Montag, H. Apm 1924 Erstes Blatt IH- Layrgan^ GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck md Verlag: vrühl'sche Universilatr-Vuch- und Stemdruüerei R. Lange in Gießen. Sdjriftldhntg und Geschäfisstelle: Zchulffraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örllich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Plotzvorfchrift 20% Auf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton Vr.Friedr.Wilh Lange; für den übrigen leil. Ernst Blumfchein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen. Nr. 89 Erscheint täglich, auher Sonn- und Feiertags, mit d. Somstagsbeilage: GietzenerFamilienb lotter Mo«alL»8«ziig,preis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummer« infolge höherer Gewalt. F e r n f p r« ch,Anschluss«: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: An,elgerStehe«. Postscheckkonto: Zranffutt a. M. 1168t. Die Kreditkrise der deutschen Wirtschaft. 3m Laufe der letzten Tage hat sich die Lage des deutschen Geldmarktes in einer für die Gesamtwinfchaft außerordentlich bedrohlichen Weise verschlechtert. Diese Entwicklung wurde von ernsten Deurteilern der Verhältnisse schon seit Wochen in Aussicht gestellt, und man muh sich fast wundern, dah diese Kreditkrise nicht schon früher über di« deutsche Wirtschaft hereingebrochen ist. Letzten Endes ist sie ja doch nichts weiter als eine Folgeerscheinung der furchtbaren Verarmung ganz Deutschlands, die wiederum auf die Reparationsleistungen der hinter uns liegenden Jahre und auf die beispiellose Entwertung der Papiermark zurückzuführen ist. Lieber diese Verarmung ift seit Jahr und Tag sehr viel geschrieben und gesprochen worden. ES zeigt sich aber jetzt, dah man ihr nicht immer dort Rechnung getragen hat, wo es nötig gewesen wäre. Die Ausweise der Rentenbank und der Reichsbank für den 31. März lassen erkennen, dah die für die deutsche Wirtschaft ausgesetzten R e n - -tenmarkkredite nahezu erschöpft sind. Die Reichsbank hat der Wirtschaft im Laufe deS ersten Quartals nahezu 1100 Millionen Rentenmark zur Verfügung gestellt, wovon 300 Millionen aus dem Kreditfonds der Rentenbank stammen. Der Rest setzt sich zusammen aus RentenmarkLetra^en, die ursprünglich dem Reiche zur Verfügung gestellt wurden und . auf dem Wege über die Wirtschaft der Reichs- Lank zugeflossen sind. Zur Zeit sind die Möglichkeiten für weitere Kreditgewährung durch die Reichsbank nur noch verhältnismäßig geringe. Dementsprechend hat das Zentralnoten- inftihit bereits Maßnahmen getroffen, um die Ansprüche einzudämmen. ES ist zu berücksichtigen, daß die Reichsbank auher den Rentenmarkkrediten auch noch Papiermarkausleihungen in großem Mahstabe vorgenommen hat, so dah ihr Bestand an Papiermarkwechseln am Quartalsende 671,2 Trillionen Papiermark beträgt. Wie sind alle diese Kredite verwendet worden? Hierüber lassen sich schwer ziffernmäßige Unterlagen beschaffen. Zweifellos sind sowohl die Reichsbank wie die Rentenbank bemüht gewesen, die Kredite so zu verteilen, dah der Produktionsprozeß der Wirtschaft mög- lichst gleichmäßig angekurbelt und in Gang gehalten wurde. Trotz alledem ist aber offensichtlich ein großer Teil der ausgeliehenen Beträge direkt oder indirekt verkonsumiert und nicht der eigentlichen Produktion zugeführt worden. Es wäre verfehlt, hieraus den Kredit- nekMern einen Vorwurf zu machen, denn diese wurden durch die Verhältnisse und nicht zuletzt durch den Staat selbst, gezwungen, sich große Summen auf dem Wege des Kredits zu beschaffen, die schließlich doch für unproduktive Zwecke ausgegeben werden mußten. Die Steuern, die im Laufe der ersten drei Monate dieses Jahres fällig wurden, machen bei den meisten Gewerbetreibenden mindestens 8 bis 10 Prozent des Umsatzes aus. Cs waren u. a. zu zahlen: Einkommensteuer (Vorauszahlungen für drei Monate und Ab- schluhzahlung), Vermögenssteuer (Vorauszahlungen für drei Monate), letzte Rate der Drot- versorgungsabgabe, Gewe.besteuer, Llmsatz- steuer usw. Hierzu treten noch Handelskammer- beiträge und eine ganze Serie von Gemeindesteuern, wie WvhnungSbauabgabe, Mietzinssteuer usw. AuS dem Ertrag konnten diese Steuern nicht gezahlt werden, da ein solcher in den ersten Monaten deS laufenden Jahres noch kaum vorhanden war. Sie mußten aus der S u b st a n z gezahlt werden. Da man nicht mit Maschinen oder Rohstoffen Steuern bezahlen kann, mußte eben K r e d i t in Anspruch genommen werden. Auch auf andere Weise sind aber diese Kredite ebenfalls dem Konsum zugeführt worden. Man bedenke nur, daß die deutsche Handelsbilanz allein für Monat Februar dieses Jahres für das unbesetzte Gebiet eine Passivität von 252 Millionen Goldmark aufweist. Da ausländische Kredite nur in geringem Maße zur Verfügung standen und auch der Rückfluh deutscher Auslandsguthaben keine allzugroßen Dimensionen mehr annehmen konnte, da die deutschen Auslandsguthaben größtenteils schon in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres auf ein Minimum zusammengeschmolzen sind, so ist auch diese Llnter- bilanz zu einem erheblichen Teile durch Inanspruchnahme inländischer Kreditqiellen gedeckt worden. Die Anterbilanz ist aber in der Hauptsache durch die Zunahme der Einfuhr solcher Rohstoffe entstanden, die im Onlande verkonsumiert wurden, wie z. D. Textilroh- stoffe, Rohtabak usw. Man kommt immer wieder zu dem Ergebnis, dah Deutschland so stark verarmt ist, daß seine Wirtschaft aus^eigener Kraft weder das Volk ernähren noch die staatlichen Bedürfnisse finanzieren kann. Dies« Tatsache muß man sich Ein franko-rumänisches Bündnis. Der Erfolg des rumänischen Königsbesuchs in Paris. — Die Spitze gegen Rußland. Paris, 13. April. (WTD.) Der „Matt«- schreibt, anscheinend berinfluht, zu der gestrigen Unter, eduug deS rumänischen Außenministers Duka mit Poincare. Diese Unterredung, die sich auf die ganze euro- paischr Lage und die Beziehungen Rumäniens zu Frankreich bezog, würbe wöchvend des vier- zehntägigen Aufenthalts, Len Duka in Paris zu nehmen gederk:, erneuert werden. Rumänien sei mit der Tschechoslowakei und E ü d s l a w i e n durch den Vertrag der Kleinen Entente verbunden, deren Hauptziel ursprünglich gewcsrn sei, das Zusammenwirken der drei Länder 511 organisieren für den Fall, daß Ungarn den aus dem Vertrag von Trianon sich ergebenden statuS quo zu ändern suchen sollte. Andererfrits sei Rumänien durch einMilitarabkommen mit Polen verbunden, das die Möglichkeit eines Angriffe- von Sowjetruhland vorsehe. Außerdem habe eine der Mächte der Kleinen Entente, die Tschechoslowakei, mit Frankreich und Polen ein Abkommen ähnlicher Art geschlossen. Auf diese Weise seien die durch den Frieden von 1918 entstan-- denen oder vergrößerten Staaten, je nach den verschiedenen Kombinationen, an Defensivabmachungen beteiligt, die nach Maßgabe der geographischer Lage Ungckrn, Sowjetrußland oder Deutschland im Auge hatten. Zwischen Frankreich und Rumänien bestehe bis jetzt kein förmliches Bündnis, aber es sei wahrscheinlich, daß in wenigen Tagen «in solches vorhanden sein werde. Frankreich gedenke diesem Abkommen, dessen Abschluß sich aus der Logik der Tatsachen ergebe, in keiner Weise einen feindseligen Charakter gegenüber Rußland zu verleihen. ES wünsche, daß Rußland und Rumänien sich über Desfarabien ver-- stänttZten; aber ob dies« Verständigung durch schlechten Willen Rußland- verhindert werde oder nicht, an der Einheitlichkeit der Auffassung, die die europäisch« Politik Frankreichs bestimme, könne das nichts ändern. Der „Temps" schreibt dazu, ohne das Wort „Bert ag" au^zusprechen- Wenn Frankreich und Rumänien ihrer Freundschaft einen neuen und dauernden Ausdruck, geben, dann werden sie keines anderen Polittk in ihren berechtigten Intere'srn stören. Im Gegenteil: sie v e r m i n d e r n die Gefahr, indem sie ihre Bemühungen für den Frieden Vereinen. Die Verständigung beider Staaten wird in Der- immer wieder vor Augen halten, wenn man die Feststellungen und Vorschläge der Pariser Sachverständieen-Ausschüsse auf ihre praktische Durchführbarkeit hin prüft. Im ersten Quartal 1924 standen der Wirtschaft die Rentenmarkkredite zur Verfügung, diese sind zu einem großen Teile tatsächlich verbraucht. Was soll a'so im zweiten Quartal und weiterhin werden? Die Mieumverhandlrmgen. Düsseldorf, 14. April. (Wolff.) Die Verhandlungen der Sechserkommisston mit der Micum, die am Sonntag um 10 Ahr vormittags begannen und bis 51/2 nachmittags dauerten, wurden durch die bekannte Entscheidung der Repko vom 11. April erleichtert. Es wurde in wesentlichen Punkten eine Einigung erzielt und es besteht die Hoffnung, daß die Verhandlungen, die heute vormittag fortgesetzt werden, vor Ablauf deS D rtrageS zu einem Abschluß fuhren. In einem von der Micum veröffentlichten Communiqu6 wird mitgeteilt, daß die Debatte sich vor allem auf die Sach- lieferungen, auf die Festsetzung desPco- zensatzeS der Kohlensteuer und die Ausfuhrabgabe, sowie die Gültigkeitsdauer deS zur Verhandlung stehenden neuen Abkommens bezogen habe. * Rach einer Meldung aus Brüssel empfing der belgische Außenminister Huy- m a n s den deutschen Gesandten von Keller und hatte mit ihm eine lange Besprechung über die Micumverträge. Der Ausgang der Besprechung berechtigt zu der Annahme, dah die wirtschaftlichen Abmachungen zu einer neuen Regelung gelangen. Rückkehr von 4000 Rnhrvertriebenen. Berlin, 13. Ap.il. (P iv.-Tel) Zwischen einer aus F chrern der christlichenGe w e rk - schäften im Ruhrrevier gebilde en Derhand- Ilungskommiftion und den Tesctzungrb höben sanden direkte Verhandlungen übe; die Rückkehr der vertriebenen Deutschen statt. Die Rheinland- bindrmg mit den vom Präsidenten der Republik und vom König Ferdinand erwähnten Abmachungen eine Wohltat für di« ganze Welt sein. Die Welt muß es wissen, daß der Friede fest gesichert und der Krieg für niemanden „lohnend" ist. Diese Ankündigung richtet sich im Augenblick weniger an die Adresse Deutschlands als Sow- jetrußlands. Aber die'« Sicherung des Friedens durch dir Generalstabe erscheint vielen Politikern der Linken als ein sehr bedenkliches Experiment. Soaar im „Figaro" wird in einem Artikel t«S Generals Duval oesazt, daß Frankreich durch Abmachungen mit den Staaten der Kleinen Entente Die neue Türke i vernachlässige und sie auf diese Art in das Lager der Nebenbuhler treibe. Die Haltung Italiens. Rom, 13. April. (Priv.-Tel.) Der bevorstehende Abschluß eines französ.sch-rumänischen Bündnisses wird in Italien mit Ruhe b.sprochen. Man ist davon keineswegs überrascht, denn schon aus der Absage des Rombesuches des Königs von Rumänien, der einen peinlichen Eindruck machte, zog man gewisse Schlüsse. „Messa- gcro" stellt d'eses Bünda s dem französisch- tschechoslowakischen Bündn s g g nüber und sagt, daß der Abschluß vermutlich der Furcht vorRußland enftpr nge. d.e immer größer werde. Trotzdem brauche Italien für Ru- mäni"n keine übermäßigen SYm - vathien zu empfinden. »Nuvdo Paese" scheibt, der Friede auf dem Balkan und überhaupt im südöstlichen Europa könne whne di« Macht Italiens und ohne die Mitarbeit Rußlands nicht gesichert werten, „Stampa" äußert, der Besuch des Königs von Rumänien in Paris sei nicht irgendein beliebiges Ereignis. Man denke in diesem Augenblick an den Bankerott des russ.sch-rumän schen Vertrages über Bessarabien, man denke an die kriegerischen Erklärungen von Sinowjew und an das Mißtrauen, mit dem Moskau b:e Verlängerung des Aufenthalts des rumänischen Generals Flo- resku in Warschau beobachtet habe; man denke endlich an die Meldung von einem gar nicht einmal ganz unwahrscheinlichen rumänisch- japanischen Militärvertrag. Es sei danach klar, in welcher Richtung sich ein neuer Krieg allein bewegen könne. „Stampa" schl'eßt: „Warten w'r ab, wclch einen Epilog der Besuch des Rumänenkön'gs haben wird. Voraussichtlich wird dieser Epilog zum Bruch der italienisch-rumänischen Beziehungen führen." Das „©iornal? d'Italia" meint, em franzosisch-rumänllches Bündnis sei die natürliche Folge der Bündnisse zwischen Frankreich und Polen, Polen und Rumänien, sowie zwischen Frankreich und t):c Tschechoslowakei. Die europäische Politik sei heute in zweiSystemeg.teilt: in das französische mit Anschluß von Belgien, Polen, Rumän.en und der Tschechoslowakei, und in das deutschrussische mit Anschluß von Bulgarien und Ungarn. * Die offiziöse kemalistifche Romagentur ,Ato" kündigt an, daß Bratianu mit einigen rumänischen Politikern demnächst nach Angora tont* men werde. Bratianu werde sich auch in Konstantinopel aufhalten und am 20. April von Bukarest abreisen. Französisch-russische Spannung. Moskau, 13. April. (Rufs. Telegr.-Ag.) Pvincar6 hatte v rsucht, in einem in Kiew spielenden Prozeß gegen im französischen Solde stehende Spione einzugrellen. Der russische Volkskommissar des Auswärtigen. Tschitscherin, weist nunmehr namens der Sowjetregierung in einem Antworttelegramm an Poincare den Versuch, sich in den Kiewer Prozeß einzumischen, entrüstet zurück, einen Versuch, der den elementarsten Gepflogenheiten und der Achtung vor der Souveränität eines anderen Staates widerspreche. Auf der heut gen Stufe her inneren und äußeren Macht der Sowjetrepubliken werde die Sowjetregierung eine Verletzung ihrer souveränen Rechte keinen Augenblick zulassen. Der verbrecherische Charakter der in Kiew Verurteilten sei der französ schen Regierung schor dadurch bekannt, daß sie für den französ schen militärischen Geheimdienst ta< t i g gewesen seien. Di« französisch« Regrerrmg nehm« ihre eigenen Spione unter der Maske der Humanität in Schutz. Diese feindliche Handlung sei nut ein Glied in der Kette der anderen, wie sie die Santtionierung der bessarabischen Annektion und die Verhinderung des Abkommens mit China darstellten. Die breiten Massen der Sowjetunion vergäßen nicht, welche Leiden und Verwüstungen die französische Intervention verursachte. Das Volk erkenne, dah die französische Regierung zum Llnterschied von anderen Westmächten ihr« feindliche Politik gegenüber den Sowjetrepubliken noch heute fortsetze. Die Sowjetregierung beachte aufmerksam das feindliche Verhalten der französischen Regierung, die Sow- jetregierung fei jedoch überzeugt, daß die überwiegende M'hrheit des französischen Volkes die französ sche Regierung schließlich^ zwingen werde, einen Weg vernünftiger Verständigung mit den Sowjetrepubliken einzuschlagen. kommission erteilte nunmehr die te^migung, daß sofort rund 4000 Vertriebene ins Ruhr- revier zurückkehren dürfen. Es handelt sich in erster Linie um solche Dramte oder Arbeiter, deren Angehörige im Ruhrrever zurückblieben oder die eigenes Anwesen besitzen. Die Wirtschaftslage. Berlin. 12. April. (WB.) 3m wirtschaftspolitischen und f incurzpolltischen Ausschuß des Reichswirtschaftsrates gab Reichs- wirtschaftsminister Hamm einen ftleber- blick über die gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse, die er als gespannt und gefahrvoll bezeichnete. Es gelte, gegen die Gefahren der Llebcrgangszeit geeignete Maßnahmen zu ergreifen. 3m Januar bzw. Februar habe die Einfuhr die Ausfuhr um 150 bzw. 250 Goldmillionen übertroffen. Die Einfuhr habe besonders inDaum- wolle, Wolle und Häuten, sowie in Fertigerzeugnissen zugcnommen. Demm svrechend sei auch die Konjunktur im 3nland in der D kleidungsindustrie und im Rahrungsmittelgewerbe gestiegen, während in der Eisenindustrie und in anderen für die Ausfuhr arbeitenden 3ndustrien die Konjunktur nicht in gleichem Maße, und die Arbeitslosigkeit nicht in gle chem Umfang zurückgegangen se>. Diese Verbrauchssteigerung br nge schwere G'fahren für die Wirtschaft und die Währung mit sich. Die Abweßrmaßnahmen ter Regierung gegen die übermäßige Einfuhr f«ien außerordentlich erschwert, folanre Deutschland nicht über die Westgrenze verfuge, über die die Franzosen zaßlreich? Luxuswaren zu ganz außerordentlich ermäßigten Zollen nach Deutschland beförderten. Trotz dieser Schwierigkeiten bestehe aber die Pflicht, daß Deutschland alles Mög iche auf dem ©ebiete der Einfuhr Hemmung tie, kea 3n'ands- verbrcruch in verständige Dahnen lenke und den Lurusverbrauch eindämm«. Zur «Steigerung der Ausfuhr bedürfe es vor allen Dingen de. Senkung der Preise und die Regier ng werde weiter für die Herabsetzung der Kvhlerpreise besorgt sein. Die Regierung erwäge toe ter, ob We Umsatzsteuer, die auf die Dauer d.e Wettbewerbsfähigkeit bei der Ausfuhr f t-toe* beeinträchtige. umgll^rrnt werden könne Das gleiche gelte für andere Steuern, besonde.s für die Einkommensteuer. Außerdem sollen die Vorbereitungen für Handelsverträge nad) M g- lkhLit gefördert werden. Für die Allgemein^ck fei die Verschuldung gegenüber dem Auslande ein ernster Schadeit, auch wenn dadurch bei einzelnen 3ndustrien vorübergehend eine günstige Konjunktur entsteht. Die Wirtschaft und das Volk müßten durch Selbstvllchräntung dazu beitragen, daß die Schwierigkeiten der Uebeigangd» zeit überwunden werden. 3n der Diskussion ergriff auch der DeichSbankprasident Dr. Schacht das Wort, der zunächst an das in der Versammlung gefallene Wort an knüpfte, die Rentenmark gelte nur 60 Pfennig. Das sei auch der Fall, genau so wie die Goldmark im Verhältnis zu den Preisen nur 60 Pf. teert sei. Wenn der Wert der Mark anderWare gemessen werde, dann sei die genannte Wendung vollständig richtig und beziehe sich nicht nur auf die Rentenmark, sondern auf sämtliche Währungen. Das Gesamtpreis-nivoau im Be hältnis zur Währung sei in ler g .nzen Welt ein anderes geworden. Die Tatsache, daß man mit der R>. n en- mart im Aus lande nicht dieselbe Ware kaufen kann wie im Inlande, die Differenz betrage etwa 8—10 Prozent d^s Wertes, müsse man hinnehmen. denn die Rentenmart sei nur für den inländischen Verkehr bestimmt W nn man, wie das zur Zeit der Fall ifl, Auslands- Verpflichtungen mit Renlemnart äbdecke. dann komme felbftv.rstandlich das Disagio. Lft.' Ren ev= mark werde aber das Disagio nicht behalten, wenn sie nur für inländische Iah'ungen trrto n et werde und wenn genügend andere Zahlungsmittel vorhanden seien, fei es Expor wäre )der Kredite oder andere Dinge, die Auslandsver- p lichtungen ablös-.n k nnen. Eine dauerh. f e ^Währung muffe auf geldmetallischer Grundlage be- ruh.m, die nun einmal in der ganzen Welt Anerkennung findet. Dr. Schacht ging dann auf die Frag« der kurzfristtgen AuSlandskredtte ein, durch deren 3nanspruchnahme auch beit Handel eine große De antwortung treffe. Er glaube, daß in dieser Beziehung sehr erhebllche Fehler gemacht worden seien. Jetzt komme der Augenblick, wo diese kurzfriitiien Kredite zurück- gezahlt werden mußten und daher komme in den letzten Wochen der große -Insturm auf Lei De- visenmarft. Woim die Reparations^rage selbst unter ftl bernahme schwerer Lasten auf die deutsche Wirtschaft einem vernünftigen Ende engegetu geführt werde, werde Las ausländischeKa- pital in überaus starkem Umfange an dem Wwderausbau Deutschlands beteiligt neben. Man werde fftch wundern, arte viele Leute Inter- tfje Daran yaven, stch tn Deutschland zu verengen, well das Vertrauen zum deutschen Kaufmann und zum deutschen Industriellen immer noch ganz außerordentlich grob ist. Unter diesem Ge ich.s- puntte sei die Lösung der Sachverständi.en in der Frage der Ansammlung der Reparätions- gelder und ihrer Transferierung in das Ausland sehr interessant. Den Gedanken, zunächst alte diese Gelder bei der Reichsbank zu konzentrieren, halte er für eine erwünschte Lösung, die der RcichsbaNk die Möglichkeit gebe, bie,c Gelder, ähnlich ihr-n sonstigen Beständen, in Deutschland zur Anlage zu bringen, sobald ihre Trans,erie- rung in das Ausland sich mit dem deutschen Wechselkurs und mit der Stabilisierung der deutschen Währung nicht verträgt. * • - Transferierungen in das Ausland dürfen nur gemacht werden, wenn die Währung als solche darunter nicht leidet, sei der Angelpunkt für die wirtschaftliche Seite des Reparationsproblems und könne nicht hoch genug angeschlagen werden, weil er endl ch einmal an die Stelle des politischen und militärischen Zwangs die automatische Regelung setzt. Der Expertenbericht sei trotz der schweren Lasten unter zwei Voraussetzungen diskutabel. Einmal unter der Voraussetzung der Wiedergew'nnung unserer wirtschaftlichen und politischen Freiheit. Es sei eine Unmöglichkeit, Kohle aus dem Schacht zu fördern, wenn am Zechentor ein französischer Doppelposten stehe. Der zwellc Moment sei, daß für den Fall der Unmöglichkeit der Erfüllung nicht sofort eine militärische Sanktion drohe, sondern daß gewisse S lbstregulierung n e ng schaltet werden, die es möglich machen, datz man sich mit Wirtschaftlern der anderen Seite zur Beratung zusammensetzt. Die Entgiftung des Repc= rationsproblems von Politik und Militarismus, die die Sachverständigen vorgenommen hätten, sei, so schloß der Reichsbankpräsident, etwas, was auch die Deutschen als eine Tat bezeichnen können. die vielleicht für die Wiederaufnahme des internationalen Wirtschaftsverkehrs von großer Bedeutung werden kann. Besserung des Arbeitsmarktes. Berlin, 12. April. (Wolff.) Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen im unbesetzten deutschen Gebiet ist neuerdings gefallen und zwar von 978 000 am 14. März auf 712 000 am 1. April. Dies wird zu einem wesenllichen Teil dadurch begründet, daß der Eintritt milderer Witterung die Aufnahme der Auhenarbeiten — Landwirtschaft, Gärtnerei, Baugewerbe, Binnenschiffahrt - ermöglicht hat und daß insbesondere die Landwirtschaft die kurze, ihr für die Landbestellung verbleibende Zeit nun um so nachdrücklicher wahrnehmen muß. Innerhalb der Industrie zeigt sich eine verhältnismäßige Steigerung bei der für den inländischen Konsum arbeitenden Gewerbezweigen, während die Ausfuhrindustrien leider nur teilweise belebt sind. Die Besserung des Arbeitsmarktes im besetzten Gebiet in der BerichtSzeit hat, soweit von dort Zahlen überhaupt vorliegen, mit der Entwicklung im unbesetzten Gebiet nicht entfernt Schritt gehalten. Mahloorfchlag der Deutschen Dolkspartei in Hessen. Darmstadt, 13. April. (Eigene M^ldg.) Die Deutsche Bolkspartei im Wahlkreis Hessen-Darmstadt hat folgende Kandidaten für dier Reichstagswahl am 4. Mai 1924 aufgestellt.- Dr. Becker, Reichsminister a. D., Dmsburg und Ludwigshöhe (Rheinhessen); Schott, M.d.L^ Landwirt und Bürgermeister. Uffhofen (Kr. Alzey); D i n g e l d e y, M. d. L., Rechtsanwalt, Darmstadt; Birnbaum, Maria, M. d. L.. Gießen; Dr. El aß, Rektor, Darmstadt, 1. Vorsitzender des Hess. Beamtenbundes und des Landeskartells Hessen des Deutschen DeanttenbundeS; Joutz, Kaufmann; Butzbach (Kr.Friedberg); No hl, Vorsitzender der Handwerkskammer und Vorsitzender der Hess. Verbände des Handwerks und der Gewerbe, Darmstadt; Altendorf.Ober- landesgerichtSrat, Vorsitzender des Hess. Bundes der AuSgewiesenen, Mainz, z. Zt. Darmstadt; Schäfer, Landwirt und Bürgermeister, Rimbach (Odenwald); Boehm, Theodor, Fabrikant, Offenbach a.M.; D. Dr. Schian, Universitätsprofessor, Gießen. Die deutschuatiouale Kandidatenlifte. Darmstadt, 12. Avril. (Eigene Mldg.) Die Deutschnationalen und derVölkisch-Vater- ländische Block geben die nachstehende Kandi- Frankfurter Frühjahrsmesse. Die zehnte internationale Frankfurter Mes'e ist vorbei! Frankfurt stand un Zeichrn des gesteigerten Messeverkehrs, auf den Hauptstraßen und hinaus zur Messestadt wogte es auf und ab von Messebesuchern, und auf dem wei en Messegelände konnte man wahrlich nicht über Mangel an Besuch klagen! Sonniger Früblin s- Himmel über'pannt die alte Mainstadt, das Surr n ber Messeflieger erfüllt die Luft. Radio ist das Wort, das Heuer die Mesie beherrscht, ganz Frankfurt ist erfüllt von Radio! Am Eröffn rmngssönntag gab s sogar auf der Kaiserst röche gratis Radiokonzert, das eine unzeh uce Me r- fchenmenge anlockte. Und erst in der Radio-Halle auf dem Mesiegelände! Hier bestaunt Laie und Fachmann die riesige Auswahl an Appara en und Radio-Bestandteil n. Ceh.imn'svolle Musik entströmt noch geh.imnisvolleren Apparite.i und Schalltrichtern, oder die ausdauernden Radiover- ef>:cr lauschen andächtig, angetan mit Kopfhär rn, den Radioweisen. So ist es denn nicht weiter verwunderlich, daß die Zahl der Radio-Anhänger von Stunde zu Stunde wächst. Auch das Geschäft in der Radio-Halle hat sich schon in den ersten Tagen gut ang^ lassen, nur das besetzte Gebiet muß trauernd abseits stehen, unfähig feine hier erworbenen Radiok.'nntn sse dah-iin nutzbringend Tja verwerten. In Verbindung mit dieser Radio- rnesse wurde eine von FacUeuten und Inter-- eflenten gleichstark besuchter Rad otaaung abge- haUen mit Experimentalvorträg n über w.sien- fchafll che, techn sch; und w rtschaftlichr Bedeutung des Radio und Vorführungen des Frankfurter Senders. Anschließend wurde die neueröffnete Sendestation im Postscheckamt besichtigt oaienttste bekannt: I. tyv. seromano Werner, LandtagSabgeordnetcr, Butzbach; 2. Dr. h. c. Paul Meeömann, Syndikus der Handelskammer Mainz, zur Zeit Winnerod bei Gießen; 3. Wilhelm Raab Landwirt, Schwabsburg (Rheinhessen); 4. Antonie Naumann, Lehrerin und Stadtverordnete, Darmstadt; 5. Friedrich Hechler, Förster, Niedernhausen (Kr. Dieburg); 6. Georg Werner, Schlossermeister. Reichelsheim i. O.; 7. Philipp Flecken st ein, Lberbauinspektor, Höchst i. O.; 8. Ludwig Berck, Pfarrer zu Mainz- Mombach. Die Reichslifte des Zentrums. Frankfurt a. M., 12. April. (WTB.) Der Reichsparteivorstaird beschloß, für die kommenden Reichstagswahlen folgende Kandidaten aufzustellen: Reichskanzler Marx; Staatsminister a. D. Dr. Spahn; Hedwig Dransfeld; Hauptschriflleiter Röder; Mini- sterialrättn Helene Weber; Ministerialrat Wegmann; Oberlehrer Herm. Hofmann (Ludwigshafen); Rechtsanwalt Dr. Lammers, Oberpostschaffner Koch; Studienassessor Dr. Krone. Die Vesatzungslast. Berlin, 12. April. (WTB.) Nach einer Denkschstft deS ReichSmmisters für die besetzten Gebiete betauen die front Deutschen Reich ausgewendeten Ausgaben für den Unterhalt der DesatzunoSarmeen am Rhein bis Ende D-r- xember 1923 5 145 199 025 Goldmark. Tie Ausgaben für die interalliie trn Kommi f'onrn belaufen sich für den gleichen Zeitraum auf 109 030 C25 Goldina k, zu ammen 5 254 229 050 Goldmark. Die Summe unproduktiver Ausgaben nur für die Besatzungsarmern übersteigt demnach die gesamte, fron Frankreich nach dem verlorenen Kriege des Jahres 1870 an Deutschland gezahlte K-iegS ntschakigung fron 5 000 000 000 Franks. Die diese Äusgal en verursachende Des rtzlM7sst2rke fron zur Zeit rund 200 000 Mann b: t ä t ferner das Doppe tr der gesamten deutschen Reichswehr, die bekanntlich höchstens 100 000 Köpfe stark sein darf. Endlich sei folgendes frstgestellt: In den letzten frier Jahren unmittelbar vor dem Kriege betrugen die Ausgaben des Deutschen Reiches für seinen Milttaraufwand (Heer, Flotte, Reichsmil tärgerrcht) unter Zugrundelegung der Etatziffern in den Jahren 1910 bis 1913 zusammen rund 3789000000 Goldmark. Die durchschnittliche Jahvrsaus^abe Deutschlands für die Desatzungsarmecn (1919 bis 1923 gleich 5 Jahre) von über 1 Milliarde Goldmark übersteigt somit die Durchschnitts- Jahresausgabe des gesamten deutschen Heeres- und Marine-GtatS der Jahre 1910 bis 1913. Zur Kriegsschuldfrage. Die Hauptstelle für Auslands-Aafkärang des Deutschen Fichte-Bundes e. D., Hamb irg, Colon- naben 47, hat ein neues Flugblatt in de rischer und englischer Sprache gegen die fraruofi che Lügenpropaganda herausgeboacht.' Es enthält die Hauptpunkte einer äu&erft wirksamen Rede, die der arnerilanische Senator Owen kürzlich im Se tat zu Washington gegen die Kriegsschuldlüge gehallen hat. Ein tr>?lt?re8 neue? Flugblatt, wovon ebenfalls eine englische Ausgabe hergestellt ist, bringt Aulllärung über die gewaltigen deaffchei Tributleistungen. Beide F agblätter bi der eine wichtige Ergänzung der vom Fitzte»Bürde seit vier Jahren in allen Weltsprachen herausge- brachteu Kampfschriften. Diese werden kostenlos abgegeben. Tas Ausland nut’? die Wahrheit erfahren. darum möge jeder Le er der Auslands- beziehungen hat, die F'ugblaller de? Fichte- Bundes feürn Ausland.briesen te legen. Bst Destcllung gebe man Stückzahl und Sprache an. Die griechische Volksabstimmung. Paris, 14. April. (WTB.) Nach einer Havasmeldung aus Athen ist das Ergebnis der VolkSabsttmmung in der Hauptstadt und in zahlreichen Bezirken für die Republik ausgefallen. Die Ruhe ist nirgends gestört worden. Die Auflösung des französischen Parlaments. Paris, 14. April. (W.D.) Kammer und Senat haben in Nachtsitzungen ihre Tagesordnung erledigt, der Senat hat jedoch das Gesetz über die Verlängerung der Legislaturperiode auf sechs Iahre nicht zur Beratung gestellt. Die Kammer Sonst das übliche Mesieb'ld: 3m Hause der T echn i k stansisten, stöhnen, surren, knirschen Maschinenkolosse, zeigen elektrotechni che Neuheiten, wie unentbehrlich die Elektrizität d m Menschen ist. Neuerdings besaht man sich mit elektrischen Ventilaknxn, Ine sogar als surrende Zeppeline das Zimmer 'curchschwirren, ein besonders genialer Ein all in unserer ohnehin überreizten, nervösen Zeit? Eine reiche Auöwakst an Landwirtschaftlichen Maschnen war diesmal festzustellen, nach denen eine ziemliche Nachfrage herrschte. Auch in len Hauswirtschaf llchen Hallen gesteigerte Nachfrage. Die Cfricitoarenintuftrie überrascht mit c.l eryand nied.'ichm Neuheiten, die nicht nur ein Kinderhwz entzückm, und rm Haus Werkbund verlangsamt man gern die Schritte, um mit Muhe die Ausstellung der guten deutschen Qualitätsarbeit zu studieren. Im Haus der Bücher ist wieder Stand bet Stand besetzt, reiches Angebot, gute Nachfrage, nur wird der schöne Bucheinband beinah zur Seltenheit. Der gegenwärtige DeQinangl, die Kreditnot gestatteten eigentlich nur den Einkauf von Ge- btauchsgegenständen. Hierin war d.mnach die Nachfrage besonders groß. Das erfuhr man in der großen Tertilmeste, in der Fel halle, oder im Haus »Schuh und Leder", wo die zierlichsten Schühchen in raffinierten Auslagen locken. GolL- und Drokatschuhchen. buntes L»d?r. die Form — vaciationSreich w'.e die neue Fr'h'ahrsmode. Das wilde Messefieber, das Wahn innige Drauslos- raufen der InflationSmestLn sihcke ganz, es war ein svli">es, ledächtiges Einkauf.n so etwas wie eine Umstellung auf „Frie >.ns '-Derhällris e De Frage der Kreditgew^h u g ist tn den Dv.der- grund geschoben, und der Verkäufer kann von gutem Geschäft sprechen, ter fähig war, seinen ist t) ter auf um Mllternacht aufgelöst worden. Im „Journal Offiziel" erschien bereits eine Verordnung über die Neuwahlen am 11. Mai, die Stichwahlen finden am 25. Mai statt. Die neue Kammer wird am 1. Juni zusammentreten. Sie wird nach den letzten Deschlüffen deS Parlaments nur noch 584 anstatt 626 Abgeordnete umfassen. Kleine politische Nachrichten. Nach einer Havasmeldung aus Koblenz hat die Rhcinlandkommission beschlossen, für das besetzte Gebiet die „Fliegenden Blätter" auf zwei Monate, die „Leipziger Neuesten Nachrichten" und illustrietteS Blatt „Die Welt im Bild" auf drei Monate, die in München erscheinende „Gr ostdeutsche Zeitung" auf einen Monat und die „Siegener Zeitung" auf drei Pkonate zu verbieten. * Nach einer Meldung der „Vossischen Zeitung" ist der frühere Reichstagsabgeordnete v. Old enburg-Janu schau aus der Deutschnationalen Volkspartei ausgetreten. * Wie der „Vorwärts" über den Ende der Woche in Berlin illegal abgehaltenen Parteitag der Komm uni stischen Partei mitteilt, trug die Partei der Linken unter Führung von Ruth Fischer vollständigen Sieg über die Rechte und Partetzentrum davcn. Alle Führer der Rechten wurden aus der Zentrale auSgeschi-den. Bei der Wahl zur Zenrtclle unterlag auch Klara Zetkin. Ans Stabt und Land. Giesten, den 14. April 1924. Fahrplanänderrrnqen. < Von morgen, 15. April, ab treten folgende Fahrplanänderungen ein: Die bisherigen D. 281/282 Frankfurt M.— Holland echalten die Nr. 247/248 und ver- kchren nur b'.S und ab Rheine. D. 247 Frankfurt—Rheine fährt Gießen ab 8.55 tim. D.248 Rheine—Frankfurt fährt Gießen ab 9,49 nm. Die D. 47 48 München—Köln laufen geschlossen bis Köln durch. D. 47 München—Köln in Gießen ab 8,43 tim. D. 48 Köln—München in Gießen ab 9,42 nm. Die bisher in dem Kölner Züge gelaufenen Kurswagen München — Vohwinkel laufen fortab in v. 247/248 (Rheine) bis und ab Kabel. D. 57 München—Köln verkehrt früher; bisher Gießen ab 6,42 nm., jetzt Gießen ab 5,54 nm. Der Pz. 1640 Köln — Gießen verkehrt früher; bisher Gießen an 10,38, jetzt Gießen an 10,24. Der Pz. 415 Limburg—Gießen verkehrt später; bisher Gießen an 9,43 nm., jetzt Gießen an 9,46 nm. * ■ '*«•_ Giesiener DSochenmarktpreise am 12. April 1924 (Händlerpreise). Es kosteten: Butter Pfb. 200, Matte 30, Käse 50-70, Eier Stück 11, Wirsing Pfb. 60, Weißkraut 35, Rotkraut 50, Gelbe Rüben 20, Rote Rüben 30, Spinat 100, Blumenkohl Stück 200 bis 250, Salat 60, Unter-Kohlrabi Pffr. 8, Grünkohl 50—63, Rosenkohl 120, Feldsalat 303, Tomaten 180, Zwiebeln 30 Lauch H ück 10—20, Meerrettich Pfd. 40—150, S Lcrie Stück 10—103, Schwarzwurzen Psd. 100, Radieschen Bund 40, Kartoffeln Ztr. 550, Aepfel 20—30, Dörrobst 30, Suppen Hühner Psd. 70—100 Pf. * ** Aus dem Landesamt für das Bildungswesen. Ernannt wurde am 7. April der ständige Hilfsarbeiter bei dem Landesamt für das Bildungswesen Schulrat Johann Hoffmann zum Vortragenden Rat in dem Landesamt für das Dildungswesen mit der Amtsbezeichnung „Oberschulrat" mit Wirkung vom 1. April 1924 ab. RDD. Ausländsbriefe mtt unzulässigen Bemerkungen. Nach Mitteln-ig des Rcichspostmrnisteriums sind, in Ueberein- ftimmunfl mit dem W ltpostvertrage, aus dem Ausland eingehende Briese mit Vermerken wie: „Nicht stehlen, unterschlagen umsonst; keine Dollarsendung" von der Beförderung craszuschliehen und an die Absender zurückzuleiten. *' D i e Baugenossenschaft 1894 beabsichtigt den Dau von weiteren Sinfanüllenhäu- Kunden ein kürzer oder länger befristetes Ziel zu gewähren. Da das Ausland nicht mehr für ein paar Devisen die Messe am Taufen kann, waren naturgemäst auch die Abschlüsse mit d m Ausland nicht so hoch wie zur Inflativnsz^rt. Trotzdem war das Mesi^geschift gut, der well- aus größte Teil der SVe Tausend Aussteller ist zufrieden und das ist das Wesentliche. Aus einer Messe - Mod eschau wurde die neueste Mode vorgeführt, das Früh^ahrsllcid, kurz, eng. mit w'ldromant fchem Apachenschal, der ! nur schmale, schlanke Trägerinnen kleidet. St ick- , und Trikottkleider triumphieren nach wie vor, kleine Hüte in riesiger Auswahl dec Garnierung und einer Vielgestaltigkett, die Staunen mach'. Am Tee- und LlbendkLid hat sich der bisher schon kurze Aennel in einen Schal verwandelt und tritt nicht mehr als Aermel auf. Flissöe und Schals finden Verwendung, die neue Mo. e bringt viel, darum wird sie für jeden Geschmack etwas bringen. Die Wiener Werkstätten auf der Wesse stellten wie immer ihre sehr hübschen Erzeugnisse zur Schau. Die Fröhlichkeit und E'.e- ganz der Wiener Mode erfreut, ob es sich nun um Damenmoden handelt oder um großblumige Sellenkisscn, Fachen'.en oder Ziermöbrl. Im Haus Werk .-und p.irad'.ertzen graziöse Sonnenschi me mit Eeitenfransen und als Modespi le et geflachtere Bast hüte, die vielleicht prattisch und haltbar, aber weder fesch noch kokett sind. * Erster hessischer DottSbÄhnentag. Die im Fr istaat Hessen beredenden Fr'ien Volksbühnen oieüen am Sonn.ag, den 6 April, in Darmstadt den ersten he,sischen Volksbühnen- kvngreß ab, auf welchem eine vermehrte Agilem. Zur Beschattung von Geldmittekn wendet sie sich im heutigen Anzeigentell an ihre Mitglieder, die wir auf diese Anzeige besonder- aufmerksam machen. ** Arbeitsjubiläum. Heute begeht der Vorarbeiter in der Installationswerkstätte desStädt. Wasserwerks He inrichBastian sein 25jähriges Arbeitsjubiläum in dem Werk. Von seinen Mitarbeitern wurde der Jubilar durch die Aeberreichung werwoller Geschenke geehrt. ** Das RundfunkhauS in ber ßöber strahe 12 wurde am Samstag abend mit wohl- gelungenen Darbietungen des Frankfurter Sen- ders eröffnet. Nach einem interessanten Vortrax über die Wellen-Telephonie, den Dr. M ü l l e i vom Physikalischen Institut unserer Landesuni- versität hielt, trat Frankfurt auf den Plan. Der Sender entbot zunächst den im Rundfunkhaus versammelten Gießener Radiofreunden einen besonderen Gruß und richtete dann die Ermahnung an die Radio-^ Zaungäste", unter Einhaltung Oer letzten Meldefrist (16. April) sich dem Rundfunk auf legalem W.ge anzuschl eßen, anstatt weiterhin durch ungesetzlichen Anschluß .die Allgemeinheit zu betrügen“ und sich dadurch schwerer Strafe auszusetzen. Hierauf begann der ©enbee..mit der Abwicklung seines Programms, das diesmal aus einem Schumann-Abend bestand, den Mitglieder des Frankfurter Opernhauses bestritten. Die Instrumentalvorträge und die Gesänge wurden mit Hilfe eines Lautsprechers dem Publckum vortrefflich zu Gehör gebracht. Einige kurze Nebew geräusche, die der Anschluß eines .Zaungastes“ und die Tätigkeit eines Telegraphisten hervorriefen, mußte man zwar mit in Kauf nehmen, sie sonnten aber den sehr' günstigen Gesamteindruck der Vorführung nicht beeinträchtigen, wenn man sich vergegenwärtigte, daß wir ja noch immer im Anfangsstadium der Entwicklung dieser wunderbaren Erfindung stehen und auch hier natürlich die .Kinderkrankheiten" nicht von heute auf morgen überwunden werden können. Nach der Beendigung des Frankfurter Programms wurde noch die Radiostation in London gehört, die ebenfalls instrumentale und gesangliche Darbietungen hinaussunkte. Diese Töne vernahm man infolge der großen Entfernung natürlich schwächer als die von Frankfurt, aber trotzdem in ganz wunderbarer Reinheit. Das Rundfunkhaus wird unseren Mitbürgern täglich Gelegenheit bieten, in seinem gefällig hergercchteten Vorführungssaale den Raoiodarbietungen in Worten und Tönen zu lauschen. Gestützt auf den ausgezeichneten Ver-, lauf der Eröfsnungsvorführung kann man den Besuch dieser Radioabende all denen warm empfehlen, die teilhaben wollen an dieser gewaltigen Errungenschaft der W ssenschaft unb Technik, vo« tcc wir noch ganz Aust rordenllichLs, heute schie- Unfaßbares erwarten können. Bornotizen. — Tageskalender für Montag; Deutschnatl. Dollspartei: 81/4 tthr im Gewerbehaus Ntttglieder-Verscnnmlung. — Gieß. Freiw . Feuerwehr: 8 Llhr Stadt Kassel ordentl. Mio glieder-Dersammlung. — Schutzenverein: 8V* Llhi Schützenhaus Frühjahrsversammlung. — Pächterversammlung: 8V2 Ubr im Schcpkapah. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Der Kaufmann von Venedig". — Palast-Lichtspiele: „Menschen und Masken". — RunksunkhauS: 8Vs Ähr Beethoven' Abend. — Aus dem Stadttheaterbürv wird uns geschrieben: Da von vielen Seiten der Wunsch geäußert worden ist, von einer Opernaufführung in der Nähe der Osterfeiertage abzusehen, hat die Theaterleitung mit der Frankfurter Intendanz sich dahin geeinigt, daß die Aufführung von „Stradella" aus später verschoben wird, aber jedenfalls noch im April stattfindet. Gelöste Karten behalten für die Vorstellung, deren Termin noch bekanntgegeben wird, ihre Gültigkeit (Siehe Anzeige.) — Gießener Schwimmverein. Mittt woch abend Mitgliederversammlung. (Siehe Anzeige.) S vertieren Sie, wenn Sie ihr Haar nach weiter mit Seife oder den veralteten, sodahaltigen Kopfwaschpulvern mißhandeln. Das gesunde, kräftige, üppige, seidenglänzende Haar — wie Sie es sich wünschen — gibt Ihnen einzig und allein der regelmäßige Gebrauch des millionenfach bewährten, sodafreien Kombelh-Shampoon zu haben: Emil Kam, Central-Drogerie, Hans Noll, Neustadt» Drogerie, Drogerie Walter Waldschmldt 2903D tation zur Verbreiterung der Basis des Ä'iltur» theattrs tn Hessen beschlossen wurde. Die Tagung, die mit einem Referat des DerbandssekretätÄ Hans v. Zwehl, Fcankfurt a. M.. über die künstlerischen Forderungen des nunmehr in 120 Theater gemeinden mit mehr als 700 000 Mitgliedern im ganzen Reich wirkenden Verbandes eröffnet wurde, trat einmütig für die Hebertragung des Vollsbühnen-Gedankens von den Großstädten auf die mittleren Orte und das Platte Land ein. Dis Verdienste der großstädtischen Volksbühnen um die Schaffung eines festen, literarisch wertvollen Spielplans wurden allgemein anerkannt. Der Kongreß sprach sich für unbedingte Ablehnung des korporativen Systems aus und hielt an dem bisherigen Prinzip der Eivesi mitgltedschost mit in sich geschlossenen Gemeinden fest. Eine parteipolitische Einstellung wurde allseitig verworfen. Zur Der iefung der Theateo- pflego auf dem Lande wurde der künstlerische Aisbau des F anlfurter Künstlertheate^s in Verbindung mit der Zentralstelle zur Förderung bet Volksbildung und Jugendpflege in He sen gefordert. Zahlreiche Klagen über das Dilettantentheater und die Mißstände auf dem Testete des Konzessionswesens wurden erörtert. Die Aussichten der Bewegung wurden ttotz der wirtschaftlichen Not der Zeit als sehr günstig angesehen. Beschlossen wurde die Errichtung einer bei fließen Dezrrksg «.uppe des Verbandes zu deren Vorsitzenden Gröhner, Darmstadt g wählt wurde. Als Vorort der Truppe wurde Marnz bestimmt. Das Sekretariat des Verbandes für Südwest- deuischland unter der Leitung Hans v. Zwehls befindet such Frankfurt a. M., Döttgerstraße 12. i Bitte prüfen Sie Färberei Gebr. Rover 9T230 Ladens Marktplatz 18. | Holzverkauf I Die Gemeinde Wetterfeld beabsi Die leute“ an die Expedition erbeten. 2904A 010)1 oelaben. MWmM Mr den Bezirk Gießen und TäciliÄ eintreffena! ssriedberg wird rühriger 2907V S d) m i b t Sendungen grobe Neues 1 3 13 19 14 8 1 3 1 2 12 14 8 AU verkaufen 019216 Steinstrabe 86» H. Ausführliche Bewerbungsschreiben m. Zeugnisabschriften und Referenzen unter „Werbe- Derlin, Qfatrt« machten Altmark in von 11—11 Vg Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Dorf- Gill für das Rechnungsjahr 1924 liegt vom 15. iis einichl. 21. d. Mts. bei uns bleiet dmnb Idee« bebe» Gebatt an ULbestoffen saf<6eiten Gokatz f6* die durch sportliche Leistungen veo- beambte Meveekeattr HARTWIGSV0GELA.-6. -Alur VI Nr. 1557/.O Grabgarten das. 21 qm Nlur VII Nr. 14 Grabgarten in den Der- 12. April. Llngetvöhnlich reiche Klingelfaprer bei dem Kaufmann der Rankestraffe 29. 3n dec Zeit Uhr vormittags öffneten sie die einem Dietrich, ohne das Schloff aen.......519 qrn Alur VI Nr. 101 Acker bei der vordersten Ruh...... 2895 qm Die Gemeinde Wetterfeld beabsichtigt nachverzeichnetes Holz im Wege des schrift« Gießener binen Mittwoch,lö.Npril d. I., abds. 8 Uhi^ im „Postkellcr": Mitglieder' Versammlung Wir bitten dringend nm vollzähliges Er» scheinen. W92V Ter Borstand. Shre Zicnreaor-ÄuastateMiisiero, Garderobe «sw. Der eine oder andere Gegenstand läßt sich durch ehern. Reünfigen oder Färben sicher wieder wie neu herstelien» Führende Annoncen-Expedition des In- und Auslandes mit in- u. ausl. Adressbuch-Abteilung sucht für ihre Frankfurter Zweigstelle bewährte Werbe-Fachleute für den Aussendienst in Giessen. zu verkauf' n. ni«is Scböne Aussicht E»interbauS. eeaeeeeeeeee = 0,65 — 2,18 = 0,21 = 2,50 = 9,20 — 8,01 — 3,91 = 4,11 0,25 — 3,47 =14,34 =11,13 ^en.-Berrr. n. gabrttlager: 'AlbertGoebel,Cassel, Wcftlh straffe 23, Fernruf 722b_______________2790^. Detr.: hohe Steu em und Pacht Tic Cinberufev •HSHSSMU Männer-Gesangverein „Liedertafel" GieBen“. Werte Mitglieder! vröeiiff. ffienetal- tierfammiing imDereiuslokul Ho tcl Schwab iFelser» keller). Tag.-O.: 1. Bericht, L RechnungSablage, 3. Anträge, 4. Bor» stand wähl. 5) Ver» schiedeneS. Punkt 8-/, Ubr. Der Vorstace. Vertreter für den Vertrieb von Braunkohlenbriketts ab Lieferwerk gegen hohe Provision gesucht. Schristl. Angebote unter 2901D an den Gießener Anzeiger. Wohnung mit _ . xu beschädigen. Die Verbrecher du.chsuchten und durchwühlten die Behättntsfa, rissen Wäsche und Kleidungsstücke aus d.n Schränken heraus. Ceftn aber alles andere liegen, nachdem sie im Schreib- ti d) 50 000 ©oDmart bares G Id gefunden hatten, darunter 20 Scheine zu 1000 Aentemnark. ■ 3. n » 4. „ ’ EschenstLmme 4. w - n 5. „ : Kiefernstämme 2. „ H 3. „ » 4. , u 5. „ «, Grubenholz Lärchenstamm 5. Kl. Fichtenstämme 3. „ n 4. u n 6a „ lang, 36 mm Durchmesser. ein Schlüssel 85 cm lang, zu verk. ^aunSbachNr.155 t%äd)kroer= V sammlung Sämtlich' Pächter von städtischem Gelände werden auf heute IS Montag abend 81/* im Scbivkavast ein- hlaiaj für mittlere Figur zu verknusen 019218 Selteröwes 22 L Seefische zumbilligstenTageS- prctSI [2914c Hamburger Fischhandlimg A. Koch Aachs. S chulstr 10, Tel.1612 „ 5b „ = 4,08 „ Hälfte des Kaufpreises ist nach er. folgtem Zuschlag zu zahlen, die andere Hälfte wird gegen genügende Sicherheit 4 Monate gestundet. Angebote sind bis zum Donnerstag. Den 24. April lfd. Iv.. nachmittags 3 Uhr, bei der Bürgermeisterei Wetterfeld einzureichen, woselbst auch die Oeffnung der eingelegten Gebote im Beisein der er- schienenen Bieter erfolgt. 2895D Der Voranschlag der Gemeinde (Ettings- hausen für 1924 liegt von Mittwoch, den 16. d. Mts., ab eine Woche auf dem Amts- zimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit daselbst vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschloffeu, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Ettingshausen, den 14. April 1921. Bürgermeisterei Ettingshausen. 3. D.: O pper. 2908V ytnier oea Tettoerigai zurück. Ts xrra®ctt De» zahlt für 4 Meter Duchenschett 50 bt8 55 ML, Duchentnüppel 42 bis 46 Mk., Fichten- und Kiefemknüppel 32 bis 35 Mk. Starck geboten wurde von einem Holz Händler und verschiedenen Bäckern auS der Umgegend. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M, 12. ApriL Die Stadtverordnetensihung nahm in knapp zweistündigen Beratungen den Haushaltsplan für 19 2 4 an. Der Etat wurde in der Allgemeinen Verwaltung im Ordinarium mit 71679100 Ml. Einnahmen und Ausgaben, und im Extra-Ordi- narium mit 9 618 400 Mk., in den Betriebsverwaltungen im Ordinarium mit 32 044 503, und im Extra-Ordinarium mit 4 967 900 Mk. festgesetzt. Aus Antrag des Hauptausschusses erfahren ve.- schiedene Abgaben und indirekte Steuern Aen- derungen und Ermäffigungen. Das Wassergeld wird mit Wirkung vom 1. April ab von 25 auf 21 Pf. herabgesetzt. Eine Minderung der Gebühren für Elektrizität ist ebenfalls in Aussicht genommen. — Auf dem Hauptbahnhof erlitt am Freitag früh der auf Durch- reise nach dem Süden befindliche Hniberfitätd» Professor Dr. Reinhold von Haustein aus Berlin einen Schlaganfall, dem er nach wenigen Sekunden erlag. — Auf dem Hauptbahn» hof wurden am Samstag einem Herrn aus Köln zwei Koffer mit Messegut (Fri'euvactikel), einer Frau aus Wiesbaden die Tasche mit 400 Mk.. einer Frau aus Hanau die Handtasche mit 180 Mark, einer anderen Frau die Lasche mit 150 Mark von bisher nicht ermit eiten Tas chen- dieben gefloßen. — Wäh.end ein Kra.ftw gen- führer einen Augenblick sein Fah.zeug I 1 4635 an der Galluswarte unbeaussichtigt lieft, sch'rang sich ein Mensch auf das Auto und jagte mit ihm davon. Bis zur Stunde fehlt jede Spur von dem Diebe. — Der Hundesperre sind bis jetzt in Frankfurt rund 400 frei um* herlau sende Hunde zum Opfer gefallen. Die Tiere wurden in der Tfarverwertungs- crnstalt getötet an den Meistbietenden versteigert Die Deraufferung hat sich auf das Zubehör zu erstrecken. Bei dem Grundstück Flur VI Nr. 101 (Sägewerk) gelten als mit- verkaust das zur Ausübung des Zimmer- mannsberufs und der Holzschneiderei erforderliche Handwerkszeug und die Maschinen. Der Käufer hat in die bestehenden Lieferungsverträge einzutteten. Die von den Bestellern bereits geleisteten Zahlungen -werden ihm vergütet Die Zahlung des Steigpreises erfolgt an die Spar- und Leihkasse e. G m b H. in »Hungen in 10 Martinizielen 1924 bis 1933 -mit Zinsen vom 1. Mai 1924 an in der jHöhe, die die «nannte Kaffe für Hypothekendarlehen im allgemeinen fordert. Der Steigerer verpsiichtet sich zur Sicherung des Steigpreises nebst Zinsen eine Sicherungs. Hypothek an den oersteigetten Grundstücken auf Feingold lautend, zu bestellen. Die Ein. pragung der Hypothek soll gleichzeitig mit liche Zell des Ortf be«lett>e« ist vv« einem Brande ersaht und wird überschwemmt Die ®abriel Wohnkaus mit Hof- raum daselbst . . 166 qm Vermischtes. Starker Schneefall im Hochschwarzwalb. F r e i b u r g i. Dr., 13. April. (WTB.) In den letzten Tagen ist im Hochschwarz w a l d als Folge des starken Temperaturwech^els Schneefall etngetre en. Am Sonntag trat Schnee sturm ein. Es fielen 55 Ze itimetcr Reuschnee, so daff die Schnee deckte bis jetzt wieder ungefähr 2,5 Meter beträgt Grö- betv Verkehrsstörungen sind aber nicht eingetreten. Tragödie m einer Ebener Fabrikantenfamilie. Berlin, 14. April. (WTB.) Wie die ^Montagspost" aus Essen meldet, wurde unter dem Verdacht des Giftmordes an seinen ©(ter n tec 22jähttge Sohn des Fabrikbesit e s Georg Müllet verhaftet. Er soll zuerst den Vater vergiftet haben, um die Leitung der Fibrck und die Verfügung über das väterliche Ver.nögen zu erhalten, um dann eine Krankenschwester x u heiraten. Als sich die Mutter Müllers diesem Plane widersetzte, soll der Sohn drei Wochen später auch seine Mutter vergiftet haben. Der Verhaftete bestritt bei seiner Vernehmung jede Schuld. Als er nach, der Vernehmung wieder in Hast abgeführt wurde, stürzte er sich ans eürm Fenster des zweiten Stockwerks und erlitt einen Schädelbruch! und andere schwere Verletzungen. 50 000 Soldmark gestohlen. lichen Angebote» zu vergeben. 1 Stück Buchenstamm 2. Kl.— 1,43 Fstm. 6,88 „ Landkreis Gietzen. tt Sich, 12. April. Zwei Konzertv verschafften dem zahlreichen masMebenden Publl- Lrm unserer Stadt auSerl^ene Kunstgenüsse. Der hier schon von früheren Besuchen rühmlichst bekannte Konzertorganist Wieder verans.a tetc zusammen mit Professor Dr. Moser in der M a- kienstiftskirche ein an Auswahl der Stücke vnd Darbietung derselben erstkfasftges Orgel- ikvnzert. Gestern nun war für die hiesige Musikwelt ein besonderes Ereignis, intern der neugegründete Konzertverein zum ersten Mal mit einem Konzert in der Turnhalle vor die Oeffenttichkett trat. Die Mitwirkenten sind Mitglieder des Landest Heaters Darmstadt. Die Opernsängerin Frau Martha Kuhn-Liebel sang Lieder von Hermann LonS, komponiert von .Kammermusiker Fr. Brückmann, auf der Harfe begleitet vvn Fräulein Franziska Fischer. Der Komponist selbst spielte mit Harfenb gleitung auf der Bratsche drei Stücke alter Meister. Besonderen Beifall fand ein Harfensolo. Für nächsten Mittwoch ist ein weiteres Konzert vorgesehen, veranstaltet von der hiesigen C h o r s ch u l e unter Mitwirkung von Organist Stein, Frau Diehl auS Gieffen und Lehrer Fries aus Hofhftm. — Heute nachmittag fand in Steins Saal die Gesellenprüfung statt. Die da- 1 ei ausgestellten Arbeiten der Prüflinge legten Zeugnis davon ab, was das Handwerk der ®&en= wart zu leisten vermag. — DaS Wahrzeichen Lichs. der alte wuchtige Stadt türm stehl be- fanntllch, von der Kirche getrennt, an der alten 1 Stadtmauer. Durch den Durchbruch der Stadtt . mauer und Riederlegung eines alten, baufälligen ! Hauses neben dem Turm ist jetzt der alle Turm völlig freistehend. Die auf dem Gelände des alten Walls entstandene Straffe wichst fortdauernd durch Errichtung weiterer Einfamillen- häuser. △ Münster, 13. April. Der Sängerbund ,C h a 11 i a begeht im Sommer hier fein BundeSfest verbunden mit Wertungssingen. A Ronnenrvth, 13. April. Die Gemeinde hat die Erneuerung der Kirche beschlossen. 3m vorigen (fahre wurde das Innere vollständig wiederhergesteltt. und in die em Iayi e soll das Gotteshaus auch in seinem Aeufferea Sieder ein schmuckes Aussehen erhalten. — Zdmnermeister Karl Rinker wurde zum Ve:- trauensmann für die Landwirtschafts- rammerwahl gewähll. Kreis Schotten. ' Nidda, 12. April. Die hiesige Orts- gruppe der Deutschen Dolkspartet veranstaltete dieser Tage einen Familien- abend, der gut besucht war und einen harmonischen, echt deutschen Verlaus nahm. Nach den Eröffnungsworten des Vorsitzenden, Amtsgerichtsrat Muhl, der auch verschiedene .Zuschriften der Landesgeschäftsstelle politischen Inhalts, sowie Anträge der Landtagsfraktion bekannt gab, hielt die LandtagSabge- vrdnete Frl. Birnbaum einen ausgezeichneten Vortrag, dessen Mittelpunkt die S t r e - Jemannfche Znnen- und Außenpo- itik bildete, wie sie der Reichsparteitag in Hannover klar herauSgestellt hat. Die Rednerin kam später noch auf die hessische Fraaezu sprechen und legte dar. aus welchen Gründen die Deutsche Volkspartei die seiner- . zeitige (Srörtenmg in der Oeftentlichkeit bedauert habe. Einige jüngere und ältere Freunde trugen durch musikalische Darbietungen und durch Vorträge zur Verschönerung deS Abends bei, und das Gefühl der gemeinsamen nationalen Rot löste eine weitere Ansprache, sowie verschiedene gemeinsame Gesänge patrwtischer Lieder aus. Kreis Alsfeld. m. Werlau, 12. Aprill Bei der gestrigen Hvlzver st eigerung, die auch von F en'un- yen, Olsdorf, Groh-Erchen, Lehnheim und Grün- berg gut besucht war, blieben die P rei s e etwas DmtHatijenalletMrt liefert In leöCTgeroänfditen «Mueftattung preiswert die Brühl'fchc Univerfltiits. I Druckerei, R. Lange I Hessische Bürgermeisterei Wetterfeld. _________ Krau ff._______________ DDDOODDDODDDDDDDQOODDOODD Achtung! Ich liefere Achtung! SM.S8WM.WMeNkZ.8S JW.-88lllkllll.MsZtzerL2.8S Nur gute Arbeit. Maschinen-Steppereien werden sorglüllig ausgeführt. 01Ml1 V.V«WW8,SltziitziiiMeMllr. Touueustrake ^9111, Seilenctnaang Im l ause der Wirftckast „ßum Andres", □□□□□□□□□□□□□□□□□□oaaaoao geständig. Wegen Diebst-ahw. AnMvmgNrmM«- stahl uito Begünstigung eryiell Georg Schäfers zwei Jahre drei Monats, sein Bruder ein Jahr Gefängnis. Alle Verurteilten der Sitzung und bie 0taatg* anwallschaft verzichteten auf Berufung. (BericbtsfaaL Zwei Todesurteile. Landsberg a. d. Warthe, 11. ArE DaS hiesige Kleine Schwurgericht verurteilte den 19- jährigen Bäcker Walter Schwandt and den 20jährigen Bäcker Walter Steinbock wegen Ermordung der 50jäh igen, in Lcmdsberg wohnhaften Kauftnannswitwe Agnes Hohdorf, einer Tante Schwandts, zam Tvde. Beide erbro feiten am 19. Avvember vor. HS. die am Kochherd stehende grau, und beraubten sie. Die Beute wurde ihnen auf dem Berliner Alexanderpfatz von Gaunern geraubt der Eintragung des Steigerers erfolgen. Anschließend sollen das vorrätige Ho!z, sowie 4 Wagen meistbietend versteigert werden. Die Bezahlung des Steigpreises hierfür hat spätestens am 1. Mai 1924 ebenfalls an die vorgenannte Kaste für Rechnung des Karl Konrad Müller Erben zu erfolgen. Die Dersteigerungsbedingungen, fowie der Auszug aus dem Grundbuch können auf dem Geschäftszimmer des Ortsgerichts während bet Geschästsstunden eingcfehen werden. 29000 Hungen, den 11. April 1924. Hessisches Ortsgericht Hungen. Fendt. 1» zur Einsichtnahme offen. Es ist die Erhebung 519 qm 1 einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Dorf-Gill, den 12. April 1924. Bürgermeisterei Dors-GIN. I Verkaufe-1 LNiklstMeN IMtttliMta "‘,äWen,'*cm Wg ■ Gießen, Frankfurt, Bieber, Siegen, 13. April 1924. Die Beerdigung findet Mittwoch, 16. April, nachmittags 2Va Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 019217 Gestern vormittag entschlief sanft nach kurzem Kranksein unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Carl Pfaff Ww. Kath. geb. Dietzel . im 78. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat muß scheiden! Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unser herzliebes Töchterchen, unser gutes Schwesterchen und Enkelchen Mariechen im Alter von nahezu 3 Jahren zu sich zu nehmen. Georg Konrad Buß und Frau Sophie, geb. tauber Ludwig Buß Rudolf Buß. Watzenborn-Steinberg und Leihgestern, 14. April 1924. Die Beerdigung findet Diensteg, den 15. April, nachmittags 3 Uhr statt. 019222 Tomor * HDQ VV W3 Feinite IRandelmlldi-PHanzenbutfer-IIlargaiine hergelf. unt. Itreng ritueller Sukllckt Sr. Chn». Herrn Rabb. Dr. B.Wolf, Köln für die Peiaditage ■«"■■■ ii 11 ■ Itets Midi zu haben bei: ■ ■ ■ ■ > 3enny Speier Ww. b"W‘* 3n allen anderen Pefadiwaren halte mich heftens empfohlen. Kaffee, eigene Rösterei, großes, reichhaltiges Lager in Rohkaffees M.UA.8WS garantiert kräftig, reinschmeckend, hochfein im Aroma Pfd. Mk. 3.00, 3.60 und 4.00 Ws.WW« Pfd. 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April, abends 8l/4 Uhr Grotzer wissenschaftlicher Vortrag des Schriftstellers Emil Kröning, Cannstatt. Thema: Der Auch der Unwissenheit für das Glück der Ehe Wir wollen eine wissende, zielbewußte, asser Verweichlichung und Oberflächlichkeit abholde Jugend - vollwertige Menschen, die ihre Schöpfer loben und voll Kraft den stampf um die Zukunft des Menschengeschlechts zum siegreichen Ende führen. - Die Pflichten des Weibes. - Anklage gegen solche Erzieher, die unsere erhobenen, ehernen menschlichen Naturgesetze verheimlicht wissen wollen und schuldig an der Vernichtung fast alles Fugend«, Lebens« und des echten, hohen Liebes- und Gattenglücks sind. Aus dem 2. Teil des Vortrages: Vie pflicht der Verhütung der Mutterschaft bei leidendem und geschwächtem (Organismus. Barmherzigkeit gegen die ihrer Kraft und Schönheit beraubten Mütter, die fühlen, daß sie keinem lebensfähigen Kinde mehr das Leben schenken können und in ihrer Rat. und Hilflosigkeit zu Verzweiflungstaten getrieben werden. Hilfe! - Die letzte Lebenskraft zerrüttenden Fehlgeburten infolge Versagens der Organe. - Lebensarme Kinder und entsetzliche Säuglingssterblichkeit. - Den Frauenkörper außerordentlich schädigende Hilfsmaßnahmen. - Wodurch sich beide Gatten zu Grunde richten. — Tod durch Spritzen, Stifte usw.— Der Schwindel mit Pillen, Tropfen, Tees usw. Wir haben einen der berufensten Männer auf diesem Gebiete zu einem Vortrage gewonnen. 3n jeder Stadt wollen ihn Tausende hören. Deshalb haben wir uns entschlossen, diesen Vortrag nur für die Mitglieder des „A. D. ®. B.", des „Afa" und „A. D. B." und deren Frauen und erwachsenen Angehörigen zu arrangieren. Die Vorstände. ___(Eintritt nur gegen Horweifung des Mttgliedausweifes. 019211 (Eintritt 40 Pfennig. ®®eee®ieeeeee Für einen neu zu errichtenden Filialbetrieb in unmittelbarer Nahe Gießens Aff einen tüch- suche ich JUl ügen, zuverlässigen Meister der in allen Iweigen der Zigarren- fabrikalion durchaus erfahren ist und in der Lage sein mutz, Lehrlinge an- zulernen. Evtl, käme auch ein inten. Iigarrenmacher in Frage, dem Gelegenheit geboten würde, sich zum Meister auszubilden. Schr. Angebote unter 2902V an den Gietz. Anzeiger. GGOOOSrSGSSSO Stores nur haltb. Qual, ht solider Ausführ., Mk. 8.25, 7.90, 5— (Sämtliche von uns angebotenen Stores sind stets vollkommen lang und breit!) Madras-Garnituren (Etamme glatt, gestreift, tariert, in vielen llnalitSten, von ML. Im Madras-Stückware ää Nulo-Köper in weiß und elfenbein, in allen Breiten wieder (FTpnnnfO mtt »««bl»*, Handstickerei, und Hand- vuyumt -U l U L V klöppelarbesten führen wir als Spezialität in größter Auswahl. 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Der Kaiser. . . der Sohn des Himmels Plänen. (Fortsetzung folgt) Telephon Römer 3672 Heiligkreuzgasse 30 Telephon Hansa 9812 In allen besseren Spezialgeschäften zu haben SchulstraOe WWWWMMW üellbelfife* *,"5* zivLillBiitz- Jaekenk^ün. Wo?sngid.Gestl,äsie- «cbitbe, Gr 37, äh verknusen 019203 stelle d. (91 st cingelrngene tooflenidinft mit delüirVUer Ai iJilittil. Goetbcstr. 63 III. enzel Erna WA tu» 019202 zum Verkauf. 30» Am, W Telephon 2036. Nordanlage 11. \ Lichtspielhaus Palast-Lichtspiele Der Vorstand A. Baumann. Walltirstr. 33 2917c Anfang * Uhr, 6 Uhr, 8.10 Uhr. 2915D IJtj Vertreter: en. Pickel. Blüten Gießen, den 12. April 1924. 2899D Gut eihnlleneS 019,64 Fahrrad au verk. Wo? fnnt d. ©efcbäfteft. d. G. 91. r Nerttkluna ein. lens finaciübtten iptMÄttlfcl suchen t TÜbxlflt orstSnde. Weisung der 019211 f*HOTO- ART1KEL Heftet MUeOsWer öolimet WWÄ.W « Mkl 'biinö wenn man abends den Schaum von Zucker's Patent-Aicdizinal.Seife eintrocknen läßt. 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Rein, Herr Generali Mit eigener Kraft, vhne" Hilfe der anderen werden wir das Land schützen und den Feind abwehren." Georg Isenbramdt sprach nicht weiter, als müsse ec sich besinnen. Den General drängte es zu fragen. Aber ein Blick auf die Züge des Ingenveurs lieb die Frage verstummen. Da begann dieser wieder zu sprechen. Fast befehlsmäbig WWrWIWlllO-Wll. Sin Roman aus dem 21. Jahrhundert von HanS Dominik. ^'i.Uhr ?aö |;rflDfllfl W-lpprt n. Bedarfsartikel In größter AuewahL Projektions-Apparate Kinos. Filme zu verleihen. Central-Drogerie [^•D] Schalstraße -he ‘ J°n®ertigf 'N de" fiamni WenU! Wogt gegen ft hohen bt Stclluag In uenlolem -aus« it ob. bei Niere« ieva«T per l oo Sl S'nnebo'e iifj 0HI2J1 an den iiiiiw wtkyrevv noch vte Herzen der unirtoreen imte» dem Eindruck der Ereignisse standen, kam die -weite Botschaft: „Schantt, Toghon-Khan, der Herzog vxr Dvbraja, ist Regent." Da regte es sich stärker, lauter im Lande. Veraschte Glut wollte sich wieder entfachen.. Gefesselte Hände zerrten an ihren Banden. Gefesselte Zungen wollten sprechen, ilnb dann war es wieder still wie am Tage zuvor. In der Rächt, die dazwischen lag, hatte die Faust des Schanti schon zugegcisfen. Was gegen ihn lvar, befand sich in den Händen seiner Häscher. D.e Stimmen der führerlosen Gefolgschaft wurden schwächer, und dann verstummte alles vor der Wucht der neuen Losung: „Krieg den Europäern!" Wie ein Steppen feuer lief es durch die weiten Ebenen des Reiches und entflammte alle Geister. Wer hatte die Parole ausgegeben? Riemernd rvuhte es. Tie neue Regierung schwieg. Schwieg auch, als die Vertreter der fremden Mächte sie interpellierten. Und dann schallte es weiter und fand sein Echo auf der ganzen Erde. . . Krieg!? Es war um die sechste Morgenstunde desselben Tages. Toghvn-Khan fab im groben B^ ratungszimmer des Palastes. Tie fensterlosen Wände waren bedeckt mit groben und kleiner Karten. Die langen niederen Tische waren verborgen unter den Stöben von Papieren uni res: Itting haft Wihos. > Schönheit bt- lebensfähigen Jn ihrer M neben werden. B Fehlgeburten "e Kinder unb enkörper auhtr. ’M sich beide ni Stifte usw.- Grga privat WStWWiiltte Goldmark 135.— 019207 Orga-Nebenstelle Gießen: MWÄVlMÄMSSkMieS Bahnhofstraße 45/60 Sofort lieferbar! mer ans diesem *-rsammlungen soll vorgeschlagen werden, daß Ine Iahresgewinne zusammengevorfen und unter beiden Cescllschasten, nach Maßgabe des jeweiligen Akticnlapilals, zur Zeit also iin Verhältnis tert 600:348, verteilt werden. Die Erträgnisse and Dezngsrechte auf ine bisher nicht verwerte-- ten Aktien beider Gesellschaften verbleiben den eiwelnen Firmen. Die sämtlichen Auisichtsrats- glleder der einen Gesellschaft sollen bei der nächsten Generalversammlung in den Aufsrchts-- rat der anderen zugewählt werden, gleichzeitig sollen sämtliche Vorstandsmitglieder der einen in den Vorstand der anderen eintreten. An der Spitze der Interessengemeinschaft soll ein Arbeits- ousschutz stehen, dem je drei Aufsichtsrats- und drei Vorstandsmitglieder von jeder Gruppe an» gehören. Der Hauptzweck der In'eressengemein» fthast, deren Dauer bis zum 31. Dezember 2000 Lufen soll, liegt darin, daß der Wettbewerb zwischen beiden Gesellschaften ausgeschaltet und **bt gemcinscha tlich aufzustellendes FabrUations- v--ngramm erhebliche Ersparnisse in der Pro» tniflion ergeben soll. In gleicher Weise sollen d-e Dispositionen für den Einkauf der Roh- zrxitcriaüen und den Verkauf der Fabrikate Der» ^nheitlicht werden. * Siemens & Halske A.-G. Der Auf- slchtsrat hat den Geschäftsabschluß über das am 80. September 1923 beendigte 28. Geschäftsjahr genehmigt, der unter Hinzurechnung des Vortrags «nid dem Vorjahr einen Geschäfts gewinn von KX) 151 316 165 349 Mk. (i. D. 212 141011 Mk.) oufweist. Es ergibt sich ein Reingewinn von Papier mark 95 123 700 581 815 (i. D. 108 215 306), wobei in di: Handelsunkosten des Gewinn- und Verlustkontos ein Betrag von 100 000 Goldmark far eine Entschädigung des Aufsichtsrats vorgesehen ist. Es wird beantragt, den Reingewinn •uf neue Rechnung vorzutragen. Die Generalversammlung ist auf den 30. April einberufen worden. I • Siemens-Schuckert-Werke G. m. b. H. In der am Freitag abgehaltenen Sitzung des Aufsichtsrats wurde der noch in Papiermark aufgestellte Geschäftsabschluß der Gesellschaft über das am 30. September 1923 zu Ende gegangene 22. Geschäftsjahr vorgelegt und genehmigt. Der Geschäftsgewinn beträgt einschließlich des Dor- rags aus dem Vorjahre 86 167 238 120 649 Mk. ü. D. 220 938 270 Mk ). Rach Abzug der Hand- cungsunkosten bei der Zentralverwaltung, der Anleihezinsen und Abschreibungen ergibt sich ein Reingewinn von 80 892 604 628 165 Mk. (L D. 180 303 712 Mk.), der auf neue Rechnung borge- trclgen werden soll. i • Generalversammlung der Bayerischen Großkraftwerke. Die ßur Nutzbarmachung der bayerischen Groh- wasserkraft gegründete Gesellschaft Walchensee-Werke, Mittlere Isar- und Dayernwerke hielt am 11. April ihre Generalversammlung ab. Trotz der äußerst schwierigen Zeitver- haltniise konnte im letzten Geschäftsjahr bei allen drei Werken die Fertigstellung der Bauten und Vorbereitung der Betriebsausnahme im wesentlichen erreicht werden. Walchensee- Werke und Bahernwerke konnten vor, mehreren Monaten bereits teilweise in Betrieb genommen werden. Die Generalversammlung der drei Werke genehmigte einstimmig die Anträge der Verwaltung, von der nur eine Bilanz, aber nicht eine Gewinn- und Derlustrechnung vorgelegt wurde. In den Aufsichtsrat der Mittleren 3Jar A.G. wurde der frühere Reichspostminister S t i n g 1 hinzugewählt. * Zu den Zahlungsschwierigkeiten verschiedener Hamburger Banken werden dem „Berliner Bö -sen-Eourirr" folgende Einzelheiten mitgeteilt: Die Firmen haben zunächst verlacht, sich durch Nehmer von täglichem Geld — auch zu dem höchsten Zinssatz (der Satz betrug in den letzten Tagen vis zu ’/2 Prozent pro Tag) — zu halten, bis die Zinscniast ni-ht mehr tragbar war unb die täglichen Gelder nicht mehr zur Verfügung stairdcm. Dazu kommt v.el- fach das (Beilagen der Kundschaft, die ihre versprochenen Zahlungstermine nicht cinlxilten kann. Auch der erwartete älmschwung auf dem Franken- markt bleibt aus. worauf immer noch die i solchen Engagements verpflicht, ten Firmen hoffen und sich deswegen bis zum letzten Augenblick auf jede mögliche Weise zu behaupten suchen. Da die noch laufenden Franle.lverpflichtungen andauernd den gesamten Warrn- und Gelornartt beunruhigen, zumal über die Höhe dieser Verpflichtungen sehr verschiedene Meinungen bestehen, wird jetzt eine provisorische Skontierung dec bestehenden Verpflichtungen für Mitte Aprrl in Aussicht genommen. Die Berliner Bankfirma Sachs, Warschauer & C0. teilt mit: D.e Schwierigkeiten unserer Gesellschaft, die sich von De-i en- Spokulativnen stets ßwng tot ©> schäftsaufiicht beantragen mutz len, die uns bewilligt worden ist. Wir sind nunmehr bemüht, unsere Forderungen und unece Vecmögensw r e flüssig zu machen, um unseren weiteren V«Lp|l.ch- tungen gerecht werden zu können. Berliner Börse. ^Berlin, 12. April In Börsenkreisen macht sich heute eine etwas freundlichere Beurteilung der Lage bemerkbar. Man glaubt, daß das Reichskrbinett in feiner Sitzung am kommenden Montag der Aufforderung der Rcpcrrationskom- mission, in Besprechungen über die Vorschläge der Sachverständigen einzutreten, Rechnung tragen wird. Es fehlt allerdings nicht an (Stimmen, die vor allzu großem Optimismus warne.r. Man verweist vor allem daraus, daß in den bisher in Deutschland bekanntgewordenen Auszügen aus dem Sachverständigenbericht sehr schwerwiegende Bestimmungen nicht enthalten sind, Die nach Angabe französischer Blätter im Bericht stehen. Im heutigen Freiverkehr an der Börse bestand besonders starkes Interesse für Dcmlaktten, unter denen wieder die Anteile der Berliner Großbanken besonders gesucht waren. Man sprcht hier und am In du st r ieaktienmarlle von ausländischen, vor allem englischen Käufen. Offenbar gibt das niedrige Kursniveau und die Stab lität des französischen Franc der internationalen Spekulation Veranlassung, den deutschen Effekten wieder größere Aufmerksamkeit zu schenken. Auch Kriegsanleihen lagen sehr fest. Die Geldmarktverhältnisse zeigen keine wesentliche Veränderung. Im Devisenverkehr bleiten sich Kurse und Repartierungen im bisherigen Rahmen. Im Tauschverkehr wurde das englische Pfund mit 721/» französischen Francs gehandelt. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSgedrückt. BuenoS-AireS, London. Neu- horL Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) Banknoten. (Ohne Gewähr.) 11. April 12 April Repart. °a Amtliche («flb Noneruna Brie^ Amtlich: Jiotleruri i Wei 11. 12. kkmN.-NoN. 166,61 167,39 15 b,61 167,39 1 1 PrfT.-Tlntro. 20,95 21,05 21,25 21,35 1 1 Ibdfrtanla 57,85 58,15 57,61 57,69 1 1 Äotxnbaarn 69,82 70,18 69,58 69,92 1 1 etoifbolm . 110,92 111,49 110,72 111,29 1 1 HklsingsorS 10,57 10,63 10,47 10,53 1 1 stlalteii. . 18.55 18,65 18,55 18,65 1 1 London.. . 18,205 18,295 18,205 18,295 1 1 Neuvork .. 4,19 4,21 4,19 4,21 1 1 Part» . .. . 24,74 24,86 25,04 25,16 1 1 schwel» . 72,72 74,08 73,52 73,85 1 1 Cpanterr . . Wien in D-- 66,15 56,44 65,96 66,24 1 1 etft.abat't 6,08 6,12 6,08 6,12 1 1 Prag. . 12,56 12,64 12,46 12,54 'M K 1 1 Budapest. . 6,03 1,375 6,12 6,05 5 60 Buen^Aire» 1,885 3,31 1,375 1 1 Äulgarten 3,29 3,29 10 'O Japan .. . 1,775 1,785 1,775 1 1 thio oe Jan- 0,475 0,48 1,475 1,48. 10 10 ibelaraO - 5,63 12,96 5,h7 5,61 '2.96 6,6/ 1 10 Ltüävou . 13.04 12,04 1 1 FrrH«. 12. April voll voll Märkte. 2 voll 2 firr Wotrn......... . anjiniichk Roten ........ int'che Noten.......... chwedilchr Noten ...... olländische Noten........ uisch-Oksterreich, 1 100 Ärotwn merikantiche Noten....... nglilche Noten.......... taNenische Noten ....... velgistde Noten.......... Ungari1d)f Noten......... Kcbcchoilowaktsche Note»..... Nornregtiche Noten ....*••■ Rumänisch« Noten. ........ Gpaatlch« Roten- ....... . Bries 73,88 >7,07 69,92 111,28 157,39 6,22 4,21 18,30 20,6 21, b 5,81 12,61 57,89 2.41 56,24 Keld 73,42 i 26,93 89, 8 110,72 166,01 6,18 4,19 18,20 20, 5 2 >,25 5,7, 1?,5S 67,61 2,-9 d'.Sö Nevarr. °/. 2 1 2 2 1 5 1 Berliner Produktenbörse. Berlin, 12. April. Bei dauernd Heinern Angebot vorn Inlande bleibt auch heute das Getreidegeschäft sehr günstig. Weizen wird von Pro- vinzrnühlen einzeln etwas gefragt. Roggen ist hier außerordentlich schwer und nur zu Preisen zu verkaufen, die merklich hinter den Forderungen zu- Der intime Stinnes. Mit Hugo Stinnes war eS ähnlich tote z D mit August Scherl. Ein berühmter Monn, ein vielgenannter Name, aber N^e- Tannic ihn, wer sah ihn Von Angesicht zu Ansicht außer feiner Familie und außer den intim!Ien Mitarbei ern? Im Speisesaal oder in der Halle des Hotels Asplanade zu Berlin (onntv man ihn du.ch Zufall treffen. ®t bcwohntr ständig einige Zim ner im erfkn Stock dieser Riesen-Kar-awanserei. Gr war ja Besitzer dieses HauscS, das frühe: dem Hohcn- Ivhekonzern gehörte. Wer ihn spachen durste, mubte hinüber kommen in sein sehr bescheidenes Privcckbureau, gleich um die Ecke, Po sdamer Strus-e. — So einfach die Räume, so eins.ich der Mann. Aus gedrungenem Körper ein ma figer Kopf mit schwarzen kurzen Haaren und Spitzbart. „Nedrckadnezar" der erste Eindruck. Die Gesichtsfarbe g lblich. Die Augei e was geschlitzt, verschmitzt, schlau, beinahe stechend, nie lächelnd. Die Kleidung schlimm. Ein Rock von mangelhaftem Schnitt, mit zu weiten und zu (an en Aermeln. Tie Hosen saßen schleht. Man sah, daß Stinnes auf derlei Dinge nicht das geringste Gewicht legte. Alles Nebensächliche behandclle er mit einer an Perachlung grenzenden Gleich- gültlgfeiL Aeußcrlich, in seine, e irren Haltu g, blieb e Wiethe, der er als junger Mann zu n Zuecke d r praktischen Ausbildung eine Zeit lang ge .e en. Uni) doch, beim ersten Wort der Wel.mann, der die anderen Menschei zu durchschauen and zu benutzen entschlossen ist. Kein Redner. Eher Beobachter. Sein Sprechen war ein scheinbar müdes Flüstern und Murmeln Auch in der Oeffentlichkeil. Nie ein Wort zuoe. Alles aufs Sachliche eingestellt. Eine Rechenmaschine, ste.s, beim Speisen und nachher, umgebe i von Leuten, die geschäftlich mit ihm zu tun hatten. Und jeden wußte er mit seine: ruhigen, kalten, üb.r- leg.ne.i Sachlichkeit zu gewinnen Die Geschä ts- briefe, die er diktier e waren oft allgern Innen Inhalts, gefrorene Dorfe ungen über wirtschaftliche Fragen. Vervielfältigt gingen die.e Dttefe an sämtliche Filialen. Hugc Stinnes war ein Arb lltsFanatiker. Er arbeit te ununterbrochen jahraus jahrein täglich achtzehn S-unbm. Scknen e gettlichen Wohnlltz, die Villa in Mülheim a d. Rutzr, sah er nur gelegentlich Denn zumeist befand er sich auf Reisen. Ruhelos trieb es ihn von Ort zu Ort. rückbleiben. Den Anlaß hierzu gibt weiter die anhaltende Konkurrenz der R. G., Tendenz eher schwächer. 3n den Cispreisen für Abladung von Ostpreußen und Pommern nach den Nordste-Häfen überwiegt das Angebot und ist billiger anzukommen. Die gleiche und zwar nahe Abladung für Hafer ist einzeln mehr gefragt, Das Konsum-Geschäft ist hier sehr schleppend. Gerste sehr lustlos, Mehl ruh g, Kleie wenig verändert. Man notierte für Getreide und Oelfaaten per 1003 Kg., sonst Per 100 Kg., ab Station: Weizen, märt, 170 bis 177, Weizen, pomm. 165 bis 63, Roggen, märt 133 bis 140, Roggen, pomm. 128 bis 134, Roggen, wcstpr., 128 bis 130, Sommergerste, märt, 170 bis 190, Futtergerste 150 bis 165, Hafer, märt, 127 bis 132, Hafer, pomm. 120 bis 128, Weizenmehl 25 bis 27, Roggenmehl 20.75 bis 23, Weizenkleie 10.70 bis 10.80, Roggenkleie 8.60 bis 8.70, Raps 310, Leinsaat 410, Viktoria-Erbsen 27 bis 29 Kl. Speiseerbsen 16 bis 17, Futtererbsen 13.50 bis 14, Peluschken 12.50 bis 14, Ackerbohnen 16 bis 18, Wicken 12 bis 14, Lupinen, blaue 12.50 bis 13, Lupinen, gelbe, 16 bis 17, Seradella 12 bis 14, Rapskuchen 11.50 bis 11.60, Leinkuchen 22 bis 23, Trockenschnitzel 9.60 bis 9.70, Torfmelassr 8.40 bis 8.60, Kartoffelflocken 20.30 bis 20.50. öiidicrtiirh. — Renner für den Steuerabzug, nennt sich eine von Steuerinspektor Lohr zusammengestellte und im Verlag Pössenbacher München erschienene, äußerst praktische und zur Anschaffung bestens zu empfehlende, dreiseitige Tabelle, aus welcher jeder in Frage kommende Steuerabzug für Lohn- und Gehaltsempfänger sofort ohne langes Nachschlagen abzulesen ist. Der Renner ist auf besten dauerhaften Karton gedruckt. Vom gleichen Verlag sind auch die für die Lohnsteuer vorgeschriebenen Buchungsformulare zu beziehen. — „Die Sonn e“, Volksdeutsche Wochenschrift. (Volksdeutsche Verlag 7an stakt, Köslin.) Einzelpreis 50 Pf., Monatsbezug bei der Post 1,70 Mk. Der Inhalt dieser, keiner Partei, keiner völkischen Organisation, keinem wirtschaftlichen Verbände verps.ichteten oder dienenden Wochenschrift soll alle Gebiete des deutschen Lebens unter dem Gesichtspunkt der völkischen Weltanschauung behandeln und beleuchten. Führende Männer der Wissenschaft und des praktischen Lebens haben ihre Mitarbeit zugesagi. „Die Sonne" will das Archiv — nicht der polittsch völkischen, sondern der geistig völkischen Bewegung sein, die immer größere Kreise des Volkes ergreift und die die einzige Hoffnung auf eine wiÄiche Gesundung des deutschen Lebens bietet. — Ernst Klein, DergestohlenePro- f e s s o r. Roman. Verlag Dr. Eysler & Co. A.-G. in Derlm SW 68. Geh. 3 Mk., geb. 4,20 Mk. Bisher haben nur die angelsächsischen Schriftsteller das Privileg gehabt, spannende Abenteurergeschichten zu schreiben. Geschichten, die man in einem Zuge von der ersten bis zur letzten Zeile lieft. Nun kommt endlich einmal ein Deutscher und macht es ihnen nach. Ernst Klein hat in dem vorliegenden Buche die Geschichte von der Entführung eines deutschen (Aelehrten erzählt, die Saft und Kraft hat. Sein Vitus Thavon ist ein verwegener Journalist, wie er in den Zeiten des alten, heute leibei ausgestorbenen Kriegskorrespondenten nicht selten war, ein übermütiger Geselle, der bei all feiner Tollkühnheit mit beiden Füßen fest auf dem Boden der Realitäten steht. Dazu sein getreuer Begleiter, der Spaniole Salomon, eine Figur, wie sie in der deutschen Literatur bisher nicht geschaffen wurde, ein Räuber, Mörder und doch ein Kerl, den man gern hat.. Unten auf dem Balkan spielt diese Entführungsgeschichte auf dem guten, alten Dallan, bellen Land und Leute Klein als ein Männ schildert, der selber ein halber Ballanier ist. — Ernst Klein, Der Mann ohne Herz. Roman. Verlag Dr. Eysler & Co. A.-G. in Berlin SW 68. Geheftet 3 Mk., gebunden 4.20 Mk. Roger Lynne ist ein Verbrecher, ein gewalttätiger und brutaler Kerl, der sich sein Leben so angenehm wie möglich macht und durch keinerlei Skrupeln erschwert. Er hat eine eigene Methode bei feinen Einbrüchen und hat mit ihr einen Weltruf erlangt, der um so größer ist, als man nur seine Taten und nicht ihn selbst kennt. Da kreuzt eines Tages in Genf seinen Weg ein blondes Mädel und nun beginnt in > diesem Gewaltmenschen der Kampf mit sich selbst. Er hat zu entscheiden, ob er den „Pascha von Aegypten", den berühmten Diamanten, stehlen oder ob er sich die Liebe der Henny Schmidt erringen soll. Das Mädchen siegt über den Stein und macht aus dem brutal zuschlagenden Roger Lynne einen braven, fürsorglichen Ehegatten. — Hans W. Fischer, Das Tanzbuch. Als Anhang drei Tanzspiele. Umschlag- und Einbandzeichnung von Prof. Walter Tiemann. Preis geheftet 2 Goldmark, in Leinen gebunden 4 Gold- marf. Verlag von Albert Langen in München. — Dieses ausgezeichnete Buch betrachtet den Tanz aus großen Zusammenhängen des Lebens und der Kunst heraus und zeichnet zugleich die Linie der Entwicklung mit klarster Sachlichkeit. Der Verfasser hat den modernen Tanz vom Iahr- hund.'rtbeginn bis za seinen letzten entscheidenden Neubildungen miterlebt; er hat die neue Kunst fast zwei Hahrzehnte hindurch als Vorkämpfer und fördernder Kritiker begleitet. In knapper und farbiger Darstellung wird ein lückenloser und Sein Ausenlhalt war der Schlafwagen. Stinnes reiste wie jeder andere Sterblich:. Gr benutzte weder Sonderzüge noch GLtraabteile Er f uhr ganz allein, ohne B:gleitung, auch ohne Sekretär. Bequ^ mlichb'it gab es für ihn nicht. Gr trug meist seine kleine Handtasche fe.b’t, die nebst zwei Ko fern von gering ?m Um ang das ganze Gepäck bildete. Auch im strengsten Winter lelaß er kein n Pelz, sondern nur einer äu)erst ei.ifachin Paletot. Gr hatte dafür Selb st Ironie. Als zum ersten Male die Rede davon war, daß bi? Franzi sen ins Ruhrgebiet ein .urüden brol ea and daß es ihnen besonderes Qkrgnügen machen werde, bas „Palais Stinnes" zu be e en, sagte Hugo Stlnn.s achselzuckend: „Sie wer e i sagen: so miserabel, wie sich der Mensch anz eht, so wohnt er auch." Hrrgo Stinnes war ein glücklicher und bub i dennoch unglücklicher Familieniater. Er lieb e feine sieben Kinder, die in allen möglichen Städten Deutschlands zerilv.ut leben, auf das zärtlichste. Aber et bekam sie fast nie zu sehen. Seine unausgesetzte Tätigkeit verbot ihm das. Nur wenn Geburtstage gefeiert wurden ließ er es sich nicht nehmen, einen hast! en Besuch zu machen. Das war alles. Dabei beberrschte ihn folgerichtiger Werdeprozeß bargefrellt. Theoretisch wohl fundiert und durch die Erfahrung tzestätigi, ist dies Buch zugleich Bekenntni? eines leidenschaftlichen und produktiven Mi'erlebens, von dein auch die beigegebenen Tanzspiele zeugen. — Tie D i ä t b e Handlung b er Zuckerkrankheit mit einigen D.merlr.ng-n über das Wesen der Zuckeekrankheit. Gemein» verständlich dargestellt von Tr. meb. Artur Do- finger. Als Anhang Kochbuch für Zucker- kranke, zusamm.ngestelst von Frau Else Do- finger. Preis geb. 1,50 Goldmart. Der.ag von Hans Kling. Bad Merg'Nlheim. — Dr. A. Dasinger, der Besitzer und Leiter dec „Diätku. anstatt am Frauenberg" in Mergentheim behandelt hier u .tei Be.üa|i^).igung de. neue .ei Anschauungen aus diesem Gebiete die einzelnen Nahrungsmitlel nach Nährwert und Inhalt und bringt für die einzelnen, nach der Schwere des Falles sich richte en Kostsotmcn heevorragend b.auchba'e Tabellen und Einteilungen. Frau Else Bosinger, welche seit 18 Jahren der Küche des Sanatoriums selber vorsteht, hat ihre bewährle.i Rezepte im zweiten Teil des Büchleins zusammengestelll. lIn . '"irr )X 'ilhrre n-, Drr Ech e s pruch im Buchdrucker ewcrbe. Berlin, 11. April. (Wolff.) Zur Lohn- disferenz im Duchdruckergewerbe wird mitgetellr, daß der Schiedsspruch vom 2. April, der die Löhne bis zum 31. Mai regelt, heute vom Reichsarbeitsministerium fürverbindlicher- klärt worden ist. Damit ist dieser Schiedsspruch T a r i s g e s e tz für beide Parteien geworden Der Deutsche Duchdrackerverein e Härte sich bereit, unabhängig davon ben Spihenlohn ber mit dem 3. Mai beginnenden Lvhnwoche um 1 50 Mk. zu erhöhen. — Der Vorstand des Verbände- der Deut'chen Buchdrucker erklärt daß die Organisation durch die Dcrbindllchckettserklärung des Spruches sich nunmehr, gezwungen sieht, an bi- Cehilicn chuft die Au foroerung zu richten, sich a uch ihrerseits dem Schiedsspruch zu unterstellen. Die Funktionäre ber Berliner Buchdrucker werben morgen zu ber Be bindlichkeits ertläiung des Schiedsspruchs Stellung nehmen. Die dänischen Reichslagswahlen. Kopenhagen, 12. April. (WB) Bei den gestrigen Wahlen zum Fvllething erlangter die gemäßigte Linke 45, die Konservativen 28. die Sozialdemokraten 55, die Radikalen 20, die Deutschen 1 Sih. Die gemäßigte Linke verlor 7 Sitze, die Konservativen gewannen 1 Mandat, die Radikalen 2, die Sozialdemokraten 7 Mandate, die Erwerbspartei verlor 3 Sitze. Es ist damit zu rechnen, daß die bisherige Koalition (gemäßigte Linke und Konservativen) im neuer Folkething über 74 Sitze verfügen wirb gegen 75 der Opposition (radikale Linke unb Sozialdemokraten). Die finnischen Reichstaaswahlen. Helsingfors, 12. April. (WTD.) An den Reichstagswahlen haben 10 000 Wähler mehr als tm Jahre 1922 tei(genommen. Das ®nb- ergebms ist folgendes: Die finnische Rechte ober Koalrtionsvartei gewann 3, die fo'.-tschi.'itllichit Partei 2, Die sozialdemokratische Arbcilerpartei 7 neue Mandate. Es verloren die schwedische Dollspartei 2, ine Agrarier 1, die Kommunisten 9 Mandate. Die Zusammensetzung des neuen Reichstages ist demnach folgende: Schwedisch« DollS- partei 23, Koalition 38, fortschrittliche Partei 17 Agrarier 44, Sozialisten 60, Kommunisten 18 Vertreter. Lösung ber serbischen Krise. Belgrad, 12. April. (Havas.) Ministerpräsident P a s ch i t s ä> soll das Mandat erhalten haben, das Parlament aufzulösen unb Neuwahlen vvrzunehmen. In ber nächsten Sitzung des Parlaments, die gegen ben 15. Mai stattfinden soll, würde das Auflösungsbekret verlesen unb die Neuwahlen für ben August an beraumt werden. ist. Schuhmacher Bei Continental-Reifen! ContinentabAbsätze sind durch Continental» Sparkeil D. R. P. doppelt haltbare im tiefsten Innern ber Gedanke an seine Frille. Fragte man ihn, welches Ziel er vor Au en h^he, was ihn bewege, wozu er seine ungeheure Arbeit leiste, so antwortete er: „Fir meine Kinder 1" Irrte er pich-? War es nicht die Arbeit selbst, von der "• beses en war. der gekchäst- liche Erfolg, die wirtschuflliche Mäht? — Wovor er Respekt hatte, toa.e.i starle Persönlichkeiten. Seine Schicke benannte e. zuerst nach bedeu'e.chen F.ckdherrn. Dann kam die „Männerklafse" an die Reihe. Jedes Fihrzeug wurde nach einer hervoriagenden Persönlichkeit r e'au 't. Man de cke an .Emil Kirdorfs', an „Dallin'. an „Adolf von Bayer". And sogar fein m politischen Antagonisten, den versto denen Ce erk,cha töf h-er Ea>l Legten ehrte er in einen Schi f In sein er Tauf- rede nannte er ßejiei „einen der Lebenörcktev Deutschlands". Denn „er war in A dereinstim- mung mit Dr. Rathenau und mir der Ansi ht, daß Arbeitgeber unb Acdeitnehn e: b e Demobll- rnachung selbst und ge.neinscha t ich in die Hand nehmen müssen." War auch Stinte Z einer Xr Lebensretter Deutschi mds? Aus die e F age w.rl» wohl erst die nächste Entwicklung des deutsch«« Schicksals Antwort geb' n