Zit. 2 5 Elster 6iatt N4- Jahrgang Montag. 15. vezemver (924 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oderhessen Vrv« und Verlag: vrühl'schr Univtrßtittr.vnch- und $ttin»ru(!«ei H. Lange in Sieben. Schriftleitnng und Scschäftrftelle: Schulttrabe r. 2ieeal}iet von 2*i._. . .> für bie Tagesnutr.mei bis zum 9mittag vorher o^ncitbcDerbinbltdikeiL Preis für \ mm hohe für Anzeigen von 27 mm Brette c>rtlich8, ausroürts 10 (Bolbpfenntg; für 'He» Klamc-Aiijeigen o 70.um Brette 35 ibolbpfeitnig, ’Plutjüorfd)rift 20 ,21 uf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r Friedr. 2vilh Vangc; ür den übrigen Teil: Ernst Dlumschein.' für den Anzeigenteil: Haus Deäi, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonn^ und Feiertags. Beilagen: GießenerFamilienblStter Heimat im Bild. MonatS'Lezvcrprelr: 2 Boldmark u . 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n f p r e ch'Anschlüsse: Schnfileitung 112, Der» sag undGeschäf'.sstellebl. Anschrift für Drahtnachrichten: An;eiger* kanzler empfing Die Mitglieder Der fozialdemo- kratifchcn Reichstagsftaltion Hermann M ü l • ler, WelS, Dittman n und Hilfer - . Ding. Diese erklärten, der Ausfall bei Reichstagswahlen bedeute nach ihrer Meinung eine Bestätigung und Billigung Der bisherigen Politik Der Reichsregierung, insbesondere ihrer Außenpolitik, welche auch von Der Sozialdemokratie unterstützt worden sei. Ihrer Meinung nach könne nur eine Linksregierung in Frage kommen. Für den Fall, daß trotzdem eine Erweiterung Der Regierung nach rechts erfolgen sollte, kündigten die sozialdemokratischen Führer die schärfste Oppofitlon ihrer Partei mit allen Mitteln an. Der Reichs' kanzler gab zu diesen Ausführungen keine weiteren Erklärungen. Er betonte nur. daß zweckmäßigerweise Die Partei mit Der Regierungsbildung beauftragt würde, die Die Anregung an der Erweiterung nach rechts gegeben habe. Wie die Telegraphen-Ülnion erfährt. Dürften die Deutschnationalen und Die demokratische Partei sowie das Zentrum am Mittwoch, und Die sozialdemokratische Partei am Donnerstag zusammen- treten Das Berliner Zentrumsblatt, die „German i a", schreibt, Der diesmalige Wirrwarr hätte vermieden werden können, wenn dir Parteien ihre Wahltaktik höheren Gesichtspunlten unterworfen hätten. Schon im allen Reichstag habe niemand getoapt, die Regierung derMittelpartcien zu stürzen. Die Logik und Die Tatsachen würden auf Die große Koalition durch Einbez.ehung der Sozialdemokraten und schließlich auf eine Volksgemeinschaft durch Einbeziehung Der Deutschnationalen ge ührt Haven. Das deutsche Volk wünsche keine Regierung, die an Stelle Der Vernunft Experimente setze, Denn es gelte weiter- zugehen unD nicht umzukehren. Der von Der DallS- partei angestrebten Rechtskoalition könne sich Das Zentrum, das Den Wahlkampf gegen Die Deutschnativnalen habe führen müssen, überhaupt nicht anschließen. Das Dlatt schließt: Wir wissen wirklich nicht, wie mit Den Deutschnationalen eine vernünftige Außenpolitik gemacht werben kann und wir können uns nicht vorstellen, wie ein Kabinett mit deu:schnatlonaler und volksparteilicher Mehrheit mit den aufjen- und innenpolitischen Fragen fertig werden will Deren Lösung jetzt gefunden werden muß. Außer dem Zentrum sch int, w e Der „Montag" berichtet, auch Die Deut s che Volks- Partei Weng Reigung zur ülebernahme der Regierungsblldung zu zeigen. Der Gedanke einet Regierungsbildung mit aktiver oder stillschweigen' er Unterstützung Dec Sozialdemokratie lehne man in volksparteillchrn Kreisen nach wie vor a b, namentlich mit Dem Hinweis Darauf, daß eine solche Regierung keine praktischen Arbeitsmöglichkelten habe, Da ein Derartiges Kabinett bei Den ersten wichtigen polit schen Fragen, vor al'em b?i Den 6 l e u erfragen. auseinanDerfall m würde. Eine Ent- scheidung in Der Regierung öb ld mg Dürfte kaum vor Donnerstag zu erwarten fein. Da Die Entschlü fe Der RcichstagSsrak.lonen erst am Mittwoch fallen werden. Die Pariser Wirtschaftskonferenz. (5'rnstc» Tchw rriflkeitcn in den Dniffcfj» französischen Han del SvcrtraqSvcrhand» lunqrn. Paris, 14. Dez. (TU.) Der Vertreter bei Telegraphenunion erhielt gestern abend von einem einflußreichen Mitgllede der deutschen Handelsdelegation Auskünfte über den Stand der deut'ch- franrö ifchen W r.f^aft verhandl >ngen. Bisher feien trotz der Verständigung über verschiedene Ein'elheiten d i e wichtigsten Hauptprobleme noch nicht geklärt. Ein scharfer Ge- gen'ah bestehe in der Frage der W e i n , ö l l e. Auch in der Frage der C i s e n i n d u st r i e ist bisher kein Ergebnis er leit irerDen. Die Gerüchte über e'ne internationale Derstän- digung in der Frage der Eisenindnstrie entbehre jeder Grundlage Auch ankere Staaten, wie England und die Tschechoslowakei, sink nicht zu den Besprechungen h'nzugezogen wor< den Jedoch werden die betreffenden Länder ic gewissen Einzelfragen auf Dem Laufenden gehalten. Wenn die Gegensätze sich bisher nicht überbrücken Netzen, so liegt der Grund hierfür allein in dem verfehlten französischen Zoll- s h st e m , das den Abschluß eines Handelsvertrages geradezu unmöglich macht. Herriots Erkrankung. Die Möglichkeit einer Kabinettskrise. London, 15. Dez. lFunkspruch.) In Den Den Blättern aus Paris zunegangenen Tele- gramm-n wird mit Der Möglichkeit gerechnet, Daß Das Ministerium Herriot infolge Der Krankheit Des Ministerpräsidenten zurücktritt. „Daily Chronicle" betont. Daß zahlreiche, xur Mehrheit gehörende RaDik le Herriot Den Rücken wenden, während im Senat Die Opposition gegen ihn zun hme. „Tim s" berichtet aus Paris, es überrasche nicht. Daß Die Möglichkeit eines Rücktritts Herriots unD einer Neubildung der Äabir^ittf •ttoogen werde. Man fei der Ansicht, Dafi nur HerriotS persönlicher Einfluß bisher die Sozialdemokraten veranlaßt habe, Die rein radikale Regierung zu stützen. „Times" bezeichnet ebenso wie die übrigen Blätter Pain - lebe und Briand als voraussichtliche Rach- solger und sügt hinzu, allgemein werde angenommen, Dafi, wenn die Sozialisten wieder eine aktive Beteiligung an der Regierung ablehnten, eine Konzentration in Der Richtung nach dem Zentrum unvermeidlich werden würde. Das „EchodeParis" und die „E r eR o u- belle" beschäftigen sich ebenfalls in längeren Ausführungen mit den politischen Folgen, die die längere Dauer der Gr'rantung Remote haben könnte. Das „Echo de Paris" schreibt, der Gesundheitszustand des Mini.erpräsidenten flöhe seiner Umgebung eine gewisse Sorge ein. Er empfange außer seinen nahen Freunden nur wenig Besuch. Der Krankheitsbe'icht der Aerzte habe in der Kammer zu verschiedenen Kommentaren Deran- lassung geg bcn. Man habe l eson^ers daraus hin- gewiesen, Dafi, wenn der Gesundheitszustand des Ministerpräsidenten weiter e.n't bleibe, man mit einer Demission des Kabinetts rechnen müßte. Schon spreche man von Painlv 6 als dem eventuellen Rachfolger Herriots. Auch andere Ramen würden genannt. Aber alle di'.fe Boraussagen seien heute zweifellos verfrüht. Es ' würde im Rotfall wohl beschlossen, Dafi bis zur Eröffnung der ordentlichen Parlamentssession im Januar Iustizminister Rene Renault interimistisch den Borsitz im Ministerrat ühren würde. Auch die „Erc Rouvelle" hält es nicht für ausgeschlossen, daß der Gesundheitszustand Herriots politische Beränderungen notwendig machen werde. Sie schreibt: Wir wünschen aus unserer Freundschaft für Herriot heraus, die nicht blind aber immer aufrichtig war, daß der Mmister- Präsident bald wieder hergestellt ist und in der Leitung der Staatsgeschäfte rasche st ens seinen Platz wieder einnimmt, den er mit so viel Mut ausgefüllt hat. Wir glauben indessen, Heuchelei und sogar einen Fehler zu begehen, wenn wir verschweigen würden, daß in den politischen Kreisen die Frage gestellt wird: Was geschieht, wenn Herriots Krankheit anDaucrt? Bon einigen Persönlichkeiten wird diese Frage nicht vollkommen desinteressiert beantwortet: viele andere jedoch lassen ihre Beunruhigung erkennen. Dem jetzigen Ministerium ist in solchem Maße der Wille des Ministerpräsidenten aufgedrückt, daß man nicht recht erkennt, wie ohne ihn der Eindruck erweckt werden soll, daß eine Regierung vorhanden ist. Eine neue Ausstandsbewegung in Marokko. Kritische La^e der Spanier. — Der Kampf des Islams. Paris, 15. Dez. (Sil.) Die Pariser Mor- genblatt.'r sind voll von Meldungen über eine neue Aufstandsbewegung des Stammes der Andjaras, die sich am Freitag gegen die Spanier empörten und durch einen Handstreich «ine spanische Garnison überrumpelt haben. Wie der „Petit Parisien" berichtet. haben die Aufständischen den Vormarsch auf Tetuan angetreten. Die Stadt ist be- drHt, da die Aufständischen nur 30 Kilometer Vv» dem Schienenstrang Tetuan—Ceuta entfernt sind. Man rechnet damit, daß der Stadt die Lbbensmittelzufuhr abgeschnitten wird, andererseits tonnen Dampfer aus Gibraltar nicht in den Hafen von Tetuan einlaufen, da die Stadt In der Tragweite der Geschütze der Artillerie der Aufständischen liegt. Die neue Auf- standsbewegung erregt in den spanischen Militärkreisen große Bestürzung, und kann die schwersten Folgen nach sich ziehen. Rach dem „Matin" ist sogar die Lage in Tanger als kritisch zu bezeichnen. Das Blatt hat von einer Persönlichkeit der hiesigen spanischen Botschaft erfahren, daß dir neue Aufstandsbewegung das Ergebnis der großzügigen Bewegung ist, . die in Aegypten eingesetzt hat, sich in Tunis aus- dreitete und jetzt aus 10 000 Araber des Stammes der Andjaras Übergriff. Spanien ist der Gefahr ausgesetzt, seinen letzten Halt in Marokko zu verlieren. In Frankreich ist man mit Recht um seine Interessen besorgt sowie um die Rückwirkungdes Aufstandes auf 211» gier. Die französische R.gierung hat eine Rote an das Direktorium gerichtet, in der sie mitteilt, daß eine Räumung der spanischen Ma- rokkozone den Bestimmungen der vereinbarten Verträge widersprech«. Ich glaube zu wissen — fügte die betreffende Persönlichkeit hinzu, daß die Lage von dem französischen Ministerpräsidenten und Austen Chamberlain in Paris eingehend be prochen und ein vorläufiges Abkom- men, das sich auf die unmittelbare Zukunft bezieht, getroffen wurde. Frankreich und Marokko. Poris, 15. Dez. (WTD. FmNpruch.) Q, o iD en" re o fe .t icht fv gende. of en o: beeinflußte Auslosung: Iniolge des spanischen Rüct'uges in Ma.o ko se en Geüchte im tim.auf gewcs n. daß Di' frarvof fj>e Regierung sich an- schicke, die im SifgebietburtfibicSruV0 penPrimodeRiveroZgeräumtenGe- biete z u besetzen. „Q o'iden" glaubt zu wissen, daß in Paris niemals Die Rede davon gewesen sei. Die französische Desahungs- um«» über Die durch das letzte Abkommen festgesetzten Grenzen hinaus zu vergröß rn. Eine frai ös'.sche Exped tio i im Ri geble! wu.de sicherlich nicht die Zustimmung des Parlaments erhalten. Blutige Unr hen in Moskau. Berlin, 15. Dez. (TU.) Der „Montag- Morgen" ve bre tet eine P.iv tmeldung au8 Moskau, daß sich bei der vorgestrg n Abreise Trotzt is trotz stre-g'ter U b .wachunf du ch d'e Tscheka oppositionelle Element; auf di; Straße gewagt hätten. Es sei zu Ovationen für den abre(senden Trotzki gekommen, die von den Anhängern des herrschenden Systems mit heftigen Gegendemonstrationen erwidert worden wären. Die Demonstrationen hätten bis in die Rachtstunden g diuert. Dabei sei es an verschiedenen St.llen in MoS au und in der Umgebung zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Dor dem Aufbruch eines neuen Bürgerkrieges in China. R e u y v r k, 14. Dez. (TU. Kabeldienft.) Die Lage in K i a n g s u ist auf d a s ä u ß e r st e gespannt. Tschanq Tso Lins Truppen sind auf dem Marsche nach Schanghai und haben bereits die Stadt Tetschau bei Tientsin passiert. Kiangsu und andere Provinzen haben Truppen gegen Tfchang Tso Lin Aufgeboten. Man befürchtet Den Wiederausbruch eines neuen Bürgerkrieges. Der Haarmann-Prozeß. Honnover, 13. Dez. (TU.) Der Andrang des Publikums zp. den Derhondlungen nimmt weiter zu. Die Sönnabendverhandlung beginnt mit Dem Fall Hannapel, Düsseldorf, Den Haarmann zugibt. Grans ist hier Der An ° stiftung angeklagt. Der Zeuge Kriminal- assistent S ch m i t t a erklärt, Haarmann habe ihm Den Hut des Ermordeten angeboten. Haarmann habe Den Hut in Anwesenheit des Zeugen bei Der Bahnhofswache abgegeben. Auf eine Frage des Dorsihenden. ob er den Hut bezahlt habe, erwidert Der Zeuge, aus der Bezahlung sei nichts geworden, weil Hoarmann mehrere Wochen nicht erschien. Der Zeuge Strafgefangener Seidel behauptet, Grans habe den jungen Hannapel auf Dem Bahnhof angesprochen, mit sich genommen und Dem Angeklagten Haarmann, der am Bahnhofspvrtal stand, einen Wink gegeben. Grans bestreitet die Richtigkeit dieser Aussage. Es wurden Dann Die Zeugenvernehmungen über Den Fall Hennjes vorgenommen, In welchem bekanntlich Haarmann Grans und Witt- towsky schwer belastet hat. Aus Die Aufforderung des Vorsitzenden an Haarmann, nun Die Wahrheit zu sagen, erklärt Haarmann: „Eines Tages sprachen mich Grans und Witt- kowsly auf der Straße an und sagten, sie wollten mein Zimmer haben, weil sie mit jemandem eine Auseinandersetzung hätten. Ich bin Dann aus meiner Wohnung weggeblieben. Als ich morgens wiederkam, lag einer im Bett. Wir sprachen Dann zusammen und ich sagte: Der ist ja tot! Da lachten Die beiden höhnisch und sagten: Der lag doch schon darin, als wir kamen. Das bist du ja gewesen! Ich antwortete: Ihr seid Wohl verrückt geworden? Ich weih ganz genau, daß mein Zimmer sauber War." Aus Die weitere Frage des Borsitzenden sagt Haarmann, In Der „Roten Reihe" habe er es mehrmals abgelehnt, seine Wohnung zu verlechen. In der Reuen Straße habe er es öfters getan. Haarmann bestreitet entschieden, Hennies ermordet zu haben und schiebt Die Schuld Grans und Wiltkowskh zu. Die Leiche sei nicht von ihm gewesen, sonst hätte sie einen Biß haben müssen. W i t t t o w s k h behauptet, Hennjcs nicht gekannt zu haben. Er sei mit Grans niemals nachts in Haarmanns Wohnung gewesen. Er bestreitet, junge Leute dorthin mitgenommen und ermordet oder ausgeplündert zu haben. Er habe ine von Haarmann Die Wohnung geliehem. Der Bor- sitzende richtet an Haarmann Die Frage: /War Wiltkowskh mit in dem Zimmer, als die Leiche Da war?" Wittkowsly erklärt Darauf: „Das ist nur ein Racheakt von Haarmann, weil er mich haßt." Der Borsihende wendet sich wieder an Haarmann und hält ihm vor: „Wenn Sie nun die beiden zu unrecht beschuldigten . . . (Haarmann dazwischen rufend: „ . . Dann wäre Das gemein!")! Besitzender: „Ja, Haarmann. Wollen Sie Ihre Angaben voll aufrecht erhalten? Haarmann erwidert mit 3a. Die Ermordung des Sohnes des W-rkmeisters Koch gibt Haarmann zu, ebenso die Ermordung des jungen Spiecker. 2lus aller Well. Jubiläum drs Mainzer Gutenberg- Museums. Mainz, 14. Dez. (WTD.) Das Gutenberg- Museum in Mainz und Die mit ihm verbündete internationale Gutenberg-Gesellschaft, die beide ihr Entstehen der Begeisterung des glänzenden Mainzer Gutenbergsestes von 1900 verdanken, feiern im Jahre 1925 das erste Vierteljahr- hundert ihres Bestehens. Zu diesem Doppel-Jubiläum wird eine internationale Festschrift herausgegeben, an Der etwa 60 hervorragende Männer des alten und des modernen Buchdrucks aus fast allen Kulturländern Der Welt mitarbeiten. Außerdem soll in Mainz eine große Ausstellung über Die Entwicklung des „schönen Deutschen Buches seit 19 0 0" aufgebaut werben. Bei Der hohen Blüte der modernen deutschen Buchkunst Dürfte diese Ausstellung das stärkste Interesse Der Fachwelt, der Bücherliebhaber und Der Kunstfreunde weit über Die Grenzen Deutschlands hinaus erwecken. wurden mit erdrückender Mehrheit abgelspn». Es sprach dann noch eine Reihe von Rednern teils für, teils gegen den Ausschluß. Rochdcm odann nochmals Der Referent in seinem Schlußwort die verschiedenen G.ünde des Ausschlusses Darlegte, wurde zur geheimen Abstimmung geschritten, Die folgendes Ergebnis hatte: Für Den Ausschluß Der Sektion Donauland stimm» ten 1673, für ein Verbleiben 191. Die notwendige Zweidrittelmehrheit war somit bedeutend überschritten. Zusammenbruch der LLiener Volksoper. Wien, 14. Dez. Die Bolksoper, eine Einrichtung der Gemeinde Wien, ist zusam- mengebrochen. Die heutige Ausführung von Wagners „Götterdämmerung" konnte nicht mehr st a 11 f i n d e n , da die Mu üer wegen Nichterfüllung ihrer Forderungen Die Mitwirkung verweigerten. Die Musiker beschlossen, Da sie nicht mehr Dem Verbände Der Bolksoper angehören, schon feit einiger Zeit, nur gegen Vorauszahlung der Gagen mitzuwirlen und für Die folgenden Vorstellungen einen höheren Tarifsatz und außerdem die Auszahlung des noch rückständigen Rovembergehalis im Betrage von 40 Millionen Kronen verlangten. Der Berwaltungsrat Der Bolksoper erklärte sich außerstande, diesen Forderungen zu entsprechen, was Die Musiker mit Der (5 i n ft e 11 u n g d e s D i e n ste s beantworte- ten. Die Musiker und das darstellende und technische Personal haben ihren Vertrag mit Dem Theater für gelöst erklärt. Die Aufführungen sollen vorläufig unter Austeilung Der Einnahmen unter das gesamte Personal sortgesührt werden. Denkmalsweihe in München. München. 14. Dez. (WTB.) Unter Betei» ligung Der weitesten Schichten der D völkerung Münchens wurde heute vormittag das Denkmal für die Gefallenen Der bayrischen Landeshauptstadt vor Dem Armee» museum im Hofgarten feierlich enthüllt. An der Feier nahmen u. a. Der frühere Kronprinz Rupprecht und das g:f imte Staat« m in i® steriuin te l, sowie L. not g präsdmt Königbauer mit den Dertr t:rn des Landtages, ferner Vertreter Der ftäDtJdjen Behörden, Der Universität usw. Aus Stadt und Land. Eine Thomafeier in Karlsruhe. Karlsruhe, 14. Dez. (WTD.) In Der überfüllten, sinnig geschmückten Festhalle fand heute mittag eine imposante Gedächtnisfeier für den Altmeister Der Deutschen Malerei. Ha ns Thom a, statt, zu der Regierung und Stadtverwaltung eingeladen hatten. An Der Spitze Der rund 3000 Teilnehmer bemerkte man Den Vizekanzler, Reichlinnenminister Dr. Jarres, Den badischen Staatspräsidenten D r. H e l p a ch mit seinen Ministerkollegen sowie Den Oberbürgermeister Dr. Sinter. Im Mittelpunkt Des von hervorragenden künstlerischen Kräften bestrittenen musikalischen Programms stand Die Gedächtnisrede des Geheimrats Professor Dr. R a u m a n n von Der Universität Heidelberg. Der schilderte vom Standpunkt des Kunsthistorikers aus die Persönlichkeit Hans Thomas als Künstler und Mensch. Ausschluß von „Donauland" aus dem Alpenverein. München, 14. Dez. (WTB.) Die außerordentliche Hauptversammlung des Deutsch- Oesterreichischen Alpenvereins hatte sich mit Dem Antrag des Ausschlusses Der Wiener Sektion Donauland zu beschäftigen. Der Besuch aus Dem Reich und aus Oesterreich war sehr stark. Bald nach Beginn Der Versammlung berichtete Der Referent, Oberbaurat Rehlen, über Die GrünDe, die Dazu geführt haben, Den Ausschluhantrag zu stellen und streifte Dabei verschiedene Vorkommnisse, so u. a. Den Erwerb Der Mainzer Hütte durch Die Sektion Donauland. Er faßte seinen Bericht dahin zusammen, daß Die Sektion Donauland gegen Die alpinen Sitten und An st and v e r -- stoßen haben und daß ihr ferneres Verbleiben im Gesamtverein, dessen gedeihliche und friedliche Fortentwicklung auf das Schwerste gefährden würde. Alsdann wurden Drei Anträge eingebracht, Die Die Angelegenheit vertagt wissen wollten, bis sich Die erregten Gemüter wieder beruhigt hätten. Diese Anträge | Gießen, Den 15. Dezember 1924. Die Höchstsätze der Erwerbsloscusürsorge betragen vom 15. Dezember 1924 ab bis auf weiteres im Wirtschaftsgebiet Westen, wozu Gießen gehört, wochentäglich in Den Orten Der Ortsklassen A B C D u. li 1. für männliche Personen: in Reichspfennige a) über 21 Jahre .... 125 117 109 101 b) unter 21 Jahren. ... 75 70 65 60 2. für weibliche Personen: a) über 21 Jahre ... 112 105 98 91 b) unter 21 Jahren ... 68 63 58 53 3. als Familienzuschläge für: a) den Ehegatten .... 44 41 38 35 b) Die Kinder und sonstige unterstühungsberechtigte Angehörige..... 31 29 27 25 VornoLizcn. Lageskalender für Montag. Konzertverein: 71/2 Hfir Stadttirche: Erstes Chorkonzert. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Flucht in Die Ehe." c ** Der Silberne Sonntag bracht? bei dem schönen trocken:n Wetter D n Gesch'if.s- straßen unserer St.idt einen außerorde.itliä) starken Verkehr. Der Zuspruch Der Kauflustigen galt besonders Den Spiel- und L xt lw r ng schäften, in denen zeitweise ein großes Gedränge herr.chte; hier und da mußte fogir vorab rg hend mal „g bremst" werden, we l man deS Andr ngs nicht anders 5)crr werden konnte. I.i Den Läden der anderen Dranch:n g ng cs w fent ich ruhiger zu: das g lt namentlich von Den Luxuiw ren- geschähen. Ho fentl ch wird nun auch der Goldene Sonntag Den Wünschen u.is r ?r Geschäftswe t und manchen gestern noch getauscht.n Hoffnungen Erfüllung bringen. ** Eine öffentliche EtadtverorD- neten-Cihung f nDet am nächsten Freitag, nachmittags 4 Llhr b g nnend, im Stadtv rordne» GberheWcher Uunstverein. Ausstellung Kasseler Künstler. Die Schwalm ist eine Der nicht sehr zahlreichen deutschen Landschaften, d?ren Bewohner alte S.tte und alte Tracht b s auf unsere schnell- lebenve Zeit hin bewahrt haben. So ist es kein Wunder, daß schon in Den achtziger Jahren des vorigen I.'.h. Hunderts das Inter.sie Dec Maler für dieses zäh am Ueberlommenen hängende Döllchen in seiner farbenfreudigen, bunten Tracht erwachte. Mm diese Zeit entstand in Willingshausen, das jetzt ni t Recht das Mal''Dorf g?» nannt w rd, c ne Mal rkoloni?. Bon F ankreich ausg hend, brc.t.t: sich int vorigen Jahrhundert der Gedanke dieser Malerkolon en auf Dem Lande auch in Deutschland aus. E ne der b.kanntesten hier war Die Worpsw?d:r Schule, dec Künstler wie Bogel r, Hoetgcr, die M.das hi und an2e e ang horten. Den Ramen dcs M.lerDorf?s Willingshausen aber kann man nicht aussprechen, ohne gleichzeil g Die Ramen Wsth?! n Thiel-- ma n n und K.irl Ban her zu nennen. Beide sind in Der gegenwärtigen Ausstellung des Kunstvereins mit Werken v:rtrct.n. Wilhelm Thielmann, Der 1868 in Herborn geboren war, wurde uns leider vor wenigen Wochen durch Den Tod entrissen, viel zu fiüh für die Kunst, der er sicher noch viel hätte geben können. Thielmann war längere Zeit Lehrer, ehe er sich ganz Dem Malerberufe widmen tonnte. An Der Kaifeler Kunstgewerbeschule bestand er das Zcichenlehrereramen, um dann neun Jahre lang an derselben Schule als Lehrer zu wirken. Erst verhältnismäßig spät gelang es ihm. unabhängig als freier Künstler zu schaffe:,. Aeußerliches. mag man das nun Zufall oder Schicksal nennen, ist oft für Das innere Leben von entscheidender Wichtig feit. So ergab es sich durch die Tätigtcit Thiel manns in Kassel von selbst, daß er schon Du ch c örtliche Rahe in Verbindung mit der W llingi Häuser Malcrlolonie kam. Oo er bei seinem ersten Besuche in Willingshausen, im Jahre 189? ahnte, Daß er hier seinen persönlichen Stil zu Der Boll m- dung b i g>n sollte, w e wir ihn h ul: fcn-cn' Thiel.--E verwuchs nach und nach immer fester mit seinem Willingshausen, DaS seit 1903 sein Dauernder Wohnsitz war. Gerade dadurch aber, daß Thielmann das ganze Jahr unter den Schwälmern lebte, verband ihn ein engeres Band mit den Bauern. Denn den Alltag. Freud und Leid, erlebte er mit ihnen. So mußte er zum Schilderer eben dieses Lebens werden. In der Ausstellung „Kasseler Künstler" ist Thielmann mit mehreren OelbilDern und verschiedenen graphischen Blättern vertreten. Sein Größtes hat Thielmann in der menschlichen Aufgabe des Künstlers geleistet, Der Darstellung des Menschen. Seine Trauernde" ist von größter Geschlossenheit. Holbein kommt einem dabei in Den Sinn. Gewiß, Die „TrauernDe" ist kein Porträt, aber es handelt sich hier nicht um objektive, gegenständliche, sondern um subjektive Verwandtschaft. um die des Wollens und der Gestaltung. Die Monotonie der Farbe ist als Ausdruck des Inhaltlichen bedingt, aber in welcher Weise gelang die Gestaltung? Das Dunkel des Gewandes hebt sich nur wenig von Dem Grau des Hintergund.s ab, und doch g:nug, um die F gur feiner Trägerin als Gan es herauszuhed.n. Em ganz kleines St.ck Weiß nur, das Tuch in Der Hand Der Frau. Es ist Der einzige, absolut Helle Ton auf Dem ganzen Bild. Der gedämpfte Ton der Hand und des Gesichtes ist rein farbig gesehen als Hebet- gang zwischen Dem Dunkel des ilebrigen und diesem Weiß. Sehr geschickt ist Die Heberschnei- fcung Der Hand durch den unteren Bildrand. Diese „Trauernde" reizt zur Interpretation des Stimmungsgrhaltes. wir müssen es uns aber versagen, um nicht mehr, als unbedingt notwendig, in die Sphäre des Subjektiven zu gehen. Sehr frisch und lebendig ist Thielmanns ..Schwälmer Kinder köpf chen". Drei Töne beherrschen das Bild, die fehl' fein ineinander kompo- | niert lind Rot-Geld. Grün und Sch.varz-Braun. I Auch das „Stilleben" ist im wesentlichen farbig bestimmt und will so gesehen werden. Gewiß, Der Blumenstrauß hat keine Tiefe, aber den Künstler interessiert das hier gar nicht. Er wollte Farben geben, viele bunte Blumen, wo man bei jedem Hiusch 2uen etwas Reues sieht. Die vielen Einzel- farben. Die sonst leicht auseinanderfallen könnten, werden durch Den verhältnismäßig einheitlichen Hintergrund zusammengesaht. Die von Thielmann ausgestellten Landschaften scheinen uns nicht von der gleichen Vollendung zu fein. Die Geschlossenheit, die wir bis jetzt bei allen farbigen Kompositionen des Künstlers fanden, ist hier nicht von gleicher Stärke. Beide Bilder, Die „LanDschaft" und Der „Gang zur ©rntearbeit" zeigen pointillistische Manier. Die Farbenflächen werden in viele kleine Farb- slecken aufgelöst. Bei Der „Landschaft" wirkt das gut, es gibt jedenfalls ein in dieser Schwalm- landschaft enthaltenes Element wieder, aber cs wirkt int ganzen doch mehr oder weniger als Experiment. Roch mehr bekommt man diesen Eindruck bei Dem „Gang zur Erntearbeit". Hier ist Der Pointillismus Der Landschaft auch auf Die Figuren übertragen. Die Graphik Thielmanns steht durchschnittlich auf großer Höhe. In Der „Totenfrau" ist Das Problem Der „Trauernden" nicht in derselben Vollendung gelöst wie dort. Cs fehlt etwas Die starke Konzentration des Aus- Druckes, Die Dort vorhanden ist. Auf Den meisten Blättern hat Den Künstler das alte malerische Problem des Verhältnisses von Licht und Schatten sehr stark interessiert. Die „Spinnstube I" zeigt große Kontraste, die „Spinnstube II" hat Diffuses, sich mehr gleichmäßig ausbreitendes Licht. Auf Dem „Hochzejtsabend" fehlt vielleicht absichtlich etwas das Gleichgewicht des Tones: Die rechte Hälfte Der RaDierung ist relativ sehr dunkel, die linke ganz hell. Mehr Gleichgewicht zeigt Das Verhältnis Der Tonkomponenten im ..Wirtshaus". Darstellung Der Ruhe gelingt Dem Künstler meist besser wie Die starker Bewegung. Die Radierung ..Aus Dem Tanzboden" ist stellenweise etwas stilisiert, so Der Rock Des Mädchens zu äußerst rechts. Die „Abendfahrt", bei Der leise ein bischen Sentiment durchklingt, zergt das diffuse Licht der „Spinnstube II", nur in an- Derer Anwendung. Sehr gut gelungen sinü Die Charakter köpfe auf Der „Holzversteigerung". Man wundert sich bei den meisten Radierungen, wie es der Künstler verstanden hat, Die einzelnen Typen zu differenzieren. Das Porträt, das Karl B a n h e r ausgestellt hat, gibt in vols.mdeter Techn k, sehr fein das Wesentliche dieses G'lehrtcnkop'es wieder, soweit es überhaupt mit mala? schen Mitteln möglich ist. Reben dem Kopf fällt besonders Die sehr gute Rachgestaltung der Hände auf. Echliephake g bt in maler sch-weich m Stil abstrakte Phantasielandschaften. Ein unacr* kennbar romant scher Zug bricht in seinen Bildern durch. D.e ..Alp nlandschaft" zeigt Anklänge an E. D. F.iedrich Sehr einheitlich im Ton ist das St Heben „Sonn nalum .n". b i dem das Goldgelb der Blumen aus Dem Duntel Der ilmg'bung herausleucht t. Se ne .,B .D.nDe", bei Der Das auf den Fleischton Dünn ausgesetzte Licht gut mit Dem Dunkelen Rot Des Mantels zusammenklingt. erinnert etwas im Ton an H. v. Marües „Bad Der Diana". Der „Sturm am Meer" von G. Sh g bt Dekorativ stil siert gut Den Durchg h nden Ryyth nus Der B w.gung in Der Gestaltung des Wassers, des Sandes und des Strandgrases in ihrem Zusaminenllingen. Sein „Herrenbildnis" w rkt sehr lebendig und Wesentliches g.benD. D s einfarbig: Dunkel des Anzuges wirb aufgehoben durch d:n dekorativ bewegten Hintergrund. Shs „Wilhelmshöhe" zeigt in Der farbigen Behandlung der Anklänge an Trübners „Schloß Hemsbach". H. D er sch gelingt bei seinen Landschaften die Wiedergabe Der Impression besser als abstrahierende Gestaltung. Die Bilder F e n n e l s sind impressionistisch gesehene Motive aus Der hessischen Landschaft. Don den BilDem I. von B a ck e l s scheint uns der „Rürnberger Markt" stärker wie Die „Allee", wo das Licht zu hart stilisiert durch die Bäume durchfällt. H. D. S ch 1 e- g e l hat ein Gemälde „Frühlingsblumen" ausgestellt. R. Siegmund liegt t)tc Landichast mehr als die Allegorie. Am besten ist seine „Dorf- ftrafie", nur stören die etwas stark angewandten violetten Schatten etwas die Einheitlichken. Sem „Wildungen" ist zu sehr stimmungsmäßig ftüifiert. Die dekorativ gesehenen Allegorien Siegmunds zeigen Thomaanklänge, charakteristisch sind u. a. Dafür die Putten. Dr. H. O. B. ten-cujunfl^iaale im Stadthaus Birgitt apc ytatt. 2hif der Tagesordnung stehen folgmve wicht gerc Vorlagen der Verwaltung: F stfetzung dec t c t. Die Krankheit wird auf daS überaus feuchte Iahr zurüctgeführt. Turnen, Sport und Spiel. Auftballändcrkampf Deutschland—Schweiz. Stuttgart. 14. Dez. (Wolff.) Heute fam hier der mit großer Spannung erwartete Fuß ballänberlam p f zwischen den rcpräfcntali Pen Mannschaften Deutschlands und bei Schweiz statt. Vor einer außerordentlich gro ßen Zuschauerzahl, wie man sie in Stuttgar: wohl noch nicht gesehen Hai. endete der grandiosc Kampf 1 zu 1 unentschieden. Die deutsche Rationalmannschaft, die in den letzten Länder spielen nicht gerade sehr günstig abbeschnitten hatte, hat sich damit wieder gut rehabilitiert, ist doch die schweizer Mannschaft nach ihren unvergleichlichen Erfolgen in Paris anläßlich der Olympischen Spielen als der europäische Meistet des Fußballspicls zu betrachten. Vieles hat sich geändert, nur nicht unser schönes deutsches Wir bitten, beim Einkauf von ,,Schwan im Blauband“ das farbig illustrierte Eamilienblatt, die Blauband-Woche“, gratis zu verlangen. ®7isi Weihnachtsfest l Wie glücklich fühlt sich die ganze Familie, wenn sie um den lichterstrahlenden Baum vereinigt ist und die Hausfrau stolz ihre Weihnachtskuchen zeigt. Daran hat die Schwan im Blaaband mitgeholfen; man kostet sie und ist über die herrliche Qualität freudig überrascht. Kaufen Sie für Ihr Weihnachtsgebäck X die Feinkostmargarine Schwan im Blauband; n x. sie wird Sie in jeder ■ v —vL .zj Beziehung befriedigen! I I Treis 50 Pf. das | B / Halbpfd.in derbe- / B kannten Packung. Bekanntmachung. Die Zahlung der 3 ersten Ziele der durch besondere in den letzten Tagen den Pflichtigen zugestellte Steuerbescheide an» geforderten KreiSumlage bat gleichzeitig mit dem 3. Ziel der Gemeinde und Pro- vinzialumlage bis zum 15. Dezember 1924 - Schonfrist 1 Woche, an biettabt- kasse zu erfolgen. 100518 Gießen, den 12. Dezember 1924. Der Oberbürgermeister: Keller. Srrgcbuna non Livkim- uni) Mscmbcitkii. Die Lieferung der Zimmertüren und Fenster zum Reubau des KreiShauseS soll im ganzen oder geteilt vergeben werden. Zeichnungen u. Bedingungen liegen auf dem KreiSbauamt (KreiShaus, Zimm.Rr.6) zur Ginstcht offen und können vorgeschriebene Angebotsformulare gegen Einsendung von 1,20 Mk. (In Freimarken) bezogen werden. Die Angebote stnd bis zum 5. Januar 1925. vormittags 9 Ubr, an den Kreisausschuß in Biedenkopf einzureichen. 100641) Biedenkopf, den 12. Dezember 1924. Der Vorsitzende des KreiSausschufles. Brennholz-Versteigerung. Donnerstag, den 18. Dezember l. Zs., vormittags 11 Uhr, werden in der Gast» wirtschaft von RontHaler in Langd aus den Staatswalddistrikten Eisenlaute 4 und Hegwald 4 der Försterei Langd versteigert: Scheit: Buche 1. ÄL 82 Rm. „ „ 2. „ = 13 . . Siche — 3 . Knüppel: Buche --- 57 Rm „ Hainbuche = 14 „ „ Esche -- 12 . „ Eiche = 65 „ . Aspe = 6 . Änüppelteifig : Esche = 12 w Reistg: Buche = 674 Siche = 318 n Stöcke: Buche = 42 „ . Eiche — 41 DaS Holz beliebe man flch vorher an- zufehen. Rähere AuSkuntt durch Herrn Forster Büttner in Langd und die unterzeichnete Stelle. SichelSdors, den 12. Dezember 1924. Hessisches Fvrstamt Etcbelsdorf. Bechtel. 10050D CfnffnMI,ft 0,t <(bon 14 Tag. durch -jlllilrl II '"eine üotAnl. Weibobebefeft. VlUllvm j'antbrtefev.Sler^ien. Vebretn ufro., u. amtl. cstutacht. War früher selbst schw. 2totieter. Zeder kann sich selbst von d liebel befreien. (Weben sie kein Geld für roertl. Slurfc aus. fonö. verlang. 2le fo». kostenlos mein Büchlein. L. Warneckc Hannover. Tchlieftfach 163. .niss Haus Dills mit ca. 10 Zimmern, zu taurcu gesucht bei Barzahlung. Beriehbar gegen Frühjahr. 10069D HöDlanclD&ßo.,3ileööetfl(6?n?n) Telephon 312. Einmaliges gönsliges Angebot Als Einzelstücke zu Geschenkewecken biete an Lehnmel^^i: 60.00 Kamiusessel TöOomC 150.00 Klubsessel 180.00 Klubsessel V‘Jfen 7 5tÜ(f . .L20 JL Friseur Schäfer, Ludwiqstrake. JaHand- kdffer allerbiLigst »»»0 Carl tat D. V. fl. d. Alk. Kostenlos Feuerbestattung gegen monatliche Beiträge von 45 Pf. bis Mk. 1.80, je nach Lebens tlter, ohne lebe Wartezeit. Seueröeflullimgs- Lfie Sliimme Rechtsanwalt Dr. fflenser Brangasse 11, lüg üd) 2-3 Uhr. °2M0. SSKKKKK Stadttheater DienStag, 16. Dez., lO.MllSM'M.'vtsk. von/1/« b.nadiWUbr «Buges ».fein Hing. Lragödie in 5 Ausz. von Hebbel. Montag, 15. Vezemver 1924 Er. 295 Zweites Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Bücher für den Weihnachtstisch Aus dem Reiche der Kunst in ........................... 1459 PH. Reclams in Leipzig). 15 90 15 90 tümliche Qlara, „wo sich Landschaft, vnh Architektur zu einem idyllischen eint", und Osaka, die betriebsame Vegetation Bilde t>er- Industrie- seltene, leichten wirklich .. Fuhrt gerade gezeigt, rippen 'eroben e 5 ehe D. neuen der willig hie ■hrlinte kränke hränhe sehe u. Eken l -,el * „Aus deutscher Dorzei t". Bd.Vlll: Alemanr.cnsturm. (Verlag Emil Roth, Diesten. 2 QHL) Dies Buch eine Erzählung vom Bodensee aus dem 3ahrc 378 n. Ehr. trägt nicht mütder. wie die früher crsch'enenen Bändchen dieser Sammlung, dazu bei, den Sinn und das Der» ständnis für die grostc not- und kampfvolle Geschichte unseres Dolles neu zu wecken und au bei cben.Derade heute, wo wieder c nmal fremde Eroberer auf ungermanischem Boden stehen, sollte Plauderton b.lehrend zu w rken und unschätzbare Kenntnisse zu vermitteln, die Jugend zur Ratur zurücki" heistt heute die Parole. Hier wird ein Weg diesem Wahlspruch folgen zu können. 1535 Schöne Literatur. * Alfred Bock ,,W irren und Wunder", Roeellen iDerlazsbuchhandlung 3. 3. Weber. Leipzig» 1420. Es ist noch nicht lange her. bo hat A sred Bock uns erst einen Roman geschenkt. und nun liegt wiederum ein Rovellen- band aus dem Weihnachtst sch. Ans hochgelegenem. zum Sinnieren und Fe h.i gerad zu drängendem Stübchen gehen Bocks Werke wie Freunde in das nähere und weitere Dtterland. 3mmcr reifer, tiefer und gü iger werden die Schicksale der Menschen dargestellt. So wie die Höhe seines Arbe tsraums b;c Blicke über die Strah n hin» wcgschauen laht, so steht auch immer offenbarer sein Herz über allem, was eng und bitter durch Menschenwirren und Wunder hindurch wirkt. Aber nicht verl ert er in schwächlichem Füchten in die kindischen A tersphaatalien den großen Anschluß an die ..heilige Wirklichkeit", wie andere früher so grohe Dichter. Mit einer stets voller klingenden Sprache, mit einer immer schätze- schwereren Fülle entrollt Alfred Dock vom Beginn seiner schriftstellerischen Tätigkeit bis zu feinem letzten Roman : ..Das fünfte Element" den trag scheu Dafe nslamps steter Dauernkultur und echten Dürgersinnes gegen das herein- brechende Zivilisationsgrauen. Wie er im Bauernstand die gesunden Säfte unter allen modernen Giften sterben siecht und wie ein Arzt in aller Sachlichkeit darstellt, so geht er in seinen Ro- nctlcn an die einzelnen Menschen heran, nimmt ihnen die Hüllen ihrer Eitelkeiten weg, ohne ihre eigenste schamhafte Znnerlichkeit preiszugeben. ohne ihre Teuflischkeiten zu moralisieren oder sie au psycho'og scheu Sensa tonen zu machen. . Wirren und Wunder", bis jetzt nur der Titel i?cö jüngsten RoveUcnbändchrns. das zwei hochwertige Feinarbeiten persönlicher Uebersegenheit birat. ..Wirren und Wunder" ist vielleicht zugleich für das Gesamtwerk Alfred Bocks das treffendste Kennwort. Robert Schäfer. Franz Gros, Hesse wind, (Derlag Dr. Wolfgang Meyer in Gießen). — 3ch verbürge mich dafür, wer sich diesen Hessenwind milllillimHg tadttheater ienstas,lK,Tk> 1MMS-A-M- ogestt-W möbleiniaHh» von Hebbel 10; 60. um die Aase wehen läßt, der kann keiner trüben Stimmung verfallen, er wird sich lachlustig die Hände reiben. Wir brauchen in unserer drangvollen Zeit mehr denn je das befreiende Lachen. Die oberhessischrn Anekdoten hier wiederzugeben, hieste die Wihpunkte vorweguehmen. Gros offenbart einen gesunden, lebensfrischen Humor, es gelingt seiner heiteren Art, auch Kleinigkeiten als wichtige Di'ge zu behandeln. Dabei spürt man den W eher.Ung seines eigenen Empfindens, vernunftsame Lelensanschauung tritt hervor. So verbünden sich Witz und ilrtcdähaft in diesen oberh sfischen Blüten, denen wir die f**r rweg °°rnehl '7° 1ÄM jen monatliche litriiiu von 45 Pi- I Mk. L80, ie nach bensuter, ohne >e Wartezeit. MWIIIW WNlM fflfdjtWalt >r. Heuser iliOöfle 11, täft1 Sltifl'1 ' W • Duell ’ Sim ■ • • Mk, ei’n- W • • • W* Für unsere Jugend. * E i n neues Bilderbuch von Ernst Kreidolf ..Sin Wintermärchen". Ein Hymnus aus den Bergwinter. Dom frühen Morgen bis in die monderhellte Aacht alle Stimmungen. ilnh in diesem Winterzauber entfallet sich ein anmutiges Märchen: Drei Zwerge machen sich auf, ihre Dettern. die sieben Zwerge zu besuchen. Don Winterabenteuer zu WuNeraben- teuer führt ihr Weg. Das Wiedersehen wird in fröhlichen Winterfesten gefeiert: Schlittschuhlauf. Schlitteln. Schneeballenschlacht — bi- zum wehmütigen Auseinandergehen Ein reixen- des Buch, das Erwachsenen und Kindern gleich große Freude bereiten wird, sowohl durch die anmutig und auch echtem Gefühl heraus erdachte Erzählung, wie besonders durch die entzückend duftigen Bilder. (Rotapfel-Derlag, München 8.25 gebd.) 1518 • „3 m Forst hau- Falken hör st". (Derlag Emil Roth, G esten. 4,50 Mk.) Die Dor- güge, die man schon den früheren Bänden dieser Sammlung unterhaltender und belehrender 3ugendschristen nachrüh uen könnt -, gelten ebensosehr von dem jetzt ersch enenen 10. Band Sin köstlich fr sch r. unversälscht r Humor, eine ebenso anziehende wie fesselnde Schilderung der Ratur des Waldes und der B.'rge mit ihren tausend- Die besten Weihnachtsbücher für unsere Jugend In über 150 OOO Familien verbreitet In jeder Buchhandlung vorrätig Verlag Emil Roth, Gießen weiteste Verbreitung wünschen. * Rudolf Herzog geht in seinem vaterländischen Roman ..Wieland Schmied" Wege, die nicht jeder Leser ?,Jr Sthaftt JSÄ' „Aus deutscher Vorzeit" von Albert Kleinschmidt Zeder Band gebunden.........Mkr 2.- 2llle 8 Bände In töeschenkkasserte. . . Mlr. 15.- „Unter den Zugendschriften nehmen biete gemütstiefen Schilderungen einen hervorragenden Platz ein Sie erfüllen alle Bedingungen, die das Elternhaus und der erfahrene Pädagoge an ein Buch stellen darf." Der Tag. Bisher erschienene Band I. Brinno der Ehattenfürst (Zeit der Varusschlacht) „ II. Wehe den Besiegten Zeit des Germamkus) , 111. Lindmuth (3eii des Bonifacius) 10049D . IV. Gundakar (Zeit Karls des Großen) V. Gottfried vom Rabenhofe (Zeit der Hunnenkriege) ’ VI. Jutta von Gleiberg (3dt der heiligen Elisabeth) , VII. Sunno und Gerhttdis (Zeit der Bataoerkriege) „ VIII. Ille mannen sturm (Aus dem Jahre 378 n. Ehr.) * Die Crschl etzung der Lrndschrft durch die photographisch.- Kamera ist bül .ng kaum j? f? gut gelungen wie in dem monum nt len Samm lwerk „Orbis terrarum" des auf d:m G.b.ete der Kunstliteratur se t langem führe de i D rlinci Berlages Ernst W S.nuty. E ne Re se um d e Erde, eine Betrachtung von Biu'unst und Landschaft an Hand teils als typisch empfundener Aufnahmen, te ls als höchste Kunftschäh1 al er Arch t*l u , moder er ^.t dt b u.un l he au - gestellt n B ld rn ermöglicht d eses Wer., dessen erster Band „Das unbelannte Span en ' grd zu sensat onelles Aufsehen erregte. Der gleiche Ku t H ielscher. dessen Buch über Sp-N en zum erstenmal zeigte, was die Kamera in der Hand eines Künstlers aus der Landsch ift heraus u» holen vermag, hat dann auch ein äh iliches Well über „Deutschland" heran g ge en. ton dem bereits die dritte Auslage erich.inen konnte. Es ist nicht mit Worten zu sagen, was H elscher „gesehen" hat, m.t w lch warmer Eiafählung in das Wesen der Landschaft er an jedes 05j.lt von einer anderen Einstellung aus herantritt, m.t welch feinem Gefühl für das Wesen.liche. welch fabelhaftem Dl.ck für das D lahast: er j de einzelne Aufnahme zusammenkompon ert hat. Man muh s löst schauen, mit dem Kün'tl r wandern von den Schneeg.P ein der deut.chen Alpen mit den reizvollen Talbl.cken auf die Perl n ob r- bayrischen Landes, auf Garm sch und Mi t:n- wald, Derchtesg den und Ob rgdorf, h nun er in das verschne.te Allgäu an die Ufer des Bodensees mit der sagenumwobenen Meersburg, dem heut gen Hoh ntw ei, in d e malerischen kleinen Rester an Lech und Dan tu, zu bei rag n» den Domen an Rhe.n, Ma n und Lahn, durch bie traulichen Städtchen im Franken- uni Schw b Irland, nach Thüringen mit jetnen geweihten Stätten, nach Westfalen und an das Me r mit se.nen stolzen Zeugen Hanseat scher Oröje. H e.scher vermag auch aus dem B ID unserer Grah äd:e. wie München und Dresden, Hamburg, Berlin u.ad Köln unvergleichliche Schö h ten zu e itbech.n und das W sen d r d-utschen Landschaft, n iment- lich auch an der Ostsee üste und in den wa,ser- reichen Masuren, in tufer Des elunz bl hast zu erfassen. Hans Tho.na, d m M.istec der d utschen Landschaft, ist das präch.ige Werl gew d.nll. dem Gerhart Hauptmann ein w rmh rz ges Bekenntnis zur deutschen H nut vorang schickt hat. 13.8 • Auf den Gabentisch unter'm Tannenbaum gehören seit jeher auch Kalender, tremit doch nur eine Woche von Festtagen den Heiligen Abend vom Silvester, dem letzten Abend im alten 3ahr. So mag es angezeigt erscheinen, schon heute auf einige Kalender hinzuweisen, die zumeist schon lange gute alte Bekannte im deutschen Heim sind. Mit Fug und Recht wird man Professor Christian Rauchs Hessenkunst 192 5 (Derlag R. G. Elwert in Marburg) an die Spitze stellen. Er bringt im Kalendarium Weiche duftende Zeichnungen Werner W.llgerodts aus kleinen hessischen Städtchen. Büdingen und Wetzlar, Ortenberg. Hersfeld und Selbitz sind darunter, fachen verborgenen Schönhellen, und dazu eine meisterhafte 21 t. ganz unbewußt Im man es nicht unterlassen, di.se E zählung vom vcrzweislungsvclllen und doch endlich s erreichen Heldenkampi des kleinen Stammes d r Alemannen gegen rem sehe R ubj er un > Heb rmacht die Hände unserer 3ug:nD zu legen. 1534 Der ferne Osten. Wie der schwarze Erdteil, so haben auch die Reiche der gelben Ralle immer eine besonders Anziehungskraft auf die Europäer ausgeübt. Richt nur die politische oder wirtschaftliche Einflußnahme war es, die Europa an dem fernen Osten 3nteresse nehmen lieh, sondern auch die wissenschaftliche Forschung lenkte unsere Blicke oft in jene ferne Welt. Die Ausbeute, die aus derartigen Fv schungsreisen für unsere Kenntnis der weiten Welt gesammelt wurde, hatte stets viel Fesselndes, besonders für diejenigen von uns, denen cg nicht vergönnt ist, selbst da draußen herumzustreifen, mit eigenen Augen zu sehen und mit eigenem Sinn zu empfinden. 3e vielseitiger und lebendiger derartige Reiseberichte sind, desto breiter ist ihr Weg, den sie in das Dolk hinein nehmen. Gin derart hochinteressantes Werk liegt uns in den ..Reiseerinnerungen aus O st - asien" vor, die der frühere Kronprinz Rupprecht von Bayern im Anschluß an seine China- und 3apanreise im 3ahre 1911 geschrieben hat und die in neuer, erweiterter Auslage im Berlage von 3oses K ö s e l und Friedrich Pustet. K.-G. Derlagsabteilung Kempten, erschienen sind (Halbleinen 20 Mk.). Das Buch gehört zu den seltenen Werken, die Gründlichkeit und Dielseitigkeit. ernstes Wissen mit goldenem Humor verbinden. 3ava wird durchquert von Batavia, der „typisch altholländischen Stadt", bis zu den ,,Fürstenlanden" der eingeborenen Sultane. Don dem Untcrgrunbe sachverständiger Darlegungen über holländisches Kolonialwesen in polit.scher, wirtschaftlicher, milftäll cher und agrarischer Beziehung heben sich die auherordent- lich eindrucksvollen, lebensvollsten Einzelbilder ab. Ganz andere Bilder gibt die Reise in China, dem Lande der alten Kultur und der Gelehrsamkeit. Da folgt Stadt auf Stadt, wie sie an der Küste berührt werden, und eine jede hat ihr besonderes Gesicht' Kanton, Shanghai. Nanking und endlich Tsingtau, zur Zeit der Re.se ein hoffnungsvoller deutscher Besitz. Ritte ins Innere führen zu den vielbesuchten Tempeln von Wu-tai-schan und lamaist.schen Klöstern, zu berühmten Kaisergräbern und bis an die grohe Mauer. Der Ausgangspunkt dieser Ritte ist Peking. Die dem Europäer sonst „verbotene Staat" nimmt den deutschen Prinzen als Gast auf und wird mit ihren Toren und Palästen, ihren Tempeln und Gärten farbenreich geschildert. Die Frühlingsmonate in 3 a p a n hat Kronprinz Rupprecht zu eingehendem Sludium benutzt. dessen Früchte in inhaltlich wie literarisch fein abgewogenen Kapiteln niebergelegt sind. Das interessante Problem der Entwicklung 3a- pans, wo die neue Zeit der europäischen Kultur so unvermittelt dem einheimischen Mittelalter aufgepfropft ist. wird in seinen Vorzügen, aber auch Gefahren auf allen Gebieten erörtert, nie in trockener Theorie, sondern belebt von zahlreichen Einzelzügen aus der eigenen Erfahrung. Don unvergleichlichem Reiz find auch die Schilderungen der Städte: Tokio mit seinen alten Palästen und parkgekrönten Hügeln. Äiyo'o, „die jap n schste aller j:pan scheu Städte", das alter- mitmachen wird. Er beleuchtet grell und eigentlich doch recht einseitig die Dorgänge jener unseligen Rooembertage in München, die in der Parteien Haß und Gunst doch noch zu verzerrt' sind, als daß man sie in einem Roman dar- gestellt finden möchte. Immerhin ist die Handlung, die der Dichter um diese politischen Hintergründe - wesentlich besser gelang die Derveebung des Separatistenausstandes am Rhein in den dichterischen Stoff — gruppierte, vackend und voll inneren Schwungs. F mosr Gestalten hat er auch in diesem Werk geschaffen, und das große, echt deutsche Wollen, was dem Dichter die Feder führte, läßt über manches hinwegseben, was man als Derkennung bezeichnen möchte. (Derlag Cotta, Stuttgart. Geb. 6 Mk.) 1250 * Catherina Godwin hat sich schnell als eine der eigenwilligsten und stärksten weib- l-chen Er'ählertalente einen Rainen gemacht. Mit sicherer, routinierter Hand weih sie eine spannende Handlung zu gestalten und. was mehr ist, ihr einen seelisch wertvollen, über das rein unterhaltende weit hinausgehenden 3nbalt zu geben. Ein stiller, besinnlicher Humor Hilst ihr bei ihren Schilderungen kie nstädtischer Derhältnisse, die in ihrem neuesten Roman .Die Treppe" interessant und fesselnd behandelt werden (Derlag alles uns vertraut, und doch wieder neu. wenn wir es mit den Augen deS Künstlers schauen. Ein ausschlußreicher Aussatz des Marburger Architekten Rumpf behandelt an Hand zahlreicher schöner Abbildungen .Marburger Gllchiin". eine lebendig geschilderte Geschichte des Marburger Töpferyandwerks. die nicht nur vom rein künstlerischen Standpunkt Interesse erwecken wird. Heber ..Kratzputz in Hessen" spricht Amtsgerichts- rat von Baumbach und bringt sehr schöne Beispiele auch aus unserer Gegeird im Bilde. Ein weiterer illustrierter Beitrag behandelt .Das Paradies der Stiftskirche in Fritzlar". Der Der- faffer Dr. K. W. Kästner gibt an Hand ausgezeichneter Aufnahmen, die auch einzelne schone Plastiken herausheben, eine interessante künstlerische Analyse des Bauwerks und weist nach, dah wie in Marburg und Wetzlar auch hier westfälische Architellen am Werk waren. Eine schätzenswerte Bereicherung ist der angefügte Der- lagskatalog, der eine gute Uebersich'. über die vorhandene Literatur für Hessen und seine Kunst bietet. (1352) — Unter den künstlerisch wertvollen Abreihkakendern hat sich .Kunst und Lebe n" (Derlag Fritz Hehder, Berlin, 3 Mk.) einen siche- ren Platz auf dem Weihnachtst.fch erobert. Allwöchentlich am Samstag beschert der Kalender uns das Blatt eines modernen Graphikers. Ra- men wie Daluschek, Bauer. Ciifarz, Ehmke. 3ank. Klemm, Liebermann, Kubin. Schiestl, Steiner- Prag u. a. zeigen, daß sich auch In diesem 3ahr unsere bekanntesten Meister zusammengefunden haben, uns ein Sammelwerk von überraschender Dielseitigkeit zu schaffen. (1297) - Photographische 3lluftrationen von großem Reiz aus allen deutschen Gauen enthält auch diesmal wieder der Deutsche Kalender (Derlag C. Gerber, München. 2.50 Mk.), ein nationales Bilderbuch im schönsten Smne des Wortes, ein Führer durch die Schönheiten der deutschen Heimat, eindringlicher als jede Dllchrcibung. (1238) - Ähnlichen Charakter trägt auch der Gedenllakender ..Deutsches Land" (Derlag H. Eichblatt in Leipzig. 2 Ml.), der in schönen Federzeichnungen für jede Woche die Schönheiten der besetzten Gebiete an Rhein und Ruhr sehr wirkungsvoll mihergibt Kurze Sprüche und Gedichte von Do- law v. Selchow. Herzog. Walter v. Molo mah- an die Le den unserer Brüder an der bedrohten Westmark. (1207) * Einen eigenartigen Der such, das We'en und die Persönlichkeit unserer großen Musiker aus ihren eigenen Schriften zu erschließen, macht Dr. Scherwahky in einem bei Moritz Diesterweg in Frankfurt am Main soeben erschienenen Buch .Deut sche Musiker". Aus den literarischen Werken berühmter Musller werden Urteile über die ältere Periode gegeben, jeweilig stellt der- Derfasser eine kurze b »graphisch? Rotiz und e>ne prägna -t gesah e Wü.digunz des Kompon sten dcr Schriftenauswahl voran. Gute Bilder erhöhen den Wert des Werkes, das jedem Freund cher Musik, der über den rein ästhetischen Genuß der Musik hinaus bemüht ist, in ihr Wesen einzudringen, willkommen sein wird. 1274 Im Forsthause Falkenhorst Erzählungen und Schilderungen aus dem Leben im Dergforsthause und Bergwalde von Albert Kleinschmidt Jeder Band, textlich in sich abgeschlosien (und einzeln käuflich), Mb. 4.50 Band I-V in eleganter Geschenkkasiette. . . . Mk. 20.- V|-X „ „ .... Mk. 20. - Der Derfasier versteht es immer aufs neue, dem Leben in feinem lieben Forsthause und Bergwalde neue Seiten abzulauschen. Da ist nichts von spannenden Abenteuern, und doch lieft man es mit hohem Interesse und innigem Behagen. (Ein geweckter Junge zumal wird sich dann fest- lefen. Und wenn er bis zur letzten Seite gekommen ist, so wird auch der Gewinn nicht ausgcblieben fein: die Liebe zum deutschen^Walde mit allem, was darin leibt und lebt, wird fein Herz umfangen." Schulblatt der Provinz Sachsen. iessel fertigt ,n Preise" ßffer ’l M We--- litt ® welche En,, lujj mi! Ron- "oitauio Mm ' Jj billig^. eechnung neland.ffl iO Hirt en gute Möbel -rbeli neblig. ' nionail M lunfl. Tchr.Sns. >2)113 an den 'N. :lnt. erbeten. Sammel: orlefungen über bie HshchG n Hörlaal 51 beute 8 Uhr. oi. Goilchlich f ^edeuniny de'- foboli?mii6fürbie stsqeiundbeii. drei für feder- um. I011N' D. V. I. i. 41t. Biographisches. • Mary öabiä verdanken wir den ent- zückenden Zrühlinaskranz. den fie auS den Briefen ^Clemens und Bettina Brentanos neu wand. Das Werkchen zeigte schon chre besondere Gabe der ganz intimen Einfühlung in das vertraute Dcrhältnis zweier Menschen und die liebevoll sorgsame Behandlung der Briefe, die unS als literarischer Riederschlag dieses einzigen Freundschastsbandes der Geschwister geblieben sind. Die gleiche Einstellung tritt uns in der Auswahl entgegen, die sie auf Veranlassung de< Leipziger Wolkenwanderer - DerlagS aus „Goethes Briefwechsel mit Zek- t e r" getroffen Hai. Für die letzte LebenSepoch« des Titanen gibt uns gerade DoetheS DerhällniS zu Zelter, dem Musiker, bedeutsame Aufschlüsse, das empfand Goethe selbst schon, als er dem Freunde einmal schrieb: .,3ch arbeite fleißig an den Annalen meines Lebens und finde, daß unser Derhältuis sich durch alles schlingt. Darum möchte ich all unsere Dr efe zu ewigem Zeugnis erscheinen lassen. Es ist ein wundervolles Dokument, das an wahrem Gehalt wohl kaum seinesgleichen finden dürfte." Diel zu lange schon moderte dieses „Dokument" im Antiquarienschrein zünftiger Literarhistoriker: nun endlich führt uns Mary Sabiä in dieser vom Derlag erlesen ausgestatteten Hand« lichen Ausgabe wieder in die immer wieder riesenhast anmutenöe Gedankenwelt Goethes, mitten hinein in das literarische Schaffen feiner letzten dreißig 3ahrc. schließlich aber — und das ist das wertvollste — in die herzliche Freundschaft zweier reifer Männer, die im engsten Gedankenaustausch ihre große Seele offenbaren. 1528 • „Es ergeht ben Helden der Histor e wie den Werken der D.chter. Unsere armen Dersuche wirken stets nur auf einen Teil der Menschen, entweder auf die 3ug:nd oder auf d e Frauen oder auf von der Arbeit ermüd te Männer oder auf Liebhaber des Raffinements oder auf leben«- tluge Greise. Aber in der großen Dichtung findet ein j der dis Seine, sie ist ein Baum, dessen Schatten alle Sellen unter sich versammelt. Richt anders die größt n Toten. An Fr edrichs Furchtlosigkeit. seine Härte gegen sich selbst, seinem unbeugsamen S nn mag en: 3 irgend er ft arten, sein Dcrmög.n unermeßliche 2lrb:tt und kulturelles Bedürfnis zu verbinden, predigt den reifen 3abren, mit feiner ph.afenlvfen Wahrhaftigkeit, feinem schauerlich, n Klar^l ck. fe ner gro zanigeii Refignat on ergreift er die wissenden Alten: als eine Einheit von Human töt, Geist und Stärke hat ihn j:des Doll zum Dorbild nötig, und sein eigenes heute am meisten." — — ES sind die Lätze, die Bruno Frank seinem schönen Buch Sage des Kö n i gs" (bei Emst Rowohlt, • Berlin) voranseht, und sie stehen auch hier zu Recht, denn diese Worte kennzeichnen am besten, in welchem Geist der Dichter an feinen Helden herantrat. Ein Held ist es, dieser von Gicht ge» ftabt. Der Wert des ungewöhnlich vielseitigen und fesselnden Buches wird erhöht durch die Fülle vorzüglicher Aufnahmen, die den anschaulichen Schlldcrungen zu Hilfe kommen. 322 Don gleich hoher wissenschaftlicher Bedeutung und reizvoll erzählender Art ist ein anderes Ostafien-Duch. das unter dem Titel „Die We11 des fernen Ostens" voa Dr. Moritz Pfeiffer geschrieben und von Dr. Rudolf Glaser bearbeitet und herausgegeben wurde In dem Derlag Deutsche Buchwert st ätten in Dresden. Es berichtet uns die Erlebnisse eines Deutschen in den asiatischen Ländern des Stillen Ozeans und wird durch B Idtafeln. Holckchnitte und Landkarten trefflich illustriert. Unter der Führung des Derfaffrrs durch tr iien d e L ser zu. ächst die frühere deutsche Kolon e Ki tutschou. wir lernen viel 3nteres a lles aus dem chinesischen Leben und Treiben kennen, treten vor Chinas heilige Stätten und brauchen auch 3apan und Korea nicht unbeachtet zu lassen. Eine Reise nach der Mongolei und ein Besuch Rußlands im fernen Osten schließen sich an. dann lernen wir die engt schen und portugiesischen Wirlungs- stätten am Stillen Ozean kennen, ebenso spanische und omerifan sche Ko onien. Zum Schluß erblicken wir das heldenhaft verteid gte K au schou im Weltkr eg und vernehmen dann die Erzählungen des Derfassers über seine Kriegsgefangen- schast in Japan. Es ist ein ungemein abwechsc- lungsreiches Wert, das wir dem Derfaffer zu danken haben. Mit gutem Recht darf es einen Ehrenplatz in jeder guten Bücherei beanspruchen. Ramentlich möchten wir es in die Hände unterer 3ugend wünschen, damit sie sich begeistern kann an den gewaltigen Kolonisationstaten Deutschlands da brausten und damit ihr Blick geweitet wird zur Erkenntnis des Wertes dessen, was wir verloren und wieder zu erringen haben, wenn wir unser Daterland mal wieder auf der stolzen Höhe sehen wollen, die es vor dem Kriege in der Welt einnahm. 586 Itfd <3 I« Beugte alte Mann, in abgeschabten Reithosen, vom Tabat bcfledtem Roa, der Einsame von Sanssouci, der nach den drei schlesischen Feldzügen sein Reich in einem Geiste regierte, der modernste 2IuffcLung von R cht und S z alpoltttc mit einem 2lbsolulismus verband, der — ganz anders verstanden als so viele fürstliche Zeitgenossen - ein persönliches Reg m:n führt aus einem tiefen Mißtrauen und einem starien Wollen zur Güte und Gerecht gleit heraus. Ein He.d auch der Greis, der dem Freunde, dem eb'en Ke th am Abend eines neuen Krieges die Tragöd e seines Lebens erzählt, ohne Pose, ganz schlicht und drch erlchütternd. die Tragödie des Menschen Fricd- aaj, der ein Held roira. um keine Memme werden zu müssen. Franks drei Novellen gehören mit zum besten, was über diesen Menschen Friedrich geschrieben ist. 12Z1 * Sine Ueberraschung ganz besonderer Art bereitet RodaRodader großen, stetig wachsenden Gemeinde seiner Freunde. Man weiß nicht, soll man lachen oder weinen, nimmt man das dickleibige Buch zur Hand, in dem Roda Roda seinen „Roma n‘‘ erzählt und auch dem Dichter selbst ist nicht ganz wohl bei der Sache, ein Tränentüchlein muh doch in Bewegung gesetzt werden, als er darangeht, einen Rückblick auf sein Leben zu tun. Lang' hält's nimmer an, diese Katzemammerstimmung, bald ist der fidele Roda Roda wieder obenauf und schon die Urgeschichte seiner Familie, die dort drunten an der deutschen Südostmark, bei Ungarn, Serben und stämmigen Kärntnern spielt, wird so launig und humorvoll erzählt, nut, so viel köstlichen Schnurren und so anmutiger Satire, daß man atemlos weiter und weiter liest die Schicksale dieses seltenen Mannes, der unter der ewig lächelnden Maske ein goldiges Herz trägt, voller Liebe zur Menschheit und Sinn für das Schöne. Prachtvoll schmihig hingeworfene Zeichnungen Andreas Szenes' illustrieren das Buch, das nicht des Dichters letztes sein möge. Er ist uns noch manch aufheiternde und besinnliche Stunde schuldig. (Drei-Masken-Berlag. München.) 1484 Neue Romane. * Die Hartjes. Roman von August Hinrichs. (Seinen 5 Mk. Quelle & Metzer in Leipzig.) Prachtvoll erdnahe ist dieser niederdeuische Bauernroman, von Aberglauben und dunkeln Sagen durchschallet, aber voll von sinnenfrohen, leidenschaftlichen und erdkräftigen Menschen. Mit sicherer Hand sind sie hingestellt: zart und inrug in ihrer unbeholfenen Liebe, zäh und verb.ssen im Haß, derb und ungeschlacht in ihrem urwüchsigen Humor. Stark und dramat sch ist d e Handlung aufgebaut. Goy, der Stolz des Dorfes, der kühnste seiner Genossen, der reichste Dauer des Dorfes, zerbricht an der Liebe, weil er der Stimme seines h'ißen Blutes folgen muß. Arm. verfemt baut er sich ein neues Leben auf. Schuld und Sühne, das ist das Lied, das durch diese Blätter klingt. Der Dichter führt uns durch rauchgeschwärzte Bauerndielen, das w:lde Moor, den rauschenden Wald: sie b.lden den Schauplatz. Ein starkes, gesundes Buch von hinreißender Spannung und Wucht. Ein Stück Kulturgeschichte, in satten und leuchtenden Farben gemalt. 1390 *'Auf eine wertvolle Sammlung bester Literatur aller Zeiten und Völker, die Vielseitigkeit, freundliche solide Aufmachung mit dem Vorzug her-Billigkeit verbindet, sei auch für das Weih- nachtssest besonders hingewiesen. Es sind die Hautsschahbücher des überaus rührigen Kemptener Verlages Kösel & Pustet, von denen als neueste die farbenfrohen ..Dene- tianischen Novellen" des Frhm. Franz von GaudH. Nikolai Gogols berühmter Kosaken- roman ..Paras Bulba". Marie von Hullens Künstlerroman „Der immergrüne Kranz" und schließlich die schwermütigen Erzählungen Anton Höfers „Der Buckelschneider erschienen sind. Die Sammlung eignet sich auch vortrefflich zu Geschenkzwecken bei Massenbescherun- qen als wirllames Gegengewicht gegen die sich m letzter Zeil wieder erschreckend breit machende Schundliteratur. • 2. Anker Larsen, Der Stein der Weisen. Für Larsen ist das religiöse Gefühl, ein Grundtrieb, ebenso selbstverständlich wie menschliche Begierde. Unabhängig von der o- zialen Schichtung und den Cinzelschicksalen tret)en alle Menschen um einen Punkt — um Gott. Der eine indem er die Unzulänglichkeit der kirchlichen Formen erkennt und Über ihre Grenzen tzinaus- wächst — der andere, indem er sich in die Theosophie flüchtet — nicht in den Spiritismus — um bis an die mystischen Grenzen unseres Da eins vorzudringen. — der drille, die einfältige, bäuerliche Noturlraft, der nach Schuld und Sühne fern selbstisches Wesen und sich aufgibt, „bis er nicht mehr ist. weil Gott ihn erfaßt hat". Der ^raumer geht zugrunde, weil er den Boden unter den Füßen verliert, lebensuntüchtig wird und in jenseitigen Erlebnissen und Vorstellungen ausgeht. Das einfache Naturkind rettet sich in die Hingabe an den Willen Gottes - und der Skeptiker findet auf dem Wege ins praktische Leben zu sich selbst zurück und zu den Menschen seiner Welt. Das tätige Leben rettet ihn. — „Das Buch wird über die Gemüter Macht bekommen, da es auf em Grundgefühl zurückgreist, das bei dem allgemeinen Schifibruch die Sinkenden über Wasser hallen kann" schreibt Georg Brandes. Das Werk, das m Dänemark größtes Aufsehen erregte, erschien soeben bei Grethlein & Eo. in Leipzig. 1448 Die soMjeiisierun g der Mongolei Sell dem Tode des Lebenden Gottes, des H utu k t u in U r g a, der Hauptstadt der Mongolei, hat die Sowjetregierung im Verein mit der Dritten Internationale ihre Anstrengungen vervielfacht. um den Unterbau zur Sowjetisierung der mongolischen Republik in möglichst kurzer Zeit Durchzuführen. Nach dem Zusammenbruch der gewaltmäßigen Dolschewiiierung beschritt dieSowjet- regierung den Weg des politischen und administrativen Zellenbaues, deren Führer sich in den letzten Tagen des Novembers in Urga zur Ausarbeitung der Konstitution der Mongolischen Volksrepublik zusammengefunden hatten. Die Konstitution sieht ein republikanisches Derwaltungsshstem im Sowie11yp vor. Der Kleine Huruldan erinnert m seiner Zusammensetzung und Funktion an das Zentralvollzugskomitee der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken und tritt zweimal im Iahr zusammen. Der Große Huruldan tagte zum erstenmal am 25. November in Urga und ist, wie Sowjetblätter berichten, nach dem „Prinzip der demokratischen Vertretung aufgebaut, DaS die ausbeutenden Klassen vom W a hl- recht ausschlieh t". Die große Volksversammlung hat u. a. die rote Flagge zum Schutzzeichen der Republik erllärt und das europäische Kalenderstzstem eingeführt. Der Tagung des Großen Huruldan ging eine Beratung des Kleinen voraus. Die Wahlen in dem Großen Huruldan wurden wie folgt Durchgeführt: zuerst wurden die Vertreter der Haschuns (eine administrative Einheit, die 150 Iurten umfaßt) gewählt, diese wählten die Vertreter für den Kongreß der Ai- maks (ein Aimak umfaßt 20 Haschuns). Schließlich gingen aus dem Kongreß der Aimaks, deren es in der Mongolei vier gibt, mit Ausnahme eines, wo die Macht in Händen der Geistlichkeit ruht, die Deputierten des Großen Huruldan hervor, zu denen Vertreter der Behörden, der Beamten und der Geistlichkeit gehören. Die Sowjets feiern die neue Konstitution der D^ngolei als großen Sieg. Aus der Tagung des Großen Huruloans in Urga. das in Ulan-Butor-Hoto, d.h. die Stadt des Roten Recken umbenannt worden ist, hielt auch ein Vertreter der.kommunistischen Internationale eine Begrüßungsansprache. Nach der Wahl. Von Oberbürgermeister Dr. Külz (Dresden) M. d. R. Zum gleichen Thema äußerte sich am Freitag vergangener Woche Exzellenz Dr Becker als Vertreter der Deutschen Volkspartei. Im folgenden geben wir einem führenden Mitglied der demokratischen Aeichstagsfraktion das Wort. In einem dritten Artikel wird sich ein Mitglied der deutschnationalen Reichst-gfraktion zu der durch die Wahlen g- schaffenen Lage äußern. D. Red. Bei Beginn des Wahlkampfes wurde dieser in weiten Schichten des deutschen Volkes nicht als die Notwendigkeit eines Appells an die Wähler in einer großen politischen Frage empfunden. sondern sie als die vermeidbare Folge einer überflüssigen parteipolitischen und Regierungskrisis. Hieraus ergab sich ein gewisser Unmut. der eine schwache Wahlbeteiligung befürchten lieh. Im weiteren Verlaufe des Wahlkampfes trat jedoch in dieser Beziehung ein völliger Wandel ein. Die groß angelegten Parteitage einzelner Parteien, insbesondere der Deutschen Volkspartei und der Demokraten und die intensive Arbeit der Presse steigerten sehr schnell das Interesse der Allgemeinheit an den Wahlen, und sehr bald stellte sich die Erkenntnis em, daß es am 7.Dezember um grundlegende Ent- scheidungen und um Schicksalsfragen der Nation gehen werde. Diese Erkenntnis zeitigte die erstaunliche Tatsache, daß trotz der Häufung der Wahlen innerhalb der letzten sechs Monate die Wahlbeteiligung doch gegenüber den Maiwahlen nicht unerheblich zugenommen hat. Wer selbst inmitten des Wahlkampfes stand, merfte sehr bald auch auf anderem Gebiete eine bemerkenswerte Wandlung zum Besseren. Während noch im letzten Wahlkampf in den Versammlungen das hohle Schlagwort und die tönende Phrase starke Wirkung ausübten, befreiten sich jetzt weite Kreise von dieser suggestiven Wirkung und zeigten das ernste Bestreben, sich mit kühlerem Verstand in de pofit.schen Probleme zu vertiefen. Der Rauschzustand der politischen Ekstase, von dem früher weite Kreise befallen waren, verflüchtigte sich merklich. So verlor der politische Radikalismus schon aus diesem Grunde an Boden. Andere Momente kamen hinzu. Die Kommunisten entbehrten ihrer zugkräftigsten Agitatoren, die es vorzogen, im Ausland die Wiederkehr ihrer Immunität abzuwarten. Die Nationalsozialisten pendelten ziellos zwischen den verschiedenen Gruppen und Verbänden hin und her und diskreditierten gegenteitig ihre bisherigen sogenannten Führer, die mit Namen zu nennen zu viel Ehre bedeuten würde, die Unfruchtbarkeit des extremen Rad kalismus trat täglich mehr zutage, und das Endergebnis war der Rückgang der Kommunisten und Nationalsozialisten um je 1 Mill on Stimmen. Diese Dezimierung der radikalen Flügel w rd für den Parlamentär schon Betrieb des neuen Reichstags eine w llkommene Entlastung bedeuten, denn es bedeutet doch einen erheblichen Unterschied, ob 94 Saboteure des Parlamentes am Werke sind oder nur 57. Der unerfreuliche HangzurZersplitte- rung ist leider nur wenig gemildert worden: er scheint manchen Kreisen als deutsches Übel tief im Blut zu sitzen. Gleich Derbangntf- voll ist die starke Neigung, rein beruf 8 = ständische oder materielle Sünderin t e r e s s e n über das Allgemeinwohl zu fegen Interessenpolitik über Staatspolitik, dieser Satz leuchtete aus vielen Wahlaufrufen hervor und hat die Stimmen von vielen Tausenden von Wählern zur politischen Bedeutungslosigkeit verurteilt. Zwischen den Parteien des Reichstags, die man als die historischen ansprechen kann, hat das Ergebnis des Wahlkampfes eine grundlegende Verschiebung des Krafte- verhältnisseö nicht gebracht. Diejeni- gen. die einen Rechtsblock für erreichbar hielten, sahen sich ebenso enttäuscht wie die. welche eine ausschlaggebende Stärkung- der bisherigen Regierungsparteien erhofften. An äußeren Möglichkeiten einer Regierungsbildung finb verschiedene vorhanden, eine innerlich festgefügte Regierung zu schaffen, wird ungeheuer schwierig fein. Da die Demokraten eine Rechtsregierung selbstverständlich nicht mitmachen werden, scheidet eine solche selbst für den Fall aus, daß das Zentrum sich zu ihr verstehen würde. Eine Koalition aus Zentrum. Sozialdemokraten und Demokraten kommt ziffernmäßig nicht rn Betracht. Co bleiben also die beiden ernsthaft zu erwägenden Möglichkeiten, die große Koalition von der Volkspartei bis zur Sozialdemokralle oder die bisherige Koalition der Mitte. Der Gedanke der großen Koalition findet jetzt unter dem unmittelbaren Eindruck des Wahlkampfes naturgemäß weder bei der Dolkspartei noch bet den Sozialdemokraten Resonanz. Aber auch dann, wenn die über dem Kampffeld noch lagernden Nebelschwaden sich verzogen haben werden, wird nur schwerlich die große Koalition am politischen Horizonte auftauchen. Wohl hat der Führer der Volkspartei. Dr. S t r e s e m a n n. mit Wort und Tat sich in Der Vergangenheit wiederholt zur großen Koalition bekannt, aber der rechte Flügel seiner Partei ist doch jetzt so stark geworden. daß es selbst diesem gewandten Arrangeur nicht gelingen wird, das Steuer seiner Partei im Reich in das Kielwasser einer Koalition mit Der Sozialdemokratie zu bringen. Aus der an- Deren Seite ist zu befürchten, daß der Zuwachs bet den Sozialdemokraten, der ja zweifellos aus Dem radikalen Lager kommt, auch Die Sozialdemokratie wenig geneigt machen toirD, sich ihren Wählermassen gegenüber durch ein Zusammengehen mit der schwarz - weih - roten Dolkspartei zu exponieren. So bleibt wahrscheinlich als einzige, fast tragikomisch anmutende Möglichkeit nur die b i 8 - hörige Koalition Der Mitte. Was die Demokraten im alten Reichstag als das Ge°> Die rote Kaschgar. Roman von Fedor von Zvbektih. 18 Fortsetzung (Nachdruck verboten.) „3a,“ sagte Frehe. „ich weiß es noch." „Da sah er wie ein Waldgoll aus, und wir waren seine Dryaden. Wir hatten unsre roten Kleiderchen an, wie Mohnblumen ober Feuer- nellen, und schließlich zogen wir Stiefel und Strümpfe aus und patschten im Wasser umher. Glückliche Kindheit! Was ist aus unsrer Freundschaft geworden? Du sitzest zwischen deinen Betbrüdern, und ich behüte da oben meine Schleiereulen — Gert aber geht uns durch Die Lappen, nimmt erst ein Weib und Dann reißt er aus. Zu Schiff nach China — näher durfte es nicht fein“ „Iöses, was redest du!" rief Gert, wütend über das störende Dazwischentreten Alexes. Wolltest du nicht einen Dock belauern, holde Diana? Vielleicht kommt er noch — wir lassen dich allein. Freye. ich führe meinen Gaul und bringe dich durch Den Wald purüd. Es Dämmert, und du kannst dich tierirren. „Schönen Dark. Gert." erwiderte Frehe, „der Wall» ist mein Garten, ich finde selbst in der Dacht meinen Weg. Aber du hast doch recht mit der mahnenden Dämmerung. Die Mutter wartet, es ist Zeit, daß ich gehe." „Ich begleite dich." wiederholte Gert störrisch. „Ditte nicht", sagte Freye. Alexe lachte. „Du hast noch immer den alten Stierkopf, Gert", rief sie. „Ueberkge gefälligst: wenn einer aus Kappietsch dich mit einer ledigen Schwester der Gemeinde sieht, muß er da nicht glauben, der Teufel der Weltsünde wolle sich unter die Sillen im Lande drängen? Soll Freye das schwarze Lämmchen in ihrer Herde werden? Ich mache dir einen anderen Vorschlag. Drüben unter den Eichen hält der Förster mit meinem Wägelchen. Kotoyiere mich und iß mit mir auf Der Wesenburg zu Abend." „Ich sehne mich nicht nach dem Geplärr der Tanten", erwiderte Gert grob. „Ich kann uns auch auf meinem Zimmer servieren lassen, wenn dir das lieber ist." „Merci, auch das nicht. Es dünkt mich Gefahr dabei." Unwillkürlich schoß ihr das Blut in die Wangen. Verzeihung — jetzt versteh' ich", Tagte sie. „Du hast Sammlung nötig für deine Hochzeit. Geh in dich, Gert, und wasche deine Seele. Theda wird sicher Freude empfinden über einen Sünder, der Buße tut, wenn du ihr aus deinem Purgatorium auch nur schreiben kannst, weil ein Engel mit feurigem Schwerte —" Diesmal lieh Frehe sie nicht aussprechen. Unbewußt empfind sie. daß über der lockeren Zunge Alexes eine Häßlichkeit schwebte. „Aus Wiedersehn. Lexe." sagte sie und reichte ihr die Hand, „ich muh fort.“ Die Domina war wieder von strahlender Liebenswürdigkeit. Sie legte ihren Arm um den Hals Frehes und küßte sie. „Grüß' mir die Mutter", entgegnete sie. „Und weiter gute Besserung. Besuch' mich doch auch einmal — aber sage dich vorher an, Damit du mich daheim findest . . ." Gert stand abseits, das Gesicht verfinstert, durch die gestrafften Adern des Halses hämmerte der Schlag des Herzens. Gr nahm Frehes Hand und drückte sie so fest, daß das Mädchen die Zähne zusammenbiß. Es war ein schmerzlicher Abschied. Seelisches quoll bei Gert in Muskel und bewegte den Atem. „Seh ich dich nicht mehr?" fragte er halblaut und heiser. „Nein, Gert", erwiderte sie. „Goll behüte dich." Sie riß ihre Hand mit scharfem Ruck an sich und wandte sich. Alexe und Gert schauten ihr nach, keiner sprach mehr, Nervenstimmung glitt schattenhaft über die Gesichter, beide standen unter dem Albdruck einer Schweigsamkeit, die sich nicht brechen ließ. Freye eilte raschen Fußes über den Wiesenplan, umringelt vom Abendrot, über sich den schweren Flügelschlag eines Nachtvogels. Unter Den Bäumen verlohte ihre Gestalt. Gert warf sich schwerfällig auf sein Pferd. Der Falbe wieherte hungrig dem Futtertrog ent» 1 gegen und tänzelte. Gert riß ihn zusammen und nahm ihn fest zwischen die Klammern der Schenkel. „Reitest du neben mir?" fragte Alexe. „Dein Weg ist mein Weg." „Vielleicht war er es mal“, antwortete Gert in herbem Trohe. „Ieht reite ich querfeldein.“ Er nickte ihr zu. Mit schnobenden Nüstern und hochgeworfenem Halse glitt der Falbe in zuckelndem Kurztrab über die Wiese. „Die", murmelte der Reiter — wer wußte, wem das Schimpfwort gatt? — Alexe hörte es nicht, aber dasselbe Schmähwort kam auch, lautlos beinahe und, wunderlich genug, mit einem wehenden Unterton von Zärtlichkeit von ihren Mädchenlippen. als sie Den kleinen See umschritt, zurück nach ihrem Iagdwagen. — Ein Umschwirren traumhafter Gedanken begleitete Freye. Die Schwermut des Abends, der in goldgetönten, verblassenden Farben seine Schleppe durch Den Wald zog. kreiste in ihrem Blut. Er gab Dem Abschied Weihe und Feierlichkeit. Kirchenandacht war in ihr und eine ergebene Fassung. Es war ja alles richtig, was Gert in feiner Eigensucht gesagt Halle: eine Ehe zwischen ihm und ihr hätte nimmermehr zu einem gefesteten Glück geführt. Aber suchte er denn ein Glück? Sie beantwortete sich Die Frage nicht. Sie schloß ab. Auch in ihr war es Abend, und morgen begann ein junger Tag. Am rasch sich verdunkelnden Himmel blitzten schon ein paar Sterne, als sie die Dorfstraße betrat. Leben war hier, ein stilles Huschen, die Gemeinde zog nach Dem Bethaus zur Nacht- andacht. Letzter Glockenton sättigte Die kühler ge- toorDene Luft. Ein großer Mann tauchte neben Freye auf, Den Rundhut lüftend. „Grüß' Gott. Schwester Freye", sagte er. „So sehen wir uns doch noch einmal.“ Sie spürte wieder etwas wie einen leichten Stich im Herzen, genau wie am Vormittag, da sie an den Bruder Dorotheus gedacht und ihn zugleich unvermutet neben sich gesehen hatte. „Ich freu’ mich Darüber, Herr Fiedler,“ erwiderte sie, aber Da sie dies sagte, ging ihr Atem schwerer als sonst. „Zwischen unferm Lebewohl am Morgen und jetzt liegt eine Aussprache mit meiner Mutter — sie hat Den Wunsch. Sie kennenzulernen, bevor Sie abreisen.“ Der Missionar hatte sein Empfinden in Der Gewalt. Doch blieb er unwillkürlich stehen, mit einer leichten Bewegung Der Ueberraschung. Die Beter kamen jetzt von allen Seiten aus den Häusern. Die meisten grüßten stumm, ein paar junge Weiber steckten unter wispernden Lauten Die Köpfe zusammen, als sie die beiden sahen. Die große Glocke Hub wieder mit Vollton an und rief Die Gemeinde zum letzten Male zur Andac^. „Lassen Sie uns einen Augenblick zur 6eita treten, gnädiges Fräulein," bat Bruder Dorv- theus, und rasch führte er Frehe in die kleine dunklere Nebengasse, die in einem Dogen zu den auf Der Höhe gelegenen Dillen führte. „Ich nehme an,“ fuhr er fort, „Daß Sie mit Ihrer Frau Mutter über meinen — wie soll ich mich ausDrücken — meinen Werbeversuch gesprochen haben." „3a,“ sagte sie fest, „ich tat es — tat eS absichtlich, weil ich weih. Daß Die Mutter svch über meine Zukunft beunruhigt unD Daß schon die Möglichkeit einer Sicherung ihrem armen Herzen FrieDen bringen kann. Verstehen Sie mich recht, Herr FieDler — ich Dachte Dabei weniger an mich selbst als an Die Mutter. Ich bleibe bei Dem, was ich Ihnen heute früh sagte — ich kann Ihnen keine feste Zusage geben, aber auch keine Abweisung — ich warte ab, ich bin ja un- gebunDen I Darf ich Sie Daraufhin mit meiner Mutter bekannt machen?" „Ich bitte Darum“, erwiderte Bricker Doro- theus ohne weiteres. „UnD warm?" Freye überlegte. „Vielleicht wäre jetzt die geeignete Stunde“, entgegnete sie. „Der Nachmittagsschlaf ist für Mutter immer ein erquickliches Ausruhern Ich will sie fragen. Kommen Sie mit?" Er bejahte, und sie schritten nebeneinander den Weißdornpsad Hinauf zum Hause der Frau von Elstern, unter Dem kalkig gewordenen Nacht- Himmel, auf Dem auch schon eine weiße Sichel- spitze Des Mondes über den tannendunkeln Bergen sich Hochschob. „Bruder Dorotheus,“ begann Freye nach kurzem Schweigen von neuem, „ich habe eine Bitte. Es geht gottlob der Mutter ersichtlich ein wenig besser, aber eine Kranke ist sie noch immer. Nehmen Sie Rücksicht Darauf. Seien Sie vorsichtig in Den Antworten, die Sie ihr geben,“ (Fortsetzung folgt.) _ _ __ . ffTlllTFITITMBMIITWMIWWnMnnini■Hill lil If mKm »e^ eigneten, vah rnc Regierung vor Den Reichstag treten und es harauf anfommen taffen iollte, ob sie nach den Erfolgen, die sie aufzuweisen hatte von der Mehrheit im Stich gelassen würde, scheint jetzt nach ben Dahlen der einzige Ausweg zu sein, nur daß er jetzt unter ungleich ungünstigeren Bedingungen be'chritten werden müßte. Es hat keinen Sinn, m parteipolitischen Illusionismus darüber hinwegsehen zu wollen. daß die Neuwahlen eine Klärung der politischen Situation und eine Verminderung der innerpolitischen Schwierigkeiten nicht gebracht haben. Im Gegenteil, auch diese Wahlen zeigen, daß es dem deutschen Volk unendlich schwer wird, staatspvlitische Orientierung zu gewinnen welche die Voraussetzung zu parlametttarischer StaalSsorm ift. Wenn Dolkspartei und Sozialdemokraten in gleicher Weise in den nächsten Wochen sich zu der Crfemitni# durchringen, daß die Frage der Regierungsb ldung keine Sache des starren Prinzips oder der parteipolitischen Taktik, sondern eine Sache der Verantwortlichkeit vor Staat und Volk ist, dann ist eine Rettung möglich, sonst kommen wir in einen Zustand, der eine fatale Ähnlichkeit mit dem ., Forlwursteln" hat, der im österreichischen Parlament zum Prinzip geworden war. Untere ganze außen- und innenpolitische Entwicklung aber fordert eine auf breiter Grundlage ruhende, ruhige, stetige Politik auf weite Sicht. Daß der jetzt gewählte Reichstag Träger einer solchen Politik kaum sein farm, ist ein n-Ues, schmerzliches Zeichen dafür, welche ungeheuren Schwierigkeiten wir bei uns selbst noch zu überwinden haben, um unser Schicksal zu meistem. Hessisches Landestheater. Baum: Das Chriftfternlein. Ein Weihnachtsmärchen in dramatischer Form mit dem Titel „Das Christsternlein" von Dicki Baum. daS am Samstag in Gegenwart der Verfasserin (der Gattin des Mannheimer Generalmusikdirektors Richard 2ert) im Großen Hause des Landestheaters seine Uraufführung erlebte, hatte einen starken Erfolg. Die Handlung des Märchenspiels ist in Bilder aufgelöst, die mit genauer Kenntnis des Theaters und seiner Wirkungen entworfen und außerdem noch mit vielen Regieeinfällen ausgestattet sind. Das Lan- deStheater stellte nur gute Kräfte für die Ausführung zur Verfügung und hatte auch an Kostümen unö Dekorationen alles Erforderliche aufgeboten. Einzelne Teile des Märchenspiels waren mit einer die Stimmung wirkungsvoll untermalenden Musik von Graf Kalkreuth ausgestattet. Besondere Verdienste um die Spielleitung haben sich Kurt Darre und um die Gestaltung des Bühnenbildes Lothar Schenk von Trapp erworben. E. D. frankfurter Neues Theater. Thaw: Die heilige Johanna. Die vielumstrittene Legende des Wunder- v^dchens von Orleans behandelt Shaw, in feiner tiefen, aus der Erkenntnis aller Menschlichkeit sprechenden satirischen Anschauung. Fern aller Idealisierung und dichterischen Verklärung zeigt er Menschen wie sie lebten und immer bar leben werden. Kirchlicher und weltlicher Absolutismus xünben den Scheiterhaufen Johannas an. Die Aufführung im Reuen Theater bewegte sich in einem wundervollen, von Professor Oskar & t r n a b - Wien entworfenen Rahmen, dessen naturalistische Bühnenbilder unb pompöse go- thische Gewandung sich vollkommen dem Stil des Werkes anpaßten. Robin Roberts Regie bemühte sich, gegen die in den ersten Bildern gefährlich werdenden Klippen zu großer Lächerlichkeit anzukämpfen, ließ jüwch die Inquisi- tiotrsszene zu starker Eindringlichkeit anwachsen, ebenso den Epilog, der in seinem wehmütigen Ausruf „O Gott, wie lange wird es dauern, bis diese wundervolle Erde wert sein wird, deine Heilige zu empfangen?" den dichterischen Abschluß dieses vielleicht tiefsten Werkes Shaw findet. L. W. Wirtschaft. Die künftige (Entwicklung unserer Handelsbilanz. Die deutsche Handelsbilanz war im ersten Halbjahr mit über l1\ Milliarden Mark passiv. -Die Hoffnung, daß eine Besserung sich ergeben würde, hat leider getrogen, denn die Gesamteinfuhr in den ersten Monaten dieses Jahres beläuft sich auf ung?fähr 7 Milliarden Goldmark, während die Gesamtausfuhr noch nicht einmal 52 Milliarden Goldmari erreicht hat. so daß insgesamt b sher eine Passivität von 1,8 Milliarden sich ergibt. Gerade in den letzten Monaten ist die Einfuhrsteigerung besonders stark gewesen; im Oktober erreichte sie mit 855,6 Goldmillionen beinahe wieder den diesjährigen Maihöchststand von 887 Millionen, dagegen hat die Ausfuhr nur ganz langsam zugenommen. In der Hauptsache seht sich die Einfuhr zusammen aus solchen Lebensmitteln und Rohstoffen. deren Import für uns notw ndig ist. weil die wichtigsten Erzeugergebiete durch das Versailler Diktat uns genommen worden sind. Es muhten deshalb eingeführt werden vom 1. Januar bis zum 3D. September d. I nicht wen g^r als 218 500 Stück Vrih. 1.153 Millionen Doppelzentner Fleisch, 1.635 Millionen Doppelzentner Fette. 1,526 Millionen Doppelzentner Milch, Butter usw.. 11,14 M ll onen D.PP lzmtner Getreide und Mais, 4 1 Mill o ien Doppelzentner Mehl usw. An der Einfuhr für industrielle Zwecke waren b.sonders stark bete.Iigt Wolle und Baumwolle, sowie Steinkohle und Erze. Wie nötig wir diese Rohstoffe haben, zeigt, daß vom Iünuar bi» Oktober Oft Rohstoff entfuhr 28» Milliarden Mark ausmachte, dagegen die Einfuhr an halbfertigen und fertigen Waren zusammen nur 2.073 Milliarden Gäbet ist damit SU rechnen, daß der Ecnsuhrb darf sich noch weiter steigern wird, da in vielen Gegenständen deS täglichen Bedarfs der Derbrauch eine unnatürlich hohe Senkung gegenüber dem Frieden erfahren hat. so daß bei zunehmender Stabilisierung allmählich ein Mehrverbrauch wahrscheinlich wird. Schon wegen der aus der Verschlechterung der Währung sich ergebenden Gefahren müssen wir gegen die Passivität der Handelsbilanz an- kämpfen. Durch Steigerung der AuSiuhr ist daS nur sehr schwer möglich. Im August 1924 betrug untere GesamtauSsuhr im Vergleich zum August 1913 dem Gewicht nach nur noch 46 Proz.; diese Ziffer zeigt, wie sehr wir vom Weltmarkt zurückgedrängt sind. Die Ursache liegt nicht nur in der absichtlichen Ausschließung, der wir noch immer begegnen, sondern auch vor allem in der Steigerung der Eigenerzeugung der meisten Länder gerade in Fertigfabrikaten, ein Umstand, der die vor dem Kriege bestehende Bereitwilligkeit, deutsche Waren zu laufen, außerordentlich beschneiden muß. Der Abschluß der Hand ISver- träge ändert hieran nichts. Manche Verträge haben vielmehr sogar noch die Tendenz, den Zutritt der ausländ schen Waren zum d utschen Inlandsmarkt zu fördern. Abgesehen davon ist nicht zu vergessen, daß die Steigerung der Ausfuhr für das rohstoffarme Deutschland immer eine Steigerung der Einfuhr beb ngt, so daß die Bestrebungen auf Ausfuhrsteigerung e ne zieirl ch zweischneidige Sache darstellen. Da die Ausfuhrsteigerung zu schwer und zu langwierig ist, müssen wir den Hauptnachdruck darauf legen, den Einfuhrbedarf nach Mögllchkeit zu verringern. Das ift nur möglich, wenn wir in viel stärkerem Maße als b'8b?r der deutfchen Landwirtschaft die Möglichkeit geben, den größten Teil unseres Bedarfes an Nahrungsmitteln im eigenen Lande herzustellen; gerade der Rah- rungsmittelbedarf belastet unsere E nfuhr in stärkster Weise. Dazu bedarf es freilich einer systematischen und von pol t schen Störungen freien Förderung der Landwirtschaft. Die Landwirtschaft muß ihrerseits durch rationelle Bearbeitung dcS Bodens und durch stärkste Heranziehung der Technik im landwirifchiftl chern D tri be auch an der Steigerung der l ndw rtschastlichen Ertragsfähigkeit sich zu beteiligen bemühen. Rur wenn diese beiden Hauptforderungen erfüllt werden, können wir der Entwicklung unserer Handelsbilanz mit etwaS mehr Hoffnung entgegensehen, ♦ * Heyligenstae dt u. Eo., Gießen. Wie wir hören, soll die zum 22. Dezember einberufene G.°V. Beschluß fassen über die Umstellung des Aktienkapitals im Verhältnis 20 zu 1 auf 1250 000 Gm. (Friedenskapital), sowie des Dorzugsaktienkaiptals im gleichen Verhältnis von 1 Million Mk. auf 50 000 Gm., d. h. unter den Goldeinzahlungswert. * Aufhebung der Dorsensteuer- Verordnung vom 14. Februar 1924. Wie der „Deutsche Handelsdienst" erfährt, hat der Reichsminister der Finanzen die Bestimmungen der Dörsensteuerverordnung (Dörsenbesuchs- und Börsenzulassungssteuer) nunmehr mit dem 31. Dezember d. Is. außer Kraft gesetzt. Diese Rkihnahme ist bekanntlich bereits vor einiger Zeit bekanntgegeben unb von der Börse unmittelbar mit einer gewissen Geschäftsbelebung beantwortet worden. • Rentenbankgelder im offenen Markt. Die Rentenbank ist gegenwärtig so reichllch mit flüssigen Mitteln versehen, daß sie. laut „CBoff. Zig". ein-gen Großbanken b.trächk- liche Summen kurzfristigen Geldes gegeben hat. Die Danken wiederum verleihen dieses Geld an der Dörse auf kurze Termine, und zwar zumeist über den Ultimo des IahreS hinaus bis etwa 10. Januar fest zu 11 bis ll1/« Proz. pro Jahr. Es handelt sich dabei um eine stattliche Anzahl von Goldmillionen, unb man darf darum wohl sagen, daß die reichliche Geldversorgung der Dörse zu einem nicht geringen Teil mit diesen Operationen zufarnmenAingt. • Zunahme der männlichen Erwerbslosen. Von Mitte bis Ende Rovember hat die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger in der Erwerbslosenfürsorge von 427 000 auf 436 000, d. h. um etwas über 2 Prozent, angenommen. Die Zunahme erstreckt sich ausschließlich auf die männlichen Hauptunterstühungsempfänger, während die weiblichen noch eine kleine Abnahme zeigten. Die Zahl der Unterstützten Au Ende Rovember kommt ziemlich genau ber- lenigen zu Anfang des Monats gleich. Die Zahl der Zuschlagsempfänger unb unterhaltsberechtigten Angehörigen von Hauptunterstühmrgsemp- fängern verhielt sich ähnlich. Die Entwicklung entspricht im ganzen der Jahreszeit. * Dresdner Dank. Dresden. Die in Dresden abgehaltene auh rvrdenffiche ®?ne-xil- versamml-ng genehmigte d.e Goidmarle.S f ungs- bilanz und die entsprechenden Aenberungen der Satzungen. Bekanntlich wird das Aktienkapital im Verhältnis von 12.5:1 auf 78 Millionen Goldmark umgestellt, wobei 125 Millionen Mark Echutzaktien eingezogen werden. Heber die Ge- schÄtslaze führte Direktor R a t h a n aus. daß sie Anzeichen einer Besserung erkennen lasse. Die Lage des Geldmarktes sei leichter geworden, und es mülle im Hinblick hierauf in nicht zu ferner Zeit die Wiederherstellung cine3 Privatdiskontmarktes erwartet werden, insbesondere auch um einen breiteren Markt für die neue Reichsmark an den Wellsinanzplähen zu schaffen. Bei der Dresdner Dank habe sich das Geschäft befriedigend entwickelt. Die Umsätze erreichten zwar noch nicht die der Vorkriegszeit, und die Unkosten seien immer noch hoch, da auch heute noch ungefähr die doppelte Anzahl des Perionalbestanbes vorhanden sei. obwohl der Abbau bereits stark rorgenommen wurde. Es mülle auf dem Wege des Abbaues weiter fvrtgeschritten werden, um die Kosten für Bankkr^ite noch weiter herabsetzen zu können. D»s Effektengeschäft habe sich in der letzten Zeit sehr belebt DaS Interesse für gute Aktienwerte scheine mit der fortschreitenden Umstellung auf Goldmark zuzunehmen. Für das Jahr 1924 könne unter allem Vorbehalt eine Dividende in Aussicht genommen werden. " Stahlwerke Becker AG.. Willi ch. Der Betrieb des Werkes ist jetzt mit 300 Mann wieder ausgenommen worden. Es ist beab- sichttgl in allernächster Zeit die Detriebsstärke aus 1500 Mann zu erhöhen. Vuntes Allerlei. Wie Käthe Kruse ihre Puppen schuf. Die Käthe-Kruse-Puppen find heute eine Weltberühmtheit und erregen, wie stets, auch in diesem Jahre das Entzücken der Kinderwelt auf den weihnachtlichen Puppenausftellungen Diese kleinen Kunstwerke des Spielzeugs verdanken aber auch ihre Entstehung den günstigsten Bedingungen, indem ein großer Künstler zu ihrer Formung die Hand lieh und eine deutsche Künstlerfrau ihr ganze- Muttergefühl und chre warme Menschlichkeit in die Ausstattung dieser Puppenschönheiten legte. In einer gemütvollen Weihnachtsplauderei, die sie im neuesten Heft von „Westermanns Monatsheften" veröffentlicht, erzählt Käthe Krufe „Aus den Kinderjahren meiner Puppenwerkstatt". Als chre Kleinen Puppen verlangten, da war der Vater, der berühmte Bildhauer Mar Kruse, mit dem üblichen Puppenzeug, wie man es laufen kann, durchaus nicht einverstanden. „Ich kann mir nicht denken," sagte er, „daß man mit einem harten, kalten und steifen Dinge mütterliche Instinkte befriedigen kann. Ich kaufe euch keine Puppen, ick find' sie scheußlich. Macht euch selber welche." Das war nun leichter gesagt alS getan. „So viel nahm könnt man am 6nbe," schreibt Kälh' Kruse. „Und wie sich solche Heine Farm ansühlt. solch eine Wade, ein Schenkelchen, ein lockeres Aerm- chen, das hatte man, lebendig, ja immer vor sich. Und wie rund, weich und voll sich solch ein Köpfchen anfaht, das tonnte man auch noch nachahmen. Aber die RasenI Ach Gott! „Daß du die Olafe ins Gesicht behältst!" höhnte der Künstler-Vater, wenn er begutachtend solch eine neue Schöpfung in der Hand hielt. Aber endlich gelang es auch noch, dieses Problems Herr (ober Frau) zu werden. Da war das K.ndlein nun geboren. Roch nicht so schön und glatt wie heute, aber unseren Sprößlingen zur Seligkeit." Bei einer von Hermann Tietz in Berl.n veranstalteten Ausstellung von „Spielzeug aus eigener Hand" traten 1910 die Käthe-Kruse-Puppen zum ersten Male in die Oessentlichkeit. und sie waren ein großer Erfolg. Freilich daS waren nicht mehr die ersten Puppen, sondern unterdessen hatte auch der Vater einiges zu ihrer Verschönerung getan: „Ach, immer noch wollten die Rasen nicht stehen. Verzweifelt schilderte ich meine Röte dem großen Protektor. Da rührte es ihn, und er stieg vom Thron seiner großen Kunst einmal herab zu mir und toarb Heiner, und gemeinsam haben wir dann auch dieses Problem noch gelöst: die Rasen, die Ohren und die weich-dummen Mäulchen „ftanben". Uno die Puppen standen auf der Ausstellung. Und es tourbe ein großer Erfolg, und ich über Rächt, im Schlaf eine berühmte Frau. Ach, war ich da Derblüfitl Ich sollte plötzlich „das Ei deS Kolumbus" gelegt haben und ähnliche Sachen". Selbst die Puppenfabrikanten muhten sich wohl oder übel mit dem neuen Typ beschäftigen, und nach langen Verhandlungen wurde schließlich die Herstellung im großen einer Fabrik übertragen, deren Werkführer und Arbeiterinnen zunächst bei Frau Kruse lernten. So kamen die Puppen allmählich aus ihren Kinderkrankheiten heraus und entwickelten sich zu jenen tadellosen Schönheiten, die heute auf der ganzen Welt die Jugend entzücken. Reue Pritzel-Puppen zu Weihnachten. Don all den vielen Ausstellungen, die das Kunstgewerbe in den Wochen vor Weihnachten veranstaltet, bleibt ganz besonders tief im Gedächtnis hasten eine neue Sammlung ton Wachs- plastiken, die die mit Recht berühmte Künstlerin Lotte Pritzel bei Friedmann & Weber in Berlin zeigt. In die Se tenwände eines langen, schmalen Raumes sind Glaskasten eingelassen, unter denen sich wahre Wunderwerke der eigenartigen Technik der Künstlerin befinden. Sie wählt ihre Gestalten aus den verschiedenen Gebieten — Sängerinnen. Heilige, Engel, biblische Personen. Erschüttert steht man vor einem „Hamlet", dessen Eharakterzüge in Haltung, dem Spiel der Glieder, den übernervösen Händen und Fingern fast unwahrscheinlich beredten Ausdruck gewinnen. Gerade für diese Gestalt ist Lotte Prihels Auf- faffung wie geschaffen. Ihre übrigen Figuren — ift auch der Eindruck ein unerhört starker — laffen mitunter doch das Gefühl wach werden, daß ein allzu ästhetischer, angekränkelter Geist ihnen innewohnt, dem ein Hauch frischen Lebens nottäte. In dem. was diese Plastiken darstellen wollen, ist allerhöchste Meisterschaft erreicht, wenn dieser Kunst ein Rachwuchs erstünde, der in seinen Werken das Leben frischer, weniger hoffnungslos spiegelt, so wäre daS außerordentlich zu begrüßen. Der Planet Baade — ei» merkwürdiger Himmelskörper. Die Entdeckung eines merkwürdigen Himmelskörper ist Dr. W. Baade an der Hamburger Sternwarte in Dergedorf gelungen, wie in der „Astronomischen Zeitschrift" mitgeteilt wird. Mit Hilfe des großen Spiegelteleskops fand der Gelehrte einen planetarischen Körper, der sich in einer durchaus kometenähnlichen Dahn bewegt. Früher hielt man für einen der Haupt- unterschiede zwischen Planeten unb MW Gestalt ihrer Dahn, indem man annah«, dmI sich die Planeten in einer der KreiS form nah« kommenden, die Kometen in einer der Parabel sich nähernden Ellipsi um die Sonne bewege». In neuester Zeit aber hatte man eine Reihe öoa Kometen mit planetenähnlichen Dahnen und ton Planeten mit kometenähnlichen Bahnen kennengelernt. Das neuentdeckte Gestirn, da» tm westlichen Teile des Pegasus stand und eine sehr schnelle nach Südosten gerichtete Bewegung geigte, bat nun eine 'Bahn ganz wie ein Komet. Die Beobachtungen und Berechnungen, die auch an anderen Sternwarten auSgeführt wurden, ergaben aber, daß eS sich um einen Planeten mit ungewöhnlich ianggeftredter elliptischer Bahn handelt. Durch den neuen Planeten .Baade*' wird also der bisher angenommene Unterschied zwischen den beiden Arten von H>mmelSkörp«n vollständig ausgehoben. Wie die Pflanze mit den ‘Blättern trinkt. Man kennt einige tropische Pflanzen, die mittels besonderer Saug haare das Wasser durch die Dlattobersläche aufzunehmen vermögen und sich aus diese Weise in bezug auf die Wallerveffvr- gung vom Wurzelsystem ganz unabhängig machen. Aber auch unsere einheimischen höheren Pflanzen nehmen Wasser durch bic Blattoberfläche aus, unb wie dies geschieht, darüber hat K Wetzel umfangreiche Untersuchungen ausgeführt, ülor die tu den „Raturwissenschasten" berichtet wird. Er hat sestgestellt. daß tatsächlich sehr viele Pflanzen mit ihrer Oberfläche Wasser aufnebmen, aber die anf- genommenen Wassermengen sind gering, und das Wasser wird nur über äußerst kleine Strecken im Innern weitergeleitet. Diese oberirdische Walleraufnahme reicht bei unseren Psianzen ketneSveol aus, um den Verdunstungsverlust auch nur tm entferntesten zu decken. Deshalb sind die Wasser-' mengen, die unsere Pflanzen mit den Blätter« aufnehmen, für das Leben dieser Organismen nicht von der großen Dedeutung. wie eS bei einzelnen tropischen Pflanzen der Fall ist. Bttchcrtisch. Deutsch kundlicheDücherei. (Bbit Sammlung von Hilfsbüchem zur Deriiefuna in die deutsche Sprache, Literatur, Kunst, Kult»-. (Die germanisch-deutsche Sprachgeschichte von Studienrat Dr. G Wenz [59 Seiten, Preis —.60 Mk.): Deutsche Wortkunde. Von Ober» ftubienrat Prof. Dr K. Bergmann [48 Seit«, Preis —.60 Mk I: Deutsche Ramenkunbe. Don Geheimrat Pros. Fried- Kluge [45 Seit«, Preis —.60 Mk.): Geschichte der epischen unb idyllischen Dichtung. Von Oberstudiendirektor Dr, Emst Weber |6O Seiten. Preis -.60 Mk.) Verlag von Quelle u Meyer in Leipzig 1924.) Eine Bücherreihe, die den Leser tn hohem Maße bereichert. Die beste Empfehlung darf man diesen Schriften mit auf den Weg geben. 1175/78. — Die Anarchistin. Von MR. 3üne- m ann. Preis geb. 2 Mk. (Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig.) — Spannend vorn Anfang bis zum Ende läßt dieser kleine Roman den Leser nicht wieder los. Dabei eine ausgezeichnete literarische Qualität. Unsere Zeit mit ihrem Gären und Brodeln gibt den Rahmen. DaS Buch stimmt ernst und hinterläßt einen tiefen Eindruck. 1190 — Die Reue Musik-Zei 1 ung (Stuttgart, Verlag Kari Brüning er Rachs. Emst Älett) fügt ihrer Reihe bedeutungsvoller, inhaltsreicher Sonderhefte ein neues zum Gedächtnis von Peter Cornelius hinzu. Jos. M H Loffengibt ein fein gesehenes Bild vom Künstler und Mensch« Cornelius. Die Opern bebanbcll Dr. Erwin Kroll. Das heitere Wffen des Dichterkomponisten beleuchtet sein Sohn Pros. Carl Maria Cornelius. Bruno Weigl (Brünn) sucht nachzuweisen, welche Werke Cornelius' die Zeit überdauern werden. 1547 • Dr. M. Hirsch, Friedrich Rietzsche, der Philosoph der abendländischen jtullur. (Strecker & Schröder in Stuttgart. Halbleinen 320 Mk.) Diese neue Darstellung Friedrich Rietzsches und seiner Philosophie beruht auf der Ueberzeugung des Verfassers, daß drsher über der reichen Teilnahme, die der Person des Denkers und einzelnen seiner Lehren galt, der sachliche Gehalt feiner Arbeit als e':neS Ganzen zN kurz gekommen ist. D esen sachlichen Gehalt bemüht sie sich herauszuarbeiten, vor allem tn seiner Beziehung auf die Idee, die RietzscheS Denken leitete Diese Idee ist heute „In der Verfinsterung begriffen“; ihre Einheit unb Lebensmöglichkeil b gegnen dem Zwe fei In dieses Dunkel leuchten R etziches Erkenntnisse und Forderungen gleich Blitzen in der Rächt. Daß au« der Rächt ein Morgen werde, dazu bedarf es einer Verjüngung des Willens, die Rietzsche verlangt. An alle, die auf diesen Morgen harr«, wendet sich dies Buch und trotz des Leinen Umfanges wird es ihnen weit mehr als nur eine Biographie und eine Einführung in die CBett Rietzsches geben. 1403 vt'.cVt eine zirte, weisse heui «. fl 8V blend, schönen Teint erlengea u. ee- .' Ä ? • 'en*. । wischt sich nar mit 5tadMe/ien MAGGI5 Würze 4m * * Praktisches Weihnachtsgeschenk: MAGGI® Suppen In Würfeln» MAGGI® Fleisch brüh würfeL «■'HTaih I - L’l Eröffnung von laufenden Rechnungen Verwaltung von offenen u. geschlossenen Depots 10073a 11 Restaurant m Saalbau Sauer Eröffnung v. provisionsfreien Scheck-Rechnungen Annahme von Geldeinlagen Rotes Kreuz | Metzelsünpe gweigverein Gießen g Ab 10 Uhr früh Wellfleisch mit Kraut Vorzügliche Weine Ü Qnhnlhnf MüpV cIpüRd h Öbarhessische Gesellschaft (j.ffl.öblllllliül, mdl Klöil dUK4 für Natur. und Heilkunde. Mitglied der Edeka 9877D So-Wasch An narat 10068c Tolle Groteske. 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