Llr. 159 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GieszenerFamilienb lütter MonatS'vrzugspreis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. Hl. 11686. Erster Blatt irq. Fayrgang Montag, <6. Juni 1924 GietzekerAnMer General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: Vrühl'fche Umversität§-Buch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örttich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re Klame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzoorfchrift 20°/, Auf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilletoir )r. Friedr. Wilh. Lange, ür den übrigen Teil: krnst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Jur Veamtenbesoldung. Don Prof. Dr. M. Schinn, M. d. L. Tie letzte Neuregelung der Deamtenbesoldung Hat viel Aufsehen erregt. 3n Zeitungnr wie in Versammlungen sind die für die Beurteilung ausschlaggebenden Gesichtspunkte ausgiebig erörtert worden. Ich will oft Gesagtes hier nicht wiederholen, sondern nur einige Bemerkungen zur Cache machen, namentlich zu ihrer Behandlung in Hessen. Im Finanzausschuh des hessischen Landtages war man einmütig mit der Neuordnung unzufrieden. Einmütig wurde ein Antrag der Deutschen Dolkspartei angenommen, der namentlich die Regelung der Gehälter der unteren und mittleren Beamten als zu ungünstig bezeichnet und Abhilfe fordert. Dennoch hat nachher auf eine Vorlage der Regierung hin der Finanzausschuh im wesentlichen der Uebernahrne der Reichssätze auf Hessen zugestimmt. Das werden manche nicht verstanden haben. Es erklärt sich nach den eigenen Darlegungen der Regierung (in einer Vorlage an den Landtag) folgendermaßen: Das sogenannte Aeichsbesoldungs P.r-g s-tz gestattet nicht, das) die Länder höhere Gehälter zahlen als das Reich. Hessen darf also seine mittleren und unteren Beamten nicht besser stellten, als die Reichsbeamten. Eine geringere Bezahlung der übrigen Gruppen als im Reich erklärt aber die hessische Regierung nicht für vertretbar, weil sie als ungerechtfertigte Zurücksetzung empfunden werden würde. Bei der starken Durchsetzung des Landes mit Reichsbeamten — in den Verwaltungen der Post, der Eisenbahn, der Finanzen — erscheinen sie geradezu unmöglich. Auch würde, da die Zahl der oberen Beamten verhältnismäßig gering, durch Schlechterstellung der höheren Gruppen keine nennenswerte Ersparnis erzielt werden. Die hessische Regierung hat auf Grund gesetzlicher Regelung das Recht, die Besoldungs- regelung des Reichs vhneweiteres auf Hessen zu übertragen. <Äe verzichtet diesmal auf Ausübung dieses Rechts und legt dem Landtag die Neuordnung zur Genehmigung vor. Die Gründe dafür gibt sie nicht an; wahrscheinlich will sie angesichts der Stärke des Widerspruchs die Verantwortung nicht allein tragen. Ihre Bedenken gegen die reichsrechtliche Regelung bringt sie auch bei diesem Anlah zum Ausdruck; sie hat bei der Reichsregierung und bei den Derhanülungen im Reichsrat Widerspruch erhoben. Es steht zu erwarten, dah das Plenum des Landtages sich diesem Widerspruch wahrscheinlich in sehr deutlicher Form, anschliehen wird. In der Tat kann eine Besserstellung der unteren und mittleren Beamten nur durch das Reich bewirkt werden. Um so grober ist die Verantwortung der Reichs- instanzen. Zur Sache selbst noch dies. Die Reichsregierung hat sich von den Bestrebungen leiten lassen, die Bezüge der Beamten den Friedensbe- zü genanzugleichen. Nach ,hrer Berechnung erreicht infolge der Neuordnung das Einkommen eines unteren Beamten mit zwei Kindern 115 v. H bei Friedensbezüge, das der oberen Beamten dagegen nur 80 v. H. des Friedensgehalts. Zu dieser Berechnung bemerkt die hessische Regierung, sie treffe wohl für die Reichsbeamten zu, nicht aber in allen Desoldungsgruppen für die hessischen Staatsbeamten. Dieser kurze Sah enthüll nach meiner Meinung eine Andeutung der groben für gerechte Berechnung vorhandenen Schwierigkeiten. Das gesamte Desoldungswesen ist eben seit der Revolution auf eine neue Grundlage gestellt worden. Die Zusammenziehung der zahlreichen Desvldungsllassen in 13 (von den Sondergruppen abgesehen) hat starke Verschiebungen zur Folge gehabt, die sich gegenüber den Friedensverhältnissen für die einen günstig, für die anderen ungünstig auswirken. Auch sind Veränderungen in der Einschätzung der Beamtengruppen vorgekvmmen, die sich in höherer Einstufung äußerten. Je mehr nun die Gehälter wieder den Friedensverhällnissen angepaht werden, um so peinlicher und drückender wird es empfunden, wenn eine Gruppe jetzt schlechter gestellt ist als 1914, während andere besser gestellt sind, Und es gibt anscheinend ganz krasse Fälle dieser Art. Ich will aus dem mir zur Verfügung stehenden Material nur zwei Fälle anführen. Ein Unter- beamter (Namen und Amtsbezeichnung lasse ich hier fort) hatte im Frieden ein Gehalt von 2500 Mark neben freier Wohnung, Brand und Licht. Jetzt steht er in Gruppe III und hat alles in allem (mit Zuschlägen) 1579,20 Mk. Einkommen; Wohnung, Brand und Licht muh er bezahlen. Also ein Minus von mindestens 1000Mark! Noch schlimmer liegt ein anderer, fast unbegreiflicher Fall. Ein mittlerer Beamter bezog bei feinem Tod ein Höchstgehalt von 4200 Mark. Jetzt wird die Pension seiner Witwe nach Gruppe 5 berechnet, die ein Höchstgehalt von 1728 Mark (auber Zuschlägen, die nicht stark ins Gewicht fallen) hat. Die Pension wird also nach einem Gehalt bemessen, das längst nicht an die Hälfte des Einkommens heranreicht, das der Ehemann tatsächlich bezogen hatl Mögen das ganz besonders krasse Fälle sein — sie zeigen m. E., daß hier ganz schwere Schädigungen ganzer Gruppen oder Einzelner vorliegen, die in keinem Falle bestehen bleiben können. Es ist fein' die Srage, ob nicht die so Geschädigten einen klagbaren Anspruch auf Entschädigung haben. Auf solche Fälle muh die Reichsregierung mit allein Nachdruck hingewiesen werden; sie sind es, die am meisten Unzufriedenheit wecken müssen und die der Korrektur ganz dringend bedürfen. Möge auch der Landtag solche Fälle ausdrücklich zum Gegenstand seiner Dorstellungen in Berlin machen I Stresemann Liber dre psktrsche Lage. Ein französisches Linkskabinett unter Herriot. — Kundgebung Herriots an Deutschland. — Verständigung in der Micum- Frage. Karlsruhe, 15. Juni. In einer anläh- lich der Tagung der Südwestdeutschen Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Volkspartei in Karlsruhe veranstalteten öffentlichen Versammlung sprach der Minister des Aeuhern Stresemann über die politische Lage. Ausgehend von der Veröffentlichung einer neuen Serie der Aktenpublikation des Auswärtigen Amtes führte der Minister folgendes aus: Diese Publikationen behandeln die Jahre 1897 bis 1903, also gerade jene Zeit, in der die führenden europäischen Mächte darangingen, die Welt in ganz großem Stil aufzuteilen. In Asien, Afrika und im Stillen Ozean wurden weite Gebiete als Kolonien erworben und in Interessensphären verlegt. In dieser im wahren Sinne des Wortes imperialistischen Epoche hat sich Deutschland im Vergleich zu den übrigen Großmächten recht bescheiden im Hintergründe gehalten. Die Absicht, mit feiner Großmacht in Gegensatz oder gar in Feindschaft zu geraten, zieht sich wie ein roter Faden durch alle Handlungen der Diplomatie. Sie war auch der Grund für jene damals streng durchgeführte Politik der freien Hand, die jedes mehr oder weniger offene Bündnisangebot fremder Regierungen ablehnend beantwortete. Deutschland scheute sich, mit Rußland bindende Abkommen zu treffen, um keine England feindliche Richtung einschlagen zu müssen, und als Chamberlain den Beitritt Großbritanniens zum Dreibunde anregte, wies man deutscherseits auf die Gefahren der dadurch wahrscheinlich werdenden Gegnerschaft zu Rußland hin. Ob diese Politik vom deutschen Standpuntt aus richtig war, kann bezweifelt werden; jedenfalls war sie bewußt auf die Erhaltung des Friedens gerichtet, wie überhaupt Deutschland im Besitze der stärksten Armee der Welt seinen Einfluß nur von dem Gesichtspunkt? aus in die Wage warf, Europa und der Welt den Frieden zu erhalten. Die Publikationen des Auswärtigen Amtes werden Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Dann ist es Zeit, auf gründ dieser Gesamtdarstellung der deutschen Politik in den entscheidenden Jahrzehnten europäischer Entwicklung die Forderung an die anderen Mächte zu richten, auch ihrer seit ihre Archive zu öffnen, um so die Grundlage für eine un parteiische Erörterung der S ch u l d f r a g e zu schaffen. Volk und Regierung müssen diesen Kampf gemeinschaftlich führen. Gegenüber der heutigen Situation vertrat der Minister den Standpunkt: Wir ziehen die Konsequenz aus dem verlorenen Kriege und zahlen deshalb Kriegsentschädigung. aber wir lehnen es ab, als die moralisch Verantwortlichen, irgendwelche Wiedergutmachung zu leisten. Im Verlaufe der weiteren Ausführungen bedauerte der Minister, daß in dieser Zeit der Verhandlungen über das Sachverständigengutachten die De- 'hauptung aufgestellt worden ist, daß die gegenwärtige Regierung keine verfass ungs- mäßigeGrundlage 'habe. Werde das gegenüber dieser Regierung behauptet, dann hatte auch die Regierung Fehrenbach und die von den Deutschnationalen unterstützte Regierung @uno keine verfassungsmäßige Grundlage, denn diese Regierungen hätten ebensowenig das Warr „Vertrauen" in ihren Billigungserklärungen gehabt, wie die heutige Regierung. Seit die neue Verfassung besteht, habe niemand daran gezweifelt. daß Die Regierung erst dann das Vertrauen verliert, wenn die Mehrheit ihr das Mißtrauen ausspricht. Dieser Mihtrauensan- trag der Deutschnationalen sei Don der Mehrheit des Reichstags abgelehnt lvorden. Der Außenminister wandte sich dann gegen die Anschauungen des Auslandes, daß das Deutsch e R e i ch in einer glücklichen Situation sei, weil es keine Kriegsschulden zu bezahlen habe. Man vergesse bei dieser Betrachtung, daß die Summe, die durch den Entwertmigsprozeß dem Dolksvermögen verloren gegangen sei, eine der wichtigsten Säulen der früheren Steuerpolitik gewesen sei. Den Verwüstungen in Frankreich ständen die Verwüstungen gegenüber, die im deutschen Volke durch die Proletari - sierung der weitesten Schichten der Sparer und Anleihebesitzer hervorge- rufen worden feien. Ihnen zu helfen, sei gegenwärtig unmöglich Sobald dagegen die Endsumme unserer Verpflichtungen sich übersehen lasse und aus tem. deutschen Budget sich Überschüsse ergeben, würde auch diese Frage der Verpflichtungen des Reiches gegenüber diesen Gläubigern praktisch zur Erörterung stehen. In den Darlegungen über das Sachverständigengutachten wandte sich der Außenminister gegen die namentlich von einer gewissen wirtschaftlichen Seite geübte Kritik, daß die Privatwirtschaft der Entente ausgeliefert, die Souveränität über die Eisenbahnen verloren und keine tatsächlichen Wirtschaftskredite gegeben würden. Diese Kritiker des Gutachtens vergäßen, die heutige Situation mit der Situation nach der Annahme des Gutachtens zu vergleichen. Heute sehen wir, so fuhr der Minister fort, den Zusammenbruch der Wirtschaft im besetzten Gebiet durch die Erpressung der Micum- verträge und die ungeheure Belastung des Reiches durch die Besahungskosten und die Reparationsabgabe. Wir sehen 12 Millionen Deutsche ohne politische Freiheit, ohne Rechtssicherheit und ungeheurer materieller, poliä'cher und seelischer Dcd.ückung ausgeliefert. Wir steh.n hcule trotz der durch unsere Zahlungsunfähig ell veranlaßten Aussetzung der normalen Reparationsleistungen vor einer deutschen Jahresleistung von über 1 Milliarde Goldmark. Gegenüber der Behauptung Poincares, daß Deutschland zahlen könne, aber nicht za>)le, steht die Behauptung des Sachverständigengutachtens, dah Deutschland gegenwärtig aus seinem Budget nicht zahlen dürfe, weil es dann seine Währung ruiniere. Damit falle jeder Vorwand für die Ruhr- bes ehung zusammen. Wer die Haltung der jetzigen Regierung kritisiere, müsse notgedrungen auch die Iuninote der Regierung Cuno kritisieren, auf deren wesentlichen Gesichtspunkten das Sachverständigengutachten aufgeoant fei. Selbstverständlich sei es Aufgabe der Regierung, bei den Verhandlungen, die gegenwärtig im Gange sind, das 'Beste herauszuholen. Das gelte vor allem für die Befugnisse des Eisenbahn- kommissars. Für die Lage im besetzten Gebiet sei es von großer Bedeutung, dah die uns auferlegten Leistungen die Gesamtsumme der Verpflichtungen Deutschlands darstellen, die Besahungskosten also von den Besatzungsmächten übernommen werden, worin automatisch ein Druck zur Verminderung der Besatzung liege. Die Normalleistungen des Gutachtens seien von den Sachverständigen überschätzt. Sich mit dieser Leistung abzufinden, sei nur möglich im Hinblick auf die Bestimmungen über die Transferierung deutscher Guthaben, die nur aus Heber« schlissen der deutschen Wirtschaft stattsinden darf. Die Lösung der Gefangenenfrage und die Frage der A u s g e w i e s e n en ist, so betonte der Redner, organisch mit dem Sachverständigengutachten verbunden. Ist das Gutachten eine Lösung der Reparationsfrage, dann ist es auch das Ende aller Methoden, die während des Ruhr- kampfes als Kriegsmethoden angewandt wurden. Das gilt auch für die militärische Räumung des Ruhrgebietes, die zu einem bestimmten Termin in Aussicht genommen werden muß. Wenn gegenüber dieser Forderung auf die sogenannte nationallistische Stimmung in Deutschland hingewiesen wird, so darf nicht vergessen werden, daß die tiefsten Quellen dieser Bewegungen die Deutschland gegenüber betriebene Politik und vor allem die Methoden Poincar es gewesen sind. Den nationalen Verbänden und den vielfach äußerlichen Demonstrationen gegenüber sei aber hingewiesen auf den Wahlspruch Moltkes „Mehr sein als f cheinen!" Viele dieser Demonstrationen gehen von dem entgegengesetzten Gesichtspunkt aus. Wir sind in Wirklichkeit ein waffe n l o s e s Volk, und der Anschein von Stärke, den manche dieser Demonstrationen gibt, vermehrt nur die Last, die uns bedrückt, und erschwert die Lösung der außenpolitischen Fragen. Der neuen französischen Regierung stehen wir ohne Illusionen, aber auch ohne Voreingenommenheit gegenüber, llnfere Aufgabe ist es, einen Weg zu finden, der das Nebeneinanderleben von Frankreich und Deutschland sicherstellt die auf ein friedliches Zusammenleben angewiesen sind und vielfach wirtschaftlich und finanziell vor den gleichen Problemen stehen. Am Schlüsse seiner Ausführungen erklärte Stresemann, daß er eine andere Methode der Außenpolitik als diejenige des Versuches einer Verständigung auf der Grundlage des wirtschaftlichen Nebeneinanderlebens der Nationen nicht sähe. Der imperialistischen Politik Poincarös hätten wir die gleiche Macht nicht gegenüberstellen können. Die Methode der wirtschaftlichen ßöfimg dieser Frage habe gerade deshalb von uns angenommen werden müssen. Wir hätten nur zwei ^Machtmittel in der Hand: Das eine sei die weltwirtschaftliche Der- bundenheit der übrigen Mächte mit uns und ihr Eigeninteresse daran, uns wirtschaftlich nicht untergehen zu lassen. Das zweite fei ein einmütiger, verantwortungsvoller nationaler Wille. Dazu brauchten wir die Lieber Windung des Parteigeistes und die Befreiung der Außenpolitik von parteipolitischer Einstellung. Wir vergaßen über den Sorgen der Gegenwart oft die große Entwicklung des Verhältnisses der Mächte zu neinander, das unzweifelhaft heute eine andere politische Konstellation zeige als noch vor 5 Jahren. Unsere Aufgabe sei es, das Reich zu erhalten, die besetzten Gebiete von allen vertragswidrigen Lasten zu befreien und so die Grundlage für den künftigen Wiederaufstieg zu sichern. (Lebhafter Beifall.) Das Kabinett Herriot. Paris, 14. Juni. (WTB.) Abg. Herriot hat den Auftrag zur Kabinettsbildung vorn Präsidenten der Republik angenommen. Das Kabinett setzt sich wie folgt zusammen: Ministerpräsident und Minister des Auswärtigen : Herriot (Radikalsozialist) ; Justiz: Senator Rens Renoult (Demokratische Linke); Inneres: Chautemps (Radikalsozialist); Krieg: General Rollet (Demokratische Linke); Marine: Dumesnil (Radikalsozialist); Finanzen: Senator Elemente! (Demokratische Linke); Unterricht: Senator Francois Albert (Demokratische Linke); Oeffentliche Arbeiten: Senator Pehtral Demokratische Linke); Handel: Raynaldi (Radikale Linke); Ministerium der Arbeit und sozialen Fürsorge: G o d a r t (Radikalsozialist); Landwirtschaft: Queuille (Radikalsozialist); Kolonien: D a l a d i e r (Radikalsozialist); Kriegs-Pensionen: Mor v-Giaffert (Re* publikanischer Sozialist); Ministerium für Die befreiten Gebiete: Dal- biez (Radikalsozialist). Cs ist die Bildung von vier Unter* staatssekretariaten beabsichtigt. Post Robert, Handelsmarine: Abg. Meyer, Lust« fahrt: Laurient-Ehnac, technisier Unter- richt: de Moro-Giafferi, * Eduard Herriot wurde 1872 geboren und wandte sich zunächst dem Studium der Literaturgeschichte zu. Er wurde dann Professor für Rhetorik am Lyzeum in Lyon; auch hatte er einen Lehrauftrag für Literatur an der Fakultät von Lyon. Später wurde er Bürgermeister van Lyon und sah auch schon im Senat. Nach dem Krieg wurde er für den Rhone-Wahlkreis in die Kammer gewählt, wo er sich durch seine Gegnerschaft gegen Pvincars bemerkbar machte s Die Ernennung des Generals Nollet zu« Kriegsminister erläuterte Herriot Journalisten wie folgt: Nollet (der Vorsitzende der Interalliierten Militär- Kontrollkommisfion in Deutschland. D. Red.), hat mich aufgeklärt über das, was sich in Deutschland ereignet und was ich zum Tell schon gewußt habe. Er, der Deutfchland gut kennt, hat den sehr klaren Eindruck, daß es sich unter den gleichen Bedingungen wie Preußen nach 1806 wieder organisiert. Ich bin entschlossen, gegenüber der deutschen Demokratie eine liberale Politik zu treiben. Aber es ist nötig, daß es im guten ©lauBen die Nationalisten verhindert, ihre Propaganda und Organisation weiter zu betreiben. Es ist nottoenöig, dah das jetzige System sich ändert. Wenn wir keine Befriedigung erlangen können, seien Sie überzeugt, dah wir viel schärfer gegenüber Deutschland sein werden, als andere. Wir werden es sein, weil es sich darum handelt^ den Frieden zu sichern, die Lichtung vor unseren Rechten und die Entwickelung der demokratischen Bewegung. Deutschland muh wissen, dah wir liberal sind, dah wir uns aber nicht täuschen lassem Die Tellnahme Nollets an der Regierung ist für die Nationalisten und alle Deutschen das sichtbare Zeichen, dah wir ihnen nicht gestatten werden, uns zu täuschen und den Frieden zu kompromittieren. Die ersten Negierungshcmdlungen. Ministerpräsident Herriot hat gestern vor» mittag seine erste Regierungshandlung dadurch vollzogen, daß er in Begleitung des Kriegsminr- sters und des Marineministers dem „unbekannten Soldaten" eine Huldigung darbrachte. Nachmittags hat Herriot im Finanzministerium von dem zurückgettetenen Ministerpräsidenten Francois Marsal die Regierungsvollmachten und dann am Quar d'Orsay nach einer halbstündigen Unterredung mit dem »urücfgetretenen Minister Le« fövre du Pray sofort die Leitung der auswärtigen Angelegmheiten übernommen. Morgen vormittag 10 Uhr hält das Kabinett seine erste Sitzung ab, der nachmittags 4 Uhr unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik ein Ministerrat folgt, um die Regierungserklärung festzulegen, mit Der am Dienstag nachmittag 3 Uhr die neue Regierung vor das Parlament treten wird. Ein Bekenntnis Doumergues: Lieber den Parteien. Der' Präsident der Republik, Soumergue, wohnte gestern abend einem Bankett bei, das seine in Paris wohneick)en Landsleute Deranftaltct hatten. In einer Rede führte Präsident Döu- mergue u. a. auS: Wer bin ich? Der Präsi- -ent der französischen Republik, aber zugleich der bescheidenste und einfachste ihrer Bürger. Ich bin überzeugt, daß diese Einfachheit und Bescheidenbeit Wohl vereinbar sind mit der Würde meines Amtes. Sie ehren und vergröbern es. Ich bin sicher, dab das Ausland es verstehen wird, dah der Staatschef nicht von seinen Leuten getrennt sein will. Ich bin davon überzeugt, dah das, was vergröbert, die Tatsache ist, dah so viele meiner Vorgänger, nachdem sie ihren Posten verlassen hatten, wieder einfache und bescheidene Staatsbürger wurden. Ich habe eine sehr hohe Auffassung von meinen Pflichten, die mir empfehlen, über den Parteien zu stehen, aber niemals über der Republik und der Teuwkratie. Ich werde immer mit Frankreich sein. Stimmen der französischen Linkspresse. Der radikale „Rappet" erinnert daran, dah Vie Anterstfitzungspolitik, die die Sozialisten der neuen Regierung gegenüber betreiben wollten, nicht zu einer Diktatur der revolutionären Sozra- listen führen dürfe. Hier liege ein Prüfstein für das Ministerium Herriot: das dürfe es nicht aus dem Auge lassen oder es werde zu einer grohen Enttäuschung führen. । Der „Oeuvre" schreibt kurz: Herriot wollte ein Ausgesprochenes Links kab inet t,- er ■ habe es. Das Land könne nunmehr in Ruhe seine Toten abwarten. Der neue Ministerpräsident werde die- ienigen nicht enttäuschen, die auf ihn ihre ganze Hoffnung gesetzt 'hätten. Die „6re Rondelle" erklärt: Seit Waldeck-Rousseau habe die franMisch» Demokratie noch niemanden mit solchem Vertrauen beehrt w.e Herriot. Der Glaube an ihn sei so stark, dah man sich gestalten könne, einige Irrtümer der Methode zu verurteilen, für die offenbar gewisse Radikale Herriot zu gewinnen suchten. Man finde im Kabinett neben Männern von großem Wert und aufrichtigen demokratischen Allüren auch solche, die die „ Farbeneinheit" störten. Das neue Ministerium enthalte Persönlichkeiten, die etwas sehr rasch den Weg nach Damaskus gefunden zu haben schienen. Die Amstände erforderten vielleicht eine gewisse Rachsicht, aber Rachsicht bedeute noch nicht Vergessen. Es sei ein wenig seltsam, an der Seite des Führers der republikanischen Gruppe Leutnants zu entdecken, die sich ih e Sporen im Generalstabe des Diktators Clemenceau verdient hätten. Der „Quotidien" führt aus, das neue Ministerium enthalte viele Neulinge und junge Männer. Das Land erwarte vom Ministerium, dah es die Versprechungen halte, die im Laufe der Wahlschlacht gegeben worden seien, aber man dürfe nicht ungeduldig sein. Der Schaden, den der nationale Block ixer Jahre lang der Republik zugefügt habe, könne nicht im Handumdrehen wieder gutgemacht werden, hierzu brauche man -Zeit. Herriot müsse die notwendige Muhe gelassen werden, um mit England und Deutschland die Bedingungen der Räumung des Ruhrgebietes zu erörtern. Der sozialistische „P e u p l e" nennt die neue Regierung homogen und zur Aktion bereit, deren Etappe übrigens das Land festgelegt habe. Seine erste Geste müsse auf Reparationen und Entspannung ausgehen, d. h. Amnestie bringen. Die kommunistische „H u m a n i t e" findet, dah die Kombination Herriot diejenigen nicht überraschen dürfte, die den Radikalismus vor dem Kriege an der Arbeit gesehen haben. Macdonalds Hoffnungen. London, 15. Iuni. (WTD.) Premierminister M a c d v n a l d, der gestern aus Lossiemouth nach London abfuhr, erklärte in einer Rede in Elgin: „Ich hoffe, dah wir bald den Frieden her gestellt haben." Macdonald sagte weiter, et hoffe, in der nächsten Woche mit dem französischen Premierminister zusammrnzutreffen und vertraue darauf, dah das Ergebnis eins vollständige Freundschaft zwischen Ugland und Frankreich sein werde. Ehurchrll über Frankreich und Deutschland. London, 15. Juni. (WTD.) Churchill schreibt im Rothermeres „Weekly Dispach", wenn nicht der tödliche Antagonismus zwischen Frankreich, das sich vor der deutschen Revanche fürchte, und Deutschland, das entschlossen sei, seine Geschichte nicht endgültig durch den Versailler Vertrag bestimmen zu lassen, behoben werde, werde ein künftiges Geschlecht sicher Europa wieder in Asche und Staub gelegt sehen. Es müsse daher die Politik Englands sein, seinen ganzen Einfluß und seine Hilfsquellen anzuwenden, um Frankreich und Deutschland wirtschaftlich, sozial und moralisch so eng zusammenzuweben, dah ^hre Gegensätze einer Erkenntnis einer Abhängigkeit voneinander Platz machen. Churchill ist der Airsicht, dah weder die deutsche, noch die ■■■■■■■■■■■■— □■■III | [ wi —MBHIULL. Schneerosen. EroäWmrg von Hans Höchtl. Es liegt ein Tal in der Welt, das heißt das Rosental. Denn es ist ein unsagbar schönes Wunder, das der Menschheit dort in jedem Hahr beschert wird. Dis zu den Knien stampft der Wanderer durch den Schnee, aber unter dw weihen Decke sprieht und drängt empor junges Leben, zarte Blüten voll Lichtsehnsucht, Schneerosen, And kommt in einer wildregen Rächt der laue Südwind, der Hauk der Slowenen, dann reiht er Oeff- nungen in die Schneedecke, Ausluge, aus denen sich die Dlütenköpfchen hervordrängen. Dann naht die Zeit der Befreiung vom tiefen Dergwrnter. „Schneerosen pflücken!" Das war die Antwort welche die Rauter Josefa dem Wintschacher Hans zurief, als er sie nach ihrem Weg fragtet Dicht einmal, dah sie sich nach dem Burschen umgedreht hätte, der sehnsüchtig am Tor des Wint- schachmHofes stand und der entschlossen ausschcei- tenden Dirne nachsäh. Wie kurz sie ihn abgefertigt hatte! Eigentlich war es wohl kränkend, aber ist es nicht ehrenvoll für eine Jungfrau, 'wenn sie den Mannsleuten recht stolz gegenübertritt? So eine, die den jungen Burschen nachläuft, nein, die hätte der Wintschacher Hans auch nicht leiden mögen. Aber ein bißchen lieber Hütte sie schon fein können zu dem fassungslos Verliebten, die Rauter Josefa. Schliehlich waren beide doch auf einer Schulbank gesessen und hatten zusammen das Einmaleins gelernt und beim deutschen Lehrer, dessen Rachfolger dann ein gehässiger Slowene wurde, ergreifend schöne Lieder gesungen von ihrem herrlichn Heimatland, russische Ration jemats dauernd den durch die Friedensverträge festgesetzten Grenzen zustimmen werden. Entspannung im besetzten Gebiet Koblenz, 14. Juni. (WB.) Anläßlich der heutigen Eröffnung der mittelrheinischen Industrieausstellung ist einer Reihe von Industriellen, die von der Besahungsbe- hövde ausgewiesen waren, dieRückkehrin die Heimat gestattet worden. Ferner wurde die Ausweisung des Oberprch identen der Rheinprovinz Fuchs und des Koblenzer Regierungspräsidenten aufgehvben. «Anmerkung des WTB: An der Berliner zuständigen Stelle liegt eine Bestätigung der letzteren Meldung noch nicht vor.) In den letzten Tagen sind im Wiesbadener Bezirk 18 Ausweisungen zurückgenommen worden, ferner wurde einer groben Anzahl ausgewiefener Familien der befristete Aufenthalt im besetzten Gebiet gestattet. Kurze Verlängerung der Micumverträge. Düsseldorf, 15. Iuni. (Wolff.) Die heutigen Verhandlungen zwischen der Sechse rkom- mission und der Micum dauerten von 11 Ahr vormittags bis 5 -Uhr nachmittags. Rach- dem anfänglich keine Einigung zu erzielen war, konnte man nach einer längeren Pause sich auf die folgende Formel verständigen: „Der am 15. Iuni ablaufende Vertrag zwischen der Micum und dem Ruhrbergbau wird unverändert bis zum 3 0. I u ni verlängert. Es wurde vereinbart, daß das nächste, vorn 1. Iuli ab abzuschließende Abkommen hinsichtlich der Kohlenpreise, Zölle, Zu- und Ablaufsmaßnahmen und anderen Geldabgaben rückwirkende Kraft vom 16. Iuni ab erhalten kann." Ein politischer Mord in Italien. Rom, 14. Iuni. (WTD.) In der Angelegenheit des entführten sozialistischen Abgewdne'en M a t t e o t t i ist damit zu rechnen, daß der Abg. ermordet worden ist. Die Leiche ist bis jetzt noch nicht gefunden worden. In der Kammer berichtete Mussolini über das bisherige Ergebnis der polizeilichen Rachforschungen. Drei Schuldige seien bereits fest genommen, auch die anOecct Mitschuldigen würden unverzüglich ergriffen. Der Ministerpräsident brachte sodann seinen tiefen Schmerz und feine Empörung üb:r das Verbrechen zum Ausdruck und erflärte, er könne wohl ohne falsche Bescheidenheit sagen, dach das von ihm verfolgte Ziel der Befriedung des Landes und der Wiederherstellung der Eintracht fast erreicht worden sei, da habe das Schicksal die Dummheit eines Verbrechens die Arbeit für den moralischen Wiederaufbau gestört. Die Regierung werde gleichwohl ruhig und entschieden ihre Pflicht tun. Wer etwa versuchen wolle, die Regierung hevauszufordern, der möge sich gesagt sein lallen, daß die Regierung ein ruhiges Gewissen habe und sich zur Wehr setzen werde. Der Gerechtigkeit werde freier Lauf gelas en, die Polizei werde die Schuldigen der Iustiz übergeben: mehr könne man von der Regiei-ung nicht verlangen. Die Ration habe tausendfach ihr Vertrauen zu den Werken der Regierung zum Ausdruck gebracht, dieses Vertrauen werde nicht enttäuscht werden. Der Gerechtigkeit werde Genüge geschehen. Nachdem Musolini geendet ha:te, erhoben sich sämtliche Abgeordnete und zollten s.i- nen Worten warmen und langanhaltenden Beifall. Mussolini hatte gestern nach der Kammersitzung eine Unterredung mit Frau Matleo11i, die ihn wohl auf Grund der umlaufenden Gerüchte von der Auffindung ihres toten Mannes bat, ihr die Leiche herauszugeben. Mussolini versicherte bei dieser Gelegenheit Frau Matteotti, daß die Regierung alles aufbieten werde, um alle Schuldigen ausfindig zu machen. Es wird allgemein angenommen, daß die Leiche entweder im Vicosee versenkt, oder in den großen Wäldern der Umgegend vergraben worden ist. Rach der Agenzia Stefani bat der Unterstaatssekretär für Inneres und Dizekvmmissar für die Luftschiffahrt Finzi, da sein Rame indirekt mit dem Verbrechen an Matteotti in Zusammenhang gebracht wurde, unter energischer Bestreitung eines jeden solchen -Zusammenhanges seine Demission eingereicht, um so die notwendige Bewegungsfreiheit zu erhalten, um sich gegen die Verleumdungen seiner Feinde verteidigen zu können. Mussolini nahm die Demission Finzis mit der Erklärung an, daß er diese edle und mutige Handlung billige, und dah er die Gegner Finzis einlade, ihre Behauptungen zu begründen. Angesichts ähnlicher anonymer Verdächtigungen eröärte der Pressechef dem Ministerpräsidenten, Cesare G r o s s i, der zugleich Mitglied des Viererausschuses der Faschistischen Partei ist, ebenfalls seinen Rück- Selbst nicht recht klar, ob er ärgerlich sein sollte oder nicht, verlieh der Wintschacher Hans den Hof. In Gedanken versunken schritt der Bursche dem Dorfausgang zu. Schon war cs später Nachmittag, und die Sonne rüstete sich, dem Dergland in die Arme zu sinken. Die Luft kam kalt und scharf von den stolzen Herrschern Karawanken, die in ihren Schroffen und Schluchten noch tiefe Schneefelder bargen und auch im Hochsommer nie ganz von dem weihen Himmelsgeschenk befreit werden. Die Straße führte über eine Brücke, unter der weißgischend der Wildbach dahinschoß, um sich dann weiter draußen in den großen Fluß zu ergießen, der so viel von deutschem Kampf und deutschem Leid erzählen kann. Oluf der Drücke hielt der Bursche inne und schaute hinunter in den Höllenkessel. „Werda hineingerät, ist verloren," dachte er im stillen. Ia, im heißen Kuh der Mittagssonne und vom warmen Armem des I»> inam das Größte und Kleinste, das Höchste und Niedrigste für sich in Anspruch zu nehmen. Aber auf dem großen Rummelplatz der Britischen Reichs- ausstellung von Wembley hat man den rekordwütigen Pankees den Rang abgelaufen und, wie eine Londoner Zeitschrift behauptet, den Superlativ an Superlativen geleistet. Einiges aus dieser Ansammlung von Rekorden sei angeführt: Das Stadion ist die größte Arena für Sportzwecke, die es in der Welt gibt, der Ingenieurpalast der umfangreichste Betonbau, der je errichtet wurde. Der Vergnügungspark, der einen Umfang von 2 Quadratkilometer hat, beherbergt die großartigste Sammlung von Sensationen, die je gesehen worden ist. Die Ausstellung enthält die modernste Kraftstativn, das größte Puppenhaus mit den kleinsten Einrichtungsgegenständen, die größte Trommel, die kleinste Ahr, das älteste Kricketspiel usw. Hier ist die erste Lokomotive zu sehen, die je gebaut, und daneben die Turbinenlokomotive des neuesten Typs: die größte Lokomotive der Welt befindet sich in dem Pavillon der kanadischen Eisenbahn. Weitere Superlative fiiib: die kostbarste Sammlung altchinesischer- Münzen, die größte jemals angefertigte Glasscheibe, die letzte Vervollkommnung des Rettungsbootes, ein Perlenhalsband, an dem jede Perle eine andere Farbe hat und für das 30 Jahre gesammelt wurde, das größte Messer mit 1924 Klingen, immer eine für jedes Iahr der christlichen Zeitrechnung, die kleinste rauchbare Zigarette und den größten Elefanten- sckädel, den man bisher gefunden Hatz. ÄkW Sm Ml (Wohn- und Schlafzimmer) mit Frühstück und guter Bedienung in gutem Hause. Preis Nebensache. Schriftliche Angebote unter 4913V an den Gießener Anzeiger. ( I är MontaK rr- und bchwim* angeimtung: 8>/; rrsaMllimg. - - AuMiiHaus, Wend. - Ächt- ter8. - storia* - Palast-Licht- aterbureau i auf das nur* ^berbahäfctM xrß ktannien L hlngeviesea. yte 8-Uhr-Lln- ch ter Mel* tr sommeclrchra ,artei lädt zu r Ar Schian ie AnzeigmÄl. e lMW Mnde. tss 'klnalder ^gültigen vnfmal des ^^gericht 'm teil Geh. Hoch, Zeiten Dv, °chst zur all- Et werden, ^lwensiverte v höher cmzu. in Aus- ^hivierrM- 6 i-n ftäbt ^beiten lange 1 nächsten Witt' 'euer An. Donnerstag in Die 24 Jahre Haufen befand verwandten zu -m Tage auf kommend, die 1 der Ache Der ans entgegen» ^ädertoager >er linke Sche- d schwere Der- nglückle wurde os, welches kurj oassierte, in die voselbst sie am fern Vorfall vird die ein- **15" N %. , Die -ZL machen, °öung k rrK der tK. Die im AnM Wer dessen 2er* gE* s?ts % abgelaufv' und, behaupt^ den m Einiges aus Öen Jm Arena str , giM, her 3v Betonbau, ta SÄj •£*% Wrr neuesten ilen&öb”- ifch^_s.' Hainm- >533 Sfc1»**r «n Junges Rädchen aus achtbarer Fam. sucht Stelle als Kindermädchen mit Uebernahme leichter Haus arbeit. Schritt l. Angeb. unter 020935 an d. Gieß. Anz. erb. Hausfrau sucht Stelle als MMn i. frauenlosem Haushalt, auch auswärts. Schriftl. Angebote unter 020971 an den Gies;. Anz. erbeten. Oame durchaus kaufin. gebildet, sucht Filiale zu übern. Möbel, Textil- oder Mode- waren. Butzbach, Nauheim, Friedberg iiito. bevorz. Kaution kann evtl gestellt werden. Schriftliche Angeb. unter 020974 an d. Gieß. Anz. erb. Verkäufe | Glucke Ä-E zu verkaufen. 010975 Schmidt, LethgesternerWeg42 $1818885111)6 Uhr Sonntag, 22. Jnni, aachra. 6 Uhr 4910J) MW In dar Stadtkirche. Mitwirk en de: in der Angnstinerschnle. Freitag, 20. Jnni, abends 8 Paul Hindemith, Rud. Hindemith, Dora Poppen, Mischa Schneider, Gertrud Hindemith, B. Dreier u.v.a. Preise: Kammerm.je2M., Kirche je IM. Gewandter Pianist mit großem Notenrevcrtoire empfiehlt sich kleinerenPrivat- zirkeln. Schrift!. Angeb. ti. 020969 o. d. Gieß. Anz. BACH-FEST in Friedberg Freitag, 20. Juni, VzS Uhr Samstag, 21. Jnni, */a5 Uhr Sonntag, 22. Jnni, V-IZ Uhr KAMMERMUSIK Darmstadt - Giehen! Geboten in Darmstadt: Geräum.2Zim.* Wohnung m. Küche u. sonst. Znbeb., GaS u. elektr. Licht, in besl. Lage iNheinstraße). Gesucht in Gießen: Gleiche od. größere Wohnung. Tausch müßte möglichst bald stattfinden können. Schrift!. Angeb. unt. 4498! > an den Gießener Anzeiger erbeten. i Zpeise kartoffeln hat abzugeben Waita Große Auswahl Prinzeß- ¥.8.1 3nfammenrunft Mittwoch, den 18. VI. 1924 im [020982 Schützenhaus. HH- b$ Löberstr. 12 Heute abend 8.30 Uhr bimta H Anschließend Nachrichtendienst Morgen abend 8.30 Uhr Irtteär- H Anschließend Nachrichtendienst 4937a Ke alle Weiten alle Arten ist seit der Festnahme des Mädchens flüchtig. fui-zarte rotiJSefxmi Aus aller Welt. Zugzusammenstoß in Berlin. Berlin, 14. Huni. (WB) Heute vormittag gegen 8l/2 älhr ist der Magdeburger Person e n z u g mit einem vor dem Potsdamer Bahnhof haltenden vollbesetzten Borortszug zu- s a m m e n g e st v h e y. Die mittleren Wagen des Doroitszuges wurden teilweise übereinander geschoben. teilweise umgeworfen. Drei Menschenleben sind dem älnglück zum Opfer gefallen, etwa zwanzig Personen sind schwer und dreißig leicht verletzt worden. Die Schald an dem Zusammenstoß trifft den Fahrdienstleiter im Te- fehlsstellwert des Potsdamer Fernbahnhoses, der den Vorortzug durch den Block zurückmeldete, ohne daß die Einfährt des Zuges erfolgt war. Der Beamte wurde verhaftet. Das GefallenenDcnkmal des 1. Garde- Regiments. Berlin, 14. Juni. 3n Potsdam fand heute die Einweihung des Denkmals statt, das zu Ehren der 8000 Gefallenen des ersten Garde-Regiments zu Fuß vor der Garnisonkirche errichtet wurde. Zwei große Zuwelendiebe verhaftet. feien. 14. Zuni. (Wolff.) Die Polizei verhaftete in Baden den 31jährigen Russen Salomon Ameltanskv und den 27jährigen Perser Ibrahim M o u s a, die in den allerletzten Tagen ßaten- diebstähle bei Wiener Juwelieren begangen haben. darunter einen P e r len dieb sta hl im Werte von 600 Millionen Kronen. Es wird vermutet, daß die Diebe schon in anderen Großstädten vielfache Diebstähle ausführten. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Geschmacklosigkeiten. Seit längerer Zeit sieht man in den Auslagen ter Schaufenster einer Anzahl, auch besserer, hiesiger Geschäfte Erzeugnisse ter Seifen- industrie, die keinen großen Kunstsinn ter Her- chen verhaftet, da es im dringenden Verdacht steht, ein heimlich geborenes Kind nach der Geburt getötet zu haben. Der Vater des Kindes, ein verheirateter Mann. Kranz-Drog. Angust Noll, P. J. Iflöbs, Brog. Georg Wallantels, Drog. 0. Winterholf. 4146c Turnen. Sport und Spiel. 44. Regatta LeS Süddeutschen Ruderverbandes, veranstaltet vom Gießener Ruderklub „Hassia". Die gestrige Regatta hat bei dem schönen Wetter einen sehr guten Verlauf genommen. Eine stattliche Zahl Zuschauer hatte sich an beiden Ufern der Lahn eingefunden und folgte mit Interesse den spannenden Wettkämpfen. Der gebotene Sport ist als sehr gut zu bezeichnen, denn bei fast allen Rennen wurde heiß um den 1. &dto. 2. Platz gestritten. Rachstehend die Ergebnisse der Hauptrennen. Rennstrecke 1900 Meter. Gast vierer: 1. Ruterclub Ge mania Kastel, 5,50 Min. 2. Ruderverein „ Freiheit" Mühlheim a. M., IV2 Dvolslängen zurück. Anfänger-Vierer: 1. Rutergesellsckaft „Borussia" Frankfurt a. M. 6,06 Mm. 2. Ru- terverein „ Freiheit" Mühlheim 6,172/io Min., 2 Doots längen zurück. Junior-Vierer: 1. Wassersportverein Ludwigshafen in 5,49 Min., 2. Ruderklub „Germania" Kastel in 5,52 Min. Spannendes Rennen bis 200 Meter vor dem Ziel, wo Kastel sich die Führung sichert und mit einer halben Dootslänge den Wettkampf gewinnt. Hunior-Einer: Ruderklug „Hassia" Gießen (3. Wisker) gewinnt das Rennen überlegen: sein Gegner, älndine, Frankfurt (E. Schäffer) gibt bei 200 Meter vor dem Ziel auf. Hungmann -Vierer: 1. Ruderklub Hassia, Gießen, in 6,06 Min., 2. Wassersportverein „Hellas" Gießen 6,09710 Min. Ein sehr interessantes Rennen, das die bessere Mannschaft ter Hassia knapp für sich entscheiden konnte.' Stadt-Vierer: Ruderklub Germania Kastel getomnt den Wettkampf in 5,497b Min. mit am 1. Mai. linier den Wöhnungsgesuchrn befanden sich 9070 Dringlichkeitsanträge. Diesen gewaltigen Ziffern steht nur ein winziger Prozentsatz verfügbarer Wohnungen gegenüber. Für den alleidringendsten Bedarf müßten nach Mitteilungen des Wohnungsamtes allein 7250 Wohnungen neuhergestellt werten. — Seit mehr als fünf Wochen plünde rte nachmittags ein Mensch allein st ehende Wohnungen aus, ohne daß es trotz vielfacher Warnungen gelang, seiner ^habhaft zu werden. Freitag nachmittag wurde ter Dieb in einem Hause ter Kaulbach- strahe von Hausbewohnern, die durch eine Zeitungsnotiz auf die verwegenen Diebstähle aufmerksam geworden waren, auf frischer Tat erwischt und nach einer langen Hagd auf der Straße gefaßt und der Polizei übergeben. Es handelt sich um den Schreiner Otto Lang, einen arbeitslosen und wohnungslosen Menschen. Dis gur Stunde konnten ihm nicht weniger als 3 0 solcher Wohnungseinbrüche in Frankfurt und Offenbach nachgewiesen werten. — Zn einem Abteil des Fcühguges Ob erröten—Frankfurt traf Samstag früh ein 60jähriger Maurer aus Groß-Zimmern seine 28jährige Frau, die ihn am Himmelsfahrtstage verlassen hatte, zufällig an. Der Mann zog plötzlich einen Knüppel und schlug die Frau damit derart auf den Kopf, daß sie besinnungslos zusammenbrach und sofort in ärztliche Behandlung gegeben werden mußte. Der Mann wurde verhaftet. — 3m nahen Obererl en bach wurde ein junges Mäd - flßliei verraten. Wenn es auch Leute gehen mag, hie sich gern mit einem mehr oder weniger verhüllten „Dadeengel" abseifen möchten, so berechtigt diese eigenartige Liebhaberei doch nicht zu dauernder Schaustellung solcher Figuren, die un- serm sonst so hochstehenden Kunstgewerbe keinerlei Ehre machen. Roch viel weniger geschmackvoll sind aber die in Seife dargestellten, mit Handgranaten ausgerüsteten Feldgrauen, und Seifenstücke, die bis Antlitz bedeutender Männer, wie Goethe, Bismarck, Friedrich der Große, Hindenburg usw. aufgeprägt bekamen. Welche unberechenbaren und entwürdigenden Formentstellungen nehmen diese an sich schon wenig schönen Plastikerverirrungen im Verlaus d.s Gebrautes des Seifenstückes an? Die Geschäf sinhabe^ wurden sich um das ästhetische Gefühl der Bevölkerung und deren Erziehung zu wahrem Kunstsinn sehr verdient machen, wenn sie solche höchst minderwertigen Jndustrieerzeugnisse beim Angebot einfach zurückwiesen. Die Seife läßt sich zweifellos in eine Unmenge von Formen pressen, die nicht den berechtigten Anstoß erregen, wie die obenerwähnten Muster. Es tut sehr not, den durch die Rachkriegszeit stark verrohten Geschmack wieder in gediegene Dahnen zu lenken, und hier muh jeder, der es mit unferm Volke gut meint, an seiner Stelle mithelfen. 3n dasselbe Geb et schlägt auch die Reklame eines hiesigen Lichtspielhauses, das auf besonderen Zetteln die Ankündigung des Stückes „Anleihe des Großherzogtums Minvrca" mit dem Reichsadler des Deutschen Kaiserreiches in die Augen springend geschmückt hat. Es wäre zweckmäßig, die betreffende Druckerei vernichtete die Abdruckform des eh.- baren Wahrzeichens verschwundener deutscher Macht und Gröhe oder höbe sie gutverwah^t auf Kleinhans. einem Meter Vorsprung vor Arbeiter-Ruoerver- ein „Vorwärts" Offenbach. Alte-Herren-Vierer. Bahnlänge 1000 Metr: 1. Ruderklub Hassia Gießen 4,17 Min., 2. Wassersportverein „Vorwärts" Offenbach 4,207z Min. Ein sehr schönes Rennen der alten Herren. Lahn-Vierer für Sen ioren: 1. Arbeiter-Ruderverein „Vorwärts" Offenbach 5,53V6. 2. Ruderklub „Germania" Offenbach 5,557z. Schüler-Vierer, Dahnlänge 10 0 0 Meter: 1. Ruderklub „Hassia" Giehen 4,02 Min. 2. Ruderklub „Germania" Offenbach kurz vor dem Ziel abgestoppt. Lahn-Achter für Senioren: 1. Ruderklub „Hassia" Gießen 5,23 Min. Z Ruderklub „Germania" Offenbach 5,26. Eines der schönsten Rennen des Tages. „Germania" Offenbach führt bis 100 Meter vor das Ziel: „Hassia" läuft vorbei und gewinnt das Rennen mit einer halben Bootslänge Vorsprung. Ermunterungs-Vierer: 1. Arbeiter- Ruderverein „Vorwärts" Offenbach 6,22. 2. Ruderverein „Undine" Frankfurt 6,28 Min. Großer Achter: 1. Arbeiter-Ruderverein „Vorwärts" Offenbach 5,232/< Min. 2. Wasser- svortverein „Vorwärts" Mannheim 5,307s Min. 8 die beste «fuLLenm In allen Abteilungen haben wir Besondere Angebote zusammengestellt, welche nur aus moderner Ware in besten Qualitäten und vornehmen Ausführungen bestehen. — Die Preise für diese Sonder-Angebote sind außerordentlich herabgesetzt Wagener&Schlötel Frankfurt a. M., Goethestr. 9 — 11 4915c Die Wicdergencsung Kranker wird oft durch eine rationelle Ernährung gefördert. Dem Körper sollen reizlose, möglichst hochwertige Nährstoffe in wohlschmeckender und leicht verdaulicher Form zu- oeführt werden. Diese Aufgabe erfüllt sowohl bei Kindern, als auch bet Erwachsenen das berühmte Nestle's Kindermehl vermöge seines hohen Ge^ haltes an reinster Milch kerngesunder bayerischer Gebirgskühe. Nestle's Kindermehl ist dabet billig, denn 1 Originaldose kostet in allen Apotheken und Drogerien usw. nur Mk. 1.50. 3152ss I Ausschusses für Volksmission in Oberhessen nahm (frei zahlreicher Beteiligung von Leuten aus allen Ständen einen gesegneten Verlauf. Das Generalthema der Besprechungen war „Glaubenshinder- niffe“. Besonderen Eindruck machten die tiefgründigen Ausführungen eines Führers ter Dolks- püssionsbewegung, des JnspektorsH 0 f m a n n aus Därmen, der, von einer Krankheit eben genesen, , roch in letzter Stunde telegraphisch herbeigerufen I oorden war. In die Eigenart oberhessischen Land- 1 ebens führten die Vorträge von Pfarrer R ü h l - Reichelsheim und zur Rieden - Huhdorf. Die - Berichte des Leiters des Ausschusses, Oberpfarrer »K n 0 t h - Schlitz, und der Volksmissionare W a l - : h e r und Schäfer, die beite geborene Ober- Hessen aus dem Kreis Gießen find, wußten zu erzählen von großen Fortschritten und Erfolgen der Arbeit. Auch außerhalb Oberhessens waren die genannten Herren tätig, so z. D. in ter Wetzlarer Gegend. * Grünberg, 14. Juni. Der Gemeinderat beschloß für das Rechnungsjahr 1924 die Er- HHung folgender Gemeindesteuern: 4 Pf. von 100 Mk. Steuerwert der Gebäude, 30 Pf. von 100 Mk. Steuerwert ter land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücke und als Sondersteuer 60 Pfennig von 100 Mk. Steuerwert ter Wohnungen. Kreis Büdingen. )( Ortenberg, 14. Juni. Gestern fand hier die erste große Grasversteigerung statt. Die Beteiligung war sehr stark, die Preise infolge günstiger Zahlungsbedingungen trotz großer Geldknappheit sehr hoch. Es wurden für den Morgen Heu auf der Wiese 30—80 Mk. geboten, letzterer Preis natürlich nur bei ganz außerordentlich gutem Stand und guter Düngung. 3m allgemeinen ist in diesem Hahr eine gute Wittelernte zu erwarten. () Aus dem Riddertal, 14. Juni. Das Yünstlge Wetter der letzten Zeit 'hat den Stand der Fluren außerordentlich gut beeinflußt. Sie Winterfrucht hat sich besser entwickelt, als man anfangs zu hoffen wagte, immerhin ist infolge der großen Auswinterung mit einer knappen Mittelernte in Korn zu rechnen. Dagegen loeist die Sornrnerfrucht einen besseren Stand auf. Heber den Stand der Kartoffeläcker kann man sich naturgemäß noch kein Urteil bilden. Im Obstbau hat die Kirschenernte stellenweise begonnen, das ungünstige Wetter zur Zeit der Blüte hat hier manchen Ausfall gebracht, die Preise schwanken stoischen 30 und 40 Pf. pro Pfund. Die Anssich,-- ten beim übrigen Steinobst sind stellenweise nicht schlecht. Besonders gut verspricht beim Kernobst die Dirnernte zu werden, dagegen fällt die Apsel- evnte nicht gerade glänzend aus: schon die Blüte war teilweise schlecht, der Frostspanner und anderes Ungeziefer haben stellenweise großen Schuten angerichtet. Hessen-Nassau. 1 js Marb urg, 14. Juni. Auf Einladung des Trrektors des Zahnärztlichen Hntversi- tätsmstituts haben.sich hier etwa 160 Mitglieder des zahnärztlichen Vereins von Mitteldeutschland. Westfalen, Rheinland, Hessen und Hessen-Rassau zu wissenschaftlichen Sitzungen und Fortbildungskursen zu- samrnengef unten. Diese sollen drei Tag: dauern. — Am 21. und 22. Juni findet hier die diesjährige Jahresversammlung des äckniversi- tätsbundes statt. fpb. Frankfurt a. M., 15. Juni. Die Nachfrage nach Wohnungen, namentlich nach Zwei- und Dreizimmerwohnungen, nimmt svitgeseht zu. Am 1. Juni betrug die Zahl der Wohnungsuchenden 16336 gegen 16228 f Mietgesuche j Tüchtiger gesucht. 4911D lieroentiinil. ftrabe 5. 4929D Mbl. Mim gesucht. Schristl. Angebote mit Preis u. 020968 a. d. Gien.Anz. Jntell., nebilb., jung. Mädchen peri. Stenotyp., mit nuten Zeugnissen, l‘/i Jahr als Sekr. tätifl gewesen, sucht Stellung, a L auf wissenschaftl. Gebiet. Schristl. Angebote unter 020953 an den (flieh. Anz. erbeten. Besseres Fräulein (berufstätig) sucht ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Ehrliche, tüchtige Frau zum Waschen und Putzen gesucht Zu erfr. ind.GeschästSst. d. Gieß. Anz. 4902D Lagerräume zu vermieten. Schr. Angeb. unter 020957 an den Gieß. Ans. Wohnungstausch Frankfurt am Main — Gießen Geboten wird in Frankfurt, Mainzer Landstr'ße eine 4-Zimmer-Wohnung. ssesucht eine ebenbürtige in Gießen evtl, auch größer. Schriftliche Angebote unter 4907D an den Gießener Anzeiger erbeten. Dl MM UM |.n guter Familie. Schriftliche Angebote unter 4914D an den Gießener Anzeiger erbeten. und fiarlHÄffl iUnsr von solider Dame zu mieten gesucht. Schristl. Angebote unter 020970 an den Gieß. Anz. erbeten. |Ste H enang e h o t e] 50 saubere Hausierer (inm) für Gießen u. Hing, sofort aef. Leicht verkauf!. 10-Pf.'Saison- artifel. Tagesverd. 6—30 Mk. Angeb. an ft. Kredel Nacks, Darmstadt, Nbein- Mr den Vertrieb eines pat. ang. Gebrauchs- crtiltels (Aussehen erregende Neuheit) werden für den Kreis Gießen henk« W selche über gute Garderobe und 30 N -M. terfiigen. Größte Derdienstmöglichkeit. Beste I?ieserenzen. Persönliche Meldung Dienstag |nnb Mittwoch von 87,-12 Uhr vormittags. Klag & Westerfeld, Giehen Frankfurter Sttaße 9 I. 020968 Vermietungen) BlZtar sofort z. oerm. oiomz Stcinstr. 47 a, II. Pension ßranillBs,s m®bi. Zimmer mit VerpIlegunB. T>!. 1888. 2 nut möblierte Zimmer | an berufstät. Herrn oder Dame zu verm. Lelterswcq 64 II. Sehr gut möbliertes großes Ziinmer nur an bess. Herrn zu vermieten. Anznf. von 11—4 Ubr omza Gr. Slelnweg 23II. Ml. Zimmer ztt vermieten oi!ISni Kaiserallee IS H. L Leeres Zimmer zu vermieten 020997 Ludwigstr. 14H., p. tetap- Uralter für sofort gesucht. Vorzustellen bei Willv Letsch, Kros* harter Straße. o2lWa 4926c Da der II. Nibelungenfilm eine Länge von 3500 Meter hat, sind wir gezwungen,täglich nur 3Vorstellungen zu geben. 724, 6 und 830 UBw- Ab Freitag: Der II. NibeBungenfilm Kriemhilds Rache Heute letzter Tag LeMs Buddhas Asta Nielsen Paul Wegener 4 Akte nach d. Roman von Emil Pirchan Außerdem: Nachtschatten 4 Akte Ein Reiseabenteuer I Ab morgen, Dienstag: 1 Oer Zeegene-Tit Ein Film, der vollständig neue Wege geht! EinFilm,dervonallenBesuchern mit Begeisterung aufgenommen wird! Palast-Lichtspiele Lindenplatz_____________ er Preisabbau! Von heute ab über 30 Prozent Preisermäßigung Blusen imitierte Rohseide 2.90 in prima marine-Rips . imprägnierter Kovercoat . 18 >s58.— 12 8.50 Batistkleider 9.50 Sportjacken 16- Fernei’ bewillige auf wollene Kleiderstoffe und Seidenstoffe 20 Prozent Rabatt auf Waschstofie 10 Prozent Rabatt 4918c lodewarenhaus Carl Nowac Bedeutende Preisermäßigung 4908D Aiisnal. i letage 5? vom 16. bis 20. Juni 10% JO. Paul Einige perfekte äugen binnen wen folglich auch ohne Nachlaß auf alle Waren Dienstag, den 17. Juni 1924 ffi .Meeren UNO i vormittags 11 Uhr, oerftcii in der Veterinärklinik zwangsweise gegen Barzahlung Kaufhaus Katz '|(*e de, 4909a in reinwollen.prima Loden, 130 cm lang, extra weit . Kostüme Kostüme Kostüme Kostüme Mäntel Mäntel Mäntel Mäntel Mäntel Mäntel 7 in koverkoatähnlichen Stoffen, 130 cm lang . . 12.- 12- prima Gummi in schwarzen und farbigen Tuchen Röcke gestreift, für Sportzwecke . 4.50 Röcke kariert, schwere Stoffe . . . 5.80 Röcke in reinwollenem Cheviot . 5.80 Röcke marine, mit röm. Streifen . 5.80 Röcke reinwoll. Cheviot, plissiert 8.50 reinwollener Cheviot mit Bindegürtel . . . . reinwollener Cheviot mit Tresse garniert . . in farbigen Stoffen Sportform in reinwoll. Gabardin, mit flotter Q0 28.- 28.- 29- 20.- 25- 20- 12.- 14- 19- 28- täglich frisch eintreffend empfiehlt billigst w. Hanke! Neuen Baue 7 w Telephon 612. _____' . . ■ ~ ' - In dankbarer Freude geben wir die Geburt unseres zweiten Jungen bekannt Dr. Heinrich Müller Hedwig Müller-Bangert Röcke A>apTkaweiß’" wendet sich das Gespräch zu der entzückenden Mode des ärmellosen Boxkämpferkleides un*4 von da zur Fußpflege. Frau Schnatterich preist in hohen Tönen (sie weiß, warum) die guten Eigenschaften des bekannten Sanitätsrat Dr. med. Campe's Kukirol-Fußbades. das Fußschweiß und unangenehmen Geruch, Wundlaufen, Anschwellen und Brennen der Füße verhütet, Sehnen und Nerven stärkt und besonders im Sommer eine unbeschreibliche Wohltat ist für Alle, die viel gehen und stehen müssen. I auf Jackenkleider, wollene Kleider, wollene Blusen, Tuchmäntel, Wollripsmäntel, Koverkoatmäntel, Regenmäntel, Gummimäntel, Koverkoatjacken, Windjacken und Röcke * mX,9H im®.k ®bt unDerfennbd 3. Julei var der einz Renten der eisten Male Male am A bensskandal, son verwickel 1887 zum ®i 4. Sadi Mchlkämpfe nate vor den dentschaft in Caserio am sammlung ti 5. Casir Wahlgange \ den Mehrheli damalige D sein Eegenko jung, dah de 15. Januar und Sozialis Aücktritt erk Sturze Mild 6. §eli Gange seiner ner Brisson, Waldeck-Aou Dchlgang t treten, Brisso rend Faure: Sme starb a auf geheimni 1. Emile Wahlgange, Dorversamml A. den Sei Sein Gegner Lvubet tonnt ^Hren. 8. Am Sanuat DahlgNg, Faüitzres de 9. Ram ft Ianuär feinen Hau; «lemenceaur Jtoelten Wa! N die । natür. zu sofortigem Eintritt gesucht. L. Bock & (k, G.m.b.H., Zigarreiisabrikr« Kaiserallee 23. 4916D Windjacken yiepr Äw 8 »alkongrey der * Präsident rofhMe eMg * S i” l- toSallie« bruar 1871 Parlament stanzösi'^ Präsident M Frieder fairm der üvang ihn01 r 2.M MchtalsP' stinemAegd zustande. D Oberhand ui sches Mist' Mahon am gegen die K die republik Senat eing auf die Wü Kleider in modefarb. Wollstoffen *n reinwollenem Cheviot, hlulUul mit Tresse garniert . . . Kleider fürsHaus, römische Streifen IflOfflflr irr reinwollenem Gabardin, MviUGl mit Tressen garniert . . VioirifiB* in reinwollenem Gabardin, RlüllSvl mit 4 Volants Binsen weiße Voile mit Einsätzen . 3.60 Hemdblusen in gestreift. Zephir 3.80 Hemdblusen Perlmuttknöpfen 4.80 Hemdblusen einfarbig u. gestreift 6. Zephir, große Weiten, beste Verarbeitung Hemdblusen prima weiß Opal . 8.85 l/oileblusen mit doppelten Jabots 9.50 Hemdblusen in baumw. Flanell 4.80 Hemdblusen in halbwoll. Stoffen Hemdblusen beste Verarbeitung 15« Jumper rein Wolle, bestickt .... 6."” Jumper und Kassaks Si™ r. sonders preiswert. Oberhessisches Korbwarenhaus HEINRICH HESS Schulstraße, neben der Stadtpost Größtes Spezialgeschäft für moderne, solide Korbmöbel, Korbwaren und Bast-Teppiche Billiger We-Verkaus!! la feinste Bauern-Handkase 4848V per Pfund G.-M. 0.50 Rodheimer Straße 30, Ecke Schützenstr. Friedrichstraße 7 (Delik. Aug. Schwarz). ml Ml Kostüme & Ga*o"L schneiderarbeit .... Hü. kurzer Jacke 00/™"bis TO."- *n reinwollenem Kamm- IwulUoISu gam, Schneiderkleid auf /IQ reiner Seide “0. 1MW.M (braune Stute) 491T Junker, Gerichtsvollzieher. Frau Schnatterich Ausschneiden and aufbewahren! Es folgt ein Preisausschreiben) 8. Zur Feier ihrer Rückkehr nach Neustadt gibt Frau Schnatterich ihren erbittertsten Freundinnen eine Kaffevisite. Selbstverständlich wird nur Schokolade eervlert. Nachdem die reichliche Hälfte der Einwohnerschaft, von der Frau Stadtpfarrer angefangen, durch die Schokolade gezogen, moralisch breitgewalzt und wieder zusammengestaucht, aller sieben Todsünden beschuldigt und aller bürgerlichen Ehrenrechte beraubt worden ist, und nachdem die 297. Fortsetzung des neuen Romans der bekannten himmlischen Klassikerin Courths-Mahler mit Gustav Freytags .Ahnen* Wir sind genötigt, das zu sagen, denn es Ist In letzter Zelt mehrfach vorgekommen, daß Käufern, die die Schutzmarke nicht beachteten, Stillschweigen c: ein anderes Mittel eingewickelt und, um die sofortige Entdeckung zu verhüten, als Kuklrol in Rechnung gestellt wurde. Oder es wird versucht, den Käufern einen alten Ladenhüter mit unwahren Behauptungen aufzureden, obgleich Kuklrol vorrätig ist, weil diese Verkäufer auf dem Standpunkt stehen, daß sie verkaufen können, was sie wollen, und nicht, was das Publikum will. Wenn es auch nur eine kleine Zahl von Geschäften ist, wo solche Praktiken geübt werden, so ist doch vorläufig das einzige Mittel dagegen die Selbsthilfe des Publikums. Es wird wissen, was es von solchen Geschäften zu halten hat, und wird sie meiden, denn was ihnen bei der einen Ware widerfährt, das kann sich auch bei einer anderen wiederholen. Verlangen Sie von uns die aufklärende und lehrreiche Broschüre .Die richtige Fußpflege*, die wir jedem Interessenten kostenlos und portofrei zusenden. Unsere, unter der Leitung eines alten, erfahrenen Arzte« stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen Einsendung von Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über Alles, was Fußpflege und FuÄ- felden betrifft. Mrol-Fabrik Groß-Salze bei Magdeburg. Bestimmt zu haben: Drogerie H. Noll, Nenetadt 2^. Drogerie Winterhoff. Kreuznlatz 9/10. 456* Das Kukirol-Hühneraugen-Pflaster vertilgt auch die größten Hühner- igen Tagen ohne Schneiden und ohne Entzündung, Blutvergiftung. Es lindert sofort die Schmerzen, weil es “die Hühneraugen sehr schnell erweicht Es Ist in vielen Millionen Fällen bewährt und ärztlich empfohlen. Sie erhalten beide Präparate in allen größeren Apotheken und wirklichen Fachdrogerien, und zwar Kukirol- Hühneraugen-Pflaster für 75 Pfennig pro Schachtel und Kukirol-Fußbad für 50 Pfennig pro Packung. Achten Sie aber recht genau auf die Schutzmarke .Hahn mit Fuß-, denn sie bürgt für Echtheit Deutsche Volkspartei. Sonntag, den 22. Juni, findet von 4 Uhr ab im Klub (Lonnenstratze 19) eine 4826v ■ Abschiedsfeier ■ für Herrn Professor Dr. Schian der in Kürze unser Hessenland verläßt, statt. Alle Parteifreunde und Freunde des Scheidenden mit ihren Familien werden herzlich hierzu eingcladen. Da es unbedingt nötig ist, die Teilnehmerzahl vorher zu wissen, bitten wir bis spätestens Freitag, den 20. Juni, im Putzgeschäft Lembke, Seltersweg 35, Karten zu 1 Mk. (für Kaffee u. sonstige Ausgaben) zu lösen. Der Vorstand. Gießen, 14. Juni 1924 Seltersweg 59 3- 3- Kath. Schwesternhaus Günstige Gelegenheit! Elektrogrotzhandlung ist anderer Unternehmungen halber mit dem ^?samtei Lagerbestand zu ca. 25000 Mk. sofort zu verkaufen Es wollen sich nur Herren melden, welche .wirklich über das Kapital verfügen, und sind schriftl. Angeb unter 4897D an den Gietzener Anzeiger zu richten. in hocheleganter Ausführ., 180018llvl aus Wollrips, OQ ___ /IQ Gabardin ÜÖ.- bis ■frö.- Mäntel in prima schwarz Alpaka IS/”" tote! in prima imprägn. Seide 36. Mäntel in prima schwarz Eolienne 58/”" ’n Wollrips, Gabardin, mulUulnurletzteNeu- CQ Aß heilen uö. bis *6’0. Kleider in Eolienne, Restbestände 28. Kl6lderÄÄ38.-bis48.- Waschkleider Dirndl-Kleider Musselin .... 6. Hauskleider Musselin ...... 7.50 Voilekleider Fileteinsätzen . . . 8.50 atl"änte|, t Rabatt 4918c ick Handlung der mit dem ^.'samtei r. sofort zu verkaufen, eiben, welche.mirkliii ib sind schriftl. AngeH lazeiger zu richten. "......2.90 Batzen. 3.0Q 'ifl %phir 3.80 5fc*4J| '"■SstitijL«. ^'Weitunj 'tis Opal . 8,85 C,‘«1 Jabots 9.50 ”»■ Flanell 4,80 roll- Stoffen 0,— °ll- Flanell ir Erarbeitung IO,"* stickt .... 6.*- svat itterich tju-SK.« to^ww«'"9' u,eoredl beianotd o««d R^^ - Ahnti' wU Mode de* 3"Ä ,efldtisdinitterlcb g DWi j.'SftsfaSi' ad"gerien.^5,0i.F^ rech' 8“"^ “A“^Sy 5J£5^ 'i- ve'tao;0ch ou- tto * t >5^ ^1*5 W* ttr. (39 Swetter SIM Die Präsidenten Frankreichs Am Freitag hat der französische Natto- Ilallongreh in Versailles den Senatspräsidenten Gaston Doumergue zum Präsidenten der Republik Frankreich gewählt. Er ist in der Reihenfolge der Geschichte der zwölfte Präsident Frankreichs, aber der erste, der als Protestant und Junggeselle in das Elysöe eingezogen ist. Von den bisherigen elf Präsidenten haben nur vier die verfassungsmäßigen sieben Jahre Präsidentschaft ausgehalten, nämlich Grevh in seiner ersten Präsidentschaft, Lou- bet, Fallitzres und Poincare, der Kriegspräsi- bent (1913—1920). Die Reihenfolge der Präsidenten war im ganzen folgende: 1. Adolphe Thiers wurde am 17.Februar 1871 von dem in Bordeaux tagenden Parlament zum Chef der Exekutivgewalt der französischen Republik gewählt. Den Titel „Präsident der Republik« erhielt er erst nach dem Friedensschluß mit Deutschland. Der Ansturm der Monarchisten und Bonapartisten zwang ihn am 24. Mai 1873 zum Rücktritt. 2. Marschall Mac Mahon erhielt Vollmacht als Präsident auf sieben Jahre. Anter seinem Regime kam erst die neue Verfassung zustande. Die Republikaner gewannen die Oberhand und zwangen ihm ein republikanisches Ministerium auf. Vergebens wagte Mac Mahon am 16. Mai 1877 einen Staatsstreich gegen die Kammer. Nachdem im Januar 1879 die republikanische Mehrheit auch noch in den Senat eingezogen war, muhte Mac Mahon auf die Würde des Vaters der Republik verzichten. Die Aehnlichkeit des jetzigen Falles Millerand mit jenem Sturze Mac Mahons ist unverkennbar. 3. Jules Grevh, der Kammerpräsident, war der einzige, der bisher zweimal zum Präsidenten der Republik ausgerufen wurde, zum ersten Male am 30. Januar 1879, zum zweiten Male am 28. Dezember 1885. Aber ein Ordensskandal, in den sein Schwiegersohn Wilson verwickelt war, führte am 1. Dezember 1887 zum Rücktritt Grevhs. 4. Sadi Carnot wurde nach schweren Wahlkämpfen Präsident. Er fiel wenige Monate vor dem normalen Abschluß seiner Präsidentschaft in Lyon als Opfer des Anarchisten Caserio am 24. Juni 1894. Die Nationalversammlung trat bereits am 27. Juni zusammen. 5. Casimir Perier wurde im ersten Wahlgange des Kongresses mit einer genügenden Mehrheit von 451 Stimmen gewählt. Der damalige Ministerpräsident Charles Dupuy, sein Gegenkandidat, gab aber die Veranlassung, daß der neurasthenische Perier schon am 15. Januar 1895 dem Drucke der Radikalen und Sozialisten wich und den Kammern seinen Rücktritt erklärte. Auch eine Parallele zum Sturze Millerands! 6. Felix Saure erlag im ersten Gange seiner interessanten Wahl seinem Gegner Brisson, während 184 Stimmen für Waldeck-Rousseau absplitterten. Im zweiten Wahlgang war Waldeck-Rousseau zurückgetreten, Brisson erhielt nur 361 Stimmen, während Staute mit 430 Stimmen siegte.. Felix Saure starb am 16. Februar 1899 plötzlich und auf geheimnisvolle Art. 7. Emile Loubet siegte gleich im ersten Wahlgange mit 483 Stimmen, nachdem die Vorversammlung der Republikaner sich auf ihn, den Senatspräsidenten, geeinigt hatte. Sein Gegner Meline erhielt 279 Stimmen. Lvubet konnte seine sieben Jahre ruhig zu Ende führen. 8. Armand F a l l i e r e s siegte am 17. Januar 1906 ebenfalls gleich im ersten Wahlgang. Er erhielt 449 Stimmen, sein Hauptgegner Doumer 371. Das Septenat Falliöres verlief ungestört. 9. Raymond P o i n c a r e brauchte am 17. Januar 1913 zwei Wahlgänge, um gegen seinen Hauptrivalen Pams (den Kandidaten ClemenceauS) durchzudringen. Er erhielt im zweiten Wahlgang 483, Pams 296 Stimmen. Auch die sieben Jahre Poincares nahmen ihren natürlichen und verfassungsmäßigen Verlauf. 10. Paul Deschanel, Kammerpräsident, siegte in der Präsidentenwahl vom 17. Januar 1920 mit der Mehrheit von 734 unter 889 Stimmen über Ionnart und Clemen- ceau. Vier Monate darauf stürzte Deschanel auf einer Bahnfahrt aus dem Nachtschnellzuge. Eine schwere Nervenkrankheit war weniger die Folge, als vielmehr die Arsache jenes Anfalls. Mitte September 1920 trat Deschanel von der Präsidentschaft zurück (und starb am 28. April 1922). 11. Alexandre Millerand wurde am 23. September 1920 mit 695 von 892 abgegebenen Stimmen zum Präsidenten der Republik gewählt. Er gehört zu den Präsidenten, die nicht glücklich und ruhig bis zu Ende herrschten. Die Chronik einer asiatischen Dynastie kann kaum soviel Aeberraschung, Wechsel und Geheimnis bieten, wie die fünfzigjährige Ge- ischichte der französischen Präsidentschaft. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) U—M Wirtschaft. Abänderung der Gcschäftsanfsicht. Der Reichsrat nahm in seiner öffentlichen Vollsitzung vom Donnerstag nachmittag den auf Grund eines Initiativantrages vom Reichstage beschlossenen Gesetzentwurf an, wonach die Reichsregierung mit Zustimmung des Reichsrats zu Abänderungen der Verordnung über die Geschäftsaufsicht ermächtigt wird und beschäftigte sich dann mit der von der Reichsregiaerung auf Grund dieses Ermächtigungsgesetzes vo ge chla e- nen Aenderung der noch aus der Krieg o.eit stammenden Verordnung über die Geschrfisaussich. Die Voraussetzung des Antrages aus Anordnung der Geschäftsaufsicht werden etwas verschärft. Nach der jetzt bestehenden Verordnung kann die Aufsicht verlangen, wer infolge des Krieges oder der Folgen des Krieges zah ungs- unfähig geworden ist. wenn die Aussicht besteht, daß die Zahlungsunfähigkeit in absehbarer Z it behoben wird Nunmehr soll es heißen' Wenn die begründete Aussicht besteht. Fe werwird das Geheimverfahren au gehoben. Dishe war jede öffentliche Bekanntmachung ausge ch'.oj en. Nunmehr soll die Bekanntmachung im „R e i ch s a n z e i g e r" erfolgen und die Landesregierungen können noch wei er-e Beknnn wa . n- gen anordnen. Die Bekanntmachung soll auch auf die schon vorhandenen Geheimverfahren insofern Anwendung finden, als die seit dem 1. Mai bestehenden Ee'chäftsaufsich- ten nachträglich veröffentlicht werden. E.en o w e hie Eröffnung soll auch die Beendigung dec Ge- schäftsaufjicht in geeigneter Wei e künftig rer- öffentlicht werden. Eine dritte Verschärfung le- steht darin, daß die Anhörung der am lichen Vertretungen der verschiedenen Gewer. s weigr, also von Handelskammern, Gewerbekammern und ähnlicher Institute, die bisher nur fakultativ vor der Eröffnung der Geschä, s- aufsicht stattfinden konnte, in Zukunft obligatorisch ist. Die Hauptveränderung betrifft die Möglichkeit der Aufhebung bereits bestehender Geschäftsaufsichten. Die Geschästs- aufsicht ist fortan ohne weiteres aufzuheben, wenn in einer Gläubigerversammlung die Mehrzahl der Gläubiger, die zugleich die Mehrzahl der Forderungen, mehr als die Hälfte vertritt, die Aushebung beschließt. Dann muß die Geschäftsauffiicht sofort aufgehoben werden.. Auch für jetzt schon bestehende Fälle. Außerdem soll die Aufsicht ohne weiteres ein Ende finden, wenn der Schuldner nicht bis zum Ablauf der Frist von einem Monat seit Anordnung der Aufsicht einen Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens einreicht. Das soll auch für bereits bestehende Geschäftsaufsichten gelten, nur daß hier die Frist von zwei Wochen vom Inkrafttreten der neuen Verordnung an gesetzt ist. Schließlich findet die Geschäftsaufsicht ohne weiteres ihr Ende, wenn drei Monate seit ihrer Anforderung verstrichen sind. Auch das findet auf bereits bestehende Geschäftsaufsichten An- wendung, mit der Maßgabe, daß die Beendigungsfrist auf zwei Monate vom Inkrafttreten der neuen Vorschriften aus festgesetzt wird. Weiter wird der Einfluß der Gläubigerversammlung und des Gläubigerbe i - r a t s auf den ganzen Verlauf unb die Durchführung der Geschäftsaufsicht erhöht, und ferner sind Gebühren vorgesehen, während bisher Gebührenfreiheit bestand. Für einzelne Fälle sind diese Gebühren ziemlich hoch. Angenommen wurde noch ein Antrag Preußens, wonach für die die Aufsicht führende Person die Pflicht festgesetzt wurde, bei Weiterführung des Geschäftes des Schuldners ausdrücklich tunlichst darauf hin- zuwirken, daß vorhandene Warenvorräte und sonstige Bestände zur Veräußerung kommen. Die Vollsitzung erklärte sich mit den Beschlüssen der Ausschüsse einverstanden.. Die Verordnung ist am Samstag im „Reichsanzeiger" bekanntgegeben worden und hat damit Gesetzeskraft erlangt. * * Ermäßigungdermitteldeutschen Draunkohlenpreise. Der Reichswirtsch.rfts- minister hat mit Wirkung vom 16. Iuni ab die Preise iüc mitteldeutsche Braunkohlen um durchschnittlich 10 Prozent herabgesetzt. • Discontv-Gesellschaft Berlin. In der am Freitag abgehaltenen Sitzung des Aufsichtsrates wurde über die Ergebnisse dec abgelaufenen Geschäftsjahres berichtet. Es betragen in Billionen Mark: Wechsel und Zinsen 8 610 744, Provision 5 157 956, dauernde Beteiligung bei anderen Danken 21, Roheinnahmen 13 768 722; Verwaltungskosten erforderten: 11 159 022, Steuern 2 609 700. In der Bilanz sind aufgeführt (Villmars) Kasse, fremde Geldsorten usw. 10 551 161, Wechsel und unverzinsliche Schahanweisungen 7 495 617 Nostvoguthaben bei Danken 58 322 496, Vorschüsse auf Waren 6 807 490, Schuldner in laufender Rechnung 57 182 219, Avalschuldner 7 776 367. Passiva: Gläubiger 140 078 681, Akzepte 250 388, Avalverpflichtungen 7 776 367. Einschließlich der Ergebnisse der Norddeutschen Dank in Hamburg und des A. Schaaffhcrusenschen Dankvereins A. ©., deren gesamtes Aktienkapital sich bekanntlich im Besitz der Discvntogesellschaft befindet, weisen die obigen Posten folgende Ziffern auf: Wechsel und Zinsen 871 046, Provision 7 787 898. Roheinnahmen 16 851 845. Dagegen erforderten Vecwaltungskasten 13 687 127. Die Hauptposten der Gemeinschaftsbilanz per 31. Dezember 1923 sind folgende: Aktiva: Kasse 16 443 856, Wechsel 9 808 071, Nostr Guthaben 93 225 910, Vorschüsse auf Waren 8 472 785, Schuldner in laufender Rechnung 85 284 380, Avalschuldner 9 792 380; Passiva: Gläubiger 213 086 982, Akzepte 250 864. Die Gesellschaft hat in diesem Fahr beschlossen, keine Dividenden zu Verteiler, sondern die äleberschüsse zum Ausgleichi ihrer Substanz zu verwenden. Der Währungsversalt hat dem Bankgeschäft im vergangenen Jahr das Gepräge gegeben. Die Papiermarkbilanz hat nur geringe Dedeutung. Die Aufstellung dec Goldbilanz, mit der die Gesellschaft beschäftigt rst, gestaltet sich außerordentlich schwierig. Dre Zähl der Angestellten betrug Ende des Jahres 1923 17 400, ?u Beginn des Iahr^ 16 400, und wird sich zum Juli 1924 auf rund 11 000 verringern. * Barmer Bankverein Hugo S t i n n e s. In der in Barmen abgehaltenen G - D. des Barmer Bankvereins vorm. Hinsberg, Fischer & Go. kam es über den Antrag der Verwaltung der Firma Stinnes, die im vorigen Hahrs 200 Mick. Mr. Aktien des Barmer Ban' -relnS übernommen hat, eine Option auf weitere 200 Will. Mk. Aktien einzuräumen, zu einer längeren Diskussion. Die Verwaltung erklärte, es sei unrichtig, daß die Firma Stinnes auf diese Weise die Aktienmehrheit des Bankvereins erhalte, nach voller Ausübung der Option werde Stinnes über 30 Pcvz. des gesamten Aktienkapitals verfügen. Die Verwaltung halte die Schaffung eines engeren Verhältnisses für vorteilhaft. Die Bant würde ihre Geschäfte auf der bisherigen Grundlage weiterführen und keineswegs die speziellen Interessen der Fa. Stinnes vertreten. Diese habe übrigens erklärt, auch in Zukunft ihren Aktienbesitz nicht unter Umgebung des Barmer Bankvereins vergröbern zu wollen. Der älebernahmekurs der an die Fa. Stinnes zu gebenden Aktien solle durch ein aus 3 Mitgliedern bestehendes Komitee festgesetzt werden. Der Optionsantrag wurde schließlich mit allen gegen 2392 Stimmen zweier Aktionäre angenommen, die gegen den Beschluß Widerspruch zu Protokoll gaben. Im übrigen genehmigte die Versammlung den Iahcesabch.uh sowie die Neuwahl des Banldirektvrs R o g a [ ä E i (Leiter der Stinnesschen Finanzabteilung) zum persönlich haftenden Gesellschafter. Neu in den Aufsichtsrat wurden gewählt Die als persönlich haftende Gesellschafter ausscheidenden Herren A r i o n i und Hinsberg, außerdem Heinrich Theodor F l e i l m a n n - Is r oha und Wckhe.m G i r a r d e t - Essen. Der Ee,chä tsgang im laufenden Hahr ist befriedigend. Es verlau et, daß der Barmer Bankverein nach seinem Anschluß an Stinnes nach Düsseldorf verlegt wird. * Ha m bürg-Amerikanische Paketfahrt A.-G. Hamburg. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 1923 nach Rückstellungen und Abschreibungen einen üleberfchuß von 153 000 Mark, der auf neue Rechnung noig.tragen werden soll. Im abgelaufenen Geschäckojayr gelangten insgesamt 18 See dumpfer mit 116 595 Brutto-Registertonnen zur Abl eftrung, unter dener sich dir für Amerika bestimm e t P.chagicr a pfer „Albert Ballm' und „Deutschland" befinden. Die Tonnage wird sich auf 388 826 Brutto-Registertonnen erhöhen, sobald die in Arbeit befindlichen Dampfer „Njassa", „Saarland" und „Vogtland" abgeliefert we.den. Während sich das Pajsagegeschäft durch die zunehmende Auswanderungslust günstig gestaltete, stellte der Frachtoerkehc nach, den Vereinigten Staaten infolge des starken Wettbewerbs eine Verlustquelle dar. Die Zusammenarbeit mit der Harrimangruppe hat sich auch im Berichtsjahr erfreulich gestaltet. Nach Weßindien verlief der Verkehr normal, im mexikanischen Geschäft wirkte die dortige Revolution störend ern. * Maschinenfabrik Moenus A. G.» Frankfurt a. M. Der Jahresabschluß der Gesellschaft ergibt einen üteberschaß von 253 713 Billionen Mark, der auf neue Rechnung vorgetragen werten soll. Die Reserve erscheint mit 878 096 Drllionm. Auch im neuen Geschäftsjahve ist dec Beichnftigungsgrad gut gewesen, doch läßt dec Auftragseingang seit Mitte Mai bedeutend nach. * 60prozentige Aufwertung des Aktienkapitals bei dec Ilsoder Hütte A. G. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung der Gesellschaft wird auf den 30. dieses Monats einberufen; es wird vocge- schlagen werden, von der Verteilung einer Dividende Abstand zu nehmen. Gleichzeitig wird die Verwaltung die Goldmarkeröffnungsbilanz per 1. Icmuar 1924 zur Beschlußfassung vorliegen. Die Bewertung der Vermögensgegenitände dec Gesellschaft ermöglicht eine Aufwertung des Aktienkapitals ohne Zuzahlung seitens der Aktionäre. Die Verwaltung plant eine Erhöhung um 60 Prozent vorzuschlagen. * Kaliwerk Aschersleben stillgelegt. Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Halle a. d. S., daß das Kaliwerk Aschersleben nunmehr den gesamten Betrieb stillgelegt hat. Der noch 600 Mann'zählende Rest der Belegschaft wurde auf zwei Monate entlassen. Auch die Kali- gewerkschast Karlsfund hat den Betrieb eingestellt und sämtliche Arbeiter entlassen. * ZurStillegungderKönigshütte verlautet, daß ein Teil der Kündigungen rückgängig gemacht werden soll. Die vorgesehene gänzliche Stillegung der unteren Werke soll nicht ausgeführt werden. Vermischtes. Harakiri. Wie aus Hapan berichtet wird, hat ein Unbekannter vor der amerikanischen Gesandtschaft in Tokio Harakiri begangen, um auf diese altnatro- nale Weise gegen das neue amerikanische Ein- wanderungsgeseh, das die Iapaner ausschließt, zu protestieren. Zwei andere Männer folgten seinem Beispiel. Man sieht daraus, daß diese feierliche Form des Selbstmordes im Reiche des Mrkado noch nicht ausgestorben ist, obwohl sie in dem offfiiellen Stcafsystem seit dem Jahve 1869 abgeschafft ist. Das Harakiri ist nicht etwa, tote manchmal behauptet wird auf eine Weltanschauung zürückzuführen,. die das Qeben für wertlos hält, vielmehr ist es gerade die höchste Einschätzung des Lebenswertes die den Selbstmörder dazu veranlaßt, das Höchste, was er besitzt, nämlich sein Leben zu opfern. In alten Zeiten war das Sep- puka oder Harakiri die Form der Hinrichtung, die bei besonders schlimmen Verbrechen angewendet wurde, und zwar waren es 'hauptsächliche Vergehen gegen die Nation, wie Verrat, Aufruhr, Majestätsbeleidigung und anderes, die auf diese Weise geahndet wurden. Die Vornahme des Harakiri gehörte in den Feudalzeiten Iapans zu den ein- drucksvollsten Zeremonien, die große Vorbereitungen erforderte. Die Selbstentleibung erfolgte! auf einer Bühne, die in der Haupthalle eines Tempels errichtet war. Hier versammelten sich vor dem mit Teppichen belegten und kostbaren Dophängen ausgeschlagenen Podium hohe Staatsbeamte, die als Augenzeugen dem Vorgang beiwohnten, und dann erschien der Verurteilte, mit der feierlichen Hostleidung angetan, begleitet von zwei Waffenträgern. Er setzte sich voll ruhiger Würde auf einen Teppich hörte aufmerksam der öffentlichen Verlesung seines Urteils zu und ttfurbe dann gefragt, ob er noch irgendwelche Abschiedsworte an seine Familie zu senden habe. Dann dankte er den anwesenden Richtern für ihre Mühewaltung und Höflichkeit, sprach bewegte Worte des Abschieds, in denen er zugleich die Gerechtigkeit seines Schicksals anerfannte, und dann wurde ihm das kurze Schwert das er zu der Zeremonie bedurfte, auf einem Tablett dargereicht. Das Wort Harafi -i, das sich aus Hara = Bauch und Kiri Schneiden «usammensetzt. Montag, ft». Ml 1924 bezeichnet ganz eindeutig die erforderliche Handlung. Vorher wurden noch Gebete hergesagt, die Buddha an riefen und den „Edelstein-Lotus des Gesetzes". Durch diese monotonen Hymnen geriet der Selbstmocdlandidat in eine verzückte Stimmung. die ihn über alles Irdische hinaushob, und so war er denn genügend vorbereitet, um zu den Ahnen einzugehen und seine Ehre wiederzuer- langen, die ec durch sein Vergehen verlor:n hatte. Der Verurteilte ergreift nun dos Schwert, öffnet sich das Gewand und bring, sich zwei genau voc- geschriebxne Bauch schnitte vei. den einen senkrecht, den anderen wagececht. LlnmiUckbar danach wird ihm von dem einen Waffenträg: inii einem einzigen Streich des langen Schw . y dec Kopf abgeschlagen. Da das Bauchaufschlitzen nur die Eingeweide herausquellen läßt und durchaus nicht sofort tödlich wirkt, so ist das nachherige Köpfen zur Abkürzung der Tooesquale; sehr notwendig. Das Harakiri ist seit langem abeeschaffl, aber wre die letzten Vorfälle vor der amerikanischen Gesandtschaft in Tokio beweisen, gibt es noch immer Männer, die den Geist des alten Hapern, dem Budo, huldigen und sich einem grausamen, lange wahrenden Sieben u-i rtoerfen, weil sie den Gedanken nicht ertragen können, daß die Ehre ihres Volkes angegriffen fei. Büchcrtisch. — Einen historischen üleberblick über die Entwicklung des Nationalitätsgedanlens gibt Georg Widenbauer in dem Aufsatz „Nationalitätsprinzip und Irredenta" in der foeben erschienenen Nr. 4132 der Leipziger „Illu st riertenZeitung" (Verlag I. H. Weber). Aus dem sonstigen Inhcckt der Nummer sind besonders zu erwähnen eine Aeihe von Aufnahmen vom Deutschen Tag in Halle. An künstlerischen Reproduktionen stehen an erster Stelle eine Anzahl farbig reproduzierter Merke von R. Schmidt-Hamburg, die wunderschöne Landschaftsbilt e: aus Norwegen zeigen. Dem Schaffen des München r Malers Hans Stadelmann ist ein Beitrag gewidmet, dem fünf Reproduktionen von charakteristischen Werten des Meisters als Illustrationen beigegeben sind. Zwei Dllder von neuen Methoden Der Landwirtschaft in Amerika und auf Hawai werden Landwirte besonders interessieren. Schließlich seien noch erwähnt eine Reihe von Aufnahmen aus dem soeben eröffneten Darmstädter Schjohmuseum. — Gewerblicher Rechtsschutz. Von Dr. Philipp Allseldt, ord. Professor an der älniversität Erlangen. (Band 11 dec Hamburger Kaufmannsbücher). 1. Teil: Musterschutz, Erfindungsschutz. Preis 3,50 Mk. 1924 Hanseatische Declagsanstalt, Hamburg 36. Dec Band ist vornehmlich dazu bestimmt, die Ang hörig m des Kaufmannsstandes über die wichtigsten F ugen aus dem Gebiete des gewerblichen Rechtsschutzes, das eng mit Dem kaufmännischen Leb.n rer.nl pst ist, zu unterrichten. Er enthält das Gesetz über Musterschutz (Geschmacks- und Gebr uchsmuster-- schuh) und Erfindungsschutz «Patentrecht). In die systematische Darstellung wird stets Der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen eingefügt. Soweit einzelne Fragen von gewisser Bedeutung streitig sind, wird dazu in Kürze Stellung genommen und gezeigt, welche Auffassung das Reichsgericht oder das Patentamt, soweit dieses oder jenes fick dazu geäußert hat, verttitt. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Französische Massenverhaftungen in Lud» wigshafen. Ludwigshafen, 14. Juni. (Priv.Tel.) Hier sind wegen Verbreitung falscher Re - gief ranken annähernd hundert Personen von der französischen Kriminalpolizei verhaftet worden. Sämtliche Verhaftete erklärten. sie hätten nicht gewußt, daß sie fal - s ch e Regiefranken im Besitz hatten. Die falschen Scheine sind nämlich den echten so ähnlich, daß zu ihrer Llnterscheidung eine fachmännische Kenntnis gehört. Metzgerstreik in Warschau. Deuthen (Obecschl.), 14. Juni. (Wolff.) Der „Ober-schlesische Kurier" meldet aus Warschau: Die passive Resistenz der Warschauer F l e i f ch e r hat sich derart verschärft, daß W a v schau seit fünf Tagen völlig ohne Fleisch ist. Der Vorsitzende der Warschauer Fleischerinnung und zehn weitere Gewerbetreibende wurden verhaftet. Dec Kampf der Fleischer richtet sich gegen eine H erabset- 3 u ng der Fleischpreise. Schwere Explosion an Bord eines amerikw Nischen Schlachtschiffes. San Pedro (Kalifornien), 14. Huni. (Wolff.) Bei einer Schießübung explodierte der Panzerturm des Schlachtschiffes „Mississippi" der 450 Pfund Explosivstoffe enthielt. Von Der 'Besatzung wurden 46 Mann, darunter drei Offiziere, .sofort getötet Und 20 Mann durch Brandwunden mehr oder weniger schcver verletzt. Geschäftliches. Süße Speisen von Rhabarber. Brotsuppe mit Rhabarber. 3 Brotkanten werden am Abend zuvor mit 1! Liter Wasser eingeweicht. Am nächsten Morgm läßt man sie in dem Wasser wäch lochen und treibt sie dann durch ein Sieb oder Die Fleischhackmaschine. Inzwischen werden auch 1 — 1' . Pfund Rhabarberstiele in kleine Würfel geschritten und mit Zimt und Zitroneasch,ale in 1 , tckter Wasser gargekocht. Dieses gießt man im Brotbrei, läßt es zusammen kurz auflochen unb schmeckt die Suppe mit Süßstofflösung und Zuckec ab. Original- r.inncd» lou elQ tat Biquet Mammut- so, einzig wie seif 174 5 Tee-MarKe; BIQUET. 500 g Dose exfra (etwa L7«/. Fett) M 2.80 500 g Paket £e in (etwa 25»/e Feto M 2.00 , Ham m öt-Ke L o DER. FETTRE/CHE 28 Fortsetzung. (Nachdruck derbsten.) Jakob Henn nebst Kinder. Gießen, den 14. Juni 1924. 020948 Lichtspielhaus 020980 Bahnhofstraße 4927c Heute leteter Tag: Die tieftrauernd Hinterbliebenen M Rein. 4933D 4932 D HuMer Familie Heinrich Becker Familie Wilhelm Becker Familie Philipp Becker Familie Karl Becker Familie Wilhelm Klos Katharina Becker M-.'tallbctterr Stalrlmatr., Kinder- betrcti, dir. an Priv., Kal 31 N frei. Eisen- nrSds fahr. Sahli. Th. IX^^ÄUäeOÜGOQQQÜJü I Gießen (Ooethestr. 40), Stuttgart, Treysa, Neuyork, den 15. Juni 1924. In tiefer Trauer: Sophie Reiß Milli Rieger geb. Reiß Dr. Paul Rieger. 14/35 P. Merced es wagen moderner Viersitzer, gradlinig/Iutmstand, wieneu,m.Garanlte. HoderneeX.8. U.- Motorrad Och P. 8., 2 Zylinder, m. Beiwagen, la tm« stand, vreiSivert zu verkaufen. Teilzahlung evtl. geg. gute Effekten. A. Frech. Werkstätten für Feinmechanik Wetzlar. Braunfelser Snahe 4922ss Telephon 71. Rüddingshausen, Guxhagen, Londorf, den 16. Juni 1924. Beerdigung findet Dienstag um 3 Uhr statt. Mütter — für Euch ist dieser Flhn Väter — er ist für Euch, Töchter — für Euch ist dieser Film. Söhne — er Ist für Euch. Söhne - gerade für Euch. Anfang 4 Uhr, letzte Aufführung 8.15 Uhr. ===== Großes Orchester. - C t tt tl t III o cfj II tl Die Schwimmhalle im städt. Dolksbad wird am Mittwoch, dem 18. ds. Mts., wieder eröffnet. Bezüglich der Badezeiten if den Aushang im Volksbad und Anschlagstafeln verwiesen. en, den 14. Juni 1924. [4912D tädtisches Dolksbad Gießen. Steding. Danksagung. Für die Anteilnahme anläßlich des Heimgangs meiner lieben Frau, unserer lieben Mutter, Schwiegermutter und Großmutter sage ich auf diesem Wege meinen innigsten Dank. Die Beerdigung findet Dienstag, den 17. Juni, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Israelitischen Friedhofs aus statt. Von Blumenspenden und Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. brauchter V/IWIJCIU mit Ständer billig abzugebenr desgl. 1 Paar Herren- ftiefel, Gr. 43. Wo? sagtd Geschäftsstelle des Gieß. Auz. 0-'OM< Die Bantiger. Roman von Hermann Stegemann. Todes-Anzeige Ganz jäh und unerwartet verschied gestern morgen nach kurzem schweren Leiden unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Philipp Becker, Schmied im 67. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Volk. Rödgen, Schwanheim, Beuern, Großen-Buseck, . den 16. Juni 1924. Die Beerdigung findet Dienstag, den 17. Juni 1924 nachmittags 3 Uhr, statt. 4931d 50000 prima WM« auch in kleinen Post, billig abzugeben. Schristl. Angebote mit. 020962 an den Giekener Anzeiger. 1 Liter 34 Pfennig 4934 D Aßmann&Schneider Kaiserallee45 Telephon1248 Tankstelle und Lager bsess Hornhaut a. d. Fußsohle verschwindet durch ”‘BA Lehewohl - Ballen - Scheitien Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. ---- In Drogerien und Apotheken.---- Man verlange ausdrücklich „Lebewohl11 Acker 1000 Meter Räbe Schlachtbof» Alt verkaufen. Zu erfr. i. d. GeschäftSst d. Gieß. Anz. 1020978 DieGemeinde verkauft einen abgängigen fetten Gber. Angebote pro Ztr. Lebendgewicht sind bis zum Donnerstag, dem 19. Juni 1924, nachm. 6 Ahr, bei der hiesigen Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können, evtl, kann auch Tausch mit einem leichteren vorgenommen werden. Hessische Bürgermeisterei Watzenborn- Steinberg. Schäfer, Bürgermeister. 49300 Gestern entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser Sohn, Vater, Schwiegersohn, Bruder und Schwager Moritz Wertheim im blühenden Alter von 36 Jahren. Nur noch heute und morgen: Die beiden Unverwüstlichen Pat und Patachon in Die Liebe im Schnee. 5 Akte Ferner; B Akte Kronprinz Rasdolf Die Tragödie von Mayerling. Ein Liebesroman in 6 Akten. Anfang 4 Uhr, 6 Uhr und 8.15 Uhr. M haltet, welche mich durch das ewige AJ Jucken Tag und Nacht peinigten. 14 Tagen hat Zucker's Patent- Medizmal-Seife das Übel beseitigt. Diese Seife ist Hunderte wett. Serg. M." Dazu Zuckooh-Creme (nicht fettend und fetthaltig).In allen Apothelen, Drogerien und Parfümerien erhältlich ES war Abend gedwrden. Bvr dem Tunnel- tvr flammte der Himmel in Gold und Purpur. Bantiger schloff die schmerzenden Augen. Sann lieb er sich von der Plattform helfen — aber nur wenige trauten sich heran, so furchtbar war sein Aussehen — und bestieg schwerfällig feinen Wagen. 3m Schloffhof traf er auf den Arzt. „3fl er — ?" ,3a, Herr Baumeister, wir haben ihn hinauf- getragen." Er nickte stumm. Lorenz Bantiger lag mit eingedrücktem Brustkorb, unentstellt, aber mit seltsam entspannten Zügen und einem kindlichen Ausdruck im wächsernen Gesicht auf seinem Bett. Vbonne, die jeden kleinen Schrecken mit Zittern und Tränen büffle, war vor diesem Bett steinern.gefaßt. Die französische Erziehung, die das Betragen bei groben Ereignissen des Lebens in strenge konventionelle Regeln zwingt, gab ihr eine ruhige, pathetische Haltung und dämpfte ihren Schmerz. Als der Bater eintrat, ging sie ihm entgegen, bot ihm die Stirn und verliD dann, daS Taschentuch vor den Mund gepreßt, das Zimmer. Ens stand am Fuffende des Bettes. Starr and tränenlos, die Augen unverwandt auf das stille Gesicht geheftet. Ser Baumeister war im Arbeitskleid. Seine schweren Schuhe, seine Wickelgamaschen waren von dem mörderischen Erdteig überkrustet. Einen Augenblick, nein, länger, viel länger, stand er regungslos vor dem letzten Bett seines Sohnes. Astoria-Ucitsplele Seltersweg NlllttaAvMlArk liefert in jeder gewünschten Ausstattung preiswert die BrühlscheUniverfitäts. Druckerei. A. Lange. Heute nacht verschied sanft nach kurzem, schwerem Krankenlager unsere liebe, gute Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Helene Reiß Wwe geb. Schwalm Ens blickte von Lorenz zutn vixtrer unk> saüS vrelte dann ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Lebenden. Plötzlich sprang sie zu. Sie packte ihn tm Augenblick, da er steif, schwerfällig, wie ein gefällter Baum an dem Bett niederstürzte. AnL er warf beide Arme über den Toten, um ihn tm Tode festzuhalten und in ein furchtbares, brüllendes Weinen auszuboechen. Sie stand über ihm, stand über beide gebeugt, ihre Glieder flogen tm Frost, aber sie hielt den Bater umklammert, wischte ihm den Schweiß und blickte still und klaglos, unendlich sanft auf den Toten. Tret Tage später lag Lorenz Bantiger unter dem Felsen von Runs gebettet. Tas Haus au der Svnnenhalde stand leer. Bvonne rüstete zur Rückkehr ins Welschlanö. Die Klammern, die sie an Runs und die Bantiger gefesselt hatten, waren mit dem Tode des Gatten zerbrochen. Der fremde Bogel flog der Heimat zu. Weder Gottfried Bantiger noch seine Tochter versuchten sie zurückzuhalten. Der Baumeister war des Schlages Herr geworden. Gr hatte seinen S-ohn begraben, war rechtzeitig erschienen, um auch den Arbeitern die Ehre zu geben, und hatte ihnen auf dem Gottesacker zu Eggstetten ein Abschieds wort ins Grab gerufen. Dann ordnete er die Leitung des Tunnelbaues neu. und stemmte st un IW“ Pffl ■ ;s* f«r »r JSf 51 Ioaunl baren Lage M r das hortet rin und fd der Her 'chlags. war verscht ys Äichmgen- werden, nx erhalten bl rangen wir wiesen, das len, ein er pvhntm t Deutlich^ irmung Picht M- Iotwendil Krieges m gewisse De Wirtschal^ 5ndil s Dan C UM» genommen« mit ihren ihres Abschl wertlos getr Grundlage mar! zu ben gebnissen d Dei der Ci digen Maß Dorkriegsz« Es wui wird, vorlä nen Mark 1924.) ,Wa vorläufigen stand, war wenig, bchw an tragt wer Landtags be bi Äraft geh gegeben, aus für 1 9241 amta । N> mit ( 51 303 29! fmanzi! deiteslgeheni Lehlbetr aM ersche Ä das) ii ^iirsnisse 1 sind. Iwd dvn vv ben.' 3m Fv ^Endigt aus ®e] Vollendern i c. Nbrud W ander ‘"SÄ !nd^> Bl