nr. 243 Erstes Erschein: laglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilegen: GießenerFanulienblätter Heimat im Bild. Vonatr-Vezn^rpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch.Anschlüsse: öchriftleitung 112, Der. jag undGeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: 8n; zunächst prüfen soll, in welchem Umfange bie ,'nllgtt .g en Zechen noch abbauwürdig sind. Ein späterer amtlicher Funkspruch enthalt folgenden Bericht: „Fahren mit 50 Meilen Geschwindigkeit, Kurs Sabie Island, das wir 7' gen 1 Uhr früh mitteleuropäischer Zeit zu erreichen gedenken. An Bord alles wohl." gen en Verpflichtungen bestehen In diesen F Re ...... " auf einem falschen Die Entscheidung des Zentrums. Erweiterung der Neichsregierung nach rechts unter Teilnahme der Demokraten darauf hin, daß durch das Wiederauf lebenlassen von Forderungen, die durch rechtsverbindliche Geschäfte bereits erledigt seien, in die Verhandlungen des Ausschusses ein neuer Gedanke getragen werde, der sich log sch in keiner Weise in den Aufwertungsgedanken eingliedern Iaffe Vor allen Aufwertungsftagen müßte zuerst das Steuerprvblem und das Finanzausgleichsproblem gelöst werden. Eine Erhöhung der Zinszahlungen und Hypotheken oder gar eine Erhöhung de r Aufwertung von Hypotheken würde sich beim städtischen Haus- besitz in einer Erhöhung der Mieten aus- toirfen. was gerade jetzt wirtschaftstaktisch falsch wäre. Er warne-davor, in diesem Moment einer allgemeinen wirtschaftlichen Umstellung eine Mieterhöhung vorzunehmen. Der Minister bat .schließlich, die Abstimmung solange auszusetzen, bis das Kabinett in einer Regierungserklärung zu den Fragen Stellung nehmen könne. Rach weiterer Aus prache vertagte sich der Ausschuß, ohne eine Abstimmung vor genommen zu haben. Lakehurst, 15. Ott. (Funksprnch der SU.) Der Korrespondent der Telegraphenunion erfährt, daß sich Z. R. III nach den neuesten Funkmeldungen von Bord nach hierher um 9.05 Uhr abends mitteleuropäische Zeit auf 43 Grad Nord und 50,30 Grad West befand. Das Luftschiff fährt im Tempo von 75 Seemeilen je Stunde. An Bord befindet sich a l l e s w o h l. Man nimmt hier an, daß Z.R. lll möglicherweise erstNeu- hork, dann Baltimore, Philadelphia und Washington passiert. In diesem Falle ist die Landung in Lake hurst nicht vor morgen nacht 12 Uhr mitteleuropäische Zeit zu erwarten. Vor der Ankunft. Heut) ott, 15. ort. (WTD. Funkspruch.) Um 9 Uhr vorm. m. Z. war der Z. R. III 70 Meilen östlich von Boston. Man erwartet gegen 11 Uhr seine Ankunft auf amerikanischem Boden. Lakehurst in Erwartung. aieut) ort, 15. Oft. (Kabeldienst der TU.) Die Funkstation in Lakehurst empfing gestern um 10,25 Uhr amerikanische Zeit (4,25 Uhr mitteleuropäische) einen Funkspruch von Z. R. lll, nach dem sich das Luftschiff in direktem Kurs auf Lakehurst, 1500 Seemeilen von der Station, befand. Z. R. lll teilte mit, daß der Flug über Bermuda vermieden wird. Das Schiff fährt 45 Seemeilen in der Stunde. Die amerikanischen Wetterstationen melden gutes Wetter bei schwachem Nordwest. In Lakehurst üben Truppen für den Empfang des Luftschiffes, das heute früh zwischen 6 und 11 Uhr amerikanische (12 und 5 Uhr mitteleuropäische) Zeit dort erwartet wird. Durch Flieger begrüßt. Aus Neuyvrk wird gemeldet: Zahlreiche amerikanische Flieger drückten den Wunsch aus, Z R. 111 entgegenzufahren. Die Behörden befürchten jedoch, daß sie dem Luftschiff in den Weg kommen könnten, indessen haben einige Flieger die Erlaubnis erhalten, aufzusteigen, unter der Voraussetzung, daß sie sich dem Luftschiff auf nicht mehr als 1000 Fuß nähern. 5 Piloten teilten daraufhin ihre Absicht mit, dem Luftschiff das Geleit bis Neuyork zu geben. Rach Meldungen des „Neuyork Herald" rechnet man mit günstigen atmosphärischen Bedingungen, Sonnenschein und einer leichten Brise. Ueber Lakehurst ist ein förmlicher Belagerungszustand verhängt Das Rauchen ist streng verboten, sobald Z R. lll in Aussicht ist. Den Automobilen ist es streng unterlagt, innerhalb des Luftschiffhafen-Gebietes Scheinwerfer zu benutzen. Die Personen die sich an Bord des Luftschiffes begeben, müssen sich mit Gummischuhen versehen. Elektrische Antriebe für Motoren usw. dürfen nicht in Tätigkeit gesetzt werden. Eine amerikanische Zweigstelle des geppelinbaues. Friedrichshafen, 14. Oft. (Wolff.) Die Leitung des Luftschiffbaus Zeppelin teilt mit: Die Berliner Regierungskrifis scheint ihren Gipfel erreicht zu haben. Die Ereignisse überstürzen sich. Fraktwnsbeschlüsie werden gefaßt, die in wenigen Stunden später schon über den Hamen geworfen werden. Das Zentrum, auch diesmal das Zünglein an bei Wage, hat einge- (en 11, an den Demokraten hängt nun die Entscheidung. Um den Zusammenhang noch einmal M r^apitulieren, war am Freitag der Reichskanzler an die Regierungsparteien mit der Frage herangetreten, ob sie einen Fortbest and der gegenwärtigen Regierung oder eine Erweiterung nach rechts ober eine Auflösung für das Zweckmäßigste hielten. Die /Vertreter des Zentrums und der Demokraten hatten sich, allerdings nur für ihre Person, dahin geäußert, daß sie ein Verbleiben -her gegenwärtigen Regierung begrüben würden. Rach neuen Verhängungen mit ■Sen Deutschnationalen, in denen sich er» ■geben hatte, daß die Deutschnativnalen jetzt endlich bereit waren, die Richtlinien des Kabinetts Mar^-Stresemann ohne Abstriche und Zusätze zu unterschreiben, war Herr Dr. Marx mit diesen reuen Ergebnissen erneut an die Regierungsparteien herangetreten und hatte sie gebeten, jetzt eine Meinungsäuberung ihrer Fraktionen herbei» zuführen. Labei war von der Deutschen Volks- Partei unmißverständlich hinzugefügt worden, bal) die Alternative eigentlich hätte anders gestellt werben müssen, nach Auffassung der Deutschen Vollspartei sei eine Fortdauer des be» stehenden Zustandes nicht möglich, wem al o eine Erweiterung des Kabinetts nach rechts nicht tn Frage komme, bliebe nichts anderes als eine Auflösung übrig. Dieser Meinung hat sich auch der Reichskanzler selbst, allerdings in etwas zurückhaltender Form, angeschlossen. Das Zentrum begriff allo sehr wohl, in welche Zwangslage es hineingeführt wurde und, um zunächst einmal Zeit zu gewinnen, schützte eS die Tagung der Chiistlichen Gewerkschaften vor, die es ihm unmöglich machte, die Fraktion zusammenzurufen, so daß schließlich ein Aufschub bis zum Dienstag bewilligt wurde. Die Fraktion trat bann am Dienstag Vormittag programmähig zusammen. Allgemein hatte man angenommen, bah es bis in den Nachmittag hinein dauern würde, bis sie zur Klarheit kommen konnte. Aber schon um 1 Uhr_ mittags war sie fertig. Freilich in einer etwas überraschenden Form. Sie hatte es noch einmal versucht, sich der Klemme zu entziehen und der Fragest e l- lung aus dem Wege zu gehen, indem sie sich in aller Harmlosigkeit für das Fortbest e - hen der gegenwärtigen Regierung aussprach, gerade als ob niemals von einer Verhandlung mit den Deutschnationalen die Rede'gewesen wäre. Das mag sehr klug erdacht fein, jumal toeu dadurch die Gegensätze in der Fraktion uberbruat würden, und wie gerade von dem linken Flügel der Fiaktton hinzu gefügt wird, war dieser Beschluß einstimmig gefaßt worden. Aber mit solchen Mittelchen kann man die Krisis nun doch nicht mehr kurieren, selbst dann nicht, wenn, wie die klugen Herren das getan haben, ein nicht veröffentlichter Zusatz zu der Entschließung art genommen wurde, worin bemerkt war, daß diese Beschlußfassung nur für den Fall gelten sollte, daß die Fortdauer der gegenwärtigen Regierung sich nicht als unmöglich erweise. Die Logik ging also dahin, daß das Zentrum, dem die Demokraten ja eigentlich nur noch als Anhängsel zuzurechnen sind, alles weitere von sich auf die Deutsche Volks-' Partei abschieben und abwarten woll. e , ob die Deutsche Dolkspartei nicht doch.vielleicht iimfaile, eine Hoffnung, die sich allerdings un möglich erfüllen konnte. Die Deutsche Volkspartei hat dem Zentrum diesen Gefallen nicht getan ^lachdem die Dinge soweit gediehen waren, komft- sie unmöglich aus grundsätzlichen wie ah tischen Gründen zurückkehren Sie hat denn auch in einem Frakttonsbeschluß feinen Zweifel darüber gelassen, welche Folgerungen sieaus: der Haltung des Zentrums werde ziehen müsse . In dem Beschluß heißt es: Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volks- Partei hat in ihrer Sitzung vom 14. Eobervon den Beschlüssen deS Zentrums und der deutsch demokratischen Partei Kenntnis genommen. Sie kann diese nur als eine Ablehnung der^^Zustimmung zu einer Rechservefterurft.. regierung auffassen. Die Deutsche nach der Prüfung der hierdurch geschaffenen i.ag einstimmig zu dem Ergebnis gelang a n i b r e1 bisherigen Stellungnahme t cu 3 u Raiten. Sie Voraussetzungen. dem Zentrum und d-r D^tschdemolrnt.sch-n Pnr- 4ei für die Zuziehung der Deut ^7 Partei nach den Walsahlen aufgesteM wurden sind erfüllt. Sie dorbeh alt »f « M « » « »«e MMmZM ^Zuziehung ist zugleich eine notwendige J l licke Konsolidierung und Par - fam t nta r isch e G e sun d u ng. Die Koalition der Mitte ist infolge der numerischen Schwäche von einer parlamentarischen Krise in die andere geraten. Ihre Fortführung bietet keine Gewähr ür Dermeidung weiterer Krisen. Die bisherige Koalitionsregierung wird im Gegenteil mit Sicherheit binnen kurzem zum Schaden der deutschen Außen- und Innenpolitik erneut in parlamentarische Verwicklungen geraten. Die Deutsche Dolkspartei hält infolgedessen die Fortführung der bisherigen Koalitionsregierung als praktisch u n m ö g l i ch. Wenn ich aus der beseitigen parlamentarischen Situation eine neue Krise ergibt, die zur Auflösung des Reichstags führt, so trifft nicht die Deutsche Dolkspartei die Schuld. Die Annahme ihrer Vorschläge würde die Krise vermeiden und eine dauerhafte Konsolidierung der Regierung zur Fortführung ihrer Aufgaben ergeben. Don diesem Gesichtspunkt ist die Partei bei ihrer bisherigen Haltung ausgegangen. Aus demselben Grunde hält sie an ihrer Auffassung fest. Daraufhin bequemte sich das Zentrum in einer am Spätnachmittag anberaumten Frak- tionssihung, ihre Auffassung vom Vormittag einer Revision zu unterziehen. In den Abendstunden wurde folgendes Kommunique verbreitet: Nachdem die Beibehaltung der gegenwärtigen Regierung, die das Zentrum einmütig gewünscht hat, abgelebt wurde, erklärt die Zentrumsfraktion ihre Bereitschaft, einer Regierungserweiterung nach rechts auf dem Boden der vom Reichskanzler aufgestellten Richtlinien zuzustimmen, falls die Demokraten auch in der Regierung verbleiben. Ob nun die Bedingung, die das Zentrum an seine Zustimmung zur Regierungserweiterung nach rechts geknüpft hat, daß nämlich die Demokraten in der Koalition verbleiben, sich erfüllen wird, hängt von der auf heute nachmittag festgesetzten demokratischen Frakttonssitzung ab. Daß die Stimmung innerhalb der demokratischen Reichstagsfrattion keineswegs so einheitlich für Ablehnung der Rechtskoalition ist, wie es eine gewisse Seite großstädtischer Linksblätter wahrhaben wollen, beweist der Austritt weiterer Bauernführer aus der Demokratischen Partei. Der preußische Landtagsabgeordnete Westermann, die Mitglieder des Reichswirtschaftsrats Schmidt- Hals und Kartkorp-Westpreuhen, ferner der Reichstagsabgeordnete Dr. Böhme haben ihren Austritt aus der Demokratischen Partei erklärt und sich der Deutschen Volkspartei angeschlossen. Dr. Böhme, einer der fähigsten Leute der demokratischen Reichstagsftaktion begründet seinen Hebertritt in einem Schreiben an die „D. A. Z.", in dem es heißt: „Die Gründe meines Austrittes aus der Demokratischen Partei liegen in der «ibfolut ablehnenden Haltung der demokratischen Presse gegenüber der Erledigung des Z o l l - tarifes. Der Vorstand der Demokratischen Partei ist dieser Presse nicht entgegengetreten. Darüber hinaus hat mich die Einstellung der Demokraten zur Frage einer bürgerlichen Regierung zu meinem Schritt bewogen " Diese Bemerkungen sollten den Führern der Demokraten doch zu denken geben, wenn sie in ben heutigen Rachmittagsstunden zwischen Rechts- regicrung oder Reichstagsauflösung zu wählen haben Für Neuwahlen ist die Absplitterung wesentlicher Teile des Bauernbundes kein sonderlich gutes Omen. Die von der Presse gebrachte Nachricht, daß di« gesamteTätigkeit des Luftschiffbaus Zeppelin nach Amerika verlegt werden sollte, trifft nicht zu. Die Sachlage ist vielmehr folgende: Der Luftschiffbau Zeppelin hat in den Vereinigten Staaten eine Reugründung gemeinsam mit der Goodyear-Gesellschaft ins Leben gerufen, die unter dem Namen Goodyear-Zeppelin-Corporation den Dau van Luftschiffen in Amerika aufnehmen soll. Zu diesem Zweck ist geplant, einen kleineren Stab von Ingenieuren dahin zu entsenden. Die Fortführung der Arbeiten in den Zeppelinwerken in FriR>- richshafen wird dadurch nicht beeinträchtigt. Ein enges Zusammenarbeiten beider Werften ist vorgesehen. Dr. Ludwig Dürr wild, wie seit 25 Jahren, technischer Direktor in Friedrichshafen bleiben. Als technischer Leiter der neuen Werft ist der Chefkonstrukteur des Luftschiffbaus Zeppelin, Dr. Karl Arnstein, vorgesehen. Frankreichs Vernichtungspolitik. Seit Tagen sind die französischen Chauvinisten. besonders jene, die in der Redaktion des „Matin" sitzen, eifrig am Werke, um dem Auslande. vornehmlich Amerika, llarzumachen, daß nunmehr die Zeppelin-Werft in Friedrichshafen auf Grund des Versailler Feie» densvertrages abgebrochen merben müsse. Das letzte Zeppelin-Luftschiff habe die Ftiedrichs- hasener Anlagen verlassen, diese hatten also nunmehr ihren Zweck erfüllt und mühten, wie es der Wortlaut des Vertrages verlangt, von der Erdoberfläche verschwinden. Man muß es den Franzosen lasten, daß sie in Angelegenheiten, die sich gegen Deutschland richten und mit dem Versailler Stiebend'oe trag irgendwie zusammenhängen, sehr rasch und nachdrücklich auf Erfüllung der eingea.m- Abg. besonders sprengten weithin dele sich Die Bevölkerung wünsche, daß die Zementblöcke bald entfernt würden. Der Redner weist auch auf die ungenügende Entschädigung der Landwirte hin, deren Boden enteignet worden ist. Die 1919 festgesetzten Summen wären erst 1922 in entwerteten: Gl c bezahlt worden. Das landw. verwertbare Gelände mühte w eder dem landw. Eigenbau zugeführt wnwen. Die Kosten für die Entfernung der Blöcke seien vom Reich oder vom Staat zu tragen, denn die Gemeinden könnten sie nicht bezahlen. Die Landwirte der Gemeinde Wackernheim, die große Gelände- strecken für einen Flugplatz abgetreten haben, mühten die Möglichkeit haben, sich neue Ackernahrung zu verschaffen. — Der Aat ag des Ausschusses wird angenommen, wonach die Hess. Regierung wegen dec Einebnung der gesprengten Forts bei der Reichsr-gie^cung vorstellig werden soll. — Das Haus nimmt hierauf das Gesetz betr. die Abänderung d:s Hess. Gesetzes über die Entschädigung für an Maul- und Klauenseuche gefallene Rinder und Ziegen vom 13.Mai 1921 in beid.n Les ngen an. Rach Erledigung einiger w iterer Punkte der Tagesordnung werden die Beratungen gegen 1 Uhr abgebrochen. Rächste Sitzung Mittwoch 9'/g Ufrr. BlühendeMenschen. Das Tlbsterben des Haarbodens. Die Dlütenpracht, die alle Welt beglückt und begeistert, erfüllt den höchsten Zweck der Natur: die Erhaltung der Pflanzengattung. Ohne Blüte ---keine Frucht. Den voll,, erblühten" Menschen schmückt die Ratur mit vrächtigem Haupthaar, und der Pflan- zenw-elt haben wir voraus, daß ein Abblühen nach Erfüllung unseres Daseinzwecks normalerweise mich nach Jahrzehnten nicht erfolgt. In unserem Zeitalter ist aber nichts normal, nicht die Form unseres Daseinskampfes, und infolgedessen auch nicht unsere Lebensweise. Die Folge sehen wir Gegen die Hagener pazifistische Kundgebung. Hagen i W.. 15 Ott. (TA.) Gestein abmd fand in dec Stadthalle die vom Hagener Krieger- verem, von den Ortsgruppen dec Deutschen Schott (Deutsche Volkspartei) weist daraus hin, daß die Aeberreste der ge- Forts noch überall herumliegen und den Boden bedecken. Es han- hier um die Wiedergewinnung von etwa 52 Morgen landw. Gelände. Hessischer Landtag. DonunsererDacmstädterRedaktion. Darmstadt, 14. Ott. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 10l/2 Ahr mit dem Hin- fweis auf das Londoner Abkommen, wodurch eine Atmosphäre des Hasses, unter der auch besonders unser Hessenland zu leiden hatte, stz>rk vermindert worden ist. Die Gefängnisse der Bescchungsbe? Arden sind geöffnet worden und die Ausgewiesenen dürfen wieder in ihre Heimat zurückkehren: mancher weilt ihr noch fern, weil er noch keine Wohnung hat und sein Amr noch nicht ausnehmen konnte. Hoffen wir, das) bald kein Deutscher mehr gezwungen ist, seine Heimat zu meiden. Die hessische Volksvertretung wird alles tun, um eine Volksversöhirung herbeizuführen und alle Kräfte daransetzen, um die Wunden der Zeit zu heilen: es sei zu hoffen, daß das Reich hierbei auch feine Unterstützung gewährt Die Kulturwelt ist in freudiger Erregung über eine Leistung auf dem Gebiete der Technik. Das Zeppelin - Luftschiff nähert sich auf seiner Fahrt nach Amerika^ dem neuen Erdteil. Es ist dies eine eindringliche Mahnung gegenüber dem Versailler Beitrag, das) solche Wunder der Technik und die Werkstätten hierfür nicht zerstört werden. Die Kriegspsychose dürfe Deutschland nicht hindern an der Entfaltung seiner Kräfte. ; Der Präsident begrüßt dann als neues Mitglied des Hauses den Abg. Dellinger - Alsfeld, der cm Stelle von Prof. S ch i a n Lcrndtags- abgeordneter geworden ist. Präsident Adelung teilt ferner mit. daß die Landtagswahl auf den 16. Rovember cm beraumt ist: die Arbeiten des Hauses mühten spätestens bis Ende nächster Woche beendet sein. Das Haus tritt hierauf in die Tagesordnung em. Die Regierungsvorlage betr. die R a ch w e i - f un gen der Staatseinnahmen und Ausgaben für 19 18 sowie die Rechenschaft der Berwaltungsergrbnisse der Landeskreditkaste für 1920 wird ohne Debatte genehmigt. Die auf der Tagesordnung stehender Vorlagen über die Abänderung der Wahlgesetze werden vorläufig zurückgestellt. Für Bauausführungen und Instandsetzung der technischen Anlagen in Bad-Rauheim werden 391 500 Mr verlangt. Abg. Füller (D. Vp.) ist gegen die Errichtung einer Schrernerwerkstätte, die in die ec Vorlage verlangt wird, und fordert statt ihrer die Errichtung von Arbeiterhäusern. Ministerialrat Windisch befürwortet demgegenüber die Regierungsvorlage: dasselbe geschieht auch durch den Abg. Lux (Soz.), der ebenfalls den Ausschußantrag empfiehlt Dieser wird von dem Hause angenommen. Bei Beratung einer Regierungsverlage über die Hebung des Bades Salzhausen, erklärt Abg Dr. von Helmolt (Bauernbund), daß der Pächter des Bades eine ungeeignete Persönlichkeit sei. Der Vorlage wird zugestimmt. Die von der Regierung für den Ausbau des Kraftwerkes Wölfersheim sow'e für die Draunkohlenwecke Wölfersheim und Weckesheim geford.rten Summen (19C00, 2100 und 5800 Mk) werden vom Haus bewilligt. Anträge dec Abgg. Reiber und Schreiber, ferner der Abgg. Reiber, Sturmfels und Genossen nach Abänderung der hessischen Verfassung in der Weise, daß der Landtag parlamentarische Untersuchungsausschüsse »Mich wie der Reichstag einsehen kann, werde^ hierauf beraten. Bei der Abstimmung wird der erste Antrag für erledigt erklärt, der zweite mife einigen redaktionellen Aenderungen angenommen und ein kommunistischer Abänderungsantrag abgelehnt. wird dann ein Antrag Knoll und Hofmann- Seligenstadt beraten über die Einebnung der gesprengten Forts und Stützpunkte in der Gemarkung Rieder-Olm und im Besefti- gungsbereich Ma nz, um der Landwirtschaft den Boden wieder zurückzugeben. rvonspartet und Der 'L-eurlerTe^>r mit dem besetzten GXbtet. Don pvstamtlicher Seite tpirb uns ge- £6*****”.3tQ<^5^<^t^flxber Zollgrenze -wischen dem ve^etzlen Vediet und dem unbesetzten Deutfch- Kmd sowie Einführung des Binnenzolls durch die Desatzuogsmächte sind die Post benutz er vielfach dazu ubergegangen. die Waren nicht mehr in flfrifetrf-xi zu versenden, sondern in Päckchen und Warenproben zu verteilen, um dem hohen 'Rafct- sollAu «rlgehen Die große Zahl der umfang- Driefsendungen belastet die Bahnposten eoti> die Zusteller in übermäßiger Weise und be° bnrdertd^ glatte Abwicklung des Briefvcrkehrs Dich Aufhebung der Zollschranke ist es wirt- schafrlicher, wieder zu der früheren Dersendungs- art zuruckzukehren, well eine Verteilung von Waren in Päckchen und Warenproben höhere Verpackungskosten verschlingt und weil auch die für die Ernzelsendungen aufzuwendenden Gesamtge- bühren m vielen Fällen die Paketgebühren erheblich überschreiten. Auch die Inhaltsangabe auf den Sendungen und Paketkarten ist nach 'Wegfall der Zollschranke nicht mehr erforderlich. " Fünfzigjähriges Arbeitsjubiläum. Aus eine bvjährigc ununterbrochene Tätigkeit in der Drühl'schen Univerfttäts-Duch- und Steindruckerei, R. Larige, Verlag des Gießener Anzeigers, kann heute der Hilfsarbeiter Melchior O ß wa l d, wohnhaft in Wieseck. zurückblicken. Der Jubilar wirkte in den fünf Jahrzehnten seines Schaffens in der Druckerriabteilung unseres Hauses und hat stets treu und gewissenhaft seine Pflicht erfüllt, auch unter den schwierigen Verhältnissen der Kriegszeit Er hat sich dadurch die Wertschätzung und dolle Zufriedenl,eit der Geschäftsleitung, sowie durch sein umgängliches, freundliches Wesen die Zuneigung seiner Vorgesetzten und Mitarbeiter erworben. Die Ge- fchäftsleilung und die Mitarbeiter bereiteten dem verdienten Veteranen der Arbeit eine herzliche Ehrung. Erwähnt sei noch, daß an dem heutigen Ehrentage des Jubilars dessen Sohn in gleicher Eigenschaft in den Dienst unserer Druckerei ein- getreten ist. ♦* D i e neue Verwaltung der Reichsbahn. Am 11. Oktober hat die neu errichtete Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft den Betrieb der Reichseisenbahnen übernommen. Mit diesem Tage ging die oberste Leitung in vollem Umfange auf oic Hauptverwaltung der Gesellschaft über. Bei Zuschriften und Beschwerden, die für die Leitung tei Reichsbahn beslimmt sind, empfiehlt es sich, künftig in allen Fällen die Anschrift: „Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft, Berlin W 66", zu verwenden. Die Hauptverwaltung hat ihren Sitz in Berlin W 66, Voß- st raße 35. Dem Re ichsverkchrsministeri um obliegen neben der Aufsicht über die Reichsbahn-Gesellschaft auf Grund des Reichsbahngesetzes die Wahrnehmung der Eisenbahnhoheitsrechte des Reiches einschließlich der Privatbahnaufsicht sowie im bisherigen Umfange die Angelegenheiten der Wasserstraßen und des Luft- und Kraftfahrwesens. Die Geschäftsräume des Reichsverkehrsministeriums befinden sich in Berlin W 66, Leipziger Straße 125. ** D. H. C. Ein herrlicher Wandertag war es, der am Sonntag gegen 90 Angehörige des V. H. C. Gießen zu einer genußreichen Wanderfahrt in den östlichen Teil unseres heimattichen Gebirges führte. Bei der Ankunft in Ridda, bis wohin die Bahn benutzt wurde, hatte sich der in der Frühe herrschende „Quetschenebel" in die Täler verkrochen, und Frau Sonne behauptete in schier sommerlicher Glut für den ganzen Tag siegreich das Feld. Aach einer eingeheirden Besichtigung des anmutig gelegenen Städtchens ging es zunächst aus guter, aussichtsreicher Landstraße zur Frühstücksrast nach Michelnau. Der Weitermarsch führte durch prächtige, im schönsten Herbstschmuck prangende Waldungen, die Zwiefaltener Straße entlang, das Hillersbach- und Riddertal durchquerend zum Glanzpunkte der Wanderung, dem Großen See bei Gedern. Diese Perle unseres Voaeisoerges bietet mit der klaren Wasserfläche, in der sich die umsäumenden Waldungen spiegeln, den vielen Wildenten und der überaus schönen Lage einen entzückenden Anblick, und geradezu unverständlich ist es. wie man nur den Gedanken fassen konnte, dieses Kleinod zu entfernen, um es in Kulturland umzuwandeln. Schwer nur konnte man sich von diesem herrlichen Fleckchen trennen, und die Führer mahnten nur zu schnell zum Aufbruch. Rachdem man noch einen Höhenrücken, von dessen Kamm man einen reizvollen Blick auf den See und feine Umgebung wie auch auf alte, traute Bekannte, Taufstein, Hoherodskopf und Bilstein genoß, überschritten hatte, ging es dem Endziel, dem lieblich im Riddertale gelogenen Gedern zu, von wo nach genügender Stärkung im Bergwirtshaus die Heimfahrt erfolgte. Bornotizcn. — T ages ka lender für Mittwoch: Stadltheater: 71/_. Uhr „Kreuzfeuer". — Gewerbe- Verein: 8i/4 Uhr Vortrag. — Ausgewiesene 8'/2 Uhr im „Pfälzer Hof" Versammlung. — Radclub Germania: 8 Uhr Generalversammlung. — Handels- u. Gewerbebank e. G. m. b. Sj4: 8 Uhr im Ge- werbehaus (Kirchstraße) außerordentliche General- Dersammlung. — Rundfunkhaus, Löberstr.: 8.30 Uhr Chorwerke, 10—11 Uhr DlaSkonzert der Frankfurter Oper. — Lichtspielhaus, Bahnhofs! r.: „Mädchen, die man nicht heiratet". — Hessische Bilderbühne: „Die letzte Fürstin". — Aus dem Sta dt t hea terbu rea u wird uns geschrieben. Das Donnerstag-Abonnement wird morgen, den 16. d. M.. mit „Der Fremde" von Fritz Lienhardt urrd „Der zerbrochene Krug" von Kleist eröffnet. In dem stimmungsvollen Einakter von Lienhardt spielt Herr Curt Joachim Baum, unser neuer jugendlicher Held, die Titelrolle: in dem Kleist schon Werk kann Herr Goll in der Rolle des Dorfrichters Adam alle Register seines Humors spielen lassen. Außerdem treten in beiden Stücken verschiedene der neu verpflichteten Mitglieder auf. Auf den früheren Anfang dieser Donnerstag-Vorstellung (61/2 Uhr) sei ganz besonders hingewiefen. — Die Deutsche Volkspartei hält morgen, Donnerstag, 16., 81/«, im Gewerbehaus eine Mitgliederversammlung ab, die sich u. a. mit den hessischen Landtagswahlen beschäftigen soll. (Siehe Anzeige.) — Der Raturheilverein beginnt seine Winterarbeit mit einem Vortrag am Freitag, 17. Oktober, abends 8 Uhr im Gewerbehaus (Gewerbeschule), Kirchstraße. Das Thema des Abends hei^t. „Die Aufgaben der Frau auf dem Gebiet der Gesundheitspflege". Gäste sind willkommen. (Siehe Anzeige.) Landkreis Gießen. £ Wieseck, 12. Oft. Dieser Tage wurde hier eine Freireligiöse Gemeinde gegründet. Die vorbereitenden Arbeiten sind soweit abgeschlossen, daß im Laufe dieses Winters eine Anzahl wissenschaftlicher Vorträge stattfinden. "Muschenhcim, 14. Oft. Heute waren es 4 0 Jahre, daß unser Gemeinderechner Wilh. Weisel bei guter Gesundheit mit der größten Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit die Gemeindekasse verwaltet. Dio Untererhebstelle, welche er seit der Errichtung derselben inne hatte, hat er voriges Jahr abgegeben. + 2l llendvrf a.Lda.,13. Oft. Der Biene n- züchter verein „Lumdatal" hielt gestern im Gasthaus „Zum Bahnhof" dahier seine Herbstversammlung ab. Rachdem der 2. Vorsitzende in ehrenden Worten des verstorbenen 1. Vorsitzenden, Lehrer Adam, gedacht und ferne langjährigen Verdienste um den Verein und die Sache der Bienenzucht gebührend hervorgehvben, wurde zum 1. Vorsitzenden Lehrer Schmidt- Kesselbach einstimmig gewählt. Darnach gab derselbe eingehende Aufklärung über die vorzunehmende Einwinterung. In der Aussprache wurde darauf hingewiefen, daß im Lumdatal noch ein Dienenzüchterverein „Lumdatal" besteht, der in . xnrmba seinen Sitz hat. aber vem Hauprverern nicht angeschlossen ist. -fGrünberg, 14. Oft. Am Samstagabend hielt die Dezuas - und Absatz-Genossenschaft Grünverg eine Versammlung in der Wirtschaft Siegfried ab. Der Zweck war eine weitere Bestellung von Saargut, Düngemitteln und Mitteln zur Bekämpfung teS Echneckenfraßes. Da bie hier geerntete Frucht infolge Auswach e is als Saatgut vollständig unbrauchbar ist, wurde außer dem bereits bestellten Waggon <5o.itrrgien noch ein Waggon Saatweizen bei der Zentralge- nossenschast in Darmstadt bestellt, ta das Getreide, welches der 'Regenperiode ausgesetzt war. wenn auch nicht vollständig ausgewachsen ist, so aber doch eine Keimung durchgemacht und dadurch seine Keinrkraft verloren hat Dies dürfte teilweise auch für das im Früh-.chr notwendige Frühjahrs-Saatgetreide in Betracht zu ziehen sein. Es sind, falls hiesiges Saatgetre.de gebraucht werden soll, vorsichtshalber vorher Saat- Proben mit abgezählten Körnern durchzuführen. Da sich aus den Erörterungen ergab, daß bereits aufgeganaenes Korn von Schnecken ausgefressen ist, so bestellten die Genossen für die jetzt vorzu- nehmende Wintersaat Kainit als Tertilgungd- mittel gegen die Schnecken. Das Ausstreuen die- ses Mittels muß morgens ot>?r abends g schchen wenn die Schnecken in Tätigkeit sind, damit es von vollem Erfolg begleitet ist. Ferner bestellten die Genossen die für die Herbst- und FrüUahrs- bestellung nötigen Düng mittel, insbesondere h.ch- prozentiges Thomasmehl. Kreis Friedberg. 4 Dad-Rauheim. 14. Oft. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten verlas der Bürgermeister ein Dankschreiben der deutschen Bahnärzte für den schönen Begrüßungs- abend, den die Stadt gelegentlich des Verbandstages der Dahnärzte zu Ehren der Gäste gab. Beschlossen tourte die Beschaffung einer Rechenmaschine für die Bürgermeistel-ei. während die geforderte rechnende Schreibmaschine Ablehnung fand. Für einen Reubau wurde das übliche Vei- hilfe-Darlehen bewilligt. Die Pachtsätze für die städtischen Apotheken wurden neu geregelt, und zwar auf unbestimmte Zeit. Die Löwen- apotheke hat 9, die Sprudelapotheke 11 Proz. des Umsatzes zu zahlen. Dem „Tiroler Hof" wurde die Wirtschaftskonzession auf die neueingertchtete Kegelbahn erweitert. Einem Gesuch des Arbeit e rj u g e n dve reins um Cterminberung ter Pacht für einen Raum in ter städtischen Schule wurde stattgegeben. Deschlossen wurde d e Aufnahme einer Anleihe, die Verwendung finden soll zur Finanzierung eigner städti- scherDauten, dann aber auch zur Gewährung von Daudarlehen an Private. Die näheren Richtlinien sind noch festzulegen. Unter Besprechungen verlangte Stadtv. Krauß nochmals Vorlage der städtischen Steuereingänge. Der an Stelle von Stadtv. Büttner (Soz.) gewählte Stadtv. Stier hat auf sein Mandat verzichtet, da ihm seine auswärts sehr ungünstig gelegene Arbeitsstelle die volle Ausübung seines Amtes nicht gestattet. Kreis Schotten. b. Schotten, 14. Oft. Am Sonntag wurde ter neuernannte zweite Pfarrer Römer, ein geborener Gebotener, ter seither in Ulfa stand, durch den Dekan in sein Amt eingeführt. — Räch- sten Sonntag findet Kirchenvisitation durch Superintendent Petersen hier statt. — Bei Vornahme von Kanalisierungsarbeiten in der Rähe der Kirche stieß man aus menschliche Gebeine und Schädel, die etwa aus dem 14. Jahrhundert stammen. Früher befand sich im Umkreis der Kirche der Friedhof, auf dem man die Toten des gesamten Kirchspiels begrub. Schon öfter hat man bei Ausgrabungen hier Ueberreste vorgefunden, zum Teil ganze Särge (Eichenholz), die sich bei der Bodenbeschaffenheit (Lehmschicht) gut erhalten hatten. — Der Q> aüc 1 8 b e t ae r vtenooraphenver et» feiert nächsten SamStag fern KjährigeS Bestehen läum. Starkenburg und Rheinhessen. ' D a r IN st a d t, 14. Oft. (Eigener Bericht.) 3n Heppenheim wurde vergangene Rächt der städtische Arbeiter Friedrich, Vater von sieben Kindern, von dem etwa 70jährigen Gelegen- hettsarbeiter Rodenheber im Hofe des Städtischen Armenhauses erstochen. Rodenheber wurde noch in der Rächt in seiner Wohnung, die er verschlossen hatte und die gewaltsam erbrochen werden mußte, verhaftet. • Mainz, 14. Oft. (Eigener Bericht.) Der Mannergesangverein „Harmonie" in a i n a - Ä o ft ß e i m beging am Sonntag das 3ubtlaum seines 70jährigen Bestehen-. Die hesttsche Regierung war bei der Feier durch den Minister des Innern von Brentano vertreten, ter im Ramen der Staatsregierung einen in Silber getriebenen Pokal überreichte. Außer dem Oberbürgermeister von Mainz Dr. K u l b sprachen Herr Dausemer (für den Mittel rheinischen Sängerbund) und noch zahlreiche andere Glückwunschredner. Der Verein steht unter der musikalischen Leitung von Chordirektor San - der in Darmstadt: er zählt über 700 Mitglieder und hat im Jahre 1910 den Kaiserpreis gewonnen. Kreis Wetzlar. * Wetzlar, 13. Oft. Unter außerordentlich großem Zustrom von nah und fern sand hier eine Zusammenkunft der ehem. An- gehörigen des Rhein. Iägerbatail- lons R r. 8, das früher hier in Garnison lag, statt. U. a. war die Traditionskompagnie ter Rheinischen Jäger, die 11. Komp, des'17. Inf.- Regts. in Goslar, unter Führung des Hauptmanns Sixt von Armin erschienen, die am Samstagnachmittag unter großer Beg.isterung der Bürgerschaft in die Stadl einzog. Am Abend fand auf ter Epilburg ein Degrüßungs- abenb statt, ter einen überaus herzlichen Verlauf nahm und viele Bande treuer, alter Kameradschaft wieder aufleben ließ. Sonntag morgen vereinigte man sich auf dem Alten Friedhof zum Feldgottesdienst, dem eine ungeheure Menge alter Kameraden, die Traditionsfompagnie und viele Einwohner beiwohilten. Anschließend fand am Hausertor die E i nwe ihung des Denkmals für die Gefallenen des Rhein. Iägerbataittons Rr. 8 statt, bei der Oberstleutnant K a ch e l die Weiherede hielt. Weitere Ansprachen und viele Kranzniederlegungen bekundeten die herzliche Anteilnahme aller Kameraden und der Wetzlarer Bürgerschaft. Das Denkmal zeigt auf einem_ starken Sockel einen springenden Hirsch Es trägt folgende Inschriften. Vorderseite i unter dem Jäger-Tschako): „Den für das Vaterland gefallenen 2337 Rhein. Jägern zum Gedächtnis." Auf der Rückseite (unter dem Eisernen Kreuz): „Rheinisches Jäger-Bataillon 8. Reserve-Jäger- Bataillon 8. Reserve-Iäger-Bataillon 19. Mc» schinengewehr-Abteilung 10. Radfahrer-Kompagnie 30. 75." Ein Festkonzert ter Goslarer Militärkapelle auf dem Markt und ein Fe st - kommers auf der Epilburg schlossen den Sonntag in bester Weise ab. Heute sanden kamerad- sckxlftliche Ausflüge in die Umgebung, D e - sichtigungen der Stadt usw. statt. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 14. Oft. Einem Holländer, der augenblicklich in einem benachbarten Taunuskurort zur Erholung weilt, wurde aus dem verschlossenen Hotelzimmer ein K r e d i t - brief über 1 0 000 holländische Gulden, auf die Amsterdamer Bank lautend, gestohlen. Als ter Diebstahl entdeckt wurde, hatte der Dieb bereits zweimal eine größere Summe abgehoben. Außerdem wurden dem Holländer eine goldene Uhr und andere wertvolle Schmuckstücke von dem bis jetzt nicht ermittelten Diebe gestohlen. PALMIN 11 Arthur Appel. 024204 Donnerstag, den 16. Oktober 1924, 799U) mittags 12 Uhr: empfiehlt 8006c •V Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang meiner lieben Frau sage ich meinen herzlichsten Dank. Gießen, den 14. Oktober 1924. Dammstraße 22 zu äußerst vorteilhaftem Preise Samenhaus H. Hahn Bahnhofstraße'.Telephon 1403 Mist-Verfteigernng in der Ieughauskaserne. ÖUlMtiarfl 188. BoäheUn a. L. 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November £jlg. nr. 245 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Ein Tag in Königswusterhausen. „Rundfunk und Schule." — 3m Brennpunkt des deutschen Funkwesens. Von unterem 6onberberi(^tcrfta'.ter. — (Nachdruck verboten.) Berlin, 8. Oktober 1921. Prächtiges Wetter hat uns der Weltergott beschert au unserer Tagung „Rundfunk und Schule". Es ist, als wolle er jetzt im Oktober nachholen, lvas er im August und September versäumte. Aber man soll ihn nicht zu sehr loben, sonst wird er vielleicht wieder übermütig, und das Elend beginnt von neuem „CR u n ö - fünf und Schule" heißt die Losung, unter der sich einige hundert Lehrer von Volks- und höheren Schulen sowie Rundfunkfachleute von Auf hier in Berlin zusammeng funcen hab.n 3m groben Hörsaal der Universität finden die Beratungen statt, und es hat den Anschein, als wenn das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht diesmal eine Frage zur Diskussion gestellt hätte, die an Zrll- gemäßhell nichts zu wünschen übrig läßt Wer auch nur im geringsten sich mit der drahtlosen Nachrichtenübermittlung beschäftigt hat, wird zugeben, daß dem bei uns erst seit einem knappen Jahre bestehenden Rundfunk auch für die Zwecke der Belehrung und Erziehung ber 3ugenö eine nicht zu gering einzuschätzenbe Bedeutung zu- fonunt. Wie der Film sich ans Auge wendet, so wendet sich der Rundfunk ans Ohr des Teilnehmers. Beiden haftet daher eine gewisse Einseitigkeit an. 3m allgemeinen wird ein Mensch wohl lieber auf das Hören als auf das Sehen verzichten, wenn er nicht beides gleichzeitig hoben kann. Trotzdem hat der Rundfunk es verstanden, im deutschen Volke sich eine große G-emeinde begeisterter Anhänger zu verschaffen, die täglich zur Zeit um etwa 2000 zunimmt. 250 000 Deutsche sind bis jetzt angemeldete Teilnehmer am Rundfunk, so daß man ruhig sagen kann, annähernd eine Million Volksgenossen haben die Möglichkeit, den Darbietungen der Sendegesellschaften Tag für Tag zu lauschen. Fürwahr, es ist doch ein erhebender Gedanke für einen dieser vielen, zu wissen, daß unzählige gleich ihm in derselben Minute dasihen und den geheimnisvoll herangetragenen Worten und Tönen aufmerksam folgen. 3ch habe nicht die Absicht, an dieser Stelle eine gelehrte Abhandlung über die Natur dieser ilebertragung, über Hochfrequenztechnik usw. zu schreiben. 3ch möchte mich nur mit dem Ergebnis aller dieser physikalischen und technischen Arbeiten, dem Rundfunk, wie wir ihn seit einem 3ahre haben, beschäftigen. Die ersten Anfänge waren reine Konzert- ober wenigstens musikalische Darbietungen. Allmählich erweiterte man den Umfang des Gebotenen. und heute umfaßt die Tageseinteilung beispielsweise des Frankfurter Senders von vormittags 11 Uhr bis nachts 11 Uhr eine Fülle von Darbietungen aller Art. von Märchenerzäh- lungen für Kinder, Wirtschaftsmeldungen, Zeit- und Wetterdienst, belehrenden und unterhaltenden Vorträgen, Sprachunterricht bis zur ernsten und heiteren, klassischen und modernen Musik, ja sogar zur Übertragung ganzer Opern direkt aus dem Opernhause. Darunter ist doch schon manches, was auch für den Unterricht, für die Belehrung unserer 3ugenb wertvolle Dienste leisten würde, wenn wir bereits geeignete Einrichtungen hätten, diese Dinge in weitestem Umfange an die Schüler heranzubringen. Daß diese Möglichkeit durchaus besteht, beweisen bereits gemachte Versuche. Aber abgesehen vom DiDungswert besitzt der Ruird- funk eine Wirkung, die ganz allein schon ausreichend wäre, fein Bestehen zu rechtfertigen und ihm volle Daseinsberechtigung zu sichern. Das ist das Zusammenhalten der Kinder und 3ugend- lichen un Hause. Gerade aus Arbeiterkreisen der Großstadt und ihrer nächsten Umgebung werden in dieser Hinsicht ganz bemerkenswerte Stimmen laut. „Früher brachte ich die Kinder nicht dazu, abends daheim zu bleiben", erklären viele, „seitdem aber „der Radio" im Hause ist. sitzen sie da und können es nicht erwarten, bis das Programm des Senders begiimt." 3ch muh dabei erwähnen, daß es in den Sendestädten, also auch hier in Berlm, bekanntlich mit ganz geringem Geldaufwand möglich ist, am Rundfunk teilzunehmen. Aber nicht nur für die 3ugend hat der Rundfunk seinen Wert. Denken wir an Bewohner der kleinen Städte und des flachen Landes! Vielleicht sind es alte Ceute; abgeschnitten vom Verkehr und von den Genüssen und den Errungenschaften der Kultur, gibt ihnen der Anschluß an den Rundfunk die Möglichkeit, wieder teilzunehmen am pulsierenden Leben, wie Herr Staats- fefretär Bredow am Beispiel seiner eigenen Eltern ausfübrte. Die gleichen günstigen Erfahrungen sind bereits auch im Auslände gemacht worden. 3n Amcr.la hat man sogar Versuche gemacht, einzelne Vorlesungen vollständig vor dem Aufnahmemikrophon eines Rundfunksenders abzuhallen, und dadurch den Universitäten ein Auditorium majimum im weitesten Sinne zu verschaffen. 3mmer wieder wurde auch die Bedeutung des ethischen Gedankens betont, der dem Rundfunk innewohne, und den man vielleicht am besten folgenbermafren kennzeichnen kann. Aehnlich wie die Theatergemeinde. so fühlt sich auch die Rund- funtgemcinbc als eine grobe Aicheitsgemeln- schast im besten Sinne des Wortes, und somit erfährt durch den Ruiidfunk der Gemein- schaftsgedanke eine starte Federung. Aber ich wollte ja eigentlich von Königs- wusterhausen erzählen und sehe mit Schrecken, das) ich den kostbaren, mir zur Verfügung stehenden Platz mit allerhand Spekulationen und Betrachtungen vergeude. Mit der Tagung war verbunden eine Besichtigung der Hauptfunkstelle K ö n i g s w u st e r - Hausen. Dreißig Kilometer südlich von Berlin, am Ende der Vorortbahn, inmitten der märkischen Streusandbüchse liegt das gleichnamige Städtchen, und schon einige Stationen vorher erkennt man das Vorhandensein der Funkstelle an den hohen Eisengittermasten, die über den Tannenwald hervorragen, der dort weite Strecken Landes bedeckt. Es ist ein ganz eigenes Gefühl, wenn man diese bis zu 200 Meter hohen Maste mit den zahlreichen Abspannungs- und An- tennenbrähten betrachtet, bie wie ein zartes Spinnennetz sich gegen ben klaren Himmel abheben. 3ch glaube, ber Besuch gerabe dieser Funk- stelle gibt uns bas beste Bild von ber allmählich immer mehr angewachsenen Bedeutung ber draht- losen Nachrichtenübermittlung überhaupt. Nicht umsonst fuyn Königswusterhausen ben Namen Hauptfunk st elle. 3st es doch ber Mittelpunkt für eine ganze Anzahl Funkdienste, die besonders in ben 3ahren ber 3nflation von einem gar nicht abschähbaren Nutzen für Deutsch- lanb waren. Wenn man bie Hauptfunkstelle in ihrer jetzigen Einrichtung verstehen will, muh man ihre Entstehung und Geschichte kennen Don ber Militärverwaltung wurde die Funkstelle in den 3ahren 1914 bis 1915 erbaut. Dicht bei dem Städtchen Königswusterhausen auf einem kleinen Sandhügel gelegen, bildet sie ein Wahrzeichen für die ganze Gegend. Ein großes Gebäude steht dicht dabei. Die Aufschrift Funker- ka ferne verrät noch heute feine erste Bestimmung. Durch -Umbau haben aber inzwischen viele Familien Wohnungen darin erhalten. Selbst bie Ställe sind in niedliche, freundliche Wohnhäuser verwandelt worden. Nur für die Reithalle hat sich noch keine rechte Verwendung gefunden. Die wichtigsten Gebäude der Station wurden in Anbetracht ihrer militärischen Bedeutung so gebaut, dah sie möglichst bomfcen- sicher waren. Es sind dies vor allem der Sender-undMaschinenraum. Sie liegen im Keller. Darüber befinden sich noch Derwal- tungs- und Wohnräume. Für die Zwecke der Militärverwaltung waren zuerst vier verschiedene Sender aufgestellt, von denen aber immer nur einer im Betrieb sein konnte. Es waren dies: 1. ein 70-KW»(3enber nach dem System ber tönenben Löschfunken, ber von der Firma Telefunken gebaut war. Er hat während des Krieges u. a. zur Verbreitung ber Heeresberichte gedient: 2. ein 5--Sender nach demselben System und von derselben Firma gebaut. 3. ein 32-KV^-L ichtbogensender nach dem Poulsensystem (sprich Paulsen-), erbaut von der Firma C. Lorenz A. G. und 4. ein 4-KW»<5enber, ebenfalls ein von ber Firma Lorenz erbauter Lichtbogensender. Die beiben letzteren Sender sind dadurch bemerkenswert, dah sie die ersten größeren ungedämpften Sender waren, die in Deutschland nach dem Lichtbogensystem auf einer Groß- station aufgestellt wurden. 3n den vier Sendern waren drei Antennen vorhanden. Die Antennen konnten von einer Antennenwahlschalttafel aus mittelst besonderer Antennenschalter ein-eln auf die verschiedenen Sender geschaltet werden. Diese Schalter befinden sich in einem besonderen Raume, dem Antennenschaltcaum, über dem Senderraum und werden von diesem aus durch lange Seil- züge betätigt. Die Anordnung war dabei so ge- 1 troffen, bah stets nur e i n Sender arbeiten konnte, unb bie anbern elektrisch blockiert waren. Es war eben damals ein gleichzeitiges Arbeiten mehrerer Sender an derselben Stelle noch nicht möglich. Wie cs früher allgemein üblich war. so war auch Königswusterhausen gleichzeitig Sende- und Empfangsstclle. Natürlich konnte stets nur eines von beiden erfolgen. Die öenbeanlagen sowohl wie die Empfangseinrichtungeii wurden dadurch nur höchstens bis zur Hälfte ihrer Leistungsfähigkeit ausgenüht. Die Energie, die für ben Betrieb erforderlich war, wurde von Dieselmotoren geliefert. Es sind drei Deuher Dreizylinbermotore von je 150 P. 8. unb ein Einzylindermotor von 50P.S. vorhanden. Sie waren g.kuppelt mit Generatoren von je 100 bzw. 32 KW Leistung. Nach dem unglücklichen Ausgange des Ärie- ges durfte die Station nicht mehr im Besitze der Militärverwaltung bleiben. Sie wurde daher im 3obre 1919 von der Reichstriegraphenver- waltung übernommen. 3n der übernommene.! Form, die ja durchaus für die besonderen Bedürfnisse der Obersten Heeresleitung zugechnitten war. war die Gesamtanlage für bie Reichstelegraphenverwaltung nicht brauchbar. Während des Krieges hatten sich bie ungebämpsten Sender immer mehr in ben Vordergrund gebrängt, unb durch den Ueberlagerungsemp- f a n g mit Hilfe ber Elektronenröhren war man imstande, bie großen Vorzüge der ungedämpften Wellen voll auszunuhen. D e beiden tönenden Sender muhten nun Röhrentendern Platz machen. Und nach und nach erfuhr bie Station, nunmehr Hauptfunkstelle genannt, unter der Leitung des Telegraphentechiischen Reichsamts eine durchgreifende Umwandlung. Vor allem wurde versucht und m.t Erfolg in die Praxis umgesetzt, mehrere Send'ec gleichzeitig arbeiten zu lassen. 3m Auslande bezeichnete man einmal diesen Plan als eine „technische Frechheit". Man muh aber zugeben, dah diese „Frechheit" wie leider so oft un Leben andeiei Frechheiten auch vollen Erfolg hatte. Sodann ging man dazu über, ben Sende- und Empfangsbetrieb zu trennen, um die Leistungsfähigkeit der Hauptfunkstelle voll äusnuhen zu können. Die Empfangsanlage wurde nach Zehlendorf verlegt, unb ber eigentliche Telegraphierbetrieb erfolgte im Haupttelegraphenamt zu Berlin. Von hier aus wurden bie Sender in Königs- Wusterhausen ferngetastet, unb h'erher wurden bie in Zehlendorf aufgenommenen Telegramme geleitet. Der ganze Aus- unb Umbau erfolgte unter dem Zeichen einer immer fühlbarer werdenden Geldentwertung. Um die verschiedenen Sender erfolgreich gleichzeitig betreiben zu können, muhte bie Antennenanlage bedeutend erweitert werden. An Stelle der ursprünglichen drei sind jetzt etwa 20 größere und kleinere Antennen vorhanden. Die fünf alten Masten genügten natürlich längst nicht, um diese vielen Antennen zu tragen. Es wurden noch zwei weitere Maste errichtet. Der eine wurde dabei am Boden liegend fertig zusammengesetzt und bann vermittelst eines Hilfsmastes auf einmal aufgerichtet. Der andere wurde in dec üblichen Weise nach Art des Schornsteinbaues errichtet. Sie sieben Maste sind 100 bis 210 Meter hoch. Sie müssen gegen die Erde gut isoliert sein, daher sitzen sie auf mächtigen Porzellanisolatoren, bie eine hohe Druckfestigkeit haben ntirffen, um ben Druck ber gewaltigen Eisen- massen eines solchen Turmes aushalten zu können. Einige dieser Maste haben am Grunde einen Querschnitt von zweimal zwei, also von vier Quadratmetern. Nach oben verjüngen sie sich etwas. Die Maste sind bann noch zur Verhütung von seitlichen Bewegungen unb vor allem, um dem Zug ber vielen Antennen gewachsen zu sein, nach bret oder vier Selten burch dicke Stahlseile abgestützt, die selbst oben unb unten gut isoliert sind. Die vielen Antennen bedingen besonders in der Nähe des Antennenschaltraumes ein großes Gewirre von Antennenzuführungsdrähten. Um gegenseitige Berührungen derselben zu verhüten, und um bei heftigem Winde Schwankungen zu vermeiden, die Kapazitätsänderungen der Antennen und damit Schwankungen der Wellenlängen im Gefolge hätten, sind bie Zuführungen kurz vor ber Einführung in bas Gebäude nochmals abgefangen. Teilweise geschieht dies mit Hilfe von vier freistehenden Holztürmen von je 30 Meter Höhe. So ist die Mastanlage mit Antennen vollbesetzt und auf das äußerste ausgenutzt. Während bei einer Rundfunkempfangsanlage die Erdung ber Antenne unb bes Apparate verhältnismäßig einfach einzurichten ist, ist bies bei einer großen Sendestation schon recht umstänblich. Man muß bedenken, daß es sich da um Ströme von recht beachtlichen Stärken handelt, die in Seltsame Aittewochen. Roman von Arnold Fredericks. 20. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Dann halten Sie es für möglich, daß Frau Stapleton viel Geld am Spieltisch verlor unb sich scheute ihrem Mann ihre Veriuste ernzuge- stehen? Um ohne Wi sen ihres Mannes zu den hunderttausend Dollar zu kommen, hätte sie bie Wärterin und deren Freund Valentin an geteilt, uni das Kind für kurze Zeit verschwinden zu ^^Keinesfalls ist dies unmöglich. 3ch empfehle 3hnen, diesen Verdacht zu verfolgen, tfrnben wir heraus daß Frau Stapleton solche Zigaretten mit Goldrand raucht, so bringt uns das der Lösung viel näher." , _ , , Grace, die sich des tief bekümmerten ^Aussehens dn' Frau Stapleton wohl erinnerte, suhlte, daß der Schluß sehr q:tragt war, sie wollte ihn aber dennoch nachgehen. „Nun." fuhr der Präfekt fort, „kommen wir zu dem unerwarteten Auftauchen Valentins, ber hinten am Auto hing, das Sie heute nacht nach Paris zurückbrachte." „Wie ich 3hnen sagte, behauptet, er, auf Stapletons Wagen aufgestiegen zu sein." „Der von Francois geführt wurde?" „3a“ „Und Sie sagen, der Mann, der den Wagen lenkte, hatte einen schwarze i Bari — kurz, daß er derselbe war, der in Valentins Zimmer ein- brach und die Zigaretten stahlT ,3a.** „Dann lügt entweder Valentin, oder der Mann mit dem schwarzen Bart ist wirklich Fran- yois. Wir wollen die Geschichte von beiden Seiten betrachten. Sagt er die Wahrheit, so ist Francois einer der Räuber." „So sieht es aus. Sie sagten, Sie liehen ihn beobachten?“ ,3a. Meine Leute berichten, daß er in Stapletons Wagen heute abend etwa um neun Uhr das Haus verließ. Das sttmmt mit Valentins Erzählung offenbar überein. Ebenso soll er um elf Uhr herum zurückgrtehrt fein — allein.“ „ Folgte man ihm nicht?" „Nein. Es ist in einem anderen Wagen nicht möglich, ohne seine Aufmerk cynteit zu erregen — und dann würde er auf der Hut fein. Wir wollen nicht, daß er sich beobachtet weih." „Aber — Stapleton weiß doch, wo er war — warum er f ort fuhr?" „3 a. Wir haben ihn befragt. Er wuhte darum. Franyois h. tte ihm gesagt, der Denzin- behälter fei undicht, und er hatte ihn beauftragt, den Behälter sofort reparieren zu lassen." „Unb wurde er in Orbnurg gebracht?" Der Präfekt lächelte. „3a, der Wagen wa: in einer Werkstätte am Boulevard St. Michel von halb zehn bis halb elf Uhr." ©race lehnte sich erstaunt zurück. „Dann lügt Valentin!" rief sie aus. „So scheint cs, ralürlich wenn nicht Francois einen anderen Wagen aus der Werkstät e nahm, solange sein eigener wieder hergestellt wurde." „Das wird man dort ja erfahren können." „Dort leugnen sie es Aber biete Burschen bangen alle zusammen. Sie machen sich nichts daraus, einem Kollegen zu einer kleinen Spritz-i fahrt zu verhelfen." „Valentin sagt in ferner Erzählung nichts davon." „Er hat es vielleicht als unbebautere Einzelheit ausgelassen. 3ch glaube, er kann unbeobachtet in ben zweiten Wagen geschlüpft fein, wie in den ersten. Natürlich, es war ja durck.1 Er fand es nicht erwähnerrsweri. Alles selbstverständlich unter der Voraussetzung, baß er bie Wahrheit sagt. Nun nehmen wir an, er lüge — der Mann mit dem schwarzen Bari sei nicht Francois, sondern ein Helfer Valentins in ber Sache. Was ist der Zweck seiner Erzählung?" „Das kann ich mir nicht denken. Wissen Sie es. Herr Präfekt^' „Nein — nicht auf ben ersten Blick. Der erste Widerspruch wäre natürlich: Handeln Dalenttn und der Mann mit dem schwarzen Bari un Einvernehmen, warum wäre letzterer in Valentins Zimmer eingebrochen, um die Zigaretten zu holen?" „Das scheint keinen Sinn zu haben." „Doch kann er einges-hen haben, welche Gefahr die Zigaretten in Va-lentins Besitz bildeten und er kann, statt ihn zu warnen einfach h.nge- gangen sein und sie n>'genommen haben. Dies ist keine besonders glaubhafte Erklärung, aber wir wollen es so annehmen, um mit unseren, Vermutungen weiter zu kommen. Nehmen Sie an, Valentin, der Mann mit dem schwarzen Bart unb Mary Lanohan. die Wärterin, arbeiten zusammen mit Frau Stapleton oder anderen Helfern. Sie haben das Kind httl weggebrr.cht. Sie entführen Eie und senden bie Nachricht durch Mittwoch, (5. Dttober 192- Antenne unb Erbe geschickt werden. Man mutz diesen Strömen den Eintritt in bie ©rite möglichst erleichtern, wenn man nicht große Verluste durch den Uebergangswiderstanb erleiben will, die natürlich die Reichwctte außerordentllch herabsehen würben. Als ©t blei hing bient ein etwa einen halben Meter tief eingegrabenes Netz von decken Kupserbrählen, bad sich unter ber gefaulten Aiuenncnanlage ausdehill An sich ist bie Sage der Station auf dem Saiidhügcl nicht allpr günstig Es wäre vom fünfte^rieben Standpunkte ous viel besser, sie läge in einer Senke mit pobem Grundwasserspiegel, im 3ntereffc einer guten und einwandfreien Erdung. Wozu braucht nun bie Hauptfunkstelle diese vielen Antennen? - Weil sie die Zentrale für den innerdeutschen Funkverkehr war und ist. Nach dem Kriege war unser Drahtnetz dem riesenhaft anwachsei'den Telegraphen- und Fernsprechverkehr auch nicht entfernt gewachen, zum großen Teil infolge der durch den Kneg bebingten mangelhaften 3nstandhaltung unb Ergänzung. Da wurde bas Reichsfun kn eh gelchaise a ur Entlastung des herunterg. wirtschafte t.. Drairielo graphennehes und vor allem zur schnellsten lieber- mittlung der nach Ueberfae bestimmten Funk- tckgiamine nach Eilvese und Rauen. DaS Reichsfunkneh, das inzwischen auch eine Folge der mit der Stabilisierung unserer Währung einsehenden Gesundung — viel von seiner Wichtigkeit wieder eingebüßt hat, bildete ein lltetz von drahtlosen Sende- und Empfangs stellen, die über ganz Deutschland verteilt waren Die größeren, die sogenannten Le 11 f u n l ste 1 len, kirnten alle direkt nut der Zentrale in Berlin verkehre,!, und dieser gesamte Verkehr ging über Königs« Wusterhausen ®afüi waren in der Hauptfunkstelle eine ganzr Anzahl kleinerer Röhrenfender 'von je 503 Watt Leistung) eingesetzt, die im Laufe ber letzten Mo« natc teilweise wieder entfernt wurden, um an» beten, stärkeren, Platz zu machen. Außerdem befinden sich dort zw-ei Röhrenfender zu je 10 un? jteei von je 5 Kilowatt Leistung Ein neue) 5-Kilotrattlender wird benutzt, um bie Sonntags- konzecte auf Welle 2803 und 680 sowie ben Pressedienst zu geben. Die meisten Sender stammen von der Firma Telefunken. Sie arbeiten alle, mit Rücksicht auf die durch das enge Bei inanber ber vielen Antenne,, und das gte.chzeitige Arbeiten der Sender schwierige Abstimmung, mit Zwischen kreis. Die Anodenspannung von 4000 Volt wird teilweise von je j.iitei hintereinander geschalteten Gleich- stromhochipannilngsmaschinen geleert, teils wirb der von einer öOO-Perioden-Wechtelstromma.schine erzeugte Wechselstrom burch Quecksilber- ba m p f g le i chr i'ch t e r oder durch besondere Röhren, sog. K e n o t r o n s, gleichgerichtet. Außer bem innerdeutschen Verkehr bewältigt bie Hauptfunkslelle auch einen großen Te l des Europasunkvertehrs. 3n dieser Hinsicht soll sie noch weiter ausgebaut und die jeht z. T. in Ebers- w-alde unb Nauen untergebrachten Sender dorthin verlegt werden. Da in den alten Gebäuden aber keine Möglichkeit zu weiterer .Unterbringung von Sendern besteht, hat man bereits ein neues ®e- bände, einige hundert Meter von ber alten Station entfernt, errichtet mit vollständig getrennter Antennenanlage. Außerdem ist ein drittes Gebäude im Bau, das später alle Telephoniesender aufnehmen soll, währerrd die Gebäude I unb II den Telegraphiesendern Vorbehalten sind. Sobald die neue Anlage fertig ist, wird Königswusterhausen mit einem 230-Meter-Mast und seinen etwa 15 bis 18 übrigen Antennenmasten unserer größten Funkstelle, Nauen, nicht nachstehen. An Vielseitigkeit des Betriebes übertrifft es diese Station bereits heute, dient es doch außer dem 3n(anb- unb dem Europadienst dem Wirtschaftsnmdspruch, ber auf Welle 4000 funktelephoßisch bis zu 40maJ täglich stets bie neuesten Wirtschaftsmeldungen Börsenkurse usw. einer zahlreichen Abonnentenschar bekannt gibt, und der besonders in den letzten 3ahren für die deutsche Wirtschaft, für Handel und 3nbuflrie ganz vorzügliche Dienste geleistet hat. Daneben werden, wie bereits erwähnt, ein Pressedienst funktelephonisch auf Welle 2500, Kon» zerte auf Welle 2800 und Wettermeldungen funk- telegraphisch auf 5700 gegeben. Damit wäre so das allerwichtigste über die Hauptfunkstette Königswusterhausen gesagt. Es ließen sich natürlich noch viele interessante Einzel, Hellen bringen, bie aber mit Rückicht auf den begrenzten Platz unterbrückt werben müssen. 3n» dustrie in naher Zukunft wieder über gröbere flüssige Mittel verfügt, da muh dem Zustandekommen der groben Reparationsonleihe die Wege für die Private KrÄütbeschaffung aus dem Auslande geebnet sind. Es zeigt sich auch bereits ein aktives Interesse ausländischer Kreise für deutsche Jndustriepapiere. An der Börse glaubt man, dab die Käufe für fremde Rechnung einen groben Umfang annehmen werden. Auch die fortschreitende Goldmarkumstellung der Aktiengesellschaften übt einen gröberen Einflub auf die Unternehmungslust der Börse aus. Besonders rege war das Geschäft in Hochbahnaktien und am Montanmarkt. Am Geldmarkt war die Lage unverändert. Tägliches Geld ist mit V* Pro Mille ziemlich leicht zu haben, allerdings kommen Abschlüsse auf längere Sicht vorläufig noch nicht in Frage. Am Devisenmarkt ist die Situation unverändert. Die Deränderungen der Kurse am Montanmarkt waren nicht bedeutend, es überwogen leichte Steigerungen. Kaliwerke größtenteils etwas aufgebeffert, chemische Werte behauptet. Der Elektromarkt war bei stillem Geschäft widerstandsfähig. Aktien der Metall- und Maschinenbaugesellschaften bei geringen Umsätzen gut behauptet. Teftälwerte unverändert. Petroleum sehr ruhig und keinen groben Schwankungen ausgesetzt. Banken eher etwas fester. Schiffahriswerte unverändert. Ausländische Anleihen fest, vor allem Türken. Am inländischen Anleihemarkt setzte sich die Aufwärtsbewegung fort. Man wollte wissen, dab bei den groben Banken vor allem für Rechnung der Londoner Arbitage gröbere Käufe, besonders für Preub. Konsuls, vorliegen. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Frankfurt a. 3R.| Berlin ün Billionen Prozent Datum P/o Deutsche ReichSanleive <•/• Deutsche Rctchsanletye SVe°/o Deutsche RcichSanlethe 3% Deutsche Sieichsanleibe Deutsche Sparpramienanleihe <% Preußische Konsol» . . <% Hessen ......... 8*/.e/o Hessen......... 3% Hessen . ;........ D. utschc Gertb. Dollar-Ao dto. Doll.-Schatz-Anwetsog.' 4*/o Zolltürken........ 6% Goivmexikaner Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nattonalbank Deutsche Bank........ Deutsche BeretnSbank . . . DtScouto Commandtt . . . Mctallbank.......... Mitteldeutsche Credttbank. Oeslerreichische Kreditanstalt Weltbank........... Bochumer Goß ...... Buderus........ Caro........ Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerk. harpener Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben. . . Kaliwerk Westeregela. . . . Laurahütte Cbc.bebarf...... Phonir Bergbau...... Rheinstahl.......... Richert Montan....... Tellus Bergbau....... Hamburg.Amerika Paket. . Norddeutscher Llovd .... Eheramische Werke Albt» . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont.Guano .... Badische Anilin Chemische Mayer Alapsti . Goldschmidt Gries eimer Electron . . . Höchster Farbwerke..... Holzverkohlung . . .... Rütgerslvcrke ........ Scheideanstalt Allg. ElektrizitütS-Gesellscha Bergmann.......... Mainkrastwerke ...... Schuckert........... Siemens Eigelb Vanfllinzucker. Mehl, dieses mit dem Backin gemischt, Milch daran und zuletzt den Schnee der 6 Eiweiß. — Teile die Masse, menge unter die eine Hälfte den Kakao, fülle den Teig abwechselnd in die gefettete Form und backe den Kuchen 1—1 Va Stunden. Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher in den Geschäften, wenn vergriffen, durch Postkarte gratis und franko von Dr. A. Selin, WknMWkll, Bielefelö •) Eingetretene Preisschwankungen sind zu berücksichtigen. Der Stefi. Laad 'S* Ottati ---- r»a, ‘i *! is Mi- OOÜ DOll Hochachtungsvoll 3. D. in 21.' kreisen. Simchas-Thora-Ball Künstlcrkapelle Tanzturnier Beginn 8 Uhr 024538 Beginn 8 Uhr Gießen, den 13. 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Der Gedanke, der einer spannungs- reichen Handlung zugrunde gelegt ist, datz oft Liebe ist, was Rache sein sollte und ein oberflächlicher und verbummelter Mann für echte Liebe nicht unempfänglich bleibt, wenn sie sich chm im herben Gewände der Arbeit naht, das gibt dem Stück einen lieferen, gemütvollen Sinn, ohne rührselig zu wirken. Else Simon stand diesmal im unbestrittenen Mittelpunkt: ein resolutes Madel, dem des Widerspenstigen Zähmung vollauf gelingt. Richard Riedel sang die Partie des umworbenen Grafen recht sauber und flott. Ernst Dadekow und Carl Stadi sorgten, datz auch die Komik zu ihrem Recht kam. Meta Liebermann liest als Prima Ballerina alle Minen springen. Maria Willig-Bertram war eine spahige Schwiegermama. Das Orchester schien sich unter Herrn Mischels Stabführung mit dem .Polenolut" besser abzusinden, als mit der anspruchsvolleren Strauyschen Partitur. —e. sihne, gib lilch dira^ ’äS* ®Lp/,Stund» ^Oescb^' i[, iitititif berfleksid’^- nung — Treuhänder b istgebacktner ijen nicht, ein me :kendes Nah- )ringen kann, flhichen .M.0.30 ’ „ o.« ' 0.72 ' 0.20 „ 0.06 ?<" 0.08 ' 0.15 ' ' 0.04 * w i Gern. Möbelversorgung r—I n 1 1 Q f* Q t für das Rhein-, Main- u. 1 IdUol <3 m mit kleinen Fehlern, weit unter Listenpreis. Nur solange der Vorrat reicht! Tapetenhaus Ferd.Nennstiel Fernspr. 1636 Plockstr. 14 16 Gegr. 1875 Hornhaut a. d. Fußsohle ver- schwindet durch 8749A Lebewohl-Ballen-Scheiben. 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