenden Wach meister Schn rdt. dast dieser die Misthandlung nich hab: vmrhind:rn können Heute tourte di's von dun in Fr g r kommenden Wachtmeister Sch beftri tei, auch Vie übrigen als Zeu- g:n verm rmmenei Polizeiwach meister crHärtcn unter Eid. dast ihnen der Vorfall nicht mehr er- i-nerlich sei. Den Ver reter des Stan sinteresieS sind to hl auch di: R iberci n ?to sch n S ndenten- schr.fl unO P-l zm Mannt, li: habe i sich aber bts« f. x immer i i gehörigen Grenzen gehalten im vor- H gmben Falle liege aber unftr i ig nach den beeideten Aussagen ciie Mihhandlung des Siuden- teu G. und damit ein De gch:n vor. Der Gerichtshof bxmttoortete demen sprechend die Schuld- fr a g e mit „3 a!" Das Slrafoerfa!>veu gegen Sch wird demnach feinen 5:r ging nrhmen. Sti"nes-Reedereien ii Hamburg. Der Umbau der Schiffe für den speziellen Zweck erfolgte so grof> zügig und sach-emast dast trotz der Emvfindlich- feit der tocrttoflcn Tiere und trotz der Ausfahrt im stürmischen Sw bftc nicht der geringste Verlust zu beklagen ist. Am 4. De-.ember ist tie ©arrafanl- Schau wohlbehalten an ihrer ersten Etavpe an- cefangt, in Montevideo in der Republik Uruauah. Der Empfang, den das deu sche Unternehmen bei der Regie ung und bei der Bevölkerung des Landes gesunden hat war mehr ati. heizstch. und bedeutet einen grosten Gewinn für den deutschen Gcdanten in diesen schweren und niede.-schmetternden Zeiten. Zum erflenmate seit zehn Iahien liest in diesem Lande ein Unternehmen die deutsch.: F ag-te über seinem Hause wehen und bekannte sich offen zu seinem vielge- geschmähten deutschen H imatlande. Der künstle isch.e Erfolg toar durchschlagend: drei Monate wird die Sarrasani-Saison in Montevideo dauern. Der (3 ö fiungdrorfte lung wohnte der Präsident der Re^ubstk. Herr ©errato. bei austerdem sämtliche Mi i'ter und die diplomatischm Vertreter der südame ikanischen und europäi'chei Staaten. Hans St'sch--Sar.asani und seine Künstlertruppe sicht im Mittelpunkt deS aesellschaftlichxn Lebens in dieser vornehmen Tou.i.'Ien- und Handelsstadt Südamerikas, und er dehnte seine Spielzeit um zwei Monate länger aus, als ursprünglich beabsichtigt toar. Er gedenkt Argentinien unb Brasilien zu besuchen und dann nach Deutschland zurückzukeh.en mit einer nach vollkommen neuen Ge ichf'puutten zu'ammen^e'teslteu Schau.. Dem kühnen Pionier der Zi lüskuust winkt auch in Südamecita die glcvfj.: Volkstümlichkeit, die er sich in Mitteleuropa in langem, mühevollem und arbeitsamen Ringen evfdiarfen fy*. J! 3i h Waffer m sowie ein 1959D für Vertretung für die Kreise: Gießen, Wetzlar, Dillkreis, Biedenkopf, Marburg, Kirchhain, Alsfeld, Schotten. Besichtigung und Probefahrt jederzeit nach vorheriger Anmeldung. durch Öen Hof. ‘"A Lebens-Versicherung Ostolbien Rheinland 5 voll S 8 2 10 1 2 voll 5 voll 3 10 Voll G 19 BK |ÜI Ne->art. »/, Steigerung gegenüber 1913: Pius c6 Pioz. plus 48 Proz. plus 8 Proz. Telegraphische Auszahlung. __«Ohne Gewähr.)________ W. 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Habt ** Darsch ®enn ez e‘ert ßefoci ’0lWtr#ge Äl d V ht Hilm ’S । S,"1 h n Q V ui Büchcrtisch. — Eine Geschichte des deutschen Lustspiels legt der Karlsruher Lite, arhistoriker Professor Karl Holl in einem stattlichen, von dem Verlag I. I. Weber in Leipzig mit einem überaus reichhaltigen, ausgezeichnet .zusammengestellten Ti dapparat ausgestatte en Tande vor. Wer wird nicht staunen über den Umfang unserer heiteren und satirischen Bühnen- Ilteiatdf aller Zeiten, scheint sie doch meist bei ob rslächlicher Tetrachtung mit den paar Ramen: Lessing, Freitag, Wagner abgetan zu sein. Dah Lustspiel und Schwank auch in der deutschen Literatur eine weit bedeutendere Tolle zufallt, zeigt dieses Buch Das von staunenswertem Gelehrtenfl. ih zeugende Werl hat, wie die Geschichte des Lustsviels selbst, Höhen und Täler, angesichts des ungeheuren Stoffe5 eine Selbstversländtichleit. Ausgezeichnet sind die Partieen über Lessings „Minna", über Kotzebue, über Wagiers Meistersinger". Dagegen scheint mir der Verfasser Hans Sachs nicht ganz gerecht geworden. Auch die angestrebte Hin Anstellung der Literaturgeschichte in bad Gefamtb.ld der Kulturentwickluivz ist nicht immer so geglückt wie z. B. bei der Darstellung des Humanismus oder der Romantik. Störend empfand ich auch die oft kleinlich wirkende, allzu minutiöse Rubrizierung des Stoffes. 3m übriaen ist das Werl fesselnd und mit einer Flüssigkeit geschrieben, wie sie nur die restlose Beherrschung des umfangreichen Stoffes möglich macht. Das ausgezeichnete Bildermaterial — bei Literaturgeschichten in diesem Ausmatz immer noch eine Seltenheit — unterstützt die Anschaulichkeit der Darstellung wcscnckich. — Hochofen I. Roman von HanS Rich - t er. (Verlag Dun Ernst Keils Rachf. (Aug. Scherl) G. m. b. H., Leipzig.) — Mitten aus dem bewegten Leben unserer Zeit gegriffen, führt uns dieser Roman von Stahl und Eisen, Arbeit und Werk an Stätten der Arbeit und des Gewerbesleihes, G esch äf tseröff n ung! Ab Dienstag, den 13. ds, Mts. eröffnen wir Neustadt Nr. 19 ein Molkereiprodukten - Geschäft und empfehlen täglich: Frische Vollmilch . . . Liter 35 Pfg. do. frei Haus . . . Liter 36 Pfg. Süßrahm-Butter . . Pfund 2.25 Mk. Stets frische Eier und alle Sorten Käse Molkerei Ruppertenrod SeüvMW in guter Berkrhrslage Die -Däuser sind frei von Hypotheken. Angebo e von Selbninteressemen cri'ctcn an die beanfirnflte Maklerfirma S. Gumpcrt, Tüifclborf, (Ilmr loitenftr. til, Televyon 8854 u 1(184. in das Dunkel von Kohlenschächten unter raucht und ruhgeschwärzte Menschen, zwischen Ma- ffainen unb R^d-r. ilnqem?in fesselnd ist es, wie hier die verschiedensten Gestalten — Vertreter u 15,29 4,74 1 , 2 16,73 1,28 12,67 Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 15. März. Der Getreidemarkt hatte ziemlich festes, wenn auch ruhiges Geschäft für Weizen, Roggen und Mehl. Auch Haler war gesucht. Die Abladung sstörun i i i den Rordseehäsen führt zu ung wöhnlichm Geschäf en; beispielsweise ist ostpr?uhi|chrr Hafer zu 128 Mk. ab Da, k eh man nach München disponiert. Das Lfaslands- aeschäft liegt weiter schwach. Gesenkt haben sich beispielsweise die Forderungen für Western- Roggen auf 9.25 Gulden je 100 Kilo (kürzlich 9,40), für Lavlata-Aoggen auf 9 10, für Laplata- Mais auf 9,17'/2 (1.35) per Aptil°Mai bzw. auf 8.90 (9.05) per Mai-Juni Don Polen her kommen Rachrichken, dah dort toi» in ganz Mi teleuropa und tote auch in Deutschlaad der Saatenstand weit zurück sei für Miste März u tb schlecht befriedig?. Eine Verspätung der Erate sei durchaus mögllch. Di? beispiellose Entwicklun; hat dea m 11 te l- deutschen Braunkohlenbergbau zu einer ter führenden Industrien Deutschlands gemacht. Während vor dem Kriege die Delegschastszahl noch nicht 50 000 Mann betrug, nuten im vergangenen Jahre fast 90 000 Meuchen lohnende Arbeit, diejenigen nicht einte- ! rissen, die für die Herstellung tes notwendigen Bedarfes an Material für den Draunkohlenterg- bau tätig waren. Dem erreichten Höhepunkt ter Braunkohle, was Förderung und Absatz anbetrifft, steht die EntwicklungZsähigkcit der Derwe.:dung derBraun-- kohle gegenüber und hat mit ihr Schritt gefalben. Drohe Möglichkeiten eröffnen sich hier auf dem Gebiet der Vervcllkommnung d?r Hausbrando en- Industrie für Kohlen und Briketts und tes Zentralheizungswesens. ferner für die Verwendung der Draunkohlenerzeugnisse für ten Lvkomotiv- betrieb, für die versch'.etenen Zwecke der Damvf- erzeugung, Ent- und Vergasung und ter Gewinnung wichtiger chemischer Erzeugnisse aus der Draun-lohle. Zum ersten Male versuchte jetzt die mitteldeutsche Braunkohlenindustrie auf der Leipziger Frühjahrsmesse einem weiteren Kreise ein Bild doll den Verwendungsmöglichkeiten ter Draun- fcfrie zu geben und die Zusammenhänge, die sie mit ter Allgemeinheit und fast allen Zweigen ter Industrie verbinden, wenn auch auf beschränktem Raume, zur Darstellung zu bringen. Aus teo Technik Les Braunkohlenbergbaus warten moderne Abräumwagen verschiedenste.' Konstruktion, einige neimr Ige Abraumlokomotiren, Abbildungen von prak.ifchen Abraumgeraten, Qualitäts- Wirtschaft. Die Brannkohlenindnstrie. Der verlorene Krieg hat die Kohlenbasis vnseres Vaterlandes von Grund auf umgestaltet. Die Rennung ter beiten Rainen Versailles und Genf genügt, in jedem Deutschen schmerzliche ßdimerungen Wachzurusen, die sich an ten Verlust weNvoller Steinkohlen.ebiete in Lothringen, Saar und Oberschlesien knüpfen. Mil tem Einbruch der Franzosen in das Ruhrgebiet endlich ist das grohte Kohlen-Jndustriegebiet Deutschlands unter fremde Aufsicht gekommen und fast zum Erliegen gebracht worden. Einer Steinkohlenförterung von 190 Millionen Tonnen lm Jahre 1913 steht eine Förderung von nur 53 Millionen Tonnen im Zähre 1923 gegenüber. 3m Gegensatz hierzu ist die Draunkohlenförterung in tem gleichen Zeitraum von 87 auf 115 Millionen Tönnen gestiegen. Die Draunkohlenförterung ffat die Stein- tohlensörterung demnach beträchtlich überholt. Der gewaltigen Aufgabe, ten Ausfall an Sieinkohlen- mengen im Rahmen ter gegebenen Verhältnisse gu ersetzen, konnte ter Braunkohlenbergbau nur nachkommen, weil die technischen Voraussetzungen gegeben waren, die Forderung in raschester Weise den Grfortelmisfen der veränderten Marktlage aiuupassem. Vornehmlich durch seinen Tagebaubetrieb war der Braunkohl^nberg au imstande, der stümrisch steigenden Rachfrage gerecht zu werden Die erzielten Ergebnisse wären noch günstiger gewesen, wenn nicht ter rheinisch? Braunkohlenbergbau unter ten Rachwirkunger ter Besetzung durch die Franzosen zu leiten gehabt hätte. So war es in elfter Linie dem mitleldeut - s ch e n und o st e l b i f ch e n Braunkohlenbergbau beschieten, für die ausgefallenen Sleintohlen- mengen ter losgerissenen Lantesteile einzusprin- gen. Folgende älebersicht veranschiulicht die gewaltige Entwicklung, die die drei genanten Draunkohl:ngcbiete im Vergleich zur VorLiegs- zeit genommen haben: Förderung in Millionen Tonnen: tr tr”f. 16. Miir; •fr 9torm ........ unr/fifdr 9/etew ........ »i'ch? Roten ........ ebwedilchk ^lloten ........ vllandtstve Noren........ ml<6-Cffkrrct(6. i 100 Ärenen mcrlfantfifcr Woitn . . nglllche 'Mottti..... t lt,nische Note» .... Ifllfft# Noten ..... Unnorllcbf Noten .... richichostowafischr Rot« ßtsnveaikch, Noten . . > Rutnaniichk »loten <6nenl(<6f Waten waren an Ersatzteilen für sämtliche im Abraum und in ter Kohlengewinnung zur Verwendung kommenden Maschinen, Tvansporteinrichtungen, Diikettfabrik-Zt neuem.ichturgen, Wasserte ämp- fungs- und B schaffungZ-Aniagen zur Darstellung gebracht. Der in erster Linie für die Detanstaltung der Braunkohlenfachmesse obwalte ite Gedanke wir ter, di? in ten letzten Zähren erzielten teteutenten Fortschritte auf tem Gebiete der FeuerungZtechnik u id damit die verbreiterten Anwrndungsmög.ichk i en für die Drau ckohle der an den Lcioziger Metztagen zahlreich vertretenen Wärmeverb rauchenden Industrie zur Ken:-triZ zu bringen. Der älmstand, dah ter grötzte Teil ter Förderbraunkohle zu Dampf- bzw. Energie- erzcugungszweckcn Verwendung fi tet, zeitigte auf der Messe eine tesonters reichhaltige Darstellung von geeignete i Äeife'fruerungen, wobei als neue, aussichtsreiche Cntwicklungsform die M-chanifierung tes Trevvei- und Multenrostes aufsiel. Dies gilt gleichfalls für di? Befah- lungs- und Gntaschungsanlagen ter Kesselfeue^ rungen, für die immer mehr die Handarbeit in Wegfall kommt. Bisher unbekannte, auherordentliche Drcnnleistun^en sind mit ter Draunkohlcnstaubfcuerung erstelbar, für d? en mannigf l ige Anwendungssorm di' Ausstel.ung ein beredtes Zeugnis gab. Für die Beheizung solcher Oefen, die besond?re Reinhertsanforde- nmgen an das zugesührte Heizmittel stellen, z. B. die ter Glas- und keramischen Industrie, wobei man sich infolgedessen gern ter sauberen und sparsam regulierbaren ©aSteuerung bedient, hat sich die Vergasung ter Braunkohle in Generatoren bewährt. Einen breiten Raun ter Bcaunkohlen- fack-messe nahm sodann die Abteilung für Zen- tralhcizungs- und Hausbrandöfen ein. Von crftcren waren die verschietensten, mit Braunkohle unter Zuhilfenahme von Fränkel-, Jalousie- und Sattelroslen betäebenen Snste ne in Heizbetrieb zu sehen. Andererseits zeigten di? ausgestellten Hausbrandösen und Käch ngruteh.'i te auch auf diesem Gebiet aussichtsreich? Fortschritte, die im vorgeschrittensten Falle sogar zu einem mit Draunkobl nöl b:h:i;ten Gro,ckü:hen"erd fesührt hab?n. Die chemisch? Ablei.'un; ter Bxiu ikohlen- Fachmesse zeigte, dah für die mit äänrscht als geringwertig verschrieene Braunkohl? nicht nur ter Heizwert, sontern auch der chemische Rohstoff- wert mntzzebend ist. ünjere im H?r;en Deutsch" lands li-genden Brauntohlenschwe ereie i stellen ein wich iges Gebiet in terteutscher Volkswirtschaft u-.td nationaler Zu'unft dar. Braunkohlenteer und die daraus gewonlenen ch?Nischen Er- zeuanisse find die Grundlage ausgevhn:er blühender Grotzgewerbe, die erstmals auf te'Braunkohlen-Fachmess? in zu ammensa senter älel er icht ihre Erzeugnisse ausstellten Hier fand ter Messebesucher alle aus der chemischen Braunkohlen- Derarbeitung anfallenden festen u.d flüjsigen Erzeugnisse. wie Bonstue, Heiz- und Treiböle, Pa° vafitnöl, Paraffin, Kerzen, Montanwachs, die daraus g:ferligtcn Waren und handelsüblichen Oelsorten. Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. Q1L (In Visionen Mark nuSflcbriitft. BmnoS Aires, London, 9?ck- hort, ftapan, Nlo b'* 0a> eiro für eine fflitliHt. Wien n d Budapest sllr 100C00 Eindeiken, alk/S übrige für 100 Li.tbeiten.) Banknoten. (Ohne Gewähr.) Vrucksachen aller Art die vrühi'fche Universttätr-Vruckrrei. R. Lanae. Sieben. 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