ag, u; 3utti <924 Phk! imt Derlag: vrLhl'sche UnwersttSts-vuch- und Lt-indnick-rei R. Lange In Sieben. Schriftleitun, und Seschästsftelle: Schulftratzr 1. •HM Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeNerbindlichkeit, Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite crttich8, auswärts 10 Goldpfennig,- für Re» Klame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzoorschrift 20°/o Auf. chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton. )r. Friedr. Wilh. Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. m. 138 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertag«, mit d. Samstagsbeilag«: G ießenerFamilienb lütter Monatr-Sezogspreir: 2 Goldmark u. 20 Gold- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anfchlüsse: für die Schrtftleitmrg 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. »ischrtft für Drahtnach. ttchten: Hn)dger Sieben. povscheckkoktto: Kravkfvrt a. M. 11686. Erster Blatt Jahrgang $om$k GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesten gespielt, sondern der heutige Expräsidsnt paßte den Männern um Herriot einfach um deswillen nicht, weil er, wie sie betonen, den Rahmen seiner konstitutionellen Befugnisse überschrrtten, dabei die Pflicht zur ^Inparteilichkett des Präsidenten verletzt und deutlich unterstrichen habe, daß er sich lediglich als Exponent des bloc national betrachte. An die Stelle dieses Mannes hat der Rationalkongreß in Versailles gestern den bisherigen Senatspräsidenten Gaston Dou - meraue gesetzt. Wir brauchen wohl nicht nach besonders Hervorzuheben, daß diese Rrubesehang der Präsidentschaft ein Systemwechsel an der Spitze des französischen Staates ist; eine Gegenüberstellung in knappen Worten sagt alles zur Genüge: Millerand, der Bannerträger des nationalen Blocks, Doumergue, der Mann des Linksblocks, der in scharfer Gegnerschaft dem nationalen Block gegenübersteht. Die Reuorientirrung wird ihren weiteren Ausdruck in der Besetzung des Ministerpräsidentenpostens sinden. Rach Poincarö. den wir nicht weiter zu charakterisieren brauchen, dürste tot EduardHerriot, der entschiedene Gegner Pvincarös, die Leitung der französischen Politik cm treten. Daß grobe Teile der Welt und insbesondere Deutschland und unser österreichisches Brudervolk das Abtreten Millerands und Poin- car^s und ihres Anhangs von der Macht als eine ■ «Erleichterung für die gesamte politische Lage an- j sehen, ist aanz natürlich, denn diese Herrschaften hatten in der Polittk ein Terrorsystem eingeführt, das ganz besonders schwer auf uns lastete, das aber auch anderen Völkern, selbst den eigenen Freunden Frankreichs, reichlich bedrückend war. Ebenso begreiflich ist, daß man an die Männer des neuen Kurses mancherlei Hoffnungen knüpft, auch in Deutschland. Diese Hoffnungen dürfen aber nicht so hoch geschraubt werden, dah sie auf Erwartung der Preisgabe von Fun damental sä tz en der französischen Politik hinausgehen. Wer das annimmt, wird zweifellos eine große Enttäuschung erleben, denn ein Franzose ist immer in erster Linie Franzose, mag er nun politisch in der Jacke des nationalen Blocks, oder im Gewände des Linksblock-Mannes aufttelen. Am besten wird es jedenfalls sein, wenn wir in unseren Hoffnungen recht bescheiden sind und vor allem einmal die Taten der neuen Männer abwarten. Das muh vorläufig unser Grundsatz auch dem neuen Frankreich gegenüber sein. Von dieser einzig richtigen Linie dürfen uns auch so angenehme Verheihun- gen nicht abbringen, wie wir sie amDonnerstag als Erklärungen Herriots aus London berichtet bekamen, der einem englischen Zeitungsmann mit- keilte, er sei dafür, mit Deutschland näher zusam- I menzurücken, und er werde sein Bestes tun, um eine Entspannung in Frankreichs Beziehungen mit Deutschland herbeizuführen. Ruhr, Rhein und Pfalz und alles, was damit zusammenhängt, mö- I e Prüfsteine für einen besseren fran- I zoslschen Willen sein, als wir ihn bisher kennen- I gelernt haben. Unser Volk ist bislang in seinen Hoffnungen genug enttäuscht worden, teils durch eigene Schuld, weil es zu vertrauensselig war, teils aber aucy durch schnöden Wortbruch, in dem gerade Frankreich das denkbar größte Mah erreicht hat. Mit besonderen Hoffnungen begleitet man aber anscheinend in der angelsächsischen Welt den politischen Flaggenwechsel Frankreichs. Mac- ^.n a ld der bisher nur einige wohlgesehte -Briefe über die Reparationsfrage an Poinca-s schreiben konnte, sonst aber noch keine Geleg"-.- yeit batte, dem Verhältnis zwischen Frankreich Und Deutschland ein anderes Aussehen zu gebet wird jetzt anscheinend aktiver. Rach einer Lon- Dlättermeldung bestrebt er sich, ,.d^ deutsche Regierung von der Notwendigkeit ernes sofortigen Antrags um Aufnahme in den Völkerbund zu überzeugen," .....um eine allgemeine Befriedung in Europa zustande zu Dringen." Es ist jetzt nicht das erste Mal, dah ^ondon mit derartigen Aufforderungen an uns ^rantritt bisher sind aber alle Bemühungen ehr schnellan dem Widerspruch Frankreichs ge- cheitert. Macdvnald glaubt offenbar jetzt nicht mehr an eine Pariser Widersetzlichkeit. Er muh sich aber auch darüber klar sein, das) Deutschland picht vorbehaltlos in diesen Völkerbund eint e en kann und will, mit dem wir bisher nur schlimme Crsahrungen gemacht haben. Völlige Gleichberechtigung mit den anderen Rationen im Völkerbund, gerechtes und vertragsrnähiges Regime im Saargebiet, wirksamer Schutz der deutschen Minderheiten in Polen und Oberschlei ien, das sind I so einige Grundfragen, die vor dem deutschen 5U unserer Zufriedenheit geregelt fein I < müssen, Danzig und Memel sind zwei weitere : Punkte, an denen wir nicht teilnahmslos vorüber- < Paris, 13. Juni. (WB.) Der Senatspräsident Doumergue eröffnete kurz nach 2 Uhr den Rattonalkongreh zur Vornahme der Wahl de ^Präsidenten der Republik. Sie Abstimmung, die sofort begann, war um 4,05 Lihr beendet. Das offizielle Wahlergebnis ist folgendes: 860 abgegebene Stimmen, absolute Mehrheit also 431 Stimmen. Davon erhielt Senatspräsident Doumergue 515 Stimmen, Painlev6 309 und der kommunistische Kandidat C a m e l i n a t 21 Stimmen, während 8 Stimmen zersplittert waren. Hiernach ist Doumergue zum Präsidenten der Republik gewählt. Kammerpräsident P a i n - lev6 war der erste, der sich dem neuen Präsidenten vorstellte. Painleve und Doumergue umarmten sich unter dem Beifall der Anwesenden. Hierauf erfolgte die Einführung des Präsidenten in sein Amt durch den Ministerpräsidenten Francois Marsal. Rach der Installierung des Präsidenten der Republik zog eine Kompagnie Genietruppen in der Gallerte auf, die der Präsident durchschritt. Dor dem Kongrehgebäude hatten ebenfalls Truppen Aufstellung genommen, in dem Augenblick, in dem der Präsident erschien, die Honneurs erwiesen und die Fahne senkten. Der neugewählte Präsident nahm an der Seite dcs Minister-Präsidenten in einem Auto Platz, dem weitere Autos mit den übrigen Ministern folgten. Die offizielle Ankündigung seiner Wahl wurde I Doumergue vom Vizepräsidenten des Senats. Dienvenu-Martin und vom Minislerp ä- sidenten Marsal selbst mitgeteilt. Der Verkündigung wohnten sämtliche Minister und die Mitglieder des Bureaus des Kongresses bei. Vizepräsident Senator Dienvenu-Martin hielt folgende Ansprache: .Das Bureau der Ra- | ttonalversammlung entbietet Ihnen seine herz- 1 lichen Glückwünsche zu Ihrer Erhebung zur höchsten Würde des Staates, die gerechte Krönung einer langen parlamentarischen Laufbahn, in der Sie dem Daterlande und der Republik hervorragende Dienste geleistet haben. Ihre Vergangenheit ist uns eine Gewähr, dah Ihre Tätig keil während der Präsidentschaft in den Grenzen Ihrer durch die Verfassung festgelegten AmtSbeftignisse sich halten wird, und daß Sie sie gemäß dem Willen des Landes, wie er sich frei und durch die Stimme seiner Vertreter kundgibt, ausüben werden. Hierauf ergriff Ministerpräsident Francois Marsal das Wort. Er sagte: Herr Präsident, indem ich Ihnen die authentische Atte übergebe, in der die Rationalversammlung Sie zur höchsten'Würde des Landes beruft, habe ich im Ramen des Minister- rats die Ehre, Ihnen die Rechte, Prärogativen und Pflichten zu Übertragen, die mir vorübergehend durch die Verfassung zugefallen waren. Die Rationalversammlung hat Ihnen einen eklatanten Vertrauensbeweis gegeben. Die langjährigen wohlbekannten Dienste, die Sie Frankreich und der Republik erwiesen haben, finden heute ihre gerechte Belohnung. Ihre Erfahrungen. Ihre Menschen- und Sachkunde, Ihre Klugheit, Ihr Tlrteil, die sie nacheinander im Parlament, in der Regierung und im Vorsitz des Senats geltend machten, sind für die Republik eine zuverlässige Gewähr für die Zukunft. Ihre Erfahrung in großen nationalen Fragen, die Sie in der Regierung d>ie auch im Laufe der Ihnen übertragenen Ministerien erworben haben, wird von dem größten Nutzen sein in der jetzigen Stunde, wo diese Progehen fömten. Will oder kann man uns in diesen Dingen vor der Antragstelluna nicht Besrie- digung gewähren, dann mag der Völkerbund unsertwegen getrost noch eine Weile das bleiben, was er bisher schon war, ein Verein der Weltkrieggewinner zur Vertretung ihrer Siegerinteressen. In Amerika verfolgt man in der mutmaßlich fteundlicheren pvliiischen Luft andere Wege, auf denen man gute Resultate für Europa und natürlich auch für sich selbst zu erzielen hofft. Auf dem r^oublikanischen Konvent hat man zu den bevorstehenden amerikanischen Präsidentschaftswahlen Evvlidge für die Präsidentschaft und Dawes für den Vizepräfidentenp..sttn nominiert und weiter beftimmt, „daß die Vereinig en Staaten in der Lösung der großen internationalen Probleme mitarbeiten sollen, ohne jedoch ihre Selbständigkeit Preiszug eben." Mit tiefem Beschluß bringt die z. Zt. stärkste Partei in den Vereinigten Staaten zum Ausdruck, daß die frühere, strikt ablehnende Haltung Amerikas gegenüber den europäischen Fragen nunmehr der Vergangen» heit angehört, Europa wird also damit rechnen können, daß die reichen amerikanischen Hilss- quellen ihm künftig nicht mehr hermetisch verschlossen fein werden, auch wenn Amerika es von sich weist, in die Streichung der interalliierten Schulden einzuwilligen. 3m Zusammenhang mit dem amerikanischen StimmungSum- schwung, der natürlich nicht erst von der republikanischen Konventstagung ausgegangen ist, sondern dort nur eine eindrucksvolle Bekräftigung erfahren hat, ist der Deutschen Golddiskontbank von einem amerikanischen Syndikat, das 34 Banken in den Wirtschaftszentren der Vereinigten Staaten umfaßt, ein Kredit von 25 Millionen Dollars aewährt worden. Es handelt sich um einen Rediskontkredit, der der deutschen Bank bleme besonders akut auftreten. Die Interessen ber Republik werden einem wohlverdienten Republikaner übertragen, der es verstehen wird, sie zu verteidigen. Präsident Doumergue anttoortete wie folgt: Meine Herren Präsidenten! Ich bin tief gerührt von der Ehre, die die Ra- tionalversammlung mir durch die Berufung zur Präsidentschaft der Republik erweist, lief gerührt auch von den Worten, die Sie an mich gerichtet haben. Wie ich 30 Jahre politischen Lebens getreulich meinen unwandelbaren Ideen, meiner Liebe zu Frankreich, meiner republikanischen und demokratischen Gesinnung mich gewidmet habe, so werde ich auch im Dienste der Republik und der Demokratie diese Gesinnung betätigen. In dem hohen Amte, zu dem ich berufen worden bin, hoffe ich, das Vertrauen nichtzu enttäuschen, das die Rationalversammlung in mich gesetzt hat. Um dieses Vertrauen zu rechtfertigen, dessen können Sie sicher fein, wird niemand getreuer als ich die Verfassung respektieren (lebh. Beifall) und niemand entschiedener als ich über den Parteien stehen, damit ich zwischen ihnen der unparteiische Schiedsrichter fein kann, und dah niemand mehr als ich sich von dem W i l- len des Parlaments, des Ausdrucks der politischen Souveränität, leiten lassen wird. Ich bitte Sie, mir ganz Ihr Vertrauen zu erhalten. Mein Vertrauen haben Sie ganz. Ich bin der Ueberzeugung, daß wir durch dieses gegenseitige Vertrauen an der Lösung der ernsten Probleme der jetzigen Stunde zusammenarbeiten und in naher Zukunft unserem Lande, dessen Stern nie verbleichen und dessen Kraft unversehrbar bleiben wird trotz der vielen Wunden, die es erhalten hat, die Möglichkeit geben können, an seinem Wohlstände und an seinem Fortschritt zu arbeiten in Ruhe und Frieden. Der Empfang in Paris. Der neugewählte Präsident der Republik hat Versailles im Auto verlassen und ist 6,45 Uhr abends in Paris eingetroffen. Bei seiner Ankunft wurde er an der Porte Dauphin vom Platzkommandanten von Paris, General Charpy, im Ramen der Garnison begrüßt. Das Präsident- schaftsauto nahm sodann, von zwei Dragonerschwadronen mit Fahnen eskortiert, den Weg zum Ely fee. Die Musik spielte und es wurden die vorgefchriebenen 21 Kanonenschüsse gelöst. > Der Kabinettswechsel. Ministerpräsident Marsal hat unmittelbar nach der Zeremonie in Versailles dem neugewählten Präsidenten Doumergue die Demission deö Kabinetts eingereicht. Der Präsident hat sie angenommen und das Kabinett gebeten, zunächst die lausenden Angelegenheiten weiter zu erledigen. Präsident Doumergue wird bereits Samstag vormittag seine Bemühungen zur Lösung der Ministerkrise beginnen. Um 10 älhr empfängt er den stellvertretenden Vorsitzenden des Senats DienvenuMartin, eine Viertelstunde später den Kammerpräsidenten Painleve und um 11,30 älhr wird^Herrio t ins Elysee berufen werden. Die Aufnahme in der Pariser Presse. Der „Ottatin“ schreibt zur Wahl des Präsidenten der Republik: Die französische Republik, die in die Jahre komme, gewinne auch an Erfahrung. Als sie gestern ihren Präsidenten wählte, habe sie sich erinnert an die Vergangenheit, daß alle die Präsidenten, die sie aus dem Senat geholt habe, bis zum Ende ihres Mandats im 2Imt geblieben seien, während alle die, die aus der Kammer entnommen seien, unterwegs die Opfer eines unbegreiflichen Geschicks geworden feien. Sie habe also gestern einen Senator ge- toalnt, einen guten Republikaner, einen braven Mann, der in hohem Grade die beiden Eigenschaften besitze, die Frankreich vielleicht die teuersten feien, Gewichtigkeit und Urteil. Das „Iournöe industrielle" schreibt: Es ist nötig, dah Doumergue, Herriot und Painleve in ihren heutigen Besprechungen keine Zeit verstreichen lassen, ihren republikanischen rechtgläubigen Grad miteinander zu vergleichen, sondern dah sie die erste Möglichkeit in Erwägung ziehen werden, um praktische Reformen SU verwirklichen, die das Land erwartet. Zu dieser wirtschaftlichen und finanziellen Reorganisation und Aufbauaufgabe ruft das Land die neuen Qttanner, die die Geschicke Frankreichs leiten sollen. Mögen sie rasch an die Arbeit gehen. Tas „Echo de Paris" schreibt: Die Wahl Doumergues im ersten Wahlgang sei eine Revanche der französischen öffentlichen Meinung gegen den seltsamen und leidenschaftliche i Ehrgeiz und die wüsten Begehrlichkeiten des Kartells der Linken. Seine Führer hätten bereits die absoluten Herren zu sein und über den Gesetzen und der Verfassung zu stehen geglaubt. Tie Unverschämtheit und die ®ier ihrer Klienten hätten alles verlangt, die Posten, die Ehre und den Profit, in erster Linie den Profit. Da nun ihr Gewalt st reich gegen Millerand gelungen sei, hätten sie den Anspruch erhoben, dem Elysee ih.en eigenen Kandidaten aufzuzwingen. Die Rationalver- sammlung habe mit Rein geantwortet. Das „I o u r n a I“ schreibt, die Rationalversammlung habe den am 11. Mai von den Wählern zum Ausdruck gebrachten Wunsch bekräftigt, daß die ßeiter der neuen Regierung sich nach links orientieren. Aber eine Anzahl Parlamentarier, die sich gegen Millerand ausgesprochen hätten, hätten ihn durch einen unparteiischen Mann ersetzen wollen, der den Beweis seiner Unparteilichkeit bei der Leitung des Senats erbracht hätte. In außenpolitischer Hinsicht habe die Mehrheit der Senatoren und der Abg-oorl neto ihren Willen bekundet, die Rechte Frankreichs aus dem Versailler Vertrag zu erhalten, sie haben es abgelehnt, die dem versagenden Deutschland gegenüber getroffenen Gesetze zu desavouieren. Das „Petit Journal" schreibt: Pa in. leve wäre ein Präsident gewesen, dessen Ruf wohl als Gelehrter die ganze Welt umfaßt und der es sich zu seiner Ehre gemacht hätte, neben dem Studium der höchsten Kulturfragen, auch die ernsten Probleme des heutigen Lebens zu kennen. Doumergue sein ein Mann, den die Dienste, die er seit 30 Jahren dem öffentlichen Leben erwiesen hätte, in den Vordergrund gerückt hätten und dessen Bescheidenheit heute ihre Belohnung erhalte. Doumergue sei der Erwählte der Republik wie Painleve es gewesen wäre. Es wäre ebenso unrichtig wie ungerecht, bei der Abstimmung von dem Einfuß der Rechten zu sprechen. Durch die Wahl Doumergues habe die Rationalversammlung die Tradition, den Präsidenten dem Senat zu entnehmen, wieder aufgenommen, wie zur Zett ßou- bets und Falliöres. Die „Petit Parisien" schreibt: Es seien vielleicht mehr die Umstände als gewisse Manipulationen gewesen, die Millerand mehr den Stempel eines Führers einer ganz bestimmten Politik als eines Schiedsrichters zwischen den ver- schiedenen Arten der Politik aufgedrückt hätten, um bie man sich im Parlament leidenschaftlich ' ge° stritten hätte. In Versailles habe gestern der Kon- I chrliebenden Menschen von selbst versteht. Daß natürlich auch die Ausgewiesenen ohne Ausnahme wieder in ihre Heimat zugelassen werden müssen, bedarf keiner Begründung. Die Regierung Marx-Stresemann arbeitet mit Energie auf die befriedigende Lösung dieser Angelegenheiten hin und sie bemüht sich zur Zeit weiter feffr angestrengt um die Behebung unserer wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Der Weg dazu kann nur über die Annahme des Sachverständigengutachtens in der Form gehen, wie Marx und Stresemann sie vor wenigen Tagen im Reichstage vorgezeichnet Haben Dieser Weg wird den berechtigten deutschen Belangen gerecht, er läuft keineswegs auf eine Kapitulation vor dem Ausland hinaus, sondern macht da. wo das Sachverständigengutachten Grund zu Vorbehalten gibt, diese in unzcveideutr- aer und erschöpfender Werse geltend. Sehr eindrucksvoll ist dieser Standpunkt herausgearbeitet in der großen Reichstagsrede des Außenministers Stresemann. in der er sich mit seinen Kritikern auseinandersetzt. Wer diese Rede im Wortlaut Heft und kritisch durchdenkt, muß ebenso wie der Minister zu dem Schluß kommen, daß das A and O unserer Politik jetzt nur in der Annahme des Gutachtens, wöhlgemertt aber nicht in der unbesehenen, liegt. Zur Stärkung der Position unserer Vertreter bei den Verhandlungen mit der Gegen - leite, die nun sehr schnell in Gang kommen dürften, ist es jetzt vaterländische Pflicht, sich ungeachtet aller Parteiunterschiede hinter die Regierung zu stellen, damit für unser Volk und Vaterland das denkbar günstigste Ergebnis erzielt cverden kann Dann werden wir von uns sagen können, daß mir diesmal das Gebot der Stunde erkannt 'und ihm zur rechten Zeit pflichtgemäß entsprochen haben Nur die Taten gelten! Der politische Umschwung in Frankreich dem als erstes, selbstverständliches Opfer das Kabinett PoincarS verfiel, hat in dieser Woche den Teilhaber dieser Üblen Firma, den Präsidenten M i l- lerand, mit aut Strecke gebracht. Es axir ein harter Kamps, den die neue Kammermehrheit bis zur Erreichung ihres Zieles zu führen hatte denn Millerand, der sozialistische Renegat, klebte gar fest an seinem Amt, das er zur Fortführung seiner persönlichen Politik, wenn auch unter einigen; Verbrämungen nach außen hin zu benutzen gedachte. Den Beweis für diese Absicht Millerands kann man aus seiner Kundgebung an seine Mitbürgen mit der er seine Amtstätigkeit abschloh, deutlich genug feststellen. Die Kammermehrheit, der Block der Linken, wollte mit diesem Manne aber nichts mehr zu tun haben, sie hat ihm, nach-- bem er nicht freiwlllig abtrat, in knappster Form bie kalte Schulter gezeigt und darauf hat der All- xuzähe dann endlich die Konsequenzen gezogen. Bei dieser Stellungnahme der Kammermehrheit hat nicht etwa die Rücksicht auf uns eine Rolle gestattet, Wechsel von Handel und Industrie bis zur Höhe von 100 Millionen Goldmark bei der beteiligten amerikanischen Bankengruppe unterzubringen. Wie unser Berliner Mitarbeiter von besonderer Seite erfährt, ist diese amerikanische Hilfe ohne irgendwelche besondere oder gar drückende Verpflichtungen gewährt worden. An der Börse hat die Kreditgewährung einen guten Eindruck gemacht, man verspricht sich davon eine Entspannung auf dem Geldmarkt, die allerdings dringend notwendig ist. Das amerikanische Interesse an unserem Ergehen ist natürlich sehr dankenswert, man darf dabei aber doch nicht außer acht lassen, daß hierbei nicht etwa ausschließlich philanthropische Gesichtspunkte, sondern sehr reale wirtschaftliche Erwägungen letzten Endes bestimmend gewesen sind, denn die amerikanische Wirtschaft braucht eine aufnahmefähige deutsche Wirtschaft und Bevölkerung ebensosehr, wie wir auf die Amerikaner angewiesen sind. Zu einer Besserung der politischen Gesamtlage müssen natürlich auch wir unseren Anteil beisteuein, sofern wir sehen, daß unsere jetzigen Gegenspieler es aufrichtiger meinen als ihre Vorgänger. Die von den Belgiern angeblich beabsichtigte Freilassung der politischen Gefangenen in der belgischen Zone wird von der Gegenseite zwar als eine Gunst gepriesen nach unserer Auffassung aber ist diese Maßnahme nur eine glatte Selbstverständlichkeit, die schon lange hätte zur Tat werden müssen. Auch die Rückführung der politischen Rhein- und Ruhrgefangenen aus französischen Kolonialgefängnissen in Gefängnisse im besetzten Gebiet genügt un« durchaus nicht. Wir verlangen vielmehr, daß diese Männer alsbald freigelassen, werden, denn ehrenrührige Taten ha- xii. wo yaiivxn |ug UM . ben sie nicht begangen, sondern sie sind nur für der der deutschen Bank | ihr Vaterland eingetreten, wie sich das für jeden Doumergue Präsident derRepublikFrankreich Die Bemühungen zur Bildung der neuen Regierung. - Englisch-belgische Hoffnungen auf Herriot. /veD *>en von der xöerranung ^.ungeschlagenen und geforderten unparteiischen Schiedsrichter gewählt. Gaston Doumergue. «st? n Doumergue ist am 1. August *863 ui Aigues-ViveS im Departement Gard geboren. Er studierte Rechtswissenschaft und war bann zunächst Advokat in Rimes (1885 bis 1890) Dann war er einige Jahre als Beamter in den Kolonien, zuerst in Cochinchina, dann Friedensrichter in Algerien. Im Jahre 1893 wurde er für Rimes in die Kammer gewählt und war hier in den Jahren 1895 bis 1896 deren Sekretär. Zum ersten Male Minister wurde er 1902 im, Kabinett Combes, wo er das Portefeuille der Kolonien inne hatte. Unterdessen war er im Departement Gard gewählt worden. Dem folgenden Kabinett Rouvier gehörte er nicht an. Dagegen war er in den Jahren 1905 bis 1906 Vizepräsident der Kammer und dann in Sarriens Kabinett vom 13. März 1906 zusammen mit Poincarö, der die Finanzen hatte, Handelsminister, ebenso in Clemenceaus Kabinett vom 26. Oktober 1906. Hier sattelte er später auf das Ministerium des Llnterrichts und der schönen Künste um. Als Clemenceau im September 1909 Sirüdtrat und Driand Platz machte, trat auch oumergue zurück und hat seither in keinem Kabinett mehr gesessen. Doch wurde er unterdessen in den Senat gewählt. Anfang Dezember 1913 fiel das Kabinett Darthou über die Frage der 1300-Millionen- Anleihe. Zuerst der alte Ribot, dann Jean Dupuy bemühten sich vergeblich, ein neues Kabinett zustande zu bringen. Hierauf erteilte Präsident Poincare Doumergue den Auftrag zur Kabinettbildung. Das Kabinett Doumergue kam am 8. Dezember 1913 zustande. Doumergue selbst übernahm darin das Aeuhere, weil er niemanden dafür finden konnte. Caillaux, der vielfach als das eigenlliche Haupt des Kabinetts angesehen würde, übernahm die Finanzen, der frühere Ministerpräsident Monis die Marine, der Devu- tierte Roulens, bisher Budgetberichterstatter, das Kriegsministerium. Anfang Juni 1914 demissionierte Doumergue mit dem gesamten Ministerium im Zusammenhang mit dem Gesetz über die dreijährige Dienstpflicht. Doumergue motivierte feinen Rücktritt damit, daß der Vorsitz im Ministerrat zusammen mit dem Ministerium des Aeuheren auf die Dauer unverträglich sei. i Im Februar 1923 wurde er zum Präsidenten ">es Senats gewählt. Englisch-belgische Hoffnungen. London, 13. Juni. (Qßolff.) Die „Times" berichtet aus Brüssel, man sei dort der Ansicht, das) H e r r i v t sofort nach der Bildung des französischen Kabinetts eine Llnterredung mit dem Premierminister Theunis und dem Austerr- minister Huhmans mrchsuchen werde, worauf dann eine Unterredung mit Macdonald folgen würde. Diese Erörterungen würden die Präliminarien für eine interalliierte Konferenz sein, die wahrscheinlich noch vor Ende I dieses Monats in London stattfinden würde. Der diplomatische Korrespondent des „Dally Telegraph" schreibt, er verlaute, daß Herriot nicht allein die Besorgnis bekannt ser, die sowohl in London als auch in Brüssel empfunden gnd diskret zum Ausdruck gebracht werde, daß keine Zeit verloren werden sollte, um das notwendige Llebeveinkommen zur Durchführung des Dawes-Planes pu erzielen, sondern daß er diese Besorgnis auch voll teile. Aus diesem Grunde beabsichtige er, falls er die nächste französische Regierung bilde, mit Macdonald und anderen alliierten Staatsmännern sobald wie möglich Beratungen zu pflegen. Soweit der britische Premierminister in Frage komme, würden Verhandlungen gegen Ende der nächsten Woche möglich sein. Herriot habe den Mann, der sein intimster Mitarbeiter im französischen Auswärtrgen Amt sei und der die sehr wichtigen Veränderungen überwachen werde, die im französischen diplomatischen Dienst sowie rn der französischen Außenpolitik angekündigt werden, so gut wie aus- geedählt. Die geplanten Personalverändrrungen umnähten, wie es heißt, die stä ndige Leitung des Quai d'Orsay und verschiedene Botschaften. Veränderungen im Pers onal sowie auch in den Verwa ltungs Methode n der besetzten Gebiete, auch außerhalb des Ruhrgsbietes, würden wahrscheinlich folgen. Die Ratsam'eit einer Amnestie für deutsche politische Beschuldigte würde auch zu den ersten Fragen gehören, die geprüft werden würden. Auf diese Frage werde Das Kind itzt nicht. Don Dr. W. Schweisheimer. Die Mutter weih sich nicht mehr zu helfen: Das Kind iht nicht! Sie hat es mit Güte versucht und mit Strenge, mit Äeberreduirg und äleberlistung, hat ihm Geschichten erzählt und Belohnungen versprochen, hat 'cs gesch.'agen und in anderer Weise gestraft, hat ihm Lieblingsspeisen zubereitet, viel Zucker dazu gegeben, hat die Mittagsmahlzeit auf Nachmittag verschoben, bat eine Mahlzeit überhaupt ganz ausfallen lassen: bas Kind iht nicht. Ein paar Löffel nimmt es zu sich, dann sträubt es sich, auch nur einen Bissen mehr zu nehmen. Dabei ist es vergnügt und luftig, spielt und singt den ganzen Tag, sieht gar nicht schlecht aus, nur ein bihchen schmal vielleicht. Aber es iht nicht. Der Vater hat sich eingemischt: wirklich begann das Kind schön zu e sm — dann hörte es wieder auf. Väterliche Konsequenz, Energie und Strenge blieben erfolglos. Das Familienleben wurde höchst ungemütlich. Immerhin verlor der Vater die Geduld eher als das Kind und zog sich nach einigen Mißerfolgen von der Angelegenheit zurück. Er gibt indes den Rat, die Sache mit Konsequenz du rchzu führen. Die Groh- mutter, die erfahrene Nachbarin versagen gleichfalls. Luftveränderung bleibt erfolglos. Mehrere Wochen geht das so fort. Es kann keine Rede davon fein, daß das Kind krank ist. Dazu ist es viel zu munter und vergnügt. Der Arzt wird befragt, ob eine Krankheit vorliegt. Durchaus nicht! Er verschreibt appetitanregende Tropfen. Das Kind nimmt sie mit Vergnügen. Die Mutter ist erfreut, wie brav das Kind die Tropfen nimmt. Aber das Kind iht doch nicht! älnd eines Tages — die Mutter weih schon gar nicht mehr, was sie beginnen soll — sagt das Kind: „Roch mehr Gemüse." älnd nach dem Gemüse will es noch Brot haben. Das Kind iht wieder! Am nächsten Tag iht es für zwei. Herriot im Verlauf feiner rommenoen -Unterredung mit Macdonald über den Dawcs-Plan Bezug nehmen. Beide Staatsmänner würden wabr- scheinlich keine Zeit haben, das Problem Der Sicherheit eingehend zu behandeln, sowie die Mittel, durch die es unter der Aegide des Völkerbundes behandelt werden könnte. Ganz sicher aber würde die Frage der Zulassung Deutschlands durch die nächste D Llke rbundsve rsammlun g Berichterstatter fährt fort, es sei, offen gesagt, im Völkerbunds rat erörtert werden. Der Berichterstatter fährt fort, es sei offen gesagt höchst erstaunlich, dah, nachdem in Frankreich die Mehrheitsgruppe zur Macht gelangt ist, die von dem Wunsche nach europäischer Befriedung und Zusammenarbeit erfüllt sei, was den Wünschen der britischen Regierung durchaus entspreche, die Deutschnativnalen so besonders schlecht beraten seien, dah sie ihre Haltung des rücksichtslosen Widerstandes fortsetzen, nicht nur gegen den Dawesplan, sondern auch gegen eine angemessene Deendigu ng der alliierten Militärkontrollkom Missionen vor einer ilebertragung an den Völkerbund in Hefter- einstimmung mit dem Wunsche Deutschlands selbst. Wenn bei derartigem Widerstand beharrt werde, so beweise dies ebensowenig Patriotismus wie Weitblick, denn dies würde die einzige Gelegenheit fein, die sich bis jetzt für Deutschland biete, sich politisch und wirtschaftlich wiederherzustellen oder irgendwelche Lasten, die seine Leistungsfähigkeit wirklich überschreiten, zum Scheitern zu bringen. Die deutschen Diehards mühten klar sehen, dah jede EntschulDie Machrausüduug im besetzten Gebiet. Frankfurt a. M, 13. Juni. (Wolff.) Der hiesige „Generalanzeiger" bringt heute eine Siel» düng, wonach Regierungspräsident Dr. Hani sch mit feinen Beamten beabsichtige, den Sitz der Regierung wieder nach Wiesbaden zu verlegm. Der Präsident werde schon in der nächsten Woche nach Wiesbaden übersiedeln. Wie wir hierzu von zuständiger Seite erfahren, entspricht die Meldung in dieser Form nicht den Tatsachen. Zur Vorbereitung der Wiederherstellung normaler Verhältnisse hat vor etwa 2 Wochen in Wiesbaden eine Besprechung stattgefunden, an der im Auftrage der preußischen Regierung auch Dr. H ä • nisch teilgenommen hat. Einzelheiten über diese Besprechung können im staatlichen Interesse vorerst nicht mitgeteilt weichen. Die hiesigen amtlichen Stellen bedauern lebhaft, dah durch eine von ihnen nicht verschuldete Indiskretion diese Dinge vorzeitig in die Oeffentlichkeit gelangt smd. Es sei kein Geheimnis, dah sich als unmittelbare Folge des politischen Umschwunges in Frankreich erfreulicherweise auch eine Entspannung der Verhältnisse im besetzten Gebiet angebahnt habe. Als erste Folge dieser Entspannung sei die Rückkehr einer Reihe von ausgewiesenen Kommunalbeamten zu verzeichnen. Auch einzelne Verurteilte seien von der Desahungsbe- hörde in Freiheit gesetzt worden. Von höherem Beamten sei als erster bereits vor einer Reihe von Wochen Regierungspräsident R o m b a ch aus Aachen in sein Amt wieder eingesetzt worbens Für die zweite Iunihälste bezieht man den Gießener Anzeiger für 1 Goldmark nebst 10 Goldpfennig Tragerlohn in Gießen bei der Geschäftsstelle und bei den Trägerinnen, auswärts bei der Post und bei den Zweigstelleninhabern. digung, die für den Widerstand des Reiches gegen die militärischen Klauseln des Versailler Vertrages wegen der Ruhrbesehung bestanden haben oder nicht bestanden haben, in den britischen Augen ebenso wie nach Ansicht der öffentlichen Meinung der Welt vonselb st verschwinde, von dem Augenblick an, wo in Frankreich eine Regierung ans Ruder komme, die für Versöhnung eintrete und selbst bereit sei, eine allgemeine Herabsetzung der Rüstungen zu erwägen, wenn sie angemessene Sicherheitsgarantien erhalte. Dies wird nach Ansicht des Berichterstatters von der Marx-Stresemann-Regrerung llar erkannt, die nicht nur in London, sondern auch in anderen alliierten Hauptstädten ein beträchtliches Mah von Vertrauen und Wohlwollen erworben habe. Ter Berichterstatter des „Manchester Guardian" ist der Ansicht, dah durch den Beschluß des Völkerbundsrates, die Beratung der letzten Rote der deutschen Regierung über die Saargendarmerie bis zum August zu verschieben, Herriot Gelegenheit gegeben werde, von der bisherigen O p p v s i t i o n s p o- litik Frankreichs abzugehen und ein Kapitel des besseren Einvernehmens bezüglich des Saargebietes zu eröffnen. Barthou weicht aus der Repko? Paris. 13. Juni. (Wolff.) „Reveil da Nord" veröffentlicht folgende Mitteilung: Wir glauben zu wissen, daß im Laufe nächster Woche Louis Barthou seine Demission als französischer Delegierter in der Reparationskommission geben wird. Barthou soll der Rachfolger von Lhauthey als Generalresident von Marokko werden. Barthou werde in der Reparationskommission ersetzt werden durch den ehemaligen Minister L o u che u r.'Durch diese Er» llärung so erklärt das Blatt, wolle das Ministerium Herriot zu erkennen geben, dah es zu einem praktischen Abkommen mit Deutschland zu kommen gedenke auf der Grundlage der Methoden, die im Abkommen von Wiesbaden festgelegt worden sind. Es sei mit der Wahrscheinlichkeit zu rechnen, daß, neben anderen Beamten demnächst auch Rrgie- runaspräfident Hänisch sein Amt in Wiesbaden werde übernehmen können. Bon einer solchen Entspannungsatmosphäre bemerkt man aber wenig, wenn man die folgenden Meldungen liest: Einer Blättermeldung aus Köln zufolge hat die Desatzungsbehörde die Einreiseerlaubnis für den Oberpräsidenten der Rheinprovinz Fuchs zur bevorstehenden Tagung des rheinischen Provinziallandtages nicht erteilt. Die Einreiseerlaubnis für den Reichsminister des Innern Dr. Jarres, den Präsidenten des Provinziallandtages, wurde zurückgezogen. Die Tagung des Provinziallandtages dürfte nunmehr in Barmen stattfinden. Rach einer Mitteilung des Prvvinzdelegierten für die Pfalz, General de Metz, sind zwei Oberregierungsräte und ein Regie» rungsassessor die aus dem rechtsrheinischen Bayern zur pfälzischen Kveisregierung in die Pfalz verseht worden sind, von den Befatzungs- behörden in der Pfalz nicht zugelassen worden. Diese Ablehnung wurde ebensowenig begründet wie das Delo gegen die Ernennung des Rechtsrates Dr. G e n t h e in Mannheim zum Schlichter für die Pfalz. Die planmäßige Ablehnung der rechtsrheinischen Beamten, die General de Metz immer noch nicht aufgegeben hat, bezweckt offenbar außer einer verwaltungstechnischen Trennung der Pfalz von Bayern auch, eine politische Trennung der Pfalz von Bayern herbeizuführen, obwohl weder der Vertrag von Versailles noch das Rheinlandab- kvmmen eine Veränderung des staatsrechtlichen Verhältnisses der Pfalz zum rechtsrheinischen Bayern enthält und obwohl auch in dem sogenannten Speyerer Abkommen diese Rechtslage ausdrücklich betont worden ist. Das Dorgehen des Generals de Metz stellt insofern einen Bruch des Speyerer Abkommens dar, als die im Speyerer Abkommen gewährleistete Wiederherstellung der ordnungsmäßigen bayrischen Verwaltung in der Pfalz durch die Ablehnung der rechtsrheinischen Beamten unmög- Die Mutter sttahlt. Der Vater triumphiert: „Rur tmnter konsequent bleiben!" Die Großmutter sagt: ^Das ist die Rachwirkung der Luftveränderung " Die erfahrene Rachbarin stellt befriedigend fest, daß ihre Methode der Lieblingsfpei e r ten Sieg errungen hafte. Der Arzt lobt seine Tropfm. älnd alle sind glücklich, — weil das Kind wieder iht. Ist es nun wirklich gerechtfertigt, das Richt- effen oder vielmehr „Richtgenüg ndefsen" des kleinen Kindes mit solcher Anteilnahme und solch gieriger Aufmerksamkeit zu verfolgen? Oder werden hier künstlich Schwierigkeiten geschaffen de rn Wirklichkeit gar nicht vorhanden sind? Es gibt Kinder, bei denen ein läng res Nichtessen gar nicht vorkommt. Sie essen, für5 ge agt immer und alles. Aber andere Kinder sind anders, — und da müssen sich auch die Eltern und Erzieher anders einstellen. Es ist freilich angenehm und bequem, wenn das Kind pünktlich alles aufiht, aber Kinder sind keine Maschinen. Sie brauchen genügend Nahrung, mehr im Verhältnis zu Körpergröße und Gewicht, als der Erwachsene, denn sie müssen mit der Nahrung ihren Körper nicht nur erhalten, sondern die wachsenden Teile aufbauen. Sehr häufig gibt man den Kindern aber — aus guter Aft icht — zu viel zu essen, mehr als ihnen zuträglich und erwünscht ist. Man braucht sich da nicht zu wundern, wenn das Kind auf einen Teil des Dar- gebotenen verzichtet. Es gibt bestimmte Ursachen, die am Nicht- effen her Kinder bei einzelnen Mahlzeiten schuld sind. Mit ihrer Abstellung schwindel auch der Mangel an Appetit. Wenn die Kinder zuviel Zwischenmahlzeiten machen, in der Küche immer etwas finden können, wenn sie Schokolade und Süßigkeiten ohne älnterlah schlecken, dann kö neu sie zu den Hauptmahlzeiten nicht richtig essen. Andere Kinder wiederum spielen auch während des Essens mit einem Lössel, einer Puppe usw., und vor lauter Spielen vergessen sie gan) darauf, richtig zu essen, ülnerzogenheit spielen beim Nichtessen der Kinder zweifellos eine große Rolle. Das Kind, das nur ißt, wenn die Mutter eine Geschichte erzählt oder wenn jeder Löffel, den es zu sich nimmt, einem anderen Familienmitglied „gewidmet" ist („noch ehren Löffel für die Mutter, einen für den Onkel Fritz" usw.), kann sich leicht zum Haustyrannen auswachfen. Die älrsache sol- chen Verlangens, das sich gerade bei geistig aufgeweckten Kindern häufig findet, ist darin zu suchen, daß dem Kind das Essen zu „langweilig" ist, d. h. daß der angeborene Spiel- und Betätigungsdrang dabei nicht genügend Befriedigung findet. Eine andere Frage ist das Nichtessen bestimmter Speisen. Im allgemeinen ist es ganz richtig, daß Kinder alles, was auf den Tisch kommt, essen können und sollen. Die Taktik, ihnen solange nichts anderes vorzusehen, bis sie die verschmähte Speise gegessen haften, beruht auf einem richtigen erzieherischen Grurcdfatz. Diese Regel ist aber nur im allgemeinen richtig, und es werden sich immer Fälle finden, in denen sie nicht anwendbar, ist. Es ist kein Zweifel, daß Kinder von der Geburt an gegen bestimmte Speisen einen Widerwillen haben: sie verlieren ihn durch ihr ganzes Leben nicht. Werden sie trotzdem dazu gezwungen, so können sie Erbrechen bekommen oder einen Ausschlag, Kopfschmerzen usw. Nicht selten vererb! sich fter Widerwille gegen eine bestimmte Speise von den Eltern auf das Kind 3n derartigen Speisen ist, so wird man anneh- «et£>V t enthalten, den der Körper nicht braucht oberuicht vecträgt, — wie ja auch manchmal Erwachsene bekanntlich keine Erdbeeren vertragen tonnen oder keine Krebse usw ohne xu sanken- Sn solchen Fällen die Kinder?u der Betreffenften Speise zwingen zu wollen, ist eine t>etgeo[iq>e Quälerei. Immerhin sind der^ artige Vorkommnisse nicht so sehr häufig. Lind auf keinen Fall ist es gerechtfertigt, daraus eine Staatsaktion zu machen. Die Eltern werden wenn sie einmal das Widerstehen eines Kindes gegen Iicy gemacht tmrv, Da eine hinreichende Zahl in der Pfalz gewünschter Beamter nicht für alle Verwaltu ngszweige zur Verfügung steht. Die fremde MiliLärkonIrove. Paris, 14. Juni. (WTD.) Nach dem „Petit Parisien" haben die alliierten Regierungen von der interalliierten Militä rkommis- si 0n in Berlin einen Bericht über die gegenwärtige Entwicklung der deutschen Rüstungen erhalten, den das Blatt als sehr wichtig bezeichnet. Die Dotschafterkonfe- renz werde in Kürze darüber zu beraten haften. Die Micumsrage. Berlin, 14. Juni. (Priv.-Tel.) Wie die Blätter Mitteilen, haben gestern nachmittag die Besprechungen der Sechserkommission der Rhein- und Ruhrindustrie mit der Reichsregierung über die Frage der Möglichkeit einer Verlängerung der Micurn- verträge begonnen. Vor dieser Besprechung fand eine Sitzung des Präsidiums und des Vorstandes des Reichsverbandes der deutschen Industrie mit der Sechserkommission statt. Es wurde die ungeheure Last der Micum- berträge für die Industrie des besetzten Gebiets hervorgehoben und erklärt, dah man eine Verlängerung des Abkommens für beinahe unmöglich halte. Die Verhandlungen der Sechferkommission mit der Reichsregierung werden heute fortgesetzt werden. Polnischer Wortbruch» Genf, 13. Juni. (WTB.) Wie man erfährt, wird der Völkerbundsrat sich voraussichtlich in seiner Sitzung vom Montag mit einer deutschen Beschwerde über das Vorgehen der polnischen Behörden zu befassen haften. Entgegen den Versprechungen, die der polnische Delegierte AlSminski auf der Völkerbundsratstagung in Bern abgegeben hat, sind noch zahlreiche Liquidationen und Ausweisungen von Deutschen vorgenommen worden, obgleich diese Falle in den Bereich der zwischen Deutschland und Polen stattfindenden Derhandlunhen fallen. Der Rat wird daher ersucht, dafür einzutreten, daß keine weiteren Verletzungen jenes Versprechens mehr stattfinden, daß die bisherigen Maßnahmen zurückgezogen und die betroffenen Personen entschädigt werden, da andernfalls eine Fortführung der Verhandlungen gefährdet sei. Aus Stadt und Land. Gießen, den 14. Juni 1924. Falsche Rentenbankscheine. In verschiedenen Gegenden Deutschlands sind in der letzten Zeit mehrere Sorten Nachbildungen von Rentenbankscheinen zu 5 0 Rentenmark aufgetaucht, die auf photographischem Wege hergestellt sind und die Vorder-, und Rückseite der echten Scheine mehr oder weniger entstellt und ungenau wiedergeben. Namentlich in der Wiedergabe des Unter« grundmusters und in der Farbentönung weichen sämtliche Falschstücke von den echten Scheinen ab. Das wichtigste Merkmal der falschen Scheine aber besteht in der abweichenden Papierfteschaffenheit. Während das Papier der echten Scheine in der ganzen Ausdehnung von einem natürlichen Wasserzeichen durchzogen ist, ist dieses bei den Falschstücken meist durch Druck oder Farbenauftragung auf dem helleren Rand der Scheine nachgebildet; außerdem sind die bei den echten Scheinen im Papier eingebetteten Fasern bei den Falschstücken nur durch Striche in roter, blauer und dunller Farbe oder Tinte angedeutet. Hält man die Falschstücke gegen das Licht, so ist die Anechtheit des Wasserzeichens und der Fasernnachbildungen leickss zu erkennen. eine bestimmte Speise erfarrrrt haben, stillschweigend darüber hinweggehen — schon auf Rücksicht auf die Erziehung der anderen Kinder. Gerade im Anschluß an solche Vorkommnisse gewöhnen sich manche Kinder das Erbrechen nach dem Essen an, das die Eltern -oft sehr beunruhigt. Erbrechen kann natürlich mit einer Magenerkrankung oder einer .sonstigen Krankheit zusammenhängen. Aber oft ist es so, daß Kinder, die man gegen ihren Willen immer zum Essen zwingt, einmal gemerkt haben, daß man sie nach Erbrechen in Ruhe läßt. Sie wenden es daher an, um dem lästigen Zwang zu entgehen. In solchen Fällen liegt weder eine Erkrankung des Magendarmkanals vor, noch eine hochgradige Nervosität, wie man oft sagen hört. Man darf die Kinder nur nicht zum Essen zwingen, muß sofort aufhören, wenn sie genug haben, und vor allem lein Wesens aus dem Erbrechen machen. Rach kurzer Zett hort das beunruhigende Anzeichen gänzlich *auf. Was soll man also tun, wenn das sonst gesunde Kind nicht ißt? In Ruhe warten! Es wird schon wieder essen. Man wird dem Kind zur richtigen Zeit die Mahlzeit an bieten, aber es nicht zwingen wollen, nicht anflehen, nicht Belohnungen versprechen. Man muh auch etwas Vertrauen zur kindlichen Ratur haben. Sie wird, wenn man sie recht versteht, nicht falsche Wege führen. Cs ist ja zum Glück so, daß die kindliche Ratur so widerstandskräftig ist, dah sie den vielen gutgemeinten, aber recht oft schlechtangebrachten Deeinflussungsverfuchen erfolgreich trotzt. Darum hat es keinen Sinn, mit'Cift und Zwang etwa im Augenblick jür den kindlichen Körper wahrscheinlich ^.icht Förderliches durchs )en zu wollen, — meistens ist die Bemühung auch vergeblich. Wenn man die Kinder nicht zum Essen zw ngen wollte, sondern mehr ihrem eigenen Bedürfnis nachgeb«!, dann würden viel unnötige Tränen und überflüssige Aufregung gefpart, beim K.nd und erst recht — bei ,ber Mutter. zlud) falsche Renrenb ankscheine öu 10 und 5 Rentenmark werden hier und da in Umlauf gebracht, die ebenfalls an dem Fehlen der Papiermerkmale der echten scheine, des natürlichen Wasserzeichens und der eingebetteten Fasern, außerdem aber auch ttn der hinsichtlich der Beschriftung .und der Farbengebung meist recht mangelhaften Wiedergabe der echten Scheine leicht als Nachbildungen erkennbar sind. . Das Publikum schützt sich gegen die Annahme solcher Falschstücke, wenn es sich beim Hantieren mit goldwertem Papiergeld wieder an etwas größere Vorsicht gewöhnt und namentlich auf die Papiermerkmale der echten «Scheine achten lernt. Die ReichS-Teuerunasziffer. Die NeichSinbexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) beläuft sich nach, den Feststellungen des Statistischen ReichSamts für den 11. 3uni ©lein der Vorwoche auf MdI,13- billionenfache der Vorkriegszeit. » Gieheuer Wochenmarktpreise am 14. Juni. (Händlerpreise.) GS kosteten daS Pfund: Butter 150, Matte 25, Käse 60, Wirsing 60, gelbe Rüben 40, Spinat 30, Römischkohl 30, Spargel 120, Erbsen 60, Mischgemüse 25, Tomaten 150, Zwiebeln 20, RharMrber 20, Kartoffeln, neue 25, Kirschen 60, Erdbeeren 150, Honig 30; das Stück: Gier 11, Blumenkohl 120 bis 150, Salat 10 bis 20, Salatgurken 120 bis 180, Ober-Kohlrabi 30, Lauch 15 bis 20; das Bund: Rettich 15, Radieschen 15; der Zentner: alte Kartoffeln 480 bis 500 Pf. ** Die diesjährige: öffentliche 'Impfung findet von nächsten Mittwoch ab statt. Die Impftage sind aus der heutigen Bekanntmachung im Anzeigenteil ersichtlich. Als Impfzeit hat man die Stunden von 3—5 Uhr ^nachmittags bestimmt. Durch diese Einteilung soll der früher immer sehr unliebsam empfunden» Andrang künftig vermieden werden. ** Der 11 6er-Tag ist jetzt endgültig iauf den 2. und 3. August festgelegt worden. Die Grundsteinlegung des llber-Steins wird tarn Sonntag vorgenommen. Außer den Angehörigen des ehemaligen aktiven Regiments werden sich dessen sämtliche Kriegsformattonen an der Zusammenkunft beteiligen. ** Zur Sicherung der Ernte in Der Nahe der Dahn. Dei der außer- vrdentlichen Bedeutung, die der Ernte für die iCrnährung zukommt, weist das Kreisamt Gießen auch in diesem Jahre darauf hin, daß das Lagern von Getreide, Heu, Grummet usw. unmittelbar am Bahnkörper möglichst zu vermeiden ist. ** Blitztelegramme. Um die Blitzfun ktelegramme, die bei der Geschäftswelt großen Anklang gefunden haben, weitesten BevölkerungSkreisen nutzbar zu machen, ist mit Wirkung vom 1. Juni die bisherige Beschränkung der Einrichtung auf bestimmte Orte aufgehoben und daS Nachrichtenmittel im inneren deutschen Verkehr allgemein sowie auch für daS Drahtnetz zugelassen worden. RDD. Zur Diebstahlsbekämpfung auf der Eisenbahn. Den Diebereien auf der Eisenbahn wird energisch zu Leibe gegangen. Die bisher auf 20 Goldmark festgesetzte Belohnung für die Anzeige oder die Ergreifung eines Gepäck- diebes ist mit sofortiger Wnckung auf 50 Goldmark erhöht worden. Der Anreiz zur Erhöhung der Aufmerksamkeit trägt hoffentlich dazu bei, den unsauberen Elementen das Handwerk gründlich zu legen. •• Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Der Film »Mutter", der noch bis Montag im Lichtspielhaus läuft, schildert frei von sensationellen Aufmachungen und äußerlich wirtenden szenischen Effekten die Tragödie des Mutterherzens, die Tragik der Mutterliebe. Der Film dürste auch hier in Gießen seine gute Wirkung nicht verfehlen und allseitigen Beifall finden. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Vereinigte Fuhrwerksbesitzer: 81/2 Uhr Versammlung — Rundfunkhaus Loberstrahe: 8V2 Uhr Der italienische Schwung. — Palast-Lichtspiele: „Lebende Buddhas". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mutter". — Astoria-LichtspiUe: „Kronprinz Rudolf". — Tageskalender für Sonntag. V. H. C.: 81/2 Uhr Biebertalbahn Abfahrt zur Wanderung. — Oberhessischer Kunstverein: 11 bis 1 Uhr Ausstellung Frankfurter Künstler. — Mattbäusgemeinde: 3 Uhr Familientag im Philosophenwald. — Gießener Ruderklub „Hassia": 3 Uhr Beginn der Ruder-Regatta. —Bienenzüchterverein: 3 Uhr bei Kraft, Frankfurter Str. 81, Versammlung. — Lichtspielhäuser dasselbe Programm wie Samstag. — Vorn Dühnenvolksbund wird uns geschrieben: Wir weisen nochmals auf die morgen nachmittag auf der Walvbühne stattfindende Wiederholung von Lienhards „Wieland der Schmied" hin. Das Stuck, welches während der Pfingsttage auf der Amöneburg begeisterte Aufnahme fand, wird gewiß auch hier wieder zahlreiche Zuhörer finden, Dei ungünstiger Witterung wird das Spiel auf nächsten Sonntag verschoben. Karten behalten ihre Gültigkeit. — Zum Besten des Bundes erblindeter Krieger soll am nächsten Mittwoch auf der Liebigshöhe ein Konzertabmd stattsinden, der dem Interesse unserer Mitbürger empfohlen sei. (Siehe Anzeige.) — Schachspiel. Der hiesige Schachklub veranstaltet am kommenden Montag im Hotel Schütz eine Simultanvorstellung im Schachspiel mit Schachmeister Reti. Der Meister, der Hervorragendes im Turnier- und Blindlingsspiel geleistet hat und kürzlich im großen internationalen Schachturnier in Neuyork an die vierte Stelle (hinter Dr. Lasker, Capa- blanka und Aljechin) kam, wird gleichzeitig mit etwa 20 Gegnern spielen. Die Veranstaltung beginnt um 8 Uhr. (Siehe Anzeige.) Landkreis Gieren. * Klein-Linden, 13. Juni. Der älteste Verein unseres Dorfes, der Posaunenchor, feiert Ende Juni sein siebzigjähriges Bestehen. Es haben sich bis jetzt schon 12 Posaunenchöre aus Hessen und der preußischen Nachbarschaft angemeldet, so Mß mit einem Massenposaunenchor von 200 Bläsern gerechnet werden kann. Drei auswärtige Festredner find bereits gewonnen. D Lich, 12. Zuni. Der Gemeinderat beschloß in seiner jüngsten Sitzung, den Umlagebedarf der Stadt Lich, der genau wie im Vorjahre 27 000 Mk. beträgt, vorläufig nur mit 20 490 Mk. zur Erhebung zu bringen. Danach gelangen zum Ausschlag: 8 Pf. auf je 100 Mark Steuerwert des Gebäudebesihes, Steuerertrag 3646 Mk.; 16 Pf. auf je 100 Mk. Steuerwerk des land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes, Steuerertrag 8422 Mk.; der Rest von 8422 Mk. wird durch den Ausschlag auf Ms Anlage- und Betriebskapital gedeckl. Da die notwendigen Neueinschätzungen noch nicht borgen >m- men worden sind, bleibt der Aus schlag der letzteren Steuer späterer Beschlußfassung Vorbehalten. Die Festsetzung des Steuerausschlages der Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz wurde für einige Zeit zurückgestellt. Die Firma Rinn & El 0 0 s beabsichtigt, in der Mengesstraße Mhier eine größere Zigarrenfabrik unter der Voraussetzung zu errichten, Mß die genannte Straße bis zu ihrem Grundstück mit Chaussierung, Wasserleitung und Kanalisation versehen wird. Der Ausbau der Straße, und zwar mit Chaussierung in einer Länge von 200 Meter, Kanalleitung In einer Länge von etwa 70 Meter und Wasserleitung in einer Länge von etwa 450 Meter, mit einem voranschlagsmähigen Kostenaufwand von 8500 M. wurde beschlossen. Für den Fall jedoch daß der Bau nicht zustande kommen sollte, soll die AuS- führung des Beschlusses unterbleiben. — Dielen Einwohnern ist noch nicht bekannt, Mß unsere Stadt neben der nur im Sommer benutzbaren Badeanstalt in der Wetter noch eine der Allgemeinheit zugängliche Badeanstalt besitzt, die in einem Anbau des Krankenhauses eingerichtet ist. Dieser Anbau ist von dem Krankenhausbetrieb vollständig getrennt und hat seinen Zugang vom Hofe aus. Die Mrtigen Daderäume werden von den KrankenhauSpsleglingen nicht benutzt; für diese ist in dem Gebäude eine besondere Dadezelle vorhanden. Es werden zu billigem Preise Wannen- und Brausebäder verabfolgt. Kreis Schotten. * Schotten, 13. Juni. Der Präsident des Eisenbahndirektionsbezirks Frankfurt traf gestern hier ein, um an einer Besprechung über die u n- günstigen Verkehrsverhältnisse von Schotten teilzunehmen. Zu der Besprechung waren Vertreter des Kreises, der Stadt Schotten, des Handels und Gewerbes, der Gastwirte und des VHC. als Verkehrsverein erschienen. Es wurden verschiedene dringende Wünsche geäußert, deren Verwirklichung jedoch daran scheiterte, daß die Strecke „nicht in dem erforderlichen Maße rentiere". Als einziges wurde in Aussicht gestellt, daß wieder ein Güterzug eingestellt werden soll und daß die gemischten Züge wegfallen. An eine Verbesserung des Sonntagsverkehrs ist leider ebenfalls n i ch t zu denken. Starkenburg «nd Rheinhessen. * Darrn st adt, 13. Juni. Das Polizeiamt in Darmstadt hat eine Bekanntmachung gegendieAutorasereiunddenMo- torradunfug erlassen und droht an, daß bei wiederholter Besttasung der Führern schein entzogen wird. Die Bewohner der Stadt klagen in letzter Zeit sehr, daß wegen der Staubentwicklung durch Auws und Motorräder Spaziergänge fast unmöglich gemacht werden. (Ein gleiches Vorgehen dürfte auch in Gießen angebracht sein. D. Red.) Landwirtschaft und Gartenbau. Der Drahtwurm und seine Bekämpfung. Lieber dieses Thema, welches durch das Auftreten des Drahtwurmes in manchen Gegenden Oberhessens, z. D. im Kreise Lauterbach, jetzt auch hier im Vordergrund des Interesses unterer Landwirte steht, veröffentlicht Dipl. agr. Th Asdonk- Berlin in der „Illustrierten Landwirtschaft!. Zeitung", Berlin, einen längeren Artikel, dem wir folgende, für die jetzige Zeit wichtige Ratschläge entnehmen: Sind die jungen Saaten bereits vom Drahtwurm befallen, so muß zu ihrer Rettung die Bekämpfung der Schädlinge mit besonderer Llmsicht vor sich gehen. Viel ist gewonnen, wenn ihre Anwesenheit richtig erkannt wird. Das Abwalzen des Ackers zu diesem Zeitpunkte nützt meist wenig. Dagegen hat sich die gemeinsame Anwendung von Kainit und einem schnellwirkenden Stickstoffdünge- mtttel in Form einer Kopfdüngung als Bekämp- fungsmahnahme recht gut bewährt. Die Gabe ist auf 3—5 Ztr. Kainit und V2 Ztr. Natronsalpeter für den Morgen zu bemessen. Statt Natronsalpeter kann man im Notfälle auch Am- mvnsulfatsalpeter oder schwefelsaures Ammoniak verwenden. Es liegt in der Natur der Sache, MH die Düngemittel möglichst fein und gleichzeitig über den Acker verteilt werden müssen. Bester als der gewöhnliche Kainit wirkt Mrum der feingemahlene Kainit. Es ist ferner erwünscht, daß am Bekämpfungstage Regen in Aussicht sieht, falls der Acker nicht noch genügend Feuchtigkeit besitzt, um die ausgestreuten Düngemittel in Lösung zu bringen. Bei diesem Verfahren hat der Kainit die Aufgabe, die Drahtwürmer durch seine ätzende Wirkung anzugreifen, wodurch die Tiere teils abgetötet, teils in den Llnlergrund getrieben werden, so daß sie die Pflanzenwurzeln nicht mehr erreichen können. Der Stickstoffdünger M- gegen kräftigt die geschädigten Pflanzen uno bringt sie schneller über das gefährdete Iugendstadium hinweg. Natürlich kommt auch die düngende Wirkung des Kainits den Pflanzen schon bald zugute. Lieber eine gut gelungene Drahtwurmkur dieser Art im letzten Erntejahr berichtete Inspettor Wiegand, Rittergut Wallichen bei Vieselbach, in der »Hildburghäuser Zeitung" wie folgt: „Nachdem ich am 3. Mai die Futterrüben gedrillt hatte, setzte die ersten acht Lage sehr warmes Wetter ein, dem ein sogenannter Platschregen folgte. Die Wirkung war, daß der Boden verkrustete und die Rüben stellenweise Mher auch sehr schlecht aufgingen. Mit der Cambridgewalze konnte ich den Plan im Anfang nicht bearbeiten, M dem ersten Regen noch weitere folgten und zu gleicher Zeit die Witterung sich merklich abgekühlt hatte. Ich war Mher einige Zeit unentschlossen, ob ich Len Plan neu bestellen sollte oder nicht. Sch)n jetzt aber' fiel mir auf, MH mitten durch den Plan hindurch in einer ungefähren Breite von 40 bis 50 Meter überhaupt nichts aufging, während nach der einsetzenden günstigeren Witterung an den anderen Stellen so nach und nach die Reihen au sehen waren. Zunächst dachte ich natürlich, dies hinge mit der Witterung zusammen, bei genauerem Nachsehen wurde ich aber eines Besseren belehrt. Der ganze Streifen, einem Areal von etwa 3 Morgen entsprechend, war nämlich durch und durch mit Drahtwürmern beseht, an jedem einzelnen Kem hingen mindestens fünf dieser Schmarotzer. Ich bestellte nun sofrrt seingemahlenen Kainit, den ich mit schwefelsaurem Ammoniak mischte, so MH, auf den Morgen berechnet, ungefähr 3 Ztt. Kainit und Vg 3tr. schwefelsaureS Ammoniak tarnen. Die Salze wurden nach dem Streuen natürlich gleich eingehackt, was nicht ganz einfach war, M doch die Reihen fast gar nicht zu sehen waren und man sich nur nach den wenigen aufgegangenen Pflanzen richten mußte. Die Wirkung meiner Maßnahme aber zeigte sich schon nach acht Tagen, die Rüben gingen alle vollständig auf, Im Wachstum war eine auffallende Aenderung eingetreten, man konnte geradezu von einer üppigen Vegetation reden,> denn es dauerte nur drei Wochen, so hatten die vom Drahtwurm befallenen Rüben die anderen vollständig eingeholt. Heute ist von dem vorher verseuchten Streifen überhaupt nichts mehr zu scheu, die Reihen sind vollständig geschlossen wie auf dem anderen Plauflück. Offenbar hatte die reichliche Kainitgabe eine vorübergehende Konzentration der Do- benlöfung hervorgerufen, die augenscheinlich den Wurzeln bzw. Rubenkernen nicht weiter geschadet hat, immerhin aber stark genug war, um die Drahtwürmer abzutöten, das schwefelsaure Ammoniak hat Man gewissermaßen a!S Medizin für die durch Wurmfraß geschwächten Pflänzchen gewirkt und das Aufgehen entscheidend angeregt und beeinflußt. Natronsalpeter hätte in diesem Falle vielleicht noch günstiger gewirkt." geitgemätze Arbeiten im Garten. Endivien für den Herbst und Winter müssen bis Johanni, d. L 24. Juni, gesät sein. Za frühe Aussaaten gehen regelmäßig in Samen. Za späte entwickeln sich nicht mehr. Die Sämlinge pflanzt man im Juli je nach Sorte in 30—35 Zentimeter Entfernung, gießt reichlich und lockert alle 14 Tage. Sind die Pflanzen im Wachstum soweit vorgeschritten, daß sie den Boden der Beete bedecken, was im September der Fall sein wird, Mnn kann mit dem Bleichen begonnen werden. Dies geschieht durch Zusammenbinden der Blätter, wenn diese gut abgetrocknet sind. Nach 2—4 Wochen, je nach der Wärme der Witterung, können sie verbraucht werden, und M sich gebleichte Endivien im Freien nur kurze Zeit halten, bleicht man sie nie mehr, als man in einer Woche verbrauchen kann. Tomaten lieben reichlich Dünger. Man gibt jeder Pflanze einen Stab von 1 Meter Länge, wählt einen Haupttrieb aus, den man daran emporzieht und schneidet alle anberen Triebe weg. Will man Tomaten mehrstengelich ziehen, so muh man jedem Trieb einen besonderen Stab geben und diesen wie den Haupttrieb behandeln. Die Blätter sind zur Ausbildung der Früchte unbedingt nötig. Erst gegen Herbst kann man einen Teil derselben entfernen. Wo Tomaten gestanden haben, soll man sie im andern Jahr nicht wieder pflanzen, sie werden sonst von der Kräuselkrankheit befallen. Auch die Nähe der Kartoffelfelder vermeide man tunlichst, da die Kartosfelfäule, Phytophthora tn- sestans, auf Tomaten übergeht und Fäulnis der Früchte hervorrust. Stiefmütterchen, Ttartengto den, Campanula Medium und Fingerhut, Digitalis purpurea müssen bis Ende dieses Monats ausgesät werden. Die Saat Mrf nicht zu dicht geschehen. Im August versetzt man sie auf abgetragene Beete, von aw sie entweder noch im Oktober an den Platz kommen, ax> sie im nächsten Frühjahr blühen sollen, oder man beläßt sie und Pflanzt sie im April. R, < w --- ,— - — -I Die Verpackung der Erdbeeren. Dke zum Fortschicken bestimmten Erdbeeren müssen bei ganz trockenem Wetter gepflückt werden, denn feuchte Früchte halten einen Transport njcht aus. Das Pflücken geschieht am besten in den CßormlttagSftunben, weil Mnn die Erdbeeren noch nicht zu sehr von ber, Sonne erwärmt wurden, jleberveife Früchte, die sich an einer Stelle schon weich anfühlen, scheidet man vom Versand gänzlich aus. Etwa an dem Beeren befindliche Erde muß sorgfältig abgeblasen werden; man sorge aber dafür, daß an jeder Frucht, die zum Versand bestimmt ist, ein Teil des Stieles bleibt. Zum Ein packen verwende man leichte Pappkartons, die möglichst flach sind. Man präge sich ein, daß eme Erdbeere nie mehr als höchstens noch zwei Schichten tragen kann. Man Darf also niemals mehr als drei Schichten der Früchte übereinanderlegen. Auf den Boden des Kartons kommt Wellpappe, darauf eine doppelte Schicht Erdbeerblätter. Auf die forgfältig nebeneinander gelegten Früchte kommt Seidenpaprer, das man vorher tüchtig zerknüllt hat uni> Ms durchaus nicht glatt über die Früchte gelegt wird. Aus das Seidenpaprer legt man wieder Erdbeerblätter, und zwar zwei Lagen, bann die Früchte und obenauf abermals Seidenpapier, Erdbeerblätter und Wellpappe. Man achte Mrauf, daß die Erdbeerblätter vollkommen trocfen sind, denn die geringste Feuchtigkeit schadet den Beeren. Handelt es sich um besonders schöne Exemplare, so tut man gut daran, nicht Frucht an Frucht zu legen, fonbern jede einzelne Beere so In ein Grdbeerblatt au legen, daß Ms Blatt gleichzeitig als Unterlage und Trennungswand von der zweiten Deere dient. Aus diese Weise verpackt, halten Erdbeeren eine Reise von mehreren Tagen au& ——— Fragebasten. Frage 28. Wie ist Salat zu behandeln, bamt er nicht hartblättrig wird? Der Boden ist mt Ammoniak und Jauche gedüngt, er wird locker uni feucht gehalten. Alle Gemüse gedeihen vortrefflich nur Salat, Petersilie und Sellerie wollen nicht ge> lingen. Antwort: Salat braucht zum Gedeih« dreierlei: 1. guten Boden, 2. reichlich Wasser, 3. ge> eignete Sorten. Gegen künstliche Düngung ist Sa lat empfindlich Durch ein Zuviel bleibt er in Wachstum zurück, unb M Salat nur dann zart uni weich wird, wenn er schnell wächst, kann die Ur sache des Hartwerdens in einer zu reichlichen Gabt an künstlichem Dünger liegen. Wintersalat ist immer mehr oder toeniger hart. Für die ersten Sommermonate empfehlen wir die Sorte Rudolphs Liebling Für später Trotzkopf, LaiMcher Eissalal und DippeS großer gelber. Petersilie und Sellerie sind gegen künstliche Düngung weniger empfind- Jam, gedeihen aber weniger gut In zu schwerem Boden. Düngen Sie Ihren Garten wie die Landwirte, vorwiegend mit Stalldünger, und das Wachstum in ihm wird günstiger sein. Frage 29. Bei mehren Hühnern zeigt sich eine sonderbare Krankheit; sie haben wenig Luft unb ein schleimiges Röcheln durch die Luftröhre. Die Stimme ist rauh. Der Hahn kräht ganz rauh unb schleimig. Was ist hiergegen zu tun? An twort: Vermutlich handelt es sich uro Geflügeldiphtherie Die Rachenhöhle der Hühn« muß mit einem kleinen Wattebausch, den man an einem Holzstäbchen befestigt, und einer dünnen Kreolinlösung (VeProzenttg) ein- bis zweimal täglich auSgewischt werden. Zu haben In den Gcfchäften. Spart Achtung! Achtung! Lützellinden 020954 Prachtvolle Könftlerinftrumenfe 2rtihlg< Rlitntr Har- mo.lNll mll 21 Cast., 8 Bisten, prima Quali« Hl, nur 16 Mit. I reib, mll 10 Carlen , 4 Bitt, nur 9 mit. mandoli- ntu7,l, 10,15u.20m. Cantes 20,25, 30 und Fast neuer Kinderwagen zu verkaufen ScMflTenbergrer 080860 Weg 45 II. Drucksachen al 1er Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brüh Peche Univ.-Druckerei, R. Lange« Gebr. Grammophon und Sekretär zuverk.Rtttergasse17 bei Schäfer. mos»» 35 mk. Quarren 15,1t. 20 u. 25 m. Kompl. Violinen mll Bogtn und Kasten 15, 20, 25 und 30 mk. Versand gegen Nachnahme. Prachtkatalog Über alle anderen Instrumente gratis. Wir warnen vor minder, wertigen Nachahmungen, mu.iklniirumententabrik Husberg & Compagnie Neuenrode Nr. 6 (Westfalen) ■b Beete und bUltaete Beeuaeguelle im MeisterderMalerei (Piper-Drucke) Ausstellung im Kunstwissenschaft!.-Institut Blsmarckslraöe 22 vom 15. bis 30. Juni 1924 Geöffnet: Sonntags von 11 bis 1 Uhr, Dienstags u. 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Nähere- Wilbclmstr. 51 III Die einfache Geschichte von der Aufopferung einer Mutter für ihre Kinder, deren unerschöpfliche Liebe über alle Hindernisse und Widerwärtigkeiten des Lebens den Sieg davonträgt, wird hier erzählt Es ist die Erzählung aus den Tiefen des menschlichen Daseins, die jedes Herz rühren muß und als das „Hohelied der Mutterliebe“bezelchnet werden kann. Beginn: 4, 6 und 8.15 Uhr. Sonntag ab 3 Uhr. ZwangS-Jnnung Gießen z Dillkreis wird ein tüchtiger, mit allen den Motor- und Getriebeteilen vor- kommeuden Arbeiten vertrauter Vorarbeiter in Saisonstellung geg. hohen Lohn per sofort gesucht ofn0?i WOil UNS Luft Holanö 3oö Sulzüuuseu. w Brav Junge in die Lehre ges. h. Weimar Bäckerei Der Borstand. Schach- Klub Montag, 16. Juni 8 Uhr, Hotel Schütz, Simultanvorstel- lnng mit Schachmeister Ncti. Gäste willkommen. 020926 Der Vorstand. f Kaufgesuche" Fflnj * RussenpierdcheD mögl. mit Geschirr u. Wagen, zu kaufen gesucht. 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Ohne eine Prophezeiung zu wagen, feien nur einige Folgerungen aus dem gegenwärtigen Zustand gezogen. In einem bemerkenswerten Artikel (Revue des deux rnondes 15. II. 24) erklärte der frühere russische Ministerpräsident Kokovtzoff zwei Gegenströmungen, die das heutige Rußland wirtschaftlich überfluten. Die eine ist das kommunistische System des herrschenden Etatismus, das die Großindustrie, die Verkehrsmittel, den Kredit und den Außenhandel umfaßt. Die aridere besteht in einer Rückkehr zur Privatinitiative und erstreckt sich auf die Dauernwirtschaft, das Handwerk und den Handel im Inneren der verbündeten Sowjetstaaten. Da ungefähr 80 Millionen Bauern drei Millionen Fabrikarbeitern gegenüberstehen, spitzt sich das Problem der russischen Innenpolitik auf die Agrarfrage zu. Die Diktatoren von Moskau haben behauptet, das Werk der französischen Revolution zu vollenden, indem sie es dort aufnehmen wollten, wo es stehengeblieben ist, Nämlich bei der Verschwörung von Babeuf, dem letzten Sprossen des Jakobinertums, der schon den Kommunismus im Auge hatte. Aber sie rechnen zu wenig mit dem Charakter des russischen Dauern, der den fortschreitenden Kommunismus mit gleichem Mißtrauen betrachtet, wie das Zarentum mit seinem privilegierten Großgrundbesitz. Diesen Charakter hat die Geschichte geformt, und deshalb sei ein Lirzer Ueberblid gestattet. Seit alters herrschte eine regelmäßig wechselnde Landverteilung in den Dörfern, die dem Bauern als Landsklaven seine bestimmte Arbeit zuwies. Als im Jahr 1861 Alexander II. diese Hörigkeit auf hob, trennte er den Dauern zwar vom Großgrundbesitz, wie es in Deutschland im Jahr 1848 geschehen war, lieh aber den kommunalen Landbesitz der Gemeinden bestehen. Deshalb genügte die Reform nicht, den Dauer zufriedenzustellen. Er war noch immer nicht Desitzer der Scholle und sah im Großgrundbesitzer, der dies verhindert haben sollte, seinen Erbfeind. Das Land den Dauern! hieß seine politische Parole. Die Riederlagen der russischen Armee in der Mandschurei (1905) brachten etwas wie eine Generalprobe der Revolution von 1917. Gleichzeitig mit den Riesenstreiks von Petersburg und Moskau entfesselte sich im ganzen Land eine Agrarrevolte. Jetzt — viel zu spät — kam die Regierung auf den Gedanken, einen konservativen Bauernstand zu schaffen, dessen Verwirklichung Stolhpine und Krivixh^ine von 1906 bis 1910 versuchten, indem sie dem Dauer ermöglichten, sich aus der Gemeinsamkeit des Ackerlandes zu lösen durch Erwerb erbetgenen Landes. Die Katastrophe von 1917 unterbrach diesen Plan und lieferte die Großgrundbesitzer der Rache des Landvolkes aus, wie es Gorki mit flammenden Worten in seinem „Sklavenaufstand" beschrieben hat. So schien der Dauer Anhänger des neuen Systems zu werden. Aber er schien es nur. Herren der Gewalt, schafften die Diktatoren in der Rächt des 26. Oktober 1917 jedes Privateigentum ab. Gesetze haben jedoch selbst wenn sie noch so blutige Gewalt diktiert, keine Macht, die Charakter der Menschen zu ändern. Mit den reichen Leuten kann man in den Zeiten der Revolution wohl rasch ein Ende machen, aber wenn es sich darum handelt, die Dauern zu zwingen, die Arbeiter in der Stadt zu ernähren, ohne selbst Früchte aus ihrer Arbeit zu ziehen, reckt sich zumindest passiver Widerstand empor. Die Bolschewisten sahen sich auch genötigt, ein eigenes Komitee zu bilden, das aus den schlimmsten Elementen, Lumpen und Säufern bestand, um auf dem flachen Land ihren Terror zu verbreiten. Da tat der Bauer so wenig wie möglich, es entstand Hungersnot und die Sowjets muhten ihr ursprüngliches System ändern. Die Logik des Kommunismus ging in die Brüche vor dem natürlichen Entstehen einer Ernte und deren Arbeit. Am Bauernaufstand muß und wird jeder Kommunismus scheitern. Im Mai des Jahres 1922 stellte Lenin den Kleingrundbesitz wieder her. Roch gehört theoretisch der Boden zwar dem Staat, aber Rutz- nieher ist der Bauer und berechtigt, über seine Zeit und den Ertrag seiner Arbeit zu verfügen. Rur Verkauf, Verschuldung und — Vererbung sind ausgeschlossen, auch dürfen die Gemeinden beschließen, ob sie dem einzelnen oder der Gesamtheit ihr Land anvertrauen. Aber wenn die Kinder im Hause des Vaters arbeiten, geht das Feld ohne weiteres an sie über. Solche Verhältnisse lassen den Dauer unzufrieden, und er strebt nach unbeschränktem Besitz. Dies macht ihn xum inneren Feind des gegenwärtigen, aber auch oes vergangenen Systems. Und nur ungern ernährt er das (Bauerntum, die Arbeiter und Soldaten. Er zählt jedoch nicht als politische Partei, und was ihn von den Dauern Europas unterscheidet. die ziemlich einerlei in ihren Empfindungen sind, ist, daß der russische Mensch, von den Ereignissen hin und her getrieben, sich ausschließlich von plötzlich hereinbrechenden Gefühlen leiten läßt. Man kann sich nicht auf seinen gesunden Menschenverstand verlassen, um eine öffentliche Ordnung aufzurichten. Wenn er sein Stück Land, ohne gestört zu werden, für sich bebauen kann, ist ihm Anarchie und Unordnung im Reich vollkommen gleichgültig. Dieser psychologische Zustand erleichtert einerseits die Lösung der Agrarfrage, erschwert aber anderseits den politischen Zustand und scheint die Russen von neuem einer Hungersnot preiszugeben. Deshalb ist es wichtig, davon Kenntnis zu nehmen und von den Sowjets nichts zu erwarten, was sie nicht bieten könnten, selbst wenn sie wollten. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die allgemeine Geld- und Kveditkrise 'hat sich in den letzten Wochen eher nach verschärft. Man spricht viel von der notwendigen Mobisisrerung der Warenvorräte, ohne immerhin recht zu bedenken. daß hiervon allein das Heil auch nicht zu erwarten ist. Die Kauf- und Konsumkraft weiter Volkskreise ist außerordentlich gering, so daß die auf den Markt geworfenen Waren trotz aller Preisnachlässe vom Inlande nicht aufgenommen werden können. Es wäre höchstens denkbar, daß ein Teil der Waren aus schwächeren Händen in kapitalkräftigere übergeht die natürlich auch wte- der in Erwartung einer Besserung der Lage und einer Erhöhung der Preise an denselben festhalten würden. Die Hoffnung, daß der Preisabbau in einem Umfange erfolgen könnte, der ein rasches Abfließen der Warenvorräte nach dem Auslande ermöglicht, ist leider zur Zeit gering. Die Gestehungskosten sind so hoch, insbesondere infolge der Hohe der Löhne, Gütertarife usw., daß selbst bei starken Preisermäßigungen das Ausland die deutschen Preise in den meisten Branchen noch weiter unterbieten kann. Die Knebelung der deutschen Wirtschaft durch die Micum-Verträge erweist sich hier als besonders schweres Hemmnis für eine durchgreifende Gesundung. Es erhebt sich bereits die Frage, ob die Reichsbank in ihrer Kreditpolitik nicht des Guten zuviel tut. Die Einschränkung der Kredite ist solange berechtigt, als dadurch wirklich begrüßenswerte Wirckungen, wie Preisabbau, Reinigung der Wirtschaft von unsoliden Unternehmungen und dal. erzielt werden. Die Dinge sind bereits jedoch soweit gediehen, daß auch die nach soliden Grundsätzen geleiteten Unternehmungen in schwere Bedrängnis kommen, und daß das Gespenst einer rieserchaften Arbeitslosigkeit erneut auftaucht. Die jüngsten Reichsbankausweise zeigen daß die Reichsbank über Mittel verfügt mit Denen Abhilfe geschaffen werden könnte. Die Rentenmarkkredite sind zwar zu einem großen Teile für Steuerzahlungen verwendet worden, aber gerade diese Summen sind schließlich doch wieder bei der Reichsbank zusammengeflossen, wo sie als Guthaben des Reiches und der Minder bereits einen bedeutenden Posten repräsentieren. Man muß berücksichtigen, daß schon verhältnismäßig bescheidene Summen hinrerchen würden um wenigstens die gewerbliche Produktion in Fluß zu halten und neue Detriebseinschrän- kungen und Arbeiterentlassungen zu verhüten. Die augenblickliche Krediteinschränkung bezweckt den Schutz Der Rentenmark gegen Inflation und Entwertung. Dieses Ziel kann erreicht werden, solange die Wirtschaft gesund bleibt. Trägt aber die scharfe Krediteinschränkung die Schuld an der Zerrüttung der Wirtschaft und der erneuten Zunahme Der Arbeitslosigkeit, so hat sie ihren gesunden wirtschaftspolitischen Sinn verloren. Es ist gewiß schwer, hier den richtigen Mittelweg zu finden. Man kann aber wobl hoffen, daß Dr. Schacht sich der Erkenntnis Der wirtschaftlichen Rotwendigkeiten nicht völlig verschließt. Vorläufig hat es den Anschein als ob der Reichsbankpräsident alles Heil von Den Krediten der Golddiskontbank erwartet. Die Erhöhung der amerikanischen Rediskontkredite von 5 auf 25 Millionen Dollar bedeutet ja zweifellos einen Erfolg. Man darf jedoch die Wirkung dieses Vorganges für die Gesamtwirtschaft bei weitem nicht überschätzen. Die Kredite der Golddiskontbank kommen nach wie vor ausschließlich den am Export beteiligten Kreisen zugute. Alle übrigen Schichten der Wirtschaft haben von diesen Krediten lernen Ruhen. Ihnen bietet sich bei der jetzigen außenpolitischen Lage auch wenig Aussicht. Auslandkredite auf direktem Wege zu erreich >n. Das Ausland wartet die Entscheidung über das Sachver- ständigen-Gutachten ab. Diese Haltung .richtdeut- scher Kapitalisten ist gewiß zu begreifen. Um so mehr sollte aber die Reichs bank andere Weg?, gehen und sich bemühen, die gesunden Kräfte dw deutschen Wirtschaft über die kritischen Wochen hinwegzubringen. Der Pleitegeier streckt seine Fänge bereits nach Unternehmungen aus, die bisher als gut fundiert und solide galten. An der Dürfe kursieren die unglaublichsten Gerüche. Die (Nervosität beginnt auch sich auf das Publikum zu übertragen, daS gar nicht mehr wagt, feine flüssigen Gelder aus der Hand zu geben. Greift dieses Mißtrauen weiter um sich, so erleben wir in Deutschland sehr bald ähnliche Vorgänge, wie sie sich in letzter Zeit bei den österreichischen Danken ereigneten, d. h. Zurückziehung der Privatgut- habcn und ängstliches Festhalten flüssiger Mittel. Dann allerdings beginnt das Dlut im Körper bet Wirtschaft zu stocken. Katastrophen größten Stiles liegen alsdann im Bereiche der Möglichkeit. Die für unsere Finanz- und Wirtschaftspolitik verantwortlichen Stellen sollten deshalb, bevor es zu spät ist, ihr Augenmerk darauf richten, daß das Blut im deutschen Wirtschaftskörper wieder lebhafter pulsiert, und daß alle irgendwie verfügbaren finanziellen Mittel in diejenigen Kanäle gelenkt werden, von denen aus die Wirtschaft befruchtet und in Gang gehalten wird. W. V. * * Die Stützungsaktion für den Berliner Effektenmarkt. In den Der- 'banblungen übet eine Stützungsaktion dec Danken für die (Berliner Dörse wurden, wie die (Berliner (Blätter melden, die Richtlinien für die technische Durchführung festgelegt. Im Falle starker Abgaben soll durch Ausnahme von heraus kommendem Material der Tendenz eine Stühe geboten und Kurseinbrüche, wie sie in den letzten Tagen erfolgten, nach Möglichkeit verhindert werben. Diese Stühungsbereitschaft evhält dadurch eine posiive Unterlage baß ein Stühungsfvnbs von ben Danken gezeichnet worden ist. Man hofft, daß allein die Tatsache Der Stühungsbereitschaft bet Danken einen psychologischen Einfluß auf bie Börse ausüb en unb Ser Börsenspekulation gewisse Schranken auferlegen wirb. Dem „Berliner Tageblatt" zufolge hat sich bie Reichs bank an ber Bildung des Stützungsfonds nicht beteiligt. Um ihre Mitwirkung sei auch nicht nachgesucht worden. — Die an der Berliner Börse kursierenden Gerüchte, daß auch für die Industrie eine Stützungsaktion etn- gelcitet werden soll, entsprechen, wie mehrere Blätter melden nicht den Tatsachen. * OberschIesis che und englische Kohle. Da die englische Kohle in letzter Zeit in Brandenburg. Pommern unb Ostpreußen reichlichen Eingang gefunben hat, s o ist bie Preisberechnung für westoberschlesische Kohlen jetzt so gehalten. daß die oberschlesische mit der englischen Kohle in Wettbewerb treten kann. Der letzt wen kommt der billige Wasserweg zugute, während bei der oberschlesischen Kohle die Frachten in bie Wagschale fallen, bie den Absatz erheblich, erschweren. * Ein auslänbischer Kredit für bas Stahlwerk Becker. Wie bas „Berliner Tageblatt" erfährt, hat bie Familie Becker zur Ablösung ihrer Derbinblichkeiten in ber Schweiz ben Besitz an Aktien ber Steinkohlenbergwerk> Decker A. G. in Dochum veräußert unb zum an- beren durch die Vermittlung des Generalsekretärs Ewald Heuer in Den letzten Wochen ein Darlehen von mehreren Millionen Mark aus dem Auslände 'hereingenommen gegen eine entsprechende Hypothek auf die Wlllicher unb Krefelder Anlagen unb gegen Verpfändung eines größeren Aktienpaketes der Stahlwerk Decker 21. G. Trohbem ist bas Werk in Wittich infolge KohlemnangelS gezwungen, einige Wochen stillzuliegen. * Golbmarkbilanzber Ueberl anb- zentrale Marisfelder Seekrers A. G. Die Gesellschaft konstatiert in ihrem Geschäftsbericht einen Substan^oerlust von etwa 150 000 Gm^ so daß die Kleinattien im Verhältnis von 15:1, bie übrigen Aktien un bisherigen Renn betrage von 1000 Mark im Verhältnis von 25:1 zusammengelegt werben sollen. Die Vorzugsaktien sollen zurückgekauft werben. In ber Golbmark-Eröfs- nungsbilan? per 1. Januar sind Anlagewerte asw. mit 820 154 Mk., Grundstücke unb Gebäube mit 537 200 Mk ber Rentenbankanteil mit 34 770 Mk. auf ber Debetseite aufgeführt. Unter ben Aktiven steht außer bem Rentenbankanteil bas Aktienkapital mit 1 646 000 und Obligationen mit 7566 Mark. Der Reingewinn von 14 124 Gm. soll vorgetragen werden. Die Gesellschaft hat, um sich flüssige Mittel zu schaffen, teilweise zu einer Realisierung von Substanzen schreiten müssen. Die Aussichten für bas neue Geschästsjähr werben als außerordentlich trübe bezeichnet. Wenn durch Des- seiung der wirtschaftlichen Lage dem Rückgang des Stivmabsahes nicht Einhalt geboten würde, stände das neue Geschäftsjahr im Zeichen des Kampfes um die Existenz. "Kapitalzusammenlegungim Sa» rotti-Konzern. Die Sarotti Dayernwerke 21. G. München, eine Gründung der Berliner Sarotti A. G., beantragen, das Stammkapital von 207 Millionen unb bas Dorzugsaktienkapital von 3 Millionen auf 213 000 Goldmark umzustellen. Die Höhe einer geplanten Kapitalserhöhung wird noch nicht bekanntgegeben. • (Berliner Börse. Berlin, 13. Juni. (Wolff.) (Bei der gestern erwähnten Stützungsaktion der in ber Stempel- vercinigung zusammengeschlossenen (Berliner Großbanken und Banksirmen handelt es sich nicht um einen für alle Einzelheiten festgelegten Plan. (Man beabsichtigt künftig im Falle eines bringenden Angebots durch ülebemahme des an den Markt strömenden Materials den Kursstand zu stützen, um nach Möglichkeit Kurseinbrüche, tote sie in der letzten Zeit erfolgen, zu verhindern. Ein fester Beschluß darüber, wie weit jede Dank an diesen Stühungsmahnahmen beteiligt fein soll, liegt noch nicht vor. In Dörsenkreisen beziffert man die in Aussicht genommene Höchstsumme auf einige Millionen Mark. Die Hoffnung, daß nach Möglichkeit ein direktes Eingreifen nicht notig fein würde, wurde durch den heutigen Börea- verkauf insofern bestätigt, als schon bie Tatsache ber Bereitschaft ihren Einbruch auf die Stimmung nicht verfehlte. Das Angebot hat bereits gairz wesentlich nachgelassen. Die bisher sehr rührige Baissespekulation nahm eingeschücht-rt Deckungen auf fast allen Marktgebieten vor. Infolgedessen und bei erhöhten Auslandsaufträ en ergaben sich teilweise kräftige Kurserholungen, bei den führenden Montan- und Inbustriewerten von 2—4 Billionen Proz., bei deutschen Kaliaktien, bei welchen ein amtlicher Kurs zunächst nicht zustande kam, sogar von 8 (Billionen Proz. Im allgemeinen bewegten sich die Kurserhohungen Die Bekämpfung des Ungeziefers bei Mensch unb Tier ist eine ber wichtigsten Ausgaben ber Gesundheitspflege. Mit Cuprex gelingt die Un« geflieferbefettigung schnell, sicher, leicht unb unauffällig, sowie ohne gesundheitliche Rachteile. Cuprex ist das wirksamste und beste Mittel gegen Kopfläuse und übertrifft alle bisherigen Mittel, weil es das Ungeziefer samt (Siern (Riffe) mit einem Male vernichtet. Apotheken unb Drogerien halten Cuprex in kleineren unb größeren Packungen vorrätig. 4427c 1 - < Verlangt die guten CA1MON Hanfa-Gummiabfatze Die Bantiger. Roman von Hermann Stegemann. 27 Fortsetzung. ((Nachdruck verboten.) Er lieh oben, zwischen Fels unb Geschiebe einen Gesteinsbohrer ansehen unb suchte in bie gehärtete Masse etnaubringen. Zweimal mißglückte der (versuch, Dann traf der Bohrer auf eine weichere Schicht und riß eine Oeffnung. Dan- tiger richtete ein Gerüst auf und setzte die Bohrung fort. Als die Drehung versagte, trieb er einen geschärften Eisenträger in die Oeffnung unb keilte ihn fest. Gewaltige Schläge trieben das Eisen schräg abwärts durch den hartgebacknen Schutt. Der Baumeister ließ seinen Sohn gewähren. Plötzlich fuhr der Eisenträger, der anfangs Zoll für Zoll eingedrungen war, mit einem fd>mat- Kenden Laut wohl btei Fuß tief ins Geschiebe. (Breiig quoll es aus dem geöffneten Erdmaul und floh, geloe, geifernde Blasen werfend, nach außen. „Durch, wir finb hindurch!" schrieen die Leute. Da sprang Lorenz zu und schlug antwortheischend mit einem Hammer auf bas vibrierende Eisen. Unb da klang von den Eingeschlossenen, am andern Ende getroffen, der Träger so laut, daß es alle vernahmen, bie vor Ort arbeiteten. Lenz flieg hinab und sagte, zum Arzt gewenbet: „So, Doktor, nun sorgen wir für Luft unb Qlafyrung!“ Eine Hand fiel auf seine Schulter. Gottfried Bantiger rüttelte ihn sanft unb murmelte: „Mein Oungel" Das war alles, kein Wort weiter, aber dem Sohne stieg's heiß in die Kehle. Er ging ans Werk, den Verschütteten £uft und Rahrung zuzusühren. Rach vielen mißlungenen Versuchen gelang es. statt der Eisenschiene ein vorn zugeschlagenes Rohr durch das Geschiebe Au stoßen. Lenz überließ es keinem andern, bie Klopfzeichen zu geben und auf Antwort zu warten, unb auf einmal svürte er, bah bas andere Ende aufgezwängt worden war, Denn wie aus weiter Ferne kam ein dumpfer Ruf. Er traf fein Ohr, das er hart an bie Oeffnung gelegt hatte, unb nun rief er zurück und fragte, ob alle lebten, sprach ihnen Mut zu und verspracht ihnen Luft und Rahrung. Sie pumpten gesäuerte Luft in das Rohr und liehen mit Milch gefüllte Soxhletflaschen In Schnüren hineingleiten. Von zehn Mann waren sieben unverletzt, zwei von schweren Quetschungen niedergeworsen und einer tot. Die Arbeit ging weiter. Als Lenz am andern Tage wieder antrat, war ber Schuttwall bis auf die letzte, aus nachgestürzten schweren (Blöden gebildete Schranke abgetragen, aber der Schwemmsand sah jetzt härter als Mörtel dazwischen unb der Druck von oben war wieder im Wachsen. Dort hatte sich FelS- geflein gelost und das Leitungsrohr aus der Schräglage gedrückt. Die Luft strich noch hindurch aber bie Stimmen schwiegen. Man hatte den Versuch aufgegeben, den Verschütteten (Nahrung zuzuführen, und ihre Klopfzeichen waren immer spärlicher geworden. Der Erdbrache schmatzte wieder, und brauner säuerlicher (Brei troff aus ber Höhle. „Wir müssen sie heute noch herausholen," sagte der Baumeister. Er war schon mit ber Fortführung der regelmäßigen 2lrbeiten beschäftigt» hatte eine Fahrt nach Wolfenziel gemacht, wo der Bau des Tunnels rüftig fortschritt, unb betrachtete den iUnfall als abgetan. „Dort oben hängt's, fügte er nach einer Weile hinzu unb wies zu ber drohend ausgebauchten Stelle. Das (Rohr schien abgeknickt. Ein karren- groher Klumpen schlug herab. Lorenz (Bantiger ging ans Werk. Es gelang, einen Stützbalken anzubringen und eine Dleirde einzuziehen. Das Holz knirschte und bie (Blenbe bog sich nach kurzer Zeit, aber das Wagnis glückte. Eine Höhlung tat sich auf unb gegen Abend brach die letzte Schicht nach innen. Eine ekelhafte Dunstwelle entströmte der Oeffnung. Aber in der Tiefe war Leben. Dumpfe Rufe grüßten bas einfallende Licht. Die Retter antworteten. Laute, jauchzende Rufe liefen ben Tunnel entlang und sprangen wie junge Hunde aus dem Berg. Alles war guten Mutes. Als bie Lücke auf Mannsbicke erweitert war, galt es nur noch die Geretteten aus dem Stollen zu holen. Tragmatten und Seile waren schon zur Stelle. Da rollte sich plötzlich die schwere Eisenblende, die über ber Oeffnung ausgespannt lag, knatternd zusammen. Der Don schnitt durch Mark unb Dein. Große Klumpen schlugen herab und bnoblen bie Dresche zu füllen. Ein Felsblock stürzte unb zerschlug einem Zimmermann bas (Bein. „Einen Ballen heran, ein Rundholz quer darunter I" befahl Lorenz. Aber es herrschte einen Augenblick Verwirrung unb die Minuten zählten. Lenz sah, daß ein neuer Einsturz drohte, der zwar ben (Bau nicht schädigen konnte, aber die Verschütteten um die Rettung betrog. Er wußte, was ber Augenblick von ihm forderte, unb er schüttelte den kalten Schauer ab, den ihm bie Erkenntnis über den Leib jagte, wandte sich zu seinem Vater, der hart ireben ihm stand, und sagte: „Wir dürfen nichl warten. <5ie müssen heraus, eh' ber Rahmen bricht!" Er flieg ins Gebälk. „Ce.nfl!‘r schrie der Baumeister und streckte die Härrbe aus, um ben Sohn herunterzureihen, da blickte Lorenz (Bantiger ben Vater an, als wollte er sagen: „Bedenk', bah bie Leut auf uns schauen, unb bah bu ben Sohn des Gottfried (Ban- tiger selbst an diesen Platz gestellt hast!" Der Blick machte ihn frei, unb aus ber zugreifenden, zurückhaltenden Gebärde Des Vaters wurde ein dankbarer, schmerzlicher Gruß, unb der Baumeister rief mit gewaltsam beherrschter Stimme: „Geh, hol sie heraus!" Dann schob er die Fäuste in bie Manteltaschen. Lorenz Bantiger erflomm bie Dresche, band sich ein <§pil um den Leib und zwängte sich rückwärts in die geschlagene Lücke. Als sein Kopf verschwand, stöhnte ber Baumeister leise aus, aber er stand wie aus Stein. Das Werk ging seinen Gang. Eine Tragmatte tauchte, von Lenz nachgezogen, in bie Oeffnung. Klatschend fielen einzelne Brocken in den svrrtzen- den Sohlenbrei. Rach einigen Sekunden, oie sich zu Ewigkeiten dehnten, beugten bie im Gerüst Stehenden sich vor und holten bas Seil wieder an. Der erste ber Verschütteten entstieg, 5um Gespenst verfallen, dem geöffneten (Stollen. Der zweite folgte. Es ging Schlag auf Schlag. Schon lFortsetzung folgt.) •) Dom ‘JUcUa&tuncStncrt durchschnittlich in einem Rcchmen bis zu 1 DÄivn Prozent und etwas darüber. Das Geschäft zeigte dabei Ansätze zu einer gewissen Belebung, ohne Latz es aber in der Gesamtheit wesentlich gröber als an den stillen Vortagen gewesen ist. Auch bei den zu Einheitskursen gehandelten Industrie- papieren wirkte sich ein Tendenzumschwung in entsprechenden Kursbesserungen aus. Am Geldmarkt hat die Erleichterung angehalten. Börsenkurse. _______________(Ohne Gewähr.) ün Billionen Prozent Frankfurt a- M Berlin Schlub Kur» Schlulj Kur» Schluß Ku » Schluß« Siir» Datum: | 12. 6. 13. 6. 12. 6. 13. 8. 5% Deutsch« RetchSanleihe . 4% Deutsche RetchSanleihe . 8V,°/° Deutsche Reichsanlethe 3% Deutsche RetchSanleihe . Deutsche Sparprämienanlethe 4e/o Preußische KonsolS . . . 4°'n Hessen........... 0,064 0,340 0,180 0,650 0,085 0,190 0,21 E 4,2 72,BO 3,2 15 3,25 5,65 6,87 0,360 7,13 10,8> 1,15 0,360 0,300 6.13 7,5 94 96,13 44,5 6 9,25 8,87 7 18,37 15,5 25 1,1 17,5 3,65 5,75 1,55 7 10,87 0,800 6,13 7,2 7,65 5,7 8,13 10,6 6 8,25 5 24 33 1 1,65 1,5 8,2 0,425 10,2 0,5 1,8 9,2 5.3 2,5 2,05 0,066 0 360 0,185 0,620 0,085 / 0,170 4,2 73,5 3,63 2?,5 8,75 6,25 7,6 0,400 7,65 12,75 1,4 0,380 0,380 8,5 11,5 41 42 51 4,75 12 22,75 20,5 29,5 1,25 20 4,25 6,5 2,2 8 12,5 0,700 9 9 9,37 6.1 9.26 12,4 6,8 9,75 5 27 34 1,2 2 2 9,5 0,480 12 1 3,5 6 2,75 2,1 0,069 0,185 0,650 0,90 0,172 4,2 72,9 3 88 15 3,85 5,8 7 8,87 1,19 0,350 0,35 86,5 5,75 6,75 37,25 36,75 45,9 6.1 9,3 3,25 8,9 18,37 16,25 26,5 17,25 3,25 1,65 10% 6,23 6.9 7,5 7,65 5,75 8,65 21,75 31,75 1 1,6 8 0,75 1.8 5 2,5 0,065 0/68 0,180 0,645 0,099 0,165 4,2 73,6 1 b,1 1 87,5 3,75 6,25 7,37 7,5 41,5 7,1 9,7 39,75 42,4 50.5 0,65 10,5 4,7 8,9 22 19 28 19,75 4,2 2,37 9,25 12,25 7,65 8,37 9 9,2 6,8 9 26 37 1,3 2,13 10,25 0,67 2 8?5 2,87 3V0°/n Hessen.......... 3% Helsen........... Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Amretsug.') 4% HoQtürteu......... 5% Äoldmextkaner...... Berliner HanbelSaesellschaft. Commerz-- und Privat-Bank. Darmst. und Nationalbank . Deutsche BeretnSbank .... DtSconto Commandtt .... Ol?rtnflhonr........... Mitteldeutsche Ereditbank. . Ocsteneichische Kreditanstalt. Westbank............ Bochumer Sog ....... 9inhpru8 ........ Taro ............. Deutsch Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harveuer Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... t7aurabütte........... Öderbedarf........... Phönix Bergbau ...... Rhetnstahl...... . • . . Riebcck Montan........ TelluS Bergbau....... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont -Guano..... Babische Anilin........ Chenmche Mayer Alaptn . . Goldschmidt.......... Griese eimer Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung........ Rütgerswerke ......... Scheideanstalt......... Allg. ElertrizttStS-kSesellschast Bergmann........... Mamkrastwerke...... . Schuckert............ Siemens . 113. Amtlich« Wotleruna Amtlich: Jtotier i11 Geld Briet Geld Brief Amst-- Rott. 156,61 157,-9 156,61 157,39 voll voll Brss.-Antw 19,05 19,15 19,05 19,15 voll voll Christiania. 66,36 66,6 > 56,36 60.61 voll voll Kopenhagen 70,57 70,93 70,57 70,93 voll voll Stockbolm . 110.Z2 111,28 110.72 111,28 voll voll Helstngfors. 10,47 10,53 10,495 10,555 18, 10 voll voll Atollen. . . 18,20 18,30 18,145 18.20 voll voll London. . . 18,035 18,055 18,145 voll voll Neuyork . . 4,19 4,21 4,21 voll voll Poris. . . . 22,14 22,2^ 22,19 22,31 voll voll Schweiz . . 13,52 33,88 73,52 65,66 73,88 66,14 voll voll Svaiiicn . . Wien in D.. 55,85 86.14 voll voll voll voll voll voll Oest. abgest Prag . . . . 5,89 12,22 5,91 12,28 5,89 12,245 5,91 12,305 Budapest. . Buen.-Aires iM 4,61 1,355 4,59 1,945 4,61 1,355 voll voll voll voll Bulgarien 2,9 iS 2,98 > 2,965 2,986 1,675 voll voll Japan . . . 1,635 1,675 1,655 voll voll Rio de Fan. 0,425 0,4'5 4,96 U.44 4,94 0,45 voll voll Belgrad . . 4,94 4,96 voll voll Lissabon . . 11.72 11,78 11,72 11,78 voll voll Berlin, 13. Juni (Sterb I Brief Repart. °ln Amerikanische Noten ..... 4,19 4,21 voll Belgische Noten........ 18,90 19,00 voll Dänische Noten........ 70,32 7Q sg hnff Englische Noten ....... Französische Noten ...... 17,97 22,19 18,07 22, 1 Voll Voll Holländische Noten ...... 165,86 166,64 Italienische Noten...... 18,05 18,1 5 Norwegische Noten...... 66,21 56,49 voll Deutsch-Oesterr, i 100 Kronen 6,84 5,88 Voll Rumänische Noten...... 1,81 M3 voll Schwedische Noten...... 110,52 111,08 voll Schweizer Noten....... 73,22 73,68 voll Spanische Noten....... 66,71 55,99 voll Tschechoslowakische Noten . . 12,195 12,255 voll Ungarische Noten....... 4,24 4,26 voll Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 13. Juni. Tendenz: Fester. — Die bsaibsichtigte Stützungsaktion für Effekten, die besonders an der Berliner Börse vorgeniommen werden soll, wirft bereits ihre Schatten voraus. Sofort zu Beginn des heutigen Verkehrs zeigte es sich, daß ein lebhaftes Dek- kungsbedürfnis vorhanden ist. Auch die Spekulation tritt heute energisch in den Markt ein, um bei dem infolge der Stützungsaktion zu erwartenden weiteren Steigen dec Kurse rechtzeitig dabei zu sein. Die Folge der großen Nachfrage war ein starkes Anschwellen der Kurse, wenn auch zu den erhöhten Votierungen immer wieder Material herauskam, well dieses immer sofort wieder Abnehmer fand. Auch machte die Tatsache der Kandidatur Dawes zum Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika einen sehr guten Eindruck, da damit ein Mann einen bedeutenden Einfluß auf die amerikanische Politik bekomme, der die Verhältnisse in Europa sehr genau kennt und der davon überzeugt ist, daß Amerika bei der Regelung der Reparationen nicht beiseite stehen dürfe. Rach und nach wurde die Haltung daher immer fester und schließlich konnten sehr erhebliche Kursgewinne festgestellt werden, die sich zwischen 2—6 Billionen Prozent für die führenden Papiere beweg den. Äamen tlich die Montan-- und Chemiewerte lagen sehr fest. Auch Int freien Verkehr wurden große Kursgewinne fest- a-stellt 2lpi 27», Decker-Stahl 23/8. Becker-Kohle A/_ EntrArise 31. Frankfurter Handelsbank 0,040, Growag 0,150, Hansa bank 0,200, Petroleum 9. Ufa 37°. Don dem Devisenmarkt ist nichts Besonderes zu melden. Das Angebot bleibt weiterhin in der Mehrheit. Die Mark liegt sehr fest, dagegen konnte sich der französische Franc nicht toeiter bessern; er notierte gegen London 8172—82. Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 13. Juni. (Wolff.) Die festere Haltung der amerikanischen Getreidemärkte blieb auch heute auf dem hiesigen Produktenmarkt einflußlos, weil der Geldmangel größere Unternehmungslust nach wie vor verhindert und die höheren Cif-Forderungen eindruckslos blieben, da die zweite Hand für ankommende Ware noch immer billiger offeriert. Das Mehlgeschäft bleibt nach wie vor schleppend, so daß für Weizen und Roggen, die beide in heimischer Ware reichlich zu kaufen sind, seitens der Mühlen nur geringer Bedarf besteht. Auswärts zahlt man für Roggen vielfach höhere Preise, weil das aus den Beständen der Reichsgetreidestelle stammende Material noch nicht' untergebracht ist. Für Hafer bestand etwas Exportfrage. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märk. 147 bis 151 (still), Roggen, märk. 127 bis 135 (stetig), Braugerste 148 bis 154 (still), Futtergerste 140 bis 147 (still), Haser, märk. 126 bis 133 (ruhig), Raps 240 (still); für je 100 Kilo: Weizenmehl 21,50 bis 24 (still), Roggenmehl 18,75 bis 21,25 (kaum stetig), Weizenkleie 8,70 bis 8,80 (still), Roggenllete 9 (still), Viktoriaerbsen 18 bis 20, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 10,50 bis 11, Ackerbohnen 13 bis 14, Wicken 10,50 bis 12, Lupinen, blau 9 bis 10, Seradetla, alt 13 bis 13,50, neu 11 bis 13, Rapskuchen 9 bis 8,80, Trockenschnitzeln 6,40; für je 50 Kilo: Kartoffeln, weihe, rote und gelbe 2,20, Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb. 0,60 bis 1, Haferstroh, drahtgepr. 0,80 bis 0,90, Gerstenstroh 0,75 bis 0,85, Häcksel 1,20 bis 1,25, Wiesenheu, gut, gesund und trocken 2,10 bis 2,40, handelsübliches Heu 1,40 bis 1,65. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. Juni. Es notierten für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 16,50 bis 16,75, Roggen 15 bis 15,50, Braugerste 16 bis 16,50, Hafer, inländ. 15 bis 15,50, Weizenmehl, südd. Spezial 0 26,75 bis 28,25, Roggenmehl 22,50 bis 23, Weizen- und Roggenkleie 8,50 bis 9 Mk. Aus dem Amtsverkündrgnnqsblatt. *• Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 39 vom 13. Juni enthält: Tollwut. — Voranschlag der Handwerkskammer 1924. — Miet- etnigungsämter. — Lagerung von Getreide. — Turnunterricht. — Aushändigung der Reichsverfassung. — Wegsperre. — Reinhalten der Straßen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, 15. Juni. Trinitatisfest. Stadtkirche. 8: Zugleich Christen!, f. d. Reukonfirm, a. d. Matthäusgem. Pfr. Mahr. 97,: Pfarrasfist. Hertel. 11: Kinderktrche f. d. Markusgein. Pfarrasfist. Hertel. — Iohanneskirche. 8: Zugl. Christen!, f. d. Reukonf. a. d. Iohannesgem. Pfr. Ausfeld. 97,: Pfr. Bechtolsbeimer. 11: Kinderktrche f. b. Lukäi- gem. Pfr. Dechwlsheimer. 8: Bibelbefprechung tm Iohannessaal. Pfr. Ausfeld. Konfirmandensaal (Liebigstr. 56) nachm. 2: Taubstummengottesdienst.^ Pfr. Bechtolsheimer. - Kirchberg. 10; 11: Christenlehre für die männliche Jugend. 17,: Lollar. — Wieseck. 97,. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 14. Juni. 47, u. 7 Beichte. Sonntag, d. 15. Juni. Dreifaltigkeitssonntag. 67,1 Beichte, 7 Meße, Kom. der Jünglinge u. Jung, flauen, 8 Kom., 9 Hochamt m. Pr., 11 Weste m. Pr., 21/, And. m. Segen. 3 Iungfrauen-Kongregation, Aufnahme neuer Mitglieder. - Grünberg. Sonn, tag 97, Messe m. Pred. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Eine angebliche Erklärung HerriotS. Paris, 13. Juni- (WB.) Der „Matin" behauptet, der Abgeordnete Herr lot habe gestern im Senatsgebäude erklärt, er nehme die Ministerpräsidentschaft nicht von einem Präsidenten der Republik an, der nur dank der Unterstützung der Stimmen der Rechten gewählt worden sei. Schon gestern wurde berichtet, Herriot habe vorgestern die gleiche Aeuherung getan. Diese Rachricht ist je- doch von seinen Freunden gestern denrentiert worden. Die neuerlich von dem „Matin" Herriot in den Mund gelegte Aeutzerung muß daher mit größter Vorsicht ausgenommen werden. Die Nominierung für die Präsidentschafts- Wahlen in Amerika. Cleveland, 13. Juni. (WB.) Ehe der Ramensaufruf der Staaten auch nur zur Hälfte beendet war, war es klar, daß die Rvminierung Covlidges erfolgen würde. Der Ramensauf- ruf ergab 1065 Stimmen für Coolidge, 34 für La Falette und 10 für Senator Johnson. Dann wird die übliche Resolution durchgebracht, die die Romrnierung zur Einstimmigkeit machte. Dawes ist zum Kandidaten für die Vize- präsidentschaft nominiert worden. Immer daran denken muß die praktische Hausfrau, daß es zum Färben von Kleidern, Blusen, Gardinen ufw. nichts Besseres gibt, als die weltberühmten echten Heitmann'- Farben, Marke Fuchskopf im Stern. Heitmann's Farbe spart den Färber. POr Gexh&ft und Beruf fOr Sport und trhoking D&s beste Rad DrTHOMPSON't SEIF EN PULVER DTTHOMPSONs SEIFENPULVER 'n?- n- rchM'. Donnerstag, den 19.lfd. Mts., mittags 1 Uhr, will die Gemeinde Ulrichstein in der Wirtschaft des Herrn Carl Lehrmann SikMeMkMW,MW!!e iM U den MMMk öffentlich meistbietend vergeben. [4893D Bürgermeisterei Ulrichstein. Appel. Bekanntmachung. Heugras-Versteigerung der Stadt (Sietzen. Montag, den 16. Juni und Dienstag, den 17. Juni soll das Heugras von den städtischen Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden und zwar: Montag, den 16. Juni a) vormittag- 9 Uhr Zusammenkunft am Schlachthof von den Wiesen im Reustädterfeld ; b) vormittags 107, Ahr in der Restauration von Georg Schrimpf, Kaiserallee4 von den Wiesen im Heegstrauch und vom Obstbaumstück an der Sicher Straße in 4 Abteilungen; c) nachmittags 2 Uhr im Philosophen- wald von den Wiesen am Fürsten- brunnen im Wiesecttal und von den Wiesen in der Gemarkung Wieseck. Dienstag, den 17. Juni a) vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle an der Rödger Straße von den Ochsen- wiesen, von den Wiesen im Stolzen- morgen, am Utersbrunnen und Altentisch. b) nachmittags 2 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen in der Gemarkung Grohen-Buseck und Rödgen. Steigllebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen beabfichtigen, wollen sich an den städtischen Wiesenmeister Bellof, Wolf- strahe 15, wenden. DieBürgermeistereien der umliegenden Gemeinden werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekannt machen zu lassen. Gießen, den 10. Juni 1924. (48256 Der Oberbürgermeister. I. V. Dr. Rosenberg. oiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiinnino Schwarz polierter Trmeai 2 nußbaumpoliert. Betten mit Sprungfeder- o. Kapokmatratzen auftragshalber zu verkaufen. [4815D Nutz-und Brenuholzversteigerung. Am Donnerstag, dem 19. Juni lfd.Js., werdenin der Gastwirtschaft „Ium Rappen" in Grünberg aus dem Forstort Breiteloh, Försterei Saasen, versteigett: 9.30 Uhr vormittags Nutzholz, Fstm.: Stämme: Kiefer 2. Kl. = 3, 3. Kl. = 1, 4. Kl. — 1; Fichte 5a- und b-Kl. — 2; Derbstangen: Fichte 1. Kl. — 124, 2. Kl. — 20; Grubenholz: Fichte 4,24; Reis- stangen: Fichte 1. Kl. — 2; Nutzreisig: Fichte --- 713 Nm. 1.30 Uhr nachmittags Brennholz, Rm.: Scheit: Kiefer 134, Lärche 2, Fichte 153; Knüppel: Buche 2, Kiefer 348, Lärche 34, Fichte 285; Reisig: Kiefer und Fichte: 7 Lose, flächenweise, nicht ausgearbeitet; Stöcke: Kiefer 380, Lärche 32, Fichte 332. Man bittet, das Holz vorher einzusehen; spätere Anstände werden nicht berücksichtigt. Auskunft durch Herrn Försteraspirant Simon, Neinhardshain.. 487ID Grünberg, am 5. Juni 1924. Hessische Oberförsterei Grünberg. Bullenverkauf. Die Gemeinde Beuern verkauft auf dem Submissionswege einen erstklassigen fetten Bullen. Angebote nach Lebendgewicht pro Zentner sind bis zum Mittwoch, den 18. Juni lfd. Js., nachmittags 4 Uhr, auf unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Verkaufsbedingungen zu erfahren sind. 4901D Beuern, den 14. Juni 1924. Hessische Bürgermeisterei Beuern. I. D.: Arnold. Prima 12770 WnWMmimWe wieder aus Lager. 6atl öcas it., Bnumaterlailen nnö 9olj6flnölnng, Mottet 5tr. 59. (Bartenmöbel Liegestuhl grober Robr- platlenkoffcr alles wie neu, au verkaufen. Schrift!. Angebote unt. 020922 an den Gieß. Anz. Gebr. Bette» und Kleider billig zu verk. 010910 21. Stückrath Altcrweg 47 niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Versteigerung Montag, den 16, Juni von 2 Ubr ab versteigere ich wegzugohalber tm Pro- meuadebauS Nr. 2, früher Jungblut, am Nenstäd/.Liter Benzin auf 100 Kilometer., 70 bis 75 Kilometer Stundengeschwindigkeit, prima Bergsteiger. Besichtigung und Probefahrt bei vorheriger Anmeldung in der Generalvertretung P. Jäger, Gießen, Löberstraße 19 :: Fernruf 1013 VOU1 15. 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Vom Lagerhalter wird über die Ablieferung Quittung verabfolgt. Wir bitten unsere Mitglieder, ganz besonders davon Kenntnis zu nehmen, daß die gemeinschaftliche Sitzung des Vorstandes und Aufsichtsrates beschlossen hat, die Geschäftsanteile mit 20 Prozent die Spareinlagen mit 25 Prozent Vertretung für Gießen und Umgebung: Buschs Musikhaus, Gießen Ecke Kirchen- und Lindenplatz. An- und verlaus von BmMMAli durch 4173c Cloos & Damm (Sieben, Wilsonstraste 10. Sommersprossen! „Fracht* Schwanenweiß" (ges. geech.) ““D (Normaldose Mk. 3.—) genießt als das garantiert wirksamste Mittel gegen Sommersprossen Weltruf. Es wird gebraucht in fast ganz Europa, Amerika. Südamerika, Südafrika usw. Selbst aus dies.sonneudurchglühten Ländern wird die unvergleichliche Wirkung immer wieder dankbar bestätigt Durch die gleichzeitige Anwendung von Frucht* Schönheit*- waeeer „Aphrodite" (Normalfl. 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