Er. 191 Erscheint täglich, anher Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatr-Vezugsprekr: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schristleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnjeigerStehen. Postscheckkonto: Zrankfurt a. M. 11686. Freitag, 15. August 1924 Erstes Blatt 174- Jahrgang GietzenerAmeiger General-Anzeiger für Gberhesten drvck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitätr-vuch- und Steir.öruderei H. Lange in Gießen. Zchnftleitung und Geschäftsstelle: ZchnNtrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejcdeVcrbindlichKeit. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpsennig; für Reklame-Anzeigen v 70: in Breite 35 Goldpsennig, Platzvorschrift 20' /Aufschlag. — Ve-antwortlich für Politik u. Feuilleton Or.Friedr. Will). Lange für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Bor dem Abbruch der Londoner Konferenz/ Diktatorisches Vorgehen Herriots. — Umfan der Alliierten zugunsten des französischen Ultimatums. deut- eng- nicht Standpunkt, daß der franzöfrch? Vorschlag angenommen werden müsse. 3n der alsdann stattce- hübten Aussprache der deutschen Del g'ton mit Herriot betonte dieser, daß dir von ihn ausgestellte Forderung der Deibchaliung auf ein Fahr, gerechnet vom Tage der Unterschrift unt.r das diese Frage regelnde Qlbtomme i eine Ma x i- malf orderung sei, die nicht überschritten werden dürfe. Er lehnte indes jede Abmachung über Einzelheiten der vorzu nehmenden Räumung kategorisch a b. Richt mir in den Krttfen drr d.urschen Delegation, sondern auch in den anderen politischen Kreisen Londons herrscht die Qlteinung vor, daß dieses Dorgehen drr französisch-belgischen Delegation von der bislang aus der Konferenz geübten Derhandlungspraxis sehr st a r k ab sticht und den Eindruck eines Diktats erwecken must. Dem Dernehm n nach sind die Besprechungen mit der franko isch-b.lgi gischen Delegation aber noch nicht abgebrochen. Die deutsche Delegaton hat sich mit der Berliner Regierung und, wir man hört, auch mit den Frakt ions f ühr ern des Reichstags in Verbindung gesetzt. Die Lage erscheint unverändert ernst. London, 14. 2lug. Der Sonderberichterstatter des Wolffbureaus erfährt über die Lage der Verhandlungen des heutigen Tages, daß sie sich iw wesentlichen nur aus die Frage der Ruhrräumung bezogen. In der um 5 Ahr nachmittags abgehaltenen Sitzung des Rates der Vierzehn wurden nureinigeformelle Geschäfte erledigt. Heute vormittag sand eine Besprechung der Alliierten untereinander statt über die Räumung der Ruhr. Daran schloß sich eine Zusammenkunft Macdonalds und Kelloggs mit den Führern der deutschen Delegation. Hierbei wurde den letzteren der französische Standpunkt dargelegt. Es wurde erklärt, man habe sich davon überzeugt, daß H e r r i o t bei dem Stand der öffentlichen Meinung in Frankreich nicht weitergehen könne, als er es getan habe, und daher anderein- jährigen Maximalfrist fe st halten müsse. M a c d o n a l d und Kellogg traten dafür ein, daß der Erfolg der Konferenz nicht an der Frage des Datums der Räumung scheitern dürfe. Die gestern von deutscher Seite gestellte Anfrage wegen des Beginns des Räumungsjahres wurde in der Konferenz zwischen den deutschen, französischen und belgischen Delegierten dahin beantwortet, daß das Jahr am Tage der Paraphierung des Räumungsabkommens beginne. Don französischer Seite wurde dabei betont, daß das Gutachten voraussichtlich erst am 15. Oktober in Kraft trete, die Räumungsfrist also dann im Höchstfälle nur zehn Monate betrage. Als selb st der- st ä n d l i ch wurde bezeichnet, daß alle sogenannten Flaschenhälse und sonstigen Gebietsstreifen, die im Anschluß an die Ruhrbesetzung von. den Franzosen zwecks Sicherung ihrer Eisenbahntransporte usw. besetzt worden sind, unverzüglich geräumt werden würden. Es handelt sich dabei um Mannheim, Karlsruhe, Offenburg usw. Endlich wurde zugesagt, daß die französischen und belgischenEisenbahner restloszu- rückgezogen werden sollen. Es wurde lediglich der Vorbehalt gemacht, daß Genietruppen eingreifen dürften, falls die Lebensmittelversorgung der Besahungstruppen gefährdet wäre. In Bezug aus die Frage der etappenweisen Räumung des Ruhrgebiets wurde keine Klärung erzielt. Weder die Besprechung zwischen dem Reichölanzler Marx und Herr rot am vormittag, noch die Zusammenkunft zwischen Herriot und M a c d o n a l d , Marx und Dr. Stresemann heute nachmittag führte zu einer wesentlichen Aenderung der Lage. Die deutsche Delegation hat über die Lage nach Berlin Bericht erstattet. In den Kreisen der Konferenz, nicht nur in den deutschen, ist die Aeber- r a s ch u n g über den in den letzten 48 Stunden eingetretenen völligen Umschwung der französischen Auffassung groß. In englischen Kreisen wird allgemein die Ansicht vertreten, die Deutschen beachteten nicht genügend die Vorteile des Anerbietens Herriots, der feierlich erklärte, daß die zwölf Monate ein Maximum seien, so daß ein noch früheres Räumungsdatum sehr wahrscheinlich wäre, wenn erst durch einen glücklichen Abschluß der Londoner Konferenz eine Atmosphäre des Vertrauens geschaffen sei. Don deutscher Seite wird demgegenüber betont, daß es nicht sicher sei, ob Herriot, an dessen persönlichem guten Willen niemand zweifle, in einem Jahr noch am R u d e r s e i n w e r d e. Die Lage erscheint unverändert ernst. Beratungen in Berlin. Berlin, 15. Aug. Gestern vormittag um ZV? Uhr fand in der Reichskanzlei ein Mini st errat unter dem Borsitz des Reichspräsidenten statt. Zur Erörterung stand die durch die Verhandlungen zwischen den deutschen, französischen und belgischen Delegierten über die Frage der militari- und in der Hauptfrage einen Standpunkt eingenommen, der nach diesen Zermürbungs- und Täuschungsversuchen schließlich in einem ausgesprochenen Ultimatum an die scheu Vertreter gegipfelt hat. Alle lifctjen Abschwächungsversuche werden verhindern, daß der von Macdonald der deutschen Delegatton vorgettagene Standpuntt Herriots, dem sich die Alliierten aug-schlossen fjal-e.i, und Wenn wir heute die in den letzten Jahren sv'häuftg über Derhandlungsberichten erschienene Ueberschrift „Dor dem Abbruch der Londoner Konferenz" anzuwenden gezwungen sind, werden besonnene Beobachter der Entwicklung der politischen Lage nicht überrascht sein. Herr Herriot mag den besten Willen zur Verständigung mit Deutschland und zur Teilnahme an der Lösung des Weltprvblems der endlichen Befriedung Europas haben, aber er hat — was seit seiner Unterwerfung unter Poincare vor dem französischen Senat feststand — nie die Absicht gehabt, diesen guten Willen zum Leitmotiv einer Politik zu machen, die einen Strich unter die Gewalt- herrschaft der letzten Jahre zieht und das unerhörte Unrecht wieder gutmacht, das der Poin- carismus verschuldet hat. Vielmehr hat er mit unleugbarem Geschick die alten Methoden der diplomatischen Kriegführung gegen das „besiegte" Deutschland angewandt, durch Entgegenkommen in nebensächlichen Fragen Frankreichs Versöhnlichkeitswillen den Alliierten ad oeulus demonstriert der von Deutschland Annahme der französisch- belgischen Räumungsbrdinguageia fordert, von u s Deutschen als der Versuch gewertet wird, du.ch ein neues, wenn auch verschleiertes Diktat uns zur Annahme von Forderungen zu zwingen, deren Charakter nicht nur von uns als im Wider piuch zu Recht und Vernunft stehend bezeichnet worden ist. Schon der durch den halbamtlichen Bericht des Wolffbureaus dargestellte Verlauf der gestrigen Besprechungen kennzeichnet die Art und Weise, in der auch auf dieser „ Friedens"-Konferenz die angeblich „gleichberechtigten" Dcutschen von der Gegenseite behandelt werden. Und die französischen Meldungen — sv tendenziös sie gefärbt sein mögen — lassen deutlich erkennen, wie zweideutig die Versprechungen sind, mit denen Herriot seine kategorische Ablehnung der De Pre- chung der Einzelheiten der von ihm in ultimativer Form dargestellten Forderung einer weiteren einjährigen Besetzung des Ruhr ebiets zu versüßen versuchte. Bei der Dürftigkttt der bisherigen „Erfolge" der Konferenz für Deutschlaerd und angesichts des durch die Ersahc-ung entstandenen und durch die Haltung Herriots und der Belgier verstärken berech'ig en Mißtrauens in französischen Versprechungen für die Zulun, t muh ein günstiges Ende der Konferenz heute als kaum möglich bezeichnet werden. Es könnte allenfalls - wie wir bereits gestern aussühr ea — noch durch die Haltung Englands in der Frage der Räumung der Kölner Zone und der Uebernahme eines anderen Teiles des besetzten Gebiets durch die Engländer nach dem 10. Januar !925 herbeigeführt werden. Und man scheint auch in London, wie der Bericht über ein angebliches Schreiben Macdonalds besagt, daß die Räumung Kölns von der Militärkonttwlle abhängig macht — mit ti. fem Argument zu operieren. Eine weitere Frage ist noch die Haltung der amerikanischen Geldgeber zu der Militärpolittk Herriots. Sie sind seit der Ankunft der deutschen Delegation in den Hintergrund getreten — wie weit fi? jetzt mit der von ihnen abgelehnten Fortsetzung des militärischen Drucks, einverstanden sind, dürfte sich bald erweisen. Jedenfalls ist durch den Umfall der Alliierten Deutschland in London isoliert und in eine Lage gedrängt, die schwerste Besorgnisse rechtfertigt. Der Geist der Zwangs- und Macht-Politiker beherrscht nach wie vor die Alliierten, alle Beteuerungen von Versöhnlichkeit, Verständigungswillen und Friedensbereitschast sind Gesten gewesen, die Deutschland nichts als die Freiheit eines Helotenvolkes gewähren wollen. Das französische Prestige, die Sicgerpolitik der französischen Militärs, sind der Welt wertvollere Gegenstände als der Frieden Europas und die Existenz des deutschen Volkes. Um den Schein zu retten, schließt man sich den innerpolitischen Argumenten der Franzosen an, die in Wahrbeit damit die Konferenzidee sabotieren. Alle Phrasen und Redensarten können darüber nicht hinweg helfen. Zwei halbamtliche deutsche Berichte. Herriot lehnt kategorisch jede Abmachung Liber Cinzelheiten der Nänmnrrg ab. London, 14. Aug Der Sonderberichterstatter des Wolffbureaus erfährt, daß sich heu e vormittag die deutsche Delegation zu Macdonald begab, um seine Stellung zu dem zwischen der deutschen Delegation einer,eits und dea Delegationen Frankreichs und Belgiens andererseits entstandenen Konflikt in der Frage der militärisch n Räumung des Ruhrgebiets und de: anderen widerrechtlich besetzten Sanktionsgebiete kennen zu lernen. Macdonald und der amerikanische Botschafter Kellogg, der sich bei ihm befand, ve - traten der deutschen Delegation gegenüber den schon Räumung der vertragswidrig besetzten Gebiete entstandene Lage. Der Ministerrat erklärte sich mit der Stellungnahme der deutschen Delegation in vollem Umfange einverstanden. Heute früh 8 Uhr findet eine Besprechung der Reichsregierung mit den Parteiführern statt, in welcher der bisherige Verlauf der Londoner Konferenz und insbesondere die Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebiets erörtert werden. Das Ergebnis dieser Aussprache soll den deutschen ^delegierten in London sofort übermittelt werden. Französische Berichte. Der englisch-amerikanische „Appell" nach Havas. Paris, 14. Aug. Der Sonderberichterstatter der Havasa'gentur in London meldet, die für heute vormittag 1 40 Uhr angesehte Zusammenkunft der französischen, belgischen und deutschen Minister- ist nicht z u st a n de geko mmen. Dagegen sind kurz vor 10 Uhr die 6 al liierten Hauptdelegierten in 'Dowiringstreet zusam- mengctreten. H e r r i o t hat seine alliierten Kollegen von den Unterredungen in Kenntnis gesetzt, die am Tage vorher mit den Deutschen stattgefunden haben. Alle alliierten Tecoll- mächligten haben anerkannt, daß Frankreich, indem es sich 6er i t erklärte, die militärische Räumung des Ruhrgebiets in einem Jahre durchzusüh-. reu, den Beweis eines Geistes größter Versöhnlichkeit gegeben habe und daß die deutsche Regierung unter dieser Bedingung unter allen Umständen zu. -- stimmen müsse. Die deutschen Vertreter wurden dann telephonisch nach Dvwningstreet berufen, wo sie um V211 Uhr anlangten. Auf Bitten Herriots hat Macdonald, unterstützt von dem amerikanischen Botschafter Kellogg, Marx und Stresemann von der einmütigen Ansicht der Alliierten in Kenntnis gesetzt. Die Zusammenkunft sand im Garten von Dvwningstreet statt. Die deutschen Bevollmächtigten schienen durch den Appell, den auf diese Weise England und 'die Vereinigten Staaten an sie richteten, die Belassung der französisch-belgischen Truppen im Ruhrgebiet während der ersten 12 Monate der Durchführung des Dawesplanes anzunehmen, außer Fassung gebracht. Sie verlangten Zeit zu weiterer Ueberlegung" und versprachen für mittags eine Antwort. Diese neue Frist wurde ihnen zugestanden. Rachdem die deutschen Minister ihr Hotel wieder ausgesucht hatten, berichtete Macdonald den alliierten Delegierten, die in seinem Kabinett warteten, über seine Unterredung mit Marx und Stresemann. Um 121/2 Uhr empfingen die Führer der alliierten Delegationen die deutschen Bevollmächtigten. Die Unterrebung war kurz. Marx und Stresemann baten, ihre Antwort erst heute nachmittag betanrrtgeben zu dürfen. Sie erwarten ohne Zweifel eine Mitteilung aus Berlin. Eine englische Bernhignngspille London, 14. Aug. (WB.) Von höchster britischer Stelle verlautet, daß es sich bei dem den deutschen Delegier.ea unterbreiteten alliierten S andpunkt „um nichts handelt, was den Charakter eines Ultimatums trüg:." Die Räumung der Flaschenhälse — eine Geste Herriots. Paris, 15. Aug Wie der Sonderberichterstatter des Herriot nahestehenden „Quotidien" aus London meldet, ha4 Herriot in der gestrigen Unterredung mit Reichskanzler Dr. Marx in u n- zweideu tiger Form feine Absichten dargelegt. Er habe ihm erklärt: „Sache der Deutschen ist es, den ersten Schritt zu tun. Mein Räumungsplan gibt keinen Anlaß zu feilschen und sie müssen annehmen. Wenn fte ihn jedoch angenommen haben, so to-rbe ich mich erinnern, daß es sich um eine tatsächliche Maximalfrist handelt, von der ich Ihnen gesprochen habe. Ich werde dann eine Geste vollziehen, die den Beweis liefern wird, daß ich nicht die Absicht habe, Sie zu täuschen." Diese geheimnisvollen Worte glaubt der Berichterstatter wie folgt erklären zu können: Sobald die deutschen Delegierten den Franzosen und Belgiern offiziell ihre Annahme mit- geieilt haben, würden diese ein e g em einf ame Erklärung veröffentlichen, in der sie sich v er - pflichten, das Ruhrgebiet in höchstens einnem Ja hr z u räumen, wenn der Sachverständigenplan durch Deutschland korrekt durchgeführt werde. Die französische Regierung werde — «wenn auch nicht sofort, so doch in aller Kürze — mitteUen, daß sie einnen Beschluß ausführen werde, der bereits jetzt schon gefaßt sei, daß sie nämlich die Dörfer in der Umgegend von Karlsruhe. Mannheim. Offenburg, den sog. Flaschenhals räumen werde. (Weitere Meldungen auf der zweiten Seite.) Das Verfahren der Aufwertung. Don Graf Posadowskh. Am 28. Juni ds. Is. ist der Reichstag, ent- prechend seiner Tagesordnung, in eine allgemeine Erörterung der Aufwertungsfrage ei .igetreten. Es ist zunächst lehrreich für die Wähler, mit welchen Bemerkungen einzelne Redner ihre Ausführungen begonnen haben. Der Abgeordnete Hergt führte sie mit den Worten ein: „Beinahe wären wir in die Ferien gegangen, ohne daß hier die Aufwertungsfrage behänd?lt worden wäre. Beinahe hätten wir es nicht einmal fertiggebracht, diese Angelegenheit einem Ausschuß zu überweisen, der sich während der Ferien mit der Frage beschäftigen kann." Der Abgeordnete Feder begann mit den Worten: „Ich würde gern die deutschen Männer und Frauen begrüben, die das deutsche Volk in den Reichstag geschickt hat; aber leider sind nur sehr wenig davon da! Das Haus ist leer — und das bei einer Materie, die so ungeheuer wichtig ist wie die Aufwertungsfrage." Der Abgeordnete Dr. Dredt erklärte: „Btt dem Bild, das dieses hohe Haus zur Zeit bietet, kann ich nicht daran denken, die Aufwertungsfragen in ihrem ganzen Umfange anzuschneiden. Ich bin aber den wenigen Herren, die bisher ausgeharrt haben, außerordentlich dankbar dafür, daß sie wenigstens die Fiktion einer,Reichstagssitzung aufrechterhalten, so daß ich immerhin in der Lage bin, unseren Standpunkt in das amtliche stenographische Protokoll hineinzubringen. Die Wähler dürften vielleicht zu der Ueber« zeugung kommen, daß Abgeordnete, welche aus äußeren Gründen den Sitzungen des Reichstages nicht beiwohnen können oder für die lebenswichtigen Fragen des deutschen Volkes und der deutschen Wirtschaft feine verständnisvolle Teilnahme empfinden, besser täten, ihren Volksauftrag zurück- zu geben. Soweit die einzelnen Sprecher ihre Parteien hinter sich haben, farm man nach dem Inhalt ihrer Ausführungen annehmen, daß die Mehrheit des Reichstags bereit ist, die Gerechtigkeit der Forderung, Dermögensansprüche in Hypotheken und auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen angemessen aufzuwerten, durch eine entsprechende Aenderung der 3. Strucmot- Verordnung gesetzlich anzuerkennen. In der Verhandlung wurde auch darauf hingewiesen, daß die Reichsfinanzverwaltung in Ausnutzung des „Hohlraumes" zwischen der augenblicklichen Miete und der Friedensmiete eine Aufwertungssteuer zu erheben gedenkt. Leider ist indes inzwischen in diesem Hohlraum, welcher nicht nur durch den Unterschied jener Mietssätze, sondern scheinbar auch durch «die gesamte 3. Steuernotverordnung geschaffen ist, ein Dritter hineingeschlüpft, öie feindliche Sachverständigenkommission, welche behauptet, Deutschland habe sich jetzt aller seiner Schulden entledigt und müsse dahev mit einer neuen Schuld belastet werden, die der Last der französischen, italienischen und belgischen Steuerzahler gleichwertig sei. Deutschland hat sich seiner Schulden nicht entledigt, sondern nur die Verzinsung uird Rückzahlung aller öffentlichen Anleihen bis nach Erledigung der Repa- rattonszahlungen vertagt, vorbehaltlich einer besonderen Gesetzgebung für die Anleihen der Gemeinden. Daß aber diese Maßregel zum Vorwand weiterer verschärfter feindlicher Ansprüche an das schon gefährlich überlastete Deutschland führen würde, war unschwer voraus- zusehen; würde sie in vollem Umfange ausrechterhalten, so dürften gerade diejenigen Staatsbürger von ihr betroffen werden, von welchen Rttch, Staat und Gemeinden vorzugsweise die Mittel für ihre Anleihen erhielten, weil jene Kreise grundsätzlich nur mündelsichere Werte zu erwerben pflegten. Bei den Verhandlungen des Reichstages traten über das Verfahren der Aufwertung zwei verschiedene Ansichten hervor, die beide barin übereinzustimmen schienen, daß man der Auswertung eine individuelle Behandlung der verschiedenartigen Forderungen zugrunde legen sollte. Die eine Ansicht ging dahin, im Interesse der Schuldner eine individuelle Behandlung der einzelnen Schuldforderungen zugrunde zu legen. Das Rttchsgerichtseykenntnas vom 23. Rovember 1923 ruht auf ähnlicher Grundlage; es macht die Frage der Auswertung von der Leistungsfähigkeit des Schuldners und feiner Bereicherung abhängig, seht also in jedem Falle eine sehr eingehende Prüfung der Verhältnisse des Schuldners voraus. Auch der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft der Berliner juristischen Vereine macht die Rückwirkung auf vor Erlaß der 3. Steuernotverordnung abgelöste Schulden von dem rechtlichen Rachweis des Irrtums oder un- berechttgter Bereicherung abhängig. Ein solches Verfahren würde die Gläubiger und die endgültig entscheidenden Behörden unübersehbaren Weire- nrngen aussehen und sich sehr bald als praktisch unaussührbar erweisen. Eine andere Ansicht geht dahin, die Forderung der Gläubiger auf Auswertung individuell zu behandeln; hiernach sollen z. B. Mündel und Stiftungen, die zur mündelsicheren Anlage ihrer Bestände verpflichtet waren, eine vorzugsweise Befriedigung erfahren. Auch die Ausführungsverordnung vom 1. Mai 1924 sieht für gewisse Forderungen, insbesondere bei Erbausein- anderseyungen und für Restkausgelder, die Möglichkeit einer individuellen Behandlung vor. Man kann indessen zweifeln, ob es billig wäre, gerade diejenigen Kreise, welche ihre Ersparnisse für ihr Aller und für ihre Hinterbliebenen, — unter welchen sich häufig auch Mündel und Bedürftiae bi» finden werden —, unbedingt sicher anlegen wollten und dies nur in nründelsicheren Werten tun tonnten, ungünstiger zu behandeln, wie eine Gruppe anderer Gläubiger. Der menschliche Gedanke, welcher jenen Dorschlägen und Bestimmungen zugrunde liegt, ist verständlich, aber in der rauen Welt der Tatsachen kaum ausführbar und mühte auch von allen erwerbsunfähigen Personen oder solchen, die durch die Geldentwertung und die 3. Steuernotverordnung ihr Dermögen so gut wie völlig verloren haben, als unbillig empfunden werden. Die individuelle Behandlung von Schuldnern oder Gläubigern würde überdem einen bureaukratischen Arbeitsaufwand verursachen, dessen Llmfang und Beendigung vollkommen unübersehbar wäre. Zahllosen Gläubigern würden auch die finanziellen Mittel und die geschäftliche Gewandtheit fehlen, in einem solchen weitläufigen Verfahren ihre Rechte wirksam geltend zu machen. Der Grundgedanke der Aufwertung liegt darin, dah für die Forderung dereinst Goldwert gegeben ist und wertlosesPapier zurückgezahlt wird, und mithin eine ungerechte Bereicherung des Schuldners und eine ungerechte Enteignung des Gläubigers eintritt. Wenn man dieses Sachverhältnis vom sittlichen Standpunkt als unzulässig betrachtet, so muh die Aufwertung für alle Berechtigten und Derpflich- reten innerhalb finanzieller Möglichkeiten die gleiche sein, lieber die Frage der Rückwirkung sollte zwischen den Parteien eine Meinungsverschiedenheit nicht bestehen. Die Regierung hat Jahr und Tag die Möglichkeit und den Entschluß, eine gesetzliche Aufwertung vorzunehmen, bestritten, ,3m Hinblick auf jene amtlichen und halbamtlichen Erklärungen haben zahlreiche Gläubiger Kündigungen und Rückzahlungen ohne Vorbehalt angenommen. Es wäre nicht zu rechtfertigen, wenn öffentliche Kreditinstitute und Gemeinden, welche so glücklich waren, etwaige kommende Entschlüsse vorauszuahnen und ihre Anleihen ganz oder in größtem Umfange kündigten, nunmehr von der Pflicht zur Aufwertung befreit würden, weil die Reichsregierung sich später anders entschlossen und nicht gleichzeitig ein Sperrgesetz erlassen hat. Falls man von der Rückwirkung absehen sollte, würden Landschaften und Pfandbriefschuldner ohne jegliche Gegenleistung in Goldwerten von ihren Schulden befreit; Gemeinden, die noch im Lahre 1923 große Anlechen aufnahmen unter Berufung auf ihre finanzielle Leistungsfähigkeit, würden sich auf Kosten ihrer Gläubiger in ungerechter Weise bereichern. Der Rachweis der Schuldforderung kann nur in einfachsten Formen geführt werden, wenn man den Gläubiger nicht mit langwierigen und zum Teil unüberwindlichen Schwierigkeiten belasten will. Der Gläubiger oder sein Erbe soll nach der 3. Steuernotverordnung die Zeit seines Erwerbes nachweisen und je nach diesem Zeitpunkt die Höhe der Abfindung geregelt werden. Lene Forderung dürfte namentlich vielfach für geschäftsungewandte Personen unerfüllbar sein. Bei Forderungen, die seit langem erworben sind, werden die Ausweise über den Ankauf und die Zeit des Erwerbes häufig nicht mehr zu beschaffen sein, auch der Erwerb der einzelnen Forderungen und Wertpapiere im Erbgang wird in zahlreichen Fällen dem Gläubiger nicht mehr möglich sein. Ebenso werden Inhaberpapiere vielfach durch Beauftragte erworben sein und die Bankausweise nur auf diese lauten. Auf die Vorgänge, welche sich an den etwaigen Wechsel der ursprünglichen Schuldner und Gläubiger anknüpfen, kann die Gesetzgebung im einzelnen unmöglich eingehen. Eine llare und mögliche Lösung muh deshalb von dem Begriff des Lnhaberpapieres als solchem ausgehen und die Aufwertung jedem W/rrtpapier zubilligen, welches an der entscheidenden Stelle vorgelegt wird. Das scheint unbedingte Voraussetzung zu sein, wenn die Aufwertung durchführbar gestaltet werden soll. Kommuniftenyutsch in Portugal? Paris, 14. Aug. Gegenüber Dläfe:mel- bungen, dah in Lissabon die radikalen Kommuni st en den Versuch gemacht h1 tten, die Regierung zu stürzen, wob i eszuEtrahen- kämpfen gekommen sei,'m ldet ein Havas- telegramm aus Madrid, dah nach den bisher vorliegenden Rachrichten an einer solchen Derkuch nicht geglaubt werden könne. Es handele sich nur um Gerüchte, die zu einer Kon ignierung d r Trappen und zur m li- tärifchen Besetzung verichi dmer Punkte geführt hatten. Die £ rd .ung sei aber nicht g stört wor- den. Derschiedene Führer ber radikalen Kommunisten seien von der Regierung verhafte werden. Die Bewegung forme als gescheitere gel en. Verbot der „Roten Fahne". Wie aus Berlin g?meld?t wird, hat der Fahne" wegen Anstrebung einer gesetzwidrigen Fahne "w.gen Anstr.bung einer gese^widrigen Aeadermtg der geltenden Verfassung auf die Dauer von drei Wochen verboten. Die angebliche Freilassung der Psalzgefangenen. Mainz, 14. Aug. (Wolff.) Die vor einigen Tagen von München aus durch die Presse gegangene Rachricht, dah es gelungen sei, die Frei- lassung sämtlicherPirmasenserBür-t g e r zu erreichen, die sich hier im Gefängnis fce=i finden und unter dem Verdacht stehen, an der Separatistenaffäre im Frühjahr in der Pfalz tell- genommen zu haben, trifft nicht zu. Ebenso ist es unzutreffend, dah ein weiteres Verfahren gegen 60 andere Einwohner der Pfalz toö= gen der gleichen Derdachtsgründe nie berget schlagen worden sei. Das gegen eine Reihe von Personen aus Pirmasens, Kaiserslautern, Bergzabern und Bäd Dürkheim von den Ve- sahungsbehörden eingeleitete Verfahren ist nicht niedergeschlagen worden, aber es sind, im ganzen 13 Personen, darunter der Chef der Polizeiverwaltung von Kaiserslautern, die seit Februar oder März hier in Haft sahen, am 10. August entlassen worden, ohne dah das Verfahren gegen sie eingestellt worden wäre. Alle übrigen Lnhaftierten aus Pirmasens befinden sich hier in Haft. * * Es ist erstaunlich, dah derartige falsche Meldungen trotz aller Erfahrungen mit dem französischen Prvpagandadienst immer wieder Eingang in die Kanäle des deutschen RachrichtendiensteÄ finken. Zenlrumswiderstande gegen eine Bürgerblockregieeung. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 15. Aug. Bon maßgebender Seite des Zentrums erfahren wir, dah innerhalb der Zentrumspariei außerordentlich große Widerstände gegenüber dem Plan einer Regierung des Bürgerblockes bestehen. Der Einfluß des linken Flügels sei so außerordentlich stark, daß bei etwaigen Verhandlungen für die Neubildung der Reichsregierung mit den Deutfchnationalen auf Ablehnung seitens der Zentrumspartei zu rechnen sei. Das Zentrum, so erklärt man uns weiter, würde auf Grund der gegenwärtigen innenpolitischen Konstellation die Auflösung des Reichstages für nützlicher halten, als den Versuch einer Dürgerblockregierung, der den inneren Frieden Deutschlands stark gefährden müsse. -- : j Die Städteanlechen — ein Märchen. 3n der letzten Zeit gingen Meldungen durch die Presse, daß deutsche Gemeinden und große Lndustrieunterneh- mungen hohe englisch-amerikanische Anleihen abgeschlossen hät- ten. Diese Meldungen entbehren, wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, jeder Grundlage. Bisher sei es keiner einzigen deutschen Gemeinde gelungen, eine ausländische Anleihe zu erhalten. Don den Erzberger-Mördern. Budapest, 14. Aug. Wie „Esti Courier" meldet, sollen sich die wegen Mordes an Erzberger verfolgten Heinrich Schulz und Otto T i l l e s s e n seit dem Frühjahr unweit der Hauptstadt in Teteny auf einem Gute des Abgeordneten Goemboes in einem entlegenen Gebäude aufhalten. Die beiden jungen Leute verbringen nach Darstellung des Blattes ihre Zeit mit Garten- und Landarbeit und erhalten hin und wieder Besuch. — Eine amtlichö Destättgung der Angaben des Blattes liegt nicht vor. Der Präsident von Mexiko in Deutschland. Berlin, 14. Aug. (WTB.) Die mexikanische Gesandtschaft in Berlin gibt folgendes bekannt: Der zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Mexiko gewählle General Plutarco Elias Calles hat sich am 9. August in Reuhork mit dem der Hamburg—Amerika-Linie gehörigen Dampfer „Deutschland" eingeschisft und trifft am 19. August in Cuxhaven ein. 3n seiner Begleitung befinden sich seine drei Töchter, sein Bruder Rodolfo Elias Calles mit Frau, unk Francisco Obregon, Reffe des gegenwärtigen Präsidenten Obregon. General GallÄ wird einige Zeit tn Deutschland verweilen, um hier die Behandlung sozialer Probleme vom gesetzgeberischen und volkswirtschaftlichen Standpunkt aus zu studieren. Militärkontrolle und Kölner Jone. Ei« Ultimatum Macdonalds? Paris, 15. Aug. Der Londoner Berichterstatter des „Petit Parisien" glaubt zu wissen, daß der englische Premierminister die Initiative zu einem schriftlichen Schritt bei Deutschland in der Frage der militärischen Kontrolle bereits ergriffen habe. Er verlange, daß die deutsche Regierung in kürzester Frist fünf Kategorien von Konttollmaßnahmen sich zu unterziehen habe, die in der Rote der Botschafterkonferenz vom 5. März vorgesehen sind und daß Deutschland ohne vorherige Ankündigung Dienst- gänge der Interalliierten Kontrollkommission durchführen lassen müsse, die diese für notwendig hielte. Macdonald füge hinzu, dah von der vollständigen Innehaltung dieser Verpflichtungen Deutschlands die Entscheidung über die militärische Räumung der Kölner Zone am 10. Ianuar abhängen werde, die Ende Dezember auf einer neuen Konferenz besprochen werden soll. Berufung des Kölner Regierungspräsidenten nach London. Wie die „Klnische Zeitung" meldet, hat sich der Klner Regierungspräsident Graf Adelmann im Flugzeug nach London begeben, wohin er von der deutschen Abordnung berufen wurde. 26 statt 5 Prozent. Ein Beschluß der englischen Regierung London, 14. Aug. (WTB.) Die britische Regierung hat beschlossen, die fünfpro- zentige Abgabe, mit der die deutfche Einfuhr in Großbritannien jetzt belegt ist, wieder in eine 26prozentige umzuwandeln, wie sie ursprünglich in der repctratton recovery act festgelegt war. Es verlautet, daß diese Maßnahme in den Bericht des zweiten Ausschusses der Londoner Konferenz vorgesehen ist und daß diese Zollerhöhung eine dauernde fein soll. Aus der englischen Presse. London, 14. Aug. (Wolff.) Der „Daily Hevald" schreibt, es sehe aus, als wenn eine völlige Stockung herrsche, die ein Scheitern der Konferenz nach sich ziehen könnte. Dec Reichs-, kanzler habe vollkommen recht, toenn er erkläre, dah die Deutschen ihrerseits alles getan haben, um die Ziele der Konferenz zu fördern, und sorgsam vermieden haben, unnötige Schwierigkeiten zu schaffen. „Morning Post" schreibt, Herriots Haltung habe sich zweifellos wahrend der letzten 24 Stunden versteift. Theunis sei gestern abend äußerst pessimistisch gewesen. Die britische Delegation andererseits erkenne die Schwierigkeiten der Lage, könne jedoch nicht glauben, daß die Früchte der Arbeit eines ganzen Monats im letzten Augenblick verloren gehen. „Daily Rews" äußert sich sehr besorgt. Das Blatt schreibt, die Londoner Konferenz, die noch gestern in der Richtung einer europäischen Regelung zu gehen schien, stehe in Gefahr, durch die 5rage der Ruhrräumung zu scheitern. Auch die „Westminster Gazette" betont, daß sich die französische Haltung infolge des Hlti» matums der Anhänger Pvincares'versteift hat. Aus Stadt und Land. Gießen, den 15. Aug. 1924. Wieder daheim. Der große Strom der Sommerreisenden ist mit dem Ende der Schulferien in die Stadt zurückgeflutet. Aus den Bergen, von der See, von Verwandten oder Bekannten auf dem Lande sind sie zurückgekehrt. Die Schuljugend Hut den Rucksack toiekcr mit dec Schulmappe vertauscht', und die Erwachsenen sind wieder an die gewohnte Arbeit des Alltags gegangen. Der Sommer hat es diesmal gut mit ihnen gemeint. Wettergebräunt sind sie nach den Tagen des Sonnenscheins mit frischem Lebensmut in das trauliche Heim zurück- gekehrt. freudig begrüßt von denen, die zuhause bleiben mußten. Tausende von Menschen suchen im Sommer Erholung oder gar Heilung von allen möglichen Leiden und Gebrechen, tote sie sich vn den erhöhten Anforderungen des eigentlichen Kulturlebens nur allzu leicht einstellen, in Badern und Sommerfrischen. Sicher ist, daß in der Tat viele Hoffnungen, welche man auf d e wohltätigen Wir- lungen der von der Ratur gebotenen Miitel setzt, erfüllt werden und die Sommerfrischler körperlich und geistig verjüngt nach Hause zurückkehren. Ob dies bei dem einzelnen aber wirklich der Fall ist, hängt oft von vornherein schon davon ab, ob man Bäder und Sommerfrischen in der richtigen Weise benutzt hat. Dabei darf man auch an ihrem Schluffe nicht vergessen, daß sich der Wechsel in unseren LebensbMngungen nicht allzu plötzlich vollziehen, weder zu plötzlich beginnen, noch za plötzlich gufhören darf. Vielmehr muh der Wechsel in unserer Lebensweise allmählich eintreten, wenn er günstige Wirkungen hervorbcinge r soll. Wer aus der Tiefebene plötzlich ins Hochgebirge gereist ist und ohne Ale&ergänge bedeutende Höhen erstiegen hat, w rd diesen schroffen Wechsel am eigenen Körper verspürt haben. '2Se; unvermittelt, aus der Großstadt kommend, in dm schäumenden Wellen der Soe gebadet hat. wirb nicht selten eine recht unangenehme Enttäuschung e.° lebt haben. In der Regel pflegen die Erholungsuchenden solche Erfahrungen auch bei Beginn ihrer Sommerreife zu beachten, indem sie sich-allmählich a i die neuen Lebens beding unge a gewöhnen, in den wenigsten Fällen aber am Schlüsse einer solchen. Run ist aber die Vermeidung schroffer ilebergänge am Ende einer Sommer reise von besonderer Wichtigkeit. Wenn man in ein Bad reift, dann gönnt man dem Körper auf jeden Fall eine gewisse Erholung und Ruh?, die es ihm ermöglicht, die stlnbilden eines schroffen Wechsels eher zu ertragen. Kehrt aber der der Arbeit Entwöhnte in die alltägliche Frv-«arbeit zurück und vollzieht sich dieser Wechsel nicht allmählich, so bleiben die nachtelligen Folgen nicht aus, ja in vielen Fällen, namentlich da, wo es sich bei Leidenden um eine beendete Kur handelt, wird ihr Erfolg oft ganz in Frage gestellt. Es steht fest, daß in vielen Fallen die günstigen Wirkungen einer Sommerreise erst Nachkommen. Wenn z. D. ein „Marienbäder" feine alte Lebens- und Ernährungsweise ohne Liebergang wieder aufnimmt, so wird er nicht nur den Erfolg seiner Kur gefährden, ja zerstören, sondern er kann sich auch nicht unbedenkliche Verdauungsstörungen zuziehen. Wer daher irgend dazu in der Lage ist, nehme feine gewohnte Tätigkeit nicht ohne allzu schroffen Wechsel toieber auf, sondern bringe die neu geölte Maschine erst allmählich wieder in Gang, damit sie aushalten kann — bis zum nächsten Iahre. P r e b t • ** Die Mondfinsternis. Wer sich gestern auf ein Raturschausptel ersten Ranges gespitzt hatte, mußte angesichts des dichten Wölkens chlciers seine Erwartungen stark herunter- schrauben. Der Eintritt des Mondes in den Kerns chatten der Erde und die totale Morü>- finsternis als solche ging hinter den Kullssen vor sich Erst in den spateren Abendstunden beim Austritt des Mondes aus dem Kernschatten lichtete sich der nächtllche Himmel stellenweise, so daß man wenigstens für Augenblicke eine abwechslungsreiche Farbenskala — bemerkenswert vor allem die kupferrote Verfärbung — und eine wechselvvlle Sichtbarkeit der Mondoberflache beobachten konnte. ** Stadttheater. Nachdem unsere Düh- nenteitiing hier und in Bad-Rauheim an herteren Rauheiten herausg^racht hat, was irgendwre beachtenswert erschien, soll nun auch nach einer Mitteilung der Stadttheaterdirekion der Versuch gemacht werden, ob nicht auch gute Werke der älteren Lustspielliteratur toieber Anklang finden. So ist für Dienstag, 19. August, eine Aufführung des hübschen Lustspieles „Großstadtluft" angesetzt worden. Diese Vorstellung gewinnt dadurch an Interesse, daß zwei neue Miv> glieöer, Herr Richard Ulrich für das Fach der ersten Bonvivants uni) Fräulein "Emmy Bastel für das Fach der ersten Raiven sich beim hiesigen Publikum einfühven werden. ** Hessis che Di ld er bühne. Die Palastlichtspiele sind von dem Hessischen Wanderkino E. B., Darmstadt zusammen mit dem bekannten Kulturfilmfachmann Dr. Oskar Kal- b u s - Heidelberg auf mehrere Iahre gepachtet worden. Das Hessische Wanderkino E. V. pflegt und fördert in Verbindung mit den hessischen Staats- und Kommunalbehörden den hochverttgen Spiel-, Kultur- und Schulfilm int Freistaat Hessen und hat sich in Darmstadt für den kommenden Winter das Kleine Haus des Hessischen Landes- theaters für Filmvorführungen gesichert. Dr. Kal- bus ist der Verfasser des umfangreichen Werkes Der Alie cmf Topper. Roman von Hanns von Zobelti h. 43. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Dec Gestrenge Hit dazu g lacht, dah es Beate und dem Sohn durch Mark und Bein ging. Hat im übrigen nicht viel gesprochen, ist nur zu den Toten hü überg egangen, hat erst bea a'.t :n E .id au; b:c Wang: geküßt und dann den Magister. «Dec war toi: ein Held!" hat er gesagt. -Ünb dann hat er sich gelegt und fast vierundzwanzig Stunden um und um geschlafen. Am Mittwoch haben sie die Toten b erd 'gt. Dazu ist der Amtsbruder aus Koritten, Mag ster Portenius, h raufgllominen und hat sehr beweglich geredet, erst in der Kirche, dann an den offenen Grüften auf dem Gottesacker Der Gestrenge aber hit vor der Gemeinde gestandst, stocksteif wie er jetzt immer stand, mit Frau Beate und dem Sohn u d der Witwe und der Ruth. Warf dann seine drei Handvoll Erde jedem nach, dem Vetter Egib, dm ! reu’n Vüttnec und dem Kossäten Krause. Drückte dec still weinenden Frau Magister die Hand, strich der Ruth still über die heißen Backen, wandte sich und wollte nach dein Schlöffe zurückgehen. Immer im Schweigen, die Stimme war ihn wie erstickt im großen Schmerze. Frau Beate und der Stabskapitän blieben zurück, wollten die Witwe nicht allein lassen. Wie der Gestrenge so langsam die Dorfstrahe entlang schritt, war plötzlich der Leichholzer neben ihm. Zum ersten Mal sah er ihn wieder seit Monden und wußte gar nicht, wo dec so mit , einem Male herkam. „Wollte dem Vetter Egid doch die letzte Ehre erweisen," lägt der Lafoto. »So — so." „Llnd dem braven Püttner — »So, so." „ünb dir mein Beileid aussprechen, Zabeltitz." „So - so" Darauf schien das Garn abgesponc.ea. Aber nicht lange, so fing der Lasow wieder an, mit seiner Heisern, quickigen Stimme. „Schwe.e Zeiten, weiß Go.t. Dich haben sie arg heimgesuchi, die Russen." „Freilich. Du siehsts." „Sind auch meine nicht mbitierte Gäste gewest. Din noch so leidlich davong: kommen." „Hast wohl die alte Uniform Maria There- siens angezogen . . ." „Was soll man tun?“ Wieder sind sie ein Stück schweigend nebeneinander hrrgegangen. Dabei hat Zabeltitz den Lasow doch so von der Seite angesehen und sich verwundert, wie schlecht der aussah Fahl und grau und über die Maßen gealtert, da- ganze Gesicht voll Runzeln und Falken. Endlich meint der Leichhvlzer: „Bist mir immer noch gram, Bruderherz?" „Hat sich was — Bruderherz! Das laß lieber beiseite." „Ru — nu! Solch alte Freundschaft soll dach nicht wegen der einen Querelle in die Bruche gehen. Und dann, Haas Ehrenreich, wer weiß? Am End' ist am favorabelsten für dich und den Christel so wie's gekommen. Der und — und Lotte hätten nimmer zusammengepaßt. Hol' mich der Henker: fast möcht' ich Euch gratulieren." „Sv . . . was du nicht weißt. Rur, dah meinem braven Iungen das Herz beinahe darüber zevbrc>chen ist." „Hm — ja!" macht der Lasow, räuspert sich uni) spuckt, schweigt eine Weile stille, stößt dann hastig heraus: „lllkuh dic's doch sagen — ich hab' keine Tochter mehr!" Das ist so plötzlich gekommen, so wild und so giftig, daß Zabelkitz jach stehen geblieben llt, breitbeinig, des Todes verwundert. Könnt' sich's gar nicht erklären, was das heißen sollte. Wußte nur: dem Alten war das Lottchen allzeit Hätschelkind, Abgott und Lebensstern gerne en. Lott» chea hier und Lottchen da, von Kindesbeinen an. Was das Lottchen tat, war schön und recht und gut. Und nun mit einem Male: ich hab' keine Tochter mehr! Dabei sah er wieder, recht deutlich, wie sehr der Lasow verfallen war. Und verwahrlost, der ganze Kerl. Schermesser und Dürste hatte de. wohl seit Tagen nicht an sich gelassen. Dazu der Mund verkniffen, die Lider dick geschwollen, und — wahrhaftig: da hing eine grobe Träne in den Weißen Wimpern. Dec Leichholzer uni) Heuler — das muhte schon schlimm gekommen sein! „3a,“ sagte der, und jetzt klang's nicht so giftig und wild, wie traurig: „3a, ja, Bruderherz, den einen trifft's so, den andern so. 3ch hab' mein Kind verloren." „Tot? Das Lottchen! Um Gott —“ „Schlimmer! Ich topfit’, ich könnt' trauern um sie." „Lasow! Wann! Was redest du?" Dec Leichholzer schluckt toieber und schluckt, ringt's endlich heraus: „Fort ist das Frauenzimmer! Rach Paris! Mit ihrem Liebsten! Richts als einen Wisch Papier für den Vater —" und bricht ab, schluchzt auf wie ein Kind, ballt dabei die Fäuste, droht in die Luft. Kein Wort kann der Zabeltitz heraus bringen, so sticht's ihm. Trotz allem: auch ihn trifft's wie ein Schlug ins Gesicht. Das Lottchen! Ueber die heilige Taufe hat er das süße Ding gehalten, auf den Knieen hat er sie geschaukelt, als willkommene Schwieger in die Arme genommen! Unb nun das! Eine Lasow! Schimpf und Schande. „Du Armer!" sagt er endlich und faßt den andern an die Schulter. „Armer Vater! Ia . . . das muh schlimmer sein als die Moskowiter.' Fragt nicht, will nicht weiter fragen. Könnt' dem Leichhvlzer wehe tun — Aber der muh wohl sein Herz erleichtern wollen, ist vielleicht dessenthalben geFommen. Schluckt wieder und wieder. „Einen Wisch Papier für den Vater . . . den cher papa. wie sie schreibt. Könne nicht anders, müsse! Verstehst du, müsse! Mein Kind! Wollt' mich erst wiÄ>ersrhen, wenn sie Frau Marquise und in Ehren. Dazu müht' sie irach Paris. Der Papiere halber und der Religion halber. Verstehst du! Ein Wisch Papier! Ein Wisch, Hans Ehrenreich!" S£ 1 u 11 c euy . r , Mining schrg ^ ?L*n ein M Kf?f l^n 2 * die es Um .°er der Arbeit n3ftJ 3urüd J** üllmähl-ch, N* aus, jfl irl±W be- y*' totrö * Ts M A'M Dirtul. chromM. Dem alte Lebens- und p9 wieder auf. S®N!dnet lwem«Iam sich WrnungeiT». f in der Lage ist. ‘ mcht vhn: Mu vndem bringe die Mich wieder in MN - bis zürn Predi. rni8. Der sich i ersten Aanges des dichten M- 1 stark herunter» MvÄes in den )tü totale Mond- nte den Kulissen Abendslundm beim 1 Kemschatten lich- nel stellenweise, so tgenblickc eine ab» — bemerkenswert tbang - uni) eine Ivndvberflache be» hdem unsere Düh» achem an heiteren it, was irgendwie un auch nach einer lrekon der Dersuch ch gute CDerfe der er Anklang finden, gufi, eine Ausflch- >s .Grvhstadt« se DvrMung ge» >oh zwei neue Mit- für das Kch der Mn 'Emmy Mel liven sich beim fr* >' mir t müßt Mhne. zusammen mtt dM LLS für den !onm>^ 'M? *8 m gesrch^ Decks WA sM- küßeSA Mvill. den an- ?unÖ3a., ** ' erleichtern ein AN Einen ^tcibt Derstch -,f^n ipenn ‘«ÖS» JejSS r gl-ch^ raus-° rrÄS 6ic Schöffengerichr wo Der Frankfurt a. M. Tel. Hansa 4017 Zeil 49 Krank Qpin7 Noinl Deg.Blafen-u.Nierenleid.,selbstStein. ludllKoblUI Iwllll hilft best. KarlssprudelBiskirchen 14 Die slud. Reformverbindung Adslphia i. V. D. B. — OHNE CHLOR — I. A0 Horn 6322 D J-cldar.Tuchiovv.v.Mk.12.—an □T» ,4-cioor. 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Don den Ringen „überlieft" er, wie er sich ausdrückte, den einen einem anderen Mädchen, den andern verkaufte er und behielt das Geld für sich, die ^lhr will er verloren haben. Als das betrogene Mädchen Anzeige beim Regiment erstattete, wurde ihm der Soben zu heift und er Henkel's beliebtes Bleich- und Waschmittel enaraMHnmnuiiinuinuaoaimumiu owmmeannBwmnnwwMHifwtuinMtf o W W W M Schuhe abgeholt u. wieder zugestellt. Landkreis Gicücn. —o— Groß en »Lin den, 14. Aug Das prachtvollste Schneeweiß zeigt jede Wische, die mH Sil behandelt ist Sanitätsrat Dr. med. Karl Koch prakt. Arzt in Offenbach und Geh. Justizrat Ludw. Bötticher Oberamtsrichter in Vilbel. K Spezialität: Alle Waagen emvncblt und iverden eichiähig hergestcllt. fiürlbdimlöt.Wnro 42 Sam*ta#r. den 16. Aucnst 1924: Wiedereröffnung mit vollständig nenem Programm und neuen Künstlerkräflen Baglan der Voralallung 8 Uhr abends. Telephon. Bestellungen werden entgegengenommen. 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Schulden bei feiner Kompagnie: wenn er sie nicht bezahle oder dem F.'ldwebel ein Pfand dafür gebe, müsse er sich erschienen. Damit erreichte er, dah ihm das Mädchen, nachdem es vergebens versucht hatte, seine Ersparnisse flüssig zu machen, 2 Ringe mit Steinen und 1 Taschenuhr, wertvolle Gegenstände, aushärrdigte. Dis 1. Mai, so versprach er, werde er die Sachen zurückgeben. Mit diesem Versprechen war es ihm nicht ernst. Tatsächlich hatte er Schulden, aber nicht bei der Kompagnie, und er dachte nicht daran, die Schmucksachen beim Detr: Neupflasterung des Marktplatzes und der Bahnhofstraße zuLauterbach. Arbeitsvergebung. Die Neupflasterung von 3000 qm Basalt- pflasler mit Herstellung von beiderseitigen Fußsteigen (ohne Materiallieferung) des Marktpatzes und der Dahnhofstratze zu Lauterbach sollen öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen können in Zimmer Nr. 52 des Kreisamts eingesehen ober auf Verlangen zum Preise von 1 Mk. übersandt wcrden Die Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift: „Angebot auf Pflasterung und Fußsteigherstellung Marktplatz Lauterbach" versehen bis zum 22.August 1924 an den Unterzeichneten einzureichen. Iuschlagsftist 8 Tage. 6321D Lauterbach (Hessen), den 13. August 1924. Der Regierungsbaurat für Tiefbau. gez. Grünewald. Gemeinderat beschloh in seiner gestrigen Sitzung einstimmig den Dau eines neuen Schulhauses. Dieser Entschluß ist um so mehr anzuerkennen, als er in eine nnrtschafUich schwere Zeit fällt und ledialich im Zusammenwirken mit dem Schulvorstand, der in einer Denkschrift die gegenwärtige und zukünftige Lage zur Darstellung gebracht hatte, gefaßt wurde. Auch unsere Einwohnerschaft wird den Weg, den Gemeindeverwaltung und Schulvorstand ihr gewiesen haben, entschlossen mitgehen in dem Bewußtsein, daß die großen Opfer zum Segen der Fugend bis in ferne Zeiten sich auswirken werden. Kreis Alsfeld. • Alsfeld, 14. Aug. Einem Feuer fiel im Hanitschen Hause in der Steinbvrnsgasse der Dachstuhl des Hauses und beträchtliche Heuvorräte zum Opfer. Die Entstehungsursachr ist unbekannt. Kreis Schotten. X. Gedern, 12. Aug. Dom schönsten Sommerwetter begünstigt, wurde am verflossenen Sonntag der diesjährige Sängertag der Vogelsberger Sänger-Vereinigung, die zur Zeit 15 Vereine zählt, im benachbarten Kaulstoh abgehalten. Der Vorsitzende der Vereinigung, Lehrer Keil in Mer- kenfritz, wies in seiner Ansprache auf die verschiedenen Aufgaben des deutschen Liedes hin und bat die Vereine, bei der Auswahl ihrer Chöre unsere herrlichen Heimat- und Daterlandslieder nicht zu vergessen. Mit einem Hoch auf den fest- gebenden Verein und auf die Herren Dirigenten schloß der Redner. Sowohl die beiden Massenchöre als auch die Einzelvorträge der Vereine fielen zur allgemeinen Zufriedenheit aus. Rach dem Singen der einzelnen Vereine entwickelte sich bald das übliche lebhafte Treiben auf dem schön gelegenen Festplatz. Kreis Friedberg. *’ Dad-Rauheim, 14. Aug. Wie wir dem hessischen Regierungsblatt entnehmen, wurde durch Gesetz vom 17. Zuli die Erhebung einer Kurabgabe in den staatlichen Bädern von Dad- R au heim und Bad Salzhausen beschlossen. Für die Kurabgabe haften der Fremde und sein Wirt ober Vermieter als Gesamtschuldner. Der Fremde ist verpflichtet, auf Verlangen über die Tatsachen Auskunft zu geben, die für die Festsetzung der Kurabgabe erheblich sind. Der Wirt oder Vermieter- ist verpflichtet, auf Verlangen über die Ankunft und die Abreise des Fremden Mitteilung zu machen. Starkenburg und Rheinhessen. * Auerbach , 14. Aug. Fabrikdirektor Bernhard W i e n e d e von hier ist auf tragische Weise ums Leben gekommen. 3n seiner Fabrik in Maulburg (Baden) fiel ihm ein schwerer Treibriemen auf den Kopf und tötete ihn auf der ©teile.______ * Windjack., In Qual , sehrvreisw. 1$ Marttlicstcrbosen, lang und kurz von sJJlt 13— an 3 Feldgraue Tuchhose«, lang und kurz, von Mk. 8.— an Ä Sporthosen i. tiQ.s?ltt.,®I.T?.10.- fl Pilotboien, per Stück Mk 6.50 3 Schwarze Ooien, spez. f. Kellner | und Musiker geeignet H Gestreifte Hosen in all. Farben von Vik. 7.— an Ä Ncitkordboien sehr preiswert ö Harmoniums» Langjährige Garantie. Günstigste Zahlungsbedingungen. AUGUST FÖRSTER Gießen, Bahnhofstrasse65B und RECLAME SCHILBER MALE Ru ZEICHNER LICHER-STR-32 Schrift-Pausen für Malerund Bildhauer Klischee-Entwürfe! Der deutsche Lehrfilm in der Wissenschaft und bn älnterricht" u. a. Bücher und Aufsätze aus dem Gebiete des Kulturfilms und seit Jahren praktisch und leitend in den größten Konzernen der Filmindustrie tätig. Unter dem Einfluß dieser neuen Pächter sollen die Palast lichtspiele unter dem Ramen „Hessische Bilderbühne" zu einer Kulturstätte von Bedeutung und Ruf zur Pflege des Spiel- und Kulturfilms gemacht werden. Das Theater wird am 1. September mit dem erfolgreichen Berg- und Spvrtfilm »Der Berg des Schicksals" eröffnet werden. •* Die Wohnwagen-Behausungen an der Lahn oberhalb der Dadeanstaltens sollen nach dem Willen der Stadtverwaltung jetzt verlegt werden. Die Angelegenheit ßam gestern am Schlüsse der Stadtverordneten-Sitzung durch eine Anfrage an di» Verwaltung zur Sprache. Gs wurde mitgeteilt, daß die Wagen auf einen Platz bei der Margaretenhütte gebracht werden sollen. Tas Kreisamt hat in dieser Sache noch eine Anfrage an die Stadtverwaltung gerichtet. ** Zugverlegung. Don Mittwoch, 20. August >1924 ab, wird zum Anschluh an den von Ma rburg kommenden Pz. 794 in Lollar (Lollar an 5.04 nachm.) Pz. 3108 zwischen Lollar und Wetzlar spatergelegt. Lollar ab 5.06 nachm., Wetzlar an 5.46 nachm. Vom gleichen Tage ab erhält auch Pz. 3111 eine spätere Lage. Wetzlar ab 5.11 nachm., Lollar an 5.54 nachm. Um den Anschluß von Pz. 3108 an den nach Dillenburg fahrenden Pz. 1635 in Wetzlar zu wahren, wird auch Pz. 1635 vom 20. August 1924 ab später verkehren. Pz. 1635 Gießen ab 525 nachm., Wetzlar ab 5.49 nachm., Herborn an 6.28, ab (6.30 nachm. • Grunderwerbs st euer Aückl^gen Aach §§ 10, 28 des Grunderwerbssteuergeiehes ist die sogenannte uneigenlliche Grunde >werbs° steuer am 1. Januar 1929 oder an dem späteren Tage, an dem der betreffende Grundbesitz mindestens 10 Fahre bereits ertoorbc i war, zu entrichten, auch ohne daß ein Wechsel im Eigentum stattfindet. Die Steuer beträgt alsdann 1 Proz. Für diese Grunderwerbssteuec können nach § 7 des Körperschaftssteuevgesetzes steuerfreie Rücklagen jährlich gemacht werden, das ist bei der Vermögenssteuer sowie bei der Aufstellung b:r Goldbilanzen nicht ohne Dedeu'ung Zweifelhaft war bislang, ob zu dieser uneigentlichen Grund- erwerbssteuer auch der Gemeindezuschlag von 50 Prozent erhoben werden konnte, dec im Falle der Aichterh bung einer Wertzuwachsstcuer sogar verdoppelt (100 Proz.) werden kann, und s:rnw, vb die steuerfreien Rücklagen sich auch auf d'ese Gemeindeztischläge mitbeziehen. Auf e'.ne dahingehende Anfrage des Hansa-Dundes hat der Reichssinanzminister durch Bescheid vom 23. 3uli 1924 (III D. v. 2742) beide Fragen bejaht. Der Steuerpflichtige muß also zum 1. Januar 1929 mit einer G ru nderwerbsst euer von insgesamt 2 Proz. rechnen und wird gut daran tun, schon jetzt hierfür entsprecheiche Rücklagm zu stellen. Die Vorschrift bezieht sich nur auf solche Grundstücke, die sich im Eigentum von juristischen Personen oder sonstigen "Personenvereinigun^ea, Anstalten oder Stiftungen besinden, nicht aber auf Grundstücke im Besitz von Einzelpersonen. ** Schiedsspruch im Bankgewerbe. Rach einer Meldung des amtlichen Wolffburcaus hat der Reichsarbeitsminister den Schiedsspruch im Bankgewerbe, der am 28. 3uli durch die von den Taris- parteien vereinbarte Schlichtungsstelle gefällt wurde, für verbindlich erklärt. ♦» Landesverbandsfest der evangelischen weiblichen Jugend Hessens. Am 13. und 14. September feiert der Verband der evangel. weibl. Jugend Hessens in ging flüchtig. Wie festgestellt wurde, ist er ein minderwertiger Psychopath, aber für seine Tat vel-antwortlich Bei der Strafzumessung wurde erschwerend berücksichtigt die Gemecnheit des Ver- trauens,nißbrauchs, mildernd seine Veranlagung. Wegen Betrugs und Fahnenflucht (unter Annahme eines minder!chwere r Falles) erhielt er eine Gesamtgefängnis st rase von lieben Monaten. Außerdem wurde auf Dienstentlassung erkannt. Sein Antrag auf Haftentlassung, d.m der Staatsanwalt widersprach, wurde abgelehnt. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen den Bergmann H. G. II. von Rieder- Ohmen wegen Beleidigung und Körperverletzung verhandelt. Wie sich aus der älr- begründung ergab, hat er mit einem knapp vierzehnjährigen Mädchen, das von einem Er- -iehungsverein zu ihm in Stellung gegeben Warden war, mehrfach unzüchtige Handluirgm vargenommen und das Kind, als die Sache ruchbar würde, mit der Peitsche geschlagen. Ein eigentliches Erziehungsverhältnis, das die Tat zu einem mit Zuchthaus bedoohten Sittlichkeitsverbrechen gemacht hätte, bestand nicht. Die Strafe lautete auf sechs M o nate und eine Woche Gefängnis. Kunst und Wissenschaft. Südwestdeutsche Kunstausstellung. Darmstadt, 13. Aug (Gig. Bericht.) Da die -Urteile über die ausgestellten Werte bei dem besuchenden Publikum weit auseinandergehen und 'dieser Meinungsunterschied sogar bei dem von Gegensätzen erfüllten Wirken der heuttgen Künstler einen so scharfen Ausdruck findet, hat sich die Geschäftsleitung der Ausstellung entschlossen, an bestimmten Sonntagen das Publikum selbst a b st i m m e n zu lassen welche Werke für die stärksten und besten gehalten werden. Jeder Besucher erhält am Eingang einen Stimmzettel worauf er diejenigen sieben Werke nach cer Katalognummer aufschreiben soll, die er am höchsten einschäht. Diese Tage werden Abstimmungssonntage genannt werden. Erstmals tritt diese Aeueinführung am kommenden Sonntag. 17. August, in Kraft. Aus aller Welt. Wetterkatastrophe in Oberitalien. Rom, 14. Aug. In der Gegend des Lago Maggiore und von Varese ist ein heftiger Wolkenbruch niedergegangen. Zahlreiche SIL als Zusatz zurSeiltnlaugt gebraucht,ersetzt di« umständliche Rasenbleiche. Darmstadt sein Landesverbandsfeft. Die Vor- berettungen sind bereits im Gange. Zu den beiden Festtagen werden von auswärts etwa 2000 jugendliche Festteilnehmer erwartet. nutiicn. — Tageskalender für Freitag: Reichsbund der Zivildienstberechttgten, 8>« älhr, Stobt Lich. Mvnalsversammlung. — Radio Halle, Kirchenplah, 4—11 Ähr: Radiovorträge. — Ächt- spielhaus: »Ein Traum vom Glück". Wettervoraussage Roch unbeständig, Temperaturen wenig verändert mit zeitweisen Riederschlägen. Die Luftdruckverteilung Hal sich seit gestern wenig geändert, so daß im allgemeinen mit der Fortdauer der herrschenden Witterung zu rechnen ist. ww iss dasRadikalmittel uVUUnUiH Hornhaut a. d. Fußsohle verschwindet durch S749A Lehswohl - Ballen - Scheiben. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. —— In Drogerien und Apotheken.---- Man verlange ausdrücklich „Lebewohl11 Häuser der Stadt Varese sind infolge der ileCer- schwcmmung des Flusses Laveno unter Was er gesetzt. Die Stadt Stresa ist gleichfalls überschwemmt. Für die von Wasserschaden betroften.n Bezirke wurde Hilfe und Proviant cr.x en. D e Telegraphen- und Telephonl.itungen sind un.e - brochen: der Schaden ist ernst" Infolge eines Wolkenbruches ist der Damm des Staubeckens des Zentralelettrizitätswerle.« in Turin gebrochen. Es wurde beträchtt:chee Suaden verursacht und zwei Menschen getötet, ter Ingenieur und der Meister des Werkes, die iXi- geäns versuchten, das Unheil durch Ocfmcn der Schleusen zu verhindern. Schwere Gewitter über Berlin Im Laufe des gestrigen Rachmittags ging übet Berlin eine Reche schwerer Gewitter nieder. Die Feuerwehr wurde in 50 Fällen bei Ueberschwem- mungen und Blitzschlägen zu Hilfe gerufen. Der Anzug Watteottis. Rom. 14. Aug. Rach einer Meldung der .Tribuna" wurde in der Rähe von Rom in einem Versteck ein Herrenanzug gesunden, den Frau Matteotti als Anzug ihres Mannes wiedererkannte. Der Anzug war von zahlreichen Dolchstichen durchlöchert. Wild-West in Frankreich. Rach einer Havasmeldung aus Marseille ist in der gestrigen Rächt gegen 11 Llhr bei Dellell de Mai ein Güterzug von sechs oder sieben bewaffneten maskierten Räubern überfallen worden, wobei den Räubern 30 000 Frank in die Hände fielen. Opfer der Berge. St. Moritz, 14. Aug. (WTD.) Seit DienS- tagabend wird eine Führerpartie aus St. Moritz, die einLHochgebirgstour vorhatte, vermißt. Bei der Partie befand sich ein Herr GarreS aus Bremen, dessen Eltern in St. Moritz zur Kur weilen, sowie vermutlich auch ein Herr Dr. Schick aus Wien. Die Partie wurde vom Witterungs- umschlag überrascht. Eine ausgesandte Rettungskolonne will sie noch am Mittwochmorgen gesehen haben. Leider besteht wenig Hoffnung, die Partie lebend zu finden, da bis weit hinunter Reuschnee gefallen ist. Kirchliche Nachrichten. Jsr. Religionsgemeinde. Gottesd. I. d. Synagogr (Süd-Anl.). Samstag, den 16. August. Vorabd. 7.30, morg. 8.30, abds. 7.50 u. 8.30. Isr.ReligionSgesellschast. Sabbatfeier, 16. Aug. Freitag abd. 7.15, Samstag vorm. 8.00, nachm.4.30. Sabbatausgang 8.30. — Wochengottesdienst: Morg. 6.15, abds. 7.00. Verantwortlich für Politik und Feuilleton: I. V.: Heinz Gorrenz. SWuBeWeiWSie wenn Sie Ihren Bedarf in W la ta-GarMeg bei mir decken- Durch billigen Einkauf, gronen Umsatz und kleinen Nutzen bin ich in der Lage, Sie billiait au bedienen. Nachstehend einige Beispiele meiner Leistungsfähigkeit: Getraa.Nnzllae von Mk.14.—an (teilineiie nach Mahl Neue elegante Herren-NuzUge Nik. 23.—, 2S.—, 35.— biß 55.— Burschen- nnd JUnglinas- Anaiige von iUt 22.— an 9 spottbillig Kctrag.Damenkleider, Blusen, i g auch einzelne Röcke spottbillig. 1 W Ein Versuch lohnt! “tm Herrengarderobehaus ß L.Nosenzweig NB. Auf Bestellung werden die | — - - - -- — Sonntag, den 17. 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Vors., Gartenstr. 18. G335v ßewerkschaft deut- scherLokomotivfülirer Ortsgruppe Gießen. Am Sonntag, dem 17. Ang., von nachmitt. 2.30 ab findet auf der Karlsruhe unser diesjähriges Sommerfest statt, wozu wir unsere Mitglieder mit Jamilie herzlich einladen. Von Mitgliedern emgeladene Gäste können einget führt werden. 02O7d Der Vorstand, Hessische Wchrgeiiimschaft Sitzungdesgrostc« Ausschusses: 17.8„ 10 Uhr oorut. G®#v Vortrag: Die nationale Diktatur. SamStag, den 16., abds. 8 Uhr: Mitgliedeo Versammlung bei Kamerad Heckmann, Kniserallee. Wichtige Tagesordnung, daher vollzähliges Erscheinen dringend erwünscht. Gießen. Sonntaa,17.Aug., Nd. - Walgern — Jrauenbcrg-Mav bürg. 4V2 Std. Abf. 824. Sonntagskarte n. Marburg 4.Kl.^v Radio-Halle Kirchenplatz 9. Täglich neues Programm. 1331 h Heute 4—6 Uhr. ünterhal- tnngsmnslk 71/oUbr: Esperanto- Unterricht 8V? Uhr: Lästiges Durcheinander 10—11: Tanzmusik. M es aach M Aend. Ä der leinen Kütten die ' saglichen Dr artig. Sehen il als 2 3(rrnmtcmeijn feine Fwntst mit etwas t t» Süt6i «Äff A to det oenIL neuen gi® Ebenso har «km kamt die l' Sw 8e“ H em lad»; nbet Gewerbesteuer. Die S tadt Verwaltung beantragt: „Die Stadt Gießen erhebt von den zu monatlichen Vorauszahlungen Verpflichteten als städtische Gewerbesteuer jeweils bis zum 10. der Qllonate August und September 1924 (Schonfrist 1 Woche) den gleichen Betrag, der zu diesen Terminen als staatliche Gewerbesteuer zu entrichten ist. Demgegenüber beantragt der Finanz au s - schu h, als städtische Gewerbesteuer nur 7 0 P r v- zent derjenigen Beträge zu erheben, die an den Staat zu zaihlen sind. , Stadtv. Mann erklärt namens der Sozialdemokraten, gegenüber dem Antrag der Stadtverwaltung würden sie Stimmenthaltung üben, sie würden aber gegen den Antrag des Finanzausschusses stimmen. Stadw. Horn (D. Dp.) hebt hervor, im Finanzausschuh habe man dem 2tn±rag der Verwaltung nicht zwsttmmen formen. Die Steuerlast fei nachgerade unerträglich geworden besonders in der jetzigen geschäftsftillen Zeit. Harchel, Gewerbe und Industrie litten austerordentlich schwer. Deshalb schlage der Finanzaus schuh für die beiden Monate August und September 70 Proz«tt der staatlichen Steuerbeträge vor. Wenn im Oktober bie von der Verwaltung geforderte Liebersicht über die Steuereingänge vorliege und es sich dann zeige, dah die Verwaltung nicht auskommen könne müsse neu Stellung genommen werden. Für diese beiden Monate solle man dem Gewerbe eine gewisse Erleichterung gewAren. Stadtv. Mann (Soz.) sagt unt«? Hinweis auf eine von ihm angefertigte unb bem Hause übergebene Steuervergleichstabelle, die Gewerbesteuer habe in (Sieben nut die halbe Hohe der Darmstädter Gewerbesteuer und gleichzeitig sei die Teuerungsziffer in Stehen w^enilrch hoher als in Darmstadt. Ebenso sei auch dre Grund- und Gebäudesteuer und die Steuer vom landwirtschaftlich genutzten Gelände in (Sieben geringer aV in Darmstadt. Die Hausbesitzer wurden tem Stadtv Haupt für die Ablehnung der Grund- uszügen von Blumen« ) »Iburg. Sonntag, 17- N • Montag u. Diens- 10-1 Uhr. 6317c un« tnit ein' Alu; bene SS pld. eib' am ab- ier- ber ie m- ln- :re ri- 3JV 8nmdoanhrben °"S"Lb«A- orbnunfl' Z^jeinen WlMiW Siöuno^?# DMnises."A 10 Ubr norm. < Vortrag: Oie national« Diftatur «N um die Derechttgung zum .l“ poeuhischen Landen zu erwerben, und liest ftch TZ70 in Bochum nieder. Das kleine Landstadtchen .Böckum mit feinen 1400 Einwohnern, bad Oon nun an der Schauplatz seines Ledeas wurde, bot Radi’-!1? tf "Em>- dem klug beobachtenden mrd scharf^ satirisch v^- anlagteu Manne gute Gelegenheit, menschliche Schvxichhetten und Schrullen kennenzulernen, und die Schärfe seines Witzes brachte ihm manche älnannehmlichkeiten, die er abn? burch fernen sieghaften Humor überwandt. Eme Frucht solch köstlichen Lachens wurde sein berühmtes konn- sch-es^Epos, dem sich dann noch einige wenigs andere Satiren von geringerer Bedeutung an- sc^ossen. Kortüm hat außerdem eine ausgebrertete schriftstellerische Tätigkeit entfaltet und uberTheo- lvgie Jurisprudenz, Raturheil künde, Geschichts- und Altertumsforschung, Technologie Oekonomis, Gastronomie und in erster Lime über Medizin geschrieben. Auster zahlreichenAufsatzen, rn den«r CT für die Aufklärung d^ Publikums viel tat erschienen in den 40 Jahren von 1769 bis 1809 zahlreiche Abhandlungen. 1809 gab er eine „Zeit- und Literaturgeschichte der AtMeikanst von ihren ilrfprüngen bis zum heraus die 733 Seiten umfasst und 3700 mÄnzi- X 'Werte behandelt. „Es mutet uns heute saft tote ein Rätsel an,“ sagt der Verfasser. ,, too dieser vielbeschäftigte Praktiker mA die Zett für dergleichen Studien Reichte dxy seine Praxis von Dortmund rm Osten bis Karnap tm Westen, von Witten im ©üben bis Lünen im Borden, tote uns ein eb^stttls rn der Essener Stadtbibirothek erhaltenes W:uchstuck eines Krankentagebuches von ihm angibt. L^u litt er fett seiner Kindheit an exner Cungent^ kubose, so dah er öfter längere Zett Aussehen mußte." Kortüm war in mam^n Dingen den landläusigen Anschauungen der damaligen Medizin weit voraus. 1779 äußerte er rn seiner Anweisung, wie man sich vor Krankheiten bewahren könne, schon seht fortgeschrittene Ansichten. Er forderte u. a.: strenge Säuberte« des Kranken, Zimmer, besondere Vorsicht mtt den Mallstoffen, Alkohol in mäßigen Mengen und fru^hge ärztliche Behandlung. Warm trat er im Gegen- nicht übersehen, dah es sich hier um eine sehr mißliche Sonderst euer handelt. Zwar hat die Stellungnahme der bürgerlichen Parteien dem allzu groben Eiltempo der Grafen eine Bremse angelegt, fo dast zunächst noch einmal gewisse Ernnahmen fliesten werden. Aber 110000 Mk. Steuerausfall sind heutzutage nicht so mir nichts dir nichts aus einem anderen Aermel zu schütteln. Wo bleibt denn da überhaupt die Grundlage einer festen Haushaltsführung, wenn man sich von gelegentlichen Stimmungen - die hierbei zweifellos eine sehr grobe Rolle spielten zu so toeittragenten Beschlüssen hin führen lästt? Auf diesen Betrag kann der Etat sicherlich nicht verzichten, und was da nun als Ersah ausgeknobelt werden kann, dürfte einstweilen wohl rcoch allen schleierhaft fein. Der Ausfall ist auf eine Initiative der Sozialdemokratie beschlossen worden, man darf nun wohl auch mit Recht erwarten, dah sie einen brauchbaren und tragbaren Ersah für den Em- uahmeausfall Vorschlägen wird. Der Finanzausschuh wird diese Klärung umgehend herbeiführen müssen und er wird dabei vor allem zu prüfen haben, ob der Antrag technisch überhaupt durchführbar ist. Auf das Ergebnis dieser Beratungen dürfte die Bürgerschaft sehr gespannt sein. Sitzungsbericht. Anwesend Oberbürgermeister Keller, Bürgermeister K r e n z i e n , Beigeordneter Kommerzienrat Klingspor und 38 Abgeordnete. Zunächst stehen Steuervorlagen zur Beratung. Grund- und Gebäude st euer. obwohl sie ftcuertrci fei. In Darmstadt werde die Bauhütte schon besteuert. Stadw. Haupt (Komm.) erklärt, er stelle fest, dast Mann Direktor der Bauhütte sei. (Zuruf von Mann: „Unwahrheit".) Haupt fortsah- rend: „Ich könnte noch mehr auf decken, bei passender Gelegenheit werde ich das tun.“ Der Redner polemisiert sodann weiter scharf gegen die Sozialdemokratie, wobei es zu einem sehr erregten Zwischenfall kommt, als Ha u p 1 der sozialdemokrattschen Fraktion mit erregter Stimme zu ruft: »3hr laßt Eure eigenen Klassengenossen untergehen, Ihr Vagabunden." Stürmische Gegenäu Herungen sind das Echo auf svzialdemoftatischer Seite. Stadtv. Beckmann (Soz.) ruft Haupt sehr erregt zu: „Halunke, Lump, Halunke, frecher Halunke.“ Eine sozial- demokrattsche Stadtverordnete ruft: „schmeisst ihn rauS" Als die Wogen der Erregung sich etwas gelegt haben, erklärt Stadtv. Detters (Soz.): „Etwas derarttges wie jetzt eben ist in unserer Stadtverordneten-Dersammlung noch nie vorgekommen. Hier ist der Anstand bisher immer gewahrt worden. Eine solche Beschimpfung von Haupt beleidigt uns nicht." Zur Sache erklärt ter Redner, toeiten Bevölkerungskreisen gehe es noch schlechter als manchen Gewerbetreibenden. Oberbürgermeister Keller erteilt dem Stadtv. Haupt einen Ordnungsruf. Stadw. Movsdvrf (Soz.) betont, er wolle vor der Oefsentlichkeit feflftellen, dah die Vertreter der Sozialdemokratie in diesem Hause ihr ganzes Geben lang nichts weiter getan hätten, als der Allgemeinheit zu dienen und zu helfen Deshalb könne sie ein solcher Vorwurf, wie eben von Haupt, nach keiner Richwng hin treffen. Die Kommunisten mühten eben überall Krach schlagen. Der Bewohnerschaft der Stadt Gießen sei durch die Bauhütte viel Geld erspart worden. Mann sei weder Geschäftsführer noch sonst eltoa^ er selbst sei Vorsitzender des Auflichtsrates der Bauhütte. Im übrigen meint der Redner, der Antrag des Finanzausschusses sei nicht stichhaltig genug besteuern muhte. . ■ Stadtv. Mann (Soz.) betont, er habe in seiner Aufstellung Städte von gleicher Bedeutung verglichen. Stadtv. Löber (Dtsch. Dp.) unterstreicht die Berechtigung der Klagen über bie schwere Wirtschaftliche Bedrängnis des Gewerbes aus eigener genauer Kenntnis der Dinge heraus. Die sozialdemokratische Fraftion habe dafür noch kein Verständnis gezeigt. Aus der andern Seite sei aber die „Bauhütte" unterstützt worden. 1923 sei für die Bauhütte eine Eingabe an das Landesfinanzamt gerichtet worden, worin man gesagt habe, sie sei ein gemeinnütziges Institut und arbeite nur für Minderbemittelte: in dieser Eingabe habe man für die „Bauhütte“ Steuerfreiheit verlangt. Jrn Hinblick auf die Eingabe habe das Reichsfinanzamt di e Ba uhü t t e vv n s am t- lidjen Steuern befreit (Lebhaftes HortI Hört! auf den meisten Bänken.) Dabei habe die .Bauhütte" den Rahmen ihres Programms t^r- lassen. Wo sei da das soziale Empfinden der Sozialdemokratie? Wenn diese dem Gewerbe Steuern über Steuern aufhalsen wolle, dann müsse auch die „Bauhütte" Steuern zahlen, und zwar von selber. (Lebhaftes Sehr richtig!) Stadw. Mann rühme, dah die „Bauhütte billiger fei, als die Gewerbetreibenden. Bei der letzt be- ftinnten Sachlage gehöre viel dazu so rtwas auszusprechen. Dem Handwerk falle es sehr schwer, jetzt durchzukommen, und deshalb müfle es geschont "werden. ,, f _. Stadw. Mann (Soz.): „Verwechseln Sie mich nicht mit der Bauhütte." (Oho-Rufe. Zuruf: Geschäftsführer der Bauhütte." Gegenruf von Mann: „Unwahrheit") Als Beweis für die Gemeinnützigkeit der „Bauhütte" weist der Redner auf die Verzinsungsbeschränkung des Einlagekapitals auf 5 Prozent hin. Stadtv. Horn (D.Vpi.) hebt ebenfalls her- wor die Bauhütte sei aus ihrem Rahmen heraus- getreten, denn sie beteilige sich an Privatbauten, satz zu vielen anderen Aerzten der Zeit für die Pockenimpfung ein und verfocht 1804 sehr entschieden die Leichenverbrennung im Krematorium. Eine besondere Ehrung wurde ihm 1793 durch die Ernennung zum Kgl. Bergarzt nördlich oer Ruhr zuteil wodurch er einer der ersten Vertrauensärzte ' der Knappschaft wurde. 1816 erhielt er bei seinem 50jährigen Doktorjubiläum denDitel eines Kgl. preußischen Hofrates. * Als der Kandidat Jobs zur Welt tarn. Als der Kandidat Jobs das Licht der Welt erblickte, wurde er wenig beachtet, und Die Kritiker zuckten geringschätzig die Achseln über Die tollen Knittelreime, die hier ihr LInwesen trieben. Die „Jobsjade“ machte ihr Gluck unter bem gewöhnlichen Volk, ähnlich wie der Münchhausen", wurde viel übersetzt und auch spater noch hier und da von geruhsamen Feinschmeckern der Dichtung ausgekostet. Die Literaturgeschichte jedoch hat diese burleske Komik lange verachtet ober zum mindesten nicht beachtet. Es war erst notig, dah ein großer Rachfahr diese von Kortüm angeschlagene Saite in vollen Akkorden wetter- klingen lieh und in den Höhen des Huinorszur vollen Entfaltung brachte. Es toar Milhelm Dusch, in dem die niedersächsische Begabung des Bochumer Arztes eine fröhliche und reiche Auf- CTstchung erlebte. Don Buschs Kunst aus haben wir zur Jobsjade eine neue Stellung gewonnen und erst ihre ganze Bedeutung in unserer komischen Literatur erkannt. Der Meister selbst hat tem Dovganger in den »Vipern zur ^jabe gehuldigt, die mit virtuoser Leichtigkeit dieselben , Motive umschreiben. In dem Widmungsgedicht ‘ grüßt er herzlich den Ahnet: Hier sitz ich auf dem Meilenstein lind schaue froh verwundert, Wie du auf deinem Rötzlein fein, Hertrabst durch das Jahrhundert." i Dankbar empfängt er dir Datzm po-fifchrnGel- die ihm Kvrttrm in seinen „Deckel wirft. Tie Stadtverwaltung beantragt: „Sur Monate August 1924 und folgende to?rde;i die gleichen Steuersätze erhoben, wie sie rach den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung vom 20 Juni und 8. Juli 1924 festgesetzt worden sind.“ Stadtv. Haupt erklärt namens der Kvmmum- sten' Wir lehnen die Grund- und Gebäudesieuer grundsätzlich ab, weil aus dem Arbeiter nichts mehr hrrauszuholen ist." Der (Steuerantrag wird hierauf gegen die Stimmen der drei Kommunisten SonntK «gerii^ Gießen, 14. August 1924. I Gn Großkampftag im Stadtparlament, bei dem — natürlich bildlich gespto- chen — nicht nur mit Kleinkaliber, sondern auch mtt schwerem Geschütz und einmal mit ganz groben Htinwomben gefochten wurde, das war ein sehr wenig friedlicher Rachklang, den das Haus aus feinen erst vor wenigen Tagen zu Ende gegangenen Fersen fjeitte mitbrachte. Schon der Auftakt zu dieser Sitzung — die in ihrem beschämenden Teil hoffentlich ganz vereinzelt bleiben wird! — war denkwürdig. Der Sihungsbeginn war auf 6 fthr nachmittags anberaumt, aber der Finanz- «ruSschuh, der schon von 5 tlhr an tagte, wurde erst gegen 61/» fertig. Damit war jedoch die Lage nicht geklärt. Es folgten nun erst noch Fraktionssitzungen, dann eine Besprechung der Fraktionsführer mit den Vertretern der Stadtverwaltung und endlich um 7 tthr, mit einstündiger Verspätung. konnte die Sitzung, deren Verlauf ohne QJorbUb in der Geschichte unseres Stadtparla- ments ist, eröffnet werden. Der Kamps drehte sich tmt bie neuen Sätze der städtischen Gewerbe st euer und um einen sozialdemokratischen DringlichkeitSantrag über den Abbau der ftädt ische n Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz. Ebenso hartnäckig wie im Finanzausschuß — »an kann die lange Dauer seiner Sitzung und die svlgenden Fraktivnssitzungen als Beweis hierfür ansehen — wurde alsbald im Plenum der Kampf «m die Gewerbesteuer, und beinahe ebenso heih ging es um die Sondersteuer her. Bon bürger- I sicher Seite wurde bei dem Kamps um die Gewerbesteuer nicht etwa mit allgemeinen Redensarten operiert — wie ein sozialistischer Redner sich ausdrückte — sondern man ging von Tatsachen aus, die in ihrer drückenden Schwere und Traurigkeit ganz offenkundig zutage liegen — wenn man sie nur sehen will! Es taxm tm Ernst von niemand bestritten werden, dah es unserem Gewerbe heutzutage vielfach bitter schlecht ergeht: einzelne Ausnahmen gelten hier ebensowenig wie die frühe Schwalbe bie auch noch nicht den Sommer macht. Mit Recht wies ein Redner auf die unheimlich bestiegene Zahl der Konkurse Geschäftsaufsichten und die Wechselproteste hin. Äatürlich und leider gibt es auch in den anderen Volksschichten sehr viel Gfend. Dos wurde von der bürgerlichen Seite über teinen Augenblick bestritten, und darum wirkten die sehr einseitigen Aeuherungen des fraglichen Redners der Linken doppelt eigen- artig. Jedenfalls hätte der Redner, ter .sich n» a als Vorsitzender des Aufsichtsrats eines DammtemehmenS vorsteüte, gut daran getan, feine Frontstellung gegen die bürgerliche Seite mtt etwas mehr Vorsicht zu wählen. Oter hat fein Bouunternehmen — um nur ein Beispiel anzufuhren — eine solche Kapitalfülle, dah es «ich sein Auflichtsvatsvorsitzender noch nichts von der allgemeinen Kapitalnvt mit all wren be- ftanb brachte weiter einen sehr beschämenden! Zwischenfall, für den eine besonders starte Ma»- foflgtett des Kommunisten Haupt veranttwrt- »ch ist Zwar war er durch mehrere Zwischenrufe von der sozialistischen Seite gereizt worden, aber diese allgemein üblichen parlamentarischen Pläickeketen Vinnen seinen hahnebüchenen Hiev vicht in milderem Lichte erscheinen lassen. Dah fein feindlicher Bruder von der anderen Sette b, an sich begreiflicher Erregung in denselben Fehler verfiel, ist natürlich, m gleichem Maye | Lenttchuldbar. Derartige Ausschreittu^en verurteilt mit uns das gesunde politische Anstands- «fühl ter gesamten Bürgerschaft, und es wird ebenfalls mtt an« dem Oberbürgermeister zu- flinnnen, wenn er künftighin hier die Zugel etwas straffer führen wird. Die Beratung des zweiten Hauptpunktes, ter Von der st euer, ergab einen Beschluß, ten man unter dem Gesichtswinkel der steuerlichen Gevech- . ttafett wohl verstehen kann, den wir aber tm Stgen Augenblick in Anbetracht der Ziffern auf betten Seiten, die die finanzielle Auswirkung ter betten Beschlüsse des Abends darsteNen, als sehr betentlid) bezeichnen müssen, obwohl toir^dabet^ Der Dichter der „Zobfiade". Zu Kortüms 100. Geburtstag, 15. August. Der Schöpfer des Kandidaten Jobs, teffen 100 Todestag am 15. August als Er- traterungäfeier begangen wird, hat dies prac^tge Werk echt deutschen Humors nur fv nebenbei geschaffen, in knappen Stunden der Mtche wahrend ehU an Arbeit überreichen Letens ^w^^ fein Titel lautete, „ter Arzneigelahrtheit Dortor ES Arzt in Bochum", hatte eine gebreitete Praxis durch mehr als ein halbes Versehen und zahlreiche Schriften aus ben ^r- fetoetenften Wissensgebieten verschafft, fo dah ter K^erflche Ertrag f«ttes L^^wettausder spar- lichste in seiner schriftstellerischen Lebem^^ett ift -Ällich alles andere ist vergeflen, wahrend des £tenmt)mu3 Jobs ergötzliche JJbenteuer und Htertche noch lebendig und urwüchsig ersten Tag. Immerhin ist seine ärztliche --atigkett ftr die Charakteri sftk des eigenartigen Mannes vcm Wichttgkett, und es ist daher mtt Dank zu bearühen, das Doktor F. Wagner dem Arzt & in ter „Deuflchen M^zintschen Mochern- schrift" eine eingehendere Betrachtung wtdmetz Kart Arnold Kortüm, ter am 5. Juni l^^^a^ AvothekerSsohn in Mühlheim-Broich geboren toEte tarn mit 18 Jahren auf die danmltge Hm- versttüt Duisburg, too er M^izm sind aus jener Zeit zwei rn latmuischer Sprache Ehrte stattliche Kol leg bände auf der Es- ^^Stadtbiblivthek erhalten, bie Kvrtuin nach Dorträgen seines Lehrers Leidenftost nut gEm Fleth angefertigt hat. Er toar also — ganz anders Wtesein Held — ein sehr strebsamer Swd«tt, ber tm Examen vortrefflich seinen Mam stand. Als fertiger Arzt praktizierte er zunächst rn ferner ging aber dann schon 1766 nach Ber- ’ Rhev Deutsche Reichsanleide . Deutsche Svarpramienanlet-e <®/o preußisch« KonsolS . . . 2tnge$rot di«f«S 10erfc8 tuet! unter Wm der SheffieDer SLahlfabriken lag: naturgemäß wird dies gerade von dieser Gruppe der englischen Konkurrenten heftig kritisiert, toobei die große Arbeitslosigkeit in England als Hauptmoment benutzt wiä>. ; Wo 3% Hesse»........... Deutsche Wertb. Dollar-Ant dto. Doll.-Schatz-Anweisng^) Frankfurter Dorfe. Frankfurt a. M, 14. Aug. •) Dom Rückzahlungswert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt o. W. (Sn Billionen Mark au-gedrückt. BnenoS-SireS, London. Reu» York, Japan, Rio bt Sanetro für eine Einheit. Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 10O Eiuhettro.- Telegraphische Auszahlung. des „Gieß. Änz.") Tendenz: Behauptet, Anleihe fest. Die ernste Wendung, die die Londoner Der» Handlungen in der Räumungsfrage genommen haben, wurde von der Börse mit Ruhe beurteilt. 3tn großen und Arnzen hält die Börse cm ihrem Optimismus über den Ausgang der Konferenz fest und vielfach wird die Ansicht laut, daß es für .Frankreich einen anderen Ausweg, einen Ausgl^ch zu finden, nicht mefyr geben kann. 3m Hinblick darauf eröffnet die Börse mit zuversichtlicher Haltung. Obwohl die Realisations- neigung noch nicht übervumden ist, war nach einer Reihe von Werten Rachfrage zu beachten und für eine Reihe von 3ndustriewerten kam es zu leichten Kurserholungen. Montanwerte standen hier im Vordergrund des Interesses. Am Geldmarkt nahm das Angebot zu,' Tagesgeld ist mit Vi Pro Mille leicht zu haben. 3m DeÄsenv^kehr 4% Hontürten......... 5% Toldmerikaner ..... Berliuer Handelsgesellschaft. Commerz- und Prrvat-Bank. Darmst. und Nationalbaok . Deutiche Bank Deutsche Beretnsbank . . . . Disconto Commandit .... Mctallbank........... Mitteldeutsche Kreditbank . . Ocsteneichische Credttanftatt. Westbank............ Bochumer Snß ....... Buderus............ Caro.............. Deutsch-Luxemburg...... (Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Lanrahntte . Oberbedarf Phönix Bergbau....... Rheiiutahl........... Riebert wiontan ....... Tellus Bergbau........ Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont -Guano Badische Anilin........ Chemische Mayer Alapür . . Goldschmidt........ . . Griesheimer Electron . . » . Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung RütgerSwerke......... Scheideanstalt ........ Allg. Elektrizitciir-Gesellschaft . Bergmann.......... Mainkraftwerke ....... £ chartert . Siemens & Halske ...... Sldlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt......... Meguin. ....... Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . MetallgescU'chaft Frankfurt. Pet. Union A.-G Schuhfabrik Her; Sichel..... Zellstoff Waldhof ...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Frankfurt cr. M. Berlin Schluß- Schlich» Schluß Schlich Kurs Kur» Kur» Kur» | 13. 8. 14. 8. 13. 8. 14. 8. 0,685 0,735 0,68. 0,750 — 1.2 1,3 0,975 1,175 1,075 0,976 1,2 1,540 1,75 — 1.6CC 0,450 0,401 — 0,4 1,1 1,16 1,200 1,24 1,4 — —— —- —— 0,910 0,9 0,975 1.05 4,2 4,2 4,2 4,2 84,5 86 84,5 86 11 11,12 10,75 10,90 —- -1 47 45 32 32 31,5 30 6.25 6,6 6,25 6,25 9,40 9,9 9,5 10 10,625 11,10 10,75 11 0,445 0,38 — — 12,5 12,75 12 40 13 14,50 14 — — 2,40 2,20 2,3 2,25 0,425 0,465 0,475 0,423 0,370 0,360 0,425 0,4 52,5 .— 50,5 49,13 12,5 13,12 12,5 12,60 14,4 14,50 13,9 13,90 51,5 51 51 60,5 33,5 64,5 53 52 66,75 66,5 59,75 63,5 11,75 14,37 12,90 14,23 18,25 14,37 17,4 19,50 8 8 7,9 8 12 13,75 12,bO 13,5 39,75 30,75 29,90 30 27 27,50 27,10 27 38 38,56 37,5 39,50 2,3 2,25 — — 30 30,12 29,30 29,50 7,40 7,35 7,80 7,40 2,75 13J — — 12,5 13 — — 4,25 4,13 4,13 4,40 14 13,8 13,70 13,13 18,50 18,75 18,40 18,90 1,65 — — ■— 13,75 14,6 13,75 13,75 17 17 16,13 16,90 15 15,5 15.25 15,25 8,26 7,75 — — 18,75 20 18,25 19,65 16,60 16,4 -- —> 10,41 10,13 9,90 10,65 16,50 1 ,5 15,75 Iti 9,25 9 — — 37,5 37 37,60 33 43,25 — 44,50 44,10 2,60 2,90 2,50 3 2,90 3,125 3 3,20 3 2,75 —- —- 13,25 13,7 13,5 13,8 0,78 0,71 — 1.1 1,1 1,1 1 13,75 13,25 — 1,75 2 1,65 1,75 3,35 3,3 3.5 3,6 5,40 5,15 5,25 5,13 10,9 11 10,65 11 4,60 4,55 — 3,35 3,95 3,9 3,7 13. Aug. 14. Aug. Reparl. % Amtliche Notierung Amtlich» 9 Geld totierua, Bries Geld Brief 13. 14. Amll.-Rott. 163,74 164,68 163,81 164,86 voll voll Brff.-Antw 21,70 21,80 21,65 21,75 voll voll Christi cinta. 58,10 68,40 58,23 58,56 voll boll Kop'n kmgen 67,53 67,67 67,53 67,67 voll DOU Stockholm . 111,47 112,03 111,47 112,03 voll voll Helnngfors. Italien. . . London. . . 10,47 18,95 10,53 19,05 10,47 18.925 10,53 19,025 voll voll voll voll 19,01 .9,11 19,01 19,11 voll voll Neuyork . . 4,13 4,21 4,13 4,21 voll voll Poris. . . . 23,44 23,56 23,44 23,56 voll voll Schweiz . . 79,20 19,50 79,20 79,50 bou voll Svanien . . Wien in £6,23 66,54 66,26- 66,54 voll voll Oest. abgeft 5.94 5,96 5,94 5,96 voll boll Prag . . . . Budapest. . 12,49 12,55 12,51 12,57 voll voll 5,65 5,67 5,55 6,57 voll voll Buen.-AireS 1,405 1,415 1,405 1,41b voll voll Bulgarien 3,08 3,10 3,06 3,08 voll voll Fapau . . . Wo de Jan 1,72 1,73 1,72 1,73 voll voll Mi 0,42 0,41 0,42 voll voll Belgrad . . 6,27 5,29 3,27 5,29 voll voll Lissabon . . 11,52 11,58 11.52 11.58 voll voll Fti-Hn, 14. Aug. Geld | Briet Amerikanische 9totea ..... 4,19 4,21 Belgische Noten........ 21,55 21,65 Dänische Noten ........ 67,29 67,62 Englische Roten......... 19,00 15 10 Französische Note« ...... 23^4 23,66 Holländische Noten...... 163,79 164 61 Italienische Noten...... 18j92 19,02 Norwegische Noten...... 68,20 58*50 Deuksch-Oesterr., ä 100 Kronen 5,58 6,02 Rumänische Noten...... 1,92 <94 Schwedische Noten...... 111,42 111,98 Schweizer Noten....... 79 10 79*60 Spanische Noten....... 56*21 56*49 Tschechostowakische Noten . . 12,'51 12'57 Ungarische Noten...... 6,63 5,53 Drmet er» nommene Auftragsbestand sichert für die nächsten Monate volle Beschäftigung. Die in sicherer Aussicht stehenden Bauten und die in Bearbeitung be-° findlichen Projette lassen, wenn nicht unvorhergesehene wirtschaftliche und politische Schwierigkeiten eintreten, ausreichende Beschäftigung bis zum Schluß des Geschäftsjahres erwarten. * Erweiterung des Suezkanals. Das ägyptische Finanzministerium hat bei der Submission für die Arbeiten zur Erweiterung des Suezkanals das Angebot der deutschen Firma Philipp Holzmann A. G. in Frarrfturt a. M angenommen, welche auch die Dagdadbahn gebaut hat. * Deuts che Schienenlieferungen für England. Durch den Hüll City Conseil wurde ein Auftrag über 1558 Tonnen Merner Schienen an eine deutsche Fabrik gegeben, da das Sie gebrauch 2Ii IXunix Semeinsch ft? , VI. 95 5 sinh a Tie Tetr.: < An die Aach 9. Auguf die Gerne Höchsisäh !■ für mc a) übei bj unt< 2. für toe a) übei b) unk 3. als 3q a) Ehe b) Sin stühi II. F M) sie J Höchstsatz, III 5 halbfa Nbtunt IV. e ^'.dienst Men di dre finuh $etr.: ( ? Ter Tie . Ilan >nag c>' € birst- '*4ut** Mich" JS&T« ä es Vorbehalten. ^.undSiegervo LDylkssKrerrst Mr von Lyon. D 'Fkunst, dre PH »derKchhandel /rt der .neuen ■ Lragerl?h J^Ärer ®c®° & ^ÄnschE ’Äi- tkE___ M.5 Jnhälst Die äßtzr der staatlichen: zu diesem Zwecke solle aus die Erhebung des dritten Zieles der städttschen Svn- dersteuer vom bebauten Grundbesitz verzichtet werden. Gegen die dringliche Behandlung des Antrages werden von feiner Seite Einwendungen erhoben. Don sozialdemokratischer Seite wird n a- mentliche Abstimmung über den Antrag beantragt und diese vmn Hause beschloßen. In der zum Teil wieder sehr bewegten Aussprache wird von volksparteilicher Seite hervvrgehoben, wenn die Sozialdemokratie hier aus einen Steuerertrag von 110 000 Mk. und damit auf 55 000 Mk. für Wohnungsbauten verzichten wolle, während es sich bei der Gewerbesteuer nur etwa um 7000, 8000 oder 10 000 Mk. handle, so wolle man den Antragstellern bei der Derwirk- sichui^ ihres Vorhabens nicht hinderlich fern, zumal ja die" Steuer in der Tat sehr viel Erbitterung schaffe. Die Freie Vereinigung nimmt durch den Mund ihres Führers denselben Standpuntt ein und belastet im übrigen die So- *; zialdemokvatie mit der Verantwortung für diese unsoziale und ungerechte Steuer, die sich auf dem von der Sozialdemokratie an genommenen Ermächtigungsgesetz aufbaue. Der Sprecher der S v z i a l- demvkratie bestreitet die Verantwortlichkeit feiner Partei, er kann aber mit seiner Argumen°i tation nicht durchdringen. Der Oberbürgermeister macht das Haus auf die schwerwiegenden finanziellen Folgen dieses Antrages auf» merksam, dessen Annahme die nchige Stetigkeit^ in der städtischen Finanzpolitik zugunsten eines Zickzackkurses beseitige, denn die 110 000 Mk., die bei der Annahme des Antrages ausfallen würden, könne die Verwaltung nicht entbehren, sie müßten also durch eine anderweitige Besteuerung wieder aufgebracht werden: im übrigen sei es sehr fraglich, ob der Antrag steuertechnrsch überhaupt durchführbar fei. Von demokratischer Seite wird herworgehoben, nachxnn all die kleinen Leute, die diese Steuer nicht bezahlen könnten und deshalb Befreiungsanträge gestellt hätten, welche auch in sehr liberaler Weise behandelt worden wären, tatsächlich von dieser Steuer befreit seien, komme der sozialdemottatische Antrag nur noch den reichen uni) den zahlungskräftigen Familien zugute, die große Wohnungen hätten und kleine Familien. Die Demokraten filmten nicht für diesen Antrag stimmen. Die Abstimmung erfolgt, wie beschlossen, namentlich, aber getrennt in zwei Teilen. Der e r st e Teil des Antrages, der die Ermäßigung der städtischen Sondersteuer in der gleichen Weise wie bei der Gewerbe st euer fordert, wird gegen die Stimmen der Demokraten, eines Deutsch-Dolkspar- teilers, des Oberbürgermeisters und des Bürgermeisters angenommen, während der 2. Teil, der den sofortigen Verzicht auf das dritte Steuerziel aussprechen will, gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten, die eines Demokraten bei Stimmenthaltung eines Deutsch-Volksparteilers abgelehnt wird. Der Oberbürgermeister erklärt, der Finanzausschuß müsse nun erst über die praktische Durchführung des Antrages beraten. Zur Arbeitsbeschaffung für Erwerbslose wird einem weiteren sozialdemokratischen Dringlichkeitsantrag z u g e ft i m m t, der die Bereitstellung von 10 000 Goldmark fordert. Dabei wird von allen Seiten des Hauses gefordert, daß mit dem Prinzip der Notstandsarbeiten Schluß gemacht werden soll. Die Arbeiten mühten als reguläre Deschäfttgung in der üblichen Weise, d. h. gegen Bezahlung des vollen Lohnes für reguläre Arbeit ausgeführt werden, denn nur dann könne man auch vollwertige Arbeitsleistungen erwarten. Ferner seien nur Gießener Erwerbslose heranzuziehen, anderswo berücksichtige man ja auch nur die Einheimischen. ' Rach schneller Erledigung zweier Bausachen tijuröe die Sitzung gegen 9 Uhr geschlossen. f Wirtschaft. Der deutsche Arbeitsmarkt. Dip anhaltende Wirtschaftskrise führte im allgemeinen zu einer weiteren Verschlechterung des Arbeitsmarttes. Rur in den über» wiegend landwirtschristlichen Bezirken ift dre Zahl der Arbeitslosen zurückgegangen. Die al (gemeine Geldknappheit zwangen weitere Betriebe, die Belegschaften stark zu vermindern oder den Betrieb stillzulegen. Vereinzelte Besserungserscheinungen in der Industrie blieben ohne Einfluß auf die Gefamttage. Wesentlichen Anteil an der rückläufigen Bewegung haben die zum Teil recht umfangreichen Entlassungen und Einschränkungen in der Metallindustrie und im Bergbau. Sehr ungünstig lauten die Nachrichten aus dem Rhein» lande: vielen Unternehmungen ist es nicht möglich, den Betrieb auch nur eingeschränkt fortzu- führen. Aas Köln und Essen wurden über 15 000, aus Düsseldorf und München-Gladbach über 10000 Arbeitsuchende gemeldet. Die Arbeitsmarttlage im 'Bergbau hat sich besonders für den Kohlenbergbau und die Kaligewinmrng weiter verschlechtert. Beretts jetzt mußten in Rheinland- Westfalen infolge der Absatzkrise etwa 50 OOO bis 75 000 Bergarbeiter durchschnittlich feiern. Die wetterverarbeitende Industtie aller Branchen steht fast ausnahmslos im Zeichen weiteren Konjunkturrückganges. 3m Textilgewerbe wird allerdings vereinzelt eine leichte Besserung ton- fintiert * Vom Stickftvffmarkt- Die Erzeugung verlief regelmäßig. Die Sonderpreise für den Sommerbezug traten am 11. Juli in Kraft. Die Preisvergünstigungen, die als vorübergehende Maßnahme gedacht sind, hoben weite Abnehmerkreise veranlaßt, ihren Stickstoffbedarf bereits jetzt zu decken, in der richtigen Voraussicht, daß ein rechtzeitiger Bezug im Fr'ühchhr in Fraoe gestellt ist, wenn alle Aufträge sich in der Haupt- verbrauchszett zusammeichrLngen. Infolgedessen war der Eingang der Aorufe im letzten 3uli- war der Pariser Fvarck ertzoft. während Re Tttef irrtb das Pfund unverändert lagen. 3m Früh» verkehr wurden im Usancenchindel fvlgsade Kurse genannt: für das engt Pfund 4,53 bis 4,54 DvL, für den Pariser Frank eine Pfundparität voa 81,20 bis 81,30, eine Dollarparität von 17,90 bis 17,-94, für die Mark eine Dollarparität von 4,166. Am Anleihemarkt lebte das Geschäft tote» der mächtig auf. Die Kurse für fast sämtliche Papiere erzielten ansehnliche Kurssteigerungen. Der Martt der unnotierten Werte lag geschäfts- los und war beinahe fast aufgelöst. Api 45/8, Decker-Stahl 21/2, Benz 33A, Ufa 63/4, Petroleum 20, Growag 0,2. 3m weiteren Verlauf wurde die Stimmung zuversichtlicher. Die Kurse wiesen wettere Erholungen auf. Berliner Börse Berlin, 14. Aug iDrahtbericht des »Gieß. Anz.") Die scharfe Zuspitzung der Gegensätze auf der Londoner Konferenz blieb natürlich nicht ohne Einwirkung auf die Berliner Börse. Die Spekulation bewahrte wieder starke ZuUückhalttlng, da die Gefahr eines Abbruches der Konferenz tatsächlich nahsgerückt ist. Trotzdem beurteilt man die Lage nicht ganz hoffnungstos. Man glaubt, daß der heutige Tag nicht nur zu inoffiziellen Besprechungen der Delegationen untereinander, sondern auch zu einem Eingriff des internationalen Finanzkonsortiums benutzt werden wird. In dieser Beziehung schienen besonders die Großbanken bereits besttmmtere Nachricht«»- zu haben. Der Anleihemarkt wies vereinzelt höhere Kurse als gestern auf. Am Aktienmarkt ist heute das Geschift ruhig, er zeigte jedoch eine gewisse Festigkeit und Widerstandsfähigteit. Am Devisenmarkt ist die Lage der europäischen Valuten unettchett- lich geworden. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. Aug. (Dvahtbericht des Gießener Anzeigers.) Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 20,75 bis 21,25, Roggen, mL 17,50 bis 17,75, Braugerste 21 bis 21,50, Hafer, int. 18,25 bis 18,75, Mais, gelb 17,40 bis 17,75, Weizenmehl, inL, Spezial 0 32,50 bis 33,50, Roggenmehl 26,25 bis 26,75, Weizen- unb Roggen- Leie 10,75 bis 11,25. Tendenz: fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 14. Aua. (DrahtbeiHcht des Gießener Anzeigers.) Auftmeb: 12 Rinder, darunter 12 Kühe, 825 Kälber, 296 Schafe, 735 Schweine. Es wurden für je 50 Kilo Lebendgewicht bezahlt: feinste Mastkälber 58 bis 62, mut* lere Mast- und beste Saugkälber 52 bis 58, geringere Mast- und gute Saugkälber 48 bis 52: Mastlämmer und Masthämmel 40 bis 42, geringere Mast Hammel und Schafe 35 bis 39, mäßig genähtte Hämmel und Schafe (Märzschiafe) 28 bis 34: Schweine, vollfleischige von 80 bte 100 KÄv 73 bis 76, Vollfl. unter 80 Kilo 68 bis 72, Vvllfl. von 100 bis 120 Kilo 73 bis 75, vollst, von 120 bis 150 Kilo 73 bis 75. Marktverkauf: Kleinvieh- markt bei lebhaftem Handel geräumt; Schweine- martt hinterläßt bei ruhigem Geschäft -Ifeberfltmik Berliner Produktenbörse. Berlin, 14. Aug Am Getreidemarkt zeigt man sich von der Erleichteru-ng der Erntebetoegung durch den Seehandlungsdiskont befriedigt, glaubt freilich daß die erforderlichen vier Unterschriften in einer nicht unerheblichen Verteuerung des DiS- kvnttredits beim eigentlichen Ausläufer im Lande zum Ausdruck kommen werden. Gerste war weiter gefragt für Ausfuhren und Drauzwecke. Der Mehlabsatz ist weiter günstig, der Markt sonst träge. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, mark. 193 bis 198, Roggen, märt 140 bis 146, Gerste, mark. 200 bis 210, Hafer, märk. 159 bis 169, Raps 295 bis 300. Leinsaat 390 bis 400; für je 100 Kilo: Weizenmehl 26 bis 28,75, Rvggen- mehl 21,50 bis 23,75, Weizenkleie 11, Roggenkleie 10,60 bis 10,70, Dtttoriaerbsen 25 b& 30, kleine Erbsen 16 bis 18, Futtererbsen 14 bis 16, Peluschken 13 bis 15, Ackerbohnen 13.50 bis 15,50, Wicken 14 bis 16, Lupinen, blau 9 bis 10, gelb 17 bis 18, Seradella, neu 12, Rapskuchen 10 bis 10,20, Leinkuchen 21 bis 22, Trockenschnitzel 10 bis 10,20, -Torsmelasse 7,60, Kartoffelflocken 24,50 bis 25. Hochschulnachrichten. Rheinlaudborträge an der Arndersitüt Heidelberg. . Für das Winterhalbjahr 1924/25 ist an der Universität Heidelberg em Zyklus von Vorträgen über das Rheinland durch Dozenten der Universität vorgesehen. Einen Ein- , leitungSvortrag hält Professor Dr. v. Schubert. Weiter sind u. a. folgende Vorträge geplant: Prof. Panzer über Sage und Dichtung am Rhein, Prof. Windelbatrd über den Kampf um den Rhein und Prof. Graf Dohna über den Rhein als Deutschlatrds Strom, nichl Deutschlands Grenze. Warum kauften Sie einen latfMwagett? Um Ihre Ware schneller zu befördern, Zeit und Geld zu sparen. Dies können Sie aber nur, wenn der eigentliche Träger — die Bereifung — nicht versagt Wahlen Sie Vollreifen der versagt nie!