Aettag, 12. September (92$ Statt V4- Jahrgang Die Befreiung des Ruhrgebiets Langsame Durch- des Londoner Pakts ien :n- Ärcife sein dürfte. Wenn Stresemann jm Reichs- Ausdruck gab. es sei wahr- letzte französische Svldal be= Abschluß eines Iah - schon französischen 2lutzennnnister Dr. tage der Hoffnung scheinlich, daß der reits lange vor Annahme von AnZelgrn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mir Breite örtlichS, auswärts 10 ©olbpfcnnig; für Re- Klame-Anzcigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrist 20°;„ Auf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Fnedr. Wilh. Lange: für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für der Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Ilr. 215 Erstes Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit b. Samstagsbeilage . Gießener Familienblätter Monats-Bezugspreis: 2Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnreigerEiehen. Postscheckkonto: grantfurt a. M. 11686. führung der Amnestie. res das Ruhrgebiet verlassen habe, so lehrt uns der Vorgang, den wir jetzt im Ruhrgebiet beobachten müssen, daß diese Hoffnungen des Außenministers zu großen Optimismus ! esih n un> nur dan i iine Terechtigun i erhalten werd n wenn vielleicht nach geraumer <}eu ein lamter Druck von England aus oder von feiten der Geldgeber Frankreich veranlaßt, etwas schn.l- ler die kostspielige Restbesetzung zu beseitigen. Einseitige Handhabung der Amnestie. Der Begriff der „politischen (befangenen^ — Hungerstreik in den Pfälzer Gefängnissen. Zweibrücken, 1l. Eept. (WTB.) Zur Zeit befinden sich in pfälzischen Gefängnis- s e n noch 81 politische Gefangene, und zwar in Zweibrücken 58. in Germersheim 20, sowie je einer in Ludwigshafen, Frankenthal und R e u st a d t a. d. H. Hebet den Begriff „Politische Gefangene" bestehen zwischen den französischen DesatzungLbehörden und den einschlägigen deutschen Stellen große Meinungsverschiedenheiten. So werden von den 58 Zweibrücker Gefangenen nur 2 0 als politische Gefangene betrachtet und als solche zur Entlassung kommen. Begreiflicherweise hat sich der Gefangenen eine große Aufregung bemächtigt, so daß sie in Zweibrücken sogar in den Hungerstreik eingetreten waren, um eine für sie günstigere Entscheidung herbeizuführen. Rach einer Verfügung des kommandierenden Generals in Landau werden alle Gefangenen bis zu 3 Monaten Strafzeit sofort entlas- s e n. Dementsprechend erhielten am 10. September 6 Gefangene des Militärgefängnisseö Zweibrücken die Freiheit wieder. Heber die Entladung der mit mehr als 3 Monaten bestraften poli- tischen Gefangenen hat sich General D e g o u t t e die endgültige Entscheidung Vorbehalten. Es besteht die Befürchtung, daß sie als Kompensationsobjekt in der Separatisten- frage zurückbehalten werden. 3m Militärgefäng- nis Zweibrücken befinden sich auch noch 41 sogenannte Deportierte, d. h. die Rhein- und Ruhrgefangenen, die während des passiven Wider- standes nach französischen Strafkolonien verbracht worden waren und auf deutsche Dorstellungen wieder zurückgeführt wurden. Rach einer Havasrneldung aus Dortmund sind bisher in Durchführung des Artikels 7 des Anhanges 3 des Londoner Protokolls 51 in französischen Gefängnissen im Ruhrgebiet festgehaltene Deutsche in Freiheit gesetzt worden, davon 36 Hntersuchungsgesangene und 15 Verurteilte Die Durchführung der Amnestiemaßnahme nehme ihren Fortgang. Eine weitere Meldung aus Dortmund berichtet von der Entlassung von 47 Dortmunder und 10 Essener politischen G^angenen. weitere Räumungsdesehle. Essen, 11. Sept. (WTB.) Gemäß dem Befehl des kommandierenden Generals des 32. Armeekorps soll die dritte französische Division, die den Dortmunder Bezirk belegt hat, aus der Besatzungszone heraus- gezogen werden. Das 24. Infanterieregiment in Recklinghausen soll bis zum 27. September abgezogen sein. Für diese Truppen kommen diejenigen Teile des 18. Dragonerregiments nach Recklinghausen, die zur Zeit in Dortmund liegen. Die Zivil- d ie n st st e l l e n, wie die Regiebahn usw., sollen im Recklinghausener Bezirk bis zum 20. Oktober vollständig abgebaut sein, während der Abbau der Zollverwaltungsstellen vom 15. September ab erfolgt. Der Stadtverwaltung von Oberhau- s e n wurde vom französischen Stadtkommandanten folgendes Schreiben übermittelt: „Das erste Bataillon vom 12. Pivnierregiment soll Oberhausen am 16. September verlassen und wird durch keine andere Truppe a b g e l ö st. An diesem Tage werden die Kasernen und Wohnungen der Stadt Oberhausen zur Verfügung gestellt. Die Schäden müssen festgestellt, die Zähler für Licht und Heizung abgelesen werden. Rach dem 17. September werden Reklamationen nicht mehr ent® gegengenvmmen. Ich möchte Sie deshalb bitten, von heute ab einen Delegierten der Stadt zu ernennen, der dauernd der Kommandantur zur Verfügung steht." Wie uns aus H o e r d e mitgeteilt wird, werden die Zollbeamten des Zollamtes Hoerde spätestens atn nächsten Sonntag aus Hoerde zurückgezogen werden. Ein großer Teil der französischen Besatzungsttuppe ist schon vor längerer Zett abbefördert worden. Wann der Rest der Besatzungstruppen, der etwa noch 50 Mann beträgt, abgehen wird, ist noch nicht bekannt. Verschleierung der französischen Ruhrbilanz Die geringen Cinnabmen im Ruhrgebiet.—Eine deutsche (Hegcnrechnung zur Verbuchung auf ReparatiouSkonto. Berlin, 12-. Sept. (Drahtmeldung.) Die Aufstellung, die von der französischen Regierung über ihre Einnahmen im besetzten Gebiet veröftentlicht wurde, wird von deutscher Seite für lächerlichgeri ng gehalten. Selbst wenn man die Auffassung zugrunde legt, daß die veröffentlichten Zahlen nur die Reineinnahmen darstellten. Rach Abzug aller Derwal- tungs- und sonstigen Hnkosten müssen die gesamten Ziffern weit unter den tatsächlichen Einnahmen liegen. Insbesondere die 197 Mil- Der Widerstand der französischen Lokalbehörden gegen die Durchführung Hinauszögern der Räumung. — Die Sirenen von Genf. Die deutschen Völkerbundsfreunde. — Der ungarische Zwischenfall. — Das wahre Gesicht des Völkerbundes. Man sollte meinen, daß dieses satirische Zwischenspiel eigentlich auch bei uns den Leuten zu denken geben müßte, dir sich schon daran gewöhnt haben, grundsätzlich nur die schöne Larve, aber nicht das wahre ^Gesicht des Völker- burrdes zu sehen. Weiter kann man die Heuchelei doch eigentlich kaum treiben, als mit bicfem ungarische Beispiel. Aber wir Deutschen haben darüber hinaus doch auch noch eine ganze Reihe ganz besonderer Gründe auf Eis liegen, die für sich selbst sprechen. Da ist die heillose Mißwirtschaft, diediePvlenimOsten treiben, die unerhörte Art, wie sie mit Danzig umgehen, da ist die schrankenlose Willkürherrschaft der Franzosen im Saargebiet — und da ist noch so vieles andere. Soviel Punkte man aufstellt, soviel Hngerechtigkeiten sind es, die sich alle unter der völkerbundlichen Geste von Gerechtigkeit und Frieden abspielen. Die das nicht sehen können, sind einfach ein hoffnungsloser Fall. Trotzdem kann es nicht schaden, daß man das ungarische Zwischenspiel einmal in die rechte Beleuchtung rückt, damit die Reichsregierung sich klar darüber bleibt, was es mit den, ach! so verführerischen Sirenenklängen von Genf in Wirklichkeit auf sich hat. Reparalions anleihe und Völkerbund. Vermittlungsaktion der amerikanischen Bankiers in der Völkerbundsfrage (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 12. Sept. (Drahtmeldung.) In unterrichteten politischen Kreisen verdichten sich immer mehr die Gerüchte, wonach die amerikanische Dankwelt, die vor allem für die Aufbringung der deutschen Anleihe in Frage kommt, in den nächsten Tagen Beratungen abhalten wird, die der Ausarbeitung eines Ver- mitt'tungsplanes zwischen Deutschland und Frankreich in der Völkerbundsfrage dienen sollen. Rach zuverlässigen Mitteilungen aus Amerika betrachtet ein großer Teil der Bankiers den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund als die sicher st e Garantie dafür, daß die 2Iera des wirtschaftlichen Aufschwunges und der polttischen Verständigung von Dauer sein wird, und sucht deshalb diesen Eintritt nach Möglichkeit zu fördern. Die Aktion, die von den amerikanischen Finanzleuten geplant ist, hätte demnach nichts zu tun mit der Stellungnahme der herrschenden politischen Partei in Amerika zum Völkerbund und würde an derablehnendenHaltung Amerikas gegenüber dem Völkerbünde nichts ändern. Es würde sich lediglich darum handeln, den amerikanischen Finanz- einfluß in London und in erster Linie in Paris dahi ngeltend zu machen, daß die in Betracht kommenden französischen Regierungskreise Deutschland den Eintritt in den Völker- Honen Franken, die als die Einnahme der R e • gieeisenbahn ausgenommen werben, können die tatsächlichen Einnahmeziffern bei weitem nicht erreichen. Die Reichsregierung ist nun zur Zeit noch nicht in der Lage, die Unterlagen die- ser Aufstellung im einzelnen zu kontrollieren, weil der Derwaltungsapparat im besetzten Gebiet in einem solchen Maße leistungsunfähig geworden ist, daß eine schnelle Kontrolle sich als unmöglich herausgestellt hat. Es sind jedoch sofort die notigen Anordnungen getroffen worden, um deutscherseits eine Gegenrechnung auszustellen, die im Verlaufe von einigen Wochen voraus- sichtlich beendet sein wird. Die Reichsregierung wird alsdann in einer der Kommissionen, die zur Zeit in Coblenz über die Abwicklung der fran- zosischen Detwaltung beraten, die Gegenrechnung überreichen und darauf bestehen, daß auch sran- zösischerseits eine genaueRachprüsung erfolgt und daß die tatsächlichen Einnahmeziffern der endgültigen Abrechnung und der Heber« Weisung auf R e p a r a t i o n s k o n t o zu» gründe gelegt werden. Veränderungen in der französischen Diplomatie. Paris, 12. Sept. (WTB.) Wie bet „Petit Parisien" mitteilt, hat der französische Botschafter in Rom Darre re dem Ministerpräsidenten um seine Entlassung gebeten. Der Rücktritt Barrere wird der Anlaß zu einer bedeutsamen Veränderung der Gesandtschaftsposten Frankreichs sein. man von Frieden und Abrüstung spricht, während in der Praxis nur d i c De siegten ab r ü st en mußten, während ihre Rachbarn bis an dic Zähne bewaffnet blieben. Diese ehrliche Offenheit hat einen Skandal verursacht. Ter Belgier Hi; man s hat es sich unter dem Beifall des Völkerbundes verbeten, daß in Genf die Wahrheit gesagt wird, und auch die folger den Redner, vor allem der polnische 2Iuf);i minifter, ließen ihren Zorn in ebenso llein' sich en wie unehrlichen Sticheleien durchblicken. Und das Ergebnis? Der ungarische Minister» Präsident Graf Bethlen, der in Genf eingetroffen ist und die Führung der ungarischen Telegation übernommen hat, mußte in seiner ersten Rede quasi Abbitte leisten. Damit wird der Fall, wenn Ungarn Glück hat, erledigt sein. ... Und alles bleibt beim alten. Solange der Völkerbund seine diesjährige Genfer Tagung abhält, sind in der Tat schon verschiedentlich Töne zu uns herübergeklungen, die keinen Zweifel darüber lasten, daß es wenigstens einem Teil des Bundes allmählich doch recht erwünscht erscheint, dieselben Deutschen wieder u n t e r s i ch zu sehen, die man doch erst vor fünf Jahren so behandelt hat, als ob sie nicht in die Gesellschaft anständiger und wohlerzogener Menschen hineinpaßten. Diesen Wandel der Anschauungen können wir begrüßen. Aber leider gibt es im Völkerbund auch jetzt noch Kreise, die unseren Beitritt zum mindesten in einer so einschränkenden Form gestaltet sehen wollen, daß es für einen so großen Staat wie Deutschland schließlich noch recht starke Bedenken gibt, sich die Sache genau zu überlegen. Herr Her- ri t> t hat ja auch deutlich genug durchblicken lassen, daß er keineswegs ein besonderes Entgegenkommen an Deutschland wünscht. Und neuerdings beeilte sich mich LvrdP a r m o o r, feine Hebe dahin richtigzustellen, daß von seiner angeblichen Einladung an Deutschlmid nichts mehr übrig blieb. Er brauchte sich bei dieser Korrektur gar nicht einmal zu genieren, denn es soll noch nicht so lange her sein, daß sein Herr und Meister im Kabinett gleich nach seiner großen Genfer Rede auch einige 'Berichtigungen anfcringen mußte. Trotzdem gibt es in Deutschland Leute, die den zweifelhaften Sirenenklängen von Genf in einem stärkeren Maße erlegen sind, als es für unsere Interessen nützlich wäre. Daß die Kreise um den „Vorwärts" und die „Dossisch: Zeitung" sich geradezu nach dem Völkerbund drängeln, ist seit dem Bekanntwerden der eigenartigen Rolle von Dreitscheid, Hilf er - ding und Graf Keßler in Geist und durch die täglichen Artikel dieser Blätter so offenbar geworden, daß es Eulen nach Athen tragen hieße, wollte man darüber noch viele Worte verschwenden. Aber nun bat vor einigen Tagen doch ein so zurückhaltender und kluger Mann, wie der Abgeordnete L v e b c , einen offenen Brief an den Außenminister geschrieben, in dem er ihm ebenfalls den Rat gibt, doch ja nicht die günstige Stunde zu verpassen. Herr Loebe ist eine Figur, die sich in menschlicher und qualitativer Hinsicht von dem Durchschnitt der deutschen Tagespolitik sympathisch abbebt, und sein Dries hat daber immerhin Anspruch darauf, ernster genommen zu werden, ass das Geschrei der Leute, die gewerbsmäßig in politischen Geschäften zu reiei pflegen. Herr Dr. Stresemann ist offenbar derselben Ansicht gewesen und hat ihm durch die ihm nahestehende „3eit" auch eine höfliche und ernste Antwort gegeben. Aber die Höflichkeit der Form hinderte natürlich nicht, daß diese Antwort in der Sache aus guten Gründen heraus ablehnend ausfiel. Herr Loebe aber läßt nicht locker. Am Donners'.agmorgen bereits antwortete er in der von ihm herausgegebenen Breslauer „Dvllswarte", in der er eigentlich im wesentlichen mir noch einmal dieselben Grundgedanken entwickelt, die sein erster Brief bereits enthielt. Ob wir in der Tat soviel Veranlassung haben, unfern Eintritt in den Völkerbund auf gut Glück zu beschleunigen, wie Herr Loebe es wünscht, das muh man aber doch gerade nach den Ereignissen der allerletzten Tage stark bezweifeln. Der ungarische Vertreter Graf A p o n h i hat mit seiner Rede doch Erfahrungen gemacht, die nur Abschrecken können, weil sie den Völkerbund einmal in seiner ganzen Schönheit zeigen. Der greife ungarische Politiker hat den Mut gehabt, einmal zu sagen, daß Schwarz schwarz und Weiß weiß ist. Er hat offen ausgesprochen, daß das Vertrauen der Minderheiten zum Völkerbund nur recht mäßig ist. Er hat auch auf den Widerspruch hingewiesen, der darin besteht, daß Matt wird anerkennen muffen, daß bisher für das besetzte Gebiet einige Erleichterungen geschaffen worden sind. Der Paßzwang ist auf- gehoben, die/Zollgrenze ist gefallen, das widerrechtlich besetzt gewesene Ruhrgebiet kann wieder zum Deutschen Reich gezählt werden, ist ohne Schwierigkeiten zu erreichen, die Verbindungen sind wieder normal, der Güterverkehr kommt wieder in allgewohnten Gang. DaS Leben im Ruhrgebiet beginnt aufs ne re zu pulsieren. Zahlreiche Betriebe, die sich bis aufs äußerste eingeschräntt hatten, beginnen wieder lebhaftere Produktion. Die überaus große Arbeitslosigkeit im Ruhrgebiet läßt immer mehr nach Es hat den Anschein, so wird von überall berichtet, als ob man befreiter atmet und Handel und Wandel, Arbeit und Leben wieder in- gehemmter geworden sind. Hnd doch ist n o ch nich t alles geschehen, um dem Ruhrgebiet die alte, m London vereinbarte Freiheit zu geben. Roch ist die französische Besetzung nicht in dem Maße abgebaut, daß sie unsichtbar geworden ist. Die französischen Soldaten sind genau wie früher in den Straßen zu sehen, noch immer müssen die Ruhrbcwohner dem allen Befehl folgen und vor französischen Offizieren den Hut ziehen, noch immer verlangt der französische Soldat Anerkennung seiner Oluiprität. Obwohl täglich Züge mit militärischem Material, Sonderzüae mit abgebauten Soldaten, mit den übrig werdenden Regieeisenbahnern, mit den angeworbenen französischen Aushilfsarbettern nach Frankreich abgehen, ist das Bild der Besetzung noch nicht wesentlich verändert Das kommt in der Hauptsache daher, weil die Besatzung sich zu sehr aif lange Frist eingerichtet hat und well sie so umfangreich gewißen ist, daß ein gründlicher Abbau vor- genonunen werden muß, eine langwierige Räumung zu erfolgen hat, ehe ma*i tatsächlich von einer Räumung des Rihrgebietes sprechen lärm. Roch ist übrigens nicht einmal eine Haupt)- bcbingimg des Londoner Abkommens erfüllt. Wohl sind eine Anzahl von Haftentlassungen erfolgt, sind zahlreiche politische Gefangene wieder heimgekehrt, aber die Amnestie ist noch nicht in der Weise durchgeführt, wie es vorgesehen war. Sv ist es Aufgabe und Pflicht der deutschen Regierung gewesen, beim Quai d'Orsay zu protestieren gegen die Verzögerung der Amnestie. Richt mit einem Schlage, wie es zunächst von französischer Sette angekündigt wurde, wie man es auch in London vereinbart hatte, hat man die Gefangenen aus dem Kerker entlassen, sondern einzeln, gewissermaßen unter genauer Prüfung der einzelnen Persönlichkeit, werden die Gefangenen in die Freiheit gesetzt. Das muß selbstverständlich bei der Ruhrbevölferung große Empörung Hervorrufen und bei ihr den Anschein erwecken, ate ob die Franzosen nicht die Absicht hätten,, berettwilligst den Abmachungen von London zu entsprechen. Auch die Rückkehr der Ausgewiesenen wird von mancherlei Hemmungen begleitet. Wenn auch bereits gestattet ist, daß alle Ausgewiesenen zurückkehren dürfen bis auf einzelne, die besonders genannt worden sind, so überrascht es dennoch, daß immer neue Verfügungen entweder französischer Behörden oder der interalliierten Rheinlandtvmmissivn ergehen, die nur einer bestimmten Anzahl, zum Beispiel von Beamten, die Einreise gestattet. So ist von den vielen Beamten, die die Re- giestcllen aufgeben mußten, die abgeschoben worden sind oder sich in Sicherheit brachten, um nicht verhaftet zu werden, nur einer Zahl von 500 bisher die Rückkehr erlaubt. Wenn französischerseits auch versichert wird, man müsse in dieser Angelegenheit langsam vorgehen, so widerspricht das doch nach unserem Empfinden den Londoner Vereinbarungen, die ganz anders lauten. In Berliner maßgebenden Kreisen hört man, die Absichten Herriv ts seien ehrlich gewesen, er sei aber machtlos gegen die Willkür der französischen amtlichen Stellen, die sich das Recht anmaßen. Befehle von Paris nach ihrem Willen auszulegen und bis zuletzt den Deutschen ihre Macht zu zeigen. Wie wir unterrichtet sind, bemüht sich die Berllner Regierung dauernd, mit sanftem Druck in Paris durch die Verhandlungen mit den in Frage kommenden Besatzungsbehörden die Londoner Vereinbarungen durchzuführen. Hnd es kann gesagt werden, daß sie auf keinen Widerstand stößt, freillch immer wieder hören muh, daß technischeGründe sie verpflichten, gründliche und überlegte Arbeit zu leisten. Bis eine Räumung des Ruhrgebiets in dem erwünschten Maße erfolgt, wird tatsächlich eine lange Zeit vergehen. Dis die Aufhebung aller überflüssigen Bestimmungen zur Tatsache geworden ist, wird der Winter herankommen. Man muh jebenfaH3 aus den Erfahrungen, die diese Erscheinung bringt, den berechtigten Schluß ziehen, daß die letzte Räumung des Ruhrgebiets, das beißt, der Abzug aller Besatzungstruppen, nicht vor einem Jahre erfolgen wird und die v)n Herriot mit allen Mitteln verfochtene Jahresfrist einzubehalten das Bestreben der militäri- GietzeimAMger General-Anzeiger für Oberhesfen vnlck nn5 Verlag: vrühl'sche UnioerfitälL-vuch- und Steindruckerei H. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. mmb nad) Kräften erleichtern urto ihm Qxi= rontien geben sollen, daß Deutschland nicht gezwungen wäre, ein erneutes Schuldbekenntnis abzutegen oder auf einen Sitz im Völkerbundsrat zu verzichten. Man rechnet nicht darauf, daß diese Derrntttlungsaktion bereits in der nächsten Zeit Tatsache wird, aber man weih aus Paris, daß dort schon von amerikanischer Seite die ersten Fühlerausgestreckt sind, und glaubt, daß noch im Laufe des Winters die amerikanischen Bankiers zur Verwirklichung ihrer Pläne schreiten werden. Die Haltung Deutschlands gegenüber einer solchen 2lnregung würde in erster Linie davon abhängen, welche Erfolge die Amerikaner in Paris mit ihren Vorbedingungen erreichen würden. pariser „Mdensftimmung". Neue Hetze gegen Deutschland in der Kontrollfrage. Paris, 12. Stzpt. (Eig. Meldung.) Die Militärkontrvlle in Deutschland und die Genfer Debatte über Abrüstung und Sicherheit gibt der französischen Presse wieder einmal den allerbesten Stoff für eine neue Heye gegen Deutschland. Namhafte Generale und Politiker, in der Hauptsache aber nur solche, die zu der Gefolgschaft Poincarss gehören, müssen heran, um in allen bedeutenden Blät- tem lange Leitartikel über Deutschlands Rüst ungen, seine neuen Erfindungen auf dem Gebiete des Flugwesens, seine Vorbereitungen für einen Aeberfall aus D äne- mark und ähnliches loszulassen. Diese 2lr- ttkel sind natürlich in der allerinteressantesten Weise mit aus den Fingern gesogenen Einzelheiten ausgeschmückt, so daß sie recht glaubhaft klingen. Man -merkt aber doch, daß sich die Pariser Hetzpresse nicht ganz wohl in ihrer Rolle fühlt, da die Militärkontrvlle in Deutschland bisher zukeinenDeanstandungen geführt hat und auch ein angeblicher und in den Zeitungen groß aufgemachter Dresdener Zwischenfall widerrufen werden muhte. Nichtsdestoweniger wird lebhafte Stimmung gegen die Freigabe des Ruhrgebietes und für die Annexion des Rheinlandes gemacht. 3n der Tat, in Frankreich herrscht eine wahre und echte Friedensliebe, und in kürzester Zeit wird Frankreich alles getan haben, um noch bestehende Unstimmigkeiten mit Deutschland zu beseitigen. Die Abrüstungskonferenz England und der Seekrieg. Genf,' 11. Sept. (WTD.) Der Erste Aus- 'chuß, der die juristische Sette der sich aus der Resolution Herriot-Macdonald ergebenden Fragen zu prüfen hat, hat die Generaldebatte ab- leschlossen. Fernandos-Brasilien legte dar, dah Ser Schiedsvertrag. nicht ju eng gefaßt werden dürfe, da es zahlreiche internationale Streit- sälle, die nicht unter die Regeln des intern Otto» •raten Rechts fallen, gibt. Es wäre die Einsetzung pon SchlichtungSkomnnsfionen zu begrüßen, die Sie beiden streitenden Staaten vor sich berufe, am eine Lösung des Streitfalles zu suchen. Sir SectI Hurst - England legte dar, warum die bisherige Klausel über den obligatorischen Schiedsspruch von England nicht unterzeichnet werden könne, vor allem deshalb, well es kein inter- rationales Recht gibt, auf das man sich stützen könne und das die angelsächsische und die koittinentale Auffassung überbrücke. Das gelte für den Seekrieg vor allem. Es könnten Fälle Eintreten, bei denen England auf Grund des Dmkerbundpattes und auf Wunsch jedes Völker- buKdsmitgliedes diesen seine Flotte zur Verfügung stellen müßte und gleichzeitig vor dem Schiedsgericht zu erscheinen hätte. Loucheur - Frankreich führte aus, daß die Forderung der Resolution nach einem Schiedsverfahren und nach nicht im Völkerbundspakt vor- gc-srhmen anderen friedlichen Teileru^gs möglich- ketten von Konflikten den Krieg ausschalten solle. Er betonte, daß für Frankreich das Schiedsverfahren, die Sicherheit sowie die Abrüstung e i n Ganzes bilden. Zu den Ausführungen Hursts erflärt er, daß Frankreich angesichts der Ereig- nftse von 1914 bis 1918 keine Ar fache habe, sch über die englische Seehrrrschaft zu beklagen. Erschließe sich dem Wunsche nach Abänderung an. Neben den Schiedsverfahren biete vor altem A - tikel 12 des Paktes wichtige Schlichtungsrnoglich - teilen sowie Artikel 15. Hier aber b: finde sich auch die erste wichtige Lücke des Pattes, der einen einstimmigen Ratsbeschluß für die Schlichtung eines Konfliktes verlange. Es sei aber unannehmbar, daß die von der Welt Xxx- langte friedliche Lösung, so erklärte Loucheur unter starkem Beifall, daran scheitern sollte, weil ein Ratsmitglied sie nicht wünscht. Der Fall Leinert. Die „Pensionierung" des sozialistischen Oberbürgermeisters von Hannover. Der Fall Leinert ist, von welcher Seite man ihn auch bettachtet, höchst unerquicklich. Die Beamtenaboau-Verordnung der Reichsregierung, die sinngemäß auch von den Ländern und Gemeinden anzuwenden ist, bezweckt die Erzielung von Ersparnissen durch eine „Deflation" des in der Kriegs- und Nachkriegszeit ungeheuerlich angeschwollenen Be- omtenkörpers. Cs ist nun menschlich und poli- ttsch verständlich, wenn die Gemeinden mit Hilfe der Abbau-Verordnung sich der ihnen aufgczDungenen Revolutionsgröhen zu entledigen versuchen. So, wie es das hannoversche Stadtparlament aber getan hat, geht es nun doch nicht. Zunächst wollte man den sozialdemokrattschen Oberbürgermeister „abbauen", da er durch seine parlamentarische Tätigkeit als preußischer Landtagspräsident verhindett sei, die Amtsgeschäfte ordnungsgemäß zu versehen und es sich in den letzten, Zähren gezeigt habe, daß es auch ohne ihn gehe. Die Aufsichtsbehörde hat den Ab- baubeschluh wegen formaler Verstöße gegen die Verordnung der Reichsregierung beanstandet. Nun lieh sich die Stadtverordneten-Mehr- heit auf Verhandlungen mit Herrn Leinert ein und erzielte einen Vergleich, wonach Herr Leinert zum 1. Oktober zurücktritt und dafür das volle Oberburgermei st ergehalt auf Lebenszeit erhält. Das nennt ich dann Sparpolttik! Der Beschluß des Bürgerschaftskollegiums ist umso erstaunlicher, als nach den gesetzlichen Bestimmungen die Höchst- rension eines Beamten nur dreiviertel seines Gehaltes beträgt. Bisher haben die Gemeinden nur ganz besonders verdienten Männern ehrenhalber das ganze Gehalt als Pension gewährt. Es ist zu erwarten, daß die Aufsichtsbehörde dem sauberen Abkommen die Genehmigung versagen wird. Auch vom Standpunkt des Herrn Leinert wirkt der abgeschlossene Pakt recht peinlich. Dah er, der einen vorgeschobenen Posten der Sozialdemokratie zu vetteidigen hatte, sich dem ersten Abbaubeschluh mit allen Mitteln wider- etzte, war zu erwarten. Wenn Herr Leinert jetzt aber gegen gute Bezahlung kampflos das Feld räumt, so drängt sich der Verdacht auf, dah nicht politische, sondern persön- : i cf) c Rücksichten ihn zum Widerstand veranlaßten. Das scheinen auch seine engeren Parteifreunde gefühlt zu haben, denn sie haben sein Verhalten aufs Schärf st e mißbilligt. Leinert ist eine der Größen der Partei. Er war Vorsitzender der verschiedenen Rätekongresse und ist jetzt Präsident des Landtages. Wenn seine Fraktion ihn jetzt von diesem exponierten Posten nicht zurückziebt. fällt seine Blamage auf sie zurück. Eine Entschließung des Neichs"- landbundes. Wie- die „Deutschs Tagesztg." berichtet, hat der Vorstand und die Vertteterversamm- lung des Reichslandbundes erneut eine Entschließung gefaßt, in der auf die Notlage der gesamten deutschen Landwirtschaft, die durch die vernichtenden Witterungsschäden teilweise bis zum drohenden Untergang gesteigert sei, hingewiesen wird. Die von der Regierung getroffenen Maßnahmen (Steuerstundung und Kreditbeschaffung) seien ungenügend. Cs wird Verlängerung der bisherigen und Scha ffung weite rer Kredits gefordert. Es wird die umgehende Durchführung von Lokalbesichtigungen durch Beauftragte der Zentralstellen für geböten gehalten. Der Aufstand in Georgien. Konstantinopel, 12. Sept. (Havas.) Die Aufstandsbewegung im Kaukasus hat einen großen Umfang angenommen. Es fanden mehrere blutige Kämpfe statt, bei denen die Aufständischen blutige Niederlagen erlitten hätten. Die Aufständischen haben Tiflis, Kutais sowie die Eisenbahn Tiflis nach Osorketti besetzt. Aus aller Welt. Die Schweizerfahrt des Amerika-Ieppelin. Friedrichshafen, 11. Sept (Eig Meldung.» Trotz der nicht allzu günstigen Witt rungs- verhältnisse beschloß die Führung des Z. R. 3 heute früh, die geplartte Fahrt nach der Schweiz anzutreten. Bei bedecktem Himmel herrschte gute Fernsicht, und da aus der Schweiz günstige Wettermeldungen eingclaufen waren, tcur?e das Luftschiff in kurzer Zeit fahr-bereit gemacht und iv der zehnten Vvrmittagsstunde aus der Helle geschleppt. Dabei entstand eine k-r i t i s ch e Situation, denn als dec hintere Teil des Luftschiffes die Hallenausfahrt verließ, toure e der Ballon - körper durch eine plötzlich einsetzendr Böe mit solcher Wucht gegen die HallenauSfahrt gedrückt, daß das Heck in bedrohliche Nähr der großen Türflügel der Luftschiffhalle geriet. Es gelang icdvch, das Luftschiff g l ü ck l icha u s ber H a lle> heraus zu bekommen und mit der Spitze gegen den Wind zum Aufstieg klar zu machen. An der heutigen Fahrt nahm unter anberenr die Tochter des Grafen Zeppelin, Gräfin Hella von Branden st ern - Zep- pelin, sowie rhr Sohn und einer der ältesten Freunde und Mitarbeiter des Grafen Zeppelm, DaronvonBassus, Platz. Bekannte Wissenschaftler, darunter Geheimrat H e r g e s e l l vom preuß. Aeronautischen Observatorium, und eine Awahl von Amerikanern fanden sich gleichfalls in der Passagierkabine ein Da die heutige Fahrt des Z. R. 3 in erster Lime wissenschaftlichen Zwecken diente, a>urbe zur Bedienung der Meßgeräte ein ganzer Stab von wissenschaftlichen Arbeitern an Bord genommen. Die Gesamtzahl der an der heutigen Fahrt teilnehmenden Personen betrug 78. Wenige Minuten nach 10 Uhr flieg das Luftschiff aus und nahm nach einigen Schleifen den Kurs auf das Schweizer Hf er des Bodensees. Dort hatten sich schon in der frühen Morgenstunde zahllose Neugierige eingefunden, und allenthalben, wo der Z. R. 3 auftauchte, wurde er mit stürmischem Jubel begrüßt. Um 1,40 Ahr nachmittags überflog das Luftschiff nach mehrfachen Kreuzfahrten Schaffhausen und erschien gegen zwei Ahr über Basel. Beim iteberfltegen des Basler Gebietes hat der Kom- m an baut des Luftschiffes Dr. Eckener der Redaktion der „Baseler Nationalzettung" ein Funkentelegramm mit Begrühungsworten für die Behörden Basels und die Bevölkerung über- sandt, das in dem Wunsch ausklang, daß der Besuch des Zeppelin-Luftschiffes dazu beitragen möge, die freundnachbarlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz noch enger zu gestalten. Um 3.05 Uhr nachmittags überflog der Lustkreu- zer Luzern und verschwand dann in Richtung Zürich dem Auge des Beobachters. Obwohl das Luftschiff allenthalben fast unerwartet auftauchte, war doch der Empfang, der ihm von feiten der Sc^veizer Bevölkerung entgegengebracht wurde, ein überaus herzlicher. Nacktem das Luftschiff gegen Vz4 Uhr über Zürich und später über St. Gallen und Rorschach gekreuzt hatte, landete es um fünf Uhr wieder in seiner Heimat station. 2iach der Rückkehr wurden über dem Seengebiet weitere Versuche gemacht. U. a. wurde der Versuch über die Reichweite des telephonischen Verkehrs senders mit bestem Erols durchgeführt. Ferner wurde der Telephon- Verkehr mtt den Postfunkstellen Zürich und Friedrichshafen auf genommen. Die Der- üche über den Verkehr wurden von den deutschen Postsunkstellen Konstanz, Stuttgart, Hannover, Bremen und Königsberg i. Pr. beobachtet. Eine Prüfting ktes Telephonpeilers ergab ein günstiges Resultat für alle Peilstrahlungsrichtungen. Der Zeitpunkt der nächsten Fahrt ist noch unbestimmt. Der deutsche Juriftentag. Heidelberg, 11 .Sept. (WTD.) Zu Beginn der ersten heutigen Vollsitzung des 33. Deutschen Zuristentages wurde der Vorsitzende der ständigen Deputation des Deutschen Zuristentages, Geh. Zustizrat Prof. Kahl, zum Präsidenten der Tagung gewählt. Zn seiner Eröffnungsansprache begrüßte der Vorsitzende die Vertreter der deutschen Regierungen. Staatssekretär Z o e l begrüßte besonders die Delegierten aus Oesterreich und der Tschechoslowakei und gedachte in warmen Worten des kürzlich verstorbenen, hervorragenden deutschen Zuristen Düringer. Der Staatssekretär wies darauf hin, daß §rr Notstand der letzten Zahre ein Nvtrecht geboren habe, das abzubauen oder in dauernde Benutzung e i n z u r e i h e n eine der Hauptaufgaben dieses Kongreßes bilde. Ein weiteres großes Problem, das Deut ch and und Oesterreich beschäftige, sei die Schaffung eines neuen einheitlichen Strafgesetzbuches, dessen Zustandekommen ein neues kulturelles Band zwischen den beiden Ländern bilden werde. Heute nachmittag begannen die Beratungen in drei Abteilungen. Zn der bürgerlich-rechtlichen Abteilung behandelte Hofrat Privatdozent Dr. Klang-Wien die Frage der zukünftigen Gestaltung des Wo hnungsmietrechtes. Die öffentlich-rechtliche Abteilung beschäftigte sich mit der Zulässigkeit von Verfassungsänderungen ohne Abänderung der Verfassungsurkunde; weiter mit der Frage, die in dem in Art. 48 der Reichsverfassung vorgesehenen Reichsgeseh über den Ausnahmezustand bärgest eilt ist, sowie mit der Frage, wie die Beteiligung der Laien an der Strafrechtspflege zweckmäßig gestaltet werden kann. Die steuer- und wirtschaftsrechtliche Abteilung prüfte die Frage der Aenderung der Gesetzgebung zur Erleichterung der Kapitalbeschaffung für die Akt i engesellschaften, ferner die Frage, welche Grundsätze sich empfehlen für das internationale Vertragsrecht zur Vermeidung internationaler Doppelbesteuerung bei Einzelpersonen und Körperschaften, insbesondere aber bei gewerblichen Betrieben und schließlich die Frage, ob es erwünscht ist, das Einkommen und die Gewerbebetriebe nach gleichmäßigen Grundsätzen zu besteuern. Abschluß der Flottenmanöver. Nach Abschluß der Flottenmanöver in der Ostsee hat Dienstag nachmittag eine Parade der deutschen Seestreitkräfte in der Greifswalder Ducht stattgefunden, die der Reichs- wehrminister Geßler und der Chef der Reichsmarine Admiral De h n ke, dir sich auf der „Hannover" eingeschifft hatten, abnahmen. Die Flotte bestand aus 3 Linienschiffen, 5 Kreuzern, 22 Torpedobooten, 6 Minensuchbooten, zwei A-Z-Booten und 4 Tendern. Diese Parade war gleichsam der demonstrative Tätigkeitsbericht des scheidenden Admirals Behnke, der sein Amt als Chef der Marine in die Hände des Admirals Zenker legte. / Dor dem Ende des Weltftuges. Die amerikanischen Weltflieger sind in Boston angekommen und von dort nach N e u y o r k wettergeflvgen, wo sie auf dem Flugplatz Mitchell gelangt sind. Sowohl in Boston wie In Neu York wurde ihnen .von Behörden und Bevölkerung ein begeisterter Empfang bereitet. Flugzeuge von Heer und Flotte erwartete sie an beiden Plätzen und geleiteten sie zum Landungsplatz, von wo die glücklichen Flieger sowohl in Boston toU in Neuyork nach den Amtsgeoäuden geleitet und von den staatlichen und städtischen Behörden feierlich willkommen geheimen wurden. Sie stehen jetzt ,ytv noch vor dem letzten Teil ihres großen Fluges, der von Neuyvrk über Land nach San Franzisko führt. Dann- sind sie an dem Ausgangspunkt ihrer ereignisreichen und abenteuerlichen Fahrt angelangt. Havarie zweier Wasserflugzeuge. Malmve, 11. Sept. (WTB.) Zwei Wasserflugzeugs der Postlinie Berlin- Stockholm sind bei starkem Nebel an der Küste bei Simrisham und Karlskrona verunglückt. Stark beschädigt wurden sie durch Fischerboote an Land geschleppt. Ein Konsul als Betrüger. Der „B. Z." zufolge machte der Danziger Grohlaufmann und argentinische Konsul Wres- z y n s k i bei einer Berlttrer großen Zuwelenfirma eine Reihe von Einkäufen und erhielt auf Grund seines Kvnsultitels Kredit. Darauf reifte Wres- zhnski nach bei1 Schweiz und kaufte von der Schweizer Filiale einer Berliner Firma eire Perlenkette im Wert von 150 000 Dollar. Da er sich durch eine mtt gefälschter Quittung versehene Rechnung seiner Berliner Einkäufe als guter Kunde der Firma auswies, erhielt er auch die Perlenkette ohne Bezahlung. Nunmehr ist Wreszhnski flüchtig, etre auch seine großen Verpflichtungen gegenüber der Danziger Girobank erfüllt zu haben. Schwere Gasexplosion In einem holländisch-indischen Bergwerk. Wie die Amsterdamsche Telegraphenagentur Aneta aus Batavia vom 10. September meldet, sind infolge einer Gasexplosion in einem der Poeloe-Laoet-Bergwerke 62 Eingeborene getötet worden. Mehrere Personen wurden schwer verwundet. Der Leiter der Bergwerksinspektion ist von Dan- doeng nach Poelve Laoet abgereist, um eine Untersuchung einzuleiten. Sieben Todesopfer einer Kesselerplosion. Zn dem litauischen Ort Panemunelis erfolgte bei Eröffnung einer neu eingerichteten Mehl- und Schneidemühle eine Kessel- explosion, die 1 Todesopfer forderte. Die Explosion soll durch Brennstoffe erfolgt sein, die von einem Konkurrenten böswillig unter die Maschine gelegt wurden. Aus Stabt und Lano. Gießen, den 12. Sept. 1924. Ist die Abtretung von Mietrechten gegen den W>llcn des Vermieters möglich? Don Rechtsanwalt Prof. Dr. Ernst Goldschmidt- München. Zm allgemeinen gilt der Grundsatz, daß der Mieter ohne Erlaubnis des Vermieters nicht berechtigt ist, den Gebrauch der gemieteten Sachen auf einen Dritten zu übertragen, insbesondere die Sachen weiter zu vermieten. Wenn der Vermieter die Erlaubnis hierzu verweigert, kann der Mieter zwar das Mietverhältnis unter Einhaltung der gesetzlichen Frist kündigen, womit ihm aber ut bei gegenwärtigen Zeit nicht gedient sein wird. Die Frage als solche gewinnt für den Spezialfall ganz besonderes Znterefse, wenn beim Verkauf eines Handelsgeschäfts mit der Firma'auch das Mietrecht an den Geschäftsräumen auf den Neuerwerber übergehen soll. Schon lange vor der Zeit des Krieges und der Zwangsbewirtschaftung war die Frage in der Literatur oft erörtert worben, ob der im Anfang dieses Aussatzes zitierte Rechtsgrundsäh--Anwen- düng finde im Falle der Abtretung von Mietrechten. Es wurde hier juristisch ein Anterschied gemacht, ob es sich um eine glatte Zession, also um eine glatte Abtretung der Mieterrechte als solche handelte, die ohne weiteres auch vom Reichsgericht als unzulässig ohne die Genehmigung des Vermieters bezeichnet wurde, oder ob unter Aufrechterhaltung des ursprünglich bestehenden Miet- verhältnisses es möglich fei, ohne die ausdrückliche Genehmigung des Vermieters Dritten den Gebrauch sa überlassen. Die Problemstellung gewinnt heute in der Zeit des Mieterschutzes große Bedeutung. Zn dem eben erwähnten Sonderfall der Heberlaffung von gemieteten Räumen an den Neuerwerber einer "Handelsgesellschaft, hat das Amtsgericht München ein Urteil erlassen, das weit über lokale Grenzen Zitteresse beanspruchen darf Cs handelt sich hierbei um folgendes: Eine, offene Handelsgesellschaft hatte seit einer Reihe von Zähren einen Raum inne, auf Grund eines von beiden Gesellschaftern unterzeichneten Mietvertrages. Zm Juli ds. Zs. veräußerten die beiden Gesellschafter das von ahnen betriebene Geschäft samt der Firma, gleichzeitig traten sie das Mietrecht an dem Lagerraum an den Käufer ab und gaben damit zu erkennen, daß sie selbst den Besitz der Mietsache und der Mietvertrag für ihre Person aufgeben wollten. Sie waren aber zur Aeberlassung des Besitzes und zur Abtretung des Mietrechts nicht befugt. Denn sowohl das BGB., als auch das Mieter- schutzgeseh faffen das Mietrecht als ein im Zweifel an die Persönlichkeit des MiMers gebundenes Recht auf, dessen Abtretung kraft Rechtsgeschäfl oder Gesetzes ausgeschlossen ist, wenn der Vermieter die Abtretung nicht gestattet. Demnach konnten die Kläger von dem Beklagten Räumung und Herausgabe an sich selbst verlangen, und da ein Mietverhältnis zwischen den beiden Streit- teilen nicht bestand und auch kein Wohnraun in Frage kam, forirmt weder die Sicherung eines Ersahraumes, noch tote Bewilligung einer Räumungspflicht in Betracht. Auch die gegen das Urteil eingelegte Do rufung wurde vom Landgericht mit der nachfolgenden Begründung abgetoiefen: „Nach der Rechtsprechung des Reichsgerichte find die auf persönlichem Vertrauen beruhenden Mietrechte nicht übertragbar. _ Auch bei der Veräußerung eines Handelsgeschäftes mit dem Rech zur Fortführung der Firma ist das gleichzeitige Veräußern von Mietrechten der Firma ohne Ein willigung des Vermieters nicht zulässig. Die Abtretung des Mietrechts und die Aeberlassung des Destees ist daher dem Kläger gegenüber wirkungslos. , Bornotizen. — Tageskalender für Freitag Deutschnationale Dollspartei, 8 Ahr im „Post. fetter“: Mitglieder-Dersammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zlona“. — Asioria-Licht- spiele: „Der 3. Alarm". — Heftische Dilderbühne: „Die Tragödie im Hause Habsburg". Wettervoraussage. für Samstag. Teils heiter, teils wolkig, westliche Winde, etwas wärmer, vorwiegend trocken. ♦ ** Der volle Fernsprech-Nacht- dienst kann in unserer Stadt künftig nur dann noch beibehalten werden, wenn sich die Fernsprechteilnehmer verpflichten, einen besonderen Kvstenanteil zu übernehmen. Die Be- reitwMigkeit hierzu muh der Stadtverwaltung ausgesprochen werden. Man beachte die heutige Bekanntmachung der Stadtverwaltung. ** Wegsperre. Vorn Polizeiamt wird uns mitgeteilt: Anläßlich der am 13. und 14. September stattfindenden Gießener Ruder^gatta wird der Feldweg am Bahndamm vom Boots- Hause der Gießener Rudergesellschast bis an den Durchgang nach der Edersttaße (Bahnüberführung) am 13. September für die Zeit von 2 bis 6 Ahr nachmittags und am 14. September für die Zeit von 9 bis 11 Ufyr vormittags und 2 bis 8 Ahr nachmittags für den Durchgangsverkehr gesperrt. e T öic 3, ZMeMWsWskli in modernen Farben, guter Trikot........ Paar MlWlkl Siegen Dienstag, den 16. September abends 8 Uhr (SuBlei des Bflö-liflülieimer AnhangewagenfurLastauto 13 verschiedene Typen 70-qss Generalvertretung Tal. Spessart 870, IKörZolflerLandstr.lU lil'l Zur Frankfurter Herbstmesse । Hill Stand 2113 t ni Freien Verlangen Sie Preisliste! Festmeter 1.69 3.18 10.04 17.70 22.56 Eichen-Stämme Ein gebrauchtes D.K.W.- sowie N.S.U.- NiM preiswert zu ver- für den Besuch der Stadt- und Landkundschaft. Sehr tüchtige kg bei den in Frage kommenden K Abnehmern bestens eingeführte H Verkaufskräfte belieben sich M unter Angabe von Gehaltsan- ® Sprüchen schriftlich zu bewerb, tg R. Berends Janssen, Kaffee-Import gssr-.D K Lebensmittel-Großhandlung H Bremen, Tann en straße 8 || FladaaiilsE* Komödie in 3 Akten von Otto Ernst Eröffnung des Vorverkaufes 5onnfaüenl4.5eO)nyiW III IV V |Stellenangebote| Patei'lhaushallartikßl Vertrieb durch Hausierer und BTarht- rekende, auch als größer Nebenver- dioust. Täglich bis ßmk. 30.- Verdienst- mögiiohkelt. Brosp. unentflelil. vom Erfinder Vr. Wiih.Betz, Wermelskirchen B. einld.i. [7023ss Festmeter 2.98 4.87 5.12 80.33 FiAen-Jcrbstkügcil Msinnzcn Klaffe I II — Hohen Verdienst bis 80 Mk. wöchenll. können tüchtige Vertreter erzielen d Vertrieb eines patentierten Gebrauchsartikels Schrift!. Angeb. u. 023307a.d. Gies;. Anz. Alleinverkauf der altbewährten „ Herz-Stiefel“ die 7010a nur mit dem „Herz“-Stempel auf der Sohle, das erste Fabrikat der Schuhfabrik Herz darstellen Sonntag, den 14. September findet um 11 Uhr vormittags eine einmalige Vorführung des in Privatbesitz befindlichen Films: Die Fahrt unseres ruhmreichen Hilfskreuzers „Moire“ im Lichtspielhaus in der Bahnhofstr. statt. Hierzu Vortrag eines Teilnehmers an den Abenteuerfahrten, Obermaat Weißenstein, Gießen. Eintrittskarten für Erwachsene Mk. 1.00, für Schüler und Studierende Mk. 0.50; im Vorverkauf in der Papierhandlung Schneider, Kirchenplatz, und an der Kasse des Lichtspielhauses. Aer Mi und Dolles en Ochsten aü schen, ml1 türltche SstischlM Affäre, oc ten Hui-es sein, um Ist die d«. schen jnsesier^ MingrenS Siese taktil Fr grfDlge: - Taktik M sprich! heu' Räumung _ seittgung । tegierung Presse der Dersailler Ur in di> lang dm Affäre vc Deutschlar toenn es unter sich gesetzten - verteidiget dieser ga> das öeritsc Tvbei Zukunft de mehr offen neue ©etix Das gilt v die Frist des link Deriailler Jersailler heute üb - Pochco dem Stan gar nicht nicht ei legung er natürlich Wegn-a die Errei Volkes, d ichen „P Äelwlutir der gerät allgemeine [Wohnungstausch! Tausche I 4-Zimm.-Wobn. in Wetzlar neg. gleichgrosse in Giesteu. F. Heger, Wetzlar, Schleusenstr. 3. Laden mit mehreren Schaufenstern oder Geschäft der Textilbranche in allerbester Lage von Gießen von großem Frankfurter Haus zu übernehmen gesucht. Offerten unter F. E. J. 699 an Rudolf Masse, Frankfurt am Main. 6987ss llarloffeMeserung. Die Lieferung des Bedarfs an Speise- kartoffeln für 1924/2£ — Industrie — ungefähr 21’00 Zentner, soll vergeben werden. Hiervon sind im Oktober d. F. 1500 Zentner und im März 1925 6-00 Zentner zu liefern. Die Bedingungen liegen auf der Kanzlei hie- während der Bureaustunden offen. Für die Angebote ist ein besonderes Formular vorgeschrieben, welches gegen Erstattung von 20 Pfennig Schreibgebühr zu erhalten ist. Kostenfreie, verschlossene, mit der Auf- cbrift „Kartoffellieferung" versehene An- iote sind bis zum Eröffnungstermin: ontag, den 22. September 1924, vor- ultttags 11 LIhr, hier einzureichen. Es können auch Teillieferungen, jedoch nicht unter 30 Zentner, erfolgen. Zuschlagsfrist: 1 Woche. Marienschloh, den 2. September 1924. Nutzholz-ZubmWon. Das nachverzeichnete im Winter 1923/24 gefällte Holz soll auf dem Wege der Submission verkauft werden. Angebote sind pätestens bis zum 16. September 1924, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen. Das Fichten- und Kiefern-Stammholz ist entrindet, jedoch mit Binde gemessen. Die Derkaufsbedingungen, denen sich dieKäu- er mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, liegen bei uns zur Einsicht MMt 7t schwarz und grau, verstärkte B Spitze und Ferse . . Paar v <*9 DIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIID Brennholz. Buchen- u. Tannenbrennholz, kurzge- schnitten sowie ge- hackt, liefert frei ans 023234 Wegen Erkrankung meines Mädchens suche per fofort ocüenklMs. ehcllches Mädchen daS etwas kochen kann und alle Hausarbeiten versteht. Frau Roümann, ognoo Bleichftr 3 I. {Stellengesuche} Junger Mann 16 Klassen Mittelschule» banktechnisch ». kaufmännisch vollständig durchgebildet auch im praktischen Berkaus mit Erfolg tätig gewesen, sucht entsprechende Stellung. Schr. Angebote unter 6310D an den Gieß. Anzeiger. Chauffeur ael. Autoschlosser, 15 Jahre Fahrer, mit allen ivlotoren u. Reparaturen best. vertraut, verbeir., Frau Schneiderin, verrichten auch beide and.vork.Arb., sacht Stellung. Schr. Ang. u. 023287 q. d.G.Anz. | Verkäufe j Verkaufe sofort 1 Stück 4 P. 8. Wanderer-Motorrad 1 Stück 4 P. S. Eichler, Baujahr 1924 1 Stück 7,9 P.S. F. U.- Motorrad 1 Stück 2V, P. 8. Sieg Wo sagt d. Geschäftsstelle d. G. Sl. 023292 6.F.F.-F.6.F. Sonntag, 14. Sept Kret$= seuerwehv tag in@ro6.-£inöen. Abfahrt zurTagung und Uebung 84S Uhr. Nächste Abf. 12" Uhr. Uniform: 1. Rock, Helm. 7032c Die Vorstände. / 7044V Zichten-Ztämme I II III IV Va Vb müdem Herz KjfdifSohk Hers Nr. 215 Swettes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Freitag, 12. September 1924 schönste ^mc des Hofes küssen. Aber er gerät dadurch in eine sehr bedenkliche Loge, denn jeder Ritter fordert, dost man seine Dome für tie schönste erkläre, und der unglückliche Kaß-- spender zieht sich durch jed? Wahl den Hast der Genossen zu -Zu so furchtbaren Konflikten führte die Jagd noch dem weisten Hirsch, dost sie streng verboten wurde Aus Dem „Ueberland- jagen" entwickelte sich b;e höfische Parforce-Jagb. und eine besondere Ausbildung erhielt die Falkenbeize, über deren Methode Kaiser Friedrich II. ein eingehendes Buch geschrieben hat. Kunst und Wissenschaft. Photographie des Krebses im lebenden Körper. *21 ad) einem Bericht der „Umschau" soll es den Aerzlen Dr. A. Koharesf und L. Wehl gelungen sein, Kr^sgeschwülste im lebenden Körper zu photographieren. Sie entnehmen zu diesem Zweck dem Körper eine kleine Blutmenge und gewinnen aus dieser dos Serum. Diesem wird eiry? geringe Dosis Radiumemanation beigegeben, donir der Stoff dem Körper wieder ein verleibt. Die Emanation häuft sich innerhalb des Körpers vor allem do an, wo sich rasch wachsende Gewebe finden. Da bösartige Geschwülste, wie der Krebs, sehr rasch wachsen, so sind sie Ansammlungsorte für die Emanation Photographisch: Aufnahmen, die einige Zeit nach der Injektion gemacht werden, zeigen die Orte besonders starker Emanations- Häufung und ermöglichen dadurch, die Lage krebsartiger Geschwülste im Körper zu bestimmen. Der Kampf um den deutschen Nhem. Die Räumung des linken Rheinufers. — Frankreichs Verlangen nach der „natürlichen Grenze". Don Dr. Ernst M ü l l e r - Meiningen, ehern, bahr. Justizminister, Richter am Obersten Landgericht München. Der zweitausendjährige Kampf um den deutschen Rhein hat in dem Ringen des Weltkrieges seine jüngste typische Periode entrollt. Was Frankreich nicht mit den Waffen fast der ganzen Welt und durch Aushungerung des deutscher Dolkes erreichte, will es mit Hilfe des schmählichsten aller Friedensdiktate und seiner sadistt- schen, mit Absicht unklaren und unmöglichen Leistungen erreichen: Der Rhein soll die „natürliche Grenze" zwischen Frankreich und dern sich mit einer Fülle von Verlegen heits- sprüchen aus der Affäre zu ziehen verlacht. Ja, er ist so weit gegangen — was sein Freund Brailsford im „Daily Herold" bestätigt —. Herriot auch hier den Steigbügel zu halten und zu sagen, dast die englischen Truppen am 10. Januar 1925 die Kölner Zone nicht verlassen werden: Richt bloß wegen der guten Beziehungen zu der deutschen Zivilbevölkerung in Köln, - sondern auf die Gefahr hin, dost Frankreich aus nicht, warum es nicht geschah, nehme selbstverständlich an, dah eS reiflich erwogene waren, die mich aber von der Anregung der Frage in der Qeslentlichkeit nicht obzubringen txrin gen. Denn mehr noch als die S ch u l d s r a g e wird diese Frage der Räumung des linken Rheinusers die Welt in Aufregung erhalten: Es besteht der Derdocht, dast Frankreich all das, was es jetzt scheinbar konzediert - es ist vorläufig in der Hauptsache nur eine nichtslagcnde Wort- leistung ohne wirkliche Garantie gegen Mistbrauch . mit zu dem Zwecke betreibt, um so sicherer der Vernunft und ihrer Vertragstreue bezüglich des Rheinlandes ein Schnippchen zu schlügen: Die französische Armee fühlt sich in ihrem unerhörten Lut is, in diesem herrlichen „Krieg im Frieden" in den rheinischen Quartieren so wohl, dast es auch einer ehrlichen französischen Regierung vielleicht nicht möglich ist. fxe wieder Deutschland l unb bleiben Die ganze Ruhr- Assäre, der .11 französisch, c Truppen mitten im sogenanni „Frieden" wegen nicht gelieferten Holzes uii Zohlen, soll nur eine Kulisse fern, um desto sicherer den Rhein zu behalten. Ist die deuts. Industrie im rheinisch-westfälischen Boxland, des Rheins zertrümmert obed in fester Kontrolle^, dann lästt sich das Ziel der Rheingrenze um so leichter dauernd erhalten. Diese hervorragend geschickte Räuber- taktik Frankreichs zeigt bereits ihre deutlichen Erfolge: An Stelle der aggressiven deutschen Taktik gegenüber dem Versailler Schanddiktat spricht heute jedermann nur noch von der „Ruhr- Räumung" nicht mehr von der Revision oder Beseitigung des Littates von *919: Die Reichs- regierring unb mit ihr fast du getarnte deutsche Presse beruft sich aus Schritt m.> Tritt auf den Versailler Vertrag. Aus A,,.'riffspofttion sind tr-ir in die vollendete Verteidigungsstel- lung durch die frevelhafte, verbrecherischeRahr- Affäre vom 9. Januar 1923 gedrängt worden. Deutschland scheint jetzt beinahe froh zu fern, wenn es den Boden des sogenannten Vertrages unter sich hat unb sich' damit gegen die fortgesetzten Rechtsbrüche des französischen Regimes verteidigen kann Es ist an der Zeit, dast sich dieser ganzen unseligen Rückwärts-Gnt wicklung das deutsche Volk einmal, bewustt wird. Dabei wagt man anscheinend die für die Zukunft des Reiches bedeutsamsten Fragen nicht mehr offen auszurollen. Aas Sorgen es könnten neue Gewalttaten Frankreichs die Antwort sein. Das gilt in erster Linie von der Grundfrage, ob die Frist von 15 Jahren für b 1 e Besetzung des linken Rhein ufers in Art. 428 des Versailler Vertrages, die „vom Inkrafttreten" des Versailler Vertrages an gerechnet werden soll, heute überhaupt schon läuft. Frankreich — PoiizcarH wie Herriot — steht bekanntlich auf dein Standpunkte, die Frist habe überhaupt noch gar nicht zu laufen begonnen, da der Vertrag nicht erfüllt sei! Diese ungeheuerliche Auslegung einer Haren Vertragsbestimmung bedeutet natürlich nichts anderes als die dauernde Wegnahme des linken Rheinufers, die Erreichung des Ziels des ganzen französischen Dolkes, die Erfüllung des Traumes aller französischen ^Patrioten" seit der grosten französischen Revolution, ja seit Ludwig XIV.: Es bestehl nicht der geringstc Beweis, dast Herriot von diesen allgemeinen Linie der traditionellen Politik Frankreichs abweicht: Er weist nur geschickter als Po in ca re, Millerand, Tardreust und Genossen den aufgeklärten Mann „des neuen Geistes" den er wiederum weniger von der deutschen „Demokratie" fordert, zu mimen. Hervorragende englische Politiker haben die Größe der Gefahr aus dieser Auslegung des Versailler Diktates erkannt. So hat der frühere englische Premierminister As quith m der Sitzung des englischen Unterhauses vom 14. I 1I1 1924 die von Der französischen Auffassung „total abweichende" englische Qlleinung vertreten und die englische Regierung auf die eminente Gefahr der französifchen Stellungnahme hingewtesen. Er hat in Ucbercinftimmung damit verlangt, Last England nach seiner Dertragspflicht am 10. Januar 1925 nach Ablarkf der fünfjährigen Frist gemäß Art. 429 die Kölner Zone ver lästt und die volle' Souveränität Deutschlands dort wiederherstellt. Und in der Sitzung vom 6. Augast 1924 — also während der Londoner Konferenz — hat der ehemalige Premierminister Lloyd George dieselbe Frage von neuem aufgerollt. Er hat die französische Behauptung, dast die Besah angsfrt st von 15 Jahren noch nicht zu laufen begonnen habe, direkt einen „nicht stren g ehrenhaften Weg" („not strictly honourable way") genannt unb von neuem, wie Asquith, an den Minister- präsibenten bie Anfrage geslellt, was die englische Regierung dieser gefährlichen Meinungs- disserenz gegenüber zu tun gedenke. Der jetzige Premier M a c d 0 n a l d hat — (trotz ober wegen seiner pazifistischen Gesinnung, oder wegen seiner Sorge vor dem dräuenden Poincars?) — die wiederholten Anfragen nicht beantwortet, sonBilderweitbewerb desGießenerAnzeigers für die besten Lichtbilder aus ganz Dberhessen, sowie aus den Gießen benachbarten preußischen Gebietsteilen. Die Aufnahmen sollen möglichst bildartig sein. Folgende Ausnahme« kommen in Betvmht: Don interessanten Bauten in Städten und Dörfern, von Häusergruppen, von schönen Straßenansichten, von Hausern, Kirchen und Denkmälern mit schönen Baumgruppen, von Burgen und Schlössern, von malerischen, charakteristischen Landschaften, von besonders prägnanten, typischen Persönlichkeiten. Oie Bewertung wird durch ein Preisrichterkollegium erfolgen, bestehend aus den Herren: Landgerichtsrat Hirsch, Mgierungsbaurat Kuhlmann, Professor Dr. Rauch und zwei Mitgliedern bep Verlages und der Redaktion des Gießener Anzeigers. Derr erste NveiS betragt . . Der zweite Preis betrügt . Der dritte Preis betrügt . Der vierte Preis betrügt • Der fünfte Preis betrügt • Der sechste Preis betrügt . 4 Preise, ie.......... 50 Trostpreise, ie...... . ICC Goldmavk . SC Goidmavk . 60 Ooidmavk . 40 Goidmavk . 30 Goldmavk . 20 GoSdnravk . 10 Goldmavk . s Goldmavk Außerdem bebalten wir uns vor, weitere geeignete Photographien zu erwerben. Oie mit Preisen bedachten und käuftich erworbenen Lichtbilder gehen in das ausschließliche Benuhungs- und Verlagsrecht des Gießener Anzeigers über. Jeder Bewerber kann eine unbeschränkte Zahl von Photographien einreichen. Die unaufgezogenen Lichtbilder können auch von ftüheren Aufnahmen stammen, dürfen aber nicht irgendwie öffentlich benutzt sein. Oie Einsendungen sind mit Kennwort und mit der Bemerkung „Bilderwettbewerb des Gießener Anzeigers" versehen an die Redaktion des Gießener Anzeigers zu richten. Kennwort und genaue Angaben über den Gegenstand des Lichtbildes (Drt, Hquü, Straße, Schloß, Ruine ufto.) sind auf dessen Rückseite anzugeben. Die genaue Anschrift des Ein- senders ist in geschlossenem Briefe beizufügen, dessen Umschlag das Kennwort trägt. Derr üuüevste Grnliefevuttgstevmln ist dev 15. Sept. d. 3s. ' Oie Preiszuteilung wird im Gießener Anzeiger veröffentlicht. Oie Rücksendung der nicht preisgekrönten und nicht käuftich erworbenen Lichtbilder findet nach Schluß der Ankäufe statt Verlag und Redaktion des Gießener Anzeigers. diesem Präjubize für feine hochgefährliche Auslegung der Art. 428 unb 429 bas Recht auf ewige Okkupation des linken Rheinufers herlellet, denn der größte Esel findet doch, — auch ohne bie meisterhafte, hergebrachte französische Ra- bilistik - einen Grund, über „nicht pünktliche Erfüllung" irgendeiner Bestimmung jenes fadistifch-ungeheuerlichen Diktates von 1919 zu prozessieren! Ich meine, unsere bisherigen Erfahrungen mit dem lothringischen Advokaten und seinen Kniffen sollten die deutsche Reichsregie- iimg überzeugt haben, dah wir noch eine schwere Leidenszeit bis zum 15. August 1925 durchzumachen haben, bis wir die Ruhr wirklich geräumt sehen werden! Diese jüngsten Vorgänge im englischen Unterhaus e aber hätten meines Erachtens allen Beteiligten, in erster Linie natürlich der deutschen Delegation, die Verpflichtung auferlegt, über diese wichtigste Frage der deutschen. ja der europäischen Politik und Zukunft volle Klarheit zu fordern. Ich kenne die Gründe hevauszubringen. — es sei denn, dast die ganze Welt sich beizeiten energisch gegen den klaren Länderraub auflehnt. Hier ist auch für England -die Achillesferse. Es ist charatteristisch, dah eine Reihe grober englischer Zeitungen, darunter sogar Macdonalds Leibjournalist Drailsford im „Daily Heiald", die Gefahr bereits wittern und Mac- donald warnen. Die deutsche Reichsregierung hat aber die heilige Pflicht, rascheste ns, ohne jeden taktischen Verzug dafür zu sorgen, dah jede Brunn en Vergiftung über den Ablauf der 15-, 10= unb 5jährigen Fristen bet Art. 428 unb 429 des Versailler Vertrages verhindert wird: Sie 'würbe sich später der schwersten persönlichen Verantwortung aussehen, wenn sie diese Klarstellung — einer der wichtigsten Bestimmungen des Versailler Diktates — vielleicht aus irgendwelchen taktischen Gründen verzögern würde. Das „Aprös nous le belüge“ könnte in diesem Falle den Untergang des Deutschen Reiches bedeuten! Denn ohne den Rhein kann kein Deutsches Reich auf die Dauer bestehen I Darüber ist in Deutschland ohne Unterschied der Parteistellung mit der Regierung das ganze Voll einig. Das Ergebnis der Berner Konferenz. Eitel Freude herrscht . in des „13 o r» w ä rt S" Hallen: „W afhingtontnirb r a ti fixiert!“ verkündet das sozialdemokratische Blatt frohlockend und singt dem Neun- und Zehnstundentag, zu dem Deutschland unter dem Drucke der furchtbaren Wirtschaftsnot wieder zurückgekshrl ift, bereits einen tonenden Grabgesang. Und was gibt Anlaß ztt diesen Ausbruch der Freude? Das Ergebnis der Konferenz der Arbeitsminister Deutschlands. Frankreichs. Belgiens und Großbritanniens. die dieser Tage in der schweizerischen Hauptstadt Bern stattgefunden batten. Besieht man sich dieses 'Resultat etwas genauer, so will es uns scheinen, als wenn dadurch die Wiedereinführung des Achtstundentages, die der „Vorwärts" bereits gesichert sieht, doch noch nicht so unbedingt garantiert wird. Die versammelten Minister haben nämlich es als „erwünscht" bezeichnet, zu einer brauchbaren internationalen Anwendung des Achtstundentages zu gelangen. ES wurde sestge- stellt, dah „in den meisten Punkten" ihre Auffassungen übereinstimmten, also nicht etwa in allen. Die Konferenz schloß „unter dem allgemeinen Eindruck", daß es möglich sein werde, zu einer gemeinsamen Ratifizierung des Washingtoner Aebereinkommens zu gelangen. 3n diesem Berner Konzert der hauptsächlichen sozialen Dirigenten der -Welt wurde also noch recht viel Zukunftsmusik gc^ boten. Ein Wörtchen mitzusprechen, haben vor allem die Parlamente, in Deutschland also der Reichstag, ob er einer allgemeinen Einführung des dogmatischen Achtstundentages ohne diä Möglichkeit von Ausnahmen zusttm- men. wird, halten wir nicht nur für ziemlich unwahrscheinlich, sondern beinahe für ausgeschlossen. Die Erfahrungen, die das deutsche Volk mit dieser „Errungenschaft" der Revoluttvn hat machen müssen, sind denn doch etwas allzu trübe. Eine internationale Regelung der Arbeitszeitfrage müßte überdies jedem der auch nur einige volkswirtschaftliche Kenntnisse hat. deshalb unzweckmäßig erscheinen, weil die natürlichen Voraussetzunge n in den einzelnen Ländern denn doch allzu verschieden sind. Selbst gesetzt den Fall, daß Amerika. England und Frankreich restlos zum Achtstundentag übergehen, wie sollen wir in Deutschland konkurrenzfähig mit unserer Arbeit bleiben oder sogar überhaupt erst wieder w e r d e n? Uns fehlt der natürliche Reichtum dieser Länder oder ihrer Kolonien, wir sind ein auSgesogenes und verarmtes Volk, das, so bitter sich diese Wahrheit anhört, nun einmal gezwungen ist, mehr zu arbeiten als die' übrige Welt, wenn wir leben wollen. Von der Svzialdemokratte. die ihren Dogmenglauben nicht abstreifen kann, ist keim Einsicht zu erwarten. Um so mehr sollten di< Bürgerlichen und die nichtsozia- lj st i f chen A r be i te r sich hüten, den oben- geschilderten „VorwärtS"-3ubelhhmnen beizu- sttrnmen. Die Spuren bitterer Erfahrung schrecken . . . Sozialbemokratie unb Zollvorlage. In den Sozialistischen Monatsheften unternimmt Max Cohen einen mutigen Vorstoß gegen die Stellung der großen Mehrheit seiner Parteifreunde zur Schuhzollfrage. Er wundert sich, daß bie sozialistischen Arbeiter, die, wenn es auf den Schuh einer Industrie ankommt, längst gelernt hätten, als Produzenten zu denken, die Agrarzölle lediglich vom Verbraucherstand aus beurteilten. Hier spiele der politische Gegensatz zwischen Stadt unb Land eine verhängnisvolle Rolle. Cohen seht sich dann mit den Einwänden . der Schuhzollgegner recht geschickt auseinander. Ihre Lehre, daß man den Verbrauch grundsätzlich an der billigsten Quelle decken, die Nahrungsmittel also dort beschaffen müsse, wo die natürlichen Produktionsbedingungen bie günstigsten sind, wäre wohl zutreffend, wenn wir eine durchorganisierte Weltwirtschaft hätten, von der aber seien wir weit entfernt, und man brauche nur an die Möglichkeit eines Krieges zu denken, der Deutschland gar nicht einmal unmittelbar in Mitleidenschaft ziehen müßte, umdieGefahrfürun.sere Ernäh- wiederDeutfchezumMerwurde „Es lebe, was auf Erden stolziert in grüner Tracht, die Wälder unb die Felder, der Jäger und die Jagd!" Diese Verse Wilhelm Müllers Hingen jetzt wieder hell und heiter durch die herbstliche Ratur, da die Anhänger des edlen Waidmannswerkes nach Herzenslust sich der Jagd widmen können. So weit wir die Geschichte der Deutschen zurückverfplge' können, ist ihnen bie Liebe zum Waidwerk tief eingewurzelt, aber es beinirftc freilich einer langen Entwicklung, bevor sich der deutsche Mensch aus dem Fallensteller und Wildabschlachter, der auf der Nahrungssuche und in der Rotwehr gegen Raubtiere zum Jager geworden war, sich zu dem maßvollen und gesitteten Kenner der Wcismannsregeln entwickelte, der aus der Jagd eine Kunst und einen Sport machte. Den alten Germanen, den echten Söhnen deS Waldes, in deren trotzigen 2Iugen schon Ta° citus die Freude am Kamps mit allem Getier aufleuchten sah ttxir das frisch: fröhliche Jagen eine der wichtigsten Be'chäftigungen. Der Reichtum ihrer unendlichen Jagdgründe inachte ihnen das Erlegen der Tiere leicht. Freilich mit Dar, Wolf und Eber matzte er auf Leben und Tod kämpfen, und die ihn gemäße Art des Jagens dieser Tiere war bei- offene Kampf, in dem er mit dem Speere ccm Raubzeug furchtlos entgegentrat. Bald aber gewöhnte er sich daran, manche Tiere mit Hunden zu hetzen, und der uralte Brauch des Legens von Fallgruben und Schlingen dauerte noi) lange fort. Schon früh jagte der Germane nicht einzeln: wir wissen von Vereinen keltischer Jäger, und auch die Deutschen hatten vor der Völkerwanderung ihre geheiligten Jagdbrüderschaften, die unter dem Schutze des Gottes standen und altüberlieferte Bräuche sorgsam befolgten. Elch. Renn i r. Auer- ochs und Wisent waren die edelste Deute, während Luchs und Fuchs. Dachs und Otter, dazu Gevögel aller Art dem durchs Waldesdickicht streifenden Germanen alltäglich -um Opfer fielen. Freilich, weidmännisch in unserem Sinne waren die Jagden der alten Germanen noch nicht: man schonte weder Aller noch Geschlecht des Wildes und vernichtete es das ganze Jahr hindurch. Der jchortmätzige Genuß an der Jagd selbst, der e:ft den Jäger macht, und den die verfeinerte t Römer damals empfanden, war dem germani'che^ Markgenossen fremd. Das Jagen war ihn eine gute Vorbereitung für fein eigentliches Lebenswerk, den Krieg, befreite ihn von lästigen Raubtieren und bot daneben Wildpret. Felle und Geweihe, diente zur Rahrung und Kleidung. Der erste Jäger aus reiner Pallivn. der uns aus den deutschen Quellen enigeqentritt, ist Karl der Große. Der Sänger Anglibert hat uns eine kaiserliche Jagd beschrieben. Da tritt Karl, den einfachen Goldreif ums Haupt, unter den Schwarm der Jagdspiehe tragenden Knaben und Jägerburschen, die die halsgcfe: selten Hande unb Bracken halten. Die Hunde werden von den Ketten gelöst, nachdem sich am Waldessaum das ganze (Ktgdheer versammelt: sie rasen durchs Hol; und spüren einen Eber auf; mit lau‘em Getöse stürmen die Männer nach. Endlich stelle?, die Hun!^ das wilde Tier; der König als der schnellste stößt ihm das Eisen in die borstig e Brust, und dann stieben alle wieder auseinander, neuem Wilde nach. Abends aber vereinen sie sich in goldgeschmückten rMgdielten zu frohem Mahl, unb bann ruhen die Müden im grünen Wald, bis in der Rlorgenfrühe der Hvnrruf zu neuen Taten weckt . . Die Jagdleidenschaft, die nunmehr unter den Deutschen erwachte, griff bald um sich, ergriff sogar die Geistlichen, die sich nicht an die 'kirchlichen Verbote kehrten, sondern mit Hund unb Hatz durch Wald und Feld sprengten. In der Zeit des Minnegesangs und des Rittcrdi.nstes ist die Jagd zum gesellschaftlichen Hauptspvrt geworden. „Wenn jemand ein echter Edelmann werden will," so heißt es in dem „Tugendbuch" des Agrivpa. „so muß er zunächst ein Jäger werden, denn darin sind alle Grundsätze und Grundbegriffe des Adels enthalte.!." Atmet das Ribelungenlied noch etwas von der freien Waldeslust und ungeschlachten Derbheit der altdeutschen Waidgenossen. so entfaltet sich vor uns in den großen höfischen Epen das reichste Bild der vornehmen Jägerei im 12. und 13. Jahrhundert. Run erst ist der Deutsche zum eigentlichen Jäger geworden. Rach ganz beftimmten Gesetzen wisd der Hirsch gehetzt, und höchst schwierig ist es. das erlegte Tier zu zerteilen, zu „zerwirken". Die Hetzjagd im freien Revier ist am bei: hielten; uaß edelste Wild ist der Hirsch, unb die vornehmste Jagd wieder gilt dem weiß e n Hirsch. W.r ibn erlest, dem stehl das Rech zu bie Stai mil Las« Be: Rim riei Knal sch. Gr. Frai bec 0er 67. t** 5lflUI 15? S-°lNilzen Auch am Abend lieh sich der Gast nur kurz sehen, bat um ein Acht und schrieb an einem Verzeichnis. Mit dem Fvrt- gehen schien eis nicht mehr eilig zu haben. Am nächsten Bormittag aber stand er bei dem Gestrengen vor dem 5>aufe und bat, vd er mit aus» Feld gehen könne vielleicht auch bis Spiegrlbeig hinunter, um sich das dortige Kkrch- lein anzusehen Wie sie so stehen und sprechen und sich der schönen Eonne freuen, kommt plötzlich Räderrasseln und Hufschlag von der Dorfstrah her, und gleich brauf fährt ein ^igdwagen scharf um die Ecke „Straf' mich dieser unb jener!" ruft Der Alte „Da ist ja der 'Boden! Gevatter, siebt man dich wirklich mal. Meint' schon, da st Du Topper unb die Zabeltitz ganz vergessen bätt’ft!** Der Land tat wälzt sich schtzx-r aus dem Wagen, prüftet und pustet und lacht, dah ihm her dicke Bauch wackelt. „Gevatter, man traut sich nicht her zu dir. Urbi et orbi ist ja bekannt, wie du nxtterft und fluchst Da mag kein« mit dir Ktrfchen essen.' Hat aber Den Zabeltitz^schvu beim Wickel und küstt ihn rechts und links auf die Backen. (Fortsetzung folgt.) Abteilung s Rindleder-Artikel Paar Mk. 8.75 Ein Posten Damenstiefel, spitze Form, JA Eß echt Boxkalf..............Paar Mk. lUellU 7014a Zeichnungen Astoria- Lichtspiele, Seltersweg Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34 7022c in dem großen Lustspiel 6983c Die Fahrt ins Blaue i Drucksachen aller Ast j dir vrühl'sche UniverfitStt-vruckerei, H. taugt, Stetzea. rchLlftr. t Starke Arbeiterschuhe mit Beschlag.......... Die musikalische Vorbereitung liegt in Händen des ehemaligen Kapellmeisters des Hess. Landestheaters Hof rat Ottenh ei mer-Darmstadt fÜauor-X Wäsche alle Formen KaufhauSj L Katz 7 TevskOe, Vorlage«, Felle Ehaiselongnedecken,Oetorattoneu,Stores, Dorhangstoffe, Bettdecken, Steppdecken empfiehlt in großer Auswahl und preiswürdigkeil (Ein ZeitbildausOesterreichs glänzender Kaiserpracht des letzten Jahrhunderts) Mei liabsWean, di hob i gean Der Roman des Feuerwehrmannes einer der stimmungsvollsten und größten Sensationsfilmen. 6 Akte. Dazu ein lustiges Beiprogramm. aller Art für Handarbeiten im Handarbeitsladen **MäuSburg 1. 7013c Modehaus Salomon. Sauerstoll- und Wasserslofilatier Griesheim eröffnet. H. Schön MarburgerStrahe Telephon 274. venn Hessische Bilderbühne Lindenplatz 1 - Fernsprecher 997 - Lindenplatz 1 Ab Donnerstag, 11. September, kommt der gewaltig^ historische Film zur Aufführung HieWiiMMW Sparen ÄSkä«» können Sie beim Gebrauch meiner Reform- Pflanzen- butter-Margarine, Marke „Sanitas". Das denkbar beste Fabrikat vom ge- sundhetlltchenStand- punkte. 1 Psd. 90 Pf. fieformöiins 2317» Kreuzplatz 5. Laschenschuhe mit u. ohne Naht, schwerer AA Elt Beschlag, starke Böden........Paar Mk. ILÖU Rindled.Agraffenstiefel, hoch mit Hinter- dH "JE riemen, schwer. Beschlag, starke Böden, P. Mk. Ide I U Knaben- und Mädchenstiefel mit Beschlag und Eisen, große Dauerhaftigkeit 7 QG Gr. 36-39 Mk. 10.80, 31-35 8.00, 27—30 1.£□ Frauen-Feldhalbschuhe, gutes Rindleder, “/ Eß bequeme Form, Paar Mk. 8.50, 7.90 und I.UU Abteilung: Touren- und Straßenstiefel Tourenstiefel, braun und schwarz, mit ge- A Ä Eft schlossener Lasche, schöne Form, Paar Mk. iTeUU Tourenstiefel, hochgeschnitten, mit wasser- AC Eft dichtem Futter u. geschl. Staublasche, Paar Mk. lUetJU Herrenstiefel, gutes Boxleder, moderne Form A(X Eft Größe 40—46..............Paas Mk. l£.uU Herrenstiefel, Doppelsohle, kräft. Rindbox- AA Eft Leder, sehr haltbar...........Paar Mk. ITeUU Damen - Halbschuhe mit niedrigen und halbhohen Absätzen 0 Eft Paar Mk. 12.50, 10.50, 8.50 und U.UU Ferner große Auswahl in Boxkalf-Herren- und Damenstiefeln zu billigsten Preisen Schuhwarenhaus Adolf Baer, GieBen ä 5i®eren BerdtpRfr erhalten Sie wenn Sie Ihren Bedarf in la Herren-Garderobe bei mir decken. Durch billigen Einkauf, groben Umfati und kleinen Nutzen bin ich in der Lage, Sic billigst zu bedienen. Nachstehend einige Beispiele meiner Leistungsfähigkeit: (stetrag. Anzüge von Mt.14.—an (teilweise nach Masst Neue elegante Herren-Anzüge Mk. 23.—, 2H.—, 35.-bi» 55.— Burschen-Anzilge i. all.Preivlag. Icldgr.Tuchiovv.v.Mk^LL.—an Leichte Lommcrjopp. v. 7.—an Gummimäntel,PaletotS, Ulster Tchlüvkcr enorm billig Windiack., InQual-, v.M.10.-an Manchcsterboscu, lang und kurz, von Mk. 13 — an Ieidgraue Tust bösen, lang und kurz, von Mk. S.— an Tvortboien i. all. Art., St. M. 10.- Pilotboien, ver Stück Mk. 6.50 Schwarze Hosen, fpe». f. Kellner und Mtusiker geeignet Gestreikte Hosen in all. Farben von Mk. 7.— an Neitkordbosen sehr preiswert Kinder- nnd blaue Arbeiter- Anzüge, sehr billig IllnglingSboien v. Mk. 4.— an Schwarze Hosen s. Eisenbahner, ver Stück t 10.- Neu eingetroffen: elegante Tamenmäntel la Arbciterbemden, staun, billig Normalbemden mit Brustetnsav spottbillig Getrag.Damenkleider, Blusen, auch einzelne Röcke spottbillig. IW Ein Versuch lohnt! Herrengarderobehaus L.Rosenzweig Giestea, SelterSw.ö^, 1 Treppe Ginaang Ecke Volksbad. Kein Laden Iomw.1 Kein Laden so sang vor sechsunddreißig Jahren das rostige Wiener Volk überall, im Prater, imWienerWald, in Hernals, in Orützing, beim .Heurigen Wein’, kurz wo sich nur .Fesche Weana Mad’la’ und „Buam" zusammenfanden. O goldenes Wien - o goldene Zeit - wie bist du fern, wie bist du weit. — Es war damals, als man noch, ob arm, ob reich, ob hoch, oh niedrig, gemütlich beisammensaß und keiner fragte .wer ist du- - wo sich noch lustig der Aristokrat, der Fürst mit seinen .Weanern" vergnügte, ja wo selbst ein Kronprinz, ein Thronfolger seinem Herzen freien Laut ließ - es verschenkte an eine MaryVetsera, der jüngstenTochter d. verstorbenen Österreich. Gesandten in Konstantinopel - noch ein halbes Kind, doch von großer Schönheit, von unendlichem Liebreiz und seltener Herzensgüte. Es war im Juli 1888 als an einem sonnigen Morgen im herrlich. Schönbrunner Park auf einer bemooste» steinernen Bank sich 2 Menschenkinder eng umschlungen hielten und sich heiße, zärtliche Worte der Liebe zuflüsterten und sich gelobten: „Wo du hingehst - dorthin gehe ioh auch - Dein Schicksal soll auch das meine sein - Dein Im Leben - Dein im Tode. Es war nicht lange danach — im Herzen des Wienerwaldes — Jagdschloß Mayerling dort fand man eines morgens dic Baronesse Mary Vetsera tot — neben ihr erschossen den kaiserlichen Sohn - Kronprinz Rudolf. An einem bleigrauen Februartage flatterten schwarze Fahnen wie ungeheure Schlangen lm eisigen Winde. - Zu vielen Tausenden stand, trotz kalter Winterstürme das Wiener Volk auf dem weiten Schloßplatz und sah starr und unverwandt, zum Tode betrübt, nach dem Portal — es wollte Zeuge sein, wie sein zukünftiger Herrscher, den es über alles liebte, begraben wurde. Mitten im Wiener Wald, auf dem stillen Friedhof des Dorfes Heiligen kreuz, rankt wilder Efeu um einen verwitterten Grabstein: nWie eine Blume sproBt der Mensch — und wird gebrochen“ so lautet die Inschrift. -Viele gehen vorüber - wenige aber wissen es - unter diesem Stein bleichen und modern die Gebeine der Baronesse Mary Vetsera — der letzten Liebe des Kronprinzen Rudolf von Oesterreich. - Das Wiener Volk aber, es wollte lange nicht glauben, daß Kronprinz Rudolf tot war. Heute bis einschl. Sonntag: Schauspiel in 5 Akten aus dem Ungarischen; - Hauptrolle: BUhnenschönheit Lya de Putti Ferner: Henny Porten i Tb. VrSeS LNSbeSfavrtt : Inhaber: Th. Weineri * Gießen * Brandplah : ' ___________________________ Angebot in Arbeiter-, Land-Jmstoln Beim Eintritt der kälteren Jahreszeit benötigt man gutes und starkes Schuhwerk I Decken Sie Ihren Bedarf bei mir. hl Krina« im Modehaus Salomon OleBee, Sehnletr. ----- ■ 11 81 8 11 8|8 ^0^ ,^JL , IMI . '\r> <7: 3 Hawaiin Tanz - Spiel - Gesang OSdllWIOli yiO UOd Bad - Nauheim Singende Sägen u. weitere Attraktionen Oesch äfts- Eröffnu ng Adler-Margarine Vertretung u. Lager: Gebr. Hanstein, Gießen, Nordanlage 12, Fernspr.7 7027ss 03 die Textil-Verkauf Die Ei diplomatisch Damenfrisieren, Shampoonieren 6899V gelegen. Kranzbinderei O2239L Schuhwaren aller Art Schuhhaus Merkur Seltersweg 31 7026a AlleinhersLeller Werner SMerM Ar&MeifO, Morgen vormittag 81/, Uhr eröffne ich in der Plockstraße 12 II ein Etagengeschäft für I Buntwaren Hemdenflanelle Jackenbiber Kleiderzeuge Schürzenstoffe Jackendruck Trikotagen Einsatzhemden Normalhemden Normalhosen Futterhosen Arbeiterhemden Weißwaren Hemdentuch Makotuch Haustuch Dowlas Linon Damast Flanelle Nessel usw. bundsrage rii rilla ringer ArichsKrömeü .votiomfa ji Die Dersteigerungsbedingungen werden im Termin bekanntgegeben. Klsin-Linden, den 8. September 1924. ______Jung, Ortsgerichtsvorsteher.______ Nachstehende Artikel sind meine Spezialitäten und biete ich hierin große Sortimente von ausgesucht guten Qualitäten zu billigen Preisen Blumengeschäft Rüger Fernruf 1649 70i5p Kreuzplatz 4 Altes Blei (Bleiröhren) kauft Brühlsche Druckerei °'»v Schulstr. 7/9. Ull*tein-Alben und Schnitte Favorit- Alben und Schnitte großes Lager. Salomon 8978a Schulstr. 4. jtum billigen Warfen Sonnenstr. 32 (Nähe Kreuzpl) Bis zur Fertigstellung meiner Schaufenster-Dekoration bitte ich die Besichtigung meiner Waren ohne jeden Kaufzwang in den entsprechenden Abteilungen vorzunehmen. , TßJollgarne '£odenstoffe Inh.: Gustav Gutenstein Kein Laden Plockstraße 12 Kein Laden Haber von mindestens einem Drittel der Hauptanschlüffe diesem Antrag zustimmen. Die Fernsprechteilnehmer hätten in diesem Fall die Kosten der Dienstverlängerung von 12 Ahr nachts bis 6 Ahr früh mit 1,80 M. vierteljährlich für Peden angeschloffenen Teilnehmer zu bezahle^. Die Interessenten werden hiermit aufgefordert ihre Zustimmung zu einem Antrag auf Beibehaltung des vollen Fernsprechnachtdienstes durch schriftliche Erklärung hierher abzugeben. 7025B Gießen, den 9. September 1924. Der Oberbürgermeister: Keller. d %> Gleich leistungsfähig sind meine Abteilungen in Herren-, Damen-Stiefeln u. Halbschuhen für Arbeit, Straße und Gesellschaft. Ganz besonders aufmerksam mache ich auf meine Sportstiefel, die an Güte und Preiswürdigkeit unübertrefflich sind. Gelegenheitskauf: Ein Posten reinwollene Damen- und Herren-Strickwesten, A 050 schwere Qualität, in vielen Farben .... Stück I^Mk. Spezialitäten kaufen Sie sehr günstig Sftriefadesten empfiehlt Bernh. Dosch Herren- nnfl Damei-/’/ Frlseurgescbält li Neuen B&ae 12 Ecke Weidengasse/" Parfümerie und Toiletteartikel Großer, zweirädriger Wagen 5—6 Zentner Tragkraft, zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote unter 7024D an den Glebener Anzeiger erbeten. WWW Mer Ml "SffiS AusMtuug Mein u.vrelslverk Oie3rflhil(9e iinig.-Daiderel H. Longe. Gletzen. Mulm. 7. Üt.216* ®ic&SlU5s %u 21 2®«?lrä( "Einzelnen sss als stichhaltig antloorüiche " Fragen über die Zukun beim man sich Pen innerhalb zu eigen mack widern, daß i getan haben, vvigelegten ' nehmen. Unter de !ich die Part ti on barübei reichung der 2chon einmal leien und 1 svlgenschweren ßcn bewahrt gutachten vom Dvhl keinem, schweigen h(ä Wellt, daß befriedigende Ichwerlich in b^re wenn dollem und A ^richtige schwere d Menen Ae! /£■!? ^geg Mlche M Kritik an d ^cherseh>n . Cs ist , euie als schi S des li Dund her Um M S*»9 °6' S^lube, b uchen rnrm Mich Ä uns d u W Mn E lardz Zechte« PjÄ", he S Nitiiö wp t Fllirn^rdprnhpnl Bekanntmachung. I I U 8 0 lil UUl URJÖll Die Telegraphenverwaltung hat die I Dienststunden für das hiesige Fernsprech- Dermittelungsamt für die Zukunft auf die Zeit von 6 Ahr früh bis 12 Ahr nachts festgesetzt. Der seit Anfang August 1914 bestandene volle Fernsprechnachtdienst kann beibehalten werden, wenn die Stadtverwaltung einen dahingehendenAntrag stellt und den Nachweis erbringt, dah die In- Ich bringe heute ein Beispiel meiner Leistungsfähigkeit mit meiner Abteilung Kinderstiefel Braun und schwarz Chevreau, Rindbox und Boxkalf, 6r. 23/26 von Mk. 3.75 bis 5.00 Braun und schwarz Chevreau, Rindbox und Boxkalf, Gr. 27/30 von Mk. 5.50 bis 6.00 Braun und schwarz Chevreau, Rindbox und Boxkalf, Gr. 31/35 von Mk. 6.50 bis 7.20 Blumenkrippen Teilzahlung! HaimtUntaglatzl Kleider-Velours Frauenhosen Bettkattun Frauen-Röcke Bettzeuge usw. usw. 038m Bekanntmachung. Auf Antrag der Adam Lang Witwe, Klein-Linden, findet durch den unterzeichneten Ortsgerichtsvorsteher Samstag, 13. Sept. I. I., abends 81/, Uhr, im Saale der neuen Schule u. a. die fteiwillige öffentliche Versteigerung nachstehender Grundstücke, nämlich Gemarkung Giehen Fl. IX Nr. 4 Acker am obersten Bachweg links der Chaussee, 1056 qm; „ IX „ 5 Grabgarten daselbst, 667 qm statt. Der Grabgarten enthält außer einer Anzahl Hochstämme auch Zwergobst sowie verschiedene Arten Deerensttäucher und ist direkt am Viadukt der Main-Weser-Bahn Ganz besonders billiges Angebot in die Qualitätsware feinster Tafelbutter ebenbürtig Ueberall erhältlich! In der Zeit vom 12. bis 19. Sept 1924 wird in dem Lichtspielhaus Gießen der große Industrlefllm der Adler Margarine-Werk A.-G. vorgeführt. Sehr interessant u. lehrreich tattlnn und MW Mein Grundsatz ist gute Qualitäten zu billigen Preisen in den Verkauf zu bringen. Waren, die nur den Anschein der Billigkeit erwecken führe ich nicht! Junge Mutter sucht liebevolle Pflegestelle für 4 IHonate (rttes gefanöes DläOQen. Stelle, wo sie selbst noch einige Monate bei Betätigung im Haushalt Unterkunft finden könnte, bevorzugt. Schriftliche Angebote mit Preisforderung unter 023283 an den Gießener Anzeiger erbeten. Die Sin Die sozial presse n*J «ich genug d