m. M Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienb lütter Monats-Bezugspreis: 2 Goldmark u. M Gold- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-.Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11688. Erstes Blatt U4- Jahrgang Donnerstag, 15. Mai <92$ SietzenerAmeiger General-Anzeiger für Gberhesten vrmk und Verlag- SrLHI'schc Unwerß<ä«,.vuch- imöSiti*6n«ferei H. Lang- in Sieben. Schristleitnng und S-schSstsft-S«: Schnlftr-b« 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite LrtlichZ, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20% Auf» schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lauge; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil. Hans Deik, sämtlich in Gießen. Linksruck und Frankensturz. Aus dem heftigen Meinungsstreit über die Ursachen des großen Linksrucks in Frankreich schält sich allmählich die Wahrheit heraus: Richt außenpolitissche Beweggründe, nicht der Blick auf Deutschland, nicht die engstirnige Reparativns- pvlitit 'Poincares haben die Linksschwenkung der französischen Wählerschaft hervorgerufen, sondern die fast unheilbar erscheinende Erkrankung des Franken. Die innerpolitischen Folgen der immer neuen Frankenstürze, nämlich die unpopulären Steuererhöhungen und die dittatvrisch ausgegebenen Finanzgesetze haben jene An- zufriedenheit der Kleinbürger geschaffen, die nun den Sieg der Linken sicherstellte. Wie eine tragikomische Verkettung mutet es an, daß der Linkssieg erst recht einen neuen überraschenden Frankensturz in Reuyvri und London auslöste. RKrn kann diese Erscheinung nur darauf zurückführen, und in Finanzkreisen ist dies auch geschehen, daß die englischen und amerikanischen Großbanken befürchten, eine linksgerichtete französische Regierung, in der die Sozialisten vertreten sind oder doch maßgebenden Einfluß ausüben, werde die zur Gesundung des Haushalts Und der Währung nötigen Beschlüsse (Steuern, Ersparnismahnahmen, Schuldentilgung) nicht durchsetzen. Das ist eine Annahme, ein Verdacht. Alan kann aber auch anderer Meinung sein. Der Harrdelsredakteur der Londoner „Times" z. D. warnt vor solchen Schlußfolgerungen, da nach sseiner Auffassung alle französischen Parteien sich bewußt sind, daß der Frank nur durch umfassende finanzpolitische Maßnahmen stabilisiert werden kann. Der Streit gehe in Frankreich überhaupt jnicht darum, ob man Steuern zum Zwecke der Stabilisierung aufbringen soll, sondern darum, welche Schultern diese Steuern zu tragen hätten. Diese Erkenntnis des Engländers trifft den Aagel auf den Kopf. Wer auch am 1. Juni an die Spitze der politischen Geschäfte Frankreichs tritt, ob Briand oder Her riot oder ein anderer, seine einzige Sorge wird sein, Frank- sveich vor dem finanziellen Bankrott zu bewahren iund dabei den kleinen Rentner nicht zu vernichten. Wir wollen den Leser nicht mit den Zahlen der Frankenbewegung in den letzten vier Rachkriegsjahren langweilen. Das Problem wurde brennend am 14. Januar dieses Jahres, als Poincare die denkwürdige Rede hielt, die sich nur mit jener anderen während des Krieges vergleichen läßt, die von Elemenceau nach jedem Satze mit dem Schreckens wort unterbrochen wurde: „And die Deutschen sind in Rohon!" Diesmal lautete der Einwurf: „And das Pfund steht .auf 96 FrankenI" Klüger als damals Briand hütete sich Pvincare wohl, auf die Anterbrechung zu antworten. Er hat zu allen Zeiten am liebsten mit einer Kammer gearbeitet, der ein wenig Schreck in den Gliedern sah. Poincarß begann die Reform durchaus folgerichtig damit, daß er die Gefahr im Innern beschwor. Sie bestand darin, daß die kleinen Sparer, die Inhaber der Dons de trßsor, durch die Geldentwertung beunruhigt, in immer wachsender Zahl anfingen, ihre kurzfristigen Dons am Verfalltage nicht mehr zu erneuern, sondern deren Auszahlung zu fordern. Das konnte zur Katastrophe führen. 60 bis 70 Milliarden Dons de tresor befinden sich in den Händen der Kleinsparer. Wurde die Panik allgemein, so war der Bankrott unausbleiblich. 3n aller Eile wurde vom Finanzministerium die Vorlage über die Befreiung der Bons von jeglicher Einkommensteuer ausgearbeitet, die denn auch ihre Wirkung nicht verfehlte. Dann setzte die große Finanzaktion ein. Anter Führung der Bangue de Paris warfen Morgan, Hartjes und die Westminsterbank Ungeheure Beträge in Pfund und Dollars auf den Markt. Die Spekulation ging mit und die Besserung des Franken machte Fortschritte Aber feder denkende Franzose weiß, daß es nur eine künstliche Besserung war. Am den Franken wirklich vor dem Schicksal anderer europäischer Währungen zu bewahren, sind neben dem Haus- haltsglerchgewicht drei große Reformen notwendig: Erstens die Konsolidierung der schwebenden Schuld im Innern. Zweitens die Konsolidierung der schwebenden äußeren Schuld (die sich auf mindestens 35 Milliarden Franken beläuft und besonders von den ungünstigen Handelsbilanzen tn den ersten Rachkriegsjahren herrührt). Drittens die Tilgung der Staatsschulden an England und Amerika. Die Abtragung des Schuldenberges — man munkelt von der Abtretung gewisser Kolonialbesitze an England oder Amerika — konnte vor der Kammer des bloc national nicht in Angriff genommen werden. Rur ein Linksblock kann den Knoten lösen. Aus dem britischen Unterhaus. London, 14. Mai. (WTB.) Macdonald kündigte im Anterhaus ein umfassendes Programm für Forschungen und Versuche zur Entwicklung des Luftschiffahrtswesens an. Zunächst soll eines der vorhandenen britischen Luftschiffe umgebaut werden, ferner würden zwei neue Luftschiffe mit einem Gehalt von 5 Millionen Kubikfuß erbaut werden. Diese Luftschiffe seien bestimmt, den Dienst nach Indien zu übernehmen. Zu diesem Zwecke müsse eine Zwischenlandungsstelle geschaffen werden. Die Durchführung des Gesamtplanes unterliege noch her Kontrolle der Regierung. Eines der neuen Luftschiffe werde von einer privaten Gesellschaft für die Regierung erbaut; die Regierung werde daS Recht haben, das Schiff zu besonderen Be- Keine Fraktion der Mitte. Ein ablehnender Beschluß der Deutschen Volkspartei: Die Notwendigkeit einer Sammlung der nationalen Kräfte. Berlin, 14. Mai. (WTD.) Die Re'.chs- tagsfraktion und der Parteivorstand der Deutschen Dolkspartei billigten in Anwesenheit der Reichsminister Dr. Stresemann und Dr. Jarres nach dem von der Partei ausgegebenen Bericht die grundsätzliche Stellungnahme der Reichsregierung in der Behandlung der Sachverständigengutachten. Sie erwarten, daß die Reichsregierung in der Ausführung des Gutachtens die deutschen Interessen tatkräftig wahre, insbesondere die Wiederherstellung der finanziellen und wirtschaftlichen Einheit des Reiches gegen den Versuch irriger Auslegung durchsetzt und daß die Forderungen deutscher Ehre und Freiheit erfüllt werden. Rach einem Rücktritt der R e i ch s r e g i e r u n g sei für die R e g i c s rungsneubildung die Stellung der Deutschen Dolkspartei durch den nach wie vor maßgebenden Beschluß vom 12. Januar 1924 gegeben. Außen- und innerpolitische Gründe erfordern eine Zusammenfassung der staatsbejahenden bürgerlichen Parteien. Dieses Ziel sei nicht zu erreichen durch die Schaffung einer sogenannten Fraktionsgemeinschaft der nationalen Mitte, die die Deutsche Dolkspartei für unausführbar hält. Richt die Taktik, sondern die sachliche Aebereinftimmung in den außenpolitischen Lebensfragen der Ration stehe hn Vordergrund der demnächst beginnenden parlamentarischen Verhandlungen. Die Dorstandswahl wurde bis nach Eröffnung des Reichstages verschoben. Die Auffassung der Demokraten. Berlin, 15. Mai. (Priv.-Tel.) 3m Berliner Demokratischen Klub sprach am Dienstag abend der 1. Vorsitzende der Demokratischen Partei, Reichsminister a. D. Koch, über die Reichstagswahlen. Rachdem er sich gegen das gegenwärtige Wahlrecht gewandt und als eine der wichtigsten Aufgaben der Demokratischen Partei im neuen Reichstag bezeichnet hatte, hier eine Besserung herbeizuführen, gab er auf die Frage, welche Sicherheiten bei der neuen Regierungsbildung erzielt werden müßten, folgende Antwort: 1. Beibehaltung der bisherigen Auslandpolitik, 2. Schutz der DeHassung und der Republik, 3. Erhaltung unserer Währung. Das Wahlergebnis zeige, daß, toer sich zu diesen drei Tatsachen bekenne, die Mehrheit des Volkes hinter sich habe. Hinsichtlich der Bildung einer FraktionsgemeinschaftderMit e erklärte Koch, daß dieser große und bedeutungsvolle Zukunftsgedanke nicht ad hoc aus taktischen Erwägungen verwirklicht werden dürfe, sondern nur, wenn prinzipielle Momente für eine dauernde Zusammenarbeit de r Mitte sprechen. Die Demokratische Partei würde einem solchen Gedanken schwere Opfer bringen müssen. Wenn, sie sich trotzdem zu Verhandlungen bereit finden lassen würde, so könnte das nur geschehen, um endlich einmal eine starke Macht zusammenzubringen, die dem außen- und innerpolitischen Kurs der Regierung die erforderliche Kraft verleihe. Eine Spaltung in der deutschen Industrie. Berlin, 15. Mai. (Priv.-Tel.) Wie die Blätter mitteilen, hat sich gestern eine Gruppe von Industriellen in einer in Berlin abgehaltenen Sitzung von der Politik des Reichsver- bandes der deutschen Industrie, der sich für das Sachverständigengutachten ausgesprochen hatte, losgesagt und beschlossen, sich als Deutsche Industriellen-Ver- einigung selbständig zu machen. Die Vereinigung beabsichtige noch vor dem Zusammentritt des Reichstags eine Industriellen-Verfamm- lung nach Berlin einzuberufen, tn der zu dem Sachverständigengutachten Stellung genommen werden soll. Wie die Blätter bemerken, wird sich bei dieser Gelegenheit zeigen, wieviele Anhänger die neue Vereinigung aufweisen kann. Amerika und die Gutachten. Reu York, 14. Mai. (Wolff.) Funkspruch. Rach einer Meldung aus Washington erklärte das Kuratorium des Federal Reserve Board (der amerikanischen Zentralnotenbank), es sei dringend nötig, daß die amerikanischen Bankiers bei der Errichtung der neuen deutschen Notenbank, wie sie im Dawesbericht borge» schlagen wird, mitwirkten und stellte gleichzeitig die Mitwirkung des Federal Reserve Board in Aussicht. Das Kuratorium verlangt von dem Federal Reserve Board, möglichst sorgfältig zu prüfen, wie das Problem des finanziellen und wirtschaftlichen Wiederaufbaus Europas in hilfsbereitem Geiste zu lösen sei, in gleicher Weise wie es von der Bank von England den anderen Zentralnotenbanken gegenüber schon geschehen sei. Weiter schlägt das Kuratorium vor, daß, sobald die neue deutsche Rotenbank gebildet fei, die Federal Reserve Dank die nötigen Schritte unternehme, um das Rediskontieren der genügend geschützten Goldnoten zu erleichtern. Das Kuratorium äußert den Wunsch, der auch kürzlich von Präsident Cvolidge ausgesprochen wurde, daß das Privatkapital und die Initiative der Amerikaner diesem Plane ihre Unterstützung leihen möchten, als Zeichen des Wunsches der Ration, ihren vollen Anteil an der wirtschaftlichen Herstellung der alten Welt zu übernehmen. Es sei klar, daß das Federal Reserve Dank-System als solches nicht durch eine eigene Aktion die Ausgabe und Verkeilung der neuen deutschen Anleihe übernehmen könne, deren reichliche Unterbringung in den Vereinigten Staaten eine der Voraussetzungen des Dawesgutachtens sei. Auch sollte eine solche direkte Hilfe durch das gebeval Dank-System nicht notwendig fein. Es sollte nicht schwierig sein, eine Anleihe unterzubringen, vorausgesetzt, daß sie genügend Sicherheiten biete, um das. Vertrauen des Publikums zu erlangen, und daß der Schuldner Lasten übernommen habe im guten Glauben, frei zu werden und ohne Hinderung an die Arbeit gehen zu können. Solange er die größtmöglichsten Anstrengungen mache, deren er nur fähig fei, seien es jedenfalls sehr wichtige Dienste, die das Federal Reserve Bank-System in bezug auf die Errichtung einer deutschen Rotenbank leisten könne. Wenn Amerika nicht Wege findet, die es ihm ermöglichen, feine wirtschaftliche Aeberlegen- beit über die anderen Länder zur Wiederherstellung der Ordnung einzusehen, so kann der Dollar seine Stellung in der Welt und im amerikanischen Dank- und Geschäftswesen als Wechsel» slandard nicht behaupten und das Ausland wird in noch höherem Maße abhängig vom Pfund Sterling. Sobald Deutschland zur Goldbasis zurückgekehrt sei, könne auch Eng- l a n d ehre Einschränkung zurGoldwährung zurückkehren, während es, wenn Deutschland die Pfundwährung einführe, bei der Rückkehr zur Goldbasis nicht nur sein eigenes Gewicht, sondern auch das Deutschlands zu tragen haben würde. Wenn die deutsche Goldnotenbant sich auf Sterlingbasis aufbaue, dann müsse sich die Welt darauf gefaßt machen, daß diese Basis und die daraus erbaute Währung unstabil bleibe, während die Annahme der Dollarbasis die Währungsstabilisierung in der ganzen Welt beschleunigen werde. dingungen anzukaufen, wenn e8 seine Probefahrten befriedigend erledige. Macdonald betonte, daß für die künftige Organisation einer Luftflotte eine Reserve an Personal und Material gebildet werden solle, was bedeutungsvoll sein würde, vorausgesetzt, daß die Luftschiffe sich für gewisse wichtige Derteidigungsfunktionen eigneten. Macdonald teilte ferner mit, daß die britische Regierung das Tangerabkommen ratifizierte; die Ratiftkation sei noch nicht em» gereicht worden, dies werde aber geschehen, sobald die ftanzösische und die spanische Regierung bereit seien, es zu tun. Auf eine Anfrage, ob er ein Exemplar des deutsch-türkischen Vertrages auf den Tisch des Hauses legen werde, erklärte Macdonald weiter, es sei gegen den bisherigen Brauch, dem Parlament Verträge zwischen dritten Parteien zu unterbreiten, außer wenn derartige Verträge britische Interessen wesentlich berührten Der deutsch-türkische Vertrag gehöre jedoch nicht in diese Kategorie. Auf eine Zwischenfrage, ob es ein Geheimvertrag fei, erwiderte Macdonald verneinend. Auf die Anfrage eines Mitgliedes, ob der Premierminister eine Amerika etnschlrehende Konferenz für die interalliierten Kriegsschulden einberufen wolle, antwortete Macdonald verneinend. Bevor Beschlüsse über die durch die Cachverständiaenberichte aufgeworfenen Fragen erzielt seien, sei es verfrüht, einen solchen Vorschlag anzunehmen. Der deutsch-russische Konflikt. Berlin, 14. Mai. (WTB.) Ein Berliner Spätabendblatt meldet: Die in der Angelegenheit der Durchsuchung der russischen Handelsvertretung in Berlin von Rußland gestellten Forderungen wurden heute in einer Rote der deutschen Regierung zugeleitet. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, hat die deutsche Regierung bis jetzt eine derartige Rote noch nicht erhalten. Von zuständiger preußischer Stelle erfahren wir ferner, daß der Leiter der politischen Abteilung des Berliner Polizeipräsidiums, Oberregierungsrat Weih, bis zur völligen Klärung der Angelegenheit beurlaubt wurde. * Am Sonntag traf die deutsche Delegation für die deutsch-russische Verkehr skvn- f e r e n z mit 5>r. Simons an der Spitze in Moskau ein. Angesichts des Konflikts zwischen den beiden Ländern wurde die Eröffnung der Konferenz auf unbestimmte Zeit verschoben. Die deutsche Delegation bleibt bis zur Klärung der Lage tn Moskau. Verhandlungen im Ruhrausstand. Berlin, 15. Mai. (Wolff.) Mittwoch vor- mittag traten unter dem Vorsitz des Reichskanzlers und unter Beteiligung der zuständigen Reichs- und preußischen Ministerien die Vertreter des Zechenverbandes und der Der g- arbeiterverbändezur Einleitung von Der- ^handsungen über die schwebenden Arbeitsverhält- nisse an der Ruhr zusammen. Der Reichskanzler betonte, daß die Reichsregierung volles Verständnis für die Rotlage der beiden Parteien, die sich teils aus den Rachwirkungen beS Ruhr- kampfrs, teils aus den Belastungen durch die Micumverträge und der Kreditnot, teils aus den Teuerungsverhältnissen und den Schwierigkeiten der Lebensverhältnisse ergäben. Demgegenüber ständen aber die wichtigen Interessen außen- und inner politischer Ratur die einen baldigen Abschluß des Kampfes zur dringenden nationale^ Pflicht für beide Teile mache. Jede Verlängerung des Kampfes vermehre die Schwierigkeiten der Wirtschaft, steigere die Kreditnot und bringe außenpolitische Gefahren mit sich in einem Augenblick, da die Frage des Gutachtens und die Wiederaufnahme der Reparationsverhandlungen Frieden und Geschlossenheit in Deutschland zue Pflicht machen. Auch speziell für den Bergbau würde ein längerer Kampf die Heilung der gegenwärtigen Röte nur erschweren. Rach dem Reichskanzler sprachen im Ramen der Dergarbeiterverbände die Abgeordneten H u s e m a n n vom Alten Verband und Rott Häuser vom Geweriverein christlicher Bergarbeiter sowie im Ramen des Zechenverbandes Generaldirektor Wiskottin allgemeinen Ausführungen über den Streitfall. Im Anschluß an die Aussprache stellte der Reichsarbeitsmini st e r die Bereitwilligkeit der beiden Parteien fest, im Anschluß an die Verhandlungen über den Manteltarif ein Schlichtungsverfahren über die schwebenden Streitfragen zu eröffnen. Er schlug vor, daß sich die Führer der beiden Parteien sofort zum Reichsarbeitsmmtste- rium begeben möchten, um dort über die Formalitäten dieses Verfahrens Beschluß zu fassen. Die Anwesenden stimmten dem zu. Anter der Leitung des Reichsarbeitsministers wurden beide Parteien einig, daß der Dor» sitz im Schlichtungsausschuß von dem Vizepräsidenten des Oberpräsidiums zu Magdeburg, dem früheren Ministerialrat im Reichsarbeitsministerium Hausmann, übernommen werden soll. Hausmann, der auch im Juni 1922 die Manteltarifverhandlungen für den Ruhrbergbau erfolgreich leitete, hat die Wahl angenommen. 2118 weitere unparteiische Vorsitzende wurden auf Vorschlag der Arbeitgeber Ministerialrat K r a l i ck, auf Vorschlag der Arbeitnehmer Direttor Lofs- l e r vom Reichstohlenverband ernannt. Außerdem sollen dem Schlichtungsausschuß je fünf von den Parteien zu benennende Beisitzer angeboren. Die Schlichtungskammer tagt im Reichsarbeitsministerium. Die Verhandlungen haben bereits am gleichen Rachmittag begonnen. — Wie die „Voss. Ztg." mitteitt, haben die Verhandlungen die bis gestern abend 8 Ahr dauerten, bisher einen befriedigenden Verlaus genommen. Sie sind auf heute vertagt worden. * Die „Kölnische Volkszeitung" meldet, daß der Erzbischof von Köln, Kardinal Sch ulte, stch telegraphisch zur Herstellung des sozialen Friedens im R u hr berg bau ko ns litt an das Reichsarbeitsministerium gewandt hat. Verschärfung der Streiklage in Oberschlesien. Hindenburg, 14. Mai. (WTB.) Die Streiklage in Oberschlesien hat eine neue Verschärfung dadurch erfahren, daß nunmehr auch die einzige noch arbeitende Grube, die Hedwig- wunschgrube, tn den Streik getreten ist. Auch die Oberschlesische Eisenbahnbedarf s- A. -G. und die Oberschlesische Gisenindustrie°A.°G. haben sich dem Stteik angeschlossen. In R i ch o w i tz bei Beuthen suchten Streikende Arbeiter, die tn der Preußen» grübe Rotstandsarbeiten verrichteten, gewaltsam von der Arbeit abzuhalten. Es entstand eine große Schlägerei, so daß Polizei anrüden muhte. Die Polizei wurde vom Felde her beschossen. Sieben Rädelsführer wurden festgenommen. 2luch die Arbeiter der Glei- witzerHütte haben die Arbeit niedergelegt. Die Deutschen in Polnisch-Oberschlesien. Berlin, 14. Mai. (WB.) Die deutsche Regierung ließ durch ihren Gesandten in Warschau der polnischen Regierung eine Rote überreichen, in der auf die infolge der sich ständig wiederholenden Ausschreitungen gegen die deutsche Minderheit in Polnisch- Oberschlesien auch für di ebortigen deutschen Reichsangehörigen bestehenden Gefahren aufmerksam gemacht wird. In Beantwortung der Rote äußert sich nun die polnische Regierung dahin, daß in der Republik Polen die Sicherheit aller Einwohner ohne Rücksicht auf ihre Staatsangehörigkeit verfassungsmäßig gewährleistet sei. Im übrigen bemängelt die polnische Regierung, daß in der deutschen Rote keine das Atmen erschwert. Eine selbstverständliche Dor- aussetzung ist dabei aber geeignete Kleidung. Hierbei „spartanisch" Vorgehen zu wollen, rächt sich bitter. Ein Kind macht sich ija für ge- wöhnlich so viel Bewegung, daß es schneller warm wird als ein Erwachsener, der langsam und gesetzten Schrittes dahergeht. Doch! kühlt das Kind auch rascher wieder ab. Jedenfalls muß es bei kaltem Wetter warm angezogen sein. Sinnlos ist eine WhäctungsMethode, die ihren Stolz bann setzt, die Kinder mit Halbstrümpfen und hochsommerlicher Kleidung ^hecumlaufen zu lassen, wenn sie infolge der Kälte zittern und schauderns Immer die Kinder ins Freie, aber immer in genügend warmer, im Sommer genügend leichter Kleidung! i Don manchen Aerzten werden Luftbäder für kleine Kinder sehr empfohlen. Bei vernünftiger, nicht übertriebener Anwendung sind sie zweifellos imstande Gutes zu leisten. Die Kinder werden beim Luftbad abends vor dem Schlafengehen kurze Zeit ganz entkleidet, was ihnen großes Der- gnügen bereitet und auch günstig auf die Tiefe des Schlafes einwirkt. Rur gesunde, nicht erkältete Kinder dürfen Luftbäder nehmen, und höchstens fünf bis zehn Minuten, sonst wird die Abkühlung zu stark. In wärmeren Ländern und auch im Sommer im Freien lassen sich längere Luftbäder zum Auhen für die Kinder durchführen. 3m Winter muh das Zimmer in dem das Luftbad genommen wird, natürlich erwärmt sein. Zur Abhärtung der Lungen wie des ganzen Körpers ist das Schlafen bei offenem F e n st e r da, wo wirklich frische Luft hereinkommt, sehr zu empsibien. Die ständige Erneuerung dec verbrauM'en Lust und ihr Ersatz durch sauerstoffreicher^ ist für die Ätnrungs- organe gut; auch der Schlaf erfährt dadurch erwünschte Vertiefung. Hinreichende, der Zahces- zeit entsprechende Decken sind dabei unentbehrlich» Voraussetzung. Für Menschen, die von fügend auf gewähnt sind, bei offenem Fenster zu schlafen ist das Schlafen bei geschlossenem Fenster kaun erträglich auch' im Winter. Säuglinge und klerm Kinder sollten aber in der kalten Jahreszeit stets bei geschlossenem Fenster schlafen. Manche kleiner. Kinder schlafen von frühester Zagend an im > ungeheizten Raum und befinden sich wohl dabei Andere vertragen das jedoch nich.t, zumal sich Kinder sehr häufig im Laufe der Rächt laufdeckew 3m allgemeinen sollten Säuglinge im erwärmten Raum schlafen. Wirklichen Erfolg wird man in der ganzen Abharlungsfrage nur mit völligem Eingehen auf die Eigenart jedes einzelnen Kindes haben. Wie cs salich ist, weit das Rachbarkind mit neun! Monaten schon laufen kann, das nun auch von dem eigenen ju erwarten, so unrichtig ist es, dem Kind den Mantel zu versagen, weil -ein anderes ohne Mantel bei kaltem Wetter herum- läuft. Richt nach Dorschriften, nicht nach einem falsch verstandenen „Ehrgeiz" darf man handeln wollen, sondern nur nach dem, was dem einzelnen Kind gut ist, und das erkennt man vor allem aw dem Einflust auf sein Allgemeinbefinden. 3n der Regel ist ja beim Kind viel wichtige.' als Wiegen, Messen und andere Untersuchangsmethoden die einfache Deobachtung, wie es sich fühlt, ob es vergnügt und munter ist, ob es spielt usw. Auch dir Abhärtungsbestrebungen werden nach dies-em Gesichtspunkt den größten Erfolg erzielen. konkreten Deschwerdefälle aufgeführt |cim, und spricht gleichzeitig der deutschen Regierung das Recht ab, in einem Falle wie dem vorliegenden zu intervenieren. Hierzu ist zu bemerken, dah die deutsche 'Gesandtschaft in Warschau nach Ueberreichung der Rote e i ne g rohe Zahl von Einzelfällen der polnischen Regierung namhaft machte, Falle, In denen deutsche Reichsangehörige in Polnisch- Oberschlesien m i st ha n de l t oder sonst terrorisiert woiDen waren. Abgesehen duv»n, dah die polnische Regierung ihrerseits anlählich dec in Deutsch-Oberschlesien im März vorgenommenen Deihaftung von ehemaligen 3nfurgenten deutscher Reichsangehörigkeit es für gut befand, die Aufmerksamkeit des Auswärtigen Amtes auf biete Vorkommnisse zu lenken, muh die deutsche Regierung das Recht für sich beanspruchen, bei der Regierung eines fremden Landes Dorstellungen zu erheben, wenn ihre Staatsangehörigen in diesem Lunde Verfolgungen und Ausschreitungen ausgesetzt sind. Um Millerand. Paris 15. Mai. (WTB.) Der Abgeordnete H e r r i o t. i>er sich zur Erholung nach Der Provence begeben hat, hat eurem Berichterstatt rr erklärt, die Linksrepublikaner wollten die Früchte ihres Sieges nicht verlieren, denn man müsse nach der starken Schwenkung, bte sich vollzogen habe, den Gewählten Zeit lassen. Er werde weder eine Entscheidung treffen noch werde er Stellung nehmen. Die Freunde Herriots erklärten, der Abgeordnete werde viel lieber einen a k t i ve n als einen repräsentativen Posten einnehmen. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde sich, wie das „Oeuvre" schreibt, die Dinge folgendermaßen ab- spielen: Präsident Millerand werde Herriot ins Elhfee berufen und ihm Vorschlägen, die Ka- binettsbildung zu übernehmen. Werde der Präsident Dedingungen stellen, bann werbe Herriot aller Wahrscheinlichkeit nach gezwungen fein, seine Mitwirkung au versagen. Würden Line Dedingungen gestellt werden, dann werde er sich an die E o zsia listen wenden und ihre Mitwirkung fordern. Liber die Sozialisten feien über die Frage, ob sie an der Regierung teilnehmen wollten, geteilter Ansicht. Sie hätten nunmehr zum 1. Juni einen Kongreß einberufen, der darüber entscheiden solle. Spreche er sich für die'Beteiligung an der Regierung aus, dann werde das Karten der Linken die Regierung übernehmen. Spreche er sich dagegen aus, dann werde der mit der Regierungsbildung beauftragte Politiker andere Unterstützung suchen müssen. Würde Herriot die Kabinettsbildung aus irgendwelchen Gründen nicht übernehmen, dann werde Mille- tanb sich wahrscheinlich an D r i a nd wenden. 3m „Oeuvre" schreibt Robert de Houve- n e l, es verlautet daß M i l l e r a n d trotz der (Verpflichtungen, die er eingegangen sei, entschlossen sei, im Elhsäe zu bleiben. Er lasse sogar erklären, daß er zu diesem Zwecke z u allem bereit sei, ausgenommen allerdings zu Konzessionen in der Frage der Desehung des Ruhrgebietes, der Wiederaufnahme derDe- zlehungen zu Sowjetrußland und der Aushebung bet Dots chaf t beim Datika n. mit anderen Worten, Millevand wäre entschlossen, im Elys4e die Opposition zu organisieren gegen die Regierung, die die öffentliche Meinung des Landes vertreten würde. 3m „Populaire" schreibt der Vorsitzende der sozialistischen Partei, ßeon Blum, Millerand habe seinerzeit unumwunden erklärt, entweder ihr wühlt meine Leute wieder, oder Ich gehe! Das Land habe die Leute Millerands davongejagt, und wie sollte unter diesen ümftänben Millerand im Elysö: bleiben Tonnen? Es scheine indessen, daß der Präsident der Republik, während Poincare begriffen habe, l seinerseits sich taub stelle. Srine Offiziösen ließen bereits vernehmen, bah er* bereit sei, bie hohe Pflicht zu erfüllen, bie fetp Amt ihm auferiege, sei es auch mit einer! neuen Mehrheit und mit einem neuen Ministerium. Zunächst aber habe er gegenüber der öffentlichen Meinung und sich selbst gegenüber die wesentliche Pflicht zu erfüllen, seine Drohung auszufühten, b. h. Wort zu halten. Der Ur- terlsspruch des allgemeinen Wahlrechts beschränke sich nicht allein auf Millerand und Poincare, er treffe ein ganzes politisches Shstein. Er treffe alle diejenigen, die sich mit ihnen solidarisch erklärt hätten. 3m Lande habe sich eine Mehrheit gebildet mit dem Ziele, den nationalen Dlock niederzuschlagen. Das Gewerkschaftsblatt „Le Peuple" erklärt ebenfalls, der Präsident der Republik 'habe sich rückhaltlos in den Kampf der Parteien gestürzt und jetzt möchte man, daß er den Konsequenzen entgehe. Das würde unzulässig sein. Der Fall Seitzer. München, 14. Mai. (Korresp. Hvffm.) Die mehrfach in der Presse aufgetauchte Rachricht, bah Polizeioberst Seiher zwei schriftliche Ersuchen ber Staatsregierung, seinen Abschied «einzureichen, unerwidwt gelassen habe, ist unrichtig. Das zweite Schreiben wurde von ihm beantwortet, und zwar in ab lehnen dem Sinne. Daraufhin wurde ihm seitens der Staatsregierung die Absicht eröffnet, ihn zum 31. Aug. zu verabschieden. Gleichzeitig wurde er gebeten, bis auf weiteres einen Urlaub anzutreten. Da er letzterem Ersuchen nachzukommen sich weigerte, muhte er zur Wahrung ber dienstlichen Belange vorläufig vom Dienste enthoben werden. Gegen die ihm mitgeteilte Absicht der Verabschiedung hat Seiher innerhalb eines Monats auf Grund des Landespolizci- beamtengesehes ein Einspruchsrecht. Von dem Gange des Einspruchverfahrens hängt die endgültige Entscheidung ab. Das Verfahren schwebt also noch. — Die „Münchener Reuesten Rachrichten" melden: Posi;eioberst Seiher erhob gegen die ihm von ber Staatsregierung mitgeteilte Absicht seiner Verabschiedung Rechtsbeschwerde bei dem S t aa t s g e r i ch t s-- Hof, da er die Verabschiedung nicht zu recht bestehend anerkennen könne. C«ue Lchlagcterfeier verboten. Berlin. 14. Mai. (Wolff.) Der Polizeipräsident von Berlin hat den umer dem Vorsitz des Generalmajors a. D. Graf von der Goltz in Berlin gebildeten Ausschuß für die Schlageter- Eodächtnisse.er. berunt r Beteil gung einer großen Zahl vaterländiicher Derbäii.e am 24. Mai im Otabion eine Schlage er-Gedächtnisfsier veranstalten wollte, mitgeteilt, politische Veranstaltungen mit dem Ziele, ungewöhnlich große Men- schrnmengen an einem bestimmten Ort unter freiem Himmel zu vereinigen, könne er zur Zeit grunb- fählich nicht gestatten. Parlamentarisches aus Hessen. DvnunsererDaryistadter Redaktion. D a r m ft a b t. 14. Mai. Der Finanzaus- schuh des Lanbtages erklärte In feiner heutigen Sitzung eine noch aus der 3nflativnszeit stammende Vorstellung des Aufsichtsrates ber Gewerbeschule zu Friedberg für erledigt. Eine Vorstellung des Direktors der Kunstgewerbeschule in Offenbach, Hugo Eberhardt, wurde zurückgestellt. Ebenso wurde ein Antrag Ebnev-Roth wegen Beschlagnahme von P rivateig:ntum zurückg stellt. Ang nommen wird ein Antrag Herbert über Geha11s - und Lohnzahlungen. Hiernach sollen diese Zahlungen den Teuerungsverhältnissen angeglichen werden. Ein Antrag Dr. Werner, der sich mit dem Gutachten von Prof. Dr. Berliner im Fall Wolf beschäftigt, wild zurückgezogen, da die Angelegenheit anderweitig geregelt werden soll. Ein Antrag Dr. Werner auf Abänderung des Minister-Rahe- gehaltsgesehes vom 16. Juli 1919 wird angenommen. Der Antrag will eine Revision dieses Gesetzes; ein entsprechender Gesetzentwurf soll dem Landtag zur Beschlußfassung unterbreitet werden. Ein Antrag Dr. Werner zur' Ausländerfrage an den hessischen Hochschulen wird für erledigt erklärt. Der Antrag verlangt u. a. Sondergebuhren. 3nzwischen haben sich aber die Verhältnisse so geändert, daß die Ausländer, ^namentlich aus valutaschwachen Ländern, den deutschen Hochschulen fernbleiben. Sodann beschäftigt sich der Ausschuh mit einem Antrag Storck zur Deamtenbesvldung. Der Antrag will eine Aufbesserung der Gehälter der unteren und mittleren Beamten, ferner eine Nachprüfung der Desvldungsverhältnlsse, sowie die Gewährung einer einmaligen Beihilfe an die unteren und mittleren Beamten. Die erste und die letzte .Forderung wurden für erledigt erklärt, angenommen dagegen das Verlangen nach einer Revision. Die Spannung zwischen den Gehältern ber oberen und mittleren Beamten soll etwa 10—12 Proz. betragen. Ein Antrag Dr. Osann wegen Erhöhung der Gebühren ber Technischen Hochschule und ber Landes Universität, ber noch aus ber 3n- flationszeit stammte, wird für erlebigt erklärt. Eine Regierungsvvr läge über die Dienstauf- wandentschädigung für Beamte ber Kriminal-undSpezialpvlizei sieht 12 Gmk. Entschädigung monatlich vor. Diese wird allgemein für zu gering gehalten. Der Ausschuß nimmt die Vorlage an, erhöht aber die Summe auf 20 Mark. Die Anträge Storck und Dr. Osann zu dem gleichen Gegenstand werden für erledigt erklärt. — Morgen wird mit der Beratung HÄ Hauptvvranschlags begonnen. Kleine politische Nachrichten. Der Reichspräsident hat nach seiner Rückkehr von der Kölner Messe an den Oberbürgermeister von Köm ein ^amstyretven für den herzlichen Empfang gerichtet. * Der Reichsverband der Rhei nlä n de r erließ einen warnenden Aufruf gegen bie geplante Wimmung in Hannover. * Die .Hallesche Allgemeine Zeitung" meldet, dah drei Mitglieder der bayerischen vaterländischen Verbände, bie am Sonntag amDeutschen Sag in Halle teilgenommen haben, vermißt würden. Einer ber Vernähten sei, bem Blatt zufolge, mit zahlreichen Stichwunden tot aus der Saale gezogen worden. Eine amtliche Bestätigung dieser Rachricht liegt nicht vor. Die Spitzenorganisationen der Beamten haben eine Aktion zur Besserung der wirtschaftlichen Lage der Beamten eingeleitet. Das Reichssinanzm! nisterium hat eine Prüfung der Lebenshaltungskosten zugesagt. Auch soll erneut nachgeprüft werden, ob eine Erhöhung der Gehälter für das Reich tragbar ist. * 3m britischen Unterhaus wurde der Antrag der Konservativen auf Beibehaltung der Mac- Kenna-Abgabe auf Motorfahrzeuge u. a. nach erregter Debatte mit 317 gegen 252 Summen abgelehnt. * 3n Veldes (Jugoslawien) fand eine Begegnung des auf seiner Romreise befindlichen tschechoslowakischen Außenministers Dr. Benes ch mit dem serbischen Außenminister Rin- t s ch i t s ch statt. Die serbische Regierung hat in Paris mitteilen lasten, dah die Reise des Königspaares, das zu einem offiziellen Besuch am 25. Mai in Paris eintreffen wollte, tragen der serbischen Mini'lcrkrisis auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Aus Stabt und Land. Gießen, den 15. Mai 1924. Postpaket und Expreßgut. Wie man ein Postpaket aufgibt, weiß jedermann. Was aber Expreßgut ist, weih außer wenigen Geschäftsleuten fast niemand. Expreßgut ist die schnellste Güterbeförderung auf der Eisenbahn. Expreßgut kann man an jedem Gepäckschalter, solange er geöffnet ist — auf großen Bahnhöfen also während der ganzen Rächt — gegen Zahlung der Exprehgutsracht nach fast allen deutschen Stationen aufgeben. Man schreibt auf das Paket den Empfänger und den Bahnhof und füllt eine Eisenbahnpaketadresse aus, die man am Schalter erhalt. Expreßgut wird mit den schnellsten Zügen, auch mit fast allen O-Zügen, befördert und geht auf Uebergangsstationen auf den nächsten Anschlußzug über. Es reift infolgedessen wesentlich schneller als ein gewöhnliches Postpaket, das nur mit bestimmten Zügen (meist Personen- und besonderen Postzügen) befördert toirb und auf den Uebergangsbahnhöfen häufig einige Zeit liegen bleiben muh. Vielfach ist bie Beförderung des Expreßgutes sogar schneller als bie ber bringenben Postpakete, die breifache Gebühr kosten. Freilich darf ein Rachteil nicht verschwiegen werden: in den meisten — nicht in allen — Orten werden die Postpakete ohne besondere Gebühr bem Empfänger ins Haus gefahren, Expreßgut dagegen wird meist von Der Dahn nicht zugestellt, sondern der Empfänger wird von der Ankunft benachrichttgt und muh die Sendung am Gepäckschalter selbst abholen. 3n den Bezirken einiger süddeutscher Reichsbahndirektionen, besonders in Württemberg, erfolgt die Zustellung schon jetzt durch bahnamtliche Rollfuhrunternehmer. Mit dem Verfahren wird zur Zeit auch in einigen anderen Bezirken ein Versuch gemacht. Bewährt er sich, so wird voraussichtlich allgemein bie Zustellung gegen eine mäßige Gebühr erfolgen. Die Kosten der Beförderung als Postpaket und Expreßgut lassen sich schwer vergleichen, da die Post nur 3 Entfernungszonen (bis 75, bis 375 und über 375 Kilometer) hat, während 'bie Exprehgutfrachten ziemlich gleichmäßig mit der Entfernung wachsen. Außerdem richten sich bei ber Post die Gebühren genau nach dem Gewicht (3, 5, 6, 7, 8 usw. bis 20 Kg.), dagegen wird bei Expreßgut das Gewicht auf 5, 10, 20, 30 usw. Kg. aufgerundet. Auf weite, Entfernungen ist infolgedessen das Postpaket regelmäßig billiger, während im Nahverkehr und besonders bet schweren S tücken die Post vielfach teurer ist. So kosten z. B. 5, 10, 20 Kg. auf 100 Kilometer Entfernung (bei der Post wird die Luftlinie, bei der Bahn der Dahnweg zugrunde gelegt) als Postpaket 80 Pf., 1,30 Mk. und 3,20 Mk., als Expreßgut nur 40 Pf., 80 Pf. und 1,50 Mk. Landwirtschaftliche Erzeugnisse (Butter, Eier, Käse, Obst, Beeren, frisches Gemüse) werden bis 100 Kilometer zum halben Expreßgut- iay — Mindestfracht 40 Pf. — befördert, so baß für sie Expreßgut fast durchweg billiger als Postpaket ist. Endlich wirb bei Verlust von Expreßgut (außer bei sog. Kostbarkeiten) der vollc nachgewiesene Wert ersetzt, während bei gewöhnlichen Postpaketen nur feste Höchstbeträge erseht werden. Hiernach ist es Frage des einzelnen Falles, ob Die Beförderung als Postpaket, oder als Expreßgut zweckmäßiger ist. R.D.V. * Gießener Wochenmarttpreise am 15. Mai. (Händlerpreise.) Es kosteten das Pfund: Butter 190, Matt« 35, Käse 50 bis 65, Weißkraut 5Y, gelbe Rüben 25 bis 30, rote Rüben 20, Spinat 70, Spargel 100 Zwiebeln 25, Meerrettich 40 bis 150, Schwarz- wurzeln 100, Rhabarber 40 Pfg; das Stück: Eier 11, Salat 50, Salatgurken 150, Lauch 10 bis 15, Rettich 40 bis 50 Pfg.; das Bund Ra- dieschen 20 Pfg. * **SperrungderverlängertenLie° b i g ft ra ß e. Wegen Vornahme von Kanalisa- tions- und 3nftandsehungsarbeiten hat das Polizeiamt die Sperrung der verlängerten Liebig- straße vom Aulweg bis zum Erdkauterweg mil Wirkung vom 15. bis 30. ds. Mts. für ber Fuhrwerkverkehr ungeordnet. ** Eine öffen11 i che Seiet ti o n 3 ustus von Liebigs loojähtigem Professoren-Zubiläum (26. Mai 1924) wirb von der Gesellschaft Liebig-Museum in Gießen veranstaltet (vgl. die heu.igr Anzeige). Am Sonntag, 25. Mai, vormittags von 10 bis 11 Uhr, findet eine Ausstellung von Liebig-Erinnerungen statt, bei ber außer dem sonst sichtbaren Bestand eine große Zahl von Liebig-Briefen, Medaillen, Bildern usw. gezeigt werden. Rach einer Ansprache zur Feier hält um 11 Uhr Studienrat Dr. H e u ß e l einen Prvjektlvns-Dortvag über den sprechenden Film vorn Standpunkt der Erfindungslehre. Es wird gezeigt, wie diese überraschende technische Dorzauberung sprechender und singender Menschen als Abschluß einer langen Reihe von Erfindungen entstanden ift Rach dem Dortrag findet eine Zusammenkunft am Liebig- Denkmal statt. Am eigentlichen Hubiläumstage, Montag, 26. Mai, hält abends 8 Uhr im katholischen Dereinshaus Geheimrat Elbs einen Vortrag über die Geschichte des chemischen Unterrichts in Deutschland. Darauf folgt die Rezitation der Komödie „Die Goldmacher (von R. Sommer) durch Regisseur 03 o Id. Dieses Stück bildet die Fortsetzung ber zur Einweihung des Mussums, am 26. März 1920, aufgeführten „Chemischen Hexenküche" und stellt die Figur des großen Chemikers mitten hinein in das soziale Geschehen der Gegenwart seit Ausbruch des großen Krieges. Das Museum befindet sich in großen finanziellen Schwierigkeiten, die, so hofft man, durch diese Veranstaltung wenigstens zum Teil behoben werden können. " Pvlizei-Oberfekretär Ludwig Sier beim hiesigen Polizeiamt tritt mit dem heutigen Tage aus Gesundheitsrücksichten auf Ansuchen in den wohlverdienten Ruhestand. Am 15. Hanuar 1882 trat er beim Polizeiamt dahier em und übernahm später die Leitung des Meldeamts. 42 Jahre seines Lebens hat er dem Poli- zeidienft gewidmet. Er hat eS verstanden, während seiner D^nstzeit den Ausbau des Meldeamts zu fördern. Durch sein leutseliges, zuvorkommendes Wesen hat er sich die -Wertschätzung weiter Kreise der Einwohnerschaft erworben. Auch bei feinen Vorgesetzten und Kollegen erfreut er sich des besten Ansehens und größter Beliebtheit. Don feiten des Pvlizeiamtes und seiner Kollegen tourt* ihm aus Anlaß seines Scheidens eine wohlverdiente Ehrung zuteil. "Das gestrigeAnlagenkon zeit unsererMilitärkapelle unter der Leitung des Obermusikmeisters L ö b e r hatte sich eines Massenbesuchs zu erfreuen, wie man ihn bei solchen Konzertgelegenheiten seit langer Zeit nicht mehr feststellen konnte. Die Darbietungen der Kapelle bereiteten dem Publikum eine gute Unterhaltung und wurden in sehr anerkennender Weise besprochen. Zu wünschen wäre nur, daß die Kapelle zu der früheren Gepflogenheit der Sonntagsmittagskonzerte zurückkehrte, damit all denen, die auch ein 6-Uhr- Rachmittagskonzert wegen geschäftlicher Behinderung nicht besuchen können, Gelegenheit geboten würde, diesen dankenswerten Beran- staltungen beizuwohnen. ** Ein lebhafter Auftritt spielte sich in der letzten Rächt gegen 1/212 Uhr im Seltersweg am Teufelslustgärichen ab. Dort gerieten die Händler Haßler und Klein, die schon seit längerer Zeit in Feindschaft liegen, anetnanber. Haßler, der den Klein angeblich schon mehrfach bedroht hatte, soll den Zusammenstoß durch eine neue tätliche Bedrohung Abhärtung des Kindes. Don Dr. W. Schweisheimer. t Es ist nicht mögliche, eine Begegnung mit Rrankheitskeimen aller Art zu vermeiden. Drum ist es von so großer Bedeutung, den Körper so zu kräftigen, daß er eingedrungene Keime rasch unschädlich machen und wieder entfernen kann. Die Disposition zu Krankheiten d. h. die 'Bereitschaft zur Erkrankung, muß von frühester Jugend an nach Möglichkeit vermindert werden. Ein» Erkältung, eine örtliche Unterkühlung schasst sofort Punkte verminderter Widerstandsfähigkeit jm Körper; dort siedeln sich die iKrank- hcitskeirne an. So ist es zu erflären, ldaß Menschen, die zu Erkältungen neigen, viel häufiger erkranken als andere, bei denen das nicht wer Fall ist. Das Ziel vernunftgemäßer Körperausbildung muß es daher sein, die Okeigung izu Erkältungen ^herabzusetzen. Ein wichtiges Mittel dazu ist -- Abhärtung des Körpers gegen Wiiterungseinflüsse und plötzliche Temperaturänderungen. I Was b»weckt Abhärtung? Der ganze Körper, namentlich Die Haut, soll so geübt werden, 'daß bei eintretenden Q3eränberungen in Temperatur und Feuchtigkeit die natürlichen Schutzmittel rasch in Tätigkeit treten können. Die Blutgefäße der Haut erweitern sich bei 'Därme, verengen sich bei Kälte ber Umgebung. Ze nachdem gibt 'die Haut mehr oder weniger OBärme ab. Durch 'geeignete Abhärtung sollen die Blutgefäße ber Haut erlernen, sich rasch zusammenzuziehen unb wieder auszudehrren, wie es gerade nötig ist. Auf diese Meise gelingt es. örtliche Unterkühlungen zu vermeiden. Die Schaffung eines Angrifsspunttes W Kr^nrheiM^^vird jgbgffi vermieden. Tas Bestreben, Kinder frühzeitig abzuhärten, geht also von einem sehr richtigen Gesichtspunkt aus. Rur wird nicht immer in der i richtigen Art dabei vorgegangen. Gerade bei Kindern muß man bedenken, daß hier ein zwar junger, daher elastischer und anpassungsfähiger Organismus voiliegt, daß man ihn aber nicht künsllich und naturwidrig unter Bedingungen bringen darf, die nicht geeignet für ihn sind. Dorübergehende oder länger währende Schädigung ist sonst die sichere Folge. Gewiß ist, daß mit unvernünftiger Anwendung der K a l t w a s s e r a b h ä r t u n g bei Kindern schon viel Schaden angerichtet worden ist. Eine Zeitlang war es gewissecmaßen Mode, die Kinder dadurch abzuhärten, daß man sie abends oder morgens in eine Wanne mit leitungskaltem Wasser ober unter eine kalte Dusche brachtet. Das „abhärtende" Prinzip bestand darin, die Zeit dieses kalten OSadens allmählich immer meßt zu verlängern. Als Folgeerscheinung trat aber feine gesundheitliche Förderung ein sondern es kam zu Dlutannut. häufigen Katarrhen und recht beträchtlicher Rervosität. Zur vernunftgemäßen Abhärtung wird man die Luft benützen. Die Kinder gehören von; Jugend auf möglichst viel ins Freie, bei Regen und Wind so gut wie bei mildem Wetter unb Sonnenschein. Das Kind das ängstlich vor jedem Windhauch behütet und beim kleinsten Regen gleich im Zimmer gehalten wird, das ist Erkältungskrankheiten viel mehr ausgesetzt, als das Kind, das sich an wechselnde Witterung gewöhnt hat und daher abgehärtet ist. Rur selten wird die Witterung einmal das Kind wirklich ans Haus bannen müssen, nämlich dann, wenn heftiger, durLnsissender Regen herrscht oder eisiger Wipd Über 500 Filialen Rihofa • Zigarettenfabrik • Frankfurt/M. Achtung! Achtung! Wir empfehlen: 4000a lOomssW Hochachtend 020190 Frau Carl Dorp aus Elberfeld in tat preiswert. AuM Wallenfels Landesprodukten 39790 ty r t k Marktpl.17.Tel.l662 Saasen * TeleM tataU.uin.^mnw Jeder Kunde erhStt eine Tasse Kornfrank mit VebSck. Kaffee toöMaie^SS: Pralinen in großer Auswahl Bonbons, Keks zü billigen Preisen. er den CRmib heraus irra> entfloh. In Tlieber« weimar bestieg er den Kasseler Zug, und dies wurde ihm zum Verhängnis. ZnTrehsa nahm ihn die Polizei, in Empftrrvg und brachte ihn nach Marburg zurück. Eure in seiner Gesellschaft sich befindliche Frau sah hier bereits hinter Schloß und Riegel. Den schwierigen Geldverhältnissen Rechnung tragend und um unserer verehrten Kundschaft den Einkauf in schwerer Zeit zu erleichtern, haben wir uns entschlossen, in der Zeit vom genkonzett unter -er Leiber hatte sich , wie man ihn 1 seit langer Sie Darbie- >m Publikum in in sehr an- Zu wünschen früheren Ge- ikonzerte zu- cheintz-Hr- Micher De- Gelegenheit irten Derart- Heffen-Naffau. ][ Marburg, 13. Mai. 3m Sitzungssaal des Rathauses tourben heute die neue n Sta dt- verordneten in ihr Amt eingeführt und verpflichtet. Von den 30 Mitgliedern gehörten 11 schon früher dem Kollegium an. Der seitherige Stadtverordnetenvorsteher. Iustizrat Rohde. l?onnefeldfsTee R &u arotratlsob and ausgiehtg, billig Im Verbraati; Niederlagen in all«« Stadtteilan Etagenhaus mit modernen Wohnungen von 5 Zimmern, Badezimmer und Küche, in be- vorznater Lage im Südviertel [020219 zu Dttfflufcn. Eine Wobnuua beziehbar. Näheres durch Schaumberger & Sohn Ludwigstrahe 30 L zum tReformationsfuvULum 1917 gefchostzmen Lutherbildes. 6 Sa as en, 14. Mai. Die am Mittwoch hier abgehaltene Holzversteigerung aus dem ehemalig C-lemmscheu Wald brachte trotz der Geldknappheit eine neue Preis st eigerung. Es kosteten 4 Raummeter Duchenscheit 60 bis 65 Mk., 4 Raummeter Buchenknüppel 50 Ml. und darüber. — 3n dem Bericht vom Dienstag über die Glockenweihe ist der Rame unseres ersten Lehrers falsch angegeben. Es mutz richtig heihen Herber. Kreis Schotten. § Lllrichstein, 14. Mai. Der .Bund Deutscher Wan derer", einer der ältesten Bündr der deutschen Hugendbewegung, wird an Pfingsten hier oben eine Religiöse Wo che halten. Diese Teranstaltung entspringt einem tiefen inneren Müssen, das jeder versteht, der weist, wie gerade auf dem Weg zu wahrer Religion, Jugendliche s uche n. Deshalb soll einmal der Versuch gemacht werden, an 5 Tagen, in wirklicher G«neinschaft, religiös-sittliche Fragen zu erörtern und so im einzelnen Teilnehmer Klärung und Vertiefung zu wirken. Die Woche beginnt mit der Frage, ob man überhaupt „sittlich" leben kann: dann wird die Frage nach der Autorität -gestellt, ob wir sie brauchen, und welche. Darauf treten die beiden grosten Konfessionstypen vor das Auge, in ihrer Idealität und irdischen Bedingtheit. Den Abschlust bildet die soziale Frage von besonderem Standpunkt aus. Der genaue Plan der Woche ist folgender: das Gesamt- thema ist „die Krisis der Kir chen". Einzel themata sind: 1. das Problem der Ethik, 2. 'hie Fvage der Autorität, 3. der Katholizismus, 4. der Protestantismus, beide als 3dee und Erscheinung gefaßt, 5. Massenseele und Einzelseele. Kleber alle Gegenstände wird zuerst eine Einführung gegeben: Aussprachen schließen sich an, die jeden zu Wort kommen lassen. Ein Abend bringt eine musikalische Feier. Die Woche ist, der Voraussetzungen wegen, nur für Glieder der ausgesprochenen Jugendbewegung bestimmt: Leiter ist Pfarrer Kornmann, Alrich stein. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 14. Mai. Der Vade- betriebimgrvhenWoog, der jetzt dem städtischen Amt für Leibesübungen untersteht, wird morgen, 15. Mai, eröffnet. Es sind gegen früher eine Reihe von Neuerungen und Verbesserungen getroffen worden, die eine vorteilhafte Weiterentwickelung des Bades erwarten lassen. alle Sorten Aase guter Quali- zum Teil weit unter Einkaufspreis abzugeben. Ein sicherer Gewinn für Sie sind diese Ausnahmetage und bringen wir dieses Reklame-Opfer, damit auch diejenigen zu uns kommen sollen, die sich noch nicht von den Grundsätzen unseres Hauses überzeugt haben Friedrich Linker & Sohn, Gießen, Ludwigstr. 16 3973D Nur morgen Freitag von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends Gratis-Ausschank von Kornfrank Gerichtsfaal. Berlin, 14. Mai. (Wolff.) Aach der .Reuen Berliner Zeitung" ist der 17jährige Realschüler Günther Seidel, der am 6. September des Vorjahres die neunjährige Tochter Ange des Schlächtermeisters DvttkowSkh getötet hatte, gestern vom Jugendgericht in Charlotten- burg zu zwei Ja hren vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Seidel wird nach neunmonatiger Haft mit einer vierjährigen Bewährungsfrist auf freien Fust gesetzt. Kartoffeln anerkannte Saatware, Industrie, Parnas- zia und Rote und sonstige, per Waggon und im Detail sofort lieferbar, landwirtschaftlichen Genossenschaften und .sonstigen Vereinigungen bei Waggonbezug Vorzugspreis. Bei Wiederoerkäufern können kleine Quantitäten in Fuhren angeliefert werden. Peter Schepp teile t) U urro öt wegen ^jetyteret und 1 „ ten Handels mit Lebensmitteln zu 2 Monaten bzw. 4 Wochen Gefängnis, zugleich zu je 20 Mk. Geldstrafe. R. wurde nicht wegen Hexerei, fon- kj L°n Sk- >doll( Freitag, dem 16. Mai, bis einschl. Samstag, dem 24. Mai, unser gesamtes Lager in Kinderwagen, Promenadewagen und Klappwagen - ' Eine der größten V-rstche- rungsaekcllkchasten, alle Zweige führend, sucht geeignete Per' sünlichkeit mit weitrelcheude« Beziehungen und gutem Werve- talent als WilsiMlen. Geboten wird: Festes Gebalt, Reifeiveicn, 2lbschlnkprovisio«. Es bandelt sich um ,ebr ent- wicklunasfäbige Dauerstellung. Ausführliche Offerten erbeten unter V. o. V. SVS au Rudolf Stosse, Frankfurt a. 3L 3980»s ^Liebig, mii '■ hit der -V ,vvi. ^tigern Mai 1924) Rufeum in ^11 Uhr, tnnerungen Bestand -Kedaillen einer An- ctubienrat 19 über den der Ersin, diese über. Hender unb ■nee langen - Äach dem am Liebig. EiunStage, r im illiholi» 1 einen Dor- n ünlrnichts Qitation der -ßommet) itf bildet bk S Museums, .Chemischen des groben sdjiole De- 4 deS groben i<6 in groben 1° W man, sMLeilbe- är Ludwig tritt mit dem Wen ca\ 3n- u bestand. 2ün ^iamt dahm ng bö ließe- er dem Poli° nien, während Meldeamts zu vvrärmmendes weiter Kreise ch bei leinen . er sich des ichiheit. Don fliegen tmidK eine woHver> & d Klein, die «ei" angemch soll den iche 2edrvM ie i»n Liu schlafe» F.-nster ingr und Vein» im era>ittnter her ganzen in E^ngeden >es VaZ mwi i "L. ist A eia *CL>r I «nent 27710 Die feine Zigarette Schloß Amerongen Großformat Stück 5 Pfg. E" A. dec lge^Ldcn d^ ab i !- f®Sl Ach !#»«*• L-ielen. veS Kl verursacht Haven, worauf Klein, tote er angibt, in Rottoehr auf den H. schost. Dieser wurde durch den Schust erheblich, aber nicht lebensgefährlich in der Brust verletzt. Er wurde tn die Chirurgische Klinik verbracht, wo er heute wieder vernehmungsfähig ist. Der Borfall wird zur Zeit noch von der Polizei untersucht. Die in Der Stadt umherschtoirrerwen Gerüchte, die aus Dem Auftritt bereits einen Mord gemacht haben, sind unzutreffend. ** Der Landesverband Hessen Des Reichsverbandes derAusge- Kviesenen und Verdrängten von fiRHein und Ruhr veranstaltete am Svnn- itag am Otzberg, einige Wegstunden von Darmstadt entfernt, eine Kundgebung, an cher Tausende teilnahmen. Das Staatsmini- isterium und verschiedene andere hessische Behörden hatten Vertreter entsandt. Rach mehreren Ansprachen wurde eine Entschließung angenommen, in der zum Ausdruck kam, daß eine Hauptbedingung bei den bevorstehenden Reparationsverhandlungen die Frei- lassungder Gefangenen und die Rück- lehrderAusgewiesenenfein müsse. Bsrnotizen. — TageskalenberfürDonnerstag. Evangel. Bund: 8 Mr in derf Stadtkirche Fa- milienabend mit Dortrag über „Die Zustände am Ahrin". — Gewerkschaftsbund der Angestellten: 8 im Hvpfeld Monatsversammlung — Li cht - spi?lhaus. Bahnhofstraße: „Das Geheimnis vom Brinkrnchof". — Palast-Lichtspiele: „Pat und Pa- tachon". — Rundfunkhaus Löberstraße: 8V2 ^Ihr das Dokalquartett. Landkreis Gießen. X Wieseck, 14. Marz. Don ihven drei Glvcken hat unsere Gemeinde die mittlere aus dem Jahre 1734 im Kriege geopfert. Das zur Beschaffung einer neuen Glocke angesammelte Kapital fiel der Inflation zum Opfer. Dank der reger gewordenen Verbindung der Wiesecker in Amerika mit ihrer Heimat bildete sich unter dem Dv-rsih von Heinrich Weller-Buffalo ein Ausschuß, der die Mittel für eine neue Glocke aufbrachte. Sie wurde letzte Woche durch Vertreter des Kirchenvorstandes in der Glockengießerei Rin cker in Sinn abgenommen und nach »Klang, Material und Form als trefflich gelungen befunden. Die feierliche Einholung soll am Samstag, 17. d M., abends 61/2 älhr, erfolgen und die Glvckeneinweihung am Sonntag. 25. Mai, abschließend mit einem Gemerndsabend, stattfinden. Die Aufhängung der Glocke soll am Montag er- folgen: sie kann im Laufe des Sonntags besichtigt werden. — Unsere im Innern sehr der Erneuerung bedürftige Kirche erhielt in diesen Tagen als Gabe der diesjährigen Konfirmanden eine große Wiedergabe des von Karl Dauer Die reaelmätzigen Anzeigen für Pfeiffer L DillerS Kaffee-Essenz weisen daraus bin, dah dieser Artikel jetzt wieder tn vollem Umfang und tn der altbekannten Güte zu haben ist. Eü erscheint deshalb angebracht, den HauSsrauen die Beachtung der Kochvortchrist in Erinnerung zu bringen. Mau nehme bet Bohnenkaffee aus 1 Liter Wasser 12 Gramm, (= 4 Kaffeelöffel» gemahlenen Kaffee und 4 Gramm (= 1 schwacher Kaffeelöffel» Pfeiffer & Dillers Kaffee- Essenz: bei Malzkaffee, auch Korn- oder Gerstenkaffee auf 1 Liter Wasser 20 Gramm (= 5 Kaffeelöffel» gemahlenen Malzkaffee und 4 Gramm (= 1 schwacher Kaffeelöffel) Pfeiffer & Dillers Kaffee-Essenz. Nach Geschmack kann man auch mehr oder wenigerKanee- Effenz verwenden, nie jedoch zuviel, weil sie sehr ausgiebig ist.3153c dern nur wegen verbotenen Handels zu insgesamt 50 Mk. Geldstrafe verurteilt. K., der an sich Handelserlaubnis besaß und sich des besten Rufes erfreut — er war mit Rücksicht auf die Sachlage überhaupt nicht wegen Hehlerei angeklagt worden —, wurde lediglich zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilt, weil er den Kaffee von einer Stelle angekauft hatte, die keine Handelserlaubnis besaß. Die Strafvollstreckung gegen QL, der zur Zeit der Tat noch jugendlich war, wurde auf Grund des Hugendgerichlsgesehes mit einer Bewährungsfrist von 5 Jahren ausgesetzt. — Gegen drei Angeklagte, die nicht erschienen Waren, wurde das Verfahren abgetrennt. Schöffengericht. * Gießen, 8. Mai. 3m Oktober v. 3- wurden bei einer hiesigen Firma zwei Ballen Kaffee gestohlen. Ein Teil der Kaffees wurde in Grünberg beschlagnahmt, wohin ihn der Schuhmacher Enfit P. und der Kaufmann Ernst St., beide aus Gießen, in einem Schließ korb verbracht hatten. Die weiteren Ermittlungen ergaben, daß ein anderer Teil des Kaffees durch verschiedene Hände hindurch an den Kaufmann A. K. in Gießen gelangt war. P gab an, den Kaffee von dem Lehrling Rudolf R. aus Gießen erhalten zu haben. Die Hebergabe des Kaffees ist eines Abends am Oswaldsgarten erfolgt. QL war als Lehrling bei der bestohlenen Firma. P. hatte den QL eines Abends am Bahnhof kennen gelernt, wo R. ihn ansprach, nachdem er zugehvrt hatte, wie P sich mit St. über Schiebergeschäfte in Lebensrnitteln unterhielt. Wie P. weiter behauptet, bot QL ihm zunächst Seife an, die er auch kaufte. Ferner übergab R. dem P. eines Tages ein größeres Paket, in dem sich Kaffee, Haferflocken, Zucker, Kakao und Schokolade befand. Dem P. war es nicht zweifelhaft, daß R. auch diese Sachen bei seiner Firma entwendet hatte. P., der ein offenes Geständnis ablegte, machte einen durchaus glaubhaften Eindruck. R. leugnete hartnäckig, jemals mit P. zusammen gekommen, geschweige denn ihm irgend etwas verkauft zu haben. Das Leugnen half ihm nichts. R. wurde wegen Diebstahls verurteilt, zumal außer der Belastung durch P. noch sonstige Umstünde für seine Schuld sprachen. Insbesondere war festgestellt, daß kein sonstiger Angestellter oder Arbeiter der bestohlenen Firma als Dieb der Kaffeesäcke in Frage kommen konnte. Ferner wurde dem QL nachgewiesen, daß er ein Postpaket seiner Firma an einen Kaufmann in Schlitz unterschlagen hatte. Das Paket war auf der Post nicht aufgegeben worden. Der Angeklagte war gesehen worden, wie er mit dem Paket das Geschäft verlassen hatte, nachdem er den Auftrag erhalten hatte, es bei der Post aufzugeben. Der Angeklagte R. gab zu, in einer Privatwohnung, die die Bewohner während ihrer Abwesenheit der Obhut der Mutter des R. anvertraut hatten, ein Zigarettenetui gestohlen zu haben. Außer den genannten Beschuldigten saß noch auf der Anklagebank der Kaufmann Karl QL von Gießen. Er war der Hehlerei beschuldigt. Er hatte 20 Pfund von dem gestohlenen Kaffee angekauft und weiter veräußert. Es wurden verurteilt: R. wegen Dieb»- stahls und Unterschlagung zu 3 Monaten Gefängnis, abzüglich 6 Wochen Untersuchungshaft, Henle und morgen erhalte 3992c friroe SkkW in anker EisMiW frisch geräuch. Bückinge Bekannter englischer Maler, welcher Nähe Gießen Sommer [über, Schloß bewohnt, würde dort 3994D kMMW annehmen, auch Unterricht erteilen. Näb. in der Geschäftsst. des Gieß. Anz. » ■^»■»mrrvrTYYrtQCDr)QDöOr*l1CGnG3nQQOQQBQ Zum fünften Haie in Gießen Auf nach GieHen,BahnhofstraBeSI Dort verkaufe ich auf dem Hofe und im Nebengebäude 1 Waggon Emaille eine große Partie Zink waren Aluminiumgeschirr. Es sind wieder sämtliche Artikel in allen Größen und Farben vorhanden. Der Verkauf dauert von Donnerstag, den 15. Mai, bis Mittwoch, 21. Mai. Kakao la 1.10 J.40 Tee 4.80 u. 3.20 Flott arbeitender, im Verkehr mit der Kundschaft gewandter junget WmM aus guter Familie für angesehenes Unternehmen Gießens gesucht. Tadellose Umgangsform u.sicheres Rechnen Bedingung. Schriftliche Angebote mit Angaben über Bildungsgang, seitherige Tätigkeit, Atter, Gehaltsforderung und Antrittszeit unter 3939D an den Gießener Anzeiger erbeten. Die Eichenlohrinde der Gemeinde Cleeberg, zirka 400 Zentner, soll im Wege des schriftlichen Angebots verkauft werden. Die Angebote sind verschloßen mit entsprechender Aufschrift bis zum 17. Mai 1924 einzureichen, wo mittags 1 Uhr Eröffnung erfolgt. Die Bedingungen können auf der Bürgermeisterei eingesehen werden. 3967D Cleeberg, den 12. Mai 1924. Der Bürgermeister. 3. D.: S-bn. murtre — Gestern entwendete tn pp. uno Ct wegen ^eyterel mti> wegen unerlaub- eenem hiesigen Geschäft ein fvember Mann einen 1 *» Kleiderstoff. Als man ihm verfolgte, gab Schmalz $,^0.70 Margarine ^0.52 Kokosfett “W 0.50 Birnen 2'w-% I.Oi Gem.-ErtaÄ 0.90 3u Bowlen ünntersblnmer'^LSO Niersteiner ',i 11.90 Obstschaomweine ton l/i Flasche Mk. 1-^ IHagne1'1®10^ 1.40 alles mit Glas u. Steuer Puddrag-Ptilver W- sit 0.40 Anzusehen bei 3998 D Anna Gutfleisch Gießen, den 15. Mai 1924, 020340 Stellenangebote^ Dr. Szubinski Großen-Buseck. 020102 020928 gesucht. 4005c 3962D !• v t (infen. 02 >225 020222 kaufen Ostanlaac 25. | Kaufgesuche rd. 900 Millionen Goldmark. 4008V M HL Kohlenhandlung Schott Telephon 752 Sandgasse 22 Telephon 752 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem schweren Verlust sagen wir innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Maria Gans geb. Kimmel late gesucht Für die viele herzliche Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sowie die Kranzspenden, sagen wir allen, insbesondere Herrn Pfarrer Schorlemer und den beiden Vereinen unseren herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Familie Gg. Chr. Schnabel Familien Ohlemutz und Jung Familie Chr. Menges Frau Karl Schnabel Witwe und Kind. Don der Reise zurück. Palast-LiWiele Lindenplatz. —~ Achtung Große Sendung Spargel, Kopfsalat, Gurken, Blumenkohl, gelbe Rüben, Weißkraut, Spinat, Zwiebeln, neue Kartoffeln, Apfelsinen und Zitronen otrtüiift Freitag früh m 8—1 Uhr am Felsenkeller. Telephon 1051. 020227)Frau Frosch. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Schwester und für die treue Hilfe während ihrer Krankheit sage ich herzlichsten Dank. Jüngerer Reifender der bei der Kundschaft der Lebensmittel* und Kolonialwarenbranche Oberhessens und Hessen-Nassaus bestens eingeführt ist und den Nachweis erfolgreicher Derkaufstätigkeit erbringen kann, zum baldigen Eintritt gesucht. Ausführliche schriftliche Angebote mit ' Lichtbild unt. 020234 an den Gießener Anzeiger erbeten. H. Zier von jungem Mädchen gesucht. Schristt. 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Frau Schnatterichs begeisterte Lobeshymnen auf das bewahrte Hühner- augen-Pflaster Kukirol und auf das Kukirol-Fußbad haben ihre Busen-, Seelen- und Duzfreundin, deren Name nichts zur Sache tut, veranlaßt, sie um die Besorgung dieser beiden, allgemein gelobten Präparate zu bitten. Sie gerät mit ihrer geräumigen, gewichtigen Persönlichkeit aus Versehen in einen Laden, der die Aufschrift: .Gemüse-, Delikatessen- und Vorkosthandlung*, außerdem aber ein blaues Schild mit der Aufschrift: .Drogen von A. Wasmuth & Co., Hamburg- trägt, eine sogenannte Schrankdrogerie, weil das ganze Lager samt der Fachkenntnis des Inhabers in einem Verkaufsschrank untergebracht ist. Frau Schnatterlch, durch die Aufschrift Drogen in den Glauben versetzt, eine Fachdrogerie zu betreten, verlangt Kukirol. Da sie den Namen nicht richtig ausspricht (Kuh-kie-rohlV so stellt sich der Schrank-Drogist schwerhörig und gibt ihr ein anderer Mittel, denn die Kukirol-Fabrik beliefert derartige Geschäfte nicht Fräs Schnatterlch protestiert entrüstet, der Verkäufer aber redet ölig, spncW von .ebenfalls sehr gut* und wird dafür von Frau Schnatterlch zu einem sehr nützlichen Vierfüßler ernannt, dessen bessere Hälfte uns mit Buttel versorgt Er bietet ihr nun ein anderes Schächtelchen an, das äußerlich beinahe wie eine Kuklrol-Schachtel aussieht, aber in Wirklichkeit eine schlechte Nachahmung enthält, lieber so viel Frechheit Ist Frau Schnat- terich zuerst sprachlos, dann aber erkundigt sie sich interessiert ob er etwa einen größeren Vogel habe, ob er nicht von hier sei und sich vielleicht nicht ganz wohl befinde, und sagt einige tref(ende Worte über den Einfluß lose gewordener Schrauben auf die normale Denkfähigkeit Bleich, abei gefaßt läßt er diesen Wasserfall von energischen Worten über sich nieder- gehen Frau Schnatterich aber schöpft Atem und fährt dann fort: Kukirol ist das beste Hühneraugen-Pflaster, das ich kenne. Es ist millionenfach bewährt ärztlich empfohlen, lindert sofort die Schmerzen, und wenn man ea auffegt, so ist d*as ^Hühnerauge binnen wenigen Tagen erledigt, ohne Schneiden, ohne Entzündung, ohne die Gefahr einer Blutvergiftung. Das Kukirol-Fußbad aber ist für eine zweckmäßige Fußpflege erst recht unentbehrlich. Es beseitigt den häßlichen Schweißgeruch, verhütet Schwitzen Brennen, Anschwellen und Wundlaufen der Füße, kräftigt Nerven und Sehnen und wer es kennt, will es nie wieder entbehren. Jede größere Apotheke und wirkliche Fachdrogerie führt die in vielen Millionen läflen bewährten und in der ganzen \Velt beliebten Kuklrol-Fabrikate (Kukirol-Hühnernugen-Pflaster 75 Pfennig pro Schachtel, Kukirol-Fußbad CO Pfennig pro Packung). Beide Präparate kommen niemals lose, sondern nur In Original-Packungen in den Handel. Sie tragen die Schutzmarke Hahn mit Fuß“. Diese ist das sichere Zeichen für Echtheit Wenn Sie •Ich andere Präparate als auch sehr gut aufreden lassen, so ist das nur Ihr Schaden, denn der Verkäufer redet nicht umsonst Schlechtere Sachen müssen doch billiger sein als die guten, und an den schlechteren Präparaten muß der Verkäufer doch mehr verdienen. Also Vorsicht lieber Käufer, und recht genau auf die Schutzmarke achten WichtigI Verlangen Sie die aufklärende und lehrreiche Broschüre .Die richtige Fußpflege“, die wir jedem Interessenten kostenlos und portofrei zusenden. Unsere, unter der Leitung eines alten, erfahrenen Arztes stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen Einsendung von Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über Alles, was Fußpflege und Fußleiden betrifft KukiroI-FahriK Groß-Salze bei Magdeburg. Nr. U4 Zweite; Blatt Gietzener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Vberhessen) Donnerstag. 15. Mai 1924 Jur Psychologie des deutschnordischen Reiseverkehrs. Don Dr. Walter Georgi. Es ist seltsam, welche Wandlungen die Mentalität der Touristik im deutsch-nordischen Reiseverkehr während der letzten zehn Zahre durch- gemacht hat. Der Deutsche, der vor dem Kriege die nordischen Länder besuchte, wurde von einer oft schwärmerischen Liebe für den Norden getrieben Lag bei dieser Zuneigung bei vielen oft der Gedanke an die Llrheimat der Germanen zugrunde, so bedeutete für die meisten der Norden ein erfrischendes Erlebnis inmitten der kraftvollen Urwüchsigkeit der Landschaft und seiner Bewohner. Für den Reisenden aus den skandinavischen Landern war Deutschland das Land der geistigen Anregung, die Heimat der romantischen Staate und des industriellen Fortschritts, die Erholung spendende Ruhe in den lieblichen Tälern des Mittelgebirges mit seinen Badeorten und Sommerfrischen. Es war ein gesunder Austausch zwischen den Völkern, den der deutsch-nordische Reiseverkehr vor dem Kriege vermittelte. Dann kam der Krieg. Für den Deutschen wurde es zur Llnmöglichkeit, seine Heimat au verlassen. Auch die Nordländer blieben zu Hause, es sei denn, daß man in Geschäften notgedrungen nach Süden fahren muhte. Deutschland war durch die Hungerblockade das Land der Entbehrungen geworden. Nach dem Waffenstillstand und dem Friedens- schluh setzte der Reiseverkehr aus Deutschland nach dem Norden nicht wieder ein. Wie eine unsichtbare Mauer lag es nach dem Zusammenbruch um Deutschland. Seelische Hemmungen nach den Zähren einer umsonst getätigten, fast übermenschlichen Kraftanstrengung w.rk.en sich n cht minder aus wie Paßschwierigkeiten und Ernten der deutschen Valuta, die ein Kalkulieren im eigenen Lande erschwerte, aber ein wirtschaftliches Llmvechnen des eigenen Geldes in das Hochvaluta- rische Geld des Nordens fast zur Llnmöglichkeit machte. Deutschland schien sich zu einem Lande mit eigenen wirtschaftlichen Gesetzen und Preis- mahen zu entwickeln. Geschäfte mit dem Ausländer bedeuteten meist Verluste, während sie Idem Ausländer auf der Basis des Inlandver- kehrs leichte Gewinne brachten Während die Deutschen selbst das Land nicht verlassen konnten, wurde ihre Heimat das Dorada der Valuta reisenden. Auch die skandinavischen Länder stellten ein grohes Kontingent j.ner Menschen, die in Deutschland nicht geistige Anregung und körperliche Erholung suchten, sondern ihren eigennützigsten Vorteil. Der Deutsche wurde Aus- bttrtungsobjekt. Infolge der jahrelangen Abgeschlossenheit vom Weltverkehr, verbunden mit einer trägen Selbsttäuschung üb?r den inneren Wert seiner Zahlungsmittel, sah er sich dem Ausländer meist hilflos ausgeliefert. Er glaubte, Geschäfte zu machen, und verlor bei jedem Geschäft an der Substanz seines Vermögens. Es soll hier nicht mit jenen valutastarken Ausländern abgerechnet werden, die Deutschland in seiner Not mehr nahmen, als sie ihm brachten, älnerfreuliche Erscheinungen im Reiseverkehr hat es zu allen Zeiten gegeben. Man braucht sich nur an gewisse Kreise der Engländer zu erinnern, die in den neunziger Zähren am Rhein durch ihr anmaßendes Auftreten ebenso unbeliebt waren, wie vor dem Kriege jene unbeherrschten Scharen deutscher Touristen in Südschweden, die der billige Einheitspreis in den südschwedischen Bahnhofs- wirtschaften dazu reizte, die Buffets buchstäblich zu plündern, bis man sich gezwungen sah, in der Hauptreisezeit die schöne schwedische Sitte des Frühstückstisches aufzugeben. Zede Nation hat ihre schwarzen Schafe. Auf ihrem Rücken aber bauen die Einsichtigen nicht die Zukunft der Völker auf. Ebensowenig wie auf jenen kürzlich igen Kritikern, die den wiedererwachten Reisetrieb des deutschen Volles zu Angriffen gegen den deutschen Dvlkschavakter auszunutzen suchen. Es wird viele geben, die zu schneller Kritik beveit, verständnislos vor der Tatsache stehen, das) in diesem Zähre nicht wenige Deutsche über die Grenzen ihres Vaterlandes nach dem Ausland gehen. ilnb sei es agch nur für einige Tage! Man wird uns zurufen, daß wir daheim bleiben und das für die Reise bestimmte Geld für die deutsche Not opfern sollten. Man wird uns an die Hilfe des Auslandes erinnern und uns als charakterlos hinstellen, daß wir diese Hilfe annehmen, während wir die Mittel für Vergnügungsreisen bereit haben. Diese Hilfe hat Lausenden und Abertausenden von ärmsten, unterernährten Menschen in jener kritischen Zeit, wo kein Deutscher ans Reisen Lachte, das Leben gerettet. Das wissen wir. Wir werden niemals die Dankbarkeit für die Hilfe des Auslandes und besonders der stammverwandten nordischen Länder vergessen. Aber ihr müht auch wissen, dah jetzt nach äleberwindung des Schwersten diese Reisen nach zehnjähriger Abgeschlossenheit für die meisten Deutschen, die für Tage oder Wochen ihr Vaterland verlassen, Lebensbedürfnis sind. Es ist ein geistiger und seelischer Hunger, der sie nach den Zähren härtesten Lebenskampfes hinauslr.ibt zu enen Völkern, die von diesem verzweifelten Ringen verschont blieben und sich das innere Gleichgewicht bewahrten, während wir an Geist und Körper zermürbt, der Ruh: beraubt wurden. Es werden wahrlich, von der Klasse der Schwerverdiener abgesehen, wenige darunter sein, denen 'ine „Vergnügungs" reise vorschwebt. Dir em Hunger, der an einem geistig so hochstehenden Volle wie dem deutschen Volke mit seinen zahllosen Auslandsbrzichungen vor dem Kriege h:ute last stärker nagt als der Hunger des Magens, wird man die ersten kargen Ersparnisse opfern, vie eine stabilisierte Währung gewährt. Es ist heute nicht anders als früher. Erinnert ihr euch nicht mehr der drutschen Gelehrten, Beamten, Studenten und Lehreri n n, die das ganze Zahr über arbeiteten uno sparten, um in den Ferienwochen jenseits der Grenzen die Heimat und die Kultur fremder Völker kennen zu lernen? Es galt trockene Theorie der Schul- jahre in lebendige Wirklichkeit umsetzen. Ihr lacht vielleicht über unsere Romantik, aus der uns die letzten Zahr? der Prüfung aufschreckten. Aber unsere Sehnsucht haben wir uns trotzdem bewahrt. Sie lebt heute noch in uns wie einst, als ein Stück deutschen Wesens, das uns die Kraft gibt, ein Zahr lang wie ein Pferd zu schaffen, um uns irgendwo unter den Eindrücken der Ferienwochen in der Harmonie eigener oder fremder Kulturen w'.ederzu finden. Und auch heute noch, in der schweren Zeit unseres Vaterlandes, treibt uns jene Sehnsucht des Gefühls und des Geistes, wie jene gcrman.fchen Scholaren der Renaissancezeit, die über die Alpenpässe nach den gesegneten Gefilden Ztaliens zogen. Werft Steine auf uns, wenn ihr es wagtl Es wäre oberflächlich, den neu erwachten Reisetrieb weiterer Kreise des deutschen Volkes schlechthin mit der Abhängigkeit von äußeren Bedingungen, wie der Preisgestaltung in der eigenen Heimat, erklären zu wollen. Es ist allerdings nicht zu leugnen, daß wir gegenwärtig in der Preisberechnung des Hotelg:w.rbes ein schwieriges Tiebergangsstadium von den Znflations- p.eisen zu den Goldmarkpreisen durchmachen, und daß die deutsche Fremdenindustrie mitunter in der vernünftigen Kal ulierung ih.er Un osten und Preise allzu hohe Zahlen als Ri.ikvprämien eingesetzt hat. Diese ängstliche .Vorsicht ist n£er beute, nachdem eine stetige Währung erreicht ist, überwunden. Die einige Monate hindurch übermäßig erhöhten Preise haben sich allmählich wieder dem Weltmarktpreis genähert. Wenn sie ihn hier und dort noch etwas übersteigen, so liegt dies vor allem an der Steuerpolitik des Reiches und der Gemeinden, die den Fremdenverkehr mit so tjoßen Abgaben (oft bis 40 v. H.) belegen, daß die niedrigen Grundpreise erst durch die Steuerzuschläge über den Weltmarktpreis hinausgetrieben werden. Mit dem Beginn der Sommer-Reisesaison wird auch hierin eine Wandlung zur Gesundung eintreten, da das Reich und die Gemeinden im Interesse des Fremdenverkehrs sich den allgemeinen Klagen nicht werden verschließen können und die hohen Steuersätze ermäßigen müssen. Ein Tinterschreiten des Weltmarktprei es wird dann sogar zu erwarten sein. Seine Inlandspreise aber werde-,i den Deutschen nicht über die Grenzen treiben, ebensowenig wie sie den Ausländer au die Dauer davon abhalten werden, Deutschland zu besuchen. Ist eine Auslandsreise heute für den gebildeten Deutschen ein inneres Bedürfnis, so wird der Ausländer nach den Monaten einer begreiflichen Verärgerung über die von der deutschen Fremdenindustrie vorüberghnd geübten Prei e gern wieder nach jenen deutschen Städten mit ihren bedeutsamen kulturellen Einrichtungen zu- rückkehren, wo er stets geistige Anregung und Erbauung fand. Es ist sicher, daß sich vor allem der Nordländer solcher Erwägungen am wenigsten wird verschließen können. Die .Zahl de er, die wissen, was sie den deutschen älniversitäten und Kunststätten verdanken, ist groß im Norden, und ihr Wunsch, nach Deutschland zu reifen, ist nicht minder stark. Es werden in Zukunft keine Valutareisenden fein, die an einem Ausverkau Deutschlands verdienen wollen. Diese Zeilen sind vorbei. Es sind jene ernsthaften Menschen, die wir mit Freuden in Deutschland begrüßen, und deren Aüfenthalt im Lande der Deutsche so gastlich tote möglich gestalten wird. Ihm ist der nach geistiger Anregung verlangende wie der Erholung uchende Ausländer in gleicher Weise willkommen. Die Heilschätze unseres Bodens, die die zahlreichen Heilquellen unserer Bäder und Kurorte penden, und für die der Nordländer in seiner Heimat keinen Ersah findet, stehen ihm ebenso wie dem Deutschen zur Verfügung. Sobald das unberechtigte Mißtrauen auf lange Sicht gegen die deutsche Gastlichkeit verschwunden ist, dürste ich schnell wieder der internationale Fremden» trom und mit ihm der Nordländer in 'Deutschland einfinden. Die Mentalität der Touristik hat seit dem Kriege manche Wandlungen erfahren, erfreuliche und unerfreuliche Erscheinungen gezsttigt. Der Nordländer ist hiervon nicht ausgenommen. Aber jene Zeiten liegen hinter uns. Keiner wird in der Gegenwart nach den Zähren des Kampfes und der Zerrissenheit mehr an seinem äußeren und inneren Aufbau arbeiten müssen als der Deutsche. Eine Auslandsreise bedeutet ihm Wiedergewinnung mancher im aufreibenden Kampf verlorenen Kräfte. Zeder Einsichtige wird aus diesen Sünden die Entwicklung des deutschen Reiseverkehrs vor altem nach dem Norden begrüßen, ebenso wie auch unter anderen Voraussetzungen den Nordländer in unserer deutsch:» Heimat. Möge der Reiseverkehr zwischen Deutschland und dem Norden als notwendiges Glied eines friedlichen kulturellen und wirtschaftlichen Ausgleichs bald wieder die bedeutsame Rolle wie einst vor dem Kriege spielen I Wirtschaft. Die Eisen- und Stahtwareu-Jnduftrie im April. Dem Eisen- und Stahlwaren-Zndustriebund wird über die Lage seines Industriezweiges aus den einzelnen Dirken wie folgt berichtet : Hagener Bezirk: Die Geschäftslage im April hat sich gegen den März wenig verändert. Die Beschäftigung hätte Wohl eine De eöung erfahren können, wenn die Betriebe die Möglichleit gehabt hätten, sich Kapital oder Kredit zu beschaffen. Remscheider und Velberter Bezirk: Di': eingegangenen Berichte lassen eine erfreuliche Belebung des deutschen Inlandgeschäftes in Werkzeugen, Schlössern, Beschlägen und Klein- eisenwaren erkennen. Der Umsatz htt sich gehoben. Auch gehen neue Aufträge in ausreich.nl em Maße ein. Die Löhne sind ebenso wie die Verkaufspreise auf der Höhe des Vormonats gebli.ben. Die Geschäftsaussichten erscheinen nicht unbefriedigend. Das Auslandgeschäft ist dag:gen immer noch gedrückt und schwieriger, wenigstens in einigen Artikelw Schmalkaldener Bezirk: Der Monat April stand auch hier in steigendem Maße unter dem Zeichen der Geldknappheit, die mehr und mehr eine ernste Gefahr für die Industrie wird. Der Export ist zurückgegangen, weil die Preise, dip die deutsche Industrie verlangen muß, für das Ausland zu hoch sind. Die Beschäftigung für das Inland ist im hiesigen Bezirk im allgemeinen gut. Die Zahl der Erwerbslosen hat abgenommen. Rohmaterial wird im ganzen genügend angeliefert. Süddeatschland: Die Geschäftslage im Monat April entsprach ungefähr der des Vormonats. Der Auftragseingang hit sich erhalten, so daß die Beschäftigung in verschiedenen Zweigen als befriedigend bezeichnet werden kann. Die Ver- taufreife sind gedrückt. Es müssen oft 'Aufträge hrreingenommen werden, die äußerst ungünstig liegen, damit auch in der nächsten Zeit die Beschäftigung aufrechterhalten werden kann. ♦ Die Lage der westdeutschen Lederindustrie. Die Beschäftigung in der Lederindustrie Westdeutschlands ij noch immer gut Die Nachfrage nach Ledersorttn, insbesondere Vachetten für Polsterzwecke und Pvrtefeuilleartikel, ist sehr groß und die Preise sind entsprechend hoch. Der Bedarf tritt vorwiegend aus dem Ausland auf, eine an sich durchaus erfreuliche Erscheinung. Die Konkurrenzfähigkeit im Aus lande ist aber bei den bisherigen Roh Warenpreisen naßeyu ausgeschlossen, da namentlich England in den Deutschland benachbarten Staaten durch wesentlich billigere Preise scharfe Konkurrenz macht Eine Gesundung kann nur eintreten durch wesentlichen Abbau der Rohwarenpreise. Dieser Abbau scheint jetzt mit ziemlicher Energie einzutreten. Die Häute- auktivnen der. letzten acht Tage verliefen wesentlich abgeschwächt und brachten Abschläge bis zo 30 Proz., so daß also wieder Hoffnung vorhanden ist, im Ausland mit England konkurrieren zu können. Außerordentlich leidet auch die Lederindustrie unter dem Geldmangel und unter den- enormen Zinsenbelastungen. Auf die Dauer wird die Zinsenbelastung, wie sie jetzt gang und gäbe ist, einfach nicht mehr tragbar fein, da wir allein dadurch schon ungefähr 18—20 Prozent teuerer produzieren als das Ausland, ferner die Verteilung von Leder von der rohen Haut bis zum Verkauf immerhin 6 Monate in Anspruch nimmt, ganz abgesehen von den anderen Lasten, die der Betrieb zu tragen hat. Erschwerend wirkt jetzt, und zwar in die Augen fallend, die Ausfuhrabgabe, die die Betriebe aufzubri,:gen haben. Wenn nicht bald eine Aenderung eintritt, wird die Lederindustrie unter diesen Abgaben schwer zu leiden haben und viele Geschäfte nicht abwickeln können, für die fie sonst infolge der Vorzüglichkeit ihrer Fabrikate bestimmt ist. • Rückgang der Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 13. Mai berechnete Großhandelsindexziffer des Sa- tistischen Reichsamtes ergibt gegenüber dem Stande vom 6. Mai (125,2) einen Rückgang auf 123,8 oder um 1,1 Proz. Von den Hauptgruppen sanken im gleichen Zeitraum Lebensmittel von 110,3 auf 108,5 oder um 1,6 Prozent, davon die Gruppe Getreide und Kartoffeln von 92,4 auf 91,7 oder um 0,8 Proz., Industriestoffe von 153,0 auf 152,4 ober um 0,4 Proz. (davon die Gruppe Kohle und Eisen mit 145,2 nahezu unverändert). Inlandwaren gingen von 114,1 auf 112,8 ober 1,1 Proz. und Einfuhrwaren von 180,6 auf 178,9 ober um 0,9 Proz. zurück. * * Die Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Nach den vorläufigen Berechnungen wurden vom 27. April bis 3. Mai im gesamten Ruhrgebiet ohne die von der Regie betriebenen drei Zechen und zehn Kokereien in sechs Arbeitstagen 1 711 039 Tonnen Kohlen gefördert. Auf das besetzte Gebiet entfallen davon 1 565 897 in fünf Arbeitstagen der vorhergehenden Woche. Die Kokserzeugung vom 27. April bis 3. Mai stellte sich auf 402 829 (im besetzten Gebiet auf 368 250) in sieben Arbeitstagen (in den Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet) gegen 398 095 (361 846) in der Vorwoche. Die arbeitstägliche Kohlenförderung stellte sich vom 27. April bis 3. Mai im gesamten Ruhrgebiet auf 285 173 gegen 320 258 in der Vorwoche und 369 743 im Zahre 1913. Die tägliche Koks.rzeugung stellte sich auf 57 547 (56 871 bzw. 62 718). Im besetzten Gebiet betrug die arbeitstägliche Kohlenförderung 260 983 (297 514 bzw. 348 586). die tägliche Kokserzeugung 52 607 (51 692 bzw. 58 338). * Die Reichsdank beschränkt den Ankauf von Inlandschecks. Die Reichs» bank hat Len Ankauf von Inlandschecks mit Wirkung vom 15. Mai ab auf Beträge von 1000 Billionen Mark (Rentenmark) und darunter beschränkt, da sie wiederholt die Beobachtung gemacht hat, daß der Scheck entgegen seiner Bestimmung in weitem Umfange als Kreditmittel benutzt wird. Die Mißstände der Inflationszeit hatten dazu geführt, daß der Verkehr sich anstelle der ilebertoeifung für die Fernzahlung des Schecks bediente, der dann in der Regel vom Scheckempfänger diskontiert wurde. Hieran ist von weiten Kreisen festgehalten worden, obwohl die Hemmungen der Inflationsperiode schon feit langen Monaten behoben sind und der äieberweisungs- verkehr — dies ist der für die Fernzahlung gegebene und auch billigere Weg — wieder einwandfrei arbeitet. Der legale Verkehr wird mithin ?^trd> die Maßnahme der Reichsbank nicht, getroffen; es soll lediglich der Ausschreibung ungedeckter Schecks und sonstiger mißbräuchlicher Verwendung von Schecks entg:gengewirkt werden. * Deutsche Girozentrale. Der Deutsche Zentralgiroverband und seine Bank, die Deutsche Giro'entrale-D.utsche Kommunalbank, legen ihren Geschäftsbericht für 1923 vor. Die Innen-Organisation wurde weiter ausgebaut, so daß das Institut in der Lage ist, die Berliner Effektengeschäfte aller Girozentralen und auch der Sparkassen auszufuhren. Die Bank weist einen Detriebsüberschuß von 1 075 512,6 Billionen Mark aus, wovon 10 Proz. der Sicherheitsrücklage überwiesen werden sollen. Von dem verbleibenden Reingewinn soll dir Hälfte nochmals der Sicherheitsrücklage zugesührt und der Rest von 483 980 Billionen Mark zur Verfügung der Verbandsver- fammlung gehalten werden. Diese wird ihn voraussichtlich zur Neubildung des Betriebskapitals verwenden. Weiteres Betriebskapital soll von den Einzel-Girozentralen eingefordert werden. In Die Bantiger. Roman von Hermann Stegemann. 3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Das seltsame, unsichere Verhältnis, das sich bann und wann zwischen ihnen auftat, sank wieder in die Tiefe und verlor sich unter der Schwelle des Bewußtseins. Ein Strom von Zärtlichkeit überflutete alle Risse und Sprünge und trug Vater und Tochter in einer einzigen großen Empfindung vereinigend über die gefährliche Stunde hinweg. Enger, hingebender als je schmiegte sich Agnes an die Brust, in der sie dar- Herz hart und herrisch klopfen hörte. Zuversichtlich und kraftvoll wie immer hielt Gottfried Bantiger fein Kind umfangen. Arm in Arm überschritten sie die Schwelle. Bantiger hatte die alte Eßstube des Herrenhauses in einen Arbeitsraum verwandelt, in dem für Staffeleien, Zeichentische und Schränke Platz war. Tief hing die Balkondecke herab, die dunkel getäfelten Wände verloren sich im Zwielicht, und an der Schmalwand drohte ein mächtiger xamtn, groß genug, ganze Ochsenviertel am Spieß zu raten. Ein Leuchterweibchen spiegelte seine nackten Brüste im Glanz der elektrischen Birnen, wenn früh abends das Licht auf flammte, und blickte aus rätselhaften Augen auf den Mann hrrcw, der dann mit starken Schritten auf und nieber ging, während Agnes an der Schreibmaschine saß und seine geheimsten Briefe und Berichte zu Papier brachte. Als Vater und Tochter eintraten, waren Schreiber und Zeichner eifrig beschäftigt. Ban- tiger sand rasch gefaßt Weisungen und Aufträge, um sie zu entfernen. Sie wurden auf bzn Bauhof, In die Ziegeleien, in die Steinbrüchr und zur Verladestelle geschickt und verließen nacheinander den Raum. Untcrbeffen stellte Agnes dem Vater auf dem Eichen tisch neben dem Kamin einen Imbiß bereit Der Baumeister aber fließ die Tür seines Schlafraumes aus, ging ins Badezimmer und erfrischte sich am Dergwasser, das rauschend in die Badenische schoß, als er den Hebel Niederdrückte und dem zischenden Strahl den Zugang fretgob. Eine falte Luftwelle stürzte jäh aus dem Bad ins Schlafzimmer und erfüllte es mit feuchtem Brodern. Gottfried Bantiger hatte sich vor sechs Zähren, als seine Frau einer Nachtpfleaerin bedurfte, seinen Schlaf raum neben der Arbritsst ube im Unterstock des Hauses einrichten lassen und die alte Brunnstube, die in die natürliche Felswand gehauen und eng mit dem Hause verbunden war, in einen Daderaum umgewandelt. Der Arzt war vergebens bemüht gewesen, ihn von diesem tollen Plan abzubringen. Er hatte weder den Rat des Arztes noch die scheuen Bitten seiner Frau beachtet und sein Bett in dem dunklen, von Eiseskälte erfüllten Raum aufgeschlagen, in dem einst die Wcinkrüge der Heroen von Runs gekühlt worden waren. Er hatte alle Beschwörungen mit der Antwort abgewiesen: „Mein hitziges Blut fürchtet fein Reißen." Er hatte Recht behalten, er war keine Stunde krank gewesen und stand heute noch aufrecht in seinen Schuhen und sprühte Kraft und Leben. Als er wieder in die Stube trat, war der Tisch gedeckt. Er aß und trank und ließ sich dazu die wichtigsten Briefe vorlesen, die seit drei Tagen eingegangen waren. Dann rauchte er in starken Zügen und diktierte seiner Tochter die kurzen Antworten. Die Schreibmaschine erfüllte den Raum mit lebendiger älnruhe und erstickte die Stimmen der Vögel, die zu den geöffneten Fenstern hereinriefen. Agnes Bantiger faß mit gefalteter Stirn und gepreßten Lippen vor den klappernden Tasten. Sie' schrieb nicht nur, sondern plante und dachte mit, und wenn ihr ein Sah, ebn Wort ober eine Weisung nicht gefielen, hatte sie eine Art, zweifelnd den Kopf zu heben und eine Frage zu tun, die den Baumeister aufmerken ließen, ohne ihn zu stacheln. Dann setzte er zuweilen andere Worte ein, zuweilen bestand er aber auch mit Nachdruck auf seinem Diktat, und Ens beugte den Kopf und schlug die Buchstaben mit flinken Fingern auf das wandernde Papier. Nach zwei Stunden war die geheime Schreibarbeit getan. Agnes stand auf und ging, und Bantiger setzte seinen Namen breit und fest unter die fertigen Briefe. Der Tag begann sich zu neigen. Der Baumeister ordnete noch das Tägliche und rief seinen Sohn durch den Fernsprecher zu sich Lorenz war in der Bauhütte, und der Vater trat wartend ans Fenster. Er starrte auf den Markt, auf den siebenröhrigen Brunnen, auf dem Sankt Martin, der Schutzherr von Alt-Runs, .seinen Mantel mit einem buckligen Bettler teilte, und suchte über den Staffelgiebeln den von wein- roten Wolken gefärbten Ak^endhimmel. Lauter als der Brunnen und das Geräusch der Gassen fangen in der Feme die von der Roten Wand stürzenden Wasser der Runs. Während der Baumeister auf seinen Sohn wartete sann er über der Ausführung seiner neuen Pläne, und als er den Zweisitzer hinter dem Rathaus hervorschießen sah, freute er sich mehr darauf, seinem Erstgeborenen das kühne Unternehmen zu schildern, als mU ihm darüber zu beraten. Eigentlich stand alles schon fest, war bet Plan schon zu einem fertigen Gebilde geworden, das nur noch sichtbar gemacht werden mußte. Als Gottfried Bantiger sich über diesem Gedanken ertappte, übermannte ihn eine schmerzliche Erinnerung. Das Sichtbarmachen, das Ausgestalten, bas Durchsetzen seiner Pläne, das ihm Bedürfnis. Lust und Kampf war, wurde seinem ältesten Sohne zur treu geübten Pflicht. Lorenz Bantiger wandte Eifer, Verstand und ein reichliches Maß von Weltklugheit daran, die großen Unternehmungen des Vaters durchzuführen, und war so dem Baumeister ein tüchtiger S)elfer geworden. Seinem Wesen fehlte der große Zug, der die Werke des Vaters adelte. Die konstruktive Phantasie hatte sich dem Ingenieur versagt. Gottfried Bantiger wußte das wohl, doch nicht das schmerzte ihn jetzt, als er den Sohn die Treppe empor- steigen sah, sondern die Erinnerung an Georg, seinen zweiten Sohn, der ferne eigenen krausen Wege ging und sich trotz seiner achtundzwanzig Zahre noch kein Ziel gesteckt hatte. Er war von der Technik zur Philosophie, von der Philosophie zur Qllolerei geirrt, ergriff alles mit rasch entflammter Inbrunst, um sich nach kurzem, heißem Bemühen enttäuscht davon abzuwenden, und hatte sich dem Einfluß und der Welt des Vaters völlig entzogen. Er war wie Wasser, das durch die hohlen Hände läuft, und ließ auch fein eigenes Leben wie Wasser im Sand zerrinnen. Und doch fehlte er gerade in diesem Augenblick dem Vater, nicht als Helfer wie Lorenz, sondern als Zuhörer, als ein Mensch, der leicht zu begeistern war, der von den Gedanken hingerissen wurde, der ble Gedanken des Vaters im Fluge erfaßte und dadurch die Tatkraft und das Machtgefühl des Baumeisters steigerte und beflügelte. (Fortsetzung folgt) her Bilanz. Die tn mlltonen JUarf aufgema^c ist und in der die durch die bekannten Unterschlagungen entstandenen Verluste vollständig abge- schrieben sind, obwohl mindestens ein Teil davon rvieder eindringlich ist, werden u. a. ausgewiesen: Kassenbestand 1 741 053, Lombarddarlehen 957355, Gutbaben bei der Staatsbank 9 680 993, Langfristige Anleihen 4 060 750. * Betriebseinichränkung Ha n- noverscher Kaliwerke. 3m Hannoverschen Kaliwerk in Oedesse bei Peine wird eine Betriebseinschränkung im Lause des Monats durch- geführt werden. Die Gründe hierzu liegen in den Absatzstockungen, die sich in den letzten Wochen bemerkbar gemacht hatten. Das Kaliwerk wird die Produktion vollständig entstellen und sich lediglich auf die Instandhaltung der Detriebsanlaaen beschränken. Die Zahl der in den nächsten Wochen zu entlassenden Arbeiter beläuft sich auf mehrere Hundert. Für den Herbst hofft man jedoch aus eine Besserung der Lage und auf eine Wiederaufnahme des Betriebes. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 14. Mai. Tendenz: Behauptet, später befestige. — Der Markt war heute anfänglich bedeutend stiller als gestern. Obwohl sich in der politischen und wirtschaftlichen Situation nichts geändert hat, konnte die Entwicklung nach oben, die gestern eingesetzt hatte, heute keine Fortschritte machen. Wohl lagen vom AuS- lande einige Kaufanträge besonders für chemische Werte vor, aber bei dem völligen Ausbleiben von Inlandaufträgen kann sich das Kursniveau nicht weiter heben. Es fehlt eben die zweite Hand, an die sich, wenn auch mit kleinem Ruhen, weiter verkaufen labt. Wohl ist der Geldmarkt leicht und tägliches Geld jetzt wieder verhältnismäßig billig. Aber die Adressenfrage spielt eine große Rolle. Das Publikum in seiner groben Mehrheit kauft im allgemeinen nicht mit aufgenommenem Geld und über Bargeld verfügt es zu wenig. Auch das beachtliche Steigen des französischen Franken mag nicht ohne Einfluß auf die Entwicklung des Marktes geblieben sein. Gegen London ist Paris im Laufe der Börse von 76lA bis 74 y4 gestiegen. Auf .dem Kassamarkt konnten später die meisten Wette aber doch eine Kleinigkeit an- ziehen, mit besonderer Berücksichtigung der Montan- und Elektrizitätspapiere. Vereinzelt wurden Kursgewinne bis zu 2 Billionen Prozent erzielt. Im freien Verkehr waren es heute besonders Becker-Wette, die im Vordergründe des Interesses standen, auch zogen die Kurse etwas an. Api 33/i, Becker-Stahl 5i/4l Decker-Kohle 7y4, Krügers hall 4l/2, Petroleum 12l/2 bis 13, Ufa 55/8, Growag 0,250. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) ') Vom Aückzahlungswerk, 3n Billionen Prozent Frankfurt a- M. Berlin Schluh- Schlutz. 5d)lu6-| Schlich- Äurs Kur» flur» Kur, Datum: 13. S. 14.5. 13. 5. 14. 5. 6% Dcutskve Rettpranltth« . Deutsche ReichSauleih« . §'/,*/ baldiger Lieberwindung des anfänglichen leichten Rückschlages bestehen. Diele fano weniger in der Belebung des Geschäfts, wel.>)es sich wegen Les Ausbleibens des Publikums zumeist noch auf die Spekulation beschränkte, als in weiteren KursbessLrungen ihren Ausdruck. Eine wesentliche Rolle spielten zum Teil auch politische Erwägungen, da man hofft, dab die endgültige Regelung der ReparationSan-elegen- heit nach dem bevorstehenden Rücktritt Primäres nunmehr leichter und rascher vonstattrn gehen wird. Die Kursbesserungen erstreckten sich in dec Hauptsache auf Montanwerte. Sie betrugen 1—2 Billionen, bei Köln-R messen über 4 Billionen Prozent. 2Brr Den übrigen Oztartten waren ne weitaus geringer. Am Devisenmarkt hielt das Rachlassen der Dedarfsnachfrage auch hmte an. Die Veränderung in den Kursen und die Zuteilung hielten sich in engen Grenzen. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Simonen Mark ouSgedrückt. BuenoS-AireS, London, Neu« hort. Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. Banknote». • 13. Mat 14 Mai Revart. iinitliche Jiolieruna Briei -lmtlichr Nokieru i i «eld Briii 13 14. !’Trnn..'HotL 157,21 157,99 157,21 157,99 1 1 Brss-Aulw. 19,9. J0,05 21,05 21,15 voll voll Chrisliania 58,60 58,95 68,45 68,75 12 12 Kovenhagen 71,82 71,98 71,62 71,98 2 2 Liockbolm. 111,72 112,28 111,97 112,53 5 6 Heisingforj. 10,62 10,58 10,62 10,68 voll voll si lallen. . . 18.85 18,95 18,85 18,95 4 4 London.. . 18,355 18,445 18,405 4,1) 18,495 1 1 Neuvork . - 4,19 4,21 4,21 1 1 Part« , . - . 23,65 23,75 25,01 25,16 26 50 ssckweit .. 14,41 24,73 74,61 74,99 2 2 Spanien . 58,10 18.40 68,35 68,65 10 10 Wien in D-- Oest. nbgi'"f. 6,08 6,12 5,93 6,0? voll voll Prag.... 12.45 12,54 12,43 12,54 1U 10 Äudapest. . 4,48 4,52 4,48 452 voll voll Buen.-Ätre1 1,385 2,0) 1,285 Ä 1,385 3,03 1,l93 8,11 voll voll Bulgarien. voll voll Japan .. . öiio d4 Jan l,63i 1,685 1,695 0,485 voll voll 1,475 0,485 0,475 voll voll Belgrad . 5,255 12,63 5,295 5,255 6,295 voll voll siiskävoa ■ 12.74 12,63 12,74 voll voll FrrHr. Mai Mieter Wort» ....... UranMche Note» ........ Lüntiche Noten..... ichwedische Noten ..... olländilche Noten . . ... • cutsch-Oesterrcich, I 100 «rontv merikanische Noten ngltsche Noten talienrsche Noten ...... elgiscke Noten.......... Ungarische Noten .... Tschechoslowakische Note». .... Norwegische Noten Rumänische Note» «pantsche Noten..... Geld 74.81 25,41 71,62 111,97 157,21 6,89 4,19 18,40 19,95 20,85 4,24 10,62 58,45 2,24 67,93 Märkte. Brick 'Jicvarr. °/. 74,99 25,56 71,93 112,63 167,99 6,91 4,21 18,50 19,05 20,95 4,25 10,66 68,75 2,26 68,26 20 voll 5 10 10 voll i 10 voll voll voll 10 40 voll voll Berliner Produktenbörse Berlin, 14. Mai. Der Produktenmarkt zeigte täglich das gleiche Bild hochgradiaer Geschäftsstille und ausgesprochener Zurückhaltung. In Weizen mangelt es nicht an Angebot. Dein Verkauf ist aber auberordentlich schwiettg, weil die Mühlen kein neues Mehlgeschäft haben und deshalb nur beschränkt arbeiten. Roggen ist nach auswärts eher abzusehen, als nach Berlin. In Gerste, Hafer, Kleie und den übrigen Futterstoffen, sowie Hülsenfrüchten sind die älmsätze auberordentlich gering, zumal auch die sommerlich warme Witterung täglich mehr Grünfutter bringt. Es notierten: Weizen, märk. 159 bis 162 (matt), Roggen, märk. 128 bis 132 (behauptet), Sommergerste, Braugerste 168 bis 182 (matt), Wintergerste, Futtergerste 152 bis 158 (matt), Hafer, märk. 126 bis 133 (behauptet^ Weizenmehl (100 Kg.) 22 bis 24,50 (ruhig), Roggenmehl 19 bis 21,25 (stetig), Weizenkleie 9,80 (matter), Roggenkleie 9,60 (fest), Raps 300 (still), Leinsaat 400 (still), Viktoriaerbsen 23 bis 25, kleine Erbsen 13 bis 15, Futteverbsen 12 bis 13, Peluschken 11 bis 12, Wicken 12, Lupinen, blau 11 bis 11,50, Seradella, alt 15 bis 15,50 neu 11,75 bis 13, Rapskuchen 10 bis 10,20, Leinkuchen 18 bis 19, Trvckenschnitzel 9,30 bis 9,40. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M. 14. Mai Es notierten für je 100 Kilo: Weizen, Wetterau 17,23 bis 17,50 Matt Roggen 15,00 bis 15,25 Mk., ©Dir*iergerfle für 'Ärauzwecke 17,75 bis 18,50 Mk.. Hafer, inländischer 14,25 bis 14 75 Mk., Weizenmehl, südd. Spezial 0 26,50 bis 28.25 Mk Roggenmehl 22,50 bis 23 25 Mk., Weizen- und Roggenkleie 9,25 bis 9 7ö Mk Vermischtes. | Zur deutschen Eroberung deS Segelflug- Weltrekords. Rosilten, 14. Mai. (WTD.) Der Reichs- Präsident hat an den Segel-Fliegen Lehrer Ferdinand Schulz, anläßlich der Eroberung des Weltrekords im Segelflug folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: „Herzlich erfreut über Ihren groben Erfolg und neuen Fottschritt des Segelfluges spreche ich Ihnen die herzlichsten Glückwünsche aus." Dem erfolgreichen Flieger sind auch von anderer Seile zahlreiche Glückwunschtelegramme zugegangen. Sin politischer Mord im Walde bei Berlin. Berlin, 14. Mai. Vor einigen Tagen wurde im Tegeler Forst eine männlicheLeiche unter Reisi g versteckt aufgefunden. Das Berliner Polizeipräsidium teilt nunmehr mit, daß nach den Ermittlungen der Abteilung 1 a der Mann von deutschvölkischer Seite ermordet worden fei, weil er im Verdacht stand, Beziehungen zu den Kommunisten zu haben. Der Haupttäter ist flüchtig, zwei an der Mordtat Beteiligte sind von der polittschen Polizei feftgenommen worden. Ergänzend meldet hierzu der Amtliche Preußische Pressedienst noch folgendes: Anfang Dezember berichteten Berliner Pressenotizen über einen Mord int Tegeler Forst, dem ein angeblicher Oberleutnant Müller zum Opfer gefallen sein sollte. Als Mörder kam em gewisser Robert Grütte-Lehder in Betracht, der damals verhastet, aber nach einiger Zeit aus der Haft entlassen worden ist. Runmehr ist im Tegeler Forst wirklich die Leiche Müllers (Dammers) gefunden und festgestellt worden, daß er von Grütte-Lehders am 15. oder 16. November erschossen worden ist. Schon am Tage vor dem Morde hatte Grütte-Lehder in Begleitung eines den deutschvölkischen Turnerkreisen argchörenden Freundes und Müllers (Dammers) einen abendlichen Spattergang im Tegeler Forst unternommen, in der Absicht, Müller von hinten zu erschieben, doch versagte damals die Pistole. Am anderen Tage toubte Grütte den Müller abermals zu einem Spaziergang zu überreden. Dieses Mal glückte der Anschlag. Der Täter hat danach Muller sämtlicher Wettgegenstände beraubt und auch die von Müller in etrem Berliner Hotel untergestellten Gepäckstücke abgrholt. Der dritte Teilnehmer bei dem ersten Spaziergang im Tegeler Forst, ein gewisser Steltenkamp, s owie ein gewisser Böttcher, der ebenfalls in die Angelegenheit verwickelt ist, sind beide zur Zeit in Haft, -lieber Grütte ist noch fcftgeftellt worden, datz er in Vorpommern im Dienste des deutschvölkischen Gedankens or- gonisatorisch gearbeitet hat. Müller hat wiederholt längere Gefängnisstrafen wegen HrEunben- sülfchung, Brrrug und Betteumvung abgebüßt, Der achtzehnjährige Grütte zeigt ebenfalls grob hochstaplettsche Züge. Große HeringSschwärme in der Ostfee. Berlin, 14. Mai. Dem Berliner «Lokalanzeiger" zufolge sind in der O st s e e an der holsteinischen und an der mecklenburgischen Küste grobe HeringSschwärme aufgetreten. In der Fischländer Ducht, östlich von Warnemünde, zogen einige Fischer nachts 200 Zentner Heringe an den Strand. Der Absatz der groben Fisch- mengen stößt auf Schwierigkeiten. Die He- ttnge werden grobenteils als Schweinefutter verwendet, da es zur Konservierung an Vorkehrungen und Hilfskräften fehlt. Schwere Explosion in einem Munitionsdepot. Sondershausen, 14. Mai. (WTB.) Heute nachmittag gegen 4 11 ßr ereignete sich tn dem in der Rahe der hiesigen Kaserne befindlichen Munitionsdepot eine schwere Explosion. Zur Zeit des Unglücks befanden sich ein Unteroffizier und ein Soldat im Depot. Der Unteroffizier wird bernlibt: der Soldat konnte sich retten, erlitt aber schwere Brandwunden, ebenso eine Frau, die in der Rähe des Depots beschäftigt war. Die Detonationen dauerten um 6 Uhr abends noch an. Familiendrama infolge Spielschulden. Dresden, 14. Mai. (WTB.) Gin öljähriger Gaszähler erschlug seineEhefrauim Bette mit dem Beil und erhängte sich darauf. Der Grund der Tat ist angeblich in Spielschulden und Unterschlagungen zu suchen. Explosion beim Feuerwerk. Wien, 15. Mai. (WTB.) Bei einem gestern auf dem Sportplatz International veranstalteten Feuerwerk wurden durch eine Explosion eines Mörsers eine Frau getötet, drei Personen schwer und drei leicht verletzt. Dom britischen Weltflug. Allahabad, 14. Mai. (WTB.) Der britische Weltflieger Maclaren ist hier eingetroffen. Er fliegt morgen nach Kalkutta weiter. Die Luftreife der Seepferdchen. Die Seepferdchen, diese abenteuerlichsten Gestalten unter den Meeresbetocfy.iern, bilden eine besondere Sehenswürdigkeit der Aguarien, und auch der neue Londoner „Wasser-Zoo" hat jetzt eine Auswahl dieser exotischen Fischchen erhalten. Sie wurden ihrer Würde entsprechend im Flugzeug eingeholt, und zwar entschlob sich der Leiter des Aquarium Chalmers Mitchell zu dieser Beförderung, weil die lange Eisenbahnfahtt von Arcachon bei Bordeaux bis nach Paris die Tiere sehr mitgenommen hatte. Er flog nach Paris, um fcie Weiterbeförderung selbst zu leiten und nahm einen Apparat mit, mit dessen Hilfe er ihnen den zum Leben notwendigen Sauerstoff zupurnpte. Er brachte sie so glücklich an Ort und Stelle und quartierte sie in den ihnen dorbehaltenen Tanks ein, die Meerwasser vom Golf von Discaja haben, so baß sie sich nunmehr in ihrem Element befinden. Driefmarken-Prelfe. Die Abteilung der btttischen Marken aas der größten Driesmarksammlung der Wett, der von Ferrari della Renotiere, die dieser Tage tn Pans versteigert wurde, hat im ganzen die Summe von mehr als 493 000 Frcs. ergeben. Ein Exemplar der 10°Schilling°Marke von 1901/02 brachte es auf 26 500 Frcs., die Matte der Riger-Küste von 1894, 20 Schilling auf 1 Schilling grün, ast 20 000 Frcs. Ein Exemplar der 1 £ grün von 1901/02 erzielte 15 500 Frcs., eine 1-Schilling-Marke in Grün und Karmin 15 000 Frcs. Turnen, Sport und Spiet Dom IX. Turnkreis (Mittelrhein) D. T. *o.- Frankfurt a. M., 12. Mai. Am gestrigen Sonntag gegen 11 Uhr traten über 200 Abgeordnete der 25 Gaue des Mittelrheinkreises hier im Hause des Turnvereins von 1860 zu ihrem 82. Kreisturntag zusammen, feierlich begrüßt von dem Sängerchor des Gastgebers. Der 1. Kreisvertreter, Schulrat Schmuck (Darmstadt), begrüßte mit besonders herzlichen Worten die Turnbrüder aus dem Rhein- und Saargebiet. Wohl hat der Kreis unter dem Druck verschiedenartiger Behältnisse diesseits und jenseits der Desahungsgrenze Verluste in seinem Mitgliederbestände erlitten, aber zu Befürchtungen ist durchaus kein Anlaß. Die Verheerungen der Inflationszeit und das Sterben der Kreiszeitung haben die geordnete Verwaltung des ausgedehnten Kreises zeitweilig fast unmöglich gemacht, ein Zustand, aus dem nur das selbständige Zugreifen der Gauverwaltungen und das langsame Erstarken der neuen Kreiszeitung unter eigener Regie allmählich wieder herausführte. Der Kreisleitung im weitesten Sinne wurde für ihre tatkräftige, weit über die Grenzen eines Ehrenamtes hinaus- gehende selbstlose Tätigkeit der lebhafte Dank der Versammlung zum Ausdruck gebracht, und Unter dem Eindruck dieser erhebenden Kundgebung erledigten sich die fällig gewordenen Reu- Wahlen in einmütiger Weise durch begeisterten Zuruf als eine Wiederwahl der „Alten". Soweit Reuwahlen in Betracht kamen, wurde Dauner (Offenbach) als Schttftwatt bestätigt, Dender (Frankfurt) als Kreiswart für Geistesturnen dem Kreisvorstand eingegliedert; die Stelle des zurückgetretenen Schwimmwatts Braun übernimmt Bitsch (Frankfurt), diejenige des Kreiswattes für das Dolksturnen Ära mb (Kreuznach) für Becker (Wiesbaden), das Frauenturnen wird durch Frl. Karsten (Frankfurt) vertreten und als 2. Kassenwart wird Reul (Frankfurt) bestätigt. Das schon reichlich aufgelaufene Aktenmaterial des Kreises soll in einem Kreisarchiv zusammengefaßt und zu dessen Verwaltung Rob. Braun (Frankfurt) als Archivar besteltt werden. Der Monatsbeitrag soll 15 Pf. pro Mitglied betragen. Der Antrag des Gaues Hessen, auf äußerste Sparsamkeit in der Verwaltung der D. T. zu bringen, wird dahin erledigt, daß Gauvertreter Pfeiffer (Wetzlar) demnächst auf dem Deutschen Turntag zu Würzburg zu den einzelnen Positionen des Voranschlags geeignete Vorschläge machen soll. Der Kreis-Ehrenbrief kann in Zukunft auch solchen verdienstvollen Mitgliedern verliehen werden, deren Tätigkeit sich nicht über den Verein hinaus erstreckt hat, und außerdem soll in besonderen Fällen nicht unbedingt an der Altersgrenze von 50 Jahren festgehalten werden. Schließlich wurde noch die neue Kreis- schwimmvrdnung angenommen. Das zweite Jugendtreffen der D. T. soll diesen Sommer in Marburg stattfinden und das 3 2. K r e i s t u r n f e st für 1925 wurde, wie Montag schon kurz berichtet, einstimmig der Turnerschaft (Tv. von 1846 und Mtv.) zu Gießen übertrugen. Universitätsvberinspektor Erle (Gießen) rief in beredten Worten die Gaue zu recht zahlreichem Besuch auf und stellte in Aussicht, daß für alles unb Jür alle Raum geschaffen werde. Damit ziehen die Mittelrheiner zum fünften Male in Me Mauern Gießens ein, das letzte Mal vor 30 Jahren. Leichtathletik. Am Sonntag hatte der D. f. R. Butzbach die Vereine des Bezirks Gießen-Wehlar zu einem Mannschaftskampf eingeladen. Die teilnehmenden Vereine hatten zu den einzelnen Wettbewerben, die aus 100 - Meter-, 200- Meter-, 800-Meter-, 3000-Meter-Lauf, Hoch- und Weitsprung, Speer- und Diskuswurf, Kugelstoßen, 4xl00-Meter° und 3xl000-Meter-S taffe! bestanden, zwei Mann zu stellen. Die Punktwertung, nach der jedem 1. Platz 3 Punkte, jedem 2. Platz 2 Punkte und dem Drittbesten 1 Punkt zufielen, sah den G. S. E. v. 1900 als Scherens Sieger mit 32 vor Turngemeinde Leun mit 18 und V. f. R. Butzbach mit 16 Punkten aus dem Kampf hervorgehen. Die besten Gießener waren R. Fischer, der seine 100 Meter in 11,4 unds 200 Meter in 24,3, ohne sich jedoch besonders auszugeben, überlegen gewann. Ihm folgte freutet mit 5,90 Meter weit und 41 Meter Speer. In der letzteren Konkurrenz Igndete L a n g 1 o tz mit der ebenfalls ansprechenden Leistung von 39,20 Meter nur wenige Zentimeter hinter dem Zweiten. In der 4xl00-Meter- Ctaffel liefen die Gießener in der auch für die nächsten schwereren Wettkämpfe vorgesehene Aufstellung Lang lotz, Wallenfels, Kreuter, Frscher hie gute Zeit von 46,4 und ließen dabei den V. f. R. Butzbach etwa 12 Meter hinter sich Das einigermaßen gute Wetter, die rasche Abwicklung und die in wunderbarer Verfassung befindliche Aschenbahn der Butzbacher trugen ihren Teil zu dem würdigen Verlauf der Devanstal- tung bet (3n einem Teil der Auflage wiederholt.^ Linkskurs und Frankenfturz. Paris, 14. Mai. (WB.) Das „Oeuvre" hat die Führer der drei siegreichen linksstehenden Parteien Painleve, Herriot und Leon Blum über die Währungsfrage interviewt. Painleve erklärte, es sei lügenhaft und unvernünftig, zu behaupten, daiß ein linksstehendes Ministerium eine Politik des Defizits, also den wirtschaftlichen Ruin für Frankreich mit sich bringen werde. Die auswärtige Politik der linksstehenden Patteien verlange einen ständigen Frieden. Ozlan trete ein für eine Friedenspolitik, um die Lasten des Budgets, besonders die militärischen Lasten, zu verringern. Don Deutschland will man substantielle Zahl u ngen erhalten, die nicht im voraus durch Ausführungsausgaben überstiegen werden (gemeint sind offenbar die Desatzungskosten). Die internationale Stabilität müsse endlich sichergestellt werden durch eine innere Stabilität, die dem französischen Franken einen annähernd unveränderlichen Wert geben würde — Herriot hat aus Lyon telegraphiert, die Defürch- tungen, die man zu wecken versuche, seien vollends Ungerechtfertigt. Die Parteien der Linken würden keine lebhaftere Sorge haben, als die Stabilität der Finanzen auf Grund internationaler Verständigung und eines allgemeinen Friedens zu sichern. Leon Blum ettlärte, die finanzielle Kampagne in Frankreich, die im Frühjahr dieses Jahres betrieben worden sei, habe nur einigen Großbanken R u tz e n gebracht, deren Huld Poincars sich habe erwerben wollen, und die von ihren eigenen Spekulationen ä la baiffe des Franken bedroht gewesen seien. Warum sollte im Ausland das Vertrauen auf den Franken sinken, wenn Frankreich auf eklatante Weise die nationalistische Politik P oincarss verleugnet habe 2 Zu behaupten, daß es so fein müsse, sei Unfinn. Die vorübergehende Baisse des Franken ergebe sich aus der Instabilität, die einesteils durch die überhasteten nervösen Maßnahmen im Ja- tuiar dieses Jahres, andererseits durch das Eingreifen einiger Großbanken auf Veranlassung Poincares hervorgerufen werden sei. Aus den angegebenen Gründen behaupte er, daß die Baisse noch an halten und sich verschärfen könne. Wie der „Matin" berichtet, soll P v i n c a r 6 die Absicht haben, sich für eine gewisse Zeit von dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Poin- oare erhält bereits von allen Seiten, besonders aber von Amerika, Angebote zur Mitarbeit an Zeitungen. Man ersucht ihn, er solle seine Ansichten über die zukünftigen Probleme über die europäische Politik kundgeben und das niederschreiben, was sich in den 2 Jahren seiner Ministerpräsidentschaft in Frankreich ereignet hat. WH IMAGGIWPEN Abwechslung (Erbs mit Speck Reis mit Gemüse Eier-Nudeln Gersten Gchsenschwanz Bumforb Kartoffel Pilz usw. Achtung auf ven Hamen MAGGI und die gelbrote Packung. in der täglichen Suppe mit MAGGI8 $«PPen Ü?Ün!lr,ch- Unioern.-t- »'«"«-!. «. laug. Lange, «letzen. Zchulstr. 7. LICHTSPIELHAUS Der Vorstand. 3990D Cafe Astoria iiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniii AAPtt«! einfci^ouno nutet in Ladungen und ab Lager 2 Matzarchet^Anzu. outer llllllilllllllllllllllllllllllllllll e Nach der Jlias bearbeitet von H. KYSER Regie: Manfred Noa 3997^ in jeder gewünschten Aus» ilrdn und preiswert Matzarbeit. 2lnzug von 25 Mk. an. Auck auswärts. Postkarte aenügt. H. 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Feleenkeller, Bahnhofstraße: Vortrag mit praktischen Vorführungen Thema: Wesen u. Wert der Gymnastik Frau Erna Schumann, Gymnastiklehrerin, Gießen Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld erhoben, und zwar für Mitglieder 50 Pfg., Nichtmitglieder 1 Mark. 3938c So tapfer die Griechen immer wieder gegen die Festung stürmten, so tapfer wehrten sich die Trojaner. Jahrelang dauerten schon die Kämpfe, und noch immer trotzte die hochragende Burg den Griechen. Diese aber wollten die Schmach nicht auf sich laden, ohne Sieg heimzukehren und den Trojanern Helena zu überlassen. Der Helden waren auf beiden Seiten unzählige hingesunken. Kampfesunlustentmutigte die Ueb erleb enden, die Weiber aber saßen wehklagend um die brennenden TotenhügeL awo ßkliiiirniiLiW' gegründet 1884 Samstag, den 17. Mai, abends 8 Uhr WkrsD.MWWs im Katholischen Vereinshaus Nur eingeladene Gäste haben Zutritt NB. Sonntag, den 18. Mai, Ausflug nach Klein-Linden „Zur deutschen Eiche 3n Fortsetzung der Vorträge über SlliWWW und SllMsköriW wird Herr Hofschauspieler a.D. P. Paschen ... üöllicta Wag.... vie Technik des künstlerischen Vortrags mit Rezitationen am Samstag, den 17. Mai, abends 8 Uhr, int Physiologischen Institut, Senckenberg. strahe 17, halten. 3982D Brot Dr. Btflggemona. Btof. 5t. Bürtet. GOOGOGGOOGOO Verein liif Deals* Stierhu* (S. V.) 0. G. Giessen n. ümgeg. Scbutz-a.PoUzeihund-Sportverein Gießen 1922 GeschästSst.: Marktplatz 15 Fernspr. 2101. Unsere Dressurstunden sind Montags. Mittwochs und Freitags, abends 7 Uhr, a. d. Pferdemarkt hinter dem Schlachthof. Sonntag vormittag Gelände Trieb. Auskunft, Neuanmeldungcn in der Geschäftsstelle Marktplatz 15. 02C230 Ab morgen: Nur 3 Tage bis einschließlich Sonntag Aus dem Jägerparadies der afrikanischen Wildnis Mit Auto und Kamera zwischen afrikanischem Großwild Aufgenommen von H. A. und Sidney Snow im Auftrag des Oakland-Museums in Kalifornien. g Bearbeitet von dem Afrikaforscher Hans Schomburgk. Begleitvortrag tägl. abends (Sonntag: mittags und abends) des Afrikakenners Herrn Paul Plage, ehemaliger Offizier der Burenarmee Dazu: Aufnahmen von der Naturschutzinsel Mellum, dem Vogelpaiadies an der Küste der Nordsee mit Vortrag des Herrn Dipl.-Landwirt L K. Malenus. Ferner: Ein Meisterstück derTierdressur Queenie alsTierarzt mit dem Wunderpferd „Queenie» in der Hauptrolle Außerdem auf vielseitigen Wunsch: Die Parade des hies. Reichsweh rbataillpns am Relchs- griindungstag,it.jaii.i924,auf dem Marktplatz zu Jena Jugendliche haben mittags, auch am Sonntag zu ermäßigten Preisen, 50 u. SO PI, Zutritt Anfang wochentags 4 Uhr, Sonntags 3 Uhr. «otc In der Zeit vom 15. Mai bis 22. M ai 1924 gewähre ich gg j j nn T'- Du Kein Laden (1. Stock) Kein Laden (1. 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