fit. 1'2 Erscheint täglich, anher Sonn- und Feiertag», mit d. Samstagsbcilage: G ießenerFamilienb lütter Monatr.vezugspreis: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trügerloh«, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fe r n s p r e ch-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: rlnzeigerSiehe». Postscheckkonto: Frankfurt a. Hl. 11686. m. Jahrgang Erster Blatt Dienstag, (5. Mai 192$ SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesten vr»ck imd Verlag: BrätjIW UiüverMts-v»ch- und Aeindrmkerei R. Lange in Gießen. Schriftleitnng und SeschSftrfteSe: SchulMatze 1. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jcdeVerbindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- Klame-Anzeigen v.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20% Ausschlag. - Verantwortlich gr Politik u. Feuilleton: r. Friedr.Wilh. Lange; für den übrigen Teil. Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Hannover. Don Dr. Paul Ostwald-Berlin. Nutzend auf dem unglückseligen Artikel 18 der Aeichsversassung, ist es den Deutsch-Hannv- vevanern gelungen, zu erreichen, datz am 18. Mai Darüber abgestimmt werden soll, ob Hamwver fkt> aus dem preuhischen Staat als selbständiges Land herauslösen darf ober nicht. Wirklich ein trauriges Zeichen für unsere innerpolitische Zerfahrenheit, für das Heberwuchern aller möglichen doch nur egoistischen M)- tiven entspringenden politischen Interessen, für Den Mangel an einem starken, alle Stammesunter- schiede überbrückenden nationalen Gefühl! Man sollte meinen, mehr denn je erforbert gerade die Gegenwart festeste innere Geschlossenheit, und man sollte sich hüten, die parteipolitischen Gegensätze, die schon zur Genüge vorhanden sind, noch durch neu ausgepeitschte und in jeder Weise auch unberechtigt wieder ins Leben gerufene Stammes- gegensätze zu vertiefen. Denn seitdem Hannover eine preuhische Provinz geworden ist, hat gerade der preußische Staat alles getan, um es wirtschaftlich und kulturell so eng wie möglich mit den anderen preußischen Gebieten ziz verknüpfen, Um der neuen Provinz dadurch die .Segnungen zuteil werden zu lassen, die eben nur die Zugehörigkeit zu einem Grvhstaat geben kann. Kulturfordernd hat Preuhen in Hannover gewirkt, wie das Hannover selbst aus sich heraus niemals vermocht hätte. Ganz abgesehen davon, Latz die hannoversche Industrie sich nur dadurch so glänzend entwickeln konnte, datz das ßanb zu Preutzen gehörte, hat dieser Staat seine großen finanziellen Kräfte sehr bald nach 1871 in den Dienst der Moorkultivierung gestellt, denn 14 Prozent in Hannover sind Moorland. Allein für die Kultivierung des Dvur- tanger Moores hat Preuhen 20 Millionen Mark ausgegeben, und es hat im ganzen 48 000 Hektar Acker- und Wiesenland, 82 000 Hektar Forstwirtschaftsland gewonnen. Großes hat Preuhen im Ausbau der hannoverschen Wasser st ratzen, der Eisenbahnen geleistet; 624 MUlionensind ausgegeben worden Für die Kanalbauten und Fluhregulierungen, 580 Millionen für die Dahn- bauten. Das alles sollte doch versöhnend wirken und hat ja auch in weitesten Kreisen so gewirkt. Die Träger der 52vslösungsbestrebungen sind ja auch entweder nur nicht zu überzeugende, aus Tradition welsisch gesinnte, starrköpfige adlige Großgrundbesitzer und Gei stliche, oder sonstige Unzufriedene, Dauern und Handwerker. Was die welfische Bewegung aber zur gefährlichen macht, ist die Tatsache, datz sie durch geschickte, allerdii^s eben auch skrupellose Propaganda sich ein starkes Mitläufertum zu sichern gewußt hat. Man redet der kritiklosen Masse vor, daß gerade die Loslösung Hannovers von Preuhen eine nationale Tat sei. Die alle Mär, datz der Hatz Frankreichs sich in der Hauptsache nur gegen das militaristische Preuhen richte, nicht gegen Deutschland, wird immer 'Wieder und in allen Tonarten ausgetischt — die Zertrümmerung Preußens, die mit der Selbständigkeit Hannovers ihren Anfang nehmen müsse, fei eine nationale Notwendigkeit, ein Weg zur nationalen Rettung. Dabei ist das Gegenteil der Fall, denn gerade die Zertrümmerung Preußens wäre die schwer st e Gefahr, die für den Bestand des Reiches überhaupt her- ausbeschworen werden konnte. Was es heihen würde, wenn in der heutigen Zeit sich nach Hannover auch Rheinland-Westfalen, Oft- preuhen, Schleswig-Holstein, Kur - Hessen selbständig machen würden — und mit Sicherest würden dahingehende Schritte dieser Provinzen nach einem hannoverschen Erfolg zu erwarten sein — darüber sollte sich in der Tat kein Deutscher mehr im unklaren sein. Wir wollen hoffen, daß das „Los von Berlin" nicht mehr die Zugkraft ausübt, wie es die Deutsch-Hannoveraner erhoffen, daß sie die etwa 600 000 Stimmen, die sie zur Vorabstimmung über ihren Antrag am 18. Mai nötig haben, doch nicht zusammenbekommen. Mag jder Hannoveraner darüber nicht im Zweifel sein, welche schweren außenpolitischen Gefahren er für das gesamte Vaterland herauffuhren hilft, wenn er den Deutsch-Hannoveranern seine Unterstützung leiht, und daß er sich selber auch als Steuern zahler nur schwer schädigt. Denn selbstverständlich bedarf ein selbständiges Hannover eines ganz anderep Verwaltungsapparates, dessest Kosten nur durch erhöhte Steuern gedeckt werden können. Sache der wirklich Deutschland liebenden Hannoveraner muß es sein, zu verhüten, daß der 18. Mai zu einem verhängnisvollen Schicksalstag unseres schwer geprüften Vaterlandes wird. Das Wort eines Freiherrn vom Stein, der auch kein Preuße war, der aber zu einem Preuhen wurde, weil er in schwerster Rotzeit Deutschlands den nationalen Beruf dieses Staates erkannte, das Wort: „3d> kenne nur e i n Vaterland, und das heihtDe utsch- l a n d", sollte allen Hannoveranern am 18. Mai lebendig in ihren Herzen sein. Ein „nationaler Block der Mitte" ? Berlin. 12. Mai. (WTD.) Wie das Wolffbüreau erfahren haben will, sind bei den Mittelparteien Bestrebungen im Gange, aus dem Zentrum, der Deutschen Dolkspartei und de« Demokraten eine Fraktion zusammenzuschlietzen, die vielleicht den Namen „NationalerDlockder Mitte" führt, und in der die einzelnen Par- Pomcares Niederlage. Der Wahlsieg der Linken in Frankreich. - Vor einem Regierungswechsel - Die Besprechungen über die Reparattonsfrage abgesagt. Paris, 12. Mai. (WTD.) Um 6 Uhr abends sind sämtliche Wahlresultate bekannt, mit Ausnahme von 9 Sitzen in den Kolonien und einem unbestimmten Sitz im Departement Du Nord. ES sind gewählt: Konservative 11 (gegen 25), Republikaner (Nationaler Block) 137, LinkSrepublikaner 92, Unabhängige Radikale 34, Radikale und Radikalsozialisten 127, Sozialistische Republikaner 35, Vereinigte Sozialisten 109, Kommunisten 29. 3m ganzen 574. Der „Ternps" berichtet, in gewissen Regierungskreisen gebe man das Resultat von 564 Wahlsitzen bekannt. Da diese Statistik von der von Havas veröffentlichten abweicht, sei sie hier angeführt: Konservative 19, Gruppe Ara- go 118, LinkSrepublikaner 87, Nationalradi- kale 49, Sozialistische Republikaner 19, Radikale und Radikalfozialisten 137, Sozialisten 111, Kommunisten 24. — Die Gewinn - und Verlustliste bei den bekanutgegebenen 574 Wahlergebnissen ist die folgende: Konservative Gewinn 2, Verlust 17; Republikaner (Nationaler Block) Gewinn 24, Verlust 88; LinkSrepublikaner Gewinn 17, Verlust 77; Dissidierende Radikale Gewinn 9, Verlust 23; Radikale und Ra- dikalsozialisten Gewinn 66, Verlust 16; Sozialistische Republikaner Gewinn 15, Verlust 16; Sozialisten Gewinn 58, Verlust 10; Kommunisten Gewinn 24, Verlust 7, Da» „Echo De Paris" will von einer be» sonders gut unterrichteten offiziellen Persönlichkeit erfahren haben, daß man in der Umgebung des Ministerpräsidenten Poiacarä die durch die Neuwahlen geschaffene Lage wie folgt beurteilt: Man könne sagen, datz 200 bis 300 Stimmen der Opposition geschaffen worden seien, obwohl man der Ansicht sei, daß diese Ziffer auf 250 reduziert werden könne, wenn man die Erklärungen der Radikal- fozialiste« wahrend der Wahlperiode für Die Politik Poincaräs in Betrach t ziehe. Trotzdem könne man sicher fein, daß Poincarä und seine Mitarbeiter die Ansicht vertreten, daß daS gegenwärtige Kabinett seine teien ihre politische Selbständigkeit behalten würden. Das Zentrum wurde mit seinen 65 Stimmen die stärkste Gruppe sein und könnte also den Reichskanzler Marx auch für den neuen Reichstag präsentieren. Es wird damit gerechnet, datz die neue Fraktion die wohlwollende Neutralität der Sozialdemokraten finden werde. Käme die angestrebte FraktionSbilduug zustande, so würde sich folgende Gruppierung ergeben: Block der Mitte 137, Deutschnationale 105, Sozialdemokraten 100, Kommunisten 62, Deutschvölkische 32. Die volksparteiliche „Zeit" erklärt allerdings, daß die Frage einer Frakttonsgemsin- schast in obigem Sinne in der Deutschen Dolkspartei bisher überhaupt nochnicht erörtert worden sei. Die Einberufung des Reichstages dürfte für den 27. Mai erfolgen. Die Vorstände /der alten Reichstagsfrattivnen treffen bereits die Vorbereitungen Jür die ersten Fraktionssitzungen. Am 14. Mai tritt als erste Fraktion die Deutsche Vollspariei zusammen, der am 20. Mai die Deutschmatiomllen folgen. Als Alterspräsident, dem in der neuen Wahlperiode die Eröffnung des Reichstages obliegt, dürste der 79- jährige Sozialdemokrat Dock (Gotha) in Frage kommen. Die Regierungsbildung in Bayern. München, 12. Mai. (WTD.) Wie die »Münchener Allgemeine Zeitung" meldet, werden zwischen der Deutschnationalen Volks- Partei und der Bayerischen Dolkspar- tei zur Zell trregen der Neubildung der bayerischen Regierung Verhandlungen geführt. Die Deutschnationalen beständen daraus daß Dr. v. K n i l l i n g wieder das Amt des Mimsterpcäsi- dcnten übernähme. Für das Ministerium des Innern werde Ministerialrat Stützet in Vorschlag gebracht. An Stelle des Ministers Oswald solle als Sozialminister der Abgeordnete Funke treten. Der Posten Kahrs solle mit dem Minister Schweher beseht werden. — Pollleioberst von Seitzer ist von der Reaieruna seines Semiff ton geben müsse. Allerdings müsse man berücksichtigen, daß die gegenwärtige Kammer bis zum 1. Juni legal am Ruder sei. Das jetzige Ministerium habe also bis zu diesem Zeitpunkt die Führung der Geschäfte zu übernehmen. Aus die Frage, wer der Nachfolger Poincaräs werden könne, habe die gleiche Persönlichkeit geantwortet, es gebe gar kein Schwanken, das müsse der Abgeordnete H e r r i o t sein. Poincartz, der einen hohen Begriff von den parlamentarischen Notwendigkeiten habe, werde der Letzte sein, der eine gegenteilige Ansicht über die Lösung der durch das Ergebnis der Kammerwahlen geschaffenen Lage haben werde. Zum Ergebnis der Wahlen schreibt das„E ch v de Paris": Die Niederlage der Rechten sei eine harte Lehre. Man habe das allgemeine Stimmrecht benutzt, um sich ungerecht und undankbar gegen eine Mehrheit zu zeigen, die vielleicht zwar ihr gut Teil Fehler begangen habe, aber doch dem Wohl des Landes gedient und eine feiner Würde entsprechende Außenpolitik getrieben habe. Diese Mehrheit habe die Last der älnzufriedenheit auf sich genommen, für die sie von Rechts wegen durchaus nicht die eigentliche Verantwortung trage. Man habe diese Unzufriedenheit bewußt gegen sie ausgebeutet und der Wähler habe sich dadurch beeinflussen lassen. Wenn man unter den gegebenen Umftänben die Männer im Parlament wechsele, dann bedeutet das einfach eine Rückkehr zu einer mühseligen schmerzensreichen Vergangenheit mit einem Personal, dessen weitgehende Unzulänglichkeit man bereits habe erkennen können, eine Unzulänglichkeit, die heute noch erschwert werde durch neue Elemente der gesellschaftlichen Einordnung und der Gewalttätigkeit. — Das Ergebnis der Wahlen wird auch vom »Temps" mit merklichem Miß- behagen aufgenommen. Nach dem 1. 3uni, so schreibt das Blatt, werde man sehen, wie die Wahlverbündeten des gestrigen Tages es anstel- len würden, vier Zähre zusammenzuhalten und welche Außen-, Innen- und Steuerpolitik sie ins Werk sehen würden. In welcher Form würden sich die Kommunisten, die ihr Bündnis mit Moskau offen *ur Schau trügen, die Sozia- listen, denen die französischen Forderungen an Deutschland immer noch übertrieben erschienen, und die R a'b ikalsozia- list en, die in der letzten Kammer eine nationale Politik getrieben hätten, miteinander verständigen? Welche Mihhelligkeiten würden zutage treten ? ES frage sich, ob man Deutschland gegenüber eine Politik derVertragsdurchführung einschlagen werde, wenn es Widerstand leiste oder eine Politik der Schwache, wenn es sich seinen Verpflichtungen entziehe. Wenn diese Politik eine Politik der Starke sein solle, so werde sich nichts geändert Huben. Sollte es eine Politik der Schwache fein, so werde es keinerlei Zahlungen geben. Damit sei die Frage der Steuerpolitik aufge- toorfen. Die Franzosen würden Laim zu bezahlen haben, da Deutschland nicht zahlen werde, und die lieberlaft, die das anhallende deutsche Versagen den französischen Steuerzah'ern aufnötige, wyrde noch größer werden. Wenn man bei der vollständigen und wohlüberlegten Zer- glteberang der Wahlergebnisse den Eindruck gewinne, daß die Kräfte der Linken einer Mehrheit und darnll der ilebernahme einer Regierung nahekärnem so dürfe man Voraussagen, daß für si-L die Qtera der Schwierigkeiten beginne. — Das „Journal de s Debats' versucht dem Ergebnis der Wahlen die für den Augenblick beste Seite abzugewinnen. Es scheint, so schreibt das Blatt, daß man schon heute drei Feststes-- hingen machen könne: 1. datz das Anwachsen der Linken nicht der kommunistischen, sondern der sozialistischen und der radikalsozialistischen Partei zugute komme, die den revolutionären Anschein vermieden, die stets Anspruch darauf erhoben hatten, die Regierung wieder zu übernehmen und die sich immer anheischig gemacht hätten die groben nationalen Interessen zu wahren, 2. daß die Linksparteien, die die Kommunisten gingen sich hätten, genötigt sein würden, sich den weiter rechts stehenden Republllw nem zu nähern und den gemäßigteren Elementen Rechnung zu tragen. Die „Liberte" schreibt: Als die Arbeiterpartei in England die Regierung übernommen habe, h-oVe man eine Schwenkung in der britischen Politik das Ende der französisch-englischen Entente und den Triumph der Demokoatie an- gekündigt. Nichts habe fich geändert. Die neu ans Ruder Gekommenen hatten die Politik chrer Vorgänger fortgesetzt. Das Schicksal eines Landes werde zumeist von Kräften beherrscht gegen die der menschliche Wille nicht viel ausrichten fönjte. Frankreich sei an einem jener Wendepunkte angekommen, an denen man, um zum Ziel zu gelangen, die Pferde wechsele. — Der „Intransigeant" sucht seinen Trost darin daß Paris dem Nationalen Block treu geblieben sei. Dafür müsse man ihm Dank wissen. In der Provinz aber scheine der Block der Linken eihebllchen Vorsprung zu haben. — Der linksradikale „Paris Soir" schreibt, noch nie in der Geschichte Frankreichs habe eine Mehrhell eine derartige Niederlage erlitten. Wenn Millerand begriffen habe, müsse er gehen. Wenn Poincars Sinn für die Beredsamkeit der Zrs- Amtes enthoben worden. Ein Rücktcitts- gesuch hat er vorher nicht eingereicht. Der Ruhrcmsstand. Berlin, 12. Mai. (WB.) Nachdem die Verhandlungen der Parteien im Ruhrkohlenbergbau über den Nkrnteltarif am 9. und 12. Mai in Essen zu keinem Ergebnis geführt haben, hat der Reichsarbeitsmini st er die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Ruhrbergbaues auf den 14. Mai zu Schlichtungs- Verhandlungen nach Berlin eingeladen. Diesen Verhandlungen soll eine Besprechung beim Re ichs kanzler voraufgehen. Gelegen- hell der heute fortgesetzten Rahmentarifver- handlungen hat der Zechenverband auf Grund einer Anfrage der Arbeitnehmervertreter folgende Erklärung abgegeben: Der Zechenverband erblickt »lediglich in der Deachturrg der Verbindlichkeitserklärung der in Hamm für den Monat Mai geschaffenen Rechtsverhältnisse die Möglichkeit, zu einer Beendigung der im Rührbergbau obwaltenden Schwierigkeiten zu gelangen. Es kann nicht Sache deS Zechenverbandes sein, in Besprechungen einzutreten, welche über die in dem Hammer Ergebnis festgelegten Verpflichtungen H i n a u s g e h e n. Eben) oroenig ist es Aufgabe des Zechenverbandes, über die den Maßnahmen der Arbeitnehmer zugrunde liegende ablehnende Stellung gegenüber der Verbindlichkeitserklärung zu verhandeln. Zu einer Fwrtsetzung der R ahmentarifVerhandlung ist der Zechenverband nach, wie vor bereit, um unter Einhaltung der in Hamm von dem llkeichSarbeitsminister gesetzten Forst die Verhandlungen zwischen den Parteien zu beenden. Bekanntlich sieht die Verbindllchkeitserklärung für den Monat Mai einerseits die • Beibehaltung der April-DrbeitSzeit und andererseits die Weitergeltung deS bisherigen Rahmentarifs und eine Lohnerhöhung von 15 Prozent ab 1. Mai vor. Der Zechenverband hat die ihm auf erlegten Verpflichtungen erfüllt. Der Zechenverband teilt ferner mit: Aas zahlreichen Pressemeldungen der leisten Tage geht hervor, daß Verhandlungen zwischen dem Zechenverband und den CBergarbetterorganifa» Honen über die bestehenden Streitigkeiten geführt worden seien. Dem muh mit aller Bestimmthell entgegengetreten werden. Bisher haben keinerlei Verhandlungen stattgefunden, an dem der Zechenverband beteiligt gewesen wäre, außer der von den zwei Verttetern des Zechenverbandes am vergangenen Samstag geführte» Aussprache mit Reichskommissar Me hlrch. Der Zechenverband vertritt de» Standpunkt, daß angesichts der absoluten Klarheit der Rechts- läge, wie sie durch die in Hamm erfolgte Derbind- lichkettserklärung der bekannten Schiedssprüche über die Lohne und die Arbellszell geschaffen wurde, zu irgendwelchen Verhandlungen keinerlei Anlaß besteht; er kann es nur der Belegschaft überlassen, sich dieser durch Recht unö Gesetz geschaffenen Lage zu fügen. Der Zechenverband legt Wert darauf, in diesem Zusammenhang festzastellen, daß die heutigen Durchschnittslöhne, einschließlich der Svziallöhne höher find als die Friedenslöhne, trotz der am eine halbe Stunde verkürzten Arbells- zell unter Tage. Es ist also nicht zutreffend, daß die Löhne, wie vielfach in der Tagespresse behauptet worden ist, um 8 Prozent hinter den Friedenslöhnen Zurückbleiben. Die kommunistische Streikhetze. Essen, 12.Mai. (WD.) Die bereinigten vier Dergarbeiterverbände erlassen einen Aufruf, in dem sie sich gegen die kommunistisch-syndikalistische Zentral« der Streikleitung wenden, die mll politischen Forderungen der K P. D. auf den Plan trete und den Ruf erhebe, in den Kampf für dic Diktatur des Proletariats einsutreten. Eine verantwortungslose Gruppe irgendwelcher Führer versuche, die schwer um ihre Existenz ringenden Ruhrbergarbeiter vor den kommunistischen Parieikarren zu spannen, um die Arbeiter in den Abgrund einer blutigen AuS - einanb ersehnng zu treiben. Der Aufruf schließt mit einem Appell an die 'Bergarbeiter, der Seneralstreikparole der Kommunisten jetzt ebenso die Gefolgschaft zu verweigern wie am 6. Mai. Zigfachsten Folgen, wie CBcrbrenmingen, Lähmun, gen, Rervenchock und Dod zur Folge hoben tonnen. Michl uninteressant ist es, dah der elektrisch« Schlag auch als Angriffs- und Verteidigungswaffe rn der Tierwelt eine Rolle spielt. Schon Alexander von Humboldt hat uns eine überaus anschauliche Schilderung von den furchtbaren Wirkungen geggeben. die der Schlag des elektrischen Auls yervorruft, und über die Abwehrmahregeln, die Primitive Völkerschaften gegen diese Gefahren treffen. Sie treiben Pferde in die bedrohten Gewässer und fangen dann durch die Abgabe der vielen Schläge erschöpften und nunmehr ungefährlichen Tiere. Die gusamrnenkunft mit Maedonaid verschoben. London, 12. Mai. (WTD.) Wie Reuter erfahrt, wird wegen der Wahlniederlage Poincares die Zusammenkunft mit Mac- douald wahrscheinlich aufgegeben. Es ist fast sicher, daß eine Zusammenkunft des britischen und des französischen Premierministers binnen kurzem stattfinden wird. Aber wen» eine neue französische Re- Preuhisch»Süddeutsche Klassen- lvtterie. Sn der am 10. Mai stattgefundenen Ziehung der 3. Klasse wurden alle Runrmern vmr 1—300 000, dre auf die Zahlen 15, 22, 59 enfcn, mit einem planmäßigen Gewinn gezogen. , 1 Der Bezirk Oberlahn des Verbandes Stolze-Schrehscher Stenv- graphen hielt am Sonntag in Marburg x nCi* biesiäbrige Tagung ab. Verbunden war bt€ §rtet, bes 30jährigen Bestehens des I Marburger Vereins. Reben wichtigen Verhandlungen und Vorträgen bildete den Hauptpunkt der Veranstaltung ein Wettschreiben, bei dem der Grehener Verem nachstehende glänzende Erfolge erzrelte: Abt. 300 Silben: Ehrenpreis Karl Krü- ^5; 22!',2'SLPJfeF ^Erpreis Heinrich Kraus» W' «220 SrDen: Ehrenpreis Otto Schenck; Abt. 180 Silben: Ehrenpreis Karl Reih, 2. Preis | Karl Damm; Abt. 160 Silben: Ehrenpreis Hans Gath, 1. Preis Alfred Röper; Abt. 140 Silben: Ehrenpreis Anton Roth; Abt. 120 Silben: 1. Preis ganS Schäfer, 2. Preis Henny Reih; Abt. 100 Cntben: 2. Preis Toni Roth 3. Preis Alfred Walter, lobende Erwähnung Willy Praß; Abt. 80 Silben: 1. Preis Herbert Hornberger, 2. Vr Franz Kleff; Abt. 60 Silben: Ehrenpreis Marie Schmidt 1. Preise Ellh Roth, Elisabeth Schimmel, Thea Cramer, Gustel Paircrn, Walter Ritter Margarete Debus, 2. Preise Mathilde Staudt,' Dvtz, Klara Kahn, Karl Duill, Heinrich chert,^ Josephine Hoffmann. Wilhelm Damm, Hans Althaus, 3. Preis Siegfried Kahn. Auster» Jfcem erzielte der Verein Giesten die beste Gesamt- klstung. Sämtliche Preisträger wurden mit Ehrengaben ausgezeichnet. Als Ort der nächsten Bezirkstagung wurde Giesten bestimmt. ''Der neue Henny Porten« Film, der seit gestern unter dem Titel „Das Geheim- mS vom Drinkenhvf" im Lichtspielhaus Bahn Hof st ratze läuft, zeigt die schon oft germhmte Kunst der beliebten Filmdiva in diesem trefflich inszenierten Film wieder mal in der ansprechendsten Weise. Reben der hochstehenden Chavakterlsierungskunst 'der „Henny" kommen hier rwch andere, sehr beachtenswerte schauspielerische Leistungen gut zur Geltung, durch deren prächtig vereintes Zusammenwirken ein Filmschauspiel von hervorragender Qualität geschaffen wurde, das auch dem anspruchsvollen Kinobesucher Bestie- mdel morgen, . . --------**- - ... der Südanlage in der Rahe des Gymnasiums durch das Musikkorps des 1. (Hessischen) Bataillons 15. 3nf.- unter Leitung von Obermusikmeister Löber statt. Bortragssolge: 1. Armeemarsch II, 145b , Ooh Strauh. 2. Einzug der Götter in Walhall aus „Rheingvld", R. Wagner. 3. Marsch der norwegischen Jäger, M. Schmeling. 4. Grohe Fantasie aus Verdis Oper „Aida", W. Löber. 5. Marsch der „Langen Kerls" aus Fridericus Rex, Ty. Grawert. der Badewanne vom Tode ereilt. Die Untersuchung ergab, dah in einem anderen Stockwerk Dauses die Lichtleitung beschädigt war und Anschlutz an eine Röhrenleitung hatte. Beim Versuch, einen^ Hahn dieser Leitung zuzudrehen, leitete das Mädchen den Strom aus der Leitung durch ihren Körper in die Badewanne, die aus Metall bestand und eine gute Erdleitung hatte. Ein anderer merkwürdiger Todesfall ereignete sich bei einer elektrischen Dahn. Der Führerwagen war stark gebremst worden und auf den ausgestreuten Sand aufgelaufen, so dast er mit den Schienen keine leitende Verbindung mehr hatte. Die elektrischen Teile waren mit Ausnahme der ^^hen ausgeschaltet; diese brannten aber na» turlich nicht, da der Strom ja nicht in die Schienen weiterflietzen konnte. Beim Versuch, einen anderen Wagen cm den Führerwagen anzukuppeln, wurde ein Mann getötet, da nun der Strom Es der Oberleitung, durch die Lampen, durch das Gestell des Führerwagens und den Mann das Gestell des Anhängewagens und über dessen Rader in die Schienen floh. * die Gefahren einer Berührung mit Hochspannung oder überhaupt höherer Spannung Ä schlechte Erdleitung Die meisten Unfälle ereignen sich übrigens mcht durch Berührungen mit Hochspannungen^von mehreren tausend Volt, wie sie für die ilefcrlanö- kltungen rtoticb denn diese Leitungen sind durch ihre Lage der Berührung entzogen. Ungleich Kahlreicher smd die Anfälle, die sich bei Derütnung rntt einigen hundert Volt ergeben und die man? Ausgrabungen in Palmyra. Wichtige Ergebnisse brachten die im März begonnenen dänischen Ausgrabungen bei Palmyra, tote ein Bericht aus Beirut zeigt. Der dänische Archäologe Sngholt entdeckte in einem Grabe, das aus dem Jahre 115 n. Ehr. stammt, 50 neue Inschriften aus dem 3. nachchristlichen Jahrhundert deren Schrift eine grvtze Ähnlichkeit mit der alten syrischen Schrift zeigt. Auch die Aeberreste eines Hauses aus dem letzten Teil des 2. Hahr- hunderts wurden gefunden, darin prächtige Fres- fen mit Dlumenmotiven, '-wie einige Statuetten vmr Mannern, Hermaphroditen und Tieren Mas- Lampen und eine Säule mit einem schönen 2$^ nad) dem berühmten Rechtsbuch , dessen erster Teil von dem russischen Fürsten Abamalek Lazarew gefunden wurde Aus Stadt und Land. Giesten, den 13. Mai 1924. Das Landesbank-Notgeld einlösen! Laut Bekanntmachung tn der „Darmstädter oeitung" ist das Rotgeld der Hessischen Landesbank. Darmstadt, aufgerufen worden. ®ie -E inlösungsfrist läuft bis zum 31. M a r, an welchem Tage das Rotgeld ferne Gültigkeit verliert. Bis zum 31. Mai wird es von der Hessischen Landesbank in Darmstadt, Paulus- Platz Rr. 1,_ emgelöst. , ,, Ausdrücklich fei bemerkt, dast die von dem hessischen Staate ausgegebenen Dollarschatz- anWeisungen und Dollaranleihe noch nicyl aufgerufen smd und nach wie vor als Zahlungsmittel gelten. tccn habe, mupe er zurNcktrelenl Der Wille des Landes geschehe, der Rationale Block ist tot. < Der Kommende Mann. Man hat tn Deutschland noch feinen Grund fiber dar AuSgang der französischen Kammer- wählen vvm 11. Mal Hubelhymnen anzustimmen. Demr die nationalen Parteien in Frankreich, die trüber die auswärtige Politik bestimmten, sind durchaus nicht ganz au s g escha l t e t. Aber als erfreulich ist es zu bezeichnen, dast der bloc national, den M i l l e r a n d bei den Wahlen vom Rovember 1919 zum Siege führte, dies- s.ch lecht abschneidet. An seine SEe wird em anderes Gebilde treten müssen, mit ^an Pvincars oder — sein Rachfolger zu regieren hat. Und zwar sind es nicht nur die vier Kammer- gruppen des blvc national, die ihre Macht ab- geben werden, auch die zwei groben auherpatia- mentanschen Verbände, die den Grundstein der bisherigen französischen Reparationspolitik bildeten, verlieren ihre unbedingte Herrschaft. Cs sind dies die action nationale röpu- ! blicatne und der Parti bemocratique et sozial. Erstere hat als Präsidenten Arago, weshalb auch die Anhänger des bloc national scherzweise in parlamentarischen Kreisen als .Aiagoins" bezeichnet wurden. Dieser graste politische Verband stellte 1919 die Verbindung aller .Parteien her, die den sog. bloc national schufen. Der Verband ist durch den scharfen Linksruck der neuesten Wahlen so gut wie g e s p r e n g t. Der andere Verband der Parti repudlicain I bemocratique ct social hatte als Präsidenten «Honnan, Paincares eigentlichen Wahlfächer, mnd als Sekretär Mamelot. Viele der beben» IterbfAn Persönlichketten des früheren Parlaments gehörten diesem zwetten, im Jahre 1920 gegründeten Verband ant so Louis Darthou, Po in- carhS Sachwalter in der Reparationskommission Aaoul Peret, Charles Deibel. Henry Che- pn, de Selves. Es sind das jetzt alles, parlamentarisch gesehen, gefallene Trösten. I ;Scr letztgenannte Innenminister de Selves scheint I ibie Götterdämmerung seiner Gruppe geahnt zu Haben. Er sagte, die Linksentwicklung des Paria» I inentS stamme aus dem Auf steigen einer Welle I «ym Grunde her. Das heistt also wohl, das ifran- höfische Doll wünscht in seinen breiten Schichten I Den Um sch toung der bisherigen Regierungs- polttik, und der Pariser „Quoditten" übertrieb I sticht, als er schon in der Rächt von^Sonntag auf I ^Montag Flugblätter mit der dreimalfetten Heber» I Schrift herausgab: Der nationale Mock ist vernichtet! Nachklänge znm Httlerprozeß. München, 12. Mai. (WTD) Wegen Bei- Yiffe zum Hochverrat, zusammenhängend mit dem Hitlerputsch, wurden vom Dolksgericht München Kapitänleutnant Hoffmann Leutnant zur -See Baldenius, Leutnant Reiner, Hauptmann sämtlich autzer Dienst, Hauptmann Schreck, Apotheker S t ratz er ° Landshut und der Student Rei nhardt zu der Mindeststrafe von einem Hahr und drei Monaten Festung und zwei Angeklagte austerdem zu Geldstrafen veruiteilt. Allen wurde Bewährungsfrist bis zum 1. Mai 1928 bewilligt. Kleine politische Nachrichten. _ Der amerikanische Hnterstaatssekretär der Marine Roosevelt bestätigte in einem Be- I richt an die Flottenkommission, dah die M a r i n e- I ft r e 111 r ä f t e Amerikas, Englands und I Japans m einem Verhältnis von 4:5:3 ftän- I den, anstatt wie im Washingtoner Vertrag festgestellt, im Verhältnis von 5:5:3. • v Königspaar von Rumänien, das tn Dover an der Landungsstelle vom Prinzen Wales begrüßt wurde, wurde auf Waterloo- Station in London vom Konigspaar, Mac- donuld und Henderson empfangen. Die Fürstlichkeiten wurden auf der Fahrt zum Buckingham- Palast von der Volksmenge begrüßt; auf dem ganzen Wege bildeten britische Truppen Spalier. Ä 3n Moskau fand vor dem Gebäude des Volkskommissars für auswärtige Angelegenheiten bie Enthüllung eines zur Erinnerung an den in Der Schweiz ermordeten Worvwski errichteten Denkmals statt. Organisierte Arbeiterzüge versuchten vor der deutschen Botschaft zu demonstrieren. Tie Straste war jedoch polizeiliche abgesperrt, ben; ^Er welchen physiologischen und Physika» lischen Bedingungen z. B. eine Lähmung oder Tod emtntt Die Gefährlichkeit der Elettri- uat erster Linie von ihrer Spannung - ' Spannung von 4 Volt, wie sie etwa erne Taschenlampenbatterie hat, ist natürlich unter keinen Bedingungen lebensgefährlich ebensowenig erne solche von 10, 20 ober 30 Volt. Die geringste bisher ein tödlicher Unfall beobachtet worden ist, dürste bei etwa 60 Voll liegen. Im allgemeinen sind jedoch noch Spannungen von 110 oder 120 Doll, die unsere Licht- kttungen gewöhnlich führen, ohne irgendwelche Schädigungen zu ertragen. Eine wesentliche Rolle spiell dabei der Widerstand, den unser Körper dem Durchgang des Stromes bietet; ist dieser Widerstand besonders klein, wie es z. D. der Fall ist, wenn man feuchte Hände hat, und stehen auch die Fühe in gut leitender Verbindung mit her Erde, so fließt ein so starker Strom durch len Körper, dah der Tod eintreten kann. So ist es vorgekommen, dah eine Reinmachefrau beim Ausschrauben einer elektrischen Glühlampe vom elektrischen Strom getötet wurde, obwohl sie nicht einmal die Metallfassung berührt hatte. Der Grund war der, dah das Glas der Birne, das an sich em vorzüglicher Isolator ist, stark angefeuchtet und dadurch leitend geworden war. Andererseits stand die Frau mit blohen Fühen auf Dem gleichfalls feuchten Fußboden, der dem Strom eine vorzügliche Erdleitung bot (Sin besonders trauriger Fall ereignete sich vor einigen Zähren in Wien. Ein junges Mäd- .öjen wurde Lhne zunächst erkennbare Ursache in Unfälle durch Elektrizität. Ao« Paul Kützermann. _ Die^Elertrtzität ist unser tägllcher Bereiter - Durchs Leben: sie ist uns fast ebenso unentbehr- Lh geworden, wie innere Kleidung ober unsere Aahrung; aber ein unheimlicher Geselle ist sie deshalb doch! Zwei Metzalldrähte sind ausge- spannt, die sich in nichts unterscheiden. Wir tön- een ihnen unsere Hand bis auf Millimeter Entfern ung nahem, ohne irgend etwas Auffallendes ru_ bemerken. Berührt mau einen der Drähte, so spurt man nichts, als höchstens ein ganz unbedeutendes Gefühl der Käste; berührt man jedoch Mtan auch den anderen, so tritt ein eigentümlicher Rervenrriz ein, der .elekttffche Schlag", der emst- liche Eesundhritsstörungen, ja den Tod, zur Folge haben kann. Ein erhitzter Gegenstand sendet Wärmestrahlen aus und warnt uns so vor feiner Berührung. Sie Elektrizität warnt bagtgen nicht; sie straft sofort. Man kann es verstehen, dah v)r hundert Huhren einet der bahnbrechLnden Sxperimenttr- ^ren äuherte, »dah er nicht um ein Königreich E Wiederholung eines elektrischen Schlag es den er empfing, erdulden W. Man lernt auch den Mut eines Franklin bewundern, der als Erster seine Bersuchsdrachen in die Gewitterluft aus- steig-n lleh und durch Junten, die er aus dem Ende der Schnur erhlell, den Bttmäs für die elektrische Matur Les Gewitters erbrachte Trotz eingehender Äntersuchungen an Hand bet ^hlreichen Unfälle durch Slekttizität konnte vis heute noch nicht einwandfrei festgestellt wer- Der Quotidien ist das Presseorgan der bürgerlichen Radikalen, der alten Partei ©lernen» ceaus. Sie bildeten einst den Grundstock der sruksbürgerlichen Mehrheit und nut, weil sie bei den nationalistisHen Wahlen des Jahres 1919 ubemtten wurden, setzten sie sich mit den Svzial- oemofraien und Kommunisten zusammen in dic Opposition. Der Führer der bürgerlichen Radialen. der vierschrötige Bürgermeister von Lyon, He r r i d t, wurde von den „nationalen“ Par- teien trotzdem sehr geachtet und an Berbern — eefürchtet. Denn er kündigte der bisherigen Re- gierungsmehrhett stets sehr drastisch ihr baldiges Verenden an. Richt ganz unbewußt spielte er sich m Gegensatz zu den gepflegten Bourgeois ber3 nationalen Blocks auf den Mann des Dolles brnaus. Mit seiner hohen schwarzen Mähne über >ni quadivrtischen, starken Schädel, mit seinen saloppen Korkzieherhvsen und der harten Sprache des Südens ist er der rechte Vertreter des kleinen Mannes, des Groschrnrenttrers der Provinz. Der kleine Mann in Frankreich hat dem herrschenden System einen wohlverdienten Tritt gegeben. Oder, wie „Ere Douvelle", auch em Blatt des kommenden Linksblocks, es ausdrückt: „Die Elend en, die versucht haben, Frankreich zu rumieren, find vom entrüsteten Volke Vertrieben worden." Wird sich die „Dertreioung" in einem regel- Töfjtcn Regierungswechsel auswirken? Der bereits genannte Quvtiüien schlvh seine erste Betrach- ! tungber Wahletgebniffe mit den Worten: „Meine Herkm Präsidenten, verschwinden Sie.'" Bei M i b- tergnb ist diese Aufforderung insofern sofort verMndlich, als dieser Präsident der Republik es toar^der vor 4 Jahren den jetzt zusammenstürzen- -oen nationalen Block zimmerte Aber Pvin- ear e? Er trieb die Leute vom blvc national wie Kälber zur Schlachtbank" (Herde in der Dictoire). 1 ®r hvlle die Mehrheit, die er zu seiner Ruhr» und Reparationspolitik brauchte, immer nur aus die» fen Block heraus. Glaubt er nun, mit einem ganz anderen Instrument weiterspielen zu können? Schon die nächste Stunde kann bie für Deutschland schicksalsvolle Entscheidung bringen. Britische Prcssestimmen. London 12. Mai. (WB.) Die Abendpresse v^kundet im Sperrdruck, dah Poincarö geschlagen sei, und baS erneute Fallen des Franken wird tn diesem Zusammenhang viel deachlt^ und dahin ausgelegt, dah die Geldmärkte einer kommenden Veränderung Rechnung tragen. Eine Meyrhett des Blocks der Linken bedeute ente Aenderung der Ruhrpolitik Frankreichs. — „Manchester Guardian" schreibt, wie auch immer das Ergebnis tn den französischen /B^len sei, Pvin car 6 werde ein Fattor in der fvaii3ofifd}CTt Politll bleiben. Er werde sicher tiztitgltto der neuen französischen Kammer sein und in A^iAn politischen Fragen bei weitem ihr wich- tigstes Mitglied. Jede Regelung des Duhrpro- blems, Die er empfehle, werde von Frankreichs an» gemmunen tocröen. Keine Regelung, der er sich nachdrücklich widersetze, habe viel Aussicht auf Annahme. I Werden, um den neuen französischen Minister- I ^unÖ ruhestörenden Lärms oder Verübung Präsidenten Zeit zu geben, sich zu unterrichten. £??Cn ^"fugs) erfüllt. Die Polizeibeamten * slnd angewiesen, dagegen einzuschreiten. " Ermäßigungen bei der Son- Auch das „Echv de Paris" wirft die dersteuer vom bebauten Grund- ÄSb°Nd können Attrentnern. Sozialrentnern >nach Chequers begeben Eoime^ Das Blatt sonstigen auö öffentlichen Mitteln unter» ! weist darauf hm, dah Baldwin anlählich der setzten Personen auf Antrag gewährt wer- P^rlamEwahlen in England unter den den. Der Antrag ist bei dem zuständiqen STÄ“,: rcr c‘ne iur52 nicht zu übernehmen. Das „Echo de Paris" Darllgung des Sachverhalts und eine Deschei- widerspricht denmi, die erklären, es solle in Che- ni9un9 der Bürgermeisterei enthallen, dah quers keine offiziellen Verhandlungen eingeleilet der Antragsteller Anterstützuna beziebt werden. Dagegen könne man zwei Argumente ** Anlagenkvnzert findet m Erbringen. Einmal smen die intevalliierten Ver- Mittwoch, nachmittags 6 Llhr, in her ©übt bie ^ie Konser«rz am 19. Mai ein- in der Rähe des Gymnasiums durch das r h o Sweiselsvhme von dem Londoner Kabinett | korps des 1. (HessischenI »atninmrÄ überstürzt worden. Mit seinem Brief vom 21. April habe PoinoarS sich zugunsten eines vorherigen Studiums des Eachverstän- digenplanes durch die Reparationskommission ausgesprochen. Wenn er also nicht nach Chequers gehe, kehre er z-u ferner ersten These zurüch. Dann müsse man ferner hervorheben, dah die Wahlen vom 11. Mai den Hoffnungen entsprächen die man von britischer Seite auf sie gesetzt habe. Es beständen also viele Illusionen über die Auhenpolitik der neuen Kammer. Auch aus diesem Grunde sei eS gut, abzu warten. Dis Entscheidung über diese Frage werde der heutige Ministerrat bringen. titgimg gewähren kann. Ein gutes -Beiprogramm gibt der Vorführung des Hauptfilms eine sehr vorteilhafte Umrahmung. rvoriwtizen. für Dienstag. €tabttbeater: 1 älhr „Der Mustergatte". - Rundfunkhaus, Loberstrahe: 81/« Ubr Lieder- uud Arien-Abend. - Lichtspielhaus Dahnhof- strasze. Henny-Porten-Film „Das Geheimnis vom Brintenyof . - Palast-Lichtspiele: „Im siebenter' Himmel . — Sängerkranz. Mittwoch abend 2Iup führung des Oratoriums „Die Schöpfung" (Siebe Anzeige.) — Evangelischer Bund. Donnerstag abend in der Stadtkirche Familienabend mit Vortrag. (Siehe Anzeige) — Radio-HalleKirchenplatz9 Wb abendlich SV2 -Uhr Konzert. (Siehe Anzeige) — Die kameradschaftliche Ver- fin igungehemaliger 118er wird morgen (Mtttwvch) abend 8Vx Ubr im „Darmstädter HausWalltoistr. 6, wieder eine Monatsversammlung halten. Rach Erledigung des geschäftlichen Tests, der sich besonders mit dem für den 26- und 21. Juli geplanten groben Verbaudstag beschäftigen wird, hält Professor K o v b einen gemeinverständlichen Lichtbilder-Vortrag über den Alond. (Siehe gestrige Anzeige.) /-Die Wahrheit über die Marneschlacht 1914. Einen Vortrag über dieses interessante Thema kann man am Freitag nächster Wvche. abends 8tz'i älhr, in der Aula der Uni- versitat Horen. Oberstleutnant a D. v. Hagen- Darmstadt, den der Deutsche Offiziers'-Bund als ZAner gewonnen hat, gehörte z. Z. der Mame- Sctzlacht dem Groben Hauptquartier als General- stabs-Offizler an, und ist daher mit am besten in der Lage, das „Rätsel der Marne-Schlacht" zu losen. In seiner letzten Stellung war Herr v. Hagen Chef des General-Stabes I V. A.-K. Lichtbilder werden das gesprochene lDort ergänzen. Landkreis Gieren. ** «Störungen der Ruhe und OrdnungdurchMusizieren usw. Das Polizeiamt 'weist darauf hin, dah anhaltendes Musizieren, insbesondere Klavierspielen, Spie-- lenlassen von mechanischen Musikapparaten (Grammophonen u. dergleichen) im Freien oder bei offenen Fenstern meist eine erhebliche De- t w , lästigung der Rachbarschaft bildet und häufig g r e r u n g ihr Amt autritt, so muh die Zusam- den Tatbestand des § 360, Ziffer 11 des menkunst notwendigerweise anfgeschoben Reichsstrafgesetzbuches (ungebührliche Erre- * Heuchelheim, 11. Mai. Das Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges wurde heute unter starker Beteiligung ber Einwohnerschaft eingeweiht. Ein langer Fest- jug bewegte sich um 2 älhr vom neuen Schulhaus aus durch das Dorf. Die hiesigen Vereine, die Hinterbliebenen der Gefallenen, die Schuljugend, der Gememdevorsland usw. nahmen am Zuge teil, die Kapelle des (Siebener Bataillons spielte Trauermarsche. Rach dem Eintreffen auf dem neuen Friedhöfe sprach eine Schülerin ein Fest- Sedicht. Der Vorsitzende des Denkmalsausschusses Kreiling dankte hierauf allen denen, die zur Errichtung des Denkmals beigetragen hatten, besonders auch dem Gemeirrdevorstarch für die Her- gäbe des Platzes und den Vereinen für die starke Beteiligung bei der heutigen Weihe. Darauf fiel die Hülle und das Denkmal zeigte sich als ein schlichter und doch recht geschmackvoller DenMein aus Muschellall, der die Ramen von 129 Toten auS unserem Orte trägt Bürgermeister Kreiling übernahm das Denkmal in den Schutz der Gemeinde; er betonte, dah durch die Errichtung des Denkmals eine Dankespflicht gegenüber den toten Helden erfüllt worden sei. Die Weiherede hielt Pfarrer Dorr. Das Vorblid und der Geist der Gefallenen, ihre Treue und Entsagung solllen lebendig bleiben in der Gemeinde und im Deutschen Volke. Lehrer Reidt sprach dann im Ramen der Mitkämpfer, Sekretär Benner für den Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Der Kirchenchor und die Gesangvereine „Liederkranz". „Germania", und „Teutonia" trugen Trauerchöre vor. Dann erfolgte die Kranzniederlegung durch Sekretär Denner für den Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen, durch Rektor Schmidt für den Kriegerverein, Altrechner D v l k m a n n für die Kriegsveteranen von 1870/71, Bürgermeister Kreiling für die Gemeinde und durch die Vertreter der genannten Gesangvereine. Mit Choralmusik schloh die wär- dige Feier. * Grvhen-Linden, 12. Mai. Der ©c« sangverein Germania gab heute nachmittag in der Turnhalle ein Konzert, das gut besucht war. Der Chor, etwa 60 Sänger, verfugt über ein gutes Stimmenmaterial, und Herr Georg Harnisch, der Dirigent des Vereins, hat e5 verstanden, dasselbe so zu schulen, dah es sich hören lassen kann. Die Basse haben einen vollen, schönen Klang und auch die Tenöre Hingen, wenn sie nicht allzusehr forcieren, weich und angenehm Am schönsten tarnen sie zur Geltung in der „Waldandacht" von Abt und'in „Ich hört' ein Vöglein pfeifen" von Schauh. Von den übrigen Choren gefielen besonders „Rheinglaube" von Sonnet, „Abendfeier am Meere" von Werth und Die Abreise" von Schauh. Als Solisten wirkten "mit: Konzertsänger E. Laux-Siegen und Pianist I. Hahn- Gießen. Herr Laux hat eine sympathische, schon ausgeglichene Daritonstimme Sehr gut gelang ihm das im zartesten Pianissimv gehaltene „Wiegenlied" von Schubert. In den Wagnerschen Liedern, sowie in „Drei Wanderer" von Herrmann war ihm Gelegenheit gegeben, seine biegsame Stimme auch in den stärkeren Lagen Schv ( nach 74. U I */,UI ZU wol Wert,, Zieles pmietui veffer M Zimm vn ruhigen vbzoaeben -Merallet Ijetgesü M h gte fc llü fetaeB.hu, Atz w. De s» Ule man fc tziA Mrfete»; neuert pusser, m wy. % Lellea W L'Ä Derlaus S« der LE' de-Dolivl -eigten. Die ö SflraJ Mreicher Alockento^ ft) viele 0a! W* doppelt ertoi M« dem FrieM Feier HM L)rte ringest pickte ter LehmHu seine Schalk Feier geM Ilerguty mr sMch trugen eich' hebende Fei« Vlocke weiht' zwecke abgeli gegossen wu Meg mrd zur Seligkei Stark. r' 'Darr YnSegenw femti wurde rische-M schlvh erv' dcheuiscmm dws Har ®tat>~WOen H.A8hn zeigte sich wiever titt trefflicher Pianist sowohl als Begleiter, wie !auch als Solist. 3n dem „Perpetuum mobile“ Weber und der „Rhapsodie" von ßifgt konnte man seine ausgezeichnete Technik betoun» Vern, und mit seiner Auffassung brachte er die »Gavotte D-Dur" von Glazounow und „Sous boiS“ von Staub zu Gehör. Es ist dies das erste öffentliche Konzert, das der Verein veranstaltet hat. Man kann dem unermüdlichen Dirigienten, sowie dem strebsamen Verein zu dem er,len Erfolg gratulieren und darf wünschen, daß beide auf dem betretenen Weg rüstig weiter schreiten mögen. Dg. Grvhen-Duseck, 12. Mai. Bei stärkeren Regenfällen haben die Bewohner der neueren Teile unseres Dorfes über bas in den Kellern aufsteigende Grün d- wasser, das mancherlei Schaden verursacht, zu klagen. Um diesem Liebel abzuhelfen, werden diese Straßen jetzt an die in den übrigen Teilen des Dorfes bereits vorhandene Kanalisation angeschlossen. 4- Allendvrf a. d. Lda.. 12. Mai. Der Dtenenzüchterderein Lumdatal hielt gestern dahier seine Monatsversammlung ab, in Welcher der Vorsitzende Lehrer Adam über den Verlauf der am 3. Ostertag in Gießen stattgefundenen Ausschußsihiung berichtete und dann leinen eingehenden Vortrag über die Frage hielt: „Welche Vorbereitungen hat der Imker zu treffen, ton seine ^jmenvölker zur vollen Ausnützung der Tracht fähig zu machen?" Die Ausführungen des Vortragenden waren sehr belehrend und geigten, tote wichtig es ist. daß jeder Imöer sich einem Imkerverein anschlieht. tz Saasen, 12. Mai. Unter außergewöhnlich starker Beteiligung der ganzen Gemeinde und zahlreicher auswärtiger Festgäste fand gestern die Glockenweihe auf dem Veitsberge statt. Das altehrwürdige Gotteshaus, das schwn so viele Jahrhunderte ins Tal grüßt, hatte die Festgemeinde nicht fassen Birnen und so war es doppelt erwünscht, daß das Wetter es erlaubte, die Feier im Freien vor dem Gotteshaus auf dem Friedhof abzuhalten. Zur Verschönerung dec Feier hatten sich die beiden Gesangvereine vom Orte eingefunden und sangen ihre Weisen. Auch wirkte der Pvsaunenchor von Bersrod mit, und Lehrer Huber hatte einen gemischten Chor und seine Schulkinder ebenfalls in den Dienst der Feier gestellt. Die Weiherede hielt Pfarrer M a r g u t h - Winnerod, unser Ortspfarrer, ferner sprach Lehrer Huber. Die Schulkinder trugen einige Gedichte vor. So war es eine erhebende Feier, womit unsere Gemeinde die neue Glocke weihte, die als Ersatz für die für Kriegszwecke abgelieferte von Rinker in Sinn in Bronze gegossen wurde. Sie trägt die Inschrift: „Rach Krieg und Rot und harter Zeit, ruf ich erneut zur Seligkeit." StarkenvVrg und Rheinhessen. * Darmstadt. 11. Mai. (Eigener Bericht.) Ön Gegenwart eines zahlreichen, geladenen Publikums wurde heute vormittag das in ein historisches Museum umgewandelte Residenz- schloß eröffnet. Um das Zustandekommen dieses bebeutfamen Museums hat sich in erster Linie Graf Hardenberg verdient gemacht, der zu 'Degmn der Füyvmg eine kurze Ansprache Vielt ttnd auf die Idee, die diesem Museum zugrunde liegt, und auf ihre Ausgestaltung hinwies. Die Räume des Schlosses sind im wesentlichen erhalten geblieben, wie sie waren, z. D. der Thronsaal. die russischen Zimmer, das Zimmer der Landgräfin Karoline usw.; sie bieten an sich schon genug des Sehenswerten, an alten Möbeln und wertvollen Bildern; aber ihr Inhalt ist noch wesentlich bereichert worden durch Gemälde, Gebrauchs- gcgenstände und persönliche Erinnerungen an die Fürstlichkeiten früherer Zeiten. Das frühere Kabinettsmuseum und verschiedene Schlösser haben von ihrem Mobiliar und ihren Kunstgegenständen vieles hergegeben. Gewissermaßen eine Sammlung für sich ist eine Schau von Uniformen, die einen ausgezeichneten Ueberblid über das hessische Militärwesen der letzten hundert Jahre bis zur Gegenwart gibt, wie sie vollständiger und reichhaltiger nicht gedacht werden kann. Dem alten Heer ist hier ein eindringliches Erinnerungsmal errichtet worden. Einer der Glanzpunkte der Sammlungen ist die Hvlbeinsche Madonna, die jetzt wieder der D^ichttgung zugänglich gemacht ist. Darmstadt ist durch das neue Museum um eine Sehenswürdigkeit bereichert worden, um die es viele Städte beneiden können. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurts. M., 11. Mai. Ein wckhl einzig dastehender Diebstahl wurde Samstagabend 7* 1/2 Uhr In der Schumannstraße ausgefübrt. Ein Dr. H. fuhr mit seinem Auto vor chie Wohnung, um etwas abzuholen. Kaum war er aas dem Wagen gestiegen und hatte den Vorgarten betreten, als sich ein Bursche auf den Sitz schwang und mit dem Auto davonjagte. Alte Verfolgungen waren bis jetzt ergebnislos. Das Auto trägt die Bezeichnung I. T. 8793. — Auf der Babenhäuser ßanbffra&e, an der gleichen Stelle, wo sich vor zehn Tagen das folgenschwere Autounglück zutrug. verunglückte am Sonntag vormitmg abermals infolge zu schnellen Fahrens ein hiesiges Auto, das mit höchster Geschwindigkeit die bekannte Kurve durchraste. Es konnte die Biegung nicht mehr fassen und sauste in den Graben, wo es sich überschlug und die Insassen unter sich beg.ru b. Dabei wurden die Kaufleute Robert Wolpert, Geibelstraße 36, und Salomon Oppenheimer, Grüneburgweg, lebensgefährlich verletzt. Der Wagenlenkcr, der Kaufmann Decker, kam mit geringen Verletzungen davon. Amtsgericht. Gießen, 6. Mai. Im vergangenen Herbst waren in Lollar Felddiebstähle begangen worden, die durch den inzwischen verstorbenen Gendarmerie-Oberwachtmeister Drück aufgeklärt wurden. In der nächsten Rächt wurde dem Beamten eine Fensterscheibe eingeworfen. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich auf einen Hüttenarbeiter, der bei der Aufklärung des Felddiebstahls sehr auf Drück geschimpft hatte, zumal er in derselben Rächt in der Rähe des Brückschen Anwesens gesehen worden war. Es kamen noch weitere Derdachtsgründe hinzu, die jedoch keinen vollen Beweis begründeten. Der Angeklagte wurde daher mangels ausreichenden Beweises frei- gesprochen. Ein Landwirt und Müller aus Gemmelsbach L O. hatte in Al dach zwei Schafherden auf der Weide. 20 Schafe davon verkaufte er an einen Metzger in Lich, von denen eins, wie sich später hsvaussteMe, räudekrant war. Die Herden wurden darauf nach dem Seuchenviehhof in Frankfurt a. M gebracht, dort aber für seuchenfrei erklärt und verkauft. Der Eigentümer der Schafe war vorher durch einen andern Kaufliebhaber darauf hingewiesen, daß einige Schafe mit Räude 4 behaftet seien, er unterließ es aber, sich über den Zustand der Tiere genau zu vergewissern. Hätte er das getan, dann hätte er gefunden, daß in der Tat Erscheinungen sichtbar waren, die den Ausbruch der Seuche befürchten ließen. Da er dies jedoch unterlassen und fahrlässig die Anzeige von Erscheinungen, die den Ausbruch der Räude befürchten ließen, nicht gemacht hat, wurde er wegen Uebertretung des Reichsviehseuchengesetzes zu einer Geldstrafe von 100 Gvldmark verurteilt. Wegen derselben Uebertretung wurde ein Landwirt aus Rimbach i. O., der seine Schafherde auf dem Hofgut Winnerod auf der Weide hatte, zu einer Geldstrafe von 75 Goldmark verurteilt. Don der Anklage des Betrugs wurde ein hiesiger Uhrmacher und Gvldwarenhändler mangels ausreichenden Beweises f r e i gesprochen. Ein Reichswehrsoldat hatte zwei Trauringe bei ihm gekauft. Später stellte sich heraus, daß die beiden Ringe in der Qualität verschieden waren. Als er von dem Soldaten darauf hingewiesen wurde, lehnte er einen Umtausch ab mit dem Bemerken, es handele sich nur um einen Unterschied in der Große, und wies ihm schließlich die Türe. Durch die Polizei wurde mit Hilfe der Preisprüfungsstelle die VerschiÄren- heit der Qualität einwandfrei, festgestellt. Der Angeklagte behauptete, es sei ihm lediglich ein Versehen und eine Verwechselung unterlaufen. Das Gericht hielt diesen Einwand nicht für aus- peichend widerlegt und sprach deshalb im Zweifel den Angeklagten frei. Vermischtes. Acht Menschen ertrunken. Reuen bürg, 12. Mai. (Wolff.) Am Sonntag kippte auf dem Reuenburger Ser ein Segelboot um; drei Personen ertranken. Königsberg (Preußen), 12. Mai. (WB.) Wie der „Königsberger Allgemeinen Zeitung" berichtet wird, brachte am Sonntag nachmittag auf dem Szozz-See bet Sensburg eine Böe ein mit acht Personen besetztes Segelboot zum 'Kentern. Don den Insassen sind fünf er t r unten. Der amerikanische Weltfllegrr Martin lebend gefunden. London, 12. Mai. (Wolff.) Reuter meldet aus S e e t l e (Washington), daß der vermißte amerikanische Weltflieger Major Mar- t i n mit seinem Mechaniker bei Port Moller (Alaska) lebend aufgefunden worden ist. Major Martin und der ihn begleitenbe Sergeant. die von ihrer Unfallstelle zu Fuß nach Port Moller in Alaska gewandert waren, sind nach Washington berufen worden. Ihre Rainen werden mit Rücksicht auf die von ihnen überstandenen Strapazen auf der Liste der Weltflieger! wetteigeführt. Die anderen drei Flugzeuge haben Anweisin«, den NlutzMLrWrfchr v-S 2-MSÜS Smith forlzusetzen. Der fran-Ssische Weltfkieger. _ Paris. 12. Mui. (Wolff.) Der Flieger d'Otsh telegraphierte um 1.15 Uhr. oaß er in (5 a i g o n gut angekommen ist. Ein« neue Schatzsucher-Expedition nach den Kokos-Inseln. Alljährlich rüsten abenteuerlustige, nach Reichtum begierige Männer Expeditionen aus, um phantastischen Schätzen nachzujagen, die irgendwann einmal verloren oder vergraben wurden. Die neueste Expedition aber, die von Reuhork nach den Kokosinseln abgegangen ist, verdient dadurch besondere Beachtung, daß sie mit den neuesten Mitteln der Technik versehen ist. Der Leiter des Unternehmens, Kapitän Polkinghome, ist von einem Mr. Elahton begleitet, der einen neuen elektrischen Apparat erfunden hat, mit dessen Hilfe es möglich ist, die Anwesenheit von Metall bis zu 65 Fuß Tiefe unter der Erde und unter Wasser sofort festzustellen. Das Ziel ihrer Hoffnungen ist die Kokosinsel an der Küste von Costarica, ein von Schatzsuchern schon überaus häufig heimgesuchtes Eiland. Es gibt nämlich sehr viele Rachcichten darüber, daß Seeräuber und Abenteurer hier ihre Schätze vergraben haben. So sind die Reisenden im Besitz eines Dokumentes, demzufolge ein gewisser John Keating, Kapitän der Brigg „Mary Dear" 1840 auf der Kokosinsel sieben Dootsladungen von Gold, Silber und Edelsteinen vergraben hat, die er aus Peru mit sich führte. Der erste Bericht der Schatzsucher meldet, daß die Insel gegenwärtig unbewohnt ist und man auch keine Anzeichen für frühere Ansiedlungen findet. Die Pflanzenwelt ist sehr üppig und macht das Graben nach Schätzen sehr schwierig. Trotzdem sind die Spuren der Vorgänger, die kein Glück bei ihrem Suchen gehabt Haven, sehr zahlreich. Man stößt überall auf Löcher, unterirdische Gänge und breite Gräben, die von Schatzsuchern in den letzten 50 Jahren angelegt wurden. Diese Zeugnisse fruchtloser Anstrengungen so vieler anderer Expeditionen halten aber die neuesten Besucher der Kokosinsel nicht ab, mit ihrem Apparat das ganze Land eingehend zu durchforschen. Geschäftliches. Die Hugv-Stinnes-Linien in Hamburg geben im Inseratenteil der gestrigen "Stummer bekannt, daß sich am 31. Mai eine ausgezeichnete Ueberfahrtsgelegenhei t ab Hamburg mit dem Dampfer „General Belgrano" bietet. Dieser große und bequeme Ozean-Passagierdampfer ist für die Beförderung von Passagieren in Mittelklasse, 3. Klasse und Wohndeck besonders her- gerichtet und bietet aus diesem Grunde alles, was den Passagieren die Ueberfahrt nach Amerika so angenehm wie möglich macht. Rähere Auskunft erteilt die Agentur der Hugo Stinnes-Linien. Bei Stuhlverstopfung nimmt man die echten Apotheker Bich. Brandts Schweizerpillen Erhältlich in allen Apotheken. Schutzmarke seit dem Jahre 1877 weißes Kreuz im roten Felde. Extr.Sel.p.l,5,Ach.m.Al.Abs.äal,Trif.g.äaO,5,R.gent.Trif.äaf.p^O Es hat Oott gefallen, meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater und Großvater Herrn Eisenbahn - Oberingenieur i. R. Oskar Klose nach langem, mit großer Geduld getragenem Leiden heute im 74. Lebensjahr zu sich zu rufen. In tiefer Trauer i. N. d. Farn. Elisabeth Klose geb. Noll. Gießen (Gartenstr. 26), den 12. Mai 1924. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 15. Mai, nachmittags 21/, Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt Von Beileidsbesuchen und Blumenspenden bittet man absehen zu wollen. 3933 D | Vermietungen | Besser möbliertes Zimmer VN ruhigen Herrn vbzuaeben 020183 Kaiserallee 60 p. | Mietgesuche j Hl. Zimmer i Nähe Habnhof, ae- ;iud)t. Off. unt. 1393 -an Hcrso, Blockstr. 5. M Ml seine Wohnung geg. gute Wohnung in Weilburg? .Umzug w. vergütet. Schriftl. Angebote unter 020173 an den Eiest. Anz. erbeten. Wer tauscht seine Wobnnug in I Gießen mit schöner, abgeschlossener 1. Etage i-Zimmer-Wohn. ill Bielefeld? 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Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bei der Firma Pascoe & Co. in Gießen eingetragen: Apotheker Max Petersen ist aus der Gesellschaft ausgeschieden. Das gesamte Vermögen ist von der Pascoe, Aktiengesellschaft in Gießen käuflich über« nommen. Die Kommanditgesellschaft isi aufgelöst. 3917B Gießen, den 5. Mai 1924. Hessisches Amtsgericht. =Grassamen = für Zier- und Bleichrasen Saat-Niemand Mausburc 17 «otss Telephon 1486 Herren-u.Damengaröeroben, Teppiche, portieren usw. werden in kürzester Zeit tadellos ctaiscli gereioigl yeMI Färberei C.F.Croon Vettseüernreinigungsanstatt Fabrik u. Laden: Marburger Str. 40 Filiale: Selterstvea 25. M0177 Grdal, Nikriu Servus alle Gröben und Farben Richard Grünewald Baönbofstr. 27 Fcrnspr. 1631 5. & 3. fidlflO löslich, Pkd, 1.90, 1.24, 1.- Mk. LLÖ7D + B REM EN* und seine Vertretungen in Gießen: Theod. Loos, Kirohenplatz 13 v~hCIl sie^enten Stock eines Großstadthauses wohnt ein seltsames Völkchen ..... Da sind zunächst Pat und Patachon, unsere beiden Freunde, die sich ehrlich aber erbärmlich mit der Fabrikation von Hampelmännern ernähren. Dann ist da der gutmutige, aber «bärenstarke Ole, das ist der Mann, den-.man holt, wenn es Streit gibt im siebenten Himmel. - Daneben wohnt die fleißige und hübsche Lisa Holm, die tagsüber in der Helmerschen Fabrik arbeitet. Hier sieht sie Georg der Sohn des Fabrikanten, wie sie ängstlich ihr bißchen Geld zählt Langt es zu einem neuen Mantel? Ja, es langt! Aber schon steht eine Mahnerin, da, die Geld will für Lisas kleinen Jungen der ihr einziges Glück ist nach einer kurzen zerbrochenen Ehe.’ Mit dem Mantel ist es wieder einmal nichts. - Zu Hause findet Lisa ihren geschiedenen Mann, ein verkommenes Subjekt der sie immer noch ausbeutet, und der letzte Groschen wandert in seine Tasche. Georg Helmer hat seiner Schwester Inge von Lisas Unglück erzählt, und gutmütig, wie Inge ist, bringt sie Lisa ihren eigenen neuen Mantel in die ärmliche Mansardenwohnung, wo Pat und Patachon ihn für die abwesende Lisa annehmen. An demselben Abend muß Lisa ihren Junten selbst übernehmen, denn die Pflegeeltem sind krank geworden. Tom ihr geschiedener Mann, trifft mit einem Zauberkünstler ein’ der den hübschen Jungen Lisas für hundert Kronen adoptieren mochte. Lisa sträubt sich dagegen, Tom dringt in sie und verprügelt den armen Patachon, der Lisa helfen will ganz jämmerlich. Schließlich schlichtet der starke Ole den Streit und wirft Tom hinaus, wobei der dicke Pat wacker mithilft. Um so erstaunter ist Pat, als Tom ihn am nächsten Tage sehr freundlich in die Kantine einlädt und mit Schnaps bewirtet In seiner Betrunkenheit plaudert Pat aus, daß Lisa ihr Kind in ein Kinderheim gebracht hat, und nun entführt Tom den Klemen und bringt ihn zu dem Zauberkünstler. Lisa ist vor Kummer halb wahnsinnig, aber ihre Freunde, allen voran Georg helfen ihr das Kind suchen, und der dicke Pat hat Gelegenheit’ seine Schuld wieder gutzumachen. Am Weihnachtstisch' unter dem brennenden Christbaum, finden sich Georg und Lisa und als erste Gratulanten erscheinen Pat und Patachon mit einem ganz neuen Hampelmann. 3924c la. aclbe kMseise Doppelstück' 16 H Ab heute bis einschl. Donnerstag, 13. bis 15. Mais Die Zwillingsbrüder des Humors 4 Pat und Patachon Im siebenten Himmel“ Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen: 1. bei der Firma Ludwig Lazarus, Gießen: Das seither von Ludwig Lazarus unter der Firma seines Namens betriebene Geschäft ist durch Erbfolge auf die Emma Lazarus in Gießen als Alleinerbin über- gegangen. Die Prokura der Emma Lazarus ist erloschen; 2. bei der Firma L. Süß, Gießen: Dem Kaufmann Hans Krämer in Gießen ist Prokura erteilt. 3. bei der Firma Gebrüder Berdux, Gießen: Die Firma ist geändert in Richard Grünewald. Gießen, den 8. Mai 1924. 3915B Hessisches Amtsgericht. Geräucherte Schellfische Pfund 25 Psg. Die Kitte mit 14 Pfund 3 Mk. 3!ne!|®en-£ßtoerg'$f.40j) besonders empfehlenswerte praktische *) ßh Packung u Pfund-Eimer IsMWMl Pfund 15^ MteiMM.SMund 1U ia£imöiirgerfiiife$f.84^ WolOfe 20°/ofß Pfund 85a MMHilse 30%ig Pfund 115 Gorneö beet m,6g,$s 6L„ « m Dose 1-Pf.engL 58^ Sdloföl, Liter 1.34, 1.10 Mk. feinstes Ififelöl in Flaschen 8/< Liter 1.25, ->/« Liter —.65 Mk. ÄR8l, Liter -.80 Mk. Boonen Ä 24 4 ZrischeKsche Mittwoch u. Donnerstag früh: | ss. WW ver Pfund 25 bis 30 Pfennig NA-WliM unö WlWe MA WkWWW ver Pfund 30 Pfennig SllW MlAW « MERIKA OSTASIEN AUSTRALIEN Regelmäßiger Pereonon- und Fraohtverk.hr mit eigenen Dampfern. Anerkannt vorzügliche Unterbringung und Verpflegung für Releendo aller Klaaeen. 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Mai, an der Kaste in der Turnhalle. 3831 v !WWWWUWWWWV ttr. U2 Zweites Blatt Steuerbolschewismus. Don D 5 Io al kosten gl er*). Das 19. Jahrhundert bietet im Steuerwesen da« Bild eines beständig wachsenden Heeres von Steuerbeamten, das mit einem ungeheuren Aufwand an Arbeit, Geld und Papier der Tewissen- daftigkeit des sich selbst einschätzenden Bürgers nachzuhelfen suchte, welche die Demokratie voraussetzte, aber nicht vorsand. Aapoleon setzte die Zahl der Steuerbeamten von 200 000 auf 6000 herab, und er erreichte durch ein vernünftiges System, daß die Finanzen bald in Ordnung kamen und er während seiner Herrschaft keine einzige Anleihe aufzunehmen brauchte. Wir aber entziehen eine wachsende Menge arbeitsfähiger Menschen der produktiven Arbeit, die wir heute nötiger haben als je, um sie mit dem Emtreiven und Verrechnen unzweckmäßiger Steuern zu beschäftigen, nicht nur die unzähligen Leute in den Aemtern. sondern die gleiche Zahl in der Wirtschaft selbst, um die immer verwickelter und unmöglicher werdenden Vorschriften auszuführen oder auch nur zu verstehen und die zerstörenden Folgen dieser Methode durch immer neue Schachzüge abzuwehren. 3m Jahre 1923 sind in Deutschland über hundert Millionen einzelner Steuererklärungen ausgearbeitet, mehrere hundert Millionen einzelner Zahlungen geleistet und beinahe eine Milliarde Schriftstücke versandt worden. Auf diese Weise wurde fast eine halbe Million Menschen der wirklichen Arbeit entzogen und hat mit ihren Gehältern, dem Materialverbrauch und den Kosten der Detriebsräume den größten Teil der Steuereingänge im voraus verzehrt, was nur dadurch nicht allgemein sichtbar wird, dah der Staatshaushalt es vermeidet, den Reinertrag der Steuern aufzuführen, und statt dessen die Gingänge überhaupt nennt, während die Erhebungskosten an einer anderen Stelle verrechnet werden. Das gilt gerade von den volkstümlichen. „allein gerechten", direkten Steuern, deren Reinertrag trotz des Aufwands an Zeit, Aerger und wirtschaftlicher Schädigung verschwindend ist oder bei einer mehr kaufmännischen aL8 bureaukratischen Aufstellung des Etats sich als Defizit enthüllen würde. Von den Steuern und Zöllen des Reiches und der Länder fielen 1913 von insgesamt 3189 Millionen auf die Hinkommensteuer 691, auf die Erbschaftssteuer 70 Millionen. Von den Gesamtkosten der Finanzverwaltung von 881 Millionen kommt aber der weitaus größte Tell gerade auf diese von den Personen und 'nicht den Dingen erhobenen Steuern. Zur Bestreitung dieser Ausgaben wird gerade der sichtbar gebliebene Teil der Einkommen und Vermögen übermäßig herangezogen, well er die Last der unsichtbar gewordenen mitzu- tragen hat, also die Löhne und Gehälter, die kleinen Geschäfte, die Mieten und Spareinlagen. Gine Verschärfung der Methode würde daran gar nichts ändern, denn die Struktur des heutigen Geldverkehrs ist so undurchsichtig geworden, daß selbst banktechnisch geschulte Steuerbeamte eine geschickt abgesaßte Bilanz nicht mehr verstehen und in den großen Fällen nur der den eigentlichen Sinn ihrer objektiv richtigen Ziffern kennt, der an ihrer Aufstellung beteiligt ist. Um so fester hält die beschränkte und durch niemand über die Tatsachen aufgeklärte Meinung gerade der-Kreise an diesem Steuerideal fest, welche dessen Opfer sind. Die „Weltanschauung der Steuerzahler" mit ihrer Mischung von Gerechtigkeitssinn, Reid, Aerger und Verschmitztheit ist für demokratische Parteien ein viel zu wirksames Mittel, um es durch Kritik zü zerstören. Und auf der andern Seite ist es die in bet) Welt der Kurse lebende Hochfinanz, welche das persönliche Steuerideal mit ihrem ganzen Einfluß aus Presse und Parteien volkstümlich erhält, denn es enllastet sie selbst und belastet die ihr gegenüberstehenden Mächte der arbeitenden Industrie und Landwirtschaft mit ihrem Schwerpunkt im unbeweglichen Besitz. Die Selbsteinschätzungssteuer ist eine Wafse geworden, welche das unsichtbar hinter den Banken und Trusts stehende Kapital durch die Demokratie schwingen läßt, um den Besitz immer mehr in bewegliche Formen überzuführen und die produktive Arbeit damit den Gewinnmethoden der Spekulation unterzuordnen, so dah sie weder dem Arbeiter, noch dem Techniker, noch dem Unternehmer mehr zugute kommt. Auch der kleine Sparer, der einige Aktien besitzt, kann in jedem Augenblick das Opfer von Geldleuten und ihrer Kurspolitik werden, die in der Stille die Mehrheit des Aktienbesitzes kaufen oder abstohen, ohne dah es irgendjemand von außen nachzuprüfen vermag. Also sinkend? Steuermoval, Erhebungsfosten, welche den Ertrag verschlingen. Belastung der Arbeit. Entlastung der Spekulation. U iterto’ h unj der unbeweglichen Rationaive rmogen zugunsten des heimatlosen Finanzkapitals: zu diesen längst vorhandenen Folgen des herrschenden ©teuer- ideals treten nun die Folgen der Tatsache, dah mit dem Kriege und schon durch die Vorbereitung auf ihn der Steuerbedarf alter Staaten ins Rkrtzlose gewachsen ist. Die Verschuldung ist ungeheuer, die Wirtschaft ins Wanken geraten, die «Gesellschaft erschüttert Lurch Verarmung der tragenden Schicht alter, hochgezüchteter Familien und das Eindringen einer Masse von Reuveichen zweifelhafter Herkunft und Moral, die innere Politik mit Spannungen überladen. Aber damit gewinnt die Strahe einen maßgebenden Einfluß auf die Steuergestaltung und ihre politische Tendenz. Soweit die Regierungen nicht selbst unter ihrem Druck entstanden sind, müssen sie die Freiheit ihres politischen Tuns und Lassens mit Zugeständnissen gerade ■ auf diesem Gebiet erlaufen. Man würde es nirgends mehr wagen, eine Steuer in Vorschlag zu bringen, die nicht nach der volkstümlichen Auffassung die „starken Schultern", in Wirklichkeit die Erfolgreichen, Tüchtigen und Sparsamen trifft oder sie zum wenigsten schädigt, auch wenn das praktische Ergebnis zweifelhaft bleibt. Wir befinden uns in einer Zeit des ausgesprochenen Steuerbolschewismus, der oßne viel Aufsehen auf.trohenem Wege das zu erreichen sucht, was in Rußland durch Ströme von Blut erreicht worden ist: die völlige soziale Umschich- *) „Reubau des Deutschen Reiches" heißt die neue politische Schrift Oswald Spenglers, der das nachstehende Stück entnommen ist. (Verlag C. H. Deck-München.) Kritik und Reformvorschläge auf den Gebieten der Verwaltung, des Rechts, der Erziehung^ der Währung, des Steuerwesens unb der Wirtschaft bietet die Schrift. Alles unter gewaltigen weltpolitischen ZukunstSperspektivea. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)vienstag, <3. Mai 192^ tung innerhalb der Rationen, den Abbau der alten tyesteuropäischen, in Blut und Geist verfeinerten, von hohen Traditionen und Formen durchsättigten Gesellschaft, bis zuletzt nichts übrig bleibt, als eine Gruppe tatsächlich regierender Finanzleute und eine proletarische Sklaremnasse. die beide mit der in Jahrhunderten herangewachsenen innerlichen Kultur nichts zu ran haben, sie weder erhalten können noch entbehren. In England richtete sich schon die 1908 eingeleitete Steuerpolitik des damals linksradikalen Lloyd Gorrge ganz unverhüllt gegen die Aristokrat' mit ihrem unbeweglichen und unrentablen Landbesch, also die Schicht, welche seit Jahrhunderten den Rach- wuchs für die hohe Politik stellte und nun an den erdrückenden Tax- und Erbschaftssteuern langsam zugrunde geht. In Holland haben die 1918 von den Radikalen erzwungenen Steuergesetze den Charakter einer kaum verschleierten Beschlagnahme der alten, sichtbaren, ehrlich erworbenen Eeichäfts- und Familienvermögen, die namentlich durch die Erbschaftsbestimmungen binnen 50 Jahren aufgezehrt sein werden. In Deutschland wird der arbeitende Wirtschaftskörper durch eine Anzahl sich übersteigernder, kreuzender, wechselseitig vergiftender Steuern wie mit Messerstichen zerfleischt, um ohne Rücksicht auf den Blutverlust allent- halbe netwas herauszupressen, und gerade in seinen Zuckungen bildet er ein unvergleichliches Objekt für die berufsmäßige Spekulation. Was mit den Ausdrücken „Erfassung der Sachwerte" und „Eingriffe in die Substanz" bis in die höchsten Stellen hinauf gemeint ist, ist völlig klar: der Verbrauch des unbeweglichen Rationalgutes samt der an ihm haftenden Schicht des Mittelstandes und der geschulten Intelligenz, von der n Schicksal sich allein die Finanzvermögen auf spekulativem Wege freimachen können. Wirtschaft. Die Lage der westlichen Mtthlenindnstrie. Die Rohstoffversorgung der Mühlen bereitet nach wie vor keinerlei direkte Schwierigkeiten. Beim Bezugs von Auslandgetreide rerursacht der Mangel 'an Devisen große Hemmu.rgen. In steigendem Matze mutzte von der Einfuhr ausländischen Getreides deswegen abgesehen teerten, weil ausländisches Mehl verhältnismäßig viel billiger eingeführt werden konnte. Richt nur amerikanisches und englisches Mehl tarn in großen Mengen auf den Markt, sondern auch Frankreich und Belgien trieben mit ihrer Mehleinsuhr starke Dumpingkonkurrenzen, so daß die deutsch: Müllerei einen noch nicht gekannten Rückgang erlebt hat. Die größten Mühlen sind gegenwärtig f.rum mit ein Drittel ihrer Borlriegsleistung beschäftigt, andere mit der Hälfte. Rur einige Mühlen melden volle Beschäftigung. Ein Absatz von Mehl in das Ausland ist völlig unmöglich, La die ausländische Konkurrenz ungleich billiger zu Produzieren in der Lage ist. Arbeiterentlassungen mutzten immer noch in mehr oder minder großem Umfange borgenoininen werden. Alles in allem genommen ist die Lage der Mühlenindustrie gegenwärtig so ungünstig, wie kaum jemals in der Vergangenheit. Wenn nicht entschiedene Schritte getan werden, um die überhand nehmende Einfuhr von Mehl aus dem Ausland nach Deutschland einzudämmen, so droht dem Bestand der deutschen Mühlenindustrie für die Zukunft schwerste Gefahr. • Der Frankensturz. Einer Berliner Blattermeldung aus R e u h o r k zufolge hat der Kurs des französischen Franken an der dortigen Börse einen weiteren Rückgang erfahren. Er notierte 5,78 Cents. • Philipp Hvlzmann A.-G., Frankfurt a. M. Die Generalversammlung genehmig e die Regularien. Der Reingewinn von 254,532 Papierbillionen wurde nach Ab^ug der dem Aufsichtsrat gebührenden Vergütung auf neue Rechnung vorgetragen. Im Ramen einer deutsch- schweizerisc^n Gruppe von Holzmannaktionären wurde eine Anfrage über die Kursentwicklung der Hvlzmannaktien und über das Gerücht über eine bevorstehende Fusion der Holzmann-A-G. mit Fa. Wgyß & Freytag gestellt. Bon der Ge- sellsck^ftsleitung wurde mitgeteilt, dah Weber mit der genannten, noch mit einer anderen Gesellschaft wegen einer Fusion verhandelt wurde. Dies sei auch zur Zeit nicht beabsichtigt. Aus dem Kursrückgang der Holzmannaklien könne man der L:i- tung der Gesellschaft keinen Borwurf machen. Die Kurse der Aktien ähnlicher Gesellschaften hätten einen niedrigeren Kurs. Der innere Wert der Aktien sei unbedingt höher als der Kurswert. Die Arbeiten für die Aufstellung der Cwldbilanz seien im Gange. Heber den Geschäftsgang wurde mitgeteilt, daß die Firma mit erheblichen Auftragsbeständen in das neue Jahr eingetreten sei. Staatsverwaltungen und die Privatindustrie sind die Auftraggeber. Die Verwaltung ist bemüht, im Auslande durch Anknüpfung alter Beziehungen festen Fuß zu fassen. Auch im neuen Geschäftsjahr sind neue Aufträge eingegangen. In den Aufsichtsrat wurde Geh Baurat Dr. Otto Riese-Frankfurt a. M., der zugleich mit Dau- rat Dr. Carl Kölle-Frankfurt a. M. sein Amt als Direktor der Gesellschaft niedergelegt hatte, gewähll. Die Vergütung für den Aufsichtsrat Wurde auf 2000 Gvldmark festgesetzt. ♦ Frankfurter Dorfe. Frankfurt a. M., 12. Mai. Tendenz: Behauptet. — Zu Beginn der neuen Woche war die Stimmung an der Börse zweifelsohne noch etwas gehoben. Es entwickelte sich auf allen Marktgebieten ein ziemlich lebhaftes Geschäft, ohne daß aber die Rotierungen dadurch etwas gewinnen konnten. Das bisher vorliegende Ergebnis der französischen Wahlen und die große Rieherlage der bisherigen Regierungsparteien wurde viel besprochen, machte aber vorläufig seinen Einfluß auf die Börse noch nicht geltend. Dies wird erst nach dem Eintreffen des amtlichen Gesamtergebnisses der Fall fein. Auf dem Geldmarkt ist die Lage weiterhin leichter. Tägliches Geld mit ®/8 pro Mille, Monatsgeld unter 5 Proz. eher angeboten. Besonders große ülmsähe wurden in A. E. G. und Badische Anilin getätigt, ohne daß dabei gegen Freitag die Kurse eine mehr wie unwesentliche Erholung erfahren hätten. A.E.G. 73A. Dadische Anilin 127/s. Sonst waren die Papiere in den meisten Fällen ein wenig fester. Im freien Verkehr war die Stimmung weniger lebhaft. Auch die älmsähe waren dort Heiner. Api 3l/9. Decker-Stahl 4l/a, Decker-Kohse 58/x» Entreprise 32, Ufa 4l/2. Auf dem Dalutamarkte war das starke Fallen des Franken bemerkenswert, das mit der Wahlniederlage der Regierung in Verbindung gebracht wird. London gegen Paris 77, gegen Reuyork 17,8, ♦ Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Frankfurt«,. M. Berlin 0,236 8,75 34 19,5 19,75 3 12,87 10,87 10,C5 2,5 2,6 12 13 2,5 6,25 6,25 2,^5 •) Dom Rückzahlungswert. 0,400 0,300 24,5 32,5 0,076 0,470 10,37 )2,1 7,63 2,8 2,5 0,073 0 430 0,200 0,860 0,0765 0,435 0,210 0,890 2.75 15,65 12,63 0,0766 0,435 0,201 0,325 0.4Z0 36,25 9 9,3 9,5 25 31,63 7,64 9,5 18,5 4,37 11,5 1,85 0,330 0,350 35 8,26 2,75 16 13 12,13 7,75 11,63 ?' 23 83 1,45 2,75 2,7 12,5 0,5 30,75 36,5 47 % 8.1 12,25 7,1 11.75 19,5 21.5 32,75 0,110 0,228 0,875 0,280 0,200 78> 4,25 9.5 9,63 9,87 7,5 8,75 3? !9,6 50 9 12,6 7,83 1\25 20,5 9 9,6 10,13 6.1 10,5 11,8 7,87 9,5 4,8 24,25 1,52 2,55 2,4 12 6,8 78,9 4,13 46 24 3.63 7% 7,6 24,5 3,6 6,13 7,76 6,55 11,7 1,2 2,5 6,6 8.5 3,3 2,5 78,6 4,13 47,5 23,5 3,63 6,38 7,63 7,63 1,63 0,sÄ 38,25 9 12.6 34,26 98,5 48,75 24,78 M 8.90 7.6 6,55 7,6 11,75 4,2 78,90 4,13 9*Jf Deutsche 5Rel®«onfe1b» . <•/. Den'sche ReichSanleihe . BVee/n 5)eutf®e RclchSanleihr 8% Deutsche RetchSanleihe . Deutsche Svarprämienanleth« <7« Preußische Nonlol» .. . 4% Hessen........... •'/.% Hessen »k Helsen ...... Deutsche Wertb. Dollar-Ank. dto.Doll.-Schay-Anweisung.') <•/« Holltllrlen ...... 6*/. Lolvinerikamr ..... etrllnn HandelSaescllschaN. Kommerz, und Privat-Bant. Darmst. und Naltonalbank . Deutsche Bank......... Deutsche BereinSbank .... Diöconio CommanbH .... Metallbau?........... Mitteldeutsche Treditbank . . Oesteireichische LredilaustaU. westbauk . Bochumer ®nt ..... Buderus........«... Laro .......... . . Deutsch-Luxemburg...... Srlscnitrchener Bergwerk» . . tzarpeu-r Bergbau...... Kaliwerke AschcrSlebtU. . . . Kaliwerk Westeregeln. .... Laurahütte........ Cberbebarf Vdöuir Bergbau . . Sheinslahl........... mkbfrf Montan »ellutl Bergbau . . Hamburg-Amerika Pake». . Norddeutscher Llovd .... Cseramische Werke Albin .. «emeurwerk Hetdelbora . .. blltpp Hvlzmann ..... Analo-Tont.-lAuano Badische Anilin........ Chemische Mayer Alaptu. . . Goldschmidt.......... Griesheimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung........ RütgcrSwerke Scheideanstalt «Na T'ektrt,ttüt4^»esellschaft Bergmann .......... Mainkrastwerke . . ..... Schuckert Siemen« A Halst« ..... Adlerwrrke Kley« .... , . Daini!er Motoren. ..... veyligenstaedt Meguin ......... frankfurter Armaturen ... Konservenfabrik Braun . . . Metallgesellschaft Frankfurt. Bet. Union A^Ä ...... Sel'ubfabrik Herz Sichel.............. Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel .. . 11 1,2 2,5 4,5 9 12,9 30,75 36,25 47,75 8,5 12,6 7,5 11,5 19 21,5 S2 1,5 18,63 4,3 38,5 8,45 2,55 16,5 12,6 > 1,3 9 9,5 9 6 9n Billionen Prozent Schluß, fluro Schluß- Kurs Schlutz- kl!'» Schluß. Kur, 'Datum: 9. 5. 12.5. 9.5. I 12. 5. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Danknoten. Verlln, 12. Mai (In Billionen Mark au-gedrückt. Vuenot-Lire», London. Ulen» York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapeit für 100000 Ein heilen, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. Ichweteer Noten ......... rantöfische Noten Lnt'che Noten ......... chwedischr Noten oli'indische Noten eutsch-Oesterreich. i 100 Krone» merikanische Note« ....... Englisch« Noten gtnllknische Noten Belgisch« Noten ........ Unanclsch« Noten......... tschechoslowakische Note». .... Norwcgstche Noten ....... Rumänische Notell. ........ Svaatsch« Note»........ 10. Mai 12. Mai Repart. Ärmliche Wrlh Notierung Briet Aimliche Noki-rn i \ Briet 10. !'2. AmN-Notl. 157,60 158,10 157,36 158,14 1 1 Brst.-Anlw. 20,7 i 10,85 2O,U5 20,16 voll voll Cbristianla 58,95 19,23 F8.93 69,25 12 12 Kopenhagen 71,82 72,18 71,6? 71,93 2 2 Stockholm. 111,47 112,03 111,47 112,03 4 4 HtlsingforZ 10,57 10,64 10,62 10,(8 20 50 atnlieit. . 18.95 19,05 18,93 19,05 4 4 London.. 18,405 18,455 18,355 18,445 1 1 Neuhorl . . 4,1 J 25,34 4,21 4,13 4,21 1 1 Pari«. . Schwel» . 25,46 24,14 24,28 12 20 <4,61 74, 9 74,51 74,83 2 L Spanien . . Wien In D-> K8,10 18,40 68,10 68,40 50 60 L'eit.nbgtil 5,98 6,02 6,93 6,0? voll voll Prag.... Budapest. . 12,43 12,54 12,43 12,64 1U 10 4,43 4,52 4,48 4,52 voll voll Buen^-AireS 7,1)85 1,195 8,11 1,635 1,385 3,04 1^95 1,05 i0 =0 Bulgarien ■ 3,14 1,675 voll voll Japan .. . Li io oe Ian. 1,695 1,70j voll voll 1,475 1,485 b, 22 1,485 1.49j voll voll Belgrad . 5,18 6,265 6,295 voll voll risiabou ■ 12,65 12,74 12,63 12,74 voll voll (Neld Brief Revark. °/. 74,51 74,89 2 25,69 21,81 voll 71,62 71,99 2 111,47 112,03 4 167,95 158,15 1 5,94 5,93 voll 4,19 4,21 1 18,35 16,45 1 19,05 19,1' voll 19,70 19,30 voll 4,59 4,61 voll 12,52 12,58 25 68,95 59,2- 12 2,09 2,11 voll 67,95 i-8,25 voll Berliner Börse. Berlin, 12. Mai. (Wvlff.) Das Mißtrauen und die älnsicherheü, welche, hervorgerufen durch die verschiedenen Zahlungsftockungen im Wcv erhandel und die bekannten ungedeckten Verpflichtungen in Franken, weite Kreise beherrschen und durch die als bezeichnend für die Wirtschaftslage angesehenen Vorgänge bei der Mansfelder Gesellschaft unb der Bär & Stein-A-G. noch vergrößert werden, verhindern nach wie vor eine grundlegende Besserung der Terhältnijs: an der Börse. Gegenüber verbreiteten Gerüchien von größeren älnterschlagungen beim Dankhause Bleichröder teilt dieses auf Anfrage mit, dah es sich um ein belangloses, schon längere Zeit zurückliegendes Vorkommnis im Betrug? von wenigen tausend Mari handele. Zu Dörsenanfang lag überwiegend Verkaufsmaterial vor, so datz sich die Kurse durchschnittlich bis 1 Dill- Proz. senkten. Dann aber zeigte die Börse WiderPands- haft so Laß sich der Kursstand nicht nur behauptete, sondern infolge v)n Deckungen die anfänglichen Einbußen zumeist wieder zurückgc- wonnen werden konnten. Der GeschäftSumfang war wieder unbedeutend. Stärker war er zeit- toeife in Schiffahrtsakiien, die unter Führung von Hamburg-Südamerikcmern kräftig stiegen Kurzfristiges Geld stand dem Markte heute rei-chlicher zur Verfügung. Am Devisenmarkt setzte sich die Llbschwächung fort Für einzelne RebenvläUe formten die Zuteilungen wieder etwas erhöhl werden. Die gewöhnlich Montags etwas höheren Anforderungen entsprachen ung.fähr dmen vom Samstag. Der Ausfall der französischen Wahlen beeinflußte die Börse zunächst nicht ersichtlich, weil em abschliehendes Ergebnis noch nicht vorliegt. Der Frankenkurs wurde aus London mit ungefähr 76 etwas schwächer gemeldet. Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 12. Mai. Am Produltrnmarkt bleibt wegen der unveränderten Geldknappheit das Ge- lchäf>t außerordentlich still. Die Verläufer sehen sich unter diesen Verhältnissen teilweise zu Zage- ftänbntifen in den Preisforderungen veranlccht, ohne datz ,lch dieses aber in der Preisbildung selbst stärker auswlrkt. Weizen bleibt von her Provinz Sachfen dringend angeboten, ist aber twtz erneut herabgesetzter Preise kaum za verkaufen, weil die Mühlen keinen nennenswerten Weizen- rnehlabsah haben. Roggenmehl ist bei gedrückten greifen eher unterzubringen. Roggen, Hafer and Gerste hatten sehr stilles Geschäft. Von Fatter- stoffen waren Trockenschnihel and Kartoffelflocken flau. — Weizen, märt. 162 bis 165 (ab- geschwächt), Roggen, märf. 127 bis 133 (matt), Sommergerste, Braugerste 170 bis 186 (geschäfts- los), Wintergerste, Futtergerste 154 bis 162 (ge- schaftslvs), Haier, märk. 125 bis 132 (still) Weizenmehl (100 Kg.) 22,75 bis 25,25 (ruhig), Roggenmehl 19 bis 21,50 (ruhig), Weizenkleie 10 bis 10,20 (stetig), Roggenkleie 9,30 bis 9,40 (fest). Raps 300 (still), Leinsaat 400 (still), Dib ioriaerbfen 25 bis 27, kleine Erbsen 14 bis 15, Suttererbfen 12 bis 13, Peluschken 11 bis 12 Ackerbvhnen 14 bis 16, Wicken 11 bis 12, Lupinen, blau 11 bis 11,50, Seradella, alt 15 bis 15,50 neu 11,75 bis 13, Rapskuchen 10,20, Leinkuchen 19 bis 20. Frankfurter Getreidebörse. Franks ur t a. M., 12. Mai. Der Markt war gut betucht und es wurde. lebhaft gehan- kdett. Die Preise waren gegen das Ende der vergangenen Woche nur wenig verändert. Einzig Roggen war etwas fester auf größere Rach- frage. Für Futterartikel ist das Interefse nicht mehr so groß, bet eher Äwas schwächeren Preisen. Es notierten für je 100 Kg. Weizen, Wetterau 17,25 bis 17,50, Roggen 15 bis 15,50, Sommergerste für Brauzwecke 17,75 bis 18,50, Hafer, tnläab. 14,25 bis 14,50, Weizenmehl, südd, Spezial 0 26,50 bis 28,25, Roggenmehl 22,50 bis 23,25, Weizen- und Rogge nklere 9,25 bis 10 Mk. Frankfurter Pferdemarkt. fpd. Frankfurt a. M., 12. Mai. Die Beschickung des 'lyeute auf dem Gelände des Landwirtschaftlichen Vereins abgebaltenen Pferdemarktes war weniger reichlich, als sonst. Immerhin mochten 350 bis 400 Pferde aufgetrieben sein. Der Besuch durch die Händler war rege, die Landwirte fehlten wegen der dringenden Feldarbeiten gröf> tenteils. Der Markt verlief schleppend. Die Preise waren bei der Herrschenden Geldknappheit gedrückt. Immerhin wurden für gute Arbeitspferde 2000 bis 2500, für mittlere 1000 bis 1500 Mark angelegt. Größere Pserdetransporte gingen rvachRord- deutschland und nach. Bayern. Frankfurter Schlachtviehmartt. fpd. Frankfurt a. M., 12. Mai. 2luftridk 338 Ochsen, 71 Dullen, 921 Färsen und Kühe, 368 Kälber, 23 Schafe und 2265 Schweine. Es'wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht Ochsen: vollst. 50 bis 58, junge fleischige 42 chis 48, mäßig genährte 30 bis 40, Dullen: vollst, ausgewachsene 40 bis 45, vollst, jüngere 34 bis 38, Färsen und Kühe: vollst, ausgemästete Färsen 50 bis 57, vollst, ausgemästete Kühe 42 bis 48 ..wenig gut entwickelte Färsen 40 bis 48, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 35 bis 40, mäßig genährte Kühe und Färsen 25 dis 35, gering genährte Kühe und Färsen 10 bis 20, Kälber: feinster Qualität 50 bis 58, mittlere Qualität 44 bis 50, geringerer Qualität 38 bis 42 Schweine: unter 80 Kilo 42 bis 50, von 80 bis 100 Kilo 50 bis 56, übes 100 Kilo 53 bis 56 Mk. Dri allen Viehhaltungen war ruhiger Handel. Schweine hintertiehen lieber* stand. Büchertisch. — Diplomatisches Jahrbuch für 1924 (Gothaischer Kalender 2. Tell). Der Verlag Justus P a t h e s hat sich entschlossen, den diplomatischen Anhang seines bekannten Aofka» lenders gesondert herauszugeben. Zu seiner Vielgestaltigkeit, llebersichtlichkeit und, Zuverlässigkeit ist das Jahrbuch unentbehrlich für sämtliche Behörden des In- und Auslandes, für Journalisten, Militärs, Politiker, Handels- und Dankk^rren, Rationalökonomen und Statistiker und darüber hinaus für jeden Zeitungsleser. XTarzans Rückkehr in denllr Wald. Von Edgar Rice Durrouahs. 17 Dogen. Schöner Halbleincnband mit mehrfarbigem Künstlereinband. (Verlag Dieck & Co., Stuttgart.) Preis 4.80 Mark. Tarzan Band II erschienen! Run ist das begehrte Buch da. Es betitelt sich „Tarzans Rückkehr in den Urwald" und ist noch spannender als der erste Band. „Tarzans Rückkehr in den Ar- Wald" führt Tarzan durchs die weite Welt. Weit und voller Abenteuer ist fein Weg — in die ab- reißende Spanirung getaucht. Amerika — Paris — Algier — die Wüste — das Meer bezeichnen seine Route. Als müder Schiffbrüchiger wird er an den Strand ferner Heimat-Dschungel zurück- geworfen. Befreit vom Zwang der Kulturwelt, nimmt er sein altes Dschungelleben wieder auf, gerät in neue Gefahren und Enttäuschungen und zieht sich schließlich vereinsamt zu seinen Affen zurück. Dann greift die große Welt abermals in sein Schicksal ein. Jane Porter taucht wieder auf Alles in allem ein Dach, das jedem in atem« raubende Spannung verseht. | 27710 Die feine Zigarette 6 Schloß Amerongen I Großformat Stück 5/Pfg. H Rihofa • Zigarettenfabrik. Frankfurt/M, 8 lfr-anhoin?No’nl Deg.Dlasen-i^.Nierenleid.,selbstStein, nlullftoullL Hullll hilft best. Kh(rlssprudel Biskirchen 14 1. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) 3923D/ 1. Li- Donnerstag, den 15. Mai 1924, abends 8 Uhr Großes «00 Mark EWWsAl UO.I'G DonnerSt., 15. Mai, 8 Ubr, Stadtkirche Mfl-M zeigerS erbeten. 3900D Ullllllllllillllllllllllllilllllllf 1 Terpentin Schuhputz. macht wasserdicht Jgpr I _Cham. Werke Lubezuneki L Co. A.-0. Berlin-LlchtMibi ■6. Beriin-Llchltnheqi; Servus Kartenverkauf bei Ernst Challier —' • und an der Abendkasse ----- mit 220 zu t und vm also von 1924er ltal. Hühner, ein. 640 toaff rei tui Miße Ung' tungs 4 genl 2 gern. Flug? W lonui auf! sofoi gerk netr Spoi düng zeuge Osci ausgi bvrsk zeuge toaf 160' brnnt Ui 4 benfli 1 torige Nach dem Konzert Zusammenkunft der aktiven und passiven Mitglieder im Katholischen Vereinshaus stärk' Farbic davon koinma terie- W gtanfi den,d nicht e dasK Cßexgl fad) mad fahr die j leit hieq Fluc tor ( täglich frisch gestochen empfiehlt in bekannt. Güte billigst W. Hantel Neuen Baue 7. 010160 Telephon 612. uiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Beachten Sie bitte in Ihrem eigensten Interesse meine in kurzer Zeit erscheinenden Inserate! zerlegbare Ställe, Knochen- mllblen liefert [M1id GeHflgelhof.MerQen!- hetg; ?33. Katal. frei. DARSTELLER Maria Brinkenhof......... . Henny porten Paul Henckels Die Bantiger. Vornan von Hermann Stegemann. Paul Manning . A. Wiruboff Rudolf Biebrach . Alf Blütecher Gertrud Eysoldt - Robert Leffler Vortrag von Pfarrer Haupt, Mainz- Weisenau: „Die gnstände am Rhein" Alle Evangelischen sind herzl. eingeladen. Eintritt ,ret. 8M3D Eintritt frei. isra OK Heer^ Friede' W} steralw lerie* 1 fügung große- Kampf Degiml nen fügt päifci tarisch" ken D' Derkeh WUltä großer fichere lvährl stärke zösisch verans Jasper Brinkenhof Anton Brinkenhof Kardel-Fin, genannt der Spökenkieker' Hans Stedink, der Schmied Heinrich Jörn, Schmiedegeselle Jungfer Eli....... Lars, der Großknecht . . Ferner die ersten Aufnahmen: Das Eisenbahnunglück bei Belinzona Neuen Bäue 15 eröffne ich demnächst unter dem Namen Gießener Aluminiumhaus ein Spezialgeschäft in Rein Aluminium-Haus- und Küchengeräten Cafe Ernst Ludwig Telefon Nr. 190 IurAnfertigüng Mcher unö eleganter Samen- unö filnöernelöFr, Kostüme. Makel, Ball- unö SeselisUmsts-laiietlen, znm Be- ftltfen fierfelöen empfiehlt sich Frau Anna Nill Steinstratze 75 Ij f, OlOl« gegen Sicherheit von industriellem Unternehmen zu leihen gesucht. Schriftliche Angebote unter Angabe der Bedingungen an die Geschäftsstelle des Gießener An- ®r war aufgestanven unb reckte die 2tnmu als mühte er dieses aufleuchtende Stück *1d3 umfassen und an sich reihen. »Stell ab!“ rief er dem Chauffeur zu und duckte sich, um die Weinkiste unter dem Sitz hervorzuziehen. Der Motor verstummte. Dw Portwem lief trüb und blind in den silbernen Schuhenbccher, aus dem der Baumeister fett dreißig Jahren schlürfte, aber Gottfried Dom- tiger war den gerüttelten Trank gewohnt. Gr hielt den Becher einen Augenblick herausfordernd in das Morgenlicht und stürzte den Wein in vollen Zügen hinab. Dann fuhr er weiter. Als der Wagen nach dem Abstieg von der Flanke des Kahlenberges ins Tal der RunS ein- bog, die mit grünem Schwall unter den gedeckten Dnicken rollte, wurde der Baumeister unaeduldia und trieb zu gröberer Eile. Er sah vornübergebeugt und blickte starr geradeaus. Ec sah weder die Steinbrüche in denen seine Arbeiter den^roten Stein in groben Quadern von den schiefen Wanden lösten, noch die Ziegeleien, über denen eine erstickende Wolke gelben Staubes schwebte, er achtete nicht auf die Druhe, die seinem rasch jagenden Wagen folgten sondern fuhr blind und taub, von seinen Planen über die Umwelt hinausgehoben, durch den strah» lend aufgtzgangenen Tag. . ^^die Mittagsstunde schob das Auto in die dunkle Drückenwölbung, unter der sich die weihe schwarze Runs nach kurzem Lauf vermahlten, und hielt bald darauf auf dem Altmarkt vor Dantigers Haus. (Fortsetzung folgt) unb ihm Bart und Haare mit den Dünsten der entweichenden Rächt durchfeuchtete. Silbergrau, grüngeädert stieg der Moraen- himmel über die Berge. Als der Wagen die grobe Kehre des Kahlen- oerges erklomm, brach der Tag an. Das Gewölk tr«6 gleich einem Rudel bräunlich glänzender! Schafe gen Südwest, und die grobe Silbertafel des Bodensees blitzte aus elfenbeinfarbenen Morgennebeln. Bantiger hob sich in den Kissen und legte dem Führer die Hand auf die Schulter. Der Wagen bog ein wenig von dec Strabe ab und stemmte sich am Strahenrain fest. Hiec hielt er eine Weile mit gedrosseltem Motor still. Der Baumeister war schon oft des Weges gefahren und patte schon manchmal hier halten lassen, um den Ausblick von der Hochwarte zu aenieben. 3n Heister Mittagssonne, in goldener Abcndllarheit, in rieselndem Regen und wildem Wetter hatte er sich an dem Blick in die Tiefe ß«[a&t und jedesmal ein Stück Lebensfreude mit sich genommen. Auch heute trank er gierig die Reize des erwachenden Tages. Der Blick reichte so weit wie noch nie. Berg und Dal, spiegelnde, Seen, weihe Strahen, Helle Dörfer und dunkle Städte lagen im roten Frühschein vor ihm aufgeschlagen. Gottfried Bantiger blickte nicht mit dem Auge des Schönheitsuchers auf das vertraute Bild, smidern saugte sich mit Plänen, Hoffnungen^ Wünschen und seinem ganzen, ewig ungestillten Berlangen nach Besitz und Macht daran festi ..Herrgott, ist das schön 1 Gäb's da noch zu schaffen!" schrie er in sich hinein. Verknuse gegen sofortige Kasse __Jproie WkUWWen ’sn Roßhaar, Kavok und Wolle Beste Arbeit und Material' MMktWMll cn,1T ernitl. Neslektmen erfahren Näheres u „Pol'tcrwaren 20157" t. Gieh. Anz. Run fuhr er heim. Währens die anderen sich labt«' und gesättigt in den Taä schliefen, trug ihn der Wagen durch die dunkle Landschaft, durch verschlafene Dörfer und aufschreckende Städtchen, dem fernen Runs zu. Er konnte den Ort erst auf einem limtoeg erreichen, da die grobe Quer- verbrndung über den Sattel des Wolfenberges und das Schallerntal aufwärts noch in seinen Planen schlummerte. Aber er dachite nicht an pauS und Heim. Richt Heimverlangen trieb ihn, sondern die zum Handeln drängende Gewihheit, dah er keine Stunde verlieren durfte, um das' geplante Werk an sich zu reihen. Da überfiel ihn ein neuer schöpferischer Ge» danke Wie nicht von ihm selbst stainmend, stand er plötzlich vor ihm. Er sah die Strabe auf einmal zur Bahnlinie werden, die schnurstracks in die Rächt schob. „Donner und Wetter!" schrie er laut, und der Ehauffeur lieh den Wagen rascher laufen. Bantiger fieberte im schlingernden Gehäuse. Während noch Ausschüsse, Regierungsvertreter uno Abgeordnete an der Aussteckung und der Finanzierung des Strahenprojettes würgten während die Zeitungen den Lesern vorrechneten' dah die neue Verkehrsader vier Städte und neun- Midzwanzig Dörker verbinde und die Landschaft Runs dem Unterland fünfundneunzig Kilometer WW? kranke! Verb Sie auSfuhrl belehrende Grattsbroichlire Dr. Hugo Vrwo.V.w.b.S Berlin - Steaiitg 106* n^cr bringe, beschäftigte er sich schon mit dem Plan zum Dau einer Dahn, die dem Strahen- zuge folgen sollte. Gelang ihm das, so war der Strastenplan nur Vorspann für die Eisenbahn gemefen, die Strabe selbst nur gut für den kleinen Aer^hc von Ort zu Ort und für das Automobil, die Bahn aber wurde zum groben lebenspendenden Element, das vom ersten Pickelstrich bis zur Fertigstellung Tausende von Händen in Dewegung setzte, im Laufe der Zeit die ganze Gegend umwalzte und ihm selbst ungezählte Früchte in den Schob schüttete. Er lachte in sich hinein, er griff nach dem Aktenbündel, das neben ihm den Rücksitz füllte und legte die Hand darauf, als sähe etwas Liebes, Lebendiges neben ihm, das er gern näher an sich gezogen hätte. Es waren nur Strahenprofile, aber er fühlte schon die Dahn unter den Fingern und begann schon den Feldzugsplan zur Gestaltung dieses neuen Werkes zu entwerfen. Er hatte sieben Jahre an die Strabe gewendet und war bereit, noch einmal sieben Jahre an die Dahn zu verschwenden. Er war erst siebenundfünfzig Jahre alt und dachte noch nicht baran, feine grauen Haare zu zählen, dachte nicht an die Gefahren dec Zukunft, an drohende Weltstürme, an den Kampf, an die Parteiungen, die das Land zerrissen, an die Fülle der Lasten, die schon auf seinen Schultern ruhte und an die groben Verpflichtungen, die er eingegangen war, er sah nur das Werk, das ans Licht verlangte. »Fahr zul" schrie er dem Fahrer ins Ohr und schlug den Mantel auf, um die Luft einzu- schlürfen, die sich vor seinem heitzen Gesicht staute | ilk.1 non ttn‘ inf°l^ 5etn für 6 112; Gel' «n!