!tt. 2b? Erster Blatt U4. )ayrgang Mittwoch, 12. Novemver (Y24 Erscheint täglich, auster Zonn- und Feiertags. Beilagen: GiehenerFamilicnblätter Heimat im Bild. MonatL-vezurrprei«: 2 Goldmark u. 20 Bold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlisse: Schriftleitung 112, "21 erlog undBeschästsstelleSl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: Krantfutt a. M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnicf und Verlag: vrdhl'sche Umverfi1ö1§-Vuch- und bteindrnckerei R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: schulftraße 7. Annahme von Äiijc.hui für die lagesnummtr bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerdindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtli*8, auswärts 10 (Bolbpfcnnig; für Ne- Klame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig. Plahoorschrist 20° , Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: l)r. Friede Wilh. Lange; für den übrigen Teil. Ernst ‘Blumf*fin;fürbtn Anzeigenteil: ans'Beck, sämtlich in Gieszen. Die Krisis des Faszismus. Itallen befindet sich feit Wochen in einer heuen Krise: Unzufriedenheit mit saszistischen Auswüchsen und glühende Vaterlandsliebe weitester Devöllerungslreise haben sich zu einer Opposition gegen den F a szismus überhaupt zusammengefunden. Ihren Höhepunkt hat diese Krise bisher noch nicht erreicht, obwohl als sehr bedenkliches Anzeichen für die Zustande im faszistischen Laaer der Rücktritt des leitenden Ausschusses der Regierungsmehrheit in der Kammer angesehen werden muh. In diesem Ausschuh sind nicht nur Faszrsten, sondern auch Liberale vertreten, die auf Die nationale Liste gesetzt worden sind. Der Rücktritt des leitenden Ausschusses läßt nur die eine Deu- 'ung zu, dah die Gegensätze jetzt unüberbrückbar geworden sind. Eine besondere Roe erhält die nationale Krise noch durch das Auftreten Peppino Garibaldis, des Erben und Vertreters der noch immer machtvollen Garibaldinischen lleber- (ieferung. Garibaldi, der vor kurzem an einer vaterländischen Kundgebung teilnahm, wurde dabei von Faszisten überfallen und tat» sich angegriffen. Jetzt hat auch er dem Faf- ziSmus den Kampf angesagt. Es wäre verfehlt, aus dieten Vorgängen Ichlieften zu wollm, dah Mussolinis Stel- lung ernstlich erschüttert und der Faszismus aus dem besten Wege sei, unpopulär zu werden. Ganz so liegen die Dinge allerdings nicht, obwohl Mussolini die antisoszistische Bttoegung in Italien nicht unterschältt und durch ein soeben erlassenes Verbot Po Irischer Kundgebu ge, verbucht seine fasz'stifch.m Verbände von der Strohe semz'uhalten und somit Ausschreitungen zu vermeiden. Gerade das Auftreten der faszistischen Organisation hat im wesentlichen die antifaszi- sftsche Ctrömung gefördert. Es handelt sich aber, wie gesagt, lediglich um eine Krise im nationalen Coger die' ein Anwachsen der sozialistischen Be- vegung in Italien noch keineswegs bedeutet. Mussolinis Programmrede. Rom. 11. Rov. (Agenzia Stesani.) An ©teile bet für gewöhnlich bei dem Wiederzusammentritt des Parlaments abgegebenen Regierungserklärung hielt Mussolini in einer Versammlung von Abgeordneten der Mehrheit eine Rede, in der er hinsichtlich der Lage im Innern betonte, dah die Ordnung trotz einiger im übrigen schnell beendeter Streiks, trotz einiger sporadischer Zwischenfälle und trotz des Feldzuges der Oppo- sit onsprefse nichtemstlich gestört worden sei. Die öffentlichen Dienstzweige seien in ihrer Tätigkeit nicht unterbrochen worden; die Ration arbeite zähe weiter. Die Miliz habe dem König den Treueid geleistet, was eine wichtige Tatsache auf dem Wege zu einem normalen Zustand darstelle. Die Regierung beabsichtige, rasch ununterbrochen auf diesem Wege fvrtzuschreilen. Mussolini wandte sich gegen die Auslegung de8 Wo.les „R v r m a I i f i e r u n g“ durch feine Gegner, für die es einfach eine Ministerkrise bedeute. Die Mehrheit könne nicht das Spiel der Opposition unterstützen. Die Kammer könne und werde trotz der Manöver seiner Gegner arbeiten. Die Abwesenden hätten unrecht und würden unrecht behalten, denn während sie scheinbar für die Achtung vor der Verfassung einträten, hätten sie in Wirklichkeit eine verfassungsfeindliche Haltung eingenommen; sie hätten sich freiwillig isoliert. Die Mehrheit habe nicht die Pflicht, sie einzuladen. Der Druck des Faszismus würde le.cht durch die Z.ftrmmmeh in i der Partei g^ Snbcrt Se.k mH e c i Men te:i hätten d e sporadischen und ungesetzlichen Gewalttaten an Zahl abgenommen, ilebr gens würde jede Mn- gcfetzttchkeit, selbst wenn sie sich in ^n Re hen des Faszismus offenbarte, streng bestraft. Der Redner empfahl das Aufhören der F e st z ü g c und anderer öff mtl che Kandg Waagen aller Art; dafür solle man sich bei einfachen alltäglichen Arbeiten und guten Werten widmen. Dah der Faszismus einige unveiantworttiche Elemente ausgestohen hab:, fe. der Vereis dah man dem W unsche des Volkes nach Ruhe Rechnung trage. Rach zehn Iahren der quälenden Spannung fe eine Rerreideruhi- gung notwendig. Mussolini sprech über, die Teuerung als über e n: Erscheinung, die sich in der ganzen Welt bemeribav mache Das Vorgehen der Reg'erung gegen die Teuer mg war energisch und schnell. Um der gefährl chen Sp l lation einen Damm cntgegenzusezen h be d e Regieru ng die zur Reugestaltung und Verdes e.ung des Grundeigentums ins Leben gee iferten Organi a- fionen unterstützt, den Ge r.iöcbiu und die Brot- fabr.Iation beaufsichtigt, die Der org in, des Landes mit Lebensmitteln gesiche.t uno für der Ge- trc.dchandtt eine günstige Zvllp littk eia^esuh t. Alsdann ging Mussolini zur auswärtigen Politik über und zählte die Pakte, Abkommen und Frcundschaftsver träge auf. die von der Regierung abgeschlossen werden sind. Dies alles seien die Veweiie, dah dir Auhenpolitik der Regierung den Richtlinien vom Oktober 1922 treu bleibe, die lie politische Verwirklichung des Friedens und zugleich eine fe,:.:. ununterbrochene Verteidigung der politischen, wirtschaftlichen und moralischen Intereisen der Ration vorsehen. Man dürfe sich in Hinsicht auf die wirtschaftliche Zukunft der Ration einem gewissen Optimismus bingeben. Ste Reform des Äechtsw esens und die Reform, die die ge= verblichen Stände betreffe, hatten bemerkenswerte Ergebnisse. Das Ministerium des Innern brachte eme Reform der Verwaltung der Gemeinden und Prnvrnzen zustande. Dor kurzem erwiesen einige Kreuzfahrten den glänzenden Zustand der italienischen Flotte, die allgemein bewundert wurde. Während der beiden letzten äahre entwickelte sich das Flugzeugwesen großartig. Mussolini betonte die Wichtigkeit der in den Kolonien geführten Arbeiten, wie z. D. die Ausnutzung der Wasserkräfte im Iubaland und die Regelung der tripolitanischen und kyrenaiischen Fragen. Zum Schlüsse sagte er einfach, dah die Regierung ihre Pflicht getan und der Ration treu gedient habe, und forderte die Abgeordneten der Mehrheit auf, das selbe zu tun. Alle zusammen sollten stets an Italien denken. Minister und Deputierte dankten dem Redner mit einer begeisterten Beifallskundgebung. Der Beschluß der Opposition. Ausschluß vom Parlamcut. Rom. 11. Rov. (WB.) Die Abgeordneten der Opposition versammelten sich in der Kammer unter dem Vorsitz des Dolksparteilers R o d i n o. Dieser hielt eine Rede, in der er die Festigkeit und iln- abhängigkeit der Opposition hervorhob und das Bündnis der monarchistisch gesinnten Liberalen, Demokraten und Dolksparkeiler mit den Republikanern und Sozialisten. Der Bund der Oppositton wolle den Italienern die Sicherheit wiedergeben, um nebeneinander ein friedliches bürgerliches Leben zu führen; er verlange das Aufhören der Gewalttaten, die Entwaffnung der Bürger, die Wiederherstellung der Disziplin und der Autorität und die Gleichheit vordem Gesetz, das nicht mehr den Parteien und Cliquen unterworfen werden soll. Es wurde einftimmig durch Zuruf em langer Beschlich gefasst, der das Land in Kenntnis setzt, dah die Opposition den parlamentarischen Arbeiten fernbleiben werde, da die politische Lage die gleiche sei, gegen die sie sich am 27. Imtt ausgesprochen habe. Es fei nicht Sache der Oppositton. eine Lösung der Probleme festzustellen, die durch die Lage, die sie selbst nicht geschaffen habe, entftanb. Es fei aber natürlich, diese endgültige Lösung in einem Appell an dasVolkzu suchen und zu ftnden, der unter der Bedingung einer vollkommen verwirÜichten Gesetzlichkeit und mit allen politischen und moralischen Garantien vor sich gehen solle. Zrun Schluß wird betont, datz nicht nur die Opposition, sondern auch alle Länder und Parteien, die am politischen Leben teilnehmen. verpflichtet seien, ihre Meinung genau zu formulieren und die klare Verantwortlichkeit der gegenwärtigen Lage gegenüber zu übernehmen. Mussolini zu allem entschlossen. Rom, 12. Rov. (TU.) Mussolini hat in einer Unterredung mit dem römischen Berichterstatter der „Chikagv Tribüne" seiner Absicht Ausdruck verliehen, wenn nichts andere- übrig bleiben sollte, zum äußersten Mittel zu schreiten, d. h. zur Auflösung des Parlaments und zur Verkündigung der Diktatur. Mussolini sagte: „Ich halte die Faszisten im Schach; wenn ich ihnen die Zügel schießen lassen würde, dann wäre es mit der Opposition aus. Sie zittert vor Furcht. Die Vertreter der Opposition wenden sich um Schuh an mich." Schwarzhemden gegen Nothemden. Von unserem römischen ^-Korrespondenten. Rom, 6. Rovern der. Mussolini yat wirklich Grund dazu, m sein tägliches Morgen- und Abendgebet den Stvh- seuszer einzuschl testen: Gott schütze mich vor meinen Freunden! Rach dem dummem Mord an Matteotti erfahre er das Problem in seiner ganzen Schwere und rief anklagend aus, nur sein grimmigster Feind habe ihm derartiges antun können, aber in der Folge fand er nicht den Mut oder er bat die Kraft nicht mehr, das Gestrüpp, in dem er sich mit jedem Tag tiefer verliert, auszuroden. Konnte er bei den faszistischen -Uebcrgriften in der Provinz bisher einigermahen zur Entschuldigung anführen, er könne eben nicht überall zugleich sein und nach dem Rechten sehen, so muh er nun erleben, wie der rasismo, die Willkür Herrschaft der Unterführer, sich sogar in den Hauptstädten brettmacht, ja in Rom selber einbringt. Keine faszisttsche Feierlichkeit mehr ohne einen bösen Ausllang. immer das Rohe dicht neben dem Hohen. Uebergrisfe ohne Zahl, rauchende Zeitungshcmsen. Stürme auf Gebäude der Oppositton und Schlimmeres. Der Duce muh es erleben, dah die pompöse Jahresfeier der Revolution in einen Mord aus läuft und seine eigene Miliz ihre eigenen Kameraden verhaften muh. Und ein paar Tage später wird der Rationatteiertag des 6tege5 über Oesterreich durch den schweren Zusammenstoh auf der Piazza del Popolo getrübt. Rach der Darstellung des Bundes „Italia I i b e r a‘‘ wurde der Zug aus Lautenden feiner Mitglieder, die sich zur Siegesfeier begeben wollten, von Faszisten überfallen, wobei es eine Reihe Verwundeter, in der Hauptsache freilich Faszisten. gab. Dieser Bund „Freies Italien" ist zwar national bis auf die Knochen, bestreitet aber dem Faszismus das patriotische Monopil. Er setzt der Gewaltherrschaft den Gedarrten der Freiheit entgegen und man muh zugeben. dah er damit bei den heutigen Umständen viel Zulauf findet. Eine seiner zugkräftigsten Erwerbungen war das niinbusumstrahlle Häuflein der Rothemden, der alten Garibaldianer. Und nun will es der Unstern Mussolinis, dah der faszistifche Angriff gerade dieses verhimmelte lebendige Symbol der Ration traf. Dec General Peppino Garibaldi hat daraufhin ein Manifest „An die Italiener" erlassen, in dem es heiht: „Tausende von Frontkämpfern wurden heute, am Jahrestag des Sieges, in Rom. in Erfüllung ihrer heiligsten Pflicht, feiger®, i ; mit Revolverschüssen in einem von Soldaten der faszistischen Miliz vorbereiteten und durchgeführten Hinterhalt angegriffen. Wir, Erben der garibaldianischen Tradition und Vertreter der Freiheitskämpfer, bringen dem Volk diesen feigen, die Ration entehrenden Hinterhalt zur Kenntnis. Das Rote Hemd hat sich immer auf allen Schlachtseldem für die Erhebung der Völker geschlagen, fünf gegen zwanzig. Heute aber widert uns der Gedanke an, dah die auf ihre Unbest ras bar kett zählenden und uns völlig waffenlos wissenden Reaterungsbanden alle vergangenen Tyranneien an Rtedrigteit Überboten haben. Für das Vorgefallene halten wir bireft verantwortlich den Chef der Regierung." Das ist starker Tabak, wie man ihn augenblicklich in Italien liebt. Es gibt Leute, die schon eine garibaldicrnische Freiheitsbewegung wider den FasziSmus Heraufziehen sehen. Äundgebungderitalienischen Kriegsteilnehmer. Rom, 12. Rov. (TU.) In einer Kundgebung, die der Hauptvorstand der Vereinigung ehemaliger Kriegsteilnehmer an das italienische Volk veröffentlicht. heiht eS u. a.: Die ehemaligen Kriegsteilnehmer wollen eine neutrale Haltung einnehmen, die über dem wechtelnden Glück der Parteien steh!. Berichte an die beiden Kammern und an alle Mitglieder der Regierung enthalten eine formelle Einladung, auf die Stimme des Landes zu hören und die nötigen Mahnahmen> zu ergreifen, den Gewalttaten ein Ende zu beteilen und das Gesetz zu seiner Qlneriennung zu verhelfen. Die Erklärung be'chäfligt sich wei'er mit der Tatsache, dah dieRegierungweder den Willen noch die Kraft haben werde, um dem Lande den Frieden wiederzugeben. Die italenttche Beoölke u g und i s- besondere das Parlament mögen ihren Einfluh auf die Machthaber ausüb n Zum Schluß enthält das Manifest eine sehr bedeutsame Anspielung auf die Aufgaben des Herrschers. Die Erklärung ist jedoch nicht als eine Kriegserklärung der ehemaligen Kriegsteilnehmer an di» Regierung auszufassen. In politischen Kreisen wird vielmehr das Ma-nifest als di: letzte Aufforderung an die Regierung beurteilt, die schwere Lage, in der fid) das Land befinde!, zu ändern. Tie politisch» Si uatton müsse als ä u h e r st kritisch angesehen werden. Die Kam rer geh? unter sehr ungünstigen Dedingun,e i für die Regierung an die Arbeit. Die faszistische Majorität sei ernstlich erschüttert. Die Kriegsverstümmellen zu den Vorgängen des 4. November. Rom, 12. Rov. (WTB. Funkspruch.) Der leitende Ausschuh der Kriegsverstümmelten stellt fest, dah die Kriegsverstümmelten am 4. Ro- vember unmittelbar vor dem Grabe des unbekannten Soldaten und vor dem sog. Altar des Vaterlandes angegriffen und dadurch daran verhindert worden seien, einen Kranz nieder- zuiegen. Besonders aber bedauere es der leitende Ausschuh, dah die faszistische Partei bis heute kein offenes Wort des Bedauerns übet diese Angriffe ausgesprochen habe. In Anbettacht der ernsten Lage des Landes unterdrücke der leitenbe Ausschuh feine Bitterkeit, um nur die Regierung ein letzlesmal daran zu erinnern, ihren Anhängern strengste Disziplin aufzuerlegen, die sich die ganze Ration schon lange auferlegt habe. Der sozialistische „Avanti" wurde gestern aus bisher noch unbekannten Gründen beschlagnahmt. Faszistische Verteidigung. Rom. 12. Rov. (WTB. Fankspruch) Das Presseamt ter faszisttschei Partei erklärt, dah de Anklage der Kriegsteilnehmer treei der Vorgänge am 4. Rov zu allgemein und auch über4 rieben sei Gerade die F s'ung der Anklage im Komm mique der Kriegsteilnehmer b:tre"te, dah die Totgänge nur von geringer Bedeutung Lien. Der F sttsmus h be dagegen ar diesem Tag: des 4. Rov 4 T-te und viele Verwundet: im gingen Lande geh ibt. Die „3talia Liberia“ sei eine umstürzlerische Vereinigung, geg.-n die sich allein und ausschl estlich die Angriffe einzelner Faszisten gerichtet batten. Wechsel im Auswärtigen Aus- schutz des amerikanischen Senats Reuyork. 11. Rov. (TU.) Der bekannte amerikanische Senator Lvdge, eure der markantesten Persönlichkeiten der Republikanischen Partei im Senat, ist nach längerem schweren Leiden geft orben. Frankfurt a M. 11 Rov. (LU.) Senato' B o r a h wird automatisch sein Rach ?lgev in Vorsitz des Auswärtigen Senats- au s fchu sses. Dorah, der für eine Anerkennung der Sowjetreqierung etn- tritt. wird voraussichtlich in Konflikt mit S a ts» fefretär Hughes kommen, dessen Rücktritt man vielfach voraussagt. Eine Anerkennung d- Vo.v- jetregierung durch die Vereinig n Staaten ist aber unwahrscheinlich, da das Wahlresul at das Rückgrat des Präsidenten C o o 1 i d g e sehr gekräftigt hat. Abbruch des österreichischen Eisenbahnerstreiks. Vercinbarnttgeit zwischen Rcgicrnno und (Gewerkschaften. Wien, 12. Rod. (TA.) Der Streik der Eisenbahner ist in den gestrigen Abendstunden abgebrochen worden. Der Dienst ist bereits heute nacht wieder ausgenommen worden. In den Verhandlungen zwischen den Dertre« tern der Eisenbahnerorganifationen und der Generaldirektton der Bundesbahnen nahmen die Der» treter der Eisenbahner den Vorschlag deS Präsidenten der Bundesbahnen an und erklärten, ihn heute in den Ei'enbahnerdersammlungen zur Be- schluhfassung vorzulegen. In diesem Vorschlag geht die Generaldirektion der DundeLbchnen über die vor AuSbruch deö Streiks gemachten Zuge> stündnisse für dieses Jahr nicht hinaus, erklärt sich jedoch bereit, für das kommende Iahr in der Frage der Besoldungsreform weitere Zugeständnisse zu machen. Dor einem zweiten Kabinett Seipel. Wien, 11. Rov. (WTB) Die mit Spannung erwartete Sitzung des Rattonalrats nahm einen kurzen ruhigen Verlauf. Die Abgeordneten waren fast vollzählig erschienen. Die Ministerbank war leer. Bundeskanzler Dr. Seipel und die übrigen Minister hatten Sitze bei ihren Parteien eingenommen. Die Tribünen waren überfüllt Präsident Miklas verlas das Schreiben he3 Bundeskanzlers, in dem von der Demission der Gesarntregierung und ihrer Betxruung mll der vorläufigen Weiterführung der Ge haste Mit» teHung gemacht wird. Er berief darauf für heute eine halbe Stunde nach Schlust der Sitzung ton Hauptausschust, damit dieser seiner versassungs- mästigen Pflicht entspreche. Im Hauptaussckuß erfiärte dann Bundeskanzler Seipel sich bereit, den Auftrag zur Bildung der Regierung zu übernehmen, um mitzuholssrt, eine möglichst rasche Beendigung der Krise herbeizufirhren. Er müsse jedoch darauf aufmerksam machen, dah die M lglieder der bisherigen Regierung enfichlossen säen, sich zu der Frage, ob sie ihr Amt wieder übernehmen können. erst dann zu üuhern, wenn gewisse Voraussetzungen geschaffen seien. Es handle sich nicht nur um die Beilegung des Streiks, sondern um die gröhere Frage, ob die Sanierungspvlitik, d.-ren T äger die jetzige Regierung fei, ihre Fortsetzung finden solle, und zwar mit jener Zielsetzung auch in zeitlicher Beziehung, die sich aus den Verhandlungen der jüngsten Vergangenheit ergeben habe, oder ob durch ein Rachgeben gegenüber den Wünschen von Einzelgruppen über die durch das Budget gezogene Grenze eine Verlängerung bet Aebe.rgangszeil bis zur Vo lenbung des San e ungswerkes herbei- geführt werben dürfe. Er müsse daher erst durch eine Aussprache mit den Parteien des Hauses und auch durch Beobachtungen auster- halb dieses Kreises, was bub fon'terc rom Ausgange des Eisenbahnerstreiks gelte, die lieber- zeugung gewinnen, dah er die Verantwortung für die weitere Führung der Staatsgeschäfte übernehmen könne. Die Arbeiterpartei und Macdonald. Der Vxpremier in die Ferien geschickt. Reinigung der Partei. London, 12. Rov. (TU ) Der Vollzug-' rat der Arbeiterpartei bz chloh um die Spaltung in ter Arbeiterpartei n cht zu rerg ö- stern, Macdonald weiter als Führer zu behalten. Gleichz i ig wurde jedoch be ch'_o ser, rast der Ge undh.itszustand be: ch malig: r Ministerpräsidenten lange Ferien no wend g macht Daher wird man in etwa 14 Tagen 'Illa do ald auf eine Reite nach Südamerika schilen de etwa 3 Monate beanspruchen dürste. Es heiht, man habe Macdonald ferner das Ve sprech rn abgezwungen. ( ine Entschei u g zu treffen, oh e andere Führer wie Cleynes. Sn-Wden. He^dcr- son zu Rate zu ziehen. Während be 21 e ei- ff eit Macdonalds wird Snowden als st U v.v- trötender Parteiführer am icren. De Dol zuzs- rat beschloß ferner, die Inte lige ä bteiui ] er Partei zu beauftragen, verschie e e prli ttche Pläne zu entwickeln, und zwar uiter De nick ich- tigung der Frage, pb die Arbei erpar'ei mit den Liberalen au r am men gebe n soll. Ferner wurde noch be ch'o te.i so or i i ch sämtlicher kommunistischen Elemente zu entledigen. Der Gewerk cbaf e ko g eh wird jetzt eine ausgedehnte Prepagartda e rnte, en, um den Industriekampf in andere Bahnen zu I lenken. Paris mit Balowin zufrteoen Paris, 12. Rov. (T. U.) Die Rede Baldwins wird in der Pariser Presse durchweg günstig ausgenommen. Der „Temps" geht von der Feststellung ans, daß die konservative Regierung die Revision des Genfer Protokolls beantragen werde. Damit sei die für Öunt 1920 in Aussicht genommene Abrüstungskonferenz in Frage gestellt. Baldwin hat formell zugesichert, dah die britische Regierung auch weiterhin dem französischen Kabinett die freundschaftlichste und nachdrücklichste Unterstützung in der Außenpolitik bieten wird, eine Zusage, die es der französischen Regierung in so hohem Mähe erleichtern wird, unzweideutig die vertrauensvolle Zusammenarbeit der beiden Regierungen in der internationalen Politik zu betonen. Werden die deutschen Reaktionäre begreifen, dah ihnen London bei dem Versuch, die Ungültigkeitserklärung des Versailler Beitrags durchzusehen, jede Hilfe versagen wird? „Journal des Debats" meint, die deutschen Reaktionäre müh-'en jede Hoffnung fahren lassen, dahGrotzbr tamiien in irgendeine Abänderung des europäischen Statuts ein- willigen werde. H e r r i o t hat sich gestern zu dem englischen Botschafter, Lord Creve, begeben, und ihm für seine gestrige Bogrübung sowie für die Grütze der britischen Regierung gedankt. Herriot versicherte dem Botschafter, dah die freundschaftlichen Worte, mit denen Baldwin am Montag seiner gedacht hätte, ihn sehr gerührt hätten. Der Kampf gegen die spanischen Revolutionäre. Cin Aufruf des Direktoriums. Madrid, 12. Rod. (TU.) General Magaz ruft alle Männer, die guten Willens find und das Vaterland lieben, sowie treu zum Direktorium stehen, aus, um die Auslou.rg allos Bestehenden zu verhüten. Die redolu.ionäre Bewegung gehe von gewissen Intellektuellen, vereint mit katalanischen Separatisten und Sozialisten, aus, die sich hinter der französischen Grenze organisieren. Spanien sei in Paris diplomatisch vorstellig geworden. Das Direktorium sei ent chl-p sen, m i t eiserner Strenge vor^u gehet. Magag äuherte, die Bewegung sei um so Verb echerischrr, als gegenwärtig Spanten seine bester Krisle einsetzte, um das Mar^kkoproblem zu lö en. Gestern wurden neue Verhaftungen in extrem linksgerichteten Kr isen vorgenrmmen. Jnsge am sind bisher 80 Personen ve.-haf e: toorben Un ec den Verhafteten befindet sich auch der Rad.ka'e A l v a r e z, dem Beziehungen zu anarchistischen Verschwörungen nachgowieen werden konnten. Ludendorff. Ein Bermkttlunqsverfnch Hindenburgs M ün ch en. 12. Rov. (WTD.) Der .Völkische Kurier" in München veröffentlicht die Darste.l ng eines Vermittlungsversuches Hindenburgs zwischen Kronprinz Rupprecht und 2u« dendorff. Hindenb. rg erklärt in seinem Schreiben cm Kronprinz Rupprecht, dah er sich überzeugt habe, dah, nach der Erklärung Ludendorffs der Tatbestand einer verleumde ritschen frevent lichen Beleidigung nicht 'v o r l i e g e. Diese Beschuldigung sei von Kronprinz Rupprecht auf Grund von Mitzverständ- Tiiffen erhoben toor-en. Er könne daher dem Tee- -langen Ludendorfss auf Zurücknahme der Vorwürfe die Berechtigung nicht absprechen. Hindenburg macht einen Ausgleichsvorschlrg nach welchem Ludendorff sein Bedauern we ei der Beleidigung auSspricht, de er Kronprinz Rupprecht durch die Wicderg 6- der Aeu er n- gen der „Bohania" zugefügt habe und bereit fei, eine entsprechende Erklärung vr b e.ten zu l sen Kronprinz Rupprecht feinerlei ss l n ch den Vorschlag Hindenb irgs die gegen Ludendorff e - hobenen D.schuldigungen bedauerndzurück- nehmen. gum Fall Leinert. Hannover, 12. Rov. (WTD.) Auf dem Mherordentlichen Dezirksparteitag der Sozialdemokratischen Partei wurde trotz des Widerspruches der Delegierten der Stadt Hannover ein Antrag des Bezirksvorstandes mit grotzer Mehrheit angenommen, Oberbürgermeister Leinert an sicherer Stelle a u f die preutzische Landtagswahlliste zu sehen. — Der Magistrat hat dem Antrag des Oberbürgermeisters Leinert, ihn zum 1. Januar 1925 mit den ihm zustehenden Bezügen in den R u h e st a n d zu versehen und ihn bis dahin zu beurlauben, zugestimmt. EL?. kl --------- Der Neichswahlvorschrag der Deutschen Volkspartei. Der eben ausgestellte Reichswahlvorschlag der Deutschen Volts.artei enthält 31 Ramm, darunter an erster Stelle den Reichsautzenminister Dr. Strcsemann, Fmu Direktor Matz, Stettin, Reichsm nister a. D. Dr. Scholz, Gewerkschaf ts- vorslhender Thiel, Malermeister Hare- mann, Reichslandbundpräs deut Hepp Seel- Mi, Geheimrat D. Dr. Kahl, Geheimrat Dr Rietz er. Ob.rroäinspettor Moraht, Syndikus Dr. Keinath Generaldirektor Dr. Sorge Lokomotivführer Seibert, Rechtsanwalt Sin- 2eeh • Bizeadmiral a. D. Mayer-Wal- oeck, Staatsiekretär z. D. K a m p k e s Das gerichtliche Nachspiel zu den badischen Unruhen. Freiburg, 11. Rov. (WTB.) Am Donnerstag beginnt im hiesigen Landgerichtsgebäude 5et für mehrere Wochen berechnete Hochverrat s p r o z e tz vor dem Süddeutschen Senat des Staatsgerichtshofes zum Schuhe der Republik. 3n dem Prozetz sollen 41 Angeklagte abg»urteilt werden, die in den bekannten September- Mvuhen im oberbadischen Wiesental, insbesondere m Lörrach, Schopfheim. Säckingen usw. die Hauptrolle gespielt haben. Wie erinnerlich, sind damals m wiederholten Fällen Zollbeamte a n ge = zriffen und entwaffnet worden. Die zur Wiederherstellung der Ordnung eingesetzte Schutzpolizei wurde mehrfach angegriffen, so dah es zum Waffengebrauch kam. 3m ■-öerluuje Der arnruyen ivuroe u. a. ein erfolgreicher Sturm auf das Gefängnis in Lörrach von den Demonstranten durchgeführt und die Organe zur Aufrechterhaltung der Ordnung stark bedrängt, verschiedene Fabrikanten schwer mitzhandelt, so dah letzten Endes von der badischen Regierung der Belagerungszustand bis zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung erklärt werden muhte. 2lus aller Welt. Z. R. III amerikanisches Eigentum. Reuh ork, 11. Rov. (Kabellienst der Täl.) Rachdem Marinesekretär Wilbourn dir Papiere unterzeichnete, durch die Z. R. III offiziell in den Besttz der Vereinigten Staaten übergegangen ist, wird Staatssekretär Hughes die deutsche Regierung benachrichtigen. Die Taufe des Luftschiffes auf den Ramen „Los Angeles" soll schon in den nächsten Tagen erfolgen. Z. R. III wird dann in kurzer Zeit verchi»'ene Probefahrten unternehmen u d trahrsch i • lich Reuyork. Philadelphia uno Washington be uchen. In Marinekr.kse i wird ter Pl«n der Einrichtung eines dauernde i Transozeanverkehrs für Passagiere und Lasten erwogen. /St. Eckener wird stch Hute in Washington verabschieden und an 15. R.v.mber d e Heimreise nach Deutschland an re en. Marinesekr^tär Wilbourn erklärte Pressever re- tern, das Zepp<.linlufcsch-iff werde unter amerikanischer Benurnnung brwei'ei, dah es für den Handelsverkehr auf langen Strecken g änzend zu verwerten sei. Zu dem Abschied Dr. Eckene s schreibt der „Rruyork Harald", der deutsch- Füh- rer werde bald nach den Vereinigten S.aaten zurückklhren, um für die G o o d h c a r - Z e p p e - lingesellschaft zu arbeiten. Waffenstillftandsfeiern. London, 11. Rov. (T. öl.) Heute wurde der Waffenstillstandstag mit grotzer Feierlichkeit in ganz England begangen. In London war der Platz um das Chrenvenkmal von Whitehall vom frühen Morgen an von einer groben Menschenmenge belagert. Ms es von Diggam 11 ölhr lAug, wurde durch einen Kanonenschutz das zwei *■“* lneffen und Hessen-Rassau nicht, wir ursprünglich vorgesehen, in Giehen, sondern am 3. Dezember m Frankfurt a. M. ab. " ie,emeinveabendder Matthäus- G em e i n b e. Am Sonntag sprach in der Stadt- firebe auf dem Gemcindeabend der Matthäus- Gemeinde Heinrich Raumann aus Ranzenhausen. Dah Heinrich Raumann auch bei uns in ©ieflen eine Gemeinde hat, die ihn gern hört, be- toieS die bis auf den letzten Platz gefüllte Stadt- kirche. Das Thema seines Vortrages war: W o ist nun dein Gott?" Der Redner schillterte das Erlebnis des Glaubens und seine Fragestellungen auf ihren 3 Stufen. In der Aitterstufe auf dem Standort, wo auch die Wissenschaft notgedrungen steht, lautet die Frage so: „Wo ist • _2Iber die Rot des Lebens drängt zur höheren Stufe: zur Mittelstufe, wo die erste Frage persönlich wird: „Mo ist dein Gott?" Prächtig führte Raumann aus: Dein Gott ist da, wo deine ' Heimat mit ihrer Schönheit zu dir spricht, wo : eine Mutter ihr Kind betreut, wo Mann und Frau sich wohl verstehen und Hand in Hand durchs Leben gehen. Das Tiefste aber hatte der Redner i ou sagen, als er von der dritten Stufe des Glaubens redete: von der Oberstufe,- wtz. die grotzrn Enttäuschungen des Lebens der gläubigen Seele 1 bie Frage zurufen: „Wo ist nun dein Gott?" Die Examenssttife des Glaubens. Eine Frage die bi^ ins Letzte führt und Letztes gibt. Tief ergriffen lauschte die Gemeinde vom schlichten Mann bi . xum Hochschulprofessor den ernsten Worten des Redners, der alles wundervoll in Bildern aus dem Leben zeichnete und den Hörer vor Realitäten stellte. Was Raumann zu sagen hatte, das verstärkte der Vortrag dreier Lieder unsrer Groben eines Dach, Beethoven, Mendelssohn, Lieder, die Bekenntnisse des Glaubens und Hoffens auf Gott waren Frau Dr. med. Weyl sang die Liedei mit ihrer weichen, sympathischen Altstimme und trug wesentlich zum Gelingen des Abends bei. k. Konzert des Gesangvereins Heiterkeit". „Mas der Tau den Fluren, sind der Seele Lieder." Unter diesem Leitmotiv stand das Konzert des Gesangvereins .Heiterkeit" am Sonntag in der Reuen Aula. Sämtliche Dorgetragenen Werke zeigten genaueste Herausarbeitung der musikalischen Feinheiten, wie der Aussprache. Besonders im forte trag die exakte Behandlung der Vokale wesentlich zu dem Wohlklang des Chores bei. Dagegen bedarf das piano, besonders in den Tenören, noch einiger ■Hebung. Der Leiter des Chors. Wilhelm Schättler zeigte sich seiner nicht leichten Ausgabe durchaus gewachsen. Die Auswahl der Lieder tixrr recht geschmackvoll und zeugte von dem feinen musikalischen Empfinden des Dirigenten. Mit Hegars „Schlafwandel" hatten sich Chor und Dirigent eine schwere Aufgabe gestellt, die sie aber glänzend lösten. Dieses Lied zeigte deuttich, dah der Chor auch schwierigen Kunstchören durchaus gewachsen ist. Auch Hans Wagners .Gotentreue" machte dem Chor alle Ehre. Recht wirkungsvoll vorgetragen'wurden ferner zwei Volks- Lieöer tron Hegar und Silcher. Sein Können auf oem Gebiete heiterer Lieder zeigte der Chor in „Der Käfer und die Blume". Richards packendes und doch tiefinniges Werk „Wogender Rhein" ries ebenfalls grobe Beifallsstürme hervor. Der Gast des Abends, Adolf Permann (Frankfurter Oper), verfügt über eine sehr sympathische Bariton stimme, die sich besonders in der Tiefe durch ungeheure Kraft auszeichnet. Löwes Balladen: Heinrich der Vogler, Odins Meerritt und Prinz Eugen, wurden von ihm wirkungsvoll zu Gehör gebracht und fanden reichen Beifall. Bergers „Lied des Korsaren" und die Kavattne des Sigaro aus „Barbier" zeigten die tadellose Atem- technik und die schlanke Dvkalbehandlung des Künstlers besonders deutlich. Das begeisterte Publikum zwang dem trefft djen Sänger noch eine Zugabe ab. Die Klaviersvlis Julius Hahns der schon bei seinem Auftreten mit stürmischem Beifall begrubt wurde zeigten wieder einmal die birtuofe Technik und die künstlerische Ausfassung des Pianisten. Besonders Webers „Perpetuum mobile" und Mendelssohns Scherzo ll°Moll bestätigten die feindurchdachte Art des Vortrags. Es waren wieder mal sehr genuhreiche Stunden, die man bei der „Heiterkeit" verbringen durfte.' " DieReichskurzschrift. Man schreibt uns: Den Zeitverhältnissen Rechnung tragend, eröffnet auch der älteste Stenographenverein ' unserer engeren Heimat, der Gabelsberger Steno- graphen-Derein von 1861, gemeinsam mit dem Damenverein Gabelsberger von 1900 am nächsten Montag, abends 7 älhr, in der Dezirksschule(West° anlage) einen Anfängerlehrgang in der Reic^- kurzschrift. Man beachte die Anzeige in der heutigen Rümmer. ** Personalien. Ernannt wurden die Lehrerin Emma Keil zu Friedberg zur hauptamtlichen Fortbildungsschullehrerin an der Fortbildungsschule zu Friedberg mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 ab; der Lehrer Johann Karl Roe es zu Darmstadt zum Lehrer an der Dolks- chule zu Giehen; die Lehrerin Dora Baum zu Giehen zur Lehverin an der Volksschule zu Darmstadt. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater, 63/< älhr: „Dorine und der Zu» all". — Lichtspielhaus, Bahnhofstratze: „Der Schatz der Gesine Jakvbsen". — Hess. Bilder- bühne: „Die Macht der Finsternis". — Auf den Wilhelm-Busch-Rbend der Dortrags-Dereinigimg, ber in seiner Art ebenso eigen wie inte reff ant fein dürfte, fei nochmals verwiesen. (Siehe heutige Anzeige.) — Militär-Streich-Konzert. Man chreibt uns: Im neu.rbaute i Saalbau Sauer. Os- waldsgarten, findet m rgen, Donnerstag' (gelegentlich der Eröffnung >. abends 8 älhr ein grobes Militär-Stieich-Konzert der Ka"cll; d.s hiesigen Jaf-Regts unter Leitung des Diri en en Obermufihneifter Löher statt. Die Mu itfo'ge u. a. Wagner. Deriot. Gounod. W be: u a m, bringt reichliche Abwechslung. Die Leistungen unserer Regimentskapelle sind in allen Kreisen der Stadt bekannt, und so darf man wohl arm f>- men, datz auch diesmal wieder jetter Besucher eine Erwartungen erfüllt sehen wird. — Die Seeschlacht am Skagerrak, wie sie wirllich war, soll am Freitag nachmittag und abend im groben Hörsaal der älniverätät im Film gezeigt wer en K p t.inleutn-'nt M mm wird den Begleitvor-trag halten. Man b.achte die heutige Anzeige. Landkreis Gießen. X Lang-Göns, 11. Rov. In den letzten Tagen erfolgten hier gröbere Grundstücks- Verpachtungen. Fast durchweg blieben die Grundstücke in der Hand der brsheiigen Pächter, wo hier und da einmal ein Wechsel stattsand, kamen geradezu ungeheuerliche Preise heraus. Zunächst lieb dre evang. Pfarrei 115Mor- gen verpachten, wobei 20 Proz. als Steuer aus SÄ' obwohl lau" pi-' Jahren ob LL & ME Vevielnoe res W” öS*« finden« Ichluh sthr ru f ® rünbe rat sprach fw sechs Stimmen amtlichen D Mitgli^ M« bürgcrmeiM bei der Ä nicht genügend ' hin. Dereme ir sewiLchmcklu K vto. 2uhb kt neu aewähl bet am Freüag welcher, wie t Hardt-Friedl Muhren Md Leiter für die 2 germeifterll ter verschiedene gewählt werden, auch die Megi für ihre Lehrlim kaufmännisc bmg des burei Anzahl Interess Einladung der' tung zur Desich! Ausstelluni Diese, in dem g< tergebracht, lii Weile hier 6ii lieber gewerblf rung, Technolog stteckt sich der I während in er Kursus die jung eiiernrn Decher die sie nach eign werden. Erst, v» gen Maschinenlch chnen eiMIiche den sie an die M sie nur in der Le realschuie h gentlich des 16 Echiilerzuei geladen. Frl,C Aöner, tempei ^chillerschen Di lenstein, den M bau von Orleo Stuart, sowie wahrend Frl ^"ger Stimm« vottrug, N^lchttge ct>< Desrrksspa & Äc Kre s jr ^.Kreisamt- freier i "ffeti'ircftor (5 Mortencn % ^uig^rm?ist 1. ch /J*1 uni in itoi fort”» yte* 'M HÄ« Ä> «jS dkch" *> Tlau y*! 'Wn 5cd. Mott?' 5. ZVNfer fe. «w£ “A das ve: ;fDä±b ''.^eder, die e"s auf To» « die Liede, Ltitinune und enbäbei. ^Vereins > 5!urcn. Iem ßdhnoüb S? "Heiler. E. Samt« enaueste §er- ^heilen, die »te trug die ^liich -u dem m bedarf das noch einiger 1', Wilhelm leichten Aus- Auswahl der rügte vvn dm 3 Dirigenten, sich Chor und M die lie oigte deutlich. Hören durch- new „Goten- Recht vir- ztoei Doltt- Können auf der Chor in rdS hackend» inder Rhein" hervor. Der ann (Frank- r shmpachilchc in der Diese Löwes Salla- Meerritt und irkungSvoll zu ■BeifalL Der- Raöahne b» »ellose Atem- inblunfl des tä begeisterte rger noch eine us Hahns, it stürmischem »er einmal die »e Auffassung „Perpetuum ) E-QM be- >c5 Dortrags. eiche Stunden, »ringen durfte. . Wan schreck ig ttagend. er- jenwein un- berget Steno- sam mit dem >3 am nächsten -ksschulefDesl' n der Reichs- ge in der heu- [ wurden die -»»" y: an der Jon Wirkung vom IohurnKan an der W ,ra Baum zu Wschule 3i Wittwoch -d d»L fftrabc: U s." . ^ch-Abend seiner i"fkl”nD* Sie* 2: j 8 E ,r ffa-cll- M 'des Diri e^ ve Wu «reifen J**®**' nrd. rttt, S&S rt* letzten 3n Mucks' Ä He^*ad) tfiim me gd plagen tmitixn. ine greife l^oegten sich zwischen 60 und 160 Mark pro Ror- malmorgerL Dio Gemein de selbst verpachtete »ngefähr 260 Morgen und erhob dabet vom ta ff p r e i s 20 Pro,. Zuschlag oU Steuer Rech- t man den Morgen zu 160 Mark und berück- ßrchtigi ferner die 20proz. Steuer, so ergibt sich tzm Preis von nahezu 200 Morl pro Rormal- tznorgen Der dtefen Preisen dürfte vvn Rem- hetotnn wohl kaum noch die Red? fern. Die Pächter baren meistens kleine Landwirte und Arbeiter. Manchmal konnte man beobachten, baß gewisser- maben in den Tag hinein geboten wurde. Ein Teil deS Ackerlandes wurde übrigens Nicht wieder verpachtet, da es In dm nächsten Jahren wieder aufgeforstet werden soll. — Di« bei der Feldbereinigunginden Jahren 1910 bis 1916 auSaeführlen Drainage- Arbeiten sind fast alle versumpft und verwachsen, so baß den Landwirten grober Schaden entsteht. Man fragt sich heute oftmals, ob es nicht doch besser gewesen wäve, wenn man die alten Gräben von den sog. Drunnensprüngen lQuellen) gelassen hätte, denn damals wurde den betreffenden Besitzern dieses Gelände als guteS Ackerland gegeben und es mutzten noch Zuschläge gezahlt werden. — 3n der jüngsten GemeinderatSsttzung wurde auf Antrag des Bürgermeisters beschlossen, im kommenden Jahr die Orts st ratzen Schmidtgraben, Breit- gats« und Obergasse mit Kleinpflaster aus- führen, ein O trieft, welches mit 40 000 Mark auSzuführen ist. wr^u der Kreis, die Pro- >vinz und die Gemeinde je ein Drittel der Kosten fxAotikn. In Anbetracht der fürchterlichen A u t o- p< age in den genannten Stroben ist dieser De- schlutz sehr zu b^rützen. s G rün berg , 11. Rov. DerGemeinde- rat sprach sich in seiner heutigen Sitzung mit sechs Stimmen für die Berufung eines ehrenamtlichen Bürgermeisters auS. Zwei Mitglieder waren für die Wahl eines Berufs- lbürgermeisterS. vier Mitglieder enthielten sich bei der Beschlußfassung der Stimme da sie noch nicht genügend über die Meinung ihrer Wähler bzw. Berenre unterrichtet seien. Ueber die weiteren Verhandlungen werden wir morgen berichten. Kreis Friedberg. VW. Butzbach, 11. Rov. Die erste Sitzung der neu gewählten Stadtverordneten findet am Srrcüafl, 14. lfd. MtS. statt, gelegentlich Welcher, wie wir hören, Kreisdirektor Gebhardt- Friedberg selbst die Stadtverordneten einführen und ver-pslichten will. F rner sollen cm 'Leiter für die Beigeordneten - und Dür- germei st erwähl bestimmt' und die Mitglieder der verschiedenen Ausschüsse und Deputationen gewählt werden. — Wie viele Fabriken, so haben auch die Meguinwerke eine W e r k s ch u l e f für ihre Lehrlinge eingerichtet, mit welcher eine \ kaufmännische Abteilung zur Ausbildung des Dureaup^rsonals ve.-Hunden ist. Eine Anzahl Interessenten folgte am Samstag einer Einladung der Direktion bzw. der Wcrkschullei- tung zur Besichtigung einer äußerst interessanten Ausstellung von Lehrlingsarbeiten. Diese, in dem geräumigen, Hellen Zeichensaal untergebracht, lieb erkennen, in welch trefflicher Weise hier die Lehrlinge ausgebildet werden. Heber gewerbliche- Zeichnen, Rechnen, Buchführung, Technologie. Bürgerkunde und Turnen erstreckt sich der Lehrplan der eigentlichen Schule, während in einem mehrjähngcn, praktische.^ Kursus di« jungen Leute im SelbstcmfeJtigen von eisernen Werkzeugen aller Art, Maschinenteilen, die sie nach eigener Skizze Herstellen, unterwiesen werden. Erst, iwnn sie sozusagen zum selbständigen Maschinenschlosser herang"bildet sind, werden Urnen eig-.irtliche F brikate übertragen bzw. Herben sie an die Maschinen gestellt. Bocher arbeiten sie nur in der Lehrwerkstätte. — Unsere Ober» realschule hatte für gestern. Montag, gelegentlich des 1 6 5. Geburtstags unseres Schillerzu einer stimmungsvollen Feier eingeladen. Frl .Speckhart - Gietzen rezitierte in schöner, temperamentvoller Weise Stellen aus Schillerschen Dramen, wie aus Don Carlos, Wallenstein, den Monolog der Johanna in der Jungfrau von Orleans, die Gartcnszene aus Maria Stuart, sowie mehrere Schillcrsche Dichtungen, während Frl. P l 0 ch -Butzbach mit lieblicher, anmutiger Stimme mehrere Lieder mit Schillerschem Text vortrug. Kreis Büdingen. ]l| Ridda, 11. Rov. Gestern fand die fcirfjäiyrigc erden'.sich: Miigliederversarnnlu g der Dez i r k s s pa r l a I se Qi i o ba im Sitzungssaal«: des Sparka scng b u7es statt. Erschienen waren K- e s ir kt>r Tr Gaßner als Vertreter deS KreiSamts Dü'ing n, 8 Mi g ie er des V)i- standes, 9 Milgl.e.'er des Auf ich svates, ferner die CBer tretet von 27 Bezirksg.meiirden. Spar- iaflendirektor Geh. Justiz«»! Röm Held hiß die Erschienenen w llk m nci unb gedach'e der verstorbenen DotstandSnii glie'er W lh il'I II. und Dütg.rmeister Erk. 5er Blechen chafts ericht imb tue IochweSvechmrng für 1923 wurden ohne Debatte genehmigt. Der Voranschlag für die Der- waltungskosten in 1925 ttxirte gleichfalls genehmigt. jedoch wurde mchegelegt, mit de.n Per onal soweit wie möglich abtzubauen. Der lleberschuß aus 1923 wurde auf neue Rechnu g vorge.ragen und beschiolsen, diesen mit bet fer er zu el-zielea- den Ueberschüssen für bie Aufw«rtung der Einlagen zu txrarenben Wie vom Do.- stand betont wurde. Hut slch der Spars in n Im lausenden Jahre wieder erheblich gebessert, da nicht weniger wie 5 00 neue Einlagebücher ausg.fte.l und e wa 80000 Goldrnark in bie Ka c eingelegt worden sind Es ist das Bestreben der Stofe, die du ch die 3*.- slation entwerteten früheren (itdlagen möglichst hoch au Td u toe rten. Die Hrrre.r Cutto g Wagner unb Hermann (Sri t>jn Ri^da Wa den an St ile der d^rch Tod auSgesch et>.ne.i bciüe.i Borstandsmitglieder Lihl unb Ect neu in den Borstanb geawh t Gin gemcin'chof.liches Mit ag essen im Gasthms ..Zur Krone' hielt die 2k.- sammlungsteilnehmer noch einige Zeit in bester Weise beisammen. Kreis Schotten. Rainrod, 11. Rov. Die feierliche Weihe unseres Gefallenendenkmals soll am nächsten Sonntag erfolgen. Dem Gedanken schlicht-inniger Ehrung unserer Toten Rechnung tragend, ist es in einfach-würdiger Form gehalten auf granitnem Sockel erhebt sich das Eiserne Kreuz. Bildhauer Me is kh - Schotten hatte die Ausführun-z übernommen. Das Denkmal hat auf dem freien Platze unmittelbar vor der Kirche Aufstellung gefunden und wirkt an dieser Stelle gan- besonders durch den stimmungsvollen Frteden seiner Umgebung. Heffen-Naffau. S. Fr ankf urt a. M., 11. Rov. Sie 21 u f - cechterhaltung des Sozialen F r auen- s e m i n a r s als einer Wohlfahrtsschule für die Provinz Hessen-Rassau unb den Freistaat Hessen ist durch bie Begründung einer entsprechenden Provinzialorganiiation gesichert worden. Bon der Stadt Frankfurt werden zwei Fünfzehnte! der Kosten getragen und auherdem die Schul- räume zur Verfügung gestellt. — Eine schon lange von den Reichsorganisationen der Aerzte angestrebte Mahregel soll in Frankfurt zur Durchführung kommen. Hm den schädlichen Auswirkungen der Auberachtlassung gesundheitlicherGe- sichtspunkte bei Eheschließungen zu begegn n hat der Mag st a' das ctabtg s n^heit> amt ermächttgt zunäa)st vetsua-sweile eine Eheberatungsstelle einzurich.en. deren freiwillige Inanspruchnahme der Bevölkerung offen steht. Bekanntlich sollten in den Aufgabenkreis der deutschen Städte auch sogenannte Eheschlichtungsstellen einbezogen werden, aber der Deutsche Städtetag hat sich gegen diese Erweiterung städtischer Befugnisse entschieden ausgesprochen. — Der Magistrat hat beschlossen, bie st a r k besetzten Klassen an verschiedenen Schulen zu teilen, um den Junglehrern eine Möglichkeit zur vorübergehenden Beschäftigung zu geben. Gegen die Tarifpolitik der Reichsbahn. (Eigener Bericht des „Sieb. Anz") bl. Dillenburg, 10. Rov. Auf Einladung der Handelskammern (u. a. auch der Handelstommer (Sieben), der Wirtschaftsverbände unb ber in Betracht kommenden Gewerkschaften fand beute nachmittag im hiesigen Kurhaus eine gemeinsame Kundgebung zugunsten einer ausrei chen den Ermä- bigungderErz-unbDrennstvff-Aus- nahmetarife für das Sieg-, Lahn-, Di'llgebiet unb Oberhessen statt. Die Oktfammlung war aus dem Wirtschastsbereich der eint oben ben Korporationen überaus stark besucht. Rach ber Begrüßung durch den Bocsitzenden. Fabrikbesitzer Dr. Frank, sprach Bergassessor Siedel übet bie auberorbentlich schwierige Lage der Siegerlänber Erzinbustrie infolge der verkehrten Tarifpolitik ber Reichsbahn. Alle mühevollen Verhandlungen zur Herbcisührung einer befrieöigenbcn 2lenberung der Frachtsätze seien bis heute erfolglos geblieben. Sie von ber ReichSregierung erhobenen Einwendungen gegen eine Tarifermäßigung könnten nicht ausschlaggebend sein. Solle die heimische Wirtschaft lebensfähig bleiben, dann müßte bie Wiedereinführung der Friedensf r achtsätze oberst.s Ziel s.nn. D rgwerk^L sitzet Grün schloß sich diesem Standpunkt an und unterstrich besonders. daß die Wirtschaft hauptsächlich an den hohen Frachtsätzen zugrunde gehe, lieber den Brennst oss-Ausnahmelarif und die Industrie im Dill- und Lahngebiet referierte Direktor Jütte. Sv übel wie beim Grz- verband hätten sich bie Verhältnisse auch bei dem Brennstoff bezug entwickelt. Sie Derhanblungen aud> in Vieser errnge hätten das gewünschte Ergebnis nicht gezeitigt. Auch beii dem Brennstoff- bezug müsse eine Herabk.^ung aus den Friedens- tarif erfolgen. Generaldirektor Bet grat Groeb- le r bat alle, die dazu berufen find, an dem Ausbau deS Wirtschaftslebens mitzuarbeiten und alle Kräfte einzusehen, um au8 der kritischen Lage heran Szukommen. In der nun folgenden allgemeinen Aussprache wurde vom Dergarbeiterver» band Herborn gefordert, mit allen Mitteln bei der Reichsregierung Schritte zu unternehmen, um den bisher noch geduldig auSharrenden Arbeitern wieder Lebensmöglichkeiten zu geben. Der Deutsche Eisen- und Stahk- Industrie-Derband forderte gleichfalls energisches Vorgehen, um aus diesem wirtschaftlichen Ruin herauszukvmmen. Für den D i l l k r e i s sprach Landrat Dr. K l a m r v t h und gab ein Bild ber Erwerbslosigkeit unb ber damit verbundenen schweren Belastung der Mittel des Kreises. Auch von seiner Seite aus würde alles geschehen, um zu einer tragbaren Fracht zu gelangen. Die christlichen Gewerkschaften ließen eine Entschließung verlesen, in der sie gegen die derzeitigen Zustände schärfsten Protest eirtlcgen unb um b«fci itattr en Ne ■ Die Versammlung fd)!rr dann mit etnen 'il Vortrag In ber Rachmittag, itzuvtz '»iclt Museums- kustos Dr. A. Schwan Darm Iad einen Bo: trag . '.! c bc 1 die R? bie Schränke, al- die Hausfrau da ' m übei ein Bett, warf einen Hause 1 K e ’ib'1- sie, bedroht? sie mit einem Genehi . nd vei ch oand spurlos. Als er ergr fien war e entwischte er in den Kleidern de» c'cfäng.i. Wärters, bis man ihn endgültig ding' st macht? Er wurde zu drei Jahren Gcsängnis und fünf Jahren Ehrverlust oerurte.it Bttchcrtisch Eine neue Dostojewski gäbe Die Klassitcr-Firma Hoff unb Erzählungen d.-s R. s>e.i oft'iewsti b? -a iv, ber vielen als der Dichter des Tages g It. Sie von langer Hand vorder:'tete Aas, ibe. an der Ueberfeber wie Arthui Luther. Q'i F osanvss, M. Kegel u. a. gearbe.t't haben, wir) 13 Dünd umfassen. — Eine Sammlung von lainn G 0 » 11 s Erzählungen erscheint kemn ichst im Be. lng Hesse & Decker in Leipzig Sic ums ißt bret Bände unb enlhiilt alle b .c in ihrer Art Habil eben Geschichten, die Gorkis Ruhm begründet haben. — Pauker und Pennäler, ein Sch"' träum in vier dramatischen Bildern von A. Wc>. renburg, verlegt bei 3 Alerander in DerNn^ — Um Bach und Beethoven ist ein neuer inhaltrricher Band musst ilischer Rovellen des Verlages Strecker & Schröder in Stuttgart, ber neben der bekannteren Rovekle Wag rterS: „Eine Pilgerfahrt zu Beethooen", bie um der Einstellung Wagners zu dem großen Meister willen besonders interessiert und der reizend an mutigen, humorvollen Grotes le Wilh Schäfers „Beethoven und das Liebespaar" eine Reihe gewiß ben wenigsten vertraute Schätze birgt, bk man gerne lesen wird, des Musikers wie des Dichters willen. Karl Söhle, Matthäeus Gerstei wie Adolf Stern erweisen sich als dichterische Gestalter von eigenartigem Reiz. 1111 — Karl A. QHcibingct: Vergeistig g u ng in der Politik. Schriftenreihe ber Rhein-Mainischen Volkszeitung „Volk im Werden", Verlag der Earolus-Druckerei in Frankfurt a. M. 1231 • Der Reichstafch nsahrp 1 an (Seil 111) für West-, Mittel- unb Sübd ulschland für ben Winterbienst 1924 1925 ist erfd)i?ne.t unb bringt in handlichem Taschenformat gefä-ickt und praktisch zusammen^est.'llt bie 5i' nbahnverbin- bungen, Krastposten usw zu bem billige. 1 Preis von 1,50 Ml., erhältlich im Bach- un) Straßen- handel und bei Ouentin-Mahlaus Tasche.tfahr- planverlag Frankfurt a. M.-Süd. PonnefeldtsTee JL A aromatisch und ausgiebig, billig Im Verbrauch Niederlagen in allen Stadtteilen Tabletten In allen Mpothtf-n u. Drogerien erhl>itltch für Länger, Redner/ Raucher Das Kind /agt: Jch fchlafe und lerne viel be[/sr, feit ich ftaft' Bohnenkaffee den fejnen Quieta tnnke. Trinke Quieta! 51T___ Relchs’wralinfh Tage«- nnd Abendkurse Beginn 1. Dezember M,a Inntenhß Handelsschule IUU luullu Gießen,Goethestr.32 Berßeönng non MerlkiknngMMen. Für die Herstellung einer Wasserversorgung des HofguteS Warthof bei Crünberg, sollen folgende Arbeiten unb Lieserungen vergeben werden: Los 1. Herstellen eines Hochbehälters in Beton von 20 cbm Fassungsraum. Los 2. Graben- unb Rohrverlegungsarbeiten 40—80 mm l. W., zusammen etwa 1530 lfd. m. Los 3. Lieferung der gußeifernen Mussen- rohre, Formstücke, Schieber unb Hydranten von 40 — 80 mm l. W. Pläne und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Die Angebote auf den von uns gegen Bareinsendung von 1 Mark für jedes Los zu beziehenden Angebotsvordrucken sollen in Gegenwart der Bieter Samstag, den 22. b. Mts., vormittags ION ilfcr, auf unserem Amt, Frankfurter Straße 29, eröffnet werden. Freie Auswahl bleibt Vorbehalten. Zu- schlagsftist 14 Tage. Gießen, den 8. Rovember 1924. Hessisches Kulturbauamt Gießen. H. Steinbach, Reg.-Baurat. 8867c | Vermietungen^ Mn Bronöl Neuen Baue 22 Gut möbl. Zimmer mit Verpflegung. ScL 1085. 7««0 Grober Stoll, yell- öoöea, Engenoum zusammen ober ne» getrennt au ver- ’mieten. Näh. u. 9002 bei Oerfo, Mitteld. Änn.-Ekp- [8b89h Holzverfteigerung öes ©räflifflen gorflamts zu Caubad) Dienstag, den 18. Rovember, 10 Uhr vormittags, im Gasthaus .Zur Traube" zu Laubach, aus Revier Ruppertsburg, Distrikt Borngraben, Lenzesberg, Hubberg, Hirschrvt. Buche rm: 10 Scheiter, Knüppel rm: 150 Buche, 54 Eiche, 12 Erle: Stamm- reiser rm: 200 Buche, 5 Eiche, 96 Erle. Sämtliches Holz ist abständig. Kauftieb- Haber belieben das Holz einzusehen. Auskunft erteilen Förster Koch zu Ruppertsburg und Forstgehilfe Decker zu Lau- bach. 8891D ?onntr§tig, ben 13. Slonember 1924 versteigere ich: 1. Vormittags 11 Uhr am Güterbahnhos auf Rechnung dessen, den es angeht: 1 Waggon Speisekarloffeln. 2. Nachmittags 2 Uhr im Gasthaus zum Löwen dahier, Neuenweg, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Büfett, 2 Schreibmaschinen, 1 Schreibtisch, 1 Aktenschrank, 1 großen Spiegel, 1 Herd, 1 Ofen, 1 Sofa, 1 Regulator, 1 Waschmaschine, 40 Paar Stiefel, 140 schwarzblecherne Hoboks, 25 Sähe emaillierte Kochtöpfe, 14 Aluminiumtöpfe, 17 Wanderkocher, 8 Wasserkessel, 30 Aluminiumbüchsen, 3 Ballen Wurstkordel. 016978 Dern, Gerichtsvollzieher m Gietzen. Wohnungstausch: Gießen-Frauksurta. M. Geboten: In ^rantiurt, beste Westend- tage, direkt am Patmenaarten und Universität — 5 Zimmer in vornehmem HauS mit Badezimmer, 9iebenräume •, eigenem Trockenboden, eleftr. Licht, Gaü fomie modernem Komfort im TrevoenhauS. Billige Arieben6miete, sofort beziehbar. Steine Abstands-, ProvisionS oder sonstige Uebernahme-Bedingiingen. Direkt vom WohnungSinhaber zu übergebmen. Verlangt: Sofort beziehb sonnig.4—SZim- mer-Wohnung in gutem Hanö unb Bier- tcl, bevorzugt Südosten von Gießen, jedoch nicht Bedingung. 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Don Friedr Der Herausgeber der neuen Akten- publikation des Auswärtigen Amtes, der Vortragende Legationsrrit im Auswärli- gen Amte, Dr. Friedrich ©liehe, gibt zu den vier Dokumenten bänden selbst gleichzeitig mit diesen einen Ergänzungshand Heraus'), in dem ec in schlüssiger Weise die Folgerungen aus der Rach- prüfung des gesamten Schrittwechsels 3$- wolskis mit dem Petersburger Außen- minlflcrtuni zieht. Wir entnehmen dem Werke die nachstehenden Schlußbe- trachtungen, bereit sachlicher Inhalt sich lückenlos an die hom Verfasser au8 den Dokumenten gezogenen Folgerungen anschließt und damit das Bild des ver- hängnisvollen Zusammenwirkens der beiden grasten Kriegsverschwörer ISwolskt und Poincare bis unmittelbar an den Weltkrieg Heran zu einem hollkommenen Gesamtbilde abschließt Die Entscheidung über das Schicksal Europas tm Sinne der Unvermeidlichkeit des Weltkrieges siel um die Jahreswende hon 1913 zu 1914. Das ist das unwiderlegliche Ergebnis der Dokumentensammlung. Schon im Dezember 1913 waren alle Ges-chren, die der Durch- sührung der gemeinsamen Ziele der russischen and der französischen Politik drohten, durch das plan- mähige Zusammenwirken Iswolskis als russischen Botschafter und Poincarös als sranzösischen Präsidenten beseitigt. Das künstige Schicksal Europas war besiegelt Was nun folgte, war das zwangsläufige Hineingleiten Europas In de n Weltkrieg auf den Gleisen, die Iswolski und P o i n c a r ö gelegt hatten. Die beiden Grossmächte mit positihen Aspirationen. die slawische im Osten und die gallische im Westen, waren sich im Dezember 1913 in dem einen entscheidenden Punkte einig, das) die Verwirklichung dieser Aspirationen nur durch Ueber- windung des beiderseitigen Hindernisses zu vollziehen war. das die Mittelgruppe Deutschland-Oesterreich darstellte. Unb biefe Mittelgruppe war zur selben Etunbr hon einem burch- aus geschlossenen Reh feinblicher Absichten umgeben, in bem sie sich, ohne es selbst zu ahnen, jeden Augenblick herstricken konnte, sobald sie den lauernden Gegnern den Vorwand zur Realisierung ihrer geheimen Destrebungen lieferte. Das ist bas Bild ber Gesamtlage, bas sich am Enbe bes 3uni 1914 aus ben Akten ergibt. Am 28. 3uni hallten bie Schüsse hon Sarajewo in bie hon kriegerischen Tendenzen her- Siftete Atmosphäre unseres Weltteiles. Mit der trmorbung des österreichischen Thronfolgers beginnt bas unmittelbare Vorspiel der Katastrophe hon 1914, das nicht mehr In den Rahmen unserer Darstellung gehört. Die Einzelheiten dieses Vorspieles sind bereits durch zahlreiche überaus wertholle Arbeiten blvhgelegt. Beachtenswert erscheint. daß in den Papieren Iswolskis seit Anfang Juli auch heute noch eine große Lücke Hattt. Hat hier schon früh eine horfiebtig fäu- bernde Hand eingegriffen? Wir wissen das nicht mit Bestimmtheit, aber wir sind angesichts des plötzlichen Versagens der Dokumente zu der eben gestellten Frage berechtigt. Hinsichtlich der Vorgeschichte des Attentates auf Erzherzog Franz Ferdinand hat die Forschung bisher ergeben, bah es vorn Chef der Rachrichtenabteilung des serbischen Generalstabes. Oberst Dimitriewitsch, nor bereitet und heran labt wurde. Rach Angaben des österreichi- •) »Iswolski und der Weltkrieg". Auf ®rjnb ber neuen Dokumenten-Veröffentlichung des Auswärtigen Amtes hon Friedrich Stieve. Deutsche Deilagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin W 8. i ch Stiehe. schon Historikers Mandl arbeitete dieser Mann im Einhernehmen mit dem russischen Militärattache in Belgrad. Ardamonow Sollte sich bie letztere Behauptung bestätigen, so würde damit ber Beweis erbracht sein, das) es sich um einen Anschlag Rußlands auf die Donaumonarchie handelte und dah damit ein wichtiger Teil des Programmes hon Sasonow für bie grobe Lösung ber Meerengenfrage zur Durchführung gelangte, wobei immerhin dahingestellt sein mag, ob bie militärischen Kreise nicht etwas früher zur Tat schritten, als bie p o l i t i s ch e n wollten. Aber wie bem auch sei, bie Schreckenstat wurde allgemein als furchtbare Provokation der Habsburger Monarchie empfunden, was Joga; das englische Blaubuch über die Entstehung des Weltkrieges zugibt. Wir wollen uns nun lediglich darauf beschränken, kurz zusammenzustellen, was unmittelbar vor den letzten Krisenlagen nach den hör- liegenden Zeugnissen zwischen Paris und Petersburg vorging. um getoilfermähen bie Probe auf bas Exempel unserer bisherigen Ergebnisse zu machen unb zu untersuchen, ob bie einschlägigen Geschehnisse unseren Beobachtungen über bie Zeit seit 1910 entsprechen ober nicht. Dom 20. bis 23 Juli weilte ber Präsibent ber französischen Republik, Poincar 6, zusammen mit bem neuen Ministerpräsidenten Viviani in Russland, um dort dem Za ren einen zweiten Besuch crbzustatten, Die Reise war längst geplant, denn bereits am 5. Januar 1914 wird sie von Iswolski in einer Depesche angefünbigt. Heber ben äußeren Verlauf des Besuches sind wir durch bie Aufzeichnungen hon Poincare unb Palevlogue, bem französischen Botschafter am Zarenhofe, unterrichtet, bie immerhin einige Schlüsse auf die inneren Hergänge erlauben. Wir wollen zunächst ganz kurz zusammenslelien, was sich aus ben beiden erwähnten Darstellungen ergibt: Rach dem, was bisher oorgefallcn ist, erscheint es nicht verwunderlich, wenn der Zar anläßlich des Frühstücks in Peterhof am 20. Juli, bas noch vor ber Ankunft Poincares ftattfanb, zu Pa- teologuc sagte: „. . . es gibt eine Frage, bie mich vor allem beschäftigt: unsere Entente mit C n g l a n b. Wir müssen es veranlassen, in unsere Alliance einzutreten." Rach der Ankunft von Poincares Kreuzer „La France" besteigt der Präsident die Pacht des Zaren ,.Alexandria", und es kommt zur ersten Unterteilung zwischen beiden, wobei nach Poincare „nur reichlich allgemeine Erwägungen, unb ich bin sogar gezwungen, hinzuzufügen, reichlich banale, über bie Rotwenbigleil bet Erhaltung unserer Alliance angestellt wurden". Paleolvgue schreibt jedoch: „Auf dem Backbord sitzend, begannen ber Kaiser unb der Präsident sofort eine Unterhaltung, oder besser gesagt, eine Konferenz: denn man kann sehen, daß sie von Geschäften sprechen, daß sie sich gegenseitig fragen, daß sie diskutieren. Wie es sich gehört, dirigiert Poincare den Dialog. Bald spricht et allein. Der Kaiser stimmt nur zu, aber seine ganze Physiognomie beweist, daß er aufrichtig bi llig t, daß et Einverständnis und Sympathie fühlt." Ganz gleichgültig scheint also das Gespräch, das geführt wurde, nicht gewesen zu sein. Am Abend des 20. Juli fand bann um ein halb acht Uhr ein Galabiner statt, bei bem der Zar Poin- care wieder zuhört, „mit einerernsten, gelehrigen Aufmerksamkei t“. Der Präsident hatte also jedenfalls viel zu sagen. Am 21. Juli vormittags suchte der Kaiser Poxncarös im Palais des Peterhofs auf und verweilte beinahe eine Stunde bei ihm. Rach Poin- car^s eigener Schilderung wurden nur einzelne Fragen besprochen, keineswegs bie Möglichkeit eines Krieges. Ganz allgemein wirb jeboch weiter zugegeben, baß ber Präsident in seinen Unterredungen mit dem Zaren sich bemühte, die damals herrschenden Meinungsverschiedenheiten zwischen Englanb und Rußland «wegen Persien) zu beseitigen. Um einhalb ein Uhr besichtigt Poincarö Petersburg. Um 3 Uhr empfängt ber Präsibent bie Delegierten ber französischen Kolonie. Um hier Uhr sprechen im WinterpulaiS bie Diplomaten bei ihm vor. Die Gespräche mit ben einzelnen Vertretern ber fremben Länber sinb sehr charakteristisch: Mit bem beutschen Botschafter, Grafen P o u r t a l e s , wirb kein Wort über Po l i- tif gesprochen. Die Besprechung mit bem japanischen Botschafter, Baron M o t o n o , kennzeichnet Palevlogue mit folgenden Worten: „Mit einigen Sätzen würbe bas Prinzip bes Anschlusses an bie Tripleentente formuliert unb gegenseitig gebilligt.“ Dem Engländer Buchanan versicherte Poincatö, ..daß ber Kaiser entschlossen ist, sich möglichst versöhn- l i ch hinsichtlich ber persischen Angelegenheit zu zeigen unb er bringt barauL baß bie englische Re- ?|icrung endlich bie Rotwendigkeit einer Umwand- ung der Tripleentente in eine Triple- a Ilia nee begreift“. Hieraus folgt bei Paleo- logue bie sehr intereffanlc Schilberung ber Unterteilung zwischen Poincare unb bem Botschafter von Oesterreich-Ungarn, dem Grafen Szapary: ..Rach einigen Wo. .en des Bedauerns über die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand fragt der Präsident Szapary: ..Haben Sie Rach- richten von Serbien?" „Die gerichtliche Untersuchung nimmt ihren Laus", antwortet kühl Szapary. Poincare erwidert: „Die Ergebnisse dieser Untersuchung können nicht umhin, mich zu beunruhigen, Herr Botschafter: denn ich erinnere mich zwei früherer Untersuchungen, die Ihre Beziehungen zu Serbien nicht gebessert haben . . . Sie erinnern sich, Herr Botschafter .. bie Angelegenheit Friebjung unb bie Angelegenheit Prochaska." Szapary entgegnet trocken: „Wir können nicht bulben, Herr Präsibent, baß eine frembe Regierung auf ihrem Territorium Attentate gegen unsere Souveräne vorbereiten läßt." Im versöhnlichsten Ton bemüht sich Poincare, ihm auseinanderzusehen, bah bei der jetzigen geistigen Verfassung Europas alle Regierungen ihre Vorsicht verdoppeln müssen. Mit ein wenig guten Willen läßt sich diese serbische Angelegenheit Leicht regeln. Aber leicht wird sie sich auch gefährlich entwickeln. Serbien hat sehr warme Freunde im russischen Vol k. Und Rußland hat einen Alliierten, Frank rei ch. Welche Verwicklungen sind da zu befürchten!" Im Saale nebenan warten die anderen ausländischen Vertre'er, die Poincarck bloß durch einen Händedruck begrüßt. Rur vor dem serbischen Minister, Spataikowitsch, bleibt er stehen, den er mit zwei ober drei Sähen ber Sympathie tröstet. Wir erhalten hier doch allerhand A sschlüsse, die auf das Auftreten Poincares ein Licht tirrfen. Auf ber einen Seite beobachten wir fern Streben, Japan für die Entente zu gewinnen, und feine Ungeduld, mit der er versucht. England an das französisch-russische Bündnis zu fesseln. Hier begegnen wir somit der Fortsetzung seiner bisher mit eiserner Konsequenz durchgesührten Arbeit an ber Isolierung unb Umzingelung ber Mittelmächte. Ans ber anderen Seite sehen wir die sellsame Stellungnahme des Präschenten zu ber akuten Frage bes Tages, zu bem Konflikt zwischen Oesterreich unb Serbien teeren der Ermordung bes Erzherzogs Franz Ferdinand, feine offene Drohung an ('ten Vertreter Oesterreich- Ungarns und seine Sympathi Kundgebung für ben Serben Poincare selbst berichtet barüber nicht, Palevlogue plaudert also aus ber Schule unb verrät uns, in welchem Sinne Poincare in Petersburg angesichts ber äußerst gefährlichen Krise wirkte . . . Rach bie)en unb anderen Ginzelhmten ist nicht anzunehmen, daß bie geheimen Besprechungen des Le.ters bet französischen Politik mit ben führenden Männern Rußlands so gar keinen Bezug auf bie augenblickliche Lage nehmen, wie Poincarö uns einreden möchte Wir hatten bisher e.ne indirekte Andeutung dafür, daß diese Belpvr- chungen in ber Tat nicht so harmlos gewesen sein tonnten, dran im englischen Blaubuch fehlt der Text dcS Teiegrammes 6 aus ber Zeder des britischen Botschafters in Petersburg, Buchanan, dessen Inhalt aber im Register kurz angegebene .st. unb |to . »IS Resultate von Pomcar^'-s D lud) Wir sind jedoch in ber Lage, daS wohl absichtlich ausgelassene Stück hier wiederzugeben Es lautet in deutscher Uebersctzung: »Minister der Auswärtigen Angelegew beiten unb französischer Botschafter sagten mir vertraulich, Ergebnis des Besuchs des Präsidenten der französischen Republik ser gewesen, bi? folgenden Punkte sestzu egen: 1. Volllommene Gemeinsamkeit der Ansichten über die verseoiedcnea Fragen, Ibenen Die Mächte gez en überstehen. i'.mS die Aufrechterhaltung des ahgane nm F ledenS und Gleichgewichts der Kräfte in Europa, und besonders im Osten, anlangt 2. Entschluß, in W i en Schritte zu unternehmen, um ein Tk.langen nach Aufkläri: ng ober irgcnblv labe Aufs ■ de- rung zu ver h irdern, die eincr Einmischu i । in bie inneren Ang lcgmhe.ten Serbieno g eichkämen, welches bi ses berechtigter.reise als e n *'-. Angriff auf feine Souveränität und Unabhängigkeit ansehen könnte. 3. Feierliche De st ä t i g u n p der durch das Bündnis den beiden ßänbera auferlegten Der- pflichtunge n." Man muß bedenk.n, ba!) solche Abmachungen vor Ueberreichung des österreichischen Ultimatums an Serbien getroffen wacoen. Angesichts dieser Tatsach' gewinnt die in Punkt 3 angeführte ..feierliche Bestätigung der durch d s Bündnis den beiden Ländrn auferlegten 'Verpflichtungen" eine besondere Bedeutung Läßt s c uns doch unwiderleglich flar erkennen, daß man sich genau im Einklang mit der von uns bisher f'stgestellten Stellung der französ scheu unb ber russisdxm Regierung gegenseitige Waffenhtlfe aj- sicherte, bevor ein solcher Schein durch den Gang ber Ereignisse noch irgendwie berechtigt war. H.er trafen sich der französische und der russische Kriegswille im entscheidenden 21 genb ick. und das Zarenreich wußte von dieem 2iugenbiick an. daß es bie 2Ivmec seines Verbündeten hinter sich hatte, wenn es in dem akuten österreichisch-serbiscken Konflikt zur Anwendung von Gewalt üb rgeben wallte. Die Blankovollmacht für ben We11kri eg, die zuerst 1912 von PoincarL erteilt worben war, wurde also sitzt wiederholt Danach ergibt sich alles weitere beinahe zwangsläufig, und wir können hier darauf verzichten, bie bekannten Daten unb Ereignisse ber Reihe nach aufzuzädien. Der Konflikt zwischen Oesterreich und Serbien war für Rußland unb Frankreich ein günstiger Anlaß zur Verwirklichung ihrer Pläne. Gelang es, ben lokalen Streit allgemein zu machen, so mußte Deutschland mit hineingezogen werden, wie Poincarö eS wünschte. Unb bas würbe denn auch burch bie russische M obil machung vom 30. Juli erreicht. Auf ber anderen Seite vermied man die Berührung englif che r Interessen, txe bei der direkten Lösung ber Meerengenfrage bekanntlich immer zu Bedenken Anlaß gab. Behält man alles, was vorher geschehen war, im Auge, fo begreift man erst ganz, warum bei ber Katastrophe sich an ber Rewa unb an ber Seine baS ereignen mußte, was sich tatsächlich ereignete. Man hat sich bisher vielleicht zu sehr daraus beschränkt, bie Krise als solche, gewissermaßen herausgehoben aus bem Fluß des historischen Werdens, unter bie Lupe zu nehmen unb damit ein Verfahren angewandt, das ben Historiker nicht vollauf befriedigen kann. Ein so gewaltiger Prozeß in der Geschichte der Menschheit, wie der Weltkrieg, darf, wenn man seine Ursachen entdecken will, nicht nur an ber Explosion selbst studiert werben. Es ist vielmehr eine genaue Durchforschung jener Elemente nötig, die in bie Meine Hand, meine Frau und die Dienstmädchen. Dvn Fritz Müller, Partenkirchen. Heute ist ber 23. Mai. 2km 15. April haben wir geheiratet, am 30. April unser neuas Heim bezogen, und am 1. Mai hat meine junge F.xru daS erfte Dienstmädchen engagiert Bei dem Engagementsabschluß war ich nii>t zugegen. Erst nachher wurde ich zugezogen. Meute Frau kam nämlich in mein Arbeitszimmer und sagte: , Fritz, ich habe die Marie engagiert. Komm heraus." „3a“, sagte ich. „aber was soll ich noch?" „Run, es gehört sich doch dah du ihr die Hand gibst" Da ging ich hinaus und gab der Marie bie Hanb Am 5. Mai ging die Marie wieder fort Infolge gütlicher Vereinbarung mit meiner Fcaa. Meine Frau streitet nätnlich nicht gern. (Sie tarn in mein Zimmer unb sagte: „Fritz, komm heraus." „Was soll ich?" „Die Marie geht fort, gib ihr bie Hand. „Ja, warum denn?" . „Ach Fcitz, weiht du, damit man in dm eben auseinanderiommt." „ . Da ging ich hinaus und gab der Marie die Am gleichen Tage, gegen Abend, tarn bas neue Dienstmädchen. Cenzi hieß sie. Ich machte felbft bie Türe auf. „Sie wünschen?" sagte ich. „Ich g'hör daher," sagte sie. Darauf gab ich ihr die Hand. Meine Frau sah es unb war sehr zufrieden mit mir. „Siehst du", sagte sie, „das macht gleich einen guten Eindruck auf die Mädchen. Da bleiben sie." Am 10. Mai war es wieder vorbei Es gab ein ganzes Bündel von Gründm dafür, warum die Cenzi wieder ging. Sie weinte in der Küche. „F.ttz", sagte meine Frau, „geh in die Küche und gib ihr noch die Hand." Da ging ich in bie Küche unb gab ber Cenzi die Hand. Am 11. Mai trat die Johanna ein. Sie war sehr resolut unb hatte eine Riesen Hand. Es war fdjon mehr eine Tatze. Ich sah unschlüssig zwischen meiner Frau und b'r Tatze hin und her. „Ra", sagte me ne F au ermunternd. Da gab ich auch der Johanna die Hand. Ich habe es einen unb einen halben Tag lang gespürt. Dann brach eine Schonzeit an für meine Hand, bie bis gestern gedauert hatte. Gestern, am 22. Mai, erklärte mir meine F.au, die Johanna müßte unbedingt fort. Sie sei zu herrisch. Sie,' meine flcine F au» getrau; sich schon gar nicht mehr in die Küche. „Hm," sagte ich und meine Hand zuckte, „in Gottes-Ramen, bann künb-ge ihr hall." „Ich?" sagte meine Frau, „das geht doch dich an.“ „Mich?" „Ja, wen denn sonst? Du bist doch der Herr im Hause, nicht?" „Gewiß, gewiß," sagte ich. „aber . . .“ „Ra, du wirst doch keine Angst haben?" „Rein, das nicht, aber . . .“ „Ra also, geh hinaus. Ich räume inzwischen deinen Schreibtisch hier auf.“ Der Schreibtisch war schon aufgeräumt Aber es kann nie schaden, wenn e'n Schreibtisch zweimal aufgeräumt wird. Also ging ich hinaus. Ganz allein hinaus unb gab der Johanna die Hand. Gs war sehr schmerzhaft, und die Johanna sah mich erstaunt an Dann ging ich wieder in mein Zimmer. Dort hatte meine Fcau das Tintenfaß umgeworfen. Sie schien sehr aufgeregt. „Run?" fagte sie, „was hat sie gesagt? „Gesagt? Richts.“ „Das wundert mich aber.“ Gegen Wend sagte meine Frau: „Denke dir, Fcitz, sie macht noch gar keine Anstalten. Roch nicht einmal ihren Koffer hat sie gepackt." „-Iber?" „Die Johanna, natürlich.' „Run", sagte ich, „merkwürdig, sehr merkwürdig." , . , „Du hast ihr doch gesagt daß sie gleich gehen kann, nicht?" „Ich habe ihr bie Hand gegeben, sagte ich. „Wie immer," fügte ich hinzu. „Vielleicht hat fu es nicht ganz verstanden?" Darauf sagte meine Fau ganz unvermittelt „Fritz, du bist ein . . ." Hier verwendete sie ein Wort, das sie vor ber Ehe nie gebraucht hatte. „Ditte", sagte ich. „ich habe noch nie anders gekündigt hier, als indem ich die Hand gab.“ Darauf schoß meine Frau in bie Küche, und es war ein großer Skandal. Heute ist die Luise bei uns ein getreten. Weine Frau ist nicht in mein Zimmer gekommen, um es mir zu sagen, unb ich habe ber Luise nicht die Hanb geben müssen. Ich glaube, baß ich es künftig überhaupt nicht mehr tun muß. Anekdoten. Der Feldmarschall W r a n g el sagte. „Et is jana eefaL ob ick mir ober mich 'fage ob;H schreibe." Er lud zum Beweise zwölf Herren ein; an sechs schrieb er: „Wollen Sie mir die Ehre geben“, und an sechs: „Wollen Sie mich die Ehre geben." Unb alle zwölf kamen. * Eine Dame der Gesellschaft in Berlin mtl allerhand teils eingebildeten, teils wirklich vor- handenen körperlichen Leiden hatte bie freundliche Gewohnheit, wenn sie einen ihr bekannten Arzt auf der Straße ober sonstwo zufällig traf, viese schöne Gelegenheit zu einer Äonfultation au benutzen. Als sie auch einmal anfing, bem berühmten Kliniker Frerichs ihre KrankheitS- erscheinungen vorzutragen — es war im glän» zeud erleuchteten Foyer des Opernbauses während einer Pause der Vorstellung — sagte Frerichs tiefernst: „Ziehen Sie sich aus, gnädige Frau, ich werde nachsehen“. ♦ Alexander v. Humboldt war im hohen Alter einmal tot gesagt worden. Daraufhin richtete jemand an Humbc lds intimsten /jreu ib, den Bildhauer Rauch, die brieftiche Anfrage, ob er wohl den Schädel des berühmten Gelehrten erhalten könnte. Rauch zeigte dem alten Freunde ben Brief Humboldt antwortete selbst, indem et schrieb: für einige Zeit brauche er seinen Schädel noch selbst, später stehe dieser aber gern zu Diensten. * Der berühmte Leipziger Jurist Albrecht — einer der vom König Ernst August von Hannover vertriebenen Göttinger sieden Professoren — war verbittert und schwer zugänglich geworden. Als 1866 seine Frau an der Cholera gestorben war und man ihm sein Beileid ausdrückte. bemerkte et achselzuckend: „Sie hat Gurkensalat gegessen und darauf Buttermilch ge- trunfen." - . 4, * A Oeim emtortn öfc te fefort mfl btt« »en bem btrOfrt*» Bemerken Sie, daß Ihr Haar ans fällt umagsola Explosion verwickelt und an ihr bete i l i g t waren. Erst nach Erledigung dieser Arbeit ist vom Standpunkte der Geschichtswissenschaft ein definitives Urteil möglich. hinter diesem Gesichtspunkt versuchte unsere Untersuchung, einen Beitrag zur Erforschung des Wesens der bestimmenden Kräfte in Frankreich -und Rußland zu "bringen. Sie hat in ganz kurzen Worten zu folgendem Ergebnis geführt: Iswolski betrieb bereits feit 1911 den Weltkrieg. Poincar 6 gesellte sich ihm im Herbste des Jahres 19 12 z u. UnZ> seit Ende 1913 erblickte auch Sasonow in europäischen Verwicklungen den Weg, der Rußland an die Meerengen führen sollte. Für die große Frage nach der Schuld an dem furchtbaren Unglück, das 1914 über Europa heveingebrochen ist, dürften diese Feststellungen immerhin von Wert sein. Wirtschaft. Vom Weltgetrei-emarkt. In den letzten Wochen find neue Mitteilungen aus den wichtigsten Getreideproduktionsländern eingegangen, welche es ermöglichen, über hvchbc- deutsame und gerade auch die Handelspolitik betreffende Fragen der G e t re i deve r f o r gung der Welt ein g: naueres Bild zu zeichnen. 5X^5 internationale LLMdwirtschastsinstitut in Rom gibt ziffernmäßig die zum Export verfügbaren Quai- titäten Weizen für das mit dem 1. August 1924 beginnende und mit dem 31. Juli 1925 ablauiende Wirtschaftsjahr wieder. Danach standen Anfang August ds. Is. unter Einrechnung der diesjährigen Ernte zur Ausfuhr zur Verfügung: In Kanada 55,4 Mill. Dz., in den Vereinig en S aalen von Rordamerika 66,7 Mill. Dz., in Dritisch- Indien 10,6 Mill. Dz., in Argentinien 11,4 Mill. Dz. und in Australien 3,1 Mill. Dz., insgesamt also 147,2 Mill. Dz. Die übrigen weniger bedeutenden Exporlgebiete besitzen noch einen kleber- schuß von ungefähr 8MU. Dz., so daß insgesämt etwa 155 Mill. Dz. am 1. August 1924 verfügbar waren. Hinzu kommen im laufenden Wirtschaftsjahr noch die ilebrrschüsse aus der zu Beginn des Jahres 1925 einsehenden argentinischen und australischen Ernte, welche zu der Hoffnung berechtigen, daß nach Abzug des Eignrverbrauches beider Gebiete noch ungefähr 70 Mill. Dz. Weizen ausgelühri w.r^en können. Es werden somit im Wirtschaftsjahr 1924 25 insgesamt ungefähr 225 Mill. Dz. Weizen zur Ausfuhr verfügbar sein. Diese Export mengen der Getrvideausfuhr- länder vermögen den Bedarf der importierenden Länder durchaus zu decken, allerdings unter Inanspruchnahme der aus dem Vor'.ah re übernommenen Vorräte. Eine Beunruhigung hinsich'lich der Brotgetreideversorgung der Welt braucht ol v nicht zu bestehen, obwohl die Versorgung sicherlich nicht so günstig ist. wie in den voraufgega-ngenen Jahren {yerw. ragend gu'er Ernten. Diese veränderte Situatton auf dem Weltgetreidemarkte hat daher auch zu einem Anziehen der Getreide- Preise geführ-t, das int Juni ds. Is. einfehte, als sich die Verhältnisse langsam klarer entwickelten. An der Chikagoer Börse, wo der Preis bis zum Juni 1924 110 Cents je Dushel VÄzen nie überschritten hatte, wuüden im Juli 116, im August 132, im September 124, int Oktober 146 unj> im Rodember 142 Cents zu Monatsbeginn notiert. Diese mehr als dreimonatige Getreidehau'se, der sich üaturgemäß auch der Berliner Markt anschloh, Chatten immer mehr beim Bedarf und Handel eilt gewisses Sich^rheitsgefühl au- gelöst, daß bei Käufen das Ri iko eines Rückschlags gering, ein weiteres Hochgehen der Preise aber wahrscheinlich sei. Diese Bewegung war keine einseitige Deutschlands, sondern erstreckte sich auf den gesamten Weltmarkt, nur daß sie dort in erster Re he sich auf Weizen bezog, bei uns aber eigentlich vom Roggen ausging. Diese unsere HaupVrotfrucht mußte in größeren Mengen als gewöhtlich vom Auslande importiert werden, und da nur ein einziges leistungssäh ges Roogenexportland, nämlich Rordamerikr, vorhanden war. so warf sich die allgemeine Kauflust d er deutschen Imp ortet,re auf den amerikani'"chen Western-Roggen. So erfolgten per Oktober enorme Abschlüsse; als sich aber die Effektuierung der Rie ei°Oktoberkäufe allmählich vollzog und die großen V rsch'ffungen sich in Bewegung setzten, ging das allgemeine Bestreben in Deutschland dahin, die herandrängende Ware, noch bevor die Dokumente aufte- nommen werden muhten, weiter zu verkaufen, was an sich schon den Hauptanstoß zu der rückläufigen Oktrberb wegung der Preie gab Das zweithändige Angebot beherr'ckte info'g v e fe i in Dause des Oktober in zunehmendem 'Mähe den gesamten Getreidehmdel, und zwar nicht nur in Deutschland und nicht nur in Roggen all in, sondern auch in Weizen und an bereu Getre'dearten, wie auch auf den verschiedensten Märkten Europas.' Wohl hatte sich entsprechend der ganzen Situation die flaue Geschäftslage im Getreidehandel während des ersten Teiles der Be acht sw ach e wch weiter verschärft. aber angeregt durch die neue amerikanische Hniftsewelle trat doch zuletzt wie er überall eine Aufwärtsbewegung der Prei e ein. Es besteht vielfach die Anschauung, daß diese überseeische Befestigung ursprünglich nicht ohne Zusamme h ing mit der amerikanischen Prüft e - tenwahl war. Jedenfalls iauchle die "er Gedanke wieder auf, 15 der Erfolg der amerikanischen Wahlen gesichert war. und man foronte in ameri- uantschen Meldungen lesen, daß schon seit längerer Zeit die Aussichten der Republikaner für die Präsidentenwahl mit den Schwankungen der Getreidepreise stiegen und fielen. Jedenfalls aber haben bic Chicagoer Steigerungen für Weiten von etwa 10 Cents und für Roggen von etwa 14 Cents an allen europäischen Märkten wie er eme kräftige Rachfolge der Preise gesunden ohne daß dadurch zunächst die allgemein stark gurütfgegangene UnternHamrngSlust ernste.e Anregung gefunden hätte. Der Berliner DNarkt schließt sich vollständig der amerikanischen Bewegung an. Die Roggenpreise ab märkischer Station hatten sich von 222 bis 205 auf 190-197 Qltt. ermiß gt, Milben aber in plötzlichem Ausschnellen mit einem Stande von 205—212 Wk. Weizen sank für prompte Abladung ab märkischer Station von 197—201 au: 190—194 Mk. und stieg dann wieder auf 205 bis 215 Mk. Roch schärfer und unregelmäßiger waren die Schwankung n für Dezemberlieferungen inländischer Ware, und man h,fft. daß die zum Dvzrmbcr beginn zu erwarten e Wiederkeh- des handelsrech.lichen Liefern gsgeichäf es die Preisbewegung etwas mehr regeln wird. Der K msum selbst ist aus seiner Zurückhaltung im Meh kaufe noch wenig herausgetre en, und der weitere schäftsverlauf wird zweisellos von dem Ergebnis der hcrannahenden Ernte Australiens und Argenttniens abhängig sein. Ermäftignng der Dörsenumsahsteuer. Die Danken hab.m die Provisionen bei Wertpapierumsätzen für Priva kundschaft und Bankier- kundschaft gleichmäßig um 40 Proz., d. h. für Privatkundschaft von 1 Proz. auf 0,6 Proz. und für Bankierkundschaft von 0,5 Proz. auf 0,3 Proz. gesenkt. Rachdem dies geschehen ist, konnte der Reichsminister der Finanzen in einer jetzt im „ Reichs anzeiger" veröffentlichten Verordnung ebenfalls eine erhebliche Senkung der Börfenumsahsteuervornehmen. Die Steuer ist bei Aktien zugunsten der Privat kundschaft von 1,5 Proz. auf 0.6 Proz., also um 60 Proz., zugunsten der Händler von 0,4 Proz. auf 0,2 Proz. also um 50 Proz. gesenkt. Dazu kommen weitere Steuermilderungen, die ihren [etj'en Grund in dem ilebergang zu fester Währung haben und die gleichzeitig eine wesentliche Erleichterung für den technischen Vollzug des Gesetzes bei den Danken bringen. Hierher gehört die Wiedereinführung des einheitlichen Steuersatzes für Schuldverschreibungen an Stelle der Verschiedenbeha.tdiung von ausländischen, wertbeständigen und auf Mark lautenden Schuldverschreibung.n. Eine '^eitere Folgerung aus dem Aushören der Inflation ist auch dadurch gezogen worden, daß die Steuer auf der Umsatz fremden Geldes auf ein Viertel der feit' herigm Sätze herabgesetzt und bei den Devisen' geschästen zugunsten der Privatkundschast die Steuer auf die Hälfte ermäßigt ist. Um schnelle Hilfe auch für die Kleinaktionäre zu bringen, soll die Verordnung bereits am 17. Rovember 1924 in Kraft treten. * Felten faner abg. Stücke 33. Auf dem Aktienmarkt wirkte der leichtere Geldstand günstig ein. so daß sich auch hier eine rege Nachfrage einstellte. Lebhaft und höher verkehrte namentl ch der Montanmarkt. Buderus 11 plus 0,75, Deutsch-Lux.nn- burg 60, Harpen er 85 Ilse Begbau 20 plrs 1 Billion Prozent. Klöcknerwerke 40, Mannesmann 431,4 Plus 0,45, Mankfelder 3 7 plus 01, Rombacher Hütte 19 plus 0,4, Rhe irische Diaun- kohlen 30, Tellus 2,35. Von Krl.warien waren Westeregeln um 0,4 auf 1? gesteigert. Von ober- chlesischen Werten gingen Caro um i/4 auf 10'/4 höher. Lebhaft g fragt waren Anilinwerte, ohne daß sich jedoch weseittliche Kursänderungen ein» teilten. Badische Anilin 20Vs Pirs i/g, Elber- elder F rben I81/4, Höchste Farbwerke 18 /4, Holzverkohlung 61/1, Rülgerswer e 163/4 nrnus 0,35. Der Elektromarkt lag ruhig, AZG. 8Vs, Licht und Kraft 7,4 minuS 0,1, Lahmeyer 11 Vs plus Vs. Mainkraft 81/4, Bankaktien waren ftärfer beacht t. Derlii er Hand lsges llschaf 25, Kommerzbank 47/8. Deutsche B nt 114, D sk ntf Kom- mandit 13Vs Plus i/s, Dresdner Bank 7'ä pl s i/s, Mitteldeutsche Creditb nk 1,65 R ichsbank 533 s Plus 3/8, Rh e in sche Kr ed tb n 2 /., Cc er- reichische Kredit Ttie.i 0,34. Sch ff rhrtsall ea - ogen ewas an. Hapag 26* i plus 0,35. Rorod. Lloyd 4,2. Don sonstigen Trairsportwerten gingenSchan- tung zu 1,5. Baltimore zu 43 Geld plus 1 Billion Prozent um. 5proz. Lombarden und alte Lombarden notierten je 7,7. Sonst kamen noch zur Rotiz: Reckarsulmer 6'/», P korny 5,3, Aschaffenburger Zellstoff 19i/j, Dyck.rhcff L W dm nn 4, Hoch- und Tiefbau 2 25, Holzmann 5,3 plus 0,1, Dmgwerke 27/8, Gummipeter 1 65, Julius Sichel 2,9, Badischer Zucker 2.6, Frarrkenthal Zucker 31/8. Chem.sche Mainz 3/8- Die Aben börse schloß in fester Haltung bei lebhaslsm Geschäft. Börsenkurse. 9,72 9,80 13,20 25,6 4,10 5,30 20,13 3 7,6 1 3,05 •J Dom RückrablungSwerL 1 V| 19,75 5,13 2,35 26,25 4,2 19,90 15,25 17,75 10,50 10,4 59,5 13.75 16 - 18,25 6.24 16,76 1,65 2,90 3.13 2,60 *8.62 59,10 84,50 13,75 16,75 6,90 9,60 41,13 34 75 33,40 24 5 4,9 9 50 11,4 12,75 1,65 0,340 85,50 17 11 10,25 60 24,E0 5 9,60 11,4 5,52 9,EC 19,76 15 17,60 17,75 16,62 8,50 13 5,7 9,7 20 10 33 25 4,9 11,40 13,13 1,65 0,340 9/0 38 24/0 4,75 .9,40 11,13 12,70 1,62 0,320 0.3 54,60 10,4 0,325 0,3 56 11,2 10,4 69 65 60,25 85,50 14,60 16,90 6,13 10,13 41,75 36,75 33,60 1.5 26 2.75 9,13 10 41,25 36.25 2,40 26 4,2 8,65 6,25 Bochumer Guß Buderus . . . . 14 8,5 13,25 8,4 40,13 43 2 3,10 7.9 16 18,10 18,13 16,75 8.4 12,70 99,80 46,25 2 2.8 0,9 1.4 2.8 2.75 8,61 ffnuiTfurt't. 971. | Berlin Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerk. . varvener Bergbau...... Kaliloerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. . .,. Laurabütte........ . , Cberbebarf....... . , , 8feSÄ*r.::::::: Mcbeck Montan ...... Tellus Bergbau Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llohd..... Theramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzniann...... Anglo-Cont -Guano . . . .. Badiscbe Anilin Chemische Mayer Alaptn . . Goldschmidt......... Gries > etmcr Electron . . . j Höchster Farbwerke Holzperkohlung NütgerSwerke ......... Schetdxanstalt......... «Hfl. ElektrizilLts-Gesellschast Beraniann........ . , Mainkrastwerfe ...... Schuckert Siemens * Halöke...... «dlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyltgenstaedt..... Megutn............. Frankfurter Armaturen . , , Konservenfabrik Braun . . . Schuhiabrik Herz ...... Sichel Zellstoff Waidhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . **/• Zolltstrken 6% Voldmettkaner Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Privat-Bank Darmsl. und Nacionalbank . Dcutlche Bank......... Deutsche BeretnSbank . . . . TtSconto Commandit .... Me,ellbank Mitteldeutsche Creditbank. . Ocsttlreichtsche Sreditanftalt Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Bia'oricn Mark auSgedrUckt^uenoö'StreS. London. Neu« ^beit. Wien und Budapest für 100000 Sin betten, alle« übrige für 10b (Einbdttn.) Telegraphische Auszahlung. 5n Simonen Prozent ILckluhh. L Mittag- nur3 börle Irrtum: 10.11. In 1. 10.11. 11.11. 6*lo Deutsche RetchSrmkelve . RetchSanlelhe . B /• /» Deutsche Relchsanleibr Deu-schc Retchsanlethe . Drunche Svarprum'eninleihe 0.840 0,8 0 1,20 8 0 1,250 1 19 O.olO 1,160 1,120 1,671 1.55C i.s.a 1,525 —— 0,65 0,6 j°/°PreußIsche SonfoU . . . — 1,35 1,370 1,345 4°'o vesscu ......... 9*/»•/() Hessen ........ — 1,425 1,5 1/25 4 2 1,475 1,475 1,45 3% 6cnen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. _ dto. Doll.-Schatz-Anwetsng.*, — — 88.5 835 10. Novbr. 11. Novbr. Rrpark. 10. I 11. klmtliche Notieruna 9lmtu.De Notier,t 11 Q)eit> Bries Geld «rief Nmll.-Rot«. Brss.-Antw Chttstinnia. Kopenhagen Stockholm . fieffinoforg. Utolien. . . London. . . Neuvork . . Paris. . . . Schweiz . . Spanien . . Wien In D.» De ft- abgest Prag . . . . Budapest. . Buen.-Aire- Bulaarten yapan . . . Wo de Ian Belgrad . . Lissabon .. w - 167,48 20,17 61,40 73,72 112,32 10, 3 17,96 19,27 4,1 J 22,05 30,75 66,41 N 5,60 1,56,7 i US 1.465 6,075 16.76 1 168,12 20,27 61, 0 74,06 112 88 10,=9 18,04 19,37 4,21 22,17 81,15 66.69 W 6,62 1^7,75 6076 6,1GB '•6,64 5a n in 167,68 20,28 62,19 73, <2 1'2,32 10,13 18,10 19,39 4.1» 22,14 80,72 fc6.se 6.805 12,485 1,376 8,05 1,616 16,96 oten. 168,62 20,38 62,51 74,06 112,68 10,-9 18,?0 19,79 4,21 22,26 81,04 t6.84 6,935 H E 1,49 voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll von voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll OOÜ voll voll voll Ncvarr. C>en> I Brie' 20,33 voll voll voll 4,11 20,23 73,72 19,37 12.14 167,48 18,0 62,01 6,89 2,37 112,12 118.32 18,12 62,3 6,91 2.89 112,68 61,03 66,84 12,59 5,63 voll voll voll voll voll voll 12,4 5,61 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeiger".) Berlin, 11. Rov. Die nunmehr beröffent- lichte Herabsetzung der Dörsenumsatz- steuer im Verein mit einer gleich,«Ligen Herabsetzung der Provisionssätze iec Danken hat auf die Börse recht belebend gewirkt. All?rdings kommt dies h.ute weniger darin zum 2lliSdruck, daß sich die Kurse erheblich steigerten, sondern vielmehr in einer wesentlichen Vermehrung der älmsätze. Auf der einen Seite bemerkte man die Großbanken und die Spekulation als Käufer, währe.ch auf der anderen Seite das Publikum noch eine fregreif- lufje Zuruckhaltung zeigte, da ja die neuen Sätze nubt fpprt in Kraft treten. Anscheinend wol en die Großbanken sür eine allgemeine Belebung per Llktienmark e und für ein größeres Interesse seitens des Publikums durch ihre Käufe die We -e ebnen auf der anderen Seite Huben die gestrigen Kurssteigerungen aber verhält.rismäßig viel Ma- 11 ^Novbr. vmcrtkanlsche Noten . . . . . Belgische Noten........ Dänische Noten ....... Englische Noten. ...... Französische Noten .... Holländische Noten..... Italienische Noten .... I Norwegische Noten...... Deutsch Oesterr .ä ioo Kronen Rumänische Noten ...... Schwedische Noten . . . Schweizer Noten....... Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . . , tertaT herauSgeholt. Am Rentenmarkt 80» obachtete man stärkere Verkäufe, um Mittel für die Beteiligung an der Aktterbewegung frei zu bekommen. Infolgedessen ist die gestern bereits an der Rachbörse einsehende rückläufige Bewegung weiter fortgeschritten. Auch in Industrie- Obl i ga t i on en überwog heute das Angebot. Der Montanmarkt stand im Vordergrund deS Interesses, aber auch die anderen Ak.ienmarkte waren recht belebt. Recht lebhaftes Interesse zeigte sich für Petroleumwerte. Rinddiehmartt in Gießen- h. Gießen, 11. Rov. Auf dem heutigen Rindviehmarkt waren 557 Stuck Großvieh und Kälber aufgetrieben. Der Handel war durchweg schleppend, was wohl auf den Auftrieb von weniger guten Tieren zurückgefübrt werden kann, da nach guten Milch- und Zuchttieren rege Rachfrage war. Bezahlt wurden für Kühe 1. Qualität 450—500 Mk., für weniger gute Ware 250—350 Mk., Schlachtkühe 120—200 Mk., Kälber 50—70 Mark. ’ -- Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 11. Rov. Es wurden notiert: Weizen 21,50 bis 23,50, Roggen, inländ. 22 bis 23, Sommergerste für Brau-wecke 24 bis 26, Hafer, inländ. 18 bis 21,75, Mais, gelb 20.50 bis 21, Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 36 bis 38,50, ^oggenmehl 32 bis 36,50, Weizenkleie 12 bis 12,25, Roggenkleie 11,75 bis 12, Heu, südd., gut trocken, 11, Weizen- und Roggenstroh 6 50 bis 7. Tendenz: Fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 11. Rov. Rach fester Eröffnung schwächte sich der Pvoduktenmarkt heute merklich ab, infolge des amerikanischen Feiertages die Anregung aus dem Ausland fehlte. Auch sei der Mehlkonsum weiterhin schleppend, so daß die Mühlen mit Getreidekäufen zurückhalten. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: We>zen, mark. 218 bis 227, Roggen, märt. 218 bis 224, Gerste märf. 224 bis 253, neue 198 bis 210, Hafer, märt. 176 bis 182, pomrn. 166 bis 174, Raps 390 bis 400, Leinsaat 390 bis 400; für je 100 Kilo: Weizenmehl 30,50 bis 33,50, Roggenmehl 30,50 bis 33,50, Weizenkleie 12,40 bti 12,60, Roggenlleie 11,80 bis 12, Viktvriaerblen 32 bis 35, kleine Erbsen 21 bis 24, Futtererbsen 19 bis 20, Peluschken 16 bis 16,50, Ackerbohnen 21,50 bis 22, Wicken 17 bis 20, Lupinen, blau 14 bi8 14,50, gelb 15 bis 18, Serradelle, alt 13 bis 13,50, neu 18 bis 20, Rapskuchen 16,30 bis 16,40 Leinkuchen 25,50 bis 25,75, Trockenschnitzel 8 50 bis 8,60, Torfmelasse 8, Kartoffelflocken 18'10 bis 18,50. (In einem Teil der Auftage wiederholt.) Streik bei der Berliner Hochbahn. Berkin, 11. Rov. ($11.) Das Verkehrs- Personal hat in der letzten Rächt beschloften, den Betrieb am Dienstag früh ruhen zu lassen, obgleich die Gewerkschaften erflärten, daß nach dem Tarifrecht ein Streik für sie nicht in Frage käme, da ein für verbindlich erklärter Schiedsspruch vorlisge. Von der Streikleitung wurde betont, daß es sich bei dem Streik nicht nur um Lohnerhöhungen, sondern auch um die Wiederanerkeunung emiaer in der Nachkriegszeit strittig gemachter Bestandteile früherer Dien st Verträge handele. Da die Hochbahngesellschaft erklär e feine Zugeständnisse machen zu können, so ist mit einer längeren Dauer deS Streikes zu rechn-" Die amerikanische FlottenrÜftnng. Paris, 11. Rov. (WB. Funkspruch ) Dem „Reuhork Herald" wird gemeldet, daß der Marinesekretär nach einer Besprechung mit dem Präsidenten Eoolidgeerklärte, daß daS Flotten- bau gefet) den Bau von acht neuen leichten Kreuzern und sechs Schlachtschiffen vorsieht, das zunächst den Senat beschäftigen werde, nachdem im vergangenen Jahve das Gesetz vorn Repräsentoirtenhause angenommen worden sei. China verlangt seine Selbständigkeit. Paris, 11. Rov. (£11.) Der chinesische Minister des Aeußern, Wang, hat in einer Ansprache die Absickt der chinesischen Regierung angedeutet, bestehende Verträge zu kündigen und mit den auswärtigen Mächten neue Abmachungen yi treffen. Er sagte: „Wir wünschen, die beteiligten Mächte zu erinnern, daß China ein Recht auf eine selbständige Existenz besitzt und alle Te chränkungen dieses Rechts auf dem Wege gegenseitiger Vereinbarungen so schnell wie es Die Umstände erlauben, Gehoben werden müssen. •nut TM Ein 1 gutes Mittel. 1 Blendung zu vermeiden, ist die Verwendung von Osram-Niira- ! Lampen । mit Opalglasglocke ® darauf Angewiesen werden,da»s V Palminnur eclli: ist,wenn i nlafelp^clw n<3 mit clern im ^g-Qc lie nac Vat Am schwerer Herr Wir sofgendf Arsche ui §«k Dell er. N* ;u wünschen, auf und enlse Sdil«1 Aowan 44. JOf»** 1* .,tr. * fti«1 "° etwfw 5^ n0t jungen v L Eie vor den lieg barung- A' erhellen. I'no g^niüler streckte die etapleton. Se-s verlangte" « Ter H w Seltsame Flitterwochen. Roman von Arnilb Fredericks. 44. Fortsetzung (Nachdruck verboten.) Stapleton ging zum Schreibtisch hinüber u d nahm dos Päckchen Banknoten. .Hier ist eS," brummte er. „Ich verlasse mich darauf, datz Sie mir gegen diese Summe baldigst Bescheid sagen, too ich meinen Sohn wiederflnde." „Spätestens in einer halben Stunde, vorauS- t natürlich, dah meine Flucht nicht verh.n- wird." „Cs wird nichts unternommen, ehe ich meinen Jungen wieder habe. Nachher re}c ich, tixn.t nötig, weitere hunderttauserrd Dollar auS, um Sie vor den Richter zu bringen." .DaS [fegt ganz im Rah nen unserer Verein- barung. 3m Augenblick, in dem Sir die Adre se erhallen, sind Sie von jeglicher Ve.pflich u g mr gegenüber frei. Kann ich daS Geld nachsehen?" Er streckte die Hand au$. Stapleton legte daS Geld hinein. .Zählen Sie eS nach und überzeugen Eie sich, dah Sie den verlangten Betrag erhalten haben," brummte er. Ter Erpresser setzte sich ganz kalt und begann, die Scheine zu zählen. Sie lauteten alle auf hohe Beträge, so erforderte daS Nachzählen nur ganz kurze Zeit. Als er fertig war, steckte der Marrn daS Bündel Noten sorgsam in e.ne Innentasche und stand auf. „Ter Betrag stimmt. Herr Stopltton," sagte er. .Gestatten Sie mir, Ihnen angcrejmen Abend zu wünschen." Gr verbeugte sich, setzte den HuL auf und entfernte sich, ohne Zeit zu verlieren. •■an oer yausiurc iap er ratch auf tue Uhr, dann ging er eiligen Schrittes die Strotze hinauf, dem Triumphbogen zu. Die zwölf breiten Strahan, die vom Plate de l'Gtoile ausgeh.m, erg'.ä z en im Scheine der Lichter unzähl.ger Autcmobile, die kamen und gingen, wie grobe Leuchtkäfer Der Erpresser Hieb an einem Punkt zu äuherst am Rand deS gepflaster en, runden Fuh» steiges, der den Bogen umgibt, stehm und war.ete. den Blick auhnerfam auf den breiten Strich ter ChampS ElysheS gerichtet. Kurze Zeit nur stand er so, starr, unbewegt. Plötzlich loste sich auS der Reihe der Gefährte ein grober schwarzer Reimv-gen uib näherte sich der Rundu rg. Der Mann traf dem Gehweg erhob die Hand und machte eine kurze Bewegung Der Wag?n fuhr an die Strab.m ei.e und hielt erbtbrnd nur den Bruchteil einer Sekunde still, den der Erpresser brauch e, um h n- einzuspringen. Noch ein Augenblick rutb er warum den groben Dogen gefahren und flog die Avenue du Bois de Dvulog .e hinaus. Dicht dahinter tarn ein zwttter IDagon, der wie der- erste auch nur einen Insassen hatte. Mit kaum zwanzig Meter Abstand zwi ch?n den beiden Maschinen rasten sie die breite 6trabe gegen die Kreuzung mit der Avenue Malakoff nunter. 3n einigen Augenblicken hatten beide sie erreicht. Hier jedoch trennte t sich ihre la: Der vordere Magen schwe.ikte in kurzem, gosäh lichen Bogen in die Avenue Malakoff ein und fuhr wie der Wind südwärts. Der zweite Wagen fuhr gegen die Porte Dauphine weiter. Als er die Kreuzung mit der Avenue Malakoff durch- ■MMI III—■Hill ■ ■ Hl • rnntniL JT—nn~ >v>n fuhr, breit der uxrgcnyuoner, vom ürrapen un- brrn.-rkt, ein längliches 'chwurzeS Ding gegen den südlichen Himmel in die Höhe und h.ett eS so unbeweglich, Hs sein Wagen im Schatten der» Bäume gegen Werten zu urrterge auch! war. Genau an der Avenue Malakoff stand ein dritter Wagen, vom Gang deS starken Motors in seiner ganzen Länge durchgeschütlelt und durch- gerüttdt. Zwei Männer laben auf dem Rücksitz Einer war damit beschäftigt, ein entferntes Fenster an der Hinterseite eine- Hauses der Avenue Kl.bnt mit einem Feldstecher au b?obachten. Der andere sah scharf auf die Straste vor ihm. Plötzlich wandte sich der Mann mit dem Feldstecher um und zeigte auf den Wagen, der eben lä.-.gÄ der Avenue du BoiS de Boulogne aus Sicht verschwand. .Ra'ch dem nach," rief er. Das Qhito jag c vorPäickS w.e ein Re tttpferd unter der Peitsche und raste gleich darauf in Heister Verfolgung die Avenue hinab. Der vordere Wagen fuhr mit voller Kraft, aber der andere, der ihn verfolgte, war offenbar noch raschor. Langsam rahm der Abstand, der sie trennte, ab. Der Mann im ersten Auw sprach ruhig mit seinem Chauffeur, und der grobe Wagen schob mit frischer Kraft davon. Bernet, der mit der Verfolgung beauftragt war, fluchte innerlich alS er feine Beut; sich von ihm entfernen sah. Jedoch vertraute er der Schnelligkeit seiner Maschine und spornte auch seinen Wag.trlrnker an, noch mehr l-e.uuszubo en. Die beiden fuhren einige QHeilen so draus los, ter Hintere Wagen kam langsam, trotz größter Anstrengung des vorderen, näher. Sie waren außerhalb ter Ilmwallung und nun im Bois te 'Boulogne uno mit Den weniger oeraönnwn ou*» f)cn vor sich schien die Jagd lang ttxrrtcn zu rooUat Zu Bernets Dertvun.erung verlang ^eter vordere Wagen n.uh und nach leine Geschwindigkeit 3n einem Augenblick 'uhren die Leute de» Präsekten Daneben der und batten ihre Revolver auf Den einzigen Insassar gerichtet ..Ergeben Sie sich," schrie Bernet, .Sie sind mein Gefangener?" Der Mann im anderen Wagen sah auf und steckte in aller Gemütsruhe eine Zigaette an. .Sind Sie Räuber, meine Freunde?' fragte oi ruhig. Der Detekttv war über-ra'cht Die beiden Wagen standen nun auf der Seite der Str-atze still. .Nehmen Sie ihn fest," sagte er rach zv seinem Begleiter. Dieser kletterte in den Wagen Der Jn'ar. wehrte sich nicht. „WaS wollen Sie von mir, meine Herren fragte er mit spötti'chem Lächeln .Meine Uhr — mein Geld?' .Dor allem die Lasch mlarnpe.' etwider'e d.'i Detektiv, .mit der Sie das Zeichrn ga en." Der (Diann sah iht erstaunt an ..Was tagen Sie, Monsieur?" irag;c er. »Soll da» ein Scher fein?". Bernet fühite fich nach und nach .in wenig unsicher- Dieser Mann schie-. ke. esu-egs dem Verbrecher zu gleichen, wie er sich t n roigcftcllt hatte. Es mar ein glathxilierlcv junger Mann elegant g kleitet und ganz cssen itz'.li tz et t Eh en- mann. .Leugnen Sie" fragte der Detektiv. ..dar Sie kurz vor Durchqueren iter Avenue Malakof ein blaues Licht gegen die Aoenu. Kleber auf- blitzen lieben?" (Fortsetzung folgt.) Garantiert unschädlich verschieden ist. Zweites Konzert ■ Statt Karten! uch nach ts. Nach kurzem schweren Krankenlager verschied heute mittag 1 Uhr mein innigstgeliebter Mann, unser guter 1 n m 1% r und Schwiegervater ö OIeIiiPIiB Herr Wilhelm Frey 11 CPP,UIIC Fabrikant M Vorlagen,Chaiselongue- nachmittag Vater Werke vöd Corelli, Bach, Mozart Reger und 8uk Alter von 50 Jahren. im und Tischdecken gegen Vorzeigung des Ausweises. ! mifnrofnffo Vortrags-Vereinigung• Gießen Lutl 3 U I V lU I IU (Goethe-Bund, Kaufm.Verein, Ortsgewerbe-Verein) Karl Gass. Berta Frey Lang-Göns, den 11. November 1924. Donnerstag, den 13. Nov. 1924, abends 8’/4 Uhr in der Universitäts-Aula 8709d Feld. Kennstiel PlockstraBe 14—16 lief-r« fr. jeder gewünschten Ausstattung stilrein und r______„ . 1Cqc preiswert die Brühl'sche Univ.-Druckerei, R. Lange. rörnSprßCnOr 1DOD Gegründet 1875 Volkshochschule Metzen 8890c Q 3 in reicher Auswahl sssoa Tapetenhaus __ Tieferschüttert teilen wir Verwandten und Bekannten mit, daß mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser treusorgender Vater, unser lieber Sohn, Bruder, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Wieseck, den 11. November 1924. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 13. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause Gießener Straße 117 aus statt. sstsd -’i Buchen« Eichen- und Nadel-Vrknnholz sowie Hau spane liefert 8S«9D Jul. Wellhöfer Marburger Strotze. In tiefer Trauer: Frau Anna Frey geb. Dietz Luise Gass geb. Frey In tiefem Schmerz: Frau Lina Kling geb. Strack und alle Angehörigen. Irnnsmifflonsloger töne. M? und Hiemeufdjeiüen zu verkamen [S4S3D Lchulstratzc 7. Grüne Heringe Schellfische Kabeljau Seelachs Br ätsche 11 fische liolEungen Schollen “”c 1 laafelchen treffen lägt, in nur ntr. C-uaL e n in ter Hamburger Fisclihdlg- A. 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November 1924, nachmittags 2 Uhr, statt. 8897D ,____________________ Gießener Konzertverein Sonntag, 16. November 1924, nachm. 5 Uhr, in der Universitäts-Aula Riele Queling (Violine) aus Köln Am Klavier: Hans Altmann aus Frankfurt a. M. n Montag, 17.Novbr., Ja ^<'abös. 7 Ufor, eröffnen /m /vyvoXx In der Bezirks- - Westanlage, g neben d. lauf. Kursen n’n öcr Babelsberger. schen Kurzschrift einen Ansängerlehrgang in der Reichskurzschrift fürDamen U.Herren. Unterrichtsgeld I0M. Anmeld, an Herrn Franz Honstein, Wilhelm- stratze 6, Herrn Richard Hasenkrug, Kaiserallee 22 ob. zu Beginn des Unterrichts erbet (Babelsb. Stenogr.-Verein von 1861 und Damenverein (Babelsberger. 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