fNttn. 4JÄ L-ZL **01 ft Auvv- khi Jtas ; m ^tellente i i{ttm rjfcm Leb«. J.Men, der Mr ÄSE Ä” 6iHialu>. Ljj B^Men Z' unpvUttsch ?}> iraend. J 5^ Willigen 1 **■ Dort M 1 in 21ÄW> M Dauevtli. i Jn^alt besonders " über .Die letzten m Italien- genaue uedig schreibt über laute“. Sin ganz ?, 3jÄ Elauh mit i'w®lauben8geltal. 'eMg unserer Tage len wird. - Pipe>2vtsl für soeben vvm Derlag ttn «rfondl. Tustav bekannten Mjgen eusiche Stadt“ und altert in dem Heft ern. 'Bitten in die rt uns des Kompv- beitrag .Lund um Baumeister Theo- Gespräch über die um, einer der besten örtert den Den der h des groben 3nbo» nann Verden einige nd-lche Jei^ndrücke bitdbcigaben zeigen ift aus Samberg lag Itol unb der gendlichen (m i5gevümcien unter dem soeben erschie» itscher Leichs- ,er Derlag. Berlin . erheblich «mehrt, ag mir 4, dir ver- mmlung gar nur 3 30 Jahren auswies, tag 14, vielleicht fo» lnzahl Kommunisten ihr Leben zu geben, meisten Jugendlichen n ihnen sind unter die Dcutschnaitonalen nd einc kleinere unter sich Auglieder, baruntet imsleule, 2 ÄngeK 1 lativnalscMllst, IsiprudelL^nch-^ da- '^L^L unb der an ^SJrW ■ 2'^^ „sm' siziers Zügen. ' Dorwärts' merg W : e&Tä dit». ^'^Srnnl Doo- 3d* ^bskapilän <« -len al^ der iert Ynt.ix'Ä «Z < W®|„v i»i, • err v il nb 00 .' '2 .m ii«*i : fort-. . Lia -•' Nr. M Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monats-Vczuaspreis: 2 Goldmark u. 20 Gold- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gietzen. Postscheckkonto: Zranlsurt a. M. 11686. Erstes Blatt m. Jahrgang Dienstag, 15. Juli M4 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck «nd Verlag: vrühl'iche UniverfitStrGuch- und Steindruckerei B. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen ü.70mm Breite 35 Goldpfennig. Platzvorschrift 20% Aus chlag. — Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton. Dr. Friedr. Wilh. Lange; ür den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Konferenzdebatte im englischen Unterhaus. Die Liberalen fordern Sicherheit auch für Deutschland. — Die Politik der Konservativen. — Unklare Haltung Macdonalds. Die mit Spannung ertoartete Aussprache des englischen Unterhauses über die Konferenzpolitik Macdonalds hat gestern stattgefunden und nach dem bisher vor liegenden Berichtsauszug kerne Klä° rung der Lage gebracht . Auf die für uns wichtigste Frage der Räumung des Ruhrgebiets undWieder- herstie Konferenz in einer klareren, freundschaftlicheren Atmosphäre, als noch vor einer Woche erwar- let werden konnte. Es beständen jedoch zwei Punkte von sehr großer Bedeutung, dsje Räumung des besetzten Gebietes und die । | Sicherheitsfrage. / Asquith befaßte sich mit den englisch-fran- Mischen Meinungsverschiedenheiten über gewisse Munkte der Artikel 428 und 429 des Versailler Vertrages und erklärt, es sei u n m ö g l i ch, die Schwierigkeiten außer acht zu lassen, die über diesem Punkte entstehen könnten, wenn es Macdonald nicht gelinge, zu irgendeiner Vereinbarung mit der französischen Regierung und den anderen Alliierten zu gelangen. Dre Dauer jeder Vereinbarung, die über den Dawesbencht erzielt werde, hänge von der Sicherheit ab und es sei von der größtmöglichsten Bedeutung, daß der britische Standpunkt in dieser Frage vollkommen klargemacht werde. Erstens müsse jede Versicherung, die Frankreich gegeben werde, ihm nicht als eine separate Garantie gegeben werden, sondern als Teil einer Allg em einver- pslichtung Großbritanniens auf Grund der Dölkerbundspakte, zweitens müßte die Frankreich angebotene Sicherheit, welcher Art sie auch sei, unter den gleichen Bedingungen auch Deutschland angeboten werden, drittens, damit die möglich wäre, sei es klar, daß Deutschland in den Völkerbund ausgenommen werde und einen S i h im Völkerbund s r a t erhalten müßte. Aber dies sei nicht genug. Seiner Ansicht nach seien die Franzosen berechtigt, noch mehr zu fordern. Das britische Reich müsse sich verpflichten, Frankreich und Deutschland den Gebrauch seiner LRacht gegen jeden der beiden Staaten zu garantieren, der dem andern einen Streit aufdränge, ohne die Maschinerie des Völkerbundes tn Gang zu sehen. Dies dürfte jedoch nicht auf Frankreich und Deutschland allein Anwendung finden, sondern müßte kollektiv und allgemein für alle im Völkerbund vertretenen Part eie n gelten. Dies sei die einzige wirksame praktische Gestalt, worin irgendeine Sicherheitsgarantie gegeben werden könne. Rach Asquith ergriff Baldwin das Wort. Er erklärte. Asquith habe ein Argument entwickelt, mit dem er in hohem Maße sympathisiere. Baldwin höhnte die Regierung, weil sie seit ihrem Amtsantritt ihre Ansichten geändert habe. Er wies darauf hin, daß die Arbeiterpartei im letzten Jahre und bei den Reuwahlen eine Revision des Versailler Vertrages gefordert habe, und sagte, die Regierung erhalte die volle Kontinuität der konservativen Außenpolitik bezüglich des Versailler Vertrages und der daraus entstehenden Fragen aufrecht. Betreffs der Anwendung von Sanktionen wies Baldwin darauf hin, daß die Fassung des Communiques in der „Timest' vom 10. Juli laute: „Sanktionen, welche die Alliierten vereinbart haben werden", während das amtliche Weißbuch erklärt: „Sanktionen, welche die Alliierten verembarm werden". Baldwin fragte, ob die Sanktionen vereinbart werden sollen, bevor die Frage eines Verzugs entstehe oder ob sie erst erwogen werden würden, nachdem ein Verzug stattgefunden habe. Baldwin untersuchte dann die Vorteile, die der Bericht Deutschland biete und nahm insbesondere auf die Stabilisie- rung der deu ts chen Währung Bezug, sowie auf die Anleihe, was. wie er sagte, eine sehr beneidenswerte Behandlung eines geschlagenen Feindes darstelle. Premierminister Macdonald erklärte, daß die gegenwärtige Regierung die Sachverständigenkommission geerbt habe, aber zweifellos trage die Tatsache, dah die Kommission eingesetzt wurde, und daß Amerika sich daran beteiligte, gewaltig dazu bei, daß es nun möglich sei. von neuem freundschaftliche oder jedenfalls freundschaftlichere Deziehungenzu Frankreich zu beginnen. Hinsichtlich der r Verpflichtungen, die Deutschland durch den ■) Dawesbericht auferlegt würden, sagte Macdonald, es sei nur die Frage, ob bezüglich eines oder zweier Punkte des Berichtes man nicht versuche, Deutschland Verpflichtungen aufzuerlegen, die nicht legal im Bereich des Versailler Vertrages liegen. Diese Frage sei den R e ch t s s a ch v e r st ä n d i g e n vorgelegt und würde bei ihnen bleiben, bis deren Bericht der interalliierten Konferenz in dieser oder der nächsten Woche vorgelegt werde. Frankreich sei infolge verschiedener Umstände dahin gelangt, den Versailler Vertrag als eine Art Bundeslade zu betrachten, jede neue Anregung hätte Befürchtunaen hervorgerufen, die, toenn die Anregungen ohne Hintergedanken gebracht worden seien, einfach in Er- 'st a u n e n v e r s e h t e n. Auch die Anregung, daß die Sicherheit, die Frankreich durch die Reparations-Kommission zu haben glaubte, abgeändert werden soll, habe in Paris Bestürzung hervorgerufen. Macdonald wies dann auf t>te bestehende Verwirrung im Zusammenhang mit der Rheinlandkommission hin und sagte, es sei Englands Pflicht gewesen, zu dem Vertrag zu stehen und nicht zuzugeben, dah man darüber hinausging. Bezüglich der Frage einer Möglichkeit der Beteiligung Amerikas an der Konferenz sagte Macdonald, diese Angelegenheit dürfte bis Mittwoch, Donnerstag oder Frejtag aufgeschoben werden. Die Politik der Konservativen. Austen Chamberlain kritisiert heftig Macdonalds Verhandlungen mit Herr io t im Chequers und seine Einladung zur Londoner Konferenz, in der Macdonald die Rechtmäßigkeit des Versailler Vertrages In Frage gestellt und die Autorität der Reparationskommission verleugnet Hube und Deutschland den Vorwand gegeben habe zum Zögern und zum Feilschen über die Annahme der Bedingungen des Daweskomitees. Die Konservativen beständen auf folgender Politik: 1. wollten sie aufrichtig den Versailler Vertrag annehmen und aufrechterhalten als die einzig mögliche Grundlage für das öffentliche Recht Europas, 2. wollten sie die Aufrechterhaltung der Entente mit Frankreich zum Kardinalpunkt ihrer Politik machen, 3. wollten sie die Forderung, dah Deutschland seine Verpflichtungen erfülle, in nicht geringem Maße zur Richtlinie ihrer auswärtigen Politik machen und dafür wären sie, wenn Deutschland seine Verpflichtungen, wie sie ihm jetzt vorgelegt würden, aufrichtig und loyal erfüllt, bereit, die Integrität Deutschlands zu respektieren und seine Rückkehr in die Gemeinschaft der Rationen willkommen zu heißen; außerdem suchten sie die Verbindung mit Amerika zu sichern, wo dies nur möglich sei. Morell erllärt: Der Dawcsbericht seimitgroßenDe- fürchtHngen betrachtet worden und diese Befürchtungen wären durch die Ereignisse der letzten Tage und durch das, was sie im Laufe der Debatte gehört hätten, nicht vermindert worden. Die Rettung Europas sei durch das Reparationsprob^em verhindert worden. Die bemerkenswerteste Erklärung in Herriols letzter Rede sei gewesen, daß er dem französischen Volke versprochen habe, dah es vierzig Jahre lang über 125 Millionen Pfund Sterling von Deutschland erhalten werde. Das sei ein Sommernachtstraum, der gefährlich sei, da er Hoffnungen erwecke, die sich nicht erfüllen liehen. Die Bedingungen der amerikanischenGeldgeber Paris, 15. Juli. (WTD.) Der Außenpolitiker des „Echo de Paris", der bereits in London weilt, macht in seiner heutigen Depesche folgende Enthüllungen: In Chequers habe Macdonald dem französischen Ministerpräsidenten erklärt, daß er sich unverzüglich darum bemühen werde, den Rat der Finanziers einzuholen, die als Vertreter des Reuhorker Marktes gelten können. Das englische Schatzamt sei in einen engen Meinungsaustausch mit verschiedenen, aus den Vereinigten Staaten kommenden Persönlichkeiten eingetreten. Das Ergebnis dieser Besprechung sei gewesen, daß die amerikanischen Finanzleute chre Unterstützung nur unter folgenden strengen Bedingungen zusagen wollen: 1. Gewährung der unbedingten Priorität für die Einlösung der untergebrach- ten Anteile von 800 Millionen, 2. Abschluß eines Abkommens, zu dem sich Deutschland tatsächlich aus freien Stücken verpflichte, x / 3. Zusicherung, daß die Amortisaticn und Tilgung des ersten Abschnittes der in der Anleihe bestimmten Summe nicht demAeber- tragungskomitee cnheimfalle, daß keinerlei Sanktionen einer einzigen Nation durchgeführt werden, und daß ferner die Vertreter der Anleihezeichner qn jedem Beschluß teilnehmen, der die Nlrt der Sanktionen zum Gegenstand hat. Die Revolution in Brasilien. Neuyork, 15. Juli. (WTB.) Wie aus Santos gemeldet wird, ist der letzte Kampf in Sav Paulo außerordentlich heftig gewesen. Die Zahl der Toten unter den Truppen und Zivilisten wird auf 3000 geschätzt. Das vornehme Hotel „Esplanati", das in ein Spital umgewandelt wurde, ist voll von Verwundeten. Flüchtlinge bestätigen die Nachricht, daß 600 Mann, die von Santos in der vorigen Woche nach Sao Paolo zur Unterstützung abmarschiert sind, von den Aufständischen niedergemetzelt wurden. Die Zahl der Aufständischen, die Sao Paolo verteidigen, wird auf 34 000 geschätzt, während die Bundestruppen, die noch auf dem Marsch nach Sao Paulo find, etwa 24 000 Mann stark sein dürften. BuenoSAires, 14. Juli. Funkspruch. Nach hier eingetroffenen Berichten scheint eS, daß die Revolutionäre im Westen des Staates Sao Paulo die Regierungstruppen erfolgreich aufhalten und südwärts in der Richtung auf Santos vor- dringer;. Der Geist von London. * Daß Minisierreden, und seien sie noch sc» gut gemeint und noch so trefflich formuliert, im Reparaüonskrieg der Gegenwart kaum stärkere Bedeutung und Wirkung haben als etwa die Leuchtkugel im Stellungskampfe, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Immerhin ist zur Aufhellung der Gefechtslage auch die Leucht- rafete notwendig, fo daß nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten interessierten Kulturwelt die letzte Rede des deutschen Reichskanzlers die Beachtung gefunden hat, die eine derartige umfangreiche Aufllärungsaktion nach den Verdunlelungs- und Derwirrungsverfuche" seit Chequers beanspruchen muh. Gewiß hat Dr. Marx ehrlichen und llar- blickenden Leuten nichts Neues gesagt, als er die Voraussetzungen wiederholte, unter denen die deutsche Regierung grundsätzlich das Sachverständigengutachten angenommen hat und bei deren Erfüllung sie bereit war und ist, die notwendigen Gesetze nicht nur dem Reichstag vorzulegen, sondern auch zur Durchführung zu bringen. Aber die Poincamsierung des Herrn Herriot und die bisherigen Erfahrungen mit der ilebertragung des vor der Welt so feierlich betonten Verständigungswillens in die Praxis seitens der neuen Männer in Paris und der alten Gewaltträger in Brüssel gaben dem Chef der deutschen Regierung Veranlassung genug, hundertfach gesagte Selbstverständlichkeiten zu wiederholen. Es mag eine Anzahl Leute in Deutschland geben, die jeden neuen Fußtritt, jeden neuen moralischen Backenstrich, jede neue Demütigung und Deklassierung hinnehmen wollen, wenn diese „Strafe" von den demokratische'^ ober sozialistischen Gesinnungsgenossen im gegnerischen Lager verhängt wirb. Aber die Mehrzahl des deutscher, Volkes und gewiß auch die gegenwärtige deutsche Regierung haben so viel Achtung vor sich selbst und soviel Ehrgefühl, daß sie — und zwar mit Recht — die Beteiligung an einem Spiel energisch ablehnen, bei dem der deutsche Michel mit verbundenen Augen einen in das Gegenteil des Entwurfes verkehrten Vertrag — zwangsweise — unterzeichnen soll. Man wird aus diesem Grunde dem Reichskanzler zustimmen müssen, wenn er als einzige deutsche Bedingung fordert, dah der Sachverständigenbericht auch von der Ge^nseite d e m G e i st e und dem Inhalte gemäß beraten und durch- gefuhrt wird. Diese knappe Formel enthält in der Tat alles, was diejenigen' an Erwartungen und Wünschen, an Forderungen und Bedingungen für die Londoner Konferenz und die von ihr ?u gestaltende Zukunft Europas haben müssen, denen eine Lösung des Reparativnschaos und eine ehrliche Befriedung am Herzen liegt. Uni) es ist bezeichnend für die französischen Derdrehungs- und Fälschungsabsichten, wenn ein Blatt von der Bedeutung des Pariser „Temps" demgegenüber erklärt, Deutschland Hube mit gutem Bei Piel voranzugehen und keine Bedingungen zu stellen, zumal Frankreich dem Geiste des Berichtes entsprechend bereits gehandelt unb die Aus- gewiesenen zurückberufen Hube. Es ist müßig, auf das Verlogene dieser propagandistischen Stimmungsmache besonders hinzuwei eij. Ab.r es ist notwendig, auch für deutsche Ohren immer wieder zu betonen, daß der Sachverständigenbericht wörtlich erklärt: „Aus diesem Grunde sahen wir uns gezwungen, davon auszugehen, bah die steuerliche und wirtschaftliche Einheit des Reiches wieder hergestellt wird, und auf dieser Voraus« setzung beruht unser Bericht." Ferner liegen zwar Fragen „der politischen Sicherheiten unb Sanktionen" wir auch, „der militärischen Besetzung" außerhalb des Auftrags der Sachverständigen, wie der Bericht besagt Aber er fährt fort: „Es ist jedoch unsere Pflicht, deutlich hervorzuheben, daß unsere Vorschläge auf der Annahme beruhen, daß die wirtschaftliche Tätigkeit durch keine andere fremde Organisation als die hier vorgesehene Heber- wachung (durch, Kontrolleure! Die Schrift!.) behindert und beeinträchtigt wird. Folglich beruht unser Vorschlag auf der Voraussetzung, daß, die bestehenden Maßnahmen, insoweit sie diese Tätigkeit behindern, rückgängig gemacht oder hin- reich en d abgeändert werden, sobald Deutschland zur Ausführung des vorgeschlagenen Planes schreitet . . .“ Für Rormalmenschen von ungetrübtem Verstand heißt dies klar und unzweideutig, dah die Wiederherstellung der wirtschaftlichen unb administrativen Souveränität der deutschen Regierung im besetzten Gebiet, da sie Voraussetzung für die Durchführung des Dawesplanes ist, vor der Inkraftsetzung der entsprechenden deutschen Gesetze erfolgt sein muh. Ebenso hat die Räumung der vertragswidrig besetzten deutschen Gebiete und damit die Wiederherstellung des Zustandes vom Datum der plnterzeichnung des Versailler Diktats an dem Tage zu erfolgen, an dem die deutschen Maßnahmen Gesetzeskraft erhalten. Es darf diesmal, und es wird aller Voraussicht nach, diesmal von deutscher Seite keinem Kompromiß, keiner Veränderung und Verdrehung dieser klaren Destimmäugen zugestimmt werden. Denn es hieße das deutsche Doll betrügen und Schindluder mit seinen lebenswichtigsten Interessen spielen, wenn die ungeheuerlichen Opfer des Sachver- ständigsnplanes von ihm dargebracht irerbm sollten, auf der Basis eines Vertrages, dessen bereits angenommene Grundsätze von ber Oeaenr 1 Kinderspiele, Darmstadt, 14. Juli. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 2.45 Uhr. Am Regier ungstisch: Finanz- Minister Henrich und Minister Raab. Die Beratungen werden bei Kapitel 108 sFinanzministerium) ausgenommen. 2lbg. Dr. Osann (D. Dp.) legt dar, daß dir Revision der Bauordnung eine unbedrngtr Rot- Wendigkeit sei. Das Reich sei jetzt in der angenehmen Lage, keine Schulden zu besitzen. da die Staatsanleihen entwertet sind. Die Inhaber van Obligationen wenden sich aber nicht nur an das Reich, sondern au-dji an den hessischen Staat, und verlangen die Aafwertung. Die Auswertung könne natürlich nicht von heute auf morgen vor- | genommen, sie müsse aber im Auge behalten I werden. Minister Henrich erklärt, die Revision der Bauordnung sei im Gange und werde bald dem Hause vorgelegt werden köimen. Das Reich hat die Verpflichtung zur der Verzinsung der Eisenbahnanleihen übernommen. Das Land hat eine Restschuld von 120 Millionen zu verzinsen, es .wird über diese Frage verhandelt, die Aussichten sind für uns nicht ungünstig. Es folgt eine Reihe von Abstimmungen. Die Kapitel 78 bis 100 und 108 bis 118 werden lan- genommen. Aui Wunsch des Finanzministers wird jetzt eine Regierungsvorlage über die Veräußerung des Herrngartens und des Ovangeriegartens zu Darmstadt an die Stadt Darmstadt beraten, Sn der Aussprache wird nach einer längeren! Aussprache der Antrag des Ausschusses, wonach die Regierungsvorlage abz>ul rhnen sei, angenommen. Dagegen sind die 2ll>gg. der Deutschen Dolkspartei und von den anderen Parteien die Darmstädter Abgeordneten. Um 5 Ahr werden die Beratungen abgebrochen» nächste Sitzung morgen oqjuier, maii uvn i L nut.",|Hl oie zubringen. Eine zwangsweise Einziehung der^ «beiten offen- Beträge von den Eltern kann also nicht in Frage kommen. Botschafter v. Hösch bei Herriot. Paris, 14. Juli. (WTB.) Botschafter v. Ho sch hatte heute mittag mit dem Ministerpräsident Herriot vor dessen Abreise nach London eine fast ein stündig e Unterredung. Der deutsche Botschafter entwickelte 'nochmals den deutschen Standpunkt in allen aktuellen Fragen. Kommunistenskandal im Preußischen Landtag. Berlin, 14. Huli. Bor Eintritt in dieTages- mbmmg verlangt Abg. Sr. Weher-Ostpreub-n (Komm.) unter grober Unruhe des Halises die : sofortige Beratung des kommunistischen Antrages, der gegen die Durchsuchung der Zimmer der kommunistischen Fraktion des Preußischen Landtages und gegen die Beschlagnahme von Privatakten der kommunistischen Abgeordneten protestiert und der dem Landtagspräsidenten das Mißtrauen ausspricht. Unter grobem Lärm s Heitern die Beratungen an dem Widerspruch aus b€IItAbg^Liebknecht (Anabh.) erklärt die von dem Präsidenten Leinert ermächtigte Polizei habe nicht nur die Zimmer der Kommunisten, sondern I auch die Zimmer der unabhängigen Abge- ordneten Rusch und Liebknecht erbrochen. (Hier I rufen die Kommunisten: Also hat Leinert die U n- I Wahrheit gesagt.) Präsident Leinert erklärt, wenn weitere Angriffe gegen ihn laut würden, toerbe er von der Geschäftsordnung rücksichtslos Gebrauch machen. (Lärm bei den Kommunisten.) Abg. Schmidt (Komm.) verlangt hieraus die sofortige Beratung der kommunistischen Anträge, die anläßlich der Affäre des hannoverschen Massenmörders Haarmann die Entlassung der I verantwortlichen Polizeibeamten, des P o - I lizeipräsidenten und des Oberprasi- dentenRoske fordern. Auch diesen Anträgen wird widersprochen. Abg. Frau Wolfstein (K.) nimmt dann unter Lärm und Gelächter der Rechten das Wort zur Geschäftsordnung. Sie sagt: „Gegen den Sauzustand ....*■ _rc Präsident Leinert unterbricht hier die Ab- . geordnete und sagt: „Sie haben von einem Sau- zustand gesprochen, auf wen soll sich das beziehen? Frau Wolfstein fortfahrend: Ich brauche nicht wie eine Unterfuchungsgefangrne auf Ihre Frage zu antworten. Lesen Sie doch das Stenogramm nach. (Zustimmung bei den Kommunisten) | Präsident Leinert: Sie haben d.e Pflicht zu antworten. (Erneuter Widersprach und Lärm bei den Kommunisten.) . Abg. Frau Wolfstein erhält darauf einen Ordnungsruf und begründet dann, wiederholt vom Präsidenten unterbrochen, einen Antrag auf Untersuchung der in einem Prozeß festgestellten Zustände bei der Düsseldorfer Polizei. Präsident Leinert: Ich weih nicht, welchen Antrag Sie meinen. Sie haben ihn weder verlesen, noch die Rümmer genannt. Abg. Frau Wolfstein (K.): Sie haben ihn ja im Aeltestenrat gehört. Stellen Sie sich doch nicht dümmer als <Äe sind. . Präsident Leinert: Wegen die er Beleidigung des Präsidenten schließe ich Sie von der I Sitzung aus. (Lärm bei den Kommunisten.) Frau Wolfstein blcibt trotz der wiederholten Aufforderung des Präsidenten im Saal. Präsident Leinert unterbricht darauf argen 4 Uhr die Sitzung. In der Pause läßt sich Frau Wolfstein von ihren Fraktionsgenossen zum Verlass n I des Saales bewegen. Am 3/*5 Ahr wird die I Sitzung wieder eröffnet. Frau Wolfstein (K) ist nicht im Saal anwesend. Auf die Frage des Präsidenten Leinert wird gegen die sofortige Beratung des kommunistischen Antrages über die Düsseldorfer Polizei Widerspruch erhoben. Abg. Dr. Meyer-Ostpreußen (K.) erftärt: Da Präsident Leinert offensichtlich die Absicht habe, die kommunistischen Abgeordneten zu provozieren und so aus der Sitzung zu entfernen, habe die kommunistische Fraktion beschlossen, daß »rau Wolfstein dieser Sitzung nicht länger beiwohnt. (Zuruf rechts: Vorsicht ist die Mutter des Porzellanhandels I) Sie sollten nicht von Porzellan sprechen. Jeder weiß doch, daß Mitglieder dieses Hauses und Mitglieder des Kabinetts an bösen Pvrzellanschiebungen beteiligt sind. Die kommunistische Fraktion habe gegen die ganz unberech- tigte Ausschließung der Abg. Frau Wolfstein beim Aeltestenausschuh Einspruch erhoben. Von dessen Beschluß werde es bahängen, ob die kommunistische Fraktion Frau Wolfstein weiter an den Sitzungen teilnehmen läßt. _T, „ u Präsident Leinert ruft den Abg. Meyer zur Ordnung und teilt unter dem Beifall der Rechten mit, daß Frau Wolfstein, weil sie per Aufforderung zum Verlassen des Saales nicht gefolgt ist, für acht Sitzungstage ausgeschlossen sei. Kommunistenprozesse. Verurteilter Dombenfabrikant. Die neue Arbeiterpartei in Amerika. Reu hort, 14. Juli. Funkspruch. Wie der ^Washingtoner Berichterstatter der republikanischen Tribüne" meldet, nimmt die Campagne zugunsten La F o ll e t te s als Präsidentschaftskandidat den Charakter einer Arbeiterbewegung an um Einfluß auf die Regierung zu gönnen. Die Campagne werde durch hervorragende Mitglieder der organisierten Arbeiterschaft unterstützt Die Taktik, durch die die Arbeiterschaft in England Einfluß auf die Regierung erlangte, werde sorgfältig geprüft. Ein anderer Berichterstatter der „Tribüne" rechnet mit der Möglichkeit, daß La Follette in den fünf westlichen Staaten siegen werde, wodurch verhindert werde, daß irgend ein Gegenkandidat die Mehrheit der Stimmen erlange. Hessischer Landtag. .50. Stiftungsfest des Kriegervereins Gießen. Am Samstag und Sonntag feierte der hiesige Kriegerverein sein 50. Stiftungssest. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch einen am Samstag abend auf der Liebishöhe abgehaltenen Kommers, der bei außerordentlich zahlreicher Beteiligung ein reichhaltiges Programm aufwies. Der Vorsitzende des Vereins, Landgerichtsrat Stümpert, bot nach einer kurzen Begrüßung einen Rückblick auf die Tätigkeit des Kiiegervereins in den letzten 50 Jahren, dabei auch der verstorbenen Mitglieder, insbesondere der Kriegsopfer gedenkend. Die heute noch lebenden Mitbegründer des Vereins Privatier Balser, Postsekretär i. R. Mayer und Geh. Kommerzienrat Em melius wurden besonders geehrt. Im weiteren Verlauf des Abends hielten noch Ansprachien Beigeordneter Dr. S e i b als Vertreter der Stadt, Oberst Fett als Vertreter des Inf.-Regts. 15, Oberst v. Reidhardt für die Kriegerkameradschaft Hassia, sowie eine Reihe sonstiger Vertreter militärischer Vereine und Organisationen, die Kameradschaftliche Vereinigung ehemaliger Leibgardisten und der Verein ehemaliger 116er stifteten dem Jubilar Fahnen- nägel. Außerdem wurden eine größere Anzahl Mitglieder für langjährige Mitgliedschaft und treue Mitarbeit vom Verein durch Ehrenurkunden ausgezeichnet. Der übrige Teil des Abends wurde durch 'Musikvorträge der Kapelle Weller, Vio- linsolis von Fritz Rath-Mainz, deklamatorische und gesangliche Darbietungen von Heinz Bech- stein, einem allerliebsten Rokoko-Tanz und Marmorgruppen des hiesigen Männerturnvereins in bester Weise ausgefüllt. Am Sonntag vormittag wurden, nachdem mehrere Kameraden des Vereins den drei Gründern und dem Vorsitzenden in überraschender । Weise in ihren Wohnungen ein Ständchen dar- gebracht hatten, auf beiden. Fri^>höfen für cie Gefallenen Kränze niedergelegt. Am UV» Ahr versammelten sich die Mitglieder und geladenen Gäste auf dem Hofe der Zeughauskaserne, wo auch die Reichswehr Aufstellung genommen hatte, z u einer erhebenden Gedächtnisfeier für die Gefallenen. Eine stimmungsvolle Einleitung bot das von einem Teil der Reichswehrkapelle zu Gehör gebrachte Riederländische Dankgebet: „Wir treten zum Beten", dem die von Studienrat Prof. Dr. Schmoll gehaltene Gedächtnisrede folgte. Prof. Dr. Schmoll der m seiner schlichten aber zu Herzen gehenden Art I zu begeistern versteht, führte ungefähr folgendes aUß’„(Sin Gedenktag soll der heutige Tag I sein, zurückführen in die Tage der Vergangenheit und großen Geschehens: „Wir treten zum Beten vor Gott den Gerechten, fein Rame fei gelobt", das soll nach dem Wunsche der Frst- leitung das Leitmotiv für diese Morgenfeier fein ein Aufblick zu dem allmächtigen Gott, dem' Lenker der Geschicke von Menschen und Völkern. — And diese Feier soll ein Prolest fein gegen einen hervorstechenden Zug unserer Zeit, die so oft als eine schnellebige I bezeichnet wird. Schnellebig, d. h. nur zu ©ft schnell vergeßlich Wie leicht und schnell vergißt das Geschlecht unserer Tage die Wohltaten Gottes, die Erweisungen seiner Gnade und Freundlichkeit. Wie leicht aber und schnell vergißt es auch menschliche Verdienste, auch da, wo es sich um ausgezeichnete, hervorragende Verdienste handelt, wie leicht und schnell vergißt es seine großen Männer. Ein Protest gegen diese Vergeßlichkeit, die zugleich eine grobe A n - I d a nkbark eit ist, soll diese Feier sein, dem eins ein Kranz niedergelegt. Rachmittags fand eine Familienfeier auf der Liebigshöhe statt, die bei misikalischen. deklamatorischen und theatralischen Darbietungen, Kinderspiele, Volkstänze, Kinderreigen und Feuerwerk in bester Weise verlief. 115üt die hl**”; 2' C|W»V; k-d. J'Sfr » S-Ät» ts Gedächtnis der Toten geweiht und bestimmt, ihr Andenken au wahren und zu erhalten, -u13 JV Gießener Kriegerverein vor 50 Jahren gegr^ det wurde, da hatte Gott den deutschen Walten < den Sieg verliehen, der Traum der besten Deal" scheu war erfüllt, ein mächtiges Reich ^erstan^ den. In den Kriegervereinen aber sammelten sicy Tausende von Mitkämpfern der letzten Smege, um dus militärische und kameradschaftliche Bewußtsein zu erhalten, Liebe und Treue zu Kaiser und Reich, Volt und Vaterland au pflegen uno sich bereit zu halten, stets für das Wohl des Vaterlandes einzutreten. Ehre den Mannern, die damals auch hier in Gießen fid)i uni diese Ideale scharten, und teuer soll uns das Andenken derer sein, die nach einem Leben der Arbeit und Pflicht in den fünf Jahrzehnten ziv großen Arme« abberufen wurden. In Treue und Dantbarkeit gebenten wir ferner der Gefallenen des letzten 'großen Krieges. Selbstverständlich ist, daß die jüngeren und auch manches im mutieren Alter stehende Mitglied des Vereins zu den Fahnen eilten, daß die älteren in der §eunat Kriegsdienst leisteten. Reserven, Landwehr, Landsturm, sie alle traten an, als jenes heilige Beben im 2luguft 1914 durch die deutschen Lande ging. 15 kamen nicht wieder, andere haben ehrenvolle Wunden, mancher Siechtum und-den Todeskeim in sich nach Hause gebracht. Wenn sie wieder vor uns ersteht, die große Zeit, als würde ein Vorhang beiseite gezogen, bann werden sie alle wieder lebendig, die unsere Brüder waren. Aber diese stolze Erinnerung macht un»s das Herz auch wieder schwer. Für den Sieg, für ein starkes Deutschland als Hort des künftigen Weltfriedens starben unsere Helden, und nun liegt unser Vaterland am Boden, Millionen von Schwestern und »* Das Schulgeld für ortsfremde Schüler der Fortbildungsschule. Das Kreisamt Gießen teilt den Bürgermeistereien und Schulvorständen det Landgemeinden des Kreises I im neuesten Amtsverkündigungsblatt die nachstehende wichtige Entscheidung mit: Aus verschiedenen Gemeinden wird uns berichtet, der Gemeinderat habe es a b g e l e h n t, die von den i Schulgemeinden angeforderten Beträge zu übernehmen oder dort, wo die Aebernahme erfolgt sei, beschlossen, diese Kosten von den eitern der die auswärtige Fortbildungsschule be-; suchenden Schüler w ieder erstatten zu lassen. Beides ist unzulässig. Rach den von dem , Landesamt für das Bildungswesen erlassenen Be-ß L _ stimmungen, die die Zustimmung des Ä schusses des Landtags gefunden Y~ Schulgeld von den Heimatgerne luden der Schüler, nicht von ihren Angehörigen, auf - $ltitbner Brüdern sind uns entrissen. Sn den besetzten Gebieten namenloses Leid, und was das schlimmste ist: Klassenhaß zerreißt und zerfleischt unser Volk. And darum alle diese Opfer im Kriege und nach dem Kriege? Rein, darum nicht, sondern diese Opfer weifen den Weg zur Höhe, aus diesen Opfern erwächst utts neue Hoffnung, ohne Opfer kein Aufstieg und fein? Rettung. Freilich heißt -es du stark und hart fein, aber die «Liebe zum Vaterland, das Gefühl, für das Schicksal mitverantwortlich zu sein, muß den Willen des einzelnen stärken. Vergessen wir es nicht, auch wenn es uns in dem neuen Hause, in dem wir wohnen, nicht immer gefällt: Eines steht groß in den Himmel gebrannt, alles darf untergeben, Deutschland, unsere Kinder und Vaterland, Deutschland muß bestehen. Wenn uns das heiliges Gelöbnis ist, denn halten wir Lebenden das Gedächtnis an unsere Toten in echter Treue wach, solange wir auf fremde Hilfe hoffen, wird uns nicht zu helfen sein, aber Gottesfurcht und Gottvertrauen als Waffen | des Geistes werden uns wieder zur Höhe führen, | und wenn die Welt voll Teufel wär. So wollen , wir unsere Totengedenkfeier ausklingen lassen mit j den Worten eines Gedichtes, das in freier Weise 1 an den 93. Psalm sich anlehnt: Mag lärmend - | schrein' die ganze Welt: Hinweg mit ihm, dic Engel der Tiefe sich rüsten zu streiten mit Ange- ; stüm. Wir singen den ewigen Psalm int Chor: Rach größer ist Gottl Zu ihm empor heben wit gläubig und kühn unser Haupt. Der Herr bleibt doch Sieger, Heil dem, der ihm glaubt." Rach Schluß dieser packenden Ausführungen spielte die Musik leise: „Ich hatf einen Kameraden", die Fahnen wurden gesenkt, während die Teilnehmer entblößten Hauptes andächNg > lauschten. Eine weihevolle, erhebende Stunde, die ; vielen der Teilnehmer noch lange in Erinnerung, bleiben wird. Anschließend an die Gedächtnisfeier sand ein Vorbeimarsch der Truppen and der einzelnen Militärvereine statt. Am Kriegerdenkmal wurde kurz darauf von Landgerichtsrat Trümpert im Auftrag des Kriegerver- Fertigstellung des Entwurfs der Goldnotenbank. (Berlin, 14. Juli. (WTD) Wie wir er- fahren hat das Organisationskomitee für die Goldnotenbank seine Berliner Beratungen über die im Komitee b^rbeiteten Gesetz- und Statuten-Entwürfe am 10. Juli abgeschlossen. Das aus dem Präsidenten des Reichsbankdlrekto- i-iums Dr Schacht und dem englischen Banner Sir Robert Kindersley bestehende Komitee bat die Entwürfe der R e p ar a t i o n s l o m- Mission mit einem Begleitschreiben am 12. Juli in Paris übergeben. Die beiden Mitglieder des Komitees befinden sich in Paris, um der Reparationskommission etwa notwendige Aufklärungen M geben. feite willkürlich verdreht, verwässert und für uns I völlig entwertet worden sind. And das deutsche Volk, das heute hellhöriger und klarsehender als das vom Wilsonschen pazifistischen Chloroform betäubte Volk von 1918 ist, hat — das kann nicht scharf genug betont ©erben — durchaus | kein Interesse daran, auf seine Kosten die Herrschaft einer Demokratie von Poincarßs und Fochs Gnaden in Frankreich zu sichern. Die englische, dem Sozialisten Maedonald und dem Liberalen Lloyd George nahestehende Presse überbietet sich in Beteuerungen, daß biq Londoner Konferenz „im wahrhaft intarnatio- nalen Geiste von Genf" geleitet werden tourbe. Deutschland wird mit stärkster Aufmerksamkeit diesen Geist von London beobachten, um so mehr, aI3 das Frankreich des Demokraten Herriot sich rüstet, seiner Herrschaft nach Möglichkeit Schwierigkeiten zu bereiten. Denn außer dem Marschall Foch und dem General Rollet setzt es den Obergeneral Degoutte und den Präsidenten Tirard in Mürsch, um mit Hilfe der Satrapen von Brüssel die amerikanisch-rng-- lische Festung des Geistes der ehrlichen Berstanbi- gung mit all den sattsam bekannten gallischen Kriegswerkzeugen und Propagandamethoden zu bercnncn. Die Entscheidung liegt, wie im Weltkriege, bei den Amerikanern. Die Rach- folger des Herrn Wilson haben fovi-l an Deutschland wiedergutzumachen, die Ehre der Väter des Dawesplanes steht so sehr auf dem Sviel daß man erwarten mußte, daß von amerikanischer Seite alles geschieht, um den Sachverständigenplan tatsächlich feinem Geisteund Inhalte gemäß zur Ausführung zu bringen. <$dpn dieersten 'Tage der morgen beginnenden Kon- ferenz werden zeigen, wie weit diese Erwartungen gerechtfertigt sind. Es ist nur zweierlei möglich. Entweder wird der Geist von Landon endgulttg Schluß machen mit den in den letzten 5 Iah^a angetoanbten Methoden und ein als gleichberechtigt anerkanntes Deutschland als frei- willigen Unterzeichner eines ^Vertrages sehen, der zum mindesten — toir sind, mehr alä bescheiden — den durch das Versailler Diktat geschaffenen Zustand 'wiederhrrstellt oder der Geist r^n London wird ein Schatten des Geistes von Versailles sein und das (Sterben Europas am Gifte französischer Rachsucht und Landergler wird seinen Fortgang nehmen. Vidoant consules ... o <1 6tel”5) Last ÄSS S&-1 Ar®*, t*. tstE Wiinc K di- 6* feg# «Äs i SÄi' 'S-Ätz äf Die ntuR einen gewW liebe W g 5 lehrend er für Verständnis Goethe stets et 2^sbegleiterin. war es, der ami' Gäste des DÄ- derung beo rücke ging es Schis Garbenieich zu i Mengershäuser Landschaft gelegt schende Ostbrise b Wanderfahrt uni Niger empsiMi- führte an üppig selbem vorbei ü! liebliche Gvttesc eine ausgiebige ßchührenden D wndiger tzühnr dem Endziele C hereinbrechende Führer, die W schnellsten Weg La * Heuch Siefetgrabung ter Ludwig r. wohnhaft, eint Silbermün Mnzen lautet Wappen bes ^ontfurt und < Fcheszchlen 1( rt Dieder hiesige Kriege Teilnahme der D sein 50. Stiftui M mit einem F dächtnisseiem auf Kriegerdenkmal a begte sich ein gtt gang des Dorfes^ nach einer kurzen vteuernagei me Ansprache, M Daraus f( uchen Pfarrer 61 Pflicht lechtr Sau überreichte äungftauen eine iirlsvvrsihende, Z Leipzig, 14. Iuli. (WTB.) 'Der 5. Strafsenats dos Reichsgerichts verurteilte den 61jährigen Brunnenbauer Wilhelm Schönberg aus Osnabrück wegen Vergehens gegen das Spreng st ossgesetz und wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Vergehens zu sechs Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust sowie Stellung unter Polizeiaufsicht Schönberg, !^r bereits erheblich vorbestraft ist, hat im Hrrbst 1W3 auf Veranlassung der K. P. D. in seiner Wohnung in Osnabrück Bombe n mit Sprengwirkung von 30 Metern Am- k rei s angefertigt. Bei einer Haussuchung wurde eine große Menge Sprengrnaterial ' und auch eine Anzahl fertiger Bomben gefunden. Der Angellagte war geständig. Strafanträge im baherifchsn Massenprozeß. M ü n chen, 14. Iuli. (WTB.) ImProzeh gegen 157 Mitglieder der kommunistischen Partei in Bayern beantragte der Staatsanwalt heute folgende Strafen unter Errechnung mildernder Amstände: Gegen den Landtags- । abgeordneten Goetz-München 1 Iahr Gefängnis, den Landtagsabg eorbneten Buchs - Rürnberg, den Schriftsteller Dr. Frank-Berlin, Stadtrat T h i e r a u f - München je zehn Monate Gefängnis, gegen die übrigen Angeklagten Gefängnisstrafen von 2 bis 6 Monaten. Die I Antersuchungs- und Schutzhaft sei allen anzu- I rechnen. Wcttcrvo ranHsage Warm, südliche bis westliche Winde, Gewitterneigung, später zunehmende Bewölkung und Verschlechterung. Im Bereich des kräftigen Hochdruckgebiets über Mitteleuropa bleibt es zunächst warm, bei örtlichen Gewitterbildungen. Westlich Iilandsist ein neues Tiefdruckgebiet erschienen, dessen Cin- I flutz auf unsere Wetterlage jedoch noch nicht • abzusehen ist Aus Stadt und Land. Gießen, den 15. Iuli 1924. Sport und Persönlichkeit. Sport ist nicht Selbstzweck, Sport ist Mittel zum Zweck. Volkssport und Leibespftege sollen Persönlichkeiten schaffen, die inneren Werte des Menschen steigern oder gar erst begründen helfen. Wenn die sportliche Betätigung neben der rein körperlichen Ausbildung das aber tut, bann ist sie mehr als nur Körperkultur oder wie manche immer noch geringschätzig meinen — Spielerei. Wenn der Berufstätige den ganzen Tag über Berufs- und Wirtschaftsfragen gebrütet, toenn er sich mit den kleinlichsten Sorgen des Mltags herumgeschlagen hat, dann ist es für ihft, eine Erholung, wenn er eine Beschäftigung ausüben kann, zu der er Lust und Liebe hat, bei der er sich tret fühlt von jedem, auch dem kleinsten Zwang. Ur erhält durch eine solche Beschäftigung feine innere Freiheit zurück. Und welche Betätigung wäre dafür geeigneter als die selbstgewählte sportliche < Was vermag ähnlich aus das Gemüt einzuwirken? Beim Sport gibt sich der Mensch mit ganzer Seele der Beschäftigung hin. Das Gefühl der Lebensbejahung wird gestärkt. Die vier Worte im Turnerspruch „Frisch — Fromm — Fröhlich Frei" haben in diesem Sinne eine tiefe Bedeutung und sind nicht nur Aeuherlichkeit. Auch den Geist beeinflussen Sport und Leibespflege in hohem Maße. Die Gedanken müssen zusammengenommen werden, geistige Zucht । wird verlangt. Konzentration auf einen Punkt ist geboten. Hebe neue Lage muh blitzschnell ersaht werden: Umsicht, Geistesgegenwart unb schnelle Entschlußkraft find dazu nötig. Die im Beruf erschlafften Rerven werden durch die Sportausübung wieder gestählt. Besonders für die geistigen Arbeiter ist die sportliche Betätigung in ihrer Wirkung auf den Geist geradezu eine Rotwendigkeit. Zu der Wirkung auf Gemüt und Geist kommt die Ausbildung des Willens. Beim Sport muh man nicht nur die Gedanken, sondern auch die Glieder in der Zucht haben, der Wille zur Selbstbeherrschung wird also gestärkt. Mut und Ausdauer, die zur sportlichen Betätigung notwendig sind, sind ebenfalls abhängig von einem starken Willen. Da Sport immer innerhalb einer Gemeinschaft ausgeübt wird, so verlangst man von dem Sporttreibenden Rückficht auf die Mitmenschen, die Zurückstellung eigener Interessen und ein entwickeltes Gemeinschaftsgefühl. Kurz, der Sport fördert die Willensbildung, die innere Diszipliniertheit des Menschen. Wenn aber Volkssport und Leibespflege in dieser Weise auf Gemüt, Geist und Willen wirken neben der Ertüchtigung des Körpers, dann tra= I gen sie ausschlaggebend dazu bei, Menschen zu ei> ziehen, wie wir sie brauch^: Menschen, die sich aus dem physischen und moralischen Zusammen- bnich der Kriegs- und Rachkriegszeit herausretten I und beh Grunbstock legen zu einem Geschlecht, wie es das deutsche Vaterland einzig und allein brauchen farm, wenn der innere und äußere Wiederaufbau gelingen soll. * ~ " Bestandene Pr üfun g. Die Prüfung als Kriminalsekretär beim Pvlizeiamt Gießen bestanden die Kiiminalwachtmeister Hohs. Steif <9-'. Hauer, Heinrich Wolf, Karl Hofmann., Einst Glänzer, Ludwig Möbus sowie ba Polizeiwachtmeister Gustav Holzigel. ** Die Wahlen zim: Handwerkskammer betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, die wir der Aufmerksamkeit der Wahlberechtigten empfehlen. ** Der Herb st markt in Gießen findet vom 21. bis 28. September statt. Interessenten möge die heutige Bekanntmachung beachten. ! ** D i e Sammler für die Woh' nungs nothilfe, die in diesen Tagen bei unseren Mitbürgern erscheinen werden, weisen sich aus durch vorgedruckte mit polizeilicher nehmigung versehene Sammellisten. Eine Versammlung der Helfer und Helferinnen, bei bet über den Plan berichtet wird und bei bet jedermann willkommen ist, findet heute 8x/s llhc abends im Hause Kirchstraße 9 ftatt Siehr | Anzeigenteil.) Vorrwtizeir. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: 8 Llhr Gastspiel des Domra-Bala«?' laika-Orchefters. — Akad. Ausschuß für Leibes« Übungen: 8V4 Ahr im großen Hörsaal der Universität Vortrag des Staatsministers a. D. Do« minieus über „Die Pflege der Leibesübungen an den deutschen Hochschulen". — Gichener Radfahrer^ Verein 1885: 9 Ahr bei Doller Mitglieder-Der« farnmhmg. — Zirkus Mark: 8 Ahr letzte Vor« stellung. ’S?.™" Srleite der c) d) 4. (fließen, oen iv. jun iiwa. poouu Mllaem. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt. Hinkler, Rechner. 1 (AUGUST FÖRSTER 1. 2. 3. a) b) ersten Lage ronnren vrelFrauen unv zwei junge Burschen als Badediebe entlarvt und der Polizei zugeführt werden. die dem kammer 1924. Die eingereichten Bestandslisten des Ortsgewerbevereins Gießen. derFriseur-u.Perückenmacher-Zwangs> I. Für die Wohnungsbauten Am Riegelpsad: Weißbinder-, und Anstreicherarbeiten Schreinerarbeiten Installation der Gas-, Wasser- und Ent- Wässerungsanlagen Installation der elektrischen Beleuchtungsanlagen. Bekanntmachung. Betr.: Die Wahlen zur Handwerks- Die noch rückständigen Beiträge zur Krankenkasse, Invaliden- und Erwerbslosenversicherung für den Monat Juni 1924 können noch bis zum 22. Juli ds. 3s. ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Beitreibung und Kostenberechnung. Die Einzahlung kann Dienstags von 8 bis 1 Uhr bei unserer Kasse oder auf unser Postscheckkonto, Amt Frankfurt am Main Nr. 10833 erfolgen. Gießen, den 15. Juli 1924. [5686c Arbeitsvergebung. Bei dem Stadtbauamt liegen die Unterlagen für die Verdingung nachfolgender Arbeiten offen: Gerichtssaal. * Darmstadt. 14. Juli. Der Berwal» tungsgerichtshof verhandelte in seiner letzten Sitzung in einer Deschwerdesache gegen den Polizeiwachtmeister Schmidt in Friedberg, der am 26. September v. Hs. den Kaufmann ©lud in Friedberg mißhandelt haben soll. Es wurde eine Reihe von Zeugen vernommen. Entsprechend dem Anträge des Vertreters des Staatsinteresses wurde Schmidt einer Tleber- schveitung seiner Amtsbefugnisse für schuldig erHärt )IPnPn Bahnhofstrasse 65 B . ' r U. LlCh (Ober Hessen) begründet. 1 Q &"■ '6 _ ' reichre den nocy lebenden Gründern des Vereins, unter denen sich zwei Veteranen, Forstwart Blei und Kirchenvorsteher Hch. Steuernagel I., befinden, Ehrendiplome. Das frohe Treiben auf dem Festplah erlitt leider eine allerdings mir vorübergehende Störung durch ein mit heftigem Sturm und starkem Platzregen verbundenes Gewitter, das cm den Zelten und Ständen manchen Schaden anrichtete, sich aber glücklicherweise bald wieder verzog. Kreis Büdingen. )( Düdelsheim, 14. Juli. Bei schönstem Sommerwetter fand gestern das Gustav Adolfs-Fest des Zweigvereins Büdingen in unserer Gemeinde statt. Es wurde durch einen Hugendgottesdienst am Vormittag eröffnet, den der bekannte hessische Gustav Adolf» Pfarrer Weiß aus Bieber bei Offenbach unter freudigster Anteilnahme der Jugend abhielt. Im gutbesuchten Festgottesdienst am Rachmittag in der nach dem Brande prachtvoll wiederhergestellten Kirche predigte im Anschluß an das Apostelwort „Die Liebe Christi dringet uns also" ebenfalls Pfarrer Weih. Sehr zur Verschönerung des Festgottesdiensles trugen die Schuljugend durch einen Chor, sowie ganz besonders der Glauberger Pvsaunenchor durch seine herrlichen Weisen bei. Rach einer Kafseepause, in der die zahlreich erschienenen auswärtigen Gäste in gastfreundlichen Häusern der Gemeinde bewirtet wurden, begann die Rachversammlung ebenfalls wieder in der Kirche. Rach einer 'Begrüßung Les Vorsitzenden des Zweigvereins, Pfr. Göbel- Wolf, kam der Festprediger nochmals zum Wort; er führte der Versammlung die wechselvolle Geschichte der evang. Gustav Adolf-Gemeinde Heusenstamm vor Augen, die mit Hilfe des Gustav Adolf-Vereins im vorigen Jahr endlich ihre Kapelle einweihen konnte und darin eine würdige Stätte zur Abhaltung ihrer Gottesdienste fand. Den Rechenschaftsbericht über die Gustav Adolf- Arbeit und Gaben der Dekanatsgemeinden gab Pfarrer Werner-älsenbvrn, Pfarrer Becker- Düdelsheim sprach als Ortspfarrer das Dankes- und Schlußwort. Auch um die Rachversammlung machten sich der Schülerchor, sowie der Glauberger Pvsaunenchor wieder sehr verdient. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 14. Juli. Gestern ist hier der Flugplatz des Bundes Hessischer Flieger in Gegenwart des Staatspräsidenten und Vertreter der Stadtverwaltung eingeweiht worden, die auch an dem ersten Fluge teilnahmen. Rachmittags und abends konnten wegen der Wetterlage keine Flüge mehr stattfinden, so dah leider der erste Tag für das Unternehmen nicht vorteilhaft ab- fchloh. Es handelt sich hier um ein Erwerbsunternehmen, dessen Bestand von dem Erträgnis der Passagierflüge abhängig ist. — Die Freiwillige Feuerwehr Darmstadts beging am Samstag und Sonntag das Fest ihres 75jährig. Bestehens. Die eigentliche Feier fand am Samstag abend statt; ihr wohnten u. a. Staatspräsident Tllrich und Minister von Brentano bei; dieser hielt eine Begrüßungsansprache im Ramen der hessischen Regierung. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 14. Juli. Gegen die PreiSrätselausschreiben, mit Lenen augenblicklich die Welt in zunehmendem Maße überschüttet wird, geht jetzt die hiesige Polizei mit aller Strenge vor, indem sie gegen jeden der Veranstalter auf Grund des § 286 des Strafgesetzbuches (Vergehen gegen das Lotteriegesetz) Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft stellt. — In einer der bekanntesten Dadean st alten am Main wurde bis vor wenigen Tagen alles g e st o h - len, was nicht niet- und nagelfest war. Da kündigte der Besitzer durch Anschlag an, daß er jeder Person, die einen Badedieb auf frischer Tat erwische, eine namhafte Belohnung zusichere. Das half, denn schon am dem Endziele Garbenteich zu. Leider zwang ein hereinbrechendes Gewitter mit Hagelschlag Fremde Sprachen ohne Wörterlernen! Das ist nichts Unmögliches, sondern nur etwas Neues. Die bisherigen unbeholfenen, spröden und trockenen Sprachlehrmethoden mußten allerdings das Interesse am Sprachstudium bald ertöten. Sie packen die Sache am verkehrten Ende am: sie beginnen mit Stumpfsinn und enden in den weitaus meisten Fällen ohne Resultate. Und warum? Weil das nervenzermürbende Auswendiglernen von Vokabeln und Regeln, das langweilige und zeitvergeudende Nachschlagen in Wörterbüchern psychologischen Unsinn bedeuten. Das richtige Prinzip ist: erst überhaupt lesen und sprechen, dann die Fehler ausmerzen. Die fremde Sprache einfach so übernehmen, wie das Kind das Sprechen unbewußt lernt. Erst die Sprache erobern, dann sie studieren! Daß die Beherrschung fremder Sprachen für jeden Deutschen geschäftlich wie gesellschaftlich eine zwingende Notwendigkeit ist, bedarf wohl eines Beweises nicht mehr. Wir haben nicht gelegentlich, sondern täglich Nutzen davon: geschäftliche Vorteile, besser bezahlte Stellungen, bessere Verdienstmöglichkeiten, ideellen Nutzen! Lesen Sie sofort die Broschüre Spracherwerb ohne Lsrnzwang herausgegeben vom Redaktionsstab für Sprachmethodik e. V. und Sie werden wissen, wie die Beherrschung fremder Sprachen ohne Mühe in kürzester Frist möglich ist. Diese leichte, weil naturgemäße Methode ist ganz neu uni kann mit keiner bisher im. Unterricht angewandten verglichen werden. Sie Beruht im wesentlichen auf hochwichtigen Ergebnissen jahrelanger psychologischer Untersuchungen der Professoren Ebbinghaus und Müller über die Mechanik und die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses. Das Werk ist so konstruiert, daß sich jedes Kind sofort hineinfinden kann und keinerlei Vorkenntnisse erforderlich sind. Die oben genannte Broschüre wird in Gießen von nachstehender Buchhandlung an ernsthafte Interessenten kostenlos und ohne jede Verpflichtung ausgehändigt: 4826A Schneidersche Buchhandl. H. & K. Keifiner, Neuen Bäue 3 tizeu. r Iienstag für Lews" der M itsmrmsterS,«. . _ Qeibc3ubun9ai , “cMefener Sobfog Teller Wilglieder-Der« M MM * Führer, die Wanderung zu kürzen, um auf schnellsten Wege das Endziel zu erreichen. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 14. Juli. Bei 1L Für Wohnungsbauten Gnaulhstraße: 1. Erd- und Maurerarbeiten für die. Be- festigung der Hofeingänge 2. Lieferung von Iementplatten. III. Für städt. Schlachthof: Erd- und Maurerarbeiten für eine Wasser- versorgungsanlage (Brunnen mit Rieselkanal). Verdlngungstermkn am 28. Juli 1924, norm. 10 Uhr. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 12. Juli 1924. 6ö7öß Stadtbauamt. I. D.: Grobe. ' o La Liefergrabung seines Kellers fand der Arbeiter Ludwig Depler, in der Dachstraße wohnhaft, einen irdenen Topf, der etwa 450 Silbermünzen enchielt. Die Prägung der Münzen lautet auf 1 Albus und zeigt die Wappen des Bistums Mainz, der Stadt Frankfurt und Hessen-Darmstadts, sowie die Jahreszahlen 1691 bis 1697. rl Rieder-Bessingen, 14. Juli. Der hiesige Kriegerverein feierte gestern unter Teilnahme der Vereine des ganzen Bezirks Lich fein 50. S t i f t u n g s f e st. Es begann am Morgen mit einem Festgottesdienst, an den sich Gedächtnisfeiern auf dem Friedhof und am neuen Kriegerdenkmal anschlossen. Am Rachmittag bewegte sich ein großer Festzug nach dem am Ausgang des Dorfes hergerichteten Festplah. Dort hielt mach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeister Eteuernagel der Vorsitzende Gastwirt Loy eine Ansprache, die in das Deutschlandlied ausklang. Darauf folgte die Festrede des Ortsgeistlichen Pfarrer Schorlemmer von Lich, die von der Pflicht rechter Kameradschaft handelte. Frl. Hau überreichte im Ramen der Frauen und Jungfrauen eine neue Fahnenschleife. Der De- zirksvorsihende, Tierarzt Walther- Lich, über» Sängersest in Lang-Göns. m. Lang-Göns, 14. Juli. Dom herrlichsten Sommerwetter begünstigt, feierte gestern der Männergesangverein .Frohsinn" dahier sein 70jährrges Bestehen, verbunden mit dem Ehren- fingen des Lahntalsängerbundes. Das Fest begann mit einer Vorfeier am Samstagabend. Der festgebende Verein fang am Kriegerdenkmal den Trauerchor: „Stumm schläft der Sänger", worauf der Alkerspräsi- dent Konrad Wilhelm einen Kranz zu Ehren der 17 im Weltkrieg gefallenen Mitglieder des Vereins niederlegte und ihrer Treue gedachte, die sie stets dem Verein und auch dem Vater» lande gegenüber erzeigten. Hieraus bewegte sich der F e st z u g nach dem Festplah zu einem K o m- rn e r s in der Festhalle, die ca. 2000 Menschen faßte und fast ganz gefüllt war, da sich schan Vereine und andere Festteilnehmer eingesunden hatten. Rach einem flotten Marsch der Kapelle Mank-Wieseck und dem Chor: „Die Himmel rühmen" mit Orchester, beglückwünschte der Ehrendirigent Lehrer S ch w i n n den Verein zu seinem Jubelfest, betonte die hohen Ziele der Gesangskunst und gab erläuternde Erklärungen zu dem nächsten Stück, welches gleichsam den Höhepunkt des Abends bildete. Jener Liederzyklus „An der Wolga", der in seinen 10 Rezitationen mit Gesängen für Chor und Orchester in etaxi einstündiger Dauer die verschiedensten Gefühle des menschlichen Herzens in wundervoller Tonmalerei zur Geltung brachte, gab Zeugnis davon, was auch ein gut geschulter Dorfverein unter Leitung eines tüchtigen Dirigenten leisten kann. Sehr beifällig wurden ferner die Quartette „Rheinglaube" und „Schlafglöckchen" und der Chor „Matrosenbraut" aufgenommen. Eine Musterriege des Turnvereins gab Zeugnis von der guten körperlichen Schulung unserer Dorfjugend. Dem Dirigenten des Vereins, Lehrer Blaß- Großen-Linden wurde nun noch der ehrenvolle Auftrag, den vier Mitgliedern des Vereins, Heinrich Heller, Carl Schmidt, Philipp Spieß und Anton Joch Wagner, die mehr als 50 Jahre dem Verein angehören, für ihre Treue zu danken und ihnen Ehrendiplome zu überreichen. Weiter überbrachten Vertreter der Drudervereine Kirchhain und Marburg dem Ja- belverein Geschenke. Der gestrige Festtag führte eine vieltausendköpfige Schar von Sängern und Sanges- freunden nach unserem reichgeschmückten Dorf. Schon gegen 9 Ufjr vorm. begann das Ehrensingen der Dundesvereine in der Festhalle. Es fangen Frohsinn-Gießen, Eintracht-Hungen, Frohsinn-Londorf, Männergefangverein Wetzlar, Männergefangverein Grünberg, Liedertafel-Gießen. Harmoni-'-Wiefeck, Harmonie-Gemütlichkeit Gießen, Rothfcher Männerchvr-Lich, Liederkranz» Weilburg, Liedertafel - Marberg, Cäcilia - Lich, Orpheus-Butzbach, Gesangverein Kirchhain, Heiterkeit-Gießen, Liederkranz-Dillenburg. Die Leistungen der Vereine zeigten, dah der Lahntal» Sängerbund, welcher 1860 in Butzbach gegründet wurde, auch heute noch eine ehrenvolle Stellung unter den westdeutschen Sängerbünden entnimmt. Der Festzug, der sich nachmittags vom Bahnhof aus durch unser Dorf nach dem Festplah bewegte, setzte sich aus den Festjungfrauen, dem Bundesvorstand und dem Festausschuß, den Ehrenmitgliedern, den 18 Bundesvereinen, den 19 Gast vereinen der benachbarten Ortschaften und sämtlichen hiesigen Vereinen zusammen. Auf dem Festplah sprach Bürgermeister Henrich einige Worte der Begrüßung an die Festgäste und den Jubelverein. Hierauf sang dieser „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre", worauf Alterspräsident Wilhelm in markigen Worten die Wirkungen des Liedes auf das menschliche Gemüt in den verschiedenen Lebenslagen in Freude und Trauer, in Frieden und Krieg, in Heimat und Fremde so recht zu schildern verstand. Er endete mit einem Hoch auf das deutsche Lied und die deutsche Heimat. Es folgten nun Gesangsvor- träge der Gast- und Bundesvereine, hierauf Volksbelustigung und Tanz. Ein gegen 4 Tlhr einsehendes Gewitter, welches nur kurze Zeit anhielt, konnte der Festesfreude keinen Abtrag tun. Mus dem Mmtsverkündigunqsblatt. •* Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 47 vom 11. Juli enthält: Verkehr mit Kraftfahrzeugen. — Die Tollwut. — Scheidekatarrh in Treis a. d. Lda. — Straßensperre. — Schulgeld für ortsfremde Schüler der Fortbildungsschule. — Feier des Verfassungstages. — Anrechnung der Kriegsdienstzeit. — Dienst Nachrichten. — Gefunden, verloren. — Lleberwachung von Brief- sendungen in Mainz. „.»ssrev'd« Sstrs Srt die na$ .d'gunE vn berichtet, det ^träge 3 v--i;' ^<..1. bs - ^«ftaden de« ^ «bongen- c We^?t Bi allo I r" AePrüftM lr üfunS- , Aiehea t*g iit bet inpsthl^W 3ntei I mnung, der Maurer- und Bauunternehmer- Zwangsinnung Gießen—Land und der Schloffer-Dereinigung liegen von Dienstag, den 15. Juli 1924 bis Dienstag, den 22. Juli 1924 einschl. während der Zeit von 1/28 fthr vormittags bis 1/21 Ahr mittags in den Räumen des Verstcherungsamts der Stadt Gießen, Gartenstraße Rr. 2, Seitenbau, zur öffentlichen Einsicht und Erhebung etwaiger Einsprüche offen. 5682B Gießen, den 14. Juli 1924. Der Oberbürgermeister. 3.03.: Dr. Frey. Mittwoch, den 16. Juli 1924, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neuenweg 28 (im Löwen) zwangsweise gegen Barzahlung: 5 Gasherde, 1 Grudeherd, 6 irische Oefen, 1 Kochherd, 2 Schreibtische (Dipl), 2 Schreibmaschinen, 1 Küchenbüfett, 1 Chaiselongue, 1 Garnitur Korbmöbel, 1 Kommode, 2 Hobelbänke, 1 Kassenschrank, 1 Personenauto, 2 Büfetts. Bogel, 668oq stellv. Gerichtsvollzieher. Guterbaltener =STUTZFLÜGEL Blüthncr, Steinweg ob. sonst, gute Marke, i aegen Kassa gesucht. Offerten an Möhl, vretzlar. «ornmnrkt. ' 60,011 * " vtraßensperre. Wegen HersteNung deines Kanals ist die Kreisstrahe Gießen — Steinberg bis auf weiteres für den Automobil- und Lastwagenverkehr gesperrt worden. Der Verkehr wird über die Kreisstraße Gießen— Haufen—Wahendorn geleitet. — Die Sperre der Kreisstrahe Holzheim — Gambach ist wieder aufgehoben worden. *• liebet „Goethes musikalische Entwicklung" wurde am Sonntag im Goethe-Bund im Kaufmännischen Vereins- Haus referiert. Schon von früher Jugend an schenkte Goethe der Musik reges Interesse und zeigte eine tiefe Reigung, ihr Wesen theoretisch zu ergründen. In Frankfurt und Leipzig hatte er Gelegenheit, gute Konzerte zu hören, und auch seine Straßburger Zeit gab ihm manche Anregung auf diesem Gebiete. Rach Frankfurt zurückgekehrt, lernte er den Komponisten und Pianisten Christoph Kaiser kennen, dessen Klavierspiel auf ihn einen besonderen Zauber aus- übte. In Weimar fand er dann ein vor allem durch die lunftfinnige Herzogin hochentwickeltes Musikleben vor. Hier entstand seine Proserpina, in der er einen Stoff der griechischen Sage als Deklamation mit Musik gestaltete. Karl Eberwein, ein geschickter Geiger und Klavierspieler, und der Leiter der 1807 begründeten Goetheschen Haus- fapelle, schrieb hierzu die Musik. Seine Reise nach der Schweiz 1779 rief in ihm den Gedanken zu seinem Singspiel „Jery und Bätely" wach, auch faßte er den Plan zu einer deutschen komischen Over, Mozarts „Entführung aus dem Serail", schlug jedoch triefen Plan einer deutschen tomischen Oper völlig nieder. Reichard, Zelter und Mendelssohn waren es fernerhin, die aus die musikwiffenschaftttchen Arbeiten Goethes einen gewissen Einfluß hatten. Besondere Vorliebe hatte er für Mozart, Haydn und Gluck, während er für Deethovensche Musik kein rechtes Verständnis finden tonnte. Die Mufft blieb für Goethe stets eine - tröstende und erquickende Lebensbegleiterin. ** D. H. C. Gin richtiger sonniger Sommertag war es, der am Sonntag ca. 80 Mitglieder und Gäste des D. H. C. Gießen bei ihrer Juliwanderung beoT-iitete. Durch den Gießener Stadtwald ging es Schiffenberg vorbei über Hausen und Garbenteich zu den leider noch wenig bekannten Mengershäuser Teichen, einigen, in anmutiger Landschaft gelegenen Waldweihern. Eine erfrischende Ostbrise begleitete die Teilnehmer auf ihrer .Wanderfahrt und ließ die schier tropische Hitze weniger empfindlich erscheinen. Der Weitermarsch führte an üppigen Wiesen und wogenden Kornfeldern vorbei über den Kolnhäuser Hof durch das liebliche Gottesackertal nach Kloster Arnsburg, wo eine ausgiebige Rast am Platze war. Rach einer gebührenden Besichtigung der Klosterruine unter nrndiger Führung ging es dem Jägerpfad entlang ihr 3ef)tcn i QbÄ Kriege, v^Tfthdje ) Kaiser u b Ä ,n 2kä n - ier inif' um einem S 3nÖ ä'r er her n « Ibs^^sallenen ndva ■ ist ÄeL^rleren -DL'r ein Dor- „ n alle wieder Ä diese , K ßerz auch starkes Dellfriedens unser Batev "Woltem und . den besetzten unser Volk, und m n\t dnbern u ul>ne , . -Arning. Freillch 7?. aber dieÄebe ' das , Schicksal ultz «n Men des es nicht, auch 4aase, in dem ngroß darf untrrgchen, er und Batnlanö, uns das hri° ?? vir Lebrnde.1 das len in :f:er Treae sl-mde Hilfe Wen, km, ad:r Sottes- rauen als Waffen rderzur.hvhe führe-, teufa toär. Sv Mlen t ausllingen lassen mil^. s. das in freier Deik" tlefm:: Wag lärmend J Hinweg mit ihm dir i i ui ftrziten mtt Ungc )iqen Pfalm bn Chor: ihm empor heben axi Knitt Der ßerr bleib! v t ihm glaubt.“ ittaöen Lisführungm 2 )ch hall' einen Käme» i -ben gesenkt, während j 7 Hiuptes andächtzg H crE>ef>cnl< Stunde, du $ lange ui Trvmerm^ , an die Gedächtnis- i lch drr Truppen ne Katt Am Krieger- r mf von Landgerichts-r ittrag des Äneg^l ml. «3 27 FamilienseleiM . die bei miMischen.M tnl iften Darbietung en | e Kinderreigen und | eist verlief. Landwirtschaft. Die ansteckende Gehirnrückenmarks-Entzün- düng der Pferde. 3n der letzten Zeit ist in O b r r h e s s e n eine Anzahl von Pferden an einer Gehirn- Dückenmarlsentzündung ertrantt, die nach den angeftenten Untersuchungen mit der in Sachsen als Bornasche Krankheit und in Württemberg als Kopfkrankheit bezeichneten Krankheit rdentisch^ ift. Die Seuche tritt meist gegen Ende des Winters oder anfangs des F^-ühjahrs auf, um in den heißen Sommermonaten ihren Höhepunkt zu erreichen. Sie wird durchs Aufnahme eines noch unbekannten Anfteckungsstoffes verursacht, Heber» tragung von Tier auf Tier scheint seltener zu sein, ist jedoch nicht ausgeschlossen. Drie Krankheit beginnt mit Mattigkeit, verminderter Freßlust, die Tiere sind hinfällig und gähnen viel. Rach einigen Tagen stellen sich Gehimstörungen ein, die Tiere werden unruhig und schreckhaft, zeigen manchmal Kolikerscheinun- gen und vielfach Muskelzuckrngen im Bereich des Kopfes. Diese Erscheinungen nehmen an Starke zu, wobei es auch zu Tobsachtsanfällen kommen kann. Die Erregungszustände werden nach einiger Zeit durch Lähmungserscheinungen und Depressionen abgelöst. Dir Tiere stehen mit gesenktem Kopf, diesen oft an die Wand gestemmt, wie fchlafend da und versagen die Ausnahme von Futter und Wasser meist völlig, da auch der Schllundkops gelähmt ist. Daneben werden oft eigenartige Zwangsbewegungen beobachtet, die Pferde gehen ständig im Kreise herum oder machen uhrzeigerartigr Bewegungen. Die Lähmungen nehmen im weiteren Verlauf der Krankheit zu. so daß die Tiere sich nicht mehr auf den Deinen halten können und zusammenstürzen. In den weitaus meisten Fällen tritt der Tod ein, wenn nicht noch die Rotschlachtung vorgenvmmen wird. Die Dauer der Krankheit, bei der in der Regel nur geringgradiges Fieber beobachtet wird, beträgt 1—3 Wochen, der Aus- gang ist fast immer tödlich. Die Behandlung ist wenig aussichtsreiche, da alle angewandten Mittel bisher versagt haben. Zur Bekämpfung der Seuche ist vom Ministr' rium eine Verordnung mit sofortigem Inkrafttreten erlassen worden, die die geeigneten Maßnahmen vorsieht. Die Einführung der Anzrige- pslicht ist in die Wege geleitet, auch ist beim Landtag ein Antrag auf Einführung der Entschädigung für die an der Seuche gefallenen Tiere eingebracht worden. Die Bekämpfung der Seuche muß daraus gerichtet fein, den im Boden lebenden Aast eckungsstoff baldmöglichst unschädlich zu machen. Deshalb ist sofort nach der Absonderung der erkrankten Tiere eine gründliche und möglichst auch fortlaufende Desinfektton des verseuchten Stalles, besonders des Stallbodens, vorzunehmen. Ebenso ist die vorschriftsmäßige Desinsettion des Düngers und der Jauche unbedingt erforderlich, um zu verhüten, daß der Ansteckungsstofs weiter verbreitet wird. Zur Verhütung der Einschleppung der Seuche in gesunde Bestände wird namentlich empfohlen, nur einwandfreies Wasser, am besten Leitungswafser zu geben und nai gutes, einwandfreies Futter von trockenen Wiesen zu verfüttern. Vekanntmachung Kirschenversteigernug Mittwoch, den 16. Juli d. Is., nach-- mittags 2 Uhr, wird der II. Teil der Kirschenernte von den Bäumen auf dem Trieb in 75 Losen möglichst baumweise öffentlich meistbietend versteigert. Zusammenkunft an der Kaiserallee bei der Wirtschaft „Jur Germania". 5595B Gießen, den 9. Juli 1924. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Der Herbstmarlrtin Giehen findet in der Zeit vorn 21.-28. September 1924 statt. Reflektanten wollen sich wegen Ueberlaffung von Plätzen für erstklassige Fahr- und Schaugefchäfte sowie vonVerkaufsbuden bis fpätestens20.August 1924 an die Stadtverwaltung (Stadthaus Bergstraße, Zimmer Rr. 12) wenden. Die Bedingungen sind dort erhältlich; Angebote sind unter Verwendung des vorgeschriebenen Angebotsscheines schriftlich mit der Aufschrift: „Angebot für den Herstmarkt 1924" an die obenbezeichnete Stelle einzureichen. 5675B Gießen, den 10. Juli 1924. Der Oberbürgermeister. 3. V.: Klingfpor. Allgeni. Ortskrankenkasse Gießen-Stadt. piAtios=L|AKmoniums hev- ftfl1 Dr. med. Wilhelm Clauß Frankfurt a. M. Juli 1924 Lich Juli 1924 M1TT9 6807J) Eintritt frei. DerMd.AiiSsAßfiirLcibeSiibiiiiiitii Sanna Zinßer geb. Nowack Gießen, 14. Juli 1924. 021768 einen 5674V 021750 ®FRANZ REGIER 021767 Eaufen Steinstrake r>4 1. Elisabeth Matthias. Gießen, im Juli 1924. Groflwanderschau °'S" Zirkus Otta Mark Kaufgesuche| 011786 Dir.: Gebr. Mark 021764 mieten Platz in der Schützenstratze Bietzen 021784 nefudtt. 5fliiihiiau61BelOemnnn SeUerSweg. den Stellenanflebote| Achtung! Achtung! sucht. 021770 Stellengesuche Kriegsbeschädigte haben freien Zutritt. Erwerbs« lose zahlen halbe Preise. Die Direktion. | Die kluge Hausfrau nimmt nur 5207- Neue Neue Kartoffeln Matjesheringe 5207a 3 Stück 40^ 3 Pfund 22^ S&8=Kdt(io sch'-l-'i-d. Babnbosstr. 26, Ludwigstr. 20, Malltorstr. 24, frankfurter Strabo 89. 5683c Gießen, Erdkauterweg 5671 D M'z i < MW ■ Die Verlobung ihrer Tochter Else mit Herrn Dr. med. Wilhelm Elautz beehren sich anzuzeigen Dr. med. Fritz Schaad und Frau Lina geb. Reinhardt LehrcrStochtcr v. Lande sucht sofort ober 1. August Stelle als Haustochter in besi. Hause. Schriftl. Angeb. tu. Gehalts- angabe unter 021762 an den Gies,. 91ha. la saftige Zitronen 3 sm« 20 Feinst. Himbcersirup ö-l. 1.90 »tl.05 * Für die warme Teilnahme und di& reichen Blumenspenden danke ich allen von Herzen, auch im Namen meiner Kinder. REC8.AME SCHILDER MALERu ZEICHNER LICHERSTR-3Z Geschmackvolle Schaufenster-Plakate In wetterbeständ.Farbon Klischee-Entwürfe! 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Schneider Ingenieurschule Tecrniüsum Altenburg 8a.-A nib.B.(Staatekomm.) Ma'ohlnonb.Elektro- toohnlk,Automobil!). Preiew.Verpflegung ImStndlerendenkr.K ■tem.-Bng. Apr.n.Okt | Die Beerdigung findet Dienstag, 15. Juli, 2 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Friedhofs in Gießen aus statt. 021755 Jedermann willkommen. Der Ausschutz 3 Tafeln 85 H Vollmilch- Schokolade 3 Tafeln 1 Jt Am« mit kleinem Bureau per 1. Sept, oder früher -u mieten gesucht. Schriftl. 91 n« geböte unter 021766 an den Gietz. An-. Grobe Sendung Einmach' und Salatgurken, Bohnen, Blumenkohl, Tomaten, Johannisbeeren, Heidelbeeren u. Kirschen cingetroffcn. Berkaus Mittwoch sriib, von 8 Hbr an. am Felsenkeller. Bahnhosstratze. $6i A. Frosch, ßroülimihliinfi. Möiflolie VeFsammlung der Heller iLflellerinnen heute Dienstag, den 15. Juli, 8V2 Uhr abends, im Gemeindehaus, llirchstr.9. Bericht über den Plan: Prof. D. Hans Schmidt. Besprechung der Sammlung. Sonntag, den 13. Juli, nachmittags 5 Uhr, wurde mein guter Mann, unser lieber Vater, der Kommerzienrat Oskar Will Ritter hoher Orden von seinem schweren Leiden durch den Tod erlöst. SIMM «Ä Ml» für Haushaltungsmassenartikel ges. GIWlmwe!!-vertrieb Sieben °,°«h Kirchenplatz 15. Danksagung. Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes sage ich auf diesem Wege meinen innigsten Dank. Einladung an alle Freunde von Turnen, Sport und Gymnastik zu dem Dortrag des Herrn Staatsministers a. D. Dominicus über MPslegedelMMungeii an den dentschen Hochschulen mit Lichtbildern am Dienstag, dem 15. Juli 1924, abends 8‘/4 Uhr, im groh. Hörsaal der Universität. Laden in bester Lage gegen Friedensmiete für sofort oder 1. 10. 24 gesucht, evtl. Abfindungssumme. Ost. unter 1586 an Herfo, Plorkstr. 5. [5(i7!ih Bureau NI. Lagerraum sofort z. vermieten. Schriftl. Angebote unter 021783 an den Gien. An-, erbeten. VWM- sofort ab-ugeben. 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Schon vor dem Kriege hat die deutsche Go sellschaft für Russenhygiene ihre warnende Stimme erhoben und Sus die große Gefahr hingewiesen, hie der Zukunft des deutschen Volkes droht und die nur abgewendet werden kann, wenn es ohne Verzug und mit der größten Energie daran geht, seine innere und äußere Politik, sowie sein ganzes Leben im rassenhygienischen Sinne umzug.statt n. Denn infolge der zunehmenden Industrialisierung und der damit verbundenen Zusammenballung der Dolksmassen in den Industriezentren und Städten ist dec größere Teil unseres Volles von den natürlichen Lebensbedingungen losgelöst worden. Die materialistische Lebensauffas.u g. Gonorrhoe und Syphilis haben eine so weitgehende Beschränkung der Geburtenzahl h rbeigeführt, daß die städtischen Familien durchschnittlich in etwa drei Generationen dem Aussierlen verfallen. Die außerhäusliche Berufstätigkeit d r Frau und die späte Heirat der Männer in den höheren Verusen sind mit der Aufzucht einer größeren Zahl von Kindern unvereinbar und schließen so gerade die besten Erbanlagen von der Fortpflanzung aus. Der Geburtenausfall war daher schon vor dem Kriege katastrophal und wurde nur verdeckt durch leine steigende Abnahme dec Sterbefälle. Der Krieg hat etwa 1,82 Millionen deutsche Männern, und zwar die Auslese des Volkes, dahingerafft, uns einen Geburtenausfall von etwa 3,6 Millionen gebracht und unseren Rachwuchs, die Zukunft unseres Volkes, durch Hungerblockade und Dalutaelend in seiner körperlichen und seelischen Widerstandskraft schwer geschädigt. Die Gefahr für den Fortbestand unseres Volkes ist daher bedenklich näher gerückt und auch weiteren Äieiicn offenbar geworden. Den Forderungen der Rapen- Hygiene wird daher jetzt steigendes Interesse entgegengebracht. Dem hat der Verlag von H. F. Lehmann, München Rechnung getragen und einen .Grundriß der menschlichen Erblich- keitslehreundRassenhygiene" herausgegeben, der von dem bekannten Vererbungsforscher Erwin Daur, dem Anthropologen Eugen Fischer und dem Rassenhygieniker Fritz Lentz bearbeitet ist. Das Werk, das zuerst 1921 erschien, ist 1923 in zweiter, vermehrter und verbesserter Auslage herausgekommen (Preis 20 Mk). Der I. Band (geh. 9 Mk, geb. 11,50 Mk.) behandelt die menschliche Erblichkeitslehre und enthält 112 Tex abbil- dungen, 1 Karte und 8 Tafeln mit 48 Ra s.bil- dern. Band II (geh. 7 Mk., geb. 9 53 Mk.) umfaßt die menschliche Auslese und Rassenhyg ene. Wenn wir diese Dinge verstehen wollen, so müssen wir uns zunächst etwas näher mit der Vererbungsfrage beschäftigen. Obwohl die m der e Vererbungslehre erst zu Veginn die.es Jahrhunderts neu erstanden ist, gestaltet sie uns doch einen sehr tiefen Einblick in dieses wich.ige Gebiet. Die Grundlage der Vererbungslehre bildet das Mendelsche Gesetz, das der Augustinerpater Gregor Mendel um die Mitte des vorigen Jahrhunderts bei seinen Pflanzen-Tastardirrungsrer- Sn gefunden hat. Kreuzen wir eine r in we ß- >nde Pflanze mit einer rein rotblühenden, so erhalten wir rosablühenöe Dastardpflanzen. Wenn wir nun diese Bastarde sich wieder unter- einander befruchten lassen, so erhalten wir eine (Nachkommenschaft, die aus dreierlei verschi d nen Individuen besteht; ein Teil wird weißblühend, ein Teil rosa und ein dritter rot ausfallen, und zwar im Verhältnis von 1:2:1, d. h. von 100 Pflanzen werden etwa 25 weiß, 50 rosa und 25 25 rot sein. Die auf diese Weise gewonnenen wei- ßen Pflanzen geben unter sich befruchtet wieder eine rein weiße Rachkommenschaft, die roten sind ebenfalls konstant, man nennt sie daher reinerbig (homozygot). Die rosablühenden Pflanzen verhalten sich aber genau wie der erste Bastard, d. h. sie spalten wieder auf in ein Viertel weiße, zwei Viertel rosa und ein Viertel rote Rachkommen, man nennt sie daher spalterbig (heterozygot). Die Klärung dieser Erscheinung gibt die zuerst von Mendel aufgestellte, heute zur Gewißheit gewordene Hhpotese, daß jeder derartige Bastard zweierlei Arten von Geschlechtszellen bildet, nämlich 50 Proz. väterliche und 50 Proz. mütterliche. Bezeichnen wir, um die Verschiede ahnt zum Ausdruck zu bringen, die Geschlechtszellen der Weißen Rasse mit A, die der roten Rasse mit a, so erhalten wir bei dec Vereinigung zweier Geschlechtszellen der weißblühenden Pflanze AA, ter vockilühenden aa. Kreuzen wir nun eine weiße AA Pflanze mit einer roten aa, indem wir eine Weiße Pflanze mit dem Pollen der rotblühenden befruchten, so geschieht dies in dec Weise, daß sich eine weibliche Geschlechtszelle A mit einer männlichen a vereinigt; wir erhalten dann einen Bastard mit der Bezeichnung Aa ober aA, der rosa blüht. Soweit ist an dem nichts besonderes, um so auffälliger ist, wie wir schon sahen, das Verhalten der Rachkommenschaft eines solchen Bastardes. Dies erklärt sich daraus, daß die beiden verschiedenen Arten — A u. a — von Geschlechtszellen sich in vier verschiedenen Weisen bereinigen können: Aa -s- Aa kann beider Vereinigung 1. AA, 2. Aa, 3. aA und 4 aa geben. Wirerhalt n also etwa Vi AA oder w.ißblühende, 1/4 Aa und 1/4 a \ gleich 2/4 rosa blühende und 1/4 aa oder rotblühende Pflanzen. Es ist möglich gewesen, auf Grund dec Theorie nun auch das Resultat von weiteren Versuchen vorherzusagen und sv die Theorie zu p ü- fen. Derartige klare Bastardierungs-Ergebnisse lassen sich aber nur mit reinen Rassen gewinnen; auch werden die Verhältnisse oft durch Zu am- menkoppelung mehrerer Eigenschaften in de: Erbanlage, auf die ich in dieser kurzen Zusammenstellung nicht näher eingehen kann, weit rerwidel- 1er, so daß die Vererbung von Rasenunterschieden beim Menschen nicht immer so klar und.durchsichtig ist wie bei den Pflanzenversuchen. Wir haben es ja bei unseren Kulturtwlkern nicht mit einer reinrassigen Bevölkerung zu tun. Unter Volk versteht man nach Eug Fischer cir.e Gruppe von Menschen, die durch gemeinsame Kulturgüter vereinigt werden, deren wicht.gstes die Sprache ist, während Rassen Träger gleicher Erbanlage sind. Trotzdem oder vielmehr gerade deswegen ist es von großer Wichtigkeit, die verschiedenen Rassen, aus denen sich ein Kulturvolk zusammenseht, ihre körperlichen und seelischen Eigenschaften, ihre Herkunft und ihre Verbreitung in der Bevölkerung uff. zu erforschen. Mit Recht wird daher neuerdings der Rassenfrage auch bä uns größere 2'uf- merksamk. it ge chenkt. Dies z igt sich wohl am beste 1 darin, daß die Rassenkunde des deutschen Volkes, mit einem Anhing. Rass.n- kunde des jüdischen Volkes von Hans F. K. Günther (Verlag I. F. Lehmann, Münch n, 5. Aufl. 1924, 514 Seiten, in Ganzleinen geb. 11 Mk., in Halbleder 14 Mk.), die zum ersten Male eine Gesamtdarstellung der ra sigei Verhältnisse innerhalb des deutschen Volkstums g.bt, in drei Jahren fünf Auflagen erlebte. Rach Günther sind an der Bildung unserer heutigen Bevölkerung hauptsächlich vi r rer,chie- dene Rassen beteiligt, die nordische, we ische (n e- 'diterrane), ostische (alpine) und dinariuch. Ihre körperlichen Merkmale, ihre seelische 1 Cigensch f en und ihre Verteilung über das deutsche coprach- gebiet, ferner älmwettseinflüsse, Vererbungserscheinungen usw. werden näher gesch ldert Das gut ausgestattete Tuch, das Li.se Ausführungen an 14 Karten und über 500 Rasseköpfen veranschaulicht, ist allgemeinverstä dl ch geschrieben und wird allen denen, die der Raswn- frage Interesse entgegenbringen, viel Auf.lä.u g und Anregung geben. Es wäre sehe zu w nschen, daß die Gefahr, die unserem Volkstum beon.es durch das Armwerden an nordischem Blute ..roßt, weiteren Kreisen zum Bewußtsein käme und besonders bei unserer gebildeten Jugend Wiee hall fände, die zu Führern des Volkes berufen ist. Sie sollte sich auch mehr als bisher mit der wissenschaftlichen Vere bungsl hre b.schäf.i en, denn das Mendelsche Gesetz fmLet auch seine Betätigung durch die moderne mikrobiologische Forschung. Mit Hilfe des Mikwk.pes ist es nämlich möglich, die DefruchtungSvorgänge In dec Geschlechtszelle näher zu studieren. Ebenso wie die Pflanzen entstehen auch die tierischen Organismen und der Mensch durch Vereinigung einer väterlichen und mütterlichen Geschlechtszelle. Ei und Samenzelle bestehen, wie alle anderen Körperzellen, aus Protoplasma und Kern. Im Kern treten zur Zeit der Befruchtung kleine, bandartige Gebilde auf, welche die von den Forschern zu ihrer besseren Sichtbarmachung benutzten Farbstoffe stark aufnehm n un> dah r den Ramen Chromosomen führen. Sie sind die Träger der Erbmasse. Für jede Organismenart ist die Zahl der Chromosomen festliegend; sv hat z. D. der Mensch in seinen Zellkernen 24 Chromosomen, der Pferdespulwurm (Ascaris megalocephale), dessen Eier häufig zu Befruchtungsversuchen benutzt werden, nur zwei. Das reife Ei besitzt nur die Hälfte .der Kernfäden und bekommt bei der Befruchtung die andere Hälfte von der männlichen Eizelle, dem Spermatozoon, so daß die befruchtete Zelle zur Hälfte mütterliche, zur Hälfte väterliche Chromosomen und zugleich Erbmasse enthält. Die einzelnen Chromosomen haben häufig verschiedene Formen, so daß man die zusammengehörenden Chromosomen ganz gut erkennen kann. Die mehrzelligen Wesen entstehen aus dieser älrzelle durch dem Wilhelm von Scholz. Zum 50. Geburtstag des Dichters (15. Juli 1924). Don Dr. Ernst Altendorff. Auf nächtlichem Wege sieht Wilhelm von Scholz in einem seiner Gedichte sich selbst. In schwarzer Pracht umgibt ihn rings das schwere Schweigen des Waldes. Da fühlt er, wie das, was tn ihm kämpfte und litt, sich plötzlich, loslöst von ihm und mit dem Atem der Rächt ver- flattect. „älnd stiller meine Schritte hallten wie cänes fremden Freundes Tritt." Gin ander Mal wandert der Dichter durch, trüben Herbsttag. Schattenlos im Grau geht er dahin. Da fühlt er den Weg, den er zieht, sich tn sein eigenes Leben verwandeln, tn t™ er groß ward. Daß ich der Wandrer bin, Kunst Deine lyrischen, epischen und dramatischen Schöpfungen tragen in gleicher W.ise das Zechen des Meisters. Daneben hat er aber auch in mancherlei anderem Schriftwerk Bedeut'am.'s ge- leistet. Im „Bodensee" hat ec die Schanhetten dieses F eckchens Erde geschildert, und in wertvollen Abhandlungen hat er den Ratfein des Menschenlebens und den Gesetzen der Dichtung nachgesonnen. In seiner Lyrik ist Scholz voll von tiefen Gedanken und stark in verhaltener Selbstbeftn- nun« Das scheinbar Einfache wird vieldeutig. Jeder Weg führt in das schattenverdunkelte Gestrüpp unbekannter Gesine. Edel ist die Form dieser Gedichte, sie strebt zu klassischer Reinheit. Scholz fußt bewußt aus über!ie^ungsg^ müßet Versgebuna. Dies gilt für die rein lynche Sammlung „Dec Spie^l wie für die ins Epische hinüberspielenden „Balladen und Ko.ngs- marchen . Streben nach gezügelter Form beseelt den Dichter dort, wo er für die Buhne schufst. Eindrucksvoll hat er in seinen „Gedanken zum Drama" sich «toer Richtung tannt, die wir - wenn derartige Schulbegriffe auch immer grob bleiben — als.»^Efck bezeichnen dürfen. Scholz geht auf H^bel zurück, und dieser wieder führt zur Antike. Der Ratuoa lismus wollte die Wiedergabe der Wlrkllchkelt. Ihm gegenüber fordert Scholz, daß das Drama hohe Ideen verkörpere. Richt die zum letzten durchgeführte Seelenzersaserung.soll mehr gelten. Die „ausschweifende Psychologie hat abzutreten. Der Wille des Menschen, der sich an einer gegebenen Schicksalslage erprobt, ist wieder in fern Recht einzusetzen. Damit steigt die Tragödie in ihrem Wert über alle anderen Gattungen des Dramas empor. In ihr hat die Gestaltung von Charakteren zurückzu treten; tm Vordergrund der diesen Weg gegangen, sind Worte, die verklangen, und haben keinen Sinn. So wird dem Dichter das eigene Leben fremd, das fremde aber nahe und verwandt. Richts steht dem ewig Fragenden fest. 2Xrige, die eben noch mit klaren Umrißen in den Hör- front schnitten, verschwimmen mit einem Mute inmitten rätselnder Schütten Geftalteii aus einer anderen Welt recken sich auf, duster und drohend. Alles, was uns umgibt ist von dein Stofs, dec Träume bildet. Was wir Wirklichkeit nennen, tft — mag es noch so schön sein — 'vergänglich, ein Hauch, tm Winde. Auf solchem Hintergrund dec Weltausfassung hat Wilhelm von Scholz geschaffen Der Fünf »iajährige darf mit Stolz auf die sommerliche fernte blicken, die dem Gereiften geheim- gebracht wird. Viele Seiten zeigt des Dichters Werk. Scholz beherrscht aite Gattungen seiner fortgesetzte Zweiteilung; jede Dochterzelle erhält wieder die gleiche Anzahl väterlicher und mütterlicher Chromosomen. Die älrgeschlechtszelle, die bei der ersten Teilung entsteht, spaltet nur bei den ersten Teilungen Korperzellen ab, um später nur noch Geschlechtszellen hervorzubringen. Sie überträgt sv in ununterbrochener Reihe de Erbmasse (Keimplasma oder Idioplasma). Demgegenüber bezeichnet man die Gesamtheit dec übr.gen Köiperzellen als Soma. Dieses verfällt, nachdem das Idioplasma seinen Fortbestand durch Abgabe von Geschlechtszellen in anderen Einzelwesen sichergestellt hat, dem Tode oder dec Auflösung. Der Mensch erhält also von värerlicher und mütterlicher Seite je die Hälfte der Erbanlagen, überträgt diese aber keineswegs in demselben Verhältnis auf seine Kinder, so daß diese je Vu von Großvater und Großmutter väterlicher- und mütterlicherseits erhalten, sondern bei der Reifung des Eies oder des Samenfadens, die in einer Verkleinerung (Reduktion) der 24 Chromosomen, die dem Menschen zustehen, auf die Hälfte besteht, bleibt es dem Zufall überlassen, wieviel von den 12 verschiedenen Kernfäden aus dec väterlichen oder mütterlichen Erbmasse stammen. Der Enkel wird also mehr oder weniger dem Großvater gleichen. Ferner treten nicht alle Eigenschaften, die in der Erbanlage vorhanden sind, zutage, da sie von anderen, die stärker ausgeprägt sind (dominieren), verdeckt sein können. Diese rezessiven Anlagen können aber zur Dominanz kominen, wenn sie sowohl in der väterlichen wie mütterlichen Erbmasse vorhanden sind. Bei Verwandtenehen, in deren Familien irgendwelche vererbbaren Leiden oder Mißbildungen bestehen, kaum man häufig derartige Te- o.achtungen nrache.i. Bei Le Gatten sind gesunv.aber von ihren Kindern wird das eine oder das andere, auf das die Anlage zufällig von Vater und Mutter gleichzei.ig übertragen wurde, von dem Familienübel ergriffen. Es sollen daher besonders unter Verwandten mit erblicher Belastung, auch wenn sie selbst gesund sind, keine Ehen geschlossen werden. Ebenso wie Krankheiten und Mißbildungen werden aber auch körperliche und geistige Anlagen vererbt. Ob diese Anlagen aber in die Erscheinung treten und zur vollen Entwicklung kommen, hängt von den Einflüssen der älrnwett ab, hierher gehören Klima, Wohnung, Ernährung, Hebung, Krankheit uff., die je nachdem günstig oder ungünstig auf die Entwicklung der Erbanlagen em» wirken können. Wir haben es also in der Hand, durch äußere Einwirkung die ererbten Eigenschaften tm günstigen Sinne zu beeinflussen, und es ist die Aufgabe einer gesunden Bevölkerungspolitik, nach dieser Richtung hin einzuwirken, nämlich die guten Anlagen zur Entwicklung zu bringen und die schlechten nach Möglichkeit zu unterdrücken. In besonderem Maße bedarf unser Rachwuchs unsere Fürsorge, um die Schäden der Kriegs- und Rachkriegszeit wieder zum Verschwinden zu bringen. In einer kleinen Zusammenstellung: Körperliche Erziehung und Schulhygiene (Jedermanns Bücherei, Ferdinand Hirt, Breslau 1924) habe ich die Maßnahmen kurz dargelegt, die notwendig sind, um unsere Jugend zu gesunden, kräftigen Menschen heranwachsen zu lassen. Aber eine Beruhigung dürfen wir haben. Eine Vererbung erworbener Eigenschaften findet nicht statt; daher wird auch die Hungerblockade entgegen der Meinung englischer Menschenfreunde, keinen Einfluß auf die Erbmasse ausüben und zur dauernden Entartung des deutschen Volkes führen können. Aus körperlich und geistig Minderwertigen, denen die guten Erbanlagen fehlen, werden wir jedoch keine vollwertigen Volksgenossen machen können, wenn hier auch die individuelle Erziehung eine gewisse Besserung herbeisühren kann. Es muß daher Sorge getragen werden, daß derartige minderwertige Erbanlagen nicht zur Fortpflanzung kommen. Dagegen muß gesunden und tüchtigen Volksgenossen die Möglichkeit zur Aufzucht einer zahlreichen Kinderschar gegeben werden. Richt nur der Ausmerzung der Minderwertigen und der Hebung der Qualität, sondern insonderheit auch der Quantität unseres Rachwuchses müssen die raffen» hygienischen Maßnahmen dienen, denn für eine Volksgemeinschaft besteht der Spruch zu recht: Das größte Glück, der größten Zahl! D ie deutsche GesellschaftfürRassenhygiene fordert daher in ihren Leitsätzen, die in der Delegiertenversammlung in Jena am 6. und 7. Juni 1914 angenommen wurden, zur Sicherstellung eines nach Zahl und Tüchtigkeit ausreichenden Rachwuchfes: 1. Erhöhte Förderung der inneren Kolonisation mit Regelung des Erbrechtes im Sinne der Schaffung kinderreicher Familien. 2. Wirtschaftliche Förderung von kinderreichen Familien durch Gewährung von wesentlichen Erstehen die Kämpfe, die zwischen Lebensmächten und Weltanschauungen ausgesochten werden. Im Trauerspiel Merotz hat Scholz' seinen Forderungen entsprochen. Schon die zeitliche und räumliche Ferne entrücken das Stück der anunheiligen Wirklichkeit. In einem Reich des vorgeschichtlichen Asien kämpft die Partei der Priester gegen den Anhang des Königs. Schließlich werden die Vertreter des göttttd^ Rechts von den Anbetern dec irdischen Macht besiegt. Die m dieser Tragödie Handelnden müssen mit ihrem sichtbaren Kamps das unsichtbare Ringen der über dem Einzelmenschen waltenden Mächte gestalten. In feinen anderen Dramen hat Scholz selbst die neuklassischen Sortierungen mehr oder weniger sallen gelassen. Das mittelalterliche Spiel vom „Juden von Konstanz" und der mystische „Wettlauf mit dem Schatten" haben ihren Siegeszug auch über Deutschlands Grenzen hinaas angetreten. Don durchaus unklassischer, absichtlicher Formlosigkeit ist die Komödie der Auferstehungen: „Vertauschte Seelen". Ein Zauberer tm Morgenland vermag Seelen von einem Leib tn den anderen wandern zu lassen. Gr verschuldet damit die tollsten Verwechslungen. Aber der Dichter läßt sich durch den verführerischen Stoff nicht ewa zu platter Situationskomik herabziehen. Er gibt uns vielmehr tiefste Erkenntnis mit jenem Humor, dem das Tränlein am Augenwinkel hängt. Die Seele des Sllaven bleibt auch im Leibe des Königs niedrig und gemem, dieser aber glänzt noch in des Bettlers Gewand als Träger einer Krone. Die Rovellen und Erzählungen von Scholz kennzeichnen sich schon durch die Titel, unteq denen sie zusammengefaßt sind. „Das Zwischen- reich" führt zu den Dingen zwischen Himmel und Grde. von tonen unsere Schulweisheit sich nichts ziehungsbeiträgen an eheliche Mütter bzw. überlebende Väter und Berücksichtigung der Kinder- zahl bei der Besoldung der Beamten und Angestellten. 3. Beseitigung der für viele männlichen Beruft bestehenden Erschwerung der Eheschließung, soweit es eben tunlich ist. 4. Erhöhung der Alkohol, Tabak- und Luxus- steuern sowie eine Wehrpflichtersatzsteuer für die in Punkt 3 genannten Zwecke. 5. Gesetzliche Regelung des Vorgehens in solchen Fällen, wo Unterbrechung der Schwangerschaft oder älnfruchtbarmachung ärztlich geboten erscheint. 6. Bekämpfung aller die Fortpflanzungsfähigkeit bedrohenden Schädlichkeiten, insbesondere der Gonnorrhoe und der Syphilis, der Tuberkulose, des Alkoholismus, dec gewerblichen Vergiftungen und der Derussschädlichkeiten für die erwerbstätige Frau. 7. Obligatorischer Austausch von Gesundheits« zeugnissen vor der Eheschließ ing. 8. Aussehen großer Preise für ausgezeichnete Kunstwerke (Romane, Dramen, bildende Kunst), in denen das Mutterideal, der Familiensinn und einfaches Leben verherrlicht werden. 9. Erweckung einer opferbereiten nationalen Gesinnung und des Pflichtgefühls gegenüber den fömmen ben Geschlechtern, kraftvolle Erziehung der Jugend in diesem Sinne. Die Deutsche Gesellschaft für Rassenhhgrene richtet an alle, die sich von der Richtigkeit der vorstehenden Leitsätze überzeugt haben, die dringende Bitte, ausdauernd und tatkräftig mit ihr an der Gewinnung immer weiterer Kreise nutza- arbeiten, damit die gesetzliche Einführung mb Durchführung der notwendigen Maßregeln erreicht werde, bevor es zu spät ist. Der Sih der Gesellschaft ist München, Vorsitzender ist Geheimrat Prof. v. Gruber; Anmeldungen sind an den Schriftführer, Verleger I. F. Lehmann, München, Paul-Heyse-Str. 26. zu richten. Wirtschaft. )( Detriebseinschränkungen in Hirzenhain. Infolge der schlechten wirtschaftlichen Lage kam es bei den Eisenwerken in Hirzenhain zu Betriebseinschränkungen. Einer größeren Anzahl von Arbeitern wurde gekündigt, in einer Anzahl von Betrieben wurde Kurzarbeit eingeführt. * Der Verband der Erwerbs - und Wirtschaftsgenvssenschaften für die Provinzen Starkenburg und Ober- hessen hielt in Darmstadt seine Ee eralver- sammlung ab. Der Vvrsitzerde, Verbands Zrr.tor Cubtoig Habicht, teilte in seinem Geschäftsbericht u. a. mit. daß der Verband zur Zeit aus 11 Genossenschaften mit beschräaltw, 5 Genossenschaften mit unbeschränkter Haftpflicht und 5 Warengenossenschaften bestehe 2 so belanglos'— ?um Sinnbild voll Bedeutung zu steigern. Seine Feder, die schwer und gedankenbelastet ihre Zeichen schreibt, kann doch auch mit bestrickender Leichtigkeit dahinjagen. Denn ihr Herr ist ein Meister des geistreichen Zwiegesprächs und jener Tänze, die an Abgründen vorüberlachen. In feiner selbstzuchtübeuden, formstrengen und gedankentiefen Art ist Wilhelm von Scholz inmitten unserer seelisch zerrässenen Zeit einer, dessen Werk für viele ein ragendes Mal der inneren Einkehr werden wird. Das Wilhelm von Scholz-Buch^ eine Auswahl des Gesumtw.rls zum 50. GeburiS- tag des Dichters, 320 Seiten, HaBlcinen 3,60 Mk Der Stuttgarter Verlag Walter Hä decke hat unter dem Titel „Das Wilhelm von Scholz- Buch" eine Auswahl aus den Werken Wilhelms von Scholz herausgegeben, dke die, welche nach wertvoller, aber doch billig zu erwerbender getstt- ger Rahrung hungern, mit tiefer Befitedigung erfüllen wird. Dieses Buch, zugleich als Iubi- läumsgabe des Verlags zum 50. Gebu ts ag des Dichters gedacht, gibt einen Breiten Querschnitt durch ben großen Reichtum und die Allseittg- feit dcs Scholzschen Schrifttums Von allen ßiteraturgatlunc.en sind au schlußreiche Stücke zum Abdruck gekommen. S.nen besonderen Reiz erhält das 320 Seiten starke Werk durch die Veröffentlichung des zw.iten Kapitels eines im Entstehen begriffenen Romans und einet bisher in dieser Gestatt nicht zugänglichen Selbst» Biographie besetzten Rei-psoayngebket, sowie zwischen Der M« igie und Der Kölner Zone wird mit Geltung vom 16. Juli bei Gütern Der Klassen c und f, sowie bei Kohlen, soweit Diese Güter zu Den Ausnahme- tarifen gefahren werDen, Die Deutsche Reichsbahnfracht um Die Halste Der eingerechneten Abfertigungsgebühr aekürzt. * Herabsetzung Der Haben-Zinsen bei Den Berliner Banken. Die Mitglieder der Bereinigung Berliner Banken unD Bankiers beschlossen, mit Wirkung ab 14. auf Rentenmark- unD Papiermarkkonten für täglich verfügbare Gelder 6 Proz. p. a. Haben-Zinsen zu vergüten, was eine Herabsehung um 2 Proz. von bisher 8 Proz. bedeutet. • Genehmigung Der Getr eiDea us - fuhr aus DeutschlanD. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat durch einen Erlaß vom 11. Huli die Ausfuhr von Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Rogaen- und Weizenmehl und -fieie zugeüssen. Den Sendungen muh eine LlnbedMklichkeits-DescheiTri- gung des Reichskommissars bei Der Deichs- getreidestelle befestigt sein, an Den AuSfuhr- antrage unmittelbar zu richten sinD. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 3n Unionen Prozent Frankfurt a. M Berlln Schluß Äur» iSchluh flure Schluß, fiur» Schluh. flurr Datum: 11. 7. 14. 7. 11. 7. 14. 7. 5*/o Deutsche Reichsanleihe - 0,301 0,213 C.315 0,285 4% Deutsche ReichSanleih« . w 0,525 0,550 0,540 3'///o Deutsche Retchsanleihe 3% Deutsche RetchSanleihe . Deutsche Svarprämienanleth« 0,400 0,100 0,400 0,i98 0,870 0,1 ?o 0,955 0,950 0,180 C,975 0,180 ■4*/o Preußisch« KousolS . . . 0,416 0,415 0,430 0,420 4% veflen........... 0,600 0,550 0,600 ^/.'/.Lessen.......... STo Hessen........... — — 0,540 0,430 0,440 0,470 Deutzche Äertb. Dollar-Lut. 4,2 4,2 4,2 4,2 dto. Doll.-Schatz-Lnweiiag.') 86,1 80,1 80 4'/« Zolltürken......... 6,70 — 6,125 6.6 5% Äoldmeptkaner...... - — - 85 Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. ie,5 3.60 3,80 20,8 M 14 8,60 Darmft. und Nationalbant . 6,2 6,50 6,5 6,14 Deutsche Bank......... Deutsche BereinSbank .... 0,3^0 7,67 oÄ 7,30 7,30 DiSconto Lommandit .... 7.8 8,1 8 Metallbank........... 10, 25 9,75 — Mitteldeutsche «Kreditbank. . Oestcrreichtsche Lredttaastalt 1,95 0,825 2 1,00 0,315 — 0,3 0,2 Westdank............ — 0,22 0.3 Bochumer Suß ....... — • 39 38 BuderuS............ 6 6.62 6 5.25 Taro.............. 7 71 7 SO 7.65 7,625 Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 41 41.75 40,6 42 40,50 41,75 41 40,75 Harpener Bergbau...... Kaliwerke AscherSleben.... Äs 6,25 46,6 6,3 45,5 6 Kaliwerk Westeregeln..... 8,76 9,20 8,25 La urahütte........... 4 — 3,75 3,80 Oberbedarf...... • •. . 7,75 7 7,25 6,275 2i,5 Phöntr Bergbau . ...... — 21,60 17,25 22,25 Ryeinstadl........... 17,75 17 16,5 Rtebeck Montan........ 30 27,75 29,1 26 TelluS Bergbau ..... 1,90 1,2 — Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llohd..... 18 05 3,75 18 8,75 18,30 3,9 15,18 3,8 Lheramische Werke Albin . . 1,85 1 55 — — Zementwerk Heidelberg . . . 7,75 7,625 — •b. Philipp Holzmann...... 2.M 2,40 2,70 2,40 Analo-Tont -(»uano..... Badische Anilin........ Chemische Mayer Blanin . . 10,45 6,75 10,90 7,30 11 7,25 10,85 1 1.1 — — Noldschmidt.......... 8,4 8 8,10 7,76 GrieS l etmrr Electron .... 10.1 8,30 10.76 8.4 5,18 10,6 10,6 Höchster Farbwerke...... 8,50 8,40 Loli Verkohlung........ 1,05 — — KüigerSwerkr......... OS 9 9,875 8.75 Echetdeanstalt ........ 10,80 11 — Alla. TlektrizitätS-Tesellsch-st Bergmann........... Ma in Kaliwerke........ 5,96 6,62 10,125 6 10,80 6,75 9,6 ü 6 — —• Schlickert............ 27 27,50 27 Siemen« A HalSIe...... 38,25 17,25 35,625 35,25 Adlerwerke Kleyer ...... 1,15 1,10 1 1 Daimler Motoren. ...... 1,70 1,70 1,40 1,80 Heyligenstaedt ........ Meguin............. 1,80 1,90 8,1 M * 7,75 8,6 8 Skanffurttr Armaturen . . . 0.41 — —• — -Dnservenfabrik Braun . . . 0,610 0,61 0,65 — Metallgesrwchaft Frankfurt. 9,75 9,65 — — 1 1 1,125 1.1 Schuhfabrik Her,...... Sichel.............. Zellstoff Waldhof....... 2.05 2 2 2 2.80 2,85 7,8 2,40 2,75 7,26 7,40 7,4 Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 2,75 2,25 2,^5 2,15 2,1 1,08 •) Dom AuckzahlungSw-rt Berliner Börse. Berlin, 14. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Die LonDoner Konferenz wirft ihre Schatten voraus. Das Geschäft an Der Börse stagniert völlig. Die Spekulation ist von einer allgemeinen Lustlosigkeit befallen. Sie hält es für geboten, im Hinblick auf Die ungünstigen Aussichten Der Londoner Konferenz w itvehe oste Zurückhaltung »u üben. Die Berliner Grohfir.anz beurteilt die außenpolitische Lage als äußere ri ent» lich ernst. Man ist sich Darüber klar, daß Do3 Scheitern Der Konferenz gerade für Die Börse sehr unangenehme Folgen nach sich ziehen könnte. Trotzdem glaubt man, daß eine Bindung deutscherseits nicht eher eingegangen wird,'als bis diejenigen Garantien geschaffen sind, die Der deutschen Wirtschaft ein bestimmtes Existenzminimum Oer Alte aus Topper. Rofnan von Hanns von Zobeltih. 16. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) «Also, Gottlieb, du hast eS selber gesehen: mit der Fahne in Der Hand sind Der Herr Stnbs- kapitän blessiert worden?" hat Der Gestrenge eindringlich gefragt, und seine Augen glänzten dabei. „Zu Befehl, gnädiger Herr. Hatte die Fahne ganz hoch, und dann fiel er mit 'nem Male, wie ein Daum." „Weiter! Erzähl' du weiter!" „Zu Befehl, gnädiger Herr. Ich hab' drauf eine ganze Weile gelegen. Weih selber nicht, muß wohl nicht recht bei Besinne gewesen sein. Sind auch über mir weggelaufen, Infanterie und Kavallerie, daß ich ein paar feste Dräschen h nlen am Kopf hatte, von Fußtritten oder Hufschlag. Wie ich draus wieder bei Besinne gekommen bin, hab' ich mir aufgekappelt, und da hab' ich gedacht, mußt doch mal nach dem Herrn Stabs- kapilän suchen. Rämltch, es ist nu ziemlich stille gewest dorten, wo ich war, bloß die Blessierlen Ichrien, und ein paar Kalmücken schwärmten herum, raubten die Toten aus und so. Aber wie ich so an der Erde entlang krieche, da hab' den Hemm Stabskapitän gefunden. Er war ein Stüct abwärts gerollt und lag grab in einem Loch. War auch ganz bei Verstaube. Ich sollt' ihn liegen lassen, mit ihm wär's Doch am Ende, fyat er gesagt, und mich fortmachen. Aber ich hab' ihn zucechlgerichtet, so gut ich gekonnt, und dann sind wir liegen geblieben, bis es ganz dunkel geworDen . . ." tm Seuchen Des SachverstMMgenprv-granrms ermöglichen. Das Interesse an Den politischen Dorgängen ist sogar stärker als Das an Der wirtschaftlichen Lage. Die Meldungen aus Dem Ruhrgebiet über Betriebseinstellungen lauten immer : ungünstiger. Die Umsätze waren h?ute auf den meisten Märkten gänzlich unbedeutend. De vnders lebhaft ging es heute wieder auf Dem Kriegsanleihe markt zu, Dod> überwog auch heute hier das Angebot. Die Lage Des GelD- und Devisenmarktes ist unverändert. Die Kursveränderungen waren auf Den meisten Märkten nur geringfügig. Besonders erwähnenswert ist das lebhafte Geschäft, das sich seit einigen Tagen in derfch ebenen StaDtanleihen und Pfandbriefen entwickelt hat. Frankfurter Börse. Frankfurt«. M, 14. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Tendenz: Am Effektenmarkt ist zu Beginn Der neuen Woche eine merkliche AenDerung auf keinem Gebiet zu verzeichnen. Lustlosigkät unD Zurückhaltung sind Das charak- tertstiiche Merkmal auch Des heutigen Verkehrs. Besonders wirkt Die Erwartung über Den Ausgang Der Londoner Konferenz hemmend auf Die Im großen unD ganzen nicht unfreundliche Grandstimmung. Auch Die Rede des Reichskanzlers über Die politische Lage war nicht besonders Dazu angetan, Das Geschäft ausleben xu lassen wie es überhaupt an Anregungen fehlt. Rach wie vor ist man bestrebt, möglichst liquide zu bleiben, und Die Folge ist em äußerst kleines Geschäft, das heute vielleicht Den bisher überhaupt verzeichneten geringsten Umfang hatte. Die Kurie fast Des ganzen Marktes eröffneten auf Dem Stand vom Freitag, kleine Bewegungen nach oben ober unten waren unwesentlich Am Geldmarkt ist Tagesgeld bei i/< Pro Mille angeboten, Monats- geld wird schon mit 1®/R genannt. Im Devisen- verkehr hält die Festigkeit Des englischen Pfundes weiter an. Der Pariser Frank behauptet seinen Stand, desgleichen die Mark. Dom Aktienmarkt ist wesentliches nicht zu berichten. Am Montanmarkt, Der gehalten ist, ist bemerkenswert der scharfe Rückgang, Den Stinnes-Riebeck mit 3 Prozent erfuhren. Ruhig war Der Der laus des Verkehrs am Dankaktien markt, Der zumeist gehalten blieb. Am Rentenmarkt waren in Kriegsanleihen einige Llmsätze zu verzeichnen, doch gab Der Kurs um 8 Milliarden Prozent nach. Das Geschäft in ausländischen Renten lag fttl. Rur für Bagdad-Bahn, Zolltürken und 1902er Russen wurden einige Umsätze getätigt. Im Freiverkehr herrschte äußerst stilles Geschäft. Soweit man hörte, wurden genannt: Api l7/8, Decker-Stahl 1,25, Decker-Kohle 3,25, Petroleum 10, Growag 0,110, Ufa 4* 1 */2. Im weiteren Verlauf trat eine bemerkenswerte Aenderung Der Dörfenhaltung nicht ein. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. ,g; 5, 8 1,81 111,1> 76,91 65,56 12,41 4,91 4,21 19,05 67,4? 18.41 21,80 158,85 18,10 1)8,24 6,02 1.88 111,69 77, 9 65,81 12,47 4,93 voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Märkte. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frank furt a. M, 14. Juli. (Drah!dericht des „Gieß. Anz.".) Auftrieb: Rinder 13.8 S uck, darunter Ochsen 340, Dullen 62, Färsen und Kühe 976, Fresser 2, Kälber 387, Schafe 42, Schweine 2861. Es kosteten Der Zentner Lebendgewicht: „Hat denn der Herr StabSkapitän noch was zu bii gesagt, Gottlieb?" „Zu Befehl, gnädiger Herr, daß ich, so ich heil fortkäme, das gnädige Fräulein aus Leich- holz schönstens von ihm grüßen sollte . . ." „Sonst nichts, Gottlieb? Sonster nichts? Gar nichts?" Der Mai zanke kraute sich im zerzausten Haar. „Weiß wirklich unD wahrhaftig nicht, gnädiger Herr. Wird wohl noch mancherlei gesagt haben. Ja doch: Mein Lvttchen, mein Lottchenl UnD Drauf wohl auch einiges wie: ilnfer armer großer König! Ja richtig, und hat mir befohlen, trenn es aus mit ihm wäre, sollt' ich von ihm Die Geldtasche nehmen und dem gnädigen Herrn schicken . . .“ „Sonst gar nichts, Gottlieb?" „Doch — richtig! Ein paar Male hat er Topper gesagt. Topper." Der alte Herr atmete schwer auf. Eine Weile schwieg er. Sah auf Den Kien- span und das glimmende Herdfeuer. Hatte Den Kopf dabei In beide Hände gestützt, die Kappe ganz in Den Racken geschoben. „Wie seid Ihr denn weiter fortgekommen?" fragte er endlich. So erzählte Der Mar-anke, daß sie bis in die Rächt gewartet und Dann sich in das Dickicht gerettet und daß Der Herr Stabskapitän Da noch einen Trupp Flüchtlinge gesammelt, und wie sie am Morgen nach einem Dorf gekommen und daß sie dorten auf Den König getroffen. — Hoch auf horchte der Gestrenge. „Wie sahen denn Seine Majestät aus?" Der Gottlieb verwunderte sich. Wie Der König ausgeschaut? «Ja ... der Fritz ... er hat Rinder. Ochsen: DoUJL, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 42—48, junge fleischige, nicht aus- gemästete und ältere auSgemästete 35—41, mäßig genährte junge, gut genährte ältere 28—34; Dullen: vollst., ausgewachsene höchsten Schlachtwcrtes 34—38, vollfl. jüngere 30—33; Färsen unD Kühe: vollfl- ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 42—48, vollfleischige ausgemästete Kuh: höchsten Schlachtwertes 35—42, wenig gut entwickelte Färsen 32—40, ältere ausgemästete K- b> unD wenig gut entwickelte 28—34, mäßig gen, .>re Kühe und Färsen 22—27, gering genährte Kühr und Färien 10—15. Kälber. Feinste Mastiälber 48—56, mittlere Mast- und beste Saugkälb.r 28—37, geringere Mast- und gute Saugkälber 30—36. Schweine. Dollflerschige Schweine von 80 bis 100 Kilo 60—63, vollfl. unter 80 Kilo 52—60, vollfl. von 100 bis 120 Kilo 60—63, vollfl. von 120 bis 150 Kilo 60—63, Fettschwrine über 150 Kilo 60—63, unreine Sauen und geschnittene Eber 48—56. Marktverkauf langsam gehandelt. Großvieh und Schweine etwas ileberftanb. Kleinvieh auSverkauft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M, 14. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz."^) Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 17,75 bis 18, Roggen, inländ. 16,75 bis 17,25, Braugerste 17 bis 18, Hafer, inländ. 17,50 bis 18, Mats, gelb 16,75 bis 17. Weizenmehl, inländ. Spezial 0 29 bis 31, Roggen mehl 24,50 bis 25, Weizen» und Roggenkleie 9,25 bis 9,75, Erbsen 18 bis 24, Heu, neue Ernte 4 bis bis 4,5, Weizen- und Roggenstroh 4,5 bis 5, Treber getrocknet 11,50 bis 12. Tendenz: Steigend. Berliner Produktenbörse. D e r I i n, 14. Juli. Am Produktenmarkt hält die Preissteigerung infolge der erweiterten Teilfreigabe des Exports an. Die Kontingentierung auf 3000 Tonnen je Firma Dürfte relativ hoch sein und könnte unter Ämständen den Markt entscheidend beeinflussen. Roggen war bis 156, also 7,80 Mark je Zentner, Weizen bis 162. Einzellie Rebenprodukte, ie Palmkuchen, haben nach der jüngsten Steigerung die Weltmarkthöhe erreicht. Auch Kleie ist bereits nahe am Weltmarktpreis. Es notierten je 1000 Kg. Weizen, märt. 156 bis 162, Roggen, märf. 139 bis 146, Gerste, märt 152 bis 164, neue 144 bis 150, Hafer, märf. 135 bis 146, Raps 240 bis 245, Leinsaat 310 bis 320, je 100 Kg. Weizenmehl 23 bis 26, Roggenmehl 21 bis 23,50, Weizenkleie 9,10 bis 9,20, Roggen kl eie 8,80, Diktoriaerbsen 20 bis 21, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 13 bis 14, Peluschken 13 bis 14, Wicken 15 bis 16, Lupinen, blau 9 bis 10, gelb 15 bis 16, Rapskuchen 10 bis 10,20, Leinkuchen 18,80 bis 19, Trocken- schnitzel 8, Kartoffelflocken 20 Mk. Turnen, Sport und Spiel. Weitere große Erfolge des Gießener Schwimmvereins. Am Samstag und Sonntag ging in Darmstadt vor zahlreichen Zuschauern das nationale Schwimmfest des Darmstädter Schwimmklubs „Iungdeutschland" vor sich». Wiederum gelang es dem Gießener S. D. einige prächtige Siege trotz äußerst zahlreicher Konkurrenz zu erkämpfen. Waren doch Vertreter aus Den deutschen Schwimmsportzentren, u. a. aus Köln. Magdeburg, Dreslau, Derlin, Gelsenkirchen, Göppingen usw. zugegen. Frl. Arndt-Gießen könnt» zwei überlegene Siege im Dcust- und Rückeufckwrm- men mit nach Hause bringen. Die von ihr ge- schwornrnenen Zeiten erbeben Anspruch auf beste deutsche Klasse. Die Zeit im Brustschwimmen über 100 Meter in 1,36 Min. und die Zeit im Rückenschwimmen über 100 Meter in 1,37 Min. sind als ganz hevorragend zu bezeichnen, da diese fast den deutschen Rekord streifen. Fritz Pascoe wurde im 2. Senior-Brustschwlmmen über 200 Meter in 3,15Vz Min. Zweiter; man darf von ihm infolge seines glänzenden SttleS noch viel erhoffen. Fcl. Emmh Schüler, wrlche erstmalig an den Start ging, konnte unter 18 Konkurrenten Im Damen-Iugendbrustschwimmen über 100 Meter in l,483/10 Min. einen guten 3. Platz belegen. Erfolgreiche Gießener Ruderer. Die Gießener Ruder-Gesellschaft 1 8 7 7 errang auf Der diesjährigen großen Ruder-Regatta des Lahn-Regatta-Derbandes in Limburg am Samstag und Sonntag vier Siege, und zwar im Hungmann- und Großen Einer, im Doppelzweier und Ermunterungs-Die- rer. Das Doppelzweier-Paar, Georg Müller und Curt Georgi, erzielte bereits in Frankfurt a. M. einen schönen Erfolg im Rennen um den Taunuspreis, Der gegen ansehnliche Wettbewerber mit mehreren Längen gewonnen wurde. Mit den fünf diesjährigen schönen Leistungen ist die Gesamtzahl der von der G. R.-G. errungenen Preise auf 135 gestiegen. seinen alten Rock angehabt, und da war Wohl keine Dürste dran gewesen. Dreckig sah er aus...“ „Ich meine, tm Angesicht?" „Zu Befehl, gnädger Herr. Ich weiß nicht recht. Wie ein aller Mann. Oder vielleicht, daß er nicht viel Schlaf gehabt hat. . ." „.Ünb war gnädig?" Ha wohl, war er. Ist gleich auf den Herrn Siaoskapilän zugelvmmen, hat gefragt, und dam Hut er den Herrn Leibmedikus, den Mo;jö Co he- nius, beordert, Der Hut den Herrn Kapitän verbinden müssen. Hat mich auch versorgt . . „Weiter, Gottlieb. . „Ha, und wir sind drauf noch bis zur Oder gekommen. Da haben wir am Fährhaus etwas Drot gekriegt. ilirb Da war Der König wieder da, mit Dielen Generalen, und Da hat er einen Wagen für uns geschafft und dabei gestanden, wie Der Herr Kapitän verladen wurde. Ha . . . richtig . . . unD Da hat er auch noch gesagt. .Meine Empfehlung an den Herrn Da er' . . . oder so . . . und alles würd' wieder besser werden." Reckte sich Der Gestrenge, saß nun ganz aufrecht, und in feine Augen kam ein Leuchten. „So — so," sagt er und.Weiler nichts. Stand Dann auf, trat an* Den Kienspan, kramte in seiner Tasche, zog eine Handvoll Silbcr- münzen heraus, suchte Darunter, bis er einen hurten Taler fand, einen noch aus den guten Hahren, einen vollwichtigen. Besah sich eine Weile tm Sinnen bei Dem flackernDen Licht das BilD- nis Seiner Majestät, kam zurück zum Bett und legte den Taler Dem Gottlieb Marzanke auf Die Decke Kunst und Wlssenscynsr. Ein neues Serum gegen Tuberkulose. Ein neues Serum, das geeignet sein soll, Öen Menschen gegen die Anslecking mit Tuberkulose immun zu machen, wird von Dem französischen Forscher Prof. Calmette in einer Mitteilung angekün- Digt, Die er Der französischen Akademie für Medizin machte und Die großes Aufsehen erregte. Calmette erklärt, er habe Die Frage Der Impfung gegen Tuberkulose viele Hahre hindurch studiert. Er verwendete einen besonderen Bazillus, Den er aus 230 aufeinander folgenden Kulturen aus der Milz eines Ochsen erzielte, Der die Eigenschaft der Bildung von Tuberkeln verloren halte, und er hat durch Impfung mit diesem Bazillus bei Jungen Kälbern eine solche Immunität erzielt, daß sie 18 Monate nach Der Impfung noch Der Impfung mit einem starken Bazillus widerstanden, der sonst in 8 Wochen den Tod hervorruft. Aehn- llche erfolgreiche Versuche wurden an Affen ausgeführt, Die in engster Gemeinschaft mit anderen, an schwerer Tuberkulose leidenden Affen zusam- m en lebten und trotzdem gesund blieben. Dadurch ermutigt, Hal Calmette diese Methode bei jungen Kindern tuberkulöser Eltern angewendet, Die ihm für Diese Versuche an vertraut wurden. 217 solcher junger Kinder wurden dreimal mit dem neuen Impfstoff in Zwischenräumen von 80 "Stunden In den ersten Tagen nach Der Geburt geimpft. Während 18 Monaten wurde keine schlechte Wirkung beobachtet, aber die Wirksamkeit der Behandlung als einer Immunisierung gegen Tuberkulose-Ansteckung kann nicht eher als sicher angegeben werden, bevor nicht mehrere Hahre der Beobachtung verstrichen sind. Doch lassen die großen Erfolge bei Kälbern und Affen die Wahrscheinlichkeit zu, Daß das Serum auch bei jungen Kindern wirksam sein wird. Calmette empfiehlt allen Arrzten, die Behandlung bei Reugeborenen in tuberkulösen Familien vorzunehmen, und besonders in Fällen, wo die Mutter tuberkulös ist; er erklärt aber, daß Die Behandlung nur bei ganz jungen Kindern wirksam ist. die noch nicht mit Tuberkulose angesteckt sind. Büchertisch. — Giacomo LeopardiS Ausgewählte Werke in einer ausgezeichneten Hebertragung von Ludwig Wolde sind soeben im Insel-Verlag zu Leipzig in würdiger Ausstattung erschienen. Man hat Leopardi den Italte- nischen Hoelderlln genannt und hat damit manches getroffen, was gerade uns Deutschen den den Italiener, der wie Hoelderlin tm ersten Sprossen seines dichterischen Schassens, schnell dahinwelkte, so nahe liegt. Eine tiefe Melancholie, eine Innige Verbundenheit mit der Ratur und eine erstaunliche Erkenntnis der Zusammenhänge des Lebens machen die Schöpfungen auch heute nach fast hundert Hahren zu einer Quelle Der Weisheit und Schönheit. — Wilhelm von Scholz Der Zu» f a l l", eineDorform des Schicksals. Geh. 0,60 Mk., geb. 1,50 Mk. Walter Hä decke Verlag Stuttgart. Das eigenartig geschürzte Problem des Zufalls veranlaßte den Dichter Wilhelm von Scholz zu dem Versuch, ein im Geheimen walten» des Gesetz aufzuspüren, das er In einer Anziehungskraft des Bezüglichen gefunden zu haben glaubt (z. D. zwischen Eiaentümer und Eigentum bei verlorenen Gegenständen — wir sagen bann wohl, Der Gegenstand will zu Dem Eigentümer zurück). Zur Erhärtung seiner These brinat Scholz ein reiches Erfahrungsmatertal bet, das sich spannend, ja oft atemraubend lieft. Die gebauten- reichen ^lntersuchungen, die ein klarer Geist ohne alle Verstiegenheiten führt, erhalten ihre Stoßkraft von Der bezwingenden Gewalt dichterischer Intuition. Fern am Horizont tauchen leise Möglichkeiten auf, die den Leser mit metaphysischen' Schauer erfüllen. — Briefe eines Ban kdirektor s an seinen Sohn. Don Argentartus. Reuer Dand: Die Kreditbank. Erster Teil. Dank Verlag, Berlin W 57. (Drosch. 1,50 G.-M, geb. 2.40 G.-M) Die Sammlung von Briefen, in Denen der alte Dankdirektor seinen Sohn und zugleich Den Leser nach und nach durch alle volkswirtschaftlichen Gebiete führt, ist mit Der Zeit zu einem festen und wertvollen Destandteil Der ökonomischen Literatur geworden. Der neueste Dand beleuchtet die Rolle, die das Dankwesen in derWirt» schast spielt. Wie die Bank unter bestimmten Voraussetzungen „ruhendes Geld" an sich zieht, um es in „tätiges Geld" umzuwandeln, wie sie dadurch die Struktur des Erwerbslebens und das ganze soziale Gesicht des Zeitalters verwandelt, wie sie aber ihrerseits wieder abhängig von Der Verfassung des Wirtschaftslebens ist, zugleich Subjekt und Objekt derselben, das wird mit der Gedankenstärke ausgemalt, die den alten Dankdirektor von jeher auszeichnet. Verantwortlich für Politik und Feuilleton: I. V.: Heinz G o r r e n z. „Da — nimm Er. Dist ein braver Bursch!" Merkwürdig weich klang die Stimme, und der Marzanke sah mit Erstaunen, könnt' es gar nicht recht glauben: in Den Augen war etwas Rasses. Mochte wohl fein, Daß der Kien beizte. „Ich werd' ihm auch Den Med kuS schicken. 11 nb feine Douteille Ungar zur Stärkung. Etliche haben die Russen wohl noch im Keller gelassen. Daß bu uns balde wieder heil wirst . . . ja . . . Der König braucht seine Bursche! Rächt' auch, Gottkieb I" UnD hinaus war er, ohne einen Dank abzuwarten. Es wollte und wollte nicht besser werben mit dem Herrn Stabskapitän. In der Rächt nach seinem Eintreffen war richtig auf seinem dicken Schimmel der Darsalias aus Sternberg gekommen, ha te sein kl ig'leZ Gesicht aufgesteckt, stark mit lateinischen D ocken um sich geworfen, mit Der Sonde in der Wunbe herumgewühlt, bah der Patient mitten im Fieber vor Schmerzen au schrie, hatte cin Pflaster ordiniert und zwei Mebizinen, abwechselnd einzumh- men. Darauf hatte er als Frühtrunk eine ganze Flasche Pontac getrunken und war scheinbar befriedigt von bannen geritten. Es würbe aber nicht besser. Rur, daß Die Kräfte Des Dlesierten sichtbar verfielen unb er manche Stunbe wie ein Tot r lag, In tiefster Erschöpfung. (Fortsetzung folgt.)