Är.2,’4 Erstes Erscheint täglich, aufcet Sonn- und Feiertag«. Beilage!: GietzenerFamUienblütler Heimat im Bild. »««atr-vezia, preis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fern sprech.Anschlüße: Schriftleitung 112, Verlag undGefchäft-.stelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten LnzeigerSiehe». popfchecktonto. grantturt t. M. 11686. Blatt 174. Jahrgang Samstag, 13. Dezember 1924 General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag. VrLhl'sch« UmverfltSls-vuch- und Stelnörudcrd H. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. ——BMM—BIMWnw——MM— SnaOnt von tn.,. ., für öic lagcsnemmet l’t-j zum NachmiNag vorher ohne jedeVerdmdlichkcit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breit« ortlichS, autmärt» 10 Goldpfennig; für Ne- Klame-Anzeigen v TOmir Breite 35 Goldpfennig, Pluhvorschrift 20* ^Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton Dr. Friedr. Wilh Lange, für den übrigen Teil Ernst Blumschein;fürde'> Anzeigenteile HanoVech sämtlich in Gießen. Die Militärkontrolle. Was die Kontrollkommission berichtet. Vari«, 12. Dez. (211.) Der ,Olcut)orf He- ralb erfährt au6 Berlin über den Stand der Interalliierten Militärkontrolle folgend« angeblich authentische Angaben: Die Interalliierte Militärkonttolle wird am 1. März zu Ende gehen. Ein AuSschußdes Völkerbundes werde die Kontrollkommission ersehen. Diese sei in ihrem Bericht au dem Schluß gelangt, daß die Abrüstung Deutschlands im großen und ganzen durchgcführt ist. Immerhin mache die Kommission einige D e • anstandungcn und behaupte beispielsweise, daß in verschiedenen Gegenden Deutschlands große Mengen vonHandwassenver- st e ck t seien. Ohne der deutschen Regierung einen direkten Borwurf darüber zu machen, werde die Kommission darauf hindrängcn daß eine scharfe Rote an Deutschland abgesandt werde. Der Bericht enthalte außerdem die Forderung nach einer Reorganisation der Polizei, die künftig in kleine Verbände eingeteilt und der Verwaltung der einzelnen Gemeinden unterstellt werden solle. Die Kommission verlange weiter dteOessnung der militärischen Archive zur einwandfreien Feststellung des Standes der deutschen Rüstungen bei der Kriegsbeendtgung sowie Schleifung der Küstenbefestigungen. Inzwischen ist, wie der „Qltatin“ meldet, gestern abend im Ministerium des Auswärtigen ein Bericht der Kontrollkommission eingelaufen. Es handelt sich nicht um den Schlußbericht. Der „Matin"-Bericht ist offenbar offiziös inspiriert. Die franzöftsche Regierung scheint cs für richtig gehalten zu haben, den maßlosen Hebertreibungen der Presse über die Ergebnislosigkeit der Militärlontrvlle in Deutschland enlgegenzutreten. Die Dvtschasterkon- ferenz, so meint das Blatt, werde ohne Zweifel feststellen, daß Deutschland die sämtlichen militärischen Klauseln des Versailler Vertrages erfüllt habe und vorläufig kein Grund vor- liege, die Desehung im 'Meinland irgendwie abzuändern. Im übrigen verzeichnet das Blatt folgende Mitteilung eines höheren französischen OfftzierS. Aus die Frage: Trifft eS zu, daß Deutschland rüstet und sein Generalstab bereit ist, einen neuen Krieg zu unternehmen? antwortete der Offizier: Rein, und abermals nein! Wir haben in Deutschland seit Einsetzung der Kontrollkommissionen ca. 87 003 Maschinengewehre, 33 000 Kanonen und 5 Millionen Gewehre zerst 5 rt. DaS Reich besitzt weder Artillerie noch Flugzeuge. Beides kann nicht im Handumdrehen her- gestellt werben, besonders, wenn man überwacht wird. Unser Land kann völlig unbesorgt sein. Deutschlond hat seine Verpflichtungen nicht vollständig erfüllt, das steht ohne Zweifel fest. Doch rechtfertigt seine mili.ärische Leistungsfähigkeit auch nicht die geringste Beunruhigung. Man darf sich nicht einschläfern, aber vor allem auch nicht in Unruhe versetzen lassen. -Der Bericht d.r inte all ierten Kontroll vmmisfion wird die Feststellung enthalten, daß Deutschland keine der von der Dotschasterkonferenz am 29. September 1922 anfgcste.llen Kategorien erfüllt habe. Andererseits steht es fest, so meint der „Matin", daß d.e Herstellung von Gewehren und Munitionsmatcrial seit 1923 fortgesetzt wurde, obwohl nicht der Beweis dalür erbracht werden könnte, daß die Bestimmungen des Versailler Vertrages überschritten worden seien. Bedenklich sei der Umstand, daß d i e deutsche Polizei in Stärke von 100 000 Mann demselben Kommando wie die Reichswehr, d. h. dem Befehle des Generals v. Seeckt unterstellt fei, der von einem allzu tätigen und zahlreichen General st ab umgeben sei. Die Abtrennung der Polizei von der Armee sei von den Verbündeten zu wiederholten Malen verlangt, aber von der deutschen Regierung nie ausgeführt worden. Deutschland habe seine Verpflichtungen nicht sämtlich erfüllt und sei in der Lage, schnell 500 000 Mann auf die Beine zu bringen. Dagegen sei es nicht imstande, diese Armee mit dem notwendigen Kriegsmaterial auszustatten. Um die Räumung der Kölner Jone. London, 12. Dez. (TU.) Der diplomatische Korrespondent des .Daily Telegraph" meldet, boS der Bericht der Militärkontrollkommisfwn eine Verzögerung von vier bis fünf weiteren Wochen erleiden würde. Die Gründe dafür wären nicht klar. In der Meldung wird angedeutet, daß die Inspektion noch nicht beendet und der Hauprdelegierte Englands bei der Kommission gegenwärtig in London wäre. Weiler wird darauf hingewiesen, daß jedes Hinausschieben der Berichterstattung über den 10. Januar hinaus die größten Schwierigkeiten rechtlicher Art für die RäumungSsrage Hervorrufen könnte. Infolgedessen würden wahrscheinlich von London Anstrengungen gemacht werden, die Berichterstattung der Kontrollkommission zu beschleunigen und einen baldigen Meinungsaustausch zwischen den Alliierten zu ermöglichen. Cs sei von größter Bedeutung, daß bei der Räumung der ersten Zone keine Unregelmäßigkeiten vorkämen, damit die Rechte jder Signgtgrmächte des Friedensvertrases bei der zweiten und dritten Zone nicht in Frage gestellt würden. Der Neichsrvehrminister gegen denRüstungsschwindel Berlin, 13. Dez. (Lok.-Anz.) Reichswehr- ministcr Dr. G e h l e r hat dem B rlin'r Bert.eter der Kopenhagener Ze>tung „Sozialdemokraten" über Deutschlands angebliche Richterfüllung der Abrüstungsbestimmungen eine Unterredung gewährt, dem Rachstehendes entnommen sei: Wir haben das schwere Opfer gebracht, unsere Waffen zu zerschlagen und unter Heer auf hunderttausend Mann zu verringern, eine Zahl, die nicht einmal mit Sicherheit ausreicht, die Aufgaben zu lösen, die der Versailler Vertrag der bewaffneten Macht zuweist. Was über angebliche Rüstungen Deutschlands verbreitet wird, gehört in das Reich der Fabel. Was bedeutet dagegen die verschwindend geringe Menge von Waffen, die nachträglich gefunden sind? Was bedeutet sie auch gegen die g e w a l t i g e R ü st u n g, die Frankreich trägt? Richts! Verborgene Waffen können nur aus militärischen Beständen entwendet worden seien, als irach dem Umsturz der Bürgerkrieg in Deutschland geschürt wurde oder drohte. Daß sic fast restlos wieder erlangt sind, ist kein schlechtes Zeichen für die Gesundung Deutschland- und für die Autorität ferner Derwaitung. Herr Läsion sagt, der geographische und geschichtliche Dienst des Großen Gcncra'ftabs wurde durch andere Ministerien weitergeführt. Damit meint er anscheinend die Landesvermessung. Soll Deutschland verboten sein, Kataster seines Grund und Bodens anzulegen? Irgend welche Beziehungen zwischen der Polizei und dem Heer bestehen nicht, scho i deZwegen nicht, weil das Heer dem Reich, die Po.izei aber den Ländern und Gemeinden untersteht. Die Präsidenten der Investigationskommissionen. Berlin. 12. Dez. (TU.) Die gegenwärtige Völkerbundstagung bestimmte die Präsidentschaft der Inveftigationskommiffi nen (Milltärkontrolt- lommission). Wie an zuständiger Stelle verlautet, sollen die Präsidentschaft für Deutschland von Frankreich, für Oesterreich von Italien, für Ungarn von England und für Bulgarien von Schweden übernommen werden. Die Veröffentlichung dürfte erst erfolgen, wenn eine Eini - gung über die P e r s o n e n f r a g e erzielt ist. Man will den Eindruck Hervorrufen, daß nicht die Staaten-, sondern die P e r f o n e n f r a g c bei Ernennung der Präsidenten der Investigations- kommission maßgebend ist. Die Parteiführer beim Reichskanzler. Am Montag Rücktritt des Kabinetts. Berlin. 12. Dezember. (TU.) Reichskanzler Marx empfing heute vormittag 11 Uhr die Führer der Koalitionsparteien des alten Reichstages. Don derDeutschenDolkspar- t e i waren die Abg. Scholz und Curtius. vom Zentrum Stegerwald, Spahn und Becker-Arnsberg erschienen. Von der Deutschen Demokratischen Partei erschienen Koch und Erkelenz. Der Reichskanzler setzte seinen Standpunkt Über die Regierungsneubildung auseinander. Wie anzunehmen ist, hat er sich in dem Sinne der dem Vertreter des „Hamburger Fremdenblattes" gewährte Unterredung geäußert. Der Reichskanzler empfing dann um 4 Uhr die Führer derD e u t s ch- nationalen Dolkspartei, den Grafen Westarp. Hergt, Schiele und den gegenwärtigen Parteivorfitzenden Dr. Winkler. An den Besprechungen nahm Rcichsaußenminister Dr. S t r e f e - mann teil. Der Kanzler berichtete über die Ka- binettssihung, in der der Rüätritt der Reichsregierung beschlossen wurde. Er wies im besonderen auf den Standpunkt der Deutschen Volks- Partei hin, die ein W e i t e r b e st e h e n der gegenwärtigen Koalition für unzweckmäßig halte und ihrem Wunsch auf Regierungserweiterung durch di« Deutschnationalen Ausdruck gab. Der Kanzler teilte mit, daß der Rücktritt der Reichsregierung nunmehr endgültig für Montag nächster Woche beschlossen sei. — Dann nahm Reichsauhenminister Dr. Stresemann das Wort zu Aus ührungen über die Räumungsfrage und die handelspolitische Lage. Kurz nach 5 Uhr wurden die Besprechungen beendet. Am Samstag wird der Reichskanzler die Führer der sozialdemokratischen Par- t e i empfangen. Das preußische Zentrum Für (Erweiterung der (drohen Koalition durch die Dentschuattonalen. Berlin, 13. Dez. Wie die TU. erfährt, bat die Zentrumsfraktion des Preußischen Landtages gemeinsam mit den in Berlin weilenden Rmchstagsabg^ordneten in Anwesenheit d?s Reichskanzlers und des Rcichsminr'ters Dr. Sofie über die parlamentarische Lage und die Stellungnahme des Zentrums beraten. Rachdem der Kanzler über seinen Standpunkt referiert hatte, wurde nach einer kurzen Aussprache zur preußischen Regierungsfrage eine Entschließung angenommen, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß die Fraktion keinerlei Anlaß sähe, an den Verhältnissen in Preußen etwas zu ändern. Die Fraktion sei weiter der Auffassung, daß die Wahlen den Willen be5 preußischen Volkes bekundet haben, an der großen Koalition und der Volksgemeinschaft festzuhalten. Zu erftreben ist die Volksgemeinschaft, d. h. der Anschluß der Deutschnarionalen an die große Koalition. Voraussetzung hierfür ist selbstverständlich, daß die deutschnationale Landtagsfraktion nicht Bedingungen für ihre Teilnahme stellt, deren Erfüllung von vornherein ausgeschlossen ist. Drei Gegenwartsforderungen der Liberalen Vereinigung. Berlin. 12. Dez. (TU.) Die nach dem Austritt einiger Persönlichkeiten aus der Demokratischen Partei gegründete Liberale Vereinigung erläßt einen Aufruf, in dem sie il a. feststellt. daß die Auflösung des Reichstages und die Reuwahlen ihren Zweck nicht erreicht hätten. Die Parteiverhältnisse hätten sich durch die Zuspitzung der Gegensätze noch zumSchliwmerenaewandelt. Die betten liberalen Parteien hatten unter sich die schärfsten Kämpfe ausgefochten und fie in der gehässigsten Form geführt. Weite Schichten unseres Volkes wären der Ueberzeugung, daß, wenn es so weitergehe, das liberale Bürgertum zur Aussichtslosigkeit verurteilt sei. Die Liberale Vereinigung sei keine neue Partei, aber eine Erneuerung des Liberalismus. Ihr Endziel sei die Schaffung der liberalen Einheit. Als nächste Aufgabe stellt sie drei Forderungen auf: 1. Die Bestimmung der Verfassung, daß der Reichspräsident den Reichskanzler ernennt und daß der Reichskanzler die Minister vorschlägt, mit denen er vor den Reichstag treten will, darf nicht zur bloßen Form- vorfchrift herabgewürdigt werden. 2. Umgestaltung des Wahlrechts, die von den liberalen Parteien unverzüglich in der Richtung der Abkehr von dem starren und unpersönlichen Derhältniswahlrccht, der Heraufsetzung des Wahlalters, der Verminderung der Abgeordnetenzahl und der Reurege- lung des Diätenwesens erledigt werden sollte. 3. Reuordnung der Geschäftsführung des Reichstages in dem Sinne, daß der Umfang der Verhandlungen, insb sond.re Etatsberatungen, kontingentiert und begrenzt, dis Zahl der Interpellationen und Anfragen eingeschränkt und das Plenum durch Abgabe geeigneter Geschäfte an die Ausschüsse entlastet werde. Beratungen der Parteien. Berlin, 12. Dez. (TU.) Die aus 12 Abgeordneten bestehende Parteileitung der Deutschnationalen Volkspartet hatte unter dem Vorsitz Dr. Winklers heute vormittag von 10 bis 1 Uhr eine Besprechung, in der die durch den Ausfall der Wahlen entstandene Lage beraten wurde. Im übrigen bewahrt man in der Deutschnationalen Volkspartei allen Fragen der bevorstehenden Regierungsneubildung gegenüber eine abwartende Haltung. Wann die Reichstagsfraktion der Zentrumspartei, deren Beschlüsse für die Regierungsbildung am wichtigsten sind, zusammenkommt, steht noch nicht fest. Voraussichtlich wird das am Mittwoch der Fall fein. Aus dem Steuerprogramm der Reichsregierung. Berlin, 13. Dez. (Z. 11.) Heber die (Neuregelung der Einkommensteuer ufw. weiß die „Dosfifche Zeitung" etwa folgendes zu melden: Cs wird ein Ueberleistungsgefey geschaffen. das unter bestimmten Voraus etzungen jedem Steu rzahler das Recht zugesteht, um iteilweise) Rückerstattungen der S.euern einzukommen. Dies kommt in Frage bei gänzlich oder teilweisen Stillegungen, Verlustprei^en und sonstigen Verlusten. Da Friedensverhältnifse noch nicht möglich find, werden die Vorauszahlungen weiter- hin gefordert, jedoch in vierteljährliche umgewandelt, wobei die Handhabung individuell fein soll, da der Staat zur Zeit i m Besitz sicherer Einnahmen ist. Für Beseitigung der Ungleichheiten aus der Vermögenssteuer-Verordnung wird ein Berertungsge'etz per 31. Dez. 1924 gefchaf en. Die Umsatzsteuer wird baldmöglichst auf 1 Proz. ermäßigt werden. Ueoer die etwaigen Kommunalzufchlage auf die verschiedenen Steuern sind die Debatten noch nicht abgeschlossen. Regierungskrise. Die Wahlen hatten die Frage zu Haren, ob eine Verbreiterung der RegierungSbasiö möglich wäre, oder ein Kurswechsel der Wi le des Volles sei. Das Ergebnis der Wahlen l)jl für Beibehaltung des Kurses der Regierung Marx-Stresemann entschieden. Die Wcima rer Koalition, deren Rückkehr die L.n'e als Folge eines Wahlsieges erhofft hatte, würde auch im neuen Reichstag irot) der Zu nähme der Sozialdemokratie eine M nderhetts- rcgierung sein, die auf noch schwächeren Füßen stände als das augenblicklich amtierende Kabinett der bürgerlichen Milte. Eine dritte Kanzlerschaft Dr. Wirths bl.ibt also dem deutschen Volke erspart. Die Linkspresse hat sieb daher auch von der Erörterung dieser a p;i r aussichtslosen Kombination abgewandt und u.. so eifriger die Große Koalition von Hermann Maller bis Sttesemann propagiert Mit erstaunlicher Eile vergaß man auf der Linken, daß sie den Wahlkampf mit einer Erbitterung ohnegleichen gerade gegen di: Deutsche Volkspartei, die „ewige Kr senmache- rin", den „Vorspann der 5),ut; lational^n' geführt hatte und nahm sie sans .a,un jetzt für die Wiedererweckung der Großen Koalition in Anspruch. Ein Beschluß des Volkspartei - lichen Parteivorstandes veriarb di - sen Kombinalionötheoretck.rn erfreulich schn.il das Konzept und führte sogleich die notwendige Klärung herbei. Der Part.ivorstand will die vor den Wahlen verfolgte Linie wieder aufnehmen, also der Regierung durch Hereinnahme der Deutschnatioiralen eine breite parlamenlarische B .s.S schaffen, ob mit oder ohne Demokraten ist nach den neuen Mehrheitsverhältnissen zu einer Frage zweiten Ranges geworden, mit der sich in der Hauptsache das Zenttum befassen wird. Etnc einseitige Koalitton mit den Sozialdemokraten kommt für die Volkspartei nach wie vor nicht in Frage. Dieser Beschluß hatte zur direkten. Folge, daß das Reichskabinett sich einmütig entschloß, dem Reichspräsident-sn seine De misston anzubleten, die dieser nach einer Besprechung mit dem Reichskanzler für Anfang nächster Woche annahm. Für den Zeitpunkt der RückrrittS.rilarung sprachen roo ,1 vor allem außenpolitische Grunde mit, die e: Dr. Sttesemann wünschenswert erscheinen ließen, möglichst bald eine aktionsfähige Regierung zu bilden. Daß dann doch, offenbar auf Bestreben des Reichskanzlers, die Demission auf die kommende Woche verschoben wurde, geschah vermutlich aus dem Wursche heraus, für die Verhandlungen der Parteien einen möglichst weilen Spielraum zu lassen und die Dauer eines bloßen Geschäftsministeriums aus ein Minimum zu beschränken. Es ist jetzt nur zu hoffen, daß die Parteien bei den in den nächsten Tagen beginnenden Verhandlungen sich von rein sachlichen Gesichtspunkten l.iten lassen, alle kleinlichen Divergenzen beiseite stellen und alles hm, um mit größter Beschleunigung ein neues Kabinett auf die Beine zu stellen, denn bereits Anfang Oanuar wird die neue Reichsregierung vor außcnvolistfchen Entscheidungen von größter Wichtigkeit stehen. Ein paar Sttch- toorte: Kölner Zone, Militarkenttol e deutsch- französischer Handelsvertrag — s Kten genügen, allen Verantwortiichen die Bedeutung einer raschen Beendigung der RegierungSkri b in ihrer ganzen Schwere vor Aug n zu fi hren Rachdem die Volkspartei sich einer „G o ßen Koalitton" mit aller Eindeutigkit versagt hat, bleiben noch zwei Mög'ichkeiten, vor denen die eine, die Wirth-Koal.tton, auch bereits von ihren Anhängern ii das Reich der Theorie verwiesen ist. Bleibt also noch die Bildung einer rein bürgerlichen Regierung, und hier in erster Linie wieder die Frage nach der Beteiligung der Demokraten und des Pen-- ttums. Die Demokraten haben den W hl- kampf mit der Parole „Gegen den Bürgerblock" geführt, sie scheiden also für ein nach rechts erweitertes Kabinett aus. Das Zentrum dagegen hat es im Wahlkampf ängstlich vermieden, sich nach irgendeiner Seite hin sest- zulegen. lind auch jetzt sind die Aeußerun^en feiner Presse zur R gierung fr se so v rs chttg zuwartend und g"h imnisvoll. daß man das erheiternde Schauspiel erlebt daß die gleichen Zitate aus der „Germania", dem Berliner Zenttumsorgan, oder aus 're- rhein sch n Zentra mSpresse, die von dem krattschen Ze tunzen als Zeugnisse gegen den Bürgerblock ged.utet werden, von der Rechten für ihre Anschauungen ins Fcld g führt werd n Die Fr kli-ns- sitzung der Zenttumsvartei dürfte wohl i fern possierlichen Rätselraten ein rasches Eide bereiten, vermutlich nicht ohne daß s h nter verschlossenen Türen — dadurch unt.rsche.det sich das Zentrum klugerweise seit jeher von anderen Parteien — zu lebhaften Auseinandersetzungen kommen wird. Denn in d"n linksstehenden Zenttumskreifen, Richtung Wirth, benen anscheinend auch Reichskanzler Marx seit seinen verunglückten Dolksgeincinschafts- versuchen mehr neigt, als seiner vermittelnden F h.errollr zutrag ich ist. steht mm s lbsw r- standlich einer RechtSkocU.tton abg^n.ig, zu mindest sehr ft.-pttsch gegenüber. Zudem tun die Sozialdemokraten alles, was in ih: n Kräften steht, um dank ihrer guten Fühlung mit dem Wirth-Flügel diese Widerstünde gegen die Rechtskoal.tion zu stärken. Immerhin hat sich die Zusammensetzung der Zcn:rumsfrak- tion, die sich vor den Wahlen mit 48 gegen 61 Stimmen für dir Einbeziehung der Deutsch- nationalen entschied, kaum geändert, so daß berechtigte Hoffnung besteht, die Fraktion werde sich den staatspolitischen Notwendigkeiten nicht verschließen. Schon jetzt wird emsig die Frage der Kanzlerschaft txn'.ili*tt, chne d ß man bisher irgend etwas Pos.tives darüber sa en kann. Herr Dr. Marx hat geglaubt, sch d r Führung eines Kabinetts der R chten vertagen zu müssen. Wenn nun in einigen Nlattern Dr. S t r e s e m a n n als Fünf iger Kanzler ge- nomti wird, so ist dazu zu sagen, das) Herr Stresrmann dank seiner autzerord.ntl.cheir taktischen Gcschialichk-it und großen parlamena- rischen Erfahrung gewiß dec rechte Mann wäre, die vielerlei Schwierigkeiten zu überwinden, die das Regieren mit ei rer in lan er und oft recht skrup ll. ser Op osttion gestandenen Partei naturgemäß mit sich dringen muß. Andererseits machen es die oben gestteiften, hochbedeutsamen außenpolitisch n Fragen wünschenswert, daß der bisherige Außenminister ihrer Lösung auch ferner seine ganzen Kräfte widmen kann. Wenn weiter als Kanzlerkandidaten der Reichsfinanzminist'r Dr. Luther oder der ehemalige bayerische Ministerpräsident Graf Lerchenfeld von der Bayerischen BolkSpartei genannt werden, so sind das Kombinationen, denen vorläufig jede ernsthafte Unterlage f hlt. Manches Hütte die Kandidatur eines ZentturnSabgeordneten für sich. Ein Zentrumskanzler würde es dem linken Flügel des Zentrums wesentlich erleichtern. eine Koalition mit den Deutschnationalen einzugehen. Daß es bei den Verhandlungen der Mit- telparteien mit den Deutschnationalen auch noch nicht unerhebliche Schwierigk-iten zu überwinden gibt, erhellt schon aus den Ansprüchen, die die Presse ihres rechten Flügels auf Grund des erneut in dem Wahlergeb- nlö zum Ausdruck gekommenen Verttauens- votums. bereits jetzt an die Besetzung des RetchskabinettS glaubt stellen zu können. Man wird auch von dieser Seite verlangen müssen, daß sie sich über die Schwierigkeiten, die der Bildung einer bürgerlichen Regierung entgegenstehen, ernstlich klar wird und diese Schwierigkeiten nicht noch durch übertriebene Forderungen vermehrt. Eine besondere Rolle in den kommenden Verhandlungen dürfte wiederum die Besetzung des Reichswehrministeriums spielen. Da Herr Dr. Geßler. der sich in langjähriger fruchtbarer Aufbauarbeit das Vertrauen der Reichswehr und aller Parteien in hohem Maße erworben hat. nicht mehr der demokrattschen Reichstagsftak.ton angehött, ihn also auch nicht mehr die Fessel des famosen Fraktionszwangs an die Entschlüsse seiner Partei bindet, wird sich diese Frage sicherlich durch das Verbleiben Dr. GeßlerS als Fachmirister am zweckmäßigsten lösen. Es wird nun in den nächsten Tagen von allen Seiten der beste Wille zur Verständigung und ein gut Teil Verantwortungsgefühl verlangt werden müssen, um auf schnellstem, geradestem Wege das zu erreichen, was wir für dos neue Jahr am dringendsten brauchen, eine starke Regierung. Vizekanzler Jarres Reichspräsidrntenkand dal? Berlin. 13. Dez. (Pciv.-Trl. des Wvlfs- bureaus.) Laut „Germania" soll dir Deutsche Vollspartei angeblich beabsicht g n, d n bisherigen Innenminister und Vizekanzler Jarres als Kandidaten für das Amt des Reichspräsidenten auf ust llen. In der letzten S Yung des Parteivorstandrs der Deutschen Volkspartei soll, wie das Blatt mitteilt, diese Frage b.sprochen und Jarres von allen Seiten als Kandidat empfohlen worden sein. Das bayerische Konkordat. München, 13. Dez. (Sil.) Seit Donnerstag abend ist auf Grund der umfangreichen Er- Üärung der Regierung eine unverkennbare Entspannung in dem Kampfe um das bayerische Konkordat eingetreten. Man hofft jetzt, daß die Schwierigkeiten doch noch überwunden werden können, und daß es Mitte oder Ende nächster Woche im Landtage zur A n n a h m e der Staatsverträge kommt. Gestern nachmittag hat Ministerpräsident Dr. Hel d im Derfassungs- ausschuh des Landtages neuerdings ausführlich gesprochen, Einwände entkräftet imb neben der Bedeutung der Staatsverträge für den konfessionellen Frieden auch auf ihre außenpolitische Tragweite hingewiesen mit dem Bemerken. es könne sich je nach dem Ergebnis der Beratungen eine außenvol tische Konstellation ergeben. die für unS von großem Vorteil wäre. Kommunistische Cärm^enen im Mecklenburgischen Landtag. Schwerin, 13. Dez. (SU.) In der gestrigen Landtagssihunq wurde ein Mißtrauens- antrag der Kommunisten gegen den deutschnationalen Landtagsvorsih enden a b gelehnt. Als die Kommunisten der Reihe nach zur Geschäftsordnung zu sprechen versuchten, wurde ihnen das Wort entzogen, worauf bei der kommunistischen Fraktion etn ungeheurer Lärm entstand. Obgleich die Sitzung zweimal auf je 10 Minuten unterbrochen wurde, setzten die Kommunisten ihre Angriffe aus die Rednertribüne fort, worauf der Präsident einen nach dem anderen von der Sitzung a u s f ch l o h. Der Prozeß des Reichspräsidenten. Magdeburg. 12. Dez. (WSD.) Zu Beginn der heutigen Sitzung nimmt Rechtsanwalt Landsberg das Wort, um in längeren Ausführungen Protest einzulegen gegen die Art, wie in einem Seil der Presse dem zu erwartenden Urteil vorgegriffen und die Verhandlungen in tendenziös ent» stellter Weise wiedergegeben toürben. Auch die Verteidigung bedauert es. wenn in den Zeitungen entstellte Berichte, Stimmungsbilder und Artikel erscheinen. Vorsitzender: Ich glaube, ich kann im Sinn des ganzen Gerichts sprechen, wenn ich erkläre, daß eine derartige Berichterstattung und derartige Leitarikel vollkommen unangebracht sind. D e Presse so.ltr doch erst das Urteil abwarten und mag sich dann damit auseinandersetzen. Zur heutigen Verhandlung erfch enen u. a. die Zeugen Reichskanzler a. D. HermannMüller, Obe.» präslöent Roste und der frühere So ialDemokrat Kloth. Zunächst wiro Hermann Müller vernommen. Der Vorsitzende hält ihm vor, daß er nach einem Zeitungsbericht auf Dem internatioRoske bringt bei seiner Vernehmung sein Erstaunen darüber zum Ausdruck, daß die^ Verdächtigung eines Mannes von dem untadelhaften Charakter und der vaterländisch.'n Gesinnung des Reichspräsidenten überhaupt möglich sei. Auf weitere Fragen erklärt Roske. daß er in den Chemnitzer Sitzungen im Gegensatz zu den Klothschen Behauptungen die drohende Gefahr des schärfsten Kampfes gegen die radikalen Elemente dadurch beige» legt habe, daß er eine Aufhebung des Beschlusses in der Ueberzeugung durchsetzte, daß der Berliner Streik am Sonntag zusammengebrochen sei und daher eine Ausdehnung auf Chemnitz gar nicht in Frage käme. — Die Verhandlung wurde dann auf Samstag vertagt. Schwere Erkrankung Herriots. Nervenzusammenbruch infolge Ueber- arbertnng? Paris, 13. Dez. (SU.) Der Gesundheitszustand Herriots ist unverändert schlecht. Die Entzündung am Bein ist noch nicht zurückgegangen. Der für gestern vormittag festgesetzte Kabi- b i n e t t s r a t wurde amKrankenbettHer- r i o t s abgehalten. In den Wandelgangen der Für die zweite Dezemberhälfte bezieht man den Gietzener Anzeiger mit den Beilagen Giehener Familienblätter Heimat im Bild Giehener Hochschulblätter für eine Mark nebst zehn Pfennig Trägerlohn Die Postbezieher des Giehener Anzeigers bestellen die Zeitung für Januar bezw. für das 1. Vierteljahr 1925 zweckmähig und ohne Kostsnerhöhung schon jetzt beim Briefträger oder bei der zuständigen Poststelle nalen Soziälistenkvngreß in Dem gesagt haben soll, der Ian u ar streik vvn 1918 habe das Kriegsende erzielen wollen. Leider habe er nach einigen Sagen unterbrochen werden müssen. — Zeuge Müller: Die h.er angeführte Stelle ist offenbar einer Rede entnommen, in der ich gegen den französischen Vertreter polemisierte. Ich sagte damals deullich. daß wir Sozialdemokraten allen Einfluß auf die Massen verloren hätten, wenn wir nicht während des Krieges zum Volke gestanden hätten. Es war uns milgeteilt worden, daß Stellungsbefehle ausgegeben wirken könnten. Der Parteivorstand hat j doch immer den Standpunt vertreten, daß d.e D f.hle befolgt werden mühten. Es ist den Reklamierten dazu noch g:fagt worden, daß die Parteileitung sich bemühen würde, die D.fehle rückgängig zu machen. Weier erklärt Hermann Müller, bah der Parteivorstand Nicht immer m t d m einverstanden getoefen wäre, was der „Vorwärts" schrieb. Es habe nicht wegen jeder Ro.iz, die ihm nicht paßte, eine Konferenz einberusen werden können. So kam es, dah der Parte vorstand sich nur in den allerwesentlichsten Fällen mit der Redaktion in Verbindung setzte. Der darauf vernommene Zeuge Kloth bemerkt: „Am 1. Februar 1918 fand eine Konferenz der G werlscha, tsvorstände statt, die sich mit dem Streik zu befassen hatte. Bauer er- statt.-te Bericht über die Verhandlung:n mit dem Reichskanzler Hertling und mit dem Staatssekretär Wallraf. In der Konferenz wurde erklärt, die Scheidemannschen Drohungen im Hauptausschuh wären n cht gee'gn.t, die Ar- be ter vom St re k zurückzuhalten. Scheidemann und die Sozialdemokrat sche Partei hätten ihre Stellung zu der F age der Landesverteid gung geändert. Der Vorsitzende fragt den Zeugen, ob er seine Behauptung aufrecht erhält, daß der damalige Abgeordnete Roske auf Anordnung des P.irteiausschusses nach Ch-mnih g f heen fei, um dort für den General st reit zu wirken, was von dem Zeugen bestätigt wird. Der nächste Zeuge. P f i h n e r. der Kloth brieflich über Rostes Auftreten in Chemmtz unterrichtet hatte, erklärt: „Ich habe unserem damaligen Verbandsvorsihenden Kloth fortlaufend berichtet und ihm ^üuch das Eintreffen R o s k e s mitgeteilt. Ich kann aber unmöglich geschrieben haben, daß Roske nach Chemnitz gekommen sei. um den im Abflauen begriffenen Streik der Rüstungsarbeiter neu anzufachen, wie Kloth in seinem Buche behauptet. Bei der Gegenüberstellung mit Pfihner erklärt Kloth, er habe weder geschrieben nrch gesagt, dah Roske den abflauenden Streik neu ange- sacht habe, sondern, dah er ihn anfachen wollte. Darauf erklärt der Zeuge Dauer (der ehemalige Reichskanzler), dah die Generalkommission der Gewerkschaften den Streik der Munitionsarbeiter überhaupt a b l e h n t e . weil die Gewerkschaften nurwirtschaftliche, nicht politische Ziele verfolgten. Man sei sich dessen bewußt gewesen, daß sich Arbeiter bd ungünstigem Ausgang des Streikes für viele 3a§ce bedingungslos den Siegern unterworfen haben würden. Desonders nachdrücklich habe d'r Abgeordnete Eber» den Standpunkt der Mehrheitsfozial- bemolratle vertreten, dah der Streik im Inter- C x ber ßanöc«Derteib:gung zu mißbilligen todre. Die Roske nach-z-sagte Stellungnahme sei ganz unmöglich. Und auch die Mitteilungen vom Vorhandensein eines Gehet,nbeschlusseS könne unter keinen Umständen zutreffen OberprSsident Kammer gehen Gerüchte um, wonach daS De- finden Herriots ernster ist, als die bisherigen Mitteilungen erkennen lassen. Es wird davon gesprochen, dah Herriot infolge Ueberarbeitung an (tarier Nervosität leidet, ja man spricht sogar von einem Nervenzusammenbruch. Zu den drei Aerzten, die Herriot behandeln, ist noch der bekannte Nervenarzt Dasgues, der den gestrigen Gesundheitsbericht mit unterzeichnet hat, hinzugezogen. Nach der „Liberte" sind die Aerzte der Ansicht, dah bis zur Gesundung noch ein und bis zur vollständigen Genesung noch drei Monate verstreichen können. Herriot darf keine polft sche B.suche empfangen und nicht einmal Schriftstücke untere ebnen. Auf seinen Wunsch s.nd die Verhandlungen mit Rußland aufgeschoben worden, da er sie persönlich zu führen wünscht. Der russische Botschafter Krassin hat gestern dem Präsidenten Domergue se'n D:- glaubigungsschreiben überr.icht. In ferner Ansprache betonte er, dah er feine Ausgabe dar n sehe, die Beziehungen beider Staa ei zue nander zu festigen und eine intensive, wirtschasttiche Zusammenarbeit zu bewirken. Berftändigttngsmöqlichkeiten bei den Pariser Wirtschaftsverhandlungen. Paris. 13. Dez. (SU.) Bei den deutsch- französischen Wirtschaftsverhcmdlungen sind die beiderseitigen Sachverständigen der chemischen Industrie gestern noch einmal zusammengetreten, wobei sich gezeigt hat, dah die Möglichkeit einer Verständigung besteht. Gestern fand eine Vollsitzung statt, in der die Frage der Sex- ti l i n d u ft r i e behandelt wurde. Montag und Dienstag werden zwei weitere Vollsitzungen abgehalten. Die Einwanderungsfrage im englischen Unterhaus. London, 13. Dez. (SU.) In der gestrigen Unterhausfihung wurde von der Arbüterpar ei ein Antrag cing:bradjt, das Gesetz über die Einschränkung der Einwanderung endgültig aufzuheben. Die Redner der Arbeiterpartei wiesen darauf hin, daß die Einschränkungen überflüssig feien. Der Innenminister entgegnete hierauf, daß die Aushebung lediglich die unbegrenzte Einwanderung unerwünschter Ausländer zur F lg' hab n würde. Die Reg erung beabsichtige nicht, den Re senden irg ndw lche Schwier gke ten zu Wenn man j doch die vielen Vergehen derucksicht gl, die durch Verbrecher fremder Staatsangehörigkeit herbe geführt werden, so muh der Einwand:rerzustrom weiter unterbunden ble.b n. Die ganze Fr ge mühie vom Standpunkt des engl schen Volk s aus betrachtet werdm. England könne un nöglich eine größere Anz-Hl arbeitsloser Auswanderer aufmbmen. Der Antrag wu.de mit li6 gegen 27 Stimmen zurückgewiesen. Heftige Kämpfe in Marokko. ... ?Q£l£J2.-(TU.) Der „Matin" er- fährt aus Madrid, daß die Spanier bei ihrem u Sok o ( Arba heftige Kämpfe mit den Risleuten auszufechten hatten. An den Kämpfen waren drei spanische Abteilungen beteiligt. Zwei griffen den Feind an. Die dritte Jhbctte ben Rückzug. Die Rifleute leisteten heftigen Widerstand, wurden aber durch A r - ttllertef euer und Fliegerbomben überall zurückgeworfen. Sie verlor« zahlreiche Sote und Verwundete. Die spanischen Verluste waren verhältnismähig gering. Die Verschärfung der Lage in Bulgarien. Sofia, 13. Dez. (S. U.) Die politische Lage in Bulgarien hat sich derart verschärft, dah in allernächster Zeit der Sturz des Kabinetts Z a n k o f f erwartet werden kann. Die Demokraten und die Radikalen haben sich gegen das Kabinett vereinigt. Auch erwartet man den Anschluh des ‘Bauern- bundes und der S o z i a l i st e n. Selbst die Anhänger Zankoffs sind mit der Politik des Finanzministers unzufrieden. Auch mit dem Innenminister ist man unzufrieden, weil er bei der Bekämpfung des Bandenwesens nicht energisch genug vorgegangen sein soll. Der Haarmann-Prozeß. Hannover, 12. Dez. (SU.) Nach dem Arbeitsplan des Gerichtes soll die Beweisaufnahme am Dienstag zu Ende ge führt werden und am Mittwoch dann die Gutachten und die Plädoyers des Staats^ anwaltes und der Verteidiger folgen, so daß mit der Urteilsverkündigung nicht vor Donnerstag zu rechnen ist. Die heutige Verhandlung beginn mit der Vernehmung über den Fall de V r iee. Haarmann erklärt auch heute, de Driee getötet zu haben. Auch in den Fällen Koch und Drvnischeski bestrettet Haarmann den Mord nicht. Im nächsten Fall Sommerfeld bestreitet Haarmann die Tötung. 3m Mittelpunkt der weiteren Verhandlung steht ein Pelzmantel des ermordeten Sonnenfeld. Der Zeuge Krone erklärt, dah er den Mantel bei Sonnenfeld gesehen habe. Die Zeugin Frau Engel und Grans haben den Mantel ebenfalls bei Haarmann gesehen. Grans hat den Mantel dann von Haarmann zum Verkaufe erhalten. Im Fall Gräf gibt Haarmann die Sötung zu. Im Falle Wolf er Härt der als Zeuge vernommene Vater des Ermordeten sehr erregt, daß die Polizei daran schuld sei, daß Haarmann so lange habe morden können. Der Vorsitzende ersucht den Zeugen dringend, sich zu beruhigen. Schließlich wird ihm das Wort entzogen und et aus dem Saale entfernt. Im Anschluß an den Fall Wolf entspinnt sich eine Auseinandersetzung darüber, ob Wolf am 24. oder 25. Oktober verschwunden ist. Haarmann erllärt dazu: Der 24. kann es nicht gewesen fein, denn ich war die ganze Woche nicht nüchtern und am 24. bin ich schon morgens weg- gegangen. Zu.n nächsten F ll Erdner sagt ein Zuge auS, er habe Haarmann m.t Erdner zusammen gesehen. Auf D fragm habe Haarmann ihm er= klärt, er habe Erdner der Polizei übergeben. Haarmann bestreitet im F ille Erdner die Sötung nicht. — Im F ille des jungen Brinkmann, den Haarmann auch zugibt, bekundet Zeuge Otto, daß er beobachtet hat, wie Haarmann zu dem Iungen kam. * Berlin, 12. Dez. (Wolff.) Der Bund deutscher Frauenvereine hat sich an den ReichSver- band der deutschen Presse und den Verein deutscher Zeitungsverleger mit der Ditte um Aussetzung der Derichterstattung über den Haarmannprozeh bis zur Urteilsverkündung gewandt. Ohne ein solidarisches Vorgehen von feiten der Spltzenorganifationen ist natürlich die Einstellung der Derichterstattung nicht möglich. Wir werden aber wie schon bisher, so auch fernerhin in der Berichterstattung die denkbar schärfste Zurückhaltung wahren. Aus aller Welt. Das deutsche Erdbeben. Heidelberg, 12.Dez. (WSD) Das Seis- mographische Inst tut der Erdbebenwarte auf dem Konigsstuhl teilt zu den gestern und heute vor- mittag hier und In der Umgebung verspürten Erdstößen folgendes mit: Gestern abend registrierte der Seismograph ein N a h b e b e n mit einer Herdentfernung von ca. 125 Kilometer. Der erste Einsatz erfolgte um 5 Uhr 33 Minuten 22 Sekunden und endete um 5 Uhr 42 Minuten 30 Sekunden, dauerte also 9 Minuten. Der Erdstoß war in Heidelberg selbst nut schwach zu verspüren. Heute morgen 4 Uhr 29 Minuten 47 Sekunden registrierte der Apparat einen zweiten Erdstoß mit einer etwas größeren Herdentfernung, die ca. 610 Kilometer betrug. Das Beben endete um 4 Uhr 45 Minuten, hatte also eine Dauer von 16 Minuten. In Heidelberg wurde davon nichts verspürt. Der dritte Erdstoß erfolgte heute früh um 8Uhr 21 Minuten 2 Sekunden und endete um 8.30 Uhr. hatte also eine Dauer von ca. 9 Minuten. Die Herdentsernung betrug ca. 125 Kilometer und bai Beben machte sich auch in Heidelberg bemerkbar. jedoch schwächer. Das gestern morgen in Süddeutschland, Tirol und Salzburg verspürte Erdbeben wurde auch in Linz und einer ganzen Reihe anderer Orte Oberösterreichs wahrgenommen. Das um 4 Uhr 30 Min. früh einsetzende Beben war von solcher Heftigkeit, daß die Türen aufspran- gen und die an den Wänden hängenden Gegenstände sich bewegten. Die Uhr des Linzer Domes kam durch das Beben a»s dem Gleichgewicht und wies nach dem Beben eine Verspätung von einer Viertelstunde auf. Auch in Innsbruck wurden die Erdstöße deutlich verspürt. Nach einer Meldung aus Triest wurde dort ebenfalls gestern abend ein ziemlich heftiger Erdstoß wahrgenommen. Die Bewohner der einzelnen Stadtteile flüchteten ins Freie. Schaden wurde nicht angerichtet. Heute früh um 4 Uhr 20 Minuten wurde der Erdstoß in Undine, Tolmezzo. Padua, Flume und anderen Städten Venetiens verspürt. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden In Tolmezzo wurden einige Häuser u n Z d i e Kathedrale beschädigt. Nach bei „Epoca" sind die telegraphischen und telephonischen Verbindungen nach mehreren Orten unter» brochen. Weitere Einzelheiten fehlen noch. Dr. Eckener Ehrenmitglied deS Deutschen Werk- bundes. Bel dem von ber Stadt Stuttgart zu Ehren Dr. Eckeners gegebenen Nachtessen gab nach einer Ansprache des Oberbürgermeisters, Geheimrat B'uckmann -Heilbronn die Verleihung der Ehrenmitgliedschast beß Deutschen Werkbundes an Dr. Eckener bekannt MIT DER FABRIKMARK Za haben bei Ihrem Eisenhündler od. Schmied I 025073 Straße 46, Fernruf 275 9963h Auch schwer lernende Schüleru.Schülerinnen werden erfolgreich gefördert im Gießener Paedagogium. Lehrplan einer Realschule. Erfolgreiche Umschulung von Gymnasiasten und Realgymnasiasten. Arbeitsstunden! Beste Empfehlungen ausGießen und Umgegend aus allen Kreisen. Näh durch die Direktion Ci C.n. Liebig- Schokoladen Pralinen Bonbons Lebkuchen Kakao Tee Kaffee " Weitere Nachrichten au« Stabt unbLanb finden unsere Leser im zweiten Matt. 2.11 Don der LandeSuniversität. Die Theologische Fakultät der PhilippS-Universi- tät in Marburg a. d. L. hat dem Lic. theol. Dr. phil. Seine. Frick, ordentlichem Professor der Theologie an der Ludwigs-Universität Dietzen, ehrenhalber Titel. Rechte und Wurde eines Doktors der Theologie verliehen. Sie will damit ehren .den gelehrten und urteilssicheren Forscher auf dem Gebiete der allgemeinen Rel'- gionsgeschlchte und der christlichen Missionsge- schichte, den religionsphi o'ophisch und dogmatisch durchgebildeten, mit den Formen und Fragen des kirchlichen Lebens vertrauten Theologen, den Besonnenheit und Bestimmtheit verbindenden Lehrer und Führer der akademischen Jugend". •• Die Polizeikommissarprüfung bestanden der Kriminal-Sekretär Fleisch - hauerund Kriminal-Wachtmeister Wolf beim nur in erstklassigen Marken Maria Huntemann Seltersweg 53 Karten - Vorverkauf für das Stadttheater Gießen 9 bis 6 Uhr Fernsprecher 349 ili Bliederpnopen, Pippeipcrüiken EiertÖpfe. Hiirietxe, Pirllmerie- 1,1111. Toilette»- end Ziknpl *o*- irtikol, Zellaleldwirii, Kö’.ilieh- Waner, Koplwaner, sowie alle anderen Friseurartikel empfiehlt zu billigsten Preisen Mähmaschinen Fahrräder Milchzentrifu ,en laich' msscbiDeo Bei Eis und Schnee gebrauch’sie täglich. Stets scharf und Kronentritt unmöglich Aus Stadt und Land. ® leb en, ben 12. Dezember 1924. Tasche oder Ranzen? Zentrifugen Buttermaschinen und Friar MV, IMÄ. 64 Für den Verkauf ist mein Geschäft Sonntag geöffnet.***D besonders hingewiesen. da die Erstausführung des Werkes geradezu autzerordentlichen Briiall flefun« den hat. Gesangliche und darstellerisch« Leistungen. sowie die hüosche und gediegene Ausstattung machen einen De'uch am Sonntagabend empfehlenswert, zumal in der Partie des .Strampfl" morgen Herr Richard Diebel vom Frankfurter Opernhaus gastien. Anfang der Vorstellung fi’/i, Ende gegen 9> 2 Uhr. — Dom Öberhessischen Ges chtch 1S - verein w»rd uns g schieben: 3m zweiten Dortrog diefes Wmtcrs. am nächsten Donnerstag (18. Dezember), wird unsere engere Heimat zu Wert kommen. Slaats-Archivrat Dr. Der sch vom Staatsarchiv Marburg wird über ..Hefsi'che Wallfahrten im Mittelalter" sprechen, ein Gebiet, tx>3 den Besuchern manches Reue und Arregende bieten w rd. Autzer den Mitgliedern sind auch Gäste gern gesehen. (Siehe Anzeige In unserer gestrigen Ausgabe.) — Die Jubiläumsausstellung deS Dereins Kanaria. die am Sonntag im Saalbau Sauer stattfindet, wird, fo fchreibt man uns, mit AuSstellungsvögeln von namhaften Züchtern aus allen Gauen Deutschlands beschickt. Auch ist Liebhabern die Gelegenheit geboten, preiswert einen rein durchsingenden gesunden Ka- narienhahn zu kaufen. (Siehe heutige Anzeige.) ConntanSdienstd.Aerzte u.Avotdeken am 14.12.2t S.'R Vr.Lchlieoimke. vr.Steinreich. Engelapotheke. Zahnarzt: Dr. ftifaiet. sallS in den letzten Atod oder drei Schuljahren einer A.tentasche weichen mutz e? Und was üc uns A u t unv vorteilhaft war, soll daS für die Kinder von heute unpassend und nachteilig sein? Wir möchten diese Frage verneinen und allen ABT-Schützen-Eltern raten, dem am eigenen Körper erprobten und bewährten Alten, dem guten Ranzen, auch für ihre Ämbet treu z u bleiben, selbst wenn das vielleicht den Trabanten nicht in den Kram passen sollte. Kaust Wohlfahrtsbricfmarkcn! Der nahende Winter verstärkt die Sorge für die Rotlewenden unseres Dolles. Hunger und Kälte bedrohen noch immer Millionen Greise, Kinder und Kranke. Die Mittel der öfsentlichen Körperschaften reichen nicht auS. die Aot zu lindern. Deshalb veranstaltet die Deutsche Rothtlfe vom 14. bis 21. Dezember 1924 eine Opferwoche, in der Wohlfahrtsbriefmarlen verkauft werden, um hierdurch neue Hilfsquellen zu er- schl letzen. Sie Marken sind in Frank erungswerten von 5, 10, 20 und 50 Pf. für 20, 40, 80 Pf. und 2 Mark zu haben und auch über die Ovferwoche hinaus bis auf weiteres gültig. Man brachte den Aufruf in unserem heutigen Anzetgenteil. Tic Indexziffern. Die auf den Stichtag den 10. Dezember berechnete Grvtzhandelsindefzis 1 er des Statistischen ReichsamleS stieg gegenüber dem Stande vom Dezember (128,5) um 0,9 Proz. auf 129,6. Höher lagen vor allem die Preise für Getreide, Butter, Schmalz und Hopfen, ferner Wolle Flachs, einige Vichtei enmetalle und Ma- schinenöl. Gesunken sind die Preise für Zucker und Fleisch ferner von Baumwolle, Baumwollgarn, Aohjute. Blei und Zink. Don den Hauptgruppen zogen Lebensmittel von 123.4 auf 124,9 oder um 1,2 Prozent, die Indt striestoffe von 138,2 auf 133,3. oder um 0,1 Prozent an. Die Veichsindexzif f er für d i e L e - benshaltungsko st en (Ernährung. Wohnung. Heizung. Beleuchtung und Bekleidung) für Öen 10. DezeiÄer blieb nach den Feststellungen des Statistischen Veichsamtcs gegenüber der Dorwoche (122,2) mit 122,3 nahezu unverändert. Gtckener Wochcnmnrttpreise am 13. Dezember 1924 (Händlerpreise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 230 bis 240. Matte 40, Käse 70 Wirsing 12, Weitzkraut 6, Votkraui 10 bis 15. gelbe Rüben 10. rote Rüben 10. Spinat 35. Sinter- Kohlrabi 5 bis 8. Grünkohl 20 50. Feldsalat 80 bis 100. Zwiebeln 15 bts 18 Meer- rett ich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 50 Kartoffeln 5. Aepfel 12 bis 20. Dirnen 12 bis 15. Honig 40. junge Hahnen 103. Suppenhühner 100. Gänse 90 bis 100, Rässe 60 bi« 70 Ps. das Pfand. Eier 18 bis 20. Blumenkohl 120 bis 200. Endivien 10 bis 20. Lauch 5 biS 10, Sellerie 30 bis 40 Pf. das Stück. Vornotizen. - Kvfferbiebstaht. Der ftWUxri* meldet: In der vergangenen Woche wurde auS dem Depäckraum eines hiesigen Hotels einem W- senden ein Musterkvffer mit einer Anzahl bell- farbiger Sakko». Sporthosen Westen und einem Scblupser entwendet. AlS Täter konnte dn ehe- Schlüpfer entwendet. Als Täter konnte ein ehemaligem Hausbarsche des fraglichen Hotel» er- KvsferinhalteS befand sich In seinem Besitze, wahrend der erbrochene Kossei im WieseckerGemeinde- wald an der Stratze nach Lollar versteckt vorgefunden wurde. Der noch fehlende Teil de» 3h- balle» «Sakkos. Hosen. Westen und ein Schlüpfer) die ein zweiter, noch nicht ermitteltet Täter an sich genommen bat. könnt' noch nicht herbcigeschaff werden Personen, die über die Person des Täters bzw über den Derbleib der Sachen Auskunft geben können, werden ersucht bei der Kriminalpolizei vorzufprechen. .ch. D i e deutsche Stadt und Landschaft im Luftbild." Die Gesellschaft für Erd- und Dölkerkunde. der Hektische Verein für Dolkskunde, der Derein für Lu'i'chiffahrt und der Derkehrsverein Gietzen hatten für Mittwoch abend zu einem interessanten Dortrag Dr Eifenlohr» über bas vorgenannte Thema cln- geladen. Der Redner zeigte an Hand interessanter Lichtbilder die Auswirkung der Landschaft vom Flugzeug aus gesehen. Aus seinen Ansfützrungen war zu entnehmen, datz für di-' Zukunft das sog „Dogelschaubild" im geographi'chen Unterricht eine bedeutende Rolle spielen wird. Der Referent wies ferner auf die Möglichkeit hin, vom Flugzeug die untenliegenden Städte und Dörfer nach ihrer geschichtlichen Vergangenheit zu unterscheiden. Die vorgeführten Lichtbilder zeugten sämtlich von seinem, künstlerischem Empfinden und einem offenen Auge für die Schönheiten der Ratur. Die ausgestellten Flugzeugmodelle fanden ebenfalllebhaftes Interesse Man hätte den Veranstaltern in Anbetracht des (auch für den Richtfluglust,gen) wertvollen DortragS einen befferen Besuch ge- ■r o An der Spitze stehen Krü|erol£Ki mll derr^nlisepfuch wirkenden ZuaQlZ, liefert Avi flünftiflücn Zahlungsbedmgnnaen Kurt Schmiedeknecht Handelsbüro 8524a Gietzen, Ludwiqsplatz 4 (Haltestelle der Stratzenbabn». Kohlen, Koks Briketts, Holz in besten Qualitäten H. Trechsler Steiner. 73 nzo Tel. 1581 5^« Wir bitten, beim Einkauf von $Schwan im Blauband^ farbig illustrierte Familie nblatt, die ’Biauband- Woche*, gratis zu verlangen. — TageSkalender für SamStaa. Konzertverein: 7'/r Uhr. Stadtkirche. Hauptprobe zum ersten Chor-Konzert - ^ntralverband der Angestellten: 8 Mr. LtebrgShohe. Winterfest. — Angelspvrtverein: 9 Uhr Generalversammlung bei Senkier, Frankfurter Stratze. — He,fo-Radio- und Lesehalle: 7 Mr Opernübertragung. — Dudwest- deutscher Radiollub: 8* 4 Uhr im Hörsaal des Bhysital. Instituts (Stephanstrahe) Mtlgiteder- Versammlung und Lichtbildervortrag. — 2i erbühne biete ihren Besuchern mit dem Seelenfilm ..Herrenhof- sage" nach dem bekannten Roman von Selmo Oagerlöf ein Kunstwerk von hervorragender Qualität, das weit aus dem Rahmen der Film- Produktion unserer Tage heraustritt. Der Rame des Schöpfers. Mauritz Stiller, spricht für sich. Bilder von eindrucksvoller Wucht und feinstem Stimmungsgehalt lassen das Filmwerk zum Erlebnis werden. Die herrlichen Ratur- aufnahmen. verbunden mit Momenten höchster Spannung, so das Renntiertreiben mit seinem unglücklichen AuSgang. sind Meisterldstungen der Kunst des bedeutendsten schwedischen Regisseur». — Ein reizendes Lustspiel, daZ erfreulicherwdse auf die „Ehaplin-Esfelte" verzichtet, vervollständigt daS sehenswerte Programm, das jeix-n Besucher im höchsten Matze zufriedenstellen dürste. Ung wird die Feinkost - Margarine „ Schwan Im Biauband“ geliefert; achten Sie hierauf beim Einkauf! „Schwan im Blauband" ist der voll- endetste Ballerersatz and jeder, der einen Verlach damit gemacht hat, wird gewiss niemalt etwas AehnLuhes gekostet haben. 'Preis 50 Pf. das Halbpfund. Polizeiamt Gietzen. . , ♦♦ Der Austrieb zu den Dieh- Märkten in Gietzen In den Iahren 1913 bis Ende Rovember 1924 zeigt, wie verheerend auch nach dieser Richtung h.n der Krieg und der wirtschaftliche Zusammenbruch in der Rachkrwgs- zeit gcw.rkt haben. Es wurden aufgetmeben: im Iahre 1913: 213 Pferde. 22 038 Stück Rindvieh. 3894 Schweine: 1914: 481 Pferde, 17 <24 Stück Rindvieh, 3831 Schweine. In den Jahren 1915 bis 1921 einschl.. also während der Fletsch- zwangswirtschast, kamen R ndvich und Schweine überhaupt nicht auf den Markt, es wurden da nur Pferde gehandelt, und zwar 1915: 325, 1916 : 230, 1917: 128, 1918 : 246. 1919 : 766, 1920: 423. 1921: 561 Stück. Dom Iahre 1922 ab. nach der Aufhebung der Zwangswirtschaft, war auch der Handel mit Rindvieh und Schweinen wieder im Gange: es wurden nun als Auftrieb gezählt. 1922 227 Pferde, 875 Stück Rindvieh. 459 Schweine: 1923: 233 Pferde. 5675 Stück Rindvieh, 932 Schweine: 1924 bis Ende Rovember: 281 Pferde, 3434 Stück Rindvieh, 711 Schweine. Stärker als alle Worte bringt ein Vergleich der Ziffern von 1913/14 mit denen von 1922/23/24 zum Ausdruck, bis au welchem autzerordentlichen Grade der Berelcndung unser Lebenshaltungs- Riveau gesunken ist. Datz davon in allererster Linie die ungeheuerlichen Lasten aus dem Der- sailler Diktat mit ihren tiefgreifenden Auswirkungen auf jeden Einzelnen von uns schuld sind, wird jedem klar fein, der mit seinem Denken, nicht an der Oberfläche der wirtschaftlichen Zeit- betrachtung haften bleibt. — D i e Stadttheater-Gutscherne betrifft eine Bekanntmachung In unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir hiermit besonders aus- merksam machen. *• Sie Hundesteuer betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung in unserem heutigen Blatte. Interessenten seien auf diese wichtige Veröffentlichung besonders aufmerksam gemacht. ES ist ein vielgeübter Brauch, den angehen- LBL-Schützeu schon zu We haucht-n ein.-n Hm- tt>ri» aui ihren küntt.gen Pfl.cht nkreis mit auf den Weihnachtsgabentisch zu l gen. Da br.ngt her gute We.h nachts mann od r auch bi» lebe Christkind die Tafel, d e Griifrl, die Firri. das Schwämmchen, alle» wohlg^ordn.ck m den ld)er- nen Dehilter. d.zu das Frühstücks äschchm und endlich die Schülermüye oder du» allerliebste Mützchen für die bezopften Kleinen. Diese G-ben sind schön und prakt sch. sie erfreu m auch die kleinen Trabanten, s lbit toarn berr. llenser Rraugnsse 11, tag lid) 2—3 Uor. °rsa«, Job. Steinbach Ludwigstrqtze 62 Teilzahlung gestattet Giiesten und Bezirk tüchtigen, bei den sowie Händlerkundschaft bestens eingeführten arbeitsfreudigen Vertreter Große, alte Bremer Tabakfabrik ' Mietgesuche | MsblWikr Nähe Universität bevorzugt, Aimi 1 1 25 gesucht. Schriftliche Angeb unter 025374 cm d. Gietz. An;, erb. kiMi-8ntM sind heute sehr knapp. Vollwertigen Ersatz bietet unsere bewährte W-1Ws».Mck llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll^ für Industrie- und Haudbrandzwecke. Wilhelmszeclie EaeddsgeseUschatl m. b H. Limburg a. d. Lairn Für Hessen-Nassau wird von bekannter erster Bremer Bordeauxwcin-Grotzhandlung ein gesucht. (Es wird nur auf solche Herren reflektiert, welche als erste Vertreter seit Fahren in der einschlägigen Kundschaft bekannt sind. Ausführliche Bewerbungen mit Aufgabe der innehabenden Vertretungen nebst Referenzen werden erbeten unter 642 Ala Haasenstein & Vogler, A.-G., Bremen. Und zuleiadi temmt Dr.Unblutig Hier, meine Lieben, bringe Ich Euch eine Kukirol-Oeschenkpackung. Kostenpunkt nuiSMk. Inhalt drei Packungen Kuktrol-Fußbad, eine Dose Knklrol-Streupuder und eine Schachtel Kuklrol- HQhneraugen-Pflabter. Habi Ihr auch brav kukirolt? Kukfrolen bedeutet, vernünftige und planmäßige Fußpflege milden zweckmlßlgsten Mitteln betreiben. Die Vernachlässigung der Füße rächt sich bitier, nicht nur durch allerlei Fußleiden, sondern auch durch Erkältungskrankheiten, denn diese rühren meistens von kalten Füßen her. Dagegen gibt es nichts Besseres, als die regelmäßige Anwendung des Nerven und Sehnen stlrlrenden, die Blutzlrkulation anregenden Kukirol Futbades, denn es verhütet das krankhafte Schwitzen der Füße, das die Kaul feucht, kalt und klebrig macht und die Hauptursache der FuPkätte ist Ein Kukirol-Fußbad vor dem Scblalengehen schafft sofortigen, gesunden Schlaf. Deshalb kukfrolen Siel An Tagen, an denen Sie verhindert sind, das Kukirol-Fußbad anzuwendea. benutzen Sie den Kuklrol-Streupuder Er verhütet ebenfalls das übermütige Schwitzen, den häßlichen Schweißgeruch, Wundtaufen und Brennen der Füße und Sie sollten ihn auf Reisen und Wanderungen mimer mitführen. Das millionenfach bewährte Kukirol-Hflhneraugen-Pflaster entfernt unblutig, mithin gefahr los und ohne Entzündung, also schmerzlos Hühneraugen. Hautschwielen, aber auch Warzen. Kukirolen Sie! werden slch dabei wohler, frischer und elastischer fühlen, denn Schmerzen In den runen machen, wie Sie wohl schon beobachtet haben, den ganzen Körper malt und schlaff. Verlangen Sie kostenlos unsere Broschüre .Die richtige Fußpflege". u°scre- un,er ärztlicher Leitung stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über alle die Fußpflege und Fußleiden betreffenden Fragen. Utz? kaufen Sie am besten u. billigsten aus meiner Spezial-Fabrikation Ernst Rau, Giessen Walltorstraße 37 9629a Wiederverkäufer Rabatt. Reparaturen sofort und billigst. 10043 D Hospitalstr. 19 !Steiienangeöote| Es werden gesucht: hunger, flott und sicher arbeitender Kaufmann m. schöner Handschr., gewissenhafte» Sehroibmagchlnea- Frän ein ii. geweckter Junge als Ber anlehrllng für (Ätenener Bure au z. 1. L 25. Schr. Angeb. n. F. T. 119)7 I10-J33A) an d. Gtetz. Anzeiger erbeten. Veriandstelle verg. nach jed Ort. Näb. g. Rückvorfo. P.Holf!or, Broslaa E. 433. [77MA Suche einen tüchttg. Uniform- Mützenrnacher für dauernde Be- fdiäitigung. ((>25072 Friedrich Cawein, Wietzen, Vidier Siratze 39. Durchaus zuverlässiger, nüchterner Fahrer für neuen Benz- Vastwagen inDauer- sfellung nach Friedberg gesucht. Schristl. Angebote unter I0013D an den Gtetz. Anz. erbeten. Tüchttgen 5teinmetz an selbständiges Arbeiten gewöhnt und in der Kunststein- fabrifation be.wandert. sucht f. dauernd L. Kling, 9991b Wittert. Suche zum Eintritt per 1. Januar 1925 |g. Oureaufräiilein ;lb. muß in allen Bureanarbeiten rie Buchh dtunfz, St'-no^raphie, aschinenschr., Expedition usw.) WMMWWli oz'>07 6 nächste Woche Eröffnung. 2 Ktichsn CuF., "aia. i aller Neuhctteu Wascht*6ährrälJ I F. Mandler lKähm.,lFed3rdueke I Gr. Eteinweg t8p. ferner Ab 9ga, &oi., ; ein Laven! Harren- and Damen- «S1^yi«B:7Sy=Si inäntel, Tise'ji, febr ÄÄI Metallbetten I Stahlmatr., Kinderbetten, dir. an Vriv. Kat. 31 N frei. Elson- möhe’dabr. Suhl!. Th. Großer Spiegel 235X85 etn, f. Schneider u. Modisten geeignet, ein eiserner Garderobenständer weitz lackiert, billig zu verkaufen v2a0M TelterSweg 44 Laden rechts. Puppenstube Kaufladen Fellpferd mit Wage« zu verkaufen oa,oe Bahnbofftr. 26 H. Schön S Nostiim und Tuchmantel für ältere Dame, la neue Stiesel Gr. 39 billig zu verk. Nkoltkestratze 2o L (Verschiedenes ArKMe kräs ig und arsteus- willia, gesucht. B391C Nervenklinik. Jüngere, lüchlige Frass d. gut bürgert kocht, in Dauerstellung an staatl. Ausfall ges. Beste Empfehlung erfoiderlich. Schr. Angeb unter 9945 D an den Gtetz. Anzeiger erb eien. _• MUsM-M für Vandwinichaft auf Hof nahe Gietzen, desgleichen eü junge der sich In Vaudwirt- schall beiri i.ien will, gesucht. Schriftliche Augeb. un er 99531) au den Gien. Anz. Hetiler. Grotze Auswahl in ttatafc Derheiratrter Kaufmann mit Kundschaft sucht per 1. 1. oder 1. 2. 25 Stellung f. Kontor und Reise, am liebst. Dauernellung in Zigarrenfabrik. Schristl Angebote unter 025077 an den Gietz. Anz. erbeten. Mädchen d. kochen kann, sucht vom 22. 12. bis 3. 1. Beschäftigung. Särr. Angeb. u. 025121 an den Gtetz. An», erb. Unterlagen geben und Referenzen benennen. Gleichzeitig ist auch das genaue Arbeitsgebiet und die Art der seither besuchten Kundschaft aufzugeben. 9996A Gießen, den 12. Dezember 1924. 025067 Die Hlonatsoerfammlung s. beute abend findet nicht statt, sondern Samstag, 20. Ten., abends 9 llbr, im BereinslokaÜ T -O.: Winterfest am 17. 9an. 1925. [lw,c Der Vorstand. Heute SamStag ab Z Ahr: Opern-1 Uedertragnnjs ßnfo- fiaöio- iinö Lesetzlllle SKirchenplatz 9. Billige gute Puppen und diverse Arien llinderspieigerät wie Kasten-, Möbel-, Roll-, Milch- und Brauereiwagen, Leiter- u. Landkarren ic. zu ebenfalls verbilligten Preisen abzugeben MM-Mil, ghflitr. 1. Bti d. selbständig kochen kann, im Räben und Bügeln bewandert ist. ver 1. Januar gesucht HauSmäd.lien vorhanden [025103 TOeftcnrge 381. Iß. MöSchkn ans ordentl. Familie für zwei- bis drei- mal wvchen!l einige Stunden gesucht. . Näheres Alice itrabejisj).___02,.,w Suche für fof. einige tinfitigc 'UiäMitn. Frau M Herr. _ newerbSmästige ^tellenvermittlerin, ^.onnenftr. (>. [u15 ’SleHengesucheJ üenflon Btanöl Neuen Päue 22 Gut möbl. Zimmer mit Verpflegung. Tel. 1«Q. 7M6D Schön möbliertes Mohn-nnd Schlaf® Immer sofort ob. 1. Januar zu vermieten Goetbeitratze 31. Leere; 3lannet beirbar, als We,k- statt ob. dergl. sofort fast neu, billig zu verkaufen. 02-065 Plorkstraste 16 l. Fahrräder (Panther), Nähmaschinen, elektrische Taschen- l°nrp-n sowie alle Ersatzteile empfiehlt K§-Ud,e' 41 bi- j d-Zimm.-Wobna. ■ s JB-ete an: Schöne s > ^-Z.mm. Wobna I a in ruhiger Lage. 8 r Schristl. Angebote I S unter 025079 an oen i ■ z Gietz, Anz. erbeten. !U^ ozsors nächste Woche Eröffnung. Gnenbohner-ßelmf'änen-Beteia Eietzrn k. G. ni. ö. 9. Zu der am Sonnta», den 21. Dezember d. Js., vorm. tags 9 llbr. tni llnterrichtszimmer (Cbt-rbcif. Babn- bof) hat ünbenben 100-21) vivenlüseii ßaBflloetfoniininng laden wir die Mitgli.der ergebenit ein. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Vorlage der Ba> viermal Ebilnnt per 31.12.23 nebit Gewiun- und Berliistrechnung sowie der Ololbnmrb eröffnungsbilanz perl. 1 24. 3. Entlastung des Vorstandes. 4. Bericht über die sta'i- gesundene gesetzliche stievtsion. 5. Wahlen in d Borstandu.AussichtSrat. B. Satzung • änderun ten. 7. Bericht über Neubaumöglichkeiten und AlnanUerunfl. 8. Ber- schiedene Angelegenbeiten. Gietzen, den 13. Dezember 1924. Der Vorsitzende des AufsichtSrateS: Simon. NB. Die Bilanzen liegen in der Wob nung deS 1. Schrlitsührers Wil beim Weber, b'er, Wetz.arer Weg Nr. 5111 zur Einsicht offen preiSw.,gut erhalten u. 1 Damen-Winter- mantel zn verk. 1yWh Seltersweg 22III ($tbr.§otin8tr mit Zahnrad billig au verkaufen otsosz Lndwlgstr. 46 F. I. r. Geör. 9oOänö?r AU verkaufen Uz5087 Roonftratze 20 II verkauft Balinstoi- stratze, neb. Schade ,3ü(lnrnbe, nnd Vudwigfir., „Zur Stadt Wetzlar". 025°M H, ^Unf, Roste Wsbiiige (8 Stück» ä St. 35 Ji, gebe an Private ab. Schrifil. 'Jlnaebotc unter 99880 an den Diietieiier Anzeiger. Wenig getragener Culaway mit 2 Hosen zu verkattsen 10uflD Neue iweg 50. i Verkaufe soforteinen Feder. 025120 -ritschenwagen so gut wte neu, Pa- । lentachsen, 6—7 Ztr. schwer, passend für I jedesGeschäst,ferner I einige schöne Wcib- n tchtdvuvven, Teddybären usw. billig. Atterweg 7. Gut erhaltener Küchenherd zu verkaufen 026,11 Vöwengasse 18. Oefen Herde auch gebraucht, neu berfleriebtet, emp- ficbh billigst [,^04 H. Schön Marburger Str. 22. Ein schöner, flammiger , elektrischer Gllls!ößkr sowie ein noch gut erhaltener Anzug lGr. 1.60tn) ».Preise von 20 Mk. zu verk. Wo? sagt die Ge- schättsst. d. G. A.011,19 ! Verkäufe j Achtung Dreijährige, schwere belgtsche Stute erttklass.,steht z.Berk. Otto Buck LanaSdors. Zwei gute Me*roe mittleren Schlags, flotte Läufer, wegen Nachzucht zu vertauschen, evtl, zu verkaufen. 025107 Wilhelm Herman, Beuern.____ Wegen Todesfall zu verkaufen ein Paar Zahrochsen 2 ttühe davon eine hoch- trächiig 0zl-69 2 Zungrinder Llinzenbach 108. Kleines haus mit 2X3 Zimmer u. Garten ispäter znm Alleinbewoltnens sofort zu verk. Eine 3-Zimm Wohn.tvtrd in nächster Zeit frei. Schr. Ang u. 025117 a. d. G Anz. mit der Keule zu Leibe gegangen fein. 3n der jüngeren Altsteinzeit findet man kenn Speere mit Geweih- und Knochenspihen. auch mit außerordentlich fein und dünn gearbeiteten scharfen Feuersteinspiyen. 3m Rahkampf wurden Knochendolche verwendet. und als indirekte Waffe diente der Grabstock, mit dem der diluviale Jäger die wichtigen Fallgruben anlegte. Dogen und Pfeile waren unbekannt: sie sind erst eine viel spätere Erfindung. Als wirksame Abwehrwaffe gegen die riesigen Tiere, die ihn bedrohten, benutzte der Ur- mansch das Feuer, das es ihm allein ermöglichte, sich in dem furchtbaren Ringen ums Dasein zu behaupten. Die Menschheit, die damals in kleinen Horden auftrat und ein ruheloses Wanderleben führte, muhte sich im harten Kampf seiner Feinde erwehren . Unter den Tieren, die gejagt wurden, spielt das Kleinwild eine geringe Rolle. Fischerei wurde überhaupt nicht getrieben; als Grund für diese merkwürdige Erscheinung möchte Schuster eine dem Urmenschen anhaftende Wasserscheu an» nehmen, die ihm vielleicht von den affenähnlichen Dorfahren vererbt wurde Dogelknochen sind auch so gut wie gar nicht in der Hinterlassenschatt des Rcanderialers angetrvsien worden Ihm fehlten die Waffen wie Wurf Hölzer oder Schleudern. die gegen die schnellen F ieger wirksam gewesen wären. Dazu kommt als Grundgesetz der ältesten Jagd das der „Rentabilität"; man suchte möglichst viel Fleisch als Deute zu erhalten und bevorzugte daher das Großwild. Unter den Kleinsäugern ist allein der Diber von dem Altstetn- zeitmenschen gejagt worden, da er dessen Lebensgewohnheiten genau kannte und mit einem Speer oder einer Keule, ja mit geschickten Steinwürfen das schwerfällige Tier Kriegen formte. Unter dem mittleren Großwild ist der Där das beliebteste Iagdtier, nicht der riesige Höhlertbär, dem man höchstens durch Ausräuchem seiner Wohnung beikommen formte, sondern der braune Där, dessen Knochen z. D. in dem Fundort von Taubach mit über 21 Prozent vertreten sind. Zum Kampf „Mann gegen Mann" war auch der braune Dar der Urzeit wohl zu stark unb wild, und so mag man ihm mit Fanggruben ein Ende bereitet haben. Der Urstier erscheint ziemlich selten als Jagdbeute, weil er für den kleinen Reandertaler ein zu bedrohlicher Gegner war. In der jüngeren Altsteinzeit wird der Jäger öfters den ahnungslos weidenden Difon von Hirnen beschlichen haben, wie wir es auf einer Knochenzeichnung der Zeit sehen. Elch und Riesenhirsch, die eine grobe Wehrkraft besahen, sind ebenfalls recht spärlich unter der Jagdbeute der Urzeit vertreten, etwas häufiger das Wildschwein und in der jüngeren Altsteinzeit ziemlich häutig das Wildpferd. Der Reandertaler war wegen seiner Plump heft und noch gering entwickelten Intelligenz nicht zur Sleppenjagd geeignet. aber die späteren »riflig höher stehenden und körperlich gewandteren Menschenrassen stellten dem Pferd eifrig nach, das allmählich zur beliebtesten Jagdbeute wurde. So fand man am Fuße des Felsens von Svlutre die Refte von etwa 10000 Pferden. In einer noch späteren Epoche wird dann das Renntiei am meisten gejagt. Der älteste 3äger aber stellte hauptsächlich den größten und fleifchreichsten Tieren nach, weil ihm diese am leichtesten die Wahrung boten. Er erlegte in Fallgruben den Waldelciantcn. dessen Ueberreffe sich sehr zahlreich finden, das Mammut und das RaS- horn. Rur diese Tiere mit ihrer gewaltigen Fleischmaffe lohnten die mühsame Anlegung der großen Gruben und den Einsatz des Lebens, der auch dann noch mit der Erlegung der Tiere verbunden war. Hohe Preise für Napoleon-Briefe. Die interessante Sammlung von Autographen Rapoleons und aus der Zeit der französischen Revolution, die dem Desitz des verstorbenen Lord Crawford entstammt, ergab bei der Versteigerung in London im ganzen gegen 2600 Pfund. Den höchsten Preis erzielte die „Ode" Andre Ch 6 niers zur Erinnerung an Charlotte Cordah. deren Handschrift 175 Pfund brachte. Die verhältnismähig seltenen Briefe aus der Frühzeit Rapoleons wurden mit 37 bis 41 Pfund das Stück bezahlt. Ein Schreiben Rapoleons als Brigadegeneral vom 24. Juli 1795 brachte es auf 48 Pfund, ein Dries ÄelfonS auf 22 Pfund. 8 Driefe und Dokumente, die sich auf den Prozeh des sranzöfischen Revolutions- Helden Fouquier T i n v i l l e beziehen, wurden für 72 Pfund zugeschlagen. dr.294 Zweites Slatt Sletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Außenpolitische Umschau. Don Professor Dr. Otto Hoetzfch. M. d. R. Die deutschen Wahlen haben zunächst den festen Willen des deutschen Volkes gezeigt, die Ordnung aufrechtzuhalten; es hat d e extremen Parteien rechts und links abgefchütlelt. Immerhin sind 2,7 Millionen kommunistische Stimmen mit 45 Abgeordneten geblieben, — an sich keine allzu grobe Gefahr, aber ein Zeichen, wie lebendig noch der Kommunismus ist, der seine Wurzeln In Deutschland vornehmlich auÄ bet Gewaltpolitik der Franzosen hat ziehen können. Man stellt auf bet Linken jubelnd und mit der Zustimmung bet entsprechenden Auslandsstimmen fest, bab bie Wahlen keine Mehrheit gegen bie Republik und keine Mchrheit gegen den Dawes-Plan gebracht hätten Das ist auch kein Wunder! Denn wider der Dawes» Plan noch die Republik sind überhaupt Streitgegenstand beS Wahlkampfes gcwcs n Auch für bie Gegner beS Londoner Protokolls stand fest, buh es heute bie rechtliche Bindung der deutlchen Außenpolitik barstelli und bab leine Deränderung, Detbefs.tung, Revision bie nächste Pflicht sei. Dementsprechend hat baS Lvnbvnet Protokoll im Wchlkamps eine Kampfrvlle nicht gespielt. Gb.msowenig bie Republik unb ihre Dersasfung, bie von der Linken als Gegenstand beS Partcikampfes hereingezogen wurde, bie die Rechte wahrhaftig nicht liebt, beten Deränderung aber bie Rechte nur auf bem gesetzmäßigen Wege anstrebt. So war auch bie Verfassung, die niemand bebrobt, kein Gegenstand beS Wahsk.impfes. Der Wahlkamps war rein innenpol t sch. Er drehte sich um den Gegensatz von rechts und links iin Innern unb er hat eine erhebliche Verstärkung der auf den Dürgerblock und gegen die Sozialdemokratie gerichteten Elemente gebracht. Er hat erfreulich gezeigt, bab das deutsch.' Volk zu einem groben Teile nicht gewillt ist, sich feine Meh heit und Regierungesorm durch Wünsche aus dem Ausland verschieben zu lassen. Außenpoliti ch bedeutet weder er noch sein Ergehn.s e ne Erschütterung der Lage, wie sie nun einmal ist. Währenddem sprachen Chamberlain unb Herrioi mit einander. Durch ihr G sprach ging das Streben, bie Entente zwischen Frankreich und England so sehr we möglich zu beteiligen und zu diesem Zwecke nicht nur die europäischen, sondern auch die außereuropäischen J agen hercinzuziehen unb sich üb r blefe zu Di-rftanbigen. DiS ist vorläus g auch gelungen. England und Frankreich wollen in R o rb- a f r 11 a unb Im Orient verständnisvoll zusammenarbeiten. F ankreich mit freier Hind in Rorbafrika, aber unter D rückficht gung ber englischen Interessen in Gibraltar, England mit freier Hand in Aegypten, beide möglichst reibungslos zusammenarbeitend in Syrien, Palästl na. Angora. D ide orientieren sich über Ihre Verhandlungen mit Rublanb und nehmen in Aussicht bie Verstäub gung gegen den Bolschewismus in den ISlamlandern. England schiebt die Ratifikation des Genfer Abrüstungsprotokolls, bas von Frankreich unb 16 Staaten schon angenommen ist, noch hinaus. So wird diese Frage erst Im März Welter erörtert werden, daher verliert die Völker- bundSverhandlung in Rom erheblich an Interesse. Aber lehr nachdrücklich trat Chamberlain für den Völkerbund ein. Zuletzt. Die Verständigung über Militärkontrolle und Räumuntz der Kölner Zone. Man wartet den endgültigen Derlcht der Internationalen Kommission ab unb will ihn prüfen. Man will erst danach die Kölner Zone so räumen, bab Ruhrgebiet und Kölner Gebiet g l e i ch m ä b i g geräumt werden, wozu vielleicht Herriot den Termin der Räumung des Ruhrgebiets noch etwas vorausnimmt. Dahinter laufen bann weiter Besprechungen über Genfer Protokoll ober Garantievertrag für Frankreich, alleS aber auf einer sehr ins Weite weisenden Linie, weil Chamberlain alle diese Dinge mit den selbständigen Kolonien unb im gefamtbriti- scheu Reichsinterefse behandeln will. DaS ist überhaupt ber durchgehende Zug: Die noch energischere Vertretung der Reichs- Politik, die auch in der Thronrede des 9. Dez. nachdrücklich betont wird unb, wie dort auch in Aussicht gestellt, Vorzugszölle für Güter aus anderen Teilen des Reiches in erweiterter Form vorsieht. Diese Ankündigung berührt unmittelbar auch Deutschland, weil in dem Handelsvertrag zwischen England und Deutschland ausdrücklich die Freiheit für diese DeichSzollinteressen Vorbehalten ist. Wenn also jetzt eine neueRegierungin Deutschland an bie nächsten Aufgaben: Londoner Protokoll, Handelsverträge, Militärkon- vention und Völkerbund geht, so steht sie einer doch sehr geschlossenen Front zwischen England und Frankreich gegenüber. Ein Bündnis mit Frankreich in Form einer Militärkonvention lehnt Chamberlain ebenso ab. wie fein Vorgänger; et wird England nicht in das französische System der „Regionalverträge" hereinziehen lassen. Soweit also wie ^u der Bildung eines gemeinsamen Lagers, wie seinerzeit mit den Abreden zwilchen Grey unb Cambou und im Kriege, geht die englische Politik heute bestimmt nicht, kann sie nicht gehen wegen ihres Verhältnisses zu Amerika unb ihrer über bie ganze Erbe sich hinerstreckenden Sorgen. Aber gerade deshalb hält das konservative Kabinett, hält auch Chamberlain, der von einer Vorliebe für eine ober die andere Ration ganz frei ist, die Linie mit Frankreich so fest, wie das aus seinen ersten Berührungen mit Herriot hervortrat. Das bedeutet für Herriot naturgemäß eine kräftige Unterstützung, unb bas erforbert von Deutschlanb eine sehr sorgfältige unb vorurteilsfreie Einschätzung ber Europa-politischen Lage, vor die bie neue deutsche Regierung gestellt ist. Diese kann nach unterer ileberAcuqunn nur bie ber bürgerlichen Kräfte sein für bie bie Mehrheit ja vollständig ausreich- Rur sie ist in ber gegenwärtigen Lage fähig unb geeignet, geschlossen unb fest, positiv unb mit nationalem Rückgrat, an Stelle einer demokratischen pazifistischen Illusionspolitik, bie nationale Realpolitik durchzusühren, die Deutschlanb jetzt dringenber braucht als je! Der Botschafterwechsel in Washington. Der provisorischen Besetzung des Washingtoner DotschafterpostenS durch den Krupp-Direktor Herrn Dr. W l e d f e k b t ist nunmehr nach zweieinhalb Jahren bie endgültige Regelung g-folgt: ber Staatssekretär Im Auswärtigen Amt, F r h r. v. M a l tz a h n, wird in wenigen Wochen seinen Einzug in das Botschaftsgebäude In ber Massachusetts Avenue halten. Die diplomatische Umgruppierung sollte eigentlich schon im F ühjahr vorgenommen werden. Herr Dr. Wiedfeldt hatte damals bereits einen Vertrag mit den Krupp- Werken in ber Tasche, auf Bitten des Berliner Auswärtigen Amtes ist er aber noch ein weiteres halbes Jahr in den Bereinigten Staaten geblieben. Als Herr Wiedfeldt bie diplomatische Ber- j tretung des Deutschen Reiches in ber amerikanischen Bundeshauptstadt übernahm, fand er noch eine allgemein Deutschland wenig freundliche Stimmung vor. Seiner Fü)rung der Amtsgeschätte ist es zuzuschreiben, baß zuerst aus den amtlichen amerikanischen Stellen die deutsch-feindliche Stimmung wich. In die Zeit seiner Tätigkeit fiel ber Abschluß eines Handelsvertrages, ihm gelang es auch, bie Frage des deutschen Eigentums, das während des Krieges in Amerika beschlagnahmt wurde, einer zufriedenstellenden Regelung entgegenzuführen. Durch bie Ernennung Malhahns hat das seit Monaten anhaltende Rätselraten über die Rachfolgeschaft Wiedselbts sein Ende gefunden. Cs ist zu wünschen, bah es ihm gelingt, das freundschaftliche Verhältnis zwischen den beiden Rationen nach allen Richtungen hin auszubauen. Großbritannien öffnet die Archive bis zum Jahre 1878. Kürzlich ersuchten einige hervorragende britische Historiker bas Auswärtige Amt in London, daß bie britischen Archive und insbesondere der Teil, der sich auf die Periode unmittelbar vor Kriegsausbruch te .icfjt ber Oerf nt- lichkeit zugänglich gemacht werden, ßiaatefelre är Chamberlain anerkennt in einem Schreiben an Doktor Seton-Watson die Schwierigke ten, welche die alten Vorschriften über Veröffentlichung der britischen Staatsarchive ber objektiven historischen Forschung bereiten. Ramsay Macdonald hätte bereits Instruktionen gegeben. die den Intentionen der Gesuchstellen: im allgemeinen entgeg?nfommen, und deshalb bleibe ihm nichts anderes übrig, als diese Instruktionen zu bestätigen. Die Staatsarchive waren den Historikern nur bis zum Jahre 1860 zugänglich. Diese Zeit werde jetzt bis 1878 ausgedehnt und es fei Hoffnung vorhanden, daß die Archive ber übrigen Ministerien ebenfalls für diesen Zeitabschnitt zugänglich gemacht werden. Weitere Mahrahmen werden erfolgen, sobald die Zustimmung der Dominions gesichert erscheint. Einige Dominion- haben sch bereits günst'n geäufprt. Eine Veröffentlichung ro Dr efschaf en.nelch: die allgcme.ne europäische Lage, die zum Kriege geführt hat. betreffen, wird der bekannte Verlag Govch & Temperley im Ramen des Auswärtigen Amtes berauegeben. Chamberlain ho ft. daß diese Publikation in der allernächsten Zeit erscheinen wird. Schließlich spricht Chamberlain seine Bereitwilligkeit aus. auch weiterhin die historische Forschung durch Zugänglichmachung von Staatsarchiven zu unterstützen. Aus Stabt unb Canb. Gießen, den 12. Dezember 1924. Lehr geehrte Redakion. Mei Bruder, der sich Kallche Dadder Söhnior nenne tut. hott mich gebede Ihne ze schreiwe. deh er aach krank is un soll aich Ihne mitbeile, wovon er hott schreiwe wolle, er maant. deh aich doch ebbes besser mit de Fedder umgehe tät Also Kallche Dadder Söhnior hott sich vcrlalH. weil er oam vorigte Sunntaag bis um ec ilbr in der Schulschtroh geftanne hott un däi neuste Wahlergäbnisse an der Exbcdition schtudiert hott. Bei dem Rechne und Zusammeschtelle der viele Zahle un Zifsere is es cm ganz blümerant) im Kopp gewordc un owedruff hott er noch ganz faale Fcuß krieht. däi aach nett durch e Baar Berdelchc aus 'm Fenticlche aagetoärmt konnte wern un so hott er noch dis zum annern Morgc im Bett gefröre un geschlabbert un aach der Kamillethee. den fei Kadrinche gebraut hott, hott so gut wäi nix gebatt. Er feggt die Woahl hättn zu sehr uffgeregt un aach däi Daddeie, bene er nett sör Hanau fei Schlimme gegewe hätt. — llcberbaubt des gucke oam Fenster von der Ex- bedition in der Schulstrooh is nett Icddermanns Sach. Rewe mir hott aaner gefchtanne un hott sich die Schtimmc nouiert un aach von owe bis unne zelamme gezoge un do is er uff däi Zoahl von 375 844 Schtimmc allaans aus der Schtadt Gieße gctommc. sei Rewemann könnt aach nett besser addiere, er kroag nor 5299 eraus. Der aane wollt ganz richtig gerechnet Howe, der ärmere aber aach, es tarn zu cm llaanc Wortwechsel, der mit der Aasicht oun cm Dritte: „Ihr seid alle zwaa Dommköbb" sei End sand. Als aich mich oam Sunndag früh gerat) noch emoal im Bett erumdrehe wollt, fing gerat) däi Musik an zu bloose. Ru. denk aich. hunn mer beim Kermes in Gäihe obber Fassenacht odder gar schoo des Dornfest, ich riß bcs Fenster uff un frug den am Eck von der Dreihäusergass' stehende Schutzmann, woas des zu bedeute hätt. ^Reichstoagswoahl" war däi Antwort. Woas? Reichstoagswoahl mit Musik, des hott mer in Gaiße noch nett erlebt. Wenns so weiter gieht. wird in de Wahllokäler aach noch getanzt un Schobbe gepetzt. — So gege drei sein aich wehle gange un hunn mit em Zimmermannsblauschtifft e besonnerscht dick Kreuz uff de Woahlzeddel ge- schriwe, uff welche, des werd nett verrate, denn- däi Dreihäu'ergäiser wi.fe ihr Woahlge^eimniß zu hüte. Der Andrang an bc Doahlurn war so stark, bah mer Dol neck schtche mußt wäi vor Ioahrn vor em Worschtladc. Hinner mir koam c Zraa an de Reih, in der aane Hand de Schümm-- zeddel. in der annere e Schboarkafsebuch. „Herr Woahlvorschtehcr," feggt fe, wäi de Zeddel in de Urn verschwunne war, „aich hunn siewe Kreuz - eher druff geschriwe, weil siewe Daddeie ver- schbroche hawc. deh fc Hibbedeke und Schboar- bicher ufftoerte wollte, häi es mei Schboar- bichelche mit väirhonnert Moark Eilaa, aich mecht bitte, deh fe mer des glci ufftoerte. „Ja liebe Frau," feggt der Dorfchtehcr. „so rasch geht des nett, däi annere Daddeie hatoe aach de Ufftoer* tung verschbroche un wenn fe alle ihr Der- schbreche haale, dann werde ©äi aach uff geteert ehnder nett. IterigenS is Ihr Woahlzcddel ungiftig, denn es berf nor aa Krcuzchc druff schteh." „So," feggt die Fraa. .bann gerne fe mer en annern mit de Bad bei, däi aach teerklich ufftoerte tut“ .DeS geht aach nett," feggt de Dor- schleher, „fe misse sich etoe gedulde, nemmc fe ihr Bichchelche nur Widder mit Haarn un warte fe bis de ilfftoertung im Aazcicher schtieht" Aich hunn aach e Schboarkassebuch un mcchtS gern uffgetoert wisse, deshalb mecht ich Säi, geehrter Herr Redakdör, bitte beför ze sorge, deß baal e mol im Aazeiger zu lese is, daß däi Schboarer, Klaarentner un Hibbedehkegläubiger schlatts 15 Prozent mindestens 75 Prozent kriehe womit ich herzlich grüße Ihr Schosch aus der Dreihäusergass. • Liewer quder Zeidungsonkel. Wer die Woal hatt, hatt die Gteahl, hatt mei Dadder gefagb unn ich hab gesagd. gell Dadder. du meinsd di Kättche Waal aus der Linnegah. die wo neidig ihm mann geschmifse hatt? Dummer Dub hatt mei Dadder gesagd. ich mein di wähle, w. a. h. I. e.. doß de so sache ferwexelfb. deh fi^imt bloß so deiner schlächde odrografie. sonht dähdsde wisse, wos sv e Wahl ih. deh ih e gwohl for mensch emr Vieh. Wer wisse will, woh er for e schlächder tert ih. der braachd sich blos alh kanndidad usfschdelle ze lohe, do krichd ers gesochd. unn do heihd es. guckd emol do. ihr leud. dem sei dreckig Wäsch, den, so en kerl wolld ihr wähle?, ich dähd mich schäme, so wah ze duh. wihd ihr. dem sei linner- wägelche! unn. wie er drei johr alb war. bem fei Unnerhös'cher. unn alleweil, hier ihr leud, beguckd euch emol bem fei sackbichchelche. mer wolle es emol for alle brave leud fautoer Wäsche! Samstag, 13. Dezember 1924 Wähld mer so cn kandibabd? Awwer die Wohle sinn Dcritotocr unn bo misse sich etzenb Di ^cud allmälig bra getoebne. bi warheib ze Heern. Fluch- bläbber hawwe meifdendeils kein werd nett. Aw- wer gebauerb hott mich doch c jeder buchdrukker der so fache hott drukke misse unn Dci ZeidungS- onkel. in dem seiner Dchdubb hott noch bie Wahlnachd um drei uhr deh lichd gebrennb. denn da hab ichs noch geseh. wie ich in die pell- kahnabbebek gclaafc btnn. um for bi mubber ballbriabnbrobbc zc hole, weil se sich in so ncr teahlscrsammlung wo btos borchenanner gckrischc worrn ih, so avd> ussgeregd hott. Ich hob bloS gebenfb, so c redackdötzr unn sei Gehilfe, bi wisse nii som achdschdunnedag. di howtoc noch e achd- schdunnenachb de bei gemachd. Iwwerhaubb unn so. toi wärsch bann, waim mer fo e achdschbunne- nachd innfuhm dähbe. 'Deh wär doch Widder emol ebbes neues! Kall, hott bo mei mnbber geruse. hör uff mit berc bolidick unn sag so tooh nett öffendlich. denn be tocißd nett, tooh boh for folge hawwe kennd unn euch mannSleid bähd's fielleichd basse, wann ihr die achdschdunnenachd im w rtshauh zubringe tönnb unn mir toeibS« leub sähe allaa dehaam. Do werd nif drauß! Seid friedlich hobb ich bo gesagd, unn cS iS c goddesglick, doß bi Woahl vorriwwer iß. ihm daß du. liewer Zeibungsonke! Widder Dci nachd- ruh hosd unn aach Sei Gehilfe unn mer wolle unh etzenb all uff's Chriskinnche freue, besonners arotocr aach die, wo bißher so fiel gwahl gc- habbd hawwe. Dci Kallche auh der zozzelSgaß. ♦ • • Die Weihnachlsbärime. Mit einem Male ist mir so weihnachtlich zu- mute geworden, als ich dieser Tage bie ersten Weihnachtsbäume sah. Sie standen an denselben Ecken, wo sie jedes Jahr gestanden haben. Anwiftkürlich bleibt man einen Augenblick stehen und sieht sich die grüne Pracht an, die aus dem Walde hereingekommen ist, um unsere Stadt weihnachtlich zu machen. Wo mag die Heimat di.ser 'Säume gewesen seinl Sind sie grob geworden in einer Schonung am Hange fünfter Höhenzüge? Wuchsen sie auf steilen Der- £en aus kleinen, mühsam gepflanzten Tännlein empor? Oder haben sie sich gar selbst angc- pflanzt, wie das fo häufig ist? Ich möchte dabei gewefen fein, alS sie geholt wurden! Da fährt der Wagen in den Wald: auf ganz schmalen, gras überwachs cnen Wegen, über die sonst nur Reh und Hase, Eichhörnchen und Fuchs hinhuschen, höchstens einmal ein paar Raturfreundc, in den stillen Anblick der Waldeinsamkeit versunken, wo aber sonst kein anderer Laut zu hören ist als das Pfeisen des Windes in den hohen Tannen, das Schreien des HäherS aus den kahlen Daumwipfeln, das Gurren der wilden Tauben auS dem Grunde der benachbarten Waldschlucht. Der Förster geht mit einer kleinen Axt voran, zeichnet die Däume, die herauS sollen, ruft den nachfolgenden Hauern etwas zu; sie sehen chre Axt an, die kleinen grünen Pyramiden ftünen nieber, werden zum Wagen geschleift, verladen und kommen in die Stadt. Dielleicht ist es auch besser, man sieht bai nicht, eS ist ja doch nur so eine Art Massensterben unter ben hoffnungsvollen Däumchen. Die bad Licht lieben, tote wir auch. Rur der Gedanke, daß sie den Kindern in der Stadt toeihnachkliche Freude machen sollen, läßt dieses rauhe Handwerk in dem Strahlenglanze einet angenehmen Notwendigkeit erscheinen. Würde man sonst nicht sagen es ist schade, daß bie Däumchen fo früh dahin müssenI Run stehen sie bei uns. Täglich geht man daran vorbei, sucht wohl mit ben Dlicken unter ihnen, ob ein geeigneter babei ist, wird von ben Kindern gefragt, toarm man ben Daum kaufen soll unb — wartet noch. Manche lieben ihren Daum früh zu kaufen, sie glauben, bah ba bie schönsten zuerst auf ben Markt kommen; sie zahlen lieber einen höheren Preis unb freuen sich dann an dem Desitz des hübschen Stämmchens, das sie in den Garten hinausstellen, bamlt die Radeln nicht abfallen. Andere wieder haben die Erfahrung gemacht, daß man fein Däumchen am besten in der letzten Stunde kaust, weil es dann am billigsten ist; freilich darf man dann nicht mehr so sehr mit ber Schönheit und dorn graben Wuchs des einzelnen Exemplars rechnen; man muß dann einfach nehmen, waS übrig geblieben ist. Ist es nicht ein traulicher Oebanfe, ein schönes Gefühl, daß es Tannenbäumchen zu laufen gibt, an denen am „Heiligen Abend" fröhliche Kerzen unsere Christtteude bestrahlen werben? H. ♦* D i e ersten G o l b stücke im Verkehr. Gestern vormittag sind bei ber Dank des "Berliner Kassenvereins 3003 Mark in Gold in Zwanzigmarlftückcn zur Einzahlung gefa gt. bie im weiteren Verlaus to.cber durch Auszahlungen Die älteste Jagd. Die schönen Wintertage, bie wir jetzt durch- leben, erhöhen dem Jäger die Freude anJeinem Handwerk, dem er sich in dieser Achresz^l mit besonderem Eifer hingek^n. darf ®ie ?ur edlen Weidmannskanft ist ja den Menschen t ei eingeboren, denn die Sagt) gehört zu bea -Ur- beschäft gungen der Menschhnt. und schon m ber älrzeit widmete sich der Mann diesem abenteuerreichen und gefährlichen Kampf um die Ra^ rung. während er das friedliche ©tnfommeln von Früchten und Deeren der Frau überlief). Wo totr in ber älrgeschichte auf die ältesten Spuren menschlichen Daseins stoßen, da sinden wir auch 'chon primitive Formen der Jagd, und von vieler Jagd des Ältst einzcitmenschen gibt Dr Erich Schuster in seinem soeben bei QUejranber Sünder in Weimar erschienenen Duch „'Die Altsteinzeit" ein anschauliches Dild. Seine Darstellung beruht hauptsächlich auf den großartigen vorgeschichtlichen Funden von Sühenborn, von Taubach unb Ehringsdorf, die im Weimarer Museum Aufstellung gefunden haben unb gerade für dieses Gebiet das wich.igste wissenschaftsiche Material liefern. Die Waffen, mit denen der Llleste Mensch der sog. Reandertaler, den Tieren nachstellte waren bie denkbar primitivsten. Wir haben uns als Hauptjagdwaffe Hokzspeere vorzustellen, die mit Feuerstc ngcraten zugefpitzt und km Feuer noch besonders gehärtet wurden. Daneben mag der Altsteinzeitmensch bem Tier auch M genormten Instituts in tat vffentvchm AahlungSmittelverkehr gefivsien find. "JahresverlosungimOberhessi- schen Kun st verein. Die statutarisch oor- geschriebene Iahresverlosung im Oberhessischen Kunstvereiu. die im vorigen Iahre aus Mangel an Mitteln unterbleiben muhte, wurde in diesem Iahre wieder vorgenommen. Sie fand am Mittwoch statt. Der Ausschuß hatte dazu wieder 18 Anrechtscheine und 12 im Laufe deS IahreS angekaufte Kunstblätter zur Verfügung gestellt. Die Verlosung der Anrechtscheine zeitigte folgendes Ergebnis: Dr. August Kilbinger (150 Gm.), Lehrer Wilh. Michel, Frau Math. Holzel (je 100 Gm.), Schlachthofdirektor Dr. M o d d e , Amtsgerichtsdirektor S ch m a h l, Pfarrer Ernst Becker, Prof. Dr. Doelck (je 50 Gm.), Lehrer Heinrich Decker, Oberregierungsrat W e l ck e r, Lehrer Aug. Habicht, Kaufmann Rudolf R o w a ck , Otto Schenk, Stadt G i e h e n (je. 25 Gm.), Lehramtsassessor Schad, Universitäts-Professor Dr. Messer. Universitäts-Professor Dr. ‘Surfer, Friedrich Schreiner, Direktor I a n tz e n in Lollar (je 15 ©mA Kunstblätter gewannen: Kaufmann *2B. Horn, Lehrer Fritzel, Frau Ko- w a r z i k We., Fabrikant G. Stark, Kaufmann Leop. Stern, Kaufmann Otto R a t h s ch l a g , Frau Kunstmaler Barthel , Kaufmann 2L Imhäuser, Geheimrat Dr. D o i t, Regie- rungsrat Frhr. v. Gemmingen, Dr. A. Tö - pelmann, Reallehrer Hebermehl. — Die derzeitige, von dem Verband hessischer Künstler selbst zusammengestellte Ausstellung bleibt während des Monats Dezember auch an den Feiertagen geöffnet. ** Dom Finanzam t wird uns über die Ausstellung der Ueberweisungsblätter usw. für 1924 geschrieben: ,,Der Reichsminister der Finanzen hat ausnahmsweise und allgemein aus die Ausschreibung der Ueberweisungsblätter. Ausweise. Nachweisungen und Zusammenstellungen, die bis Ende Januar 1925 an das zustehende Finanzamt hätten eingereicht werden müssen, verzichtet. W.K. Der Weihnachtsbaum im Schaufenster. Solange es Schaufenster gibt, wird zur Weihnachtszeit der Christbaum in den Dienst der Schaufenster-Dekoration gestellt. Don der Geschicklichkeit des Dekorateurs allein hängt es ab, ob der Weihnac^sbaum als Schaufensterschmuck auch den Zweck erfüllt, die Passanten an das Schaufenster zu bannen. Hierzu wird immer nötig sein, die ausgelegten Waren in eine innere Beziehung zum ausgestellten Weihnachts- baum zu bringen. Sei es durch einen anziehend gestalleten Gabentisch oder durch einen Weihnachtsmann, der die Fülle seines Gabensackes im Schaufenster unter dem silberbehangenen Lichterbaum ausschüttet. Die beste Dekoration wird aber in ihrer Wirkung herabgemindert, wenn die Beleuchtung des Schaufensters in der Vermitllung einer weihnachtlichen Sttmmung versagt. Ist doch kein Fest im Iahre so sehr von Stimmung beherrscht, als gerade Weihnachten. Ein gut dekoriertes Schaufenster muh in den Adventswochen den ganzen beglückenden Reiz und den märchenumwobenen Zauber der Weihnachtszeit in sich bergen und spenden. Die Mittel hierzu sind ja so reich und vielgestalttg, wie bei keiner anderen Gelegenheit. Mag aber auch die Warenauslage noch so verlockend sein, immer wirh der Weihnachtsbaum im Mittelpunkt wirk- fanftr Schausensterdekoratton stehen. GS ist hierbei, nicht einmal nölig, einen wtrllichen Daum aufzustellen. Man erzielt eine auh«ordentlich starke Wirkung, wenn man hinter einer dunkelfarbigen Schaufensterkulisse elektrische Dirnen in der Weise anordnet und brennen läßt, wie der Wuchs der Tannen die Anbringung der Kerzen bedingt: einzelne, zu einer spitzen Pyramide aufsteigende Flammen. Ein solch .fingierter Weih nachts bäum" hat den Dorteil, im Schaufenster sehr viel Raum für Warenauslage zu lassen und — nicht zu nadeln. Allerdings kann diese Dekoration nur Abends wirksam werden. Denn es wäre eine geschmackliche Derirrung, wolle man den .fingierten Weihnachtsbaum" auf die Kulisse aufmalen. Der ganze seltsame Reiz dieser Dekoration besteht ja nur in dem einfachen Mittel, durch die typische Anordnung der Lichter einen wirllichen Weihnachtsbaum vorzutäuschen. •• Die nächsten Diehmärkte in Gießen finden am 16. und 17. Tezember statt, und zwar ist am Tienstag, 16., Rindermarkt, am Mittwoch, 17., Schweine- und Schlachtviehmarkt, sowie gleichzeitig Krämermarkt. Näheres im heutigen Anzeigenteil. ** Erledigte Le h r e rst e llen. Erledigt sind zwei Lehrerstellen für evangelische Lehrer an der Volksschule zu Wies eck (Kreis Gießen). Für die eine der beiden Stellen ist eine Dienstwohnung vorhanden, die aber zur Zeit noch nicht frei ist. Mietwohnungen sind schwer zu beschaffen. Landkreis Gietze«. L W i e f e ck, 13. Dez. Ein Vorfall, der leicht zu den furchtbarsten Folgen hätte führen können, ereignete sich am Donnerstag abend in der hiesigen Kirche. Zu einer daselbst stattfindenden Lichtbildervorführung über die Pflegeanstalt Bethel hatten sich etwa 150 Kinder eingefunden, als plötzlich vor Beendigung des zweiten Aktes der Film a b b r a ch. (Wie sich später herausstellte, war der Operateur ohnmächtig zusammengebrochen.) Beim Schein des sofort eingeschalteten Lichtes erkannten die mit anwesenden Lehrer und Lehrerinnen, daß auch unter den Kindern Anzeichen beginnender Ohnmacht vorhanden waren, die sehr schnell zunahmen. Zum Tell waren die Anfälle mit Erbrechen begleitet. Don einem Lehrer, der sofort die Gefahr erkannte, daß es sich hier nur um. Vergiftungen durch Koh len o xh d g as handeln konnte, wurde die schnellste Räumung der Kirche veranlaßt. Der größere Teil der Kinder, die übrigens alle unter der Einwirkung des Giftes standen, waren hierzu, wenn auch nur tastend und unsicher, selbst in der Lage. Eine Anzahl von ihnen brach noch vor der Kirche bewußtlos zusammen, die im Inneren der Kirche ohnmächtig liegenden Kinder wurden von den Lehrern und Lehrerinnen unter Lieberwindung ihres eigenen übelen Zustandes herausgetragen und teils in Rachbarhäusern untergebracht, teils direkt nach Hause getragen. Die bei den schwereren Fällen sofort einsetzende ärztliche Hilfe beseitigte alle Gefahr, so daß der Zustand der etwa 30 bewußtlos gewordenen Kinder zu keinerlei Befürchtungen mehr Anlaß gibt. Nur dem Umstand, daß gerade der Operateur einer der ersten war, der ohnmächtig war und dadurch die Vorführung unterbrochen wurde, ist es zu verdanken, daß unabsehbares Unheil verhütet wurde. Von den am schwersten betroffenen Kindern sind nur noch wenige bettlägerig, der größte Teil ist wieder her- gestellt. Nach Loge der Verhältnisse handelt es sich um eine Vergiftung durch Kohlenoxyd- g a s , hervorgerufen durch die mangelhafte Heizanlage der Kirche. Allem Anschein nach war das Rohr der glühenden, mit Koks geheizten Oefen verstopft, denn es fühlte sich kall an, die Gase konnten nicht entweichen und breiteten sich in der Kirche aus. Der stets in der Kirche, wenn diese geheizt wird, wahrnehmbare Kohlengeruch lieh die Gefahr nicht rechtzeitig erkennen. Zur vollen Aufklärung der Angelegenheit und zu gleicher Zeit als Warnung werden wir auf diesen Fall zurückkommen und den wenigen erwachsenen Augenzeugen Gelegenheit zu ausführlichem Bericht geben. t Grünberg. 12. Dez. Auf Anordnung des Ministeriums hat das Kreisamt Gießen veranlaßt, daß auch hier Wohlfahrtstage in die Wege geleitet werden. Dom Gemeinderat sind hierfür die Tage vom 14. bis 20. Dezember bestimmt worden. An diesen Tagen kommen Wohlfahrtsmarken zum vierfachen Betrage des Nennwertes zum Derkauf. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn der Verkauf ein recht gutes Ergebnis zeitigen würde. * Lich, 13. Dez. Der Schweinemarkt am nächsten Montag ist jetzt wegen der Maul- und Klauenseuche abgesagt worden. obb. Obbornhofen. 12. Dez. Am 13. d Mts. feiert der Landwirt Hrch. Wilh. Hermann Philippi noch in voller Rüstigkeit mit seiner Ehefrau A Margarete geb. Bommersheim. im Kreise seiner Fcunllie daS seltene Fest der goldenen Hochzeit. Kreis Friedberg. 4 Bad-Nauheim. 12. Dez. Zu einer Besprechung über die Gründung einer Jugendherberge hatte gestern abend der hiesige Pfadfinderbund in den Sitzungssaal des Stadthauses eingeladen. Behörden. Schulen, Sport-, Turn- und Wandervereine, Jugendgruppen, wirtschaftliche Verbände usw. waren der Aufforderung gefolgt und hatten Vertreter entsandt. Für die Stadtverwaltung war Deig. Kissel anwesend. Nach einem sehr aufklärenden Vortrag von Rektor Karl Schmidt (Frankfurt am Main), dem Geschäftsführer des Zweigausschusses Main-Lahn-Fulda des Verbandes für Deutsche Jugendherbergen, wurde Me Gründung einer Ortsgruppe beschlossen, deren vorläufiger Vorstand aus Hotelier S ch a l l e r, Professor Fuldner, H. Damm, Lehrer Oßwald besteht. Aufgabe der Stadtverwaltung wird es nun sein, für geeignete Räumlichkeiten zu sorgen, damit hier möglichst bald die von der wandernden Jugend sehr erwünschte Jugendherberge eingerichtet werden kann. Lehrer Oh- Wald tritt dafür ein, daß mit der Herberge gleich ein Jugendheim geschaffen werde, das allen Gruppen der Jugendbewegung zugänglich sein müsse. sf. Friedberg, 12. Dez. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung der gestrigen Stadt- dervrdnetensitzung war der „Neubau der Schillerschule", die auch schon die letzte Sitzung in Anspruch genommen hatte. Da das Haus sehr schlecht besetzt war, schlug der Bürgermeister vor, diesen Puntt wegen feiner großen Wichtigkeit zu vertagen, der Antrag wurde aber mit 10 gegen 8 Stimmen abgelehnt. Der Zuschauerraum war überfüllt, hauptsächlich von Lehrern und Studierenden. Lieber die Notwendigkeit eines Neubaues für die Schillerschule bestehen auf keiner Seite Zweifel, die Räume des s. Z. von der Stadt für diese Schule erworbenen Gebäudes sind keinesfalls mehr ausreichend, auch ist der bauliche Zustand des Gebäudes, nach dem Berichte des Bauausschusses, ein derartiger, daß eine Verantwortung nicht mehr länger getragen werden farm. Aber mit einem Neubau einer Schillerschule (höheren Mädchenschule) allein ist es nicht getan, sondern es wird dadurch der ganze Komplex der Friedberger Schulverhältnisse aufgerollt. Auch der Neubau eines Polytechnikums läßt sich nicht mehr hinausschieben, das jetzt benutzte Gebäude (die frühere alte, als Realschule benutzte Augustiner- fchule) ist keinesfalls auf die Dauer austeichend, und die Studentenschaft hat schon in wiederholten Versammlungen und Eingaben die Errichtung eines Neubaus gefordert. Aber auch die Volksschule (Musterschule) leidet an Platzmangel und weist viele Mängel auf, z. B. einen viel zu kleinen Schulhof, das Fehlen einer Turnhalle usw. Ein Vorschlag der sozialdemokrat scheu Fraktion geht deshalb darauf hinaus, eine neue Volksschule zu bauen, die jetzige Volksschule der Schillerschule zu überlassen und den Bau eines Polytechnikums vorerst zu unterlassen. Allgemein anerkannt wird, daß die schwierigste Frage die Beschaffung der benötigten Geldmittel ist, denn allein der Rohbau des Polytechnikums soll einen Kostenaufwand von 600 bis 700 000 Mark verursachen. Beigeordneter Dr. Leuchtgens tritt sehr für einen Neubau des Polytechnikums ein, da diese Anstalt die einzige sei, die sich durch ihre Erträgnisse bezahlt mache und durch eine Erhöhung des Studiengeldes könne eine Mehreinnahme von ca. 80030 Mark erzielt werden. Das seitherige Gebäude, das in einem Häuserblock mit der Musterschule liegt, könne alsdann dieser Schule überlassen werden und dadurch sei auch diese Frage in durchaus einwandfreier Weise gelöst. Nach einer längeren Aussprache, in der man allseitig zu der Ansicht kam, daß sich die Sache nicht mehr länger hinausziehen lasse, wurde beschlossen, die Angelegenheit dem vereinigten Dau- und Finanzausschuß unter Hinzuziehung von Bausachverständigen zu überweisen. Im weiteren Verlaufe der Sitzung teilte der Bürgermeister noch mit, daß die geplante Verlegung des Zollamtes nach Bad-Nauheim wieder rückgängig gemacht worden sei. Die Weidenanlage auf der Pfingstweide ergab in diesem Jahre einen Ertrag von 550 Zentnern, der der hiesigen Blindenanstalt zum Preise von je 4,50 Mark überlassen wurde. Die städtische Hundesteuer wird auf 24 Mart für 1925 festgesetzt. — An der von der Hessischen Girozentrale ausgeschriebenen Prämienverteilung für solche S p a r e r, die am 1. Oktober l. I. eine Spareinlage von mindestens 80 Mark hatten, nehmen allein an der hiesigen Dezirksspar- kaffe „M a t h i l d e n st i f t" 1236 Einleger teil. Kreis Schotten. -l-Unter-Schmitten, 12. Dez. In Anerkennung der Verdienste, die sich unser Lehrer Ferdinand Wolf um die Gründung und Ertüchtigung unseres jungen Turnverein- erworben, überreichte ihm dieser ein großes Bild des Turnvaters Jahn unter Glas und Rahmen. Lehrer Wolf, gleichzeitig B ezir k S v e r t r e- ter der Deutschen Turnerschaft für den Bezirk Oberhessen, ist ein eifriger Förderer unserer deutschen Turnersache und entfaltet eine überaus rührige Tätigkeit auf diesem Gebiete. -T- Ulfa, 12. Dez. Nächsten Sonntag wird Obstfall f;e'tor Metternich, Düd ngen, ei er der Preisrichter be. der diesjährigen Obstausstel- lung, im Döllschen Saale dahier über „Die Obst- schau im Lichte der Kritik" referieren. Der Vortrag will auf Fehler beim Aus st eklen aufmerksam machen und Richtlinien und Wiicke für spätere Obstaasstellungen geben. Gleichze tig werden die im Herbst erworbenen Preise durch den Vorsitzenden des Obst» und Gartenbauvereins zur Verteilung kommen. Kreis Büdingen. --- Aus dem Niddatal, 12. Dez. Die Selbstversorger, die darauf angewiesen sind, daS Mehl aus eigner Ernte zu verwerten, erleben beim Backen ihres Brotes aus neuem Mehl mancherlei Enttäuschung. Der Teig bindet schlecht, läuft beim Backen auseinander, so daß die Brote unansehnlich werden und auch geschmacklich viel zu wünschen übrig lassen. Man ist jetzt vielfach dazu übergegangen, das Roggen» mit Weizenmehl zu vermischen, wodurch wohl eine Verbesserung erzielt, aber Me Güte deS n*®6ag6S brotes" aus früheren Jahren immer noch nicht erreicht wurde. Don einem weiteren Austrocknen des verregneten Getreides verspricht man sich eine günstige Wirkung auf die Beschaffenheit und die Qualität des Brotes. Kreis Alsfeld. 0-4 Alsfeld, 12.Dez. Eine hochherzige Spende überwies Herr Jacob Bamberger in Newark (Nordamerika) unserer Stadt, indem er 20 Dollar im Auftrage der „Quarter Collection" in Newari übersandte mit der Bestimmung, daß davon 10 Dollar zugunsten des Alsfeld«: Kreiskrankenhauses und 10 Dollar zugunsten des Alsfelder Volkskindergartens Verwendung finden sollen. — Der hiesige Ausschuß fürKinder- Hilfe (Quäkerspeisung) erhielt nochmals eine namhafte Sendung Lebensmittel, so daß der Fortbestand der segensreichen Einrichtung in der Stadt Alsfeld für etwa 50 Kinder noch mehrere Monate gesichert ist. Starkenburg und Rheinhessen. 'Darmstadt, 12 .Dez. (Eigener Bericht.) Da in einigen Orten des Odenwaldes die Fleisch preise sehr hoch sind, haben Landwirte begonnen, selbst zu schlach- t e n und das Fleisch unter Ladenpreis abzugeben. Die Metzger werden hierdurch gezwungen, mit den Preisen herunterzugehen. — In der St adtkasfe von Groh = Gerau sind Llnterschlagungen in Höhe von etwa 2000 Mark aufgedeckt worden. Der schuldige Beamte ist einstweilen vom Dienste enthoben worden. * Offenbach, 12. Dez. (Eigener Bericht.) Der Schlosser Karl Presch er aus EintrachtS- hütte bei Deuthen, der in Gießen und Offenbach Einbrüche verübt hatte und in Offenbach festg enommen war, hat in der Unter» suchungshaft einen Löffel verschluckt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und dort operiert. Aus dem Krankenhaus ist er entflohen Hessen-Nassau. dH. Bieber, 12. Dez. Die feit dem 16. Rov- am Sonntag, Dienstag und Freitag jeder Woche von der Biebertalbahn gefahrenen Spät- züge werden von den Bewohnern des Biebertals so stark benutzt, daß damit der Beweis erbracht ist, daß für den Verkehr dieser Züge ein Bedürfnis vorliegt. Besonders stark ist die Inan« spruchnahme Sonntags, wo dieser neu eingelegt« Zug immer eine Besetzung von 50 bis 60 Passagieren aufweist. Fahren in der Woche auch ran 15 bis 20 Personen, so ist aber die von der Dev° waltung der Biebertalbahn geforderte Benutzung von durchschnittlich 25 Passagieren doch überschritten, und erfreulicherweise besteht damit die Aussicht, daß dieses Unternehmen der Diebertalbahn keine vorübergehende Erscheinung ist, sondern eine dauernde Einrichtung bleibt. C Schlüchtern, 12. Dez. Eine Liebes - tragodie hat sich hier im Hause d^s Dahn- arbeitet Schmidt abgespielt. Der dort wohnende Schlosser August Schneider unterhielt mit der Frau Schmidt ein Liebesverhältnis. Da einer Verbindung der beiden der Ehemann der Frau Schmidt im Wege stand, haben beide Selbstmordversuche durch Einnahme von Gift unternommen und von dem Gift auch dem dreijährigen Kind der Frau Schmidt gegeben. Schneider und das Kind sind an der Vera ftung gestorben. Frau Schmidt wurde in bedenk liche.n Zustande inS KrankeichauS etngeliefert C Fulda, 12. Dez. Der Haupivoranschlag deS Rhönklubs schließt mit 25 000 Mk. ab. Zur Hebung des Verkehrs sollen mehrere Rhön« Autoverbindungen eingerichtet werden Die Postverwaltung ist dazu bereit, wenn dir Gemeinden Autohallen zur Verfügung stellen und eine Garantiesumme von 50 Pf. für den Kilometer leisten. Wenn die Autoverbindung« Wirllichkeit werden, w rd die durch die Segel» slüge bekannter g?wordene Rhön auch öfter von Obcrhessen aus besucht werden können. HAARWASSER G» HAUT-CREME Choljeolvln ist daS natürliche, unschädliche. Zuverlässig wirkend« Heilmittel gegen Gallensteine. In den Gießener Avocheken. Vrofoefte kostenles ebendort und durch den Hersteller: Fabrik pharmOH. Prävarate Ao^iheker Welter, Uslar 99Ö6A Tablette» In allen Cpefee e. lOrogtrten rrhLNNch für Hanger, Äportsleute, Raucher Tenenffa A. G., Zigarettenfabrik, Gießen 1 U Nco W Sonntag, den 14. Dezember 1924, nachmittags TW Uhr «i Sch wimm wettkämpfe der Oießener Schulen im Städtischen Volksbad Austragung der für die Schulen gestifteten Wanderpreise im Schwimmen, Springen und Tauchen (jicßcnCT S cllW UTim VCftih Sonntag, den 14. Dezember abends 7'/, Uhr, in der Stadtkirche Sonntag, 14. De jember 1924, nad)m.5.30 Vttfl Bruckner, TeDeum (Zur Hundertiahrfeier) Gruppenausstellung öes Dereins deutscher tkanarienzitchter im strthhh(,ni(>r... im Stadttheater ju Gießen (Zur Hundertjahrfeier) Grohe Tombola 025070 Eröffnung Samstag mittag 2 Uhr 025093 haben Zutritt. Hessische Bilderbiihne Die Herrenhof Sage Eintritt frei! Christliche Versammlung, Dietzen. »MD Völker. 10023c SMkslMüe 1.35, 1.10, B.I5 Astoria-Llchtsplela, Seltersweg 10030c Der große Filmroman Sonntag 3 Uhr. Anfang 4 Uhr. Sonntag ab 4 Uhr Samstag ab 7 Uhr Auerhahn-Ausschank Gute Küche von 2.50 nn H M von 2.90 mt Unterhofen öooijaflen Grohe Tombola Eintritt 50 Pf. ReiWbühöileiMtijerKriegsöe- ffiiriöiaierK.ßrlegeröi icrülieben« OrtssruDoe fitlcfiedUnlerülieliener ©irtjen ?. 2rt)tuöbeI. fifltp en öeßjte 5$le en Sanner MseWn sttz infalm Seejnngen Slelnönlt öellöntt asm. werden bis »um 20. bC*. MtS. entgegen genommen. Hamburger Fisctihdlg. A. Kesk Basküir., Schulstr.lL Tel. 1612 Kinder unter 14 Jahren in Begleitung der (Eltern haben freien (Eintritt. Um zahlreichen Besuch bittet: Die Ausstellungsleitung. Streich- und Blasinstrumente sowie alles Zubehör in reichhaltiger Auswahl. 10045D auf erste Hyvot ek gegen hohe Zinken au leiben fleiurfit. Lchr. Ang. u. 02.122 an den Gieff. An». den an 025101 Südanlnae 9 III. Diehmarkt in Giehen Der nächste Diehmarkt findet am 16. und 17. Dezember 1924 statt, und zwar: Dienstag, den 16. Dezember Rindvieh» warft, Mittwoch, den 17. Dezember Schweine- und Schlachtviehnrattt, sowie gleichzeitig Ärämennartt. Die Auftticdszeit zum Aindviehmattl ist am Markttage von 3—9 Uhr vormittags: vor diesem Zeitpunkt darf das in den Sinstellstallungen untergebrachte, rwch nicht untersuchte Dieh nicht auf die 6trabe gebracht werden. Für den Schweine- und Schlachtviehmarft findet der Auftrieb am Markttage vonö-SV, Uhr vormittags statt. Vieh en, den 11. Dezember 1924. Der Oberbürgermeister. I. D.: Klingspor. Ein Kind der freien Liebe I Teil: Ein Eheroman, XL Teil: Zar blauen Laterne. Beide Teile in einer Vorstellung. Volkstüml Elntritlspr. (Vorprüfung zur deutschen Meisterschaft) im Restaurant und Saalbau Sauer, am Osmalbsgarten. Bekanntmachung. Stadltheater Bietzen Die im November 1924 au-gegebenen Gutscheine muffen bis zum 15. Januar 1925 eingelöst werden, mit genanntem Tage verlieren sie ihre Gültigkeit. Giehen, den 11. Dezember 1924.' Der Oberbürgermeister. 99TTB Theaterbauverein V. m. h. H. Gieh«. Bekanntmachung. Infolge AuSbruch der Maul- und Klauenseuche in Sich fällt der für Montag, den 15. dS. MtS. vorgesehene Schweinemartt aui. Sich, den 11. Dezember 1924. Hessisch« Bürgermeisterei Sich. Mandolinen, Gitarren, Lauten, Zithern, Akkordeons, Trommeln usw. [Verschiedenes! Lchntidkm nimmt noch Kun- Vullensubmission. Gin der Gemeinde gehöriger fetter ea. 16 Zentner schwerer DogelSberger Dulle soll auf dem Dege schriftlichen Angebots Montag, den 15. Dezember, mittags 1 Ühr. im Gemeindehaus dahier vergeben werden. Offerten mit Angebote pro Zentner Lebendgewicht können auf hiesiger Bürgermeisterei eingereicht werden. LeiSkrchen, den 11. Dezember 1924. Hessische Bürgermeisterei Reiskirchen. S ch o m b e r. 9986D TW* Stimmung — Kunst — Humor *.*„5011 »Öres* Sonnenlose Lustspiel In 2 Akten. Jugendliche zugelassen Gießener Konzertverein Montag, 15. Dezember 1924, abends 7Vr Uhr, mit einer Hauptprobe am Samstag, 13. Dezember Sprech-Apparate und Platten, allererste Marken. Busch’s Musikhaus, Giessen Reger, 100. Psalm Ausführende; Der Akademische Gesangverein, das verstärkte Staat!. Kurorchester aus Bad- Nauheim. Orgel: P. Hopf aus Eisenach. Leitung: Prof. Gustav Trautmann. Eintrittskarten: Mk. ,4.-3.— und 2.—. für die Hauptprobe Mk. L-. Schüler 0.75 Mk. bei Ernst ('ballier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk. für die Hauptprobe 0.75 Mk., nur beim Hausv rwalter der Uni versitat gegen Vorzeigung der Auswelskarte. 9827c Die den Abonnements beigefügten Gutscheine für das 1. Kirchenkonzert sind bis spätestens Dienstag, den 9. Dez. ohne Zuschlag umzutauschen. ZM . moderne Muster 1.60, 1.45 ßlclöttörnl) solide Ware. 0.96, 8.75 5iWiora120 ,«1.45 9emöenin(i),eh"anhoirM0J8 Hol)ürtler',n.-.unö.?«(l3t Summte Streifen, 190 cm breit 241 Sonölööiei @erftent L06, 0.» 0.55 BlöeröeltflOer SS ** tfil rmelveMLelmit Rand . . . 3.25 Taschentücher für Herren, Damen und 5ttnder in gröhter Auswahl $ümentj?möeii. Betnnelö«. Winten in allen (Breielagen herm-MruiulhenM^2.80 an WBetltieh iiiiiiiiiiiiiiiHimmiiiiiiiiuimiiiimiii sämtlicher Apparate und Einzelteile! Verlangen Sie unsere Preisliste gratis. I6,5teln8elm&53iine Frankfurt a. M. Versand nur Taunusstt. 12 Bergerstt.23 9734id MMIMklsk im BeMtsiittlnf GBeolot 190 cm 6r. 3.50,90 cm br. 1.95 glelöerflofie^^Ä.325 Bopelin?^c0“e-br^mbI3.65 Oonslleiöerfloffe . t9a i «, Ul BlufenflaneUe^ «2.00 lootiD Keine Kollekte! BrtoimQolen Ilffiöeden. ÄIWW. smtrna. absepolie SimMLn Magengeschöst 1UM1 Sonneborn Micestrahe 11 neben Hest. Hof ■ । ,i MW AM! ?rttrwo6t Boa 11-21. Dez. 1921 3m ganzen Deutschen Reiche findet im Dezember 1924 eine Opferwoche statt. 3hr Ertrag soll für die Zwecke der Allershtlfe, der Kinderhtlfe und der Dolksspeisungen dienen. Sammlungen finden nicht statt. Die Werbung geschieht nur durch Dettauf der WohlfahttSbttefmatten der Reichspost. Diese sind an allen Postschaltern und in Mengen von 10 Stuck an aufwärts auch beim Städtischen Wohlfahttsamt, Gattenstrahe2,Obergeschoh.ZimmerRr.l3, erhältlich Der Abgabepreis beträgt: 20. 40,' 80 und 200 Pf. SS können damit Briefsendungen nach dem 3n- und Auslande freigemacht werben, wobei die Marken alS solche zu 5, 10, 20und 50 PI zu verwenden find. Bon dem Abgabepreis flieht der Freimachungswert der Reichspost zu. Den Ueberschuh erhätt die Deutsche Rothilfe. Bon den beim Wohl- fahrt?amt entnommenen Marken verbleibt die Hälfte des UeberschusfeS der Eichener Winternothilfe. DaS Uebttge flieht einem ReichSausgleichsstock für besonders not- leidende Gebiete zu, zu denen auch Teile Hessens gehören. Wmd btt krstrMt itrwtniit jeder firsem P-ii mrVshlf-httS- marfen! Weihnachtsfeier Mittwoch, den 17. Dezember — im raalban Caucr. ---; Nur durch Mitglteder eingeführte Gäste 150 Marl gegen gute Möbelsicherbeit nebst Bmf. und monaiL Rückzahlung. Schr. Ang. um U25113 an deu Gieh. An», erbeten. Ford Personen-Auto, vier Sive, elektr. Vtd)t u. Anlasser, tn bestem Zustande, wett überzählig, 9928D zu verkaufen. Festpreis Mk. 2600.- Dilh. merfelüad) aoöleuj Hohenzollernstr. 58. Ls gelangt zurAussührung: Der Ehestreik Ein helleres Dorfbegebnis in 3 Aufzügen v. Jul.Pohl Einheitspreis auf allen Plätzen 1.20 Mst. :: Jeder zieht sich seine Katts selbst :: I0046D harten sind zu haben in den Verkaufsstellen des konstlmvereins in Grohen-Buseck, Grohen.Lindcn, Heuchelheim, Hungen, Klein Linden, Kinzenbach, Krofdorf, Leihgestern, Lollar, Mieseck und im Gewe kschaftshause. Dom 13. Dezember ab bis eine Stunde vor Beginn der Vorstellung nur im Geroerksschastshause, eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung nur an der Theaterkasse Bestellungen aui Weihnachten für <"°«c Jackie Coogan der Welt Liebling in seinem neuesten und anerkannt besten Schauspiel in 5 Akten Der kleine Bettelmuslkant Der kleine Jackie, immer gleich natürlich In der Darstellung von Freud und Leid. hinb-rllüt In diesem Film einen unvergeßlichen Eindruck. Ferner: Die Männerfalle Eine tolle Geschichte In 5 Akten. Anfang 4, 6 und 8.15 Uhr, Sonntag 3 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Nur noch heute und morgen: herzliche Einladung zur Verkündigung des Evangeliums im Singsaal des Nealgymnosiums, Ludwigstt. U so Gott will, heute abend 81/« Uhr. Sonntag, U. Dez., nachm. 5k und abends 8x Uhr Schluhvortrag Filmschauspiel in 5 Akten. Hauptrolle: Der Darsteller des Gösta Berling Außerdem: Fräulein Puppe, meine Frau Extra-Konzert _ der beliebten Radio-Girls Bekanntmachnng. Bett.: Die Hundesteuer. Dielenigen hiesigen Einwohner, welche im Laufe dieses Jahres Hunde abgeschafft, aber noch nicht abgemeldet haben, wollen dies spätestens bis zum 31. Dezember entweder mündlich oder schttftlich auf dem Stadthause - Bergstraße - ZimmerÄr.13, vormittags in der Zeit von 8—1 Uhr an» zeigen. Vordrucke für schriftliche Abmeldungen sind dott erhältlich. Die Derbind- lichkeit zur Entrichtung der Hundeabgabe dauett bei Aichtabmeldung auch im fol- genden Jahre, und zwar so lang« fort, als die entsprechend« Anzeige versäumt wird. Giehen, den 8. Dezember 1924. ‘^B Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Aus dem in der Dähe des Fernewaldes liegenden Gelände sind 165 ebn FindlingS-Grundbausteine aus festem Basalt nach der Hauptschneise im Fernewald (Abt. 1) zu fahren und dott auszusehen Das Anfahren soll in 9 Losen, das Aufsehen in einem LoS am Mittwoch, dem 17. Dezember 1924, vormittags 11 116t, im Stadthaus Bergstraße, Zimmer Ar. 6, öffentlich vergeben werden. Die Bedingungen find an dem genannten Tage von 10-11 Uhr vormittags dott, Zimmer Ar. 18, einzusehen. Gießen, den 12. Dezember 1924 Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Rosenberg. 100258 Winternothilfe Giehen 1923. Dr. Frey. 992OB Batate Mime 6 m lang, L20 tief, * gant neu. In diesem Jahre gebaut, weg- »ugehalber sofort bllllgsu verkaufen. Offerten an MWH B. Kühnheit Steinbach b.Gleken Welcher Landwirt oder Schäfer nimmt 20-30 Blüttel- Wie für drei Monate in utter? Vergütung: die Hälfte Lämmer u. die Hälfte Wolle. | Zu erfrag, tn d. Ge- -chäfiSst. d. G. A.^- WMlsM Die Herberge zur Heimat bittet auch in diesemZabre wieder der DeibnachtS- bescherung d. Wanderer zu gedenken. Tie Not ist in diesem Jahre besonders Soh-GabenanGeld, benSmitteln, getragenen Stletbem, Wäiche usw nehmen dankend entgegen .QtrcbenratMreck. yrauffurt Str. 13 u. HauSvater Lob. Ter Vorstand. Bet Tel.-Anrus 178 werden die Gaben abgebolr. 9987D Weihnachtswunsch ! irtänl, Schneiderin, 43 I. alt, ev., sucht auf dies. Wege mit solidem, charakter festem, mttiL Beamten tn Bttefwechse- zu treten zw. fvätl Heirat. Wwr. nich. au-geschlosien. Bert schwtegenheitEhren- fache. Schr. Ang. u. 025061 a. d. G. Anq. z" W1 ”taia“ semmei MMalisdimt (Gewerkschaslskartell) Giehen und Umgegenb 2.50, 1.50 Gute große Taschentücher, weiß und farbig o.so, 0.30 Modehaus Salomon, Giessen 10001a Möseratraße 8. 10028V Gebrauch zu machen. 015118 Achtung! kreis Men. Wefflalen. Gemälde erster Meister ^jeihnac^ SO W arrri 10016D Passende Weihnachtsgeschenke (RESI) 9970a Kreuzplatzß 2so, 1.50 Gute kunstseidene Selbstbinder 5.50,4.50 Gute reinseidene Selbstbinder . .2.50, 1.50 I 9.50, 7.50 Gute warme Trikothandschuhe Gute Leder-Nappahandschuhe Gute starke Hosenträger .... Katharine Faber Karl Schieferstein Verlobte Aquarelle Farbige Zeichnungen Radierungen Bilder aller Art > Kunstdrucke /f* Die Dlejnterefiengemetnfiöaff Der Stump StWllMerMMlnmW madierlanangea oon DherUeflen, rtt ölt Stdöl unö öen £anö- Stilen-Mau, firels Detzlsl nnö Oberhessische Kunsttöpfereien Vasen, Krüge, Dosen, Aschenbecher, Leuchter, Schalen, Schreibzeuge, Wandteller usw. Praktische Weihnachts-Geschenke in reicher Auswahl empfiehlt Kunsttöpferei L. Keßler, Wieseck, 8- und 14-karällg, kaufen Sie bei V Friedrich Lonning Uhrmacher, Bismarckstr. 10 10036D Abtlg. Photo: Reichhaltigstes Lager in photogr. Kameras, Projektionsund Vergrößerungs-Apparaten, Kinos, Laternae magicae, Dampfmaschinen, Kinofilme und sämtl. Zubehör. Abtlg.Drogen: Feine Parfüms, Toilettenseifen u. Kartonnagen, Kölnisches Wasser, Toilettengarnituren, Manicüres, feine Zelluloid waren. 10014c Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz 9 u. 10 MW MWMS-WWe Öas preiswerte Fest-Geschenk für den Herrn Merke beim Einkauf zur Weihnachtsbäckerei alle Backzntaten in nur prima Ware zum billigsten Tagespreis bei Emil Fischbach, Gießen Edeka-Mitglied 10044c Jetzt Neuenweg 18, früher Seltersweg 24. Bestellungen frei Haus. Fernsprecher 1667. 0005-, DJanö-, Wetfernhten Wen- n. UrmüonöiiQrea sowie # Erwiderung. Auf die von Herrn Frener gegebene Aufklärung verweisen wir nur auf das von ganz unparteiischer und behördlicher Sette gegebene Gutachten, wodurch die Angaben des Herrn Frener im voraus voll und ganz widerlegt sind und welches auch durch Angaben der besten Leder« lieferanten nicht widerlegt werden kann. Ohne die materiellen und finanzi« eilen Zuwendungen oon behördlicher und privater Seite sind wir über die geschäftlichen Erfolge des Herrn Frener etwas anderer Ansicht. 3m übrigen war es Herrn Frener nicht unbekannt, daß die Innung gegen sein Geschäftsgebaren, welches unseres Erachtens außerhalb der Grenzen der guten Sitten lag, vorgehen mußte und lag es wohl Herrn Frener ob, sich an die Innung zu wenden. Weitere Auseinandersetzungen lehnen wir an dieser Stelle ab und wird die» an hierfür geeigneter Stelle geschehen. 10037D ÜVWWSWU!! Wir haben außer den seitherigen Lebensmitteln auch noch einen größeren Posten urstu. Rauchwaren zum Verkauf auf Lager, die wir nur an Eisenbahn- bedienstete, Pensionäre und Ruhegehaltsempfänger zu sehr billigen Preisen auf Teilzahlungen abgeben. Wir bitten von dieser Gelegenheit ausgiebig Alte, einem der größten Konzerne angeschlossene Lebensversicherungs- Aktiengesellschaft errichtet Generalagentur mit Direktlons« ::: verkehr in Giessen ::: Zn jeder Beziehung zeitgemäße Bertragsbindungen. Erprobten Fachleuten des Außendienstes, leistungS« fähigen Inspektoren, die sich »um Generalagenten mit Direkiionsverkehr eignen, ist beste Gewähr zur Gewinnung einer anaes.Bositton gebot. Mittäligkeit in allen Bersichernngszweiaen möglich, aber keineswegs Bedingung. Ausführliche Bewerb ». L. K. 2410 an zlla-voaienftein&tBogler, Frankfurt a.M.erbeten. :: Verlangte Diskretion wird unbedingt zugesichert:: ___ wetA WmollmMWE aparte Streifen u. einfarbig, Meter Mk. 3.50, 2.50 und 1 95 MMmMWMMU prachtvolle warme Qualitäten, 130 breit, Meter Mk. 4.50 und 3.90 BtMm W«WU 140 breit, in fünf schönen Farben, Meter Mk. 6.90 und 6.50 Einfarbige Mmllm WWW Popeline, Serge, Gabardine, Ripse, Cheviots, ebenfalls sehr preiswert il.M. SclUllhOf,Mtstr.4 Mitglied der Edeka Weihnachtskörbe werden in erstklassigster Ausstattung in jeder Größe und Preislage nach Wunsch angefertigt Beachten Sie meine Schaufenster til68c Telephon 119 Bestellungen frei Haus Ein schönes Festgeschenk • ist eine RADIO-ANLAGE * In allen Preislagen bei Ä Radio-Gesellschaft • Dipl.-Ing. W. Brinkmann&Comp., Bahnhofstr. 56 ® Auch Sonntags vor dem Fest geöffnet ® Achtung! Kompressorlase Dieselmotoren Jederzeit betriebsbereit Unbedingt betriebssicher bei garantiert gefahrlosem Betrieb Konkurrenzlos rationell in Brennstoff- und Mchmlerölverbrauch (2‘/i Pfennig pro P. 8. und Stunde) ■Ind in allen Betriebsrerhftltnieeen die wirtschaftlich hochwertigstg Anlrisbskran Ortsfeet macht der M.W.M.-Motor unabhängig von fremden Kraftquellen (K.-W.-Stmide 4—6 Pfennig) als kehiffsmotor eignet er sich für alle Schiffszwecke bla 500 P. 8. ais Traktor zieht er in der Ebene bis 8000 kg. 5434V Motoren-Werke Mannheim A.G. vorn. Benz, Abt. stationärer Motorenbau Verkaufsbureau Gießens Schanzenstr. 16, Tel.928 b$. fcmide Miliir 16., Eiste Unsere neuesten Erzeugnisse sind besonders preiswerte Weihiaehtsgeschenke Weihnachtsausstellung mit Einzelverkauf •‘‘•’D In der Buchhandlung von Dr. Wolfgang Beyer, Seltersweg. Die Eisenbahner-Dersorgungs- Derteilungsstelle Gießen Oberhessischer Bahnhof X Jugendschriften Bilderbücher Briefpapiere /Cuy' in feinster Ausführung Füllfederhalter, Geschenkartikel > 9985D Leihgestern Dornholzhausen am 13. Dezember 1924 Weihnachtsgeschenke Durch günstigen Einkauf bin ich in der Lage, Ihnen fertige Betten, Bettvorlagen Chaiselonguedecken zu außergewöhnlich billigen Preisen anzubieten. ^Klein-Möbel jeder Art billigst. Ernst Rsaai . Möbelhandlung 1131 ■ Walltorstrasse 37 Beachten Sie bitte meine Schaufelter! £.Benin,Bw.i 025078 w - z Bücher MMSaWtev Cbftfcft zu Bow- alle Arten 3if.,Cbft= u. Gemüsekonserven. große Aus- wabl tu Telikateß- körben in allen Preislagen 10«»c i. Koch Nachfolger Schul ilr.10, Lei. 161 2 Gelegenheitskauf in Selen, tzeröen, eifenronren, UJetljeogen. Wnslü- nlnslvlnen, ZeMngen, ioroie in sgmiWen ÖDD5- nnö KWengerölen zu staunend billigen Preisen wegen Geschäftsumstellung, solange Vorrat reicht W.DürbeckNachfg. Mäusburg 5 Seltersweg 24 Telephon 204. 98öid Telephon 204. Ul 29t Drittes Blatt Puccini und Italien. Do« unserem ^.-Korrespondenten. Rom, 10. Dezember. [ >tc Finale M Dichter« der Melodie siel in ■' n> bewegte politische Tage, daß es nicht annähernd die Erschütterung hervvrries, die bei dem Tode ■ be« Meister« der Musik durch dieWelt ging. Selbst dncn d'Annunzio, der gewiß nicht viel sür frern- 1 ve« Können übrig hat, ergriff das Ende des .Dar. ■ A"en", wie er bi« zuletzt den Titanen von Bayreuth nannte, derart, daß er sein Fuccv, die- U sen Roman der Selbstanbetung und der schonungslosen Entkleidung seine« Verhältnisses zur Düse, ■ mit einer peinlich konstruierten Schilderung des M ^rauersalle« im Palazzo Dendvamin schloß: „Die I ® nälbe einer kleinen Welt. Er hat seinem Werk den Straftet der Epoche aufgedrückt, in der er lebte m) deren echtester und natürlichster Interpret er % Eine Formel, die gewagt erscheinen muh. wenn nm bedenkt, dah in Puccinis Schaffenszeit das röt unlyrische Schauspiel eines zehniährigen D^ltkrarnpses fällt. Eigenartigerweise betrachtet eiielbe Kritiker den Tanz als typischen Ausdruck * m'erer Epoche und findet des Meisters Partitur Gießener Anzeiger mit Tanzrhythmen durchsetzt. Bizarre, schelmische, kapriziöse, kühne Tanzrhythmen. meint er. maskiert mit geistreicher Boshaftigkeit, ja, er spricht in diesem Zusammenhang sogar von der .Quadri- tur eines Polkas oder eines Walzers". Rassaello de Rensis befahl sich im »Messag- gerv" mit PucciniS Ausdrucksmitteln und weist die scharfe Kritik der Revuen, die dem Meister vorwirft, dies und das unterlassen zu haben, mit dem schon erwähnten Verständnis für Eigenart und Umfang seines Könnens zurüch Dieses präzise Dewuhtsein wirb hier als das wesentliche Element der puccinischen Psychologie gerühmt: künstlerische Ernsthaftigkeit und vollkommene Uebereinstimmung zwischen Idee und Verwirk! chungs- mitteln. Puccinis Iugendwerke waren nichts als hohle romantische Theoretik, bis er mit der Manon den Sieg über die Abhängigkeit errang. Der Geist Puccinis ist nicht Derjenige eines Verdi, er überanstrengt seine Lungen nicht, sondern beschei- bet sich mit seinen kleinen Ideen, die er aber zu hätscheln, zu vertiefen, mit seinem ganzen Gefühl zu erfüllen weih. Mit kleinsten Mitteln weih er den größten Erfolg zu erzielen. Daher konnte er sich auch nicht dazu verstehen, wie ein Debussy um jeden Preis nach technischen Reuerungen zu suchen, er schuf mit dem Herzen, nicht mit dem Verstand. Er entging so der Gefahr, seine eigene Physiognomie zu verlieren. In der Tribuna" wird erzählt, wie Puccini nach Möglichkeit auch im Textbuch daS Ueber- schraubte vermied. So fand er es übertrieben, daß der Held in seinem Schmerz einen großen Fluß anfang: Du. o Strom, Der Du mit Deinen Wassern so viele Tränen trocknetest! UnD er strich die Hyperbel. Alle, die Dem Meister in den letzten Jahren begegneten, berichten von feiner Arbeitsunlust. Das Piano in seiner Villa in Vtareggio war hermetisch verschlossen und verstaubt. Die »Turan- dot" kam nicht vom Fleck. Um so größer war sein Schmerz, als er Die Todesslüzel rauschen horte unD ihnen nicht mehr die vierzehn, für Die Vollendung nötigen Tage abringen konnte. Vielleicht, daß Mascagni die letzte Hand anlegt. (Bin Brief Puccinis. Wo immer auch Puccini in der Welt herumwanderte, sein Torre des Lago konnte er nicht vergessen. Lakonisch berichtet er: London. — Sechs Millionen Einwohner (genau so viel), ungeheures, höllisches, unbeschreibliches Leben. Paris nichts im Vergleich. Unmögliche Sprache, sehr schöne Frauen, prachtvolle Schauspiele und Zeitvertreib bis zur Vergeudung. Stadt wenig schön, aber bezaubernd. Paris. — Schöner und heiterer, aber weniger bewegt oder lebhaft — wie sagt man? — und weniger charakteristisch. Hier lebt s.ch'S glänzend. Ich habe eine tolle Lust, mich hier aufzuhalten. wenn ich zurückkehre, zwei, drei, vier, fünf Monate. Din Freund von Zola, Sardou, Daudet. Wenn einer das, eh? — dem kleinen Organisten von Mutigliano gesagt hätte! Manchester. — Land des schwarzen Rauche«. des kalten Katzenjammers, des Regens, der Daumwolle (weh dem jedoch, der nicht Wolle anzieht!) und des Rebel«. Die wahre Hölle! Schrecklicher Aufenthalt. D r ü s s e l. — Schöne Häuser, Paläste, Denkmäler, prächtige Straßen. Aber im Vergleich zu London und Pari- «her Provinz. Mailand. — Ursympatbische Gegend, einzig in Italien, um dort zu leben und . . . nötig für meine Geschäfte. Torre del Lago. — Höchste Lust. Paradies, Eden, siebenter Himmel, turris ebumea, Kriegslager des Geistes, königliches Reich . . . Einwohner 120, 22 Häuser. Das erste Dawes-Budget. Der General ig nt für Reparat onszahlungen. Parker Gilbert, hat allen an den Reparationen beteiligten Mächten em en Ausweis über Einnahmen und Aufgaben b s zum 33. R vcmb r vvrg legt. Man muß segm. Daß bfr D wes-Plan bis jetzt tadellos funktioniert hat, daß aber in diesem Budget deutsche Zahlungen in wesentlichem Umfange noch N'cht enteilten sind. Das recht umfangreiche Schr itäüi fi ht rund 233 Millionen Goldmark an (Sinn ihmen und rund 225 Millionen Goldmark an Ausgaben. sewie einen Barbestand von 10 Millionen Mark Dar. Recht bedeutend s nd die Zahlungen Englands an Den Agenten auf Grund der 26prozentigen Revarationsabgabe. Die sich auf 4? Millionen Goldmark b'laufen, Dem engt schen Staate aber zu Lasten Der Repamt onsrechnunz w eher gutgeschrieben wurden. Frankreich lic er e bisher nur 1700 003 Goldmark ab, die ihm ebenfalls angerechnet wurden. Aus dem großen Re« parationstops erh e t n England und Fr.nkreich zusammen über 100 MII oaen Goldmark für Farbstosfli feru-g n und Au'w nDungen für d'e B'sayungsarmeen. Fär D utschland t t es recht erfreulich, daß die Alliierten die Be- sahungskosten selb st tragen muff n. Sie werden sich also allmählich Immer m hr ein- schränken müssen, um die auf Di; einzem n Staaten entfallenden Reparationsanteile nicht zu beeinträchtigen. Die Reich2-reJerung wir) di. bi ßet von ihr gelüsteten Vorschüsse in Höhe von 214,8 Millionen Goldmark aus Der Dawes-Anleihe zurücker stattet erhalten. D.s jetzt läuft der R paratior.splan al o re buncslos Wenn aber D utschland im nächsten Jahre anfängt, Die sich p.r.od sch fteigcriöen Reparationsinilliarden zu b z.hlen. Dürften wohl Die ersten Schw erig'e ten gu - tauchen, da heute noch keineswegs erscht'ich ist, woher die R.nchsregi.rung ang'fichts unserer wirtschaftlichen Rotlage die ung.h.uren Summen herholen soll. Vie Pölferbunöstagung. Der Völkerbunds rat ist durch die Vertagung der Behandlung des Genfer Protokolls auf Den Monat März überraschend schnell um eine gefährliche Klippe herum gekommen. Dadurch ist aber auch aus der Tagung des Völkerbundsrates eine Konferenz der an den Mittelmeer-Problmen star' int.reffie - ten Mächte geworden. Füc Deutschland ist der Verlauf von außerordentlicher Wichtigkeit, da nunmehr Klarheit Darüber geschaffen ist. Daß das Band, das um das Genfer Protokoll, die Militärkontrolle und die Räumung der Kölner Zone geschlungen wurde, erst im Frühjahr gelöst werden wird, also mehrere Monate nach -Anzeiger für Gderhessen) dem im Versailler Friedensvertrag seftgesetzten Termin. Herr Chamberlain Hal nunmehr auch offiziell zugegeben, daß Großbritannien seine Truppen über den 10. Januar hinaus In Köln belassen wird, es fehlen aber jede Garantien Dafür. Daß Frankreich das Richrgebiet vor Dem Herbst 1925 räumen wirD. Gin neue« Moment ist die Ankündigung einer internationalen Abrüstungskonferenz, die ebenfalls im ersten Viertel De« nächsten Jahre« unter Den Auspizien De« VölkcrbunDes zusainmentreten soll. Die Zwischenzeit soll mit einer gründlichen Prüfung des Protokoll« durch die beteiligten Regierungen ausge üllt werden. Wie Die Prüfung in Frankreich aussieht, geht schon darau« hervor, daß der Kriegsminister Rollet an Der Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes zur Aufstellung einer Miliz arbeitet, Daß also d e Regierung Herriot garnicht Daran Denkt, von sich au« auf Dem Wege zur BefrieDung Europas einen Schritt vorwärtszugehen. Wirtschaft. Die Interessen der Kleinaktionäre bei der Aufstellung der Goldbilanzen. Don Dr. rer. pol. Siegfried Wendt. ES ist merkwürdig, daß die Art und Weise, in der heute die Golderöfsnungs-Bilanzen der Aktiengesellschaften auf- gestellt werden, nur verhältnismäßig geringe Beachtung in der Oefsentlichkeit gefunden hat. Auch die Vorgänge in der Roggen-Renten-Dank, von denen in den letzten Tagen vielfach die Rede war, fini> nur als Einzelfall bewertet worden, und zwar wegen des Interesses, da« die Divergenz beftinrnter kapitalistischer Interessen in einer stürmischen Generalversammlung erregte. Der Blick ist aber kaum auf das allgemeine Problem gerichtet worden, das in diesen Vorgängen wieder einmal sinnfälligen Ausdruck fand. Diese« Problem ist gegeben in dem Gegensatz zwischen Verwaltung und Aktionären. Bei der heutigen Struktur unserer Volkswirtschaft, in der Zeit der vielfachen Verflechtungen der finanziellen Machtverhältnisse und Einflüsse, kann man ohne ilebertreibung sagen, daß sich die Interessen der Verwaltung mit denen der Großaktionäre decken. Das Problem ist also der Gegensatz zwischen den Der Verwaltung nahestehenden Gruppen der Großkapitalisten und den Klein- und Mittel-Aktionären. Zu dieser sozialpolitisch bedeutsamen Frage muß einmal grundsätzlich Stellung genommen werden. Der Gegensatz zwischen Verwaltung und Aktionären ist ja so alt wie die Aktiengesellschaft selbst. Aber auch die heutige Form der Divergenz, bet der auf der einen Seite die finanziellen Großmächte, auf der anderen die Klein- und Mittel-Aktionäre stehen, ist das Ergebnis einer längeren Entwickluna, die besonders in den Jahren der Inflation ihre größte Förderung erfahren hat. Die zahlreichen Kapitalerhvhun- gen, die in der Damaligen Zeit von den meisten Gesellschaften oorgenommen wurden, bedeuteten eigentlich immer eine Stärkung der Position der Verwaltung: denn Die neuen Aktien wurden größtenteils unter Ausschluß des gesetzlichen De- zugsrechtes Der Aktionäre an befreunDete Gruppen unD Konsortien gegeben, ober sie standen »zur Verfügung der Verwaltung". Bei der vielfachen finanziellen Verflechtung der Organisation unseres Wirtschaftslebens kamen Die neuen Aktien daher immer wieder bestimmten großkapitalistischen Kreisen zugute. Auf diese Weile wurde natürlich der Anteil Der Klein- und Mittel-Aktionäre an der Substanz des Unternehmend immer mehr geschmälert. Jetzt soll nun Die Goldbllanz-Verordnung Die Möglichkeit geben, Den Schlußstein dieser Entwicklung zu sehen. Es ist vielleicht nicht uninteressant, wie jm Gegensatz hierzu die D e u t s ch e D a n k die Aufgabe Der Goldbilanz-Verordnung ansieht. Sie wendet sich in Dem Septemberheft Der .Wirtschaftlichen Mitteilungen" sehr entschieden gegen die scharfen Kapitals-älm- ft c 11 u n g e n und betont, daß es lediglich Die Aufgabe Der Goldumstellungen wäre, den Schädigungen Der Vergangenheit Rechnung zu tragen. Es sei aber offenbarer Mißbrauch der durch Die Goldbilanz-Verordnung gegebenen rechtlichen Möglichkeiten, wenn man Die Schwierigkeiten Der Zukunft in der jetzt üblichen Weise in die Bilanz h i n e i n r e ch n e t. Bei der älmstellung auf Gold soll lediglich die Substanz berück- s i ch 11 g t werden. Im allgemeinen wird aber an vielen Stellen darüber hinausgegangen, indem man nicht die Substanz Der Unternehmungen unter Den heutigen Verhältnissen, sondern ihre Erwerbskraft bewertet: Damit wirD Der innige Zusammenhang Der Goldumstellung mit Der Inflation außer Betracht gelassen, und Die Hattd- lung wächst sich zu einer allgemeinen Sanierungsaktion aus, Die Die Machtstellung Der Verwaltung in alle Zukunft befestigen soll. Die so durchgeführten Kapitalszusammen- legunqen bedeuten meistenteils eine rücksichtslose Entrechtung Der Klein-Aktionäre. Ihr Anteil am Gesellschaftsvermögen, Der Durch Die in Der Inflationszeit getroffenen Maßnihrnen schon stark geschmälert ist, geht ihnen jetzt in vielen Fällen vollftänDig verloren. Denn Die Verwaltungen Der Aktiengesellschaften führen im Zusammenhang mit Der nominellen Herabsetzung ihre« Grundkapitals, bei der alte und neue Aktien gleich behandelt werden, oft eine bedeutende Zusammenlegung Der einzelnen Aktien durch, so daß Dem Klein-Aktionär, der nicht in Der Lage ist, Die zum Erwerb einer neuen Aktie notwendige Zahl der alten Aktien auszubringen. nichts weiter übrig bleibt, al« lebten geringen Aktienbesitz der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Es scheint so als ob an maßgebender Stelle die sozialpolitisch schädigenden Wirkungen der rigorosen Kapitalzusammenlegung noch nicht klar erkannt worden find. Vom Standpunkte Des Sozialpolitikers aus ist Die Entrechtung Der kleinen unD mittleren Aktionäre eine äußerst bcDent- liche Erscheinung, Die überall das größte Interesse Der Öffentlichkeit wachrufen sollte. Börse und Geldmarkt. Die Aufwärtsbewegung, die sich zunächst auch nach Den Wahlen sortsetzen tonn e, hat eine jähe Unterbrechung erfahren, und innerhalb zweier Samstag, 13. Dezember Dörscn gingen die Gewinne nahezu einer ganzen Woche wieder verloren. Wcll man Den Gründen hierfür nachgehen, so wird man weniger nach wirtschaftlichen Momenten auStchauen müssen. Denn in der Gesamtlage der W.rischaft Hal sich naturgemäß innerhalb wen ger Tage nicht« geändert. Die Kursrückgänge sind vielmehr in erster Linie auf die gesamte lechn.sche BörseiUage zu.ück» zuführen, wobei einige weniger günstige Tatsachen im Wirtschaftsleben der Sp luiation w ll- tommenen Anlaß boten. D trachtet man rückschauend die Hausse, so ist diese in erster Linie auf starke Stimmungsmache und umfangreiche Käufe der Danken zurückzuführen. Der Hauptzweck war wohl, da« Ausland für d e d urschen Dorfen zu interessieren, und dieser Zweck ist in gewissem Grade erfüllt, denn eS stehl fest, daß das Ausland, sowohl östlich wie westlich, h erM» lichcm Umfange an der Börse al« Käufer ausgetreten ist. DaS deutsche Publikum ist ja auch immer noch nicht annähernd m der Lage. Träger einer derartigen Hausse, wie wir sie in der letzten Zeit gesehen haben, zu sein. Die Unsicherheit in Bezug auf die Regierungsbildung die nicht nur Im Bergbau, sondern auch aus anderen WirtschaftSg but m. auffl idemDcn Lohnbewegungen. sowie die bevorstehenden Fe «.tage mit tßren Barsenau-iäUen, haben die Spekulation den jetzigen Moment für geeignet erscheinen lassen, einen kräftigen Vorstoß nach öc Daisscseite zu unternehmen, zumal angenommen werden darf, daß die Banken nicht bereit sind, zur Stützung des hohen KurSniveaus kurz vor dem Jahreswechsel erhebliche Mittel sestzulegrn. Von diesem Gesichtspunkt au« gesehen, darf man wohl annehmen, daß es sich hier um eine vorübergehende Erscheinung handelt, wenn auch nicht außer acht zu l rssen ist. daß manche Kurse unter Dcrücls.cht gung der Go.dumstellun i toi Der e nen Stand erreicht haben, der angesichts be« sicherlich nicht günstigen Ergehn sses de- nunmehr zu Ende gehenden Jahres Ihrem inneren Werte ziemlich entspricht. Am Geldmarkt hat sich die Lage wenig verändert: er ist allerdings eher noch flüssiger geworden. Wie wir hören, hat der Appell der Reichsbank, dem Wechs l al« Kred tm.ttcl w eher mehr Geltung zu verschafsen, 6ere ts einige i (Erfolg zu verzeichnen. Das Ang bot d S!ont ähiger Wechsel ist im Zunehmen begriffen, so daß zu hoffen ist. daß allmählich Die flüssigen Mittel durch den Wechsel auch Dem Warenge chäst wenigstens teilweise zugute kommen können. • Günstige Aussichten Der deutschen K a l i i n d u st r i e. In dem neuesten Monatsbericht Der Dresdner Dank sind eingehende Angaben über Die Lage Der deutschen Kaliindustrie enthalten. Rach Darlegung Der bisherigen Entwicklung dieses Industrii'zweiges wird Darauf hingewiesen, Daß Die Aussichten der deutschen Kalirndustrie unter Den gegebenen Verhältnissen günstig zu beurteilen sein Dürften. Die Kali- gefeßgebung Der Rachkriegszeit beDeutet nicht nur einen Schuh vor Konkurrenz innerhalb Der Deutschen KaliinDustrie, sondern auch eine sichere Basis für Die wettere Entwicklung Des Ralionalisie- rungs-ProzesseS. Die eigentlichen Erfolge Der De- triebskonzentration Der letzten Jahre toerDen also erst in der Folgezeit voll zur Geltung kommen. Auch Die AbfatzauSsichten finD nicht ungünstig. Die Kalivorkommen Im Ausland haben sich bis jetzt durchweg al« für Die künftige Sc-weiterung De« Produklion-umfange« unerheblich heraus- gestellt. Die Absahausfichten müssen weiterhin als recht günstig bezeichnet toerDen, wenn man beDenft, Daß für eine zwecks Erreichung Der Höchstprodultion restlos rationalifierte Deutsche LanDwirtschast ein KalibeDarf von 2 Millionen Tonnen jährlich errechnet wird, während Der augenblickliche Absatz noch nicht einmal öle Hälfte beträgt. Auch Die steigenDe 3nDuftrleaIlficrung in Amerika, Die Hand in HanD gehend mit steigen- Der Bevölkerungsziffer zu einer Intensivierung Des lanDwlrtschastlichen Betriebes führen muß, WirD Die Dortige Rachfrage nach Kali zweifellos erhöhen müffen. Berücksichtigt man ferner. Daß Der Import Der U. ©. A an Kali aus DeutfchlanD im Jahre 1913 248 294 T. betragen hat, währenD öle 11. S. A. im Jahre 1923 insgesamt nur 200 000 T.. Davon aus Deutschland nur 112 678 T bezogen haben, Dann wirD man gerade d e Absatzmöglichkeiten in Rordamerila bei Der Beurteilung Der künftigen Aussichten nicht außer acht lassen Dürfen. • Stand 6er Wintersaaten Im Deuts chen Reich zu Anfang Dezember 192 4. Die Fortdauer des ungewöhnlich milden und trockenen Herbstwetters auch im Rovember dieses Jahres — abaes chen von Der kurzen Kälteperiode zu M tte des Monats — war sowohl für die Beendigung d r Herbstfeldarbeiten, wie für die Aussaat und de En'wicklung der Winter-saatm überaus vorteilh ft. Drnk Der günstigen W.tterung konnte die 2£bemtuig der Rüber.sclder restlos beendet und d e De'lellung der Wintersaaten zum allergrößten Teil zu Ende geführt werden. Soweit die jungen Saaten bene 18 aufgegangen fmD, Acig .m diese allen h ilben eine gute Entwicklung. Der Roggen ist krä tig b steckt und weist — namentlich auf früh bestellten F l- öern — einen sehr üppigen Bestand auf. F:r Weizen lauten die B.gutachtu ig m nich' ganz so günstig: dieser ist wegen späterer Au-fcat zumeist noch im Rückstand und viel ach erst im Auslaufen begriff m. Die Gerste steht durhschn t lich gut und hat s ch. wie der Roggen, bere ts kräftig und üppig enttoid li. D e Schneckenvl g hrt sich jetzt infolge de« E.ntrcttS von Rächt rösten erheblich verringert: dagegen wird nach w:e vor noch über starke Schädigungen durch F ldmäuse geklagt, die scch bei der milden uno trockenen W tterung in erschreckendem Umfange vermehrt haben. ' DuderuSsche Eisenwerke A G.. Wetzlar. Die gestern in Wetzlar ftattgefun- bene außerordentliche Hauptversammlung genehmigte einstimmig sämtliche Anträge der Verwaltung Das Stammaktienkapital wurde von 130 000 000 Pm. auf 26 000 000 Gm., und das Vorzugsaktienkapitat von 6 000 000 Pm. auf i’OO 000 Gm. umgestellt. Der Rennwert jeder Stammattie ist also von 1003 Pm. auf 200 Gm und jede Vorzugsaktie von 1000 Pm. auf 50 Gm. herabgesetzt. * Goldrentenbriefe Der Roggen- rentenbank A. - G. zu Berlin. Die Rog- genrentenbanf bringt jetzt durch Vermittlung des Führung Der Preußischen Staatsbank stehenden Großbank-Konsortiums Stücke au ms 420. 1050 und 4200 Gm. ihrer durch erststelli^» Da ntnottH Anzeiger*.) KKW keine Reklame mehr 9984 D Weihnachts-Sonder-Angebot! Paar Paar bunt, Doppelsohle, Hochferse, z. Auss. . Paar Paar Nur solange Vorrat reicht! 10040a S 4 § 4 48» 75» r 4 4 SVEA 2‘/> S 75» 2— AMMON 5* Herren-Socken grau gestrickt, feste Qualität Herren-Socken Herren-Socken grau, starke Baumwollqualität. . . Herren-Socken Seidenflor ATTENDORN SS Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht deS .Gießener KUbler's Sweater Anzuge Kleidchen Westen Schlupf hosen alle Größen u. Preislagen Zellstoff «Baibbof'' ' Hucfrrfebrif Frankenthal Rudtrfobrif tonabäiiftl Nur wenige Pfennige kostet ein Paket Werner Brener'S Kaffee« Lurvoie Pol t scheu Fr g n begegneten heute im Abendverkehr e ner gebesserten Auffassung. Die Adg bm kamen zum St llstand und bei lebhafter G:schättStät'g eit schr ti die Spekulck.on auf nah zu allen Geb et.-n zum Wochenschluß zu Deckungen. Die Krrse ze g- ten daher allenthalben gute Echolungen. D - sonders lcbh ft s G schäft en:to delt' f ch auf dem Mont..nmarkt, wo namentlich Rombacher Hütte stürmisch gefragt w r n. Angeblich auf ein gegen früher gebessertes 11 nstellungsver- hältnis. Lebhaft gefragt waren f rner Chemie-, El.ktrv- und Sch ffahttswertr, die im Kurse ansehnlich anziehen tonnt n. Am Rentonmarkt lagen deutsche 2lnleihen bei sehr ger.niem Ge- fefjaft mäßig niedr ger. Auch am Brnkenmarlt traten nennenswerte Aend^rungen nicht hervor. Bei behaupteten Kursen Verl.es das Geschäit ruhig. Die Bö fe schloß die Woche lech ift und in befestigter S)A ung. D utsche Rettens K.i gZ- anleihe 0 833, 3proz. Preuh sche Ko is 'ls 120). Ausländckch' Renten: Zolltürken 10, 5 b.s 1 ,2', 4'/chro^. Ungarn (1924) 6,65. Dank itt en: Der- llner Handelsg s l.sch fl 132, Co nm rzb en 6, Deutsche B nk 118, D skentog s l schäft 16 45. Dresdner Dank 8,45. M.tallbank 17,50. Mitt.!- deutsche Kred tb.inc 1,85, Oege reich che Kred t- altten 9,9, Reichsbank 63 5, Rhein sch: Kre)i - bank 3,15. Montanw rte: Duderus 15,20 Deut ch- Luxemburg SD1/», Gelfenk.rchen 83,10, Klöckner- werke 6325. MännesmaTM 58,50 ManSfelder 4, Rhein sche Braunkohlen 37,75, Rheinstahl 48l/2 bis 483/.f, Rombacher Hütte 23,5 b.s 23,10. Chemische Aktien: Badische Anilin 27L5 bis 27.10, Chemische Griesh.im 23,25, Dcheideanstalt 20.50, Elberfelder F irben 24 b s 23,90, Th. Goldschmidt 19, Höchster F.rbwerke 21 bis 23,85, Holz- l Verkohlung 7ch0, Rutgerswerke 173/4. Elettcv- ■■ ----- udwig Feige 9 Sonnenstraße 9 GIESSEN 20 Sonnenstraße 20 Eeichhaltiges Lager In: Speise-, Herren-, Schlafzimmer Küchen, Büromöbel, Einzelmöbel Innenausbau Anfertigung nach eignen und gegebenen Entwürfen — Vorteilhafte Preise Zahl ungserleich ter ung / Kein Laden ~ Möbelfabrik Karl Hahn, Beta Lö berstraße 17 Rr 1,1» 1 29 — 1 * 8 1,1 •— 1.1 1.1 — 97 /5 94 25 * S8 60 89 -1 1C,2 10 5 10 -! — 42 41.2» 13t 132 1 2 75 152,25 6,'b L 8,2 i - '' >2 12,25 12 2 11 83 t.v 1134 19,3 16.4 10,60 16,30 17, 0 17. — * 1,8 ' 8 1.87 1.87 IC, 0 9 9 10 10 0,32» 0,35 77 76 76 11,?0 13 23 16,20 1 >,41 in 76 — 8!. 0 89 25 79 75 — 83 । 8 2> 83.2 107 07 75 1 7 1 1 4 1 18, 0 >8 91 18.25 — —• 68. 6,6 — 2.-5 19 82 53 52,?d 4.' 48,78 18,2 48 3 ■■ 4Vj 39,50 25,50 725 25.25 3.45 •— 3,6 3,50 — _ 21,26 - — 6,0 5 4 8 — 11,11 11 13 27 2711 27 40 26.cü 19 9 19 18.30 27,5., 23 2" 4 22 6) 24 23 8 24,13 23,. Q 7. 7 1i 17 5 17 7 7,8 17,40 20 Ü 2u, 0 10 2 10/0 10,5 10,25 17.2 '?.2i 17 10,-0 w 67,7 8.40 s 75 — 6/,2. 6 7- 2.80 2,7 2.7 2 62 * 3,3 -.10 *• — 8,4 8.5 w- — w 0,9 0,9 «■» * 1,5 — W-. *• 2,4 2.7 *— — 2,-3 M5 * 1U 9,7» 4,30 w_ ■rw 3,3 11. De, >r. t Dez r. Revark. 1 110 sinnlich» "Jiotlemm ’.iut.i j; nlcl» | io । t t : < -♦ i-elo | fnef NmN-Ron 16J, 1 1f ,21 1ttj, U •70. 1 Oh voll BrN. ?in:w 70,81 70 70 20,6» 20 70 oll voll (Ehrininnfn 3,73 63 99 td,62 £3,6 oll voll ftopenhnfl.'n 14,21 .4,33 14,11 >4,2 oll voll ©torfbolm Ho.03 in,. 4 113,03 11 ^4 0. voll HcUingkor- 10.19 10,55 10,-9 Oll voll aialtrii. . fionbon. . 1t,1? 1b,16 18.1 J 1c,14 vouiyoll 19,71 19,76 1U./1 19,7b vollvoll 4,1i. 4,»0 4,193 4,20 loh uoü Ns. . . »2,41 52, 6 42,4d $2,5 DOIllüO.1 bl .2- 11,4' bl,29 bl,46 l Oi- uoU ©oa tert . ®ten in D.« U8, 8 ‘8.57 HJ.78 <4 87 LOll'uoU Ceft.adgeft 8,907 15,67 8,?2 15,71 8,9 7 15,62 6,715 '.,026 8,027 11,780 ; of: voll uollvoil Bubabeft . . ir'ueu.'Aires L627 Jft 6,73 1^ 0 voll voll UOUlUOll Bul arten 8,0 □ > t, 75 5, 3 I.G'S Oll UOIl ^Oh! OU ftoban . . 'Hlo be ftan Belrrab - 1,602 1,612 1, 0 1>12 'K ’S C,4c13 b,?7 t,48 l 29 .VI. .oh voll voll Lissabon . 'S.7 '9,77 ■9 73 19.77 UU.UOU r1’. Dei^r. Vr1*« lleoac JS NmcrUaiiNche Note» ...... 4,17 4,1,7 rcO Velgffche Noten ...... 20,58 :u, 8 i oll TmiHd)? Ncnen ....... ■3,11 4 1 Eualilchk Noien Franröftschc Noten ...... ,9V. 19.776 2.-7 s pollänblfche Noten ..... 63.9- voll fft Uertifchr Noten...... 11,10 voll Nonveaifche Noten..... 63, >9 .3,71 doll TruiiÄ-Cffterr .ilOOÄroittÄ £,83 ö. 12 doll Rumänische Noteu...... Lchroebtsche Noten . . . , . 2,09 112,72 2.11 1’3, 8 voll voll Schroetter Noten ..... 81.16 bl,5s voll Spanttche Note»....... 53.. 18.8 voll richrchosioronklich: Notae . s l2,6/> 12,692 voll Unaarifcbc Noieu . .., 6,68 6,70 voll PFAFF- Nähmaschinen für Hiushalt, Schulen u. Gewerbe in altbekannter Güte. Alleinverkauf H.Kraft,Neueiweß4S Gegründet 1879. WMD Eigene Reparaturwerkstatte. Zubehörteile auch für alle anderen Fabrikate. Stopfapparate für alle Systeme passend Maschlnenslopfgame • Nähgarne Bequeme Teilzahlungen. Wir übernehmen alle vorkommenden Neu-u.Umbauten sowie Reparaturen im Hoch-, T'.es und Eiieut etonbau bei niedrigster Berechnung und sachgemaher Ausführung. Unsere unverbindlichen Ko en- Voranschläge bitten wir etNAuhoien. Pfaff & Comp. Hoch«, Tief- und Betonbau Ebelstr»(le 39 8771D ■v Billige f Taschentüche ertfl^er mit farbiger Kante, 6 Stück Mk. \i Fritz Nowack Wasch-fabrik und Au-stattungshau- -- i -r 9973a Oos beste Zamiliengetränk ist Kathreiners Malzlaffee. Er ist gesund und krastig, wohlschmeckend und billig. - Der Geholt macht's! — 11 1,11 PraktischeWeihnachtsgeschenke Elektr. Steh- u. Hängelampen Elemente u. Batterien Kocher u. Kasserolle Haartrockner „Fön'* Nachttischlampen Seidenschirme Taschenlampen Tauchsieder Kochplatten Bügeleisen Heizsonnen Zimmeröfen 9908« Heizkissen :: :: in reichhaltiger Auswahl stets vorrätig Rudolf Rödiger, Walfltorstr. 35 Weihnachts - Verkauf Krawatten Handschuhe Damenstrümpfe, Unterzeuge, Hosenträger, Herrensocken, Strickjacken, Gamaschen Wilh.Wirsig Fernspr. 1361 für Damen, Herren und Kinder in Leder, Strick-, Futter- und Stoffarten Hansa Handels schule J. Kunzeimann Diplom»Kaufrnan n Dipl.- Handels lehr Gießen* Bleichstr. 5 A lUlnigtHa ndelsschulr am Platze, deren Inhaber Schulleiter, Lehrer una Fachmann ist. 12. Januar Beginn neuer Kurst Prospekt frei. k 10018c J Größte Auswahl Hervorragend billige Preise Selbstbinder und fertige Schlipse in großartiger Farbenpracht Wäsche Oberhemden, Kragen, Manschetten Vogelkäfige sowie förnfflihe Me Wen . aot vogelz^t Vogelfutter lür on? vogelütten in bekannter Güte empfiehlt L Hebert Düll Somefitz nöl ng 46 Neustadt 4«» Telephon 314. 0*w’ Seltersweg 10 | 0079T^ RiiMeiiler (Brolkelmiiblea) liefert tneisiklaiflger Ausführung aus eigener Verstellung, ferner Gefen, Herde UupferKeffel Zentrifugen Iauchepumpeu ab Lager zu billigsten Prellen 025091 Emil Pfaff Binzenbach. Habe noch einen Polten vrima WMIM (^ndustrie)gesunde Landbodenware, abzngebcn. 1 002D Joh. Müller EelterSweg 89. Ironsmlfflonslogei törre. Delle und Blemenfdielöen au verkamen (8483E LchulstraKe 7. in sämtlichen Schuhwaren, vom besten Arbeitsstiefel bis zum feinsten Luxusschuh Rindbox-Herrenstkfel ..... . . von 7.50 an Damen-Hälisclwhs.......«»6.— an Damen-Kanielhasrsehuhe .....von 2.50 an Alleinverkauf der weltberühmten Dr.-Diehl-Stiefel, Hassia- und Salvator-Stiefel :- Sehubbaas L. Bsmhardt, Telephon 1435. GIESSEN Schulstraße 10. Singe;-Nähmaschinen für Haushalt und Gewerbe. Kleine Anzahlung, kleine Monatsraten Alleinverkauf: Otto Beil«. Gießen. A*/, etter Weingeist (Spiritus Vini 96 %) e/8 , Waffer gut vermiichen mit 1 Fl. Deichel s Jamaica- Dum - Verschnitt» Essenz Merke „Fünfkron". rtkk* das ausgeprägt echte Sim» prUTCn VvlC Aroma, welches besonder, bei der Tee» und Srvgderetiung in voller Stärke und edler Dussilllle dervortriN. Auch lasten sich mit den Echten Reicfcel-E»«en*en gute Likör» fiir halben Preis tzerstellen. Ertzälllich in Trogerien und Apvttzrk^n, aber ech! nur mit Marke „C i d) t b e r j“. Dr. Reichel s Rezept» büd)leln daselbst umsonst oder hcflenlrel durch Ode Reiche!, BcrUx Hd 60, EUcnbahsstr. 4 Fernruf 671 Neuenweg MUSIKALIEN MUSIK-INSTRUMENTE 10020D Spezialvertreter der Deutschen GRAMMOPHON ERNST CHALLIER GIESSEN Oherliesslsclis fiato-n. Fahrradliidiistrle Fernsprecher 102 Otto Göbel, Gießen Schulstraße 6 Generalvertreter erster Firmen: Fahrräder Adler Badenia Dixi Mammut Panzer Motorräder 8P.S. B.M.W. 3 P.S. Derad 2’/4 P.S. Zündapp 2 P.S. Hecker * * Automobile 6/24, 9/30, 12/40, 18/60 P.S. Adler Personen- und Lieferungswagen 5/15 und 6 24 P.S. Wanderer-Wagen 4/12 P.S. Staiger Emaillier-, Reparatur-, Vernickelungs- und Vulkanisier-Anstalt Auto- und Motorrad-Zubehör : : Gummi und Ersatzteile Spezialität: Kühlerschutzdecken und Schneeketten 9981D 5240 ui @ uch nachts Meine E® i Aiis-Wm sind erstklassig und preiswert. Empfehle gleichzeitig mein reichhaltiges Lager in Regulatoren, Tisch-Uhren Wecker» u Küchen- Llhren, Metall-, silberne u. goldene Taschen- u. Armband - Uhren für Damen und Herren, v. Kaminta Marktplatz. Modernes 1 stitot für Heilgymnastik gewöhnliche«?«um» blder von 8 Hut vorni. bis 9 Ubt nbendS sowie Sonn- laus von 8 bis 1 Uhr vornnliagS 831UD Aug. Bnes staail.aeorttilerHetl- aebitse Malliorstr. 38 pari. latiand- koffer allerbilligst «"o Im sm. liehe Ratenzahlung. Anzahlung nach Uebereinkiuift. Fernruf 1401 Gegründet 1882 Kassenschränke 10011D Fr. Krogmann KassenschranWahrik und Tresorbauanstalt Gießen, Schanzenstraße 4 und 10 in allen Größen und modernster Bauart Bücher- und Aktenschränke Tresoreinbauten, Einmauerschränke Kartothek- und Registraturschränke Kassetten und diebessichere Ladenkassen Altrenommiertes Möbelspezialhaus G.GUTTMANN NACHF Frankfurt a. M», Allerheiligenstr. 89 (An der «on.tabler Wache) 9967c Geirr. 1883. Tel« Hansa 4322. (Pertsonenanfteug.) Drucksachen allerAtt die vrühl'sche Unioerfitüts-Vrnckerei. B. Lange, Eichen. Schnlstr. 7. EINLADUNG kür meine werten Kunden, die vor dem Kriege bei mir schon ein Konto hatten, zum erneuten Einkauf von unter ganz besonder* günstigen Zahlungsbedingungen. Meine Devise: „Großer Umsatz, kleiner Nutzen“ wird strengstens hochgehalten und biete ich Ihnen heute eine große Auswahl in Schlafzimmer, eiche gebeizt, in den Preislagen: Mk. 595.—, 630.—. 710.— usw. SpeiHez-mmer, eiche gnl eizt, in den Preislagen: Mk. 550.—, 630.—, 655.—. 900.— usw. Herrenzimmer, eiche gebeizt, in den Preislagen: Mk. 530.—, 660.—, 750.—, 900.— usw. Küchen, naturlasiert und gestrichen, in den Preislagen: Mk. 1 70.—, 240.—, 360.— usw. sowie alle Einzelmöbel wie: Deiderachränke in Nußbaum poliert, weiß lackiert, eiche und nuß- baumfarbig. Chaiseloutines und -Decken, K:nbsescei und Banse Garnituren in Leder und Stoff. Diwans, Ea-cb-, Näh-, Satztische, Teewagen, Postamente, Fiorgardsroben, Tisch- und Ständerlampen zu staunend billigen Preisen. Ich bitte um Ihren baldigen Besuch an meinem Lager. Zu sehr gaustlgan Bedingungen liefere ich auch an Beamte, KauDeete und Arbaittr in gesichelter Stellung gegen mcnalliebe oder wöcheat- Nr. 294 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheßen) Samstag, iö. pey ___—— . — — - _ . _ _ _ 1 —- —mtk wirre» 2— ——■■ • * ••) Frankreich und Wilhelm II. Aus den Diplomatischen Akten. — Die mißlungene Begegnung zwischen dem Kaiser und dem Präsidenten Laufet. DBG. Auch in den Jahren 1934 biS 1908, Vie die neue Serie der Großen Altenpublikation deS Auswärtigen Amtes darstellt*), ist der Gegensatz zwischen Deutschland und Frankreich, wie in den Jahren vorher, das entscheidende Moment der europäischen Politik. Zeigt doch gerade die Marokkokrise zum ersten Male die Mächte deS Dreiverbandes, England, Frankreich und Rußland, in vereintem Wirken gegen die Mittelmächte. Andererseits fehlt eS natürlich auch nicht an Versuchen, eine Annäherung der alten Rivalen Deutschland und Frankreich herbei- zusühren und dadurch den Zündstolf aus dem europäischen Slaatensystem zu entfernen. Am bezeichnendsten davon ist der Versuch im Jahre 1904, eine Begegnung zwischen den Staatsoberhäuptern beider Länder. Kaiser Wilhelm II. und Loubet. zustande zu bringen, lieber diesen Vorgang verbreiten die jetzt im 23. Vande der Aktenpublikation erscheinenden Akten neues Licht, aus denen hier die wichtigsten Stücke auSgcwählt sind. Der Dotschaiter in Paris Fürst v. Radolin an den Reichskanzler Grafen v. Dülow. Eigenhändiger Privatürief. PariS, den 4. Februar 1904. ... Der Fürst von Monaco sagte mir, er habe Lvubet besucht und ihn in ganz un- vffizieller Weise (nach Monaco) eingeladen. Sr hätte gesprächsweise und beiläufig dem Präsidenten gegenüber erwähnt, d.ch möglicher- 'oeise der Kaiser eine Erholungsreise voraussichtlich nach Sizilien unternehmen würde. Der Vräsident hätte sich daraus in wirklich begeisterten Worten über Seine Majestät ergangen und ge- iufoert, wie sehr er diese große geschichtliche Figur verehre und bewundere. Durch die ausführlichen Dertchte deS Botschafters Vihourd. der für Seine Majestät schwärme. hätte er ein so klares, gutes D.ld von der Person des Ka sers, als ob er ihn persönlich kenne. Es würde ihm eine große Freude sein, wenn die Umstande es so fügen sollten, daß er den Kaiser e nmal von Angesicht zu Angesicht se'ei ön;le. F ei- s.ich sei dies nicht ganz leicht für ihn! denn die Rationalisten seien eine kleine Reoolverpartei, vor der er sich nicht fürchte, von der man aber alles erwarten könne, weil sie der Regierung um jeden Preis Schwierigkeiten machen wolle. Auf die Einladung nach Monaco zurückkommend, hätte der Präsident, wie der Fürst mir sagte, sich dahin geäußert, daß der Gedanke reizvoll für ihn wäre. Sr würde sich die Sache noch überlegen. Der Fürst erzählte mir bei diesem Anlaß, wie seinerzeit eine Begegnung des Präsidenten Faure mit Seiner Majestät stattgefunden hätte, mit der alle Minister einverstanden gewesen wären biS auf Herrn Del- co f f 6, der in seiner Anbetung an England die Zusammenkunft im letzten Moment hintertrieben hätte. Radolin. Der Reichskanzler Graf v. Dülow an den Botschafter in PariS Fürsten v. Radolin. Privatbrief. Konzept. Berlin, den 18. Februar 1904. Ihren interessanten Brief vom 4. d. Mts. habe ich sorgfältig und lange erwogen. Der vom Fürsten von Monaco angeregte Gedanke einer Begegnung unseres alleognädigsten Herrn mit dem Präsidenten Loubet ist mir in mehrfacher Hins cht sympathisch. Zweifellos wäre damit ein Schritt in der guten Richtung getan, und ich nehme an. daß die Persönlichkeit des Ka sers dort wie anderswo, ihre Wirkung ausüben würde. Ich bin auch wohl nicht der einzige, welcher die Frage von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, und möchte eben deshalb vermuten, daß der Gedanke dieser Zusammenkunft energischem Widerstand begegnen wird seitens aller derer, welchen in England, Rußland und Frankreich eine Verbesserung der deutsch-fran- ^sischen Beziehungen und eine Befestigung des Regime Loubet-Combes unerwünscht ist. In Ihrem Briefe ist eine Bemerkung des Präsidenten zum Fürsten von Monaco wiedergegeben, wo ersterer andeutet, daß die „Revolverpariei der Rationalisten" feine Begegnung mit dem Deutschen Kaser gegen ihn — den Präsidenten — vielleicht ausnutzen würde. Jedenfalls gebt auS dieser Bemerkung des Präsidenten schon deutlich hervor, daß derselbe sich nicht ftarf genug fühlt, um gegen äußere Einflüsse gletchgültig bleiben zu können. Diese Unsicherheit der Aussichten macht mir die größte Vorsicht zur Pflicht. Es ist unsere — Ihre und meine — gemeinsame Aufgabe, zu verhüten, daß Seine Majestät der Kaiser, dem die kleinen Gesichtspunkte eines vom Parlamentswillen abhäng gen republikanischen Staat, l.ilers fernliegen, ein Projekt genehmigt, welches dann mit einem französischen .Korbe" seinen Abschluß findet. Ich kann daher den Gedanken einer Begegnung nur dann an Seine Majestät heranbringen, wenn Sie überzeugt sind, daß der Präsident Loubet die Begegnung akzeptieren und nicht etwa noch im letzten Augenblick faux bond machen wird. Diese Frage kann nur in PariS beurteilt werden. Falls Sie zweifelhaft sind, ist es besser, zu warten. Ich bin mit Ihnen der Ansicht, daß die Zeit für uns läuft, indem sie die feinbfeiigen Erinnerungen allmählich verblaßt. und ich glaube deshalb daß das. was heute uns noch riskiert erscheinen könnte, in wenigen Jahren vielleicht ganz einfach und alltäglich sein wird. Aber wie gesagt, mach? ich in dieser Spezialfrage mein Urteil von dem Ihrigen abhängig, und werde meine Entschließung bezüglich eines Jmmediatvortrages erst nach Eingang Ihrer Rückäußerung fassen. SS bedarf für einen Diplomaten von Ihrer Erfahrung kaum der Erwähnung, daß Sie als ») „Die Große Politik der Europäischen Kabinette 1871—1914.“ Sammlung der Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes. 3m 3uftroge des Auswärtigen Amtes herauSgegeben von Johannes Lepsius. Albrecht Mendelssohn Bartholdy. Friedrich Thimme. 4. Reihen „Die Isolierung der Mittelmächte." Erste Abteilung: Band 19 bis 21. 3m Verlage der Deutschen Derlogsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin W8. Vertreter der Person Seiner Majestät bei Besprechungen oder Sondierungen sich nicht würden Herausstellen können, ohne schon dadurch Rückschlüsse hinsichtlich der allerhöchsten Absichten zu veranlassen. Dülow. Die Antwort Fürst RadolinS lautete, daß durch den inzwischen erfolgten Ausbruch des rusfifch-japanifchen Krieges, der zu einem innigeren Verhältnis zwischen Deutschland und Rußland sührte. bei einer Begegnung deS französischen Präsidenten mit dem d u:schm Kaiser in Frankreich die Meinung auskommen könnte, daß dieses Zusammentreffen einen völligen Kurswechsel der französischen Politik im Sinne eineS Kontinentalbundes bedeute! daher würde eS zu den schärf st en Kommentaren Anlaß geben und könnte auch dieStellung desPrä- sidenten erschüttern. Daß aber die deutsche Regierung den Plan, aus diese Att eine Entspannung zwischen Deutschland und Frankreich herbeizuführen, noch nicht völlig fallen gelassen, sondern einer Verwirklichung bei der Wittelmeer- rcife des deutschen Ka sers nicht ablehnend gegenüberstand, und an wem er trotzdem scheiterte, davon berichten die folgenden Stücke. Der Reichskanzler Fürst von Dülow an Kaiser Wilhelm II., z. Z. in Reapel Telegramm. Konzept Rr. 16 Derlin. Den 23. März 1904 Geheim [abgegangen am 24. März) MontS, der deutsche Dotschafter in Rom. hat in auffälliger Weise bei Tittoni. dem italienischen Minister des Acußern. Den Gedanken einer Begegnung mit Loubet angeregt. Tittoni hatte Diese Anregung ursprünglich mit Lebhaftigkeit ausgenommen und Monts gesagt, Lanza') werde beauftragt werden. - hier einen solchen Vorschlag zu unterbreiten. Seitdem sind jedoch mehrere Tage vergangen, ohne daß Lanza etwas von sich hätte hören lassen. Heule abend aß Lanza bet mir. blieb jedoch über die B. luchs- frage stumm wie ein Fisch DieS Schweigen der Italiener Deutet offenbar Darauf hin. daß von italienischer Seite zunächst bei Barröt e") sondiert worden ist und dieser den Gedanken zurückgewiesen hat. Unter diesen Umständen Dürfte es sich meines ehrfurchtsvollsten Erachtens empfehlen, daß Euere Majestät von sich aus in Reapel Die Frage Der Begegnung unberührt lassen unD auch volle Zurückhaltung bewahren, toerm etwa von anDcrcr Seite Anspielungen gemacht werden sollten. Dadurch wird Der Möglichkeit vorgebeugt. Den Gedanken einer Begegnung Euerer Majestät mit Dem Präsidenten Der französischen Republik vor der Deffent- lichkeit als eine Deutsche Anregung hinzustellen. AnDerS wäre es. wenn Seine Majestät Der König Viktor Emanuel Die Frage der Begegnung zu Dreien Euerer Majestät ?egenüber a k s gemeinsamen italienisch- ranzösischen Vorschlag zur Sprache brächte. Hoffentlich leuchtet die Sonne wärmer über Reapel wie sie vor acht Fahren schien, als ich das Glück hatte, Euere Majestät im Schneesturm nach Camalvoli zu begleiten. Bülow. Der Botschafter in Rom Graf MontS an das Auswärtige Amt. Telegramm. Entzifferung. Rr. 68. Rom, Den 17. März 1904. Am Schluß einer längeren Konferenz mit Herrn Tittoni über Loubels Besuch und Begegnung unserer Souveräne in Reapel am 26. März erkundigte sich Minister nach weiteren Reisedispositionen unseres allergnädigsten Herrn. 3ch erwähnte, am 29. April würde Ausschiffung in Genua erfolgen, so daß vermutlich gerade am 28. April, dem Tage der Ankunft Seiner Majestät des Königs von 3talien und des Präsidenten Loubet in Reapel. die „Hohenzollern" dort vor- beifahren und eventuell nochmals Reapel berühren könnte. Der Minister ergriff sofort diesen Gedanken. Ein wiederholtes Treffen der zwei Souveräne würde für 3talien größter Triumph fein und allem Gerede über mangelnde Dreibunds treue Ende bereiten. 3ch entgegnete, mir schiene zweifelhaft, ob Euere Exzellenz entrevue ä trois für durchführbar hielten. Tittoni erwiderte. Gedanke schien ihm so vortrefflich, daß er Graf Lanza anweifen wird. Euere Exzellenz vertraulich zu fragen, ob Sie für möglich hielten, daß Seine Majestät eventuell Einladung des Königs von 3talien zum 28. annimmt. Da ich jedes Willen Euerer Exzellenz bestimmtest in Abrede stellte, bitte ich. Graf Lanza zunächst nicht ja $u sagen, sondern etwas warten zu lassen. Bielletcht wäre später zu erwidern, weiteres Eingehen auf italienische Anregung hinge überhaupt von Haltung Frankreichs ab. 3talten erschiene als erfter Interessent bei der Sache. 3mmerhin könne Fehler des Pariser Besuchs der italienischen Majestäten durch diesen Schachzug vor Europa wettgemacht werden. Monts. Der Botschafter in Rom Graf Monts an Den Reichskanzler Fürsten von Bülow. Entzifferung. Rr. 161. Rom, den 3. Rovember 1907. An knüpfend an Zeitungsnachrichten erzählte mir Herr Luzzati. daß während des Loubet- Besuches von den ttalienischen Ministern die größten Anstrengungen gemacht wurden, um eine Entrevue des Präsidenten mit Seiner Majestät dem Kaiser zustande zu bringen. 3talien wäre dabei von der Ansicht ausgegangen, daß ohne ein besseres Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich die kontinentalen Dinge nie zur Ruhe kommen können. Die Herren Delcass 6 und (Bar r ere hätten prinzipiell keine Einwendungen erhoben. Schließlich aber und nach langen Pourparlers sei von französischer Seite geltend gemacht worden, daß des Präsidenten und der Regierung Stellung nicht stark genug fei. um im gegebenen Moment, wo alle Klerikalen über den unterbliebenen Besuch des Vatikans etnpörl gewesen, diesen noch die Sntrollung der chauvinistischen Fahne zu ermöglichen. Monts. •) Der italienische Botschafter in Berlin. ••) Der französische Botschafter am OiüriwL Landwirtschaft und Gartenbau. Kartoffelschors und Gründüngung. Der Kartvsselschorf ist allen Landwirten und Gärtnern eine nur zu bekannte Krankheit, so daß ihre Beschreibung sich wohl erübrigen dürste. Bisher stand man dieser rätselhaften Erscheinung ohne BekämpfungSmittel gegenüber. M-Zn hat Kalk empfohlen und fo manches andere. Reuer- dings bot man Beobachtungen gemacht, die zu zeigen scheinen, welche Richtung zur Bekämpfung einzuschlagen ist. Professor Getön in Leeds stellte 1914 einen Versuch aus einem Stück Land an. das immer schorfige Kartoffeln geliefert hat, in Der Weise, daß er bei sonst gleicher Düngung mit Kunstdünger aus dem einen Teilstück Gras im wellen Zustande unterbrachte, auf dem an- Deren Teilstück aber nicht. UnD siehe da. auf Dem goasgedü igten Stück blieben Die Knollen schors- frei. Auch bei UNS in DeutschlanD hat man schon öfters ähnliche Beobachtung nach Lupinengründüngung gemacht, nach der Die Kartoffeln fast schorffrei waren. Und wenn man bei einem Landwirt, Der einmal eine Äartoffelf orte in einem Jahre fast schorifrei angebaut hat, Erkundigung nach der Vorfrucht einzieht, dann kann man hören, daß Die Kartoffel nach Lupinen- oDer Serradelleglündüngung angebaut wo den ist. Es scheint Demnach Der Fall so zu liegen. Daß bei reichlicher Gründüngung Die im Boden befindlichen Schorfbatterien Die Gründüngungspflanze angreifen und Die Kartoffel unbehelligt lassen. Angesichts dieser Erfahrungen tritt Die große Wichtigleit der Gründüngung zu Kartoffeln noch besonders in Den VorDergrund, zumal Die Kartoffel ohnehin Den Gründüngungsstickstoff am höchsten von allen Kulturpflanzen ausnützt. Ein anderer Forscher. Professor Kraus, München, war eS, der zuerst auf Die Tatsache aufmerksam machte, daß eine direkt zu Kartoffeln gegebene Kalkung im ersten Jahre keinen Schorf verursachte. Daß dieser immer erst nach einigen Jahren ouftritl. Er empfiehlt weiterhin Kainit und Gründüngung als wirksames Mittel gegen den Schorf. Möglich ist es ja, daß infolge einer Kalkung Der Boden zu sehr mineralisiert wird. Die Schorfbatterien f.ch dann der Kartoffel bemächtigen. während bei Der Gründüngung mehr diele von ihnen verzehrt wird, G. — w. Das Kaninchen. Don Gotthard D r o d t. Nachdruck verboten. Wer Kaninchen besitzt oder sich wiegen will, sollte vor allem darauf achten, daß sie nicht vom Ungeziefer befallen werden. Kommt das doch vor. so sehe man Die betreffenden Tiere auf ein Brett und seife sie mit Kreolin-Teerseife gründlich ab. Den Seifenschaum lasse man mindestens fünf Minuten auf Dem Fell sitzen. Damit er besser wirken kann, unD wische ihn dann erst unter Benutzung von lauwarmem Wasser mit einem Strohwisch oder einer Bürste ab. Ferner scheuere man auch Den Stall gründlich mit Sodawasser oder heißer Kalkmilch, Damit das Ungeziefer auch hier cnDgültig vernichtet wird. Die Tiere selbst trockne man gut ab und aebe ihnen außerdem noch neues Heu oder Stroh, damit sie sich nicht erkälten. Ucber die richtige Fütterung der Kaninchen während der Winterzett herrschen vielfach unklare Ansichten. Selbst erfahrene Züchter begehen bei der Kaninchenfütterung Fehler. So kommt es häufig vor, daß die Tiere Tag für Tag das gleiche Futter erhalten. Sie werden dadurch des Fressens üb 'rdrüs ig und lassen schließlich alles, auch das beste Futter, liegen, oder sie werden krank und gehen ein. Bemerkt man an den Tieren, daß sie an Appetitlosigkeit leiden, sich in irgendeine Ecke des Stalles verkriechen und dort oft tagelang teilnahmslos verharren, so lege man ab und zu einen frischen Petersilienstengel oder einige Sellerie- und Breitlaufblätter vor sie hin. Auch ein Ginsterzweig tut gute Dienste Diese kleinen Erfrischungen werden Den unpäßlichen Tieren sicherlich wohltun und ihren Appetit wieder anregen. Wer Wert daraus legt, daß seine Kaninchen ihm später einmal glänzende und wertvolle Felle liefern, gebe am Morgen als Trockenfutter in erster Linie gutes Wiesenheu. Es wird am besten in ein Knäuel gedreht, well die Tiere es sonst zertreten, verunreinigen und dann liegen lassen. Ferner ist es vorteilhaft, auch tagsüber etwas Heu zu reichen. Das Heu verdirbt nicht. Wenn man nicht über gutes Wiesenheu verfügt. kann man auch guteS Kleeheu füttern. ES ist ein vollwertiger Ersatz. Auch getrocknetes Erb- senstroh erweist sich als gutes Futter. Ebenso wird rauheS Haferstroh sehr gern gefressen, und sogar das Baumlaub ist alS Trockenfutter nicht zu unterschätzen. Sofern also jetzt noch Daumlaub umherliegt, sollte man die Kinder Tag für Tag dazu anhalten, es zu sammeln. Die trockenen Schalen Der ausgehülsten Stangenbohnen, Zwergbohnen unD Erbsen sind gleichfalls als Trockensutter verwenDbar. Als Grünfutter kommen im Winter bei frost- freiem Wetter zur MittagSmahlzeit die verschiedenen Kohlblätter in Betracht. Ferner sind Kohlstrunken sehr begehrt. Als Ersah für Grünfutter kann man hauptsächlich Kohl und Runkelrüben nehmen, während für eine Mastkur vor allem Haferkleie, Brot und gekochte Kartoffeln empfehlenswert sind. Weichfutter stellt man am besten folgendermaßen her: Man wirft in einen Topf mit etwas Salzwaffer Schalen oder Stücke von Wasferrüben und Rippenstückchen von Kohl. Die den Vorzug haben, nicht so leicht anzubrennen, etwa noch einmal soviel Kartoffelschalen, die mit zerschnittenen Selleriestempeln und Breitlaublättern gewürzt werden, und kocht das Ganze etwa zehn Minuten. Darrn mischt man Pelllartofselschalen, Erbsen, ein Drittel Malzkaffee und etwas Kleie hinzu, läßt die Mischung abkühlen und setzt sie Den Kaninchen vor. Die sie mit Wonne verzehren. Dei diesem Futter hctt man nur darauf zu achten, daß es nicht zu flüssig wird. Das verhindert man dadurch, daß man nicht zuviel Salzwaffer aufsetzt. Es heißt, daß die Kaninchen dieses Futter auch in der Sommerzeit nehmen und sogar frischem Grünfutter vorziehen. Wenn man ihm dann gar noch getrocknete Wasserrüben, Sellerieoder Kohlblätter hinzufügt, die man natürlich auch allein füttern kann, so fetzt man seinen Kaninchen wohl das bestmögliche Futter vor. Die Wirkung wird nicht auSbleiben. unD *Dcr Züchtet wird mit ihr in allen Punkten zufrieden fein. Damit aber die Kaninchen gut gedeihen können. muffen sowohl Die Muttertiere alS auch Die Rammler getrennt sitzen. Durch daS Deisam- mensihen toirD außer vielen anderen unvorteilhaften Erscheinungen auch veoursacht, Daß Die Tiere DaS Futter gierig verschlingen. Die anderssitzen- Den Tiere fressen sich das Futter, auch wenn noch soviel vorhanden ist. direkt weg. Dadurch ist natürlich ein richtiges Gedeihen ausgeschlossen. Die Wechselwir sHaft im Hausgarten. (Nachdruck verboten.) Die Wechselwirtschaft im Gemüse- unD Blumengarten verfolgt Den gleichen Zweck, wie Der Fruchtwechsel in der Landwirtschaft, nämlich die Erzielung eineS größtmöglichsten Ruhens auf lleinstem Raum. Zugleich aber soll auch durch sie einer zu starken Bodenerschöpfung und der Ausbreitung seuchenartiger Bodenkranlheiten, wie Der Kohlhernie, vorgebeugt werben. In einer langjährig Durchgeführten Wechselwirtschaft liegt das Geheimnis Des Erfolges, D>enn durch sie erst toirD Der Wert DeS Düngers unD Der Bodenbearbeitung mit Der Ernte in Einklang gebracht. Um das zu beweisen, braucht man nur auf die hundertfältig bestätigte Erfahrung zu verweisen, daß Erbsen nach Erbsen, Kohl nach Kohl nicht gedeiht, und wer dennoch einige Jahre Kohlgemuse unter sich wechselt, wird bald feine Beete mit Krop kranlheit, Grdraupen und Stofcl» fliege verseucht haben. Wenn trotz solcher Erfahrungen Der Gartenbau in dieser Hinsicht noch rückständig erschemt. so liegt das Daran, daß In einem Garten, wo fast das ganze Jahr gepflanzt und geerntet wird, eine geregelte Wechselwirtschaft viel schwieriger durchführbar ist alS in einem landwirtschaftlichen Betriebe, wo nur ganz wenige Acten, und diese Dafür auf großen Flächen angebaut werden. Um auch für den Garten zu einer zielbewußten Abwechselung im Anbau der verschiedenen Arten zu gelangen, müssen zunächst drei Voraussetzungen erfüllt sein. Erstens Darf ein solcher Garten nicht Durch Die Beschattung von Obftbäumcn (wie daS meistens der Fall ist), von vornherein minDertoertig fein. 3toeilend muh er in wenigstens vier biS fünf gleichgroße und gleichwertige Quartiere durch Wege. Gräben, Furchen oder Reihen von Beerensträuchern eingeteilt fein. Drittens soll Der Plar für Die Frühjahrs- und Hauptbestellung bereits im Herbst vorher feststehen. Wer bei der Frage: Was hat im letzten Jahr auf diesem oder Jenem Beet gestanden, sich auf DaS Gedächtnis verlassen muß, dem wird eS an Mißerfolgen und Mißgriffen nicht mangeln. Hat man seinen Garten in Der gedachten Art und Weise eingeteilt, so macht man sich zunächst klar, daß es vier Gruppen von Gemüsc gibt, welche an Düngung und Boden ziemlich Die gleichen Anforderungen stellen. Gruppe 1 verlangt viel Stalldünger. Eine Zugabe vor künstlichem Dünger ist, tote bei Salat, entweder direkt schädlich, oder doch nicht notwendig. Hierher gehören: Gurken, KürbiS, Tomaten, alle Salatart en, Spinat. Für Gruppe 2 wird der Stallmist erst im Frühjahr gegeben, nachdem im Spätherbst vorher aus 100 Quadratmeter j< 10 Pfund 40proz. Kalisalz und SuperphoSphat oder Thomasmehl gestreut wurden. Hierher gehört die Frühkartoffel. Gruppe 3 verlangt weniger Stalldünger, am besten im Herbst unter- febracht. dafür aber um so reichlicher künst- iche Düngung. Diese Gruppe umfaßt alle Kohlart en, einschließlich Qberkohlrabi. Zur Gruppe 4 endlich rechnet man Die Wurzelgemüse, Hülsenfrüchte, Rettiche und Radieschen. Diese brauchen keinen Stalldung. Man hilft dem Wachstum je nach Bedarf mit künstlichem Dünger nach, wobei bemerkt sei, daß Sellerie für künstlichen Dünger besonders dankbar ist, wenn man ihm reichlich Wasser geben kann. Auch Zwiebeln, Die auf frisch mit Stallmist gedüngtem Boden biswellen erkranken, sind für Stickstoff gaben vor der Bestellung sehr empfänglich. Eine fünfte Gruppe ist Diejenige Der ausdauernden Gewächse. Spargel sind nach 15—20 Jahren abgetragen und müssen dann auf einem anderen Stück erneuert werden. Stachel- und Johannisbeeren sowie Rhabarber sind nach 10—12, Himbeeren nach 6, Erdbeeren nach 4—5, Meerrettich nach 2 biS 3 Jahren überständig. Unter Berücksichtigung dieser Verhältnisse hätten wir fünf Quartiere nötig, wovon vier alljährlich in Der Hauptsache frei werden und dann unter sich In einer bestimmten Reihenfolge gewechselt werden tonnen, so daß dieselbe Gemüseart frühestens alle vier Jahre einmal auf dieselbe Stelle kommt. Wird eine Fläche aus dem Quartier Der Dauerpflan- zen einmal vorübergehend frei, um so besser für dieses oder jenes Gemüse. Alles das, was vom Gemüse gesagt toirD, gilt natürlich auch für Blumen. Rosenbeete verhalten sich ähnlich wie Beerensträucher, und man tut gut, auch sie hin und wieder einmal auf eine andere Stelle des Gartens zu verlegen. Ebenso blühen Dahlien und Astern viel reicher und mit reineren Farben, wenn man sie nicht immer auf ein und dieselbe Stelle Pflanzt. Düngen hilft nur wenig. Am eigensinnigsten ist in oiefer Hinsicht Der gefüllte Mohn. Wo dieser einmal gestanden hat, darf man ihn eine Reihe von Jahren nicht wieder aussäen, und Stauden- aftem blühen erst Dann vollkommen, wenn man die großen Büsche alle 5—6 Jahre auShebt, teilt und in anderen Boden pllanzt. Daß gefüllte Gänseblümchen ausarten, wenn man sie länger als ein Jahr auf derselben Stelle beläßt, ist bereits allgemein bekannt, R. Fragekasten. Frage 71: Kann man Wurzelstöcke des gewöhnlichen Buschröschens, in Töpfe gesetzt, jetzt । ins warme Zimmer stellen, darntt sie zu Weih- nachten blühen? Antwort: Die wagrecht wachsenden Wurzelstöcke des Wind- oder Duschröschens, Anemone nemorosa, beginnen im Walde, unter Buchenlaub verdeckt, bereits jetzt zu treiben. Wenn man sie in Töpfe gebracht, in einen warmen Raum stellt so erscheinen bereits nach wenigen Tagen die grünen Spitzen der jungen Triebe. Doch Die Blüten verkümmern. Hm Erfolg zu haben, ist es nötig, die Gesäße feucht und kühl, mit Moos be- dtcft, bis 8ebruar stehen zu taflet, um Jte als- dann in mäßiger Wärme am Fenster eines Rebenzimmers, wo sie Sonne haben, zum Blühen anzuregen. Frage 72: 3d) beabsichtige, eine kleine Him- beerpflanzung anzulegen und bitte um Auskunft, welche Sorten man dazu wählt. Soll man einmal tragende nehmen, oder verdienen die immer tragenden den Dorzug? Antwort: Wer auf Ertrag sieht, sollte nur einmal tragende Sorten pflanzen. Die sog. irmnertragenden bringen zwar im Nachsommer eine zweite Ernte, doch den Früchten mangelt es um diese Zeit an Aroma. Himbeeren sind auch um diese Zeit nicht begehrt. Don den verschieb denen Sorten der nur einmal tragenden Gruppe ist Marlborough besonders empfehlenswert, well die stachellosen, glatten Ruten aufrecht wachsen, wodurch die Ernte und das 3nstandhalten der Anlage erleichtert wird. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß man Himbeeren nicht zu nahe an ein Rachbargrundstück Pflanzen sollte, es sei denn durch eine Mauer getrennt. Hrm«4 beeren saugen auf weite Entfernung den Boden ou8 und werden durch Ausläufer lästig. Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, das derartige Rücksichtslosigkeit verbietet, es heißt: Was du nicht willst, das man dir tu, Das füg' auch keinem andern zu. Frage 73: Wie entbittert man Lupinen und sind Maschinen für eine kleine Landwirtschaft dazu nötig? Antwort: 3n der kleinen Wirtschaft lohnt kein besonderer Apparat: die einfachste Form desselben ist ein großer Topf mit Siebeinsah. Wan kocht darin die Lupinen, hebt sie mit dem Siebeinsatz aus und laugt sie darin mehrere Male mit kaltem Wasser aus. 3eder gewöhnliche Topf ist, wenn auch etwas umständlicher, gleichfalls für das Kochen verwendbar. Das Kochwasser wird abgegossen (und weggeschüttet). Runmehr wird zwei- bis dreimal kaltes Wasser aufgefüllt und nach einigen Stunden Auswaschens abgegossen. Bloßes Auslaugen ohne vorheriges Kochen entfernt den Giftstoff nicht. Turnen, Sport und Spiel. Fußball-Wettspiel. Die Liaamannschaft d e S D. f. D. hat morgen im Letzten Derbandsspiel der Dorrunde die Ligamannschaft des F. C. Breit en- bach zum Gegner. Daß die V.f.B.-Mannschaft in ihrer Spielstärke eine Extrastellung einnimmt, beweisen am deutlichsten die Resultate ihrer mit dem morgigen Spiel beendeten Derbandsvor- runde. Zahlen wie 7:1, 4:4, 5:1, 9:0, 5:1 und -4:0 geben Zeugnis von dem Aufschwung der jungen Elf. Es hat sich gezeigt, daß sie im Training unter Schnürle sich die Eigenschaften einer taktisch und technisch reifen Kampfmannschaft erworben hat. Die erzielten Resultate sind um so höher zu bewerten, wenn man bedenkt, daß fast alle Wettspiele mit Ersatz, der sich allerdings sehr gut einfügte, ausgetragen werden muhten. Der morgige Sonntag wird den Gießener Fußballinteresfenten wieder Gelegenheit geben, D. f. D. im Endspurt seinem Ziel zustreben zu sehen. Allerdings wird Breitendach, das etnc körperlich auyerp starte und energische Mannschaft schickt, so ohne weiteres den Sieg sich nicht nehmen lassen. Die Schülerschwimmwettkämpfe in Gießen. Es sei hiermit nochmals auf die morgen nachmittag jfl/i üfrr im städt. Dolksbad stattfindenden Schwimmwettkämpfe zwischen den Gießener Schulen empfehlend hingewiesen. Die Meldungen find sehr zahlreich eingelaufen. Es wurden für 25 Wettkämpfe insgesamt 162 Meldungen abgegeben. Zwei Wanderpreise, die von zwei Mitgliedern des Gießener Schwimmvereins gestiftet worden sind, kommen zum ersten Male zum Austrag. Gerätemeifterschaften der Deutschen Turnerschaft. Die Gerätemeisterschaften der Deutschen Turnerschaft werden am 16. und 17. Mai 1925 in Frankfurt a. M. in der großen Städtischen Festhalle ausgefochlen. Die Halle bietet etwa 10—12 000 Menschen Sitzgelegenheit und gleichmäßig gute Sicht. Die Frankfurter Turner haben mit den Dorarbeiten bereits begonnen und die notwendigen Ausschüsse gebildet. Diese Ausschüsse sind auch bereits zusammengetreten, haben ihre Vorsitzenden gewählt und die allgemeinen Richtlinien ausgestellt. Dr. Ncuendorff Direktor der Preußischen Laudcsturnanftalt. Zum Direktor der Preußischen Hochschule für Leibesübungen (Landesturnanstalt) in Spandau hat die preußische Unterrichtsverwaltung den Mülheimer Oberstudiendirektor Dr. Reuendorff, den Vorsitzenden des Kreises VIII und Jugead- turnwart der Deutschen Turnerschaft, ernannt. Der bisherige Direktor, Ministerialrat Dr. Ottendorfs, tritt damit ganz in sein Amt als Referent des Ministeriums über. Mit dieser Ernennung ist auch ein Wunsch der Turn- und Sportverbände erfüllt. Vierzig Jahre Rodelsport. Bisher ist man immer der Ansicht gewesen, daß das sportliche Rodeln eine Errungenschaft der Reuzeit sei. Man hielt neben dem sportlichen Eislauf den Schneelauf für den ersten Wintersport. der in Deutschland heimisch geworden ist und aus dem Kontinent betrieben wurde. Aber das scheint ein Irrtum zu sein. Das e r st e Rodelrennen in Europa ist nämlich bereits vor dem ersten Wettlauf auf Schneeschuhen vor sich gegangen. Bereits vor 41 Jahren wurde auf der Straße zwischen Davos und Klosters, am 12. Februar 1883, das 1. Internationale Schlittenrennen zur Entscheidung gebracht, an dem sich außer Engländern. Amerikanern, Australiern, Rorwegern, Schweden, Holländern und Schweizern auch deutsche Rodler beteiligten. Es ging damals um Geldpreise, deren ersten sich ein Australier und ein Schweizer im toten Rennen erwarben. Alle nächsten vier Plätze fielen an Schweizer. Leider meldet die Chronik nicht, wie die deutschen Rodler abschnitten. Jedenfalls dürfte der 12. Februar 1883 als Gründungstag des Rodelsports anzusehen fein, soweit sportliche Veranstaltungen in Frage kommen, AMcyiup daran wurden auch einige Preise für weitere Rodelrennen gestiftet, darunter der Shmondsschild. der seit 1885 alljährlich in Klosters ausgefahren wird, am kommenden 25. Januar also sein 40jähriges Jubiläum feiert. Bob- und Skel- leton wurden dagegen erst später aus Kanada in die Schweiz und danach in andere europäische Länder gebracht. Gründung eines Rheingaues des Sk clubs Schwarzwald. In Mannheim wurde ein »Rheingau deS Skiklubs Schwarzwald" gegründet. Er seht sich zusammen aus den Skiklubs von Heidelberg. Mannheim. Weinheim. Worms und D a r m - st ad t. Seine Aufgabe ist die weitere Förderung des Wintersports, namentlich auch unter der Jugend, Bau von Unterkünften, Abhaltung von Lehrkursen und Verkehrsverbesserungen nach dem Schwarzwald. In sportlicher Beziehung werden Ausscheidungswettkämpfe für die großen Verbandswettläufe durchgeführt. Vorgesehen dafür ist die Woche vom 11. bis 18. Januar im Gebiet dec neuen Skihütte des Skiklubs Worms bei Untersmatt im nördlichen Schwarzwald. Für einen großen Mannschaftslauf im Februar wurde ein wertvoller Wanderpreis gestiftet. Kunst und Wissenschaft. Ein Derleihinstikut Mr Bilder. Den Künstlern ist es heutzutage außerordentlich schwer, ihre Werke zu angemessenen Preisen zu verkaufen. Aber wenn auch der Kunstfrend vielfach nicht das nötige Geld hat, um ein Bild, das ihm gefällt, zu erwerben, so wird er doch die geringe Summe aufbringen können, mit der er sich das Bild aus einige Zeit leihen kann. Aus diesem Grunde hat der Reichswirtschafts- Derband bildender Künstler, wie in seiner Zeitschrift „Kunst und Wirtschaft" mitgeteill wird, ein Verleihinstitut ins Leben gerufen, das Kunstwerke weitesten Volksschichten zugänglich machar und den Künstlern zugleich einen bescheidenes Entgeld für ihre Arbeit gewährleisten wlll. Durch das Verleihen seiner Werke erhält der Künstler eine mater.alle H lle, d.e er gerade jetzt besonders notwendig braucht: es w'rd aber auch die Möglichkeit, fern Bild wahrend des Verleihens zu verkaufen, erhöht, denn wer ein Werk liebgewonnen hat. wird sich nur schwer davon trennen wollen und es zu erwerben suchen, wenn die Leihzeit vorüber ist. Gegen die Gefährdung der verliehmen Bilder ist die denkbar größte Vorsorge getroffen. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 14. Dez., nachmittags 3 Ufjr: Das Waldmännlein. Abends 7 Uhr: Pique Dame. Montag, 15. Dez., abends 6i/z Uhr: Der Schatzgräber. Dienstag, 16. Dez., abends 7i/2 Uhr: Tosca. Mittwoch. 17. Dez., abends 7 Uhr: Sakahra. Donnerstag, 18. Dez., abends 71/2 Uhr: La Traviata (Violetta). Freitag, 19. Dez., abends 71/2 Uhr: Mona Lisa. Samstag, 20. Dez., abends 7 Uhr: Fidelio. Sonntag. 21. Dez., nachmittags 3 Uhr: Das Waldmännlein. Schauspielhaus, omnnag, h. abends 71/2 Uhr: Das Ekel. Montag, IS. 5>tL, abends 71/2 Uhr: Das Apostelspiel. Hierauf: Mk ist an allem schuld. Dienstag, 16. Dez., abends 71-2 Uhr: Der Tokaier. Mittwoch, 17. Dez., abends 71. Uhr: Das Apostelspiel. Hierauf: Er ist an allem schuld. Donnerstag, 18. Dez., abends 7 Uhr: Romeo und Julia. Freitag, 19. Dez., abends 7^ Uhr: Das Apostelspiel. Hierauf: Ec ist an allem schuld. Samstag, 20. Dez., abends 71/3 Uhr: Der Tokaier. Sonntag, 21. Dez., abends 7i/. Uhr: Der Tokaier. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde«. Gießen. Sonntag, den 14. Dezember. 3. Advem. Stadtkirche. 97,: Pft. Mahr. 11: Kinderkirche f. d. Matthäusgem. Pft. Mahr. 5: Pft. Becker. Beichte und heiliges Abendmahl für öle MarkusgetzletnLe. Iohanneskirche. 97,: Psarrass. Schultheis'. 11 Kinderkirche für die Lukasgem. Psarrass. Schultz heis. 5: Pft. Ausfeld. Beichte und heftiges Abend, mahl für die Johannesgemeinde. 8: BibelLe- sprechung im Johannessaal, Pft. Mahr. — In der Reuen Aula. 11'/«: Univ -Gottesdienst m. Predigt von Prof. D. Hans Schmidt. — Kirchberg. 10. 17,: Mainzlar. - Wieseck. 10: Pfarrass. Zehfuß, Lollar. Katholische Gemeinde» Gießen. Samstag, 13. Dezbr. 47, u. 7 Beichte Sonntag, 14. Dezbr. 3. Adventsonntag.67, Beichte. 7 Meste, Kom. der Jünglinge, 8 Korn., 9 Hochamt m. Pr., 11 Messe m. Pr., 57, Christen!, il Adventsandacht. - Grünberg, 97, Messe m. Predigt. 'eine Wrie>r Das schönste Weihnachtsgeschenk f Stoffe \ * für Herren- und \ Damenbekleidung 1 Qualitätsware 1 zu bekannt billig. Preisen! .Bauer, WMi™/ LoieBea.HoHkestr.13I J Hältst, d. roL Linie ^^^Femspr. 1669 I eooiD Billigste Preise Besuch und Kostenanschiige auf Wunsch Z71 J&nem 9998a Umtausch gestattet! Ml Samstag, <5. oezemver 1924 flr.294 Fünftes Statt Stetzener Anzeiger (Generot-Anzeiger für Gberheffen) E. I c u 11 c r Komorn tag.) 14, 10. < Vachdruck verboten ) 17 Fortsetzung. nicht. Sie (Fortsetzung folgt.) setzten?" DEUTSCHER WEINBRAND STUCK LIKÖRE LIKÖRE aber auch, baf> die Landes noch bei „allein Vater sprach davon — er hörte cs Wohl" von Alere oder sonstwem, ich weiß es Was ist der Herr? Auslösungen. Zahlenrätsel Dr. 4 au« Ar. 288. 1. Voab. 2. Urquhart. 3. Rutkand, 4. 3f- mailia, 5. Vias, 6. Dobrisch. 7. Egli. 8. Reck, 9. Epiphanias, 10. 3tatiat)a. 11. Gottschall, 12 El Metidj. 13 Vatalie, 14. ESmcnard, 15. Vajadc, 16. Kampfer. 17. Viemann, 18. An- gcrona, 19. Frost. 20. Sore Ui. 21. Veno. 22. Uran. Die Anfangs- und ($nObud)ltaben ergeben: Vur in der eigenen Kraft ruht das Schicksal jeder Valion!" (Moltke im Deutschen Retchs- Die rote Kaschgar Roman von Fedor von Zvbeltih. 13. 5. 14. 6. 7. 10. 14. Die vorstehenden Zahlen sind durch Buchstaben zu ersehen, wobei sich die einzelnen Zahlen immer auf den gleichm Buchstaben beziehen. Die entstehenden Worte haben folgende Bedeutung: 1. Figur eines Shalespeareschen Schauspiels. 2. Kleidungsstück. 3. 3ngenieur und Ersin- der. 4. türkische Stadt. 5. englische Stadt. 6. Inselgruppe im Stillen Ozean. 7. deutscher Vatur- sorscher. 8. italienischer Schriftsteller. 9. germanische 'Böllergruppe. 10. Stadt in England. 11. schwedischer Maler. 12. Vordseebucht. 13. deutscher Historiker. Die Anfangs- und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, ergeben den Anfang eines Weihnachtsliedes. Tanschrätsrl. Aus nachstehenden Worten bilde man durch Aenderung der Anfangsbuchstaben neue Worte. Die neu eingesetzten Buchstaben, der Reihe nach abgelesen, nennen einen berühmten Künstler. Esche, Damm. Forke, 3M. Kind. Laube, Kutter. Elster, Paul, Baum, Achse, Pest, Peter, Engel, Bord, Herz. __________ festigen beginnen, man weiß Rätsel dieses halbasiatischen Die innere Lage Rußlands. Bon unserem V-Korrespondenten. Moskau, Ende Vovember. Auch tacr Rußland seit langer Zeit kennt itnb die Reise dorthin in den letzten Jahren des öfteren gemacht bat, wird immer wieder, sobald der Zug das oetanntc hölzerne Tor bet der Grenzstation Sebesch passiert, und damit das Gebiet der Sowjetunion erreicht hat, eine besondere innere Bewegung uitd Spannung verspüren. Man weih, daß die russische Revolution zwar eine ganze Reihe zum Teil schauerlicher Phasen bereits hinter sich hat, und bafr drüben die Verhältnisse sich nach und nach zu führung unbeliebt. Sic waren in dieser Beziehung weit skrupelloser a s die alte vernichtete Bourgeoisie. Mat hielt sich nicht lange dabei auf. eine neue Wirtsch.astspo! tit durch Gesetze einzuleiten, sondern griff zu Radikalmitteln. Die Repleute und leider mit ihnen zahlreiche solide Kaufleute wurden rach Sibirien und Vord- rußland verschickt. Auf diese Wese ist es gelungen, den staut ich en Trusts. Genosienschaslen usw. wieder eine dominierende Rolle im Großhandel zu verschaffen. 3m Kleinhandel geben allerdings noch immer zwei Drittel des gesamten Warenumfahes durch die Hände privater Unternehmungen. Diese befahlen ihre Angestellten etwas besser als die Trusts und Gens senschas- ten und sind in ihren Dispositionen doch toefenh lich freier als die öffentlichen Betriebe. Durch Auferlegung harter Steuerlasten und durch eine schürfe Kontrolle wird allerdings auch ihnen das Leben sehr schwer gemacht. Cs entspricht der in der Verwaltung herrschenden rabüakn Richtung, daß auch die Staatspolizei wieder viel stärker in das wirtschaftliche Leben und in die Verhältnisse des Einzelnen eingreift als zur Zeit des Vep. Die Ausländer sind von dieser Wendung der Dinge wenig erfreut und zeigen nicht mehr die gi on: Unternehmungslust wie im vergangenen Jahr. Zahlreiche ausländische Unternehmungen, darunter auch deutsche, haben ihre Tätigkeit erheblich eingeschränkt und zum Teil sogar ganz eingekeilt. Es muß aber anerkannt werden, das diejenigen ausländischen Konzessiv,',en die eine landwirtschaftliche oder industrielle Produktion betreiben und auf diese Weise ihr Kapital wirklich in den Dienst des Wiederausbaus der russischen Wirtschaft stellen, von der neueren Richtung der Wirtschaftspolitik viel weniger getroffen werden als die reinen Handelsfirmen. Die Lage der arbeitenden Schichten ist im Vergleich zum Vorjahre nicht besser geworden, erweist sich aber doch noch als erträglicher als in den 3ahren 1920—22. Die Stimmung der breiten Massen wird jedoch un- günstig beeinflußt durch die vielfach allzuscharse Anpassung der Gehälter und Löhne an die tatsächlich etwas gesunkenen Lebensmittelpreise. Mag auch das tägliche Brot billiger geworden sein, so sind doch die Mieten bei schlechtesten Quartierverhältnissen in Moskau sowie die Abgaben noch sehr hoch Das Beschaffen von Kleidung begegnet besonders deshalb großen Schwierigkeiten, weil durch die Drosselung der Einfuhr der Marit nicht hinreichend mit Textilerzeugnissen versorgt blieb, und die Preise fast unerschwinglich hoch sind. Ohne Rücksicht auf die allgegenwärtige Staatspolizei übt heute der Arbeiter und Angestellte ganz öffentlich scharfe Kritik. Viele Ausländer glauben, daß schon mit Rücksicht auf die Volksstimmung eine gemäßigtere Wirtschaftspolitik im k^mmmden Frühjahr ein» setzen müsse. Vorläufig find hierzu noch keine Anstalten getroffen und die für die Wirtschaftspolitik maßgebenden Stellen scheinen entschlossen zu sein, ihre Wirtschaftspläne unbedingt durchzuführen, koste es. was es wolle. Das geschäftliche Leben leidet ebenso wie die Durchführung der staatspolitifchen Ausgaben außerordentlich unter dem herrschenden Geldmangel und den Kreditschwierigkei- t e n. Die Wechselproteste nehmen nach einer Aufstellung der Staatsbank nicht nur bei den privaten Unternehmungen, sondern vor allem auch bei den Genossenschaften beängstigend zu. Das find die Folgen der wirtschaftspolitischen und finanzi Ilcn Jn?ucht und d r zunehmenden gegenseitigen Verschuldung der offen liyen Unternehmungen des Handels und der Industrie. Aus ■■»■■MgWMWPMM—KUL-UMmurJwvnssaKa mm 11— imiimj Leben der Horas. das immer Verven erforderte. Und, Freye, paßt auch zu den Geisbachs, die in raschem Erfassen jedweder Lage _ur Größe kamen. Theda ist ein arm s. krankes Tierchen, ein Sohn ist nicht da. wer soll der Erbe sein, wenn Onkel Ernst einmal stirbt? Verständlich, daß er da an mich als den Veffen dachte. Und ich selbst? Mein Gott, es drückt mich nicht schwer, daß ich nun auch noch den Vamcn Geisbach meinem eigenen zufügen muß, es ist mir vollendet Wurscht. Wichtiger ist die materielle Seite. Die Horas haben nie solide gewirtschaftet — -- Freye, wenn wir zwo uns gekriegt hätten, wir hätten auf Groß-Ponar die Taille enger schnüren müssen — siehst du. auch an das dachte ich, als ich dich vorhin fragte, ob wir wirklich so glücklich geworden wären, wie wir damals hofften." „Es gehört zum Gewesenen." fiel Freye ein, und ihre Brauen zogen sich zusammen. „Bleib bei der Gegenwart." „Hast recht. Wie liegt « in der Gegenwart? Juridisch und durch Kabinettsorder ist alles erledigt, es ging rasch bei den Verbindungen der alten Herren. Am Tage der Hochzeit bin ich schon ein Graf Hora-Geisbach, der Ehevertrag liegt fertig vor und ist günstig für mich ich kann nur gewinnen. Stimmt ich kann nur gewinnen, komme es. wie es will. Ich gebe zu, diele Ehe hat etwas Sinnwidriges, weil sie eben keine Ehe ist. aber das Unnatürliche findet doch einen gewissen Ausgleich durch den Zwang der Tatsachen. Und vor allen Dingen gibt sie mir eine sichere Lebensgrundlage . . Er sprach eindringlicher weiter, er verteidigte sich Fr ye g.genüber und versuchte sein Handeln zu begründen. Sie vernahm auch, was er sagte, aber zuweilen störten abirrende Gedanken ihre Qlufmerfamlcit. Es drängte fie plötzlich, ihm zu er»üblen, wie sich unvermutet der Gernüis- zustand der Mutter geändert habe und daß sie infolgedessen keinen Einspruch mehr gegen eine Heirat mit ihm erheben würde. Einen Augenblick wurde die Begier, daraufhin seine Antwort zu hören, so stark, daß sich die Worte schon auf ihren Lippen formen wollten — aber da sprach er gerade von feiner unverschuldeten Armut und den Rettungsmöglichkeiten durch seine Ehe mit Theda. Verliert sie etwas durch diele Heirat?" Nätsel-Ecke. Zahlen«Rätsel Nr. 5. 1. 1. 2. 3, 4. 5. 6, 7. 2. 8. 9. 10, 11. 1, 6. 2, 12, 2, 10, 3. 10. 11. 13. 1. 1. 5. 14. 4. 1. 7. 12. 15. 16. 11. 13. 5. 1. 13. 15, 15, 13. 14. 17. 9, 5, 12. 11 6. 10. 14. 8. 18. 10. 15, 5, 7, 7. 11. 8. 19, 19. 10, 4. 4, 8. 20. 5. 14. 16. 15. 13. 9. 13. 1. 15. 21. 22. 5. 14, 10. 14, 10. 10. 19, 19. 13. 14, 17, 11. 17. 12. 20. 10. 12. 4. 16. 12. 18. 10 11, 23, 10, 10, ^^Öcrt’Äautc in die rosige Mcndluft. in der ein Häher sich wiegte. Seine Unke Hand mach c eine wehrende Bewegung. „Wtr haben Line Anzeigen erschickt." sagte er der ekelhafte 3a- tungstraNch kam uns ungelegen genug. 3a Freye, auch deshalb bat tch dich her. um dtr über meine Che ein Wort der Aufklärung zu Silben-Rätsel 5 aus Vr. 288. 1 Friedrich. 2. Elbe, 3. Reizker. 4. Vervi, 5. Sodom. 6. Plafond. 7. Ragaz. 8. Esau. 9- Äo- fragte er. „Vein, Freye. fönst wäre ich nicht I darauf eingegangen. Zweierlei ist möglich: ent» | weder fie gesundet, und das wünsche ich ihr aus ehrlichstem Herzen — dann werde ich ihr ein Gatte sein, über den sie sich nicht zu beklagen hat." „Kannst du das. wenn du sie nicht liebst?' toarf Freye ein. Und sofort fühlte fie das Törichte dieser Frage in Hinblick auf das Geschäftsmäßige der A g legenheit und lenkte ein; „Ich meine, versteh' mich recht, wenn man sich heiratet und es spricht dabei auch nicht Aller» tiefstes mit. ein gewisser Kontakt der Seelen darf doch nicht fehlen, ein inneres Einverständnis, falls beide Teile nicht unglücklich werden sollen." „Vatürlich". entgegnete er leichthin. /Theda folgt dem Wunsche ihres Vaters vielleicht wid rstcfdslos in ihrer apa'.h schm S'.immung. aber daß sie mich, den Vetter, unter allen Um- ständen lieber nimmt als einen Wildfremden, ist ja doch natürlich! Wir haben uns nicht allzu häufig im Geben gesehen, fie hat mich immer gern gehabt, das ist alles, was ich über ihr Empfinden sagen kann und als ich gestern, ein seltsam glücklicher Dräu'igam. an ihrem Beuchen saß. versuchte fie. mit ihrem kleinen durchsichtigen Pfötchen meine Hand zu drücken — und das kam mir wie ein Versprechen vor und auch toi' eine rührende Bitte. 3a. Freye, es war weiß Gett ein Augenblick der Rührung für mich alten Büren, und in diesem Augenblick fah ich di ganze Geschichte doch in einem anderen Lichte als dem einer bloßen Zweckmäßigkeit. Mein Himmel, bei den meisten Ehen spricht schließlich auch die gefunbe Vernunft mit. eine gewisse praktische Gepflogenheit mit der Liebe allein, zum Geier, kommt man gewöhnlich nicht weiter!" Sie nickte. „Du hast recht", sagte sie müde, und er fuhr hastig fort: „3ch geh' nun ins Ausland — das ist mildernd für mich — und genest Theda inzwilchen, so werfe ich möglicherweise den diplomatischen Krempel gleich über Tord und kehre heim und übernehme die Verwaltung der Betriebe das wird sich finden. Aber auch an das Schlimmste muh man denken, an den Tod der armen Kleinen —" Der Knall eines Schußes in unmittelbarer Väbe zerriß den Satz Der Gaul Gerharts stieg bürg. Fernsprecher im O-Zug Auflösung der Scharade: Buttermilch. Oluflöfung des Palindrom» Crijc_________________ _ ' Hie lächelte. „Seltsam, wie hier die Gerüchte fliegen." sagte sie. „und wie sie sich rasch entwickeln. Aus einem Splitterchen Wahrheit wird über Vacht ein Ereignis. Vein. Gert, es Hegt anders. Gs herrschen noch alte Sitten in der Kolonie, übernommen aus der Gründungszeit. naive, einfältige, wenig zeitgemäße. So mit den Herzen. Sie traf auch rntch zweimal, die Brautwahl durch Auslosung — ein Hasard, aber es waren keine Glückslofe für mich, unb ba gab ich sie weiter - das durste ich. Möglich. daß das sich herumgesprochen und zu irrigen Annahmen geführt hat. Möglich auch, daß . sie unterbrach sich und schüttelte k^n Kopf , „3ch stehe nicht vor der Heirat. Gert, schloß sie Du aber bist Bräutigam Die Zeitung brachte die Vachricht — eine Anzeige erhielt ich nicht, sonst hätte ich dtr geschneben. das weitem nicht restlos gelöst find und daß fast jeder Tag im öffentlichen Geben Rußland- neue Erscheinungen und Heber- raf öiung en zeitigt. Moskau stand bei meiner Ankunft im Zeichen lebhaftester öffentlicher Diskussion über die Frage „Leninismus oder Trohkinis- m ui“. Man muß schon die Geschichte der russischen Revolution und die Strömungen im russischen Kommunismus sehr genau kennen, um den tieferen Sinn dieser Auseinandersetzung, die ihren Ausgang von der Veröffentlichung des 3. BandeS der Revolutionserinnerungen Trotzkis (1917) nahm, zu verstehen. Es genügt zu wissen, daß die Kommunist sche Partei jene Deröfsent- lichung zum Anlaß nahm, um Trotzki.. der zwar seine Aemter noch bekleidet (nach den neuesten Meldungen soll er bereits „aus Gesundheitsrücksichten" nach dem Kaukasus deportiert sein. D. Red.), aber politisch keinen Machtsaltor mehr darstellt, nun auch seiner Popularität in den breiten Volksschichten zu berauben. Hier in Moskau ist man davon überzeugt, daß dieser Kamps, der in Versammlungen und in der Presse im ganzen Ganbe geführt wird und der bis hinein in jede russische Familie wirkt, nur noch theoretische Bedeutung hat und daß er lediglich das Verschwinden Trotzkis aus der politischen Arena vorbereitet. Der letzte Akt dieser politischen Tragödie wird sich aller Voraussicht nach sehr ruhig abspielen. Die Partei ist ft raff organisiert und stark genug, um selbst eine Persönlichkeit von größter Popularität beiseite zu stellen, sobald diese versucht, ihre Individualität politisch zur Geltung zu bringen. Vach Genins Tode wird kein Individualismus mehr geduldet. Politische Tendenzen wirken hier weit stärker als in irgendeinem anderen Gande der Welt auf die privatesten Wirtschaft-, und Gebend- Interessen des einzelnen Staatsbürgers zurück. Als Genin starb, trat automatisch d i e kommunistische Partei in alle Rechte des großen Revolutionär- ein. wozu er in der Zeit seiner Krankheit schon alle Vorbereitungen getroffen hatte Die bi- dahin in seinem Geiste geführte neue ökonomische Politik („Red"), die vor allem dem Bauer eine günstigere Verwertung seiner Erzeugnisse sichern und die Arbeitslosigkeit in den Großstädten bekämpfen sollte, wurde mit einem Schlage schonungslos durch eine weit schärfere Betonung ftaatswirtschaftlicher Gedanken abgelöst. Man hatte besonders im Jahre 1923 die Wahrnehmung gemacht, daß die Privatwirtschaft dank ihrer größeren Beweglichkeit den ganz" und halbstaatlichen Unternehmungen schwerste Konkurrenz bereitete. Der Privathandel drohte in kurzer Zeit den gesamten Güterumlauf an sich zu reihen. Die Vutznießer des „Vep" mivbten sich in der Oeffentl.chkeit durch ihr protzenhastes Austreten und eine üppige Gebens- Lilben Rätsel Nr. 6. Aus den Silben: a an ba bc dampf dreh cl gi gol in ki Ira le lo ma ment miS na na nas m nu re rel fa fc skop so sladt te tes tik tra trieb va ve sind 13 Wörter zu bilden, deren Anfang-- und Endbuchstaben (erstere von oben nach unten, letztere von unten nach oben gelesen) ein Sprichwort ergeben. Bedeutung der Wörter: 1. Stadt in Oldenburg, 2 Insel im Mittelmeer. 3 Truppenabteilung. 4. Seehandelsplah am Mittelmeer. 5. optisches Instrument. 6. weiblicher Rufname. 7. Münzkunde. 8. Er inber des Zündnadel.ewehrS, 9. Stadt in Bayern. 10. griechischer Philosoph. 11. Fluß in Holstein. 12. industrielle Anlage, 13. Südfrucht. Bcsnchskartcnrätsel. geben." „Ist es nötig?" fragte fte. _ „3a.“ rief er hartnäckig und verärgert, „ich will, daß du mich anhörst — ich will- ,<5o sprich, ich höre ja. ich höre. Er stand auf und stellte sich vor he. lab er war gedrungener geworden, und Ire vermeinte auch, in seinem Gesicht etwas Veues zu entdecken, eine veränderte Stromstärke, einen sehr harten fast brutalen Zug. Es war nicht mehr die alte Ritterlichkeit. Es kam mir alles ziemlich unvermutet. Hub er an die ganze verrückte Geschichte. 3ft he nicht verrückt? Vun ja. aber sie paßt tn das Mercelei Weinbronnerelen Fen irbach-'’taltiart. Vertreter: A Trtlisknor, l-len en, Neustadt 57. Telephon erschreckt. Freye sprang auf, und eine luftige Stimme rief: .Gabt euch nicht stören — der Schuß ging in die Guft. er war nur ein Warnungshgnal, daß man euch vnqctocllt belauschen könne. Herrschaft n. ihr habt mir mein Wild vergrämt — das ist der Standplatz eines kapitalen Bocks — guten Abend. Freye. guten Abend. Herr Gert!" 2Ilrfe löste sich aus dem Schafen der Bäume, im Knicrock. hnchZesticfelt. die Büchse über der Schult r. und bot den beiden die Hand. „Ich höre, man kann dir gratulieren, Freye, fuhr sie fort. Ich habe schon Gert erklärt, daß das etn Irrtum ist", entgegnete Freye. „Aber willst du mir Glück wünschen, tu es immerhin: es geht meiner Mutter gottlob besser." „Sieb da. das freut mich aufrichtig, ad) wollte alle Tage einmal bei euch heranfahren, aber ich tarn nicht dazu. Also ein Irrtum — ich weiß nicht, wer mir erzählt hat. du tooKtefh mit einem Missionar irgendwohin zu den Wilden - Herrgott, was schwatzt man zusammen — und gerade Kappietsch mit feinen Geheimnissen ist für die llmtoeU ein besonders interessanter Winkel! Uni) was sagst du zu unferm Jüngst verlobten? Bist du auch auf der Hochzeit in Schwichelbe?" „Komische Frage' . warf Gert ärgerlich ein „Wir können fie doch nicht ohne ihre Mutter laden!" „Vatürlich nicht Pardon . . Ein ironischer Zug fiedle um ihre Gippen . . . „Du bist zu Pferde gekommen, Gert - wolltest die Heimat noch einmal abreiten vor deiner großen Reise versteh' ich. Hab trafst hier am Reckensee ganz zufällig mit einer leibhaf ig gewordenen Erinnerung aus der Kinderzeit zusammen — und gan- zufällig muß auch ich noch dazukommen. Entsinnt ihr euch, hier war's wo wir drei uns mal ewige Freundschaft schwuren! Wir ritten die Ponys aus Groß-Ponar und hatten unser Frühstück mitgenommen — auch eine gestohlene Flasche Ungar, die unsre Phantasie beflügelte — und weißt du noch. Freye, wie wir da Gert mit Eichenlaub schmückten und ihm einen Kranz von Anemonen und Wasferwinden auf das Haar diesen Tatsachen ergibt sich für die Svwjetregic rung die Votwendigkoit, bei allen Verhandlungen mit dem Auslande aus die Erlangung großer und möglichst la igfriftlflcr Kred.te bedacht zu sein. Ohne ausländische Kredithilse find die jeyt- gen Schwierigkeiten laum zu überwinden. Das äußere Bild, das sich dem Besucher Moskaus bietet, ist im Vergleich zu den früheren Jahren kein ungünstiges. Der Verkehr funktioniert draußen im Gande. auf der Eisenbahn und in den Städten mit einer überraschenden Präzision. In der Hauptstadt selbst sind zahlreiche. während des Krieges liegen gebliebene Bauten vollendet und sehr viele Häuter völlig renoviert worden. Die Zentralheizungen mußten auf behördliche Anordnung mit Beginn dieses Winters überall in Ordnung gebracht und in Betrieb gefetzt werden. Die große Masse der Bevölkerung erscheint zwar sehr einfach, aber doch Im Vergleich zu den letzten Jahren belfer gekleidet Ein trübes Kapitel bilden besonders in Moskau die auf den Straßen herumlungernden zahlreichen Bettler und völlig netto a b r l o ft e n Kinder ans den Hungergebieten. Gegen biete Schäden ist zwar vieles getan worden, die Mittel reichten aber anscheinend bod) nicht aus. um die ungeheure Rot zu bannen. Die Wohnung-Verhältnisse in der furchtbar übervölkerten Hauptstadt spotten jeder Beschreibung. Die Folge sind Krankheiten schlimmster Art. insbesondere eine erschreckende Ausbreitung der Tuberkulose sowie eine furchtbare sittliche Schädigung der Heranwachsenden Generation. In den übrigen Großstädten, besonders in Leningrad lPetersburg» sind die Wohnungsverhältnisse infclgc der eingetretenen Abwanderung nach Moskau und nach den Dörfern etwas leichtere. MERCEDES k LIKÖRE A I U- 53 Felle, Pelzbesätze Vielseitige ^usWahl, anerkannt gute Qualitätsware! 9884 D &eorg äfckultheis Inh.: HEINRICH SCHULTHEIS Marktstraße 3 Kürschnerei Telephon 1091 W, । Verbindungsstücke iphn —r- 1U11U und Diwandecken in größter Auswahl weg. Ausverkauf äußerst preiswert Heinrich Hochstätter 9392a____________ FryiQ #19*9 Jacken, Kragen, Schals jH tyi/ET$ Muffe, Herrenkragen Jagdmuffe u. Fußsäcke AWWWW MW iiii/iiiliHiüllihiiiiiiiiiiiiiiiiiHMiiiiiiiiiiiiiiiiiniWinfi’iilntiiiiliiiliiiiiiiniliiiiiiiiiiuiiiii i wie 7<5os=, wasser- und ttlosettanlagen Badeeinrichtungen, Warmwasserversorgung, seibsttälige Wasserversorgung einzelner Gehöfte usw. ' führt aus bei preiswerter Berechnung und günstiger Iahlungsweise Amz Mn, NA« « Telephon 1590 9752V An alle Kais- und Lungenleidende! Hören Sie das Urteil ihrer Leidensgefährten. Teile Ihnen hierdurch voller Freude mit, daß es mit meiner Frau besser geht, sie hat jetzt keinen Husten mehr, hat stets Appetit und hat schon über 20 Pfund zugenommen Heute ließ ich meine Frau nochmals vom Arzt untersuchen und er teilte mir mit, daß die Lunge wieder ganz gesund ist und jede Gefahr vorüber. Deshalb habe ich schon manchem Lungenkranken ihren NYMPHOSAN-SIRUP empfohlen. P. K. in G. So und ähnlich lauten die fast täglich bei uns eingehenden Dankschreiben. Best.: Bals Myr. cps. 3'7 , Na. br. 2 , Malt 24°, , Sacch. 1(>" f. cmuls. Preis pro Flasche Mk. 3 — Zu haben in der Apotheke zum goldenen Engel. Alleinnersteller. Nymphosan A.-G., München 38 L 14. ' 8458ss Künstlerische Ausführung von Stof/malereien Gießener Kunst- u. Handwerkstätten Gießen Lahnstraße 13 ____________ 9864 D Zur Aufklärung! Nichtfachgeschäfte aller Art bieten in letzter Zeit Uhren an. Da Nichtfachleute ganz unmöglich den Wert der Ihnen angeborenen Uhren begutachten können, ist beim Kauf dieser Uhren, ganz gleich ob mit oder ohne Garantie, gröszte Vorsicht geboten! Infolge Minderwertigkeit ist der Verkauf dieser Waren an Fachgeschäfte unmöglich gewordenes wird deshalb versucht, sie aus die oben angeführte Art an den Monn zu bringen. Sämtliche Uhren bedürfen nach Abgabe aus der Fabrik einer noch- maiigen Kontrolle, die, um Zuverlässigkeit zu gewähren, nur in fachmännischen Betrieben ausg.führt werden kann. Vorteilhaft kaufen Sie daher