Prrtf tm» Verla-: vrkhl'sche UniverfiMr-viich- lind Stcinörudcrci B. £ams in Ziehen. Schrifileitunq und S-schäfts!t-!!e: Schnüttahe 7. Ur. 46 Cr|d)eini täglich, anher Sonn; und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: Vieb«nerFamll»«nblatter Monat5»lrzvcrrrei5: 2 Goldmark u. 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfprech-Anschlässe: für di« Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach» richten SnzetgerOiehe». poüschecklonto: Frankfurt a. M. 11686. Annabme von Lnzeigrn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichkeit Treis für I mm hohe für Anzeigen von 27 mir ©rett« örllid;8, auswärts 10 Goldpsennig; für Ne« Klame-An eigen v 70rr m ©reite 35 Goldpfennig, Plahoorschrift 20".„ Auf« schlag. - Verantwortlich für Politik«. Feuilleton: vr.Friedr.Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst ©lumfdjein; für den Anzeigenteil HansVech, sämtlich in Bietzen. Blatt H4- Jahrgang Samstag, 15. März 1924 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Neuwahlen. Mehr als einmal waren im Laufe teS letzten Jahres die Federn g.-spitzt zum Nekrolog für diesen Reichstag, der sich nun aus dein Staube gemacht Hal, seit Monaten ein lebender Leichnam, selbst tief durchdrungen von der Richtigkeit seines Daseins. War doch eine seiner besten Taten die Selbsterkenninis der eigenen Unzulänglichkett, dte ihn zweimal sich seiner Mach' entüuh.-rn hieß. das Kabinett zu selbständigem Handeln ermächtigte. Und das in Augenblicken, wo innen- wie außen- politisch das deutsche Roll vor schwerwiegendsten Sntschliehungen für sein künftiges Geschick stand. Dieser Reichstag den nur noch wenige Monde von seinem veisassungsmähigen Ende trennten. Hal in den fast vier Jahren seines Bestehens alles getan. um den Parlamentarismus in stärksten Mißkredit zu bring m. Ein Blick über unsere G'.enz- psähle hinaus lehrt, dah wir hiermit nicht allein stehen. In Spanien und Italien baten Diktatoren das Parlament ausgeschaltet. On F anckreich fer- derl Poincare, bisher unumschraiMer Svuverain der Kammer des nationalen Blocks, ein Ermäch- tigungsgeseh, um die lebensnotwendige Wirt- schafisgesetzgebung durchsühr-en zu können. Sogar auf sein britisch Ä Heimatlamd wirft der Paria- vtentarfsinus düstere Schallen Das Zweiparterra- fystem ist durch das gewaltige Anschwellen der Ladoirr unliebsam gestört. ®in Minter heitskabl- nett fristet mühsam sein Leden von der Gnade wechselnder Mehrheiten. Kern anderes Bild der Gärung, der Um» gruppterung, der Umbildung und Reueinstellung bot der nun zu Grave getragene Reichstag. Er hatte mit sich selbst so viel zu tun, daß zum Regieren weder Zeit noch Kraft blieben. Krieg und Revolution lhatten auch tes deutsche P a r t e i w e s e n in seinen Grundfesten erschüttert. Die Revolution brachte zwar für die meisten Parteien neue Firmenschilder. Darunter verbargen sich aber die Reste der alten Parteien, jedoch ohne dte grobe festigende Tradition, ohne die groben, programmatischen Linien, die nun einmal ter Partei Geschlossenheit im Innern und Akttonskraft nach außen allein zu geben ter- trögen. Kaum eine mit einem Stamm von großzügigen, weitblickenden, überrageirden Führern, Me allein selbstmörderische Richtungskämpfe aus- schlieben. Hatten so schon fast alle Reichstags- frafrtonen im Laufe dieser vier Jahre Absplitterungen und Umgruppierungen hinnehmen müssen, so halte das politische Leben im Gante längst die Grenzen ter allen Parteien Überflutet. Der Reichstag in seiner Zusammensetzung vom Mai 1520 bot in den letzten Monaten seines langen Siechenlagers alles andere als ein getreues Abbild der Bolksmeinung, die er doch vertreten, sollte. Gleich Mumien standen die erstarrten Parteigebilte im pulsierenden Leben, unfähig und oft auch unwillig, aus den treibenten Kräften der Ration die alten Formen mit neuem Inhalt zu erfüllen, überalterte Dogmen selbstschöpferiich umz-ugestalten. versteinerte Traditionen zu frischem Leben zu erwecken. Der Parleiwirrwarr, der für das politische Leben des deutschen Volkes seit jeher kennzeichnend ist, tourte unerträglich, als innerhalb der Parteien Richtungskämpfe zur Lagesordnung wurden, die vor jeder entscheidenden Frage eine einheitliche Haltung der Partei, eine geschloffene Stellungnahme zu einem wichtigeren poli.ischen Problem meist erst nach gewaltigen Anstrengungen möglich machten. So stürzte sich der Reichstag von einer Krisis in die untere, lieber jede Frage von einiger Wichtigkeit kam ein Kabinett zu Fall, ohne das) man nach parlamentarischem Brauchdie Opposition mit ter Verantwortung für die Fortführung der Regierungsgeschäfte betraute. Das Schicksal eines jeden Gesetzes von einiger Dedeuturg hing von euer x°u= fallsrnehrheit ab, von unklaren Kompromissen, die zur Quelle neuer Reibungen und Hemmnisse tlnirden. Das Parlament entleibte sich selbst. §>es Kabinett Stresemann und dann das Kabinett Marx wurden ermächtigt, ohne Parlament dieRe- gierungsgefchäfte zu führ-on. Die Stabilisierung unserer Wirtschaft, wich.igste ausferlpotichch» Dinge, geschahen in Zeiten, in denen ter Reichstag sich ftlbst ausgefch.iltet hatte. So kam das Sterben, langsam und schmerzlos. Der Reichstag wollte es sich inteb nicht versagen, die Rotverordnungen des Kabinetts Marx unter die kritische Lupe za nehmen. Er sand ater nicht mehr tee Kraft, sich durchzusetzen. Dem letzten Aasbäumen des Verteilten wurde vom Reichskanzler mit dem Giraten stob ein Ente gemacht. Der Reichstag ist aufgelöst. Die Rcichsregierung sieht sich genötigt, „frie Entscheidung des Volkes anzurasen", so dich es in des Kanzlers Begründung ter 21 uf» Icingsord-re. Wie diese ©ntfdjeibung ausfallen dird, ist ein Geheimnis, auf das die voraus- Ksgangenen Lanvtagswahlen in Mecklenburg und Thüringen nur schwaches Licht werfen. Eins ist pöib: ein erfreulicheres Bild wird der neue Reichstag kaum bieten, die Möglichkeiten einer a-rgierungsbildung auf gesicherter parlamenta» tijter Grundlage scheinen angesichts der Dvr- 0®age in Mecklerrburg fast geringer zu werten im alten Reichstag. Die für ein reibungs- Funktionieren ter Regierungsmaschine so dringend iwtwendige Vereinjachung des teutschen Mrteiensystems durch Z u f a m m e n s ch l u st d e r Ärgerlichen Parteien ist toieaer einmal ins ferne Reich ter Wünsche gerückt, trotzdem Front gegen die Sozialdemokratie umed) ten Wahlkampfruf der sozialistischen Presse pK alle bürgerlichen Parteien hätte gegeben er- feinen müssen. Der Gedanke ter „Grotzen Koa- mutzte einmal in die Praxis umgesetzt Deru-en, um zu zeigen, test die sozialdemokratische I mV o^r starten linke raditaten Minderheit fela|tet, nicht in der Lage ist, Koalitionspolitik zu | treiben. Dast fc-ie rechfeOpp-osition niemals G legen- beit tefam, von ter Regierungsbank aus positive Arbeit zu leisten, sichert ihr tei ter üterwiegend gefühlsmätzigen Einstellung der meisten Wähler, namentlich ter F auen, jetzt a priori grobe Vorteile. Aber besonders profitieren werten hieraus die Deutsch-Völkischen, wenn auch dte Vaterländischen Verbände unter Geislers Führung sich ihnen versagt haben. Auf der anderen Seite werden von den Sozialdemokraten grobe Scharen Mifttergnügter zu den K o m m u n i st e n abtoantem. Im Interesse einer gedeihlichen Entwicklung unseres politischen Lebens kann blefe voraussichtliche Verstärkung ter radikalen Flügel keineswegs liegen. Eine Heranziehung der Kommunisten zur Regierung ist bei ihrer Einstellung zum Staat undiskutabel. Die Deutschvö Irische Freiheitspartei hat sich bereits jeder positiven Mitarbeit versagt. Sie wird auch fernerhin auf dem Felde rücksichtsloser Opposition ihre Lorbeeren suchen. Don der Stellungnahme der Deutsch, nationalen wird es abhängen, ob das zustandekommt, was unter den augenblicklichen Umständen einzig und allein nach den Worten des Kanzlers die Ausiechterhaltung gesicherter Verhältnisse als Voraussetzung für die Wahrung des Lebensrechtes des deutschen Volkes bei den bevorstehenden autzenpolitischen Entschei- düngen gewährleistet: eine starke, regierungsfähige Mitte. Der Wahltermin. Berlin, 14. März. (WLD.) Der Reichspräsident hat auf Grund des Paragraphen 6 des Reichswahlgefetzes angeordnet, daß die H a u p t w a h l zum Reichstag am 4. Mai stattsindet. Ein bürgerlicher Wahlblock in Bayern. München, 14. März. (WTB.) Anläblich der bevorstehenden Wahlen haben sich die Bayerische Mittelpartei, die Bayerische Dolkspartei, die Ratioiralliberale Lttntespartei Bayerns, eine Hitler gegen Lossow. Direktorium und Staatsstreich. — Lossow verleiht den Gerichtssaal. — Strafandrohung gegen Hitler. - Polizeioberst von Seiher im Kreuzverhör der Verteidigung. München. 14. März. (WTB) Bei Beginn der heutigen Sitzung kam Iustizrat Ze Zschechwitz auf die Auslage Lossows über den in der Besprechung vom 6 Rovember von L)ssvw stark verurteilten Aufruf an die Reichswehr zu sprech>n. der von dem Kampfbund stammen soll. Der Verfasser des Ausrufs, ein gewisser Reun - je r t, gibt an, die Aussage Lossows in dieser Angelegenheit fei eine grobe Unwahrheit. Goifoto wisse genau, daß ter Verfasser ter Slug» sch ist und derjenige, ter den Ramm Lossow dar- untersetzte, z'we! verichfedene Per'fönlihkttten feen. Der poli.ische Hochstapler Prinz v. Isenburg habe ausg.'drhnte Besprechungen mit Kahr. Lo.frto und Seiber gehabt Tatsach? sei, dab sich ter- Kampf- bund in dieser Angelegenheit Lossow gegenüber sehr loyal verhalten habe. Sodann wird in das Kreuzverhör des Zeugen Lossow eingetreten Zunächst stellte ter Zeuge ausdrücklich fest, dab im Wehrkreiskommando fein Befehl ausgegeben tourte, de jemals im Sinne eines Vormarsches nach Berlin gedeutet to-rten konnte. Bezüglich seiner Besprechung mit Dr. Holl stellt Zeuge Lossow fest, dab diese seinerzeit wohl in der Tendenz geführt wurde, dah nicht Oel ins F-.raer gegossen a>evten solle. Dte Ausführum^en Dr. Holls über den Inhalt dieses Gespräches seien aber nicht ganz nichtig. Demgegenüber bleibt Dr Holl auf ter Behauptung bestehen, dab Lossow damals ge- äubert habe: „Wir wollen ja den Staatsstreich". lediglich über den Zeitpunkt des Losfchlagens habe man sich nicht einigen können. Auf eine 5rage des Staatsanwalts, in welchem Sinne te«8 Wort Staatsstreich damals gebraucht worden fei, gibt Lossow zu, dab das Wort g e f a l l e n sei. Zeuge begrüntet dann, welche Faktoren für die Idee des Direktoriums bestimmend waren. Rur im Sinne des schwer-en wirtschaftlichen Druckes habe er das Wort Staatsstreich gebraucht. W^>s die ölprvzeniigr Sicherheit anbetreffe, so habe er gesagt, man müsse hanteln im Sinne dieses Staatsstreichs, toenn man mehr a l s 50 Prozent Sich er heit habe, d. h. wenn das Direktorium fertig fei Der anormale Weg habe darin bestanden, dab man Änen Druck ausübte, wenn die Leute nicht von selbst die Sa-ch? einte:teten. Der anormale W-g und ter Sa als st reich Lo sows feien vollkommen itentisch Auf die Frage, wer das Direktorium hätte einsehrn sollen, erwidert Lossow: ter Reichspräsident. Hustizrat Schramm erhebt namens ter gesamten Verteidigung den allerschärfsten Protest dagegen, in welcher Weise ter Zeuge die Fragen der Verteidigung zu beantworten beliebe und sieht darin eine unerhörte Verhöhnung ter Verteidigung. Hitler wirft die Zwrschenfrage aus, wer die Väter des Gedankens des Direktoriums gewesen seien. Lossow leiht die Brant- Wortung unter Berufung auf vertrauliche Gespräche ab. worauf Hitler erregt bemerkt: Wir sind verpflichtet, über die vertraulichsten Angelegenheiten, die zwischen uns besprochen wurden, auszusagen. R.-A. Holl glaubt, diese Frage könnte vielleicht auch dahin beantwortet werden, dah die drei Herren selb st die Väter des Gedankens sind. Der Vorsttzente bemerkt hierzu, tes habe mit dem Prozeb nichts zu tun. — Das Gericht beschliefst, die von R.-A. Holl an den Zeugen gerichteten Fragen nicht zuzulassen. Die Frage nach der Urheberschaft des Gedankens des Direktoriums und damit die Frage eines Zusammenhanges zwischen einer in Norddeutschland und enter in Süddeutsch- land dahingehenden Bewegung müsse als unerheblich für die Entscheidung in der Schuldfrage abgelehnt werden. Hitler erklärt darauf, es wäre niemals zu dem 8. Rovember gekommen, wenn nicht infolge ter voraus gegangen en Ereignisse das Instrument gefctjaffeTi Worten wäre. Dieses Instrument sei das Produkt der hro chv e r r ä t e r i - schen Tätigkeit der Herren Lossow und Seiber. Diese Ausführungen werten vom Versitzenden gerügt. Hitler fragt, ob es Lossow nicht bekannt sei, das) schm drei Tage später die britische Regierung erklärt habe, dab ihr jede deutsche Regierungsform, auch die Diktatur, genehm sei, sofern sie Ordnung in Deutschland schasse. Der Zeuge bemerkt, die britische Regierung habe ihm darüber nichts mitgeteilt. Im übrigen sei begannt, hab sowohl von französischer als auch von tschechischer Seite schon gewisse Mabnahmen eingeleitet waren. Es folgt nunmehr ein ausgedehntes Frage- und Antwortspiel über die Abgabe ter ehrenwörtlichen Erklärungen Hitlers. Lossow bleibt dabei, dab er die Zusage Hitlers hatte. Hitler betont demgegenüber, er habe wiederholt klar erklärt, er werde selbst die notwendigen Schritte unternehmen, wenn Oberst Seiher ihm von Cber- lin feinen definitiven Bescheid bringe. Richt er. Hitler, habe das schlechte Gewissen, sondern jene Herren, die am 8. Rovember i hr Ehrenwort gebrochen hätten. Diese Worte Hitlers wurden in grober Erregung gesprochen, worauf sich General Lossow ter Saaltüre zu- toandte. Der Doriihende bezeichnete die Ausführungen Hitlers als eine ganz grobe Ü1 ngehör i g k e i t. In der Rachmittagssihung führte der Vorsitzende aus, dab das Gerächt erwäge, ob gegen den Angeklagten Hitler nid>i eine Strafe ausgesprochen werden solle wegen seiner häufigen Ausfälle gegen den Zeugen Lossow. Bei der Schwere ter Angriffe könne nur eine Freiheitsstrafe in Betracht kommen. Der Verteidiger Hitlers, Rechtsanwalt Roder, erwidert dagegen, er werte ein Beweisange- b o t übergeben. Rach der eigenen Erklärung Lossows und Seissers fei ein Ehrenwort nie Personen gegenüber gegeben, sondern nur begrenzt und bedingt • gegeben worden. Hierauf verliest Iustizrat Schramm 23 Deweisanträge, durch die sämtliche vorliegenden Beweisanträge überholt und hinfällig erflärt werten. Hierauf wird in das Verhör des Obersten von Seiber eingetreten, nachdem vorher noch Justiz rat Schramm erklärt halte, in der Entfernung des Zeugen Lossow erblicke die Verteidigung eine Brüskierung, und sie beantrage deshalb, falls Lossow nicht freiwillig erscheine, dab das Gerichl ihn nötigenfalls vorführen läbt. Rechtsanwalt Holl fragt den Zeugen, ob er auf einer Offiziersversammlung in der Türkenkaserne nicht eine Rete gehalten, habe, In Berlin sei eine Iudenregierung, die Reichsregierung werte gestürzt und ein Direktorium aus wenigen nationalen Männern eingesetzt. Teile ter Lantespoli;ei würden sofort zum Marsch gegen Berlin bereitgestellt. Zeuge Seiber bietet sämtliche Offiziere ter Landespolizei als Zeugen an, dab er niemals einen terar igen llnfinn gefegt habe. Rechtsanwalt Holl bemerkt, über die Versammlung in ter Türkenkaserne sei, ein umfangreiches Dewrisangebot bekannt, darunter Hauptmann Röder von ter Landespolizei. Seiber erklärt, Polizeihauptmann Röder fei aus ter Lantespolizei ausgeschrieben worden und gegen ihn liege zur Zeit ein Verfahren wegen grober Pflichtverletzung vor. Weiter betont Seiber mit Verve, er weise die hier genannten Angriffe gegen big Landespolizei energisch zurück und lehne auf das entsastedenste ab. derartige Fragen überhaupt zu beantworten. Auf die Frage ter Verteidigung, ob Zeuge dem Kapitänleutnant E r h a r d t einen Auswcis ausgestellt habe, wonach er nicht verhaftet werden dürfe, erwidert Zeuge, teis habe er getan. Rechtsanwalt Roder mach: sodann recht« liche Ausführungen zur Begründung der Beweis« angebote, wobei er bemerkt, dab auch für die Angeklagten die Frage ter R o t we h r hinzu- gezogen werten könnte, weil sie glaubten, dah der Staat in höchster Gefahr fei Rach längerer «Pause verkündet das Gericht folgenden Beschlub: Der Zeuge Lossow, ter sich ohne Erlaubnis vor Abschlub seiner Vernehmung aus dem Gerichtssaal entfernt hat, wird zur Tragung der durch seine Entfernung verursachten Kosten zu einer Geldstrafe von lOMk.» ersatzweise ein Tag Haft, verurteilt. Kahr und dre Mordaffäre Seeckt. Berlin, 15. März. (Priv.-Tel.) Wie frag' ..V. T." zu dem Untersuchungsvei-fahren in ter; Affäre Thormann und Grantel wegen des, Mor dplanes gegen General v. Seeckt erfährt, liegen nunmehr die ärztlichen Gutachten über die beiten Beschuldigten vor. Sowohl Thormann als auch Dr. Grantel werten für dursttu ig der bodenständigen Kultu und des Mitte!siantes, Kampf gegen die neue Inflation und gegen den Internationalismus. Die Kritik des Senats. Paris. 14. März. (WTB.) In ter Rach- mittagssitzung tes Senats wurde die Generaldebatte über d i e Finanzgesetze zu Ente geführt. Der ehemalige Finanzminister Paul Doum^er. ter die Finanzpolitik ter jetzigen Regierung kritisierte, sprach sich, obzwar er Fraktionsgenosfe von Poincare ist, gegen das Ermächtigungsgesetz aus. Auch ter Vertreter Frankreichs im Völkerbund, Senator Henri de I o u - öen' I, erklärte, dab er das Ermächtigungsgesetz nicht annehme. Er kritisierte die Autenpolitik Poincar^s und forderte ihn auf, die Initiativo zu Verhandlungen zu ergreifen. Vier Probleme feien es, die gelöst werten mübten: das Reparationsproblem, das Problem ter interalliierten Schulden, die Frage ter Militärkontrolle und das rheinische Problem. Pvincars müsse seinen Horizont erweitern und sich, wenn möglich, auf den Völkerbund stützen, der allein eine dauerhafte Lösung ter rheinischen Frage, ter Entwafsnungsfrage und ter Reparationssrage bringen könne. Zu Beginn ter Rach-tsitzung nimmt Ministerpräsident Poincary das Wort. Er tritt sofort in öle Frage des Ermächtigungsgesetzes ein Jeder mann erklärte ~t, erkenne an, dab die Umstände auberortentlldter Art feien. Die von der Regierung vorgeschlagen^a Mabnahmen seien mit dem Rainen „QJerorfr- nungsgesetze" belegt worden und man wolle ihnen diesen Ramen erhalten, einerseits um damit eine Kompttenzeinschränitrng ter legislativen Gewalt anguöeut n, andererseits um einen Ueber- griff ter Exekutivgewalt zu brandmarken Indessen habe er nachgewi fen, dab das Etikett „Verordiiungsgesetze" unzutreffend sei und er habe ten Geruch tes Imperialismus und der Reaktion, in dem sie ständen, Vertrieben. Die Regierung (•ab? ninnals auf tem Standpunkt gestanden, day zsweckratsprechende Reformen von Dauer durch Despotismus ofr.r Dikatur durch-ufü!/ren feien. ®r sei so sehr eätsch!offen, die Rechte des Parlaments mit diesem g?m> infam zu verteidigen, frafj er die Derfasfungsrcvisioii bekämpfen werde, die Senator de Iouven ■> l b-eutc angekündigt habe und die darin bestehen solle, dab die legislative Gewalt einer Ständevertretung übertragen werte. Das Gesetz dürfe nur von ten Vertretern, der Ration gemacht werten, die von ter ganzen Ration ohne Unterschied ter Klasse oder tes Standes gewählt seien. Ein sachverständiges Parlament könne nur Gutachten geben und Lösungen aufbringen, wie sie die privaten oder korporativen Interessen ihm aufdrängten. Poincarä wendet sich dann gegen die Fassung, die der Finanzausschub des Senats tem Artikel 1 gegeben hat. Die Kommission habe lediglich einen Artikel redigiert, ter an dem Budget von 1924 insgesamt eine Milliarde Kredite abstreiche, wobei die Abstriche durch Verordnungen im Rahmen ter bestehenden Gesetze verteilt werden sollten. Diese Fassung fordere eine doppelte Kritik heraus. Sie -weiche fast ebenso sehr vom gemeinen Recht ab, wie die Fassung der Kammer. Andererseits mache sie die Durchführung ter Ersparnisse im Betrage von einer Milliarde nahezu unmöglich. Ein Bericht über Poincares weitere Ausführungen liegt zur Stunde noch nicht vor. Den Senat nahm am Schlich ter Sitzung mit 152 gegen 139 Stimmen die Gesetzestekrete a n. Präsident Galvanauskas ihre 3ufttmmung erteil« ( hatten. Verti l<5«n Ärdeiterpartei, zum Schein getrennt hat. dann jeder aber eine Nachfolgepartei der Separatisten ins Leben gerufen hat, liegt der Verdacht nahe, daß sie zwar getrennt marschieren, aber vereint schlagen wollen. Schmidt-Epper soll sich übrigens nach Paris begeben haben, um beim Völkerbund in Genf Beschwerde zu führen gegen die „Unterdrückung republikanischer Freiheiten". nach höheren Sphären geistiger Freiheit, edler Humanität, ech.er, verinnerlichter Moral. Ich gestehe, die vorgesehene Vollenbesetzung hatte mir Kopfzerbrechen gemacht. Die von Karl V o l ck mit Umsicht und feinem Verständnis geleitete Aufführung zeitigte Ueberraschungen, die den Plan der Spielleitung erfreulich rechtfertigten. Einmal zeigte sich Karl Lambert in von einer ganz neuen Seite. Eine schon in der „Denkmals- Weihe" fein anklingende Kunst der Charakterisierung kam in der Darstellung des Leonhard voll zur Entfaltung. Der Charakter dieses banausischen Strebers, der. beschränkt, kleinlich, wie die ganze Atmosphäre des Stückes, ja niedrig, aber noch lange kein Bösewicht ist, wie sein Gegenstück Wurm, dieser Charakter ist auch heute noch alltäglich, aber darum noch lange nicht leicht. Lambertin erschöpfte die durcheinander wirbelnden Motive in Mimik und Sprache bis zur Aeige. Wenn er und die meisten anderen Darsteller nicht immer gleich gut verständlich wurden, lag das vielleicht an der ebenso unbegreiflichen wie überflüssigen Unruhe des Hauses. Auch Paul Schuberts Meister Anion war für mich offengestanüen eine Uebcr- raschung. Den „borstigen Igel", den biederen, grundehrlichen „kleinen Mann", der nichts sein Eigen nennt als seinen guten Namen, diesen mit zähem, grausamen Starrsinn verteidigt und darüber zum Sklaven seines Familienstolzes, zum Tyrannen feiner Kinder wird, wußte Schubert in einer Weise zu verinnerlichen, daß seine Der russische Volkskommissar des Auswärtigen Tschitscherin hat in einer Bote an Litauen festgestellt, daß die von Litauen dem sogenannten Völkerbund unterbreiteten Statutenentwürfe in der Memelfrage, namentlich in den Bestimmungen der Hafenverwaltung. im Falke ihrer Verwirklichung die Interessen der Sowjetunion verletzen würden. Die Svw- jetregierung erflärt ausdrücklich daß sie keinesfalls die Erteilung irgendwelcher Vorrechte in Memel, im Memelhafen und auf dem Rymen an dritte Mächte zulassen werde. Angesichts der Versuche einiger Mächte, die Memelfrage und Den Grenz st reit mit Polen in einem der nationalen; Selbstbestimmung widersprechenden Sinne zu lösen, drückte die Sowjetregierung ihre lebhafte Besorgnis um das Schicksal des litauischen Volkes aus. welches sie unabhängig im Rahmen seiner nationalen Grenzen wissen möchte. Die Versuche, diese Selbständigkeit einzuengen, gefährdeten den Frieden Osteuropas. Gleichzeitig richtete Tschitscherin eine Rote an die im Völkerbund vertretenen Mächte, in der jede Lösung der Memelfrage ohne Beteiligung der- Sowjetunion für null und nichtig erklärt wird Die Sowjetregierung sehe in den Plänen. Litauen in der Memelfrage einen Beschluß aufzuzwingen und seine Staatsgrenzen durch die Beschlüsse dritter Mächte festzulegen, auch eine Verletzung der Selbstbestimmungsrechte und eine Gefährdung der litauischen Unabhängigkeit. Der Hamburger Hafenarbeiterftreik. Hamburg, 15. Märzz. (Priv.-Tel.) Infolge deS Hafenarbeiterstveiks liegt bereits einte ganze Anyahl von neu angekommenen Schiffen an den Kais und im Strom, die nicht gelöscht werden fiyrvnen. Es handelt sich um ungefähr vierzig Dampfer und Motorboote. Der ausgehende Schiffsverkehr ist sehr schwach. In den letzten Tagen haben kaum 10 Schiffe mit Ladung den Hafen verlassen. Bisher fünD insgesamt 539 Mitglieder der Technischen Nothilfe zum Löschen leicht verderblicher Lebensmittel eingesetzt worden. Aachdem bereits am Mittwoch Dir: Sitzung der Hamburger Bürgerschaft bei der Beratung einer Anfrage über den Hasenarbeiterstreik wegen fortgesetzten LLrmenS der Kommunisten abgebrochen werden mußte, fechten- dir Kommunisten in der gestrigen Sitzung ihre Obstruktion fori. Die gesamte kommunistischr Fraktion in Stärke von sieben Manu muhte durchPolizeiaus demSaal entfernt werden, um eine Fortsetzung der Beratung zu ermöglichen. Das Parlament genehmigte dann einen HauSrech'.sparagraphen, der den Vorsitzenden auch für künftige Fälle zur gewaltsamen Entfernung von Störenfrieden ermächtigt. — In Bremen ist es zwischen demonstrierenden Hafenarbeitern und Polizei zu Zusammenstößen gekommen. MoebiuS ferne frühere Aussage vor, wona ch bestätigt im Wesentlichen die Angaben Frickes, erklärt aber weiter, Fricke habe seinen Unmut über die Ausführung der Tal ausgedrückt und dies als dumm bezeichnet. Der Angeklagte Iurisch schilderte seine Begegnung mit dem Angeklagten Leutnant a. D. Thomsen und dem Leutnant a. D. Hoffmann, die nach seiner Ansicht über die Tat unterrichtet waren. Später habe er von dem Anyckl.rgten Gutsselre.är W u l - brede, dem er über die Tat berichtet hat, das Fahrgeld erhalten, am nach Berlin fahren zu können. Don dem Angeklagten Kaufmann Richter habe er in Berlin ebenfalls 30 000 Mark bezogen und die Weisung erhalten, sich nach Hannover zum Verlag des ..Sturm" za begeben, wo er eine Stelle erhalten würde. Er sei jedoch nicht gefahren, da er gefürchtet habe, von den Rotzbach-Anhängern beseitigt zu werden. Der ülntersuchungsrichter Landgerichtsdirektor Dr. Richter äußert sich über die Deutsch. völkische Freiheitspartei in Mecklenburg. Sämtliche Angeklagte hatten sich ihm gegenüber mit einem gewissen Stolz als Mitglieder der Deuts chvölkischen Freiheitspartei bekannt. Auch habe vvn Gräfe seine Parteifreunde im Unter)uchungsgefängnis besucht. ** Ablauf en de Steuer-Schon» fristen. Am Montag. 17. März, endigen die folgenden Steucr-Schonfristen: für die Vorauszahlung auf dirEinkommen-undKörper- schastssteuer für Gewerbetreibende (nicht Landwirte), die 1922 einen ilmfatj von mehr als 1,5 Millionen erzielt haben und für die Vorauszahlung auf die Ülmsatzsteuer für alle Steuerpflichtigen, die 1922 mehr als 1,5 Millionen Gietzener Stabttlieater, Hebbel: Maria Magdalene. Man wird der Theaterleitung Dank wissen müssen, daß sie uns in derselben Spielzeit nach Schillers bürgerlichem Trauerspiel, der „Luise Millerin" Hebbels „Maria Magdalene" bietet, das die Drücke schlägt von Schiller zu Ibsen und seinen deutschen Epigonen. Aber ist es bei Schiller noch der Kampf zwischen zwei verschiedenen Ge° sellschaftsschichten, zwischen Bürgertum und Adel, so schildert Hebbel dies Bürgertum, im Kampf mit sich selbst, dies Bürgertum, das an der Beschränktheit feiner Moral zerbricht, sich aufreibt an den engen, harten Mauern, die die herrschende bürgerliche Weltordnung Tugend. Familienstolz, Ehre nennt. Eines b: oberen Sch-n c ide r mmsters Tochter glaubt sich von ihrem Iugendgeliebten verlassen und verlobt sich einem niedrigen, streberischen Gesinnungslumpen, dem sie sich hinqibt, als er einen Beweis ihrer Liebe verlangt. Klaras leichtsinniger Bruder wird eines Diebstahls - bezichtigt, der Bräutigam hebt die Verlobung aus. um seine bürgerliche Reputation nicht in Gefahr An bringen. In Wahrheit, weil er erfahren hat daß Klaras grundgütiger Vater mit ihrer Mitgift einmal seinem alten Meister und Wohltäter wieder auf die Beine geholfen hat. Der Streber laßt die verführte Braut im Stich und' wendet ilch der häßlichen Richte des Bürgermeisters zu. IW A S Viin -■ SW sS b?“ SS $rtDüt *11 U s'äA fe Deutscher und französischer Militarismus. Berlin, 14. März. (WTD.) In den fran- I Sösischen Blättern findet sich die Behauptung, die deutsche Regierung fordere für 1924 einen Kredit von vier Milliarden Franken für die Reichswehr und damit mehr, al 3 Frankreich für die Zwecke feiner Wehrnracht ausgegeben habe, ülm zu diesem Ergebnis zu kommen, Hal man in Paris die Ausgaben für die Polizei mit denen für die Reichswehr zusammenaddiert und so bei dem geringen Werte des Franken die Summe von Milliarden | errechnet. Tatsächlich hatte der Voranschlag für den Haushalt von Heer und Marine, wie er den Konrmissionen der Sachverständigen vorgelegt wurde, die Ausgabe von 453 Mil ionen Mark vorgesehen, die inzwischen um 20 Millionen gekürzt wurden. Der französische Voranschlag für die Aüstungsausgaben war auf sechs Milliarden Papierfranken veranschlagt zu einer Zeit, wo sich der Dollar zum Frinlen wie 15:1 verhielt, also der Gvldfvank drei Papiersranken entsprach. Demnach gibt Frankreich für feine Rüstungszwecke Zwei Milliarden Goldfranken aus, also etwa das Vierfache wie Deutschland. Bei dem Vergleich ist überdies noch m Rechnung zu stellen, daß Deutschland durch den Dertraz von Versailles gezwungen ist, das so unvergleichlich teuere Freiwilligenhrer zu rrn- trrhLlten, während Frankreich sein Heer auf Grund der ZwangSdienstpsUcht ergänzt, und außerdem ein sehr großer Sdil der französischen Armee in den besetzten Gebieten auf deutsche Kosten lebt. Frankreichs Bestand an LI n t e r of f iz i eren und Mannschaften beträgt etwa ZOO000 gegen 94 8OZ Mann in Deutschand. Frankreich hat 14 2 Generalleutnants, Deutschland 13, Frankreich hat 299 Generalmajore, Deutschland 25, Frankr-eich hat Z 48 Obersten, Deutschland 105, Frankreich hat 1296 Oberstleutnants, Deutschland 190, Frankreich hat 4986 Maj o re, Deutschland 380, Frankreich hat 21040 Subalternoffiziere, Deutschland 3080. Die Behauptungen der französischen Blätter sind also ein durchsichtiges Spiel mit bem gesunkenen Wert des französischen Franken, das ossensichtlich dazu bestimnu ist, die gegenwärtige Offensive dieser 3eitungen in der Repa- rations- und Sicherheitsfrage zu unterstützen, das aber die Tatsachen nicht aus der Welt schaffen kann. inm«* »»I" * Der naif1 ’ * gleimlfl fr1” MlaiionW harükr müllen 'V; wo Nt W MN DX^1 ™ - Vie teilt uns ml INS der U Die -weite Zs sind m dieselben 'I •• D Wce-6 e vorher ne AuSsI< abgehender Pflegerinne M ©art arbeiten, 2 Flechtsache bilder und mancherlei Mittwoch. »♦ Ob gegentDÜnif Lagen eine verbleibt w menben Ml morgen, 6o 11 biS 1 uni r bis 5 Uhr "Ve> schule. D< gen ist Cn fei ui1? s »4 Ostfragen vor dem Völkerbund. Genf, 14. März. (WTB.) Im Völker» bundSrat wurde über die Danziger Frage ein Antrag des Berichterstatters angenommen, der entgegen den Wünschen der Danziger Bevölkerung einen Lagerplatz für polnische Munition auf der Westerplatte vorsieht. Außerdem genehmigte der Rat den Vorschlag des Berichterstatters, der Polen gestattet, in der Ülebergangszeit sechs Menate lang auf der Insel Holm nichtexplosives Ärtegämaterial zu landen. Der polnische Vertreter Admiral Zw4erzkowskh verlangte, daß Polen das Recht zugrstanden würde, gegebenenfalls nach Ablauf der sechs Monate eins Verlängerung stir die Benutzung der Insel Holm zu erhalten, was der französische Vertre ter Im Rat dadurch unterstützte, daß er erklärte, der Rat solle zu gegebener Zeit zu dieser Frage Stellung nehmen. Angesichts dieses Ansinnens des polnischen Vertreters, das die Gefahr einer weiteren Benutzung der Insel Holm durch Polen heraufbeschwört, verwies der Präsident des Danziger Senats, Dr. Sah m, auf die ganze Gefahr des neuen Antrages. Cs bestehe kein Grund, Polen für sechs Monate ein Recht zuzubilligen, von dem es in den, letzten zwei Jahren keinen Gebrauch gemacht habe. D r a n t i n g , dem Lord Parmooc bei- stimmte, stellte seinerseits fest, daß er dem Antrag nur dann zustimmen könne, wenn eine Verlängerung nack sechs Monaten ausgefchlos- s e n sei. Der Antrag wurde angenommen, worauf Dr. Sahm noch einmal eindringlich namens der Regierung der freien Stadt Danzig jede Verantwortung aus dem Beschluß des Völkerbundsrats ablehnte. Das durch den Memelausschuß des Völkerbundes und der litauischen Abordnung ausgearbeitete Abkommen Über die neue Memelsatzung wurde vom Völkerbundsrat genehmigt, nachdem noch eine längere Debatte über verschiedene Einzelfragen wie die Entschädigung für die Besatzungskosten stattgefunden hatte, und nachdem die Vertreter der vier alliierten Hauptmächte im Rate sowie der anwesende litauische Minister- Der Ieignerprozetz. Leipzig, 14. März. (Wolff.) Dor dem Landgericht begann heute der Prozeß gegen den hoc Bestechlichkeit angef tagten ehemaligen svzia- listifchen sächsischen Ministerpräsidenten Dr Zeigner. Die Verteidigung lehnt durch R.-A Dr. Frank den Dorsihenden von Miaskowski und die Beisitzer Landgerichtsräte Störl und Rauck aus Besorgnis der Befangenheit im älnterbewußtsein ab, da die Ab- gclehnten vollkommen deutschnational orientiert seien. Hinzukomme, daß ^eigner den Abgelehnten als Dorgesetz ter'Vorhaltungen gemacht habe. Weiter sei die Sache anstatt gegen Zeigner und Genossen gegen den nebensächlichen Möbius irnd Genossen gerichtet. Sonst müßte die Verhandlung stattfinden vor der dritten Kammer, deren Mitglieder wesentlich anders orientiert seien. Außerdem habe der Vorsitzende entgegen aller Hebung d i e Akten studiert und den Termin anbe- raumt, bevor das Hauptverfah en eröffnet war. Er habe auch Einfluß auf die Verteidigung Und die Zuhörerkarten genommen, ixa nur rechts eingestellten Personen solche zugeteilt worden seien. Zum Schluß gibt der Verteidiger die Anregung, die Sache dem Landgericht Dresden zu überweisen, weil gerade die Leipziger Jur ist en kreise eine starke Antipathie gegen Zeigner empfänden. Werde dies nicht genehmigt, so halte er den Ableh'rungsanlrag aufrecht. Die durch drei Richter einer anderen Strafkammer ergänzte Kammer trat in die Beweisaufnahme über die gegen die drei abgelehnter Richter vorgebrachten tatsächlichen Beschwerden ein. Kurz nach hilb zwölf Ahr verkündet der leitende Richter als Abschluß, daß das Gesuch auf Ablehnung der drei Richter als unbegründet abgelehnt wird. Das Gericht sei auf Grund der dienstlichen Aeutzerungen der drei Herren zu der ileber- zeugung gelangt, daß kein Grund zu einem Mißtrauen gegen die Unparteilichkeit der Richter vor- liege. Aus einer andersartigen politischen Einstellung könne eine solche Besorgnis nur beim Hinzutreten besonderer älmftänbe gerechtfertigt erscheinen. Solche ilmftänbe lägen aber nicht vor. Auch bezüglich der beiden der abgelehnten Landgerichtsräte habe das Gericht das Dorgebrachte nicht für genügend erachtet, um eine Befangenheit annehmen zu fönnen. In der Rachmittagsfihung wird m die Der - nehmung der Angeklagten eingetreten. Der Angeklagte M v e b i u s lernte den Angeklagten Zeigner anläßlich einer Mehlgeschrchte kennen. Es wurde ihm gesagt, er solle zum Ge- richtsoffizier kommen. Er wurde zu Dr. Zeigner berufen, der ihn vernommen und darüber eine Riederschrift angefertigt habe. Später sei die Sache im Sande verlaufen, ohne daß ihm Mitteilung von der Anstellung des Deriahrens gemacht worden sei. Don drei Sack Mehl, die Mvebius von Dauer für eine Derkaufsvermitt» hing erhalten habe, habe er einen an Zeigner auf dessen Verlangen geliefert. Er habe den richtigen Preis dafür erhalten. Der Angeklagte Zeigner erklärt zu diesem Falle, er habe in der Schreibstube alle Arbeiten mtt juristi- töem Einschlag zu erledigen gehabt. Mvebius fei freiwillig zu ihm gekommen, um zu erfahren, was für Mehl beschlagnahmt worden sei. Da er selbst die Vorgänge nicht gekannt habe, habe er sich Rvtizen gemacht. Mvebius sei öfters in die Kaserne gekommen. Da habe er, Zeigner, ihn gefragt, ob er ihm nicht auch mal Mehl verschaffen könne. Das gelieferte Mehl sei aber schlecht gewesen. Er habe anderes verlangt, von Mvebius aber wieder einen gleichen Sack Mehl L erhalten und bezahlt. Zu Weihnachten habe er in ,dei Kaserne erfahren, daß von Mvebius Mehl ^gestohlen worden sei. , In einer raschen und unbesonnenen Handlung £sbe er dann die Mt-rn Mvebius hn Ofen verbrannt aus der Absicht heraus, nicht mit einer unangenehmen Geschichtr in Zusammenhang gebracht zu werden. Don Hehlerei oder Beschaffung eines Vermögens- Vorteils könne nicht die Rede sein. Hierauf wird der Fall Trommer besprochen. Der Angeklagte Mvebius hat einmal für einen gewissen Mueller ein Gnadengesuch an Zeigner übermittelt. Dies wiederholte er, und aus diesem Verkehr entwickelte sich überhaupt em persönlicher Verkehr. Als Zeigner Iustizminister geworden war, hat Mvebius ihn ausgesucht. Zrigner war abwesend. Er wurde in das Zimmer geführt, wo er in den 20ten geblättert und eine Notiz über dir Jlmttanblung derGefängnisstrafe Trommersin eine Geldstrafe von 18 000 Mark gefunden haben wttl. Als er vom Vorsitzenden aufgeforbert wird, diese Notiz jetzt zu suchen, kann er sie nicht finden. Moebius ist bann, fcie er angibt, an Trommer herangetreten. Auf einem alten Steucrzettel habe er ein Schreiben angefertigt, in dem Trommer von der Umioanh- lang Mitteilung gemacht wird. Gr habe damit Trommer eine Freude machen wollen in der Erwartung, daß Trommer ihm dafür ein Geschenk wachen werde. Moebius bestreitet, damit gedroht zu haben, daß Trommer andernfalls seine Strafe werde verbüßen müssen. Der Vorsitzende hält durch und durch echte und lebenswahre Darstellung eine reine Freude war. A lguste M a r ck s, Karl Juhnke und Karl Dolck gaben in ihren kleineren Rollen ihr Bestes. P P. Schmitz zeigte Ansätze zu einer tieferen Verarbeitung feiner Rolle, die aber noch nicht genügten, um übeti das fast Peinliche seiner eckigen, holprigen, unharmonischen Bewegungen hinweg Zusehen. Karl Holl zeigte bislang nur Handwerksmäßiges und darin auch nur Mittelmaß. Sein Gerichts- diener erhob sich im Gegensatz zu feinem Kollegen Stichel nicht über das bisherige Niveau. „Wer ist Maria Magdalene? ' horte ich hinter mir eine Frage. Stürmisches Suchen auf dem Zettel blieb ohne den gewünschten Erfolg. Fretza SturmfelS gab gewiß auch hier unzweideutig Antwort. Sie hatte ihre Klara durchlebt durch- bangt, durchzitteri, sich tief hineingefühlt in dieses Mädchenschicksal, das so sejn mußte, unabwendbar, unerbittlich, wie es nun einmal in diese soziale Welt hineingestellt war, das aber auch eigene Schuld zu sühnen hatte, die Schuld des törichten, ungläubigen Mädchenherzens, das sich um sein Gluck betrogen wähnt, sich einem Ungeliebten an den Hals wirft. Klaras Schicksal, Schuld und Sühne wurden in der durchgeistigten, bis ins Feinste kultivierten Darstellung von Frau Sturm- fels zu einem erschütternden Erlebnis, das uns den Wunsch nahelegt, die Künstlerin auch in Zu- funft unserer Bühne erhalten zu sehen. —e Aus Stabt und Land. Gießen, den 15. März 1924. Vorbeugungsmassnahmen gegen die Tollwut. Das Kreisamt Gießen erläßt hn Amts» verkündrgungsblatt mit Rücksicht auf baä gehäufte Auftreten der H u n d e - T o l l w u t in Darmstadt, Frankfurt, Kelsterbach, im Kreise Fvankenberg und in anderen naheliegenden Orten vorbeugende Anordnungen für den ganzen Kreis Gießen, denen wir folgendes entnehmen: Alle Hunde Im Kreise Gießen sind fest- zu legen oder so e i n z u s pe r ren, daß sie nicht entweichen können. Dem Festlegen ist das Führen mit einem das Beißen sicher verhindermden Maulkorbt und mit einer Leine gleichguachten. Hunde, die den bevorstehenden Bedingungei» zuwider frei um h erlaufend betroffen werden, sind einju fangen und in polizeiliche Verwahrung zu nehmen; sie können getötet werden. Jagdhunde und Schäferhunde sind wahrend ihrer Verwendung von dem Zwang befreit, sind aber außer dieser Zeit ebenfalls festzulegen ozw. mit Maulkorb an der Gerne zu führen. Hunde, bei denen die Tollwut amtlich fest- gestellt ist, sind sofort zu töten. Verdächtige Tiere sind bis zu polizeilichem Einschreiten tunlichst nicht zu töten, sondern abgesondert in einem sicheren Behältnis, wenn möglich unter Ankettung, einzusperren. Insbesondere wenn ein Mensch gebissen wurde, ist der betr. Hund, wenn dieS ohne Gefahr geschehen kann, ,richt zu toten, sondern zur amtstierärztlichen ülntersuchung einzusperren. Ist ein Mensch gebissen worden, sv soll ei alles tun, was dazu beitragen kann, den Hund zu ermitteln und festzulegen und in pock.zeiliche und amtstierärztliche Beobachtung zu bringen; mindestens soll er sich den Hund nach Größe, Rasse und Ken nzeichen so merken, daß er ihn genau beschreiben tonn. Alle Hunde müssen mit einem, auf dem Halsband zu befeftigonhen Schild mit Angabe des Namens und Wohnorts des Be s i tze r s versehen fein. Jede gebissene Person soll sich sofort in ärztliche Behandlung begeben und dem Kveisgesund- h.ütsamt Nachricht geben. Es gibt einen durch Impfung zu errcichenden sicheren Schutz gegen die Tollwut, der aber nur bann sicher ist, wenn die Impfung möglichst frühzeitig zur Anwendung kommt. Eltern und Lehrern empfehlen wir. die Kinder hierauf besonders aufmerksam zu machen. Alle Vorkommnisse, die den Verdacht begründen, daß ein Fall von Tollwut vorliegen könnte, sind alsbald (auch mittels Fernsprechws dem KrciZamt-zu melden. Schlichlich verweist das Kreisamt noch aus das auftlärende Merkblatt überdie Tollwut, das wir in unserer Nr. 53 vom 3. ÖHaoA Abdruck gebracht haben. der Fo । Eietze M Dienst, vor Lenz'sch, ganz«» ! Sd)tilttl)oij- f 553 Hn, I tQUW. (Ei SonltlgtB $i k 13| Hchen 1 £ ^hichelter- 38 d Sei ben 0nr s'ärkeM. Wlmeien be 3ln feiner Separatistische Taktik. Speyer, 14. März. Der frühere Sepaixr- tistensührer Sch mi d t-Eppe r hat eine Rheinische Dauern- und Mittelstandspartei (Bezirk Pfalz-Rheinhessen) gegründet offenbar eine Art Wurmfortsatz der Heinz- Orbi Ischen Gruppe der Baur mchast. Nachdem sich Schmidt von Kunz, dem Gründer der R.)rini- Auch nachdem der vermeintliche Fehltritt ihres Bruders sich aufklärt, gelingt es Klara nicht, den Verlobten zur Pflicht zurückzafüheen. Der Zugen^geliebte, dem sie sich in ihrer Herzensnot anvertraut, kann sie nicht aufrichten. „Darüber - re? krin Mann weg," sagt er, gleich be, engen in den Vorurteilen seines Standes wie die andern. Klara sucht und findet den Weg aus e'-ner Wett, die in der dünkelhaften, selbstüber- hLbachen Deg -enztheit ihrer Moral für ein armes verlassenes Mädchen nur Schande und Terach nng ^atcc keine SHande zu machen, ßel?t sle in den Brunnen. Sein Tugendstolz sein g.ader Rechtssinn, dem die hei-rschende Weltord- ming, die Vorurteile seines Standes eto^e Normen stick», zerbricht tyrannisch das Schick,äl seines Kindes Dem Ingendgeliebten dämmern die Zusammenhänge, als er — auch- er ein Opfer der bürgerlichen Moral — von der Knoel des treulosen Verlobten hingestreckt von Klaras selbst- gewähltem Tode erfährt. Der,Alte aber beharrt in seinem Starrsinn auf dem, was ihm sein Le'e- lang für Recht gegolten hat. Die Locher hat er von sich gestoßen, doch auch seine Weltan- schauung hat einen Knacks bekommen Er versteht die Welt nicht mehr. Düster, pessimistisch, nieder- drückend entrollt eine Sftene nach der andern das von unerbittlichen sozialen Gesehen dib tierte Schicksal einer Familie. Gleich dunkel die Zukunft, keine versöhnenden Lichtblicke, keine Hvss- nung fiuf ein Durchringen dieses Bürgertums r 'Ms 5: - 2os n Vo$ 19 o ^°S le : tz» »• iv* i eos'Afios Hfc, **”« «Ich *S J 6 feinet *«*; ?»§ ZSZ Bti ln°i?er6unb' 9i>er Ae° ^"wn für ölf ovDjrt- ? in der und Wr driüer T.n9 der ^Inkbang 'and. !ücz 1924. W die It NN Amts. I g e» l laut in. ® Steift ttwen Ortett n for ben n>it folgen- 'sind fest, in. dad sie n mit einem Daulkvrbl ien, Mingungei! ttrofien toer* 1 polizeiliche n gelötet ind vährrich befreit, find liegen bzv. n. amtlich fest- Verdächtige chteilen tun» gefonbert in »glich unter *re wenn ein Hund, wenn chi za töten, tsllchung ein» , sv soll a , den ?)unb n polizeiliche zu bringen; Drohe, 2laf|e sm -rncm b» jf ten Hals- 3ngab? bei i r s veffehai fort in ärzi> Rrct^ehinb- einen durch uy gegen die st, Denn die Lnwendunz n wir, die imetflam zu verdacht beut vorliegen Zemfprecher, ul noch auf die Toll« 1®» """ er-Dch"^ endigen ine die lota^ d Körper' jag von m«t siirdie^ ,r für alle [f5 Millionen wahre sie Ma ras, den in flj» itung fe'JJJ ifi£ rS !-»- O W bis in® S-Ä Lnefatz hatten. Der am Ttontag lernet Zahlung*» Mcht noch genügt. bewahtt sich vor den gesetzlichen Nachteile Li. L. Eine Stiftung für die Siebener Llniverfitätsbibliothek. Man teilt uns mit: Eine Anzahl von Mitgliedern der hiesigen Israelitischen Religionsgeme.nde hat Zer ^Iniverfitäts-Bib-l'wthek die für die heutige Zeit beträchtlich« Sumin« von 1OOO Soldmark gestiftet zum Anlauf der Photographien vvn t>ier vollständigen Handschriften in Buchform und sechs größeren zum Seil sehr alten Handlchriftcn^ fragmenten in Rollens ormat, fvrvie von mehreren Etnzeldlältern toichiiger Manuskripte des hebräischen Pentateuchs der Samaritaner Die Hand- schi-iften. die sich vor allem im Britischen QHu- .-Cum in London, in der Bvdleianischen Bibliothek Ln Orford und in der früheren Kaiserlichen o.sent- lichen Bibliothek in St. Petersburg, sotoie im Prtvatbesiy (Rabbiner Dr. M. Gaster, London) üeslirden und den deutschen Selehrten seither nur unter schweren materiellen Opfern erreichbar waren, fk'tx-n dem Fachmaim jetzt in vorzüglicher, >Larser Miederg^rbe bequem zur Verfügung. Die Ltifrung ist im Interesse der deutschen theologischen und hebraiftifchen Wissenschaft dankbarst yi begrüben. Nköge sie als Beispiel verständnts- aoller Opfertvilligkeit -Jlachahmung finden. •• Ausgabe der neuen Silbermünzen. Wie die Berliner Blätter mitteilen, wird In der nächsten Woche mit der Ausgabe Tier neuen Silbermünzen zu 1. 2 und 3 Mark begonnen werden. Während der Goldwert der alten Relchsmarkstücke 40 Pf. betrug, werden die neuen Ala Much nur einen Wert von 25 Gold- vseimig haben. Um eine Saraatie gegen jede Inflationsgesahr zu schaiffen, soll der Reichsrat Darüber wachen, bah mcht mehr Silberscheidemünzen In den Verkehr kommen, als Papiergeld und di« kleinen Sruch der Soldanleihe einge- zvgen werden. * Die Unfallrenten. Das Postamt teilt uns mit: In der Berechnung und Zahlung der Unfallrenten mit Zulage tritt für die zweite Märzhälfte keine Aenderung ein. ES find mithin für Montags 17. März, an dieselben Beträge wie am 1. März zahlbar. * Das Fröbel-Seminar der Alice-Schule veranstaltet im Anschluß an die vorher stattgefundenen Abschlußprüfungen eine Ausstellung von Schülerinnenarbetten der abgehenden Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen in den Räumen des Fröbelsemi- nars, Gartenstrahe 30. Ausgestellt sind Handarbeiten, Laubsäge- und Buchbindereiarbeiten, Flechtsachen aus Bast und Rohr, Ausschneidebilder und modellierte Gegenstände sowie noch mancherlei. — Die neuen Kurse beginnen am Mittwoch. 23. April. (Siehe Anzeige.) ♦♦ Oberhessischer Kun st verein. Die gegenteilige Ausstellung, zu der vor einigen Sagen eine Anzahl neuer Bilder hinzukommen, verbleibt voraussichtlich nur noch bis zum kom- menben Mittwoch Geöffnet ist die Ausstellung morgen. Sonntag, Montag und Mittwoch von 11 bis 1 und am Mittwoch noch nachmittags von 3 bis 5 Uhr. " Oeffentliche höhere Handelsschule. Der Schlußtermin für die Anmeldungen ist Ende ds. MtS. Für die Interessenten ist eine Besprechung auf Montag abend 8 Uhr im Kaufmännischen BereinShauS angesetzt. (Siehe heutige Anzeige.) Wegen Betrugs und Heiratsschwindels wurde am 10. März der angebliche Ingenieur Ludwig S ö b e l aus Darmstadt in Eisenach verhaftet. Da S. sich auch hier auf- gehalten hat, werden alle Personen. die etwa vvn ihm geschädigt wurden, ersucht, bei der Kriminalpolizei vorstellig zu werden. Slyül notigen. — Tageskalender für Samstag. Wartburg-Derein 8 Uhr im Malthäussaale, Kirchstcaße, Bortrag: „Eine Reise ins Polargebiet". — Siebener Rudergesellschaft 1877: 8'/? Uhr Generalversammlung im Bootshaus. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Wo die Lampen düster brennen“. — Palast-Lichtspiele: Der Feuerwehrfilm, hierauf »Zirkus Aelly". — Asto- ria-Lichtspiele: Lustspielprvgramm. — Tageskalender für Sonntag. Altertumsmuieum (im alten Schloß) 11 bis 1 Uhr geöffnet. — Stadttheater: 7 Uhr „Der Graf von Luxemburg". — Sernhardtscher Zither- und Man« boünendjor: 5 Uhr in der Reuen Aula Orchester- Konzert. — Wartburg-Verein 8 Uhr im Matchaussaale Bortiag „Sine Reise ins Polargebiet''. — Lichtspielhäuser dasselbe Programm wie am Samstag. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: In der morgigen .Aufführung vvn „Der Graf vvn Cufemburg'1 wird wiederum Frau Rothe, die am Mittwoch bei ihvrm ersten Auftreten so großen Erfolg hatte, die Angele Didier geben — Deu ts che Demokratische Partei. Man schreibt uns. Am Sonntag, den 16. März, abends 8 Uhr, spricht in einer öffentlichen Dolks- versammlung in der Tur n ha 11 e am Oswalds- garten der Vorsitzende des demokratischen Reichsparteivorstandes. Reichstagsabgevrdneter Erkelenz, über „Der aufgelolte Re i chs ta g", Auftakt zu den Reichstagswahl^n. Der Name Erkelenz ist unserer Stadt nicht unbekannt, hat der Führer der Demokratischen Partei doch schon einmal im früheren Reichstagswohlkoeis Gießen- Alsfeld-Lauterbach kandidiert. Wcttcrvorane-safle Milder, nach süd- bis südwest drehende, etwas auffrischende Winde, ftärtec bewölkt, ohne Niederschläge von Bedeutung. Lanvkreitz Gietzen< * Londorf, 14. März. Hier wurde von zahlreichen Geflüg^lliebhabern aus Londorf und Umgegend ein Geflügel-, Brieftauben- undKleintierzuchtverein g gründet, dem jetzt ca. 100 Mitglieder aus 8 Orten der (Rabenau angehören. Noch in bleiern Jahre soll ein Brieftaubenflug. verbunden mit einer Ge- Hügel- und Kleintierausstellung stattfinden. * Grünberg, 14. März. Der Semei nde- rat genehmigte in seiner jüngsten Sitzung vier Gesuche um Abgabe eines Bauplatzes. Sämtliche Gesuchsteller gedenken die Hauptbedingung, daß die Plätze tatsächlich In diesem Jahre bebaut werden müssen, erfüllen zu können. — Di« kostenlose Lieferung von S a r g h o l z für jeden verstorbenen Einwohner Gründerg« Wird angesichts der ruhigeren wirtschaftlichen Derhältntsse von heute ab eingestellt. Nur Minderbemittelte erhalten auf Antrag städtische Beihilfen. — Wie berichtet, hat daS Ministerium des Innern zum Gemeinderatsbeschluß über die Gemeindesteuer für die 2. Hälfte des Rechnungsjahres 1923 wegen der Festsetzung des Steuersatzes von 40 Pf. auf 100 Mk. Steuerwert der landwirtschaftlich genutzten Grundstücke Einspruch erhoben. Da die Einziehung der Steuer längst im Gange ist und eine Umrechnung und Rückzahlung mehrwöchige Mehrarbeit und Aufschub der Zahlungen bedeuten wurde, beschloß der Gemeinderat, die Hälfte des auf die Landwirtschaft entfallenden Gesamtsteuerbetrages bei der nächsten Berechnung der Gemeindesteuerausschläge in Anrechnung zu bringen. Kreis Schotten. □ Laubach, 14. März. Im kommenden Sommer werhW bte Garten st ücke t m s o g. Harn, die vor der Südseite des Gymnasialgebäudes hegen, bebaut werden. Es ist hier bte Errichtung von zwei Wohnhäusern in Aussicht genommen. Der Meter Baugelände (Eigentum der Gemeinde) wird aus 3 Goldmark kommen. Äe Front des Gymnasiums wird durch die Neubauten mcht verdeckt werden. — Die H o l z p r e i s e halten stch noch auf der alten bedeutenden Höhe. Auf der Dersteigerung der Gemeinde in dieser Woche kam der Raummeteo Buchenscheit auf etwa 28 Mk., Stockholz gegen 17 NU., 10 Meter Schichthaufen (Reisig) auf 30 NU. Kreis Friedberg. * Friedberg, 14. März. Das finanzielle Ergebnis des hiesigen Pfalz- und Rheintages beziffert sich auf 1222 Mark. Kreis Lauterbach. * Lauterbach 14. März. Die hiesige Rhein- Ruhr-Pfalz-Spende erbrachte 1324,15 Mark. Kunst und Wissenschaft. Zum Kmrtjubilaum. Immanuel Ka n t s z w e t h u n de rt ster Geburtstag wird von der gesamten Kulturwelt am 22. April d. I. begangen. In ganz besonders würdiger Weise rüstet sich die Königsberger älniversität, an der Kant den größten Teil seines Lebens hindurch wirkte, durch Herausgabe einer Festschrift, deren Bearbeitung der gegenwärtige Inhaber des Kant-Lehrstuhles, Professor Dr. Ä. G o edecke meyer, im Verein mit zehn anderen Königsberger Gelehrten sämtlicher Fakultäten besorgt, und die in der Dieterichscheit Verlagsbuchhandlung in Leipzig erscheint. Dem hohen Zwecke der Festschrift entsprechend, behandeln ihre Beiträge dauerndes Interesse heischende Cinzelfvagen aus der vielseitigen Geistesarbeit des großen Philosophen auf den mannigfachen Gebieten der Geistes- und Naturwissenschaften. — Die Internationale Vereinigung für Rechts- und Wirt- schaftsphilofophie veranstaltet eine umfangreiche Festschrift, welche Peter Klein in Königsberg und Leopold Wenger in München heixrusgeben. Sie enthält u. a. Beiträge pow Wolf Dhrvff-Bvnn: E. 21. >0»0 Goldmark. Jener-Be> sicher. -- Einliruch-Diebst.- Bersjcherung — UnfaU-'^erficher. — Haftvst.-^ierstch. — Leb> n^-Beriich. Goldmark Ersatz -Versickerungen mit Anrechnung von Vaviermark- Beificherungen. Viaderes durch bte zuständige Vertretung. — 93eroäbrte Svettal-Organisaioren und Biav- Vertreter für alle Branchen wollen Bewerbungen etnrcichen an < 14X1A Ge.manla-Versicherung Stettin, Paradeplatz 16. Keifender Für mein Kurz-, Weih-, Wollwaren-Engros» geschäst suche per sofort tüchtigen Reisenden (verheiratet) für eingeführte Touren. Rur solide Herren aus derselben ober ähnlichen Branche wollen sich melbcn unter 1782D an den Gießener Anzeiger. l^ranBnKBnBnE^. Kaffeier Papiergroßhandlung sucht Nltelet i für bärtigen Bezirk zum Besuch I von Schlachtereien Lebensmittel» | geschäften und sonstigen Geschäften. H Schriftliche Angebote unter 1880V I an den Gießener Anzeiger erbeten. 1 Zigarrenfabrik sucht arbeitsfreudigen zielbewuhten Reisenden gegen gute Bezahlung bei dauernder Stellung. 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März 1924. gesucht. 018177 HidSai&a. oime Die Einäscherung fand aufWunsch desVerstorbcnen in aller Stille statt. gesucht. 18950 Z» nergeden. 18185 WWWS Sititl S I qciudit. 1932 D billigst 19100 019 > 09 kauft 1904V l Stelle. 018195 gesucht. 017918 Bismarckstraße 6 018180 4 itrnüe 8. 018290 gesehen 1799 V W.v> 3. Darnah, Schillerurahe 18. Berlreliig ^Wönger1 ö?r WellßMll Siemens & tzalske A.-G ciieiiinbnfh ie, Eisenach. I9loss C. Rilbnamen Televbou 1659. JlUdchen 24 Jahre, im Kochen erfnbien, sucht Siel- lnng in christlichem kinderlos Haushalt. Schriitl Angeb unt. Ot8,O9 a.d.Oiien Anz. Kraft.» gesunder Gärtner- lehriing 2leltcreS Nr ti b d) e n mit guten Zeugnissen gesucht. 018-218 Iran «facblcr, Niegelpfad 82. Schmiede geselle 20 Jahre alt, sucht Die Beerdigung findet Montag, nachmittag 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. und vorzüglichem Jfiromcu H jillein echt mit der „'Rrcns"! Dovvel- Uachel-Bsen sah non, Umstände bnlbcv .V verknusen. 9kidf.rdjcii, Balin- OJefl. 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EroI'Jorfer Str. 42 III Wegen Ausgabe der5iaiii»chcn;ncht 1,1 dtiche ist.-Scheck 0,1 Lchwarzlob zu verkaufen. 018210 Viel» mann, Nodbeinier Sir. 53 Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres heben Entschlafenen Herrn Georg Brück Gendarmerie-Oberwachtmeister sagen wir auf diesem Wege unseren tiefempfundenen Dank. Besonderen Dank Herrn Dekan Gußmann für die trostreichen Worte am Grabe, den Gemeindeschwestern füi die hilfreiche Unterstützung während der letzten Wochen seiner Krankheit, der Hessischen Landesgendarmerie-Direktion Darmstadt, der Provmzialdirektion Oberhessen, dem Kreisamt Gießen, der Gendarmeriesektion Gießen, dem Hessischen Gendarmerieverein, dem Kavallerieverein Gießen, dem Verein ehern. Leibdragoner des Kreises Gießen, dem Veteranen- und Kriegerverein Lollar, sowie seinen Kameraden für ihre Begleitung und Kranzniederlegungen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Margarete Brück. Lollar, den 14. 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