Nr. 2-H Erstes Erscheint täglich, außer Somu und Feiertags. Beilagen: GietzenerFamlienb lütter Heimat im Bild. Monats-Vezugrpreis: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Derlag undGeschästsstelle51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: Sranffurt a. M. 11686. Biart Jahrgang Donnerstag, (v. Moder 1924 euer elger vr»S vnO Verlag- vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Sichen. Schriftleitung und Sefchästrftelle: Schnllttaffe 7. 3eeal,me von änjeigtn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDcrdindlichkeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- Klame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Plahvorschrist 20e/o Ausschlag. — Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Bert», sämtlich in Bietzen. Die Landung des Zeppelin. Der Flug über das amerikanische Festland. — Begeisterter Empfang in Neuyork. — Glückliche Landung in Lakehurst. - Freudenkundgebungen in Süddeutschland. Das gvotze Werk ist gelungen: ba8 deutsche Zeppelinluftschiff L. Z. 126 oder, tote es jetjt heißt, 3. 2t III hat die Fahrt vorn Festland zum Festland trotz heftiger Stürme, die es auf offenem Meer überraschten, ohne grosse Schtoie- rigkeiten zurückgelegl. Don Friedrichshafen bis Lakehurst, eine Strecke von rund 7000 Kilometern, sofern man die kleineren Kursänderungen berücksichtigt, die durch Witterungseinslüsse nottoendig wurden, ging die Fahrt in flottem Tempo. Durchschnittlich betrug die Geschwindigkett 120 Kilometer, die aber bei guten Windverhältnissen häufig auf 200 Kilometer die Stunde gesteigert toer- den konnte. Dur während des heftigen Sturmes, in den das Luftschiff nordöstlich der Bermudas- Inseln hineingeriet und der ein Abbiegen der Fahrtrichtung nach Nordwesten notwendig machte, ging die Geschwindigkeit vorübergehend auf fünfzig bis sechzig Kilonreter herab. ■3. R. III hat seine Luftiüchtiakeit bewiesen, hctt gezeigt, daß deutscher Geist und deutsche Arbeit imstcnche sind, auch unter den unheilvollen Einwirkungen der Nachkriegszeit Großes zu leisten und eine Brücke zwischen den beiden Kontinenten zu schlagen. Würdig reiht sich dieser Zeppelmflug an die Mrt des deutschen ^lntersee-Handelsschrs ses, das während des Krieges die englische Blockade ourchbrach; würdig reiht sie sich auch an den er st en deutschen Funtspruch von Deutschland nach ten Bereinigten Staaten, der nach Durchschneidung des Tlnterseekabels dank des eifernem Fleißes deutscher Techniker möglich wurde. Was aber die Freude an diesem Gelingen, an dem ersten Flug eines deutschen Luftschiffes quer über den Ozean dämpft, ist, daß es sich hier um die Auslieferung deutschen geistigen Eigentums an einen fremden Staat und um die Ausnutzung deutscher Erfahrungen durch ein anderes Dolk handelt. A o ch i m m e r ist Deutschland auf dem Gebiete des Flugwesens geknebelt, noch immer muß es sich an die unhaltbaren und unheilvollen Bedingungen des Versailler Vertrages halten, während das gesamte Ausland, und hier in erster Linie die Vereinigten Staaten von Amerika, mit Hilfe deutscher Lei st ungen neue Erfolge verzeichnen kann. Die Lieberquerung des Ozeans durch Z. R. III hat aber gezeigt, daß der Versailler Vertrag mit seinen Lustfahrbestimmungen überlebt undver- a l t e t ist und daß er sich in Zukunft der freien Entwicklung des deutschen Luftfahrtwesens nicht mehr hindernd in den Weg stellen darf. Ein Volk, das derartige Schöpfungen, wie dieses Luftschiff, hcrvorbringt. hat auch einen Anspruch darauf, endlich von den Fesseln des Versailler Vertrages befreit zu werden. Wenn jetzt ganz Amerika voller Begeisterung über den gelungenen Flug ist und Z. R. IH mit der deutschem Fi gge am Heck landen sieht, so darf man wohl daran erinnern, daß, dieses Wert nur gelang, weil die Washingtoner Regierung sich für die vorläufige Grh sttung der deutschen Zeppelinanlagen cinsetzte Man birf aber wohl daran auch die Hoffnung knüpfen, daß dieses glänzende Ergebnis der Zeppelinfahrt das amerikanische Volk zu ein:m einmütigen Appell zugunsten der freien En t Wicklung des deutschen Luftschiff- fahrtwesens zusammen: chli ßen wir>. Heute noch ist das deutsche Volk in Trauer darüber, daß es die Errungenschaften der Luftschiff chrt an d e Vereinigten Staaten abtreten muh; diese Trauer wird sich aber in einen Triumph verwandeln^ wenn Z. R. III der Anlaß für eine zukünftige freie und unbehinderte Weiterentwicklung des deutschen Luftfahrt- Wesens fern wird. Der Flug über das amerikanische Festland. Neuhork, 16. Okt. (SM. Funklpruch.) Wie schon gestern kurz gemeldet, hat Z. R. III am Dienstag früh 5.25 Mhr mitteleurop. Zeit amerikanischen Boden an der Südspihe Reu- Schottlands erreicht. Mm 10 Mhr vormittags wurde B o st o n überflogen, 11.30 Mhr wurde das Luftschiff in New Port, also 100 Meilen von Neuhork, gesichtet, und um 1.25 Mhr nachmittags traf es in Neuhork ein. Es hat die ungefähr 350 Kilometer lange Strecke zwischen Boston, New Port und Neuhork in drei Stunden zurückgelegt, was einer Stundengeschwindigkeit von 110 Kilometer entspricht. Mm 2.20 Mhr m. Z. wurde die Freiheits st atue überflogen und nachmittags 3.11 Mhr m.Z. in Lakehurst die Landung glücklich vollzogen. Z. N. über Neuyork. Begeisterter Empfang durch die Amerikaner. Neuhork, 16. Okt. (TM.) Als der Zeppelin in die Nähe von Neuhork kam, flogen ihm sieben amerikanische Flugzeuge entgegen. Das Luftschiff beschrieb einen Bogen um die Freiheits-Statue und flog in einer Höhe von kaum 500 Metern toie ein gewaltiger Silberfisch über die Stadt. Das Luftschiff vollsührte einen 40-Minuten-Flug, stieg zuweilen in die Höhe und senkte sich wieder. Bei der Ankunft des Luftschiffes spielten sich enthusiastischeSzenenab Als das große Luftschiff über Coney Island in Sicht kam und aus das Zentrum Neuhorks zusteuerte, reckten zahllose Menschen die Hälse zum Himmel Der Ruf: „Dort ist er!“ lief von Mund zu Mund, als das Luftschiff, von zwei Flugzeugen begleitet, maiestätisch über die Stadt segelte. Das Luftschiff steuerte dann schnell über Brooklyn, auch dort von Tausenden begrüßt. Der zahllosen Zuschauer, von denen viele die Hüte in die Luft warfen, bemächtigte sich beim Anblick des silbergrauen Schiffes die größte Begeisterung. Mntcr schrillem Sirenengeheul der im Hafen liegenden Schiffe und sämtlicher Fabriken fuhr dann Z. R. III an der Spitze von Manhattan Island vorüber und segelte schließlich über das Herz der City selbst. Infolge des Morgennebels war der Glanz des Luftschiffes etwas gedämpft. Den besten Anblick genossen die zahlreichen Zuschauer, die sich auf die Dächer der Wolkenkratzer begaben. In einer großen Schleife nahm dann das Luftschiff den Kurs direkt über das Häusermeer der City, flog die lange Linie des Broadway entlang bis zum Woolwarth-Bulding. Die Begst- flerung der Massen kannte keine Grenzen. In allen Straßen der City drängte sich Kopf an Kopf die Menschenmenge. Von allen Dächern und vom Hasen her grüßten Tücherschwenken u.rd immer wieder erneute Au sbr üche der Bewunderung für die deutsche Leistung den Luftriesen. Alle Geschäftshäuser hat.en geflaggt. Nach einer 1 > • flünbigen Triumphfahrt über der Riesenstadt bog dann Z. R. III nach Lakehurst ab, wo es, von dem lebhaften Beifall und Hurrarufen einer hunderttausendköpfigen Menge begeistert begrüßt, glücklich landete, wo der Kommandant Dr. Eckener von Admiral Scales auf das wärmste begrüßt wurde. Es wurde sofort mit der Entladung des Luftschiffes begonnen und der Wasserstoff abgelassen. Der Zeppelin soll alsbald nach der Rückkehr des an der kalifornischen Küste befindlichen amerikanischen Luftschiffes „She- n a n d v a h" mit Heliumgas, und zwar mit dem Heliumgas der „Shenandoah“ gefüllt werden, da in Amerika zur Zeit anderweitig nicht genügend unverbrennbares Gas vorhanden ist, um den Zeppelin zu füllen. Das Luftschiff erreichte Neuyork in 79 Stunden 15 Min. nach feiner Abfahrt in Friedrichshafen, hat also die Reise in 31 i Tagen zurückgelegt, d. h. doppelt so schnell als der schnell st e Ozeandampfer. Im ganzen legte es 7500 Klm. in 81 Stunden zurück. Dr.Eckener über dieFahrt Neuhork, 16. Okt. (WTB. Funkspruch.) Nach der Landung erklärte Kapitän Dr. Eckener, die Fahrt sei wundervoll gewesen. „Schlechtes Wetter hatten wir nur gestern. Als wir den Kurs änderten und über Neufundland flogen, hatten wir 50 Meilen lang gegen ft arten Wind z u kämpfen. Als wir über Neuyork an kamen, flogen wrr in geringer Hohe, dann fliegen wir wieder hoch, um Wasserstoff gas abzugeben und den Verlust an Betriebsstoff, den wir beim Kreuzen über Neuyork hatten, auszugleichen. Mnfcre Unterbringung war zwar durch den Ballast beschränkt, aber doch bequem. Die Fahrt über den Ozean war nicht eintöniger, als die über Land. Das Schiff fuhr bemerkenswert ruhig. Seekrankheiten gab es nicht. Das Schiff hatte noch für 20 Stunden Benzin an Bord, als es landete. Alles hat wundervoll geklappt Selten hatte ich eine solch gute Reise. Dis auf die Winde, die uns zur Kursänderung zwangen, hatten wir keine ernstlichen Störungen.“ Ueber den Start in Friedrichshafen berichtete Dr. Eckener: „Als die Hallentore sich öffneten, hieß es: schnell heraus und fort, ehe die Feuchtigkeit der Frühe das Luftschiff zu sehr belastete. Für Reden bleibt keine Zeit; schade, aber bei der Luftfahrt kommt es meistens anders als man denkt. Mater den Klängen des Deutschlandliedes setzten die Motore ein. Im Nebel klingen noch einige Töne des Liedes zu uns hinauf, alsdann steigen wir und nehmen Kurs auf die Seefläche. Aun huschen Wolkenfehcn an uns vorüber Unter uns liegt der Nebel. Das Schiff nahm seine Re.se durch das Rheintal, über Basel und d e n S ch w a r z w a l d. Ein letztes Lebewohl der Heimat. Bald zerreißen die Nebelschleie.' und wir konnten uns genau orientieren. Frankreich überqueren wir auf dem kürzesten Wege. Infolge der genauen Orientierung konnten wir den Franzosen den Gefallen tun, ihre befestig ea Plätze zu meiden. Wir erreichten die Coke d Or, durch die wir uns an der niedrigsten Stell«, hinduichschlängeln. Außer dem für die Landung aus fahtttechnischen Gründen ab olut netwendige-r Vorrat von etwa V/2 Tonnen haben w r Linen abtoerfbaren Ballast an Bord, sondern nur Proviant und P o st. Wir halten kur; nach 12 Uhr mittags über St. Armand. Zum ersten Male passieren wir direkt einen französischen Ort. Der Abwurf von Post ist ein letzter Gruß an bas europäische Festland. Unsere erfle Nacht an Bord beginnt. Nordlichter flammen auf. Heftige Böen schütteln das Schiff. Kurz vor 10 Uhr nachts verlassen wir Europa endgültig. Eine Kursverbesserung trat ab 12 Uhr Mitternacht auf See ein. Totmüde tarn ich in die Koje. 4 Uhr früh ist Wecken. Bei Tagesanbruch sehen wir nichts als Wasser.... Eine Botschaft des Zeppelins an das amerikanische Volk. Neuyork, 16. Okt. (Kabeldienst der TU.) Während Z. R. III über Neuyork kreiste, wurde ein Fallschirm abgetoorfen, ai dem ein kleiner an den „International News Service" adressierter P o st s a d'g bunten war. Dieser wurde von dem Finder prompt in dem Bureau des genannten amerikaiii ch.m Nachrichtendienstes abgeliefert. In dem Postsack befand sich eine Botschaft Dr. Eckeners an die Bevölkerung Neuyorks und an das amerikanische Dolk. Die Botschaft, die noch in den Nachmittagsblättern veröffentlicht wurde, lautet wie folgt: „Neuhork, wir grüßen dich! Angesichts der Silhouette dieser herrlichen Riesenstadt neigen wir den Bug unseres Luftschiffes und grüßen das ganze amerikanische Dolk mit aufrichtiger Freude. Wir hegen die zuversichtliche Hoffnung, daß unsere Fahrt über den Ozean eine Epoche freundschaftlicher und fruchtbarer Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Völkern anbahnen wird, eine Epoche gemeinsamer Weiterentwicklung des unsterblichen Werkes des Grafen Zeppelin, des Eroberers der Lüfte. In diesem Sinne wollen wir Hand in Hand an der Aufgabe arbeiten, durch Meberbrüdung von Zeit und Raum alle Nationen immer enger miteinander zu verbinden. Der Kommandant und die Mannschaft des Z. R. III übermitteln durch den „International News Serdice“ der Bevölkerung Neuhorks und dem ganzen amerikanischen Volke ihre besten WünscheundGrüß e.“ Glückwünsche nach Friedrichshafen. Stuttgart, 15. Oft. (TU.) Der Zappeln» Luftschiffbau F ie'richsh sen erhi lt ein n Funkspruch, der an Dr. D ü r r von Dr. Arnstein gerichtet ist und in dem es heißt: „Herstiche! Glückwünsche zur Prachtleistung des Z. R. III, der vergangene Nacht schwere Wetter spielend meistert e." Ein weiterer F nkspruch an Direktor Maybach, Fiedrichsh-fen, lautet: „Herzli^e Glückwünsche zur hervorragenden Leistung Ihrer Motore, die bereits über 60 Stunden ohne jegliche Störung laufen. Dr. Eckener" Das Funkerpersonal des Z. R. l!I hat ferner an den Grafen Arco, den b kannten: Förderer des deutschei Funlw sens und Präsidenten der Teles unkengesellschaft einen Fanlspruch gerichttt. Graf Arco ist der Erf.nder des Verfahrens, auf Grundlage des en Z. R. III wählend seiner Arn r k f hri b e Peilungen vorgenommen hat. Der Fun.sp.uch hat folgenden Wortlaut: „Gras Arco, Zch.endors Alle Apparate gut funktionieren. Amerika erreicht. Fankpcrsonal Z. R. III.“ Der Willkorrrmensgruh der Stadt Neuyork. Berlin, 16. Oft. (TU.) (D.T.) Der Oberbürgermeister von Neuhork hat den Vorsitzenden der deutsch-amerikanischen Verbände Neuyorks beauftragt, die deutschen Lustpioniere namens der Stadt Neuyork zu bewillkommnen. fftne Botschaft des amerikanischen Präsidenten. Neuyork, 16. Ott. (Kabeldienst der TU.) Präsident Coolidge hat an den Komman- oairten des Luftschiffes ein Gratulationstelegramm gesandt, in welchem er ihm zu der glänzenden Leistung beglückwünscht. Die Botschaft hat folgenden Wortlaut: Gratuliere Ihnen zu der erfolgreichen transatlantischen Reife des großen Lenkluftschiffes, das Sie aus Deutschland nach den Vereinigten Staaten geführt haben. Die Reise ist nicht nur ein aufregendes Erlebnis und glänzendes Abenteuer, sie ist weit mehr e i n epochemachender Erfolg, weil sie wie nie zuvor die Möglichkeit von sehr weilen Femslügen mit Luftschiffen des Leichteralslustsystems dargetan und auch deren Fähigkeit erwiesen hat, bedeutende Frachtmengen und eine erhebliche Anzahl von Fahrgästen m.tzusühren. Die Geschicklichkeit und Tüchtigkeit der deutschen Techniker im Dau so wunderbarer Luftfahrzeuge und Ihre Geschicklichkeit, das Luftschiff io erfolgreich ohne Unterbrechung und Zwischenfall von Friedrichshafen nach Lakehurst zu führen, ist ein Ereignis von weltweitem Interesse. Mir u: d dem amrrikanifchen Volk ist es eine große Genugtuung. daß die friedlichen Beziehungen zwischen Deutschland ui b Amerika wieder voll hergestellt find unb daß dieses große Luftschiff den ersten direkten Flug zwischen Deutschland und Amerika glücklich vollendet hat. Ich hoffe, daß Ihr Aufenthalt in den Vereinigten Stauten ein angenehmer sein wird und daß die toertn. lte.n Dienste, die Sie mit der Ueberführung des Luftschiffes geleistet haben, Cie Ihr ganzes Ce.en* lang mit Stolz und Genugtuung erfüllen wird. Die amerikanische Presse. N e u y o r k, 15. Okt. (TU.) Die Bewunderung Über die Leistungen der deutschen Technik füllt die Spalten der Zeitungen. Selbst der Erfolg der deutschen Anleihe und die Präsidentschaststoahlen treten dahinter zurück. „World" schreibt: „Dom Heck wird die deutsche Flagge wehen, und aus den Passagiergondeln werden deutsche Mannschaften herausschauen. Neuyork wird im gleißenden Sonnenlicht und mitten im Frieden bas Ebenbild der Kriegszeppeline erblicken, di? mit ihren knatternden Maschinen London und Pa ris erzittern ließen. Der Zeppelin nach dem Nordpol. Neuyork, 15. Okt. (TU.) Marinesekretäi W i l b u r n wird Vorschlägen, daß das L u f t- schiff Z R. III den Flug nach dem Nord« pol unternimmt. Die „Shenandoah" bleibt fürs erste in San Diego und wartet günstiges Wetter ab, bevor sie nach Norden weiterstiegt, nach San Franzisko und Seattle. Der Glückwunsch des Reichspräsidenten. Berlin, 15. Olt. (SU.) Der Beichspräsi. dent richtete an Dr. Eckener in Neuhork folgendes Telegramm: „Nach glücklicher Ozeansahrt und Landung in den Vereinigten Staaten von Nordamerika begrüße ich mit dem ganzen deutschen Volke und seiner Regierung Sie und die tapfere Besatzung Ihres Luftschiffes aufs herzlichste. Die Fahrt wird als G r o ß t a t in der Geschichte fortleben. Möge Z. R. III auch auf seinen weiteren Fahrten Künder deutschen Könnens sein, möge er seinen Beruf, den freien und friedlichen Wettbewerb aller Völker zu fördern, mit bestem Erfolge gehen.“ gez. Ebert, Reichspräsident. Der Jubel in Friedrichshafen. Ein Fnckelzust für die Direktoren der Zeppclinwcrst. Friedrichshafen, 16. Oft. (TU.) Die Nachricht von d:r glücklichen Landung des Z R. III hat Friedrichshafen ineinen wahren F e u- dentaumel verseht. In tee ägen Mi-uten waren die Häuser mit Fahnen i.r den Lantes- und Reichssarben geschmückt. Aus manchen F n- stern und von vielen Balkons grüßten bunte W.mpel, die im Dachthaf.m siegten Segelb o.e fetzten ebenfalls Flaggen, desgleiche i ließen die im Hafen liegenden Dampfer ihre Sirerei minutenlang ertönen. Von der Landcspotiz.i würbe aus Böllern ein Freudenfalut von 1 6 Schuh abgegeben Zu cb.n solchen Fr ud nkund- gebungen kam es auch in der der Luftschis'werft benachbarten, aus den Mitteln der Zeppelinspe ide erbauten Werf a b iber-Siedstung Zeppelin- dorf. Spontan wurde dann in der Ar bei er'chatt und unter den Beamten der We ft der Beschluß gefaßt, den Erbauern des Z. R. III, Direktor Dr. Duerr und Chefkonstrukteur Dr. Arnstein eine Hu ldigung in Gestalt eines Fackelzuges darzubringen, der sich dann in den Abendstunden zur Woh lung des Dr. Arnstein und zur Villa des Direktors Duerr in der Zeppelinstraße unter Voran ritt d r Stadtkap lle bewegte. Die Vertreter der Friedrichshafen gegenüberliegenden Bodensee st übte Rorschach und Romans ho rn sowie Ar b on s haben auf die Nachricht von der Landu ig des Amerika-Zeppelins alsbald in den wärmfen Worten gehaltene Glückwunschtelegramme an die Luftschiffwerft gerichtet. Eine Kundgebung am Konstanzer Jeppelindenkmal Berlin, 16. Oft. (Wolff Funkspruch.) In Konstanz fand unter allgemeiner Beteiligung der Bevölkerung am Denkmal des Grasen Zeppelin eine machtvolle Kundgebung statt. Oberbürgermeister Möricke hielt eine eindrucksvolle Festrede, in der er den Graken Zeppelin feierte. Nach Kranzniederlegungen und nach dem Absingen des Deutschlandliedes wurde ein Glückwunschtelegramm an Dr. Eckner verlesen, das folgenden Wortlaut hatte: „Dem glückhaften Schiff, dem ausgezeichneten Führer und der tapferen Mannschaft Glückwunsch zum glänzenden Verlauf der Fahrt. Namens der gesamten Bevölkerung der Stadt Konstanz Oberbürgermeister Möricke." , Der Ieppelin-Iubel in Süddeutschland. München. 16. Oft. (SU.) Die Ankunft des -3. R. Hl in Amerika wurde in München begeistert begrübt. Die Hauptstraßen der Stadt waren mit schwarA-weiß-roten und blau-weißen Fahnen geschmückt. Auch das Rathaus hatte geflaggt. In Karlsruhe läuteten sofort nach der glücklichen Landung des Z. R. III in Lakehurst die Kirchenglvcken und auf dem Rathausturm wurde eine Flagge gehißt. Das war das Zeichen für die sogleich einsetzende Beflaggung der Stadt durch die staatlichen und städtischen Behörden sowie durch viele Privatleute Der Rat der Stadt Leipzig hat der Freude über den Ozeanflug des Z. R. III durch die Be- f lag g un g des Rathaus turmes sowie anderer städtischer Gebäude Ausdruck verliehen und fordert die Bürgerschaft auf, seinem Beispiel zu folgen. Sn Stuttgart loste die Meldung von der Landung des Amerika-Lustschiffes in allen De° völkerungskreisen lebhafte Freude und Begeisterung aus. Den ganzen Sag über, namentlich aber in den Rachmittagsstunden, als die Ueberfliegung von Boston und Reuyork bekannt wurde, griff das Publikum mit einem wahren Heißhunger nach den in immer neuen Auflagen erscheinenden Extrablättern und Zeitungen. Alsbald nach dem Eintreffen der Rachricht von der glücklichen Landung in Lakehurst waren zahlreiche Privachäuser in den Hauptgeschäftsstraßen beflaggt. Eine Kundgebung des Hessischen Landtags. (Don unserer Darmstädter Redaktion.) Darmstadt, 15. Oft. Während der heutigen Sitzung des Hessischen Landtages richtete Präsident Adelung die nachstehende Ansprache an die Abgeordneten: Soeben kommt die Meldung, daß das große Unternehmen, da5 die ganze Welt in Spannung hielt, gelungen ist. (Lebhafter Beifall.) Das deutsche Zeppelinluftschiff hat auf seinem Flug über das Weltmeer Amerika erreicht. (Bravo.) Es überfliegt soeben die großen Städte der Ostküste. Es handelt sich hier um einen bedeutenden Abschnitt .in der Geschichte der Menschheit (Beifall). Der Menschengei st hat einen großen Triumph errungen über die Kräfte der Ratur. Uns erfüllt es mit besonderem Stolz und besonderer Freude, daß es deutscher Erfindungsgei st und deutsche Satfraft waren, die dieses gewaltige Werk zum Gelingen brachten, das allen Menschen zum Segen gereichen wird. .(Lebhafte Zustimmung,) Sch bin überzeugt, in eimnütigemSinne des Hauses zu handeln, wenn ich den kühnen Pionieren der Technik die stolze Freude und die herzlichen Wünsche des Hessischen Landtags zum Ausdruck bringe. (Stürmischer Beifall.) — An den Führer des Luftschiffes Dr. Eckener wurde nachstehendes Telegramm gesandt: Dr. Eckener Z. R. III Lakehurst U. S. A. Hessischer Landtag hat mit begeisterter Freute (oeben Kunde von der glücklich vollbrach.ea Großtat der Ueberquerung des Atlantik im Luftschiff aufgenommen. Hessische Dolksvertre- tung sendet namens des Hessenlandes Schien und all -Shren Mitarbeitern, den kühnen Pionieren deutschen Geistes und deutscher Sechnik Dank und Grüße. Möge neues Glück aufblühen aus Lchrem Werke für die Menschheit. — Der Präsident des Hessischen Landtags: Adelung. Weitere Glückwünsche, Berlin. 16. Oft. (WSD.-Funkspruch.) Anläßlich der glücklichen Ueberfahrt des Z. R. III haben Glückwunschtelegramme an den Führer des Luftschiffes u. a. gesandt: Die württem- bergische Staatsregierung, die bayerische Staatsregierung, die deusschnationale, die Zentrums- und die demokratische Fraktion, der Reichsverband der deusschen Sndustrie, der Deutsche Sndustrie- und Handelstag, der Verein deutscher Sngenieure. die Wissenschaftliche Gesellschaft für Luftschiffahrt. •**'2'--1 ; ] ' Gegen die Zerstörung der Zeppelinwerft. Äwe deutschnationale Anfrage an die Neichsregierung. Berlin, 16. Oft. (SU.) Die deutschnatio- aalen Abgeordneten Schmidt-Hammer, Srevira- nung, Gras Westorp und Quaah haben folgende kleine Anfrage im Reichstag eingebracht: Rach Pressemeldungen soll Frankreich, auf überholten Vertragsbestimmungen fußend, die Zerstörung der Friedrichshafener Zeppelinwerft, der Schuppen und Modelle verlangen. Die Erfüllung der französischen Forderung würde nicht nur eins der größten Kulturwerke nutz - und zwecklos vernichten, sie wäre auch gleichbedeutend mit Kapital und Materialzerschl.igung, deren Sinnlosigkeit in der gegenwärtigen weltpolitischen Lage besonders kraß hervortritt. Zeppeline können im jetzigen Stadium des Grohlustschisfbaues nicht mehr als Kriegsfahrzeuge angesehen werden. Sie dienen den großen Interessen von Verkehr und Wirtschaft. Das Zeitalter des Weltluftverkehrs hat begonnen und kann weder der Widerstandskraft deutscher Sngenieure noch der Qualitätsarbeit deutscher Arbeiter entbehren. Was gedenkt die R e ichs reg ieru n a zu tun, um Deutschland die Zeppelinwerft zu erhalten und zugleich eine Milderung der engherzigen internationalen Luftverkehrsbestimmungen zu erreichen? Frankreich und der Zeppelin. Der Feldzug der Pariser Presse für die Zerstörung der Zeppelin-Werke in Friedrichshafen. Paris, 16. Oft. (SU.) Die Ankunft des Zeppelin wurde gestern nachmittag 4 Uhr in Paris bekannt. Die Abendblätter bringen die Meldung mit großen Ueberschriften Offenbar hat die Ankunft in allen Kreisen großen Eindruck hervorgerufen, um so mehr tefre.n- den muß es daher, mit welcher Hartnäckigkeit die Pariser Presse in direkter ober mdi- refter Form immer wieder das Shema der Z e r - ftörung Der Zepperrnwersi in Friedrichshafen zum Ausdruck bringt. Rlian hat es offenbar mit einem wohlorganisierten Feldzug zu tun. zu dem die Zurückhaltung, die sich die englischen Blätter in dieser Frage auferlegen, in krassestem Gegensatz steht. Der heutige Leitartikel der „Temps", der zu Unrecht „Die politische Krise in Deutschland" betitelt ist, ist ein typisches Beispiel für die französische Presse Campagne. So schreibt das Blatt u. a.: „Die gesamte deutsche Presse, sowohl die links-, wie auch die rechtsgerichtete, versucht das Publikum für die Amerikareise des Zeppelin zu begeistern. Offenbar gilt es, eine Strömung zugunsten der deutschen Luftschifffahrt aus rein politischen Gründen hervvrzurufen. Man plant die Schaffung großer internationaler Luft- Verkehrswege zwischen Europa und Südamerika und zwischen Afrika und S n d i e n. Auf die Einbildungskraft des Publikums versucht man mit der Möglichkeit zu wirken, daß Deutschland die Luftschiff-Konstruktion für die gesamte Melt in die Hand nehmen wird und selbstverständlich versucht man, hier ein Argument zugunsten der Streichung des Paragraphen des Versailler Vertrages vorzubringen, die die Zerstörung der Riesen- Luftschiff Halle in Friedrichshafen besttinmt. Es soll der Eindruck erweckt werden, daß durch die Riederlegung der Werft in Friedrichshafen der Entwicklung des gesamten Luf ts chif f ahrtwes ens überhaupt ein verhängnisvoller Schlag versetzt würde, so daß die verbündeten Mächte im allgemeinen Snteres e darauf verzichten müßten, d's diesbezügliche Besttmmung des Versailler Vertrages in Deutschland zur Anwendung zu bringen. Es handelt sich hier offenbar um ein Manöver, auf das man nicht hereinfallen sollte." Das Blatt fährt fort: Wenn man von der Zerstörung der Werft in Friedrichshafen vorläufig Abstand genommen lyahe. >o sei oas tediglicy nur deshalb geschehen, um den Dau des von Amerika bestellten Luftkreuzers zu ermöglichen; es könnte aber unter keinen Umständen die Rede davon fein, daß eine solche Sache den Deutschen länger überlassen w rd. Sn dieser Frage muß der Versailler Vertrag feinem Geist und Buchstaben nach voll und ganz zur Anwendung gebracht werden. De. Feldzug, ter zugunsten der deutschen Luftschiffahrt anläßlich der Reise des Z. R. III nach Am rika unternommen wird, solle nicht über die wa hre n Probleme hin- wogtäuschen. Die einzige Frage, d.e auge.ibl.ck- lich von Wichtigkeit ist, betrifft die politische Orientierung, die Deutschland einschlägt. Don dieser- Frage hängt allein die Zukunft des europäischen Friedens ab, alles andere sind Abschweifungen. Das Interesse in England. London, 15. Oft. (WTB.) Die englischen Zeitungen bringen ausführliche Berichte über die Ankunft des Z. R. III in Amerika. Die Reise des Luftschiffes über den Atlantischen Ozean wurde vom Publikum mit dem größten Snteresfe verfolgt. Das Gelingen des Wagnisses wird in der Presse der Geschicklichkeit des Piloten und den Schöpfern des Luftschiffes zugeschrieben. Die Heldentat ruft natürlich die Leistung des britischen Luftschiffes R. 34 in Erinnerung, das über den Atlantischen Ozean hin- und zurückfuhr. Die Hinreise wurde damals in 108 Stunden zurückgelegt. Auf der Rückkehr nach England fuhr R. 34 aber weit schneller, so daß er auf dem Flugplätze von Pulham 75 Sttm- den nach feiner Abreise von Amerika gelandet ist. Die Negierungskrisis vor der Lösung? Das Zentrum für Ne ^ierungserweiterung. — Die Demokraten sagen wohlwollende Neutralität zu. Berlin, 16. -Oft. (SU.) Sm Reichstag trat am Mittwoch vormittag 11 Uhr der Vorstand der Zentrurnssraktion zu einer Sitzung zusammen, an der auch Reichskanzler Marx teilnahm. Vertreter des Zentrums haben sich inzwischen nut den demokratischen Führern in Verbindung gesetzt und aus den Besprechungen feststellen müssen, daß der gestrige Zentrumsbeschluß eine Aenderung der Haltung der Demokraten nicht herbeiführen werde. Diese sind weiter der Meinung, daß chre Beteiligung an der bürgerlichen Koalition nicht möglich fd. Die Entschließung der demokratischen Fraktion hat folgenden Wortlaut: Die demokratische Fraktion hält daran fest, daß die gegenwärttge Krise ohne Rot her auf beschworen wurde und daß schwerwiegende Gründe der Außenpolitik ein Bei behalten der jetzigen Regierung erfordern. Die Regierung hat die Pflicht, sich vom Reichstag die Zustimmung für die Fortführung der bisherigen Außen- und Snnenpolitik geben zu lassen und darf erst dann abtreten, falls wider Erwarten der Reichstag sie dazu zwingt. Entsprechend den bisherigen Beschlüssen vermag die Fraktion eine einseitige Er- toeiterung der Regierung nach rechts nicht mit ihrer Verantwortung zu decken. Das Zentrum hat seine neuerliche Frak- tionssihung vertagt. Als äußerlichen Grund für die Vertagung wird angegeben, daß Reichskanzler Dr. Marx im Hinblick auf die vielen Verhandlungen, die er im Laufe des gestrigen Sages geführt hat, nicht mehr in der Lage war, sein ausführliches politisches Referat zu halten. Aus parlamentarischen Kreisen erfährt die SU. ergänzend, daß man in Zentrumskreisen die Lage für so weit geklärt hält, daß die Entscheidung zugunsten eines Regierungseintritts der Deutschnationalen als gefallen betrachtet werden könne. Sm Laufe des gestrigen Sages hat nach einer internen Vorstandssitzung der Zentrumsfraktion eine eingehende Besprechung zwischen dem Z e n - trumsfraktionsvorstand und Dr. Marx stattgefunden, in der ebenso wie in der vorhergehenden Kabinettssihung die Frage einer eventuellen Auflösung des Reichstags oder der Erweiterung der Regierung eingehend besprochen wurde. Sn der Kabinettsfit- gung war die Frage der Auflösung als nicht akut betrachtet worden. Die Zentrumsfraktion tritt heute früh 11 Uhr erneut zusammen, ebenso öie Fraktion der Deutschen Dolkspartei. Die Haltung der Demokraten Berlin, 16. Oft. (SU.) Gegenüber anderen Auslegungen der oben mitgeteilten demokratischen Entschließung wird von demokratischer Seite darauf hingetr-iesen, daß im Wortlaut der Entschließung nichts liege, was zu der Annahme veranlasse, daß die Demokraten sich schließ- lich doch noch an einer nach rechts erweiterten Regierung beteiligen und ihre Minister darin lassen würden. Auch Reichswehrminister Geß -- l e r, von dem verschiedentlich gemeldet wurde, er werde als Fachmini st er auch einem nach rechts erweiterten Kabinett angehören, hat erklärt, daß, wenn die Fraktion aus der Regierung ausscheide, er selb st verständlich auch aus scheiden würde. Sm übrigen wird die demokratische Fraktion, wie die Selunion erfährt, einer neuen Regierung keine Opposition auf jeden Fall ansagen, sondern erst ihre Zusammensetzung und ihr Programm abwarten und dann von Fall zu Fall entscheiden. Außenpolitisch werde U® u n terstühen, wenn sie die bisherige Außenpolitik fortsehe, und innerpolitisch werde sie f re i e Hand behalten. . Trotzdem glauben m hre e Dlät er, daß trotz Fraktionsbsschlu ter Sem "träte i noa) nicht das lebte Wort in der Frage der Regierungserweiterung nach rechts gesprochen worden sei. Der „Verl. Lokalanz." erklärt, in rechtsstehenden parlamentarischen Kreisen rechne man mit der Wahrscheinlichkeit, daß das Zentrum mit der Volkspartei und den Deutschnationalen auch ohne aktive Teilnahme der Demokraten in eine Koalition geht Für dese Auffassung sei die Erwägung maßgebend, daß die Demokraten nicht faeib ichtigen. in eine grundsätzliche Opposition zu der kommenden Reg e ung zu treten, vielmehr in den meisten sachlichen Fragen vor allem in der Außenpolitik eine Bürger- block - R e g i erung unterstützen wü den. Auch das „Berl. Sagebl." betont, daß die Demokraten der nach rechts erweiterten Regierung keine Schwierigkeiten bereiten würden, wenn die Autenpolitik unter der Kanzlerschaft von Marx sich auf derselben Linie wie bisher bewegen sollte Falls eine Regierung ohne Demokraten zustande kommen sollte werden, wie das Blatt hervorhebt, die beiden demokratischen Minister Gehler und Hamm nach ihren gestrigen ausdrücklichen Erklärungen in der Fraktion von ihrem Amte zurück treten. Hessischer Landtag. (Von unserer Darmstädter Redaktion.) Darmstadt. 15. Oft. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 10 Uhr. — Abg Dr. Greiner (Kom.) richtet eine kleine Anfrage an die Regierung über die Bezüge, die der e h e- rnalige Grohherzog vom hsssischen Staate erhält. — Ministerialdirektor Schäfer legte dar, daß die Bezüge des Grobherzogs in der Art wie die Beamtengehälter festgestellt würden; gegenwärtig erhalte der ehemalige Groß- Herzog monatlich 6257 Mk. Das Haus tritt hierauf in die Dagesord-- nung; als erster Punkt steht darauf eine Regierungsmitteilung über die Rechtsverhältnisse des Patronats in der ausgeführt wird, daß die hessische Verfassung die Aufhebung und Ablösung der Pri- vatpattonate durch ein beso nderes Gesetz bis spätestens 31. Dezember 1924 verlangt. Bei den Vorarbeiten für den Gesetzentwurf seien Zweifel darüber entstanden, ob das Kirchenpatronat überhaupt zum Gegenstand einer (an- desgesehlichen Regelung gemacht werden könne. (Art. 137 der Reichsverfassung.) Es soll über diese Angelegenheit eine Entscheidung des Reichsministeriums herteigeführt werden Diese Entscheidung sei aber nicht bis zum 31 Dezember 1924 zu erwarten. Abg. D. Dr. Diehl (Dtschntl.) wünscht, daß dem gegenwärtigen Zustand ein Ende bereitet werde, er sei unhaltbar, die evgl. Kirche habe das größte Entgegenkommen gezeigt. — Abg Reiber (Dem.) verlangt ebenfalls Beschleunigung der Angelegenhett, fordert aber, daß bis zu dem Zeitpunkt der endgiltigen Regelung die Sn- Haber der Schulpatronate keine Präfen- tationsrechte ausüben dürsten. — Aba D Sh:. Diehl (Dtschntl.) tritt dieser Forderung ent- fdMeöen entgegen. Es widerspreche jedem Rechts- gesuhl, wenn man den Snhabrr eines Rechtes an bflsen Ausubung verhindere. Man könne wohl ein Gesetz kurzerhand beseitigen, das sei em revolutionärer Gedanke, aber wenn man sich auf ?en ^^Esb oben stelle, müsse man unbedingt dem Snhaber emes Rechtes dessen Aus- ubung zu gestehen. — Der Ausschuß spricht m feinem Bericht lediglich die Ditte aus, von ter Regierungsantwort zur Patronatsfrage Kenntnis zu nehmen; dies geschieht. Das Haus stimmt sodann einer Regierungsvorlage zu, die u @runJ)I^9cn für die Fertigstellung, Wetterführung und Neuerrichtung von Bauten schafft Für die Ferttgstellung von Bauten sind rund 4'/,. Millionen Mark erforderlich, einschließ' (ich ter für 1925 vorgesehenen. Es werden hierauf mehrere k l e i n e r e D o r- l v. g e n in Übereinstimmung mit den Ausschußanträgen erledigt. Abg Dr. Werner (Dntl.) richtet eine Äleme Anfrage an die Regierung über den Holzhieb in hessischen Wäldern d irch den Himmelsbach-Konzern. — Ministerialdirektor Schäfer erwidert, daß die hessische Regierung bereit sei, Feststellungen hierüber wachen zu lassen und das Ergebnis dem Hause mitzuteilen. Der Antrag des Abg H o f m-a n n-Seligenstadt und Genossen über die Drotpreise entfesselt eine längere Diskussion Allgemein wird Klage geführt über die h hen Bro!p.eise. Der Antrag des Ausschusses, der eine Rachprü - fung der Bro tp reis-Kalkulation und verschärfte Rah.ungsmiltetkontiolle bor» schlägt, wird angenommen. _ ,®a3 5)aug nimmt hierauf in erster und in otoeiter Lesung die Regierungsvorlage über de r Entwurf eines Gesetzes zurAbänderungdes Land tags Wahlgesetz es vom 16. Mä z an™ neue Gesetz ist in seinen wesentlichsten Besttmmung en dem Reichstagswa HIge e) angeglichen. Abg Dr. Werner (Deutschnat) beantragt namentliche Abstimmung über eine i Antrag auf Herabsetzung der Zahl der Land tags Mandate von 70 auf 60. Da hierfür die Anwesenheit von zwei Drittel der Abgeordneten notwendig ist, wird darüber Donnerstag abgestimmt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 16. Oft. 1924. Verpachtung des Hardtßofes an die Landes-Universität. Die Stadt Gießen hat den Hardthof, ten sie kürzlich erwarb, im Umfang von über 500 Morgen an die Landes-Universität für die Zwecke des Landwirtschaftlichen Sn- stituts verpachtet. Einen Seit des Gesamtgeländes, der in der obengenannten Morgenzahl nicht enthalten ist. hat sich die Stadtverwaltung für ihre eigenen Zwecke Vorbehalten. Der Pachtvertrag mit der Landes-Universität läuft auf 18 Sahre. Es ist beabsichtigt, in dem oberen Seile des Hardthofes das Snstttut für Tierzucht einzurichten, der untere Hof und das Gutsland soll der Pflanzenbauabteilung dienen. Rach den Pachtbedingungen übernimmt die Pächtertti (die Landes-Universität) das lebende und tote Snventar des Vorbesitzers einschl. ter Ernte- Vorräte zu dem Preise und den Bedingungen, die sich aus den entsprechenden Abmachungen zwischen dem Vvrbesitzer und der Stadt und der sachverständigen Abschätzung ergeben. Wie das Ministerium im Finanz-Ausschuß tes Landtages mitteilte, beziffert sich die erforderliche Summe auf 1 7 1 9 3 8 M k., die auf dem Wege des Staatskredits verfügbar gemacht werden muß. Der Finanzausschuß bewilligte den Kredit. Damit ist ter Pachtvertrag perfekt geworden. Zugleich ist damit nun auch die leidige S ch i f f e n b e r g f r a g e, die vor etwa zwei Sohren die Gemüter in Wallung brachte, endgültig erledigt, da jetzt unserem landwirtschaftlichen Snstttut auf dem Hardthof das Arbeitsfeld zur Verfügung steht, das man seinerzeit auf dem Schiffenberg zu finden glaubte. Sm Snteresfe unserer Landes-Universität und vom Standpunkt des bürgerlichen Gemeinwohls aus kann man die jetzige Regelung nur begrüßen. Bornotizeu. — Sageskalende rfürDonners tag Städttheater: 6i/2 Uhr: „Der Fremde", hierauf: „Der zerbrvchene Krug". — Deutsche Vollspartei: 8i/o Uhr: Gewerbehaus, Mitgliederversammlung — Rundfunkhaus, Löberstraste: 8.30: Chorwerke, 10—11: Blaskvnzeri ter Frankfurter Oper. — Lichtspielhaus, Mihnhvfflr.: „Mädchen, die man nicht heiratet". — Astoria-Lichtspiele: „Luftpiraten". Wettervoraussage. Tagsüber noch schwach bewöllt, trocken, strichweise dunstig, in höheren Lagen leichte Rachtfrost- gefahr. " Pachtpreisregelung in 1 924 und hessische Landeskirche. Man teilt uns mit: Durch Ausschreiben vom 15. September hat das Landeskirchenamt angeordnet, daß künftig für die verpachteten Besoldungsgrundstücke der Pfarreien die Friedensgoldmarkbeträge von den Pächtern zu bezahlen sind, sofern nicht im Satire 1923 oder 1924 abgeschlossene Verträge mehr bestimmen. Bei allen Reuverpachtungen im laufenden Sahr sind die Friedenssätze fast immer erreicht, häufig sogar überschritten worden. Darum ist die Verordnung des Landeskirchenamts eine durchaus gerechte. Ueberdies stehen ja sämtliche landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf Friedenspreis, viele sogar darüber. Wo in diesem Sahre außergewöhnlicher Schaden durch besondere Unwetterkatastrophen entstanden ist, wird mit Milde verfahren werden. Zu ter angeführten Maßnahme zwingt auch die Finanzlage der Kirche. Diese wird bei der Landeskirchensteuer wohl einen Ausfall von annähernd einer Million erleiden. Denn das Veranlagungsverfahren ermöglicht wohl in Fällen be- onterer Härte eine Herabsetzung, nicht ater eine Heraufsetzung, wo eine offenbar zu niedrige Einschätzung vorliegt. Einen weiteren Schaden von mindestens V* Million Goldmark muß die hessische Landeskirche infolge des Wegfalls ihrer Kapitalzinsen buchen. Will die Landeskirche ihren Verpflichtungen auch nur notdürftig nachkommen, so darf sie nicht auch noch bei den Pachten einen neuen erheblichen Ausfall erleiden. RDD. Eisen bahnseitige Gepäckbe- örderung für Luftreisende. Vom 16. Oktober ab soll die Beförderung tes Gepäcks der Flugzeugreisenten ohne Vorlage von Fahrkarten versuchsweise auf ten Reichs bahnst recken zugelassen werden. Die Annahme wirb auf Gegen - tönte des 2teisebedarfs und auf srnhsstens teei Sage vor dem Flugtage gegen Vorlage des Flug- cheins beschränkt. Die Abfertigung ist auch von und nach anderen St.rtion.en als ten Ausgang?- und Ankunsts- Flughafen zulässig. Der Gepäckabfertigungsschein soll in allen seinen Seilen ten Vermerk „Lustreife" tragen. Während hinsichtlich Verpackung, Beförd.mng und Ausli f rung die Besttrnmungen für Reisegepäck maßgebend sein ollen, erfolgt die Frachtterechnung nach dem Expreßgut-Sa rif. Von den hessischen Landwirt- chaftsschulen. Der ordentliche Lehrgang 1924/25 an den hessischen Landwirtschaftlichen Schulen wird am Montag, 10. Rovember, eröffnet. Der Unterricht dauert bis zur Karwoche und wird auf Grund eines für sämtliche Landwirt- chaftliche Schulen einheitlichen Unterrichtsplanes in 34 Wochenstunden erteilt. Der aefamte Unter- dieser Stelle kann daS Wahlrecht aus GutesCmweichen ■■■■■■■■■■■■■ halbes Waschen! Illlfa Beugers 11.50« Zentner. 8019a Speisezimmer Ausziehtische Einzel büfetts auf günstige Teilzahlung! Der Vorstand 8030D r. der Wäsche bedeutet Immer eine wesentliche. Erleichterung des nachfolgenden Waschens. Nehmen Sie dazu die seit nahe» 0u einem haloen Jahrhundert bewahrte den, strich» Äachtsrvst. erdtafl , hierauf: Mpariei sammlung Lhvrwerlc, Oper. - , die man le: .Lust- Merke: Telephon 210 f. Autofahrten. 7707D lnd. kl. 1921. an die Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Diplom-Kauf man. n Dipl-Handelslehr. Gießen, Bleichstr. 5 A UeinigeHandelsschu le am Platze, deren Inhaber Schulleiter, Lehrer und Fachmann ist. Noch täglich Aufnahme jür die neuen Kurse ',SJ'a Prospekt frei. Man verlange stets „Benger“ AchtSstvfs ist auf zwei TDtntet verteilt, und -war ' derart, dah für jeden Schüler der Besuch beider Abteilungen notwendig ist. Am Schluß des unteren Lehrganges erhalten die Schüler ein Llcbergangs- zeugnis über Fleiß und Betragen mit dem Ber- merk, ob sie nach Beschluß der Lehrer konferen- in den oberen Lehrgang verseht werden können oder nicht. Am Schluß des oberen Lehrgangs erhalten die Schüler das Abgangszeugnis von der Schule mit Urteilen über Betragen, Fleiß und Fortschritte im allgemeinen und über die Leistung in den einzelnen Unterrichtsfächern. An der Landwirtschaftlichen Schule zu Schotten findet in diesem Jahre keine Neuaufnahme von Schülern Mr dem unteren Lehrgänge statt. Schüler, die bereits in früheren Jahren die Llnterklasse besucht haben und ein Liebergangszeugnis mit dem Vermerk, daß sie in den oberen Lehrgang verseht Das Einweichen mit HenKo bedeutet wegen feiner schmutzlösenden Wirkung eine er» hebliche Ersparnis an Waschmittel l halten Sie sich an das Wort: .Eutes Einweichen ist — Bannen Schüler und Schüler innen ausgenommen «erden, die sich durch Zeugnis der Bürgermeisterei des Wohnortes über seitherige tadellose Führung, über die Bekanntschaft mit den gewöhnlichen Arbeiten in der Landwirtschaft, ferner durch Schulzeugnisse über den Desih der durch Ribana-Unterwäsche fein, elastisch, durchlässig, aus allerbestem Material hergestellt, wieder äingetroffen. Ribana-Damenhemdhosen Ribana-Damenjacken Ribana-Damenhosen Ribana-Herrenhemdhosen Ribana-Herren Unterjacken Für die Mitglieder des Ausschusses der Allgemeinen Ortskrankenkaffe des Landkreises Gießen ist Ersatzwahl anberaumt auf SamStag. den 29. November 1924. Stunde und Lokal wird noch bekannt- ; gegeben. . Es sind zu wählen: 10 Vertreter durch die Arbeitgeber und 20 Vertreter von den volljährigen Versicherten. Gleichzeitig ist an Ersahmitgliedern die doppelte Zahl der Vertreter zu wählen. Wir machen hierbei auf die Vorschriften des § 79 unserer Satzung aufmerksam. Die Wahlen sind _ geheim; gewählt wird nach den Grundsätzen der Verhältniswahl. Die Beteiligten werden daher eingeladen, bis zum 31. Oktober 1924 Wahlvorschläge (Vorschlagslisten) bei unserer Kaffe im Dienstlokale zu Gießen, Kaiferallee 3, einzureichen. 1. Die Wahlvorschläge sind getrennt für die beteiligten Arbeitgeber und Versicherten aufzustellen. 2. DieWahlvorschläge sind von mindestens 10 Wahlberechtigten zu unterzeichnen. Mehr denn einen Wahlvorschlag darf der Wahlberechtigte nicht unterzeichnen. 3. Jeder Wahlvorschlag darf höchstens dreimal soviel Bewerber benennen als Vertreter zu wählen sind. Die einzelnen Bewerber sind unter fortlaufender Nummer aufzuführen, welche dieNeihen- folge ihrer Benennung ausdrückt, sowie an Familien. (Ruf.) Namen, Beruf und Wohnort bezeichnen. Bei Versicherten ist auch der Arbeitgeber, bei dem sie beschäftigt sind, anzugeben. Bei dem Wahlvorschlage für die Versicherten ist von jedem Bewerber eine Erklärung darüber vorzulegen, daß er zur Annahme der Wahl bereit ist. Bei den Wahlvorschlägen für die Ar. beitgeber ist eine solche Erklärung nur dann erforderlich, soweit ein Arbeit, gebcr nach § 17 der Reichsversiche. rungsordnung zur Ablehnung der Wahl befugt ist. 4. In jedem Wahlvorschlag ist ein Ver. tretet des Wahlvorschlags und ein Stellvertreter für ihn aus der Mitte der Unterzeichner zu bezeichnen. Ist dies unterblieben, so gilt der erste Unterzeichner als Vertreter des Wahl. Vorschlags und soweit eine Reihenfolge erkennbar ist, der zweite als sein Stellvertreter. Der Wahlvorschlagsvertreter ist berechtigt und verpfl chtet, dem unter- zeichneten Vorstande die zur Beseitigung etwaiger Anstände erforderlichen Erklärungen abzugeben. Besondere Wählerlisten werden nicht I aufgestellt. Zur Prüfung der Wahl- und I Stimmberechtigung dient das Arbeitgeber- und Mitgliederverzeichnis (Hebreglster). Die Hebregister können in der Zeit vom I -Vage des Erscheinens dieser Bekannt. | machunq bis zum 31. 10. 24 zu diesem Zwecke während der übst ten Dienststunden eingesehen werden. Etwaige Beschwerden hiergegen sind während der Offenlegungs- bste bei dem Ortserheber anzubringen. Bemerkt wird, dah dir Ortsstelle zuständig ist, in deren Bereich der Geschäfts- oder Gewerbebeirieb ge° Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur TamStag, 18. Oktober,8'/«Ilbr abendö, iw Studentenheim, Burggraben: —— Vortrag = „Die Hrauentaguna in Bielefeld". Danach gesell. Beisammensein. Gci>ie köilnen etngefülirt werden. 8024V Tafel beruxerbet. 3m Früchtoinnrer, wenn unsere alten Kartoffeln schlecht werden und die neuen ungenießbar sind, füllen die sog. Mastic»-Kartoffeln, die neuerdings nicht nur auf der Insel Malis, sondern auch an anderen Küstenstrichen des Mitlelrneeres gebaut werden, die Lücke aus. Sie werden in Fässer verladen, und große Dampfer führen sie über das große QHittelmecr und den Atlantischen Ozean nach England und den deutschen Nordseehäfen. Seit einer Reihe von Jahren macht der Malta-Kartoffel die Jersey-Kar tosfel scharfe Konkurrenz, w.lche die normannischen, durch den Golfstrom erwärmten Inseln Jersey und ©ucrnfel) in erheblicher Mengen namentlich nach England liefern. Schon Ende März hat Jersey neue Kartoffeln zu versenden. Um aber den Londoner Hotels schon im Januar neue Kar- toffein liefern zu können, haben die Bauern einen großen Teil der 3ntel Euerntet) mit mächtigen Treibhäusern bedeckt, unter deren Glas bei künstlicher Heizung die Kartoftel abgeb.ru t werden. Die größten der dortigen Kartoffelbauern besitzen bis zu 50 solcher Trei^äuser, von denen die größten mehr als 300 Meter lang und 10 Meter breit sind. Die hh n Kosten des Anbaus dieser Frühkartoffeln machen sich bezahl. da in London sehr hohe Preise dafür erzielt werden. Turnen, Sport und Spiel. Aus der D. T. Meisterschaftskämpfe des IX. KreifeS (Mittelrhein) der Deutschen Turnerschast. Am Sonntag fanden in Frankfurt a. M. die Meisterschafts kämpfe deZ Mittel- rheinkreises, dessen Krftsturnsest im nächsten Jahre in unserer Stadt geseiert wird, statt. Als einzige Turnerin des Gaues Hessen konnte hierbei die Turnerin Paula Hofmann vom Männerturnverein Gießen wiederum einen schönen Erfolg erzielen. Sie wurde nach heißem Kampfe von 112 angetretenen Turne- rinnen 14. Siegerin und errang somit wieder Kranz unb Urkunde. Ferner errang der Tunner Karl Reuter vom Turnverein 1846 Gießen den 27. Sieg. Nahezu die Hälfte der gesamten Wettkämpfer mußte infolge der außerordentlich schweren Aufgaben ohne Sieg heimkehren. Veranstaltungen der Deutschen Turnerschast im Jahre 1925. Die Deutsche Turnerschast beschloß in der Hauptausschußsitzung zu Würzburg für 1925 die Durchführung folgender Veranstaltungen: Meisterschaftskämpfe für Freiübungen und Handgeräteübungen am 15. März in Frankfurt a. M, Kreiswarteversammlung vom 5. bis 8 April in Breslau, Wald-Meislerschaftslauf am 19 April in Berlin, Meisterschaftsspiele im Handball am 14. Juni, Meisterschaftsfechten in Han- noven im Juli, Hermannslauf nach Detmold vom geübt werden. Gießen, den 14. Oktober 1924. Der Vorstand der Allgemeinen Orts- krankenkaffe für die Landgemeinden des Kreises Gießen. 80230 bvs.dtzn bet 500 1 für die en 3n = Gesamt- krgenzahl erfoaltung >5 Pacht. Mt auf oberen Jur Tier, daß ®utf. enen. Aach Pächterin : und tote *r Ernte» ötngungen, machungen Stabt und eben. Wie M des : ersvrder. e auf dem nacht toer- oilligte Betreffend: Die Wahlen zum Ausschuß der Allgemeinen Ortskrankenkaffe des Landkreises Gießen. Bekanntmachung. öliger. den Besuch der Volksschule zu erwerbenden Kenntnisse und Fertigkeiten ausweisen fömxen. Eine Aufnahmeprüfung findet nicht statt. Personalien. Ernannt wurden der HtaatSanwalt Adolf Grohrock in Friedberg zum dienstaufsichtführenden Richter bei dem Amtsgericht Groß-Umstadt mit drr Amtsbezeichnung Oberamtsrichter: der Gerichts af es so r Dr. Hugo Speckhardt aus Darmstadt zum 'Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht tn Mainz: der Gerichtsassessor Adolf Michael Steeg in Dingen zum Staatsanwalt bei dem Amtsgericht in Fried- 6c r g. — Auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten tritt am 1. Dezember 1924 in den Ruhestand: Oberamtsrichter Geh. Justizrat Karl Römheld mNidda. •* Die Benutzung der Gießener Jugendherberge auf dem Hoherods- kops ist von der Erfüllung von Bedingungen abhängig, die im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes bekanntgegeben weiden. Jugendliche Wanderlustige mögen sich die Anordnungen dn- prägen. ' Die ehern. 2 4er Lei bdrag onev in Gießen beabsichtigen, am nächsten Sonn ag- nachmittag im Hofe der Zeughauskalerne ih.e Standartenweihr vorzunehmen. Die Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsverd'ne in Gießen beteiligt sich an der Feier. Näheres iM heutigen Anzeigenteil. " Die Allgem. Ortskrankenkasse des Landkreises Gießen schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Wahlen zum Ausschuß der Kasse aus. Wahltag: 29. November. Ääheres in der Anzeige. reinschmeckende Qualilift V Perfekt die leidige zloei Jch- endgül- ^ivirtschaft- LrbeitsfeD it auf ban üeresse un= Stanbpunft m nun die Beschluß: Die Firma ^Oelindusirie Siegfried Stern" tn Gießen wird mit Wirkung vom 14. Oktober 1924, mittags 12 Uhr, unter Geschäftsaufsicht gestellt. Zur Aufsichtsperson wird Herr Rechtsanwalt Peters in Gießen ernannt. Gießen, den 14. Oktober 1924. 80146 Hessisches Amtsgericht. Wir bitten unsere Mitglieder, sich an dem am Sonntag, 19. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, in der Neuen Aula stattfindenden VWtWMWl ItS recht rege zu beteiligen. “j* in "bet de, ^gdez 16' M z Mlgeei Mnat) 2t, eine i bet ier Benko Henkel's Wasch- und Dleich-Soäa lÄUU-60... 4.0h | 1’5 & F-Tee aromatisch g|| Pfund 6.00 und 4.60* MselMk. . Pfund 46^ ” Bahnhofstraße 26 I Ludwigstraße 20 Walltorstraße 24 Frankfurt. Straße 39 ___________________ 8017c 1924 unb liltunintil: ier hat das iftig für die c Psarreim Pächtern zu 1923 oder Immen. Bet Jahr smd häufig föne Mord- rchaus ge- dwirtfchufi^ viele sogar ewöhnlicher ^tastropden ren werden. at auch dte i der Lan- H von an- dasDerm- Fällen be- M abfenbar zu itnen fiten Sold' S * ML Mfall er- , Dom l6r H-väcks der Gegen- .ft mber. j Oin>‘ f w i Gern. Möbelversorgung I I CX 1 1 für das Rhein-, Main-u. B 1 CL L-l 01 CI L Lahngebiet e.G.m.b.H Gießen Don oer Kartoffel. Unter alten Ländern steht Deutschland hr.n» sichtlich der Menge und Güte der erzeugten Kartoffeln, die, wie der Weltkrieg gezeigt hat, als Volksnahrungsmittel unentbe hrlich erscheinen, u d auch hinsichtlich der Anbaufläche am erster Stelle, indem etwa 10 Prozent des gesamten Ackerlandes mit Kartoffeln bestellt werden. In letzterer Hinsicht steht Belgien Deutschland nur wenig nach, erzielt jedoch durchschnittlich einen größeren Ertrag auf einen Hektar. Trotz seine.' ungeheuren Gröhe folgt Rußland in bezug auf den Kartofßl- an bau erst in weitem Abstande, während Frank- reich nur etwa ein Drittel des deutschen Ertrages aufzuweisen hat. In Englaard ist der Kartoffel bau immer mehr zurückg gangen, was mit fei nee fortschreitenden Entwicklung zum teiren 3ntu = ftrieftaat zusammenhängt. Dabei soll gerade von England aus die Kartoffel ihren Wog rach Europa angetreten haben. Aus Chile, ihren Geburtsland, bald nach Peru verpflanzt, soll sie von Sir Walter Ral igb. nach andern von Fran; Drake um 1586 nach England gebracht worden und als Leckerbissen in Gärten gezogei worden sein. Sie kam dann nach Italien und erhell dort ihren Namen: tartufuto; Soldaten brachten sie um 1630 nach Deutschland mit, wo sie ab r erst von 1720 an auf größeren Flächen angebaut wurde. Um diese Zeit brachten Pilger sie auch nach Preußen. Zwar hrtt schm der Große Kurfürst 1649 dem Burkhard Friedrich, Gar dinier zu Ryßwick in Holland, 80 Gulden für „bulb sche Gewächse" bezahlt, und der kurfürstliche Leibarzt §r. Elßholz unter den im Berliner Lustgarten gezogenen Pflanzen die »Tartus ein aus H: l and" genannt. Aber di: Dauern sträubten sich gegen die Anpflanzung dieses „uuschmackh 4'.en, gesundheitsschädlichen Gewächses", daß Friedrich der Große nach der Hungersnot von 1743 sie unter Beaufsichtigung von Soldaten verteilet und von ihnen zrr-angsweise anpflanzen lassen mußte. Von da an machte ihr Anbau stetige Fortschritte. Die Hungersnot von 1770 und noch mehr die von 1817 förderte ihren Ruf mächtig, und jctzt ist nach dem Rückgänge während des Krieges ihre Erzeugung in stetigem Wachten begriffen. Als Menschen- und Tiernahrung, zur Stärkefabrikation und zur Spiritusbrenrer.'i Werre i b i und, wie in allen anderen Ländern, stets größere Massen verbraucht. Eine b dmkliche Eigenschaft haben die Kartoffeln mit allen Pflanzen gern:in, die nicht durch Samen, sondern wie hier durch Knollenverteilung gezogen werden: die Neittu g zu Krankheiten und Entartung m. Es ist dah r notwendig, daß für gute Saatkartoffeln gesorgt wird. Den fceutfdxtn Saatgutzüchtern ist es a>r gelungen, viele erstklassig: Sorten von Kartofte'n zu erzeugen, die sich teils durch ihre G öße und ihren reichen Ertrag, teils durch ihren holen Stärkegehalt und teils durch ihren Wohl eschmack auszeichnen. Ncuerdings wird auch eine schwarze I Kartoffel (innen und außen schwarz) für die 14. tn« 16 Augup, Ocöötnnnreit ver »X. am 23. August tn Frankfurt a TL, Meisterschaft^ kämpfe im volkstümlichen Turnen am 30. August tn Leipzig oder Berlin, Meisterschaftsspiele im Schlagball unb Faust ball am 13 September. 1900-Giehen — Germania-Osterode 2:0. Bedingt durch die schtechten Zugverbindung« fand dieses Gauligatreffen am Sonntag beritt« norm 10.30 Uhr auf dem Sportplatz an der Hardt statt. Trotz dieser besonderen Verhältnisse hatten sich einige hundert Zuschauer eingefunden Die Harzer Gäste zeigten leider nicht daS Können, das man von ihnen erhoffte. Aus der Mannschaft taten sich nur die Verteidigung unb der Torwart Berlin hervor. 1900 tarn im ganzen Spiel nie recht zur Entfaltung und war gegen den Dor- fonntag nicht wiederzuerkennen Das alte Hebel, gegen schwache Gegner, lasches 6p.el. Zur ®nt- schuldigung mag gelten, daß 1900 gleich zu Beginn seinen Mittelstürmer infolge Verletzung verlor und Tomrt das ganze Spiel mit 10 Mann bestreiten mußte. Die dadurch hervorgerufene Umstellung war nicht von Grfolg, da insbesondere der Halblinke auch noch einen sehr schlechten Tag hatte und zudem, infolge dÄ Morgentaues, die Bodenverhältnisse recht ungünstig waren. 1900 verwandeste in der ersten Spielhälste einen Handelfmeter und nach schönem F antenlauf des Linksaußen. aus darauffolgender Flanke, einen zweiten Treffer. Bei diesem Stande blieb eS bis zum Schluß, da durch reichliches Abseitsstchen auf beiden Seiten alle weiteren Ehancen ausgelassen wurden. — 1900'3 II. fuhr mit mehrfachem Ersah nach Niedergirmes und brachte trotzdem mit einem 3:2-Resultat Sieg und Punkte nach Gießen. — Die 1. Jugendmannschaft gewann in Villmar 2:0 und die 2. Jugendmannschaft gegen die gleiche des V. f. B. Gießen 4:0. „Dte Wanderer", Gießener Radfahrer-Gesellschaft von 1896, hielten am Sonntag auf der LiebigShöhe ihr diesjähriges Abfahren ab. Es wurde vormittags mit einem Straßenrennen um dir Vereins- meisterschaft eröffnet, welches in der A-Älaffc von Willy Muhl und in der Jugendklasse von Otto Von-Eiff gewonnen wurde. Nachmittags fand eine Fu chsj agd statt, woran sich jung und alt mit diel Vergnügen beteiligte. Anschließend wurde dem Saalsport gehuldigt, wobei der Verein Gelegenheit hatte, seine neuen Saalmaschinen vorzuführen. Besonders großen Beifall sand der 6er-Schulreihen, wie das darauffolgende Radballspiel: sie zeugten von großem Fleiß und Geschicklichkeit der jungen Mannschaft. Ein Tänzchen hielt die Gesellschaft noch längere Zeit gesellig beifammen. Deutscher Weltrekord im Segelflug. Mailand, 15. Oft. In Asiago hat heut« der deutsche Segelflieger Martens mit seinem letzten motorlosen Flug den Weltrekord geschlagen. Frische AMMnzseisen . Pfd. 5(k|g Mene itnlienei Wetzeln ij zu in Cinlagern geeignet, 1R ° Eä 3 Pfund.......|Ki Neu ciitneffibrt: Fffl&jflÄrsfa garantiert rein Schweinefleisch Paar 52^ i sind, besitzen, Tonnen in diesem Jahre in die . Oberklasse an der Landw. Schule zu Schotten wieder ausgenommen werden. In die Schulen Bekanntmachung. Sperrzeit für Tauben. Die Besitzer von Tauben werden aufgefordert, ihre Tauben während der Saatzeit vom 15. Oktober bis 15. November 1924 einzuhalten, andernfalls die Taubenhalter zu gewärtigen haben, dah sie betraft und die Tauben von dem Feldschuhpersonal abgeschoffen werden, Gießen, den 11. Oktober 1924. Der Oberbürgermeister. I. V.: K l i n g s p o r. 80346 Verband für Ortsgruppe Gießen. Die Jugendherberge auf d. Hoherodskopf ist eröffnet. Sie enthält 2 getrennte heizbare Schlafräume mit 7 bzw. 12 Betten. Herbergsvater ist Klubwitt Stein auf dem Hoherodskopf. Herbergsleiter ist Dr. Flörke, Gießen, Asterweg 57. 60,6D Voranmeldung nur an den Herbergsleiter und zwar nur schriftlich (8 Tage vor Benutzung). Benutzen kann die Herberge, wer den Bedingungen des Verbandes genügt. Ausroeispflicht: Jugendliche unter 18 Jahren und ältere Schüler und Studenten Dleibenausweis für 1924. Erwachsene (über 18 Jahre) Mitgliedskarte des Derb. f. D. I. H. für 1924. Schüler unter Lehrerführung brauchen keinen Ausweis. Auf Innehaltung der Bestimmungen über die Ausweispflicht wird streng geachtet. Geschäftsführer der Ortsgruppe ist Dr. Flörke, Asterweg 57. Sprechstunde nur Mittwochs 6-7*A, Ufrc. SchadeS FOIIgrabe empfehlen: Warft oer6u^nb 1.25^| MiMst weiche, Psd. 2.00" | 9Wlaen®-k28,48,54^ j | Gorneö öeef nu6oÄ82^| Dose, 1 Pfund englisch . . 68^1 *——--—k Handels • Schule Hermes Gießen BahnhofstraßeßO 15. Oktbr. Beginn neuer Kurse. Prospekt frei, Anmeldungen täglich. 717'c ZungeS 8020 D Ehringshausen (Kreis Wetzlar), 14. Oktober 1924. Die Beerdigung findet Freitag, 17. Oktober, nachm. 2 Uhr statt 4 Uhr. [024223 21/, Uhr statt. 8032D inöfll. bald. ft I. XA 6 Angeb. unter 024246 an den Gteh. Anz P Frau ob. Mädchen für Samstagvor- mittagS gesucht. Bor- stellen mittags 2 bis Gros, An der Johannes- ktrche 4. Nur rechtzeit Kommen sichert Ihnen einen Sitzplatz Vorstellungen 4, 6 und 8.15 Uhr. Die Beerdigung findet Freitag, den 17. Oktober, nachmittags 272 Uhr, in Rodheim a. d. Bieber statt. 024245 WohniiDgslaiisch. Angeboten: 4 Zimmer mit Kammer und Zubehör. Gesucht: 6 u mehr Zimmer. Schristl. Angebote unter 024247 an den Gies;. Anz. erbeten. pchsrau für einige Stunden in derWoche gesucht. BorsteUen Freitag 12-1 Uhr. [024248 Geisse, Ludwigstr. 40 p. Suchen eine 2-3-Zimmerwohnung in Frankfurt,Friedberg Bad-Nauheim,Gießen Bieten an eine 2-Zimmer- wohn. mit großer Wohnküche in Nürnberg BAMAG-MEGUINA.G. BUTZBACH 7982A Abt. Grundstückverwaltung. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Katharine Walther geb. Braun heute nacht im Alter von 53 Jahren sanft entschlafen ist Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Walther VIII. nebst Kindern und allen Angehörigen. Daubringen, den 15. Oktober 1924. Die Beerdigung findet Freitag nachm. Statt besonderer Anzeige. Heute abend entschlief plötzlich infolge eines Hirnschlages mein innigstgeliebter Mann, unser guter, unvergeßlicher Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Sally Archenhold im 69. Lebensjahre. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Ines Archenhold. Ä | Vermietungen | Bureau m. MmöWen sofort au vermieten, Telephonanschluh vorhanden, Lm?™ Ludwigstrahe 57. Jean Vieweg Bad Naubeim, Moltkeür. 5. | Mietgesuche j IRöDl. 3immer von solidem Dauer- Mieter gesucht. Südviertel der Stadt bevorzugt. Schristl. Angeb. m. Preisang. u.024244 a. d. G. 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Büchner Bleicherode am Harz Treis (Hessen) den 16. Oktober 1924. 8022V "MUMM in Metzen. Sonntag, den 19. Oktober 1924, nachmittags 2 Uhr, findet auf dem Hof der Ieughauskaserne die Standartenweihe obigen Vereins statt. Hierzu laden die in der Arbeitsgemeinschaft zu- sammengeschlossenen nachstehend verzeichneten Vereine ihre Mit glieder - mit dem Ersuchen um zahlreiche Beteiligung - ein Treffpunkt der Mitglieder um 8/J Uhr an den Dereinslokalen Treffpunkt der Vereine um 1 Uhr an der Turnhalle Oswalds garten. Von dort gemeinsamer Abmarsch nach der Ieughauskaserne Besondere Einladung durch die einzelnen Vereine erfolgt nicht. Orden und Ehrenzeichen anlegen, ebenso Uniform, soweit gestattet Deiheirnnsl SW sind erstklassig in Qualität I und in Paßform vorzüglich Man überzeuge sich SWWü VMWW Sied», Seite« 71 l __8029a ä Arbeitsgemeinschaft der Militär- u. Regimentsvereine in Metzen: Verein ehem, 115er. 116er, 116er Landw., Off.-Verein ehem. 116er, Off.-Verein ehem. 116er Landw., Verein ehem. 118er, 168er, Off.-Verein 1914, Artillerie-, Garde-, Pionier-, Marine-, Äriegerverein, Deutsch. Off.-Bund, Verein ehem. 222er, Reichsbund j. Frontsoldaten, Off.-Vereinigung Res.-Inf.-Rgl. 254, Leibdragoner 24. soi3D Handarbeiten 7733a nur im Spezial-Laden Mäusburg 1 KM MNf (roeltO, Stüble, 20 Stück, verschieden, 1 Paneelbrett, geschnitzt, und verschiedene Kleinigkeiten wegen Aufgabe des Geschäfts billig zu verk. Fr. Engel, Sicher Str. 57. Zu verkaufen: Dasgr.Handbuchd Kunstwissenschaft von Bürger. Subskription muü übern, werd. Auskunft 02,2M Goetbcstr. 25 H. 10 Zentner [024256 Kartoffeln ä 4 Mk. zu verkauf. Zu erfrag, i. der Ge- schäftSst. deö G. Anz. | Kaufgesuche | Glut erhaltener Herd zu kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 024257 an den Gieh. Anz. 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Gäste sind herzlich einge- laden Eintritt frei. Gießener Ruder- Gesellschaft 1877. Die auf den 18. d. M einberuseneGeneral Versammlung findet um 9 Uhr abends im Bootshaus statt. 8033? Whinki® Löberstr. 12 Honte abnfl. 8.30 ü.: Chorwerke 10-11 ühr: Blaskonzert der Frankfurt. Oper Morg. ahnd. 8.39 ü.: Tanzmusik 10-11 Uhr: Lustspielabend 7971a 17. X.812 ühr Kränxoh..oi8c Stadttheater Freitag, 17. Okt. 2. Neilllg-M.-vrsk. von 7l/2—10l i Ubr noröififie SecMN Schauspiel in 4 Aufzügen von Ibsen. Nr. 244 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberheffen)Donnerstag, (6. Moder (924 drei der hin mangels ausreichenden Beweises in allen Fällen frei. trugen 675 Mk. Rachdem der '-venyer oer aeu- mühle, Otto Christ, der wiederholten Aufforderung der Stadt, die genannte Summe mit 4 Proz. Zinsen zu ersehen, nicht nachgekommen war, hatte die Stadt den Klageweg beschritten. Die Berufung der Stadt gegen das Urteil des Amtsgerichts Sieben vom 30. April 1924 wurde jetzt zurückgewiesen und die Klägerin mit den K o st e n belastet. Entscheidend war hierbei, daß Christ versicherte, er habe bei dem Erwerb der Aeumühle nichts davon gewußt und es sei ihm auch nicht bekannt gegeben worden, dah er für die Reinigung des betr. Daches zu sorgen habe. Die Eintragungen in das Grundbuch in dieser Hinsicht waren ebenfalls nicht gewahrt. Handlungen vorgenvmmen habe. Das Schöffengericht (Sieben hatte ihn seiner Zeit in zwei Fällen freigesprochen und in einem Fall zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die heutige De- rufungsvcrhandlung fand unter Ausschluh der Oeffentlichkeit statt: über 50 Zeugen wurden vernommen. Das Gericht sprach den Angeklagten f Grünberg, 15. Oft. Zu dem heutigen B i e h m a r k t waren nur 11 Stück Rindvieh, aber 890 Ferkel aufgetrieben. Die Preise der Rinder von 11,0 Jahr waren ungefähr 180 Mk., ältere Kühe 2'50 bis 280 Mk., jüngere Kühe 450 bis 500 Mark das Stück. Der Handel ging langsam, es verblieb trotz des geringen Auftriebs Aeber- stand. Der Handel mit Ferkeln ging erst zaghaft, wnrde aber bald lebhafter, und man kann wohl sagen, dah bei dem geringen Aeberstand nur noch tr-CTÜg gute Tiere vorhanden waren. Es wurden bezahlt: für 6—7 Wochen alle Ferkel 12 bis 15 Mk., für 7—8 Wochen alte 15 bis 18 Mk., für 8—10 Wochen alte 18 bis 25 Mk., für 10—12 Wochen alte 25 bis 32 Mk., über 12 Wochen alte 40 bis 45 Mk. pro Stück. — Die S t a d t G r ü n- berg hat im Jahre 1917 die Ar scher sbach von der Reumühle aufwärts gemäh kreisamtlicher Weisung räumen lassen. Die Kosten be° 675 Mk. Rachdem der Besitzer der Reu- Grohe Strafkammer. * Gieben, 14. Oft. Gegen den Lehrer Johannes Eckstein von Weickartshain war Anklage erhoben worden, dah er als Lehrer in den Wintern 1921/22 und 1923/24 mit drei noch nicht 14 Jahre alten Schülerinnen unzüchtige „Ich habe einen Borschlag," sagte Grace ruhig. „Welchen, mein Kind?" Der Präsekt betrachtete sie mit väterlichem Lächeln. Er war ganz vernarrt in Grace. Er bedauerte, dah se ihr Gatte in dieser Sache nicht unterstützen konnte. Ihre Geschicklichkeit kannte er von früher her, konnte aber nicht glauben, daß sie in einer A gelegen heft dieser Art imstande wäre, Leute, die vermutlich zu den berüchigsten Verbrechern von Paris gehörten, zu überlisten. „Erstens," sagte Grace, „wollen wir die Dert- lichkeit, die uns Dalentin zeigt, gründlich durchsuchen lassen." f r r . „Gewih! Obwohl es vermutlich umsonst fern wird. Gerade wenn Valentin uns die Wahrheit sagt werden diese Burschen fraglos das Kind vorher weggeschafft haben, um sich auf morgen abend vorzubereiten." „Das ist möglich. Jedenfalls wollen wir suchen. Rachher werde ich Dalentin bitten, ein Auto für mich zu führen. Er ist von Beruf Aus der Provinz. Landkreis Gießen. y. Staufenberg, 15. Oft. In der vergangenen Rächt wurde in den Räumen d s hiesigen Konsumvereins ein Einbruch verübt. Die Suter entwendeten wnftvol e M anu- f a k t u r tt> a r e n und liehen d.e L a d e n t a s f e mit sich gehen. Sie scheinen mit den Oertlich- feiten bekannt zu sein. Dis jetzt ist keine deutliche Diebcsspur vorhanden. Grace beugte sich vor und sprach einige Minuten leise auf den Präfekten ein. Er horchte sehr aufmerksam auf das, was Tie sagte: gelegentlich lächelte er oder nickte mit dem Kopf. Plötzlich schlug er mit der Hand fest aus den Tisch. Bravo!" rief er. „Sie sind der geborene Detektiv. Wir werden die Räuber fassen, das Geld und ziemlich sicher auch das Kind wieder- bekommen. Ich beglückwünsche Sie." "Also glauben Sie, dah es gehen wird r „Ich seh? nicht ein, wie es sehllchlagen konnte Es ist eine Eingebung! Ich werde gewch außer- ordentlich froh sein, wenn ich Stapleton fern K.nd und sein Geld zurückgeben und gleichzeitig die Kindsräuber hinter Schloh und Riegel sehen kann. Ich würde nie zulassen, dah man sagen konnte, die Pariser Polizei habe wissentlich einer verzweifelten Terbvscherbande gestaltet, mit einer chalben Million Franken zu entwischen, ohne einen Ringer zu rühren." Er erhob sich und sah nach der Ahr. „Kommen Cie, mein Kind, es ist Mftternacht vorbei! Sie haben einen langen und aufregender Tag hinter sich und sind sicher müde. Sie ruhen nun besser recht aus." Grace stand auf. „Richard war schrecklich verwirrt, als er mich sah" So?" lachte der Präfekt boshaft. „Es ist wirklich ein starkes Stü ckvon ihm — einen Schritt weit von seiner Frau zu sein und sie mcht zu ettennen! Grace schien den Witz der Lage kaum zu fassen. „Ich finde es schändlich," sagte he. „AriE Richard er wird es mir nie verzeihen. Ich glaube 'wirklich, ich sollte es ihm sagen/' Lefevre schüttelte den Kopf. „Wenn Sie das tun, mein teures Kind, ist all'gung wurde die Tatsache konstc» tert, daß die Arbeitslosigkeit allenthalben stark nachläßt, nachdem bereits eine erhebliche Verminderung der Kurz- | ®11 stattgefunden hat. Die günstigen Wirt- ! regten die Unter; eh nungslust ber Bor e etwas an, zuma! gleichzei ig die G e l d- marktlage sich zusehends tef.ert. Im Devise n v e r k e hr zeigten sich keine 1 ennenswei ten Aenderungen Im weiteren Verlause der Börse traten die Bedenken wegen der innerpollttschen Lage in den VvrdergtWtd, so daß die Haltung auf den einzelnen Märkten sich eher etwas abschwächte. Am Montanmartt waren die Kurse im allgemeinen gut gehalten. Kaliwerte waren unverändert. Chemisch Aktten hie.ten sich durchweg auf Dem Stand der gestrigen Schlußkurfe. Elektrowerte toaren eher etwas gebessert. Metall- und Maschinenbauattien waren zum größten Teil völlig umsatzlos. Danken unverändert, Schiffahrts- Werte waren mäßig abgeschwächt. Ausländische Anleihen lagen zum Teil ziemlich fest. Börsenkurse. 0,590 0,595 12,125 12,13 40 2,8 4,85 18,3 19,40 19,25 12,5 12,50 16,65 17,25 8,40 8,65 2,95 9,1 9,75 1.1 2,7 3,30 8,8 2,7 •) Dom Rückzahlungswert. 16.9 5,75 16,25 1.70 0,310 0,18 13,25 16,4 16,9 5,60 16,65 1,45 3,15 8,13 12,9 1,70 0,310 40 25 34,5 12,90 16,8 16,90 27 4,80 8,30 12 0,550 0,960 24,40 4,65 9.13 10,25 1,62 0,3 0,375 1,15 1,05 1,05 4,2 87,5 9 96,5 4,75 18 4,95 23,5 4,65 9 10,13 38,5 44,5 2,1 3 2,65 3,13 8,80 5 9,6 19,50 12,40 17 16,9 10,25 11,25 52,10 55,75 81,50 13,80 16,6 5,4 10.1 40 83,60 35,5 23,75 4,6 > 9,13 0,950 1,45'1 0,449 0,99 1.15 24 4,625 9 10,2 1,70 0,275 0,375 49 10,70 10,5 52,75 6,75 80,25 13,2 16,13 5,13 9,60 39,65 32 35,75 39,25 45,5 2,13 3,13 1,1 4,2 88,5 9,65 5 9.9 19,25 0,699 1 0,97 1,5 0,415 5% Deutsche 9tet(t)6anletbt . <% Deutsche Neichsanleiye . S'/,°/a Deutsche Rcichsanleihe 3% Deutsche Reichsanleibe . Deutsche Svarprämienanlethe <% Preu bische Konsols ... <% Hessen........... SV.% Hessen.......... 3% Hessen........... Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto. Doll.-Schatz-Amretsug.'I 4% Zolltürkcn......... 5®/o Goldmexikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Naiionalbauk . Deutsche Bank......... Deutsche Vereinsbank .... Disconto Commandit .... Metallbau!........... Mitteldeutsche Creditbank. . Oesterreichische Kreditanstalt. Westbank............ Bochumer Gaß ....... Buderus..... Caro.............. Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvcncr Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaltlverk Westeregeln..... Laurahüttc...... Oberbedarf Phönix Bergbau Ryeinitabl........... Riebest Montan Tellus Bergbau........ Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont -Guano .... Badische Anilin....... Cbemische Mayer Alaptn . . Goldschmidt........ . Griesheimer Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ........ Rütgerswerke ......... Scheideanstalt......... Alla- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ...... Mainkraftwerke ........ Schuckert......... . , Siemens . Konservenfabrik Brann . . . Metallgesewchaft Frankfurt. Pet. Union A.-G Schuhfabrik Herz ...... Sichel ......... Zellstoff Waldhof . Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . . . ün DNNoneu Prozent frankfurta. M. Berlin Schluss. Kurs Schlustk. Abendbörse Schluß- Kurs Schlutzk. Mittagbörse Datum: 14. 10. 14.10. 15.10, Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. <9n Billionen Mark ausgedrrickt. BuenoS-Atre», London, Wtut hark, Japan, Rio de Janeiro für eine. Einheit. Wien und Budapest für 100000 (Einbetten, alles übrige für 100 Eiuheitrn.) Telegraphtsche Auszahlung. 14. Oltbr. 15. Okt'ir. Rurart. 14. 115. Amtliche Notierung Amtliche 'Jiotteru r 1 Geld Brief Geld Brief Am»--Rott. 164,44 165,26 164,44 165,23 »oll voll Brff. Antw 20,3. 21,40 20,17 20.27 voll voll Chrtsttania. 69,65 59,95 59,55 59,85 voll voll Kopeuliagen 73,42 73,,8 72,57 -2,93 voll voll Stockliolm . HelsingforS. Italien . . . 111,47 112,03 -.11,37 1)1,93 voll voll 10,55 18,'2 10,61 18,42 10, 3- 18.33 10, 9 18,43 voll voll voll voll London. . . 1Uj8Z 18,92 13345 18,93 i voll voll Rcuyork . . 4,1) J1.93 4,21 4,19 4,21 voll voll Poris. . . . 22,11 21,93 12,08 voll voll Schweiz . . 80,3) 86,70 8 .,35 80,7 > voll voll Spanien . . Wien In D-- 66,16 16,44 tu,26 66,54 voll voll Oest.abgest 6,915 5,945 8,915 6,945 voll voll Prag . . . . Budapest. . 12,48 12,-4 12,48 12,55 voll voll 5,48 6,50 8,475 6,495 voll voll Bnen. Aires 1,52 1,53 1,55 1^6 voll voll Bulgarien 3,07 3,09 1,635 8,06 9,18 voll voll Japan . . . Rio de Ian 1,526 1,6’5 1,635 voll voll 0,465 (.473 0,465 0,47! voll voll Belgrad . - 6,985 6.015 5,895 5,925 voll voll Lissabon - - 13,72 13,78 13,72 13,78 voll voll Banknoten. Berkt", 15. Oktbr. Geld I Britt Reparr. °/o Amerikanische Roten ..... 4,1 > voll voll voll voll voll voll voll voll voll Belgische Noten ........ 20,15 20’25 Dänische Noten........ Englische Noten........ Französische Noten ...... 72,57 18,825 :2,G4 72^9 ! 18.925 .2 1 Holländische Noten..... 164,37 18,33 59,4 5,92 2,31 111,32 80,13 66,12 12,43 6,42 165J9 18,43 59,7 6,94 2.33 111,88 80, 3 56,40 12,62 5,44 Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deutsch Oesterr ,2100 Krone» Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... voll voll voll voll voll voll Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten...... Märkte. Berliner Produktenbörse. e r l i n, 15. Ott. Am Produttenmartt war Inlandroggen von neuem fest, Auslandware ruhiger. Die Kauflust in Mehl wird als gering bezeichnet Kartoffeln folgen im allgemeinen der Pendenz für Dootfrüchte, die heutige Preislage ist noch unbestimmt. Es notierten je 1000 Kilo' Ä 229- 237 Roggen, märf. 230 bls 237 Gerste, mark. 240 bis 270, neue 215 bis 230, Safer, marf. 187 bis 194, pomm. 177 bis 185, Aaps 385 bis 395, Leinsaat 440 bis 450' je 100 5^'^zenmehl 32 bis 35,50, Roggenmehl 31,50 ^'zenkleie 13,80, Roggenkleie 13, Viktorlaerbsen 34 bis 38, kleine Erbsen 25 bis 27 tfuttererbfen 19 bis 20, Peluschken 17 bis Itz' Ackerbohnen 20 bis 22, Wicken 18 bis 19, Lupinen blau 14 bis 15, gelb 16 bis 19, Serradelle, alt 15 big 17, neu 20 bis 24, Rapskuchen 15,50 bis 15,60 Leinkuchen 25 bis 25,30, Trockenschnihel 11, Torfmelasse 9,25, Kairtvffelflvcken 19,50 bis 20 Mark. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 15. Oft. Es wurden notiert: CEeisen 24 bis 25, Roggen, inländ. 23,75 btS 24,75, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 28,50, Hafer, inländ. 20 bis 23, MaiS, gelb 20,50 bis 20,75, Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 35,50 bis 38,50, Roggenmehl 34,50 bis 37, Weizerckleje 12,50 bis 12 75, Roggenkleie 12,25 bis 12,50. Tendenz: Befestigt. In Weizen und in Roggen fanden je nach Feuchtigkeitsgehalt Absätze zu entsprechend niedrigeren Notierungen statt, da die genannten Notierungen doch auf gute gesunde Durchschnittsqualität sich belieben. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger*'.) Frankfurt a. M, 15. Okt. Auftrieb: 1980 Rinder: darunter 666 Ochsen, 84 Dullen, 1229 Färsen und Kühe, 1 Fresser, 317 Kälber, 407 Schafe. Es wurden bezahlt pro Zentner Lebendgewicht: Rinder: Ochsen: vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 52—58, junge, fleischige, nicht.ausgemästete und ältere ausge- mäftete 46—52,' mäßig genährte junge und gut genährte ältere 36—44; Dullen: vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 45—50, vollfleischige jüngere 40—44; Färsen und Kühe: vollst. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 48—55, vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Iahren 42—48, wenig gut entwickelte Färsen 39—47, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 33—40, mäßig genährte Kühe und Färsen 24 bis 32, gering genährte Kühe und Färsen 12—22. Kälber: feinste Masttälber 70—78, mittlere Mast- und beste Saugkälber 60—69, geringere Mast- und gute Saugkälber 50—59. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 42—48, geringere Masthämmel und Schafe 35—41. Marttverlauf: Großvieh schleppend, Kleinvieh reger. Großvieh hinterläßt llleberstand. Nächster Martt morgen Donnerstag, den 16. Oktober. Anekdoten. Einige Zeit vor Talmas, des berühmten französischen Schauspielers, ToSe las ihm ein junger Dichter sein Lustspiel vor. Talma hörte ihm sehr ernst zu und verzog keine Miene. Am Ende des zwetten Attes sagte der Vorleser: „Hier lacht der Graf." — „Er kann von Glück sagen!" rief Talma aus. * Ein angehender Schauspieler, der bisher nur stumme Rollen gespielt hatte, verkörperte in Schillers „Räubern" Sen Razmann. An der ©teile, wo er zu Moor gesagt hatte: „Komm, wir wollen uns in den böhmischen Wäldern niederlassen und dort eine Räuberbande gründen!" fuhr ihn Moor hart an mit den Worten: „Kerl, wer blies dir Sies Wort ein . . .?" Der Spieler, ganz erschrocken, antwortete zaghaft, auf den Souffleur deutend: „Der da unten!" * Der Großvater des berühmten ftanzösischen Romanschriftstellers Alexandre Dumas toat der Sohn des Marquis de la Pailleterie und einer Negerin von Sankt Domingo, namens Tiennette Dumas. Einst fragte ein junger Mann den Dichter, ob es wahr sei, daß er der Sohn eines Mestizen sei. „Gewiß", antwortete der darauf, „mein Vater war ein Mestize, mein Großvater ein Neger und mehr Urgroßvater ein Affe. Wie Die sehen, fängt mein Stammbaum genau da an, tro der Ihre endet." * In Rom lebte vor etwa hundert Iahoen ein Advokat, der sehr geschickt war und viel Geld verdiente, so daß er, als er starb, ein ansehnliches Vermögen hinterlieh. Groß war aber nun das Erstaunen, als man erfuhr, er habe fern gesamtes Hab und Gut dem — Irrenhaus vermacht. Sein Testament gab jedoch kurz und bündig die Er- flärung hierüber. — „Von Narren habe ich mein Geld erhalten," schrieb er darin, „und so gebe ich es denn auch den Narren wieder zurück!" > « * In einem kleinen rheinischen Städtchen war eines schönen Tages ein Wandertheater erschienen und kündigte auf großen Plakaten Vorstellungen an. Der fteundliche Bürgermeister des Städtchens hatte dem rührigen Theaterdirektor erlaubt, auch an dem Rat hause die Theaterbekanntmachungen anschlagen zu lassen. Am Tage der Eröffnungsvorstellung prangte unter dem SchilS „Zum Steuerbureau (zweite Treppe rechts)" ein Theaterzettel mit den Riesenlettem „Weh' dem, der lügt". Darob verstänSnisvolles Schmunzln bei vielen Einwohnern. Büchertisch. , — Tage in Hellas, Blätter von einer Neise. Don Bernhard Guttmann. Frankfurter Societäts-Druckerei G. m. b. H., Frankfurt a. M. Brosch. 4 Mk. — In kurzen, prägnanten Kapiteln, die formal und sprachlich Meisterleistungen der Darstellungskunst bedeuten, führt uns der Verfasser durch Land und Städte, durch Politik und Kultur des modernen Griechenlands. „Griechenland gehört zum Orient." Siefer Sah bildet den Schlüssel zum Verständnis des „alten* Landes, in dem Guttmann nicht nur nach den Tleberbleibseln der klassischen Kultur sucht, sondern uns sein neues wenig bekanntes Gepräge zeigt. Orientalisch sind die Verhältnisse auf d«n Lande, die Mentalität des Volkes, die Gasffreund- lichkeit und ruhige Zurückhaltung der Provinzialen. Orientalisch sind auch die politischen Verhältnisse, deren BoSen, wie das Land selbst „fast an jedem Tage an irgendeiner Stelle" erbebt. Das Zentralproblem der heutigen griechischen Kultur ist der Sprachen streit, Seffen unermeßliche Schwierigkeiten der Verfasser in lehrreicher Weise entwickelt. Ein kleiner Anhang orientiert in vorbildlicher Art über das letzte Iahrzehnt der neugriechischen Geschichte. — Der von dem Literarhistoriker der Darmstädter Technischen Hochschule Professor Dr. A. E. Berger anläßlich der Zweihundertjahrfeier von Klopstocks Geburtstag dort gehaltene Festvortrag ist jetzt unter dem Titel „Klopstocks Sendung" bei C. Hofmann & Co. in Darmstadt erschienen. Eine Entfettungskur sollten alle Korpulenten vornehinen. Wir rnten Ibnen, in Ihrer Apotheke 30 g Toluba-Kerne zu kaufen, die völlig unschädttche, fett-ehrende Stoffe enthalten. ffädfcel.. R 1 wP) und doch brauchen Sic ntchtzu verzwet. v" ' y L 1 telnl Nehmen SteAok