Dienstag, 16. September 192^ Nr. 218 Erstes Statt 174. Jahrgang Krisenstimmung und Stresemann? — Dr. Wirths Sturm gegen den Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichL, auswärts 10 Goldpfennig: für Reklame-Anzeigen D.TOmm Breite 35 Goldpfennig. Platzvorschrift 20" „Ausschlag. - Verantwortlich für Politik». Feuilleton Dr. Friedr. Wilh. Lange für den übrigen Teil Ernst Blumschein;fürder Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. nalcn tschechischen Charakter wahren mühte. Aach einem Stadtratsbeschluh fei bie Anbringung deutscher Plakate in Prag mit Au^. nähme des Theaterzettels unzulässig. Auch der Einwand, dah Prag, abgesehen von feinen 30 000 Einwohnern, als Hauptstadt eines von 31/., Millionen Deutschen bewohnten Staates die' Sprache dieser Bürger zu respektieren habe, lieh der Bürgermeister nicht gelten. Der mexikanische Unabftängiqkeitstag. Berlin 15. (Sept lWTD.) Die mexika- nische Gesandtschaft beging heute den 114. wahres- tag der Tlnabhüngigkeitserttarung Mexikos durch einen Empfang im Eden-Hotel. Dec Präsident der Republik General Calles, begrüßte mit t>cm Gesandten die Gäste. Unter diesen waren neben der mexikanischen Kolonie und dem hier akkreditierten diplomatischen Korps die deutschen Reichsbehörden mit dem Minister des Aeußern Dr. Stresemann an der Spitze vertreten. Um 11 Uhr wurde nach einem Hoch auf Mexiko unter den Klängen der Rationalhymne die mexikanische Fahne entrollt Ein Hoch auf Deutschland schloß den Akt Auch in der Berliner Ge- Erscheint täglich, auher Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienb lütter Monats-vezugspreis: 2 (Bolömarh u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Femsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten^ AnzelgerSiehea. Postscheckkonto: Frankfurt a. Ul. 11686. Die Trauerfeier für Casalini. Rom, 15. Sept. (WB.) Heute nachmittag fand die feierliche Beisetzung Casali- nis, des ermordeten faschistische Abge^rdne en, statt. Die Bureaus und Läden hatten geschftf en. Eine ungeheure Menschenmenge starte sich hinter den ALsperrungsketten der Truppen. An dem großen Tcauerzuge nahmen auch Mu s s o l i n r. die Regierung, Wordnungen des Parlameni^, sämtliche saschisti'chen Abordnungen, va erlanv-s des Hnterstaatssekretärs des Innern seinen Weg nach dem Friedhof fortsehte. Auf der Piazza Tiburtina hielt der Trauerzug; alle Anwesenden knieten nieder. Nachdem einige Minuten lang Stille geherrscht hatte, rief Rossoti. der Vorsiherrde der faschistischen Gewerkschaftsverbände: Armando Casallni! Die Menge antworte e mit erhobener Stimme: Gegenwärtig! Damit war die ergreifende Tvauerfeier beendet. Wiederbeginn des Kampfes in Schanghai. Schanghai. 15.Sept. (Funkspruch.) Nachdem auf das stürmische Wetter wieder Sonnenschein folgte, nahmen die Heere der rivalisierenden Gouverneure, die um den Besitz Schanghais ringen, den Kampf in allen Abschnitten des Schlachtfeldes wieder auf. — Nach einer Meldung aus Tientsin haben die Truppen Wu - Pei -- Fus ihre Bewegung von Pao-Ting-Fu fortgesetzt. Sie sind mit Artillerie und Flugzeugen vollständig ausgerüstet. Eine Firma von Tientsin hat einen Auftrag zur Herstellung von Gasmasken erhalten. Die Eisenbahnlinie nach der Mandschurei ist an der chinesischen Mauer unter- brochen, um einen Einbruch der Truppen aus der Provinz Tschili zu verhindern. Nach einer Meldung aus Tokio hat die Anruhe unter den Streitkräften des Generals T s ch a n g t s o l i n, die in Mulden zum Vormarsch gegen Peking und zum Angriff auf die Streitkräfte dec Zentralregierung zusammengezogen sind, einen scharfen Einspruch des japanischen Generalkonsuls in Mukden hervorgerufen. Japanische Truppen werden möglicherweise zur Aufrechterhaltung der Ordnung herbeigerufen. Die Kämpfe in Marokko. Paris, 16. Sept. (WTB.) Nach einer Meldung aus Marokko haben die Spanier die Stellungen an der Mündung des Lauflusses sowie einige Posten an der Gamavar gestern ohne jeden Zwischenfall geräumt. Eine Abteilung hat T e 1 u a n und die Stellungen der vorgeschobenen Posten von Kalaa nach einem gutverlaufenen Kampfe neu mit Lebensmitteln versorgt. Aus aller Welt. Der geppelin über Frankfurt erwartet. Sie große Deutschland-Rundfahrt verschoben. Berlin, 15. Sept. (Priv.-Tel.) Infolge der neueren Verschlechterung der Wetterlage und der notwendig gewordenen Abänderung der Kurbelwellen auf der Propellerseite der Motoren hat die Leitung der Zepvelinwerft davon Ab- s! and genommen, noch diese Woche die große Fahrt des „Z. R. III“ nach Norddeutschland und Skandinavien anzutreten. Es sei neuerdings geplant, für die große Probefahrt die Route durch ganz Deutschland mit Einschluß des besetzten Gebietes zu nehmen. Die Fahrt soll den Rhein hinauf, vom Rhein- lan d nach Westfalen, Hamburg und Schleswig-Holstein gehen, von wo aus die Ostsee mit Kurs auf Königsberg überflogen werden soll. Nach einem Rundflug über Ostpreußen soll das Luftschiff dann südlichen Kurs auf Oberschlesien nehmen und von dort über Breslau und Mitteldeutschland, wobei auch Berlin berührt werden soll, nach Fried» rSchsHafen zurückkehven. In dieser Woche finden nur noch einige Heinere Probefahrten statt. A«f eine telegraphische Anfrage beim Luftschiffbau Friedrichshafen hat dieser die Stadt Frankfurt wissen lassen, daß „Z. R. 126" auf einer dieser Probefahrten auch Frankfurt überfliegen werde: dagegen sei die vom Magistrat gewünschte Landung auf dem Flugplatz der Delag ausgeschlossen. Die „Schule der Weisheit". Darmstadt, 15. Sept. (WB.) Die Gesellschaft für Freie Philosophie, die Schule der Weisheit, des Grafen Keyserling, hat heute ihre 6. Tagung, die'bis zum 19 Septembr. dau rn soll, eröffnet. Der Dvrsitende Graf Kehser.i.ig mr^rte die intcre fante Mitteilung daß die Schule tci Weisheit trotz aller Te cnfen heute mehr blühe denn je. Die Gesellschaft zähle zur Zeit 1100 Mitglieder, die nicht nur aus Deutschland, sondern aus Amerika, Asien und Afrika, sowie Australien stammen, ein Bewis dafür, daß der Gedanke der Schule und die Ph'los.phie sich bei allen Völkern durchsetze. Der ersten Bo t ag h _lt Graf Keyserling über: Werden und Ter- gchen. Am Nachmittag sprach Prof. Driesch über „Organische Entwicklung". Eine internationale Akademie für vergleichende Rechtswissenschaft. In Genf wurde eine internationale Akademie für vergleichende Rechtswissenschaft gegründet beren Vorsitzender für die nächsten drei Jahre Professor Andrä Weiß (Pari«) ist. Die Arbeiten der Akademie werden in vier Gruppen eingekeilt: Für lateinisches Recht, für angloamerikanisches Recht, für die In Mittel- und Nordeuropa und für die im Orient und in den Kolonien geltenden Rechtssysteme. Unter dan Mitarbeitern der dritten Gruppe, die der Leitung von Wieland (Basel) untersteht, befinden sich auch die beiden deutschen Rechtsgelshrten He y- ma n n (Berlin) und Sieber (Leipzig). Wilhelm Roux f- 3m Alter von 74 Jahren ist Montag nachmittag in Halle der als Begründer der Gnt- wicklungSmechanik bekannt gewordene Geheime Medizinalrat Professor Wilhelm Roux gestorben. Eine kalifornische Stadt das Opfer eines Blitzes. In Moniere y zerstörte der Blitz einen Behälter mit 55 000 Varrels Rohöl. Der hierdurch verursachte Brand hatte den Tod von vier Soldaten zur Folge, die mit der Löschung des Brandes beschäftigt waren. Der Desamtschaden ir ird auf 3 Millionen Dollars geschäht. Der alten Stadt Monterey, der Sih der ersten Regierung Kaliforniens, droht durch den Brand die völlige Zerstörung. Autounglücke. Bei dem Autorennen Weesen-Amden (Schweizer Kanton €t Gallen) ereignete sich auf der Heimfahrt ein schwerer Hnglücksfall. Infolge allzu großer Geschwindigkeit und Platzens eines Reifens überschlug sich der Rennwagen der Prinzessin Hohenlohe, der von Eugen Geisser- ZUrrcy gefahren wurde uno in Dem sich außerdem der bekannte Rennfahrer Dr. Karrer befand. Der Wagenführer Geisser erlitt so schwere Verletzungen, daß er im Krankenhause starb. Auch Dr. Karrer wurde erheblich verletzt. — Hnweit des benachbarten Branchewinda (Thüringen) stießen an einer unübersichtlichen Stelle der Landstraße ein Personen- und Lastwagen zusammen. Frau Kommerzienrat Her twi g aus Katzhütte wurde aus dem Auto geschleudert und so schwer verletzt, daß sie im Arnstadter Krankenhaus starb. Bootsunglück. Während eines Sturmes ist im Kiele r Außenhafen ein Segelboot gekentert. Deo Assistenzarzt an der Universitätsklinik Gutow s k y und eine junge Dame sind ertrunken. Ein französisches Flugzeug in der Pfalz abgestürzt. Paris, 16. Sept. (WTB.) Ein französisches Flugzeug ist auf dem Fluge nach Saargemünd In der Pfalz abgestürzt. Der Führer wurde verwundet, der Mechaniker, der ihn begleitete, wurde schwer verletzt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 16. Sept. 1924. Die Arbeit der Hausfrau. Ich bewundere die Hausfrauen. Und zwar so ehrlich, daß mir manche dieser treuen Pioniers der Kleinarbeit beschämt sagt: „Hören Sie doch auf!" Man hat für mancherlei Personen und Taten bei uns Zeit Mut und Gelegenheit gefunden, ihnen Denkmäler zu errichten. Die unendliche Liebe und Sorgfalt, Hingabe und Rastlosigkeit aber der Hausfrau ist dabei immer übersehen worden. Es gibt so viele Brunnen und Säulen, zu deren Ausschmückung die Bildhauer auf der Suche nach Motiven sich fast den Kopf zerbrach.n haben — die Hausfrau und ihre Arbeit auf einem solchen Kunstwerk zu verewigen, ist ihnen bis jetzt nicht eingefallen. Ich bin viel in Städten fjerumgetommen; hin und wieder habe ich mal Anspielungen auf die Hausfrau bei solchen Gelegenheiten in der Darstellung erblicken können, nicht aber die bewußte Arbeit, den vielen guten Kochtopfgewaltigen einer Stadt ein würdiges Denkmal zu setzen. Das brauchte durchaus nicht prosaisch zu wirken! Wenn du mittags hungrig nach Haase kommst, dann dünkt dich das duftige Mittagessen durchaus nicht Prosaischl, sondern schmunzelnd blickst du zu der Kochkunst lerin und denkst: Es ist doch ein wahrer Staat, wie meine Frau zu kochen versteht, Hnd dann lassest du es dir wohl- schmecken. Hnd hernach, während du gutgestimmt verdaust, kommt dir wohl der Gedanke, daß Essen doch eigentlich recht prosaisch ist. Lieber F 'eunb, wenn du satt bist, ist eben dem Essen der Zauber genommen; dann kommt auch jener Hochmut wieder, der das Essen als etwas Nebensächliches betrachtet: sd schnell wird das Gute vergessen. Liebe Hausfrau, tröste dich, das Sprichwort sagt schon: Der satten Maus schind da^ Mch' bi ter. Wieviele Arbeit der Hcrusfvau bekommen wir gar nicht zu Gesicht! Wieviele Hand^r f,e muh sie tun von denen wir gar nicht wissen, daß sie da sind! Laß' den guten Geist deines Hauses einmal verreisen, dann fühlst du etwas davon! Wische dann gelegentlich über die Politur der Möbel, da wirst du merken, daß man wehmütig in den Staub schreiben kann: „Kehr wieder!" Der Aschenbecher bleibt stehm. wo du ihn hinaestellt hattest, Streichhölzer liegen in der Stube herum All das ist dir sonst entgangen. Hole sie dann selbst vom Bahnhof ab und empfange sie bei ihrer Rückkehr so, als ob du dein besseres Selbst wiederfändesl, denn dann werden dir die Augen für ihren Wert geöffnet fein. Liebe Hausfrauen, wenn wir erst wieder ein reiches Volk sind, da wird auch ein Denkmal bewilligt! —er. * (Siebener Wochcnmarktpreise am 16. September 1924 (Händlerpreise). Es kosteten: Butter Pfd. 220 Pf., Matte 30, Käse 60, Eier Stück 15, Wirirg Pfd. 15, Weißkraut 8—10, Rotkraut 15—20, gelbe Rüben 10, rote Rüben 8, Spinat 30, Römi chkohl 8, Dohnen 15—20, Blumenkohl Stück 50—200, Salatgurken 10, Einmachgurken 3—6. Endivien 10—30, Ober- Kohlrabi 10, Hnter-Kohlvabl Pfd. 6, Tomaten 25—30, Zwiebeln 15—20, Lauch Stück 5-15, Meerrettich ICO, Sellerie Stück 25—50. Kürbis Pfd. 8-10, Pilze 20, Kartoffeln 5, Falläpfel 5, Aepfel 10—12, Birnen 8—20, Brombeeren 50, Preiselbeeren 80, Zwetschen 15—20, Mirabellen 25, junge Hahnen 100, Suppenhühner 90, Nüsse 50-60. * * * Der neue Gießener Vieh- und Krämermarkt-Tarif wird im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Interessenten seien hiermit besonders bavauf hingewiesen. * * Deutsche Jugendherbergen. Die zugunsten des Iugendhrrbergstoerkes von den Zweigausschüssen 2Nain-Lahn-Fulda und Od n- walo veranstaltete große Warenlotterie, in der die Ziehung am 14. ds. Mts. stattfinden sollte, wurde mit Rücksicht auf bic schwierige Verteil hing der Lose auf dem Land auf den 12. Oktober verschoben. (Siehe gestrige Anzeige.) * * Zulas ung der Postanweisungen nach Dänemark. Dom 15. d. Mts. sind Postanweisungen nach Dänemark bis zu 150 Kr. wieder -ugelassen. Postaufträge und Nachnahmen auf Sendungen aus Dänemark nach Deutschland sowie Gebührenzettel zu Wertkästchen, Postpaketen und Frachtstücken nach und aus Dänemark sind ebenfalls wieder zulässig. *• Schneeschuh - Fahrkarten. Der Deutsche Ski-Derband will an die Reichsbahn mit dem Ersuchen herantreten, ähnlich wie Fahrradkarten auch Schneeschuh-Fahrkarten aufzulegen, damit Schneeschuhe auch in Schnell- und v-Zügen Beförderung finden können. Durch diese Erleichterung würde der Wintersportverkehr zweifellos erheblich gesteigert werden. *" D i e Kaufmännische Fortbildungsschule und die öffentliche Höhere Handelsschule veranstalteten am Samstagabend in den Räumen des Katholischen ll^reinShauses einen Eltern- und Hnterhaltungs- abend, der sich sowohl von fetten der Schüler utu> Deren Angehörigen tote auch von feiten der geladenen Gäste eines außerordentlichen Zuspruches zu erfreuen hatte. Der Leiter der Anstalt, Dr. Feld, sprach in fesselnder Weise über die „ Aufgaben und Ziele der kaufmännische Schule". Die einzelnen, anerkennenswerten Leistungen aus dem vielseitig angelegten Programm hervorzuheben, verbietet der zur Verfügung stehende Raum, andererseits wäre cs unbillig, nur einzelne Namen der Mitwiikenden. die größtenteils als Schüler und Schülerinnen den beiden Schulen angehören, hier besonders zu nennen, da alle ihr Testes hergaben. Die orchestrale Ausgestaltung des Programms hatte die „Bereinigung jugendlicher Musik- und Literaturfreunde" übernommen und erntete ebenso wie die übrigen Mit- wirkcnden für ihre Darbietungen reichen Beifall. " En dlich e rwisch t. In der Person des. 20jährigen Kaufmanns Werner Sorge aus Gießen wurde in Frankfurt a. M. der Schwindler festgenommen, der dort feit längerer Zeit im angeblichen Auftrag der abwesenden Herrschaft den Dienstboten gegen hohe Bezahlung Bilder ablieferte, die gar nichts wert waren. Den gleichen Trick hat Sorge in el, Fällen auch in unserer Stadt angewandt, weshalb auch die hiesige P>>- lizei an dem hoffnungsvollen jungen Mann ein starkes Interesse hat. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater, 8 Ahr: „Flachsmann als Erzieher". — Hessische Dilderbühne: „Die Tragödie im Hause Habsburg". — Lichtspielhaus, Bahnhvfstr.: „Das Recht auf Liebe". — Astoria-Lichlspiele: „Der Vater". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es sei darauf hingewiesen, daß die heutige Ausführung der Komödie „Flachsmann abs Erzieher" das letzte diesjährige Gastspiel von Dao-Nauheim aus ist. Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt, auffrischende westliche Winde, kühl, vorwiegend trocken. Landkreis Gießen. T) Lich, 14. Sch>t. Am Samstag sand die Hochzeit des Grasen Georg Friedrich zu Solms- La u b a ch mit der P r i n z e s s i n I o - Hanna zuSolms-Hohensolms - Lich im hiesigen Schlosse des Fürsten Reinhard zu Svlms-Hohensolms-Lich, statt. Am Polterabend wurde der fürstlichen Familie und insbe ondere dem jungen Paare seitens der hiefigen Vereine ein Ständchen gebracht. Gegen 8 Ähr abends versammelte sich die h.esigc Ortsgruppe de'Deutschen Jugend, der die Braut als Mitglied an- gchörte, im Schloßgarten und führte unter Gesang mit Mandolineybeglellung einen wohlgelungenen Fackelreigen auf, der mit dem Ab- brennen eines h ll lodernden Rei ighaufens einen wunderbaren Abschluß fand. Im An chluh am eine kurze Ansprache dankte der Bräutigam in bewegten Worten für das schön ge.u ig w Spiel und die dargebrachten Glückwünsche Im Schein t>'r brennende i Fackeln verabschiedete sich sodann die Braut von den ihr lieb gewordenen Angehörigen des Bundes durchs Händeschütteln. Anschließend hieran rückten die hie'igen Vereine geschlossen in einem Fackelzug mit Trornmel- ffang, voran der aus der Heimat des Bräutigams herbeigeeilte Gesangverein „Germania"»Laubach, vor das Hauptportal des Schlosses. Nach dem Gesang dreier Lieder seitens des letztgenannten Vereins und des Gesangvereins „Roth cher Män- ncrchrr"-Lich ergriff Bürgermeister Völker dahier das Wort und überbrachte der fürstlichen Familie und besonders dem jungen Paare die Glückwünsche der Stadt Lich und ihrer Einwohner. In ein von dem Redner aufgebrachtes Hoch stimmte die überaus große Zahl der Zuschauer begeistert ein. Der Bräutigam b .rannte in beredten Worten feine Liebe un> Treue zur engeren Heimat wie auch zum deutschen Vat.rland. dank e für die erwiese, er Aufmerk amkeiten un> brach e ein Hoch auf das Wohlergehen der Stadt L ch u: b ihrer Cinwohn rfchaft aus Zwei sih hier, n anschli hende Ge'angsvorträ^e der Geian sabtti- lung der Gesellschaft „Gemütlichkeit" und des Männergefangvereins „Cä tja" dahier beendeten das to h.g lunpene Ständchen Am Sams agmit- tag 121 ■ H h: fand die kirchliche Trauung in der hiesigen altehrwürdigen Mar'enstiftskirche statt. Eine große Menschenmenge war aus nah und fern hrrbeigeeilt, um der Handlung beizuwohnen. Dis auf den letzten Platz war die Kirche besetzt. Die kirchliche Hand.ung wurde von Stistsdechant Lenz, hier vorgenommen. Der EingangsIPruch (Trautext) lautete: „Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienon." Bei den Festgästen befand sich u. a. die Familie des früheren Großherzogs von Hessen. ~ Rodheim a. d. H., 15. Sept. Gestern fand in unterem Dorfe Bürger meist erwähl statt. Don 225 Wahlberechtigten traten 15? zur Wahlurne. Deren Stimmen verteilten sich auf die beiden Kandidaten: Landwirt Adolf Hofmann II. 118 Stimmen, Beigeordneter Wilhelm Reichhardt II. 39 Stimmen. Kreis Friedberg. *Dad-Nauheim, 14. Sept. Zu einer Kundgebunggegen die Kriegs schul d- lüge hatten für heute vormittag die Vaterländischen Verbände Oberhessens alle nationalgesinnten Männer und Frauen eingeladen. Mehr als 1500 Einwohner Bad-Nauheims und Hmgegenb hatten sich am Ort der Veranstaltung, in den staatlichen Trinkkuranlagen, versammelt. Auch zahlreiche Kurgäste sah man in der Menge. Bunte Fahnen und Banner der Vaterländischen Verbände und der Nationalsozialisten belebten das Bild. Unter Mitwirkung der Kapelle der ehemaligen 81er nahm die Veranstaltung einen erhebenden Verlaus. Sie bewies wiederum, daß die nationalen Kreise nicht gewillt sind, an den Folgen einer ungeheuren Lüge zugrunde zu gehen. — Die Versammlung wurde von Dr. Lenz -Gießen, dem Vorsitzenden der Vaterländischen Verbände Oberhessens. geleitet. In seinen Begrützungsworten betonte er, daß die Schuldfrage eine Frage auf Leben und Tod für das deutsche Volk sei. Es gelte, unsere Ehre wiederher- zustellen, trotz der Widerstände, die sowohl vom feindlichen Ausland als auch von der deutschen sozialistischen und verwandten Presse ausgehen. Nach den Klängen eines alten Armeemarsches betrat General von Wrisberg -Berlin die Rednertribüne. In wohldurchdachten Ausführungen gab er einen kurzen, aber inhaltreichen Heber» blick über das umfangreiche Material, das Deutschland zum Beweise seiner Unschuld vorlegen kann. Die Veröffentlichungen aus russischen und deutschen Archiven, die Dokumente aus Brüssel und so manches andere Schriftstück lassen die Schuldfrage als hinreichend geklärt erscheinen. Poincarö ist der Hauptrriegsyetzer gewesen: sranzösische Gelder haben Rußland in den Stand gesetzt, seine Kriegsvorbereitungen in großem .Umfange treffen zu können. In Rußland trieb die Partei der Großfürsten und der rechte Flügel der Duma zum Kriege gegen die Mittelmächte. Der linke Dumaflügei war dagegen. Zwischen beiden Gruppen schwankte der Zar hin und her. Auch England ist mitschuldig.; Ein Wink nach Paris, und Petersburg, und die russische Mobilmachung wäre unterblieben. Aber England handelte nach seinem alten Grundsatz, daß die stärkste Macht auf dem Kontinen vernichtet werden müsse. Es hat sich nach einem Geständnis der Saturday-Review seiner Handels- Rivalen immer durch den Krieg entledigt. Lebhafter Beifall belohnte den Redner. -- Als zweiter Redner sprach Oberpostinspektor Sprenger- Frankfurt a. M. Er wies zunächst aus die schwere Schuld der Vorkriegsregierungen nach Bismarcks Abgang hin, der drohenden Kriegsgefahr nicht mit allen notwendigen Vorbereitungen begegnet zu sein. Auch habe unsere Diplomatie es nicht wie Bismarck verstanden, den Zusammenschluß der europäischen Großmächte gegen Deutschland zu verhindern. Rur in diesem Sinne kann von einer deutschen Schuld gesprochen werden.- 2p seinen weiteren Ausführungen behandelte er die schweren Lasten, die das deutsche Volk unmöglich tragen könne. Mit dem Gesang des Deutschlandliedes und der Annahme einer Entschließung endigte die wohlgelungene, machtvolle Kundgebung in den Anlagen. Darauf nahm General von Wrisberg in der Allee den Vorbeimarsch der Verbände ab. Die Entschließung, die der Reichsregierung übersandt wird, hat folgenden Wortlaut: „Die auf Einberufung seitens der Vereinigten Vaterländischen Verbände Oberhessens am Sonntag, den 14. September 1924 in den staatlichen Trint- furanlagen Bad-Nauheims überaus zahlreich versammelten Einwohner ünd Kurgäste sind der festen Heberzeugung, daß ohne Beseitigung der schmachvollen Lüge von Deutschlands Schuld am Weltkriege ein Aufstieg aus tiefster Not unmöglich ist. Aus diesem Grunde muß alles geschehen, um die deutsche Ehre durch Widerlegung der Kriegsschuldlüge wiederherzustellen. Wer ein reines Gewissen hat, kann sich dieser Forderung nicht entgegenstellen. Das deutsche Volk aber darf nicht müde werden, immer wieder den Ruf nach Wahrheit in die Welt hinauszusenden. Die Versammlung fordert deshalb von der Reichsregierung die unverzügliche Weiterverfolgung der schon angekündigten Aufrollung der Kriegsschuldfrage vor aller Welt, ohne sich durch irgendwelche Drohungen beirren oder einschüchtern zu lassen." fpd. Bad-Nauheim, 15. Sept. Als Dr. Hermann Winter aus Speyer und Dr. Willi Haas aus Erlangen logierten sich Mitte voriger Woche in einem hiesigen Hotel zwei junge Leute ein. Am nächsten Morgen fuhren sie in einem Auto in der Richtung nach Frankfurt weiter. Kaurn hatte das Paar Nauheim verlassen, als ein Kurgast bemerkte, daß ihm aus seinem Hotelzimmer alle wertvollen Schmucksachen gestohlen waren. Als Diebe kommen zweifellos die beiden jungen Leute in Frage. Hessen-Nassau. ][ Marburg, 14. Sept. Die Stille bet großen Ferien wurde heute durch mehrere große Veranstaltungen unterbrochen. So fanben anläßlich der Roten Kreuz-Jubelfeier auf dem Marktplatz, &;r Ketzerbach und an der Nordschule Gesangs- und Dvkalkonzerte statt und dir Freiwillige Feuerwehr hielt mit der Sanitätskolonne -eine gemeinsame Hebung ab. Gleichzeitig veranstalteten die Schüler der Landschulen im Stadion ein großes Wetturnen und in den Stadtsälen tagte unter großer Beteiligung der Taubstummen-Verein für Hes en-Na.-sau. In d r Stadt herrschte daher heute reger Fremdenverkehr. fpd. Frankfurt a. M., 15. Sept. Samstag trafen in Frankfurt sechs französische, amerikanische, englische und belgische Offiziere der InterallliertenMilitär-Kontroll- k o m m i s s i o n ein und verweilten längere Zeit in den Diensträumen der zuständigen Polizeibehörden. Turnen, Sport und Spiel. Gauturnsahrt des Gaues Hessen vw. Butzbach, 15. Sept. Di^ Gauturnfahrt des Gaues Hessen fand am gestrigen Sonntag mit dem Ziel Butzbach statt. Bekanntlich müssen die Teilnehmer zunächst einmal 2 Stunden Marsch za- rückgelegt haben, wenn sie sich an den turnerischen Hebungen beteiligen wollen. Gegen 9 Hhr vormittags trafen die Turner ein, um nach der Begrüßung and Konzert auf dem Marktplatz sich auf den schönen Sportplatz im Lustgarten zum Wetturnen zu begeben. Pünktlich, wie vorgesehen, ward begonnen und präzis wie stets das Programm durchgeführt. Das Wetturnen umfaßte Freiwettlauf, Kugelstoß 100-Meter-Lauf, Stabhochsprung und Pflichtfrei' übung. Gegen 2Vs Mr bewegte sich ein imposanter Festzug, den eine prächtige Feuerwehrkapelle begleitete, und in welchem wohl 600 Turner der 5 Bezirke des Gaues Hessen mit ihren Fahnen und Trommler- wie Pfeiferkorps waren, durch die geschmückten Straßen der Alt- und Neustadt nach unserem wundervollen Marktplatz. Bon dem Fenster des altertümlichen Rathauses begrüßte der 1. Sprecher des hiesigen Turnvereins, Redakteur Schneider, die Gäste und Turner und betonte, daß der Turnverein Butzbach, der einen Friedrich Ludwig Weidig, einen Moritz Kuhl und einen Albert Wämser als Führer besessen habe, seine Tradition besitze. Bürgermeister Köhler hieß die Turner herzlich willkommen und wünschte der Veranstaltung besten Verlauf. Sodann nahm der 1. Gauvertreter, Fabrikant Pfeiffer- Wetzlar, das Wort zu einer begrüßenden und begeisternden Ansprache, in der er die hohe Bedeutung des Turnwesertt in der Deutschen Turnerschaft und deren ernst« Aufgabe gerade in der heutigen Zeit hervorhob. Sie müsse die starke Seele in starkem Körper erziehen, sie müsse ihr redliches Teil mit dazu beitragen, um eine gesunde, edle, das Vaterland Ile- bendeIugend heranzuziehen. Sie müsse denTurner- Wahlspruch „Frisch. Fromm, Froh, Frei" wieder zu Ehren bringen. Dann werde sie durch die trüben Tage zu lichteren gehen, dann werde sie aushalten im Sturmgebraus, wie es im Turnerlied heiße. Hntcr Begleitung der Feuerwehrkapelle fang die große Festverfammlung: „O Deutschland hoch in Ehren, du heil'ges Land der Treu" und begab sich dann auf den großen Dportplah im Lustgarten. Dort fanden allgemeine greiübungpn, an welchen sich Rrnnffnrtn M. Berlin TTn VNNonen Prozent Damm: ' 'cmtrtji ! )euischi jeconlo Loiuinandtt . Banknoten. •) Dom .RudAablungetDert Behördliche Anzeigen M. b. auf den Ätämermärtien. 2. 3. 4. 1,- „ Gg. Schäfer. Man 038407 2. 3. 5. 6. 4. 5. 6. >e Bank..... ic vcreinöbank —,50 M. 1.- „ 1,50 „ 3.- . —,30 . Überall erhältlich 80 M. 65 „ 52 . 35 „ Preis pro verlange beim Einkauf von Rahma-buttergleich gratis die Kinderzeitung „Der kleine Coco“. Das Beste fUr Tatet nnd Küche Höclxfrer Nährwert. FeinHer ßrolaufürtclx. Immer frtfch. Obstversteigerung. Donnerstag, den l8.Sept.1924, vorm. 10 Uhr, wird die Obsternte meines an der Kreisstrahe Gießen— Leihgestem in der Nähe des Kreis Magazins gelegenen Baumgartens, bestehend in Tafel., Wirtschaftsäpfeln und Winterbirnen versteigert. behaltung ihrer Plätze an ihrem Abonne» mentstage, wenn sie diesen bis zum 17. September geltend machen. Gießen, den 12. September 1924. Lbeaterbauverein ©. m. b. H., Gießen. Der Oberbürgermeister. 704SV , „ „ über 3 m Lange „ „ überbauten Stand bis ZU 3 m Lange w „ überbauten Stand über 3 m Länge ' „ Sack Zwiebeln usw. * Karuffells, Panoramen und dergleichen für den laufenden Meter . . . Qahma 6 uttercj leich_ Bekanntmachung. Bleß- naö Srömermarft-Sattf Ser Staat Gietzen. Auf Grund der Artikel 193 und 194 der Städteordnung und unter Hinweis auf die Ortssatzung über die Gießener Jahrmärkte vom 28. April 1875, nebst dem hierzu erlasienen Aachtrag vom 1. Mar 1923, wird auf Beschluß des von der Stadtverordneten • Versammlung hierzu ermächtigten Markt ■ Ausschusses vom 26. August 1924 mit Genehmigung des Hessischen Ministeriums deS Innern zu Ar. M. d. I. 5050 für die Stadt Dießen folgender Vieh- und Krämermarkt-Tarif erlassen. § 1. Das Standgeld beträgt: schließlich der Steuer: Proszeniumsloge, Rangloge und Erster Rang Dorderplah - - I. Sperrsitz u. I.Rang-Mitte . . 11. „ ., l.Rang-Rückplah . III. „ .. IIRang-Vorderplah 11. Rang.Mitie 26 „ II. Rang-Rückplatz 19 Die Ausgabe und Bezahlung der Abonnementskarten erfolgt in vier Raten. Anmeldungen zum Abonnement sind bis zum 20. September nur schriftlich an die Stadtverwaltung, Bergstraße. Zimmer Ar. 12, unter Angabe deS Abonne- mentStageS und der Aufschrift „Theater- Abonnement" zu richten. Die lehtjährigen Abonnementen haben Anspruch auf Bei- etwa 250 Turner beteiligten, rhythmische Freiübungen des Turn- und Sportvereins Butzbach und Ringübüngen desselben Dereins statt. In der geschmückten Festhalle auf dem Bieh- marktplatz wurden gegen 6 Uhr an die Sieger Diplome ausgeteilt. Hervorgehoben sei, baß 1. Sieger Karl Reuter vom Turnverein 1846 Gießen mit 88 Punkten. 2. Karl Leineweber-Frankenberg mit 80, 3. Karl Bernhardt- Aiederwöllstadt mit 79 Punkten Wurden. Abends fand in der Festhalle bei Konzert und turnerischen Dorführungen und Tanz eine festliche Veranstaltung statt. ♦ 6taffeltag des Schwimmsportverein- „MvenuS-- Offenbach. Der S. S. D. „Moenus' -Offenbach Deranftal- tete am Sonntag seine alljährlichem Staffel- sch Wimm Wettkämpfe. Es galt, die Vorherrschaft in den Mannschaf tskämpfen des Gaues I Kreis V des Deutschen SchwimmVerbandes festzustellen. „Iungdeutschland"-Darmstadt gelang cs, nicht zuletzt durch das glänzende Schwimmen seines Rekordschwimmers und zweifachen deutschen Meisters Fr. De rg e s, die Senivrwett- kämpfe an sich zu reiben, während „Moenus"- Offenbach erwartungsgemäß in den Iugendstaffeln triumphierte. Der Gießener Schwimmver- c i n entsandte ebenfalls eine Mannschaft, die durch das Fehlen von drei seiner besten Schwimmer, Eck, Gaebler, Jung, sehr geschwächt war. Trotzdem gelang es dem Verein, die Druststafsel für 1. Senioren 3X8 Bahnen (Vahnlänge 15 Meter) an sich zu reiben. Die am 31. August in Darmstadt siegreiche Damenjugend-Druststaffel mußte sich ben Offenbacher „Moenaninnen" beugen, da sie die Wendetechnik des kurzen Hallentrainings nicht ganz beherrschte. Die Herren- jugend-Druststaffel belegte zwei dritte Plätze. 1. für einen Stand bis zu 3 m Länge § 2. Vorstehender Tarif tritt mit dem Tage seiner Verkündigung in Kraft. Gießen, den 12. September 1924. Der Oberbürgermeister. I. D.: Kling spor. 71222 Bekanntmachung. Ztadttheater Abonnements-Einladung. In der Spielzeit 1924 25, die vom 7. Oktober 1924 bis Ende April 1925 dauert, werden an den Tagen Dienstag. Mittwoch und Freitag je 24Abonnements- Vorstellungen stattfinden; dieVorstellunaen beginnen um 7'/, Uhr. Gegenüber den Tagespreisen sind die Abonnementskarten um etwa 40 Prozent billiger , bei Richt benutzung der Karten können, tote bisher, Gutscheine gegen Entrichtung etner Ge- bühr von 20 Pf. gelöst werden. Der Preis für 24 Vorstellungen (dar- unter 7 Operettcn-Gastspiele) betragt etn- Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Am 8. September 1924 a) die Firma Albert Volk, chemisch-technische Fabrikate, Großen-Linden. Inhaber ist de, Kaufmann Albert Volk in Großen-Linden: b) die Firma Schuhhaus Merkur, Inh. Armin Bender, Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Armin Dender in Gießen. Aw 12. Sept. 1924 die Firma Fechter & Burk, Gießen. Gesellschafter sind: Sortiermeister Heinrich Fechter und Kaufmann Fritz Burk beide in Gießen. Die offene Handelsgesetz schäft hat am 1. Mai 1924 begonnen Heinrich Fechter ist von der Vertretung unk Zeichnung ausgeschlossen. Gießen, den 13. September 1924. Hessisches Amtsgericht. 71142 Wirtschaft. • Aktienzuckerfabrik Wetterau in Friedberg. Die Gesellschaft beantragt Ka° pitalsumstellung von 1,50 Millionen Papier- auf 500 000 Goldmark. ' Stahlwerk Becker A.-G.-W i l l i ch. Der Gläubiger-Beirat hat sich an die Gläubiger gewandt und eine Sanierung auf der Basis von 35 Prvz. befürwortet. Es ist möglich, daß mit diesem Entschluß der Hauptgläubiger der Kon- kurs vermieden wird. Don der Verwaltung ist eine vierzehntägige Verlängerung der Geschäftsaufsicht beantragt worben. * Devisenmarkt DerNn—Frankfurt a. M. üoQiDoQ 111,17 112,03 111,4' 111,08 voll voll 10,49 10,55 10,49 10,55 voltzvoll 18,35 18,4 5 18,35 16.45 voll^voll 18,715 18.805 18,716 18,8)5 voll^voll 4,1) 4,21 4,14 4,21 volllvoll »2,61 22,73 22,53 f2,Cfl voll soll 78,60 79,20 76,99 79,39 »Oll voll M.85 M.14 45,11 45.39 voll voll 5,011 6,935 9,925 8.936 voll voll 12,565 12,845 12,57 12,63 voll voll 5,44 5.46 'M 5,45 6.47 voll soll 1.i45 1,454 1,46 voll voll kos 3,07 3,09 voll voll 1,705 1,715 1,705 1,718 voll voll 0,395 L,4O5 0,395 0,40 voll voll 5,58 5,60 5,67 6.79 voll voll 11,97 12,03 11.97 12,03 voll voll ®tn> Friel | 'Hejiari. 4,11 4,21 voll 20,85 20,96 voll 70,8' 71,14 voll 18,89 18.79 voll 22,53 2?,65 voll 160,4' 161,2 voll 18,46 18,65 voll 67,40 67,18 voll 8,91 8,935 voll 2,20 2,22 voll 111,22 111,78 voll 78,8. 79,25 voll 55,Gl se.-’O voll 12,55 12,81 voll 6,335 5,if, voll Sj I Verkäufe K Gießen, den 16. September 1924 023116 Gießen, den 15. September 1924. 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Dah ' Eine amtliche J“n 'Mischen Jeöen. die in Li "4 ist Deutsch, Derispwdukten fingen abhäna M deutschen JtoMten nut toutben. ^ge{ dn Interesse c soivohl nach $( itintül in der yntänberungeT U den 6ta $Qn&etebertta SrJZ- Asklvthring nach Des Migen q, brechen. Stnnlrei E^renvetleh ^uischland^ is*ä- Sy»- EiS; rb S.-Ä den "LZch ••fc.?'; -5? .. hic ton«! Dienstag, 16. Septemver (924 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) 3wette§ Blatt Nr. 218 ment gegeben werden. Durch diese Einrichtung ist es möglich geworden die Tätigkeit unseres eigenen Personals aus das Schauspiel im weiteren Sinne — vom Drama bis zum Schwank — zu konzentrieren. Zunächst wurde eine grundlegende Aende- rung der Organisation vorgenommen. Das Gießener Stadttheater war von Haus aus als Schauspielbühne aufgebaut worden: mc Operette war erst wahrend des Krieges hinzugekommen, als ein großer Teil des Publikums im Theater in erster Linie Zerstreuung sachte Wenn wieder auf eine Hebung des Rivea ls der Bühne — und nicht nur hier — hingearbeitet werden, wenn das Theater seinen Beruf als wichtiger Kulturfaktor za wirken, wieder mehr betonen soll, so scheinen die Zeitumstände für solchen Aufbau, der natürlich auch entsprechende Mittel erfordert, nicht besonders günstig zu fein. Braucht an die allgemeine Geldknappheit erinnert zu werden, oder Imran, daß das Kino in letzter Zeit Gebiete ziu 'erobern bestrebt ist, die schon durch ihren Stoff der Schaubühne Vorbehalten schienen? Ist nicht ein neuer Bewerber um die Gunst des künstlerisch interessierten Publikams, ein Rundfunk, auf den Plan getreten? Werden die Theater im kommenden Winter all den sie bedrohenden Fährlichkeiten siegreich begegnen können? Rach der Meinung deS Schreibers dieser Zeilen werden sie es können, wenn sie Q u a l i t ä t s leistungen bieten. Solche Leist an- gen an unserer Bühne wieder zu ermöglichen, sind die sorgfältigsten Borbereitungen getroffen worden. wie aus folgendem erhellen mag. Der Saisonbeginn des Stadttheaters Eine Vorschau aus die Winterspielzeit 1924/25 von Hofrat Hermann Steingoetler. Daß dies große Vorteile hat und ein besseres künstlerisches Arbeiten ermögticht, liegt auf der Hand. Zum Glück ist aus den hinter uns liegenden chweren Zeiten ein Stamm bestbewährter Kräfte unserer Bühne erhalten geblieben. Ramea wie die der Herren Teleky. Goll. Volck, Schubert und der Damen Marcks. Jüngling und Sturmfelssprechen ür sich selbst. Durch ein neues allem Anschein nach Dauer versprechendes Abkommen mit dem Hessischen Staat ist dieser Kerntruppe unseres Schauspieles durch die Beschäftigung am Bad- Rauheimer Kurtheater während des Sommers ganzjähriges Engagement geboten, ein Umstand, der an und für sich unser Stadttheater schon eine Stufe höher stellt als die Bühnen vieler anderen Mittelstädte. Bei der notwendig gewordenen starken Der- jüngung desPersonalbestandes ist mit außerordentlicher Vorsicht vorgegangen worden. Ein Teil der ersten neuen Kräfte hat sich bereits dem Gießener Publikum in Gastspielen borge» teilt, so Sri. Dachs eld als Sentimentale in Clavigv, Herr Da st 6 aus der bekannten Künst- lerfamilie gleichen Ramens als jugendlicher Komiker und Bonvivant in „Charleys Tante", Herr Rich. R o r f o l k für das Rollengebiet des Herrn Lambertin in „Iohannisfeuer". Für die Fächer des ersten jugendlichen Helden und der ersten Raiven sind Curt Joachim Baum vom Wiesbadener Landestheater und Rita Andre vom Münchener Volkstheater verpflichtet worden, nachdem der Leiter unserer Bühne sich von den Fähigkeiten der Betreffenden persönlich überzeugt hatte. Ebenfalls vom Münchener Vollstheater kommt Frl. Maufe R elfen, die für einen Teil der jugendlichen Salondamen in Aussicht genommen ist. . Die Gestaltung des Spielplanes hängt bei vernünftigem künstlerischen Arbeiten natürlich zum guten Teile von der Individualität der einzelnen Kräfte ab, und die Aufstellung eines sogenannten Prospektes ist daher bei so starkem Wechsel im Personal wie dieses Jahr eine etwas problematische Sache. Trotzdem soll mit Vorbehalt von Minderungen ein solcher Prospelt wie in früheren Jahren herausgegeben und allen Interessenten zugänglich gemacht werden. Hier sei in Vorschau auf die kommende Spielzeit nur kurz folgendes ausgeführt: Den Klassikern wird, wie es hier üblich, die größte Sorgfalt gewidmet werden, doch sei ausdrücklich bemertt, daß hier sehr häufig gegebene klassische Werke im Abonnement nicht gebracht werden sollen. Ins Auge gefaßt sind 'Aufführungen von Faust, Räuber, Teil, Ghges und sein Ring u. a. m. Don Werken, die neu oder wenigstens für Gießen neu sind, wurden zur Aufführung ins Auge gefaßt: Don Hellmut Unger: „Der verliebte Deifu" oder „Mutterlegende": von Rudolf Presber: „Kreuzfeuer": von Sudermann: „Hasenfellhändler": von Dernard Shaw: „Teufelsschüler": von Frank Wedekind: „König Riccolo": von Max Reimann: „Rundfunk": von Hans Geisow: „Der alte Textor": von Herbert Eulenberg: „Münchhausen"; von Gerhart Hauptmann: „Und Pippa tanzt"; von Wilhelm v. Scholz: „Jude von Konstanz" oder „Vertauschte Seelen". — Außerdem ist an eine Aufführung von „Peer Gynt" gedacht, falls sich die Schwierigkeiten, die die Musik von Grieg für hier bietet, überwinden lassen. Im übrigen sollen alle etwa während der Spielzeit herauskommenden Reuerscheinungen von literarischem Werte sorgfältig geprüft und wenn möglich dem Spielplan einverleibt werden. Dabei sei aber ausdrücklich betont, daß nicht etwa einseitig eine Richtung bevorzugt werden soll. Auch die Werke heiterer Gattung, selbst wenn sie älteren Datums sind, sollen gebührend berücksichtigt werden. Haben doch Aufführungen von Großstadtluft" und „'Charlehs Tante" während des Sommers bewiesen, wie dankbar ein zahlreiches Publikum ist, wenn ihm harmlose Anregung zu herzlichem Lachen geboten wird. Eröffnet wird die Spielzeit am Dienstag, 1 Oktober, im Abonnement mit Ibsens Schauspiel „Nordische Heerfahrt", als zweite Vorstellung, ebenfalls im Abonnement, geht (wie schon erwähnt) am Mittwoch, 8. Oktober, Johann Stvauh' llassische Operette „Die Fledermaus" in Szene. So sind denn alle Vorbereitungen getrosten, eine in künstlerischer Deziehung erfolgreiche Spielzeit durchzuführen. Daß auch der finanzielle Erfolg eintritt. liegt in der Hand unseres Theaterpublikums. das sein Interesse zunächst in zahlreicher Beteiligung an dem aufgelegten Abonnement betätigen möge. Aber die Gießener Bürgerschaft wird sicher ihr geliebtes Stadtthealer. mit dem sie so eng verwachsen ist und dem sie auch in schwersten Zeiten durchgeholfen hat, nicht im Stich lassen, jetzt, da sich der bekannte „Silber- streifen" am politischen Horizont gezeigt hat, der sich hoffentlich auch auf das wirtschaftliche Gebiet ausdehnen wird. Auch angesichts der kommenden Handelsvertragsverhandlungen mit Frankreich muh nochmals besonders daraus hingewiesen werden, daß die handelspolitischen ‘Schiebungen zum Saarge b i e t eine vollkommen gesonderte Angelegenheit darstellen. Frankreich, das die Ausfuhrwaren des Saargebietes nicht ganz aufnehmen kann und desl-atb. mangels anderer Absatzgebiete für die Saarwerke. unbedingt daraus angewiesen ist, die Saarprodukte möglichst zollfrei, wie bisher, nach Deutschland zu bringen, wird Konzessionen machen, um diesen Erfolg zu erreichen. Ein spontanes Gewähren zollfreier Einfuhr nach Deutschland für bestimmte Produkte aus politischen Gründen und mit Rücksicht auf die Stimmung im Saargebiet wird von den Angehörigen des Saargebietes selbst nicht gewünscht. Wie ich ausdrücklich wiederhole, haben Vergünstigungen, die Deutschland dem Saargebiet gewähren würde, auch nicht die Konsequenz, daß sie in anderen Handelsverträgen, welche die Meistbegünstigung enthalten werden, gewährt werden müßten, da die Saar deutsches Gebiet ist. Der kommenden Winterspielzeit wird, was die finanzielle Gestaltung der Thoaterverhältnisse betrifft, in manchen Städten und von manchen Dühnenleitungen mit einem gewissen Pessimismus entgegengesehen. Es ist nun nicht zu verkennen, daß überall der Ausgabenetat anwächst, und zwar hauptsächlich infolge Steigerung der Personalausgaben. War im vergangenen Winter bei den meisten Theatern noch ein verhältnismäßig günstiger finanzieller Abschluß zu erzielen, so lag der Hauptgrund darin, daß die Gagen noch nicht die Friedenshöhe erreicht hatten, andereileits aber die Höhe der Eintrittspreise Friedenseinnahmen ermöglichte. Hierin ist eine grundsätzliche Wandlung eingetreten: es werden jetzt höhere Gagen gezahlt als im Frieden. Unb das jnit vollem Recht, denn bie Friebensgagen der Schauspieler waren, verglichen mit der Entlohnung in anderen Berussgatttmgen entschieden za gering. Der Künstler der feine ganze, ungeschmälerte Kraft seinem schönen, aber auch aufreibenden Beruf widmen soll, muß möglichst der Sorgen um das tägliche Brot enthoben fein. Am hiesigen Stadttheater wurde übrigens schon früher obigem Grundsätze Rechnung getragen, und es wurden in der Vorkriegszeit hier höhere Gagen gezahlt, als sie damals in Städten von der Größe Gießens üblich waren. Dementsprechend war auch der Ruf, den die Gießener Bühne in der Theaterwelt genoß. Leider nötigten der Krieg und die Rachkriegszeit zur Einschränkung aller Ausgaben. Die Gehälter des Personals mußten herabgesetzt, die Sachausgaben stark eingeschränkt oder für bessere Zeiten zurückgestellt werden. Ureisfeuerwehttag Gießen. -O— ©roften-ßinben, 15. Sept. Der Herbsttagung des VerbandeS Freiwilliger Feuerwehren des Kreises Gielen hatte die hiesige Wehr für den gestrigen Sonntag eine gute Vorbereitung vorausgehen lassen. so daß sowohl die ernste Arbeit als auch die kameradschaftliche Geselligkeit zu ihrem vollen Rechte kamen. Unter der Leitung des Kreisverbandsvorfitzenden spritz Wenzel (Gießen) begannen die geschäftlichen Verhandlungen um 10 Uhr in der Turnhalle. Der Kreis Gießen umfaßt nunmehr 14 Wehren ( Annerod wurde neu ausgenommen) mit rund 1500 Mitgliedern, von denen 11 Wehren mit 21 Abgeordneten vertreten waren. Den besten Wünschen der Kreisverwaltung für „diese sozialste, über den Parteier stehende Organisation der freiwilligen Feuerwehren" gab Dr. K rüget in Verhinderung deS zuständigen Referenten Dr. Heß warmen Ausdruck/Bürgermeister Lang entbot herzlichen Gruß namens der Gemeinde. Rach den Mitteilungen des Vorsitzenden haben von den 953 Gemeinden des Volksstacües Hessen nur 355 freiwillige Feuerwehren (Starkenburg 152, Rheinhessen 130, Oberhessen 73), die nach dem neuen Aufbau der Organisation im Lande zunächst in 18 Kreisverbände zusamrnengefaht sind, deren Vorsitzende die drei Provinzialausschüsse bilden, die ihrerseits wiederum den 12gliebtigcn Landesausschuß wählen (4 Mitglieder aus jeder Provinz). Die Kreisverbände sollen werbend für bie Gründung neuer Wehren wirken, die in idealem Streben im Dienste praktischer Rächstenliebe Haus, Hof und Leben ihrer Mitmenschen in Feuersnot schützen wollen. Als Rechnungsprüfer für 1924/25 wurden Matheis und Münch (Gießen) und Schm l d t (Langöns) wiedergewählt. Der nächste Herbstverbandstag wird am 20. September 1925 in Lich zusammenkommen, für 1926 stehen Lollar oder Hungen in Aussicht, wobei jedesmal das 50jäh- tige Bestehen der betreffenden Wehren mitgcfeicrl werden soll. In den Uebungsbereich soll auch die Ueberlandhilfe einbezogen werden, ein Versuch, den Lich im vorigen Jahr schon in Gemeinschaft mit Birklar und Riederbessingen mit Erfolg gemacht hat. Runmehr zeigte bie hiesige freiwillige Feuerwehr auf bem Sportplatz bei der Turnhalle die sahungsgemähen Geräteübungen und an chließend einen Drandang riff auf das am Rordausgang des Ortes gelegene Anwesen der Firma Stixiufe & Cie. l vormals Gossi). In seiner Kritik der Uebung hob Branddirektor Dran bach (Gießen) hervor, daß bie Wehr unter der umsichtigen und energischen ßettung ihies 1. Kommandanten, Landwirt Wilhelm B oll, ih.e Ausgabe ausgezeichnet gelöst habe. Die Geräteübungen seien mit ruhiger Siä>erl>eit exakt ausgeführt worden, der Drandangriff habe die rasche Erfassung der jedesmaligen Lage bargetan, die durch eine angenommene Drehung des Windes zudem noä einen Stellungswechsel nötig gemacht hatte. Der Rachmittag führte bie Gäste in einem Festzug unter ‘Beteiligung sämtlicher hiesigen Ver- eine durch bie beflaggten Ortsstrahen nach dem Festplah, wo Bürgermeister Lang in längerer Ansprache bie Bedeutung des Tages hervorhob und Frl. Emma Schäfer einen dichterischen Fest grüß eiirbrucksvoll vortrug. Die im Festzug bestaufmarfchierenben Wehren Lang Göns, Bad- Rauheim und Heuchelheim wurden durch Diplome ausgezeichnet. Unter der Einwirkung ber vorzüglichen Musik ber fleißigen Kapelle Topp (Gießen) entwickelte sich halb ein buntbewegtes Treiben auf dem Festplatz, bis am Abend bie fremben Wehren abzogen und das Fest in mehr lokale Bahnen einlenkte. Richt nur die Zollsätze sind in den kommenden Hanbelsvertragsverhanblunge i mit Frankreich peinlichst zu überlegen, sondern es müssen auch Garantien geschafsen werden für ein vernünftiges Zollabfertig ungsvcrsah- re n. Es ist bekannt, bah bie Zollschikanen. ins- befonbere bie rigorose Dehanblung ber Zolldeklaration, vor dem Kriege eine ganz außerordentliche Erschwerung der Einfuhr nach Frankreich bedeutet haben. In dieser Richtung wären unter allen Umständen Garantien dafür zu verlangen, daß die gleichen Schrkanen nicht wieder Platz greifen. Insbesondere sollte bie Anwenbung hoher Strafen, die immer erfolgten, wenn nur versehentlich die Angaben nicht genau in Gewicht oder Bezeichnung zutrafen, vermieden werden. Ferner ift darauf zu bestehen, daß bezüglich des Riederlassungsrechts und Gründer w c r b s sowie des möglichst einfach zu gestaltenden Pahwesens unbedingte Segen- f e itigfeit maßgebend sein muh und bah unter keinen Umständen bie Beschlagnahme vo n Patenten, welche nach dem 10. Januar 1920 erteilt finb, ausgesprochen werben kann. 3um deutsch-französischen I Handelsvertrag. Don Präsident a.D. Geheimrat Dr.Guggenheimer. I Wenn schon die allgemeinen Vorbereitungen I (ür die kommenden Handelsvertragsverhandlun- I gen im Hinblick auf den 10. Januar nächsten Jahres, von dem 'ab wir unsere handelspolitische Autonomie zurückerhalten. sorgsamster Vorbereitungen bedürfen, so gilt das ganz besonders für Sie Verhandlungen mit Frankreich, die um em Öaar schon in London übers Knie gebrochen worben wären. Was in ber kurzen Zwischenzeit über die Räumungsfrage verlautete, zwingt nur noch mehr zum grundsätzlichen Festhalten an der Forderung, baß keine hanbelspolitischen Zugestänbnisse an Frankreich unter bem Druck ber Besatzung anb vor Erlangung voller wirtschaftlicher Freiheit gemacht werden dürfen. Alle weiteren Ausführungen zu diesem Thema sind unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt zu verstehen. Wir brauchen keinesfalls von der irrigen Ansicht auszugehen, bah Deutschland bas größere I Interesse haben müßte als Frankreich, baldigst nach dem 10. Januar in geregelte Hanbelsver- tragsverhältnisse zu kommen. Die Franzosen ihrerseits können im Interesse ber Bilanzierung ihres Außenhanbels ben Export nach Deutschlanb für gewisse Probukte nicht entbehren. Was bie im Mittelpunkt meines wirtschaftlichen Gesichtsfeldes liegende Warengruppe anbetrifft, so wird zwar immer betont, daß bie augenblickliche Lage bes inneren französischen Eisenmarktes auf lange hinaus bie gleiche bleiben würbe und sich kein Ueber- angebot von Eisen, Roh- unb Halbprobaktea bemerkbar machen würde, aber Frankreich hat ' durch ben Zuwachs ber lothringischen Hütten- inbuftric eine betartige Steigerung seiner Cisenprobuktion erfahren, baß die norbsranzösi- schen Eisenerzeuger Wert daraus legen, den Abfluß der lothringischen Halbfabrikate in das Ausland gesichert zu sehen, wenn einmal die Rachsrage im Innern Frankreichs nachlassen sollte. Auch die französischen Regierungsstellen haben ein Interesse daran, die deutsch- französischen Handelsbeziehungen für bie Zeit nach dem 10. Januar 1925 möglichst bald vertraglich zu regeln. Der Oberste Ausschuß für Handel und Industrie, ber in Parts am 1. August unter Vorsitz bes Hanbelsmintsters tagte, stellt fest, daß „von bem Abkommen mit Deutschland in hohem Maße die Entwicklung nicht allein der Beziehungen Frankreichs zu gewissen anderen Ländern, sondern auch die Gestaltung des französischen Handelsvertrags- Systems abhängen wird". D-iesen Vermerk kann man allerdings verschieden auffassen. Frankreich hat seit 1919 das System der unbedingten Meistbegünsttgung verlassen jnbem es mit der Tschechei, Finnland unb Polen nur Handelsverträge auf Gr undlage der Gegenseitigkeit durch Aufzählung ber einzelnen Sarif nummern mit besonderen Zoll- sähen avschloß. Will also Frankreich dieses System Deutschland gegenüber wieder verlassen unb zur unbebingten Meistbegünstigung zurückkehren, ober will es gar den fran- »ösischen Export von Luxusartikeln nach Deutschland noch weiter auf Kosten Deutschlands erleichtert sehen indem es besttmmte Zollvorteils in Deutschland erhält, ohne Gewährung von Vergünstigungen für die deutschen Fertigtvaren, auf deren Mehrausf ihr doch gerade das ganze Reparationsproblem beruht? Wenn man also die Frage eines deutsch-französischen Handelsvertrages untersuchen will kann man sie deutscherseits nur vom Standpunkt ber Gegenseitig- Kleine Strafkammer. * Gießen, 12. Sept. Ein hiesiger Schlosset war vom Schöffengericht wegen Sachbeschä- bigung verurteilt worden, weil er Mitte Dezem- ben v. I. an ein Haus im Seltersweg mit roter Farbe den bekannten kommunistischen Schlager: „Den Kommunismus in seinem Lauf, hält weder Seeckt noch Ebert auf“ geschmiert habe. Aus seine Berufung wurde er freigespro chen. Ein inzwischen nach Argentinien ausgewanderter junger Landwirt hatte zwar beschworen, daß er ben Angeklagten in ber Rächt beim Schein einer Laterne erkannt habe: bie Beweisaufnahme ergab aber gewichtige Zweifel an ber Richtigkeit biefer Aussage. Der Angeklagte hatte zur Kommunistischen Partei keine Beziehungen, soll aber einem Mit- gliebe biefer Partei, ber als Täter in Betracht kommt, äynlich sehen. Es ist möglich, bah ber Zeuge bei der mangelhaften Beleuchtung sich geirrt hat. Einen unerwarteten Ersolg hatte der Arbeiter Chr. L. von Illnhausen mit feiner Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts Ortenberg, durch das er wegen Diebstahls zweie i H ä m m e l zu zwei Wochen Gefängnis verurteil! worden war. Er wollte freigesprochen sein, die Beweisaufnahme ergab aber zweifelsfrei, daß er es war, ber in einer Rächt bie Tiere gestohlen unb im Wald abgeschlachtet hatte. Da auch bie Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatte, war das Gericht in ber Lage, bie Strafe für bie gemeingefährliche Tat entsprechend zu erhöhen Das Urteil lautete auf fünf Monate Gefängnis. Der Holzarbeiter L. Sch. von Lauterbach der vom dortigen Schöffengericht wegen Fahrrad- diebstahls zu einer Geldstrafe von 600 Mk. verurteilt worben war, erreichte mit seiner Berufung, daß er zwar nicht wegen Diebstahls, aber wegen Hehlerei statt der Geldstrafe zwei Monatc Gefängnis erhielt. Es konnte nicht mit Sicherheit nachgewiesen werben, baß ber Angeklagte selbst es war, der das Rad in einem unbewachten Augenblick von ber Straße weg gestohlen hatte, er mußte sich aber sagen, bah ber „Unbekannte", bem er es mitten in ber Rächt unter bem Werte abtaufte, es selbst nicht auf ehrlichem Wege erlangt haben konnte. Wobltun trägt Zinsen. Für Kinder ist die Ernährung mit Nestle s Kindermehl eine Wohltat, bie stch durch baß Hercmwachsen einer frischen unb gefunden Jugend reichlich verzinst. 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Daß dieses nur eine Private und nicht eine amtliche Ansicht in Frankreich ist konnte man inzwischen hinlänglich aus ben Fühlern ersehen die in London ausgestreckt wurden, Wallach- wertsprvourren aucy u 3abre 1913 Operettenpersonal nut genügendem Chor, das vor ^ollaebiet hergestellten Walzwerks- allem die Aufführung der guten klassischen Ope» ^eullchen Follgebiet AgestE u A^ellt ^te ermöglicht hätte, betete eine für die ES™ sSSIaä dat dm deutsche F-rtigindustr,- hi-lig-" Dmhältntss- untragbare Sr&öbimg des (Absatz ihrer Maschinen. Ausgabenetats. So konnten nur die lungeren, WE Ä üochr^ wie nach dem sL-btet klemmen SfawP'tetten gegeben nxdjen. dm aN° sowoyt nach x.ou)nngL technische auf einen sehr — sagen wir einmal — „grof> gunjal in der o - 9 ^las- städtischen" Geschmack zugeschnitten sind und ftc^stehm^^Iedoch^ha^sich dr: deutsche Industrie schließlich bet einem guten Teil bes Publikums auf den Standpunkt gestellt, bah lieber teilt auf Widerspruch stießen. SSanbcldncrtraq mit Frankreich abgeschlossen Es ist nun für ben fommenben Winter von werden soll als noch weiter französische Pro- dem Engagement eines e i g en en Operetten- buffe - als solche muß man leider ja die Personals ganz abgesehen worden und elfaß-lolhringischen Produkte bezeichnen — zoll- die Operetten sollen durch regelmäßige Gastspiele frei nach Deutschland kommen unb hier ben not- eines besonderen Ensembles ausgesuhrt werden, wendiaen Schutz ber deutschen Arbeit durch- dieses Ensemble, das sein eigenes Orchester be- brcchcn sitzt, steht unter Leitung von Direktor A. San- %eite Vorstellung der Spielzeit über- Deutschland importierenden Lander. Umgekehrt o> Johann Strauß' ewig jungeSieber- war in der gleichen Zeit bie deuNch. Aus angeseht worden, ber „Bettelstudent", fuhr nach Frankreich wirtschaftlich über ^rnierbarDn", aber auch ausgewählle neuere Haupt nicht meßbar. Infolge der Ent- $£9^ toie ^oVine unb ber Zufall", vielleicht Wertung des Franks liegen Preise und Lohne m «.olla'ndweibchen" usw. werben folgen. Für jebeä Frankreich seit längerer Zeit wesentlich mtter n A^Eent finb bei 24 Vorstellungen fteven entsprechenden Sätzen in Deutschland Dadurch Operettenaufführungen vorgesehen. Eine Reihe ist den deutschen Produkten nicht nur der Absatz Vorstellungen wird auch außer Abonne- nach Frankreich selbst abgeschnitten., sondern es I bat sich auch im Wettbewerb beispielsiveise auf den Märlten Chinas. Sübamerilas und des Orients ertriefen, daß bie französische Konkumenz in ihrer Preisstellung den deutschen Angeboten weit überlegen war. Unsere gewaltigen Erfolge MMMMdW Privat werden sofort folgende fast neue Bin an das Telephonnetz unter n an das Telephonnetz unter Privat werden sofort folgende fast Nr. 1067 Möbel »erkauft: wieder angeschlossen. u. v. 0. Taschen-Brauer, Offenbach a. 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Faßt den Eajetan unter den Arm: „Kommt! Kommt! Den Traum mutz ich Christel erzählen und Beate von Eurer Meldung. Was wird sie sich freuen, die Brave —" Vierzehn Tage später war's, da kam der Alte nach Potsdam. Ist um Audienz eingekommen, will Seiner Majestät alleruntertänigst seinen Dank bringen, und hat Bescheid erha; en, di.smal nicht über den dicken Landrat, sondern die alte krüpplige Botenfrau, die Mujante, ha: in der Kiepe, dreimal in Papier und dazu in ein Büchlein gewickelt, das Schreiben mitgebracht. „Seine Majestät." hieh es darim „begehrten zwar keinen Dank, hätten nur Ihr Suum cuique get-an and was Recht wär' und Majestät als Höchstihre Pflicht estimierten." Das klang ein wenig spöttisch. Lind dann: „Seine Majestät würden, indessen den groben Klotz vym Kunersdorfer Mühlberg gerne empfangen — 18. hujus Hora 5 auf Sanssouci." Menx A Schlierbach G. m. b. H., Dillenburg X* Abteilung KalkwerkBieber*» A Pirupricktr: ** INUMkvg 188. Balheüi a. 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