[arso. "75 3, ' 1.25 "ISO «12.0 0 ZU machen. >.25p« adeo'- tn in. 211. 8972a Die Deutsche Volkspartei im Wahlkampf. Dortmunder Reichsparteitag. Der Dortmund, 14. Rov. (TU.) Unter ungeheurem Andrang fand heute noi) den gtinalttgen Kundgebungen des Vortages der eigentliche Reichspalieitag der Deutschen Volkspartei im Fredertbaurn statt. Die langen Tischreihen waren dicht besetzt. Auf den Tribünen staute sich die Menge der Gäste. Alle Wahlkreise hatten zahlreiche Vertreter entsandt. Auch die befreundeten Organisationen, die Grvßdeutsche Dolkspartei Oesterreichs, bte Deutsche RatiorrLpar.e- der Tschechoslowakei und die Dolkspartei aas dem Saargebiet urti> auS Da nz ig hatten den Parteitag mit Delegierten beschickt. Unter lebhaftem Beifall der Versammlung wurde zum Vorsitzenden Geheimrat Dr. Kahl gewählt, der schon zahlreiche Parteitage geleitet hat. Dr Kahl begrüßte die zahlreiche Devsamm- lung, die wohl als ein Beweis der Lebenskraft und des Lebenswillens der Deutschen Dolkspartei gelten könne. (Stürmische Zustimmung.) Gr stellte fest, daß der- Parteitag in voller Einheit und Geschlossenheit vcrsanrmelt sei. Wir sind en schlo sen, so führte er auS. den bevorstehenden Wahlkampf in Treue für unsere Sache und sieghaft zu ds- stehen. Wir wollen appellieren von dem mangelhaft unterrichteten Wähler vom 4. Mai an das besser unterrichtete deutsche Volk vom 7. Dezember. (Stürmischer Beifall.) Tr. Kahl erklärte, er denke nicht daran, die Verdienste der Volkspartei zu monopolisieren, wie es auf dem demokortischen Parei ag geschrien sei (Heiterkeit), Io daß man hätte glauben kön. en, die 28 Mann im Reichstage hätten alles geschafft. (Erneute Heiterkeit.) Tie Verdienste der anderen Koalitionsparteien sollen nicht gechmälert werden, auch in gewissem Jeft begründet sei heute die christliche Volksschule. Untere Liebe ist Severing nicht, aber wir haben doch mit ihm zusammenarbeiten können. Fast um jeden Rachtwochter habe ich mit Seoering gekämpft. (Heiterkeit.) Don 400 Landräten stehen doch mindestens 200 in ihrem nationalen Empfinden uns nahe. Das ist ein Erfolg der Deutschen Volks- Partei. Don den unglücklichen, gedemüligten deutschen Ländern ist Preußen am schwersten getroffen. Und nun ist die Weimarer Verfassung geschaffen, gerade von einem unpreußischen Mann, der sch Preuß nennt. Wir werden nicht ruhen, bis die Heiabdiückung Preußens und der Länder durch diese Verfassung beseitigt ist. Wir brauchen keine neu: Wrisrnabstimmung 'feinen Separatismus. der sich auf einen Artikel der Reichs- Verfassung beruft. (Stürmischer Beifall.) Darum fort mit Artikel 18, der jedem preußischen RegierungSbez rk die Möglichkeit der Lostrennung von Preußen gibt. Abg. Dr. Wunderlich -Leipzig gab einen Utf>erbLcf über die Entwicklung öcr { Aufwertungsfrage im Reichstage. Die Deutsche Volkspartei habe dabei eifrige Arbeit geleistet und anfeuernd gewirkt. Der Redner gedach.e be anders der verdienstvollen Tätigkeit Düringers. Unverständlich sei es, daß der Rentner - und Sparerverband sich nur für die Dcutschnationalen und Völkischen erklärt habe: dabei sei die Deutsche Volkspartei« die eigentliche AafwertunKspartei. Letztere fordere nwglichst baldige Vermiung der öffentlichen Anleihen unter Ausschluß der Spekulation. Die Soziallösung deö F.n'.nzministers, für die auch die Demokraten mit Dernburg seien, sei ein Almosen. Hier handle es sich aber um eine Rechtsfrage. Dann nahm Außenminister Dr. Stresemann von der- Versammlung freudig begrübt, das Wort. Er wies darauf hin. daß man den Sinn einer außenpolitischen Stellungnahme nicht in bartet» politische Fesseln schlagen könne. Dr. Schacht habe von einer demokratischen Außenpolitik gesprochen. Er müsse es ablehnen, daß von einer solchen, wie von einer konservativen gesprochen werde. Hier spiele der Gedankengang mit, daß man moralische Eroberungen zu machen glaube, wenn von der deutschen als von einer demokratischen Politik gesprochen wird. Die Erfahrungen sprechen für die Annahme, daß die westliche Demokratie bann eine Anerkennung ihrer Grundsätze sehe. Auch sprechen die Erfahrungen dagegen, daß von derSchafsung eines deutschen Linksblockes außenpolitische Vorteile zu erwarten seien. Die schematische Uebernahme der Grundsätze der westlichen Demokratie hat einen Frieden von Versailles nicht verhindert. DaS Rein, das vielen als Ausdruck de: Kraft in der Außenpolitik erscheint, ist weite-, nichts als das Gefühl oberflächlicher Einschätzung gegenüber den Tilgen, die man glaubt, mit Schlagworten abtun zu können. Vor der Londonev Konferenz had:n wir den fremden Reg c ungen deutlich zu verstehen gegeben. daß mit der Annahme des Gutachtens die Befreiung des Ru hrge bietes verbunden sein müsse. Die Reichsregierung habe sich den schwersten Angriffen ausgesetzt Der Drang der Linken, die immer vorher alles annehmen wolle und dann alles andere erhoffe, hab: unS bisher nichts eingebracht. Der Stanopunkt, daß wir auf die Lebensbedürfnisse Rücksicht nehmen, da- ist die Methode, die uns in London zum Erfolg geführt hat Wir haben uiifeTe Politik nationale Realpolitik genannt. Dies ist nicht nur em neues Schlagwort, dee Gedanke schließt in sich einen ganz bewußten Gegen- sah, nämlich den zum Illusionspoli- t i r e r, und ich fasse eS als eine der Hauptaufgaben der Gegenwart auf, das deutsche Volk aus der Illufionspolitik herauSzurellen Die Deutschvölkischen treiben Kraftmeiertum, haben aber keine politische Idee. Ankämpfen müssen wir aber bagegen, daß man im deutsch- nationalen Lager nur schwer dazu kommt, die Wirklichkeit so zu sehen, wie sie ist. Man darf sich nicht eine Macht vortäuschen, die man nicht mehr besitzt. Ich stelle das nicht dar, um damit draußen Stimmung zu machen, sondern ich betone unser Recht auf Erfüllung des Vertrages, nachdem wir den Vertrag erfüllt haben. Dr. Wirth hat kürzlich gesagt, die Deutsche Volkspartei solle etwas vorsichtiger sein in der Adoptierung der ®c- dcmkengänge anderer Parteien und er hat die heutige Außenpolitik angesehen als die vollkommene Durchführung der Grundsätze, die früher von ihm und seiner Partei verbreitet wurden. Diese Behauptung ist ebenso abwegig wie die andere, daß die Deutsche Volkspartei in ihrer außenpolitischen Einstellung sich etwas geändert habe in bezug auf Anerkennung dessen, was man Repavat io ns pflicht nennt, was ich aber Kriegsentschädigung nennen mochte. Wir verwahren uns g g n die moralische Kriegsschuld Deutschlands, erkennen aber die Folgen des verlorenen Krieges an. Wir sind und bleiben die alte Rationalliberale Partei, wenn auch unter anderm Ramen und in neuem Gewände. Der Crbschaftsprozeß dürfte in allen Instanzen heute wohl für die Deutsche Volks- Partei entschieden werden, sofern die Demokratische Partei überhaupt noch Ansprüche erheben sollte. (Heiterkeit ) Wir müssen eine bewußt liberale Partei sein, die den alten Grundsatz der Toleranz nicht aufgeben kann. Deshalb hat die jüngste Kulturtaqung der Partei lebhafte Befriedigung erweckt. Sie zeigte, wie stark die seelischen Kräfte in unferm Volke und in der Volkspartei leben. So glaube ich. daß die Partei geschlossen und einig wie wohl kaum je in den Wahlkampf tritt. Mit gutem Gewissen sieht sie der Entscheidung der Wähler entgegen. Lasten Sie uns hosten, daß wir gestärkt hineingehen in das Parlament: Hie gut nationalliberal, hie gut deutsch allewege! Als Dr. Slre'emann endete, erhob sich bLe Versammlung und spendete ihm begei" eri Beifall. Ter Parteitag genehmigte dann ei mutig den vorgeschlagenen Wahlaufruf der Deutschen Dolkspartei. In dem Wahlaufruf heißt ^s: Die D freiung unseres Valerien es vn m vil schen und mat eriellen F s'eln ist un'er Ziel. Der Wlle-stand g^gm R.chtsbruch Dceritändi nrng m t d m Gegner auf dem F rße der Gleichb recht g ng Uebe - nähme von Lasten nur gegei S che ung von Fre hnt. Ehre und Leb'.n em^s K lturvvbe^. die Wiedereinführung Deutsch! nds als Faktor in der Weltpolitik und in der Weltwirtschaft, das find die Me len- steme unseres Weges. Auf diesen W-ge werden wir auch den unrnjäMar.n Anspruch auf koloniale Betätigung zu erkämpfen wissen Eine erfolgreiche Au^npolitik setzt im Innern bte Wiederherstellung des Rechts und der Staatsautorität. f?toic die Wie - dergesundung der Wirtschaft voraus. Die Wunden, die der Krieg, die Revolution und die Inflation schlugen, werden sich erst bann wieder schließen, w.nn die unglücklichen Schven der Entrechteten und Geschädigten und der Kr egs- beschädigten unter Anspannung der äußersten Kräfte deS ganzen Dol'es w eder aufgerichte fein werden. Für die gerechte Aufwertung werden wir wie bisher kämpfen. In der Sorge füv die Ausland- und Grenzdeutschen, wie für die Derdringten und Vertriebenen werden wir nicht nachlasten. Auf der Grundlage des notwendigen Schutzes sind Handelsvertragsverhandlungen zu fordern, die unseren Wiedereintritt in die Weltwirtschaft sichern und unserer Ausfuhr- industrie die notwendige Enstaltung gewährleisten. Wir müssen fest im nationalen Boden wurzeln, den Staat, die Wirtschaft und die Erziehung mit liberalem Geist erfüllen, und im Sozialen durch den Ausgleich der Gegensätze eine deutsche Volksgemeinschaft erstreben. Die Grundlagen. die wir legten, werden wieder zerstört und das Ziel der Befreiung rückt aufs Reue wieder in unerreichbare Ferne, wenn der Radikalismus und der Sozialismus zur Herrschaft kommen. Der Linksblock will die Entwicklung noch einmal zurückdrehen, und das Volk von neuem wieder in Klassenkämpfe stürzen. Die Deutsche Vollspartei stellt sich diesem Treiben entschlossen in den Weg und wird mit allen Mitteln für die geradlinige Fortführung ihrer Aufbau- und Gesundungspolitik kämpfen. Unter falscher Flagg:, mit irreführenden Parolen, ist der Wahllamvf eingeleitet toorien. Ver- fassungsfragen stehen nicht im Vordergründe. Die Grundlagen deS Staates bedroht mir, wer das Volk nicht zutammenführt, sondern in zwei Teile zerreißen will. Danm-rparaden lenken vrn Wesentlichen ab und tragen die Gefahr der ilebc:- hebung und Verhetzung in sich. Was not tut, sind nicht Schlagworte, Formen und DiSkustivnen. Rur Arbeit und starkes Dewin Wortung slswuht- sein und offener Sinn führen zur Fre heit Wir kämpfen für nationale Realpolil jk. eine starke Regierung auf den GrundlaFo.i des Rechtsstaates und gesunde Wirtschaft. Unter dem Symbol der alten Rcichsfarben Schwai-z-Weih-Rot wollen wir ein glückliches neu<4 Deutschland schaffen. Der Weg zu diesem Aufstieg führt nicht rechts noch links, er führt geradeaus. Die Wirtschaftsverhandlungen mit Frankreich. Die Pariser Presse ist empört, erregt, auf- gebracht bis xum Höch ten ©tobe, sie spritzt Gift und Galle, weil die deutsche Deleg Hon es gewagt Hat, während der Verhandlungen über de i neuer pautsch-französischen Handelsvertrag die Frage dev 26prozentigen Reparationsabgabe aniu- sch.'.eiden Ebenso grenzenlos wie ihre E ftrü >u g sind auch die Verdächtigungm. daß d c deutsche Delegation ein vorb^achles Spiel treibe und es darauf abgesehen habe, Schwierigkeiten zu scha'- fen. Das offiziell? und nitztoffizirile Fccrnlreich verschweigt aber ganz, dcvß man auf deutscher Seite den Standpunkt vertrat, an das Londoner Abkommen sei nicht nur Deutschland, sondern auch Frankreich gebunden, Frankreich mü’fe infola dessen c&e so wie Deut ch land die Richtlinien oes Dawesgutach e s inne- halten und auf die selbständige Einkassierung von Reparationen, wie das durch di? widerrechtlich eingeführ'e 26prozenti e Erportabgabe geschieht, verzichten. Daß Deutschland auf ein? Durchlöcherung des Londoner Abkommens sich nicht einlasten kann, verst?h sich von selbst: toerm Frankreich sich also weigert, die Exportabgabe aufzuh:b?n und die Lon^ver Der« cinbai ungen lot>al tmrchzuführen. so trigt nicht Deutschland, sondern Frankreich die Te a :t- woitung für die jetzt entstandene Krise. Dec Meiirungraustausch, der im An ch'.uß an die Differenzen zwischen Paris und Berlin eingeleitet wurde, w:rd feinen Zweifel dambw la'fen daß die Reichsrogierung und die deutsche Delegation auf dem gleichen Standpunkt stehm, und daß di? Verhandlungen nicht den gewünschter E f l; bringen werden, wenn di? Pariser Regelung weiter an der wj'errechtlich eingeführ.e^r Reparationsabgabe festhält. Räumung des Siegkreises. Siegburg. 15. Rov. (TU.) Rach einem Schrieben de: Des lhungSb hride an den Landrat des S:eglrei es Werder ab 17. Rovern e , 12 Uhr nachts geräumt sen: 1. das südlich der Strecke Obeacaftel^Etieldvrferhon-F eckwink:l-Ro't gelegene Geb et des Sieg'ne les e'ms ch ießl'.ch Königswinter und Honnef, 2 die Bürgermeister er Much. 3. de: besetzte Teil de: Bürgermeisterei Ruppichtspoth, also das Gebiet, das b'L zum Januar 1923 zum unbesetzt -n Gebiet gehört hat Die D satzungsbehör.e rechnet mit der M twirkung der deut chea Behörden zur Unterdrückung aller Kandg.b^N'en vor, während und nack» der Räumung. Die Generalinspektion. Zuerst hieß man sie Milrtärkontrvlle, heute ruft man sie Generalinspektion und wenn es draußen wieder grünt, wird sie Wohl I n - vestigation heißen. Ihre Vater sind also md)t faul gewesen, ihr hübsche Ramen zu geben, die immer weniger bezeichnerrd werden Und doch tft sie o i n i) ä ß ! i d> trächtigem Charakter, nur Häßliches erzeugt hat: die Interalliierte Militärkvittrollkommstsicm Solche Einrichtungen, die den Schattenseiten der menschlichen Ratur. in diesem Falle der R a ch- s u ch t und der Angst, ihre Entstehung verdanken, werden nicht sauber, auch wenn sie viel, viel länger leben, als man ihnen bei ihrer Geburi voraussagte und wie ihre Erzeuger selbst annehmen. Ihre Rutznießer empfingen als Drohnen die letzten Groschen eines ra ch verarmten QM. cd. ihr lockeres Leben vergiftete die Stimmung und verhinderte jede Möglichkeit zur Aussöhnung mit den Rachbarn jenseits der Vogesen. Und die guten Franken führten manchen hungernden Deutschen vom Pfade der Anständigkeit ab und machten ihn zum Verräter an seinem Volke. Frankreich braucht die I. M. K. K., um Deutschland unter Druck zü halten und jederzeit, wenn es ihm paßt, aller Welt zu verkünden, Deutschland starre vor Waffen: es brauch, die I. M. K. K., damit seine Staatsmänner im Zeichen von Genf auszusprechen sich unterfangen können, der Abrüstungsgedanke sei eine gefährliche Illusion: cS braucht die I. M. K. K , um einen Vorwand zu haben, die Armee des Marschalls Foch am Rhein zu lassen. Die I M. K. K. muß die Blöße decken, die sich die Pariser Machthaber geben dadurch, daß sie auch heute noch an der Ruhr stehen. Die 2. M. K. K. verdankt ihr langes Leben der Lüge: sie ist eine Sumpfpflanze, giftig und von üblem Geruch. Bedauernswert sind die Männer, die in ihr Dienst tun müssen. 'Brutaler Zwang hält sie an, an den Orten, wo die Spitzel sie hinschicken, und mögen sie noch so unerfreulich sein, zu suchen. Sie müssen in den Kauf nehmen, daß deutsche Arbeiter, die ihnen helfen sollen, die versteckten Schätze zu finden, ihnen verächtlich den Rücken kehren. Es ist nun einmal nicht ander- in der Welt. ,,Wer Pech ansaßt, besudelt sich!" Frankreich hat die Generalinspektion verlangt, weil eS ihrer auS politischen Gründen bedarf, und seine Forderung damit begründet, seit Beginn deS Ruhrüberfalls habe man nicht mehr kontrolliert und Deutschland habe zweifellos diese Zeit berruht, um Kriegsmaterial anzuhäufen und auch sonst zu rüsten Es war interessant zu lesen, daß der Berliner Berichterstatter des Echo de Paris aus sicherer Quelle die ihm unter den Mitgliedern der ‘Berliner Kontrollkommission gesprudelt hat. erfahren hat der Rüstungsstand Deutschlands se feit 1 922 unverändert. Damit ist der ganze Widersinn der Generalinspeftion erwiesen und die ganze Welt sieht j ht. daß Frankreich sich und den anderen Beteiligten dieses kostspielige Experiment lediglich aus Prestige-Gründen zugemutet hat. Die deutsche Regierung hat alles getan, dre sog. Generalinspektion ohne Zwischenfälle zu Ende zu führen. Unausgesetzt sucht sie das Volk zu beruhigen und ihm dre Sach? durch dre Ankündigung schmackhaft zu machen, es sei nun wirklich das allerletzte Mal. Das ging viele Wochen ganz schön und Mc I.M.K K. hat bald tausend Untersuchungen vorgenommen. Aber die Länge hat die Last. So ist es leider in Ingolstadt zu Delästigungm von Franzosen gekommen. Sehr bedailerlich» Der Angriff geht an eine falsch? Adresse Die Sendboten, die in Mü ch? < sitzen, tun nur ihren Dienst, dessen sie sich wahcscheinIrch selbst schämen Ihnen hat Deutschland sicheres Geleit zugesagt. Das bürfen wir nicht vergessen. Also lehrt dcm traurigen Anblick den Rücken, und laßt die Kontrolleure bei Ihrem mißlichen Gewerbe a lein! Immerhin wäre zu w.msch-n daß die Mitglieder der Kontrri kommi''lon mehr Zurückhaltung an den Tag fegten. Warum z B. müssen alle diese Unterju l>ungsfahrten ir ja^er- de r Kraftwagen gemacht wer en In der Ci er- bahn wären die Herren unauffälliger und auch leichter zu schützen. Wenn fle u-angriag* irgendwo erichnnen w ll n, was bisher die Ausi ahme zu sein schrint, könnten lle ja trotzdem den Kraftwagen benutzen. Und die Frage sei gestattet: Wie lange soll das Unwesen so weiter gehen? Der sogen. Generalinspektion muß doch ein Plan zugrunde liegen? Warum dieses verhängnisvoll" Sch' e- gen? Es sind eben nicht sachliche, sondern politische Erwägungen, die die I. HL K K. Der indem, ihre aufreizende Tätigkeit ernzusteller. Würe Poincare am Ruder, so würde man g'aub n daß Zwischenfälle abgekartet Her en Das wollen die jetzt Frankreich führenden Männer sicher nicht Aber es ist anzunehmen, daß ih en der Mut oder die Kraft fehlt, di? Unlinn. ekelt der ganzen Institution einzugestehen und so käß‘ man fatalistisch den Dingen ihren Lauf. Und Deu tfchla n b muß die Zeche bezahlen England und feine Schuldner. Churchill für Cintrcibung der Außer» stünde. London, 15. Rov. (TU.) Das Kabinett hat sich in seiner Sitzung ri"g herrd m ! der Fv -g: der interalliierten Schulden an Grohbri amrien be'aßt. Der Schahkanzler Churchlll äußerie sch dahin daß England energi'ch an die ®intre:bung feiner Außenstände gehen müsse. Eng'ond h be an die Verein igten Staaten zur Ab- Rr.2ro (Elftes Erscheint täglich, außer Sonn; und Feiertag». Beilagen: GiebenerFannlienb lütter Heimat im Bild. »onalS'Etjufspreli: 2®olömarh u. 20 Goldpf ennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge hüherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: schriflleitung 112, Berlag undBeschaslsstelleSl. Anschrift für Drahtnach- richten: »nzelgerSletze». Postscheckkonto: Lrantsurt a. Dl. 11688. vlan V4- Jahrgang d)laq. - Verantwortlich General-Anzeiger für Gberhefsen druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfflaks-vuch- und 51elndruckerei N. Lange in Siehen. Schriflleitung und Sefchästrftekle: Zchulstraße 7. ür Dohtik u. Zemlleton: >. Friedr Wilh Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Dlumschein, für den Anze.genterl: Hau, Beck, sämtlich in Girsjen. Samstag, s5. Novernver 1924 Bnnabme wn Bnjciatn für die Tage»numm«r oi» * zum Nachmittag vorher o^nf jf6 sichten hinwegsehen mußten. M an f mn es auch so ausdrücken, daß, so schwer die Schaffung der Rentenmark auch gewesen sein mag, ihre Erhaltung noch viel schwieriger war. 3n den öffentlichen Erörterung m der ©egentoar. sieht es jetzt manchmal so aus, als wenn b^e Grundlage unferer Rettung überhaupt vergessen worden sei, ja als ob man gar nicht mehr wüßte, wie furchtbar die Zeit der Inflation war. Jetzt macht man vielfach für die Rot, d.e herrscht, die Maßnahmen der Regierung vec- antwoptlich, statt die Arsache da zu suchen, wo sie ist, nämlich bei Dem Ausgang des Weltkrieges und bei D:r entsetzliche i Inflation. Es ist, als wenn man den Kapitän eines Schiffes bei stürmischer F.hrt für dir Seekrankheit verantwortlich machen wo.l.e. Die Rentenbankkreditanstalt Berlin, 15. Rov. (TA.) Der Leiter des Deutschen Handelsdienstes hatte eine Unterredung mit dem Präsidenten der Deutschen R e n t e n b a n £, in der Exz. Lentze u. a. ausführte: Durch die Dawesges chgebing ist der Rentenbank ein borzeitiges Ende bereitet worden. Die Hauptschwierigkeiten bei der Liquidation der Rentenbank sieht Exz. Lentze darin, dah der der Wirtschaft gewährte Kredit innerhalb von drei Jahren getilgt sein ickuß. Da an diesen Krediten die Landwirtschaft den größten Anteil hat, hat man bekanntlich den Gebauten aufgenommen, die Aeberschüsse der Rentenbank dazu zu verwenden, der Landwirtschaft bei der Ablösung der Kredite zu Helsen und aus den Heber» schlissen gemeinsam mit dem Vermögen der Rentenbank ein neues Jnsti ut zu schassen, — die Rentenbank-Kredi: an st alt. Dis neue Institut ist als Dachg^ellschast ge'acht. Alle interessierten Kreise stlle, gleichmäßig zur Mit- arb.it h ring z gen werden und au tz geichmä i] ih en Einfluß gelten) machen. Bei uer nu e - ordentlich wichtigen Ausgabe, ti: i ie Ren e b nb K e itanstalt sich stellt, der Landwirtschaft für die demnächst fällig m Kreaite Hilfe zu schaffen, ist es bedauerlich, daß die Au lösung des Reichstages dir endgültige Gründung de) Institutes zu verz.ögern scheint, und es fei eine Lebensfrage für die Landwirt,chaft, daß de Gründung alsbald durch eine Rotverord.rung geschieht. Abschluß eines Handelsvertvages in keinerlei Zusammenhang gebracht werden könne. Wenn man die deullche Forderung auf Aufhebung d.eser Abgabe erfüllen würde, so könnten alle anderen ähnlichen Bestimmungen des Versailler Vertrages in Frage gestellt werden. Einer solchen Möglichkeit müßte bon bornherein borgebeugt werden. Ein neuer Sieg der Wahaditen. Kairo, 15. Rob. (WTB. Funkspruch.)Rach den letzten Berichten aus Dschidda sind die Streitkräfte des Königs Ali bon Hedschas von den aufständischen Wahabi en vollständig geschlagen worden. Man erwartet, dah die letzteren in Kürze den Vormarsch auf Mekka beginnen werden. 2lus aller Welt. Ad'chirdsferer für Dr. Erkner. R e u Y o r k, 14 Rob. (Kakel ie ist der TA.) An dem AbchiTsbankttt . ec deu ich-im r konischen Verbände zu Ehre, Dr Ecke ers, ba3 i.h zu einer großen Ku. g.bung ge.talteie, nah n auch Der Reuyork. r Bürgermeister Hy lan teil. Hilan hob in lei.ier Anspv.r^e Die Leistu g n der Deu'sch-Am.r k ne : her or, wählend Dr. E-ckensr Gewicht auf .i hat em Aeb.riaschung anderer Art: des S.chieZ Erbe ist in den zwanzig Jahren aus die adlige Erziehung und das standesgemäße Leben fernes Erzeugers Hopps gegangen. Aber das ficht den Adelssprvh nicht an; im Gegenteil, er dankt dem Da'er. daß er ihn auf anständige Weise von dem plebejisck-en Mammon befre.t hat. So ist al.es in ros gstee Festesst immung. Da platzt di: D.mbe. Die „Holz- Händlerin" mit dem echten Graser Erit erscheint zur festgZetzten Stunde auf der D ldstäche, um D e Erbschaft in Besitz zu nehm n Auch die Mutter des Pseudografei,, jetzt wohlsituierte Jnhabeiin eines Klippsischladens, ist pünktlich zur Stelle, um Elternrechte gellend zu mache ,. „Ich habe ein warmes Rest bereitet, in das er sich sehen soll", sagt sie „Rur mir wird den Lebensabend die Achtung und Die Liebe meines Kindes wärmen". Aber ihr Sprößling hat begreiflicherweise feine allzu große Sehnsucht nach den, Klippsischgeschäst der Frau Appeblom. Die Lage erscheint so verzwickt wie möglich. Die hoch- gräflichen Herrschaften ziehen sich von Dem „Strolch" mit bemerkenswerter Eile zurück. Der Graf macht ein paar Selbstmordversuche, die in den Vorbereitungen stecken bleiben. Der Baron Darrearkrvira sucht die Sache durch ein „changez les places" zu arrangieren, dafür dankt aber fein Töchterlein, das an dem entlarvten Verlobten festhält. Der echte Grafensproß als gewiegter ameristlnischer Geschäftsmann durchhaut den gordischer, Knoten. Er pfeift auf sein Erbe . und hilft dem Rebenbuhler zu einer neuen ' Existenz jenseits des gcvßen T iches. Die Amerikaner ziehen ab und Die gräfliche Familie kehrt beveimigt an den Teetisch zurück. Fraa Hotztaagk hatt, sollt er mit in'n Waald un helfe 5>annebbe£ lese, denn die sein doch needig wann mer im Winter nett die Knoche fort) un klar» verfriehre will. Do hott er gesahd ei kennt nett mit in de Waald gieh er hätt e grüß Schuluff- gab ze mache. Woas do der mehr war hunn aich am Samstag im Gäißer Wocheblättche geseh wo er Widder allerlei Geschriebs verzabbt hott. Do soll doch e getoidder nimr fahre, S' schennste tooar das er letzt gegen Owend in de schiehse Balke wo aich mei gewehntes Vertelche vrdinähre trinke tu gekumme äs un hott' gesahd, Dadder aich muh Pabbier un enne nei' Fedder beim Duchbinner Durschewah hole, mer müsse in der Schoul e>, Affsazz über de Fliegertoagk schreiwe. Am bei bene ärmere Koh lege, die ebbe aach ihr Dertelch? petzte, nett in de Derdagt ze kumme das aich für die Bilding des Kallche nix iwrich hält, hunn aich n 10 Penning gegetoe unir als guter Dadder uff e zwettes Vertelche Verzicht, beS aich mer noch leiste wolld. Daß er des Geld awwer nett zu Pabbier sör de Schulugfsats verwend hott deg^e 4ör c Böll- chetong im Anzeiger, könnt ich mer an de sinf Finger abzehle un richtig am Samstag schtands auch in, Aa.zeiger, soll mer do nett De Kreml griefje, ich mecht bitte, toeim er dorchaus for ihne ihr Wocheblatt schreiwe soll das sie aach des nsediche Pabbier schtelle un aach de Feddern, de Dinve schtrenzt er wie sei Freund Schosch seggt doch in der Schul. Letzt hottn e Feldschitz verwischt wie er beim Drachesteihe über n Dickworhacker gehibbt is, Do hqtt er dem Schih en falsche Rame aagegeww'. er tät Kunrod heiße un in de Hondsgaß wohne des dos awwer nett geschtimmt hott hott der Schitz g(ei eraudgefunne Denn uff dem Drach hott mei Kallche sei Viehsittekart uffgevabbcht un do schtonn Druff Kallche aus de Zozzelsgass Schriest stehler. Aha hott der Schih gesaht des Berschch.' kenn aich un nach fein Vadder, des gib&t es sch.r Brottogoll. Do hunn aich erscht mei Kallche ge= heerig abgezoge un sein nachher zum Schitz un hunn zu em gesaht Adam mach laa Bosse, mei Kallche hottn Greesewahn von Wege seine Schriest steilere,, tu mer de aanzige Gefalle un zeige nett aa es soll mer uff e vertelche Kvrtze nett aa= komme. Der Schih, es wor ibbrigens nett der- felbige Der letzt e mol uff die Schtrohpupp im Kornhauster geschosse hott, hott e Eisehe gehott und hott gesaht Edeward dir will aich den Gefalle tou awwer wenn ich des Kallche nod> emol verwisch gibbts verrissene Hosse. Er hott in sei Rohtiz- buch Die Sach Widder ausgeschtriche, aich hunn e Vertelche bezoahlt un alles war Widder än De Reih. Sie sehe was unser ahns för e Last halt mit seine Duwe, aich winscht nor sie hätte so e halwes Dutzend von Dere ©ort, wo mit ich ihne herzlich grüße hochachtungsvoll Kall Söniohr Vadder aus de Zozzelsgass. 8'ewer guder Zcidnngsonkel. Weim mer krank is kann mer net fiel schreiwe. Awer wie ich so braurig im bedl getege hab sinn uff arnol zwa junge leuD hinne in unhem Hof for mei fenfDer gefomme unn hawwe mer e toun^ nerschee schdändche geprachd mit finge unn mußtet mache unn das Hot mich gefreuD. Mehr tan ich Der heud net serzehle ototoer do hob ich in nteim bedt im a'zeiger gelefe unn gelefe unn alles fjatoto ich ferfd)banne mit außnahme da, wo de als ge- Dt-uckd hasd: Rachdruck oerboten. Siehste Daß fei - schDeh ich nu nett. Du drucksd doch aach immer in unfjer zeidunq, wah ich dir schreiwe Dhu unn nu schDehd Da: Michdruck verboten unn so Dhu mer doch emal erklährn was daß heiße dhud, Du machst mer e freuD Demit. Dei Kallche aus de Zoh^sgah Liebe s Karlchen Da Dein prächtiges (Siebener Deutsch mir nicht geläufig ist, Du aber Doch Wohl aus Den Anterhaltungm mit Deinem Lehrer auch Hochdeutsch verstehst, wage ich es, Dir in meiner Mundart zu schreiben. Zunächst: Deine Erkran^ fung hat mich betrübt, aber ich hoffe doch, daß Du Dich bald wieder rauskrabbeln wirst. And nun zur Beantwortung Der Frage, Die Dir Wißbegierigen so sehr am Herzen liegt. Die Sache liegt so: Soweit Die Redakteure des „Gießener Anzeigers" Die Aufsätze für ihr Blatt nicht selber schreiben, Denn sie können doch nicht alles wissen und nicht alles allein leisten, stehen ihnen eigene Mitarbeiter für Den „(Siebener Anzeiger" zur Seite. Du gehörst ja jetzt auch dazu. Ein Teil dieser Herren schreibt nur größere Aufsätze, die anderen Mitarbeiter schicken Berichte aus ihren Wohnorten über alle Lagesneuigkeiten. Diese Mitarbeit bezahlt der „Gießener Anzeiger" selbstverständlich und hiernach gehen alle diese Beiträge in sein Eigentum über. Am dem „(Siebener Anzeiger" das alleinige Abdrucksrecht dieser Original- beiträge zu sichern, muß er den Rachdruck verbieten. Das geschieht durch die Worte „Rachdruck verboten", die bei den groben Artikeln leicht angefügt werden können. Leider ist das aber nicht ebenso leicht bei den viest^ kleineren Originalbeiträgen für Den „Anzeigers Durchzuführen, die aber auch ohne diese Worl^ selbstredend nur Dem „Gießener An- Adolf T e l e ky s Spielleitung hatte es nicht ganz leicht, mit diesem Aebermaß von Krtsch fertig zu werden. Das Vorspiel gelang am besten Frau SturmseIs wußte sich als Frau Karin Bratt, geschiedene Gräfin Stjernenhö, ausge- zeichslet auf Den richtigen Ton einzustellen. Carl Juhnke als Der Onkel aus Amerika sekundierte ihr gut. Die Frau Appeblom Luise Jünglings hätte auch in weniger aristokratischen Kreisen gelinden Schrecken erregen können. 2m Vorspiel fiel sie durch ein fast zu „natürliches" Spiel etwas aus dem Rahmen. Der gräfliche Cowboy Julius Bastes vermied g schickt naheliegende Aebertreibungen. Die Seele der Geg npartei war unzweifelhaft die erlauchte Erbgräfin Auguste Marcks', ganz Distinktion und dünkelhafte Annahbarkeit. Max Hoffmanns Graf James war durchaus standesgemäße Dekadence. Der knickebeinige Baron Rudolf Golls gab ihm Darin nichts nach. Herr Baum unterstläch die sympathrschen Zuge des falschen Erben. Den „Katechismus der AdelSgeschlechter" mochte man ihm allerdings nicht recht zutrauen. Ein recht meDttches Darv- ne Leben mit dem Herz auf Dem rechten Fleck war auch Gerda Bachfeld. Wahre Heiterkeitsstürme entfesselte Die bibelfeste Miß Erika Rohrs. Ludwig L i n f m a n n Dagegen wußte aus Der Figur des Wucherers nicht allzuviel zu machen — e. tilgtt** gehören. (M gilt eben auch bri den iflettungen der ©rurtMatj: Wer eine Sache nicht bezahlt, hat kein Recht zu ihrer Denutzung: wenn er sie aber trotzdem verwenden will, dann sollte er wenigstens seinen jbinben, hier also seinen Lesern sagen, woher er diese Sache genommen hat. Hoffentlich verstanden? Dein 3eitung6onfel. Die Raumnot in unseren Volksschule». 3n Rr 265 des »Giestener Anzeigers" ist über trie gesundheitlichen Verhältnisse in den hiesigen Volksschulen berichtet worden Was dort bezüglich der für Unterrichtszwecke teilweise völlig ungeeigneten Schulräume gesagt wurde, muhte auch dem Richtschulmann zu Bedenken Anlach geben. Sine am Donnerstag stattgesundene De- sichtigui^ der Stadcknabmschulc, der alten Alice- schule und der vor 40 Jahren bereits veralteten Schulräume am Oswaldsgarten, zeigte, dah die Verhältnisse weit ungünstiger sind, wie in dem vorerwähnten Artikel zum Ausdruck gekommen Den Besuchern entrollte sich hier ein trauriges Bild sozialen Glends unserer Stadt. Ueberall Spuren der ungenügenden Ernährung während des Krieges uird besonders in der Rachkriegs zeit, überall Zeichen der durch die furchtbare Wohnungsnot heroorgeruseneci ungunfligen Lust- und Lichtverhältnisse in vielen Dehausungm. Blassr, teilweise zum Skelett abgemagerte Gestalten, denen Rot und Elend auS den Argen schaute, und tiixir nicht nur vereinzelt, sondern in grober Zahl. Wan sucht dtesem Äend durch Quäkerspeisung usw. entgegenzuwirkeTr, ohne aber überall durchgreifenden Erfolg zu erzielen. Was den Kleinen febü. ist Licht und Luft, einfache aber dringend notwendige Wittel zur Förderung der Entwicklung. Diese Kinder Hausen meist in Wohnungen, wo Licht und Lust nicht allzu reichlich vorhan- den sind. Wie sind die Verhältnisse aber in der Schule, wo doch eigentlich den Kindern daS au Hause an Licht und Lust Entehrte in einwandfreier Weise geboten werden must? Die Schulräume in der Stadtkmrbenschule in der Rordanlage ftnd meist überfüllt. Räume, die ursprünglich nicht für Urrtcr- richtSzweckc vorgesehen und dazu auch ungeeignet, sind jetzt mit Schulern dicht beseht: so sitzen beispielsweise in einem früher als Wartezimmer beimbten kleinen Raum mehr als 20 Schüler. Die Verhältnisse in der von der Stadtknabrnschule benutzten alten Aliceschule spotten jeder Deschrei- bung. Die Licht Verhältnisse sind derartig ungünstig. dah sich die Schüler unbedingt die Augen verderben müssen, die Heizmrgsv.rhältnisse sind noch viel schlechter. Schüler, welche in der Rähe deS Ofens sitzen, leiden unter der ausströmenden Hitze, während die in der Rähe der Fenster unter- gebrachten Kinder buchstäblich frieren. 3n einem Raurne, in welchem schwachbozabte Kinder unterrichtet werden, waren trotz der Heizung nur 10 Grad Wärme. Auch in diesem Gebäude werden Räume zu ülnterrichtszwecken verwendet, die ursprünglich hierfür nicht vorgesehen waren und auch für diesen Zweck völlig ungeeignet sind. Durch die HeberhUlurra der Räume sind die Luftverhältnisse die denkbar unaünfligften, und trotzdem müssen Lehrer und Schüler in diesen allen hygienischen Grundsätzen widersprechenden Räumen stundenlang verweilen. Auch die im Hofe der Stadtknabmschule und an anderen Stellär untergebrachten Barxxken können keinesfalls als ein- wandstei angesehen werden. Sie waren s. Z. als Rotbehelf für 5—6 Jahre vorgesehen, stehen aber jetzt schon über 30 Jahre. Die Heizungs-, Licht- und Lüstungsverchältnisse sind die denkbar ungünstigsten, das System ist in hygienischer Hinsicht längst veraltet. Die Schulvaume in der Reustadl (am Osw^dsgarten) galten schon vor Jahrzehnten als Rotbehelf, sie werden heute zu Unter* richlszwecken für die Heranwachsende weibliche Jugend oertoenbet. Die nach der Straste gelogenen Räume sind durch den Strastenlärm für Unterrichtszwecke aust-rrordentlich sch echt geeignet. Die Aussicht nach hinten ist nicht besonders einladend. Winkel und Ecken, in denen die Rachbarschast anscheinend ihren ganzen Unrat zusammengetragen hat. aus dem unerträgliche Gerüche emporsteigen. Die Klosettverhälrnisse sind sehr schlecht, eine Speisekammer ist iHolge Feuchtigkeit und Modergeruch als solche nicht zu verwenden, alles ein furchtbarer Rotbehelf, der dringend der baldigen Abhilfe b.'Mrf. Es ist selbstverständlich, dast die Stadt in den letzten Jahren infolge des Krieges und seiner Folgen, die auch den Städten austerordentlich schwierige Finanz Verhältnisse gebracht habm, nicht daran denken konnte, hier durchgreifend Abhilfe zu schaffen. Rachdem die Verhältnisse jetzt aber stabiler geworden sind, must auch einmal wieder daran gebaut werden derartigen Zuständen ein Ende zu machen. Die Schaffung hygienisch einwandfreier Räume in genügender Zahl muh im .Interesse der Volk g.'sund.eit, deren Förderung 'auch im eigensten Interesse der Stadt liegt, eine Der wtchngsten und dringendsten .auigaDcn Der Kommunen sein Die amtliche Indexziffer am 12. November. Die auf den Stichtag des 12. Rvvember berechnete Grosthandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem Stande vvm 5. Rovember (126.6) um 2.4 vom Hundert auf 129,7 geftiegen. Die ReichSinderzrffer für die Lebenshaltungskosten «Ernährung. Wohnung, Heilung. Beleuchtung und Belleidung) für den 12. Rovember ist gegenüber der Vorwoche (123,0) um 0,5 vorn Hundert auf 122.4 zurückgegangen. Vornotizen. — Tageskalender für SamStag: Dürgergefellschaft: 8 Uhr Kath. VereinshauS Festabend. — Artillerie-Verein: 81/» Uhr Mo- natsversamrnlung und Gründungsfeier. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraste: „Sie Liebe der Sultanin— Hessische Dilderbühne: ,,Gösta Der- ling“. — Astocia-Lichtspiele: ..Auf gefährlichen Spuren". — Tages kalender für Sonntag: Konzert verein. 5 Uhr, Univ -Aula: Konzert. — Stadttheater, 3>/r Uhr: »Der Fremde" und .Der zerbrochene Krug": 7V? Uhr: .Kolportage". — Fechtriege des T.-V. 1816. 8 30 Uhr norm. Turnhalle: Jungmann-Wettsechten. — Lichtspielhäuser wie Samstag. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieb-n: Wegm plötzliche'? Ertrinkung des Herrn Rorsolk musen de b.ben Vorstellungen deS morg gen Sonntags geändert werden. Am Rachmcklag wird der „Fremde" und »Der zerbrochene Krug" g.gden werden. am Abend Georg Kaise.s lustig S neues Werk „Kolportage^. De 2lnfangs^etten der Vorstellungen bl -iben unverändert. — Wartburgverein. Morgen Sonntag abend 8 Uhr hält der Wartburg-Verein einen Familienabend in SauerS Saal ab, wozu im heutigen Anzeigenteil eingeladen wird. — Siadtmislion G>esten. Morgen Sonntag 26. JahreSfest. (Si f?c Arrzeige.) — Sozialdemokratische Partei. Montag abend Wählerversammlung. (Siehe Anzeige.) ** Die Auslegung der Wählerlisten betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung in unserem gestrigen 2Inv?iientetL Die Wahlberechtigten seien auf die Veröffentlichung besonders aufmerksam gemacht. • • Automobildroschkentarif. DaS Polizei amt hat in Mebereinfltmmung mit der Stadtverordve enversammlung für die Bcmuhung der Automobildroschken einen neuen Tarif festgesetzt. der im neuesten Amtsverkündigungsblatt veröffentlicht ist. "" Zeitungsenten, mit denen die Oef- fentsichkeit bös „her keilt" würbe, machten in diesen Sagen die Runde durch hessische und Frankfurter Blätter. Ein mehr betriebsamer, alS journalist.sch zuverlässiger Berichterstatter teilte da einmal „gutem Vernehmen nach" mit, die Stadt (Sieben platte die Errichtung einer ständigen Fe st Hal le auf dem Trieb. Diese Rach- richt wurde nicht nur von den kleineren Lokcrl- blättem, sondern auch von gröberen Zeitungen („Deutsche Allgemeine Zeitung", „Darmstädter Tageblatt". „W h arer Anzeiger") gebrach«. Weitzer ber.ch'ete dllser findige Reporter im „Darmstädter Tageblatt", dast m ® efjen „die Erbauung eines neuen Stadthauses den früher bel ebten Steins Garten wieder zum Gast- hausbetrub frei machen soll". Wir haben beim Lesen dieser groben .journalistischen" Keilerei nur nachs.chtig gelächelt. Denn wir wüstten auf Grund s orgfä ltiger Beobachtung der kommunalen Vorgänge, dast alle biefe Reuigkeiten aus der Lust gegriffen waren. Um aber ganz sicher zu gehen, haben wir extra noch die Stadtverwaltung befragt und dort die Auskunft erhalten dah der Verwaltung von beiden Dingen nicht das geringste bekannt ist. Man weih nicht, woher der „tüchtige" Reporter sein „gutes Vernehmen" bezogen hat. Ossens chtlich gründen sich beide Berichte nur auf Phantasie, die unter Linden, sogar schon unter kleinen Linden besonders üppige Blüten treibt. • • Wichtig für Dersorgungs- antoärtev. R-ch einer le or nung ber Reichsregiemmg vom 30. Ott ber 1923 und den dazu erlassenen Best.mmur gen kann den Versorgrr.gs mwurt rn be Rückgabe ihres Versorg-ng.sch i.e; eine einmllige Ent- schädiguvg von 2000 Goldmark gewährt werden. Diese Verordnung gilt auch ffir diejenigen Der- sorgungsanwärler, die auf Grund von Personalabbauverordnungen der Länder und Gemeinden entLfien toer.cn, f rner für die Versorg ^ngs- antoärler, die b:i den Dehoroen der Länder und Gemrin'ea b im 3n!rcft» treten der Personalabbauverordnung des Reimes am 31. Dnober 1923 für den äw«- dienst vorgemerkt waren Dena solche Der- sorgungSanwärter die vorgcschriebenen Anmeldefristen für die Gewährung der Enllchädigung. den 31. August 1924. bjto. drei Monate nach ihrer erfolgten Entlassung, auf Grund der Personalabbauverordnung deshalb verfäumt haben, weil sie die Sachlage nicht erkannt haben, so können sie die Gewährung einer einmaligen Entschädigung spätestens noch biS zum 31. Dezember 1924 bei dem für ihren Wohnort zuständigen Dersor- gungeamt beantragen, hinsichtliä, der Fristversäumnis müssen die Anträge glaubhaft begründet werden. C Zum Schuhe der DerufSmusiker. lieber die entgeltliche Ausübung der Musik durch Beamte deS S:ac»:eS oder der Gemeinden find besondere Richtlinien durch das Geiamtministerium erlassen worden. Hiernach bedarf die Mitwirkung von Beamten bei musikalisLen Veranstaltungen gegen Bezahlung der Erlaubnis der zuständigen Dienstbehötde. Diese Erlaubnis darf u. a. nur dann erteilt werden, wenn durch die gewerbs- mästiae Musikausübung seitens des Beamten nicht den Berufsmufikern eine unbiLije Benachteiligung In ihrem Erwerb, namentlich durch eine etwaige Unterbietung der Vergütuna. zugefügt wird. ,e Stadttheater-Avonnement. Die Einlösung des zweiten Abschnitts betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf den wir hiermit besonders Hinweisen. • • Das 7 Sjährtge Geschästsjubi- lä um begeht heute, Sams:ag, die LactfabrikWrlh. Z u r b u ch, G m. b H._ Giesten. • • Grober Unfug wurde in zwei Rächten an einem Haufe der Gartenstraste verübt, wo beidemal die 6 teinpf ei le r • ©i n i a ff an g b^ Grundstücks stark bcschad gt wurde. Im An cigen- te l unseres he tigm DtUtler wir) eine Delohnu! g für die Ermittlung ber Rohling? ausgesetzt, d mit diese der verdienten Strafe zuge.ührt narben können. • • Der Hessische Landgemeinde- t a g tritt am Donnerstag, 20. Rovember, vormittags 10 Uhr. in Frankfurt a M- im Rathaus (Bürgersaal) zusammen, lieber die Steuer Verteilung in Hessen wird Bürgermeister Dr. Rie- p o t h - Schlitz sprechen, über den Stand ber Fürsorgegesetzgebung Bürgermeister a D. Kuth - Berlin. Rachmittags 1 Ubr hält im gleichen Saale der Landesverband Hess.scher Bürgermeister seine 18. Hauptversammlung ab. Aus der Tagesordnung stehen u. a folgende Punkte: .Der Bürgermeister und das Derjicherungsgesey für gemeindliche Beamte" ; Berichterstatter ist Gemeinderechner Schä» f e r aus Mühlheim a. Rh ,5k>j Dejoldungssperr- gesetz": Berichterstatter ist Bürger-meister a. D. Kuth-Berlin. f Der Oberhessische Verein für Innere Mission hielt am Dienstag im Konfirmandensaal der Johanniskirche dahier ftine Hauptverlammlung ab. Rach einer von Pfarrer Waldeck- Lang-Göns gehaltenen kurzen Andacht begrüßte ber stellvertretende Vorsitzende Prof. Dr. Weimar- hier die Anwesenden und gedachte des seitherigen Vorsitzenden Professor D. Dr. Schian Sodann verlas er den von Prof. D. Dr. 6 chian verfastten Jahresbericht, der trotz der Rot der Zeit von Gottes Hilfe berichten konnte. Zum Vorsitzenden des Vereins ist von der Ausschustsitzung Universitätsprofessor D. Meyer- hier gewählt worden. Sodann trug Kirchenrat 6 t r a (t • hier die Jahres Rechnung vor, die nut einem kl'inen Ueberschust abschltestt. Seit Herbst vorigen Jahres hat der Lairdesveretn in Pfai raffistent E l o tz - Darmstadt einen zweiten Vereinsgeistlichen, der das aanAC Gebiet der kiichlichen Wohlfahrtspflege karbeitri. Er hielt darauf einen eingehenden Vortrag über „Evang. Kirche und Wohlfahrtspflege". Unter Wohlfahrtspflege, von der heute so viel geredet wird, ist die schon seit Jahrzehnten geübte Fürsorge für Rotleidende, Bedürftige aller Art zu bevftetjen, die jetzt von Staatstoegen betrieben wird. Die Wohl- fabrtspflcae Ul nur auf christlicher Kulturstufe denkbar: Voraussetzung dafür ist, dast man in jeMn R-üleidenden den christlichen Bruder sieht, dessen Lebensverhältnisse au verbessern sind. Das 19 Jahrhundert mar das Jahrhundert der auf- blühenden Dalml>erzigkeit. Der soziale Gedanke Wiche r ns ist erst in den letzten Jahrzehntrn von bei evang Kirche verstanden (Bodelschwingh) und vom modernen Staat ohne es zu wollen, aufgenommen worden. Die Innere Mi'sion stellt ihre Kräfte in den Dienst biefer staatlichen Wohlfahrtspflege, die ohne ihre Hilfe nicht auskommen kann. Dazu bedarf sie der Unterstützung aller barmherzigen Glaubensbrüder und Gemeinden. Zu dem Vortrag sprach noch Prof. D. Meyer, der Hervorbob. dast der Staat die Dorbedinaungen fchaHc'i müsse, unter denen die Innere Million im Geist der Liebe arbeiten könne (jus circa facra und jus in facta). Dekan Röschen - Freienseen erinnerte an das R^tchsfürsorgevflichtae'etz und Rmch^mnendw^hlfahrtsge^etz, be-en er wirkliche Durchführung wünscht, da sie nichts anderes wollen, di was Vte xjteee wr xymeree* uninu* längst getan hat. Pfarrer Ausseld- Greven wies darauf hin. dast d-r Staat Persönlich^it« xu seiner Wohlfahrtbedarf, die er nur In den Kreisen ber Inneren Missio» ftnbet. bie darum intensiv arbeiten must Pfarrer Waldeck- Lan^GönS betonte, dast ber Staat sich um bie .Lauten", bie Innere Mission um die .Stillen" kümmere Der Inneren Mission komme eS vor allem auf die Liebe zum Rachsten an. Der Staat lästt sich drängen, die Innere Million sucht mit dem Auge ber Liebe Zum Schluh wurde der Vorstand durch Reuwahl einiger Herren neu ergänzt. * • I n der DortraaSverein i g ung hielt am Freitagabend Dr. Alfred Koepp en, Pnvatdozent in Berlin, einen sehr gut besuchten Lichtb.ldervorwag über Wilhelm Dusch, den Meister des deutschen Humor« Er schilderte mtt Wärme das Leben Busch«, in dem sich schon früh der Sinn für da« Leben de« DvlkeS und seiner einzelnen Typen In ber Vorliebe für Homer, den Don Quichotte, bie alten Volkslieder, d e holländischen Klrinmoister offenbart, feinen Werdegang, bespickter« in der Münchener Zeit. qm> bie Bilderbogen, die Beiträge au den Fliegenden Blättern, bie Karikaturen auf die Fivunde u. a. als der Auft.rkt zu den grofien Schöpfungen der Folgezeit civfleben. Darauf ging der Redner auf das Werk s.lbst ein, da« Werk de« Künstler«, der den Dichter und Zeichner in sich vereinigte, das Werk des Menschen mit dem lach erden und dem weinenden Auge, den man zu kennen glaubt und den doch so wenige in seinem Menschentum und in seiner Künstlerschaft wirklich kennen — die Kunstgeschichte und ihre Vertretung auf den Universitäten toürbiaen ihn kaum, wiewohl er als Könner wie alS Künstler neben Dürer und Holbein genannt w rden darf, so wie er auch in der Schau und Schilderung de« Lebens auf dem Gebiete der Wortkunst an Homer, Cervantes und ©bafefpeare angereiht werden must. Dr. Koeppen führte zunächst Art und Bedeutung de« Dichters den Hörern vor: er zeigte, wie ber Dichter die Welt sah, wie er aus ber Kenntnis der Seele be» Kindes heraus in dessen Geist bie Welt für bie Erwachsenen darstellt, wie er die Typen des KleinlebenS herxiuSarbeitet. mit emfachsten Worten ihr Wesen trifft, das er schon in den Hamen anbeulet: wie seine Gle chnisse. seine Lautmalereien, seine Wort- zi!sammensctzu> gen, seine neuen Wortschöpfungen ebenso verblüffen müssen, wie die Einfachheit feiner Lebensweisheitm Darnach liest ber Vortragende durch die Blldvorführunq ausgewählter Zcichmmgen aus den Werken Buschs, von deutendem und hervorhebendem Wort begleitet, den Zeichner W lhelm Dusch vor den Augen der Zuhöher erstehen. Er wies daraus hin, wie der Meister e« verschmäht, blohe Bildnisse herzustellen, wie er vielmehr durch starke Uebertvei- bung von Einzclzügen bad Wesentliche ber Personen hervo-kch'-t, toic er den bildnerischen Stoss an die Fläche bannt, dem Sehen deS Kinde- an- gepaht, wie er für dieses denn auch moralisiert, ja, wie er dies selbst noch für die Erwachsenen tut, wie er schliehlich die komischen Situationen ebenso meistert wie bie Darstellung ganzer Lebensläufe Klar aibeitetc der Redner das Wesen der Kunst BuschS, das Wesen seiner Zeichnung heraus: indem Busch unter Verzicht auf aroste D ldbühnen. auf getreu.S Abzeichnen aller Einzelheiten ber Ratur, durch Linien lediglich daS Rotwendigste gab. schuf er fich seinen ihm ganz eigenen zeichnerischen Stil. Mit der Vorführung der Fiornrnen Helene, die in besonderem Maste eine Fülle feinster Komik birgt und in ber ausgezeichneten Charakteristik die überlegene Kunst deS Meisters zeigt, beschlost Dr. Koeppen den Vortrag, der. wie der Beifall bewies, stärfften Widerhall gesunden hatte. — o— ♦* Hess ische Dilderbühne. „Gösta Derling" der grohe Seelenfilm nach dem bekannten Roman von Sslma Lagerlöf, dessen erster Teil zur Zeit in der Hessischen Dilderbühne zur Vorführung gelangt, bedeutet zweifelsohne ein Ereignis. Der hervorragendste Regisseur Schwedens, Maurih Stiller, hat hier ein Werk geschaffen, das einen Höhepunkt darstellt. Die bedeutendsten schw.d.schen Schauspi^er - Garda Gunbequift, Schwedens gröstte Tragödin, alle überragent> und wohl auch kaum zu übertreffen — bieten darstellerische Höchstleistungen. Die Dilder sind von eindringlicher Wucht, hervorraaend ab- geftimmt unb von Leben burchglühl. Dielen Film sieht man nicht — man erlebt ihn! Er ist ein Kunstwerk aUcrerften Ranges, dabei bedeutet er aber auch ein gutes Stuck Kulturarbeit auf filmtechnischem Gebiet. 3n leh:erem Sinne ist- dem Fllm noch ein besonderer Erfolg zu wünschen: möge er dazu beitragen, dah die, zum Teil allerdings amerikanischen, Sensat ons-, deullicher gesagt Kitschfilme in Deutschland verschwinden. Rach dem Gesagten dürfte es sich erübrigen, den Besuch nochmals besonders zu empfehlen. LonntanSdienst d.Aerzte «.Avotbeken nm I6.ll.21: T.-R. l)r. Play. Dr. Älemii) Dr. Vlvch. Htrschaooth. 2 Teller Feines ist eine Suppe aus Maggi's Suppen.Würfeln (zu 12 Pfennig für 2 Teller). Diese sind kochfertig,- bes« halb einfachste Zubereitung. Nur noch Wasser erforderlich. 25 Sorten wie Grünkern, Königin, Pilz, Neis, (Erbs, Tapioka echt, Eier-Nudeln usw. Kennzeichen: der Name Maggi und die gelb-rote Packung. ppei von Rauch, (jepuch und Ruß Ohne Schlacke, ohne 6pu^.—< Hohe Helzkpofi. all bewährt ßaubep,billig, allbeßehpbr^ Heute früh starb nach langem, schwerem Leiden meine liebe, treubesorgte Schwester, unsere gute Tante, Groß- und Urgroßtante Fräulein Louise Geilfus im 87. Lebensjahre. Theodor Geilfus. Beileidsbesuche dankend abgelehnt. Beerdigung: Montag, den 17. November 1924, nachmittags 2 Uhr, auf dem Alten Friedhof. 90150 Gedeckter Lastzug geht Dienstag, den 13. Nov. 1934 von Montabaur, Limburg, Weilburg, Wetzlar nach Giessen Donnerstag, 20. JZVov. 24, nach Bad-Nauheim, Friedberg, Frankfurt a.M., Offenbach nach Darmstadt Samstag, den 22. Nov. 1924, von Lauterbach i. H. nach Giessen und werden Güter mitgebracht bzw. mitgenommen. 017086 Stückrath & Bender Spedition und Möbeltransport, Seltersweg 58 :: Telephon 1519. Herrenzimmer, Speisezimmer, Schlafzimmer, Küchen, Einzelmöbel in geschmackvoll. 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Donnerstag, 20. Hon. 6. Donnerstag- Monaemeul-Vottl. von oa/« bis 9l/< Uhr: ßolportage. Komödie in 1 Vorspiel und 3 Akten von Kaiser. Freitag, 21. Nov., 7. 3reitag-M.-vrsl. von 63 4 bis 9-/4 Uhr: 0er3i9ennetöoron. Operette in 3 Akten von Straub. Sonntag, 23.Nov. lTotensonntag) kein? Dorfteilung. Bon aiiswärttgeiu Interessent wird ein Haus in guter Lage gesucht. Off. u. 9040 an Herso, Mitteld. Ann.-Erv-, Plockstrahe 5. SrauDr.gfmmermann Johannc-jUr. 15 p. Llelteres RKW ob. unabb. Krau verfett im Kochen, bei gutem Lohn und Baugelände ca. 500 qm, bei der Arankf.Str.verkautl. Schr. Ang. u. 017058 an den Gietz. Anz. Schöner, gut erhalt. »Mroosen . lBrennabor», mit Nickelgenell, und ein Sinöerftüüldjen zn verkaufen o.ssD Ludwiqstrafre 77. Schlosserei- einrichtnng zn verkaufen °17'80 A. 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Alegre- ßao ^eo ersten der alten < u. a. i>n -j und a!^' mDIto 211$ MnSsteme wurden gele lenhaus »; r ch e die SeutWast zeluenKola wenigen 2» den Feste steine enthu schulen gegl Straßen um vor zehn '■ heute ein .j Deutsche 3 Megung I mit welchen Abstammun unö aus vel bleni, in em doch der anzugeh löst hoben, nicht nur so Lusobrasilu herköWiliä Grünen tt" auch in bei lienisch Campel beiisleipm klänge lini von Horb zösierten C die hoinca sagen, es i Interesse Segen für Sas 2 Sat allen 1 feiner Gesch im Lande ! dersenige, t dvch sein Z bah ®Iud tige hat. wesen, auf hauvt grö lichen Bra 6en. Eher 1 Holläni alle lamen dem nur, s unrettbare die am 25. lmdrirn, h< sie alle geh im Uttoaü eine Eristei zur Eintvar Pebrosel net Gemah ichen Prinz hum Ruhm in keiner ' M 1 ocivuhten kömmlch^ zubauen 1 arbeit j ist vielmet deren sich vvr Hunde devernzelte den wenig den bekan leit Don 47 • Fvrtse Der 2 fwd E stanö' MNend üh, °usöom G das Dc An der Var ein lag ^Stoffe Sd. uiü tok160-! As ’^bet J; JfMeiu fi ^kle - lt,*> SM iS. sch und Lenstes lich sy 5 W K Nr. 270 Zweites Blatt Gießener Anzeiqer (General-Anzeiger für Vberheffen) Samstag, 15. November 1924 MM ■ - — —m --- —r| ------------1 1 Hundert Jahre Deutschtum in Brasilien. Don Dr. Rudolf P e s ch k e . £ In diesem Jahre herrscht in den deutschen Kolonien von Rio gründe do Sui. dem südlichsten Staate der südamerilantschen Rcp^chllk Bia'i- lien, Feslftimmung. Dor hundert Jahren lind die ersten deutschen Einwanderer hier gelandet. Neber die großen Feiern in Porto Alegre, der Hauptstadt des Staates, sowie in Sao Leopoldo und Reu-Hamburg, den ersten Ansiedlungen, wird manche Kunde auch nach der alten Stammheimat gelangt sein. Es wurde u. a. im ‘Seifern des Staatspräsidenten und aller Konsuln, selbst des franjöiifdym von Porto Alegre, eine Ausstellung eröffnet, die Grundsteine zu zwei bedeutenden Denkmälern wurden gelegt, ferner sollen em deutsches Krankenhaus und eine katholische Jubiläums- k i r ch e die Erinnerung an das „Centenario" der Deutschbrasilianer wachhalten. Auch in den einzelnen Kolonien, selbst in den fernsten, oft nur aus wenigen Blockhäusern bestehenden Pikaden werben Feste gefeiert, Reden geschwungen, Gedenksteine enthüllt und neue deutsche Erinnerungsschulen gegründet. Oder cs werden Plähe und Straften nmbenannt, so daß an Stellen, die noch vor zehn Jahren mit Urwald bedeckt waren, heute ein „Goethe- und Schiller-Platz", odereine „Deutsche Iahrhundertstraße" bestehen. Die ganze Bewegung legt ein rührendes Zeugnis davon ab, mit welchem Stolz die Deutschbrasilianer ihre Abstammung und ihre kurze Geschichte empfinden, und auf welche glückliche Art sie das schwere Problem, in einem anderen Staate festzuwurzeln und doch der alten Kulturgemeinschaft anzugehoren, in den allermeisten Fällen ge- lSst haben. Das zeigt sich gerade auch in der nicht nur formellen Anteilnahme der einheimischen Lusobrasilianer, die fröhlich mitfeiern und bei dem herkömmlichen Spießbratenfest und am Tanz im Grünen wacker mithalten. Sympathisch hat es auch in deutschen Kreisen berührt, daft die italienische Kolonie durch ihren FührerDr. C a m p e l l i ihre Bewunderung der deutschen Arbeitsleistungen zum Ausdruck gebracht hat. QHift- klänge lind gerade in den Hauptfeiertagen nur von Rorden, aus dem in hohem Mähe fran- zösierten RiodeIaneiro, gekommen, wo sich die poincaristilche Zeitung ,,O Paiz" erfrechte zu sagen, es wäre doch zweifelhaft, ob in nationalem Interesse die Einwanderung der Deutschen ein Segen für das Land gewesen wäre. Das Riograndenfer Deutschtum hat in der Tat allen Grund, sich mit Ehren des Beginnes feiner Geschichte und dieser selbst zu erinnern. Hier im Lande der „patiencia", der Geduld, erreicht derjenige, der arbeitet und Geduld hat, schließlich doch sein Ziel, im Sinne des Moltkeschen Wortes, daß Glück auf die Dauer nur derTüch- t i g e hat. Es sind olle möglichen Böller hier gewesen, außer den Portugiesen, deren überhaupt größte Tat eS bedeutete, dem unermeßlichen Brasilien ihren Stempel aufgedrückt zu haben. Eher als die Deutschen waren Franzosen, Holländer und Spanier hier. Aber sie alle kamen nicht mit der Absicht, zu arbeiten, sondern nur, schnell Schätze zu erraffen. Die unscheinbaren dreiundvierzig deutschen Menschen, die am 25. Juli 1824 im späteren Sao Leopoldo landeten, hoben eine nachhaltigere Wirkung als sie alle gehabt (denn sie waren entschlossen, sich im Urwald durch ihrer Hände Arbeit eine Existenz zu schaffen. Daß die Aufforderung zur Einwanderung Deutscher vom Kaiser Don Pedro sehr wahrscheinlich unter dem Einfluß feiner Gemahlin Leopoldina, einer österreichischen Prinzessin, selbst ousging, gereicht Brasilien zum Ruhme, mindert aber das deutsche Verdienst in keiner Weise. Daß die brasilianische Regierung sich in der bewußten Abs cht, wenigstens im Süden den her- kömml chen Plantagenbetrieb durch Sklaven abzubauen und das Land freier Dauernarbeit zu erschließen, an die Deutschen wandte, ist vielmehr nur ein Beweis der Wertschätzung, deren sich das deutsche Element als Kulturfaktor vor hundert Jahren erfreute. Natürlich waren vereinzelte Deutsche schon vorher, besonders in den wenigen Städtchen, aufgetaucht, auch unter den bekannten Jesuiten, die schon im fieb- juhy, Rio Grande do SuL zehnten Jahrhundert im Norden von Rio graube bo Sul in den argentinischen und paraguayischen Missionen getoirft bat.en, finden wir einen deutschen Pater, den T.roler Pa'er Sepp. Aber die bewußte Ansetzung D.utscher als Bauern datiert vom Jab. ? 1824. Die ersten, wie auch die folgenden, bis etwa zum Jahre 3?. waren von einem Major Schäfer im 'wasilionischw Auftrage angeworben worden und ftammicn aus Holstein. Hannover. Meklenburg und D.i.'crn. dann in immer zune^ ne idem Mcri x Hu _■ rück und von der Eifel fotoi? aus süddcut'ch n Gebieten. Bis zum Jahre 30 wird die Zah. der h-ei übe'.gekommenen deutschen Emigranten au: rinrö 3000 berechnet, ilnb seitdem, trotz schwerster Schädigungen durch anhaltende Bürgerkriege. in die auch die Kolonisten herein gezogen wurden, trotz längerer Kriege gegen Argentinien und Paraguay, in denen auch das Blut deutscher Bauernjungen floß, diese unaufbaltfam? Ausbreitung des deutschen Kolo nistenelements, die unte stützt wurden von immer neuen Wellen wagemutiger Landsleute, die frisch ins Land kamen. Nach dem Scheitern der deut scheu Einheitsbewegung von 4S l9 strebten auch nach Rio grande do Sul ebenso wie nach Santa Catharina, dem im Norden anschließenden Staate, politische Flüchtlinge oder Mißmutige darunter in größeren Verdarben ehemalige schles' wig-holsteinische Freiheitskämpfer, unter dem Namen die „D r u m m e r" in der Geschichte des brasilianischen Deutschtums bekannt. Auch der alle bisherigen Führer um ein Bedeutendes überragende Karl von Koseritz. hervorragender Journalist der beiden Sprachen. 3urift und Wissenschaftler, setzte seinen Fuß als ehemaliger 48er auf brasilianischem Boden Er steht hrnte noch bei allen Brasilianern im höchsten Ansehen. Es ist nicht möglich, im engen Rahmen die gewaltige Ausbreitung des Deutschtums von den Anfängen in Sao Leopoldo und Neu Hamburg aus einigermaßen erschöpfend zu beschreiben. Wie ein breiter Gürtel schiebt sich heute das deutsche Kolonistengebiet in der Mitte des Staates vor. Etwa den Mittelpunkt bildet die gewerblich auf- blühende Stadt Santa Cruz im gle.chnamigen Munizip, so rein deutschen Charakters, daß dort sogar die Neger fließend deutsch sprechen lernen. Absplitterungen bestehen in Sao Lorenzo im Süden des Staates und am Meere, und in neu ver Z t rück e das D u sch- tum, feit knapp dreißig Jahren, unwiderstetzlich auf den zukunftsreichen Hochflächen der S c r r a bis an d e Grenze zum älruguayfluß vor. früher dort ansässige Polen und die Caboclos, eine mindcrwert ge Mischvasse aus Indianern, Weiften und Negern, vor s.ch hertreibend. Wo der deutsche Dauer wirkt, da können sich in der Nähe nur ebenfalls tüchtige Elemente, wie die Norditaliener, halten. Diese glänzende Entwicklung des Kolo- nistentums geht Hand in Hand mit dem Deutschtum in den Städten, mit der Ausbreitung von Handel und Industrie im Staate, an denen der deutsche Anteil ebenfalls kaum hoch genug veranschlagt toerben kann. Aus Heinen Venden- besihern (Kaufläden mit etwas Schankbetrieb) in weltfernen Pikaden sind bn Laufe der Jahre Handel-Häuser von Weltruf geworden, in den größten Städten Porto Alegre, Pelotas und Rio grande sind Die größten Firmen auf dem Gebiete der 'Brauereien, der Weberei, der Maschinenfabrikation, die größten Mühlen und viele andere Zweige der Wirtschaft fast ganz in den Händen der Deutschstämmigen. Ts bestehen z. D. in Porto Alegre mehr deutsche Druckereien und Duchhandlungen als brasilianische oder andere. Die Gesamtzahl derjen-g-n. die heute in Rio grande bo Sul sich als Deutsche be rächten, ist nur ungenau zu bestimmen. De. Staatsp äfi« dent Dr. “Borge# be Mebeiros g b in e.ner Festrede die Z chl der Bürger deutscher Abstammung auf drechundertsech^igtause:d be. eine. Tc völkerung von zwe neinvie tel Mil io ei an. Tas ist sicher zu wenig, wenn man nicht nur 'en Papieren nach, sondern dem Sinne nach rech 'et und alles, was deut ch spr cht, ,\ur b.»uts' en Kolonie zählt. Schweiz r, Oesterreicher, Deutsch- Sdtfame Mittwochen. Roman von Arnold Fredericks. <7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der Bursche fiel auf die Seite, seine Schläfe schlug krachend auf den harren Boden auf. Du- oall stand einen Äugend.ick schwer und ruckwei e atmend über ihm, drehe sich um, ergriff de auf dem Gesims liegende Lampe und warf sie uf das Bett. An der Wand des Zimmers, dem neuster ,u, war ein Gestell, auf dem ein breiter Leder- rl»MSn lag. Duvall ergriff ihr und hatte rach dem Chauffeur die Anne an den Körper ge e fei.. Er band ihm noch ein Handtuch um bie Knöchel und er war wehrlos. Dann suchte der Detektiv auf dem Boden nach der blauen Glas- schale. r ,. Duvall war über den eben errungenen wieg nicht von Freude erfüllt. Er hatte ei icn der Räuber gefangen, das war wohl wahr, aber andrerseits hatte er durch seine üliworfichtigleit die heille Rückkehr des geraubten Kna.en zu seinen Eltern verhindert. Er hatte deutlich den “Baler und bte Mutter vor Augen, wie sie unten auf den Televhonruf )vartcten, der nie erf Igen würde und f agte such, wie er iftnen die Wal>rheit eröffnen könnte. Endlich sanden fein? errej en Fi'ge be kleine Glas^chale unter der Ecke des Wa^ch i^cyes. wo sie hingerollt war, e>ls Francois sie fallen lieh. Mit zi ternden Fingern drückte er sie h sttg auf die Taschenlampe, die er vom “Bett nahm, und näherte sich mit hoff urngslo em Ee ühl dem Fenster. Dann blinkte er wie re» e. b in der R.ch- tung nach Pci'sy. .... Kur^e Zeit erfolg“e feine Antwort. Tats ch- lich erwartete er kaum eine. Dann sah er in der Ferne in der Dun!elheit ein schwaches rotes Li e t auf blitzen wie ei en Sern, ued we'er erlöschen. Er stand hilflos da und war.e e, ob es weder erschien; er hoffte es von Herzen. ^Da erschien es wieder, diesmal länger und wiederum ocr= schwand es. Er fragte sich, was es wohl bedeutete und war fanm erstaunt, als es wieder auf blitzte und ganz deutlich dach Moriezeichen für den Buchstaben “f“ gafr Nach kurzer Unterbrechung erch enen die Zeichen wieder. Jetzt las er sie ohne Schwierigkeit. Er buchstabierte fünf Zeichen zu dem Wort „Hilfe" zusammen. Sofort richtete er die Taschenlampe auf den Punkt, von dem die Zeichen famen. iibem er sie auf bie Ritze im Gesims einstellle, und drück.« auf den Knopf, der das Licht ein- undauslch-lltete. Wer dort? bachstab erte er hinaus und war ete ängstlich auf Antwort. Er getaute “ich uich m h zu sagen. Die Person dort — bi.-fe.be. die las Wort Hilfe ge'anbt hatte, muft e einer be Räuber sein; aber weshalb rief sie um Beistand? <$r konnte es sich nicht zuamrn nreirnen. abe: er folgerte, daß jemand, der um Hilfe rief, siche - sich auch angeben würde, wo sie nötig war; wie konnte er sonst daraus rechten? Da begannen die roten Zeichen toe'er auf- zublitzen, diesmal waren es Zähen. EZ tarnen vier kurze, ein langes Aufleuchten, dann in ra che. Reihenfolge ande.e, die Natzrich! lautete: 4—2 R—u—e N—i—c—o— I—o P—a—s—s—y; K-o—m—m—t r—a—s—c—h! Duvall taumelte, als er die Worte aufnahm Dis jetzt hatte er nicht bemerkt, daß er verwundet war. Das Blut, das von der großen S-.ramm? an ber"Stirne über ‘ein Gericht herabrann, tropf e pick out das Gesims. Er kehrte sich vom Fe ster weg. dann dachte er daran, baft er der g he m- nisvollen Person dort brüben ei e An wort g den mußte, bannt sie erfuhr, baft die Nachricht richt.g empfangen würbe. .Komme frfort. Wer sind Sir? “ buchstabie ‘e er mücham; feine Ce'afei vrrwi-rten sich se 2 Finger z.tterter vor Schachs, als er da; Blut, das aus der Wunde sickerte, einzubänr.nea versuchte. wG—r—a—c—e D—u—v—a—1—1' rne.de en die kurzen, richt mfßzu verstehen Ze chen Duvall warf die Tachenamv.- lau lachend zu Boden. Sein Ko-s war v.r i st — die g n e Sache schien ein toller, si urloter Alp zu fe.n. Er suchte zu überlegen, ob er verrücke sei und bas alles geträumt habe. Nochmals fansri er die blir.enben Zeichen aus: .Wer rind Sie?" buchstabierte er nrieberum. Er f nn.c nicht glui/ei, baft er die letzte Antwort richtig ent'nfferi fcrt.e. Offenbar spielte ihm feine Einbllduna einen tu ff en, auslandLeetsche 2Ibk mnl nge aus and ren Staaten, schle'I ch manw n cd) :c et nndSplttter anderer g rm n seye Bölk.r b ben cbenfo zwei fellrS vrllwcri g Mstg .e>- des Deutschbrast- lianeit.mS wir diejenigen die noch bie beaifte Rc chSttngeh r gl it berp h t hab n und In der amt 1 chen ctctifhl gar sticht z. tage treten. In diesem Sinne werden die Schätzungen die das D'ei tschbras liane.tam auf ein Viertel der Gesamtbevölterung ve anfd) agen, dec Wnhrhc t bebeutenb näh sein als bi? amllichen Zahlcn D c Jahrhunde rtsie lommt gerade zur rechten Z ■ t, daß die Seutf j;6r.ifiliin?r sichaufdie Quellen ihrer Kraft besinnen und zielbewußt weiter a r b i: e n. Denn t er Kr.eg hat auch hier dem De stswtum schaere Wun e i g f >'l g n. Als Brak lic i den Lock ngen der En tont, folgte und s ch ebenfalls der Mete gegen Deutschland anschloß, ba wurden auch h er die Zeitungen in deutscher Sprache verboten. Die Jfcffel.i fielen wieder und wenigste iS in Rio grande bo Sul, wu de auch webe bi «alte F elfte t auf dem Gebiete bas Schul- unb Kirchenwesens erlangt, abe es wr) heute doch mehr poriugiesisch gesprochen In einer 'Kolonie erzählte m r ein: Spanie in baft noch vor zwölf Jahren kein Mensch am Ort ohne Deutsch auskommen konnte und sie diese Sprache eher als das naftveiwandte Portugiesisch gelernt hätte; heute würde sie kaum mehr Deutsch zu lernen brauchen. Das Verschwinden des Deutschen in ber Oessentlichkeit fällt besonders in Porto Alegre auf, wo im Kriege auch manche rein deutsch? Firma den Namen geände t hat und selbst in de Nschen Gasthöfen in der Hauptsache portugiesisch geiproch n wird Die Gef ihren sind um so großer, we l dir lult irelt: ge.stige Entwicklung n cht mit der wirtschEtlichen Sch ist gehalten hat Die Protestant.scheu unb katholischen Geistlichen konnten es auch nicht allein schissen, ebinsov'enig bie, eben infolge der kultn- - llcn Anspruchslosigkeit nur wenigen und kleinen Zeitungen. So fehlt es an eingesessenen, mit den Verhältnissen veitrauten Aerzten. Juristen, Ingenieuren, vor allem an politischen Führern, die bewußt bie Interessen des b:utfd;br f lianischen Elemente; vert e en Da ist es von hoher “Bedeutung, duft fast jedes Schiff neue Einwanderer aus der alten Stammheimat bringt Die Einwanderung ist das sicherite Miti l, baft Verluste des De.stschbrrf lianert. ms wie e au-ög glichen wer' den unb daß die V rbindang lebendig erhalten ble.bt Dte verschiedenen Wellen, d e tmmer wtrbrr über die ichon blühenden Kolonien sich ergossen, haben am tätigsten den deutschen Charakter unb die brutsche Spr che gestützt, haben auch (i:nb gerade bi: heutigen Einwanderer, unter denen viele g.bildete sind, werden d s tun» in geisttger Hinsicht immer wieder an reg mb gewirkt Unb für dir Einwanderer selbst, deren Zahl dauernd im Ete gen sich befindet, ist bas vorhandene Deutsch- brafilianertum eine so ungeheure Hilfe, baft sie ebenso wie bie direkten Nachkommen das An- benlen ber ersten Pioniere, die vor 100 Jahren landeten, segnen. Um was geht es? “Don D. Dr. Martin Schian, II. Es geht um bie Gleichberechtigung ber zu staatserhaltender Arbeit bereiten Parteien. Es geht aber zugleich um ganz praktische Ziele bei allernächsten deutschen Politik. Dahin rechne ich nicht VeilassungSände- rungen, am wenigsten solche grundlegender Art. Ich habe früher schon öfter ausgeführt, baft ich bie Zeit für solche nicht für gekommen erachte. Jetzt kann ich nicht anders urteilen. In ber Lage, in der wir sind, das Schiff umbauen — das wäre verfehlt. Es war verfehlt, daß man 1918/19 umbaute. Gründ! ch verfehlt. Wir wollen ben Fehler nicht wiederholen. Ebensowenig rechne ich zu ben nächsten Zielen der deutschen Politik die Anbahnung irgendwelchen bewaffneten Widerstandes gegen Frank- re-ch. Ich sage bas nur, weil ähnliche Gedanken noch immer auftauchen. Sie können bort keinen Boden fenben, wo man mit klarem Kopf die Lage Streich — Grace hatte ja seine Gedanken den ganzen Tag beherrscht. Er wiichte das Blut von seinen Augen weg unb starrte bitter in die Finsternis. Es erfolgte keine Antwort. Dann erinnerte er sich des Inhalts der Nachricht — Kommt rasch! Da war keine Zeit zu müftiger Hebertegung, wer Wohl die Nachricht übermittelt habe. Er stürzte zur Treppe und ging wankenden Schrittes zur “BiMks^ef hinab. Franyois, der Wagenführer, lag noch g.fesselt und bewußllrs am Boden. Ach tzehn tes Kapitel. Als Grace allein im Atelier zurück-eblielen war, verlor sie für eine Weile ih en Mut. Sie wußte, daß der Mann, brr hier im Zimmer gewesen war, das urhnlverkündenbe Zeichen -- das rote Licht — erhalten hatte, das ihm mitteilte. daß der Plan feiner Verbündeten mißlungen war. Sie gedachte der Anw i U"gen. die ihm der fchwarzbärtige Mann geg ben hatte: Wenn ich dich nich! bei Martell s i.. ffe, bringe den Jungen zu Lavillac. Vorher nm ft aber S:apleton noch benachrichtigt werden, was fern Kiade droht! Ter Gedanke daran lieft iie schau'-ern. Sie lief zur Tür, rift heftig am ©rrff, fie hielt aber allen ihren Anstre- gu gen ftanb. Sie 'ah nach den Fenstern und tcuftL-, daß eine Flucht durch sie infolge der Lage im oberen Stock des Hauses unmöglich war. sind dann — gelang? fie ihr auch, so müftte fie das Kind zurücklasfen. was sie auf feinen Fall tun wollte. Plötzlich Härte sie wi?der das I fe Jammern. Es machte sie beinahe wahn'inn.g. Sie huch e zum Fenster und sah hinaus. b?tete um einen Hoffnungschimmer in der sü cht.rlichen Lage, in ber fie sich befand. Seit dem Durchwände', res Mannes waren kaum einige Minuten verbe Sie ühl e baft c? nicht lange dauern würde. -i> er zur ck ehe e u d vor allem, der lchwcrezbärtige Marm m t ihm würden aut Vvz losghen. wenn fie se her fänden — natürlich konnte ie sich weder Der- bergen, ab r dadurch wäre nichts errecht. außer vielleicht, sich felbft zu retten. Unb bie Rettung des Kindes wäre ihr nicht gelungen Übersicht. Frankreich- Verhalten — jumal tn der Eniw.lfinungskontrolle — muß uns das Dlut ms Ges.cht treiben, auch zur Zeit ber Regie- r u n g HcrriotS Aber — wir müssen es dulden. Leider, leider — wir müssen» Sclbstverständl ch kann auch von einer 2&- fchüttcl .ng des Load.n r Abkommens k ine Rede sein Wir haben unterzeichnet und müssen hallen, was ir.r zusagtcn. sof.ru wir iigmd ton ten Ich halte die Beding ngen des Londoner ^lblommens für außerordentl ch ichu>er traabar, abec bessere oxircn nun einmal nicht .rlangoar Anderes kamr behauptet, n cht abrr bewiesen wer. en Jedenfalls: wir nahmen an Jetzt von dem 'Ikitt zurücktreten, ist unmöglich. Wer bad will, will unfern s o • fertigen Zusammenbruch Auch an di lictchSpr schentenwahl trnfe ich nicht in erster ^mie. <Ä: ist ja mit de Reichs c.g8- tnaftl gar nicht unmittelbar verbmXn. Mittelbare Zusammenhänge bestehen fre lieft Uber die Frage dieser Wahl ist nicht so wichtig, haß man alles auf ftc abstellen sollte. Eine andere Besetzung dieses Amts wird sich von selbst ergeben, wenn der neue Reichst ig eine feste Mehrheit von den Deulschnat.onalen b.s zum Zentrum bringt: denn baft diese Parteien bie Rcge.ung bilden müssen, steht fest Als entferntere» Ze mag man die Wahl eines anbei\*n Reichspraschente, ausstellen; wobei ich übrigens noch manche Fragen unb Sorgen auf dem Hervm habe Wer w vb ber neue Mann sein? Welche Partei wirb ihn stellen? Welches sind nun aber bie nächsten Ziele? ES handelt sich für uns leider, leider noch nicht darum, große Parolen auszugeben. bie machtvolle Wirkung üben könnten. Wir müfen mit bescheidenen Zielen zufrieden fein, mögen sie unS v.clleicht sogar um ift.er großen Bescheidenheit willen unsympathisch sein. Daß ganz Deutschlands Fre.heit noch immer nicht, noch lange nicht nächstes Ziel sein kann, ist jetem vaterländisch Denkenden ganz hart. 2lbei die allmähliche Befreiung immer weiterer Strecken deutschen Landes muft allerdings unser Ziel fein, auch das der allernächsten Politik, die Freigebung ber Kölner Zone! Wird derBe s till er Vertrag in birsem Stuck rvn den Gegnern gehalten werben ' Er muft! Fe ner: Die Räumung drs Ruhrg bietS in möglichst kurzer Frist! Da wir keine Waffen haben, um sie zu erzwingen, müssen wir alle anderen Mittel flu-'.er Politik zu die!em Zweck in Anwendung bringen. Weiter: Di? Zurückdrängung sr inzöstscher Herrschaft im altbesehien Gebiet dis aus dasjenige Maß das unzwe felftajt durch baS “Dittat tx>n Versailles geforceri ist. Ueber dieses “Bcrlanger nach deutscher Freiheit hinaus geht bas politische Ziel ber Wiedererlangung des Deutschland gebührenden Eir.ftust s auf bie Deltgeschicke. Hier entsteht die Frage des Beitritts zum Bölierbunb Die Forderung b.'dingungslofen Beitritts stehl auf genau der gleichen Stufe wie die Forderung bedingungsloser Unterwerfung unter alle bie feindlichen Forderungen ber letzten Jahre. Sie geht hervor teils aus einem starken Mangel an nationalem Rückgrat, teils aus einem ganz unverständlichen blinden Vertrauen auf bie Sachlichkeit unserer Feinde, bie ihre Unsachlichkeit gerade genug bewiesen haben. Anders aber liegt es, weint wir die allgemeine Bereitwilligkeit zum Beitritt erklären, aber scharf umrcksene Sicherungen fordern. Vielleicht kommt daS praktisch auf Ablehnung hinaus? Wohl möglich. Aber bann ist es eine Form der 2lblehnung, bie ber Welt unt den Schichten des eigenen Volkes gegenüber, bk zu jeder feindlichen Forderung Ja sagen, die Motive des Nichteintritts über jeden Zweifel hinaus klarstellt. Also: bie klügste Form bet Ablehnung! Zu ben nächsten Zielen der deutschen Politik gehört ferner die Durchführung des Londoner 2lbkommens. Sie wird uns viel zu schaffen machen. Sie wird für sich allein ungeheure Aufgaben In sich fdjlieftcn. Mittelbar ist dazu notwendig die Neubelebung ter deutschen W.rischaft. W.s das bedeut.t, machen sich auch heute noch längst nicht alle Deutschen klar. Noch ist bie Lage im Ruhrgebiet ganz schlecht, in vielen anderen Bewirten mindestens schlecht. Noch ist die Situation des kleinen Beamten, des Arbeiters, am alermeisten (wenigstens im Offen) der Heimarbeiterin außerordentlich schwierig. Das alles kann sich - ohne neue Inflation — gar nicht anders besser ge- In unentfd;IofTener “Bertoimr g sah sie zum Fenster hinaus in der Richtung na b Norden, in ber sie das rote Zeichen gesehen ha tc. Sie wunderte sich, wo es wohl fein konnte — von wo aus es gegeben worden war. Dann, als ihre Augen scharf über das Gesichtsfeld schweiften, sah fie dort, wo vor einigen Mrnu en noch baJ rote Licht erschienen war, ein blaueS aufleuch!en. Jedoch nicht, wie das rote Zeiche l, das ruhig, wie von einem festen Punkt auög?ga .ge r war; es bewegte sich fortwährend hin unb her; jetzt fiel es gerate gegen sie, ba.m verschwand eS wieder nach rechts oder links. Sie ergriff den Feldstecher unb fah neugierig nach dem Licht. Ded.u ete es. daß 'ch eß i h ber Plan der Erpresser doch gelungen toir und ba« vorherige Zeichen auf einem Mißverstän. nis ruhte, oder daß ter Mann, ber bas erste ergeben hatte, überwältigt worben und bc»S Licht in Freundeshand war? Sie hatte keine Ahnung wie sich die Sache verhielt, aber ein Gefühl o?, e ihr, es 'ei jemand, der tagen wollte, daß alles in Ordnung sei. Sie wollte antworten. Ihr rinzigei Gedanke wc»r, Staple'on zr. übermitteln, wo fie gerade war. Sie wußte, baft der Mann, der beauftragt war, ihm telephoni ch bie Adresse miizuteilen, es nur nicht tun würde. Sie wollte ver uchen. sie selbst zu übermüteln. Dann über!am sie eine große Genugtuung, baft sie das Morie-Alphabet kannte. Richard hatte es sie ein Jahr vorher, au- ihrer Reise von Paris nach Neuyork gel h t. Sie erinnerte sich, wie sie sich für bie drah leie Uebermittlung interessiert hatt^ — und Richard hatte sie das Alphabet geehrt. Sie ergriff di? Ta'chsnlampe und u-sterinchte sie. Cs war eine gewöh ckiche mit Trocke efement, wie sie in ben Handlungen efeftrtf Be Detrisst: Am jährlich« Gießen bescher digen 2 retttoiHi. Gieß Der Ob A Ä derlem Mendorf N.SBürg »4^ ein der 5*« Irrung" ,. Die Qi Sm -Ar. Hipper Wilheliustrane 9. Eins. Tarnen- und Kinderkleider fett, an und bessert aus. jlanchlnen-IndoRt rie Wilhelm Juno VIII. 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Lieber das Vermögen des Kaufmanns Heinrich Schäfer, Gummigrohhandlung in Giehen, Wehsteingasse 8., wird mit Wirkung vom 10 Rovember 1924, 1 Uhr nachmittags, die Geschäftsaufsicht angeordnet. Zur Aufsichtsperson wird Herr Rechtsanwalt Kochs in Giehen ernannt. Giehen, den 10. Rovember 1924. 9027B Hessisches Amtsgericht._________ trx jf Streifen 1 Qi Z~Besätze ,Felle ~ ~ ~ zu günstigen —Preisen im f Stoffe X f für Herren- und \ Damenbekleidung 1 Qualitätsware 1 zu bekannt billig. Preisen I l Baoer, Tochhandlung / V Oleßen, Moltkeilr. 221 X Hältst d. rot. Linie 1669 Kohlen, KoksS Briketts, Holzf Bekanntmachung die Wadlen $um Reichstag und hes- fischen Landtag betreffend. Die Wähler- oder Stimmliste (Kartei) für die zu der Wahl zum Reichstag und zum hesfischen Landtag in der Stadl Giehen mit der ®emarhing Schiffenberg und Herrnwald stimmberechtigten Personen liegt vom Sonntag, dem 16. Modernder 1924, biS elnschl. Sonntag, dem 23. Ro- vember 1924, und zwar an den Werktagen vormittags von 8-1 Uhr und nachmittags von 3—ÖH Uhr, an den beiden Sonntagen nur vormittag- von 9—1 LIHr, am SamStag, dem 22. November, ebenfalls nur vormittags, und zwar von 8 bis 1 Uhr Im Stadthause Bergstrahe 20, Zimmer 14, zu jedermanns Einsicht offen. Einsprüche gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Liste (Kartei) sind bis zum Ablauf der Auslegungsfrist bei Aleidnng des Ausschlüsse- bei dem Oberbürgermeister (Wahlamt,Stadthaus Berg- strahe 20, Zimmer Ar. 14) schriftlich an- zu-eigen oder zur Riederschrift zu geben. Soweit die Richttgkeit einer Behauptung nicht offenkundig ist, sind Beweismittel beizubringen. Wird ein Einspruch nicht sofort für begründet erachtet, so entscheidet über ihn der KreiSauSschuh endgülttg. Giehen, den 14. Rovember 1924. fi<0B Der Oberbürgermeister. 2. D.: Dr. Selb- Bekanntmachung. SkaMeM-MMAeut. Die Einlösung des zweiten Abschnitts der Abonnements für DienSlag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag Hal am Montag, dem 17. und Dienstag, dem 18. Rovember In der Zeit von 3-5« Llhr nachmittags an der Kasse in dec Dorhalle des Stadttheaters zu erfolgen. Die zu zahlende zweite Date beträgt für: Proszeniumsloge, Rangloge und I.Aang Borderplah . . . . 20 Mk. I.Sperrsihu- I.RangMitte . . 20 , »EL besonderes Angebot Schreibtische, echt Eiche, 95.-, 119.-. Bücherschränke, echt Eiche, 180 cm breit. 180 -. Herrenzimmer,echtEiche450. - 650.-, 950, 1500.-. Speisezimmer,echt Eiche,450. -, 680.-, 921 -, 1500.-. Schlafzimmer in echt Eiche 450.- 575.- 675- Ruschewav-Tische Ausziehtische Msessel aus la Vollrindleder Ledermöbelfabrik Müller, Stuttgart Einzelmöbel extra billig DIWAN-DECKEN durchfrowebte Personnuster 27.00, 18.50, 15.00 Mein Bett, mein Paradies! Gute Betten zu billigen Preisen. Step; 2ken ss'betten Möhelbaus J. Jümann, !nh.: 1. Brmnlik Gießen, Bahnhofstraße 29 9066a Zahlungserleichterung! Eber-Dersteigerung. Montag, den 17. d. M., nachmittags 2 Ahr, soll auf dem hiesigen Rathaus ein der Gemeinde gehöriger schwerer Eber meistbietend öffentlich versteigert werden. Die Bedingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. Hessische Bürgermeisterei Garbenteich. 3. V.: Mohr, Beigeordneter. 9017D Die Oberförslerei Neustadt, Kreis Kirchhain, verkauft am Montag, dem 24. Rodember d. I., von vormittags 8.30 ab in der Gastwirtschaft von Ludwig vom Schloß in Reustadt Laub- und Aadelholz. etwa 50 Fstrn. Langnutzholz, 130 Rm. Brennderbholz, 14000 ReiS 3. Kl. und 500 Derbholz stangen. Das Holz stammt sämtlich aus dem Einschlag 1923 24 und liegt mit Ausnahme von 79 Rm. Eichenschett im Herrn- wald. Näheres im Holzmarkt. 89970 Rei ch s- Ku rzsch r if t Neue Nachmittags- n. Abendkurse. Beginn 17. und 18. November. Handelsschule „Hermes“ Stelen, Bahnhaletr. 60. Bekanntmachung. Bettifft: Viehzählung am l.Dezemberl924. Am 1. Dezember 1924 findet die alljährliche Viehzählung in den Gemarkungen Giehen und Schiffeilberg statt. Die Vieh- besitzer haben den Zählern die notwendigen Angaben ihrer Viehbestände bereitwilligst zu erteilen. Giehen, den 7. Rovember 1924. Der Oberbürgermeister: Keller. 8987B Marktverlegung. Der auf Mittwoch, den 19. Rovember 1924 angefehte Markt zu Avendorf an der Lumda wird auf INMO, ’M 26. MenilM 1924 verlegt. Allendorf a. d. Lda., 13. Rovember 1924. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. Rein. 8990O jörSefj rroertg üe^er! | Hafer, Hafer- schalenmelaffe sow. Pferdefutter 10° w liefert au aün« innen Breiien. waa- gonmeife sowie in ;uhren ab Lager bzw. frei an d. Stall Carl Kiazenbach HolA-u.LandeSorod. Xtnehho ilaaaei TeL Amt Wevlar796 Haidllrlikitkg jeder Art werden vorgezetchnet, nach Wunsch oder Cri- ginat-Enkwürfen. ^Weitealaiell». ae v\ v £ 9 ie an, 'fDolhnilcfi Eß-und Trink-. Pralinen und. 'kheinijeh er Pc W : E. 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November über das Thema MSMls-tziMAMWsti Näheres ind.Montagnummer d.Gietz.Anzeig. Montag, \ 7. November, abends 8 Uhr im Saalbau Sauer, Neustadt Gtffentl. Vortrag. Thema: ärterienoertalfung Redner: Herr Dr. med. Naleeh, Frankfurt am Main. 017034 Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von Mk. 1.— für Nichtmit- gUeder und 50 Pf. für Mitglieder erhoben. __Naturheiloerein. Mkriege Oes L-B.1846, Wii Am 1 o.vl?ov. in der Turnballe Steinstr. TjT7 Iungmannen- Wettfechten r—1 des III. Bezirks, 9. KreiS “ N V lMittelrhein). v\ N Beginn d. Wettkämpfe vor- • mittags 8.30 Uhr. 016998 Gertrud Thrift Hans Tonrad Verlobte Grünberg, November 1924 —..........——MU ‘Wasehelnrlchtungen Badeelnrlclitiingen jeder Art B060a ------Großes------ Lager aller Wasch- und Toiletten - Gegenstände bei Rudolf Rüdiger Walltorstraße 35 Hess. Bilderbühne iiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim 8018C Außerdem ein prächtiges Beiprogramm Räucher- 5agemehl trocken, ab Lager liefert Car! Haas jr., Frankfurt. 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Selma Lagerlöf ist Nobelpreisträgerin und einer der genialsten Dichter weiblichen Geschlechtes aller Zeiten. „Gösta Berling“ ist ihr Meisterwerk, eine Art Nationalepos der skandinavischen Seele, ähnlich wie „Peer Gynt“ von Ibsen das Nationaldrama ist, in vielen hundert Auflagen unter allen Völkern der Welt verbreitet — Deutschland, mit mindestens zwanzig verschiedenen üebersetzungen und Ausgaben dieses Romanes. dürfte an erster Stelle figurieren. So wurde auch die Verfilmung als eine Nationale Angelegenheit Schwedens behandelt: Mauritz Stiller, wohl der größte lebende Filmregisseur, der einzige Dichter des Lichtspiels, hat sie in die Hand genommen und die namhaftesten Künstler Skandinaviens haben mitgewirkt Buchen- Eichen- lind Nadel-Brennholz sowie Hausp&ne liefert 8879D Jul. Wellhöfer Marburger Strahe. flolzsthahmacher- Werkzeuge sow. sonst Werkzeuge aller Art empfehlen in großer Auswahl Eschwege & Co. Werksenge und maschinell Fulda Rhabanusstraße? schräg gegenüber der Reichsbank. 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Juli, Prinzip die Ti mnarchie svl tungsperil mittags tmitb gutgeheib' Mobilmachung während die ( Linie also t tereitungSperi langen sollte. .unheilvolle ( fort. Am 28. seiner politische Teneralstabsches Wvvilmachr Sänudai burd meiner Ärt Var daS der I die Gewihhrit t leinen Sü1 men würde. Die vvrlie üicht auf ba8 genügt für die liiarischr Stell des so lompsiz mals lag, um bereits seit de leit eines all» und in diesen ■öorbereit: bilmachunr -bolschaster m ,m ^erbinduno Teilmobili leinerleia ^utschla. 2lben höchste Yefchli De/os"??^ ;prt Ausbau Ansatz bei K ^/^eichSard Ouellen/ ? Mitglied Krr Do (Qi GletzenerAnzllger (Seneral-Anzelger für Gberhefsen) r. 2?0 Drittes Blatt ——— k Nutzlands Eintritt in den Weltkrieg. i^erEntfchlutz Ruhlands zur Gesamtmobilmachung vom 28. Juli 1914 tj Don Major a. D Gunther Franh. Archivrat im Reichsarchiv. ReichSarchtvrat Franh ist als ehemaliger Generalstabsosfizier bester Äcn- I ner russischer Heeresfragen. Er besitzt | eine genaue Kenntnis der russischen Armee und der russischen Sprache und hat jahrelang alles greifbare russische Originalmaterial durchgearbeitet sowie alle Quellen verfolgt und das Ergebnis seiner Forschungen nunmehr in einem bedeutsamen Buche ..Rußlands Eintritt in den Weltkrieg" nieder» gelegt. das in diesen Tagen bei der Deutschen Berlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin erscheint'). Mit Erlaubnis des Berlages bringen wir aus diesem Buche nachstehend einen besonders interessanten Abschnitt zum Dorabdruck Das Franhsche Buch ist in seiner Gründlichkeit das erste dieser Art. Trotz des hauptsächlich militärischen Charakter- ist es ein Beitrag zur Borgeschichte des Weltkriege- und birgt gleichzeitig den hochaktuellen politischen Wert: eine starke und scharfe Waffe gegen die falsche These von Deutschlands Alleinschuld am Kriege zu sein. Am 24. Juli 1914. zwischen 11 und 12 Uhr mittags, beschied der Chef des russischen Generalstabes. General Januschkewitsch, den Chef der MobrlrnachungSabtellung, General D o- b r o r o l S k i, zu sich und ersuchte ihn angesichts der ernsten außenpolitischen Lage, ihm in einer Stunde an der Hand deS ausgebreiteten Materials Bortrag über den Stand der Kampfbereitschaft der Armee zu halten, unter Berücksichtigung einer im Bedarfsfälle nur gegen Oesterreich-Ungarn gerichteten T e i l Mobilmachung, jede Deutschland herausfordernde Maßnahme müßte dabei vermieden werden. Bei diesem Bortrag wurde nun seitens des ChefS der Mobilmachungsabteilung Öen General Januschkewitsch eingeheno über die schve e i Bedenken Bericht erstattet, die auS mrbilmachungS- technifchen und strategischen Gründen gegen eine Teilmobilmachung gegen die Donaumonarchie bestanden, — mit dem Erfolg', daß Januschkewitsch sich über die Gefahren einer Teilmobilmachung durchaus im klaren war. In dein Ministerrat am 24. 3uli, 3 Uhr nachmittags, wurde im Prinzip die Teilmobtlmachimg ge en dte Donaumonarchie sowie die KriegSvorberei- tungsperiode beschlossen Am 25. 3uli Dorrn ittagg wurden im Kronrat diese Beschlüsse gutgeheißen, aber entschieden, die Teilmobilmachung noch nicht zu verkünden, wahrend die DorbieitungSmaßnahrnen. in erster Linie also die Inkraftsetzung der KriegSvor- bcreitungsperiod«, fnfoii zur Durchführung gelangen sollte. . . D s zum 27. Juli lebte der „unheilvolle Gedanke" einer Teilmobilmachung fort. Am 28. Juli fiel der Außenminister mit seiner politischen Uebrrzeugung um und wieS den Generalstabschef auf öte Rotwendigkeit einer Mobilmachung hin: Sasonow war von „dem Gedanken durchdrungen, daß ein allgemeiner Krieg unvermeidlich fei" GS war daS der Tag. an dem der Außenminister die Gewißheit erhalten hatte, daß Frankreich 'einen DündniSpfltchten nachkom-. men würde. Die vorliegende Abhandlung soll bewußt nicht auf daS politische Gebiet ab^chweifen. Es genügt für diese Darstellung wenn diejeii se militärische Stelle, in deren Hand die Bedienung des so komplizierten Mvbilrnachungsapparales damals lag, uns berichtet, daß der Außenminister bereits seit dem 26. Juli von der Unvermeidlich- keit eines allgemeinen Krieges durchdrungen war und in diesem Sinne Direktiven für die Borbereitung der allgemeinen Mobilmachung gab, — zu einer Zeit, wo er seinen Botschafter in Berlin noch dahin informierte, daß tn Berbindung mit der für den 29. Juli g piair- ten Teilmobilmachung g^gen Oesterreich-Unga n keinerlei aggressive Absichten gegen Deutschland g hegt wirken! Am Abend des 28. Juli wurden zwei Allerhöchste Befehle zur Unterschrift vorbereitet, einer •) „Rußlands Eintritt in den Weltkrieg." Der Ausbau der russischen Wehrmacht und ihr | Einsatz bei Kriegsausbruch. Mit Genehmigung I des Reichsarchivs und unter Benutzung amt- | licher Quellen. Bon Gunther Franh. Archivrat | und Mitglied des Reichsarchivs. Major a. D., ehemals im Großen Generalstabe. — Mit zahl- I reichen, bisher unveröffentlichten russischen Doku- | menten, darunter einer Denkschrift des Generals l| Danilow in deutscher Uebertragung, sowie einer I Karte. — Deutsche Berlagsgesellschaft für Politik und Geschichte m. b. H in Berlin W 8. sür die Teilmobilmachung in den vier Des-rlen Kiew, Ode'a Mvsk.ru und Kasan und ein zweit er für die Gesamtmobilmachung 3n diesem I^teeen war die Mvbilma u g für alle Gebi .te Les curopäi che.i und a iat f-.e i (Ruf)- larxö (ch e Pr.amurgedi t) ausge prochm Wir crhalten von G Kasan. Moskau, Kiew und Odessa hinaus, kein Wunder also, daß der Mobilmachungsbefehl, ganz korrekt gedacht, verspätet bei den Truppen einging, für die der 30. Juli schon der erste Mobilmachungstag fein sollte, die mithin einige Stunden für ihre Mobilmachungsarbeiten verloren. Der Kaiserliche Ukas an den Senat vom 29. Juli ist in seinem Wortlaut bekannt. Bezeichnend für die technischen Schwierigkeiten für eine Trennung vpn Mobilmachung und Teilmobilmachung ist die Tatsache, daß mit der Mobilmachung der Bezirke Kasan und Moskau auch die 5. Kav.-Div. und das 13. Armeekorps automatisch mobil wurden, beide für die deutsche Front bestimmt. Bestürzt über die neue Wendung der Dinge begab sich General Dobrorolski am 29. abends vom Postamt zu Januschkewitsch und erfuhr von diesem, daß die Aufhebung der Gesamtmobilmachung auf die allereigenste Initiative deS Zaren zurückzufüh en fei; „die Militärs hätten von sich aus alles ge:an, damit eine allgemeine Mobilmachung zustande käme". Rachdem Sasonow bereits am 28. Juli für die Auffassung der Militärs gewoimen, den Kriegstreibern aber durch den Eingriff des Zaren am 29. Juli abends das Konzept verdarben war. mußten logisch am 30. Juli morgenS erneut die Bemühungen Januschk.w tschs einsehen. Sasonow und den Zaren für die Gesamtmobilmachung zu gewinnen. Da die rem militärisch-mobil- macAngstechnischen Argumente schon ausgespielt waren, führte er nunmehr außenpolitische •) General Sergei Dobrorolski: Die Mobilmachung der russischen Armee 1914. — Deutsche Berlagsgesellschaft für Politik und Geschichte, Berlin. Was ist Kurzschluß? Don Max Fischer. (Rachdruck verboten.) Das Wort „Kurzschluß" gehört zu den bekanntesten Worten (ich drücke mich vorsichtig aus und sage „Worten", nicht „Begriffen") aus dem Gebiete der Elektrotechnik, Es ist bei Baien ein schr beliebtes Wort, vielleicht, weil es im Gegen- 'etz zu anderen technischen Ausdrücken so schön deutsch ist Und doch: Was ist eigentlich Kurzschluß? Und wodurch ist er so gefährlich? Bekanntlich flieht mir der elektrische Strom auf einem Draht zu und auf einem zweiten Draht )irm Elektrizitätswerk zurück, wenn ich ihn z. B. * durch eine Glühlampe fließen lasse. Die Stärke, I in der der Strom flieht, bestimmt nicht etwa das Elettrizitätswerk: Die bestimme ich! Wenn ich nämlich den Strom durch eine fünfzrgkerzige Glühlampe fliehen lasse, so ist die Stromstärke doppelt so gr-vh, wie wenn ich nur eine fünfunö- zvanzigkerzige einschalte. Mit jeder Glühlampe, !die ich mehr einschalte, vergrößere ich die ctrom- stärke in der Zuleitung zu meiner Wohnung, beim wenn ich dem Strom gestatte, durch mehrere Glühlampen zu fließen, wenn ich ihm mehrere Dege öffne, so verkleinere ich den elektrischen Diderstand: davon wird die Stromstärke größer. | Es ist genau wie -boim Wasser: Richt das Wasser- I oerk bestimmt n^‘ , n Wasserverbrauch: er hängt I nur davon ab, wie weit ich den Hahn aufdrehe - vier wieviel Hähne ich aufdreh^ Den bequemsten Weg gebe ich dem Strom nun, wenn ich gar feinen Widerstand zwischen die Zu- und Rückleitung des Stromes einschalte, indem ich die beiden Drähte, _ben vom Werk kommenden und den zu ihm zurückführenden, unmittelbar miteinander verbinde. Infolgedessen wächst nun die Stromstärke gewaltig an, und zwar so stark, daß selbst meine Zimmerleitungen trotz ihrer reichlichen Demellung nicht mehr dick genug sind, um diese ungeheure Stromstärke ohne erhebliche Erwärmung leiten zu Binnen. Sie werden also heiß. Io heiß, daß ihre Isolation verbrennt, und daß schließlich die brennbaren Gegenstände in ihrer Umgebung Feuer fangen. Wird der Kurzschluh nicht aufrecht er Hal ten, sondern bringt man die beiden Leitungen nur einen Augenblick miteinander in Berührung, so reiht der Strom nicht ab, wenn man dis Drähte ein Stückchen auseinander nimmt, sondern er bildet sich einen Lichtbogen — wie zwischen den Kohlen einer Bogenlampe — und flieht über diesen Lichtbogen murrtet weiter. Run sind aber solche Lichtbogen, namentlich wenn sie zwischen zwei Metallen übergehen, ungemein heih, also ebenfalls für die benachbarten Gegenstände feuer- gefäM^t miJt s^che Kurzschlüsse nicht auswirken können - ihr Eintreten kann durch gute Anlage (Inflation) der Leitungen zwar etn- geschränkt, aber nie mit Sicherheit verhindert werden —, hat man die Sicherungen. Diese belieben meist aus einem dünnen, m reden Lertungs- draht eingefügten Drahtstückchen, das sich beim Momente in daS Treffen, und zwar die DündniSpflicht gegen Frankreich. Mit feinen Dorstellungen scheint Januschkewitsch Erfolg gehabt zu haben. Degen 11 Uhr vormittags am 30. Jul» ersuchte er den Chef der Mobilmachungsabteilung telephonisch, sich berxit zu hallen, aut telephonischen Anruf gleich nach Mittag zum Bortrag zu ihm zu kommen und alle Dokumente für eine Gesamtmobilmachung im Entwurf vorzubereiten. Etwa 1 Uh. mittags teilte Sasonow dem General Januschkewitsch — nicht dem Kriegs- minisler Suchomlinow — telephonisch mit, „daß der Zar es in Berbindung mit den letzten Rach- richten aus Berlin für richtig befunden habe, die Gesamtmobilmachung der ganzen Armee und Flotte auszusprechen". Unmittelbar darauf wurde General D^bro» rolski zu Januschkewit ch gerufen und von d.esem entsprechend informiert. Es war nunmehr nöt'g, einen ne en Ukas an den Senat für die ErgänzungSmrb lmachung und ein neucS Telegramm für die Mcbilm chung der gesamten Streitmacht zu Lande und zu Wasser mit der Bestimmung d S 31. Juli als 1 Mobil- machungStag abzusenden De Teilmobilmach ng wurde damit aufgehoben. Die von b:r Teilmobilmachung berührten Truppen und Gebiete hatten dadurch al.edings zwei „1. Mobilmachungstage", — em Schönh itsfehler, der un- bedenkl ch in Kauf genommen werden tmnte und weiter feinen Schaden st.fte.e Die Beilegung des 1. Mobilmachungstages vom 30. auf den 31. Juli bei Truppenteilen, die der Teilmobilmachung unterlegen hatten, läßt sich urkundlich in mehreren Fällen nachweism. Erneut wurden die Unterschriften der drei Minister eingeholt, um 5 Uhr brachte General Dobrorolski das Telegramm auf das Telegraphenamt. um 6 Uhr waren alle Apparate zur Absendung bereit, und wenige Minuten nach 6 Uhr abendS fingen die Apparate an zu arbeiten. Etwa um 7 Uhr waren von allen Orten, die durch direkte Leitungen mit Petersburg verbunden waren, die Rückmeldungen über richtigen Empfang des Mobilmachungstelegramms eingegangen. Der Wortlaut deS telegraph schen Mobilmachungsbefehls ist uns urkundlich mohrfach erhalten geblieben. Gr ist überall der gleiche und mußte es auch bestimmungsgemäß s in, da er durch Muster 1 $u § 10 der „Borschr ft für die Einberufung der Reservisten" vorgeschrieben war. ES ist somit nicht zu leugnen, daß nach dieser durchaus glaubwürdigen Darstellung Do- brorolSki beim Außenminister und General st absches vom 28. Juli ab der Entschluß zur Gesamtmobilmachung bestand, und wir können eS nunmehr als erwiesene historische Tatsache hinnehmen, daß durch die Unterschrift des Zaren — wir wissen nicht genau, wann in der Zeit vom 28. abends bis 29. morgens der Zar unterschrieben hat — bereits am 2 9. Juli vormittags die Gesamtmobilmachung als Regie- rungSakt vom Zaren vollzogen war, zu einer Zeit, wo weder an eine österreichische Gesamtmobilmachung noch an irgendwelche unbefugten und voreiligen Extrablätter des „Lokal- anzeigerS" zu denken war. Mit dem vom Zaren imterschriebenen Befehl für die Gesamtmobilmachung in der Tasche hat dann Januschkewitsch — nicht Suchomlinow — am 29. Juli sogleich, noch ehe das offizielle Mobilmachungstelegvarnm btnau^gmg, telegraphisch die Armee daraus vorbereitet, daß der 30. Juli als erster Mobilmachungstag der Ge- samtmvbilmachung mit offiziellem Telegramm bc- karntgegeben werden würde,' eine Maßnahme, die zwar etwas gewagt, aber durchaus zweckmäßig, und zu der er befugt war. Auf diese Dorankündigung des offiziellen Mobil» machungstelegrammes, das ja allerdings nachher ausblicb, ist es wohl zurüchuführen, wenn einige Dienststellen, z. B. in Li bau, voreilig Mobil- machungSanvidnungen trafen, wenn der Kommandierende General drs II. Armeekorps in Grodno bereits am 30. Juli einen Befehl für die Gesamtmobilmachung erließ, wenn ferner in Kiew und Moskau die Stäbe verwirrt wurden und, als dort statt der angekündigten Gcsamtmvbilmachung am 30. Juli nur die Teilmobilmachung und einen Tag später doch die Gesamtmobilmachung erfolgte, zwischen Teil- und Ge'amtmvbilmachung begrifflich nicht scharf unterschieden — was übrigens für diese Bezirke praktisch völlig belanglos war —, und die Daten ändern mußten oder auch zu ändern vergaßen. Wir können uns vorstellen, mit welcher Spannung man in Warschau und Wilna am 30. Juli nach der noch unverbindlichen Dor- ankündigung der Gesamtmobilmachung für den 30. Juli nunmehr auf das offizielle entscheidende Telegramm mit der MobilmachungSerklärung wartete. Kein Wunder, daß der Befehlshaber Anwachsen der Stromstärke über daS zulässige Maß hinaus, also bei einem Kurzschluh, so stark erwärmt, daß es durchschmilzt, und dadurch die Leitung unterbricht, die Kurzschluhstelle somit ab- schaltet. Die Wirkung des Kurzschlusses wird also aus das kleine Drähtchen beschränft, das so ungeordnet ist, daß eS nichts anzünden tann; gewöhnlich ist es im Porzellankopf eines Sicherungs» stöpfels untergebracht. ScAnilzt es, so kann es dort keinerlei Schaden anrichten. Die Wirkung des Kurzschlusses hört aber natürlich infolge der Unterbrechung sofort auf. Run ist es freilich störend, wenn eine Sicherung durchgeht. Es kommt daher häufig vor, daß die Sicherungen mit Stecknadeln oder Drahtstückchen überbrückt und so unwirksam gemacht werden. Wer das tut, begeht eine unverzeihliche Unvorsichtigkeit und lädt unter Um- flänben eine schwere Schuld auf sich: denn wenn es nun zu einem Kurzschluß kommt, so wird dieser nicht sofort durch die durchgehende Sicherung unschädlich gemacht, sondern wirkt sich mit allen seinen Folgen aus, die nicht selten im Rieder brennen be£ Hauses oder in ähnlichen schweren Schäden bestehen. Für diese Schäden kann der haftbar gemacht werden, der die Sicherungen außer Wirkung gesetzt hat. Der Kurzschluß ist, solange die Sicherungen in Ordnung sind, etwas durchaus Harmloses. Aber eben nur, solange die Sicherungen in Ordnung sind. Das sollte sich jedermann hinter die Ohren schreiben, der eine elektrische Anlage be= nicht, um sich vor Schaden zu bewahren! Samstag, (5. November 1924 deS Militärbezirks Warschau am 80. Juli nach Petersburg die Rückfrage stellte, ob und we4chk Aerderungen denn in der politischen Lage ein- getreten seien. Eine Antwort auf diese Frage ist uns nicht bekannt: wahrscheinlich ist auch keine mehr auS PrtrrSburg gegeben worden, da wenige Stunden fpätei da- offiziell« Telegramm mit der QMnrnrrnobtlmachung6erflärung für den 31. Juli folgte. Rach dieser Darstellung der Ereignille ist der Befehl für die Desamtmrbilmackmng am 30. Juli von Sasonow telephonifch über Ja nuschle witsch an den Chef der MobilmachungSabicl- lung gelangt. Dom Krieg-Minister ist nicht die Rede. Cin schriftlicher Befehl deS Zaren konnte demnach auch al- Beleg nicht ovrgezeigt werden, als General Dobrorolski die llnierfchnft der drei Minister einholte. Diese gaben vielmehr nur auf Treu und Glauben ibie Unterschrift unter diese- Dokument, da- „den Prolog des großen hiswrischen Drama-" einleitete. — „Das gut geschmiedete, mächtige russische Schwert war bereit- gezogen al- das deutsche noch In der Scheide steckte." Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die nicht nur von der Börse, sondern von der gesamten Wirtschaft lange berbetg fetxntc Ermäßigung derDörsenumfatzsteue ha In dec vergangenen Woche der Börle einige Anregung gegeben, obwohl Ile erst am 1Z. Rovern er In Kraft tritt und somit die jetzigen Umläijc noch nicht davon profitieren. Wen \ auch die Interessierten Kreise durch das Ausmaß der Er- maß'gung noch keineswegs befftedift worden sind, die demnächstigc Höhe vom Zentralverband de < Banki?rgewerbes in einem Sch ib n an ic< Reichsfinanzminister sogar noch als eine Unfl> heucrlichkeit bezeichnet wird, so muß doch sest- gefteilt werden, daß sie eine wesentlich: Erllich terung bringt, und eS Ist anzun.'hmen. daß die Hoffnungen auf eine Bel.bung des Büs« ge chä - tes und auf eine Heoaiziehung weiterer K elfe nicht ganz unberechtigt sind. Unter bei neu n Sätzen wird es auch möglich sein, einen Apparat wieder aufzuziehen, besten Fehlen außerordentlich störend gewirkt hat, das ist die Arbitrag-. Es muß sich allerdings erst tn der Praxis Herausstellen, ob eine umfang.eiche Arbitrage Ihr. Au - gäbe, kurSvUisgleichend zu wirken. un:cr te i n ,ic i cäten erfüllen tarai. Sicher ist, daß diese das Termingeschäft, auf dellen Wiedeve usüh u g e er- gische Bestrebungen zielen, noch nicht zulassen. Die Frage einer w ttcren Ermäßigu g ter Börsenumsatzsteuer muß dah.r in Fluß Llerncn. Die Bew gung Zer letzten Woche am Aktienmarkt wurde im wesentlichen von den Großbanken getragen, wobei wohl der Hauptbewet- grunb war einem zunehmenden JMeresle des großen Publikums den Boden zu berei.en. Inwieweit diese Bestrebungen von Erfolg sein wer, den, müssen die nächsten Wochen zeigen. Jedenfalls wird man gut tun, die Hoftim.gen ti dieser Beziehung nicht zu weit zu spannen. Wenn einmal die augenblicklich in Fluß befindlichen Um stellungen durchgeführt sind, wird die KurSgr- ftaltung sich wieder im we entlichen nach der Er- tragssähigkeit der Gesell^chaf:en richten, und wie gering in dieser Beziehung die Aus ich en wenigstens für die nächste Zeit sind, beöari keiner weiteren Ausführung. Richtig ist ja, daß ftcherlich klklü's ZWlekke» öle Mitöf Jeöe Höfling eMW! einen merfnoden Wdjein. Betlongen Sie Ditte Btdmleo- ötofDelt. ölelttzs Sioartlleufoörlt o. 6. ®„ Sdinrtflaöt Derfrmrog: 3t. U vmmetke, «lmbrrMM. 3 875718 Die Entdeckung eines Vermeer. Jan Dermeer, der Delfter Bermeer zum Unterschied von seinen RamenSvettern genannt, ist bekanntlich heute neben Rembrandt der ge^ suchteste und am höchsten bezahlte holländische Meister, und da sein Werk nur eine sehr beschrankte Zahl von authentischen Arbeiten auf- weist, so ist jeder Zuwachs für Kunstgeschichte und Kunsthandel ein Aussehen erregendes Er- eigniS. Wie englische Blätter melden soll nun em Bristoler Sammler E. W. Savory das seltene Glück gehabt haben, einen echten Dermeer zu entdecken. Er kaufte vor einigen Jahren ein holländische MännerblldniS das stark übermalt war auf einer Londoner Versteigerung. Rachdem die braune Schicht, die die eigentlichen Farben verdeckte. entfernt worden war, kam das Monogramm von Dermeer zutage DaS Bild hat fefyr viel Aehnlichkeit mit dem Damenbildnis Vermeers in der ^Budapester Galerie. Der hervorragende Kenner der holländischen Malerei Hofstede de Groot hat freilich Dermeer die Urheberschaft aberkannt und daS Bild für eine Arbeit des 21 b rian Da n de Beide erMärt. Der Besitzer aber hat jetzt einen sehr seltenen Holzschnitt aufgefunden, der eine getreue Wiedergabe des BckdeS ist und den Ramen Vermeers trägt. Da der Holzschnitt aus dem 18. Jahr» fnrnbert stammt, in dem man die Bilder Vermeers so gering schätzte, daß sie zum großen Teil unter fremden Ramen gingen, so ist eine Fälschung des Holzschnitts ausgeschlossen. Berkin iVrnnffnrt't M Schlutzk. 5n Simonen Vrogent bar Je 13.11. 11 TiThtnr. 0.9j7 1.850 11 0,3425 11,30 25,25 Höchstes F.irdwi roUDerfoolung 8<ütger6ivcrte . 8,65 Sronlfutter Armaturen Konservenfabrik Braun 1 Da n tn otea <9rP> Bri-' K 2,90 3,13 14 16 2,40 3.25 2 1 3 roll roll roll roll voll voll toll voll voll voll voll voll voll voll voll 0,36 61 13 10,75 5 20 20,25 16,75 18.40 6,13 17 26,5 5.13 10,4 11,9 13,4 10‘— 26 6 10,25 11,50 13,13 2,6 3 8,80 26 3 8,9 6,05 19,76 15 9 18 18 6,13 16,80 8,60 44 38 d,9dJ 1,42 1,65 Schuckert . . . Siemens & Halske Adlerwerke Kieper Daimler Motoren. 2,90 S 2,8 6,20 10 20,Id 16.46 18,2 > 18,25 16,7 8,65 13 41,5 60,25 2 2,£0 7,75 1 0,35 '7,25 11.4 10,3 60 60 90 85 >j 14 65 15.71 6 25 9,875 41 36,25 53.25 25,1 3,875 67,9 14 16,2- Änsteckungsgesahren prompt entrinnt, -»b-istch roDtet Förmaminf da« altbewährte, wohlschmeckende Mund» und RacliendedinfizienS. Erhältlich in Apotheken und Drogerie«. 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Sie eig nen We t radiere stn> u ter Bernst- sichtigung der im laufend-n 3a>re tzten Zeittvert We trn werden genannt. O.aitg bau e mit 25 000 00) G n. Debitoren sind mit &6 244^06 11 Gm. auigetoie en, 0 dU i 1,225 1, 1» 1,610 0,69 1,3 0 1 475 1,4/5 1,45 4 2 88 76 10,625 6,5 2 >.125 5 12> 13,. 25 11.5 13,125 513 9 90 19,65 15,75 18, 20 16,50 8 0 12,7 39.9 47,60 1.91 2.9 Nevarr. °i. Hevligenstaedt Nieguin- . . . 20 23 3,9 19,i3 2.1 1 8,03 1 .20 61,99 1,88 2, 2 112,22 80,70 50,£1 12,4 6,60 bert und Schall 1 625. Am Ba-nkenmarkt waren die Aktien der Tresdner Dank, sowie der Darmstadter und Ratien-albanl weiier bworzugt, °9 e indes wesentliche Ku rsveründerungen zu erzielen. Darmstädter 103/8, Tresdner Bank V/s. Ferner not er- ten Deriiner Handelsg' elljchaft 261 2. Äoninert,* bank 51/s, Deutsche Bank ll7/8. Diskan.o Kom- mandit 133/g, Mittcldeutche Kreditbank 1,7 Rheinische Kreditbank 2,7. Auch rn Oesberccichlschen Danken waren große e 44m,ätze erfolgt. öe|ter= reichliche Kreditaktien 0,350—36.1/4. Wiener Da ck- verein 0,265-0.7201/2. Snst gingm noch um Hapng 251/4, Kleyer 2,1, Daimler 3, Wal.Hof 9, Badischer Zucker 2,8, Wryß und Fveytag 2.8, Holzmann 5,2, Dyckerhaff 4,2, Eebr. (eunghans IOI/5, Bingwerke 3, Julius Stichel 2 /8, Stuttgart Zucker 3,1. Die Börse schloß leuhaft und seit. Berliner Börse. echcideanltalt ........ Alla ElekirtzttütS'Gesellschafl Bergmann MainkrastwerSe ..... . auT .fremde Währung lautenden Außenständen und Der bind lichteiten in Goldmark ist der am l.che Kurs der Berliner Döt^e vom 31. Dezember 1923 zugrunde gelegt worden. Hinsichtlich der Kapital- zusammenlegung von 10: 1 wies Herr Goldschmidt darauf hin, daß in Zukunft alles aus die Rentabilität der angelegten Kapitalien ankomme, und daß Reubildung von Kapital nur erreichbar sein könne über den We^ rentabler Arbeit. Für das Jahr 1924 könne eine angemessene Dividende auf das Goldkapital in Aussicht gestellt worden. Börsenkurse. denen aus der Passiv,eie Kreditoren mit 194865359.71 Cm gcge'.überstehen Die Ter'in - lichkeiten sind 5um Du hw.rte vom 31. Dezember 1923 aufgenommen. D:i der Llmvvchnu..g von Roggen, inländ. 22 bis 23, Vommergers Drauzwecke 24 biS 26, Hafer, inländ. 1 TI 21,75, MaiS (gelb) 21 bis 21,50, Werzei *2 inländ., Spezial 0 3625 bis 38 75, Rogge, 33 bis 36,75, Weizenkl ie 12,25 bis 12.50, Ro- kleie 11,75 bis 12,25. Tendenz fester. 3n Ro» Weizen und Hafer finden je nach Feuchtigk gehalt Abschlüsse bis zu 25 Proz. unter ob gen Preisen statt, da sich diese Rotierm 1 auf gesunde handelsübliche Ware beziehen. Berliner Produktenbörse. Berlin, 14. Roo. Der Produktenmarkt t weiter abgeschwächt, obwohl die amerikanist Meldungen unverändert gelautet hatten. - Sorge, daß die Abwicklung der Devisenenga^ ments in vielen Fällen schwierig sein konni dürfte zu der Zurückhaltung ^.getragen habe. Das Mehlgeschäft b.teb weiter lustlos. Kartoffel- fester auf den Frost. Es notierten pro 10 Kilo: Weizen, märt. 214 bis 220, Roggen, mät 213 bis 217, Gerste, märt. 224 bis 240, neue 19o bis 210, Hafer, märt. 176 bis 178, pomm. 162 d 170, Raps 400, Leinsaat 400; pr«. 100 Kili Weizenmehl 30 bis 32,50, Roggenmehl 29.50 bi 32,50 Weizenkleie 12,60 bis 13, Roggenkleie 11.8. bis 12, BMoriaerbsen 32 bis 35, kleine Erbse. 21 bis 24. Sattererbfen 19 bis 20. Peluschke/ 16 b s 16,50. Ackerbohnen 21,50 bis 22, Wickci 17 bis 18,50, Lupinen, blau 13 bis 14, gelb 1 bis 17, Serradelle, alt 12,50 bis 13, neu 18 bi 20 Rapskuchen 16, Leinkuchen 25,50 bis 2( Trockenschnitzel 8,50 bis 8,60, Torsmelasse 8, Kar tofselflocken 18 bis 18,60 Mk. Turnen, Sport und Spiel 32. Mittelrheinisches Kreisturnfest 1925 zu Gießen. Ruf dem diesjährigen Kreisturntage Frankfurt a. M. wurde einstimmig beschlossen, da" mittelrheinische Kreisturnfest f ü ■ 1925 der Gießener Turnerschaft (T. O v. 1846 u. M. T. D.) zu übertragen. Diese hat bereits mit den Dorarbeiten begonnen. Der Ge schäftssührende Ausschuß ist gebildet. Die Lei- tung liegt in den Händen der beiden Dereinsvor sitzenden. 3n einer demnächst einzuberufenden Der sammlung wird die Bildung der Cinzelausschüss erfolgen. Als Hauptfesttag ist Sonntag, 2. Qlut 1925 in Aussicht genommen, zum Festplatz der Trieb ausersehen. Kirchliche Nachrichten, Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, 16.Rovbr. 22. Sonntag n. Trln. Stadttirche. 9'/,: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde Psr. Mahr. 5: Pfr. Decker. Iohanneskirche. 9' ,:Pfarrass. Schultheis. 11: Kin- derlirche für die Lukasgem. Pfr. Bechtolsheimer. 5: Pfr. Ausfeld. 8: Didelbesprechung im Iohannes- faal. Pfr. Adolph Universttals -Gottesdienst. 117. I d. Reuen Aula mit Predigt v. Lic. Dr. Frick. - Kirchberg. 10; 11: Heilg. Abendmahl für die Jugend von Mainzlar. 1'/,: Mainzlar. - Watzen- born-Garbenteich. Wahenborn-Steinbg. 9: Beichte y/• Gottesdienst (Heiliges Abendm. der Jugend) Garbenteich.' b (Koll. f. Hüttenfeld). - Wieseck. 97> vorm. Pfr. Decker, Gießen. Katholische Gemeinde«. Gießen. Samstag. 15. Rovbr. 47, u. 7 Beichte Sonntag, 16. Rovember. 23. Sonntag n. Pfingsten 67, Deichte, 7 Messe, Kom d. Jungsr. u. Hausangestellten, 8 Kom.. 9 Hochamt m. Pr., 11 Messe m. Pr., 4‘ 2 Jungfrauen-Kongregation, 57, Christen, lehre m. Andacht. die Meldung über die der De. kauf sbedingungen bet Kchlen - A.°G. zur Zuückhaltung bei, fie weist wieder einmal daraus hin, daß die Wirtschaftslage doch noch sehr im 21.gen lie,t. Die bisher veröffentlichten Limstellungen bei den Berliner Großbanken und namentlich die sich hieran anschließenden Aeußerungen der Derwal- tungen über die lebhafte Entwicklung des Bankgeschäftes haben einiges Interesse für Bankaktien hervorgerufen. Lebhaft blieben auch Petroleum unter Führung von Deutsche Erdöl. Auf die günstigen Berichts über die Umstellungen am Kolonialmarkt blieben Südsee dauernd gesucht, sie notierten 57/58. Schließlich ist noch der Markt der ausländischen Renten zu erwähnen, an dem Russen und älngavn mehr in den Vordergrund traten in Dedbindung mit den besseren Aussichten auf eine Anerkennung der Sowjetregierung durch Amerika Auch russisch- Danken profitierten von dieser Bewegung. Am Geldmarkt ift die Lage unverändert, tägliches Geld ist mit 3/s bis 3/ pro M-lle angeboten. Am Devisenmarkt haben sich die europäischen Standard-Devisen wieder etwas befestigt. Hier schrumpfen die älmsätze Sichel . ......... HeNstost SBoiubof...... KnderfabrU Frankenthal . - ßiKterfobril Waghäusel . . . -Kellerdichtungen- gegen Hochwassern. Grundwasser Jahrelange Erfahrungen, volle Gewähr. Buchhelm 8 Heister t-o. Unternehmung für Hoch-, Tief- u. Eisenbetonbau Frankfurt a. M., Brönnerstr. 23 Hansa 845 Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger*.) Frankfurt a. M.. 14. Rov. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21,50 bis 23,50, Umtt.-gtott BrN.-?InM) Chriftiania. Kopenhagen Stockholm . HetsingforS Otatten. . London. . . Wrutjort . . Ports. . . Schweiz . . Sva kn . Wien in D.« £fft. obgest Prag Budapest. . Buen.-AlreS 3iiL arten Japan ■ . 'Ufo de Ian Belirad . L'llabon . ÖR * (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger.) Berlin, 14. Rov. Die Hausse am Anleihemarkt geht weiter. Auch hu e wieder konzentrierte sich das ganze Fnteresse auf diesen Markt. Es lohnt sich nicht, alle die Gerüchte die augenscheinlich erfunden werden, um den Markt in Bewegung zu halten, weiter zu geben, ^a-sachs scheint zu sein, daß sich auch wieder einmal das Ausland in einzelnen Staatsanle.hen engagiert. Die verschiedenen An ätze zur, D ldung einer Dalsse-Partei wurden schnell überrannt 3n dieser Derbindung spricht man auch wieder von den Schwier:gkeiten einzelner ONakler. S.aatsanleihen, Zkniustrie-Ob.igationen un) Hypotcheie -Pfund- briefe blieben ebenfalls stark ge ucht. Demg gen- über trat das Geschäft am Aktienmarkt ganz zurück, lediglich für einzelne Epezialw?rte ze g‘e sich dauerndes Zntere se Am Montrmna. tt trägt die Meldung über die Derringe- rxi.m boi- De kaufsbedinaungen bei der yietüllfltfta (6oft Ircmkfml • Pet Union H »® Schuhiabrtk verr...... S41UB- Mittag- Rius - - immer mehr ein. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt ,70 63, 5 64 87 14,1-6 16,25 5,15 10,13 42,75 37 75 32,60 25,875 3,8 Frr”-. 14. Novbk. vmcrtkanttche Wotew .... Belgische Noten ...... Danilchc Noten - ...... Englische Noten ..... F-ran-osische Note« ...... Holländische Noten ..... Ot'Ntentsche Noten ...... Norwegische Noten Deutsch Oellerr,4100 Kronen Rliinäntsche Noten Schwedische Noten Echwei;er Noten . Spanische Noten ...... Tschechoslowakische Note« . . Ungarische Noten . . • 5 'DarmstädteruirdRationalbank, 1 — «7.^ ->rn @ a 91 Berlin. Die Darmstädter und Ra° F r a n k f u r t a>. M-, 14. ^iov. An ' tionatbanf legte ihre Goldmarkeröf nurgsbilanz Abendbörse^charfte sich der ^u k e was V'I- 1 nikii" ign4 Drr lie v n der Auf itb s« bereits im Sck>lußveriaufi. der Rii agsb re per 1. Januai 19-4 vor, vre v n oer s । ästete Kriegsanleihe gi gm au n ue Reali ationen auf 1020 vis auf 997 /2 zurück. Die anderen Werte l ie cs Gebietes fernten si , halt- n 3vrezentige ReiHLanle.he 1650 31 pro en c e K msols 1650, 3proz nlig: Kon ols 1450 bis 1460, Preußische Schätze von 1914 11C0, 4pr zm.i e Ba en (8/14) notierten 1750 Auslä rdi ch Renten t>:rf hrten ruhig, die Kurse mn lens unverändert. Zolltürken 11, während das Anleihege ch ft t oh groß r-r Um ätze ruh g verlief entfal e e sich für Llltienwerte ein größeres Ee chäft. D.e reund- lichere Stimmung b wirk e her. i Badische Anilin 20 bis 20' Elberf l-er Fr» ben 181/., Th Goldschmidt 16 , Höchster Farvwe ke C183/8-16' , Holzverköh u ig 6Vs, Rütgersuerke 17. Elellrowerte lagen ruhig und unverändert.. \ AEG. 87z, Licht uno Kraft 7,3, Reiniger, Geb- Salufek. S^hife- Abend- Kurs eine Reihe von Werten an der Börse noa> bewertet werden. Das ist aber auf technische Gründe zurückMfüh en, zu denen in erster Linie der Mangel an Sparkapital gehört. Auch die Bewegung am Renten markt tut derjenigen am Ak.ienmarkt starker Abbruch. Dor allem die Spekulation sieht auf ersterem Gebiete zur Zeit große, e Derdienstmöglich.e ten. Hierbei spielt der Gei ich s. u kt, daß schließ! ch taisächlich bei dem Aufrveruungsrummel etwas herauskommt, toeniger eine Rolle als derjenige, daß die Wahltampagne bis zu ihrem Schluß den Rentenmarkt m Ql em halten wird und daß infolgedesm die Dew-gung rach ober und un en dem geschickten Speiu.anten Der ie >stmöglichie.te.r bietet. Etwas festere Grundlage hat w hl tex Markt betjenig n Werte, derer Aufwer u g durch die Dritte Steu.motverordnung bereits geregelt ist, da die Ansicht, daß es bei die ec Regelung nicht bleien wird, immer mehr an gewannt. $tn(TcI)t Re.a>«°nle.de . Am Geldmarkt zeigte srch rm n uen alle- t0/o Drursche Re,chso>, durch dir bekannt« Oeftelrctchlsche Credilaustali gewordenen ungünstige,! Ziffern der englrsc^n Weftbank ......... Hanixlsbilanz eine älnterbvechung erfaß en Es •****“ ist aber anzunehmen, daß diese Unterbredyung Earo . * * i **,*,..’ * nur vorüberaehender Ratur ist, denn für d.e Deutsch Luxemburg...... -nglilch- fvtelt cie ^anbeltota.i» . nur eine untergeordnete Rolle. Kaliwerke Aschersleben... . Kaliwerk Westeregelu..... Das Reichsgericht über den I Zinsendienst der Rolltk^"kentenvanr. Bergbau....... Das Reichsgericht hat in einer grundsätz-- 3(«S«f ®Zontan . lichen Entscheidung die Ansprüche aus Aufwer« lellus Bergbau....... iu na der von der Roggenrentenbank ge- Hamburg-Amerika Paket. .. zahlten Zin se n endgültig ab gelehnt. Die ötorddeuticher Llovd Verzinsung der Rrgg nanleihe von 1922 betragt I Lheramtsche Werke «lbto . 5 Pfunü A°gg-7 für ben W, ; umgerechnet aui den jeweiligen Marktwert Ja a l0;$0nt ,@uano der zweiten Half e i?e3 Jahres 1923 verch>b sch Badische Anilin....... auf Grund der Sch iifselbnechnung daZ Derhält- Cbenuiche Mayer Alapiu . nis äu llngunften ter s> catz !!! nur der Weist von '/e Pfund Roggen, sta t ior= | Höchster Fardioerke..... her 5 P'und als Zins gezahlt wurve. Za l eipe Anleih^belitzer verlangten tu ch ei e Klage d.e Aufwertung zum w Eichen Goldwert. Das Kam« m e r g e r i ch t wies die e Klage a b. In ter Revis ionsvrrhairdlung vor dem vierten Zivilsenat des Reichsgerichts wur:e feiles der Roggeirrmten'.a k aurgesührt, daß die Zi s- berechnung nicht ers als nach tem Ma k. werte des Roggens auf Grund der Durchschnittszi fern der Sch üsselp^riote vorge ommen werden ko nte. Zugunsten ter Rente briefb: i e habe di: Bank bereits 190 000 Goldmark geopfert. Sollle die gewünschte Ausw.r.ung an>rka.:nt werden, so m ß - ten 400 000 Goldmaist cmsgebrr.cht wer en. D.s Reichsgericht Hit sich der Auffas'u g des Karnmrrg r.chsts ang schlossen und die R e vi i 0 n gegen das Urteil als unbegründet r, zurückgewiesen. 13. Novbr. 14 Nov r. {Report, 13. 1 14 Hmilidie Notieruni (VrlD | Briet ?untu t): Jioire 1 i : kWclO | -Ir.f 157,63 168, 186, d 1.9, 2 inll voll 20,20 2J.3O 20.29 20,-f voll voll LI, 0 61,80 62,04 62, 6 voll voll 73, 7 14,13 13 96 14,34 voll voll 72,27 112,83 112,2-’ 112,6) lOli voll 1U.58 10. 9 10, 3 10, 9 -oll soll 18,2 lb.84 18,0 1 .3- DOll voll 19,3/6 19,425 19,4 0 ö,55 voll voll 4.1) 4,21 4,1) 4,21 voll voll $2,09 22,21 12,19 $2,31 DOll voll 80,36 ti,o 8J,74 81,14 VOI voll bu.66 46,89 bb,91 47,19 voll voll k,90. 5,93- 6,90 i 8,9’f von voll 12,47) 12, 35 12,436 12,54 voll voll 6,61 . 6,635 5,6) 6,6= voll voll 1, 6 1,675 1,57 ve uol voll 8,0 > S, 7 8,05 8,G? VOI voll 1,-15 1^25 1,61', 1,62 uol 011 1,48 1.49 L.48 1,-9 uül voll c,02 6,173 6,06g 6,18: -■01 voll 16,96 17,64 1c,96 17.04 voll voll 'S2*£\ ■/ ■v Wer kritisch öas Gute sucht/ wirö bet öer. overstolz m öer neuen grüngoldenen Packung eine Fülle von Wohlgeschmack unö Aroma entöecken/wLe er fie sonst nur bei teureren Zigaretten vorzuchnöen gewohnt ist. C "Er wirö Ser Gute öieser HauS Aeuerburg^Zigarette zuliebe sicherlich gern auf eine luxuriöse Ausstattung unö ein übermäßig öickes Zormat verzichten. . HausNeuerburg.o.H.G. TXIEB • KÖLN • HAMBüee • DBESDK?i. Franz Belle ■ Murg ID 3 Stück 75 Pf. Billige Taschentücher Kindertücher Damentücher Herrentücher 3 Stück 50 Pf. 3 Stück 90 Pf. proa-ttMiM, ibtl 4% u. 7 Mtt itag n. M.gsten jungst, u. tzaui- m. Pr.. U W etion.^/.ehnsten. >d Spiel chcs Gi-ßen. ceisiurntage t ■ öelchiolim, da.' urnfrst iü rschast |T.1 n. Diele ha, be> mnen. Der ty. bildet. 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Leider wird in den bäuerlichen Wirtschaften, welche in der weitaus größten Zahl aller Betriebe vorhanden sind, nur in sehr seltenen Fällen dem Rechnung getragen. Sind Heu und Grumt sowie Rüben in genügender Menge vorhanden, so wird drauflos gefuttert Es wird selten gefragt: genügen die RauhfuttervorrätV sür die Anzahl d^s zu ernährerrden D.ei-S einschl. der Arbeitstiere? Wenn so viel Fuhren Rauhfutter eingefahren worden sind, als einem mittleren Jahr entspricht, so ist der Landwirt zufrieden. Er fragt nicht danach, ob sich sein Viehstapel verändert hat. und wieviel Milch er liefern will, und doch sind dies die grundlegenden Fragen, welche vor allem berücksichtigt werden müssen. Dabei ist im allgemeinen der Grundsatz aufzu st eilen: Wenig Vieh gut füttern, ist besser wie viel Vieh schlecht füttern. Gar oft wird drauf los gefüttert und je mehr man sich dem Ende der Winterfütterung nähert, um so schlechter ist die Ernährung der Tiere, um so gringer der Milchertrag und um so kümmerlicher die Entwicklmrg des Jungviehs. 2lm 1. Februar ist die Hälfte der WinterfüNerungszeit herum. Es soll daher bis dahin die Hälfte des Wiesen» imd Kleeheus und des Grumts sowie der Rüben verfüttert fein. Häufig ist aber Mitte März schon der Rauhfuttervorcat fast ganz verfüttert. Der sich daraus ergebende Rachteil ist von privat- wie volkswirtschaftlicher Bedeutung. Die Einnahmen aus der Milch und Butter fehlen der Wirtschaft und die Belieferung der städtischen Bevölkerung mit diesem wichtigsten aller Rahrungsmittel wird mangelhaft. Das Ausland kann wohl — zum Schaden der Volkswirtschaft in rein finanzieller De iehung — Butter cm- führen, aber die F ischm lchversorg mg ist von der einheimischen L ndwiitschaft abhängig. Heutzutage ist aber der Dauer mehr wie je — und gerade durch die unglückliche Ernte 1924 — auf Milch- und Duttervertauf angewiesen, um die täglichen lausenden Ausgaben, zu welchen auch die vielen Sorten vyn Steuern gehören, durch tägliche Einnahmen zrt decken. F hlen diese gegen Ende der Winterfütterung 6—8 Wochen lang, ehe mit der Grünfütterung b gönnen werden t.mn, so wird hierdurch schon der g sanrte Jahvesgewinn — die Rentabilität — in Frage gestellt. Die Frage der gleichmäßigen Winterfütterung ist daher von allergrößter Bedeutung. Um dieselbe burchzuführen. muß man mit den unS zur Derfiigung stechenden Futtermitteln in allere^ter Linie rechnen und daim ecfl auf de käuflichen Äraftfuttermittel zurückgreifen. Weitblickende Landwirte haben im Doge.Sberg Wick- hasergemenge angebaut, um es verschrotet zu verfüttern und so von au-länd fchen Äcaftfutter- nrittcln unabhängig zu fein Leider ist durch den ewigen Regen vielfach dies-.-s Gemenge verdorben. Da nun auch die Getreidearten feucht herein- gebracht wurden — es w.rd kaum eine Wir fchuft geben, welche in diesem Sommer alles Getreide flu geerntet hat —, so wollte man das n cht als Drotfrncht verwendbare Getreide ans Vieh in Gestalt von Schrot verfüttern. Run sie len frch auch hier Hindermisse entgegen, weil dec Wassercebalt der Frucht so hoch ist, daß die Schrotmühlen- walzen oder .sche ben sich verschmieren. Größere Betriebe, welche zu Molkereiei und Brauereien günstig gelegen sind, können unter Umständen dort ihr Getreide trocknen. Für kleine Detr'ebe empfiehlt es sich, nach dem Brotbacken im Ge- memdebackofen daS feuchte Getreide unter Um- rühren mit einer an einer langen Stange he- feftigten Krücke zu trocknen, so daß wöchentlich mehrere Zentner Frucht zum Schroten hergerich'.ct werden können. Hut man sich auf d ese Weise brauchbares Kraftfutter geschaf en, so g li es nun, auch diese F tt ermittel mengen gewichts- mäßig richtig einzrt.il n und wenn nötig, noch durch Zukauf von Oelluchen oder sonstigen Kruft- futtermitteln zu ergänzen. Was ist nun für einen Milchviehstapel an Futter nötig? Diese Frage muß jetzt im Ro- vember unter Zugrundelegung der selbster eugten Futtermittel beantwortet wer en. Kann die vorhandene Stückzahl gut ernährt werden? Sind Geldmittel vorhanden, und sei es durch Inanspruchnahme des Rotstanbek.ed ts. um etwa nötiges Kraftfutter zu kaufen, oder muh die Diehyahl vor ring-rt werden? Zur Beantwortung dieser Fragen müssen eine Anzahl Erwäg -ngea angefteüt werden. Der Landw rtschafts'ammer- ausschuh Gießen hat auf Veranlassung des Land- Wirtschaftsamtes Lauterbach und des Kreis- Rirderzuchtvereins Laute b.ch in Versbiedenen Wirtschaften eine Milchkontt-v le durchgcsührt. und just dieser Tag: kam die Berechnung für das Jahr 1923/24 heraus. Es können die gearoir.renen Zahlen als Grundlage dicmen. Wir werden nur solche benutzen, welche rein bäuerlichen Verhältnissen entstammen Allerdings sind die bellen Milchkühe ausgesucht, welcle im Sommer nicht angespannt wurden. Der M lcherlrag belief sich im Durchschnitt einer je^en S mmenlaler Kah auf 2200 Liter mit 3 5 P.wz. F.tt im Jahr. Dies würde für die sieben Wintermonate rund 1200 Liter Milch geben fü" ich: Kuh. Rechnmr wir nur 1C00 Liter, da die Kühe übermitt Imäßig in ch en Leistungen waren, fo macht des tag'ägiich einschließlich etwaigen Trockenstehsas 5 Lite je Kuh. Mit dieser M.lcbmenge k:nn gerechnet werden, da sie den praktischen bäuerlichen Verhältnissen und Gartenbau. Oberhrslens entspricht. Um sie zu erreichen, muffen im Futter diejenigen Rah strff e fern, welche sich im Tierkörper in ric Be t andteile de. Molch den Käsestofs (Kasein), das Hünereiwech (Album n). da.. TA lchfctt, den Mcka-z. ck r und die M ne 1 stosse ums.tz.n Ohne auf lange wissenschaUliche Aussührui gen einzugehen, sei bemerft, da'i eine 500 Kg. schwere Kuh zur Erz ugung von laglch 5 Liter Mttch folgenx- F tte me-igcn täglich re darf: 8 Kg Heu, 15 Kg. Runk.lc-üben. 3 Kg Weizen- oder Haferspreu und 3 Kg eures müch.s von gl: chen Teilen R gg n-, Hafer und Gerstenschrot. W r fe n Getreioe nicht zu einem annehmbaren Preis verkaufen kann, weil es nicht backfuh g ist, soll es auf diese 'Weise verwerten Dec gutes Getreide hat, verkaufe es r.nb gebe dafür Oelkuchen. Wieviel von den einzcl en Sorten zu geh n ist, muß d e F tterberech iun e - geben, welche unter Angabe oer re । .y ere en sonstigen zur (Beifügung gehenden F tie mi tel das zuständige ßmbtoirlfdyaf t ,ctragen. Für größere Obst Pflanzungen dagegen genügt ein Drittel dieser Menge Alte künstlichen Dünger werden am vorteilhaftesten im Herbste und im Laufe der W i n t c r je i t gegeben, mit Ausnahme deS schwefelsauren Ammoniak, den man erst im April iKtabrcicbt Auch für das Düngen mit Stallmist ist diese Zeit am günstigsten. Zu beachten ist indessen, daß Kalk und Stallmist nicht gleichzeitig und zusammen gegeben werden. Der Kalk wird am Elften alle 3 bis 4 Jahre als Sondergabe in Mengen von 1» Kg. für das Quadratmeter mit der gleichzeitigen künstlichen Düngung verabreicht und möglichst untergegraben, weil er sonst vom Winde leicht fortgetrieben wird. Aus diesem Grunde ist es auch ratsam, alle sonstigen künstlichen Düngemittel an windstillem Tage aus- zustreuen, um sie an ihre Wirkungssläche zu binden. Fragekasten. Frage 64: Wie heißt die kleinblumige Primel, die am Fenster des WohrzimmerS meh.ere Jahre lang gezogen werden farai und nicht eingeht, wie die großblumigen Markiblumen. welche man immer wieder verliert? Antwort. Es kann nur die Brennprimel, Prirnula obconica ober die Ebineser Primel in Frage kommen. Beide sind mehrjährig, d. h sie kommen mehrere Jahre bintcreiiionber zur Dlü:e, wenn sie darnach behandelt werden. Dazu gehört, daß man sie nie ganz austrocknen lässt. Primeln sind Waldpflanzen und liehen als solche eine ständige Feuchtigkeit und Schutz vor der brennenden Sonne. Wenn man diese Eigenschaften beachtet und sie im Frühjahr nach der Hauptblütc umsetzt, bann erhalt man sie die Blüten werden jedoch von La-r zu Jahr kleiner und unansehnlicher. Aus diesem Grunde quält sich kein (Partner mehr mit alten Pflanzen ab. Dasselbe soll'e der Blumenfreund tun und ab- geblühte Primeln einfach wegwerfen. Frage 65: Ich habe ein vor kurzem erst gerodetes Waldstück mit Rotklee eingesät. Der Klee zeigt keine Wuchsigkeit und keinen vollen Bestand. Wie kann ich diesem Äebelstande abhelfen? Antwort. Klee ist eine schmetterlingsblütige Pflanze. Die Erfahrung lehrt, daß alle Angehörigen dieser Pflanzenfamilie großes Kalkbedürfnis haben und auf sauerem Boden schlecht gedeihen. Es wird sich deshalb zunächst empfehlen, eine Probe des betreffenden Bodens sowohl von Ackerkrume wie vom Untergrund zirka 30 Zentimeter tief an das zuständige Landwirtschaftsamt einzusenden und ihn auf Kalkgehalt und Säure untersuchen zu lassen. Es wird Ihnen dann mitgeteilt werden, wie der Boden reagiert und durch welche Kalkgabe erforderlichenfalls die vorhandene Bodensäure beseitigt werden kann. Außerdem ist Rotklee, da er, wie bereits erwähnt, zu den schmetterlingsblütigen Pflanzen zählt, eine Kulturpflanze, die mit Hilfe der Knöllchenbatterien an ihren Wurzeln in der Lage ist, den freien Stickstoff der Luft in einer für die Pflanzen aufnehm- baren Form zu überführen. Um dies bewerkstelligen zu können, muß die Pflanze aber auf ihrem Standort diese Bakterien vorfinden, was gewöhnlich auf altem Ackerland, wo schon öfter schmetterlingsblütige Pflanzen gebaut wurden, in genügendem Maße der Fall ist. Auf Reuland empfiehlt sich eine Dodenimpfung, d. h. eine künstliche Anreicherung des Bodens mit diesen Bakterien. Die Impfung kann erfolgen, indem man das Rodland mit Erde von altem Ackerboden» überfährt und so es mit den in demselben vorhandenen Bakterien impft, oder indem man die Kleefaat einer Impfung unterzieht, d. h. mit einem Präparat vermischt, arissät, däs diese Bakterien enthält. Am besten hat sich in dieser Beziehung das „Azetogen", von Hyman und Teich- 1er hergestellt, bewährt. Man achte aber, daß man das für die betreffende Pflanzenart, d. h. für Rotklee, Luzerne, Erbsen usw. speziell hergestellte Präparat bestellt, da die einzelnen Bakterienarten an den einzelnen Schmetterlingsblütlern wieder verschieden sind. Genaue Gebrauchsanweisung liegt bei. Auch auf altem Kulturland hat eine Impfung mit Azetogen einen günstigen und vollen Kleestand gezeitigt und die Erträae erhöht. Gerichtssaal. Darmstadt. 14. Rov. (Eig. Bericht.) Im Hauptbahnhof in Darmstadt redete im September vergangenen Jahres ein Polizei- wachtmeister eine Frau an, die er nicht für einwandfrei hielt. Der hinzukommende Ehemann verbat sich dies. Der Wortwechsel wurde heftiger und bet Schuhmann ging bann ohne weiteres gegen den Mann mit einem Gummiknüppel und schließlich mit dem Säbel vor. Der Verletzte stellte Strafantrag und das De- zirksschöffengericht verurteilte den Polizei- wachtmeister zu 100 M k. Geldstrafe. In der Berufungsinstanz hob die Strafkammer das Urteil auf und erkannte gegen den Angeklagten auf zwei Monate Gefängnis. Das Urteil bezeichnet fein Vorgehen als brutal; mildernde Umstände wurden nur in feinem straflosen Vorleben erblickt. Aus dem Amtsverkündiguuqsblatt. •• Das Arntsverkünbigungs blatt Rr. II vom 13. Rovember enthält Bekarrnt- machungen über die Reichstagswahl und die Landtagswahl am 7. Dezember 1924. «t-.- - Rätsel-Echr. Zahlcn.Rälsel (Nr. 2.) 1. 1. 2, 3. 4. 5. 6. 2. 7. 8. 9. 5. 1. 3. 7. 3. 10, 8. 9. 6. 11. 6. 4 6. 11, 8. 9. 8. 12. 13. 3. 14. L 5. 9. 1. 16. 11. 3. 13. 6. 5. 3. 14. 15. 9. 1. 7. 9. 3. 14. 6. 1, 13. 8. 6. 13. 3. 11. 9. 16. 15. 1. 17. 6. 1. 10. 15. 3. 17. 10. 1. 18. 11. 18, 8, 4, 7. 7. 3. 6. 9. 18. 12. 3. 5, 1, 10. 3. 6. 5. 1. 13. 10. 3. 18. 1. 13. 3. 9. 14. 10. 8. 4. 6. 7. 15. 1. 6. 7, 11, 3, 14. 16. 19. 10, 3. 17. 6. 9. 12, 8, 17. 13, 1. 12. 6, 17, 1. 9. 18. 18. 1. 13, 19. 4. 13. 18. 19. 6. 14. 15, 6, 12, 1. 9. 6, 1. 20. 5, 1, 11, 3. 9 Die vorstehenden Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen, tooExi sich die einzelnen Zahlen immer auf den gleichen Buchstaben beziehen. Die entstehenden Worte haben folgende Bedeutung: 1. Kirchliche Bezeichnung eines SvnntagS. 2. Wundärztliches Instrument. 3. Stadt in Griechenland, 4. Kunstwissenschaftlicher Beruf, 5. Fluß in Süddeutschland. 6. Griechische Rymphe, 7. Stadt auf Reuseeland, 8. Landschaft tn MefoPotarnten, 9. Wissenschaft. 10. Shakespearefchs Drama. 11. Bekannter Philologe. 12. Stadt in Australien. 13. Päpstlicher Palast, 14. Männlicher Vorname, 15. Vvrgebirge in Rord-AlaSla, 16. Vogel, 17. Militärische Formation, 18. Stadt in Thüringen, 19. Weiblicher Vornan", 20. Geistlicher Titel. Die Anfangsbuchstaben von oben nack unten und in Fortsetzung die Endbuchstaben ebenfalls von oben nach unten gelesen, ergeben etn Zitat aus Lessings „Rathan der Weise". Eilbcu-Rätscl (Nr. 2.) al — ap — ar — bat — be — bürg — de — bef — den — bers — bi — bi — bra e — ek — en — eu — fe — gen — go — Hal — har — hol — im — le — kel - fer — knecht — ko - korb — la — Io — la — lands — le — mann — mer — mor — na - ne ner ni ni nil ob Pa — Pen — Pferd — ra — rei — ti — rin — tro — rus — far — schvk - - fe — fe — Ti — sny — svn — tel — thü — ti — us — wal — we — &a — zell. Es sind 24 Wörter zu bilden, deren AnfcmgS- und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, ein Zitat ergeben: 1 Deutsches Baudenkmal, 2. Gärungsprodukt 3. Fixstern, 4. Pflanze, 5 Figur aus Wallenstein, 6. deutsche Landschaft, 7. HauSwirtschaflsgegenständ. 8. Gemüse 9. holländ Maler, 10. Söldner, 11. Erdteil, 12. Gedichtsform, 13 Vertrauter Goethes, 14. Säugetier, 15. Gewerbebetrieb. 16 Deutscher Freistaat. 17. Musikinstrument. 18 biblischer Rame, 19. Kanton in der Schweiz. 20. Körperteil, 21. Reitergattung. 22. amerik. Philosoph, 23. franz. Dramatiker, 24. Insel im Mittelmeer. • Auflösungen. 6ilbentät|el Rr. 1 auS Rr. 264. 1. Erde, 2. Samos, 3. Isaak, 4. Sonnino, 5. Tandem, 6. Rahum, 7. Idiot, 8. Celluloid, 9. Hoangho, 10. Telemach, 11. Sevilla, 12. Säbel, 13. Opal, 14. Forelle, 15. Eros, 16. Isabella, 17. Dymwegen, 18. Gounod, 19. Entenci, 20. Serenade, 21. Polykrates, 22. Ohio, 23. Rorwegen, 24. Dordhausen, 25. Ente, 26. Dansen. Es ist nichts so fein gesponnen. es kommt doch alles an die Sonnen. Zahlenrätsel Rr. 1 auS Ar. 264. 1. Lombardei, 2. Anze, 3. Falstaff, 4. Tacitus, 5. Fayence, 6. ArkansaS, 7. Huronen, 8. Rembrandt, 9. Teutonen, 10. Irawadi, 11. Southampton, 12. Theodorich, 13. Aewton, 14. Odyssee, 15. Transvaal. Die Anfangsbuchstaben ergeben: „Luftfahrt ist not!“ hervorragend bewährt bei: G:cM, Grippe, Rheuma, Nerven- und Mias, KopMmerzen Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harn- . säure aus. - Klinisch erprobt. - In allen Apotheken erhältlich. Best. 74,3% Add acet, salic , 0,46°/,, Chinin, 12,6% Lithium ad 10ü Amylum. 7697ss Klagen Sie nicht über teure Zeiten verehrte Hausfrau, solange Sie das seft 124 Jahren bewährte Kaffee-Surrogat von Werner Breuer kaufen können. 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