nr. 276 Erstes Erscheint täglich, nutzer Sonn, und Feierlag«. Beilagen: VietzenerFamUienblLtter Heimat im Bild. monau«Be)iflipiets: 2 Golümark u. 20 Gold- Pfennig für IrSgerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschlüsse: bchriftleriung 112, Der- iagunb®e|d)Qft9helle51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eietze«. poüscheckfonlo. grantfurt a. ÖL 1118g. Blatt UL Jahrgang Dienstag, |6. Dezember 1924 General-Anzeiger für Gberhessen Dmd und Verla-: vrLhl'sche Univerfitälr-Vuch- und 51elndruckerel R. Sanne in Giehen. Zchriftleitunz und Geschäftsstelle: StiultraM 7. Annahme von für bte 'Iagetnumnur l |um Nachmittag vorher ohnejede'LerdlndlichNert. Preisfiü l mm hohe für Anzeigen von 27 mm ■Brette ortlichü,auswärts 10 Goldpfennig; für Ne- Klame-Anzcigenv 70mm Dre,te 35 Goldpfennig, Platzvorfchrift 20* ,Auf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton Or.Friede.Wilh Hangt; für den übrigen Teil. Ernst Blumschein; für den Anzc geniert: Hans Beär, sämtlich in Gletzen. Dr. Marx. Reichlich ein Jahr ist Herr Dr. Marr Reichskanzler gewesen, ein Jahr der Reorganisation und deS inneren Wiederaufbau S. 2n Revolutionszeiten lebt man rasch, aber selten wohl hat sich soviel, wie diesmal, an Ereignissen in den Dang eine« Jahres hineinpressen lassen. Deine eigene Partei hat ihn deshalb den erfolgreich st en Kanzler genannt. Sicherlich nicht mit Unrecht, wenn man nur auf das Ergebnis sieht. Sie hat aber hinzuzusetzen vergessen, hab er In erster Linie außerordentlich viel D i ü ck gehabt hat. Er hat die Blume gepflückt, die ein anderer pflanzte, er hat geerntet, waS Herr Dr. G t re ftmann gesät hat. Er selbst ist auch viel zu ehrlich, daS nicht einzusehen. Er kennt die Grenze seiner Begabung und hat sich deshalb lange gesträubt, bevor er das Amt annahm. Seine eigentliche Leidenschaft war von jeher die Schulpolitik, wozu noch die Rechtsfrage kam, für die er sich als Richter besonders interessierte. Deshalb war eS schon eine Ueberraschung, daß er an die Spitze der Zentrumsfraktion berufen Wurde: eigentlich eine Derlegenheitswahl, die ihre 'achliche Begründung in seinen m e nsch l i ch wertvollen Eigenschaften fand. Sin gerader, ehrlicher, aufrechter und liebenswürdiger Charakter, eine — waS heutzutage bei einem Politiker schon eine Seltenheit geworden ist — zuverlässige Ratur, ein Mensch, der vielleicht Gegner, aber keinen einzelnen Feind hat. Er war zudem wegen seiner Sachlichkeit und Objektivität bei allen Parteien beliebt und fand so auch nach der persönlichen Seite den Boden bei der Uebernahme des schweren Postens bereitet. darüber aber ist sich wohl niemand im Zweifel gewesen, bah er kein Kanzler internationalen Formats war, seine Stärke lag in der Kenntnis der parlamentarischen Lage und in dem persönlichen Der - trauen, das er genoß. So gelang es ihm denn auch, tym den Sozialdemokraten d c Zu- immung zu dem neuen Srmächt gungSg.setz zu rbalten, Die fie Herrn Dr. Stresemann abgetönt hatten. 3m übrigen aber wurde er der Erbe dessen, WaS Dr. Stresemann begonnen hatte. Er fand die Stabilisierung der Mark jor, er fand den Beamtenabbau vor, er brauchte also nur weiter zu arbeiten oder vielmehr die Minister Weiterarbeiten zu lassen an dem Programm. daS Herr Dr. Stresemann ausgearbeitet hatte. DaS hat er auch zuerst getan; er wußte auch, daß seine Talente auf außenpolitischem Gebiet nicht lagen und hat beshalo entscheidenden Wert darauf gelegt, daß Dr. Ctrcfe- inann die auswärtige Polit k behielt, obwohl dieser damals sich lieber zurückgehalten hätte. Da zudem die Arbeitsgemeinschaft der bürgen- Lieben M.ttelparteien vor eine n 3abr noch starke innerliche Zusammenhänge hatte, stand er wirklich an der Spitze eines Blockes, der zwar an sich nut kaum ein Drittel des Reichstags umfaßte, aber doch wegen der Geschlossenheit seines Willens und wegen der Ziele, die er verfolgte, sich durchsetzen konnte. Dis in die Tage von London hinein. Da ist zum erstenmal Herrn Dr. Marx der Glaube beigebracht worden, daß er auch auf dem Gebiete der auswärtgm Politik Vorbeeren sammeln müßte. Er l.eß sich breitschlagen dazu, der F ihrer d.'t Delegation zu werden, er ließ ftch auch breitschlrgen. Reden zu halten, .die inhaltlich von der Pol.tik abwichen, wie fte Dr. Stresemann einschlagen wollte. Es konnte nicht ausbleiben, daß dadurch in = öle bürgerliche Arbeitsgemeinschaft ein Riß hin- eingetragen wurde, der solange unsichtbar blieb, als der Kampf um das Dawes-Gutachten zu Ende geführt wurde, in demselben Augenblick aber sich verbreitern mußte, wo dieser seinen vorläufigen Abschluß erreichte. Hätte Herr Dr. Marx weniger stark nach links gedrückt, dann war das zu tragen, dann ergab sich aus der Annäherung der Deutschnationalen an die Mitte eine Verbreiterung der Regierungsbasis , auf der gradlinig die bisherige Politik in ihren Folgerungen durchgeführt werden konnte. Leider aber hat der Kanzler den Einflüsterungen von links her in London und nach London viel zu sehr sein Ohr geliehen; er glaubte offenbar wirklich daran, daß es ein nationales ilnglüd fein würde, trenn die Deutschnationalen sich an ' Öen Regierungsgeschäften mit beteiligten, weil er F ein neues Erstarken des Rationalismus auch in | Frankreich daraus befürchtete, anstatt sich zu Tagen, daß man drüben in erster Linie die w i r t- fchaf t lichen Kräfte einschähen würde, die hinter den Deutschnationalen stehen und aus der Durchführung des Gutachtens auch durch die Deutschnationalen eine Erweiterung und Verstärkung der deutschen Unter» schrift herauslesen muhte. Wie der Kanzler sich die Durchführung seiner Politik mit den Sozialdemokraten gedacht hat, wie er die Reuordnung des Steuerwesens zusammen mit den Sozialdemokraten machen wollte, darüber hat er sich öffentlich 'x nie ausgesprochen. Unb doch ist er zu klug, Ium nicht zu wissen, daß daran jedes Zusammengehen mit den Deutschnationalen unbedingt scheitert. Gerade, wer also die auswärtige Po- l i t i k für richtig hält, die wir im vergangenen Jahr gemacht haben, gerade der wird auch daraus hinwirken müssen, daß jetzt nicht eine Rc° gierungskoalition nach oben kommt, die an der Lösung dieser Aufgabe scheitert, Und das wäre jede Kombination, in der die Sozialdemokraten eine führende Rolle spielten. Rücktritt des Reichskabinetts. Serifn, 15. Dez. (Sil.) Amtlich wird mitgeteilt: Der Reichskanzler Dr. Marx überreichte heute nachmittag 4.30 ilhr dem Reichspräsidenten die Rücktrittserklärung des ReichslabinettS. Der Reichspräsident nahm die Demission entgegen, beauftragte aber gleichzeitig den Reichskanzler Dr. Marx und die b-sherigr Deichsregierung mit der einstweiligen Wetterführung der Geschäfte. Dem Besuch des Kaa-lers ging eine Kabinettssihung voraus, denen die von Berlin abwesenden Minister Dr. Stresemann und Dr. Luther nicht beiwohnen konnten. ES kann mit einiger Sicherheit angenommen werden, daß der Deichs- taz am Montag, dem 5. Januar, zusammen- treten wird. • Der Reichskanzler hat am Montag nachmittag dem Reichspräsidenten offiziell das Demissionsgesuch des Kabinetts unterbreitet. Er war nach den Beschlüssen der vorigen Woche lediglich eine Formsache Immerhin berührt der Eifer, den der Reichskanzler beim Abschlüßen seines Demissionsgesuches bekundet, einigermaßen eigenartig. Er hat es so eilig gehabt, daß er nicht einmal die Rückkehr der Minister Dr. Stresemann und Dr. Luther abwarten konnte. Und das. obwohl wir in der Vergangenheit mit den vorschnellen Demissionen der Ministerien keine guten Erfahrungen gemacht haben. Damals war immer das erste, was bei einem Mißerfolg laut wurde, der Ruf nach dem Rücktritt des Kabinetts. Und wenn das dann geschehen war. überlegte man, was weiter werden sollte, auf die Gefahr hin, daß die Krise wochenlang dauerte. Die vernünftigen Leute haben sich deshalb längst davon üb rzeugt. daß diese Methode falsch ist. daß vielmehr umgekehrt verfahren tD-'röen muh. indem das Kabinett zwar seinen Rücktritt in Aussicht nimmt, vielleicht auch einen letzten Termin dazu vorsieht, aber inzwischen Zeit für die Bildung einer neuen Regierung läßt. Genau so Übrigens, wie das auch Poincars nach den frcnnösischen Maiwahlen getan hat. Es hätte dem Kabinett Marx gar nichts geschadet, wenn es seine Lebensdauer selbst, entsprechend einem Antrag deS Außenministers, auf den 2. Januar fixiert hätte. Dann waren die Fraktionen in Berlin gewesen, bann hätten Verhandlungen hin und her ftattfmben könne, dann war wenigstens die allgemeine Lage einigermaßen geklärt. Jetzt dagegen hängen alle Entscheidungen in der Luft. Keine einzige Fraktion ist in Berlin gewesen, der Reichspräsident hat nicht die Möglichkeit gehabt, irgend jemanden zu fragen, durch das Verhalten des Reichskanzlers ist also die Krisis zum mindesten künstlich erzeugt worden. Wir glauben fast, daß er das getan hat, um die Schwierigkeiten einer Regierungsbildung nach rechts zu vermehren. Er rechnet damit, daß der künftige Kanzlerkandidat. eben um die Krisis nicht zu verlängern, überstürzt an die Arbeit gehen muß und dadurch vielleicht Reibungen entstehen, die unter normaler politischer Temperatur sich hätten vermeiden lassen. Auch die gesamte Presse der Linken ist in die gleiche Richtung eingeschwenft. Sie entwickelt einen geradezu verdächtigen Eifer in dem R u s nach dem Rechtsblock. Sicher nicht um der schönen Augen der Deutschnationalen willen, sondern in der ganz bestimmten Erwartung, daß. je mehr von feiten der Opposition her der Rech ts - block verlangt wird, desto größer automatisch die Widerstände werden fönnen, die sich dagegen im Zentrum geltend machen. Und das ist offensichtlich der Zweck der Hebung: der Kampf um die Seele des Zentrums. Dem Zentrum soll die Zusammenarbeit mit den Deutschnationalen tunlichst verekeft werden. Die Deutsche Dolkspartei soll sich bei den Versuchen zur Bildung eines Rcchts- blockeS tüchtig die Finger verbrennen, damit sie die Lust daran verliert, und dann schließlich die Sozialdemokraten gebeten werden, doch gütigst mit den übrigen Parteien wieder in die Regierung hineinzugehen, nur damit irgendwie die Krise beendet wird. Eine sehr schlaue Rechnung, aber zu schlau, als daß sie bei vernünftiger Haltung der Parteien Aussicht auf Erfolg hätte. Der Bayerische Bauernbund für eine Koalition der Mitte. Berlin, 15. Dez. (TU.) Der Führer des Bayerischen Bauernbundes. Prof. Fehr, hat der Zentrurnssvaltion mitgcteilt, daß er eine Koalition der Milte unterstützen würde. Berufsständige Vertetung im Richstag. Auch im neuen Reichstag werden die nichtsozialistischen Arbeitnehmer-Organisationen wieder zahlreich vertreten fein, namentlich im Zentrum und in der Deutschnationalen Dolkspartei. So entsendet der dem Deutschen Gewerkschafts- bunt) ^Vorsitzender A. Stegerwald) angehörende Deutschnationale Handlungsgehilfenverband, Hamburg, allein vier Mitglieder seiner Derbandsleitung in den neuen Reichstag. Es sind dieses Otto Gerig (Zentrum). Walter Qam- bach (Deutschnatio:a e DollS artet), Otto Thiel (Deutsche Voltspartei) und Franz Stöhr (Rationalsozialistische Freiheitsbewegung). Dr. Jarres Kandidiert nicht für den Reichspräsidentenposten. Karlsruhe, 15. Dez. (TU.) Dem Vertreter der TU. erklärte Reichsminister Dr. Jarres über die von der „Germania" gebrachte Meldung von seiner ang blich n Kand datur für d e Reichspräs dentenw hl. daß er schon mit Rücksicht auf seine persönlichen und dienstlichen D.- zichungen zu dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler auf das peinlichste davon berührt sei, daß fein Raine mit dcr ’m Sommer 1925 ftatts nd ndenR ckchspräs d ntenwahl n Verbindung gebracht werde. Er brabftcht gc, sofort nach der B Ibunq des neuen Kabinetts aus der Politik auszuscheiden, um seine kommunale Tät glctt wicd r auf unehmen. die vor zwei Jahren durch seine Ausweisung unterbrochen wurde. Ernste Lage in Marokko. Der Rückzug der Spanier. Paris. 16. Dez. (Priv.°Tel.) Die französisch? Presse stellt die Situation der Spanier in Marokko als außerordentlich gefährlich dar. Der größte Teil der spanischen Zone sei heute von Abb-cl-Krimzurückerobert. Spanien habe im Verlauf wen ger Monate alle seine Positionen in einem Gebiet von über 220 Quadrat! lomcter verloren, zu de en Eroberung es n hezu sieben Jahre geb.aucht h be. Die spanische Armee in Stärke von 120 000 Mann ziehe sich in zwei Kolonnen, die ein; im Osten gegen Mell la, die andere im Westen gegen Tctuan zurück. Die Verbindungen zwischen beiden seien bereits von den Truppen Abdel-Krims durchschnitten, die sich in den letzten Tagen in d:n D s h von Ehechaouen gefetzt hätten und von da aus berttts Tetuan bedrohten. I felge des Ab'all s zwe er Stämme, die bisher den Spaniern treu geblichen wavrn, sollen die spanischen Truppen dort in eine völlig unhaltbare Lage gebracht worden fin. D r ..P r s cor" läßt sich darüber melden, daß in den Kämpfen der letzten Wochen die span sch:n Verluste sich auf 2?C00 Tote und 7202 Gefangene b,taufen hab n sollen. Der Madrider Korrespondent des „Petit Parifien" glaubt lagen zu können, daß der Rückzug die Spanier teurer zu stehen komme als ein Vorrücken. Spanien unterhalte augenblicklich im Riffgebiet eine Besatzung von mehr als 120000 Mann, die täglich 6 bis 7 Millionen Peseten Kosten verursach:. Rach Anficht des Korrespondenten könne die letzte Phase des Rückzuges die kritischste werden. Die Linie, auf die die Spanier sich zurückzuziehen beabsichtigen fei die von Alcazarquivier über Larralch hinaus bis Arzila und die Höhen von Monkal und den Berg Gorgues. der als Schutzwall für die Tangerzone biene nach Ceuta und Tetuan. 3m Gegensatz zu den Erklärungen Primo di Riveras sei dieser Rückzug keineswegs ein friedlicher Rückmarsch^ — Die Haltung Frankreichs. Die Meldungen über die Rückwärtsbewegung der spanischen Truppen werden von der Pariser Morgenpresse in großer Aufmachung wieder- gegeben. Die Möglichkeit einer I n t erven t i o n Frankreichs in Marokko ist vielfach Gegenstand der Kommentare. Der „Matin" betont, die Sicherheit Tangers ist durch die Ereignisse nicht bedroht. In diplomatischen Kreisen glaubt man. dgß der Vertrag vom Jahre 1912 den Franzosen das Recht gibt, nach ihren eigenen Interessen zu verfahren, wenn die spanische Regierung nicht mehr in der Lage fein sollte, die Ordnung aufrechtzuerhalten. — Havas bestätigt, daß seit einigen Tagen zwischen der spanischen Regierung und der französischen Botschaft in Madrid Besprechungen be-üg- lich der Räumung der spanischen Zone in Marokko stattfinden. Es sei ganz natürlich, daß die beiden Länder miteinander Fühlung nähmen, um die gegenseitigen Absichten angesichts der neuen Lage sicherzustellen. Die Nesormpläne Primo de Riveras. Paris. 15. Dez. (TU.) Pariser Blätter veröffentlichen eine Unterredung Primo de Riveras mit einem Korrespondenten der ..United Preß". Der General sagte u. a.: Unser Rückzug in Marokko wird eine starke Rückwirkung haben. Die französische und die englische Regierung befassen sich schon mit dem Problem. Das Direktorium hat sich einer neuen, internationalen Erörterung, d e eine Revision des nordafrikani'chen Heber- eintommenS rach fich ziehen würde, nicht widersetzt. Augenblickl'ch würde eine Sonder- aftion irgendeiner Mtcht eine Vertragsve lctzung bedeuten. Durch unseren Rückzug in Marokko verletzten wir in keiner Wecke das Algler- obfommen. Durch den Verzicht auf Tanger haben wir einen notwendigen Stützpunkt verloren. Denn Tanger ist der Herd aller marolkanischen 3ntriauen. Wir werden die Verwaltung in unserer 3onc auf einer gant neuen Basis organisieren. Di - Maure: sollen in Zukunft eine eigene Regierung haben und wir hoffen, niemals mehr eingreif er zu müssen. Heber die politische Lage in Spanien erklärte Primo de Rivera, obwohl mehrere Gesetze aufgefchoben worden sind, werd: die Verfassung restlos in Kraft treten und jeder solle bet den Wahlen seiner Meinung Ausdruck geben. Wir haben Reformen c nge ührt, trotzdem bleibt noch viel zu tun übrig. Wenn wir gee.gnctc Persönlichkeiten gefunden halben, werden wir den König bitten, ihnen die Leitung anzuvertrauen. Das Tangerproblem. London. 16. Dez. (WTBck Funkspruct, Rach einer TimeS-Meldung au5 Tanger herrscht in den dortigen Europäer- und Eingeborenen' kreisen die Ansicht, daß die Spanier den Ausstand der AndjaraS ohne große Schwierigkeiten unterdrücken könnten. Auch ..Westminster-Gazette" läßt sich auS Tanger berichten, daß der AndjaraS-Aufstand für Tanger keine ernste Gefahr bilde, eS fei dort alles ruhig. Der „Daily Mail" zufolge sind die Amtlichen britischen Kreise durch die Meldungen über den Andjaras-Aufstand durchaus nicht beunruhigt. Sollte der Aufruhr erfolgreich sein, so würde die britische Regierung mit den andern Unterzeichnern deS Algeciras-AbkommenS gezwungen sein, eine Aktion zu unternehmen. Der diplomatische Berichterstatter deS „Daily Telegraph" schreibt, bei dem Interesse. daS Italien und Großbritannien an der Aufrechterhaltung dcr Ordnung an der Risküste haben, könne eine internationale Konferenz der Unterzeichner deS QUcudra? 21i’ kommens, die diese Frage sowie die Tanger berührenden Probleme zu behandeln hätten schwerlich lange verschoben werden. Der Berichterstatter erinnert im Zusammenhänge daran, daß Deutschland und Oesterreich-Ungarn in den FriedenSverirägen auf ihre Rechte in diesen Fragen verzichtet hätten. Chamberlains Bericht. Außenpolitische Debatte im englischen Unterhaus. London, 16. Dez. (Priv.-Tel.) 3m Unterhaus sprach sich der Auhenm nifter Chamberlain sehr befriedigt von seiner Rckse und der persönlichen Fihlugn h ne m t H.r io«, M .s o lini und anderen Staatsmännern aus. Er stillte fest, daß d e Aussprache w sentlich zur Herstellung g genf it g n Vertrauens be g tr gen habe; besonders nützlich hebe sich auch s ine Teil nah ne an der Sitzung des Dölkerbundsrats crto'e'en und ferne Vorstellung von dem W?rt des Du deS sei erheblich vergrößert worden, j doch h ibe er bcstät gt gefunden, daß der Völkerbund graduell entwickelt w iben körne, eb nso wie sich der bemolrat sch? Gedanke im inn r- pol t scheu Leben der Völker nur langsam entwickelt habe. Macdonald wünschte zu wissen, welche Haltung die englische Regierung bezüglich des P r o t o k o l l s bei der Besprechung mit den D o - minions einzunehmen beabsicht ge. und bedauert lebhaft, daß Chamberlain kein Wort über die Fragen der Räumung der Kölner Zone und der i n t e r a l l i i e r t e n S ch u l d e n für nötig gefunden habe. Das Hauptgewicht der Debatte lag überhaupt nicht bei den europäischen Fragen, sondern bei der Frage des Konfliktes mit Aegnpten und des Sinowjew-Drieses. was daher kommt, daß die Debatte durch ein Amendement der 2 a» bour-Partei zu der Thronrede eingeleitet wurde, welches die Politik der Regierung gegenüber Aegypten und Rußland friiiliert. indem es sich mit großer Schärfe gegen di e Vergewaltigung der ägyptischen Regierung durch das Ultimatum wandte und letzteres mit dem Ultimatum an Serbien verglich Der Vorstoß hatte relativ geringe Wirkung Chamberlain berief sich auf Robert Cecil, der dem Völkerbund jegliche Kompetenz, einzugreifen, abspricht. Bezüglich der Absperrung be 8 Ril- Wassers gab Chamberlain eine beruhigende Erklärung ab unb versprach bet ägyptischen Regierung, wenn sie ihre versöhnliche Haltung bei» behalte, bie Einsetzung einer unparteiischen Kommission unter neutralem Vorsitz zur Untersuchung der Wasserfrage. Macdonald. dem dies nicht genügt, verlangt als Minimum, daß die englische Regierung, wenn schon sie die ganze ägyptische Frage dem Völkerbund nicht unterbreiten wolle, die späterhin notwendigen Verhandlungen mit Aegypten über bie schwebenden Streitfragen unter Zuziehung eines Vertreters des Völkerbundes führen sollte. lieber den Sinowjew-Drief gehen immer noch die Meinungen auseinander. Während Chamberlain mit größter Entschiedenheit erklärte, daß die Regierungskommission auf Grund ihrer Untersuchungen fest überzeugt sei, daß der Brief authentisch sei. brachte Macdonald erneut schwere Deden ken vor und forderte eine parlamentarische Untersuchung. Chamberlain lehnte es jedoch kategorisch ab. sich weiterhin mit der Frage zu befassen und beantwortete die dringend? Forderung der Labour- Partei nach Wiederaufnahme der Verhandlungen über den Handelsvertrag mit der Bemerkung. daß bie englische Regierung bie Zeit dafür als noch nicht gekommen sehe. Die Türkei zur ßage. London, 16. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die .Times" meldet aus Konstantinopel: Die Besprechungen Chamberlains in Paris und Rom haben die türkische Presse in Konstantinopel sehr beunruhigt. Sie fordert das türkische Volk auf, eine allgemeine Front gegen die Gefahren zu bilden. Samuel Gompers f. Reuhork, 15. Dez. (Wolff.) Samuel Gom- perS. der Führer der amerikanischen Arbeiter- Union. ist in San Antonio (Texas) gestorben. Während der letzten Augenblicke war er von einer Reihe von Männern umgeben, die ein Menschenalter hindurch mit ihm zusammen viele Kämpfe der amerikanischen Arbeiterbewegung ausgesochten hatten. Als das Ende herannahte, reichte ihm jeder noch einmal die Hand und sagte Lebewohl. Gompers litt seit einem Jahre an einem Herz- und Rierenleiden. Man wird sich wohl allmählich daran gewöhnen müssen, bei Beurteilung weltpolitischer Zusammenhänge auch die im Aufkommen begriffene große antibolschewistische Front in Betracht zu ziehen. Als Vorkämpfer einer solchen Front ist Samuel Gompers, der soeben verstorbene Führer der amerikanischen Arbeiter- Union. anzusehen. Seine antibolschewistische Stellung trat erst wieder in den letzten Wochen scharf zutage, als die englische Gewerkschaftsorganisation durch besondere Vertreter die amerikanischen Arbeiter auffordern ließ, sich der Gewerkschaftsorganifation der kommunistischen Internationale an» zufchließen. Die englischen Gewerkschaften haben diesen Anschluß ihrerseits vor drei Wochen durch eine unter P u r ch i l l stehende Delegation in Moskau vollziehen lassen. Damit sind sie vollständig in das Moskauer Fahrwasser geraten und stehen nun, trotzdem Purchill gleichzeitig Vorsitzender der Amsterdamer Ge- werkschaftsinternationale ist, in der Opposition gegen Amsterdam. Die amerikanische Arbeiter- Union dagegen lehnte sich in der Person Gompers entschieden gegen die Vereinigung sozialistischer und kommunistischer Gewerkschaften auf, Gompers war somit in den Augen Moskaus der „größte Hort der sozialistischen Reaktion" Amerikas. Den Bestrebungen der englischen Gewerkschaftsorgani- sationen widersetzte sich auch der Berliner „Vorwärts, worauf zwischen Moskau und der Lmdenstraße ein selten heftiger Kampf entbrannte. Der englisch-amerikanische Schuldenkonslikt. Berlin. 16. Dez. (T.U) Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" meldet aus Reuyorr, Präsident Coolidge erklärte, er habe nicht die Absicht, eine internationale Schulden-Konferenz einzuberufen oder die amerikanischen Ansprüche auf deutsche Reparationen dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten, noch weniger in die Streichung der Schulden zu willigen. Ebenso hat der Kongreß nicht die Absicht, die deutschen beschlagnahmten Vermögen wieder flüssig zu machen, wie Chamberlains Rote vorgeschlagen hat. I ---------- Estlands Konflikt mit Rußland. Reval, 15. Dez. (Estnische Telegr.-Agent.) Die estnische Regierung hat an die Regierung in Moskau eine Rote gerichtet, in der gegen die Auslassungen Estland fernlich gesinnter <Ä>wjetblätter. besonders gegen den in der Ler i 'grader „Prawda" vom 11. Dezember veröffentlichten Aufruf der 3. Internationale, der die Revolte vom 1. Dezember verherrlicht und Drohungen gegen diee st nischeRegierung enthalt, Protest erhoben wird. Die Rachricht der „Kraßnaja Swesda", wonach das Oberkommando von Estland an der russischen Grenze eine dreifache Postenkette aufgestellt haben soll, Schützengräben habe anlegen lassen und Truppen zusammengezogen habe, wird offiziell dementiert. Weiter werdNi d e in ausländischen Blättern verbreiteten Gerüchte über den Abschluß eines gegen Rußland gerichteten Verteidigungsbündnisses zwischen Estland. Lettland und Litauen dementiert. Der Ausstand in Albanien. Paris. 16. Dez. (T. U.) Laut einer Fournier-Meldung aus Belgrad haben die Aufständischen die Offensive ergriffen und die Städte Skutari und Kroja nach heftigen Kämpfen eingenommen. Sie haben jetzt den Vormarsch auf Rana angetreten. Die Meri- diten haben sich den Aufständischen angeschlossen. Die Bolschewisten in China. London, 15. Dez. (WTB.) Zeitungsmel- düngen aus Tokio zufolge soll dort die Meinung verbreitet sein, daß Sun Batsen in Gemeinschaft mit dem christlichen General Feng und dem Gesandten der Sowjetrepublik Kara ch a n einen Staatsstreich plane. Man vermutet, daß Sun Patsen innerhalb der nächsten Tage die Regierung in Peking übernehmen und Karachan mit ihm zusammenarbeiten werde, um eine rote Regierung einzusehen, die dann alle bisher abgeschlossenen Verträge für nichtig erklären würde. Keine Rücktritts-Absichten Herriots. Paris, 16. Dez. ($.11.) Am Quai d'Orsay wird auf das allerbestimmteste versichert. Herriot denke gar nicht daran, infolge seiner Erkrankung zurückzutreten. Sein Befinden fei nicht so ernst, als daß er nicht vorübergehend von seinem Zimmer aus die Regierungsgeschäste Frankreichs leiten könnte. Herriot konnte im Verlaufe des gestrigen Vormittags einige Persönlichkeiten empfangen, und zwar den Kriegsminister Rollet, den Handelsminister Reh- naldi. den Ackerbauminister Quenillc und den Abgeordneten Prof. P i n a r b. gu den deu'sch-sranz'öfischen Wirlschaftsverhandlungen. Paris. 16. Dez. (TU.) Im Rahmen der deutsch - französischen Wirtschaftsverhundlungen wurden gestern die Probleme der landwirtschaftlichen Zölle wieder zur Sprache gebracht. In verschiedenen Einzslfragen konnte »ine Hebere in st immung erzielt werden. Der ^qgeujatz in der Frage jder Weinzölle ist jedoch noch nicht überbrückt. Seit den lebten Tagen sind zwischen den einzelnen Mitgliedern der 6eiben Delegationen interne Besprechungen im Gange. Für Ende der Woche ist eine Vollsitzung in Aussicht genommen. Auch die beiderseitigen Sachverständigen der Textilindustrie verhandeln untereinander. Der Kampf um Seeckt. Am 17. Dezember wird voraussichtlich die Botschafterkonferenz zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten, um sich mit dem großen Fragenkomplex der m i l i t ä r i s ch e n Entwaffnung Deutschlands zu beschästigen. Der „Matin" stellt im Anschluß hieran fest, daß alle bisher verbreiteten Meldungen über deutsche Kriegsvorbereitung:n tendenziös und unwahr seien. Diese Feststellung des Pariser Blattes soll wahrscheinlich den Eindruck verwischen, als ob die Hetzkampagne gegen Deutschland im Auftrage des französischen Kr.egsm.ni- steriums eingeleitet worden sei. Die Wirkung hat sie jedenfalls erzielt, darüber kann auch kein Mat n-Demen:i h nw gtäuschen. Das gleiche Blatt wech weiter zu melden, daß die Dotschafterkonferenz eine sehr „scharfe Rote" nach Berlin richten und die Absetzung des Generals v. Seeckt verlangen w rd. Wir waren uns schon lange nicht mehr im Unklaren darüber, daß F.anlreich mit allen M.t.eln auf die Beseitigung dieses aufrechten und in Deutschland hochgeachteten Mannes h narbe ten w rd. Bleutet das längere Derweilen engl scher Truppen in Köln schon einen Bruch des Versailler Vertrages, so w rd sich Fra: kr ich erst recht nicht scheuen, in die Organ.sation unserer Reichswehr einzugreifen und d.e B.seitigung ihres Chefs zu verlangen. Welchen Weg die Botschafterkonferenz wählen wird, steht zwar noch nicht fest, doch scheut es, als ob man d.n Aufbau unserer Polizei zum Vorwand nahmen will, um das Reichswehrg?bäude zu zerschlagen. Der Kampf um den Chef der Heeresleitung und unsere kleine Wehrmacht nähert sich allmählich seinem Hah.pun.t, dis deutsche V^ll tut gut, sich mit einem derart gen französischen Vorstoß vertraut zu machen und sich auf einen entsprechenden Gegenstoß vorzub reuen. Noch keine FertrgstMung des Berichtes der Kontroü-Komm f on. Paris, 16. Dez. (TU.) Der Bericht der Interalliierten Kontur Ilk^nmission ist, wie gegenüber anderslautenden Pressemeldungen festgestellt werden kann, noch nicht vollständig abgefaßt. Er konnte daher weder in Paris noch in London übergeben werden. Hierbei wird erklärt, daß die Botschafterkonferenz vorläufig von dem Bericht nicht die gering st e Kenntnis hat. Kommandowechsel in der Reichswehr. Berlin, 15. Dez. (Wolff.) Am 31. Dezember scheiden aus der Reichswehr aus: General der Artillerie von Derendt, Oberbefehlshaber der Gruppe 1, General der Infanterie Ritter von Woehl, Oberbefehlshaber der Gruppe 2. Am 1. Januar werden ernannt: die Generalleutnants Reinhardt, Kommandeur der 5. Division ^Stuttgart), zum Oberbefehlshaber der Gruppe 2 (Kassel), vonLoßberg, Komm inbeur der 6. Division. zum Oberbefehlshaber der Gruppe l.H ässe (Ernst), Kommandeur der 2. Kavalleriedivision, zum Kommandeur der 5. Division, Frhr. von Ledebur, Infanteriesührer 2, zum Kommandeur der 6. Division, Generalmajor von Kayser, Kommandeur der Kavallerieschule, zum Kommandeur der 2. Kavalleriedivision. (Hessen und die Gießener Garnison gehören zur 5. Division und diese wiederum zur Gruppe 2.) Die Nutzbarmachung der Nentenbankm-Itel. Berlin, 15. Dez. (TU.) In der h^ut'gen Kabinettssitzung wurde auf Antrag Ö s R-.ich> min sters für Ernährung und Landwirt chaft der Beschluß gefaßt, daß die bereiten Mittel der Deutschen Rentmbanl für e.ne 11 b rgangszeit bis zum 1. Rovember 1925 durch Vermittlung einer Treuhand st llle an landwirtschaftliche Institute gewiesen werden, um diese M ttel zur geschlichen Errichtung einer landwirtschaftlichen K eä tanstalt für den dringenden Kreditbedarf der Landwirtschaft, wie dies im Rentenbank- und Liqui- dierungsgesetz vorgesehen ist, nutzbar zu machen. D.e V rte lang der Kred.t> Hit an die- jen'-gen Kreditinstitut' zu erfolgen, die in dem infolge der R.ichst7gsiu,lrsang verzögerten Gesetzentwurf über den Geschä.tsverkehr der Ren- tenbanklreditanstalt nach en rin von der Reich - rcg.erung zu g n hm g ndei Verteilungs- plan zug lassen waren. Sobald die Landwi.1- sch.ftllche Kred t.rnslalt err cht t se n wird, gehen die M Le( von der Treuhandgesellschack auf biC Kreditanstalt über. E:n Steuerüberleitungsgesetz. Berlin, 16. Dez. (Priv.-Tel.) Wie wir hören, beabsichtigt das Reichsfinanzministerium dem Reichsrate demnächst den Entwurf eines Steuerüberleitungsgesehes (Gesetz zur Ueberleitung der Einkommensteuer und Körperschaftssteuer in das regelmäßige Veranlagungsverfahren) vorzulegen. Im Rahmen der bevorstehenden Steuerreform ist am dringendsten gerade die Frage, in welcher Weise die im Jahre 1924 geleisteten Einkommensteuer- und Körperschaftssteuervorauszahlungen abgewickelt werden sollen und wie die Regelung für das Jahr 1925 aussehen soll. Die Vorbesprechung über die technische Ausgestaltung des Referentenentwurfs, der den Länderregierungen zur Stellungnahme bereits zugegangen ist, soll kommenden Freitag im Reichsfinanzministerium stattfinden. Auf die Details dieses Entwurfs werden wir in einem Spezialartikel nächstens zurück- kommen. Traugott von Iagow begnadigt. Stettin, 15. Dez. (TU.) Der ehemalige Polizeipräsident von Berlin, Dc. Traugott von Lagow. ist begnadigt und aus der Festungshaft entlassen worden. Don Iagow war bekanntlich während des Kapp-PutscheSals Minister des Innern tätig, weswegen er im Jahre 1921 vom Reichsgericht wegen Hochver- rats zu 5 Jahren Festungshast verurteilt wurde. Er hat mithin 3 Jahre seiner Strafe verbüßt. Der Kampf um das bayerische Konkordat. Die Stellungnahme der Parteien. München, 15. Dez. (Wolff.) Zum Konkordat und den Verträgen mit den evangelischen Kirchen wurden im Landtag zahlreiche neue Anträge gestellt. Die v ö l k i s ch e F r a k t i o n beantragt die Vorlage einer Hebersicht, in welchen Orten in Bayern und in welcher Anzahl im Jahre 1918 Riederlafsungen von Orden und Kongregationen erfolgten, welche Orden und Kongregationen hieran beteiligt waren und wie das Verhältnis heute ist. Ein weiterer Antrag derselben Fraktion bezweckt die Vorlage einer Heberficht derjenigen Landes- und Kirchengesetze sowie Verordnungen und Verfügungen des Staates und der Kirche, die zu den Bestimmungen des Konkordats in Widerspruch stehen und demnach gemäß Artikel 15 Absatz 2 des Konkordats aufgehoben werden sollen. Die Landesvorstandichast der Deutschen Demokratischen Partei in Bayern nahm gestern in Treuchtlingen eine Entschließung an, in der u. a. erklärt wird, daß die kirchen» und schulpolitischen ■ Bestimmungen der Staatsverträge und besonders des Konkordats die Gewissensfreiheit, den religiösen Frieden, die nationale Aufgabe des deutschen Schulwesens, die Freiheit der wissenschaftlichen Lehre auf der Hochschule aufs schwerste bedrohten. Unveräußerliche Rechte des Staates würden preisgegeben. Die verschiedenen Artikel seien mit der Reichs- und der Landesverfassung schlechthin unvereinbar. Die ökonomischen Festsetzungen könnten Belastungen entstehen lassen, die nicht abzusehen seien. Das Konkordat könnte nurmit einer Zweidrittelmehrheit des Landtags, vorbehaltlich der verfassungsmäßigen Rechte des Reiches, dem Vertrag die Zustimmung zu erteilen oder zu versagen, beschlossen werden. Aus diesem Grunde kommt der Landesvorstand der Deutschen Demokratischen Partei zu dem Ergebnis, daß das Konkordat a b g e l e h n t werden müsse. Die in Rürnbecg abgehaltene Sitzung des Landesausschusses der Deutschnationalen Landespartei und des Landesvorstandes der Rationalliberalen Landespartei nahmen Entschließungen an, wonach die Annahme der Staatsverträge durch den Landtag nur unter bestimmten Bedingungen erfolgen darf, die insbesondere an der Sicherstellung des Schutzes der inneren Freiheit der Lehrerschaft, der Aufrechterhaltung der verfassungsmäßigen Rechte des Staates und der Schulgesetze liegen. Zugleich hat die e v. Lehrervereinigung in Nürnberg eine Kundgebung erlassen, die an den Landtag die dringende Bitte richtet, das Konkordat und die Vereinbarungen zwischen dem Staate und den ev. Kirchen abzulehnen. Der Hauptausschutz des bayerischen Lehre- rinnen-Vereins hat sich dahin ausgesprochen, das Konkordat möge in der vorliegenden Form nicht angenommen werden. Der bekannte Professor Dr. P i l o t y kommt in einem Rechtsgutachten zu dem Ergebnis, daß K o l l i s io n en zwischen Reichs- und Landesrecht späterhin nicht ausbleiben könnten, wenn die Verträge Recht werden sollten. Der Weihbischof von München, Dr. Duch- berger tritt im Bayerischen Kurier in einem längeren Aussatz den Bedenken der Lehrerschaft Lgegen das Konkordat entgegen. Heute wird nun b i e evange lischeLandes - Synoden- Tagung eine Entscheidung fällen, die für das weitere Schicksal jdes Konkordates ausschlaggebend sein wird. Daß die bayerische Regierung bei der Ablehnung des Konkordates zurücktreten wird, hat übrigens Dr. Held gestern abend im Verfassungs-Ausschuß des bayerischen Landtages noch ausdrücklich betätigt, indem er zugleich auf die nationalen Gefahren des Wahlkampfes hinwies. Der Haarmann-Prozeß. Hannover, 15. Dez. (Tll.) D e Montagsverhandlung im Haarmannprozeh b g nnt mit den Vernehmungen im F lle Jäger. Haarmann bestreitet den Mord. Er ist heu^e sehr nervös und anttoort.-t auf keine F age. Cs wird deshalb eine kleine Pause ang.setzt, da Haav- mann den Wunsch äußert, e ne Z girette zu rauchen. Rach einstündiger Pause werden die Verhandlungen w.ed.r aufgenommen. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob man jetzt w eder vor- handeln könne, nickt Haarmann m.t dem Kopf und sagt: „Ja, jetzt geht es." Zeuge Arbe.ter Berkhof, der aus der Hast vorg fahrt wird, hat S enger zuletzt auf dem B ch.chof gesehen, wo ihm dieser mitteilte, er sei bei Haarmann gewesen und habe dort geschlafen. Haarmann habe ihm erklärt, daß er ©enget nicht kenne. Darauf sagt Haarmann aus, daß er vor ©enger und Berkhof immer Angst hatte, da sie zu denen gehörten, die sich anboten, um nachher zu „blünöern“. Er sagt bann: „Meinetwegen können Sie mir den F ll ruhig zuschre ben. Mer ich kann nur die W.ch.heit sag.m. Es ist ausgeschlossen, daß ich ©enger umgebracht habe." 2m weiteren Verlaufe gibt Haarmann zu, den Sohn des Lokomotivführers H o g r e v e um» gebracht zu haben. Auch die Ermordung A p e l s gibt Haarmann zu. Der Fall Cock aus Helzen wird von dem Angeklagten weiter 6 e ft r i 11 en. Einige Zeugen behaupten, daß Cock mit Haarmann befreundet gewesen sei. Cock habe oft im Auftrage Haarmanns Sachen verkauft. Den Anzug Cocks will Haarmann gekauft haben. Der Leiter der Erziehungsanstalt in Göttingen wird über die Glaubwürdigkeit des Zeugen Kroß gehört, den er als nicht eidesfähig bezeichnet. Haarmann und die Krim nalpolizei. Hannover, 15. Dez. (Wolff.) Das Polizei- Präsidium Hannover hat der Presse u. a. folgende ^oiiz übermittelt. In der Schwurgerichtsverhand- lung gegen Haarmann wurden mehrere Anschuldigungen gegen die Polizei vor- georacht. Die gegen einzelne Polizei beamte erhobenen Beschuldigungen bilden Gegenstand einer Dlsziplinaruntersuchung, deren Abschluß mit Rücksicht auf den Prozeß gegen Haar- mann noch aufgehoben worden ist. Die Untersuchung erstreckt sich auf fünf Fälle, in denen Kri-- mtnalbcamte nicht pflichtgemäß gehandelt haben sollen. ES wird ferner festgestellt, daß Haarmann niemals in einem Dienstverhältnis zum Polizeipräsidium stand und niemals als politischer Agent verwandt worden ist. Ferner hatte Haarmann niemals einen Polizeiausweis, d. h. ein Papier, das ihn als Polizeigehilfe legitimierte. Allgemein wird bemerkt, daß in der Hannoverschen Polizei Zuträger aus Verbrecherkreisen (Vigilanten - Spitzel) nur ih dem in allen großen Städten üblichen, tmsächlich unentbehrlichen Umfang verwendet werden. Die Untersuchung ha> keinen Anhaltspunkt dafür ergeben, daß der Verkehr der Kriminalpolizei mit Haarmann über das unvermeidlich notwendige Maß hinausgegan- gen ist. Aus aller Wett. Ein Familirndrama. Graz, 15. Dez. (TU.) In der letzten Rächt ereignete sich in der Ortschaft Reh bei Iudendors in der Rähe von Graz ein furchtbares Familiendrama. Der Villenbesiyer Paul Danners erschoß seine Frau Muth lde, seinen Sohn S.ich und seine Tochter Eva und vergiftete sich darauf. Seinen zweijährigen Sohn Peter lieh er am Leben. Um die Tat ungehindert aus- führen zu können, hatte Danners seine Dienstmädchen und die Dienerin nach Graz i n s Theater geschickt. Als diese nachts nach Hause kamen, fanden sie die Villa versperrt. Herbeigeeckte Gendarmerie brach die Tür auf. Im Parterrezimmer fand man die Leichen der beiden Kinder. Im Salon im ersten Stock lag die erschossene grau, deren Leiche mit einem Teppich bedeckt war. Im Bett fand man die Leiche des Rcktme.sters. Danners lebte sehr zu- rüdgejogen und erfreute sich großer Beliebtheit. In einem Abschiedsbrief schreibt er, dah er aus Schwermut über fein Rerven- leiden die Tat im Einverständnis mit feiner Frau begangen habe. Schwerer Unglücksfall beim Wunitionsderschrvtte«. Berlin, 15. Dez. (WTB.) Aus dem Lagerplatz einer Firma in Lichtenberg, auf dem alte, zum Verschrotten bestimmte Granaten lagerten, explodierte eine Granate. Der in der Rähe beschäftigte Arbeiter Klingenberg wurde getötet. Klingenberg war mit Schweiharbeiten an Eifenbahnrädern beschäftigt, dabei scheint ein Funke auf eine Granate mit einem noch vorhandenen Zünder gefallen zu sein. Einige Spreng- stücke durchschlugen die Dächer der Rachbarschaft. Schwerer Dauunfall in Köln. Köln, 15. Dez. (WB.) An dem Hochhaufe, das in der Rähe des Güterbahnhofs Gerön errichtet wird, ist heute nachmittag das Hohlgerüst in Höhe des 15. Stockwerks zusammengebrochen und auf den anstoßenden Gebäudeteil eines Geschäftshauses gestürzt. Die Feuerwehr brachte 5 Personen zum Krankenhaus, von denen zwei bereits ihren Verletzungen erlegen sind. Mit dem Ableben des dritten ist zu rechnen. Zwei Leichtverletzte konnten wieder aus dem Krankenhause entlassen werden. Gasvergiftung in einem Schulbad. Berlin, 15. Dez. (Wolff.) Heute vormittag ereignete sich in einer Berliner Gemeindefchule ein schwerer Unfall in dem Dadekeller der Schule Durch ousströmende Gase wurden 20 Knaben betäubt. Der sofort alarmierten Feuerwehr gelang es, die bewußtlosen Ämber sofort wieder i n s Leben zurückzurufen. Achtzehn Kinder wurden soweit wieder hergestellt, daß sie nach Haufe entlassen werden konnten. Zwei liegen noch mit schweren Gasvergiftungen darnieder, sind ober außer Lebensgefahr. Eine Untersuchung ist eingeleitet worden. Schwere Kesselexplosion. Breslau, 13. Dez. (WTB) Die „Bresl. Ztg." m ldet aus Reurvde: Auf dem D^inmium Kunzendors (Krei? Reurode) exsto iert? zur Znt, als zahlreich Kinder und Erwach e.te zur Abholung der Mich auf dem Hose w ulten, der Kessel eines Kartoffeldämpfers. Beim Aufschlag auf den Boden flog dr Kessel in die Lull. Dadurch wurde ein Mann sofort getötet und a ch t Kinder so schwer verletzt, daß bi en gm ernste Lebensgefahr f» steht. Man nimmt an, daß m t der Kohle ein Explof onskorper in d e 5 u rung g lang e. D r K fiel wurde mit ungch.urer ©ctoilt aus der Mauer herausgerisfen und auf den Hof geschleudert. Erdbeben in England. London, 16. Dez. (TU.) In Corwen wurde gestern mittag 1.22 Uhr ein heftiger Erdstoß verspürt. Zahlreiche Häuser sind ein- gestürzt. Die Einwohner flüchteten auf das freie Feld. Die Erschütterung war von unterirdischem Donner begleitet. Aus Stadt und Land. Gießen, den 16. Dezember 1924. Provilizialarrsschußsitzung am 13. Dezember. Der Klage des Peter Heß zu Gießerr wurde unter Aufhebung des Bescheids des KreiS- amts Gießen vom 28 Oktober 1924 stattgegeben und dem Kläger der nachgesuchte Wander- g e Werbeschein erteilt. Der Beschwerdeführer Friedrich Engek zu Gießen nahm vor Beginn der Verhandlung seine Beschwerde gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 15. August 1924. durch den ihm die Erlaubnis zum Handel mit Edelsteinen, Edelmetallen und Perlen versagt worden war, zurück. Klage des Konzertorganisten Adolf Wieder aus Halle gegen den Oberbürgermeister der Stadt Gießen wegen Heranziehung zur Vergnügungssteuer. Die Ortsgruppe Gießen der Max-Reger-Gesellschaft hat nach der am 13. Januar dieses Jahres in Gießen stattgehabten Gründungsversammlung vom 10. 11. Febru r 1924 In der Stadtkirche zu Gießen zwei Konzerte veranstaltet, in denen Orgelwerke und geistliche Lieder von Johann Sebastian Bach und Max Reger vorgetragen wurden. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen hat auf Grund der Steuerordnung über die Erhebung einer Vergnügungssteuer in der Stadt Gießen vom 7. Januar 1924 für diese Konzerte eine Vergnügungssteuer von 121,50 Gm. erhoben. Konzertorganist Adolf Wieder aus Halle, der bei diesem Konzert mitwirkte, hatte gegen die Steuerheranziehung bei dem Provinzialausschuh Klage im Verwal- ä« len- ' , ma «en (en, we'l Vie zerte nur hätten. niA daß der H aä lichen Derhc fragte &£ - Slaae schon weil der M ÄÄ kostenpflichl'S ' Festsetzui beloldunS hier: die 2- Feldschuhen Urteil des * Pom 26. Äug' Ausschusses 20. ö. M. Der auf die 2er Gietzr am 1 Ss koste das Pfund Q Weißkraut k 10, rote Rü robi 5, ®iüi Zwiebeln 1 wurzeln 50- Dirnen 12, 100, Rüste Blumenkohl 5—20, Selle — Ta« Stadttheater — Rotes Ki Kath. Berei — Lichtspiel die Ehe". — ÄU! ' wird uns ge ! sührung des vollen Lusth Heinrich 3lg woch zum le i geben wird. 5 aurf) an diese Aufführungen Häusel" oix Hannes ui am 22. und jeweils nachn nächste Zeit legende" t j sonders geeig I L O ®eg neuer. Me yanöelslamme! totgen Mcho ' ftellig Mord die gegen die bergungssteur druck die Beh verlangen. Da nur die im schastslebens t ^ehrs unn . oie ohnehin \ fnegenen Ges Mine und t der Dnenp gegen. Zu e Verkehrs lieg, flotionszeit f, m Gegenteil t) d Us Ti* Niati v M J^ailonty, 7en Ha. ^UrtQ °nnüber^ oi"auss^ ^vdendvrs l$ Wtlien. «■ QoM.i4 Whrtt iS Peter h JM”e Dtmß. ? Ui ^nachts nach Ke Xiir Qyf Lechn ™ Stock lag * mü euren Md man bie sch )u> rtzer Deliebl. E er, bafi l" ‘Herben- niS mit lebtet -rlchrotteR. lus bau Lager- aus bem alle, >aten lagerten, e. Der in der Mberg tourbe rchtveiharbeiten abei scheint ein n noch vvrhan- Einige Spreng- : Nachbarschaft. löln. km Aochhaust, i @crön mich- HohlgeM in tgrbrvchrn und ines iSddjällS» brachte 5 Per- m zwei bereit- tit dem Ableben i Leichtverletzt lhause entlass« !chulbad. ieute vormittag ^cmemMiule [er der Schule 20 Knaben en Feuerwehr : |o,ort Wieder Achtzehn flut' It, daß sie nach lvei liegen noch ungen dar- ensgesahr. Dorben. ML W Die ,W dem D^m n'M e|ach ue M )fe tn:M *[ >ldämpfer». og d-r flesiri tn rann fofotl schv'-r ocrlW. isgesahr b? 6et Mc'” a g langt »cBlC * s den N nd. n Sorvenv^ ür.® "Land. »ezember M ,ung aw ^A“hJb* S-- w ft»** . fs Die- sf*?> >İU ff ä 5g* erst « «* M «i«"9 ä l£ 2wngiWtettt>trf obren «ryoven mit dem .antrag. Me beiten Konzerte von der Erhebung der Ber- anüflunflfffteuer freizugeben, weil sie keine .Der- gnüguNlg" im Sinne der Eteuervrdnung darstellten, sondern nur Veranstaltungen bildeten, die «eignet waren, lediglich religiös-erbauenden 3toeden zu dienen. Der Oberbürgermeister zu Greßen hatte beantragt, die Klage Aurüd^utoei- i«n, weil die Behauptung, daß die beiden Konzerte nur religiöS-erbauenden Zwecken gedient hätten, nicht anzuerkennen sei, und begründet, dah der Hauptzweck der Veranstaltung dahin aina. den Konzertbesuchern einen hohen künstlerischen Genuß zu verschaffen. 3n der mündlichen Verhandlung in der jetzigen Sitzung beantragte der Vertreter des Oberbürgermeister-, die Klage schon auS formellen Gründen abzuweisen, weil der Kläger nicht als bevollmächtigter Vertreter der Ortsgruppe Gießen der Mar-Rcger- Gesellschaft e. V. anzusehen sei. Diesem Antrag entsprechend hat der Provinnalausschuh die von Adolf Wieder erhobene Klage alS unzulässig lostenpslichtig abgewicsen. Festsetzung der Gemeindebeamtenbesoldung in Ob er- Se i b e r t e n r o d^ hier: die Berufungen des Gemeinderechner-, des Feldschühen und des Polizeidieners gegen das Urteil des Kreisausschusses des Streifed Schotten nom 26. August 1924. Das Urteil des Provinzial- auSschusses in dieser Angelegenheit wird am 20. d. M. verkündet werden. Wir kommen dann auf die Verhandlungen zurück. Gietztner Wocftcumarktpreise am 16. Dezember (Händlerpreise). kostete auf dem heutigen Wvchenmarkt das Pfund Butter 233—240. Käse ZO, Wirsing 12. Weißkraut 6—8. Rotkraut 10-15. gelbe Rüben 10, rote Rüben 10—15, Spinat 40, Unter-Kohl- vabi 5, Grünkohl 20, Rosenkohl 50, Feldlalat 100, Zwiebeln 15, Meerrettich 40 -103. Schwarzwurzeln 50—70, Startoffeln 5. Aepfel 10—20. Ulmen 12, Honig 40, junge Hahnen 100, Gänse 100, Rüsfe 50—60; das Stück Gier 18—22, Blumenkohl 120—200, Endivien 15—20, Lauch 5—20, Sellerie 20-60. Vornotizen. — Tageskalender f ür Dienstag. Stadltheater: Zi/g Uhr: ..Gyges und sein Ring". - Rotes Kreuz und Gießener Waldbühne: 8 Uhr Stath. Vereinsbaus WohltätigleitSveranstaltung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,Die Flucht in die Ehe". — AuS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Rochmals sei auf die Aufführung des wirklich liebenswürt>igen und geift- vollen Lustspieles .Liebfrauenmilch" von Heinrich Ilaenstein hingewtelen, das am Mittwoch zum letzten Mal in dieser Spielzeit gegeben wird. — Auf zahlreiche Anfragen sei auch an dieser Stelle mitgeteilt, daß die nächsten Aufführungen des Märchens „Schnützelbuh- Häusel" oder »Die Abenteuer des Lach- Hannes und des Muckenschnappers" am 22. und 27. Dezember und am 1. Januar, jeweils nachmittags 3»/s Ufor, stattfinden. - Für nächst- Zeit steht in Vorbereitung „OH u 11 erleg en b e" von Hellmuth Unger, ein Werl, besonder- geeignet für die lonunende Weihnachtszeit. O Gegen die ReichSf remdckn- steuer. Wie wir erfahren, ist eine Reihe von Handelskammern beim Retchsfinanzministerium wegen Abscha sung der Reichsfremdensteuer vorstellig geworden. Aus den gleichen Gründen, die gegen die Beibehaltung der Gemeinde-Beher- bergungssteurn sprechen, ist auch mit allem Rach- druck die Beseitigung der Reichs!remdenstruer zu verlangen. D.e B.he^b:rgungssteuem machen nich. nur die im Interesse unseres gesamten Wirt- fchastslebetrs nvtwendiae D^leaung des Fremdenverkehrs unmöglich, sondern sie erhöhen auch die ohnehin gegenüber der Vorkriegszeit gestiegenen Geschäftsunlosten von Handel und In- bustrie und w.rken fom t den auf eine Senkung der Warenpreise gerichteten Bestrebungen entgegen. Zu einer Einschränkung des Ausländer- verlehrs liegt heute nach Ueberwindung der Inflationszeit keinerlei Grund mehr vor; es muß im Gegenteil alles getan werden, um den gerade tnn.tr oen jetzigen -ÖerymntTlen tevenSnotwenot» gen Verkehr mit dem Auslände zu fördern. Die W o h l t ä t i g k e i t s v e r a n st a l- tung des Roten Kreuzes, die heute ab.-nö — um 8 Uhr beginnend — im Katholischen Ver- einshaus stattfindet, sei hiermit nochmals unfern Mitbürgern zur weitgehendsten Unter- ftühung empfohlen. Mitglieder der Gießener Waldbühne werden den Abend durch ihre Darbietungen bereichern. Der Reinertrag soll bekanntlich zum Besten der Weihnatsdescherung für hiesige Krieger- und Waisenkinder Verwendung finden. Eintrittskarten zu wirklich mäßigen Preisen find bei Ehallier und an der Abendkafse zu haben Wer hier sein Scherslein zu dem guten Zweck beisteuert, tut es an einer besonders würdigen Stelle, nämlich an dem lebenden Vermächtnis derer, die für unS gestorben sind, und an denen, für die keine Vater- treue und keine Mutterliebe mehr sorgen kann. Kaust Wohlfahrtsbriefmarken zur Unterstützung der Deutschen Nothilfe! •• Die 12. Landes-DerbanbSaus- ftellung der Hess. Des lügelzuchtver- eine, die am 19.. 20. und 21. Dezember in der neuen Exerzierhalle des Inf.-RgtS. Rr. 15 ftatt- finbet, wird sich zu einem besonderen Ereignis auf dem Gebiete der Geflügelzucht gestalten. Es sind etwa 930 Hummern für die Ausstellung angemeldet. Wertvolle Preise stehen den erfolgreichsten Züchtern in Aussicht. Man beachte im übrigen die heutige Anzeige. •* Fahrtunterbrechungskarten im (Seebien ft Ostpreußen. Vorn 15. Dez. ab ist eine weitere Verkehrserleichterung auf der Schi s?v rb ndung Sw n münde—Danz g—Pillru insofern eingerichtet worden, als Reisende, die im Besitze einer Schiffs» oder Durchgangsfahrkarte nach oder von Ostpreußen sind, ohne Verfall der Karte die Fahrt in Reufahrwasser (Sommer Zoppot) bis zum nächsten Dampfer unterbrechen können Für diesen Zweck ist an Bord des Schiffes eine Unterbrechungskarte gegen eine Gebühr von 3 Mk. zu lösen. Die Gültigkeitsdauer der Durchgangsfahrkarte ist von 4 auf 8 Tage verlängert worden, so kann u. a. der Reisende in äußerst bequemer Weise einen dreitägigen Besuch Danzigs vornehmen. * D i e Briefkasten-Antwort E. M. 100 in Rr. 292 des .Gieß. Anz.". die infolge der Bezeichnung „Rebenverdienst" verschiedentlich zu Zweifeln Anlaß gegeben hat. mußte, da es sich in dem fraglichen Falle um einen kleinen Geschäftsbetrieb Der Ehefrau handelt, zweifelsfrei wie folgt heißen: „Sür Einkommen aus Ge - we rbcbetrieb ist nur bann Vorauszahlung zu leisten, wenn der vierteljährlich abzuführende Steuerbetrag 5 Mk. nicht übersteigt." ** Südwestdeutscher Radioklub. Ortsgruppe Gießen. Die Mitgliederversammlung am Samstagabend brachte zuerst geschäftliche Mitteilungen des Vorstandes und des Prüf'nqsaueschusses. Sodann sprach Dr. Mülle r über „Entstehung und Werden u-’fercr Großfunkstelle Rauen". Die fesselnden Ausführungen wurden durch eine Anzahl Lichtbilder wirksam unterstützt. In einem späteren Referat soll dann noch versucht werden, unter Zuhilfenahme von geeigneten Experimenten die technischen Vorgänge zu erläutern. An den mit großem Beifall aufgenommenen Bort az sch'oh sich die Vorführung eines im phyf Io ischen Institute gebauten D er- röhrcnhochfre ue^zverstärkers an. mit dem einige interessante Vorführungen möglichst selbstgebauter Apparate in Zukunft bei jeder Mitgliederversammlung zu veranstalten, um einem oft ausgesprochenem Wunsche aus Mitgliederkreisen Rechnung zu tragen. *• Humor nach schwerstem Pech. Aus einer B rl ner Zeitung en.n hnen w r folg n'reS: Der in hiesigen Kreisen wohlbekannte Kapitän S ch m e h l. ein geborener Gießener, kam Letter Tage, wie uns etn Leser schreibt, in stockfinsterer M.ttemacht von em er Segelfahrt auf dem Wannsee zurück, die sich wegen WtndstiNe solange ausgedehnt hatte. Der stattliche Segler wurde an der Boje feftgclcgt, und man wollte im 'Beiboot an Land fahren. Beim llmftcigen glitt ber Kapitän aus und fiel ins Wasser. Alo er auftanchte. geriet er zunächst unter den Segler, und beim zweiten 2luftauch?n wurde er von seinem hilfsbereiten Slam er oben in der Dunkelheit unglücklicherweise an der .Krawatte erfaßt, die sich sofort zuzog und ihm die Lust abschnürte. Durch c ne letzte, verzweif lte Anstrengung gelang es dem alten Seemann, b;e Halsbinde zu lodern und nunmehr ins Boot zu kommen. — Später von einem Bekannten befragt, wrs er sich so dicht vor dem drohenden Tode gedacht habe, antwortete der Kap tän in seiner humorvollen Art: „Eins war mir sofort klar: Rachdem ich als Inhaber mehrer ?r Rrttungsmeda llen über dreißig Jahre alle Ozeane durchfahren, durfte ich hier im Wannsee. 10 Meter vom Lande, dazu noch drei Tage vor meiner f lbernen Hochzeit, unter keinen Umständen absaufen, sonst wäre ich im Himmel unsterblich blamiert g w sen!" •• D i e Bestimmungen über bi e Einreise in das Ausland. Ein sehr instruktives Schristchen über diele Bestimmungen. dem in einem Anhang ein Verzeichnis der ausländischen Konsulate in Deutschland bei- gegeben ist. hat Dr. Hermann van Iindelt im Auftrage der Industrie» und Handelslammer Elberfeld - Barmen herausgegeben. (Verlag Francken & Lang. D. m. b. H . Leipzig.! Preis 1.00 Mk.) An Hand dieser Schrift ist es für jeden ein Leichtes, fick eingehend über alle Schritte zu unterrichten, die er vor Antritt einer Auslandsreise zu tun hat. Evangel.-sozicrle Arbeitsyemeinschaft. )( Es war ein glücklicher Gedanke der Evangel. -sozialen Arbeitsgemeinschaft für Hessen und Hefsen-Ras- s a u, außer ihren großen Versammlungen noch kleinere Provinzverfammlungen abzuhalten und dadurch ihre Ziele und Gedanken weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Sv war es denn natürlich, daß ihrer Einladung -mch Stockheim eine große Anzahl Manner und 5rauen aus den verschiedensten Berufsständen, besonders aus dem Pfarrer- und Lehrerstand, und Parteilagern gefolgt waren, um den einführenden Vortrag von Magistratsrat Prosesfor Dr. Cahn- Frankfurt über die wichtige Frage „Evangelium und soziale Frage" zu hören. Rach einem geschichtlichen Rückblick (Jesus, Paulus, Mittelalter, Luther, Wichern, Huber. Stöcker, evgl.-sozialer Kongreß, kirchlich-soziale Konferenz), in dem ber Redner besonders bc^ tonte, daß die Auffassung. Jesus habe nur ein radikales soziales Programm mit antilapitalisti- scher Tendenz vertreten, wissenschaftlich nicht zu halten fei, führte ber Vortragende folgendes aus: Krieg und Revolution haben die schiefe Lage der evangelischen Kirche gegenüber den wirtschaftlichen und sozialen Problemen gezeigt, ein Reuaufbau muh durch die Kräfte des Evangeliums geschehen, soll der Kultureinfluß des Protestantismus sich nicht verflüchtigen. Die Einwände, die gegen einen solchen Reubau gemacht werden und die auf die Theorie der Eigengesetz- lichleit jede- Wirtschaftsgebietes einerseits und auf die Stellung des Reiches Gottes als nicht von dieser Welt anL>ererseits Hinweisen, sind nicht stichhaltig. Der Ausbau ist denkbar aus den beiden Grundkräften de- Evangeliums, ber Bruderliebe und dem unendlichen Wert der Menschenseele. Eine für alle zwingende Gesellschaftsethik zu geben, ist unmöglich. Eine Monopolisierung des Ehristentums für bestimmte wirtschaftliche Auffassung ist undenkbar, ebenfalls eine reine .Sentimentsethik". Die beiden allein möglichen wirtschaftlichen Systeme, der Kapitalismus und der Sozialismus, haben beide große Fehler. Sollen Güter verteilt werden: bei Gleichheit ber Güter können alle Rot leiden. Das System, das zu ungeheurer Verringerung der Produktion führen würde, ist nicht tragbar, bc?^ halb ist eine Beseitigung ber Schäden des lap-, talistischen Systems zu fordern und anzustreben. Seinen Trägern muß anderes Ethos eingepstaszk. überhaupt eine neue BerufSetbik ausgebildet werben, die neue Gesellschaftsethik darf nicht nur die wirtschaftlich-sozialen Probleme, sondern alle umfassen. Die Provlenie und die Mittet. He zu lösen, mögen andere fein al» zu 3du Zeiten, bie Kräfte und das Ziel sind dieselben geblieben, sie müssen nur nutzbar gemacht und erftrebt werben. Lebhafter Beifall dankte dem Redner für feine ernsten und Daren Ausführungen Die Aussprache, die durch den Leiter der Vertamm- lung, Pfarrer Bär- Lindheim, eröffnet wurde an ber sich die Herren Pfarrer Lic. Wal lau, Wolf, Vogel. Beck und die Lehrer H ä n e l und Hartmann und aobere beteiligten, war sehr rege und brachte noch manche wertvolle Klärung und Ergänzung Eine größere Anzahl Teilnehmer trat der Evanaeliictz-Svzialen Volksgemeinschaft bet Bückrcrtisch. • Die Philosophie der Gegen- wart. Don Oberschulrat Prof. Dr. A. M elfer. Preis geb. 1.60 Ml < Vertag von Quelle u Meyer in Leipzig ) Messers klare Darstellung, die denen, die mitten in der Kulturarbeit stehen, helfen v'ill. Stellung ^u nehmen zu den urallen Menschheitsfragen, btc heute noch unsere Denker bewegen, liegt bereits in fünfter Auflage vor. Sie würdigt die religiös-kirchliche, bie naturwissenschaftlich, die lulturwissensckraftlich und die erkeniunistheoretisch orientierte Philo sophie, um endlich in bie Philosophie des Gefühls, bes Schauens und ber Tat einzuführen. Darstellung und Äritlf sind in allen Teilen von einer voroilblichen Sachlichkeit. 1168 • Der vor kurzem verstorbene Maximilian Bern hat da- deutsche Volk mit zwei Gaben reich beschenkt, mit seiner .Zehnten Muse" und seiner Deutschen Lyrik", (Mar Hesses Verlag. Berlin Halbleinen geb. 4 Mk.) Beide sind Volksbücher geworden. In seiner «Deutschen Lyrik" werden auf 643 Seite etwa tausend Gedichte von über 350 Dich:ern vorgesührt. Bern hat daS Re.fe und Schone gesammelt, wo immei er es fand. Ohne eine Richtung zu vernach'äisigen, j der S.immung Rechnung t’-agenb. vermeidet er das allzu Artistische um) allzu Realistisch?. Berns .Detl'sche Lyrik' ist ein WeiynachtZgrsch nl. das dem Geber Dank und dem Bschenlten reich.' Frntde br.n^c.i wird 14K Karl Auer, Dav Vaterunser. Tübingen. 3. E. D. Mohr «Paul E.ebeck). Preis 1 Ml. Die Schr.ft ist ein interessanter Beitrag zur G7schjchtc der christl:ch.m. speziell, evangelischen Fromm gleit. Der Verfasser stellt dar, wie man das Vaterunser in den ver'ch edenen Zeitaltern aufgesaßr und verwendet hat. Mit Recht nimmt Luther h:er einen großen Raum en, bann werden die Typen der lutherischen Orthographie der Ausklärung und des d ntschen Idealismus erörtert. Herder. Schleiermache.. Elaudius. Kant, aber auch moöemc Pädagogen werden mit ihrer Bewertung des Vaterunsers hevangezogen. 1463 bhjp gut beleuchtete Schaufenstep und Läden Werben Kunden. 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Reichstagsfraktion. Da« große Kesseltreiben gegen die Deutsch- nationalen hat mit einem negat-ven Lieg der .Republikaner^ geendigt. Die Deulschn.rtionalen haben ihre Sitze im Reichstage nicht vermindert, sondern sogar noch etwas vermehrt, d. h. angesichts der größeren Wahlbeteiligung: sie haben ihren Denand gehalten. Dasselbe g lt auch von der Deutschen Dolk^partei. dem Zentrum, den Demokraten und der Bayerischen Volk-Partei. Wirklich verloren haben nur die Rationalsozialisten lDöllischen). die Deutsch- sozialen und die Kommunisten. Gewonnen hat die Sozialdemokratie. Sie Hal von den 33 Mandaten, die die verlierenden Parteien abgegeben haben. 31 für sich gewonnen. Insofern ist also Herrn Ebert- Rechnung richtig gewesen, der ja der einzige Inteveffent an der RetchStagSauflösung war. Die Sozialdemokratie ist wieder die größte Fraktion und ihr Loebe tord voraussichtlich den R ichstagspräsi- dentenfluhl wieder besteigen. DaS Handinhand- arbeiten zwischen dem Reich-Präsidenten und dem Reichstcgspras denten zur g schiften Dorbereitung der Reichspräsidentenw chl im nächsten Frühjahr ist damit sichergestellt. Das iffl ober auch da- einzige Reue, was diese Reichst gstoahl gebracht hat. Sobald man an die Reub ldung einer sesten RegterungSkoalition denlt. muß man feftstellen, daß eigentlich alles beim Alten geblieben ist. Eine LmlSkoalition unter der Führung de- Herrn Josef Wirth und unter Beteiligung der Lozialdemokr.t e. der Demokraten und des Zentrums ist unmöglich, weil ihr die zahlenmäßige Grundlage fehlt. Die große Koalition der breiten, aber in sich allzu gegensätzlichen Mitte, von den Lozialdemo- kraten bcS zur Deutschen DolkSpartei. ift ebenfalls unmöglich, weil in ihr die D e u t f che Dolkspartei in eine so voll gr Abhängigleit von den Lozialdemokraten geraten würde, daß sie sich angesichts der Versprechungen dics.s Wahlkamp seS vor ihren Wählern überhaupt nicht mehr sehen lassen dürfte. Möglich bleibt nur eine Staatsbürger- Koalition vom Zentrum bis zu den Deutsch- nationalen, sie hätte eine Mehrheit, die so groß wäre, daß sie auch unabhängig von den Uei- neren Parteien, die sich ihr anschlössen, bleiben konnte. Die Demokraten wären zur Bildung dieser Mehrheit noch viel weniger nötig, als sie es im alten Reichstage waren. Der Zusammenbruch der grundsätzlichen Daueropposition der Kommunisten und Rationalsozialisten, den sie sich sehnlichst herbeigewünscht haben, hat ihnen nur geschadet, denn sie haben aufgehört, dos Zünglein an der Wage zu sein. Sie sind jetzt auch parlamentarisch nichts anderes mehr, als eine Rebenabteilung der Sozialdemokratie. Das be- scbeinigt ihnen im 8-Ahr-Abendblatt Dr. P a ch- n i d e, der das Ergebnis der Wahl in dem Sah zufammenfaßt: „Öd spricht einstweilen viel mehr für da- Zustandekommen eines Dürger- blodS, den die Demokraten und Sozialdemokraten um jeden Preis vermeiden wollten. Lind das ist die Lleberraschung, die der 7. Dezember brachte." So ist die Wahl trotz des Wandalsgewinnes der Sozialdemokratie und trotz der voraussichtlichen Eroberung des ReichStagSpräsidentenstuhlS für ihren DertrauenSmann, trotz auch der Zunahme der gesamten Linken um etwa 20 Sitze, eine politische Riederlage ersten Ranges für diejenigen, die durch die Auflösung des Wahlresultats vom 4. Mai hn Intereste der gesamten Demokratie revidieren wostten. Im Reichstag kommt es eben nicht auf absolute Stärke an, sondern jede Partei hat die Macht, die sie im Verhältnis der Gesamtheit aller übrigen Parteien hat. WaS aber nun? — — Der Reichspräsident, der sich seit der Wahl zum ersten Reichstag der deutschen Republik im Kampfe gegen die schwarz-weiß-rote Wlllensentw cflimg des deutschen Dolles besir.det, hat eS in diesem dritten Reichstage der deutschen Republik anfänglich etwas leichter. Er kann ruhig den intet rot iona'en par amentarischen Gebräuchen folgen, ohne daß er dabei gezwungen wäre. Der Eierpannekuche. Don FranzGro«*). Kamen da einst ein paar müde Holzhauer, die den ganzen Tag über droben am Herzberg geschafft hatten, bei bitterer Kälte müde und hungrig in das .Lamm" zu Schwarz. Der Lamm- Wirt setzte einem jeden von ihnen ohne ein Wort zu sagen ein Diertelchen .Ordinären" vor. Mit klammen Fingern ergriffen sie das Glas und mit einem .Wurf" wurde es hinter die Binde gegolten. Der Lammwirt sagte: .Es mächt kahld", und einer der anderen, mühsam seine Pfeife mit A.-D.-Reiter stopfend: .Geb' mer dcswege noch c' Känuche." So kam zum zweiten Male der Schnaps auf den Tisch, denn der erwärmte die Seelen. Rach einer Weile sagte einer zum Wirt: „Christoph, was haste de ze este?" „Sc kannst Wurst unn aach Eierpannekuche hawwe. Kei Handkäs' sinn net mehr da." .Ich mag kei' Wurst, geb' mer emal en Parrnekuche." So bestellte denn der Lammwirt bei seiner Frau in der Küche den Eierkuchen. Mittlerweile war einer aus Lldenhausen her- eingekommen. Der handelte mit Leinen- und Strumpfwaren, die er in einer Kiepe auf dem Rüden trug. Er galt für einen Llnleid, weil er die Leute .im Pfiff" hatte, daS heißt, sie gerne uzte, ohne selbst aber einen Spatz zu verstehen, und war dazu ein Geizkragen und Knauser, der den Pfennig herumdrehte, ehe er ihn ausgab. Er trug noch einen blauleinenen Kittel, den schon seit seliger Dater getragen hatte. Sein dünnes Llnterzeug schützte ihn nicht gegen die grimmige Kälte. Er fror aber lieber wie ein Schneider, als daß er sich ein wollenes Wams antat, wie solche in seiner Kiepe — für andere Leute stedten. Er wärmte sich die Finger in den Hosentaschen, setzte sich zu den anderen auf die lange Wandbank und sagte: .Duden Awend, •) Jon dem Verfasser erschien soeben im Derlag Dr. Wolfgang Meyer in Giehen unter dem Titel .Hessewin d" ein Büchlein launiger Anekdoten, aus dem wir mit gütiger Erlaubnis des Verfassers die obige zum Abdruck bringen. Siebener Anzeiger sSeneral'Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, sh. vezemver 1924 einen Deutschnationalen mit der Regierungsbildung zu betrauen. Aber da- B D ändert sich sofort, wenn der von ihm etwa betraute Führer der größten Partei, nämlich der Lv iaBemvkraiie, sein Kabinett zusammenzustellen b ginnt. Die Links-Koal t on fft unmöglich. die gr:h,' Koa.'i ion muß scheitern, wenn de Dolkspartei sich selbst treu bleibt. Was dann gesch.eht, w rd nur Herr Ebert wissen Wen er aber nach dem Sche.tern des Sozialdemokraten betrauen mag, sei es ein Zen- trumen oder ein Mitglied derDeutsch'n Volks- l a t.-i? b;r K nzle. . de si h el u re i tung. ä i e Mehrheit schufen wlll, wird um Deryand- lungen mit der D e u t s ch na t i o na l en Dolkspartei nicht herum kommen. In diesem Falle wird er gut tun, sich vor der Aufnahme solcher Derhandlungen zuerst einmal beim Reichspräsidenten zu erkundigen, ob dieser bereit ist, gegebenenfalls überhaupt deutschnationale Männer zu Ministern zu ernennen. So lange er Darüber keine restlose Klarheit herbeigesührt hat, dürften Derhandlungen mit den Deutschnationalen zwecklos und deren schärfster Opposition sicher sein. Zweimal sind schon sehr weit gediehene Derhandlungen über eine Regierungsbildung in letzter Stunde an der Gegnerschaft des Reichspräsidenten gescheitert. Er ist aber der Mann, der versassungsmähig die Möglichkeit hat, die Llnterschrift unter die Ernennungsurkunde für irgend einen Minister zu verweigern. Da es andererseits eine tragsähige Regierung ohne die Deutschnationalen nicht geben wird, werden sich die betreffenden Politiker auch darüber klar werden müssen, ob sie sich einer dauernden Ablehnung der Deutschna tonalen durch den Reichspräs.denten fügen wollen. Die Dorgänge in Frankreich haben bewiesen, daß der geschlossene Wille einer parlamentarischen Mehrheit auch mit dem renitenten Präsldenten einer Republik fertig zu werden vermag. Türkische Wandlungen. Don einem gelegentlichen Mitarbeiter wird uns aus Angora geschrieben: Die deutsche Presse hat, wenn ich von hier aus richtig beurteile, d i e jüngste türkische Regierungskrise mit der nö igen Do s cht behandelt. Ob nun deshalb, weil sie von wichtigeren Dingen in Anspruch genommen ist, oder weil sie das Manöver der neuen Regierungsmänner sogleich durchschaut hat, beeinflußt die Tatsache nicht, daß sie sich von den etwa- trommelnden Ankündigungen der Opposition gegen Kemal nicht hat irre führen lassen. Lins hier war feit den Tagen, an denen das erste Geplänkel der Opposition begann, klar, daß es sich in dem lauten Feldzug gegen den greifen und schwerhörigen Ismet Pascha und gegen Kemal, den Herrn und Gebieter des Ministerpräsidenten, weniger um grundlegende politische Aenderungsabsichten handelt, als um das Vordringen einer in ihrer Ehre gekränkten und seit der Befreiung der Türkei zurüdgesetzten Gruppe. Kemal Pascha hat bei seinem Aufstieg vergessen. auch seine militärischen und politischen Anhänger und Mitkämpfer mit Sie- geslvrbeeren zu krönen, so daß sch'lleh- lich in den Reihen der Dolkspartei der Verdacht kolportiert wurde, das neue Oberhaupt der Türkei strebe nach der Macht des Sultan- und Kalifen. Ja. man ging sogar soweit, zu sagen, daß Kemal das Kalifat nur zu dem Zweck habe abschaffen lassen, um s i ch selbst an die Spitze der gesamten islamischen Bewegung zu stellen. Die Rainen der Oppositionsführer und neuen Kabinettsmitglicder tun wirklich nichts zur Sache, und auch die letzte Erklärung Feth Deis. des neuen Ministerpräsidenten, zeigt ja, daß die Politik Ismet Paschas — lie- Kemal Paschas — im Prinzip weitergeführt we den soll. Freilich wird die neue Regierung bet ihrer Arbeit die Punkte ihres oppositionellen Programmes besonders betonen. Zu ihnen gehört die Tendenz „Zurüd nach Konstantino- p e l". Aber cs wird noch manche Wolke über Anatolien hinziehen, bis eine solche Frage auch nur debattiert werden kann. Im Gegenteil, das politische Leben konzentriert sich immer mehr auf Angora, das noch immer die kleine Provinz- es mächt kahld heut, heut erfriem et’m die Flöh uff dem Leib." Ser Wirt guckte nicht nach ihm: er sah am Rebentisch und las das Kreisblatt. Er war ein Politiker, der es mit keinem verderben wollte. Am letzten Wahltage hatte er „krank ' zu Bett gelegen und war erst abends nach sechs LIHr tm WirtSzimincr erschienen. Von neun LIHr an, als die Wahlergebnisse einliefen, war er offensichtlich wieder kerngesund. Er aber hatte nicht abgestimmt und es so mit keiner Partei verdorben. „Ich weih, wie rnan's machen muß", dachte er im stillen. Als er eine Weile gelesen hatte, sagte er: „Ich mein', der Dindemann täts alleweil doch Widder packe: er halt fei' Sach' im Reichsdag doch bisher ganz gut gemacht, da könne die Rational! iwerale nett mit." Einer der Waldarbeiter, der schon sein drittes Glas getrunken hatte und sich wärmer fühlte, entgegnete: „Eich wähl' de' Dindemann nett. Was kaas eich mer bade» voor. So fein die Andifemidde: Das ganze Jahr schelle se uff die Iudde, awer bei de dickste Dauern un de größte Krifcher kommt der Han- nelsmann nett vom Hof un nett aus der ßtobb. Lin in der letzt Gemanderatsfitzung Hummer met Ach un Krach zwa Pennig for die Arweitsstond mehr kriht. Geht mer fort“ Lind spuckte aus. „Da haste Rechts sagte der Wirt denn er sah, dah es besser war. einzulenken und so fuhr er fort: „Iwwerhaupt mit der Politik is es so e' Sach', jeb Partei hat ebbes Gutes un ebbes Schlechtes. Ich hab' aach schon gelacht über die Äandidaie un über die Abgeordnete. Da kam emal en Kandidat nach Alsfeld un stieg in der Kron ab. Dort stellte er sich dem Krone- toirt vor, der doch im Landtag sitzt en gesunde Menschenverstand hat un wann's gilt, wahrhaftig fei' Dlatt vor de' Mund nimmt Der Kronewirt beguckt sich de' Dorsch. Er sagt be- kcmntlich nett viel, daderfür erkennt er awwer die Leut desto besser an de’ Stiwwel, die fe abends vor ihr Stuwwetür ftdle müsse. So beguckt er aach die Stiwwel von dem angebliche Parteigenosse aus Derlin. Sa war n nun die Abfätz schepp un schief bis dortenaus und die Schusters Rappe hatte grobe Mäuler. Ser Kronewirt sollt mit dem zusamme los sah re und agitiere? Das tat er nu* nett Awer er nahm stabt mit den unscheinbaren Häuschen ist. Sie Türkei ist allmählich auS dem Stadium der Begeisterung in dad der zähen Alltags- arbeit gekommen, und so ist eS nicht ratsam. Wandlungen, mögen sie m,t noch fo viel Lärm umgeben werden, auf die Goldwage zu legen. Im Parlamentär schen Leben selbst scheint sich die Zweiparteien-Gliederung anju- bahnen, tote man f.c früher in England und Amerika hatte und auch mit denselben Folgen: die Rlacht gleitet abwechselnd aus der Hand der einen Partei in die der anderen. Kemal Paschas Aufgabe wird es sein, beiden Strömungen gerecht zu werden, ihnen im Innern freiere Hand zu lassen, s.ch selbst aber mehr der Außenpolitik zu widmen. Wie erfolgreich er hierin bisher auch gewesen fein mag. als Militär verfügt er noch nicht über die Geschicklichkeit des Diplomaten. In Parlamentskreisen wurde mir zur Illustrierung deS Diplomaten Kemal vor einigen Tagen das folgende Geschichtchen erzählt: Ge'.egentl ch des Empfanges eines französ schen RegicrungSvertte e S vor einem Jahr lieh er sich dessen Degrützungs- Worte und Anliegen ins Türkische übersetzen, obwohl er selbst besser französisch als deutsch spricht. Als lieberfet;erin fungierte seine hübsche Frau, die kluge und tapfere syrische G:oß- kaufmannstochter. Kurz vor Schluß des 6mp- sanges fragte der Franzose Kemal, warum er mit ihm denn nicht französisch gesprochen habe. Woraus Kemal eito dertc, die fran ösilch- Sprache sei ihm feit der Kriegszeit (!) nicht mehr so geläufig to.e früher. Lind heute? In den nächsten Wochen reift K emal nach Paris und Felh Bei. der Franzosenfreund, proklamiert im S nne Kemals die Rotwendigkeit einer türkisch-französischen Freundschaft. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. • Klein-Linden, 16. Dez. In einem von Pfarrer Ackermann veranstalt ten Gemeindeabend sprach d r Hess sche Bauersmann und Schr ftstcller Heinrich R a u m a n n. Sen vielen Zuhör rn wrben diese Stunden lange in Er nnerung l leib n Der Kirchengesang- verein und der Posaunenchor h lfen zum guten Gelingen des Gerne ndeab.nds mit £ Wieseck. 16. Dez. In einer der letzten Rächte wurden qn der Straße nach Alten-Duseck sechs neu angepflanzte junge Obst- bäumchen in halber Höhe abgebrochen. Eine srlche ruchlose Tat. die von einer grenzenlosen Gesinnungsroheit zeugt, fordert unnachsichtliche Sühne. Hoffentlich gelingt eS recht bald, die Täter festzustellen, damit sie einer jedenfalls recht empfindlichen Strafe zugeführt werden können. Bei dieser Gelegenheit soff nicht versäumt werden, die in Detracht kommenden Stellen auf einen Zustand aufmerksam zu machen, der dringend der Abhilfe bedarf. Was in manchen Rächten von einem Tell der Jugend (und meistens ist es der jugendlichste) an ruhestören- dem Lärm verursacht wird, grenzt manchmal an tierisches Brüllen. Sollte es feine Mittel hiergegen geben? Sollte keine Behörde vorhanden sein, die dem ruhebedürftigen Teil der Einwohnerschaft wenigstens die halbe Rächt ungestörter Erholung verschaffen kann? — Zu dem Vorfall in der hiesigen Kirche, bei dem, tote bereit- berichtet, gelegentlich einer Filmvorführung eine große Anzahl Kinder infolge Einatmens von Kohlenoxydgas ohnmächtig wurden, erfahren wir noch, daß die erkrankten Kinder sämtlich wiederhergestellt find. Sie bedauerliche Angelegenheit ist also ohne üble Folgen abgelaufen, was ja auch im Interesse der Eltern und der veranstaltenden Pertonen zu wünschen war. Don ärztlicher Seite erfahren wir, daß eine andere Llrsache als Kohlengasvergistung nicht In Frage kommen kann, alle festgestellten Symptome deuten darauf hin. Allerdings bleibt jetzt noch die Frage offen, wie es möglich war. daß eine so große Menge Kohlenoryd entweichen konnte, um den großen Raum einer Kirche zu füllen, zumal sich bekanntlich ein Teil des Kohlenoxyd- mit dem Sauerstoff der Luft verbindet und dann unschädlich wird. Hier verdient die Tatsache Beachtung, daß die Abzug-rohre der rotglühenden Oesen kalt geblieben waren, die Derst opsung also so vollständig sein mußte, daß jeder Durchzug unmöglich war. Eine am Tage nach dem Unglüd abgchaltene Kirchenvorstands- sitzung, die eigens aus dem Anlaß cinberufcn war, beschloß die Ans chassun g zweier neuer Oesen. Aber, wenn nun diese beiden neuen „schwarzen Freunde" ihre Tätigkeit angetreten haben und die Kirchenbesucher mit einer „geruchlosen" wohltuenden Wärme erfreuen, schenkt man hoffentlich auch den Rohren, die nun einmal zu jedem Ofen gehören, die Beachtung. um die Wiederholung eines so bedauerlichen Vorfalls ein für allemal zu verhindern. II. Lollar. 16. Dez Ein in weitesten Kreisen der Bevölkerung bekannte Persönlichkeit, Dalthaser R u h n . begeht am heutigen Tage in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 7 0. Geburtstag. Mit berechtigtem Stolz kann der Jubilar an seinem Lebensabend auf ein arbeit-- und erfolgreiches Leben zurück blicken. Dor nahezu 43 Jahren gründete er unter ganz bescheidenen Verhältnissen sein Zimmer- gcschäft und brachte eS durch unermüdlichen Fleiß auf die achtunggebietende Stufe, auf der wir es heute sehen. Sie einfache, gerechte Art seines Umganges mit seinen Arbeitern und Angestellten wie mit der Bevölkerung und den Geschäftsfreunden sichern ihm die größte Zuneigung und Verehrung • Beuern 15. Sez. Sonntagabend sprach in unserem Volksbildungsverein Lehrer Müller von hier über das Thema: „Die Tätigkeit der Bakterien in der Ackerkrume und ihre Erhaltung durch zweckmäßige Bearbeitung". An die lehrreichen Ausführungen deS Redners schloß sich eine längere Aussprache, an der sich viele Landwirte beteiligten. Die Aussprache zeig e, wie groß daS Interesse ist, das unsere Landwirte an den neueren Erforschungen in Ihrem Berufszweig haben. Rach Weihnachten wird ein zweiter landwirtschaftlicher Vortrag im Verein geb al en. Sie Iugendgruppe deS Vereins befuchte am Sonntag- nachmi'.ag daSMufeum inGiehen.Es nahmen auch einige ältere Mitglieder an dem Besuch teil. Prosessor Helmke von Giehen hatte in dankenswerter Weise die Führung durch daS Museum übernommen. ri. L i ch. 15. Sez. Die M ä dche n v e r e i n i- gung unserer Stadt hielt gestern eine Adventsfeier in Gestalt eines Familienabends. Sie Darbietungen der Feier waren auf den Ton gestimmt: „AdventSzeit ist Wartezeit und die Jugend ist deS LebenS Wartezeit, heilige Rüstzeit." Diesem Gedanken wurde Ausdruck gegeben in g meinfamen Liedern, in einem AdoeniS- dcllamatorium. bei dem fünf Sprecherinnen und ein Mädchenchor mitwirkten, in einer längeren Ansprache de« Leiters der Vereinigung. Stiftspfarrer Schorlemmer. und in einem von Stiftsdechant Lenz gesprochenen Schlußwort. Im Mittelpunkt des AbendS stand die Ausführung eines Schauspiel-, daS auS dem Familienleben entnommen war und in Licher Mundart gesprochen wurde. ES verkündete die Wahrheit des DibelworteS: „Gins ist not", und machte durch die frische, natürliche Darbietung der jugendlichen Darstellerinnen und seinem tiefen Sinn großen Eindruck. Die Eintrittsgelder wer- den zum größten Teil für da« Erholungsheim der weiblichen Jugend verwandt, daS sich kürzlich der ständig wachsende Verband der weiblichen Jugend in Hessen im Her rnhag bei Büdingen erworben hat. i i Vom oberen Horlofftal, 15. Dez. Die Winterfrucht steht im allg me nen gut, jedoch hat daS Korn durch Schneckenfraß schwer gelitten. Kreis Alsfeld. □ IlSdorf bei Grünberg, 15. Dez. 2Iu] der Gewerkschaft Gufe IlSdorf, deren Gruben bisher stillstanden, arbeiten jetzt wieder 83 Mann. Kreis Friedberg. vw. Butzbach. 15. Dez. In unserer ehrwürdigen St. Markuskirche fand am gestrigen Vorabend eine weihevolle kirchenmusikalische Adventfeier statt. Drei Künstler hn edelsten Sinn des Worte«. Frau Gusti Müller- Armendinger «Sopranistin), Frankfurt a. M., dem fei’ Stiwwel und bracht fe zum Schuster Knieriem in die Mainzer Gass: der sollt die Stiwwel in derselwe Rächt noch riestern un besohl'n. Mehr wie ein Stiwwel nahm der nu net un so ging der Kronewirt noch zum Werner Waldeck ans Romröder Tor und gab dem be annere Stiwwel. Da hawwe dann die zwa Alsfelder Schuster in derselwige Rächt Den Berliner an zwei verschißene Stelle gehörig versohlt. Jeder bracht' sei Werk dann am annere frühe Morge dem Kronewirt und der stellt fe dann dem Parteigenoff' toieber vor die Tür. Als der Berliner nu' morgens endlich uffwacht und sei Stiwwel herei'holt, traut er feine Auge nett und glaubt, in Alsfeld toär’n die Kölner Hcinzelmänncher dehcim. Awwer geschämt hat er sich doch, daß er mit verrissene Stiwwel von Berlin uff die AgitationSreif nach Owerhefse ge- fahrn is. denn er hat dem Kronewirt kaum gute Morge sage könne un hat sich sor's Stiwwel- flicke bei niemand nett bedankt. Der Kronewirt hat» bezahlt un hat nachher gedenkt: .Ka' Wun- ner nett, dah der 'Berliner Fortschritt hier nix rechts erreicht, wenn er mit so verrissene Stiwwel zu de’ Leut' uff« Land kommt." „Sie Berliner möge uns iwwerhaupt vom Hals bleitoe, aach mit ihr'n Waarehäuser un ihr'n Ramschgeschäfte," warf der Lkdenhäuser Hausierer dazwischen. „Dos könnt der grob baffe", meinte der Waldarbeiter. „Ro, un wie is es mit dene Drofeffern?" sagte der Lammwirt. — „Die aach! Wißt Ihr noch, wie damals aaner fei' Red schun gedruckt im Blättche gehabt hat un in Berlin hatte se be’ Reichstag scho geschloffe, eher eh — er se hat haale könne? Ich hat der mei Lebtag nett so gelacht, wie damals aach noch hinter seiner Red' geftanne hat. „Starker Beifall rechts und in der Mitte!" Mei' Stimm hab ich em nett wieder getotoe.“ „Gott noch e’nin," sagte der. der den Eier- psannkuchen bestellt hatte, „wo bleibt dann mei Kuchche. ich hab' en Hunger wie en Bär, guck doch emal.“ Schon kam in diesem Augenblick die Wirtin herein und stellte die eiserne Pfanne auf den Tisch, in der auf dem Eierpfannkuchen Messer und Gabel lagen und saftige Speckschei- 6en wohlig dufteten. Aller Augen richteten sich auf die Pfanne. „Philippi Ghirel" sagte einer, der Lldenhäuser aber, der Knauser, der noch nichts bestellt hatte und der neben Philipp sah, öffnete unterm Tisch sein Taschenmesser und langte sich ein knusperiges Slucklein Speck, al« ob es ihm gehörte. Daraus der Philipp: .Lass' dos sei'." Der Lldenhäuser aber langte sich noch ein Stück. „Ich sag' der, c« werd naut notz", sagte der Philipp, „loff' es sei" und zog die Pfanne am langen Stiel näher an sich heran. Doch der Lldenhäuser langte zum dritten Male nach dem Speck. „61 wo« iS denn luS," sagte Philipp, „ich glaab, dich hat'S. wenn's dir ge- Hirt, magst de'S aach bezoale", nahm die Pfanne beim Griff, drehte sie über de« Mitessers Kops herum und ließ sie auf ihn niedersau'en, daß ihm der wunderbar schone gelbe Eierkuchen übet Ohren und Rase lief. „ES blaut, eS blaut", rief der Lldenhäuser und konnte kaum aus den Augen sehen. „Es blaut nett, nett im geringste," entgegnete Philipp, „un wenn de nett machst, daß bau der Tür hinaus kommst, dann bestell' ich der noch e mal en Kuchche!" Die Holzhauer und selbst der Wirt lach' ten, daß sich die Dalken bogen. Der andere konnte immer noch nicht aus den Augen sehen. Lieber das Lachen und sein Schimpfen kam die Wirtin herein. „Mit eurem ei'fällige Zeug!" schalt sie. „Ei Gewitter, was is denn lus, ach der scheene, scheene Eierpannekuche. Sau läiwer Gott, dau läitoer Gott, feilt met"8 dann Her meglich halte." So nahm sie den Lldenhäuser am Rockärmel, zog ihn hinaus in die Küche und wusch ihm dort gehörig den Kopf. In der Wirtsstube wurde wettet gelacht. „Der halt uff sei'm Kopp junge Hinket krieht," meinte einer, und ein anderer fügte hinzu: „Se fein gleich aus dem Rest gelaafe.“ Lieber eine Weile kam der Lldenhäuser wieder herein, spuckte aus, legte sein Halstuch um, nahm die Kiepe auf den Rücken und stapfte ohne noch ein Wort zu sagen zur Türe hinaus. — In Lldenhausen aber darf keiner, der dort hinkommt, etwas von der Eierpfannkuchenge- schichte, die in Schwarz passiert ist, erzählen, sonst riskiert er Schläge. In diesem Punft sind die Lldenhäuser einig. Frau Marie Pfohl-FIöring sVioline) aus Darmstadt und Musikdirektor Hch. Müller- Friedberg, boten jeder in seiner Art. Vollendetes. Mit ebenso Heller, reiner, starker als anmutiger, lieblicher Stimme spendete und Frau Gusti Müller-Armendinger Lieder von Ioh. Wolfgang Franck, von G. Fr. Händel und Ioh. Seb. Dach unter feinsinniger Assistenz des Meisters auf der Orgel, des Musikdirektors Müller. In Frau Marie Pfohl - Florina bewunderten wir eine Virituostn auf der Violine, die sowohl die Sätze aus der Diolinsonate Ar. 4 von Händel, als die liebliche Arie von Terraglia, sowie die Sarabande und Correnta von Correlli als die Siciliano von Francoeur und die Aria von Lotti in vollendeter Weise in großem Ton vor- trug. Musikdirektor Müller war zum vortrefflichen Interpreten von Mendelsfohn-Dav- tholdy in der Orgelsonate Ar. 2, ferner von R. Schumann in der Fuge Ar. 1 über D—a —c —h. und ferner von Ioh. Seb. Dach in der groß angelegten herrlichen Toccata und Fuge in v°Moll geworden. In der Kantate: „Liebster Jesu, mein Verlangen" vereinigten sich Orgel, Violine und Sopranstimme zu einem Trio von wunderbarer Schöne und verhalfen damit dem großartigen Tonsah Altmeisters Dach zu einer Wiedergabe, die des tiefsten Eindrucks auf alle Zuhörer nicht verfehlte. Violinsolis und Lieder sanden auf der Orgel durch Musikdirektor Müller nicht nur die feinsinnige Begleitung, nein, auch die cdle Ergänzung. In ernster erhabener Weise wurde uns ein Kunstgenuß bereitet, der in höhere Sphären die Seelen hob und in ihnen eine weihevolle Weihnachtsstimmung erzeugte. sf. Friedberg, 15. Dez. Dec von der Derst n i g u n g „W i n t e r h i l s e" gestern im Hotel Trapp veranstaltete Weihnachtsmarkt nahm einen sehr schönen Verlauf. Der Saal war geschmackvoll dekoriert, der Zuspruch so stark, daß teilweise ein etwas beängstigendes Gedränge herrschte. Die Verkaufsbuden und Trinkstuben erfreuten sich regen Besuches und flotten Absatzes, das Friedberger Salonorchester hatte sich freiwillig und unentgeltlich in den Dienst der guten Sache gestellt, Tombola, Radiokabinett und humoristische Aufführungen sorgten für Abwechslung, und so wird auch der finanzielle Erfolg hoffentlich em recht günstiger sein. — Ein von den Schülern des Polytechnikums auf heute nachmit:ag einberufene Versammlung war von über 400 Personen besucht: auf der Tagesordnung stand der „Reu- bau eines Polytechnikum s". welche Frage auch schon die letzte Stadtverordnetenversammlung beschäftigte. Eine von dem Vorsitzeirden D e i s e n- r o t h vorgeschlagene Entschließung, welche in dieser Frage eine klare und entscheidende Antwort verlangt, wurde einstimmig angenommen. Der Direktor des Polytechnikums, Prof. Dr. Schäfer, teilte in einer Ansprache mit, daß auch das Kuratorium der Anstalt sich schon wiederholt mit der Frage beschäftigt habe und verliest eine Eingabe, welche von dieser Stelle an die betreffenden Behörden ergangen sei. Kreis Schotten. La u ö a ch, 14. D z. Das h es'ge Johan n- Friedrich-Stift ist ein Segen für unsere Stadt und Lling-gend. Bei Llnalücksfällen und unter Verhältnissen, die ein rasches E ngreifen nötig machen, kann hier sofort operiert werden, wofür ein besonderes Krankenhaus und en Operiersaal vorhanden ist. Außerdem ist e n Altersheim für Gebrech! chr b.nd rlei Geschlechts und ein besonderes D a m e n h e i m an- geglj.edert. Da die vorhandenen Rin ne aber nicht entfernt mehr genügen, so hat man beschlossen, das Krankenhaus zu erweitern. In nächstm Frühjahr soll ein Anbau errichtet toerben, so daß insg samt 30 Bitten aufg schlagen werden können. Dieses ..St fi“ war ursprünglich das Wohnhaus d>s Johann Crespel, d's Jugendfreundes Go th's, der jenen Sond r ing euch hier e'nmal b sucht haben fall. Crespel biute d s Haus und starb darin 1813 an d r Pest, w lche die Rusten h er nach der Viliersch ift bei Le pzig üngeschl ppt h tten. Der Begründer des he gei Gymnasiums, Gras F ttdr ch, gelt. 1900, erwarb es und richtet» es als Sp tal ein. Hierzu diente früher das Gebäude d r jetz gen Ren'k nnmec in der Dorstadt. — Durch die Dnnühuig n des Zigarrenfabr kanten Karl Michel aus der Tagung der F "eböerger Hand lskamme? hat d.e Eisenbahn st recke Hung en — Mücke an Sonntagen ducchg-hmde Züge von h er nach Mücke. ES ist d.es für daS reisende Publckum ein ganz besonderer Vorteil, rwiniiiiiiiiirniiiiri inmirrmi il Dis rote Kaschgar. Roman von Fedor von Zobeltih. 19. Fortsetzung. (Aachdruck verboten.) „Fürchten Sie nichts," antwortete Fiedler ernst. „Ich will auch bei der Ehrlichkeit klug sein. . ." Freye sand die Mutter in ihrem großen Lehnstuhl bei der Lampe. Sie trug ihre Brille und hatte ein Buch auf dem Schoße, las aber nicht. „Du bist lange geblieben, lieb Kindchen," sagte sie, „aber ich habe indessen gut geschlafen und wieder von >>m Vater geträumt. Er läßt dich grüßen und dir sagen, du habest eine gute Wahl getroffen. Wann kann ich den Bruder sehen?" „Er ist draußen. Mutter, ich traf ihn und nahm fl>n mit." Die alte Frau legte die Drille ab, Helle trat in ihr Auge, sie strich über ihren Rock und glättend über ihr Haar. „Muß ich mich umkleiden?" fragte sie. „Gib mir den Handspiegel, Kindchen — sitzt meine Brosche grabe? — und nimm mir das Wolltuch ab! Kann ich nicht das Schwarzseidene anziehen? es geht schnell." „Muttchen, bleib, wie du bist," erwiderte Freye lächelnd, „du bist noch immer die große Dame wie früher. Ich hole den Bruder Doro- theus . . ." Er trat ein und küßte Frau von Elstern die Hand. „Ich danke Ihnen, gnädige Frau," sagte er, „daß Sie mir erlaubten, Ihnen meine Aufwartung zu machen. Ich hätte das von selbst getan. doch ich wußte nicht, ob ich willkommen sein würde, unt deshalb zog ich es vor, mich zunächst Fräulein Freye anzuvertrauen. Das mag inkorrekt gewesen sein, aber ich stehe unmittelbar vor meiner letzten großen Reise unb wollte mir wenigstens Gewißheit schaffen, ob ich eine Hoffnung mitnehmen kann." Freye schob dem Missionar einen Stuhl zu und trat dann in das Dunkel des Zimmers zurück. Ihr Herz klopfte ängstlich, es lärmte in ihrem Blut. Sie lehnte sich in dem Winkel, in dem sie stand, gegen die Wand zurück. (Sine niederdrückende Schwäche beschlich sie. Sie hatte )-( Ruppertsburg. 14. Dez. Advent ift'S. „Wie soll ich Dich empfangen, und wie be- geg'n ich Dir?", so singen und beten wir im Blick auf das Kommen des Heilandes am lieben Christfest. So denken und sorgen wir im Hinblick auf die Wiederkunft Christi zum Weltgerichte. In eindringlicher, ernster Weise wurde es unserer Gemeinde im Laufe der letzten Woche gezeigt. M ffionar Walther aus Beuern hielt von Montag, den 8., bis Sonntag, den 14. d Mts.. Evangelisationsvvrträge. Selbst vom Lande stammend, kennt er die Röte und Schäden unserer Gemeinden um so mehr, da er nun schon mehrere Jahre im Dienste der Dolls- miffron steht. Volkstüml ch und anschaulich war die Form seiner von heiligem Ernst und wahrer Liebe zum Volke durchdrungenen Reden. Die ersten Versammlungen fanden im Gemeindesa<Ä statt. Am Montagabend hatten sich etwa 50 Erwachsene eingefunden, um zu hören, was der Missionar über den Text: „Land, Land, höre des Herrn Wort!" zu sagen hatte. Diel größer war die Zahl der Besucher schon am Dienstagabend. Der Betrachtung lagen die Worte zugrunde: „Wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kinder, so könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen." Am Mittwoch war das Thema „Wahrer Iangfrauenschmack". Fast sämtliche Jungfrauen unserer Gemeinde hatten sich ein- gefunden. Der Donnerstagabend war den Jünglingen gew dmet, denen in eindringlichster W sie Wesen und Segen „Reiner Jugend" geschildert wurde. Was Missionar Walther den Eltern am Freitagabend über „Erziehungsfragen" sagte, war religiös und pädagogisch äußerst wertvoll und könnte, wenn es überall befolgt würde, den rechten Grundstein zum Wiederaufbau unse.es Volkes legen. Der Saal war gedrängt voll, so daß sich der Kirchenvorstand genötigt sah, für alle weiteren Vorträge in die Kirche einzuladen. „Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten" war der Text am Samstagabend. Ergreifende, geradezu erschütternde Beispiele, die der Missionar erzählte, bewiesen die Wahrheit dieses Spruches und konnten so als ernste Ermahnung an die Herzen der Hörer klopfen. Immer größer wurde deren Zahl. In den Versammlungen am heutigen Sonntage war die große Kirche dicht gefüllt. 3m Gottesdienste am Vormittage berichtete der M s ionar unter Zugrundelegung der Worte: „Er führet mich auf rechter Straße um seines Ramens willen" über feine Erlebnisse in französischer Kriegsgefangenschaft in Dahomo und Marokko. Er verstand es, manchem bclümmerten Menschenherzen für den weiteren Lebensweg Trost zuzaru.en. Wenn uns r (Staatlichen gesunden soll, dann muh auoor die UrgcHe des Staates, die Familie, gesund werden. So war denn der Vortrag für Eheleute am Sonn- tagnachrnittag, aufgebaut auf dem Texte: „Zanket nicht auf dem Wege!", recht geeignet, zu zeigen, was den Familien fehlt, und wie es anders werden könnte. Der Sonntagabend brachte die Schlußverfamnrlung. „Ich muh heute in deinem Hause einkehren!" Dieses Heilandswort an Za° chäus, gerichtet an unsere Gemeinde, ist die trost- vollste Ansage, aber auch die ernsteste Ermahnung zur wahren Vorbereitung aus den Empfang des Heilandes. „Ihm sei Herz und Haus geweiht!" so klang es durch die letzte Rede des Missionars. Mögen die vielen schonen Weihe- stunden, die uns die Ei angelisativuswoche brachte, zu Stunden ernster Einkehr und innerer Aufrichtung werden zum Segen unserer Familien, unserer Kirche, Gemeinde und unseres Volkslebens! Wie schon oben erwähnt, stieg die Zahl der Besucher ständig, und zwar von 50 bis zu 275. An Kollekte für die Dvlksmissron gingen über 100 Mk. ein. Außerdem wurden für 37 Mk. kleine Misfionsichristchen verkauft. Kreis Lauterbach. C Lauterbach, 15. Dez. Der Ortsge - Werbeverein stimmte der Wiederwahl des Steinmetzmeisters Anton Leonhardt aus Grünberg zum Abgeordneten zur H ssischen Handwerkskammer und des Schreincrmeisters Georg H a u b a ch aus Gießen zu seinem Stellvertreter zu. Zum Vorsitzenden des hiesigen Ge- sellenprüsungSausschas eS wurde Schreinermeister Wilhelm Schmidt wiedergewählt. Der Vorsitzende, Schlofsermeister Ot terbein, erstattete den Bericht über die Bezirksverbandssihang und die Kreiskonferenz, die beide in Lauterbach stattgefunden haben. Der Hessischen Handwerkskammer ist es gelungen, einen Ärefcit von zwei- Millionen zu 14 bis 15 Prozent zu erhalten, der wieder einen Wunsch der kranken Mutter erfüllt, der ihrem eigenen Willen widersprach. Aber sie fühlte, der Gegenwille, stark noch am Vormittag, war zacher geworden nach dem Abschied von Gert. Irgend etwas Aeues und Unbetannteä floß in ihr Gefühlsleben und erregte sie. Sie lauschte aufmerksam der Stimme der Mutter, die in völlig ruhigem und klarem Tone sprach: „Freye sagte mir, daß Sie nach Rückkehr von Ihrer Reise die Missionstätigkeit aufgeben wollen, um eigenen Landbesitz zu übernehmen. Habe ich das Kind richtig verstanden?" „Durchaus, gnädige Frau." «Sie befinden sich also in äußerlich so günstigen Verhältnissen, daß ich die Bitternis der Armut für Freye nicht zu fürchten habe?" „Ich nehme an Armut freiwillig auf mich, was das Los der Bedrückteren lindern kann. In den Augen der Welt gelte ich für reich." Eine halbe Minute verstrich lautlos, dann fuhr Frau von Elstern fort: „Ich frage nicht nach dem Stande, den Sie außerhalb der Missionsgemeinde einnehmen. Daß Sie Gescllschaftskreisen angeböten, denen auch wir entstammen, sagt mir schon die erste flüchtige Bekanntschaft mit Ihnen. Aber ich habe eine andere Frage auf dem Herzen und überlasse Ihnen, ob Sie mir daraus Antwort geben wollen ober nicht. Waren es äußere Gründe, die Sie aus den Missionsweg führten, ober war es allein die üleberzeugang, damit ein Gott wohlgefälliges Werk zu tun?“ Druder Dorotheas neigte leicht den Kopf. „Ich glaube den Sinn Ihrer Frage zu verstehen", entgegnete er. „Ein äußerer Grund kann oft den Anstoß zu einer im Allertiefsten sich festsehenden lleberaeugung geben. Es kann eine anscheinende Kleinigkeit fein, ein Zufall, eine höhere Fügung, ein Geschehnis von großer Tragik. Ich habe in meiner Jugend viel durchmachen müssen, vor allem schwere geistige Kämpfe, und sie waren es, die mich über manchen mühseligen ilmtoeg 8“ Öen 5)crmbutern und ihren M.ssionen führten, urm Ihre Frage zu beantworten: Ja, meine Heberte ugung gab den Ausschlag." kV ri ^'rQU Don Distern suchte in den verdunkelten Ecken des Zimmers nach ihrer Tochter. „Freye. tritt näher Tagte sie. .komm zu durcy ote Genosienschattsbanten an bte rredtt- bebürftigen Handwerker zur Verteilung gelangen soll. — Die Zahl der Rundfunkteilnehmer ist in Öen verschiedenen Orten des Vogelsberges in ständigem Wachsen begriffen. Besonders in den abgelegenen Orten des Vogelsberges bildet der Rundfunk für viele neben der Zeckung die einzige Verbindung mit den Geisteszentren der Großstädte. Starkenburg und Rheinhessen. Mainz, 15. Dez. (Wolsf.) Das schone Kar- meliterkloster in Mainz, das im Anfang des 15. Jahrhunderts erbaut wurde, ist nach wechselvoller Geschichte heute mit der Einweihung durch den Dllchos Dr. Hugo von Mainz feinem gottesdienstlichen Zweck wieder zurückgegeben worden. Im Jahre 1912 beschloß die Stadtverordneten-Versammlung, die Kirche wieder Herstellen zu lassen, nachdem sie über 100 Jahre als Magazin benutzt worden war. Dieser Beschluß konnte unter den Verhältnissen nicht durchgeführt werden. 1922 muhte man sich durch den immer weiter schreitenden Verfall dazu entschließen, die Kirche infolge ihrer Baufälligkeit niederzureißen. Den vereinten Bemühungen des Oberbürgermeisters Dr. K ü l b, des Provinzialdirektors Dr. il f i n g e r und des Bischöflichen Stuhls in Mainz ist es zu verdanken, baß die Kirche mit ihren inzwischen entdeckten Altfreskomalereien vor dem Abbruch bewahrt worden ist. Durch Vertrag zwischen der Stadt Mainz und dem D.schöflichen Stuhl ging die Kirche unter den üblichen Vorbehalten ins Eigentum des Karmeliterordens über, der die Kirche wiederherstellen und der Allgemeinheit zugänglich machen lieft. Unter der kundigen Hand des Malers K i e n z l e wurden die zum größten Teil übertünchten Altfreskomalereien, deren ilr- sprung in den Anfang des 15. Jahrhunderts fallen dürfte, freigclegt und erneuert. Die Kunstkleinodien an den ilsern des Rheins werden durch die Wiederherstellung der Karmeliterkirche in Mainz eine wesentliche Bereicherung erfahren haben. " Bensheim, 15. Dez. (Eigener Bericht.) In einem Rachbarorte von Bensheim hatte sich ein Landwirt wegen übler Rachrede eine Beleidigungsklage zugezogen. Er erhielt eine Ladung zu einem Sühnetermin, der er aber nicht Folge leistete, ebenso erschien er nicht zu drei nacheinander angesehten Gerichtsterminen. Als ihn das letzte Mal Gendarmen festnehmen wollten, entfloh er in einen Wald. Run wurde er eines Morgens in der Frühe im Stall überraschend festgenommen und dem Gericht zugeführt. Er wurde zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt und zu den Koste n. Diese werden ganz beträchtlich sein, denn er hat jetzt für die Gebühren der verschiedenen Termine auszukommen, sowie für die Gebühren der Zeugen, die jedesmal geladen waren. Wäre der Landwirt zum Sühnetermin erschienen, so wäre er vielleicht mit 10 Mark Geldstrafe davongekommen. Hessen-Nassau. bl. Dillenburg, 15. Dez. Der Magistrat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Frage der Veränderung unseres Bahnhofes. Rach Auskunft des Bürgermeisters hat das Reichsverkehrsministerium, den wiederholten Vorstellungen Rechnung tragend, Mittel für den Weiterbau der Unterführung und den älmbau des Empfangsgebäudes bereit gestellt. Die Kosten belaufen sich auf an- näherrü) 4 Million Mark. Die derzeitigen Verhältnisse verbieten leider einen Reubau des Bahn- Hoses. Mit der Erweiterung des Gebäudes ist zugleich der Aeubau einer Straße ins Auge gefaßt worden, die das Empfangsgebäude mit dem Mittelfeld verbinden soll. Hier wird neues Baugelände gleichzeitig erschlossen werden. Die Arbeiten sollen in Kürze begonnen und im Jahre 1925 vollendet werden. E Salzschlirf, 15. Dez. In unferm während der Sommermonate so belebten Badeort ist es jetzt still geworden. Die Kurgebäude, Hotels und Pensionen sind zum großen Teil geschlossen, in andern sind die Handwerker eingekehrt, um alles wieder für die nächste Saison instand zu feben. Die Bevölkerung zehrt von dem, was sie während der Sommermonate erworben hat. Diele haben bei der Feldbereinigung Arbeit gefunden, oder sind ins Holz gegangen. fpd. Frankfurt a. M, 14. Dez. In der Geleitstrafte hatten sich zwei Hausbewohner sehr lebhaft gezankt, so Daß sie wütend mir, lieb Kindchen, und höre mich an. Willst du, daß dieser Mann, der sich Bruder Dorv- theus Fiedler normt, dein Gatte wird?" Freyes Gesicht war weiß wie gebleichtes Linnen. „Ich sage nicht nein, nicht ja", erwiderte sie. „Heute noch nicht. Ich will mich nicht binden. Ich warte feine Heimkunft ab . . ." Run geschah etwas Schreckhaftes. Der Gesichtsausdruck der Frau von Elstern veränderte sich jäh. Er wurde böse. Die Züge verschoben sich unter einer plötzlichen Rervenreizung. Gin Irrlicht tanzte durch die Augen. Die Stimme klang schrill und zugleich befehlend. „Aber i ch will, daß ihr euch bindet", rief sie. „Ich verlange Gehorsam von dir! Gehorsam gegen mich und de» Vater. Kenn' ich den Mann, der um dicht wirbt? Ich kenne nur den Bruder Dvrotheus. Du aber sollst wissen, toer er ist!" Sie hatte den rechten Arm erhoben, vielleicht zu einer Gebärde, die ihren Worten Rachdruck geben sollte. Doch schwer und wie gelähmt fiel Der Arm zurück. Das Gesicht regelte sich wieder und überzog sich mit wächserner Blässe. Langsam senkten sich die Lider über die Augen, der Oberkörper sackte im Stuhl in sich zusammen. Der Missionar hatte sich erhoben, er stand jeßt hinter Freye. Sie hörte seine flüsternden Laute: „Sagen Sie zu — es bindet Sie nicht! •Um der Mutter willen sagen Sie zu!" Freye neigte sich, zitternd in allen Fiebern, über ihre Mutter und tüftle sie. „Muttchen, sei verständig," raunte sie ihr 3U, „sei lieb. Ich tu’ ja, was du wünschest. Ich verlobe mich mit ihm. Ich bin seine Braut." Sie kniete vor ihr nieder und streichelte die schmalen, gelben Hände, angsterfüllt, voller Verwirrung und doch wie unter einem Zwange: als fei der geflüsterte Rat des Bruders Dorotheus ein hypnotischer Befehl gewesen. Sta richtete die alte Kau sich in ihrem Lehnstuhl wieder ein wenig auf. Sie lächelte beglückt, etu traumhaftes Lächeln. „Geht ihr morgen zum ^at der Aeltesten?" fragte sie mit fast erlöschender Stimme. Run neigte auch der Missionar das Knie vor ihr und zog ihre Hand an seine Lippen. „Im Ramen Ihrer Tochter verspreche auch ich es", sagte er. auseinander gingen. Der etne nxn. nach Dem ©treff in den Keller gestiegen. Als er nach kurz« Minuten zurück in seine Wohnung trat, machte ein Herzschlag fernem Leben ein Ende. Der Tod dürfte durch die Aufregung nach dem Streit verursacht fein. — Auf frischer Tat wurde einer der ©troßenräuber, der in der letzten Zeit die einsamen Straßen des Westends durch ileber- fälle aus alleingehende Damen unsicher gemacht hatte, ertappt und nach verzweifelter Gegenwehr fest genommen. — Eine Bande beraubt gegenwärtig die auf den Straften stehenden^ Lastwagen ihrer Kollis und fügt auf diese Weise den Fuhrhaltern, da diese für die Waren auf kommen müssen, schweren Schaden zu. Bis jetzt konnte die Bande nicht ermittelt werden. — In den Römerhallen eröffneten etwa 250 hiesge K iü n ft l e r und Künstlerinnen einen Weihnachtsmarkt. Ihnen Huben sich die Frankfurter Schriftsteller mit ih.er Büchern zugesellt. Der Verkauf bringt eine Fülle von Geinäiden. Pla i ei, graf ß scher B ät een, © icke- reicn, Decken. Geweben, Ch ist. aumschmuck. tünft- lerischen Lebkuchen und ungezählte andere nützliche und schöne Sachen, denen in diesen teuren Zeiten hoffentlich auch die Käufer nicht fehlen werden. — Der Taunusklub plant die E r - richtung eines Ehrenhaines für seine im Weltkriege gefallenen Mi:g ieder. Als Platz ist dazu ein Wcttdgebiet im sog. S.ockbom zwischen dem Feldbcrg und dem Sandplacken aasersehen. Die Verhandlungen m t den zuständigen Amtsstellen sind sowett gediehen, daß die Verwirklichung des Plares bereits im Laufe des Jahres 1925 erfolgen kann. Wirtschaft. Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage. Tie schwache Besserung des InlandabfaheS, die sich vereinzelt in den letzten Monaten bemerkbar machte, hat sich im Rovrrnbrr auf den Steinkohlenbergbau, die Eisen- und d e Metallindustrie ausged Hit. Leider ist die geringe Besserung in b't Metrik ndustrie nur für die erste Ro- vemberhäl'te von Dauer gewesen. Das bevorstehende WeihnachtZg schäft w rtt günstig aus d e Geschättslagc ein. Die Verbandsbildung in der Met ll ndustrie war von w fentliche.n Einfluß auf die Umfaßgeftaltung des d-ätschen E senmarkttS. 2810 typische industrielle Betriebe melden nach den Erhebungen des Reichsarbeitsblttt s eine Verminderung des Anteils der Betriebe mit schlechtem Geschäftsgang, nämlich von 45 Proz. im Oktober auf 36 Proz. im Rovember, wahrend die gutbeschä t gt n Betriebe von 17 auf 24 Proz. stiegen. Die Berichte der Länüesamter für Arbeitsver.ni t ung lassen eine we tere Des e- rung der Lage erkennen, zeigen aber gleichzeitig, daft einzelne Grwerbezweige noch immer mit Rückschlägen zu kämpfen haben. Im Kohlenbergbau d s Rahrg'bets bessert* sich in der zweiten Monatshälfte des Rovember der Abruf von Kohlen durch größeren Bedarf an Hausbrand und E ndeckungen durch einzelne Werke. An den oberschles scheu Zechen hob sich der Kohlenabsay nur teilweise (Grobkohle und Hausbrand), während d e Kotsnachfrage im ganzen unverändert blieb. Der Absatz der nieder- schl s scheu Reviere verstärkte sich g geuüber dem Vormonat um ein Geringes. Auch im mitteldeutschen Draunkohleng b et war die Lage im ganzen unverändert. Der Siegerländer Erzbergbau kann eine bessere Rachfrage melden, doch klagen die Gruben des Lahn- und Dillbezirles nach wie vor. Die Kaliindustrie hatte unveränderten Absatz in normal r Weise, schw f lsaure Salze wurden vom Ausland beg hrt. D.e Bezahlungen lassen hier sehr zu wünschen übr g. Die Austragsbclebung in der westlichen Eisen- und Metalsindustrie brachte für eine Re he von Betrieben auf Monate hinaus volle Beschäftigung. Jedoch ist der Geschäftsging in ani> ren Landesteilen wieder recht schlecht. Auch der M schinen- bau zeigte eine leichte Zunahme des De chüfti- gungsgrades. die jedoch aus dem Inland herrührt. In der chemischen Industrie decken sich die Verbraucher nur mit dem notwendigsten ein, die Lage ist im ganzen flau. Das Sp an- und Wcbstosigewerbe m.Det l bh ifteve Rachfrage in Delleidungsg g nständen, ebenso weist das Be- fleibungeg to.rbe f lbst guten Geschäftsgang auf. Die günstige Witterung brachte dem Baugewerbe noch verhältnismäft g rege Sät gleit, Frau von Elstern nickte zufrieden. Ihre Hände tasteten über die Kopfe der Änienben. „Segen über euch", hauchte sie. Dann war es ganz still im Zimmer. Freye mährte sich nicht. Sie fühlte sich wie verloren in einer Lufthülle von älnwirksichkeitt Die Mutter bewegte sich wieder. „Ich will schlafen", sagte sie matt. „Katharine soll kommen." Freye fuhr auf und flog hinaus, das Mädchen zu rufen. Reben sich hörte sie die Stimme des Bruders. „Ich muß Sie noch sprechen," sagte er, —nur wenige Worte . . .“ Während Katharine ihre Herrin nach ge= wohnter Art zu Bett brachte, tftr die Medizin reichte und sich dann zu ihr setzte, zog Freye den Bruder Dorotheus in ihr lleines Gemach. Hier war es noch finster, sie mußte erst bte Lampe entzünden und sah nun, wie ein Lächeln herzlicher Güte auf dem Gesicht des Mannes stand. „Rur wenige Worte," wiederholte er, „nur eine Erklärung. Ich begreife, was Ihre Frau Mutter teilt. Sie sagte es auch Wer ist der Dru^ der Dorotheas Fiedler? Einer unter vielen. Sie wenigstens sollen wissen, wer dahinter steht — deshalb wünscht sie das Verlöbnis vor dem Ra! der Aeltesten." „Das uns bis zum Tode zusammentut", stammelte Freye. „Sind wir Sklaven einer törichten Heber» lleferung? In dieser Gemeinschaft pflegt man noch allerhand Seltsames und Geheimsinniges aus alten Zeiten, was andere Gemeinden längst als Ballast von sich geworfen haben. Im Aufseherkollegium hütet das Dreiblatt des Rats der Aeltesten den Zauber der Vergangenheit. Der Rat kennt meinen weltlichen Ramen und ist verpflichtet, ihn Ihnen zu nennen, wenn Schwester Freye und Bruder Dorotheas ihm ihre Braut- schäft künden . . .“ Hnb wieder trat das alle Schtearmgeisterei gelassen abwehrende Lächeln auf fein Gesicht, als er fortfahr: „Der Rat hält art öen alten Formeln fest, die eine Lösung des Verlöbnisses verbieten. Denn was Gott zasammen- gefügt, das soll der Mensch nicht trennen. Aber Gott lebt auch in der Seele der Menschen, and Menschlichkeit liegt nicht in der Erstarrung der Satzung" (Fortsetzung folgt) während ble Baustoffindustrie keine Auftrage »ehr herembekcun. e Dte Inanspruchnahme nach dem Industriebelastungsgesetz: WTB. meldet: Nachdem das von den Finanzämtern für üic Umlegung der Industriebelnstung nach dem 3n- dustriebelastungsgefey vom 30. August zugrunde Au legende Material beim Statistischen Reichsamt eingogangen ist und aulgearbeitet wurde, und nachdem die in § 5, Abs. 2. des Industrie- belaftungSaosetzes vorgesehene Schätzung des Gc- famtbetrie6ät>eiin5flcn8 von Schi fuhrtsunterneh- mungen, Privat-, SU ein- und Straßenbahnen erfolgt ist, haben die zuständigen AeichSminister den Prozentsatz des Betriebsvermögens, mit dessen Verzinsung imb Tilgung der einzelne Unternehmer für die erste Umlegung belastet wird, aus 17,1 v. H festgesetzt. Hierbei sind insbesondere diejenigen Derärcherungen, die gegenüber den von den Finanzämtern ermittelten BetriebS- verrnÖaen durch die in § 11. Aas. 2. des In- dustrieoelastungsgesetzes und in § 9 der ersten Durchfüh rungsbest immungen vorgesehenen 20)nm- düngen, sowie durch Aenderungen der Veranlagung biS zur Grlellung deS AelastungSbeschei- des noch eintreten tonnen, berücksichtigt werden, damit eine Desamtbelastung mit fünf "THilharbcn Goldmark möglichst genau erreicht wird. Der einzelne belastete Unternehmer wird daher in der Höhe von 17,1 v. H. seines Betriebsvermögens eine Obligation auszustellen haben. Der Prozentsatz deS Betriebsvermögens, von dem er später die Zins- und TilgungSbetrüge nach Maßgabe des Ausbringungsgeseyes zu leisten haben wird, wird später festgesetzt werden. (Es handelt sich hierbei um die Industriebelastung im Nahmen des DaweS-Dutachtens.) 'KonkurSnachrichten. Ueber dasDev- mögen der F rma Höhle L Heidenhöfer, Fabrik feiner Ledcrwaren. zu Offenbach wurde das Konkui^verfahren eraff.i.t 5 rberungen sind bis zum 12. Januar beim Am.sgericht Offenbach anzumelden. — Ueber das Vermögen d.r Firma Ludw g KappuS jr. Import- und ($A- port-LebenSmitt lgrosthandluag, in Offenbach wurde gleichf istS d.rS Konkursverfahren eröffnet Forderungen sind bis zum 12. Januar beim Amtsgericht Offenbach anzum Oen. * Mönania A.-D. f ü r chemische und Pharmazeut Erzeugnisse, Darmstadt. Neben der Goldbilanz und der Umstcl- lurrg wird die Erhöhung des Aktienkapitals um 80 000 Rm. neuer Stammaktien vorgeschlagen. • Ermäßigung des holländischen Diskontsatzes. Der Wechseldiskont der Niederländischen Dank ist mit Wirkung vom 13. Dezember 1924 von 5 auf 41/2 Proz. herabgesetzt worden. ' D i e Kohlenförderung in Frankreich. Aus P.^r S wird gern R> t: Nach c ncr Mitteilung des Minister-- fü1- ö f ntsiche Arb.llen besteht begründ te H^ff-rung, d ist d e F rberu g in den französischen Kchl ng ub n b ld der Dor- triegssörderung gleichkommt. Bon 25 Mill onen Tonnen im Jahre 1920 sei die Förderung im Jahre 1921 auf 29 Mill onen gestiegen, binn auf 3? Millionen für daS Jahr 1922 und schl eßlich auf 39 Millionen Tonnen im Jahre 1923. Die Förderung von 37 Millionen Tonnen in ben ersten 10 Monaten bes Jahres 1924 lasse mit einer Desamtforderung von M lli men Tonnen für bas Jahr 1921 rechnen. Da die W ebeiHerstellung ber Gruben in bcn ehemaligen Kampf- zonen fast beendet sei und die anderen Gruben mehr alS im F ieden lieferten, so erwarte man für das Jahr 1925 eine Firderuna von 49 M l- lionen Tonnen, was ber des Friedensjabres 1913 glcichkomme. Ander rseitZ zeigten d e Druiden des Saargebi"tes gegen ibrr bei Vorkr egs- ze ten eine vermrh.te Produktion. D efe belau'e sich auf 14 M Ilioncn Tonnen imb für das Jahr 1925 fei sogar m.t einer Ste gerung auf 15 Millionen Tonnen zu rechn n. 43 Prv4. b efer F rbc- rung bli ben im Saarg b t, 4) Pro', g ngen nach Frankreich und die restlichen 23 Proz. nach anderen Ländern. Derlkner Börse. (Eigener Drahtbericht des „©ießener Anzeiger".) Berlin. 15. Dez. Die unsichere politische Lage und die verschiedenen wenig günstigen Rio» mente auS dem Wirtschaftsleben, so vor allem Die bevorstehenden Festtage, legen dar Börse größte Zurück Haltung auf, so dast das Geschäft nirgends großen Umfang annahm. Die Grundstimmung bl.eb im allgemeinen fest. Die Papiere des Montanmarktes. Die bereits in den vergangenen Dochm im Vordergründe des Interesses standen, waren auch heute wieder gesucht, vor allem Rombacher und Rhc nstahl. In übe • beschränkte sich das Interesse auf einzelne Privat- papiere. vor allem auf Baltimore, die auch für ausländische Rechnung grault werden sollen. Am Rentenmarkt herrscht ebenfalls große Ruhe. 9,9 9.29 19.70 83.1 48,71 AO 25,50 3,90 2«,?5 I »,0i| £ 27.13 se 2,7^ 8.2 0,9 IW 3,3 Werte, a) soweit sie Anleihen, die auf Dollar lauten, bisher in „Mari für eine Gold- wuroen, in .Reichsmark für KO 84 16.2 29.4 3,4 28 4,48 133 5,»S 12 11.80 16,45 sind, in ,ReichSmai1 bte bere.ts auf Gold- ,Reichsmark für 100 8.90 66,5 2.60 3 10,3 17 1825 6.6 11 9 S2F-» 48 38,50 1 3.75 6.20 12,1) 11,75 16.26 16,2 18,XO 1 8 9,80 n 115, 5 18 r 23.40 14,13 18,25 75.25 3, SO 52,25 12 2 D,8j 16,30 1.87 10 0.35 76 18,20 Hi 75 79 7'. 83.2 4,9 11,13 27,25 TO,29 17 675 6..75 2 62 .,10 7,65 9,7j Anleihen, die murr' notiert Godmark"; 4. für die tn Prozenten: auf Goldmark umgestellt für 100 Papiermark", b) mark umgestellt sind, in Goldmark"; 2. für festverzinsliche 27,25 18,95 21,51 24.1 1810 20 jU 10.40 11 13 26,50 18,90 22 63 23, >0 17.40 Der Geldmarkt blieb unverändert Tägliches ©clb ist zu */lft pro Mllle reichlich angeboten. Am internationalen Devisenmarkt sind keine wesenllichen Veränderungen eingetreten, die Anforderungen haben sich um ein Geringes erhöht. Börsenkurse. Zur Notiz: Die Berliner Wertpapierbörse notiert nach folgenden Grundsätzen: 1. für Aktien und Ante le, a) d.e noch nicht nach Der bisherigen Not;«rungsart über 15 M 1° liarden Pr-zent notierten, in .Reichsmark für 100 Papiermark". b) soweit sie bis 15 Milliarden Prozent nach der biSh.-rigen Notierungsart notiert sind, in .Reichsmark für eine Million Papier- mark", c) 8—15 Prozent Reichsschayanwei!ungen _R“ von 1924 in „Reichsmark für eine Milliarde Papiermark'; 3. für die festverzinslichen wertbeständigen 2.6 2,6- 10 I 80 1 16.30 13,50 83 87,50 112,25 11 13 18 30 6 4 j 2 10 !2 90 49.71 40,6 > 5. für die nach Sachwert v-rzinsl'chen P'and- briefe und Schuldr^rschreibnngen, die bisher in Billionen notiert wurden, in .Reichsma.k' Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 15. Dez. (Abend- bö r s e.) Die Abendbörsr verkehrte fest und lebhaft auf allen Gebieten. Die Unternehmungslust trat wieder schärfer hervor und nahm besonders erneut am Montanmarkt größeren Umfang an; 2m Vordergründe standen wieder Harpener, ®el- sentirchen und Bochumer, die ihre Steigerungen sortfehten. Auch für chemische Werte stellte sich vermehrte Nachfrage ein, die zu ansehnlichen Kurebesserungen führte. Am Eleltromarkt, der ruhig, aber fest lag, konnten Akkumulatoren erheblich im Kurse anziehen. Am Bankaktienmarkt 23 27 ! 23 85 177“! 20,50 I 10, <0 i 17,21 | 67,71 [ Ükrltnct HandelSarsellschott Commerz u»d ‘yrwat-yant 1 otrnit und yiauonalbaiit '1 ruildit Bunt........ l ev sche vkikm-bant . . . . T l-conto ToimnandU SRrtaUbant.......... Muicldeutlche ffrtbltbanf . Lesfir-ichllche tircbttaiiflali Bfftbanf........... V och inner Onfl , Buderus Taro . Lemlch-Llirembar,...... ülklienttrchcnrr titrfltvtrtl . . harpener Bergbau...... Maluocrfe AlchcrSleben. . . . Kaliwerk Leslerrget» Hauratjiitn......... . Cotrbebarf.......... fjt.-u Bergbau....... Wbdnitabl....... . . WGbcil l'Zontan....... Telluü Bergbau....... Homburg.Amerlla Ml... «ordbeurlcher Llovd Theramlsche Werke Hrfcta . Zementwerk Heidelberg .. VvMpp Holtmann...... Nllglo Lom auuano..... Badische Äniltn........ Lbemischc Mayer aiabta . . (*olbfaim(bt . Vlrie- «Inter Electron . . . . höchster Farbwerk« ...... V6l<»erkoblung . . . . . . . IHütQtrfliwrte...... . . . kcheideanstalt flUa Elekirttilätr-Sesellschakl Bergmann .......... Molnkrastwerkr ..... , Cchuckerl Kiemen« A öolflf» ..... klblenverke Kleber ...... Daimler Motoren. ...... Henltgeustaebt ...... eguin tfranllvrter Armaturen . . . Monfernenhibri! Brann . . Metollgelell chast Frankfurt Pct Union A.-G....... kchuh'obrik Herz Kichel .......... ^rUfloff Waivhok....... Zurkerlabrik Sronkenthat . . 3udtrfabrlf rtnflOäidet ^ranr,nrti 1R Frrfbt Schlich. Hut« yb. Schluß Hu.e 5 0, 3 *k Drillich, tHri« — 1 0.97 S’V/« Tradttir 5'///, firn ........ . *i, Wien........... •* — 1.1 1,1 1 Trnrichr Tertb. Dollar-Unl. — — 34 25 94 75 bto IcQ -S-ad-LnueNuu — •» 69 19 20 <• BoHtifritw. ........ 6*/e ®ulbmcrt?ome..... 1 IC,? 10 10 9,9 41.2, — traten keine wesentlichen Xureanocrunpen em. Auch für die sonstigen Jndustriewerte liegt da- Geschäft ruhiger bei fester Stimmung. Der deutsche Anleihemarkt ist Weller stark vernachlässigt. Die Kurse neigen zum Nachgeben. Die. Börse schloß lebhaft und fest. Deutsche Anleihen: 5prvz. Reichsanleihe 0,827, 3proz. Konsuls 1150. Bankaktien: Berliner Handelsgesellschaft 133, Commerzbank 6.15, Darmstadter Vank 12, Dis- contogefellschast 16,25, Dresdner Bank 8,4, Metallbank 18,2, Mitteldeutsche Lreditbank 1,8, Oeft. Kreditaktien 9,8, Reichsbank 64. Montanwerte: Bochumer 83,5 bis 84. BuderuS 16,2, Gelsenkirchen 89, Harpener 115,25, Mannesmann 61,25, Phönix 53,4 — 53, Rheinstabl 50, Rombacher Hütte 29,40, Kaki Westeregeln 18,5. Lhemische Werte Badische Anilin 27,25, Ehemifche Griesheim 23,5, Scheideanstalt 20,5, Elberfelder Farben 24, Goldschmidt 10,35, Höchster Farbwarke 24,10, Rütgerswecke 18,10. Glcltroirerte: Akkumulaloren 48,5. AEG. 10,4, Licht und Kraft 7,6, Lahmeyer 13, Reiniger 2,3, Schuckert 59 — 59,5 — 59t« Transportwerte: Nordd. Lloyd 3.3, Schantung- bahn 3. Sonstige Jndustriewerte: Kleyer 2,7. Eß- linger 7,25, Daimler 3,10, Neckarsulmer 7,5, Aschaffenburger Zellstoff 25,5, Dyckerhoff & Widmann. 4. Holzmann 5. Dingwerke 3.5. Metall- gefellschaft 16.20, Rheinmetall 9, Julius Sichel 2,80, Frankenthalzucker 4,48, Offsteinzucker 3,45, Zolltürken 10. Dedifenmarkt Berlin—Fransfvrk a. HL (9n Billionen Mart ou«,ifbnt(ft BurnoO-Ntre«, London, fj«n» borf. Japan. Rio be Ia.'etrv für eine Etndeli, Ölen und vudaoeu tut 100000 Lindenen, adt* übrige für 100 fubilttnj Telegrap hische Auszahlung. (Ohne G«r-ähr.) 1 . Dez^r. 13 Te, r. {Report flniittch» 1 ütlb lotlftitm *iuriit 0: i»t(e 0 . T 1 t •V-l r. 15 Nml -vton BrN. ?lniw ttbnfttnnlo . Kopenbmxn erocfbolm . HeMngfors Niollrn. . London. . . 'Jlrut)»r! . . Tort«. . . . Schwrst . . Kva trn . Vie» In D - Cfft. abgtfi Trao Titbapf ft . . Ifu'n..Aires Butuanen Japan . . de Iao Belirad . Lissabon . 16j, 9 2U.6I 64,62 14,11 '.13,03 ie,55 18,13 19,71 4,195 12,4d bl, 29 >4,.78 B,9'J7 '.7.92 5,715 ••,629 i, 3 1. 01 t,4<-15 t,?7 9.73 170, 1 ie.70 C3.6 ’4A' 1^4 10,19 1c,14 19,76 4,20, 12,5 • 61,46 US 87 5,927 18,780 6,73 0 S.G46 1.6.12 M8 1 29 19.77 5a n ca Iflj.l J 2Ü.15 >1.32 »3,49 113,01 1v.ii in,09 19,702 MU 12,54 bl.21 «9.43 5,91 12,681 5,715 ,623 3,06' 1,6'8 1,47 >.27 19.18 t e«, 1u9,?1 20,,1 63.4 > 31 10,19 18,13 19,75 4,205 12,6 11,44 19,47 7,93 12,70! »,71 1^27 r. 7 !»612 L^‘0 t.26 20/. 2 CI ’-nK ■oll voll -Oll voll voll voll l 011,0611 . oll voll voll voll voll.voll voll voll voll voll lou.ooll vdl DO.l von voll voll voll voll voll voll voll von, -Oll .ul. voll -oa von 0U3>0U 15. De,d^ Prn» 9>rt ' >ley.uL •1. «merttontlchr 9?6ten ..... Velatlrtw Noten . ....... Dlmilchr 9?oten Englische Noten........ Französische 91 offa ...... Holländisch' Noten...... üt-'llenliche Noten ...... Norweatsche Note»...... DfUtlQ-Cefterr .iioo troROI Numc.nl'che Noleu . . ... , Schwedische Noten ...... Schwerer Noten....... Spantsche No«u....... Llchschokii-wolische Note» . . Unganschc Noirn . . . 4,17 20,80 13,3. 19, 7 12. 6 118,83 13,05 63.44 ,3.. 2,09 112,77 81,14 S9,i4 1>,S 5,68 4,193 10,9; 3 6 19.775 11?. 68 69.8.- 18,15 (3,78 5,505 2,11 118,38 61,54 19,95 12,69 t,70 ton 10II voll voll voll voll doll voll voll voll voll voll voll voll Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „®icßener Anzeiger") Frankfurt, 15. Dez. Es wurden notiert: Weiten (Wettevauer) 20,75—2225. Rötgen (inländischer) 20,75—22, Sommergerste (für Doau- zwecke) 24—26. Ho.er (inländ scher) 1750—21,75, Mais (gelb) 21,50—22. Weizenmehl (inländisches. Spezial 0) 37—39, Roggenmehl 32,50—35, Weizenbleie 13—13.25. Ro^ge.kleie 12—1225, Erbsen 30—38. Linsen 45—50. Heu (süddeutsches, gut, trocken) 10, Seelen- und Roggenstroh 6—6,50, Treber (getrocknet) 21,25—22. Tendenz. Anziehend. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (eigener Drahtbericht deS .Gießener Anzeiger") Frankfurt a. M. 15. Dez. 2luftr ob: 1340 Rinder, darunter 333 Ochsen, 39 Bullen. 917 Färsen und Kühe, 1 Fresser, 352 Kälber-, 409 Schafe, 2-."20 Schweine. Es wurden bezahlt pro Zentner Lebendgewicht: Rinder: Ochsen: vollste sch ge ausgewachsene bö-hsten Sch a j,toerti$ 54 b s 6?, jung , fle sch g , nicht aujg mäKt? und ältere ausgemästete 46 bis oJ. mäg g genährte junge und gut genährte ältere 35 b s 45; Dullen: vollsteisch ge ausgemästete F rien höchsten Schlachtwerts 44 b.s 53, vokksteifch'ge jüngere 37 bis 43; Firsen und Kühe, vollst, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 43 b s 5). vollst, ausgemästete Kühe höchsten Schl-ich w rts bis zu 7 Jahren 42 bis 48. wenig gut entwick Ite Färsen 37 bis 47. ältere audgemäftetc Kühe und wen g gm cnttoideuc jüngere Kühe 32 bis 40. mOytU genäßrte Kühe und Färsen 20 bis 30. «ring genährte Kühe und 51 i1cit 14 bis 20. Kälber: feinste Mastkälber 65 bis 72. mittlere Mast- und beste Saugkälber 56 bis 64 ger.naereMast-und gute Saugkälber 45 b.s 54; Schafe: Maft- lämmcr und Mastdärnmel 35 bis 40. geringere Masthämmel und Schafe 25 biS 34. mäßig genährte Hämmel und Schafe sMerzsch ife) 15 0 s 24: Schweine: vvllfl. von 80 bis 100 Kg. 80 bis 83, vollst, unter SO Kg 75 bis SO. vollst, von 100 bis 120 Kg. 83 bi» 85. vollst, von 120 bis 150 Kg 83 bis 84, unreine Sauen und geschnittene Eber 70 biS 76 Ml Berliner Produktenbörse. Berlin. 15. Dez Der Prvduktenmarkt war ziemlich stagnierend. Gerste in guter Ware gesucht. Weizen schwächer, per Mai 260 ... Roggen per Mai 24914. Es notierten je 100Ö Kg.: Weizen (mark.) 218 bis 224. Roggen imari.) 215 bis 218. Gerste (märt) 238 dis 2b 1. Gerste (neue) 192 bis 205. Haser (märf.» 172 bis 184. Hafer (pomm.) 162 biS 175. Mais (1000 Bin.) 207 vis 210. Raps 390 bis 400. Leinsaat 420 bi« 430; für je 100 Kg.: Weizenmehl 29.50 bi« 32.75. Rvggenmehl 29.50 bis 32.50. Weizenlleie 14.40 bis 14 50 Viktoriaerdsen 29.00 bis 32.00. kleine Erbsen 21.00 bis 22.00, Futtererbfen 19.00 bis 20 00. Peluschken 15.00 bis 16.00. Ackerbvkmen 19.00 bis 20.00 Wicken 17.00 bis 18.00. Lupinen (blau) 11.50 bis 13.00. Lupinen (gelb) 15.00 bis 16.00. Serradelle (alt) 10.00 bis 12.00. Serradelle (neu) 15.00 dis 17.00. Rapskuchen 16.80 bis 17.02. Leinkuchen 25.50 bis 26.00. Troclenschnitzel 9.20 bis 9.40, Torfmelasse 8,70 bi« 9.00. Kartoffelstöcken 18.50 bis 18.80. (In einem Teil der Auskag,' wiederholt.) Hessische ^-lnqbetriebsqescllschaft. O Wie wir hören, ist beabsichtigt, in Darmstadt unter Beteiligung deS Staates, der Stadtverwaltungen Daimstadi. Mainz. Gießen Offenbach, Worms. Alzey. Nauheim. Bensheim Dingen, Friedberg, der Provinzialverwaltungen Starkenburg, Oberhefsen und Rheinhessen, der Kreisverwaltung Darmstadt. Der Akademischen Fliegergruppe Darmstadt und dem „Hessen- stieger-Verein für Luftfahrt" In Darmstadt eine FlugbetriebSgefellfchalt au gründen Die Vorbenannten schließen sich, wie der vor liegende Entwurf eines Konsornalvertrages aus führt, unter dem Namen „Hessische Z l tt g • bet riebs - A G. zusammen Der Vorstand bei zu gründenden Gesellschaft (oll aus zwei Mit gliedern bestehen. Die praltische Durchführung des Flugbetriebs liegt in den Händen der örtlichen Luftfahrtsorganifationen. Die Aktien der Gesellschaft sollen am Tage der Errichtung (Ende Dezember 1924) mit 50 Proz. «ungezählt werden Die Aktiengesellfchafl soll in erster Lini» gemeinnützigen Zwecken dienen. Im besonderer bezweckt sie den Flugverkehr zur Beförderung von Personen und Gütern mit Flugzeugen aller Art, die Errichtung und den Betrieb einer F1 ugschule, den Betrieb des Flugsports, wie überhaupt die 'Betätigung aller Geschäfte, die mit dem Flugverkehr in Zusammenhang stehen. Die Rentabilitätsberechnung, die einen Kapi tatbebarf von 180000 Mk., einen jährlichen Zuschuß von Reich und Staat in Höhe von 30 000 Marl und die Jahresunkosten der Gesellschaft mit rund 94 000 Mk. beziffert, weist einen Heber- schuß von ca. 20 000 Mk. aus. Mercedes Welnhrenaerelen Foturbsch-Ststtgart. Vertreter: Lö«ch A TrUnkner, Herrenkragen Jagd muffe u. Fußsäcke Gelegenheitskauf In Selen, Sellien, Elsenmnren, wellzengen, wnW mnlihinen, Zenllilngen, loroi? In INlWen Snnr- nnö Mengereien ZU staunend billigen Preisen wegen Geschäftsumstellung, solange Vorrat reicht W.DürbeckNachfg. Mäusburg 5 Seltersweg 24 Telephon 204. 9851 v Telephon 204. 10083a JB HARZER ) IAR6APINE- WERKE JtWEBtCM