- Menag, (6. Uiat 192< Dnid und Verlag: vrühl'sche Unwerfitats-Vuch- und Zteindruäerei R. Lange in Gießen. 8chriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Hannover Paris 15. Mai. (W. B.) Staatssekretär Bergmann, der bekanntlich mit Staatssekretär Bogt Deutschland in dem Organisationsausschuß für die Reichseisenbahn-Gesell ch a f t vertritt, ist heute vormittag rn P a - r i s eingetroffen, um Fühlung mit den alliierten Bertretern im Organisationsausschuß, Acworty und Leverve, zu nehmen. In der Reparatwns- kommission nahestehenden Kreisen hofft man, daß der Organisationsausschuß bald mit feinen -arbeiten beginnen kann. Der von der Reparationskommission zum Mitglied des Organisationsausschusses für die deutschen I n d u st r l e o b l i g a - ttonen bestimmte italienische Sachverständige Alberto Pirelli hat diesen Auftrag abgelehnt. Er ist durch den italienischen Vertreter im Finanzausschuß des Völkerbundes, Dianchrn. ersetzt worden. ________ Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mir Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig: für Re» Klame-Anzeigen v.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20% Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil' Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. düng der deutschen Interessen in der Außenpolitik. Ueber die Gründe, die die Reichsregierung zu ihrer Stellungnahme zu dem Sachverständigengutachten gezwungen haben, sind Parteiführer der Deutschnationalen von seilen der Reichsregierung eingehend unterrichtet worden, ohne daß es gelang, die deutschnationalen Vertreter zu einer positiven Erklärung zu bewegen. Auch sonst liegt immer noch keine klare und bindende Er» k l ä r u n g der Deutschnationalen Partei darüber vor, wie sie die Erledigung der Sachverständigengutachten sich denkt. Vielmehr wächst von Tag zu Tag die Anklarheit über ihre Absichten. ____________ Kein Rücktritt des Kabinetts Marx Die Forderung der Deutschnationalen abgelehnt. m. U5 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: G ießenerFamUien blätter Monats-vczugrpreis: 2 Goldmark u. 29 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzelgerSiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. , Der deutsche Michel ist wieder einmal drauf I 'und dran, eine Politi s ch« ®um m heit zu i begehen. Am Sonntag, bem 18. Mai, soll m den hannoverschen Regierungsbezirks Hannover, Hildesheim, Stade, Lüneburg und Osnabrück eine 1 Vorab st immung über die Frage stattslndNi, ; •ob die Provinz Hannover, mit Ausnahme des Regierungsbezirks Aurich, d. L Ostfta^land, aus dec^ Herrschaft des preußischen Staates aus- 1 scheiden soll, um einen selbständigen Freistaat zu bilden. Es ist dies lediglich erne Vorabstimmung auf Grund, des Antrages der deutsch-hannoverschen Partei, die sich auf Ar tikel 18 der Weimarer Verfassung beruft. Ver langt am 18. Mai ein Drittel der zum Reichstag wahlberechtigten Einwohner des abzutrennenden Gebiets die Loslösung, so hat die Reichsregierung den eigentlichen D o l k s b e s chl u ß ar^u- vrdnen und baä Angluck geht seinen Lauf. Auf die Sttmmen Ostfrieslands haben die Deutschs > Hannoveraner von vornherein verzichtet, weil dort nicht die mindeste Reigung besteht, sich von Preußen loszusagen. Was sagen die Partei e n des Reichstages dazu: Die r e ch t s st e h e n d e n Gruppen Haden von jeher ihre sHivermrnattonal- politischen Bedenken gegen die welftschen Bestrebungen, wie man es früher nannte gehabt. Auch die Deutsche B o l k s p a r te steht streng rur preußischen Oberhoheit. Das Zentrum bat es in seiner Stellungnahme zur hannoverschen Frage am schwierigsten. Der Pa^ei, die m Ehrfachen Beschlüssen ihrer Organi ation Weser- Ems die Abstimmung mit Rücksicht auf das Schicksal der Rheinlande als .zur Zeit unmöglich abgelehnt hat, waren betonntlich früher die drei deutschhannoverschrn Reichstagsabgeordneten als Hospitanten angeschlossen, und diese beantwor toten jene Beschlüsse jedesmal nut der Drohung die engen Beziehungen auszukundigen, falls das Zentrum in Hannov er-Hildesheim dto tung einnehmen würde. Heute, nach den furcht baren Erfahrungen am Rhein und m derPfa^ Earai das Zentrum gar nicht mehr Zanders, es muh sich gegen die Pläne der Deutschhannove- taner aussprechen. Was die D e m ok raten anbelangt, so haben ihre Gruppen in Riedersachsen das Recht der hannoverschen Bevölkerung auf eine Volksabstimmung nach Artikel 18 Keiner faffung grundsätzlich anerkannt. Aber ebento entschieden fordert die Gesamtparier daß m der | Srage des Abstimmungsterm ms Rücksicht zu N«h j men9 sei auf die politische Lage des deutschen Vaterlandes, insbesondere auf .die außenpolitische Lage, und daß die Abstimmung nicht vorgenommen werden bürfe, solange eine frmnde Besetzung Rhein und Ruhr bedrohe. Dte- elbe Stellung nimmt auch die Vereinigte Sozialdemokratie ein. Oberpralldent Ros k e, der am 6. Mai im Saale des Rathauses zu Hannover den Kampf gegen kie j^ftimmung leitete, sprach nicht nur als preußischer Verwaltungbeamter, sondern auch als ehemaliger Partei mann Man braucht kein Preuße oder gar„Groh- Se“ zu sein, am die Forderung zu vertreten, daß Hannover vorläufig b e i P r e u h e n bl eiben muh. Sonst erheben augenblicklich wieder die Separatisten am Rhein und Anhang ihr häßliches Haupt. Wird P^ußen jetzt schon zerstückelt, so ist das Reich tier (oren. And ganz abgesehen von der französischen Gefahr, — hat man die Welfenpropaganda E n g l a n ds in Hannover vergessen? Monatelang waren englische Agenten im hannoverschen Gebiete tätig, um für eine Wiedereinsetzung der Dynastie Cumberland Stimmung zu machen. Die alten welfischen Führer der Losreihungsbewegung sind Reichsfeinde, und eine neue hannoversche Monarchie wäre innerhalb des Deittschrn Reiches unmöglich. Man kann als guter Deutscher nur hoffen dah die Deutschhannoveraner am 18. Mat eine Riederlage erleiden. aendes Bild: Bayrischer Dauern- und Mittol- standsbund 16, bayrische Dolkspartei . 46, Beamtengruppe Krotvfiel 1, Christtich'saziato Partei (bayrisches Zentrum) 2, Deuttcher Block 3, Kommunisten 9, Rationale Landespartei 1 Bereinigte nationale Rechte 11 Bereinigte soziill- demokratische Parteien 23, Völkischer Block 23 Abgeordnete. Die Völkischen und ein Kabinett Knilling. München, 14. Mai. (WTB) Die von einer Hitler nahestehenden Stelle im ..Fränkischen Kurier" veröffentlichte Erklärung, dah die Ausgabe der völkischen Bewegung lediglich in der Bekämpfung des Marxismus MW, und tn keiner Weise die Zerschlagung anderer nationaler Parteien anstrebe, wird von der bayerischen Presse lebhaft kommentiert. Die „Münchener Zeitung spricht den Wunsch aus, dah sie den tatsächlichen politischen Willen Hitlers zum Ausdruck bringe und dah auch seine Anhänger diesen Willen re pek- tierten, denn dann könne in den innerpolitischen Verhältnissen Bayerns vieles b ess er toerben. Das Blatt bringt die Erklärung HitW in Zusammenhang mit einem Leitartikel des „Völkischen Kuriers", wo auch schon zum Ausdrnck gebracht worden sei, dah die Kandidatur Jtnillingd für die Ministerpräsi^ntenschaft unter gewissen Bedingungen be. den. Do l kifcken auf keinen allzu starken Wider st a n d stoßen werde und daß, wenn dto MlYerische Volkspartei den undeutschen Marrismus zur Strecke bringe, dieser Erfolg auf ^Äungen äu ben erfreu- (iche Rückwirkungen haben wurde. Die Münchener Post" erklärt, die Verneigung Hitlers ^or der Bayerischen Volkspartei ziele offensicht- auf einen An b ie de run g s v e rsu ch z u r Bildung einer Koalition ab Cs habe sogar den Anschein, als ob die Verbindung zwi- fdjen Völkischen und der bisherigen bayerischen Regierungspartei unter der Voraussetzung, daß Knilling wieder an die Spitze der Regierung trete, im Bereich der. Möglichkeit liege« barung am 18. Januar wird ab 1. Mai mit ber Maßgabe wieder tn Kraft gesetzt, dah nach Möglichkeit ab diesem Termin eine Lohnerho- bung eintritt, deren Ausmah sowie die eventuellen Abänderungen der Lohnvereinbarung vom 18. Januar durch Schiedsspruch an dem Tage festgesetzt werden, an dem die Arbeit im Bergbau allgemein wieder ausgenommen wird. Die Terminfestsehung und Einladung erfolgt durch den Schlichter für den Bezirk Westfalen. Die Arbeitgeber gaben darauf eine Erklaiung »ii Protokoll, dah sie diesen Schiedsspruch ablehnen und sich volle Handlungsfreiheit für die zukünftigen Verhandlungen Vorbehalten. Der oberschlesische Bergarbeitcrstreik. Beuthen, 15. Mai. (Wolff.) Zwischen Vertretern der oberschlesischen Städte &af>en geftern rn Hindenburg Besprechungen über das Ersuch^ der Streikenden um Un t e r stutzu n g d u r ch Massenspeisungen usw. stvUgefmiden. Die Gemeinden stellten sich auf den Standpunkt, dah eine solche Tlnterstühung em Eingriff in t>en Streik sei und lehnten daher das Ersuc^n ad In den allerdringendsten Fällen soll dle Aimen pflege helfen oder sollen die Arbeiterkinder gespeist werden. Tieber die Streik läge ist zu berichten, dah die Belegschaft .des Huttonamtes Malapane heute ebenfalls in den Streik ge treten ist. Auf dem Borsigwerk fand heute früh eine Delegschaftsversammlung der Arbeiter I darüber statt, ob man sich> dem Streik durchp a s - siveResistenz anschliehen solle. Auf^den drei I Gruben werden die Rotstandsarbeiten durch« die l^amtenschaft ausgeführt. Der neue Dayernlandlag. München, 16. Mai. (WB.) Im bayrischen I Landeswahlausschuß wurde heute das Ergebnis derBerteilung derSitze der Landtagsabgeordneton bekanntgegeben. Zählt man die Ergebnisse der Landtagswahlen im rechtsrheinischen Bayern vorn 16. April und der Landtagswahlen in der Pfalz am 4. Mai mit den Restmandaten und den Landesmandaten zusammen, so ergibt sich für I die Zusammensetzung des neuen Landtages jol- die Grundlagen für eine Agrarbank, welche die kreditgebende Funktion der Renten bank nicht nur übernimmt, sondern weiter ausbaut bald zu schaffen. Die Dorarbeitoa für diesen Gedanken werden in meinem Ressort geleistet!. Da wir auf jeden Ausweg bedacht sein und auch mit Teillösungen vorlieb nehmen müssen, halte ich des weiteren die Einrichtung eines War- r a n t v e r k e h r s, wie er sich bereits in vielen Ländern der Welt findet, für nötig. Der Warrant- Verkehr ist ein wichtiger Faktor zur Finanzierung der Landwirtschaft in den stillen Monaten und gleicht dem Schielechen Kornzertifikat. Eine diesbezügliche Gesetzgebung wird in meinem Amt vorbereitet. Graf Kanih sprach weiter über eine g e - sunde Zollpolitik und eiachteto deren baldige Behandlung im neuen Reichstag für dringend erforderlich damit die neue Ernte zum mindesten unter der psychologischen Erleichterung der kommenden Zollgesetzgebung stände. Der Redner wandte sich des weiteren der Frage des Futter- mittolschuhes sowie der Rotwendigkeit einer Düngemittelgesetzgebrmg zum Schutze des verbrauchenden GanbtoirteS vor Liebervorteilung zu. 2luf dem Gebiet des Ber- tohrs mit Milch stellte er eine Verordnung in Aussicht, durch die die bestehenden Vorschriften, soweit jie produktionshemmend seien, beseitigt । werden müßten. Kanitz sprach lieb ganz entschieden gegen eine weitere Enteignung von Kulturland zum Zwecke von Reusiedelangen aus. Einmal fchle es an Geld, wirtlich neu zu siedeln und zum anderen böte die von ihm im I Februar erlassene Verordnung zur Vereinfachung der Genossenschaftsbildung eine Handhabe, Moor- und Oedlände re Jen in geuxatti- gem Umfange der Kulturnuhring zuzufuhren. Rachdern Kanih noch über den Gedanken der Anerbengesetzgebung gesprochen, berührte er schließ lich die RotwendiAeit einer starken amtlichen Reichsspihenvertretung der Landwirtschaft, wie er sie in bem Entwurf des Reichslandwirtschafts-Kammerge,«tzes erblicke. Er führte aus: Der neue Reichstag wird von den ersten Tagen ab ein großes Moch von sachlichem Arbeitseifer hn Interesse der Eri-altung der land- wirtschaftlichen Produktion aufbringen müssen. Wenn er sich nicht dazu durch^rngt diese heute wichtigsten Lebensfragen des deutschen Voltes ohne parteipolitische Bindung als gemeinsame Fragen der Ration zu betrachten und zu behandeln, geht die Landwirtschaft einer unvermeidlichen Katastrophe entgegen. Dor allem muß des neue deutsche Reichstag das Erbübel vermeiden, alle,? zu atomisieren und zu analysieren, ganz gleich, ob der Patient, die kranke deutsche Wictschaft, inzwischen stirbt. Trotz der Rot der Zeit weih ich uns Landwirte einig in dem starken und unwandelbaren Willen, die deutsche Ernährun.g aufrechtzuerhalten und uns durch diese furchtbaren Zeiten hindurchzukämpfen. Die unbedingte Anerkennung der Staatsnotwendigketten seitens der l Landwirtschaft und die ileberaeuftung, daß di« Das Agrarprogramm des Grafen Kanitz. Berlin, 15. Mai. (WB.) Der Reichsmto nister für Ernährung und Landwirtschaft, Graf Kanih, hielt auf Einladung der brandenburgischen Landwirtschaftskammer einen hochbedeutsamen Vortrag über die reichsgesehliche Förderung der landwirtschaftlichen Produktion flr die nächste Zukunft. Rachdern er die al "Möglichkeit, die Wirtschaft allein durch gesetzgeberische Maßnahmen zu meistern, beleuchtet und aus die Mitarbeit der berufsständischen Vertretung selbst hingewiesen Halle, skizzierte er etn festumrissenes großzügiges Agrarprogramm, welches er als eine der Hauptaufgaben des neuen Reichstags in Anbetracht der sich täglich verschärfenden .Agrarkrise darstellte. hinter Zustimmung der Versammlung betonte er die unbedingte Rotwen - di gleit, die Rentenmark zu halten, und sprach über die verschiedenen Möglichkeiten der Kreditbeschaffung, wobei er auf dir Rotwendigkeit hinwies, nach Eintreten einer internationalen Beruh gungsatmosphäre der Frage der Kreditbeschaffung aus dem Auslande ohne direkte Verschuldung des einzelnen Landwirts an das Ausland näherzutreten. Er sprach über die inflationistischen Erscheinungen, die sich in- । folge katastrophalen Geldbedarfs in der | Preisgestaltung für gewisse Industrieprodukte gezeigt haben. Die kommende Reichsregierung müsse hierauf ein sorgsames Augenmerk haben. Rachdern Spartrieb, Sparvertrauen und Sparmöglichkeit zur Zeit so gut wie dahin seien, müsse man nach ledern Mittel zur Finanzierung der Landwirtschaft greifen. Er führte u. a. aus: Rach dem Sachverslän. I digengutachten soll die neue Goldnoten- I b an k als Zentralnoteninstitut und auch als ^>ew trallreditinstitut fungieren. Die Golddiskontbam und die Rentenbank sollen nach Ablauf einer bestimmten Frist liquidiert werden. Die Rentenbank soll ihre Kredite an die Wirtschaft nicht I wieder erneuern. "Meines Erachtens läßt der Er^ perienbericht die Frage völlig offen, wie uni w o denn zukünftig der landwirtschaftliche Kreditbedarf beschafft werden soll, nachdem die neue Goldnotonoant hierfür ihrer Aatur nach als Roteninstitut kann in Frage kommen kann, da sie voraussichtl.ch nur kurzfristige Wechsel wird ausgeben können/ Der neue Reichstag muh Mittel und Wege sinden Die Pariser Regierungskrise. Vorig, le.-OItai. <-WD.) Das ' wMdet sich in einem Artikel seines Chesr^rktenrs Robert de Iouvenel gegen die Sozialisten die eine Beteiligung an einem radikalen sozialistischen Kabinett ablehnen. De Iouvenel "schreibt die Sozialisten wollten ihre Manner mcht äu einer radikalen Regierung hrrgeben. Aber die Radikale Partei, die 180 Abgeordnete urn- faffe könne nicht allein die Aufgabe der Regierung übernehmen, vielleicht verfuge sie mcht einmal - man müsse den Mut haben das einmal auszusprechen — über genügend Regi^- rungsmänner zu diesem Zweck. Man wurde sie also nötigen, auf der Rechten die MUar beiter zu suchen, die ihr auf der Linken verweigert | würden. Zweifellos wollten gewisse Sozialiston, als sie ben Radikalen ihre Unterstützung ber- sagten, es ihnen überdies auch verbieten, -llntov- stühung auch von anderer Seite änzunehmen. Man dürfe nicht die ilnlogif verkennen, auf die diese Taktik hinauslaufe. Eine derarttge Haltung sei nicht angängig für das von der Radikale" und Sozialistischen Partei zu bildende Kabinett, dem Idas Land sein Geschick in die Hand geben wollte. Wenn sie es täten, toütiben sie eine f^werere Verantwortung auf sich nehmen als die der Re- aierung. Das Kartell hätte dann tatsächlich nur eine Minute bestanden, aber der Sieg der Demokratie würde Gefahr laufen, nicht länger zu dauern. Ein Schiedsspruch in der Metallindustrie. Essen, 15. Mai. (WB.) 3n den Lohnww- banblungen der Metallindustrie für die nordöstliche Gruppe wurde heute nachmittag folgender Schiedsspruch gesälll: Die Lohnverein- Erster Blatt (74-Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Berlin 15 Mai. (WTD.) Die Reichs- . Der obenerwähnteDeschluß derDeut^ icgiening ist,"wie^wir erfreu, «U U» Ä" SÄ V4-Ä ’CÄ des Beschlusses des Vorstandes der Deutsch- entsprechend dem Ausfall der Wahlen, der den nationalen Dolkspartei entschlossen, Pflicht- veränderten politischen Willen des Bolkes fest- g-m-tz di- ihr übertragenen Regierungs- Äcktr?tt t?t^M-"Mgenwä>> geschäfte nicht vor dem Zusammen- Regierung entbehrt jeden Rechts, Deutschland trittdes Reichstags aus der Hand in Derhandlungen über das Sachverständigengut- AU geben. Sie hat nicht nur das Recht, son- achten noch entscheidend zu vertreten. Wir erheben dern auch die Pflicht, Deutschland ir. den Ver- « DurchMrÜng Handlungen über die Sachverstandigengutach- Gutachtens der Reparationskommission voc- ten zu vertreten und -die zur Durchführung der [egt oder auch nur in vorbereitende Ver- Gutachten erforderlichen Gesetzentwürfe Handlungen dem Organisationslomitee oder °°r-ub-r°"°nl°w°h.Hinb-i-. °°, bi- ^^**3 s°gL immer bedrohlicher werdende Kreditknse, m obgibt oder abgeben läßt. Die Deutschnatio- die finanziellen und wirtschaftlichen Erforder- Volkspartei wird derartige Erklärungen Nisse Deutschlands, die ohne jeden Aufschub nicht als für sie bindend anerkennen, befriedigt werden müssen, wie aber auch in dem Das Programm SÄÄM » »™t|d>na«on«l=n. »■«----- ww»»“»” “a“K,lSw"-S der Reichsregierung vertretene Standpunkt P^schr Hoehsch in einer Welle, die als pro- ' hinsichtlich der Sachverständigengutachten wird grammatisch gelten dürfe, die Ansichten seiner > nach den eigenen Erklärungen geteilt von der Partec über die Regierungsbildung und über bie S°zi-,d-m°.-°.i,ch-n Partei, °°n d-° Z-°- trumspartei, von der Deutschen Dolksparter, n t t feinc Partei mit der Regierungs- von der Demokratischen Partei und von der bstdung betoauen werde^ind erklärt, sie sei darauf Daverischen Dolkspartei, die auch im neuen gerüstet. Sie habe niemals die Derpflich:ung ab» Reichstag ouf j-d-n San übe« eine w-it g-°- «LU n-chMahgab-^r ßere Stimmenzahl verfugen als eine etwaige I r£ßa^nin Wirrer Freiheit und Souveränität die gemeinsame Opposition der Deutschnatio- ^ast der Kriegsschädigungen für iton verlorenen nalen Dolkspartei, der Kommunistischen Krieg auf sich zu nehmen. Aber ihre Gründern- Part-i and d-r Dänischen 3°°^ Partei. Bei dieser Sachlage erachtet die ^nter Einstellung könnte sie nicht Verhand- Reichsregieruug den Beschluß des Dor- lungat Abschluß bringen, mit einer Verpflrch- ftandes der Deutschnationalen Dolkspar- tung für Leistungen, dir v onv orn her ei nun - t°i aU n.chi im E'inNangsteh-nbmi. ™ »W den tatsächlichen Derhaltn ifsen, Zonale Vollsparici niemals absolut ab- Wie sie sich nach der Willenskundgebung des gelehnt habe, überhaupt möglich seiery das deutschen Dolkes in den Reichstagswahlen er- hänge viel mehr von der Entente als von Deutschgeben haben. Die Reichsregierung sieht in dem land ab. Beschluß des Parteivorstandes der Deutsch- Die OrganrsatioNSaUSscyUsse nationalen Partei eine ernste Gefähr- Der Sachverständigen. angeschlossen haben. 6. Der Schrei nach dem Leben. Don Ernst Franz-München. Droben in den Bergen liegt das Dörflern. Ein paar Häuser die wie Felsen so grau sind, um und um Felsen, Latschenha Iden zwischen einigen Tannen und (Stben Weit und breit Sonnenslimmern und Rühe. Mächtige Gipfel scheinen herein, leuchtend wie Märchenparadiese, um diese endlos 'hochragender Fels voll heiligem Schweigen. 3m Dörflern selbst Arche, ererbt von Ahnen und Bergen Doch Kraft und Lebenslust. 3m letzten Häusl — es war fast eine Hütte — lebte die alte Dortl seit fünfzig Jahren. Dreißig mtt ihrem Hall. Der war Häger. Gin l strammes schneidiges Mannsbild. Treu und wortkarg. Siebte seinen Wald und Fels und seine Dorl. Aur einen Fehler hatte er. Als er so um den Ersten 'herum seine paar Kronen holte, zog ihn eine finstere Macht in die Dafernwirtschaft im Tal in der er ohne ein Wort zu sprechen fast alle' Kronen gegen Wein und Birginias ver- tauichte im Wald oder in einem Heustadel die Nacht Über wunderliche Träume 'hatte und am Morgen die letzten Kronen der Dort ohne Worte, aber voll Reue auf den Tisch legte. Sie stritten sich wohl die ersten Jahre, dann war Friede and ^,1 — und Siebe. Sie hatten sich beide daran gewöhnt. So ist es eben — fühlten sie. i— Den Hall hatten ein paar Wilderer feig erschossen and als die anderen Häger ihn der Dorl vor die'Tür legten, da sagten sie nichts. Die Dorl kreischte auf m wildem Schmerz, und die Häger standen da wie versteinert und verhielten den Ottern datz sie nicht schluchzen muhten. Dann war wieder Ruhe im Dorf lern — zwan- Und jetzt liegt d« Dorl am Sterben. — Der Vorstand der Vereinigten Vaterländischen Verbände- hat durch den Reichstagsabgeordneten Geisler gegen das Verbot derSchlageterfeier im Berliner Stadion Protest Phöben. 3n Rom wurde die internationale Auswanderungskonferenz eröffnet in Gegenwart des Königs, des Ministerpräsidenten Mussolini, der Minister, der Staatssekretäre und der diplomatischen Korps. Mussolini hieh tn seiner Eröffnungsrede die Abgesandten der neun- undsunfzig Staaten willkommen und wünschte der Konferenz Erfolg. ______________ Aus dem Hessischen Landtag eines Volksentscheids über Die Annäh-ne oder Ablehnung des Sachverständigengutachtens. Die Deutsche Industriellen - Vereinigung. Berlin, 16.Mai. (Priv.-Tel.) Zur Bildung der Deutschen Industriellen-Bereinigung bemerkt die „Deutsche Otltgem. Ztg.", dah hinter der Vereinigung nur eine kleine Anzahl I n - dustrieller steht, die bisher überhaupt nicht Mitgliiter des Reichsverbandes der deutschen Hndustrie waren. Es könne daher von einer Absplitterung vom Reichsverbande keine Rede sein. Laut „Seit“ hat sich von den Fachverbänden des Reichsverbandes der Hndustrie bisher noch k e i n e r der Aeubildung angeschlossen. Die neue Organisation scheine nur bei einzelnen Teilen der K l eineis entndu strie Anklang gefunden zu haben. Die „Germania“ erklärt, dah sie lediglich von den Mitgliedern der neuen Vereinigung eine Firma kenne, im übrigen aber nach langem Bemühen nur herausbrachte, dah eine untere neusilberne Löffel fabriziere. Die Politik der Sozialdemokraten. Berlin, 16. Mai. (Priv.-Tel.) Wie der „Vorwärts“ meldet, tagte gestern der Parteiausschuh der Sozialdemokratischen Partei. Er gab seine Zustimmung zur Einberufung des sozialdemokratischen Parteitags für den 11. Huni in Berlin. Ferner beschäftigte sich der Parteiausschutz, mit den jüngsten Vorkommnissen in Halle. Es kam die Anregung zum Ausdruck, zu gegebener Zeit „wuchtige Kundgebungen für die Republik zu veranstalten. Schließlich, billigte der Parteiausschuh gegen eine Stimme die vom Par- tetoorftanb beschlossene Aktion zur Herbeiführung Die ersten zehn Hahre lebte sie von ihrer Hände Arbeit, die letzten zehn — als die Gicht ihr in die Glieder fuhr und noch Schlimmeres — von Armut und Elend. Hennen und Ziegen, die ihr Eigen waren, hatte sie längst verkaufen müssen. Was dann noch vorhanden war, rutschte jedes Frühjahr bei der Schneeschmelze als völlig unbrauchbar die Lahne immer ein Stückchen weiter hinab, wie aller Kram vom Dorf. Endlich hatte sie tatsächlich nichts mehr, was selbst in diesem weltentlegenen Dörflein von Wert gewesen wäre, nicht einmal ihre Kleider — denn die waren nur noch zusammengebettelte Wollfäden. — Immer schwächer wurde sie, aber nicht unzufrieden. Oh, sie lebte so gerne, und bis ins Dämmern hinein sah sie auf ihrer Bank vor dem Häusl und schaute immer in die Felsenwildnis. Sie erkannte die Tiefen nicht, trotzdem schüttelte sie immer mit dem Kopf, die Hände im Schatze gefaltet, und sagte nur nach einigen kleinen Gebeten: „Schön is — Schön is —." In all diesen Bergen war ja ihr Hackl. In der Frühe war sie auf ihrem Plätzchen, eine Tasse Kaffee neben sich in dem erst einige alte Brok brocken aasweichen mutzten. Sie lebte ja nur von dem Kaffeeabsud, den ihr die Bäuerinnen sammelten, und von dem Brot, das man ihr brachte. Doch dieser Kaffee war fast schöner und ihr Staunen über dessen Güte fast noch großer wie das über die Berge. Kaffee war ihr Inbegrift allen Glückes. Und jetzt lag die Dorl am Sterben. Aur einige Mildtätige versorgten sie noch sonst wäre sie längst verhungert. Sie liegt in ihrem Bett und wartet auf den Doktor, schlaff und matt und voll Schmerzen. Starrt zum Fenster banaus, durch das die Berge Wie die Blätter aus Halle melden, ging gestern nachmittag die Ueberführung der Leichen der bei den Zusammenstötzen mit der Polizei getöteten Kommunisten in aller Rühe vonstatten. Ein Teil der Halte.iser Werke lag von 12 Uhi an still. An dem Leichenzug nahmen etwa 3000 Menschen teil. — Aach einer weiteren Meldung mehrerer Blätter aus Halle ist es am-Mittwoch abend am Saale-Ufer zu Ausschrei - tungen eines Trupps Hitlergardisten gegen Stratzenpassanten gekommen. Das alarmierte Ueberfallkommando der Schutzpolizei nüh.n einen Teil der Hitlerleute fest. Aach Feststellung, der Personalien wurden die Festgenommenen wieder in Freiheit gesetzt. ' Neue Kampsparole der Kommunisten. Berlin, 15. Mai. (Priv.-Tel.) Die „Rote Fahne“ schreibt in ihrer Aarnrnec vom 14. Mai, datz die „Faschisten“ jetzt dazu übe gegangen seien unter der Parole der Werks gern et.lisch ast das Schwergewicht ihrer polittschen, Arbeit und ihrer Organisation in die Bet r i e b e au verlegen. Unter Ausnutzung des politischen Bankerottes der S. P. D. !ei es ihnen schon in zahlreichen Betrieben gelungen, ihren Ein- flutz wesentlich zu erweitern. Eine be- sonoere Gefahr-, die der deutschnatio - na le Wähler folg beleuchte, sei dabei Die vaterländische Geislers che Arbeiterbewegung“. In ih.em gleichzeitig ver- bieiteten geheimen Rundschreiben an die Funktionäre der Kommunisten weist die kommunistttche Parteileitung darauf hin, datz in den von dieser vaterländischen Olrbei cibetocgung erfaßen Gioh- bttrieben die Arbeiter nicht mehr so wie früher bei kommunisttschen Aktionen auf die Sttatze zu bringen seien. Die „Rote Fahne“ bezeichnet es als eine der Hauptaufgaben der Kommunisten. die vaterländischen Arbeitervereine zu vernichten. Gefängnis für „Kriegsminister" Schneppenhorft. Olürnberg, 15. Mai. (WTD.) Der ehemalige bayerische Kriegsminrster und nunmehrige Fabrikant Schneppenhorsl in Nürnberg wurde vom Schwurgericht nach breitägiger Verhandlung wegen fahrlässigen Falscheides zu sechs Blonaten Gefängnis ohne Bewährungsfrist verurteilt. Schneppenhorft machte bei einer Gerichtsverhandlung über den Konflikt zwischen Mitglieder der VSPD. und der Reichsflagge anlätz- lich einer sozialdemokratischen Versammlung im „Weihen Rotz“ am 2. Huni 1923 unter Eid Aus- fagen, welche im Widerspruch zu anderen Zeugenaussagen standen. Aus Stadt und Land. ► Gietzen, den 16. Mai 1924. Aufgerufenes Eifenbahngeld. Der Reichssinanzminister hat das @if Papiermark lautende Aotgeld der Deutschen Reichsbahn, die von den Reichs» . . . - - - " auf Pa- „Die soll freilich der Teufel holen," scherzte er aber auch ich kami's mitnehmen. Geh', gib amal dein Arm her, Dorl, weh tut's net.“ Gäbt ihr eine Morphiumspritze und denkt dabei: Die letzte ist's, die ich dir armem, armem Geschöpf gebe zur Linderung. „So, jetzt kannst bald schlafen und Schmerzm — beileib, wirst keine mehr haben. Hast sonst ND' was zum Disputier'n?“ Voller Ungeduld krampft sie sich «n des Doktors 2(1-41 and will sich etwas emporheben. Dann sagt sie voller Hast, aber ganz leis, so aut es ihre letzten Kräfte noch vermögen: Herr Doktor, mei' Ha kl hat mir 'n Gedanken ei’geb’n. Glaubts net auch dah i die Krankhet übersteh, wenn i an Kaffee weglass'. — Wissen's/ des viele Essen in mei’m Alter und d Welt is fo schön. —“ . ... Dann sank sie zuruck. Der Doktor nahm alle Kraft zusammen und entgegnete der Dorl: . y Beileid net, Dorl, da hat dein Hall amal falsch g'sehn. Dein' Kaffee brauchst net wegwssch die Krankhet vergeht auch so, und a recht schon s Leb'n wirst nachher krieg'n." 3 dank Herr Doktor, hauchte sie und dructte dem "Menschen die Hand voll Freude, datz sie bald wieder ihren Kaffee auf der Bank löffeln und in die Berge hinein sinnieren konnte. Der Doktor ging. — Tief versonnen schritt er durch die steinigen Wege zu Tal und dacht^ wie so oft schon, ohne Erfolg nach über das Wunder — das Leben heitzt. Mittag des nächsten Tages schlief die Dorl hinein in dieses schöne Leben — ruhig und voll Friede wie -aufmunternd hereinleuchten, und krampft die Hände — der leidige Schmerz. — ,,D' Dorl liegt am Sterben," sagt eine der anderen leis — geheimnisvoll. „Was hat sie denn?" — „D fressende Krankhet.'' — Dann geben sie beide stumm auseinander und beten für die Sterbende während- der Arbeit. „Is des a Hammer," sagt ein Bauer zum Machbar, „d' Dorl stirbt so elendi." — „Hnb a Glück is,“ entgegnete der Machbar bedauernd, „denn so a Leb'n — seit zehn Hahr stirbtts schon am Hunger." — „Wahr is." sagt der Erste und Die arme Dorl aber starrt zum 5enfter hinaus. Doch Plötzlich huscht ein so seliger Strahl über ihr Faltengesicht und sie fühlt keine Schmerzen. Ein wunderbarer Gedanke hatte sie durchzuckt. — Da war Rettung. — Und der Gedanke war vorn Hackl. — v ,, _r „3 dank dir," sagt sie, und ihre Augen blicken fast munter. Aber arg matt ift sie gleich wieder und die Schmerzen —. ^ohve Lippen aber bewegen sich immer und sie sagt sich immer den Gedanken vor, datz sie ihn ja nicht vergitzt, bis der Dokttor kommt. Endlich tritt er durch die Tür, der alte, weitzbärtige Menschenfreund, der sein ganzes Leben in Einsamkeit verbrachte. Wie ein Seelsorger war er. Leise tritt er an das Bett der Sterbenden. „Gut gehfs, Dorl, net,“ sagte er mit einer Stimme, die durch das Elend, das er sah, weich und warm wurde. „Ha, ja —“ wimmerte die Dorl, „aber b* Schmerz'n —." Danach bewegte sie wieder die Lippen wie vorher. Aach einer Melvung des „LoialanzeigerS* aus Rom ist der Papst an einer schweren Rierenentzündung erkrankt. SämtlicheAudiew- zen im Vatikan sind abgesagt worden. .* Der Staatsminister des Grvhherzvgtums Luxemburg und der belgische Minister des Aeu- tzern haben heute einen Vertrag unterzeichnet, wonach die Ausbeutung des bereinigten Netzes bei luxemburgischen Eis en bahnen bei Prinz-Heinrich-Gesellschaft unter Kontrolle der belgischen und der luxemburgischen (Regieruna übertragen wurde. Der Hansa-Dund hält seine diesjährige Hauptversammlung am 24. und 25. Mai in Hamburg ab. Am Sonntag wird eine Kundgebung stattfinden, auf der folgende Referate gehalter werden: Reichsbankpräsident Dr. Schacht übei „Deutsche Währungspolitik", Minister a. D Reisch, Präsident der Oesterreichischen Bank, über „Oesterreichs Sanierung", Dr. Hermann Fischer, M. d .R., Präsident des Hansa-Bun- des, über „Deutsche Wirtschaft und das Sachver- ständigen-Gutachten". Eine Vereinbarung im britischen Bergbau. London, 15. Mai. (WB.) Es wird angenommen dah die Gefahr eines allgemeinen Berg- arbeiterstteikes befeitigt tft. Im Laufe des Abends kam eine Vereinbarung über die Bergarbeiterlöhne zustande, die der am 29. Mai zusammentretenden Konferenz von Delegierten der Bergarbeiter unterbreitet wird. Die Führer der Bergarbeiter empfehlen den Bergarbeitern, die Vereinbarung anzunehmen, obwohl die Forderungen dadurch nicht restlos erfüllt würden. Im allgemeinen sieht die Vereinbarung eine E r- höhung der Mindestlöhne bis zu 40 Prozent übe r dieVorkriegslöhne vor, während der Durchschnittsgew-inn eine leichte Herabsetzung erfährt. Den Bergarbeitern wird ferner erhöhte Beteiligung an allen Ueberschuh- gewttrnen zugestanden, nämlich 88 Pm^ent, während die Grubenbesitzer 12 Prozent erhalten sollen. Landwirtscyatt niemals Selbstzweck, sondern immer nur Mittel zum Zwecke der Erhaltung einer gesunden Ration ist, gibt uns Landwirten die moralische Kraft, mit zusammengebissenen Zähnen einer besseren Zukunft entgegenzuarbeiten. Dem neuen Reichstag, dem ich in meinen Ausführungen ein Agrarprvgramm an die Hand geben wollte, rufe ich zu: „Schnell an die Arbeit! Hüte und erhalte die heimische Scholle, das heiligste und wertvollste Gut der Ration! Präsident von Oppen dankte dem Minister mit herzlichen Worten für seine vortrefflichen Ausführungen und wies anerkennend auf die stille und großzügige Arbeit hin, die der Minister tn den vergangenen Monaten dadurch geleistet habe, datz er zahlreiche Gesetzentwürfe zur Produktionsförderung für den neuen Reichstag umfassend vorbereitet habe. Die brandenburgische Landwirtschaftslammer habe nunmehr gehört, datz die Landwirtschaft nicht nur mit Worten abgespeist würde, sondern datz seitens der leitenden Reichsressorts praktische Arbett von höchster Bedeutung für die Zukunft geleistet werde. Ein Separattstenprozetz. Stuttgart, 15. Mai. (Wolff.) Vor dem zweiten (süddeutschen) Plenarsenat des Staats - gerichtshofes zum Schutze der Republik begann die SchwurgerichtsverhSndlung unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten beim Reichsgericht, Riedner, gegen eine Reihe pfälzischer Separatisten. Als Richter fungierten Reichsgerichtsrat Dö hn und Dr. Baumgarten, Universttätsprosessor Dr. Calkhäuser, Oberlandesgerichtsrat Präsident a. D. Geheimrat Klemm, Schriftleiter Eajetan Freund, Staatspräsident a. D. Dlos - Stuttgart, Reichskanzler a. D. Fehrenbach, Bürgermeister a. D. Adelung- Mainz. Die Anklage vertrttt Staatsanwalt Vetter. Angellagt sind der Kaufmann Ernst Fett aus Vierkirchen, der Fabrikarbeiter Karl G i e h l e r aus Pirmasenz, der mehrfach vorbestrafte Arbeiter Hvhann Heinrich Wild aus Mannheim, der Kaufmann Hermann Gilcher aus Metz, der Gärtner Emil Rees aus Offenburg, der mehrfach vorbesttafte Hafenarbeiter Max Wagner aus Ludwigshafen, der Emil Walz aus Ludwigshafen und der Ldw. Steinbrecher aus LuÄvigshafen. Die Angeklagten sind beschuldigt, sie hätten hn Herbst und Winter 1923 in verschiedenen Städten der Pfal-, aber auch in badischen' Städten eine Reche von Personen, die es unternommen haben, einen Teil des Bundesgebiets vom Deich loszulösen, durch Tat wissentlich Hilfe geleistet. Der zunächst informatorisch als Sachverständiger vernommene Kriminalkommisiar Sachs gab einen allgemeinen Ueberblick über die Entstehung und Auswirkung der separatistischen Bewegung in der Pfalz. Heder Angehörige der Separatisten tourte, datz es sich um die Loslösung der Pfalz aus dem Reichsverband handelte. Die meisten wußten wohl auch dah die Bewegung von Frankreich mit Geldmitteln unterstützt wird. Heder Separatist mutzte das pfälzische Programm unterschreiben. Der Qlngeflagte Fett sagte aus, er sei erwerbslos und ohne Geldmittel gewesen und habe sich auf Anraten von Bekannten der Bewegung angeschlosien. Er habe ein in französischer Sprache abge- fatztes Formular unterschreiben müssen, worin er sich wie man ihm sagte, verpflichtete, nichts gegen die Separatistenbewegung zu unternehmen. Der Angeklagte gab zu, in Lud« wigshafen den Aufttag erhallen za haben, nach Mannheim zu gehen, Zeitschriften yi kaufen und die Stärke der dortigen Polizei fest- z u st e l l e n. Dieses Material wurde bei ihm, als er in Mannheim verhaftet wurde, vorgefunden. Auch der Angellagte G i e tz l e r erllärte, dah er sich lediglich aus Rot der Bewegung angeschlos- feu habe. Als Kriminalbeamter der Separatisten habe er 5 Verhaftungen vorge- nwimen. Als er den wahren Charakter der Bewegung erkannte, sei er nach Mannheim geflohen, wo seine Verhaftung erfolgte. Der Angellagte Wild will sich ebenfalls aus Rv tder Bewegung Der König von Rumänien ist 'beute im Sonderzug von London nach Dover abgereift, um die Rückreise nach Bukarest an^itreten. Zur Verabschiedung waren am Bahnhof König Georg mit seinen Söhnen und der Herzog von Gon- naught erschienen. Die Königin von Rumänien bleibt noch zwei Wochen in England, bte sie an Esher bei ihrer Schwester, der Infanttn Beatrice von Spanien, verbringen wird. pßon unserer Darmstädter Redaktion. Darmstadt, 15. Mai. Der Finanzaus- schutz des Landtages beriet heute zunächst eine Vorstellung des Kun st Vereins Jur Hessen wegen Gewährung eines Staatszuschusses. Da der Kunstverein inzwischen einen Zusctmh aus Reichs- mitteln erhalten hat, so wurde die VAtbllung für erledigt erklärt. Ferner lag dem Ausschutz eine Vorstellung wegen Ueberlassung von Raumen (Licht und Heizung) in der Technisihen Hoch- chule vor. Der Ausschutz erklärte sich mit den vorgeschlagenen Sätzen von 150 Goldmark layr- lich einverstanden, wenn die Zahl der benutzen Säle 30 nicht übersteigt. Es ist das noch nicht eine Mark für Saal und Abend. Die Vorstellung wird dann für erledigt erklärt. Der Ausschuss wandte sich dann der Beratung des S t aa t s vv ran s chl ag s für 1924 gir; auf Vorschlag eines Ausschutzmitgliedes soll die allgemeine Stellungnahme erst am nächsten Dienstag erfolgen, da die Berichterstatter mit ih.en Fraktionen Fühlung nehmen müssten. Man ^begann hierauf mit der Beratung des Kapitels 100 (Ministerium der Justiz): dieses wurde angenommen und dabei einige Anfragm erledigt, die aber auf das Budget keinen Einfluh haben. Bei Kapitel 101 wurde angeregt, die Einnahmen aus verschiedenen Geldstrafen und Eebüh en höher anzasetzen, da ja jetzt vielfach Gesängnis- trufen durch Geldbutzen abgelöst werden könnten. i auf-5ä; migimg des Kapitelswurde ausgesetzt f f säuft bis einschlietzlich 16. Huni. Di- K 102r^V?3 »ff «im bei sämtlicher? Kassen der Deut' ftien Reichsbahn, den Fahrkarten, Gepäck-, ratung des Kapitels 2 (S. d l u n g s w e s e n) Stations- und Hauptkassen erfolgen. Bis über das genehmigt tourte : ber„ Ännal Ablauf ter Einlösungsfrist nicht eingelöstes Olob tourte Auskunft verlangt, ob gelb wird noch bis zum 16. Huli von ter Haupt- gefbart werten konnt^da SEungsü«sen in g ber Reichseisenbahndirektion Berlin, Schöneinzelnen Bezirken schon erledigt sei. Bei Ka eingelöst. Das auf Dollar lau- Pitel 3 (Kameralguter) wurde von e» wertbeständige Rotgeld te Abgeordnetengewünscht^datz^eB^lteigerungtes behält auch weiter seine Gül- ÄÄ"” SÄS ’S tigkeit und bleibt von dem Aufruf ausge- Forst Verwaltung) tourte die Meinung geäußert, nommen. e , datz ter Ertrag eines Festmeters Holz mit 12,50 t * o & x i o a Mark wohl z u niedrig angesetzt sei. Fer- L.IL UniverfltatS-GvtteSdi e N st. ner wurde ter Wunsch ausgesprochen, dah bei Sonntag, 18. Mai, Vormittags ll1/* Ayr, Versteigerungen von Holz, Wiesen ufw. ten Käu- |n ^er Neuen Aula ein UniverfitütS- MtdÄ ®otwt ftatt- iu bem in «ffa: fihte Me geschah Die Genehnttgung dieses Kapitels tourte Angehörigen der Universität emgeladen sind, ausgesehtt Kap. 104 (Kriminalkasfe) tourte Selbstverständlich hat aber auch jeder andere genehmigt; ebenso Kc»P. 105 (Hochbauwesen). qutr;tt Die Predigt hält Prof. Dr. Schian. Es tourte angefragt, ob das lAerichtsgebau.de m ,, /g,er Unterricht in den hiesiger, Altenstadt noch ui di^em Hahr fertig wurde. Die schulen beginnt vorn nächsten Montag ab um Kap. 106. und 107 (Stellvertretungs- und 2lus ^*9_ f^h Man will durch die Früherlegung Hilfskosten usw.) tourten genehmigt. Bei Be- ■ ^tigeren Schulschbuh erreichen, damit die ratung beS SaM .(OBeingüter) tourt» ta rüdent^QKiUa^« einer Seite dt° Meinung 9$=m6ert öto Der^»l- Een. hing sei etwas teuer, es Eomre gefixirt toerten, „ ^€|Cr pes Gesangbuch«Hu- dann wäre ter einertrag hoher und ebenso die tziläums in Gietzen. Am nächsten Sonntag, Ablieferung an den Staat. rm^rt ten 18. Mai, toiti> in allen evangelischen Gemein- ^er Bericht Fall ^lf^arf £>en das 400jährige Hublläum des insofern einer Wolf Mcht in ^ts^evangelischen Gesangbuches gefeiert. Äuch der Irrenanstalt Gietzen, sondern durch ten Pro- hwsigen evangelischen Gemeinden werten fessor Berliner von ter Pshchuttischen Klinik be- I gönnten Tage die Gottesdienste ten hantelt wurde. [ Charakter von Dankgottesdiensten, in deren Mit« ' , . , , telpunlt das Kirchenlied steht, haben. Am Abend Kleine polMsche Nnchricyren. findet in ter Sdadtkirche ein Famillenabend für 3n einer Versammlung ter Breslauer ttlle Evangelische unserer Stadt statt Geh. Kirchew. Studenten im Auditorrum Maximum tourte rat ärniversitätsprosessor D. Dr. ruger wr^ teschlosien die Zahlung der Kollegge- einen Dortrag über „DaS teutsel- Den vor Verdun. WTB. meldet: Dor einigen Wochen ging durch die französische und deutsche Presse die Mitteilung von der Auffindung beut» scher Kriegerleichen in einem unterirdischen Gang am „Toten QKarm“ bei Derdun. Das Zentral- avachweisamt für Kriegsverluste und Kriegergräber in Spandau unternahm sofort durch Vermittlung -Der französischen Milrtärmiffrvn in Berlin Schritte, um die Feststellung der Toten herbeizuführen. Die französische Dienststelle hat jetzt im allgemeinen die Tatsache bestätigt, aber hinzugefügt. Das) infolge der gegenwärtigen ungünstigen Wit- iterungs» und Bodenverhältnisse (Grdrulschgefahr) Das Vordringen in die ausgedehnten unterirdischen Gänge zur Zeit untunlich erscheint. Sobald sich Gelegenheit bietet, sollen die notigen Feststellungen umgehend getroffen werden. Das Amt wiöd alsdann die erhaltenen Auskünfte veröfsent» lichen, sowie — ohne besonderen Antrag — die Angehörigen der etwa als vermißt Geführten ,unid jetzt als tot festgestellten Krieger schnellstens benachrichtigen. ** Ein Waldgvttesdienst soll am nächsten Sonntag nachmittag auf der Waldbühne stattfrnden. (Siehe Anzeige.) ** Ernannt wurden am 6. Mai der Lehrer Albrecht Zung zu Garnmelsbach mit Wirkung vom 1. 3uni 1924 ab zum Lehrer an der Dvlks- schule zu Ost he im. Kreis Friedberg; der Schulamtsanwärter Otto Langohr aus Dieder-Ohmen zum Lehrer an der Dollsschule zu H e i d e l- bach, Kreis Alsfeld. — Durch Entschließung des Landesamts für das Dildungswesen wurden zu Studienassessoren ernannt: die Studienreferendare Georg Düttenbend^r. Karl Metz, Ernst Ratz. Otto Schilling und Fritz Tölg in GiehM. Bornotizen. — TageSkalender für Freitag. Deutscher Offizier-Bund: Reue Aula der Uni» Deafitäit ,6.1/4 Ähr Bortoag mit Lichtbildern „Die Wahrheit über die Marneschlacht 1914“, Redner Oberstleutnant von Hagen. — Raturheilverein: 8 Ähr im Felsenkeller Vortrag „Wesen und Wert der Gymnastik". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Aus dem Iägerparadres der afrikanischen Wildnis". — PÄast»Lichtspiele: „Helena". — Rundfunkhaus. Loberstrahe: Heiterer Abend. — Stimmbildung und Stimmstörung. Zur Festsetzung dieser Dorttäge der Professoren Dr. Drüggemann und Dr. Bürker findet am Samstag abend im Physiolvg. Institut ein öffentlicher Vortrag des Hofschauspielers a. D. Paschen statt. (Siehe gestrige Anzeige.) — Ern jagdlicher Lehrfilm. Man schreibt uns: Qhn Sonntag, 18. Mai, nachm. 3 Uhr, läuft auf Veranlassung des „Hubertus", Verein weidgerechter Jäger Sitz Gießen, der jagdliche Lehrfilm „Das deutsche Weidwerk" in einmaliger Vorführung in den Palast lichtspielen. Dieser auf Veranlassung der Deutschen Zagdtammer geschaffene Fllm lief zum ersten Mal auf der Deutschen Iägerwoche im Februar dieses Jahres in Berlin und fand lebhaftes Interesse. greunöe ves oeutscheu Werdwerks und Gäsve sind willkommen. (Siehe heutige Anzeige.) Kreis Friedberg. ’* Friedberg. 15. Mai. Der Provinz- ausschuh der Landwirtschaftskammer für Ob er Hessen erwählte zu seinem Vorsitzenden Oek.-Rat Breidenbach, Dorheim, Stellvertreter wurde W. Bähr 1. in Rohrbach, Ausschuhmitglieder Th Cellarius in Schotten, Bürgermeister Heihenröder in Rieder-Moos und Hakob Rinn 24. in Heuchel» heim (Kreis Gießen). Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 15. Mai. (WTD.) Bei Dachreparaturen auf einem Hause am Rvten-Kreuz-Plah stürzte heute nachmittag der 57jährige Dachdeckermeister Kimm infolge eines Fehltrittes aus großer Höhe ab und war sofort tot fpd. Frankfurt a. M., 15. Mai. Der am Sonntag hier abgehaltene Muttertag brachte ein reiches Ergebnis. Rach Abzug der geringfügigen Unkosten dürfte ein Reinüberschuh von 50 000 Mk. verbleiben. — 3n einer Wirtschaft am Paulsplatz entstand zwischen Gästen ein Streit, der schließlich in eine arge Messerstecherei ausartete. Dabei wurde der Arbeiter Johann Ehrhardt so schwer getroffen, daß er kurz nach der Einlieferung in das städtische Krankenhaus verstarb. — Auf dem Mainwasen treibt sich seit Eintritt der warmen Witterung zahlreiches lichtscheues Gesindel herum, das unbekümmert um die vorübergehenden Personen in völlig adami- tischem Kostüm einherwandelt, und zwar Männer und Weiber. Am Mittwoch fand nun eine polizeiliche Streife durch dieses „Paradies", wie es der Volksmund nennt statt. Dabei wurden zahlreiche Männer und Weiber erwischt, darunter allein vier steckbrieflich gesuchte. Dem von der Staatsanwaltschaft gesuchten Einbrecher Robert Meister gelang es, zu entkommen. Er durchschwamm den Main und wurde von einem Schiffer in Sicherheit gebracht. Später aber gabelte ihn die Polizei mit Hilfe einiger Arbeiter im Osthafengebiet auf. Starkenburg und Rheinhessen. fpd. Offenbacha. M. 15. Mai. Eine Ein- brecherbande drang in der Rächt zum Mittwoch in ein hiesiges Leder Warengeschäft und stahl aus ihm nicht weniger als 6 2 5 w e r t» volle Damenhandtaschen. Sie entkam unbehelligt mit ihrer Deute und konnte bisher nicht ermittelt werden. Turnen, Sport und Spiel. Eine deutsche Tagung für Körpererziehung. Berlin, 15. Mai. (Wolff.) Der deutsche Reichsausschuh für Leibesübungen hat alle Freunde der Turn- und Spvrtsache einer deutschen Tag ung für Körpererziehung vorn 22.-25. Rüri nach Berlin berufen. Der Reichspräsident ließ dem Reichsausschuh Mitteilen, dah er an oer Monnungsithung der deutschen Tagung für Körpererziehung, die am 23. Mai, 10 Uhr vormittags, im Reichswirtschaftsrat stattfindet, teilnehmen wird. Die Tagung schließt mit einem Turn- und Sportfest der Der- liner Verbände im Stadion, das am 25. Mai irachmittags 3 Uhr beginnt. Die Schöpfung. Oratorium von Josef Haydn. Kr. Ueber Haydns Meisterwerk ist vor einigen Tagen an dieser Stelle bereits das zur>Ein- führung Wünschenswerte gesagt worden. Die Ausführung am Mittwoch hat von neuem den Beweis geliefert, daß cs von seiner Hugendfrische noch nichts eingebüßt hat. Mit wie einfachen Mttteln, um wenigstens das noch hervorzuheben, wird doch hier die große Wirkung erzielt. Es genügt, statt vieler Beispiele auf die wundervolle Einleitung zu verweisen, in dec „die Vorstellung des Ehaos" ohne das Massenaufgebot wirrer Kräfte, das ein moderner Musiker dazu heranführen würde, mit vollendeter Eindringlichkeit tn uns erweckt wird, zu schweigen von Sonne und Mond, von Adler und Taube, von Löwe und Tiger und dem am Boden kriechenden Gewürm. Wir sind dem „Sängerkranz" dairkbar, dah er uns diese „Schöpfung" wieder lebendig gemacht hat. Untere andere Lrvhe Chorvereinigung hat mit der Vorbereitung und Durchführung der Riesenwerke von Bach Tmb Beethoven so viel zu tun, daß Zeit und Kräfte für das Studium ber leichteren Chorwerke fehlen. Und doch ist es für unsere musikalische Kultur von größter Bedeutung, daß uns diese Werke erhalten bleiben. Die Aufführung war sehr sorgfältig vorbereitet. Der in den vier Stimmen ziffernmäßig — in den Männerstimmen sogar beiwidens- toert — zusammengesetzte Chor Hit für Akustik und Raumverhältnijse unserer großen (fast hätte ich geschrieben kleinen) Aula gerade noch die richtige Stärke. Roch etwas mehr, und die Flucht aus den ersten Reihen der Zuhörerschaft nach hinten ober oben würde vermutlich noch stärker einsehen, als es schon Mittwoch abend bemenbar war. Al(e Stimmen griffen tapfer zu, die Soprane sogar gelegentlich etwas zu stürmisch; allen merkte man an, daß sie mit ganzer Seele bei ihrer Aufgabe warem Gin bißchen mehr Schattierung hätte nicht schaden tonnen; aber angesichts des gleichmäßigen Forte, das Haydn saft durchweg in den so ziemlich über den gleichen Leisten gearbeiteten Shoren vorschreibt, ist das leichter gesagt als getan. Jedenfalls tat der verdienstliche Leiter des Chors, Herr AlbertKasten, alles, um seine Stimmen zum Siege zu führen, und war auch dem Orchester und den Solisten ein guter Führer. Das kleine Orchester trat bei der Begleitung der Solisten immer nach etwas zu sehr in den Vordergrund, hielt sich aber im übrigen, seiner verhältnismäßig leichten Aufgabe entsprechend, wacker. -Die Tempi hätten, zuweilen noch frischer sein können, aber diese Bemerkung richtet sich vielleicht eher an die Sänger als an den Dirigenten. unter den Vollsten ragte Fräulein Adel« Metz durch die angenehme Klmmsarbo ihreS leichtflüssigen Soprans, vor allem aber durch die Einfachheit ihres Gesangs hervor. 3d> will die Herren Hans Hoefflin (Tenor) und Ernst Everts (Daß) gewiß nicht schelten, ihre Stimmen kamen im Gegenteil schön zur Geltung. aber| gerade diesem wichtigen Erfordernis genügten sie nicht ganz. Gesänge wie „Mit Würd' und Hoheit angetan" oder „Holde Gattin, Dir zur Seite" (wo man übrigens das etwas lang geratene Zwiegespräch durch einen willkommenen Strich kürzte) vertragen sc^echterdings keine Sentimentalität, kein Ähwelgen in Don und Ausdruck, wozu nach meiner Erfahrung männliche Stimmen noch mehr neigen als weibliche. Der Grundsatz muß lauten Haydn kann gar nicht einfach genug gesungen werden. Alles in allem: Der „Sängerkvcmz" und sein trefflicher Leiter dürfen auf diesen Abend mit dem gleichen Gefühl der Befriedigung zurück- schauen, mit dem alle, die sie gehört habeg, an die Aufführung der „Jahreszeiten" (1920) tzurück- benien, der sich die der „Schöpfung" würdig an- geschlossen hat. Aus dcm Amtsvcrkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 32 vom 13. Mai enthält: Kanalisation der Alten-Basecker Straße zu Großen-Buseck. — Maul- und Klauenseuche. — Beitreibung der Gemeindeumlagen. — Benachrichtigung der Versorgungsbehörden. — Kostenverzeichnisse für den nebenamtlichen Fortbildungsschulunterricht. — Rotstand-arbeiten. — Feldbereinigungen Rönnen- roth und Wleseck. — Dienstnachrichten. — Gefunden und verloren. Gerichtsfaal. Darmstadt, 15. Mai. (Wolff.) Vor dem Bezirksschöffengericht Darmstadt fand heute eine Verhandlung gegen den Schreibgehilfen Kramer und den Tagelöhner Hahn aus Arheiligen bei Darmstadt wegen Unterschlagung von Erwerbslosengeldern statt Hahn war Separatist und stand in geheimer Verbindung mit den Franzosen. Unmittelbar nach Verkündung des Urteils, das gegen Hahn auf Freisprechung lautete, wurde er auf telegraphische Anordnung des Oberreichsanw-alts verhaftet, um nach Leipzig transportiert zu werden. präd)ti5fJ^aar in duftiger Schönheit, Reinheit und Fülle — wie Sie es sich wünschen — erhalten Sie einzig u. allein durch regel- mäßige Kopf Waschungen mit dem millionenfach bewährten, sodafreien KOMBEUa • JHAMPOON ” zu haben: Emil Karn, Central-Drogerie, Hans Noll, Neustadt- Drogerie, Drogerie Walter WaldschmidL D290j || ist die I beste 7 Fussbekleidung Der fertige Stiefel nach Maas. D.R.P. Hervorragend in Eleganz Qualität Passform. Hygienisch richtig-Aerztlich empfohlen Für jeden Fuss genau passend. ßhaaofia XäiaäaEa* Alleinige Niederlage für Gießen u. Umg.: Schuhhaus W. Herbert Gießen, Marktplatz 2 neben der Engelapotheke 4°21a Oefsenllicher Dank! Völlig gehellt von sehr schwerem Rückenmark- iu Nervenleiden mttvollßänd. Lähmung beid.Füßeu. des nana. 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Pfd. 50^ Rhabarber „ „ 20^ Kopfsalat. „ Stück 50 H Zwiebeln, neue, Pfd. 20 H Lauch. . . . Pack 10 Bekanntmachung. Bei der unterzeichneten Stadtverwaltung ist eine, infolge Versetzung des derzeitigen Inhabers in den Ruhestand ftei- werdende ZUM 1. Juli ds. 3s. neu zu besetzen. - Bewerber müssen gesund, nüchtern, energisch, schreibgewandt und mit den örtlichen Verhältnissen vertraut sein. Dersorgungs- berechtigte oder Militäranwärter erhalten den Vorzug. Sechsmonatige Probezeit. Besoldung nach Gruppe IV, Ortsklasse D. Bewerbungen mit Lebenslauf und Ieugnis- abschriften werden bis zum 5. Juni d. Is. erbeten. 4026D Cid), den 14. Mai 1924. Hessische Bürgermeisterei Lich. Völker. Persönlichkeiten. 4025A Offerten unter „Df. 683" an Ala, Haasenstein & Vogler, Düsseldorf, Hansahaus. Vertreter von großem Versicherungs- Konzern gesucht. Gründliche Einarbeitung und ständige Unterstützung. 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Mnos AUGUST FÖRSTER Gießen, Bahnhofstrasse65B und Lieh (Oberhessen) Gegründet 1876. Der Voranschlag der Gemeinde Elimbach für Rj. 1924 liegt vom Montag, den 19. Mai ab, eine Woche lang auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Einwendungen können wahrend dieser Zeit vorgebracht werden. 4014D Climbach, den 14. Mai 1924. Hessische Bürgermeisterei. Stein- Der Voranschlag der Gemeinde Leih, gestern für Rechnungsjahr 1924, liegt vom 16. d. M. ab eine Woche lang auf dem Amtzimmer der unterzeichneten Stelle zur Einsicht offen. Umlagen, zu der die Aus» mürker beizutragen haben, sollen erhoben werden. Leihgestern, am 14. Mai 1924. 4033D Bürgermeister ei. Sonntag, Öen 18. Mai 40380 bet 4041V Herr od. Dame uns gegangen. 4017 D ;= Der Vorstand gesucht. 020270 4027D Gießen, den 14. Mai 1924. WeißerVoile 4016a 155 135 115 105 20 Stellenangebote weiteres besseres MM Mädchen m. Küchenbenutzung. Lohn gesucht. W02S1 gesucht. 020264 Petri, Bleichstr. 30. Der Beweis ist erbracht Mk. 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Dr. Krüger: Das deutsch-evangelische Kirchenlied“ Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns bei dem Heimgange unserer lieben Mutter zuteil wurde, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Insbesondere danken wir der evangelischen Schwester für die liebevolle Pflege, sowie für die Kranzspendung und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Gröninger Willi Gröninger Lina Gröninger geb. Lückel. 400jähriges Jubiläum des deutsch-evangelischen Gesangbuches Sonntag, den 18. Mai 1924, abends 8 Uhr SeltttMeg 88 Laden. Anschließend eogl. Stationen. 3925a G.-Mk. 20.- und mehr täglich können Sie ver- dienen durch den Verkauf unserer in jedem Haufe begehrtenArtikel. fKetne Muster nötig) Für Ab- gebauteguteVer- dtenstmöglichkeit. Angebote u. F. K. 4266 n.RntL Blosse, Karlsruhe, «w.ss Fräulein als Stütze für besseren Haushalt gesucht. Selbiges mutz etwas Kochen und die Schularbeiten Quarten, beaufsichtigen Können. Gefl. Zuschriften an Frau Direktor R. Wahl Haus Wallmenroth bei Betzdorf a. d. Sieg. 3961D Ober-Breidenbach bei Alsfeld, den 15. Mai 1924. Die Beerdigung findet in Ober-Breidenbach am Sonntag, dem 18. Mai, nachmittags 2*/, Uhr statt. MM WOlIl gelernter Autoschlosser, der be- reit ist, auch andere Arbeiten zu ver- richten, für einen Personenwagen nach Butzbach gesucht. Schriftl. Angebote mit Zeugnisabschriften unt. 3978D an d. Gietzener Anzeiger erbeten. Mei-ldöf zur MMq mit ltinderbelustigung (Brezelverteilung Wurstschnappen usw.) Treffpunkt zum Abmarsch: Marburger Straffes Wir bitten um zahlreiche Beteiligung unserer Mitglieder nebst MW welches nicht mehr sortbildungsschul- pflichtig ist, b. gutem MIM das nähen u. bügeln kann, für den Haushalt für tagsüber gesucht. Näheres bet E. Koch SelterSweg 75 020272 i. Laden. Mges MW von der Fortbildungsschulebefreit, für leichte Arbeit sofort gesucht. l 16“ Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß ist heute meine treue Lebensgefährtin, unsere liebe Mutter, mein gutes Kind, unsere treue Schwester Frau Pfarrer Hedwig Krämer geb. Scriba im blühenden Alter von 33 Jahren, 3 Wochen nach der Geburt ihres vierten Kindchens von Von älterer kinderloser Herrschaft wird per sofort oder 1. Juni eine gut möblierte HMtog auf 2—3 Monate zu mieten gesucht. Schrift!. Angebote u. 3996 l) an den Gießener Anzeiger. Chauffeur = gesucht. = Fabrikunternehmen auf dem Lande sucht ledigen, soliden, tüchtigen Chauffeur mit Führerschein für kleinen Personenwagen. Derselbe mutz in seiner freien Zeit in der Fabrik in der Schlosserei mit tätig sein. Schriftliche Angebote mit Zeugnisabschriften unter 4010 D an den Gießener Anzeiger. 95 85 75 Pfg. 18 16 14 cm Damen - Lackblatt-Zwei- Spangenschuhe, beliebte |®luU Form, bekannte Marke.....IU Mk. 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Weitere Nachzügler 1“ Uhr ab Gieben, Sammelpunkt i-Ltch, „Steins Garren"' iSonntagSkartenf. 020262 DerVorstul geb. L April 1924 von im Geb.H.St.B. etng. Eltern. geschehen ist — um baldige Eintragung ihrer Hypotheken in die Grundbücher. Die Obligationen sollen nach der dritten Steuernvtverordnung bzw. nach den an deren Stelle tretenden Lesehlichen Bestimmungen behandelt werden. ~ _ 6. Die Wünsche der Stadt Dad-Rau- h r i m die eine gleiche Behandlung wie die übrigen Obligationsgläubiger erstrebt, nachdem sie die Kündigung der Schuldverschreibungen s. Z. angenommen hatte, sollen unterstützt werden. Rach diesen Beratungen ging man zur Besprechung der F ahr p la n wünsche über. Man verlangte die Einlegung des Abendverlehrs zwischen Dad-Raüheim und Butzbach bzw. Lich, die besonders während der Rauheimer Kurzeit notwendig ist. Der Arbeiterzug, der bisher abends nur bis Ettingshausen fährt, soll bis Queckborn duichgeführt werden und von dort morgens als F.ühzug zurückkehren. Die Stadt Butzbach und die preußischen Gemeinden an der Eisenbahn wünschen für die Milchbeförderung einen Sonntagszug. Diese Beschlüsse fanden einstimmige Annahme. Vom Getreidemarkt Der deutsch-russische Zwischenfall, dem die . Schließung der russischen Handelsvertretung in Berlin folgte, hat bis jetzt keinen bemerkenswerten Einfluß auf den Produktenmarkt gewonnen. Dabei dürfte allerdings zu berücksichtigen sein, daß. obgleich neue Getreideverkäufe von feiten der Russen zur Zeit nicht mehr getätigt werden, doch der Erfüllung bestehender Kontrakte nichts in den Weg gelegt wird. Auch besteht immerhin die Hoffnung, daß die Differenzen in nicht allzu ferner Zeit beigelegt werden. Davon abgesehen, kann nur immer wieder gesagt werden, daß die Verhältnisse am Geldmarkt und di: schwierige Lage des Prvduktenmarktes überhaupt irgendwelche andere, früher sehr beachtete Momente, vollständig wirkungslos machen. So blieb der amtliche Bericht über den Sacrtenstand in Preußen ganz ohne jede Beachtung, obgleich er mit einem Durchschnittsprädikat von 3.5 für Roggen gegen 2 9 im Verjähre recht ungünstig lautet. Allerdings : Bis zur Ernte ist eine Besserung der Aussichten sehr leicht niöglich. auch lauten private Berichte aus dem Lande etwas günstiger. An der Produktenbörse hörte man in dieser Woche von einer Aufhebung des Verfütterungs- verbotes für Brotgetreide, auch wollte man wissen, daß amtlicherseits die Wiederaufnahme der Roggenspiritusbrennerei in Erwägung gezogen sei. Eine Bestätigung dieser Meldungen liegt zur Zeit noch nicht vor und ist im letzteren Falle auch unwahrscheinlich. „ In Süddeutschland brachten zahlreiche Mehl- Versteigerungen stark gedrückte Preise. Es läßt sich beobachten, daß französische Mehle vom fran- I zösischen Handel zurückgekauft wurden, da die Ab- U1M. aiLIIIII II um !■■!! . bauen wie ich, nur auf leichtere Art, weil ich dir für einen festen Grund, einen Romen und die hohe Schule gesorgt habe, so tritt von mir weg, Lenz, und geh mit meinem Segen den eigenen Weg. Das verwehr' ich keinem, ich hab' auch den Jorg nicht gehalten, als ich erkannte, daß ich ihn in den Bock hätte spannen müssen, um ihn zu fesseln. Er ist gegangen und ich ^b die Schwelle nicht hinter ihm reingewischt. Er kann kommen, wie er gegangen ist. Gerdas verlangt nicht von mir, daß ich auf meine Gedanken, aus meine Pläne, auf mein eigenes Leben verzichten soll 3a ich brauche keinen Rat, auch den deinen nicht nicht aus Stolz, mein Sohn, sondern well ich nichts Fremdes ertrage, nicht mehr eins bin mit mir, wenn ich auf andere fröre. Du bist mir ein treuer Helfer, wenn ich's fertig vor dich bringe und sage: „So, jetzt greifen wir's an aber ich kann nicht anders als allein sinnen und allein regieren. Das ist schwer für euch, gut, ich glaub' es dir, aber sag' selber, meinst du, ich dächte daran, es euch, dir, der Ens, dem Jorg, den Ingenieuren, den Bauleuten, den CRunfern, jedem Steinhauer und dem Herrgott im Himmel mit Fleiß schwer zu machen? Du schüttelst den Kopf? Run wohl, so nimm den Vater und den Baumeister wie er ist oder streck dir dein eigenes Gleis und führe es besser, gerader, schneller zum Ziel als der Jorg! Ich geb' dir den Weg frei." Gottfried Dan tiger hatte mit wachsender Ruhe gesprochen, zuletzt llar und ohne Bitterkeit. Er fühlte sich so frei, daß er beinahe gewünscht hätte, der Sohn nähme seine Freiheit zurück und überließe dem Vater sein Lebenswerk zu einsamer Vollendung. (Fortsetzung folgt.) Die Wirtschaftslage in Argentinien. Don Oberstleutnant Justo E. Diana, Konsul der Republik Argentinien, Berlin. Die weltwirtschaftliche Krisis, die dem Weltkriege infolge seiner mißlungenen Liquidation folgte, hat auch Argentinien nicht verschont, wo sie mit besonderer Schärfe 1921 auftrat. Dank seines gesunden Wirtschaftskörpers befindet sich Argentinien jedoch bereits wieder in der Rekonvaleszenz. Die Temperatur einer Ration ist ihre Handelsbilanz und diejenige Argentiniens nähert sich wieder der Rorm. Die Handelsbilanz, die früher stets mit einem Aktivsaldo zugunsten Argentiniens abschloß, zeigte 1921 den erschreckend hohen Passivsaldv von 78.4 Mill. Goldpesos, der sich 1922 auf 13,6 Mill. Goldpesos und 1923 noch weiter vermindert hat, ein Zeichen, daß sich die Krisis löst. Ihre Hauptursache bildete die verringerte Ausnahmefähigkeit des kontinentalen Europas für die Produkte Argentiniens: während man in Mitteleuropa kein Geld zur Bezahlung hatte, hielt man in Frankreich und Italien mit den Käufen zurück, um die Währung nicht zu gefährden. Mn ter dieser Absatzstockung hatte namentlich die argentinische Viehzucht zu leiden, da die Viehpreise auf einen Bruchteil des normalem! Preises sanken. Die Passivität der Handelsbilanz ist auch der Grund für den ungünstigen Wechselkurs der argentiniichen Währung gegenüber Dollar und Pftlnd. Da die einzige Einnahmequelle Argentiniens der Erlös feiner Ausfuhr ist und es andererseits namhafte Beträge für den Zinsen- sdicnst seiner Anleihen nach England und Rord- amerika zu remittieren hat, so muß, wenn — wie gegenwärtig — die argentinische Einfuhr größer ist als die Ausfuhr, sich die Währung zwangsläufig verschlechtern. Gleichwohl ist der argentinische Peso mit einer Golddecke von 80 Proz. d i e be st fundierte Währung der Welt (der Dollar ist zu 31 Proz., das Pfund nur zu 24 Droz, durch Gold gedeckt). Die inländische Kaufkraft des Peso hat weniger gelitten als diejenige der meisten Währungen. Die Preise tn Argentinien sind gegenwärtig nur 36 Proz. hoher als 1913: gleichzeitig sind aber die Löhne um 71 Proz. gestiegen, so daß der Reallohn wesentlich größer ist als vor dem Kriege. Ein Kilogramm Rindfleisch kostet nur 17 Centavos (24 Pf.) gegen 39 Centavos vor dem Kriege. Die übrigen Ratz« rungsmittel liegen etwa 40 Proz. über den Vorkriegspreisen. Infolge der auch in Argentinien herrschenden Wohnungsnot sind die Mieten um 50 Proz. hoher als 1913. Die deu tsche Ei nfuhr tn Argentinien hat 1922 92,7 Mill. Goldpesos betragen, d. fr. mehr als vor dem Kriege (1913: 83,9 Mill., 1912: 74 2 Mill. Goldpesos). Die argentinische Ausfuhr nach Deutschland hatte 1922 einen Wert von 52,8 Mill. Goldpesos (1913 62,2 Mill.): sie wächst ständig. In der letzten Zeit haben sich die Viehpreise etwas erholt: Rinder für die Herstellung von Gefrierfleisch kosten jetzt 90 bis 130 Papierpesos: Rinds häute notieren IP/e bis 14 Papierpesos. Die Getreideernte 23/24, die jetzt frereingefommen ist, wird für die größte gehalten, die Argentinien je zu verzeichnen hatte. Es wurden schätzungsweise geerntet: 7 058 000 Tonnen Weizen, 4 800 000 T. Mais. 1 605 000 T. Leinsaat, 1 191 000 T. Hafer und 276C03 T. Gerste. — Das Eisenbahnnetz (38 COO Kilometer) wird weiter ausgebaut: die Ltaatsbahn allein hat 3003 Kilometer in Angriff genommen, darunter eine neue Transandenbahn von Salla nach Fagosta. Die öffentliche Schuld Argentiniens (einschließlich derjenigen der Provinzen und Gemeinden) beträgt 3 Milliarden Papierpesos, ist also verglichen mit der Einwohnerzahl (10 Millionen) und den großen natürlichen Hilfsquellen des Landes relativ Nein. Wan wird der Hoffnung Ausdruck geben dürfen, daß das in Europa virifach brachliegende Kapital sich in immer stärkeren Maße den ge- winnrcichen Belä igungsmög ichlli en zuwendrt, die sich in der argentinischen Petroleum-Produktion der Holzausbeute, der Bautätigkeit, sowie in der Daumwoll-, Woll- und Lederfabrikation bieten. Das starke deutsche Element in Argentinien, das bisher schon soviel zum Aufschwung des Landes beigetragen hat und wegen seiner Rechtschaffenheit und wirtschaftlichen Regsamkeit sich hoher Wertschätzung erfreut, wird auch in Zukunft ein wichtiger Faktor in der aufstrebenden Wirtschaft Argentiniens sein. ist es, wenn es Schiffe, Personal und Derwcll- tungskosten seiner Flotte nicht zu bezahlen vermag. Ob man auch in solchem Falle wohl sagen darf: „Ravigare necesse est?" Hochschulnachrichten. Sommersemester 1924 an der LandeS- Universtlät Gießen. Vorlesungen für Hörer aller Fakultäten. Mission und Kolonialpolitik vor, in und nach dem Vertrag von Versailles. Do. 8—9 abends, unentgeltlich. Dr. Frick. — Kursus der Körper- Untersuchung und Körpermessung. (Sinftünbig, Zeit nach Vereinbarung. Dr. Henneberg. — Vererbung und Vererbungsfrygiene (mit Lichtbildern). Do. 6—7. Dr. Huntemüller. — Jugendpflege Lorenz Bantiger zerbrach die Spitze des Stiftes über der letzten Hrei und richtete sich langsam auf. Gelblich verfärbt starrte fein bartloses Gesicht, und zwischen den Augen erschien eine Ader, die von der großen Zornader des Vaters flammte. Aber es war immer noch die ölte Scheu vor 6em gewaltigen Teniperament des Baumeisters und das Gefühl der eigenen Unter- legen freit, die seiner Stimme Kraft und Entschiedenheit raubten, als er äußerlich ruhig, innerlich bebend, antwortete: „Du schaffst alles allein. Wir wissen's, Vater, und ich weiß es besser noch als der Jorg, denn ich bin bei dir geblieben, and ich hob' es schwer, meinen Mann zu stellen, denn alle wissen's, daß du der Meister bist und alles aus dir selbst erschaffst. Ich steh' daneben. Das ist nicht leicht, wenn man breiunbbretßtg Jahre zählt. Du machst es einem schwer, ja schwer, Vater!" Das letzte Wort schrie er laut, um einen heftigen Ausbruch des Vaters zu übertönen. Dann raffte er still, mit hastigen Bewegungen die Briefschaften zusammen und wandte sich zur ^.ur. Gr hatte die Hand schon auf die Klinke gelegt, ols der Vater mit kalter ruhiger Stimme zu sprechen begann und ihn durch die Kraft feiner Ich" mach's euch schwer? Ei, wo steht denn geschrieben, baß ich es euch leicht machen soll, indem ich von meiner Art lasse? Soll ich 3urüd- treten von meinen Werken, um der Jugend den Platz zu lassen? Ich hab' ein Recht auf mein Schaffen, denn ich hab' geschafft ehe einer von euch da war, und ihr selber gehört zu meinem Schaffen. Willst du dich trennen von mir, willst dü dir selbst ein Lebenswerk aus dem Stein zitzmöAktthkeit Md bte -weTgestoltung tn Fvarü- ireicb zur Zeit günstiger liefen. 3m übrigen bilden amerikanische Mehle noch immer eine starke Äon» Juvrena, und es ist erstaunlich, woher angesichts ter geringen Devisenzuteilungen die ausländischen ^-Zahlungsmittel zum Bezüge derartiger Mengen hergenommen werden. 3n Weizen war das Angebot, namentlich aus Sachsen, ziemlich stark und konnte nur unvollkommen und nur zu stark gesenkten Preisen Unterkommen finden. Ein Teil der Mühlen liegt immer noch still oder arbeitet mit starker Einschränkung. " Hafer, zum Teil auch Gerste, muhten sich eine Preissenkung gefallen fassen. Roch schwieriger gestaltete sich der Roggenumsatz. Befürchtete Qua», litätsminderung drängt zu vermehrtem Absatz, idem Rachfvage kaum entgegensteht. Die Reichsgetreidestelle versucht durch Kreditgewährung bei Käufen jede Äonfurrena auszuschalten. Auch dort ist die Gefahr, dah große Lager Getreide für die menschliche Ernährung unbrauchbar werden, noch außerordentlich stark. Wieder einmal zeigt es sich, dah ein 3nstitut, wie die Reiä-sgett-eite- stelle, das sowohl von lairdwir-tschaftlicher Seite, als auch vom Hantel von Airfang an bekämpft worden ist, nicht nur dem Staat zur Last fällt, sondern direkt eine GesaHr für die Wirtschaft werden kann. H. W. 9 • Heberschu h in Ver Reichskasse. Dach der Liebersicht über die Geldbewegurrg bei der Reichs hau ptkcrsse vom 1. bis 10. Mai beträgt die Summe der Einzahlungen 121931 745 Gold- mark, der Auszahlungen 117 461697, mithin ist ein Lleberschuh tmi 4 4M 778 Goldruark zu verzeichnen, wodurch der bisherige Zufchuhbedarf seit 1. April 1924 auf 15,6 Millimren Goldmark zurückgegangen ist. * Ab bruch der deut sch-ru ssische n ErdvlperHandlungen. Zwischen ber Berliner russischen Handelsvertretung und einer Gruppe deutscher Firmen, der »Deutschen Erdöl- Akt. -Ges." war tov kurzem ein provisorischer Vertrag geschlossen ijjutten, demzufolge im Lause eines Zcchres Benzin und Schmieröle im Werte von 43 Millionen Goldmark nach Deutschland ein» geführt werden sollten. Das Abkommen sollte mit kleinen Abänderungen in diesen Tagen ratifiziert werden. Rirnmehr hat die russische Handelsvertretung den deutschen Firmen mitgeteilt, Latz im Zusammenhang mit dem bekannten Zwischenfall weitere Verhandlungen gegenwärtig unmöglich seien. * .Zur Frage der Einführung des Getreide-Termin Handels. Der Verein der Berliner Produkten Händler hat die Einführung des Getreide-TernünhanLels prinzipiell genehmigt. Die Rvtweirdigkeit des Termingeschäftes wird im Znteresse ter Drotvcrsorgung der Bevölkerung auch von den Mühlen anerkannt. Die spekulativen Elemente des Getreidegeschäftes dürften durch die Stabilisierungskrisis der letzten Monate ,fast gänzlich entfernt worden sein, .so dah als Gegenkontrahenten nur noch solid- Firmen in Frage kommen. Mit der Wiedereinführung des Termingeschäftes will man jedoch bis zur Klärung der Reparativnsfrage warten. • A.-G. zur Ausnutzung der Dahrischen Wasserkraftwerke. Linker der Führung der Wirtschaftsbank Bayern A°G. in München hat sich ein Konsortium gebildet zum Ausbau und zur Aiusirutzung der Lechwasserkräfte bei Landsberg. Man rechnet mit der Gewinnung von mindestens 25 000 PS., die für eine Stickstvff- industrie ausgenuht werden sollen. * Di v idendenlvs. Am 11. Mai haben bte Aufsichtsräte der Ge lsenkirchener Bergwerks - A-G., des Bochumer Vereins für Bergbau- und Guhstahlfabrikation and der Deutsch-Luxemburger Bergwerks- und Hütten - A°D. getagt und be» schlossen, den Generalversammlungen, die auf den 3. Juni cinberufen werden, vorzuschlagen, von einer Dividenden-Verteilung abzusehrn. * Allg. Jndustrieverkaufs- 21.»©. Frankfurt a. M. Das Llnternehmen hat sich gezwungen gesehen, Geschäftsaufslchi zu beantragens Dte an sich noch junge Firma hatte "verhält- vismäßig starken Export elektrotechnischer Artikel na«I"Englan- und anderen Staaten und ist in ,6er Deyxühung, größere Auhenständr hercinzubekom- mech durch die gegenwärtige mißliche Kveditlage im.3nnern tn Schwierigkeiten geraten. • Pfälzischer Weinreichtum. Man schreibt uns aus der Pfalz: Die Weinbergge- biete der Pfalz stehrn' in diesem Frützsahr mehr denn je im Zeichen der Weinversteigerungen. Mancher ängstlich zurückgehaltene Vorrat der drei lehten--Weinjahre kommt jetzt auf den Markt und geht auf dem Wege des Meistangebots in andere Hände über. Die bekanntesten pfälzischen Wein- orte sahen in den Vorwochen Kaufliebhaber und Weinkommissionäre auf ihren großen Wemver- steigerungen. Jetzt schließen sich die Weinberg» besitzer der abgelegenen Weinorte zusammen, um die Gewächse von 1921, 22 und 23 zu versteigern. Auf diesen kleinen Versteigerungen ist die Teil» nehmerzahl geringer, das Kaufinteresse ebenfalls und die Preise bewegen sich abwärts. Es wurden an der Haardt für den 1921er Weißwein durchschnittlich 1500 Mark bezahlt für tausend Liter. Für den 1922er Weihwein 760—810 Mk. Für den 1923er Rotwein 510 Mk. und für den 1923er Weihwern 1080—1620 Mk. Es nähert sich also der Zeitpunkt, an dem ein gutes Glas offenen naturreinen Weines wieder für einige Pfennige zu haben sein wird. * Aktiengesellschaft Mix und Genest, Telephon- und Telegraphen- Werke in Berlin-Schöneberg. 3n der v. G.-V. waren 48 875 000 Mark Aktien vertreten. Der Geschäftsbericht wurde, ebenso wie die Bilanz und Gewinn- und Verlu st rechn ung, mit allen gegen 21 Stimmen genehmigt. Demnach wird der buchmäßig sich ergebende Reingewinn von rund 2 000 000 Billionen Mark nach Rückstellung von 27 000 Goldmark für die Tätigkeit des Aufsichts» vates auf neue Rechnung vorgetragen, ©egen diesen Beschluß wurde von feiten der Opposition Protest zu Protokoll gegeben. Gleichzeitig wurde von dieser der Antrag gestellt, eine Ävidende von 10 Goldmark je Aktie an die Aktionäre zur Ausschüttung zu bringen. Diese Ausschüttung würde einen Betrag von 765 000 ©oldmark erfordern, der jedoch nach der Erwiderung des Vorstandes nicht flüssig sei. Die Kreditfrage aber sei das wichtigste und schwierigste Problem das jetzt überhaupt ein Aktienunternehmen zu 'lösen hat. Schon an dieser Tatsache würde der Antrag auf ungeheuere Schwierigkeiten stoßen. Wenn auch zugegeben werden müsse, daß die Dilänz «einen sehr guten Stand des Llnternehmens ausweise — trotzdem es sich um Papiermartzahlen handele — so könne doch nicht zugegeben werden daß ein Gewinn von 2 Millionen Goldmarl ent- standen sei. Die Opposition wies darauf hin, daß Banknoten, Revarc. Fernp. 15. Mai 30 60 8 16 <0 20 3) 5 es toec LverrerhavungSftmdS noch mit 300 Millionen Papiermark aufgeführt werde, die eine bessere Verwendung durch Ausschüttung an die Aktionäre erfahren hätten. Die V«waltung bemerkte demgegenüber, daß diese Summe durchaus so gut wie möglich verwertet worden und nicht der Inflation ausgesetzt gewesen sei. Der Antrag wurde davaufhin abgelehnt, ©egen sämtliche Beschlüsse gab die Minderheit Protest zu Protokoll, mit der m Aussichtsstellung der Beschreitung des Rechtsweges gegen diese Beschlüsse. * Zu lius Berge r Tiefbau-A-G., Berlin. Der Bericht über daS am 31. Dezember 1923 abgeschlossene 18. Geschäftsjahr weist nach Abschreibungen von 1 250 478 580 730 169 Mark (1 869 174 Mk.) einen Reingewinn einschl. Vortrag 1922 aus von 71 612 125 165 724 69 M. (57 98 818 Mark), der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll (100 Proz. Dividende). Der Geschäftsbericht führt u. a. aus: Mit der Ausführung der aus dem Vorjahre übernommenen Arbeiten sind wir noch einige Zeit beschäftigt. Die Hereinbringung neuer Aufträge im Inlaute wird von der Entwicklung unserer schweren Wirtschaft^- und Kreditlage abhängen. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Britt 74,79 25,68 71,93 112,53 158,19 6,01 4,21 18,50 19,15 20,95 4,56 12,68 68,76 2,01 68,40 gier Nölen ........ slsche Noten ....... It Noten ......... >!sch: Noten »tsche Noten........ «.Oesterreich, 4 100 Krone» mische Noten....... be Noten.......... ische Noten..... .. re Noten Ungarische Noten Tschechoslowakisch« Not«. .... Norwegische Noten ....... Rumänische Noten...... - Gvauische Note»....... • • Keld 74,41 26,54 71,62 111,97 157,41 5,83 4,19 18,40 19,05 20,85 4,54 12,67 68,45 1,99 68,10 •) Dom Rückzahlung-Wert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. fOf» Billionen Mart auSgedrückt. BoenoS-StreS, London, Neu» Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Dien und apest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.» Telegraphische Auszahlung. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M-, 15. Mai. Tendenz: Behauptet. — Die Börse eröffnete beute mit einer großen Enttäuschung. Rachdem gestern nachbörslich eine kräftige Erholung eingesetzt, Halle man für heute eine weitere Aufwärtsbewegung als Beginn einer allgemeineren Befestigung des Marktes in der dringenden Aufwertung ter Papiere erwartet. Aber es kam anders. Die Rach- richt von dem Abbruch der Berliner Verhandlungen über die Beilegung des Bergarbeiterstreiks machte einen schlechten Eindruck, wenn es auch heißt, daß diese heute fortgesetzt werden sollen. Denn man erblickt in dem gestrigen Abbruch der Verhandlungen den Beweis dafür, daß es noch Frankfurt a. M. Berlin 3n Billionen Prozent Schlich. Sd)lUi:. Schluh« Schluf,. Kur» Kurs ßur« Kur, Datum: 14. S. 15.5. 14. 5. 16. 5. 6% DeaNdrrbedors........... Vdöntr Bcrata» ....... Nvetnstabl ........... miebtit ll>?ontau....... 26 38 1,8= 41,5 2 37,8 40 tellu» Bergbau....... Hamburg-amertka Palet. .. Norddeutscher Lloyd ..... 22,87 | 5,37 | 40 24 5,63 44 2’,9 5,2 23,75 6,4 Cheramischc Werke Sllbtu .. Zementwerk Hetdelb«, . . . Ddtltpv Holzmaua ...... 3,t 18,5 8,75 8,63 20.5 8,75 20,B 8*5 21,75 Analo-Cont.-Kuano..... Badische Anilin........ 14,87 1,5 14,63 14,75 18 Chemische Mayer Alapta. . . 1.4 Äoldschinidl.......... 11,6 12.63 11,37 121 Griesheimer Electron .... 11,25 12.5 1',25 12,75 Höchster Farbwerke...... 11,63 12,5 1M 11,7 Holjverloblung....... 7,3 8,2 13,87 ÄütgcrSwcrke......... 12.4 13,5 S che idecm statt......... 13,26 )4,5 CDg. ElekkrtzilLlF^»elrllschatt 8,6 9,8 8,4 9 Bergmann........... 10,5 6,2 11,5 5 11 12 Mainkraftwerk» ........ 6d)urftrt............ 29 35 31.5 36 Stemen» & teUb ...... 42 47 !9,s° 46,5 Adkerwerke Sleye» ...... 1,8 1,95 1,63 1,9 Daimler Motoren. »»...« 9,2 2,9 14,25 6,2 t,1 3,2 g 15 15,5 - ^ranlsurter Armaturen ... 0,650 0,660 -- Zlonstrvenfabrik Brami . . . — — — — 14 1,5 1.6 1,6 1.9 ZNmhfabrtk Heri....... 2,1 6,25 8,5 6/8 2,76 2,6 .^'eUfioff Äal'dhof....... 7.25 8,25 7,5 8,5 Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel .. . 3,4 tM 4.5 4,5 2,8 2,9 — 14. Mai 15. Mai Rcpart. Amtliche Geld Dotierung Briee Amtlich: 1 14. |15. Geld Brief Umll.-Nott. 157,21 1ö7,99 157,41 158,19 1 1 Drss--?lntw. 21,05 21,15 21,35 68,45 21,45 hon voll Christlania E8.45 £8,76 58,75 12 0 Kopenhagen 71.6? 71,08 71,62 71,98 2 2 Stockholm - 111,97 112,63 1»,f.8 111,72 112,28 5 5 Helsingforr 10,62 10,57 10,63 voll voll Italien . 18,83 16,405 4,13 18,95 18.95 19,05 4 20 London.. 18,493 16,405 16,495 1 2 Neunork . . 4,21 4,19 4,21 1 1 Paris.... 25,01 25,16 23,14 25,23 60 50 Hchmel, . 74,51 74,99 74,41 74,79 2 r Spanien > . Wien in D - 08,33 W,65 68,45 68.75 10 20 Oest. abgel 5,93 6,02 5,98 6,02 voll voll Prag.... Budapest. . 12,43 12,54 12,43 12.M 10 1(1 M8 4.52 4^3 4,72 voll voll Buen^AtreS 1,383 3,03 1/95 1,385 1,695 voll Bulgarien. 5.11 £.11 voll voll Japan .. . tiiio ve Jan- 1,683 1,693 1.685 * voll voll 0,475 1.482 i',475 0,485 voll voll Belgrad . 6,265 5,295 5,255 6,295 voll voll Lissabon . 12,63 12,74 12.55 12.64 voll große Schwierigkeiten zu überwinden gibt, wenn eine Einigung erzielt werden soll- Auch die neuerdings auftaucheichen Gerüchte bezüglich neuer Schwierigkeiten bei der deutschen Kabinettsbildung blieben nicht ohne alle Wirkung auf den Verlaus der heutigen Börse. Die Käufer übten nun zunächst Zurückhaltung. Da aber auch kein großes Angebot vorlag, blieben die meisten Kurse unverändert. Spater machte sich die Nachricht, daß der Beirat der Federal Reserve Boar eine wirksamere Linier- stühung des Dawesplanes und eine Beteiligung Amerikas an der deutschen Goldnotenbank fördere, das Geschäft etwas belebend, so daß kleine Kursbesserungen verzeichnet werden konnten. 3m freien Verkehr waren Becker-Werte schwächer. Becker-Scahl 43 */<. Decker-Kohle 7, Api 33/4. Petroleum T *2l/<>, Kcügershall 4Vs, Ufa 85 * * */8. dagegen sind ®ntrebrife fest 38, Growag 0,24, Contibank 0,08. Berliner Börse. Berlin 15. Mar. La die mißliche Sette und Kreditverhältnisse die Haaptursache für die wochenlange Depression an der Börse getocfeix sind ist mit ihrer Besserung auch die Hanvtsorge von der Börse genommen. Kurzfristiges Geld tixir heute reichlich angeboten und bei Sätzen von 1 bis i/2 o/no kaum unterzubringen. Auch am Devisenmarkt war ein weit stärkerer Rückgang in den Anforderungen als an den Dortagen festzustcllen, so daß die Reichsbank ihre Zuteilungen für einige Rebenplähe wieder erhöhen konnte, und, was besonders ins Gewicht fiel, auch für London, auf welche Devisen wochenlang nur 1 Prozent entfallen ttxiv, 2 Prozent bewilligte. Gegenüber dieser er- freulichen Erleichterung traten die ungünstigen durch den Streik im Ruhrgebiet geschaffenen Verhältnisse, wie sie in den beabsichtigten Stillegungen bei einzelnen großen Llnternehmungen geplant sind und teilweise durchgeführt wurden, in den Hintergrund, zumal man auch auf einen befriedigenden Ausgang der stattfindenten Einigungsverhandlungen nach wie vor rechnet. Linier diesen Llmständen erhielt die Dorfe eine freundlichere Veranlagung, und eine Erholung der Kurse konnte bei vorwiegenden Deckungs- sowie auch Meinungskäufen angeblich auch seitens des Auslandes weitere Fortschritte machen. Hiermit ist gleichzeitig auch ein frischerer Zug in das nun seit Wochen stagnierende Geschäft gekommen. Das Interesse wandte sich in der letzten Zeit hauptsächlich den im Kurse erheblich zurückgegangenen Papieren zu, so daß die Mehrzahl der Montan- und Pe- troleumaktien Besserungen von 1 bis vereinzelt sogar 4 Billionen Prozent und mehr erfahren konnten. Bei den Schifsährtsaktien wirkte sich der Llmschwung vorerst nur in geringen Kurserholungen aus. Auch die zu Einheitskursen gehandelten Zndustriepapiere profitierten in entsprechendem Ausmaße. Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 15. Mai. (Wolff.) Für die Entwicklung ter Saaten bleibt die Witterung recht günstig, gleichzeitig aber erweckt sie täglich mehr Besorgnisse wegen ter Haltbarkeit des Inlands- aeireites und des Mehles. Die Folge davon ist, daß sich die Inhaber der Ware beim Verkauf äu Preiszugeständnissen geneigter machen. Dies ist am meisten bei ter Reichsgetreidestelle der Fall, die ihre Bestände teilweise zu jedem Gebot unterzubringen zu versuchen scheint. Da ter Hantel an ter Produktenbörse hierdurch aus dem Geschäft ausgeschlossen wird, bleiben die Llmsätze am Produktenmarkt unverändert gering. Das gleiche gilt auch für Gerste, Hafer, Mehl und Kleie. Es notierten je 1000 Kg.: Weizen, märt, 157 bis 160 (ruhig), Roggen, märt, 128 bis 133 (behauptet), Sommergerste, Braugerste, 168 bis 182 (ruhig), Wintergerste, Futtergerste, 150 bis 158 (ruhig), Hafer, märt, 127 bis 134 (behauptet): für je 100 Kg.. Weizenmehl 21.50 bis 24.50 (still), Roggenmehl 19 bis 21 (still), Weizenkleie 9.50 (matt), Roggenkleie 9.30 (stetig), Raps 300 (still), Leinsaat 400 (still), Viktoriaerbsen 23 bis 25, kleine Erbsen 13 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 11 bis 12, Wicken 12, Lupinen, blau, 11 bis 11.50, Seradella, alt, 15 bis 15.50, Seratella, neu, 11.75 bis 13. Rapskuchen 10 bis 10.20, Leinkuchen 19 bis 20, Trockenschnitzel 9.10 bis 9.20. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 15. Mai ES notierten für je 100 Kilo: Wettevauer Weizen 17 bis 17.25, Roggen 14,75 bis 15, Braugerste 17.75 bis 18,25, Hafer, inländisch 14,25 bis 14,75, Weizenmehl fübb. Spezial 0 26,25 bis 28, Roggenmehl 22,5 bis 2^ Weizern- und Roggenkleie 9,25 bis 9,75. Vermischtes. Aach Ungarn gefluchtet. Berlin, 15. Mat Die polizeilichen Ermttte- lungen zur Aufklärung des Mordes im Tegeler Forst haben, den Blättern zufolge, zu der einwandfreien Feststellung geführt, daß sich ber Mörder' des angeblichen Leutnants Müller- Dammers, Grueke-Lechder, nach.Ungarn begeben hat. Es seien bereits Maßnahmen getroffen worden, seiner dort habhaft zu werden. Bei ter Frage der Auslieferung spielt die Feststellung eine Rolle 'ob die Mottve zur Tat ^wirklich rein politischer Äatur waren. Bestialische Verbrechen einer Fran. Dresden, 15. Mai. (Priv.-Tel) Kürzlich wurde laut Dolizeibericht die Arbeiterfrau I. wegen Abtreibung in mehreren Fällen festgenommen. Die eingehende polizeiliche Llntersuchung ergab, daß die I. sich nicht nur gegen das keimende Leben vergangen, sondern mehrfach lebendige Kinder in bestialischer Weise umgebracht. Sie nahm Frauen tagelang In ihrer Wöhnung auf, wobei die Geburt beschleunigt, die neugeborenen Kinder mit Decken erstickt, rnitPetroleum begossen und im Ofen verbrannt wurden. Auch einige Mutter büßten durch die unsachgemäße Behandlung ihr Leben ein. Der Ehemann sowie eine Mittäterin wurden ebenfalls sestgenommen. Die polizeilichen Erörterungen schweben noch. < An Fleischvergiftung erkrankt. Dambera 15. Mat 3m Vorort Gaustadt smd zahlreiche Personen an Fleischver g if - tung ertrankt. Zwei davon sind gestorben. Die Bakteriologische Llitters uchnngsanstalt tn Wurzburg hat einwandfrei Paratyphus fest- gestellt ter durch Len Genuß von typhösem Fleisch verursacht war. Die Wiederbevölkerung des Meeres. Die beständige Abnahme der Erträge in ter Fischerei ist em schweres Problem, das in den letzten Jahren unter den verschiedensten Gesichtspunkten studiert worden ist. Erst kürzlich tarnen wieder Meldungen aus England, tote außerordentlich die Zahl der Fische zurückge- gangen ist, und man muß befürchten, daß es immer weniger Fische im Meer geben wird, wenn nicht die Wieberbcvöllei-ung gelingt. Maßnahmen werten in allen Ländern Europas mit Küstenland, in Großbritannien und Amerika ergriffen und erwogen. 3n gewissen Gebieten ist das Fischen wegen der Kleinheit der dort vorhandenen Fische verboten, und jede Llebertretung wird schwer bestraft. Aber trotzdem wird noch eine große Verschwendung mit den für uns so wertvollen Bewohnern des Ozeans getrieben. Alljährlich werden Tausende von Tonnen Fische ans Land gebracht, die wegen ihrer Kleinheit wertlos sind, die liegen bleiben, verfaulen und dann billig als Dünger verkauft werden. Winde man sich beim Fischen nur auf ausgewachsene Tiere beschränken, so würde man nicht nur bessere Ware für die Fischmärkte liefern, sondern auch die Meere nicht von Tieren entblößen, die im reifen Zustande durch ihr Laichgeschaft den Vorrat an Fischen beträchtlich vermehrt hätten. Jedes Hahr werten houjc Erhebungen und Statistiken über die Bevölkerung ter Wassertiesen gemacht. Lotungen werten uorgenonimen, die Temperatur deS Wassers unb der Last gemessen, und durch eine sinnreiche Meihvte ter Kennzeichnung werden die Geheimnisse der Fischwanderungen ergründet. Gewaltige (dummen werten alljährlich für Belohnungen a.rsgkgsteui. die die Fischer erhalten, die solche gekemczeichneten Fische an die betreffenden Fischerei»Znstitme abfiefery... Reben diesen Schutzmaßnahmen aber wird auch in großem Mcchstnbe, besonders in Amerika, in England und in Rvrweaen, die künstliche Züchtung von Fischer, betrieben. Einige Monate vor ter La ichzeit werten reife Fische durch besonders dafür erbaute Duinvser mi\ dem Schleppnetz gefangen und in große Tanks über» führt. Die Eier werten in besonderen Kästen auf- bewahrt. Lim die Wirkung ter natürlichen Bewegung des Meeres hervorzurusen, werten diese Kästen beständig in Bewegung gehalten: sie sind derartig gebaut, baß die Eier auch noch darinnen bleiben, wenn eine Strömung von Seewafser unaufhörlich durch sie hindurch fließt. Den Kästen wird auch noch (oaaerftoff zugeführt, unb das Wasser wird erwärmt, um die künstliche Züchtung zu sichern. (Sin oder zwei Monate teerten die Eier sorgfältig beobachtet, bis dann eines Tages Millionen junger Fische da find, die ihrem natürlichen Element zur weiteren Entwicklung Übergeben werden. / Büchcrtifch. — Walter Trost »Echt unb Llnecht" (Ernst Reinhardt, München, 2 M.). Der Der- safser will zur Besinnung über die großen IBert» adjektive »Echt unb LI noch 1" yinführen. Seit Sv- koates ist das Ringen um Klarheit über dies« Begriffe spürbar, oft in ter Spekulation vermengt mit anderen Worten, meist nicht klar als Problem gesondert. Hier soll keine neue Wortlehre auf- Sstellt werten, sondern lÄiiglich Bestehendes in uelle unb Erscheinungsform, d. h. in nicht faßlichem Llnbewußtem und, auf bewußter Stufe, im Degriffsleten, aufgehellt und tn seiner Wirksamkeit erkannt werten. Das Problem ist ein Teilproblem zum uralten Gut—Döse, seine Eigenart besteht darin, daß die Bewertung „echt" mehr als bet „gut" dem gegebenen seelischen Llrgrund. dem seelischen Stoff, als ter Form zukommt. Das entsprechende empirische Erleben ist rein persönlich auch in begrifflicher Fassung hat es mehr Inhalt sich bewahrt, als das heute sehr ins Formale geratene „Gut". Die Spannungen, die zwischen dem in seinem posittven Moment aggressiven (als Aufrichtigkeit, Selbsttätigkeit, Verantwortungsgefühl), in seinem negativen Moment ^emut, Btscheitenhrlt, Schamgefühl) defensiven, Tugendkomplex und der zwangsmäßig gesetzlich wirkenden Llmwelt bestehen, werten klar heraus- gehoben. Die ^kethode ist eine gesunde Phänomenologie, ter Ton ist warm und das Ganze eine begrüßung8toerte, klare Schrift. — Amor unb Pf y che. Roman von Cubtoig Biro. (Verlag Llllstein. Preis 1 Gm.) Diefer kleine Roman aus Siam battet bas geheimnisvolle Märchen von Amor unb Psyche um. Es ist bas Märchen vom Liebesgott, vom unbekannten Satten, der im zauberhaften Dunkel ter Rächt Psyche beschwort, niemals solle sie ihn zu sehen wünschen, weil dann alles zu Ente sein werbe. 3n ter modernen Fassung ist die Iungverrnählte eine Europäerin in Bangkok, bis nicht weiß, wer von zwei Vettern, fast Doppelgängern in ber körperlichen Erscheinung, ihr Mann ift. Ein Personentausch wird vorgenommen, unter dem Zwang ter Gefahr. Daraus ergeben sich Verwicklungen tote im Lustspiel ober in ter Operette, mit amüsanter Situationskomik inein- anbergefügt und ausgestaltet mit der gewinnen- ten Klugheit und menschlichen Wahrheit, die Ludwig Diros . sichere Erzählungskunst so reizvoll macht. KirchlichS Nachrichten. 3fr. Religionsgemeinde. Gottesd.i. b. Synagoge (Süd-Anl.). Samstag, den 17. Mai. Dorabd. 7.45, morg. 8.30, abds. 8.20 u. 9.00. 3fr. Religionsgefellschaft. Sabbatfeier, 17.Mai Freitag abb. 7.30, Samstag Dorrn. 8.00, nachm. 4.00, Sabbatausgang 9.00. — Wochengottesdienst: Mor- gens 6.30, abds. 7.15. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Das Tangerabkommen ratifiziert. P a r i s, 15. Mal. (WB.) Rachtem ter Präsident ber französischen Republik, ter König von Englanb und ter König von Spanien die Konvention über das Statut von Tanger valln 18. Dezember 1922 Ratifiziert haben, sind gestern im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten die Ratifikatrorlsurkunden nietergelcgt worden. Die Einwanderungsfrage. Washington, 15. Mai. (WB) Präsident Ew o l i d g e hat die Führer des Repräsentantenhauses nach dem Weißen Hause geladen und ihnen erneut die Auffassung ter Regierung kundge e.'en, baß ter Ausschluß ter Japaner bis zum Abjchl.ch ter diplomatischen Verhandlungen verschoben werten soll. StaatSfekretär Hiighes war ebenfalls zugegen unb gab der Be.wrgnis ter Regierung in dieser Finge Ausdruck. Heftiges Erdbeben in der asiatischen Türkei. Konstantinopel, 15. M