Saga 3i 6afu 'tt* der &>' F«? tiS UL- äM*&* O™ N°Z ÄÄ kKZ 3^ *Ä£ !Ä K fall en, do £+??bwn told* ^ulch «mgesteck rdtS AuSgr. alchLzeichnLkn »lde sind locken ' toürbtget 2,'s- »dardi den üalu- 1 bat bamlt man« ns Deutschen den Merlin un ersten bchassms, schnell : nese Delanchvlre * der Mir und fr Zu^mmvihänge 'hinget auch heute einer Quelle der bolz .Der Zu^ Schicksals. Geh. :c hädecke Qkrlag ^Qtt Problem des >tet D.lhckn von Drhelmen tvallen- tr in einer Mie« gefunden zu Haven vier und Eigentum - vir sagen bann bem iSigentUma -cke Mnat e&Q >ck das sich \W ;. Die gebauten» flauer Deist ohne halten ihre Ttc>d» troalt dichterilchv Luchen leite Mg« tut wetapMschM' itdirektorsa» irius. Ma Mb: M Lmk Verlag. ®.< geb. MO n und zugleich den [Ue vollstoirilchalt" der Zell zu einem i>[ei( der ökonoml» . neucfie Dmd be» Wesen bi berW unter bestimmten eß>“ an sich iWt jacxinbel«, Bk I» -r^Icbeni wld dcr ””„‘5 ■s--’S e fen alten W L_______ und FeuilltM: m r e nj _____ 6 . «i nicht » £"U t® .'T ja .. - M * **#*• nmll.der A K-, t L D ocken um Stint* «s * IW Ur. 165 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: EiehenerFamilienblätter Monats-Vezugspreis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-.Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Erstes Blatt V4. Jahrgang Mittwoch, sb. Zuli M4 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk und Verlag: yrühl'sche UniverfitSts-Buch- und Zteindruckerei K. Lange ht Giehen. 5chrift!ektung und Geschäftsstelle: Zchnlstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichKeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne- Klame-Anzeigen ö.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/n Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Langx.; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansBeck. sämtlich in Gießen. Boykott der deutschen Wissenschaft Don D. Dr. M. Schian. Die „Mitteilungen des Verbandes Deutscher Hochschulen" erwerben sich ein Verdienst dadurch, daß sie fortlaufend Mitteilungen über die Stellung internationaler, wissenschaftlicher und technischer Kongresse zu den Vertretern der deutschen Wissenschaft bringen. Er- fteulich sind diese Mitteilungen freilich nicht. .Sie liefern ja den traurigen Beweis dafür, das) noch fünf Jahre und länger nach dem Ende des Krieges die Gelehrten der feindlichen Völler großenteils nicht diejenige Ruhe des Tlr- iteils wiedergewonnen ha.ben, die es ihnen als einfache Anstandspfticht erscheinen lassen müßte, auf dem Boden wissenschaftlicher und technischer Arbeit mit den Deutschen gemeinsam tätig zu sein. In Rom sollte im Herbst 1923 ein internationaler Kongreß für vergleichende Pathologie stattfinden. Er wurde auf 1924 verschoben, weil keine Einigung über die Zuziehung deutscher Gelehrten erzielt werden konnte. Es scheint, daß er gar nicht stattgefunden hat, weil jene Frage keine allgemein beftiedigende Lösung fand. Das einberufende Komitee wollte die Deutschen auSschliehen. Dagegen wurde er-' heblicher Widerspruch laut. Ist es eigener italienischer Chauvinismus, der das Komitee bestimmte? Oder trieb die Rücksicht auf französischen Haß? In Toronto findet im August 1924 ein internationaler mathematischer Kongreß statt. Lieber 100 europäische Gelehrte werden teilnehmen; aber Deutsche sind nicht geladen. Von dem auf Juni 1924 nach Kopenhagen einberufenen 4. Kongreß der Internationalen Llnion für reine und angewandte Chemie find Deutsche ausgeschlossen. Infolgedessen haben Schweden und Finnland erklärt, daß auch sie nicht teilnehmen werden. In Paris hat sich eine neue Internationale Gesellschaft für Straftecht aufgetan, lediglich zu dem Zweck, die alte, wirklich internationale, durch eine andere, Deutschland aus- schließende zu verdrängen. Sie bringt das auf die hübsche Formel, daß sie nur „nattons lo- halement pacificöes et resolument pacifistes" aufnehme. Da müßte ja wohl zu allererst Frankreich ausgeschlossen werden! Denn es gibt wohl keinen Richtfranzosen mehr auf der Welt, der Frankreich für refolument pacifiste hielte! Aber die Formel soll natürlich gegen Deutschland gehen. Die infame Heuchelei wird verewigt. Das sind nur ein paar Beispiele. Jedes Jahr bringt neue Erfahrungen dieser Art. Die Welle des sinnlosen, pharisäischen, heuchlerischen Hasses ist keineswegs vorüber! Immerhin — es fehlt nicht ganz an Anzeichen dafür, daß hier und da bessere Einsicht Platz greift. Die „Mitteilungen des Verbandes Deutscher Hochschulen" bringen auch dafür einige Zeugnisse. Freilich, es Hingt immer noch abscheulich, wenn z. B. die International Commission of Illumination die deutscheDeleuchtungstechnischeGesellschaft einladet, an ihren Beratungen als Beobachter teilzunehmen, und ihr mitteilt, daß sie voraussichtlich nach Deutschlands Eintritt in den Völkerbund wiederaufgenommen werden würde. Wahrhaftig, es wäre zu begreifen, wenn deutsche Organisationen nachher erklärten, daß sie für diese Gnade dankten. Das erfreulichste Datum ist der bereits aus den Zeitungen bekannt gewordene Beschluß des nationalen Wissenschaftlerverbandes Englands (Rational Union of Scientific Workers) vom Juni 1924 gegen den Ausschluß der deutschen Wissenschaftler aus den internationalen Organisationen. Der Beschluß besagt, „daß die Organisation wissenschaftlicher Vereinigungen oder Kongresse, die als üternational bezeichnet werden, von denen iber einzelne Rationen aus polittschen Gründen ausgeschlossen werden, des Gei st esd er Wissenschaft unwürdig und den Interessen der Wissenschaft schädlich ist". Wenn die englischen Gelehrten diese Stellung nur auch praktisch durchsetzen vollten! Wenn sie wie Schweden und Finnland in dem obenerwähnten Fall handeln wollten, so wäre die Frage entschieden. Aber bas tun sie nicht. Es geht wie in der ■engfe’ llschen Politik überhaupt. Theorettsch manches Wort der 'Gerechtigkeit^ praktisch lauter Die letzten Vorarbeiten siir London. Die Bedingungen der Repko für die Herstellung der wirtschaftlichen und administrativen Einheit Deutschland. Paris, 16. Zuli. (WTD.) Die Repko Hal gestern in einer offiziösen Sitzung, die am Abend in eine offizielle umgrwan- delt wurde, sich mit den Fragen beschäftigt, die durch das Herriot-Macdonald-Rbkommcn vom 9. Zuli aufgeworfen worden sind. Die Repko ist aufgefordert worden, Vorschläge für die Aufstellung des Planes zu machen, nach dem die wirtschaftliche und fiskalische Einheit Deus ch- lands wiederhergestellt werden soll, sobald die Repko entschieden hat, daß der Dawesplan zur Ausführung gelangt ist. Die Repko hat dieses Problem, wie der „Matin" berichtet, in zwei Teile geteilt; sie hat damit begann m, die Möglichkeiten eines Planes zu diskutieren, um den Aebergang der jetzigen Wirtschaftsorganisationen in den besetzten Gebieten in die durch das Sachderstän- digengutachtcn vorgesehenen Organisationen zu bewerkstelligen. Rach längerer Beratung hat sie beschlossen, in dieser Frage weitere Aufklärungen von den alliierten Regierungenzuverlangen. Rach dem „Petit Pa- risien" soll die Repko sogar erklärt haben, es sei ihre Ansicht, daß dir Frage vcn den Re- giermigen in nicht genügend präzisierter Form gestellt worden sei. Sie könne daher keine Entscheidung treffen. Die Repko hat alsdann dieDedingungen festgestellt, die nach ihrer Ansicht erfüllt sein müssen, wenn der DaweSPlan als ausgeführt betrachtet werden soll. Sie wird offiziell feststellen, daß Deutschland den Dawesplan zur Ausführung gebracht hat, wenn folgende fünf Bedingungen erfüllt sind: 1. die Leitung der Eisenbahn-Gesellschaft konstituiert ist, 2. die Goldnvtenbank konstituiert ist, 3. das System der Industrie-Obligationen organisiert ist, 4. die Eisenbahn- und Zndustrie-Obli- Mationen an die von Der Replo ernannten Trusts abgetreten sind, 5. die Ausländsanleihe von 800 Mill, untergebracht ist. Dieser letztere Punkt habe zu der lebhaftesten Diskussion Anlaß gegeben. Der englische Delegierte habe erklärt, daß die Unterbringung der Anleihe schwierig, wenn nicht unmöglich sein würde,wenn nicht die deutsche Wirtschaftseinheit vorher wiederhergestellt worden sei. Am Sir Brad- burh zu überzeugen, habe Barthou seine ganze Lieberzeugungskunst und Dialeltik ins Feld führen müssen, wobei er vdp dem belgischen Delegierten Delacroix lebhaft unterstützt worden sei. Diese „Bedingungen" der Repko beweisen, wie sehr die deutschen Befürchtungen berechtigt waren, die eine völlige Verdrehung der Voraussetzungen des Sachverständigengutachtens durch das fian» zösische Uebergewicht in der Repko voraussahen. Wir haben in unserem gestrigen Leitartikel die! in Frage stehendcln Sähe der Sachverständig^ im Wortlaut angeführt — dis vorstehende Meldung aus Paris beweist, daß man, unbekümmert um diesen sestgelegten und von allen Regierungen als Grundlage angenommenen Wortlaut des Planes von den entg grngesetzten Voraussetzungen das grundlegende Problem der Wiederherstellung des Statusquo behandeln wrll. Praktisch würde dies bedeuten, daß diese „Wiederherstellung" aus unbestimmbare Zeit verschoben wird. Cs dürfte anzunehmen fern, daß die deutsche Regierung nachdrücklich auf die Folgen dieser echt französischen Verdrehungspolitik hinweist und daß die amerikanischen Teilnehmer soviel gesunden Menschenverstand and soviel „Energie nut- bringen werden, daß sie die älnmöglich^eit der Durchführung dieser Replo-Tedingung.m der Konferenz vor Augen führen. Wie gering auch in England die Hoffnungen auf em ersprießliches Ergebnis der heute beginnenden Verhandlungen sind beweist der nachstehende Schlußbe- richt über die Tlnterh'ausdebatte. Das amtliche England allerdings trägt eme zuversichtliche Miene zur Schau — bie nächsten Tags Rücksicht auf Frankreich. Immerhin hat England seinerseits den Verkehr mit deutschen Gelehrten wieder ausgenommen. Die deutsche Wissenschaft braucht sich nicht aufzudrängen; sie kann warten. Aber eine schon werden zeigen, welcher Ansicht wir uns anschließen ^können. Amtlicher englischer Optimismus London, 16. Zuli. Rach Ansicht amtlicher britischer Kreise beginnt die heutige interalliierte Reparationskonferenz unter besseren Auspizien, a ehen, Friedberg und Düdingen beschickt wird, ftiidei Ende Juli in L i ch statt. Auf diesem Marll kommen auch die I ä h r l i n g 3 b n •* e ber fürstliche^ tf*<* . 2«,b- fr* ^L'L " «W'.S»8* -n A»Ut.' «elda 13 tf” «, ov 0 fan5c ,(,nrci» 1 ■ „ W 1 nndel <■" ., virv- »pjn» 1. 15. 30 Sie rbttöltiid) her er ocr'onnnbinq das >u7Haus 6ton« bewirk für 85COO wolle Änvrsen nach nmg W teixrt« Nochen wurde ton' m enem Hause am ftckni« Dame em . Ttäubcr versuchten äwA Ttevvlverr em- ynn energischen 2us' Man«, ^«er d:s Haus toichasM r£n der Ater in der im Äabn festzunch- Macht. Sr s uuj) AiUlöer, aus 3# anteer M- MytM raubt« enberg einer W die Mafien eines v-rdcn- Sag über imPvst d^rde-NL ^Mt, um es spätv EÄ An Mb Mitschulden dM ««fielt- Bttfbi“ <«'ioviert. L«Mm. Sfc?,*;‘5 • M' gtmtn ^lL\> ) ^’Z7>'^Ubx4 stiert eie^'a’*. bi, ( tear bk.1- n° ■ig hQ ^rn Ohobet „'2®^ L- "vfielschuh. «b er auf * ÄWflton das der Aih- W» L Ä »• fe »i- 2 ”» er aus 2h- ^tzmonnes 28eher 'r ^J*rkntmäten V^anf der Stadt, des Aememderales ^cinhcsiell. lü Seh. Lu S(f. vvn Denshrim, ist ren Leiden im Wer en. )- Iull. Bei der lthaofev öcherte namtitf Schmidt, late so Versen, daß tbiert. Das EMs. nd die Granate cp mb. Schverver- i Hrankchaus gelber bereits aus dem forderte noch ein . dem sie brachte zur Explosion, die : Becker so schwer seinen Geist aufgab. -fair. Ltmmnfchüserel tu Lich zum ’45erfauf. Die Q a m m= böse der Stammherden in Götzen und Boben- hausen werden vvrussichtlich Anfang August in Götzen versteigert. Es ist nicht ausgeschlossen, datz eine weitere Versteigerung von Lammbvcken ebenfalls Anfang August im Kreise Gießen abgehalten wird. Vermischtes. Die Berliner GroßeDolksoper verkracht. Berlin. 15. Juli. Der Eigentümer des Theaters des Westens in Berlin, in welchem die Große Bolksvper. ihre Aufführungen veranstaltete, hat gegen die Oper das Konkursverfahren beantragt und die Exmissionsklage eingereicht, nachdem die Große Bolksvper ihnen Verpflichtungen seit Monaten nicht mehr nachgekommen ist. DaS Elbe-Ostsee-Kanalprojekt aufgegeben. Berlin, 15. Juli. Wie das „Verl. Tgbl." erfährt, ist das Elbe-O st see-Kanal- Projekt (Wismar-Stettin-WitteNberge) wegen finanzieller Schwierigkeiten aus- gegeben worden. Die Hamburger Verein sbank. die das -Unternehmen finanzieren wollte, hat sich unter Geschäftsaussicht begeben müssen. Ausländisches Geld, aus das man rechnete, konnte nicht flüssig gemacht werden. Reichstagsabg. Fürst Bismarck mit einem Flugzeug abgestürzt. Bamberg, 15. Juli. (WTD.) Am letzten Sonnvag unternahmen vier auf der Durchfahrt nach Rürnberg befindliche Flugzeuge eine Zwischenlandung. Als die Flugzeuge wieder starteten, stürzte eines aus geringer Höhe ab und wurde stark beschädigt. Der Insasse, Reichstagsabgevrdneter Fürst Bismarck, wurde leicht verletzt. Schwere Gewitterschaden. fpd. Aus demWesterw ald, 15. Juli. Ein schweres Unwetter mit verheerendem Hagelschlag ging am Sonntag nachmittag über einen großen Teil des Kreises Westerburg nieder und richtete überall schweren Schaden an. Die Umgebung von Möllingen wurde durch das Hagelwetter buchstäblich in eine Winterlandschaft verwandelt. Die Getreideernte ist völlig vernichtet. Das Kraut der Rüben und Kartoffeln liegt wie niedergewalzt am Boden. 3n den Obstanlagen ist das meiste Obst von dem Sturm und den fast eigrvßen Hagelstücken heruntergeschlagen. Zahllose Fensterscheiben wurden zerschlagen. Die wenigsten Landwirte, die von dem Unwetter betroffen sind, waren gegen Hagel versichert. Hannoversch «Münden, 15. Juli. (5m Gebiet der unteren Werra haben schwere Gewitter mit Hagelschlag und wvlken- bruchärtigem Regen stattgefunden. 3n einer Ortschaft sind mehrere Gebäude eingeäschert worden. Großfeuer in einer Kaserne. Schwetzingen, 15. Juli. (WTD.) Heute vormittag gegen 1/211 Uhr brach in dem hinteren, zu Lagerzwecken benutzten Flügel der alten Dragon erkaserntz Groß- Feuer aus. welches bis iy< Uhr den ganzen Flügel in Asche legte. Es verbrannten dort große 'Bestände an Fässern, deren Wert auf 30 000 Mark ein- geschäht wird. Das Feuer verbreitete sich auch über die beiden anderen Flügel der Staferne, in denen sich Wohnungen befanden, die geräumt werden mußten. Das Feuer war bis 1 Uhr mittags in der Hauptsache gelöscht. Der hintere Dau und die beiden Pavillons sind bis auf die Grundmauern niebergebrannt. Ein Güterzug auseinandergerissen. — 3m 120» ' Kilometertempo talwärts. Zittau, 15. Huli. (WTD.) Ein Eisenbahnunglück ereignete sich gestern abend auf der Strecke Warnsdorf—Bodenbach. Don dem um 9 Uhr abfahrenden Güterzug lösten sich hinter der Station St. Georgensthal 2 7 Wagen ab und sausten mit 120 Kilometer Geschwindigkeit nach Warnsdorf. Der Schluh- bremser Ost ermann aus Bodenbach tat bis zum Schluß seine Pflicht und bremste so stark, daß die Räder glühten und die Untergestelle Feuer fingen. Die Wagen durchfuhren mit großer Geschwindigkeit die 8-Kurven, ohne zu entgleisen, durchschlugen den Prellbock und stürzten bann in -eine Talniederung, wo sie einen wüsten Trümmerhaufen bildeten. Die Wagen waren zum größten Teil mit für Ungarn und Jugoslawien bestimmten Waren beladen. Der Bremser Oster- m a n n liegt tot unter den Trümmern. Ein Hilfszug von Warnsdorf und den umliegenden Bahnhöfen ist für die Aufräumungsarbeiten eingetroffen, die zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen werden. Eine Berkehrsstörung ist durch den Unfall nicht verursacht worden. Rach einer anderen Meldung durchfuhren die Wagen den Bahnhof Warnsdorf über eine Drehscheibe und stürzten dann ab. 3n den Händen einer Räuberbande. Rom, 15. Juli. (WTD.) 3n der Rahe von Monte Piascons am See von Dolsena wurde ein Gutsbesitzer von drei maskierten Männern mit Waffen angehalten und gezwungen, aus dem Wagen aLszusveigen und ihnen in den Wasd zu folgen. Dort nrufüte er einen Drief an die Familie schreiben und sie aufsordern, dem Uebetbringer des Briefes als Lösegeld 100 000 Lire auszuzahlen. Die Familie brachte in der Eile nur 20 000 Lire zusammen, womit die Räuber sich auch- zufrieden ertlärten. Inzwischen war es aber dem Gutsbesitzer gelungen, zu entkommen. Die Polizei nahm bereits einen der Räuber fest. Ein Passagier-Postflugzeug abgrstürzt. Warschau, 15. Juli. (WTD.) Heute abend ist in der Umgegend von Warschau ein Passagier-Postflugzeug der französisch-rumänischen Gesellschaft aus größerer Höhe ab« gestürzt und völlig zertrümmert worden. Der Pilot und ein Passagier wurden getötet. Große Waldbrände an der pazifischen Küste. San Franzisko, 15. 3uli. (WTD.) Die Schäden, die infolge der an der ganzen pazifischen Küste wütenden Waldbrände entstanden sind, belaufen sich auf viele Millionen Dollar. 3n den Bereinig t en Staaten und in Britisch-Columbia herrscht große Besorgnis wegen der vielen Farmerfamilien, die in der Rühe der Brandstätten wohnen. Don vielen Farmern in den Staaten Washington und (5daho sind keine Rach richten zu erlangen. Das inzwischen eingetretene Regenwetter erleichtert das Aettungswerk. Eine chinesische e>taor vurcy Hvcywasier teilweise zerstört. Reuhvrk, 15. Juli. (WTD.) Funkspruch. Wie aus Peking gemeldet wird, ist die Stadt K a l g a n, das größte Handelszentrum im Ror- den Chinas, durch eine Ueberschwemmung des Hangho-Flusses teilweise zerstört. Der Schaden wird auf 1 Million Dollar geschäht. Hunderte von Häusern sollen unter dem Druck der hereinbrechenden Wassermengen eingestürzt fein. DaS furchtbarste Insekt Ueber die ungeheuren Heuschreckenschwärme, die Südafrika heimsuchen, sind m letzter Zeit wieder viele Rachxichten zu uns gelangt. Aber selbst wenn wir von mehreren 100 Kilometer langen Zügen hören und von der Vernichtung riesiger Grasflächen und Felder, so können wir uns doch kaum eine Vorstellung davon machen, daß dieses bei uns so harmlose Insekt in jenen Ländern die grausigste Plage ist, die es überhaupt gibt. Das Auftreten dieser ungeheuren Heuschreckenschwärme vollzieht sich während langer Trockenheitsperioden, und diese Schwärme verzehren alles Grün vom Gras und den Ernten bis zu den Blättern der Bäume. Sie lassen nur eine völlig unbelebte Wüste zurück. Aber das ist nur ein Teil des Schadens, den diese pestilenzialischen Stere anrichten: sie sind zugleich bte widerlichsten Kreaturen unter der Sonne. Deshalb muffen affe Fenster geschlossen bleiben, so groß auch die Hitze ist, denn wenn ein Schwarm in einen Raum einfällt, ist dieser infolge des unglaublichen Gestanks unbewohnbar. Jeder offene Brunnen mutz sorgfältig bedeckt werden, denn sonst fallen die Heuschrecken zu Tausenden hinein, verfaulen und vergiften das Wasser. Ein solcher Brunnen muß vollkommen ausgepumpt und gereinigt werden, bevor er wieder benutzbar ist. Selbst wenn die Heuschreckenschwärme etwas Gras zurücklassen, so ist dieses vergiftet, so dah es kein Pferd anrühren würde. Die einzigen Geschöpfe, die den Besuch der Heuschrecken wohlgefällig aufnehmen, sind die Hühner und die Schweine. Aber wenn diese Tiere auch vvn der überreichlichen Rahrung dick und fett werden, so hat doch der Besitzer keine Freude davon, denn das Fleisch der Schweine und Hühner ha eine häßliche Färbung und stinkt, und selbst die Eier sind rot gefärbt und haben einen Geschmack, den höchstens ein Reger aushalten kann." Die „wilde Jagd" nach den Diamanten. Einer der größten Anstürme auf ein neu entdecktes Diamantfeld, die bisher in der Geschichte vorgekommen sind, vollzog sich dieser Tage zu Zeekoesontein an den Ufern des Vaal-Flusses. Ein Gutsbesitzer in jener Gegend, Tromp, hatte vor einigen Wochen Diamanten auf seinem Besitztum entdeckt, und er verkaufte nun die einzelnen Parzellen mit einem Verdienst von durchschnittlich 3000 Pfund die Woche. Das anstoßende Land, auf dem man ebenfalls Diamanten vermuten durfte, wurde nun, da es ohne bestimmten Besitzer war, von der Regierung für die Ausbeutung freigegeben, und 3000 Manner, darunter elegant gekleidete Herren, Studenten, arme Goldwäscher und wunderlich ausstaffierte Abenteurer hatten sich eingefunden. um sich sofort einen guten Anteil zu sichern. Sie bildeten eine lange, vor Erwartung zitternde Reihe zwischen zwei Fahnen, die auf einer Entfernung von etwa I1/2 Kilometer die Grenze des neuen Goldfeldes bezeichneten. Alle waren mit Hämmern und Schaufeln bewaffnet, älm 11 Uhr wurde der Erlaß der Regierung verlesen. der die „wilde Jagd nach dem Glück" gestattete. Ein Schuß wurde abgefeuert, die Fahnen sanken herab, und ein toilbeä Rennen setzte sofort ein. Jungens in Sportanzügen wetteiferten mit elegant gekleideten Herren, zuerst an der Stelle zu fern, während die zufchauenden Kaffern das Rennen mit wilden Iubelrufen begleiteten. Die Männer fluchten und schimpften, wenn sie gegeneinander stiehen ober sich die Beinkleider an den dichten Domenbüschen zerrissen. Viele Läufer brachen erschöpft zusammen. Die Tüchtigsten richteten stch sofort auf dem von ihnen in Besitz genommenen Stück häuslich ein, und die berittene Polizei schlichtete die Streitigkeiten. Rach wenigen Stunden war ein eifriges tätiges ©olbgräberfelb entstanden. Die größten Diamanten, die Tromp auf seinem Grundstück fand, wogen 34 Karat. Büchertisch. * Alfred Dock: Das fünfte Element (Roman bei I. I. Weber in Leipzig, brosch. 2,80 Mk., Halbleinen 3,50 Mk.). Die Tva- gödie unserer Zeit, drn Kampf des Geldes um die Menschenseelr, läßt uns Alfred Dock in der kleinen, und in ihrer Enge doch typische gezeichneten Welt eines vberhessischrn Dauerndorfes erleben. Wcr Docks frühere Romane kennt, weiß, wie innig vertraut der Dichter mit dem Milieu feiner engeren Heimat ist, wie fest seine Gewalten tm Heimatboden wurzeln, wie dem Dichter die packendsten, ans Herz greifenden Szenen, fenc besten, am feinsten durchgearbeiteten Charaktere der Liebe Mr Scholle entwachsen sind. Wo dies in dem neuen Roman geschehen, ist es dem Dichter wiederum gelungen, echte Menschen zu schaffen und uns mit ihnen Szenen von erschütternder Tragik erleben zu lassen. Die großen sozialen Probleme der Materialisierung unserer Kultur und des Aasernanderlebens von Stadt und Land werden mit feinem Verständnis für die großen Linien unserer kulturhistorischen Entwicklung gestreift, eine erschöpfe!ide Dar st eil ing hätte naturgemäß eines weitergespannten Rahmens bedurft, aber auch von diesem Gesichtspunkt aus ist Docks „Fünftes Element" ein int>r* effanter psychologischer Beitrag zur Zutgeschichto und — als das Werk eines der besten Kenner 111° seres Landvoles, hoffentlich ein weiterer Pfeiler zur Ueberbrücfang der sozialen Gegensätze zwischen Stadt und Land. Verantwortlich für Politik und Feuilleton: I. D.: Heinz Gor re nz. Sommerstoffe (Voiles, Frottes, Batiste) bis 50 ^rojent :: im Preis ermässigt . <7ritj JloiDacft "Wäschefabr. u. 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Monats verschied unser lieber Alter Herr Kreisdirektor Kurt Eckstein Geh. Regierungsrat Wir beklagen den erneuten Verlust aufs tiefste. Die sind. Reformverbindung. Welph ia LY.D.B. Ein Läufer und ein 08iree Einleaesckwein tu verkaufen. Neustadt 50. KXaeß Nachfolger Kreuzplatz 15 Wilhelm Horn Telephon 773 Freitag, den 18. Juli, abends 8 Uhr 8. Abonnements Konzert des* ReichswehrkapeBSe. 130 „ ii Heute entschlief nach langem, mit Geduld ertragenem, schwerem Leiden meine liebe Frau, Mutter, Schwester, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin Frau Kath. Elisabetha Textor geb. Schmidt im 53. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Joh. Textof Anton Textor Lang-Göns, Familie Bopf den 15. Juli 1924. Familie Brückel Familie Müller, Pohlgöns. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 17. Juli, nachmittags 3l/2 Uhr, statt. „Hermes“ Gießen Balmdofstr. CO 15. JuN Beginn neuer HandclSkurie. Prospekte frei. 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Beamte, Aufschriften, Bekanntmachungen sollen, da Danzig 96,4 v. H. deutsche Bevöllerung hat, deutsch sein. Polen versucht jetzt, zweisprachige Beamte einzuführen, als Vorstufe für einsprachfg-pvlnische und um wieder so und so viel Deutsche brotlos zu machen. Derweil sitzen, unte. Leitung des Herrn Mac Donnelk; der Danziger Senatspräsident und der „diplomatische Vertreter der Republik Polen", Herr Henryk Straßburger, am Verhandlungstisch und schließen Abkommen, die die Zahl der danzig-polnischen Streitpunkte äuf den Völkerbundstagungen in Eens verringern fot* len. Sie sind darin glücklicher als det Hafen- ausschuß. So wurde vereinbart daß Danzig selbständige Teilnahme an der internationalen Etsen- bahnkonferenz zusteht; daß Danzig auch beim Abschluß von Handelsverträgen mit Polen nicht „wie eine polnische Provinz", sondern als selbständiger Staat zu behandeln ist, und daß die Danziger Behörden ihren Staatsangehörigen eigene Danziger Pässe in deutscher Sprache auszustellen berechtigt sind. All diese Schwierigkeiten entstehen daraus, daß Polen die auswärtige Vertretung Danzigs zugesprochen ist, dadurch ist der Danziger Bürger in Polen schutzlos, da er ja keinen Danziger Konsul, sondern nur polnische Behörden gegen ihre eigenen Heb ergriffe anrusen kann. Auch wirtschaftlich trachtet Polen Danzig nach dem Leben, sobald dies sich national zur Wehr setzt. Der polnische Senatspräsident Toarnpizhnstt fordert Danzigs wirtschaftliche Verrufserklärung: nichts mehr über den Danziger Hafen, alles über Stettin und Königsberg, bis der große polnische Hafen, Gedingen, im geraubten Westprea- ßen, fertig ist. So werde man „die halsstarrig en Danziger" klein' kriegen und fte Polen einverleiben. Hiergegen erheben sich nun dre Polen in Danzig und erklären: „Danzig den Danzigern", wozu sie sich auch rechnen. Es sei auch unratsam, Danzig Polen einzuverleibcn, denn das Danziger Deutschtum würde als ..das kulturellste Element Polens" sofort die Führung der nationalen Minderheiten übernehmen und das „angebliche Danziger Unrecht innerstaatlich wie im Auslande sehr schlecht Wicken". Während das Danziger Schiff auf außenpolitischen Wellen schaukelt, wird an Bord strenge Ordnung gehalten. Dec erste Guldenhaushaltsplan ist aufgestellt und befindet sich im Gleich'- gewicht. Etwa 900 Beamte sind „abgebaut", die Steuerleistung beträgt 74,11 Gulden auf den Kopf (Sozialverwaltung 24,13, Schulverwaltung 23,63, l innere Verwaltung 14,89, der Rest, 11 Gulden, auf die anderen Verwaltungszweige), die Geldknappheit ist eine Gefahr, die geplanten Aende- rungen des (polnischen) Zolltarifs, der Danzig mitumklammert, bedrohten Danzigs ganzes Wirtschaftsleben, die derzeitige Ausfuhr betrug (1923) 7,1 Millionen Doppelzentner (von 11,7 Gesamteigenhandel), die Handelsbilanz ist also aktiv. Eingeführt werden vor allem Lebensrnittel (aus Amerika), ausgeführt Holz und Zucker (nach England und Dänemark). Lebhaftes Interesse widmet gerade England dein Danziger Handel, was die „Baltisch-skandinavische Handelsrundschau" beweist, die zwar in Kopenhagen erscheint — aber aus englisch — und auch England den größten Raum gibt. Sie beginnt mit einer Karte des 1919 zerfetzten Europas und gibt gute Rachrichten über den zertrümmerten Osten, wo manche Handelsverschiebung eingetreten ist — so geht die estländische Butter jetzt aus Balutagründen nach Deutschland, auch über Hamburg nach Böhmen, die Braunschweiger Gemüsekonservenfirmen haben ihren Anbau zum Teil in das Danziger Werder (Weichselniederung) verlegt und ihre Ausfuhrfabriken in den Danziger Freihafen. Besonders bemerkenswert ist, daß der Hauptaktionär und Direktor der italienischen Dancä Corn- merciale, Herr Töglih in Warschau. Polen einen Kredit von 400 Millionen Lire zu 81,1 t>. H. besorgt hat, anscheinend gegen italienische Beteiligung am Rybniker Kohlenrevier, das bis 1921 unser war! Den Gedinger Hafen allein mit polnischen Ingenieuren zu bauen, hat man verzichtet, doch sollen nur polnische Maschinen gebraucht und der Hafen in fünf Jahren für eineinhalb Millionen Goldfranken fertig geftelU werden. Rach fünf Jahren fragen wir wieder an. — Die starke Rahrungsmitteleinfuhr treibt die Danziger Landwirtschaft zu äußerster Anstrengung, weil Danzig weiß, daß Polen zur Erzwingung politischer Vorteile die Seeeinfuhr durch Kampfzölle zu sperren durchaus fähig ist and seine eigenen Grenzen ja schon oft gesperrt hat. So scheint Polen der Goliath, der aber unterlag. Und auch Polen, das danach strebt, alle Oststaaten gegen uns zu vereinen, hat soeben mit Schmerz erfahren, daß Estland und Lettland Warschau verließen, um sich in Kowno mit Litauen gegen Polen zu verständigen. Das ist «rach eine Danziger Frage. Das Italien der Fascisten. Streiflichter von Carl Fries. Was uns in Italien jetzt zuerst auf fällt, ist die große Pünktlichkeit der Eisenbahnen. Komntt man eine Minute zu spat auf den Bahnhof, so ist der Zna schon aus der Halle! Das ist M u s s v l 1 n i ' Man.muß das unumwunden anerkennen, Uno auch sonst macht sich sein Regime Vvrte.lhask bemerkbar. ES wird gearbeitet. Die Berichte aus den Kammern zeigen den regen Betrieb der Reformarbeit, und wenn es auch zu heftigen, ja stürmischen Debatten kommt, und die Sozialisten ihre Ansprüche nicht genügend berücksichtigt finden, so steht doch fest, daß Mussolini alle Zweige der Verwaltung, das Schulwesen, die Finanzwirtschaft, den Verkehr, die Steuern, einer grundlegenden Bearbeitung unterzieht, als gälte -rs, einen völligen Reubau aufzuführen. ES kommt Zug und Ordnung in das früher recht modrige Staatswesen hinein. Man hat überall den Eindruck der Wohlhabenheit und Behäbigkeit. An der Peripherie von Rom, besonders in der Gegend von San Paolo, erheben sich bedeutende Industriebauten; im Rorden hat sich eine ganze Villenkolonie entwickelt. Der ehemals so wüste Gärten Borghese ist ein wahres Schaustück geworden. CaföS, Goldfischteiche mit umgebenden Bosketts, Reit- und Fahrwege, wo sich Sonntags die elegante Welt trifft, und prächtige Denkmäler, unter denen der Cberleinsche Goethe sich ganz gut ausnimmt, ergeben einen Komplex, der jeden weltstädtischen Vergleich aushält. Und an der Via della Regina gibt es jetzt Neubauten und Villen, deren Pracht an Mosaiken und Rialtobögen ihresgleichen sucht. Ganz neue Straßenzüge entstehen und es wird eifrig gebaut. Die einst so öde Gegend am Ponte Milvio strotzt von Eleganz! Das ist der gewonnene Krieg. Merkwürdig der Wandel der Zeiten! Der Dichter Alfini fühlte sich In Berlin durch den auffallenden Militarismus abgestohen. Lauter Soldaten! Natürlich, Preußen! Jetzt fühlt der Preuße sich befremdet, wenn er in Italien überall und überall Soldaten sieht. Im Frühjahr kamen auf dem Bahnhof in Rom täglich die unabsehbaren Züge der Neuausgehobenen an; in dem kleinen ©irgend ver- chwanden lange Züge junger Burschen in der Kaserne. Die Offiziere spielen eine große Rolle und werden stark hofiert. Die ganze Armee ist offiziell fascistisch. Aber auch die Zivilverwaltung unterliegt dem scharfen Blick des Fascio. In jedem Cisenbahnzug erscheint eine Kontrolle der Schwarzhemden, die alle Reisenden mustern, im übrigen aber gegen die Fremden überaus liebenswürdig sind. In den neuen Gebieten, besonders im Trient, ist die Kontrolle sehr scharf, und wer irgend wider den Stachel löckt, kann über die Grenze transportiert werden. Mussolini ist von unermüdlicher Rührigkeit. Er hat ganz Sizilien bereist, in jeder Stadt Ansprachen gehalten, in Rom den Geogra- phenkongreß eröffnet, Pen Vertrag mit De- nesch abgeschlossen, mit Frankreich und England anläßlich deö Königsbesuches in London die Beziehungen verdichtet und geklärt, und ist von unglaublicher Arbeitskraft. Der FasciSmus wirkt auch stark propagandistisch. In Florenz fielen mir die vielen sinnfälligen Plakate auf, die in drastischen Bildern mit Unterschriften das nationale Programm verkünden. Mussolini steht da etwa mit auf fordernder Geste, und darunter lieft man: „A me!u, oder in einem Doppelbild wird erst der allgemeine Ruin dargestellt, den der „Dolcevismo" mit sich bringen würde, während nebenan blühende Erntefelder als Wirkungen des Fascio erscheinen. Auch die Presse ist vorwiegend regierungsfreundlich, so der Cvrriere d'Italia und der prv- industtielle Messaggerv, während der Sozialismus und der Kommunismus eine ziemlich kleinlaute Rolle spielen. Cs gibt freilich Leute, die den jetzigen Zustand für einen konstruierten halten und von stark oppositionellen ilnterftrömungen reden. Vorderhand erscheint aber der nationale Neubau festgefügt und man kann nicht leugnen, daß viele Symptome der inneren Gesundung und Konsolidierung direkt auf ihn zurückzuführen sind. Daß die geistigen Interessen nicht zu kurz kommen, zeigen die vielen Kongresse und wissenschaftlichen Veranstaltungen. Die Geographen, dje Chemiker, die Philosophen haben getagt, z. T. mit Heranziehung des Auslandes. Die Presse blüht auf. Ein Symptom ist etwa die Zeitschrift „Scientia", die, von Eu- geniv R i g n a n o in Mailand herausgegeben, bei rein wissenschaftlichem Inhalt wirklich ganz international geleitet wird. Ihre Abonnenten finden sich in ganz Europa, Amerika, Südafrika, Indien, Australien, Japan, Neuseeland usw., ein auch im Sinne der Völkerverständigung sehr willkommenes Unternehmen. Die Literatur setzt viele neue Triebe an, d'Annunzio gilt als Heros, neben dem besonders San Benelli als Dramatiker geschätzt wird. Sein „Gastmahl der Toren" und die „Maske des Brutus" haben gewaltige Bühnenerfolge gehabt, während die rellamehaft angepriesenen Romane des Guido daVe- rona einem durchschnittlichen Lesebedürfnis genügen. In der bildenden Kunst zeigte der Bionnale im Palazzo delle belle arte, daß man durchaus nicht auf verwelkten Lorbeeren eingeschlafen ist; guter Impressionismus war überall zu sehen. Die wirklich Modernen, ßWWWWWWWWWWWWWWMWWMMM>RSMIMMMWWWWMMW>WWWMWMM^W Die „lebende Fettung". In den von der Kultur noch so wenig berührten Grenzgebieten des russischen Riesenreiches ist die Kunst des Lesens nur den allerwenigsten geläufig. Die Sowjetleute sahen sich daher, um dort ihre Anschauungen zu verbreiten, dazu gezwungen, neue — oder vielmehr uralte Mittel der Rachrichtenverbreitung aufzunehmen, und so schufen sie die „lebende Zeitung". Swen Hedi n, der in seinem soeben bei F. A. Brockhaus erscheinenden Buch „Von Peking nach Moskau in seiner anschaulich spannenden Weise eine Autofahrt durch die Mongolei und eine Glsenbahnrei^ nach Moskau und Petersburg schildert gibt auch einen Bericht von dieser originellen Form der Unterhaltung, der er an der äußersten Grenze des russischen Sibirien, in Werchne 11 bin fr, beiwohnte. Angekündigt war an allen Hauserecken sowie an den Zeitung^ und Zignrettenklosken: Schiwaja Gazeta „Dw!gticl":>Dre lebende Zeitung „Der Motor". „Als wir ins Theater kämm, war der Saal bis zum letzten Platz voll, aber für uns wurden Stühle ganz vorn an der Bühne besorgt, schreibt der berühmte Weltreisende. „Der Vorhang wurde zur Seite gezogen. Mitten auf der Bühne stand ein länglicher Tisch mit grauer Decke; an seiner hinteren Längsseite sahen einige Herren, dem Publikum zugewendet. Sie stellten die SchrM- leitung der lebenden Zeitung bar. Der Schriftleiter Abramowitsch erhob sich und verkündete, die erste Notiz in der Nummer der lebenden Zeitung enthalte die Mitteilung von der Ankunft des schwedischen Reisenden in Werchne lldrnst. Aus diesem Grunde fand er sich veranlaßt, mir zu Ehren eine freundliche Rede zu halten. Hieraus wurde der Inhalt dieser wunderbaren mündlichen Veröffentlichung in einer Reihe von Artikeln aufgerollt die von verschiedenen Verfassern vorgetra- aen würden. Einige waren ernsten, andere scherzhaften Inhalts. Zuerst erhielt Genosse Schegurow das Wort. Gr war früher offenbar Arbeiter gewesen und spielte jetzt eine Rolle in der Pf lege der städtischen Angelegenheiten. Sein Leitartikel war von antireligiöser Tendenz. Er enthielt eine in scherzhaftem Ton gehaltene, recht mangelhaft zustande gelommene Kritik derSchopfungsgeschichte im ersten Buch Moses. Aber er hatte einen gr oßen Fehler- er war nicht witzig. Das Publikum amüsierte sich nur mäßig, und das Lachen war schwach. Die Heberschrift des nächsten Artikels wurde von Abramowitsch vvrgelesen; sie lautete: „Irrtum und Vergeßlichkeit", eine Studie darüber wie die Menschen durch das Leben taumeln und tapsen Das Wort wurde bann dem Sekretär des „Leb^iden Kalenders" erteilt. In rech' lustiger und scherzhafter Weise las er eine Satire ub-r den -November" vor. Er geißelte den November 1923, der gerate zu Ende gegangen war, und der geg n alegu.e Sitte mit Unmassen von Schnee und allzu schneidender Kälte angefahren gekommen war. Die Aerztin Galperowa hielt einen sehr langen Vortrag über „Hygiene". Sie war die be te von der ganzen Gesellschaft. Ihre Rete toar tiefernst. Mit Kraft und Ueberzeugung hob sie: hervor, wie wüte tig es für die Zukunft und das Gluck eines Volkes ist, Selbstbeherrschung zu zeigen und seinen Körper gesund und rein zu halten. Sie gab kluge und verständige Ratschläge rein praktischer Art. Alle hörten aufmerksam zu. Aach ihr tr-at ein Arbeiter auf und sprach über das Thema: .Wie d e Monarchisten im Ausland leben . Wieso er eigentlich darüber Bescheid wußte, ging aus seiner Rete nicht hervor Seine Quellen waren wahrscheinlich ebenso trübe wie die ter Monarchisten im Ausland, wenn sie davon sprechen, wie die Dolsche- wikis in Rußland leben. Natürlich schimpfen bette Teile ganz fürchterlich aufeinander. Gin anderer Arbeiter wurde aufgerufen und bellagte sich in längerer Ausführung über den tiefen Stand der Allgemeinbildung in Werchne lldinfk, und wie wichtig es daher sei, daß man Nutzen und Lehre aus dem Wissen ziehe, das durch die „Lebende Zeitung" verbreitet werte. Zuletzt dellamierte ein Mann Verse, die er vermutlich selbst gedichtet hatte, und ein anderer tischte eine Anekdote von dem schrecklichen Schicksal eines Krokodils auf. Die Vorlesung dauerte rund 4 Stunden, wurde aber dreimal von einer Musikkapelle unterbrochen, einem Dutzend junger Qeute, die mit Gefühl und Wohl- llang auch Balalaiken, Mandolinen und 'Gitarren spielten. Freien Eintritt zur „Lebenden Zeitung" haben nur die Mitglieder ter Gewerkschaften. Das Publikum bestand also aus Arbeitern, zum größten Teil jungen Männern und Frauen. Im späteren Teil der Vorstellung schien man müde geworden zu sein; denn da wurde geplaudert und gelacht, |fo daß sich der Redner oft nicht Gehör verschaffen konnte. Da erhob sich ter Schriftleiter, schlug mit dem Hammer auf den Tisch und drohte damit, die Zeitung ganz und gar nteterzulegen, wenn die Abonnenten sich nicht in Schranken halten könnten. Im übrigen ging alles ebenso anständig zu wie Im feinsten Theater in Stockholm." • Hat der fliegende Holländer gelebt? Die Sage vom fliegenden Holländer, die In unserer Dichtung zuerst von Heine so wirkungsvoll verwendet wurde und dann in Richard Wagners Over unsterblich fortlebt, hat in ihrem Ur- die sich dort Futuristen nennen, halten sich abseits. Sie sind im Circolo artistivo zu finden. Besonders P r a m p o l i n i, ein junger Dreißiger von einnehmendem Weltmannstum, gibt als Herausgeber des „Noi" den Ton an und führt die aufstrebende Generation. Alles in allem kann man sagen, das junge Italien ist auf gutem Wege, und wenn jetzt der Geburtstag Garibaldis gefeiert wurde, so stimmt zwar nicht alles zwischen den alten Rothemden und den heutigen Schwarzhemden, aber im ganzen würde der Alte von Marsala mit den Enkeln seiner Kampf- und Siegesgefährten doch zufrieden sein. Turnen, Sport und Spiel« Turngau Hessen (D. T.) -v- Das 51. Gauturnfest hatte ter Turnverein Biedenkopf für lohten Sonntag vorzüglich vorbereitet. Als die Sonne nm Samstag zur Rüste ging, wurde das Fest mit einem feierlich-erhebenden Akt auf dem altehrwürdigen Marktplatz eingeleitet. In schwungvoller Aussprache legte der 1. Gauvertreter Ar:har Pfeif- fer (Wetzlar) dar, welche Aufgaben für deutsches Volkstum iinL Vaterland den Turnvereinen gerate in der heutigen Zeit erwachsen. Unter Dorantritt der Musik entwickelte sich dann aus den Massen ter Bürger und Gäste, die andachtsvoll der Feier beigewohnt hatten, ein langer, fröhlicher Zug nach dem Festplah, der im Lahntal zu Füßen tes Städtchens in zweckvoller Anlage Raum genug bot für Turnen und Festesfreude. Auf dem hohen Podium wurde nun von den Besten des Gaues der Kampf um-die Gaumei st erschuft e n an den Geräten ausgetragen. Die hervorragenden Leistungen ernteten den reichen Beifall der dichtgedrängten Zu schauer menge; 'Otto T e x t o r . T. u. Sp -V. Marburg, warte Gau- meifler an Reck und Barren, Karl Schmidt, von demselben Verein, Gaumeister am Pferd. Ein Jelten schönes Bild boten zum Schluß die Nachtfreiübungen einer Turnerriege tes T. u. Sp.- D. Butzbach unter Leitung des 1. Turnwarts Paul Bönig. Sonntag früh 5 Uhr setzte unter Choralmusik und Döllerschießen das große Wecken ein. Rund 350 Turner in 18 Riegen traten unter ter umsichtigen und energischen Leitung des Gauober- turnwarts Wilh. Will (Gießen) mit frohem Turnerlied in die Bahn. Der wohldurchorganisierte Turnplan lief bei prächtigem Wetter glatt und reibungslos ab. Am Nachmittag führte ein farbenfroher Festzug in fröhlicher Ordnung Turner und Festgäste durch die Straßen. In dem Ehrenwagen der obersten Gauleitung warte auch ter bekannte alte Turner Ludwig Unverzagt (jetzt in Butzbach) mitgefahren, der als junger Bäckergeselle einst „Gießener Turnergeist" nach Diedeickops verpflanzt und dadurch ten damals 1878) jungen Derein zu raschem Emporblühen gebracht hatte, wie die Festschrift dankbar verzeichnet. Nach den allgemeinen Freiübungen, die nach Musikbegleitung ausgesührt vorzüglich llappten, füllten die Vorführungen von 40 Musterriegen als Schau- und Werbeturnen den Nachmittag in anregender Weise aus. Montag vormittag schloß ter turnerische Teil tes Festes mit einem Altersturnen in zwei Gruppen ab. Nachstehend geben wir einen Auszug aus ter Siegerliste. Oberstufe. A. Zwölfkampf: Ehren» fteger Otto Textor, T. u. Sp. V. Marburg und Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen. 1. Sieg Mar.in Weih, Tv. Dornassenheim, 2. Hch. Keller, Tv. Burgsolms, 3. Hch. Leinenweber, Tv. Treis a. d. Lda., 5. Hermann Hofmann, Tv. Hungen, 7. Karl Kehler, Tv. Grohen-Linten, 8: Hch. Rabenau, Tv. Treis a. d. Lda., 13. Karl Kehr, Tv. Treis a. d. Lda. — B. Neu nkampft 1. Sieg Otto Textur, T. u. Sp. V. Marburg, 2. Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen, 3. Karl Schmidt, T. u. Sp. V. Marburg, 11. Hermann Hofmann, Tv. Hungen und Hch. ßeinetoeber, Tv. Treis a d. Lda., 13. Hch. Rabenau, Tv. Treis a. d. Lda., 15. Karl Kehr, Tv. Treis a. d. Lda., 16. Karl Keßler, Tv. Grohen-Linten. Mittelstufe: 1. Sieg Paul Götsch, T.u. Sp. D. Marburg, 2. Ludw. Malkomeslus, Mtv. Giehen, 3. Peter Iung, Tv. Schotten, 4. Kurt Walter, Tv. Treis a. d. Lda., 10. Balth Amend, Tv. Treis a. d. Lda., 11. Willi Gartenschläger, Tv. 1846 Gießen, 18. Karl Iunk, Tv. '1846 Giehen, 19. Otto Kreuder, Tv. Grünberg, 21. Gg. Hofmann, Mtv. Giehen und Karl Bücking. Tv. 1846 Giehen, 23. Arthur Heichelheim, Tv. 1846 Gießen. Unterstufe: 1. Sieg Kuno Knorsch, Se» mlnar-Tv. Frankenberg, 2. Hch. Dvlz, Tv. Lich, 3. Alfred Eckhardt, Tv. Nidda, 4. Ehr. Volz, sprung etwas so Geheimnisvolles wie die Gestalt selbst, die in ihrem Mittelpunkt steht. Vielfach bereits haben Gelehrte den Ursprüngen dieser Geschichte nachgeforscht, die von einem holländischen Seemann berichtet, der wegen einer Gotteslästerung dazu verurteilt wurde, ohne Schlaf die Meere zu befahren, nie einen Hasen oder eine Ankerstelle zu finden, allen, die ihn erblickten, Unheil zu bringen und beim Iüngsten Gericht vom Teufel geholt zu werten. Ein englischer Sagenforscher D. G. Lockhardt hat sich nun ter Aufgabe unterzogen, zu ergrünten, ob ter fliegende Holländer wirklich gelebt hat. Er ist aber nach eingehenden Untersuchungen zu dem Ergebnis gekommen, das keine bestimmte Gestalt für die Sage in Betracht kommt. Im 17. Iahrhuntert taucht in Holland die Geschichte zuerst auf, und sie stimmt ziemlich überein mit ter Erzählung von einem Seefahrer Rambvut van Dam, der auf einer Fahrt nach Amerika verschwand und von dem man im Wasser furchtbare Gotteslästerungen gehört haben wollte. Aber vor diesem „fliegenden Holländer" gab es schon viele andere gottlose Seefahrer, denen ähnlich schlimme Dinge nachgesagt wurden. Die Sage ist In ganz ähnlicher Fassung über die weite Wett verbreitet. Da gibt es die Geschichte von dem Gespensterschiff, das baltische Sagen nach ter Ostsee versetzen, von dem mit Leichen bemannten Sklavenschiff und von dem von Skeletten bevölkerten Totenschiff. Es gibt sogar auch eine Gespensterdschunke, die nach chinesischen Sagen in den Gewässern des Himmlischen Reiches ihr Unwesen treibt. Grausige Ereignisse, wie sie in der Seefahrt ter Vergangenheit nicht selten waren, führten In den verschiedensten Ländern zu der Erfindung solcher Geschichten und Gestalten, deren berühmteste ter fliegende Holländer geworden ist Tv. Lich, 5. Hch. Römer, Tv. Tret» a. d. Lda., 6 Hch. Vetter, Tv. 1846 Gießen unb Äar( Würtz. Tv. Ärofbovf, 7. Äarl D)lz, Tv. Lich, 10, Hch. Rotnagel. Mtv. Gießen. 11. Hans Wilker, Tv. 1846 Giehen und Hans Stecker, Mtv. Dieben. 12. Arthur Greiling, Tv. 1846 Giehen und August Walter. Tv. Treis a. d. Lda., 16. Frarn Reuich- ling, Tv. Heuchelheim und Wilh. Röhrsyeirn, Tv. Krofdorf, 17. Hch. Wulkau, Tv. 1846 Giehen und Karl Drescher, Tv. Krvsdorf, 19. Gg. Schäfer, Tv. 1846 Giehen, 20. Alb. Steinmüller, Tv. Allen- dorf a. d. Lda.. 21. Wilh Luh, Tv. Allendorf a. d. Lda. und Adolf Rinn, Tv. Heuchelheim, 22. Hch. Adolph, Tv. Klein-Linben und Eduard Heger, Tv. Krofdorf, 23. Otto Köhler, Mtv. Giehen, 24. Willi Reih, Tv. 1846 Giehen, 25. Otto Heinstadt, Tv. 1846 Giehen, 27, Hch. Hofmann, Tv. Grüningen, 29. Max Kreiling, Tv. Heuchelheim, 30. Hch. Schaaf, Tv. Treis a. d. Lda. und Werner Fetser, Mtv. Giehen und Ernst Schleenbecker, Tv. Krofdorf, 32. Karl Weih, Tv. Grohen- Linden und Karl Hahn, Tv. Ävofborf, 34. Hans Müller, Tv. Lich 35. Hch. Weitershaus, Tv. Klein-Linden, 36. Rich Seth, Tv. Grohen-Lindcn, 37. Ernst Pfaff, Tv. Klein-Linden, 40. Fritz Stein, Mtv. (Ziehen, 42. Arthur Schleenbecker. Tv. Heuchelheim und Gg. Hammel, Tv. 1846 Giehen, 43. Alb. Würtz, Tv. Krofdorf. Fechter: Florett 1. Sieg Hans Roll. Tv. 1846 Giehen. 2. Engelbert Dürck, Mtv. Giehen, 3. Karl Hahn, Tv. 1860 Dad-Rauheim, 4. Karl Hergenrother, Tv. 1846 Giehen, 5. Fritz Roll, Tv. 1846 Giehen, 12. Ehr. Ziegler. Tv. 1846 Gie- hen, 13. Stephan Schwarz. Tv. 1846 Giehen. — (Säbel: 1. Sieg Hans Roll, Tv. 1846 Giehen, 2. Stephan Schwarz, Tv. 1846 Giehen. 5. Karl Hergenrother, Tv. 1846 Giehen, 6 Engelbert Dürck, Tv. 1846 Giehen. Musterriegen: Aktive Turner: Tv. 1846 Giehen, Darren sehr gut, — Mtv. Giehen, Darreu sehr gut — Tv. Treis a. d. Lda., Darren sehr gut. — Tv. Krofdorf, Darren, sehr gut. Tv. Drohen-Linden, Pferd—Darren sehr gut - Tv. Lich Darren, gut. Altersturnen, über 45 Jahre: 1 Sieg Gg. Thierolf, Tgm. Friedberg, 2. Karl Lang, Tv. Alsfeld, 3. Dernh. Pfeffer, Tv. 1860 Dad°Rau heim. 4. Willi Dchmandt, Tv. AlSseld, 5. Hch. HeneS. Mtv. Dad-Rauheim, 6. Eberhard Dauert. T. u. Sp. D. Marburg. 7. Karl Walther, Tv Ridda. — 35—45 Jahre: 1. Sieg Gg Dickhaut, Tv. Alsfeld, 2. Martin Textvr, T. u. Sp D Marburg, 3. Friedr. Schmidt, Tv. Lich, 4. Hch. H.imel, Tv. 1846 Giehen, 7. Hch. Lang. Tv. Klein-Linden und Willi Gerhard, Mtv. Giehen, 8. Ehr. Zimmer, Tv. Lich 10. Karl Huhke. Mtv Giehen, 11. Gg. Dreher, Mtv. Giehen, 12. Friedr. Müller, Tv. Allendorf a. d. L. 4x10 0 Meter-Staffel: 1. Sieg Tv Wallau, 46,1 Sek.: 2. Sieg Tv. Wetzlar, 46,3. Wirtschaft. Boni Gctreidemarkt. Der heimische Prvduktenmarkt der Ägerren Woche stand vollständig unter dem ck der beabsichtigten Schutzzölle, Dress Maßnahme, die an unb für sich im Augenblick zwar noch von keiner sichtbaren Wirkung sein wird, da der Preis deS Auslandsgetreides zum überwiegenden Teil noch immer über den heimischen Preisen liegt, konnte doch schon bei ihrer Ankündigung eine Preissteigerung von 6—7 Mk für den Zentner Weiten bewirken. Auch die Erhöhung deS Roggenpreises hält sich auf einer ähnlichen DasiS. Delebender jedoch wirkte die Lbikündigung einer bedingten Ausfuhrfreiheit für Getreide. Fast alle gröberen Produttenmärkte Deutschlands verzeichneten f&rteven Deaehr nach den Ausfuhrhäfen, zur Speicherung daselbst. Hinzu kam noch^ dah Handel und Konsum wieder einmal ihre Vorräte zu ergänzen genötigt waren, während die Erzeuger in der Hoffnung, dah die oben erwähnten Tatsachen über kurz oder lang noch eine gröbere Rentabilität ihrer Produkte versprechen, sich sehr zurückhaltend verhielten. Auch auf den Auslandmärkten blieb die feste Tendenz erhalten. ES kann nunmehr als Tatsache angesehen werden, dab sich die Winterweizenernte Amerikas um 50 Millionen Dushel niedriger stellen wird als im Vorjahre. Man glaubt in sachverständigen Kreisen nicht, dah dir FiühjahrSwe^enernte auch nur im Entferntesten einen Ausgleich zu bieten vermöchte. Ebenfalls über eine schlechte Ernte klagt Kanada. Auch hier rechnet man mit einem nicht unbedeutenden Ernte- ausfall, und eS dürfte allem Anschein nach zu erwarten sein, dab die nächstjährige Ausfuhr Kanadas sich erheblich geringer stellen wird als in diesem Jahre. Unter dieser Voraussetzung sind auch die Käufe zu verstehen, die England gerade in der vergangenen Woche in besonders starkem Mabe getätigt hat. Beachtenswerter Konkurrent bleibt noch immer Argentinien, das feine Vorräte wohl in den nächsten Monaten noch, dem europäischen Markt zuführen wird. Rußland steht Oer Alte aus Lopper. Roman von HannS non ZvbelNH. 17. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Darauf hat der Vater, der zu dem DarsattuS nimmer Vertrauen gehabt und ihn immer schon einen Viehdoktor genannt, m seiner Verzweiflung den Informator und den alten Marzanke nach Frankfurt geschickt; beide, denn einem traute er die Sache nicht zu. Sie sollten und muhten, ob Russen oder nicht an der Ober, hineinkommen. eventualiter sich beim Höchstkommandierenden melden, sintemal solch General doch meist kein Un= mensch ist. Unb dann sollten sie, koste eS, was es wolle, den groben Chirurgen, Herrn Leopold Porten, so an der dortigen Universität in der medizinischen Fakultät die erste Geige spielte, nach Topper schaffen. ( Ist auch wirklich gekommen ein kleines zierliches Männchen mit einer Riesenperücke, hat wieder mit der Sonde gearbeitet, die Dlessur stark mit la Pis infernalis touchiert hat ein sehr bedenkliches Gesicht gemacht, die Achseln ganz hoch- gezogen unb, im Vertrauen, zu Frau Deate ge- äubert: bah er wenig Hoffnung geben könnte, wennschon der Herr Offizier von natura ein Riese sei und gutes Dlut hätte. Darauf hat das kleine Männchen mit dem Gestrengen zu Tisch gesessen und zwei Flaschen Pvntac getrunken und immer nur von den Dr:u.ln erzählt, so die Russen in Frankfurt begangen, wennschon der General Saltykow Cxzelttnz ein ganz aimabler Herr wäre, der auch die Gelehrsamkeit zu efttmieren wisse. Unb dab der König von allen bisherigen Ausfuhrländern In bezug auf seine Ernte an letzter Stelle. Allen widersprechen- den Communiquös der Sowjetregierung zam Trotz bleibt man In einwandfreien Sachverständigenkreisen der Ansicht, dab es noch, ganz ua- gewib sei, ob es Rubland auch nur möglich fein wird, aus einzelnen Ueberschubgebieten die Hungersnot in anderen Teilen des Landes zu verhindern. An eine Ausfuhr ist unter diesen Umständen natürlich nicht zu denken. Die Saatenstandsberichte aus den südosteuropäischen Ländern Hingen ebenfalls recht wenig optimistisch. Ungarn wird, wie dortigen Derichten zu entnehmen ist, genötigt sein, nicht unbeträchtliche Getceide- mengen einzuführen. Alles in allem gesehen, kann man also für die nächste Zeit, mindestens aber für das nächste Drntcjahc, mit einer bemerkenswerten Preissteigerung auf den Produttenmärkten dec ganzei Welt rechnen. • Die Goldnotenbank. Berlin, 15. Juli (WB.) Zur Beendigung der Arbeiten deS Organisationskomit es für die Goldnotenbank wird mitgeteilt, dab der d e u t s ch e Entwurf in seinen wesentlichsten Punkten von dem englischen Bankier Kinde rsley angenommen worden sei. Der Charakter der Gold- notenbank, deren Sih in Berlin sein wird, wird vollkommen dem der Reichsbank entsprechen. Das Direktorium der Dank wird eine rein deutsche Behörde sein. Der- Generalrat, ohne dessen Zustimmung das Direktorium keine Entscheidung treffen kann, wird au6 14 Mitgliedern bestehen und zwar aus sieben deutschen unb je einem Vertreter der Gläubigerstaaten Amerika, England. Frankreich. Italien, Belgien Holland und der Schweiz. Der Präsident oeS Generalrats wird ein Deutscher sein, unb zwar sei hierfür Reichsbankpräsident Dr. Schacht bestimmt worden. Die Bant wird vollkommen unabhängig von der Reichsregierung sein. Die neuen Roten der Bank sollen den Ramen Reichsmarknoten tragen unb bis zu zehn Mark hinunter be- stückelt werden. Daneben sollen auch Gold-, Silber- und Kupfermünzen borget eben werden, unb zwar von einem Pfennig bis zu fünf Mark. Die Finanzgrundlage der Dank wird die De-tschland zu g'wähoende Aus'andanl ihe in Höhe von 800 Millionen Goldmark sein, der gesamte Rotenumlauf wird sich auf etwa fünf Milliarden Goldmark belaufen. Als Rotendeckung gilt das alte Verhältnis von >/z in Gold unb Devisen. Del den Verhandlungen hat von Anfang an die Tatsache im Vordergründe gestanden, dab die neue Währung absolute Stabil!- t ä t besitzen mub unb dah durch keinerlei politische und sonstige Einflüsse eine neue Inflation herbeigeführt werden darf. * ■ Herabsetzung der Habenzinsen in Frankfurt a. M Die Frankfurter Dan- fierbereinigung hat beschlossen, mit Wirkung ab 15 Juli die Habenzinsen für täglich kündbares Geld auf 8 Prozent herabzusetzen. * Betriebsstillegungen bei Linz- Mannheim unb Bugatti Die F>. ma Heinrich Lanz in Mannheim macht ih'ee Belegschaft durch Anschlag bekannt, dab sie sich gezwungen sieht, von nächstem Sonntag an ihren Betrieb sttllzulegen und die gesamte Arbiter- schaft, insgesamt 5000 Mann, zu entlasten. Ebenfalls soll zum nächsten zulässigen Termin sämtlichen Beamten gekündigt werden Als Grund wird Geld- unb Kreditmangel angegeben, der dadurch hervorgerufen wird, dab die Abnehmer der Firma ihren Verpflichtungen nicht mehr Nachkommen können. Die Verhandlungen, die ber Betriebsrat der Firma Lanz sofort mit dem Reichs- arbeitsministerium geführt hat, sind ergebnislos verlaufen, da sich das Arbeitsrnrnisteriam außer- stände erklärte, dem Ansuchen der Firma um Staatskredite Folge zu geben, zumal die Anforderungen für Staatskredite zu grob geworden feien Wie das gleiche Blatt weiter erfährt, hat die Automobilfirma Rabag-Dugatti angekündigt, dab sie von morgen ab zwei Drittel ihrer Arbeiter entlasfen werde. Der Grund für diese Betriebseinschränkung ist ebenfalls in Geld- und Kredttmangel zu suchen. * Holzverkohlungsindustrie 21.=®., Konstanz. Der Aussichtsrat ber Gesellschaft hat beschlossen, auf den 4. August einr av G.-B. ein» zuberufen unb die Bilanz, Gewinn- und Verlust- rechnung vorzulegen. Gleichzeitig ist die Vorlage der Goldmarieröffnungsbllanz geplant (per 1. April 1924). Das Aktienkapital soll demnach von 120 Mill. Mk. auf 10,410 Mill. Gm. in der Welse umgestellt werden, dab auf je 1 ©tammaftte von 1000 Mk. vier neue Stammaktien zu je20Gm. gewährt werden: der Rennwert der Vorzugsaktien wird von 1000 Mk. auf eine Goldmark herabgesetzt. Danach wird neben Aufsichtsratswahlen und Satzungsänderungen vorgeschlagen werden, je 4 neue GoldmarEstammaktien zu je 20 Gm. in eine zu j« 100 Gm. einzutauschon. Börsen kurfe. ftranffurta M Berlin 9n DiMonen Prozent 16. 7. Datum: 7,9 8 10,70 8,75 8,75 1,80 1,76 8 7,1 0,625 1,08 1,9 6,10 9,60 2,85 7,12 2,75 2,50 0,265 0,525 27 35 6,5 26,5 27 35,25 6,75 9,6 18 3,1 7,75 10,6 8,40 0,440 4,2 Schl»! fiuis 6 7,70 41 41,25 46,1 6.2 8,40 3,80 6,25 21,50 16,625 29 Sdjlub' Kur» 6,25 8,75 Schluß, flu » Schluß. Kur» 7,75 10,65 8 0,218 0,525 0,100 0,856 2,40 7,25 10,65 0,415 0,i50 2,60 7 10,65 C,265 0,525 0,400 0,9ü0 0,180 0,420 0,560 0,500 0,460 4,2 80,25 6,20 36 20,75 3,25 6,25 7,25 0 28 5 0, 40 0, 93 C.975 0,180 0,420 o.eoo 0,-40 0,470 4,2 80 ■Ä 14 3,60 6,14 7,30 36 2,80 7,60 21,60 17,26 27,75 1,2 18 3,75 1,55 7,625 2,40 6,75 10,90 4,2 80,20 6,25 5,26 7,62 40, 0 42 47 6,1 8 3,6? 6,62 21,5 16,75 28,?5 1,20 18 62 3.75 7'il 2,60 0,950 0,190 0,410 0,560 5.62 7,60 40,5 42 15,13 3,8 1,50 0,3 0,2 38 5.?5 7,b25 11 40,75 45,5 6 8,25 3,80 6,275 2i,5 16,5 23 2 2,75 7,4 0,61 9,65 1 2 2,85 7,5 2,75 2,15 8 10,75 8,4 5,13 9 11 6,62 16,125 f> 27 37,25 I/O 1,0 1.90 1,60 0,3 21 3,30 6 7,62 0,350 7,90 9.6 1,60 0,300 0,2 3 30 6,50 7.3' 0,350 7.8 9,75 '.8> 0,825 0,22 7,5 10,75 8,20 4,89 8,8 10,10 6,40 1,70 1,8 7,5 0,4 0.61 «.65 5°/0 Deutsche RetchScmletbe 4% Deutsche ReichSanleihe Deutsche Reichranleide 3% Deutsche RcichSinlethe . Deutsche Sparprämieuan leihe 1% Preußische Konsols . . . 4° o Hessen 3‘/,6/g Hetze«.......... 3°/o Hetzen........... Deutzche Wertb. Dollar-Llnl. dto. Doll.-Hchatz-Anwellng.') 4°/o Zolltürten......... 5% Goldmexikaner • • • • Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- uuv Privat-Bank L ärmst, und Natzonalbank . Deutsche Bant......... Deuische BeretnSbank .... Diöconto Commandtt .... Metallbank........... Miiteldeutsche Creditbank. . Lcsteireichtsche Creditanstalt Westbank. ....... Bochumer Guß ....... Buderus Caro ............. Deutsch Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Horvcncr Bergbuu...... Üalstvcrkc Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte....... Lvcrbedarf....... Phönix Bergbau ...... Ryeiunahl........ IHtebect Montan...... Tellus Bergbau ........ Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llohd..... Cheramische Werke Albin . . fernentlucif Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont -Guano..... Badische Anilin........ Chemische Master Alaptn . . Goldschmidt......... Gries cimer Electron .... Höchster ^GrulUCl'te ..... Holzverkohlung........ 'Jiütflciöiucrfe bcheideaustalt ........ All«. ElektrizitätS-Gesellschast Bergnmnn........... Mainlrastwerke ........ Schultert . . Siemen» & Halske . ... . Adlerwerke Klester ...... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt. . ...... Meguin....... . , . Frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . . Mctallgesell (haft Frankfurt. 'Bet Union A -G...... Schuknabrik Herz Sichel Bcuftoff Waldhof...... äuckerfabrik Frankenthal . - uckersabrik Waghäusel . . •) Dom 41-0.40(1 tune?"- rt. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark ausaedruckt. Buenos Alre», London. Neu« hort. Japan, Rio de Faueiro für eine Einheit, Wien und Budapest kür 100000 Ein betten, alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 14. Juli 15 Full Repark. ilmtlicbe '.Kotiertic Q. (AM 't f 1 Geld <' V’ (d f 14. 15. Armt.-Ron 158,35 169,1 1 8. lü 15J, 0 voll voll Brss.o'Intw 13,15 19 ?5 12,15 19,25 voll voll (Ebrtftinnfa . 56,11 6 39 56,31 r 6 49 voll voll Kovenbagen 67,33 67,67 112,03 67,33 67,72 112,03 voll soll Stockholm . 111,47 "11,47 voll soll HclünaforS- sttalikn. . . 10,47 18,00 10,53 18, >6 10,47 18,05 10,53 18,15 voll voll voll voll London. . . Weutjorf . . "ö: 21,73 1t,435 1t,3? 1t,41 voll voll 4,2! 21,8) 4,1 J 21,75 4,21 voll voll Paris. . . . 21,95 Düll voll Schweiz . 76,61 77,21 68,09 5 6,41 76,79 oou voll Spanten . . Wien in D.« 65.81 t-8,81 66,09 voll voll Cefi. obgest 5,92 6,94 5,92 5,91 voll Von Praci . . . . 12,41 12,47 12,40 12,46 voll voll Budapest. . 5,04 6,03 1,355 3,07 6,04 1,345 6,0S voll voll Buen.-Atrer 1,345 3,05 Ä7 voll voll Bulaarien 3,05 voll voll Japan . . Wo de Ian 1,73 0,375 1,73 0,585 Ä voll voll voll voll Belgrad . 4,93 4,98 11,33 4.93 4,95 voll voll Ltstabon . 11,27 10,97 11,03 voll voll F ernt’, 15. Juli Geld I Briet Repart. Amerikanische Noten ..... 4,1) 4,21 voll Belgische Noten...... . 19,05 19.1S voll Dänische Noten ...... 67,18 67 52 voll «Englische Noten........ 18,?9 18.39 voll Französische Noten ...... Holländische Noten...... 21,75 21.85 voll 117,85 158,05 voll Italienische Noten...... 18,0- 18,15 voll Norwegische Noten...... 5b,11 56,39 voll Deulsch-L)esterr, A100 Krone« 5, 8 6,02 voll Rumänische Noten...... 1,83 1,85 voll Schwedische Noten...... 111,17 111,73 voll Schweizer Noten....... 70,41 76,79 voll Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 53,56 55,84 voll 12, 8 12,44 voll Ungarische Noten . . . . = Berliner •1,91 Dorfe. 4,93 voll Berlin, 15. Juli. (Drahtbericht des »Gietz. Anzeigers".) Das Geschäft war heute an der Essetten-Dörse eher noch etwas stiller, als gestern. Die Umsätze sind auf den meisten Gebieten des Attienmarttes gleich null. Der Druck, der gegen* toärtig auf der Börse liegt, geht in erster ötnte von den aubenpolitischen Ereignissen auS. Die Londoner Konferenz, deren Verlaus und Ausgang durch die jüngsten Ereignisse wieder ganz ungewib geworden ist. bildet naturgemäß das Hauptgespräch der Börse. Daneben ixriotat man mi ernster Sorge die fortschreitende Stillegung von großindustriellen Betrieben, z. B. die Stilllegung der Firma Lanz in Mannheim. Die Spekulation wendet sich immer mehr Stadtanleihen, Pfandbriesen und Industrieobllgationen zu: von der Kriegsanleihe wendet sie sich dagegen enttäuscht ab. Die Geldmarktlage bleibt unverändert. Im Devisenverkehr sind die Umsätze minimal. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 15. Juli. (Drahtberichi deS .Gieß. Anz.".) Tendenz: Vorwiegend weiter abgeschwächt. — Die Börse eröffnete erneut in schwacher Haltung, wobei die «Stagnation im Börsengeschäft noch weitere Fortschritte machte. Die Momente, durch die die Börse schon geraume Zeit beeinträchtigt wird, treten sowohl auf politischem wie auf wirtschaftlichem Gebiet immer ungünstiger zutage und bewirken ein andauerndes Abbröckeln der Kurse. Besonders die schleichende.Wirtschaftskrise, die sich durch immer neue Vetr^bseinstel- lungen und Arbeiterkündigungen dokumentiert, toito mit lebhafter Besorgnis verfolgt und bildet heute ein neues Motiv starker Verstimmung. Dazu kommt noch die Skepsis, die man über den Ausgang ber Londoner Konferenz an den Tag legt, und die sich in einer scharfen Zurückhaltung austeirkt. Für Industrieteerte lagen wiederum nicht unerhebliche Verlaussorders vor, wobei das Fehlen von Käufern eine starke Stockung in ber Umsatztätigkeit hervorrief. Die Abschwächungen hielten sich in engen Grenzen, waren aber überwiegend Am Geldmarkt betrugen die Zinssätze für Tagesgeld 1/4 Pro Mille, für Mvnatsgeld l1/« Prozent. Am Devisenmarkt sind ber Frank und die Mark unverändert, während das englische Pfund fine neue mäßige Steigerung zu verzeichnen hatte. An dem Aktienmarkt machte sich für fast alle Marktgebiete ein neuer Rückgang bemerkbar, mit Ausnahme von SchiffahrlSaktten, die leichte Erholungen aufwiesen. Mit schwächerer Haltung gingen chemische Werte in den Verkehr. Vernachlässigt lag der Bankaktien markt, der gletch- falls nachgeben mußte. Am Kassaindustriema,rtt, der nicht einheitlich verkeh.te, erlitt Ludw g Ganz einen neuen Rückschlag um 25 Milliarden. Am heimischen Rentenmarkt eröffnete Kriegsanleihe mit etwa 290, senkte sich dann auf 265 und zog weiterhin auf 279 an. Die übrigen deutschen Renten setzten die Abwärtsbewegung fort. Auf dem Markt der ausländischen Renten herrschte grobe Geschästsstille. Geschäflslos und ohne jedes Interesse lag der Freiverkehr, wo gleichfalls Abschwächungen zu verzeichnen teuren. Man horte Api l3/-i, Becker-Stahl 1,3, Decker-Kohle 3,5, Petroleum 9,5 Ufa 41/«. Im weiteren Verlauf war Lustlosigkeit weiter vorherrschend, bas An^bot war tellweise verstärkt. Märkte. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a M., 15. Juli. (Drahtbe- rlcht des „Gießener Anzeigers".) Weizen, Wet- terauer 18,75—19,75, Roggen, inländ. 17 50-18, Sommergerste für Brauzwecke 17,50—18 50, Hafer, inländ. 18—18,50, Mais, gelb 17—17,25, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 31—32, Roggen- mehl 25—25,50, Weizen- und Roggenklrie 9.50 bis 10. Tendenz: steigend. Berliner Produktenbörse. D e r 11 n, 15. Juli. Am Produttenmartt weiter steigende Preise. Roggen 152, Weizen bis 188. Das Angebot wird naturgemäß Immer zurückhaltender, obwohl sicher noch Vorräte vorhanden sind. Es würben notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt.* 178 bis 188, Roggen, märt. 145 bis 152, Gerste, märt. 160 bis 170, neue 155 bis 160, Hafer, märt 145 bis 152, Raps 245 bis 250, Leinsaat 320 bis 325; für je 100 Kilo: Weizenmehl 25 bis 28,50, Roggenmehl 22,50 bis 25, Weizenkleie 9,60, Roggenkleie 9 biS 9,50, Vik- toriaerbsen 21, kleine Erbsen 14,50 bis 15, Futter- ert>fen 14, Peluschken 14, Wicken 15,50 bis 16, Lupinen, blau 9 bis 10, gelb 15 bis 16, Rapskuchen 10,50, Leinkuchen 19 bis 20, Trockenschnitzel 8,50 bis 8,70, Kartoffelflocken 21 biS 21,50 Airs dem AmIHverktttldiqirngSbkatt. •• DaS ArntSverkündigungSblatt Rr. 48 vorn 15. Juli enthält: Konferenzen der Lehrer. — Lehrausflüge für Erbkunbelehrer. — Reichsjugendwettkämpfe 1924. — Feldbereinigun- gen Allendorf a. d. L., Wieseck, Großen-Linben, Stangenwd, Ober-Steinberg, Beltershain, Watzenborn-Steinberg. Eine EntfettnnliSkur sollten alle Korpulenten vornehmen. Wir raten Ihnen, In Ihrer Apotheke 30 p Toluba-Kerne zu taufen, die völlig unschädliche, fettzehrende Stoffe enthalten. 5362ss Friedrich nun schon wieder mit einem recht ansehnlichen Dorps b'Arrnee bei Fürstenwalde stünde und daß von allerlei Differenzen verlautbare zwischen den russischen und österreichischen Generalen, woraus zu schließen, daß sie nicht auf Berlin vorrückten, daß vielmehr die Russen wahrscheinlich balde abziehen würden. Das walte Gottl „Das walte Gott," hat auch der Gestrenge aus tiefstem Herzensgründe gesagt unb sodann nach seiner Schpldigkeit g fragt. Was das lederne Gelbsäckchen im «Schreibtisch wieder arg leichter gemacht. Der alte Herr ist tn diesen Tagen herumgegangen wie einer, ber mit sich selber nicht fertig werden kann. In daS Krankengemach hat er sich kaum bineingetraut Alle «Sorge lag auf der «Schwiegertochter. Tag und Rächt ist Frau Beate kaum von des Blessierten Bette gewichen. Grad, baß sie bann unb wann ein paar Worte mit ihrem Sohn gewechselt, wenn ber Junker leise an ber Tür kratzte: „Wie geht-, Frau Mutter?" Du lieber Gott, was sollte sie antworten? Keinem, keinem konnte sie sagen, wie ihr Herz zitterte unb bangte. Ihrem lieben Jungen am wenigsten. Am ehesten noch Ehrenpüttner, der alle Tage mit gutem Zuspruch kam. Dor ihm hat sie sich manchmal still auSgeweint, manchmal aber auch leibenschaftlich bie Hände gerungen. „Warum gibt es soviel Trübsal in ber Welt?" Und hat ihn sonder Verständnis angesehen mit leeren Augen, wenn er entgegnet: „Unser Herrgott weiß, wozu eS uns frommt.“ Tann ist eineS Tages der Leichholzer vvrge- fahren, in feiner Halbchaise, unb hat auf dem Dock seinen alten «Schäfer Durbrian mitgebracht. Sie wußten eS alle, ber Lasow glaubte nicht an Gott und nicht an den Teufel, aber daß sein Schäfer mehr könne als andere, das glaubte er. Frau Deate wollte den schmutzigen Kerl, der Sommer und Winter in demselben Pelz steckte, nicht hereinlassen. Der Herr Vater sah sie aber so flehend an — sv als wie: nimm nicht meine letzte Hoffnung — daß sie beiseite trat Der alte Kerl hat lange am Bett gesessen, hat sich die Dlessur ganz scharf angeschaut, ist dann in den Garten gegangen unb ha! Weidengerten geschnitten, sich fnschcs Seinen geben las en unb ben ganzen Arm fest an bie Brust gebunden AlleS mit seinen groben Händen, vhie baß es dem Patienten, der sonst bei jeder Berührung aufstöhnte, sonderliche «Schmerzen beret ete. Daraus hat er sich seinen Kräutersack von der Chaise geholt und in ber Küche einen «Saft bick eingekocht; bavon sollte ber Herr Kapitän alle zwei Stunden einen Eßlöffel bekommen Und bann hat er sich ganz tief über das Bett gebeugt, mit den Fingern allerlei seltsame Bewegungen gemacht und einen Spruch salbadert, den keiner verstehen konnte. Wie er gegangen ist, hat er nur gesagt: „Is nu alles in Reihl Wenn Reumond wirb, kann der Herr schon in der «Sonn' vor ber Tür sitzen. Die «Sonne zieht bann bie «Säfte ganz zurech!e, was mein Spruch noch nicht gut gemacht hat" Hat sich furchtbar geschneuzt unb sich in ber Küche einen bicken Eierkuchen mit Speck backen lassen, weil bas drinnen seine Kraft sehr strapaziert hätte. Frau Beate faß wieder am Bette des Kranken mit ihrem schmerzensreichen Gesicht in all ihrer Hvsfnungswsigkeit Drüben aber, am runden Tisch in der Herrenstube, trank der Leich- holzer die letzte Flasche Ungar, die im Keller war, schwadronierte mächtig über die Zeitläufte schwur hoch und heilig auf seinen Burdrian, bei die Weisheit mit Löffeln gefreßen und ein «Schock gelehrter Chirurgen in den «Sack stecke. Sprach ohne jeglichen Respekt — denn Respekt hatte et vor niemanb und keinem — gegen den König, der keinen blauen Dunst hätte von der wahren Kriegskunst, die nur bei dem großen Daun, dem Eieaei von Kollin, wäre und allenfalls bet dem Prinzen Heinrich. Das ging dem Dopperschen wohl gegen den Strich. Aber er war müde und matt, und wozu sollte man dem Bernhard Lasow widersprechen? Gegen dessen Mundwerk tarn man doch nicht auf. So fragte er nur, als die Mühle einmal zu klappern aufhörte: „Ist keine Rachricht von Lottchen gekommen, Bruderherz? Ich hör’, der ganze Hol ist nach Magdeburg geflüchtet" „Ist er, Bruderherz, ist erf Mein arme-, liebes Lvttchen! Ja — sie hat mir ein Billett geschickt. Ist eine höchst fatigante Reife gewesen, in drei Etappen, immer in der Furcht, daß die Russen den Convoi überfielen. Richt einmal für bie Debeckung hat der König Sorge getragen. Ja . . . jetzo sind sie in der Festung in Sicherheit, aber Oottchen meldet mir, es sei eine überaus ennuyante Stadt, und sie seien miserabel unter- gekommen. Die Provinzdamen dorten, schreibt sie, wären ganz ribicül, wüßten sich nicht zu Neiden und hätten keine Allüren." w€o — sv! Das 5)ottchen . . ." „Das arme, liebe Kind! Weiß nun noch nicht, daß ihr Herzallerliebster hier so malade liegt..} Gestern erst hab' ich's ihr geschrieben" (Fortsetzung folgt)