Nr. <62 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Samstag, 12. M TO ■unncn, «vu U Platz str fehl och! tfnntl- Santo* W« Sl£? Pr°l; Uflnrr5(hrtm«« ®u,m »ann bermeh'' ^rgt» lObLLdnet« d'-?ta SoftöiteMot qtabUt0Tbe‘ iIin9i,tTrU9;®^ rungsrat Bi J btr - Ps°rr«r 1'ktor ßoO*'n;®e^ - Ar* *?•*** W Dr; iäsfetf ■■tiSss Ml Zu den hessischen Schulresormplänen. Der Hessische Landesvvrstand der Freunde des humanistischen Gymnasiums hat am 8. Juli die folgende Eingabe an das Hessische Landesamt für das Dil- dungswesen in Darnnstadt gerichtet: „Rach den Erklärungen, die Herr Ministerialdirektor LIrstadt am 4. Juli in der Volkskammer abgegeben hat, nehmen wir an, daß die geplante Reform des hessischen höheren Schulwesens der in der Ausführung begriffenen Llmgestaltung des preußischen Schulwesens im wesentlichen entsprechen soll. Da man in Preußen jeht auf das Reformgymnasium wegen seiner offenkundig gewordenen Mängel verzichtet und auch die Rückbildung der bestehenden Resorm- ghmnasien in Gymnasien normalen Stils zur Regel macht (Denkschrift des preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung: die Reuvrdnung des preuhischen höheren Schulwesens, S. 37), so geben wir der bestimmten Erwartung Äusdrmck. daß auch in Hessen die weitere Gründung von Reformgymnasien unterbleibt und der in Büdingen gemachte Versuch auf Grunde der dortigen schlechten Erfahrungen, die auch dem Landesamt bekannt sind, eingestellt wird. Für das Realgymnasium behält der preußische Plan den La- teinunterricht von Sexta an bei. Wir erwarten, daß man auch in Hessen darauf zurückkommt, dann aber, wie es natürlich ist, das Latein auch bis zum Schluß durchführt. Im übrigen halten wir es für unsere Pflicht, auf schwere Rachteile hinzuweisen, welche die in Preußen eintretenden Linderungen des Lehrplans für das humanistische Gymnasium bedeuten. 1. Dem Französischen soll eine so kümmerliche ^Stundenzahl zugewiesen werden U II: 3, O II—O I je 2 = im ganzen 9 Stunden gegenüber unseren jetzigen 23 Stünden), dah sich nichts Rennenswertes wird erreichen lassen. Fakultativer Unter» richt im Englischen soll von den Schülern besvir- ders bezahlt werden. Diese stiefmütterliche Behandlung der modernen Fremdsprachen würde dem Gymnasium die Konkurrenz mit anderen höheren Schulen aufs äuherste erschweren und ihm weitere Dolkskreise entfremden. 2. Dasselbe gilt von der geplanten Kürzung des mathematischen Llnterwichts auf der Oberstufe (9 Stunden gegen die jetzigen 12 Stunden). Dem Gymnasiasten wird dadurch der Zutritt zu den Technischen Hochschulen erschwert, während er sich bei dem seitherigen Zustand glatt vollzog. Auch war bisher die Mathematik für die Gymnasien neben den alten Sprachen das wirksamste Mittel, um die Schüler zu selbständiger Arbeit zu erziehen. Man sollte es nicht abstumpfen. 3. Der lateinische Llnterricht soll statt 68 Stunden 56 erhalten. Von II b an haben die Klassen nur noch je 5 Lat ein stunden, das Liebersehen in das Lateinische soll von II a an Wegfällen. Dieser Lateinunterricht würde nach Umfang und Methode dem Lateinunterricht des früheren Realgymnasiums gleichen. Run bemerkt die preuhische Denkschrift (S. 47), dah der Lateinunterricht am Realgymnasium, aufs Ganze gesehen, die auf ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt habe. Er sei vielmehr eine recht dürftige Dublette des Lateinunterrichts am Gymnasium geblieben und habe über eine oft recht fragwürdige Llebersehungsfähigkeit hinaus eine wirkliche Einführung in den Geist und die Kultur Roms nicht erreicht. Es erscheint uns widersinnig, dah man diese Art des Lateinunter- richts, die man beim Realgymnasium mit so starken Worten verwirft, nun dem Gymnasium aufnötigen will. Auch darauf möchten wir aufmerksam machen, dah nach der preuhischen Deform des Gymnasiums von II a in keine fremde Sprache mehr überseht wi b. Man mühte denn gerade für den zweistündigen französischen Unterricht diese Lielungen bei- behalten wollen, die man für das Lateini.che und 1 iechische untersagt. Das Gymnasium w rd auf diesem Weg zwar leichter, aber nicht besser. Die Schädigung, welche die Reform für das Gymnasium bedeutet, ist schwer und offenkundig. Die hessische Regierung sollte um so meh Bedenken tragen, Preuhen auf den eingeschlagenen Weg zu folgen, weil die Schulpolitik dieses Staates zur Zeit keineswegs stetig und zielbewuht ist. Wir erinnern an die wiederholten -Umfälle in der einschneidenden Frage des Reforrngymnasiums. Eben wollte noch der lateinlose Unterbau für glle Schulen, auch für das Gymnasium, zur Regel werden. Run wird plötzlich das Todesurteil über das Gymnasium mit lateinlosem Unterbau gesprochen, und die bestehenden Reformgymnasien werden rückgebildet. So kommt auch von dem Schulausschuh ’ des deutschen Hochschulverbands, der kürzlich in Göttingen tagte, die Rachricht, dah die dort erschienenen Vertreter des preuhischen Kultusminister rums zu Abstrichen von ihrem Re- formplan geneigt gewesen feien. Unter diesen Umständen dürfte es sich empfehlen, nach dem Vorbild anderer deutscher Regierungen eine abwartende Stellung einzunehmen. Auf älle Fälle sollten so einschneidende Veränderungen des hessischen Schulwesens nicht ohne Beratung mit Vertretern der davon betroffenen Kreise erfolgen. Es genügt nicht, daß Gutachten «ingefordert werden, die nicht veröffentlicht, sondern von dem öanbeßamt nach Gutdünken verwendet werden. Wir verlangen eine mündliche Verhandlung, zu der Vertreter der Universität, der Technischen Hochschule, des Predigerseminars, des Priesterseminars, des Gymnasiums, des Realgymnasiums und der anderen höheren Schulen, sowie pes unterzeichneten Landesverbandes und ähnlicher Verbände zur Förderung des Dildungs- wesens zuzuziehen sind. Die Vertreter wären von den betreffenden Körperschaften und Schulgat- tungen zu wählen. Hätte das Landesamt von vornherein dieses wahrhaft demokratische Verfahren gewählt, statt das der Kabmettspolitik, so wären die humanistischen Vereinigungen nicht genötigt worden, sich in die Oeffentttchkett zu flüchten. Die Angriffe, welche Herr Ministerialdirektor Urstadt am 4. Juli in der Volkskammer deswegen gegen diese Vereinigungen gerichtet hat, sind uns dem "Wortlaut nach noch nicht genau bekannt. Wir behalten uns vor, nach Veröffentlichung des stenographischen Berichts darauf $a= rückzukommen." Landwirtschaft und Gartenbau. Harnstoff. Phosphorsäure, Kalk, Kali und Stickstoff sind die hauptsächlichsten Rährstoffe, die a>tr der Pflanze in den künstlichen Düngemitteln zuführen. Untet diesen ist der Stickstoff von überwiegender Bedeutung, weil er gewöhnlich im Minimum, d. h. in geringster Menge im Boden vorkommt und seine Zugabe deshalb für ein gesundes, freudiges Wachstum der Pflanzen unerläßlich ist. Eine Ausnahme machen die sogen, schmetterlingsblütigen Pckanzen (Erbsen, Dohnen, Klee, Luzerne, Wicken usw.), die selbst in der Lage sind, mit Hilfe von Knöllchenbaktenen an ihren Wurzeln den freien Stickstoff der Lust für sich nutzbar zu machen. Bei ihnen erübrigt sich im allgemeinen eine Stickstosfdüngung. Sie werden deshalb auch Stickstoffsammler genannt, im Vergleich zu allen übrigen Pflanzen, die die Fähigkeit, den freien Stickstoff der Luft zu binden, nicht besitzen. Die bekanntesten sttckstosshaltigen künstlichen Düngemittel, die wir vor dem Kriege benutzten, waren Chilesalpeter und schwefelsaures Ammoniak. Letzteres wurde bei der Gasfabrikatton gewonnen, bevor es technisch möglich war, in größeren Mengen den freien Stickstoff der Luft in für die Pslanzenernährung verwertbare Form zu bringen. Das Verfahren von Frank-Caro, nach dem der Kalkstickstoff hergeslellt wird, und das Haber- Doschversahren, nach dem die Badische Ani in- unb Soda-Fabrik schwrfelsau.es Ammoniak. Kaliammonsalpeter, salzsaures Ammoniak, Leana- salpeter und Ratronsalpeter gewinnt, sind die bekanntesten Dindungsmethoden des Luftstickstoffes. — Sie sind Errungenschaften des deutschen Geistes und setzen uns in den Stand, unserem Düngestickstoff im eigenen Lande zu erzeugen md uns in dieser Hinsicht unabhängig vom Ausland, zu machen. Es ist nun der Badischen Anilin- und Soda- Fabrik weiter gelungen, durch Erhitzen von Ammoniak mit Kohlensäure Harnstoff herzu- stellen. Er enthält 46 Proz. Stickstoff und ist neuerdings in den Handel gekommen. Er eignet sich besonders für Gemüse- und Gartenpflanzen. Sein hoher Stickstofsgelialt und damit geringe Transportkosten (44 Kg Harnstoff enthalten ebensoviel Stickstoff wie 100 Kg schwefelsaures Ammoniak), gute Streusähigk.it. gute Lagerungsfähigkeit und Verteilungsmögltchknt sind ferne besonder m Vorzüge. Mit kalkhaltigen Düngemitteln, also Thomasmehl, Rhenaniaphosphat, Knochenmehl usw., kann Harnstof! gut gemischt werden, nich zu empfehlen ist. ihn mit Kalisalzen und Suprrphos- phat zusammen auszustreuen. Der günsttgste Zeitpunkt der Anwendung ist im allgemeinen kurz vor der Aussaat. Bei tätigen Bodenarten und Pflanzen mit längerer Wachstumsdauer kann er auch als Kopfdünger Verwendung finden. Wegen des hohen Prozentgehaltes ist aus gleichmäßiges Ausstreuen und gutes Vermischen mit dem Boden besonders zu achten. Bei gewissen Gartengewächsen kann auch eine nicht zu konzentrierte Harnstosflofung verabreicht werden. (Auf ca. 10 Liter Wasser 2—3 Eßlöffel Harnstoff.) Im allgemeinen gibt man auf 1 Ar — 100 Quadvatmtr. bei: Gemüsen, wie Kohlarten, Mohrrüben, Spinat, Salat usw. 2—3 Kg. Harnstoff, Erdbeeren und Tomaten 1—3 Kg. Harnstoff, Spargel 2—4 Kg. Harnstoff. Leh'eren düngt man sofort nach Beendigung des Stechens. Tabak je nach der Stallmistgabe 1,5—2,5 Kg. Harnstoff. Blumen aller Art vor der Vegetation 20 Gramm pro Quadvatmtr. und im Mai oder Huni nochmals die gleiche Menge. Die 2. Gabe tann auch im Wasser gelöst verabreicht werden. Zu Feldfrüchten wird je nach Düngezustand des Bodens je Hektar gegeben: zu Winterhalmfrucht 90—130 Kg. Harnstoff je Hektar, zu Sommerhalmfrüchten 70—120 Kg. Harnstoff je Hektar, zu Zuckerrüben und Futterrüben 130—175 Kg. Harnstoff je Hektar, zu Kartoffeln 90—130 Kg. Harnstoff je Hektar. Versuche in Feld und Garten haben ergeben, daß Harnstoff bei sachgemäßer Anwendung Ernten uyd Reinertrag steigert und wesentlich erhöht. Gr ist vorläufig nur zur Gartendüngung in 5-Kg - und Ve-Kg -Dosen im Handel. Landwirtschastsamt Butzbach. Wasserrüben als Nachsaat. Sind die Roggenfelder abgeerntet und stehen die Garben auf Haufen, so lasse man nicht, was vielfach fälschlich geschieht, das Stoppelfeld brach liegen, sondern breche das Stück um und säe Wasserrüben ein. Diese schnell Heranwachsenden Rüben eignen sich zur Rachsaat ganz vorzüglich, denn sie bedürfen keiner weiteren Pflege. Dafür geben sie eine fast tmmer reiche Ernte und sind em Diehfutter von hervorragender Rähr- krast. Besonders in futterarmen Jahren wird man solchen Rübenvorrat gern bis in die Wintermonate liegen lassen und zur Streckung der eigentlichen Wintervorräte verwenden. Die Blattläuse, ihre Lebensweise und Bekämpfung. Wenn im ersten Frühjahr die ersten grünen Spitzen sprossen, beginnt die Wonnezeit der Blattlaus. Aus einem Winterei, kaum so groß, daß man es mit einer Lupe wahrnehmen kann, und das im Boden, an einem Stengelteil. unter Laub oder om Topfrand verborgen war, schlüpft sie aus, häutet sich, saugt und gebärt lebendige Zunge. Ihr Leben beschließt sie, wenn sie nach einigen Tagen einer reichlichen Rachkommenschaft das Leben geschenkt hat. Diese ihrerseits ist bereits zwei bis drei Stunden nach der Geburt erwachsen und vermehrt sich in der gleichen Weise. Daß bei die'e'- Vermehrungsart. sofern die Verhältnisse günstig sind—, wozu außer Rahrung noch Feuchtigkeit und Wärme geheren —, der Raum auf einer Pflanze alsbald zu eng werden muh, leuchtet ein. Aber die Ratur hat für ihre Geschöpfe liebevoll gesorgt. Sobald Rahrungsmangel infolge Llebervölkerung eintritt, kommen die Blattläuse geflügelt zur Welt, und kaum geboren, erheben sie sich leicht beschwingt in die Lüfte, um ihr Geschlecht weiter auszubreiten. Diese Art ihrer Verbreitung erinnert an das Schwärmen der Dienen und verfolgt den gleichen Zweck. Zwar hat so ziemlich jede Pflanzenart ihre besondere Dlattlausart, und man kennt einige Hundert Arten allein aus Europa, aber in der Rot sind sie nicht wählerisch und nehmen in vielen Fällen auch mit Ersah vorlieb: so kann denn aus einem einzigen Winterei eine Vermehrung stattfinden, für deren Angaben die Zahlen der Inflationszeit nicht ausreichend sind. Wenn aber im Herds! durch das rauhe Wetter die Rahrung knapp wird, (Derben keine befruchteten Weibchen mehr, sondern nur noch Männchen und Weibchen geboren. Letztere legen die erwähnten Wintereier. Rur an Pflanzen, die Im Gewächshause oder im Zimmer weiter wachsen and somit auch immer wieder neue Rahrung bieten, unterbleibt dieser Geschlechtswechsel. Es ist bekannt, daß Gewächse, die von Dlatt- läusen befallen find, in ihrer Entwicklung Rot leiden. Sie bekommen durch das Aussaugen des Dlattgrüns ein bleigraues Aussehen, blattlaus- krankes Gemüse, wie Salat oder Dlumenkohl, wird unbrauchbar und Obstbäume, die an der Plage leiden, lassen einen Teil ihrer Früchte fallen. Pnfsbohnen, von Blattläusen heimgesucht, sehen keine Samen an und Fensterpflanzen, an denen Blattläuse sind, bilden verkümmerte Blätter und blühen nicht. Schlimm ist die durch Blattläuse hervorgerufene Kräuselkrankheit der Pfirsichbäume. Aber nicht allein durch das Entziehen von Rahrung leiden die Pflanzen. Die Beschädigung durch die Ausscheidungen der ^iere, die man als „Honigtau" bezeichnet, und die die Dienen als Blattlaushonig eintragen, ist fast noch größer, denn der zuckerhaltige Saft verschmiert die Spaltöffnungen der Blätter und gibt für eine Reihe von Pilzkrankheiten den geeigneten Rährboden, unter denen der schwarze Lieberzug, den man mit Rußtau bezeichnet, die bekannteste ist. Durch das Verschleppen von Blattläusen von einer Pflanze zur anderen ist die Schädlichkeit der Ameisen bedingt, die sie wie Milchkühe pflegen, um ihnen die Zuckerlösung abmelken zu können. Man hat demnach Ameisen in der Gesellschaft von Blattläusen stets als Feinde zu betrachten. Die Bekämpfung ist bei der ungeheuren Vermehrung des Llngeziefers nicht immer leicht. Bei Kulturen im Gewächshaus, oder in Mistbeeten ist streng darauf zu achten, daß Saftstockungen durch unvorsichtiges Gießen mit kaltem Wasser, oder verkehrte Lüftung. bei kaltem Wetter vermieden wird: denn prakttsch genommen, durch Saft- 11 oefung an treibenden Pflanzen kann man Blattläuse jederzeit Hervorrufen, weshalb man früher gerade bei Blattläusen an eine -Urzeugung glaubte. 'Beim ersten Auftreten ist das liebel durch Räuchern mit schlechtem Tabak zu bekämpfen. Rur in geschlossenen Räumen hat diese Maßregel Er« folg. 3n jedem anderen Falle ist Spritzen mit Harzölseife, oder Seifenwasser, 20 bis 30 Gr. Schmierseife auf einen Liter Wasser, dem man einige Tropfen schlechten Alkohol oder Abkochung von Quassiaspänen zuseht, zu empfehlen. Bewährt Hal sich auch Abkochung von Tabakslaub, die man als braune Brühe abgießt und mit der dreifachen Menge Wasser verdünnt. Ze eher das geschieht, um so sicherer der Erfolg. _ Bei Obstbäumen treten Blattläuse und in deren Gefolgschaft Honigtau meist dann auf, wenn nach kaltem Regen plötzlich hohe Wärme ein fei} t. Die Bäume, besonders Steinobst, sind dann oft Trotz der entsetzlichen Teuerung ist es kein Kunststück, stets gut gekleidet zu fein, wenn man alle Kleidungsstücke nur mit den weltberühmten echten Heitmann's Farben, Marke Fuchskopf im Stern, selbst färbt. Heitmann's Farbe spart den Färber. Der Alte ütts Lopper. Roman von Hanns von Zobeltih. 14. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Wenn man nur erst in Topper wäre! Der Weg zog sich und zog sich: mal ein Stück Kuscheln, ni.. ine Strecke Heide, mal ein Stopoelf.Id Sann, endlich, tauch e doch der hölzerne Kirchti, auf. Der wohlbekannte. Seit zwei Jahren 1 der Bursch ihn nicht gesehen. Fast hätte e af gejubelt. Dachte zum ersten Male auch an ater und Mutter und was die für Geeichter nu-jen würden — Mm die letzte Ecke bog der Wagen. Das war run schon Tvpperscher Grund. Ter Land- wi .s'oh:i erwachte in dem Soldaten. Sie waren noÄ urück mit der Ernte, und dabei arbeiteten sie - cht. Drüben tagen die Garben schon gern hl <7U' dem Felde, aber kein Wagen war za eben. . ej'.' wo die Sonne stach. Wo steckten sie L^n .7 "Endlich, stand die lange Latte, der Ver- tro ric’-. mit Frau und Kind: der Alte dengel.'e c ■' narrte dann aber mit großen, blöden Aug n • . ,tv Sen Wagen, ließ die Sense fallen, schlug Hände über dem Kops zusammen, lief quer- . H bis an den Weg. Herrjemine. . . Gott- aeo Marzanke . . ." - Tag Verworrner! 3a freilich . . . ich bin s. 2t ’ dah du's weißt. Dring' den Herrn .e* rjemine! Herrjemine! 3st's denn '-' Stelndnttkrei K. Lange in Eichen. Schrlftieitung und Geschäftsstelle: Schulstratz« 7. Deutsche Politik! • Die Seit ist arm. Dem deutschen Volke, daS seit sechs Jahren von Enttäuschung zu Enttäuschung gejagt toirb, das die Revolution und den SpartakiSmus, den unerhörtesten Dauerdruck vom Siegerwahn befallener Feinde und die unerhörteste soziale Umschichtung seiner besten Teile, das einen beispiellosen Verfall seiner Währung und den Bankerott aller Apostel einer neuen unb besseren, auf Theorien aufgebauten Seit erlebte — dem deutschen Volke ist in diesen grausamen Lehrjahren die Schwingenkraft der Seelen gelahmt worden. Aeuhere unverschuldete Armut ist auch im Leben der Völker weder eine Schande, noch ein Hebel. Aber sie darf iricht mit jener seelischen, sittlichen und geisttgen Verarmung verbunden sein, die unser Los seit den Waffenstillslandsverhandlungen im Walde von Compiegne ist. Es wäre ein sinnloses Unrecht, alle Schuld an diesem Aiedergang allein dem Umsturz und den gewaltsamen Republttanisterungsversuchen zuzuschreiben. Aber von dem Vorwurf wird die t , Träger und Verkünder der neuen Seit niemand lossprechen können, daß sie jenen heroischen Willen ertöteten, der freigeboreneMenschen und Völker zwingt, in die Sterne zu greifen und sich die ihnen versagten unveräußerlichen ewigen Rechte herunter zu holen. Auch ein verarmtes und waffenloses Volk ist eine gewaltige Macht im Kampf der Seit, wenn es zielbewuhte Führer hat und von einer großen sittlichen Idee beherrscht wird. Wo sind sie — wo ist sie? Trübe und träge schleicht das Bächlein des nationalen Lebens unseres Volkes durch die Seit, älnd peitscht hier und da das gewaltsame Geschehen um uns oder irgendein großes Ereignis in den Grenzen des neuen Reiches, die Siime der Deutschen auf, so geht jede in die Erscheinung drängende große gemeinsame Idee bald in dem Sturme der Partei- , leidcnschaften, in der Riedrrgkett des Klassen- ' kampfes und in der Armseligkeit des Alllagsstreites zugrunde. So geschah es mtt dem geisttgen . Kampf um Wahrheit uird Recht gegen die Schande von Versailles, so beim „passiven Widerstand" und so geschieht es im Streite um Sachverständigengutachten unb Londoner Konferenz. Und wenn beute selbst die des Kampfes aller werte Ide^. der moralischen, wirtschaftlichen und politischen Befreiung des deutschen Volkes aus den demütigenden. entehrenden und alles Große vernichttnoen Fesseln beS Versailler Diktates nut geteilte Meinungen, nur getrennte Lager, nur müde Resignation und erbärmliches Hoffen auf Hilfe der Feinde von gestern zu erzielen vermag, so beweist dies sicherlich nichts gegen den guten Willen der Apostel der neuen Seit, um so mehr aber gegen ihre Fähigkeit, der neuen. Form Leben und Inhalt und jene nationale Plattform zu geben, auf der allein große Völker eine große Idee gemeinsam und geschlossen zu vertreten vermögen. Das stolze „right or wrong mh cvuntth" des Engländers gilt nicht der .Staatsform, sondern dem in Ueberlieferung und Erziehung, in Geschichte und Geschehen veranker- 'ten Glauben des Briten an die Größe und die D e st i m m u n g des englischen Volkes. Der Union Jack ist ebensowenig wie das Sternenbanner jemals heruntergeholt und der Verachtung der urteilslosen Masse preisgegeben worden. Und der sozialistisch-pazifistische Arbeiterführer Ma c- d o n a l d treibt als Premierminister ebenso englische und nur englische Polittk wie Lloyd George oder Baldwin. Es ist irotwendig, dies alles immer wieder ins Gedächtnis zurü^urufen, und es scheint besonders angebracht an einem Tage, der die Erinnerung an einen Mann wie Fritz Reuter wachhält, der um der Idee der deutschen Freiheit willen in einer schwarzen Seit der deutschen Geschichte zum Tode verurteilt uird mit langer Haft „bestraft" wurde. Wie damals die Demagogie einzelner in der freiheitlichen Regung der Iu- gend, die der Freiheitskriege Opfer nutzlos vertan sah, wenn nicht ein wahrhaft freies deutsches Volk in einem gemeinsamen großen Vaterlande vereint wurde, nur ein Majestätsverbrechen und nicht die große sittliche Idee sah, die die Besten des Volkes bewegte, sind wir heute auf dem Wege, einer Massendemagogie zuliebe Märtyrer über Märtyrer zu schaffen und das deutsche Volk weiter in seiner unheilvollen Ser» rissenheit zu erhalten. Richt die gewaltsame Erziehung zum Bürger der Repahlik Deutschland, sondern nur die sittliche und geistige Bindung der überwältigenden Mehrheit des Volkes an eine große Idee kann Rettung aus diesem unhaltbaren Sustaird bringen. Richt ein dem deutschen Volke wesensfremder, liebedienerischer und für die Praxis sinnloser Internationalismus, sondern nur das Streben nach nationaler Einheit und Einigkeit kann diese Idee verkörpern. Daß sie deutsche und nur deutsche Politik treiben, ist darum die Aufgabe der erwählten Führer des deutschen Voltes und seiner Regierung. Dies heute besonders zu betonen, liegt nach den Erfahrungen der letzten Woche und wenige Tage vor dem Beginn der Londoner Konferenz, bei der um die letzten Lebensmöglich- keiten des deutschen Volkes und Reiches gespielt und gestritten werden wird, besonderer Grund vor. älnd es ist ebenso Grund zu der Hoffnung vorhanden, daß die Ereignisse die älrsache sein werden, dieser bewußt deutschen Politik einen so starken Rückhalt zu geben, daß die deutsche Regierung bei ihren Entschließungen der Iustim- mung der überwältigenden Mehrheit des Volkes gewiß ist. Der Sieg Herriots im Senat. Vertrauensvotum mit 239 gegen 17 Stimmen bei 37 Enthaltungen. Der Aufmarsch der Entente für die Londoner Konferenz ist fast vollendet und bietet in Frankreich und in Belgien erneut das Bild der geschlossenen Einheit und Einigkeit derRationen gegen Deutschland. Im Pariser Senat wird Herriot mit einer überwälttgenden Mehrheit das Vertrauen auch eines erheblichen Teils der Rechten ausgesprochen, und in der belgischen Kammer stärtt der Führer der Sozialisten die Stellung der ausgesprochenen Rechtsregierung durch rückhaltlose älnterstützung ihrer An- und Absichten. Rur in England erhebt sich Widerstand gegen das Abkommen von Paris, aber die am Montag beginnende Debatte dürfte kaum älebervaschungen bringen. Die Haltung Deutschlands sollte damit klar dorgezeichnet sein! Die Abstimmung. Paris, 11. Juli. (WTB.) Am Schlüsse der heutigen Senatsdebatte brachten die Vorsitzenden der Demokratischen Linken und der Republikanischen -Union folgende Tagesordnung ein: Der Senat bestätigt noch einmal mehr, daß Frankreich der Friedenssache aufs innigste ergeben ist. Er spricht sein Vertrauen in die Regierung aus, daß sie im Einverständnis mtt den Alliierten die Ausführung des Versattler Vertrages verfolgen wird, der Frankreich Reparationen und Sicherheit gewährleistet. Der Senat geht zur Tagesordnung über." Ministerpräsident Herriot stellte die Vertrauensfrage. Bei der Abstimmung wurde die Vertrauens-Tagesordnung mit 246 gegen 18 Stimmen angenommen. Ein Drahtbericht von heute früh besagt, daß 239 Abgeordnete für, 17 gegen die Resolution gestimmt und daß 37 Senatoren an der Abstimmung nicht teilgenommen haben. . _ Die Rede Herriots. Paris, 11. Juli. (WB.) Senat. Ministerpräsident Herriot beginnt damit, daß er die gestrige Rede Poincares als eine Rede von d ia - lettischem Werte bezeichnet. Er habe die neue Regierung aufgefordert, ihre Pflichten nicht zu vergessen. Er muffe jedoch erklären, es sei nicht gut, jemanden mit Ketten zu belasten, der Verhandlungen führen solle. Der Plan Dawes sei nicht vollkommen. Aber die Aufgabe der jetzigen Regierung müsse es sein, zwischen London und Paris herzliche Beziehungen herzustellen. Herriot verteidigt dann sein Vorgehen und die Besprechungen in Chequers and erklärt, daß bei dem Mißverständnis das Foreign Office in gutem Glauben gehandelt habe. Gr fährt fort: Der Swischenfail ist beseitigt; die französisch-englische Rote beweist, daß Vertrauen vorhanden ist und daß Macdonald Entgegenkommen gezeigt hat. Hierfür banfe ich ihm an dieser Stelle. Der Plan Dawes bleibt wirkungslos, wenn nicht ein „Konzert" der interalliierten Regierungen zustande kommt. Wenn wir uns nicht über diesen Plan einigen, soll man dann vielleicht wieder zum Druck und zu den Massenausweisungen im Ruhrgebiet seine Suslucht nehmen? Rein! Die französische Regierung muß endlich an die Stelle der Aktion Frankreichs und Belgiens ' ■ ein interalliiertes Abkommen fetzen. Deutschland erlangt ,m Januar des kommenden Jahres gegenüber Frankreich seine wirtschaftliche Freiheit wieder. Wenn ein ^lbkommen nicht abgeschlossen wird, werden dann nicht sämtliche französischen Interessen, namentlich die Interessen des Elsaß, kompromittiert werden? Die Sachverständigen hätten etwas praktisches zutage fördern wollen, damit effektive Bezahlungen von Deutschland möglich würden. Su diesem Zweck befördere der Plan Dawes das Reparationsproblem vom p olitt s chen Gebiet auf das wirt f af t- liche. Es genüge nicht, die Obligattonen, die der Plan vorschreibe, zur Emission zu bringen, noch eine Anleihe von 800 Millionen vorzusehen, man müsse sie auch plazieren und hierum bemühten sich die Engländer und die Amerikaner fortgesetzt. Der Sachverständigenbericht appelliere an die Susammenarbett der Alliierten mit Deutschland. Poincare ruft dazwifchen: Der Satz, auf den Sie anspielen, läßt den Regierungen jedoch vollkommene politische Freiheit. Herriot: Was ich unterstteiche, ist, daß, tvenn man den Plan Dawes annimmt, man auch seine leitenden Grundsätze annehmen muh. Emer der wesentlichsten Grundsätze ist aber, daß das, Reparationsproblem von nun an wirtschaftlich behandelt werden muß. $2 Krüssel haben wir erklärt, daß die wirtschaftliche Einheit wiederhergestellt wird, wenn die Re- h^^tionskommission feststellt, daß der Sachoer- standigenplan ausgeführt ist. Man spricht mir von der neuesten Rede Macdonalds. Ich kenne deren offiziellen Text noch nicht. Aber die Reparationskornmission soll, nachdem sie oeo Londoner Konferenz Vorschläge über die Durchführung des Planes Dawes unterbreitet hat, fest st eilen, daß tatsächlich der Plan durchgeführt ist. Herriot spricht dann über Die Transferierungsfrage. Diese Frage sei schwierig und ernst. Man muß ein interalliiertes „Office" für die Transferierung schaffen. Auch hinsichtlich der Sachlieferungen müßten viele vorsichtige Maßnahmen ergriffen werden, denn im Jahre 1922 habe man nicht alles erreicht, was man hätte erreichen können. Poincare ruft dazwischen: Klagen Sie die älmstände und Deutschland an. Herriot erwidert: älnd vielleicht noch ein bischen mehr, denn ich muß auch die Methoden in Rechnung stellen, die man verfolgt hat und die improvisiert waren. P o i n c a r 6 ruft dazwischen: Ich bitte ums Wortl Herriot fährt fort: Die französischen Industriellen haben Widerstand geleistet, den ich wohl verstehe, weil es ein Arbeitslosenheer gibt. Man hätte nationale Bureaus schaffen sollen, die in ständiger Fühlung mit den interalliierten Organismen für die Sachlieferungen bleiben sollen. P o i n c zwingen. Poinoarü habe diese Schwierigkeiten kennen gelernt. Wenn die neue Regierung diese Methoden einschlüge, so wäre das die Rückkehr der Politik zur Sttenge gegenüber Deutschland, und es würde das Chagrinleder der Reparationen noch weiter zusammenschrumpfen. Herriot tritt demgegenüber für die Verständigung Frankreichs mit England ein, eine Der- ständigung, durch die Deutschland ge« zwungen werde, seinen Weg in friedlicher Entwicklung zu suchen. Wenn England und Frankreich sich trennten, so bedeute das, daß Deutschland den Männern der Gewalt ausgeliefert werde, so bedeute das die Revanche den Krieg. Abstimmungsgedenktag in Berlin. Berlin, 11. Juli. (WB.) Anläßlich der vier« ten Wiederkehr des Abstimmungstages in Ostpreußen und Westpreußen hat der Reichs kanz- I er heute nachmittag in Gegenwart der Reichsminister Jarres und Stresemann, ferner des Staatssekretärs Weismann, der als Vertreter des evfranEten preußischen Ministerpräsiden ten Braun erschienen war, sowie des preußischen Ministers des Innern Severing eine Abordnung aus Vertretern des ost- und west preußischen Heimatdienstes empfangen. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der ostdeutschen Heimatdienste, Dr. Marks- Allen- stein, würdigte in einer Ansprache die politische Bedeutung des Abstimmungsergebnisses und wies unter anderem darauf hin, daß in dem Kampf, den seit dem sogenannten „Frieden" von Versallles das Deutsche Reich um seinen Bestand und den das deutsche Volk um seine Erhaltung nach allen Fronten hin zu führen habe, die Entscheidungsschlachten jetzt an Rhein «nd Ruhr geschlagen würden. Es sei deshalb natürlich und richttg, daß die Blicke des gesamten Deutschland nach dem Westen gerichtet seien. Aber darüber dürfe nicht vergessen- werden, daß auch im Osten für Reich und Volk entscheidende Stellringen zu verteidigen seien. Die wichtigste Kampffront im Osten sei Ostpreußen. Hier sei der Pfeiler des Deutschen Reichs im slawisch-littauischen Meer. Hier seien 2Vs Millionen deutsche Menschen der Gefahr ausgesetzt, ihrem Volkstum verloren zu gehen. Der Verlust- dieser Stellung würde das Deutschtum im Osten um Jahrhunderte, vielleicht sogar endgültig, zurückwerfen. In seiner Erwiderung drückte der Reichskanzler das Gefühl der Frmrde i'^Tänkbarkett aus, ba8 jeöeu Deutschen be, Erinnerung an den injmungstag erfüllcn müsse. Wenn nun, fuhr fiVin diese feier1-^^ Erinnerungsstunde eir iS?* I^^shalb, weil viele Tausends rnmung und viele Tausends Deutsche t r o tj 21 & yt t m m u n g — ich denke 6er an Oberschle.^n _ unter fremde Herv schäft tarnen. 1 1 Wir werden nicht -ruh«r und rasten, um deq druqchen die heut? aufiet-s Pflf GesehäPt vnd Scrvf FOr Sport und Erholung FronvogL Gehler im besetzten Gebiet. Das Fachzeichnen muh eng mit der praktischen Arbeit verbunden werden. Der Arbeitsprozeß mutz gewissermaßen den Mittelpunkt bilden für alle zeichnerischen Liebungen, damit dem Schüler *) Der Verfasser hat vor kurzem in einer gut besuchten Handwerksmeister = Versammlung über dieses Thema gesprochen. Lim die Grundgedanken seiner sehr beifällig ausgenvmmenen Darlegungen auch weiteren Kreisen zugänglich za machen, geben wir ihnen hier Raum. D. Red. Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion würden alle Stände leiden. Dem „Vorwärts" zufolge beschäftigte sich drr sozialdemokratische Parteivorstand mit der politischen Lage, die durchs di» Einbringung der Schuhzollvorlage und die ablehnende Stellungnahme der Regierung gegen dre Ratifizierung des Washingtoner Abkommens entstanden ist. Las Verhallen der Regierung wurde aufs schärf st e angegriffen. Die Absicht der Gewerkschaften, die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens -t Gegenstand eines Volksentscheids zu machen, wird die lebhafteste Llnterstützung der Partei finden. Das Washingtoner Abkommen betrifft die Durchführung der achtstündigen Arbeitszeit. schuß, die Höchstsätze sollten sofort so gestaltet werden, daß die Hauptunterstützung um 20—25 Proz., die Familienzuschläge um 100 Prozent erhö h t werden sollen. Die bisherige prinzipielle Bestimmung, wonach Erwerbslose unter 18 Jahren keine Crwerbslosenunter- stützung beziehen dürfen, soll dahin abgeän- dertwerden,daß künftighin nur Personen unter 17 Jahren von der Erwerbslosen- unterstützung ausgeschlossen sein sollen. Endlich wurde beschlossen, daß die bisherige Bestimmung, wonach als Krankengeld nur die Hälfte der Llnterstützungssätze gezahlt wurde, dahin umgewandelt werden soll, daß der vollständige Satz der Erwerbslosenfürsorge als Krankengeld gewährt wird. Duisburg, 11. Juli. (WTD.) Ein Schupobeamter wurde vom belgischen Polizeigericht zu einem Monat Gefängnis verurteilt, weil er einen belgischen Offizier nicht gegrüßt haben soll. Starter oerung, K 3n M getreten. 5 Ket Mw Wechterur Darmstadt , 11. Juli. Sn den oberen J—umen Staatsministeriums, die für Re- prasentationszwecke eingerichtet sind, fand gestern nrV genannter ' „Parlamentarischer -zi ö e n b statt, zu dem Einladungen an Vertreter Der Regierung, des Landtags und der Presse er= gangen waren. Die Zahl der Geladenen betrug etwa 150. Aus Stabt und Land. Gießen, den 12. Juli 1924. Ferienzeit. - 5 Krieger« Ctiftungi Hunbfüft abend - vvrfiellm hack Ar WM« Siebener trag bont ASrfaal b fallenen-G hmskaleni Liebigshök ljsche @ntt Dereinshn uÄ> 8 üh Käufer bei - 2l wird uns auswärts bem am maligen Orchester, kvff um timg. Ta kanifchm Äonjcrte absvldien uerchöre giert au1 tote Mv Liadow, rufliföe : lernen [er tote ®efeg - De übunget M einem 2 minicuß Übungen a loicd. Aäh - 3n abend im ’ trag statt N“. (61 - Ci velt, in Daliken u toüd in u bigi Mar Der f. « €anitätgtc Leiden, bj tourte 96| Peim, was fein Groh bem er bi besucht ha Ramentlich gegen eine besonders weitverbreitete üble Erscheinung unserer Zeit sind die Ferien das allerbeste Heilmittel, wenn dessen Wirkung leider auch nur eine mehr oder minder begrenzte Ersolgsdauer hat: gegen die Nervosität. Alle Menschen sind, heutzutage ja nervös und dadurch ihren Mitmenschen manchmal zuwider. Das Geschlecht derer, die Rerven wie Schiffstaue haben, ist offenbar ausgestorben. Die Männer sind nervös vom Geschäft, von der Politik, oder von Meinungsverschiedenheiten über den Sport, oder von dem knapper gewordenen Einkommen, oder von sonst irgendeiner Laus, die ihnen hier und da mal über die ßeber läuft; die Hausfrauen sind nervös von ihren Haushaltsnöten, andere auch von ihren Kleidersorgen, weil sie vor lauter Anwendungsmöglichkerten gar nicht mehr wissen, was sie eigentlich tun und lassen sollen, oder von der „Perle", wenn sie sich eine solche leisten können, die eben nut aller Gewalt immer ihren Dienstmädchenstandpunkt und -kops durchsetzen will; die Kinder endlich sind nervös, weil die schwankende Stimmung der Alten sich ihnen mitterlt, oder weil fte sich auch schon als „Persönlichkeit" fühlen, ihren Willen durchsetzen wollen, und wenn das nicht geht, „ihre Nerven spüren". Draußen weicht dieser Dann von dem Alltagsmenschen, ganz gleiche ob er in den Wäldern der Llmgegeiid mit gelegentlichem Aeppelwein in Annerod oder Großen-Duseck her- umstreift, oder ob er irgendwo an einem andern schönen Fleckchen Erde seine Freizeit verlebt. Schnell ist die dumme Hast und Langatmigkeit der vergangenen Wochen und Monate vergessen, die Blicke werden heller, die Züge sreundlicher.' Schon das Bewußtsein, daß man wieder einmal i gang nach seinem Belieben tun und lassen kann, losgebunden von den vielerlei Pflichten des Werkeltages, die gleichmäßig auf die Nerven eintürmen, das tut sy viel. Da sieht man dann alles mit anderen, mit freundlicheren Augen an, und schwatzt noch mal so froh mit seinen Bekannten. Lind wenn man irgendwo in der weiten Ferne, an der See. oder in den Bergen, oder im Schwarzwald sitzt, dann werden, wenn man nicht gerate rettungslos einregnet, in der Regel glück- elige Briese oder Karten über erfrischende Cr- lebnisse und wunderbare Eindrücke an Angehörige, Freunde und Bekannte geschrieben. Die daheim kennen dann den Menschen kaum wieder; er erscheint ihnen als ein ebengeborener. ■Unb wenn sie sich weiter diesen Menschen ini Getriebe des Werktags vorstellen, lächeln sie wohl und denken: schade, daß man ihn jetzt nicht genießen kann, wo er nicht nervös ist, wo er, die ungetrübten Seiten seines Menschtums an die Oberfläche kehrt. Ferienzauber, das Schönste des ganzen Jahres! Die Neichs-Teueruugsziffer. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung. Beleuchtung, Bekleidung) beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für | den 9. Juli auf das l,19billionenfache der Vorkriegszeit. Die Steigerung von 1,7 Prozent gegenüber der Vorwoche (1,17 Billionen) ist in der Hauptsache auf die stärkere Berücksichtigung der Preise für Kartoffeln neuer Ernte zurückzuführen. Bei einem Teil der übrigen in die Berechnung einbezogenen Lebensbedürfnisse, so namentlich bei der Bekleidung, sind weitere Preisrückgänge zu verzeichnen. Gießener Wochenmarktpreise am 12. Juli 1924 (Händlerpreise). kosteten: Butter Psd. 180 Pf., Matte 35, Käse 60, Eier Stck. 13, Wirsing Pfd. 30, gelbe Rüben 25—30, rote Rüben 25, Rörnischlohl 10 Dohnen 40—50, Blumenkohl Stck. 50—100, Salat (3 Köpfe) 10, Salatgurken Stck 30—100, Cinmach- aurken 8-10, Erbsen Pfd, 25,. Mischgemüse 10, Tomaten 70—120, Zwiebeln 20, Rettich Stck. 30 bis 40, Pilze 30, Kartoffeln, alte 5—6, neue 15 Kirschen 30—35, Himbeeren 100, Heidelbeeren 35,’ Stachelbeeren 25—40, Johannisbeeren 30—35 Honig 30 Pf. * Das technische Zeichnen der gewerblichen Fortbildungsschule. Von Ehr. L e i ch u rn*). Die englischen Bergarbeiter fordern Verstaatlichung der Bergwerke. London, 11. Huli. (WTB.) Die Versammlung des Bergarbeiterverbandes von Swansea hat sich für die Verstaatlichung der Bergwerke ausgesprochen. Der Arbeiterführer Smillie sagte, daß es nötig sei, die Arbeiterregierung derartig zu stärken, daß sie eine solche Politik durchführen könne. Nur ein Arbeitervertreter stimmte gegen den Antrag. Die Nevolulion in Brasilien. London, 11. Juli. (WTB.) Wie Reuter meldet, ist die Regierung in Sao Paulo gestürzt worden. Die revolutionäre Junta hat die Oberhand gewonnen. General Rondon hat eine vorläufige Regierung gebildet. ; Hessischer Landtag. Darmstadt, 11. Juli. Präsident Adelun g eröffnet die Sitzung um 9V2 Llhr. Die Beratungen werden bei Kap. 75 usw ( M i n i st er i u m für Arbeit und Wirtschaft) ausgenommen. Minister Raab nimmt Stellung gegen den Antrag der Deutschen Volkspartei auf Aufh buna des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft; der Antrag sei schwerlich sachlichen Erwägungen entsprungen. Die Notlage der Landwirtschaft bestehe, aber es gebe keine Kreise, die nicht unter der derzeitigen Wirtschaft litten. Daß die Landwirtschaft besonders schwer heimgesucht werde, könne er, der Redner, von fernem Standpunkt aus nicht anerkennen. Andere Bevolkerungsschich- ten litten mehr Not als die Angehörigen der Landwirtschaft; es fei daher ein Llnrecht, wenn die Landwirtschaft behaupte, sie trage schwerere Lasten als andere Berufsstände. Dem Handwerk sei vielfach das Augenmaß für eine reelle Geschäftsführung verloren gegangen; es müsse andere Kalkulationen vornehmen. Abg. Glaser (Bbd.) weist darauf hin, daß bte Behauptung des Ministers, die Landwirtschaft hatte früher keine Steuerlasten getragen, völlig unzutreffend sei. Die vielen Beschlagnahmen und die Zwangswirtschaft seien nur eine andere Form einer hohen Besteuerung gewesen. Minister des Innern v. Brentano teilt mit, daß sich die Aerztekammer konstituiert hat. Abg. Roß (Soz.) fordert bessere Ausgestaltung der Erwerbslosenfürsorge, Durchführung von Notstandsarbeiten und Wiedereinführung der Kurzarbeiter-Llnterstützung. Abg. Dr. v. Helmolt (Bbd.) erklärt, die Ausführungen Les Wirtschaftsministers Raab gegen dre Landwirtschaft feien bedauerlich. Bei einem Mkstat M erst' stücken lh M gw finite * den 6ch ü seM ni Lern au- släiE ten N der IM stöcklet der M rechnung Unkosten wird, red ches verst ^Sow sich mt d bnes 2^ Dohle v toerti M schrnften über die Beschaffenheit des Materials unsrer Heranziehung von Fachleuten laut De- < Landtags vom Jahre 1922 so rasch wie möglich abgeandert werden: 3. daß zur Hebung der Produktion billigere elektrische Kraft zur Ber- b>icb, durch erhöhte Ausnutzung des Kraftwerks Lißberg (Oberh.)." Nach weiterer kurzer Debatte werden die De- ^^ngjm^um V/2 Llhr abgebrochen. Nächste Politische Prozesse ohne Ende. 157 Kommunisten vor Gericht. München, 11. Juli. (Wolff.) Bor dem Schwurgericht beim Landgericht München I begann heute vormittag die Verhandlung gegen 1 57 An - gehörige der kommunistischen Partei in Bayern wegen Vergehens gegen die Paragraphen 1 und 3 der Verordnung des General-Staats- kommrssars vom 11. November 1923, durch die dre j Fortführung der kommunistischen Partei in Bayern 'verboten wurde. Gegen die Reichstagsabgeord- meten S ch lecht-Berlin, Du chma n n-München rmd Florin- Köln muß das Verfahren während der Dauer der Reichstags-Session ruhen. G^en den Landtagsabgeordneten Schlaffer- München, der ohne polizeiliche Genehmigung eine Studienreise nach Moskau angetreten hat, wurde vom Staatsanwalt ein H a f t b e f e h l beantragt. Die Entscheidung wurde vom Gericht zurückgestellt. Die Verhandlung wird zwei Tage in Anspruch nehmen. Separatist aus Not. Leipzig.il. Juli. (WB.) Der Mechaniker Strelow aus Berlin ist vom Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik wegen Beihilfe zum Hochverrat zu 1 Hahr 6 Monaten Festungs- chift verurteilt worden. Die Llntersuchangshaft fctourbe angerechnet. Der Angeklagte geriet Anfang Dezember 1923 in Speyer aus Arbeits- -mangel und Geldnot in die Hände der Separatisten, ohne mit ihnen zu sympathisieren. Als j «seine wahre Gesinnung gemerkt wurde, haben ihn die Franzosen zuerst wegen Verdachts Les Mordes an dem Separatistenfühcer Heinz verhaftet und ihn dann ins unbesetzte Gebiet ab- ge sch oben. Hier wurde er erneut verhaftet wegen seiner Flucht ins Separatistenlager und vor Gericht gestellt. Der Staatsgerichtshof billigte ihm mildernde Ll m st ä n d e zu. Leichtfertige Beschimpfung eines Ministers. . Leipzig, 11. Juli. (Wolfft) Der süddeutsche Senat des Staatsgerichtshofs verhandelte heute gegen den früheren verantwori- lrchen Schriftleiter Martin Weg e r vom „Miesbacher Anzeiger" wegen öffentlicher Herab- wurdigung der republikanischen Staatsform durch Beschimpfung des früheren Reichsjustizministers Dr. Aadbruch. Die Straftat wurde begangen in einem von einem gelegentlichen Mit- | arbeitet verfaßten Artikel vom 3. Juli 1922 in bem behauptet wurde, daß der Reichsjustizminister Dr. Radbruch sich während der Kriegszeit an einer J2Ha trof en meuteret als Organisator beteiligt habe, von einem Kriegsgericht verurteilt und später vom Kaiser begnadigt worden sei. Reichsjustizminister a. D. Dr. Radbruch, der als Nebenkläger zugelassen war, sagte aus, er habe den Krieg beieinembadischen L a n d w e h r r e g i m e n t mitgemacht und sei bei AusbruchderRevolution an der Front gewesen. Nach Kiel sei er erst im Hahre 1919 gekommen. Lediglich beim Kapp-Putsch sei er fünf Sage in Schutzhaft gewesen. Der Angeklagte nahm daraufhin die Beleidigung m i t dem Ausdruck des Bedauerns zurück und erklärte, er habe den Artikel in gutem Glauben auf die Zuverlässigkeit des Berichterstatters aufgenommen Der Vertreter der Reichsanwallfchaft beantragte brei Monate Gefängnis und 300 Mark Geldstrafe, da es sich um eine grobe vorsätzliche Beschimpfung gehandelt habe. Das Gericht ging über den Antrag mit der Begründung hinaus, daß ganz energisch gegen diejenige Presse vorgegangen werden müsse, die in unverantwortlicher Weise mit der Ehre ihrer nächsten, namentlich derjenigen der verantwortlichen Tröger der Staatsregierung spielen, und ver- urteilte ^^Angeklagten zu vier Monaten Gefängn i sun^ 400 Mark Geldstrafe, sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens. Erhöhung der E^Werbsiosen- sürforgepätze. Berlin, 11. Juli. Reichstagsausschuß für soziale Angelegenheiten beschloß bL- Lüglich der Erwerbsloserfsürsorge der AuZ- i Die Fortbildungsschule hat die besondere Aufgabe, neben dem bereits ergriffenen Berufe her- gehend dem Lehrling alle die technischen Kennt- msse zu vermitteln, die er zur Ausübung seines Arufes bedarf. Deshalb ist sie eine „'Berufsschule ' und müssen die für das praktische Deruss- leben erforderlichen Dildungselemente an erster Stelle stehen. Ein Schulmann sagte mit Recht, über dem Eingang zur Volksschule das Wort steht „Men s chen b i ldu ng ' und über Dem ber Fortbildungsschule „Ber u fs- t 9 zweite Aufgabe hat die Sortblldungsschule eine „allgemein menschliche' b. h. den Menschen als solchen zu bilden. _Der Lehrplan der „gewerbliche n“ Fortbildungsschule umfaßt drei Hauplgruppen: das Zeichnen, die Berufskunde und die Geschäfts- und Dürgerkunde. Der LInterricht im Zeichnen gilt allgemein als der wichtigste; deshalb sind and) alle Fortbildungsschulen mit gewerblichem Charakter zunächst als Zeichenschulen in die Erfchei- I vung getreten. Es gibt kaum ein Gewerbe, dem das Zeichnen nicht eine Lebensfrage ist. „Das Zeichnen ist die Sprache der Werkstatt, inet sie nicht versteht, ist unbrauchbar als Geselle und noch unbrauchbarer als Meister." Die „Kunst" des Zeichnens ist eine sehr alte; Aeghpter und Babylonier kannten neben der Malerei auch das Planzeichnen. Jedoch ist aus diesen Zeiten über das Zeichnen wenig bekannt und sind alle vorhandenen Zeichnungen primitivster Art. Erst mit der Entwicklung der Malerei und der Baukunst im griechischen Zeitalter erfahren wir Näheres über das systematische Anwenden von bestimmten Zeichenverfahren. Im römischen Zeltalter läßt sich eine weitere Entwicklung der „Zeichenkunst", insbesondere der Perspektive, genau verfolgen. Wenn auch im klassischen Altertum die Zetchenkunst bekannt war, so fehlte dieser doch mehr oder weniger die mathematisch wissenschaftliche Basis. Bildende Künstler des 16 Jahrhunderts beschäftigten sich eingehender mit her Wissenschaft des Zeichnens; so Albrecht I Durer, Raphael, Leonardo da Vinci. 3m' Laute ber Jahrhunderte entwickelte sich das auf wissenschaftlicher Grundlage stehende Zeichnen mehr und mehr. Cs bildeten sich drei Arten von Oich- nungen aus: die geometrischen oder orthogvaphi- schen, dre stereographischen und die perspektivischen. Die geometrische Zeichnung gibt Punkte, Linien und Flächen wieder, die slereoaraphische lehrt das Zeichnen der Körper. Die äriss^nschaft- llche Grundlage der letzteren schuf der französische Mathematiker Monge gegen Ende des 18. Jahrhunderts, sie ist der Technik und D:r Kunst unentbehrlich. Man nennt diese Art des Zeichneils auch „Darstellende Geometrie" ober „Projeklions- zeichnen". Die Perspektive oder Zentralprojektion ist ein besonderes System der darstellenden Geometrie, sie kommt als Lehrfach in der gewerblichen Fortbildungsschule nicht in Frage. Das technische Zeichnen der gewerblichen Fortbildungsschule baut auf die Wissenschaft des Zeichnens auf. Neben dem geometrischen Zeichnen bildet das Projektionszeichnen, und zwar die orthogonale Projektion, hier die Grundlage. Da ba$ Zeichnen das Hauptfach der gewerblichen Berufsschulen barftertt und mit den meisten Stangen im LInterrichtspban die erste Stelle einnimmt, wurden deshalb auch lange Jahre am das Zeichnen heftige Diskurse von Berufsschulmännern geführt und viele Jahve probiert und verbessert, um hier die richtigen Wege zu finiten. Die Erfahrungen Haben gelehrt, daß die Einführung in das technische Zeichnen durch rein theoretisch betriebenen LInterricht, wie er in früheren Jahren angewendet wurde, zu unzureichenden Resultaten führte. Die Einführung wird in richtiger Weise geschaffen, wenn bas geometrische Zeichnen sowohl als auch das Projektionszeichnen fachlich betrieben wird. 2Ibg. Frau Rattern er (Ztr.) macht darauf aufmerksam, daß fast alle landwirtschaftlichen Produkte durch den Zwischenhandel um das 2—3fach. verteuerst an den Konsumenten gelangen. Die Rednerin verlangt Verordnungen gegen Kettenhandel und Preistreiberei. s. ?bg- ..Diehl-Hochweisel (Bbd.) wünscht, daß den ärmeren Gemeinden Gelder zur Durchs fuyrung der Feldbereinigung bereitgestellt werden. Dre Kirschen kosteten auf dem Lande 20 Pf. ™ ber Stadt 45 Pf. Bei Brot und Fleisch er- yrelten die Landwirte wenrger als vor bem Kriege, Städten seien die Preise viel höher. ornt.?9-t (D- Vp.) spricht für einen Antrag den er heute bem Landtag zrgehen he& und der folgenden Wortlaut hat: „3ch be° au trage, bte Regierung zu ersuchen, dahin za wrrien. 1. daß die Regiebauten bei den Hoch- ,, . । oauamtern eingestellt und in der Weise vergeben Gewerkschaften und Regrerung. werden, wie dres bei dem Hochbauamt Darmstadt Berlin, 11. Juli. (WTB.) Der Reichs- FMche Bauordnung, kanzler empfing beute in Anwe-enheit AussÜbruna über bie des Reichswirtschaftsmini st ers, des | und Jüe Vor- ReichsMinisters ber Finanzen die Vertreter der Spitzenorganifativnen der Gewerk schäften. Gegenstand ber Besprechung bildete die Belastung, die dem deutschen Volä durch das Sachverständigengutachten auferlegt wird. Die Vertteter der Gewerkschaften wiesen auf eine gerechte Verteilung der Lasten hin. Von ber Reichsregierung wurde ein Überblick über den Stand der Arbeiten zur I Vorbereitung und Durchführung des Sachver- I Montag. ständigen-Gutachtens gegeben und dabei die Möglichkeiten dargelegt, die in nächster Zeit für die Ausbringung der benötigten Mittel vorhanden sind. Nach wie vor soll alles getan werden, um die Einkommensteuer, dir Derurögenssteuer und Erbschaftssteuer so ertragreiche wie nur irgend möglich zu gestalten. halb der deutschen Grenzen leben müssen, ihre Rechte zu sichern, f bie ihnen das Naturrecht und die geschlossenen Verträge geben. Um das zu erreichen, bedarf es der Einigkeit-und Geschlossenheit aller Deutschen. Einigkeit im 3mrern ist Voraussetzung, um dre Einheit und den Bestand des Reiches nach außen hin aufrechterhalten zu können. Lind wenn wir heute des 11. Juli 1920 gedenken, so ist uns gerade dieser Tag ein Tag deutscher Einigkeit. Darin liegt auch heute noch seine staatspolitische ^Bedeutung. Wir haben auch heute noch die Lehre vorn 11. Juli bitter nötig und wir werden sie für die kommenden Tage ebenso notig haben. Die Krise der Landwirtschaft. Erklärungen des Preußischen Landwirtschaftsminifters. Berlin, 11. Juli. (WTB.) 3m Haupt- j ausschuß des Preußischen Landtages führte der Landwilstschaftsrninister Dr. Wendorf f zur Krise in der Landwirtschaft aus, daß die Annahme des Dawesgutachtens allein die Möglich^- keit jur_ Besserung der bestehenden Mißstände geben könne. Steuerstundungrn und Nachlässe mühten bewilligt werden. Die kommende Ernte sei höchstens als Mittelernte zu bewerten, besonders der Ausfall an Brotgetreide werde infolge Auswinterung sehr groß sein. Der Landwirtschaft müssen Realkredite trotz aller Schwierigkeiten beschafft werden. Ein Gesetz sei in Vorbereitung, baä wieder Mündel- sicherheil für gewisse Gelder vorschreibt. Die Erhaltung der Rentenbank sei nicht möglich, da die Alliierten neuerdings ausdrücklich ihr Verschtoinden innerhalb dreier Jahre gefordert hätten. Von der Reichsregierung sei ein Gesetz über die Agrarzölle beim Saatsministerium eingegangen, das er persönlich völlig billige, da es vor allem p r o - I philaktische Bedeutung habe. Die gewaltige Steigerung der Einfuhr von Mehl und Gefrierfleisch zeige d ie Notwendigkeit von Schutzzöllen. Die Landeskulturämter seien beizubehalten. Nach bem „Vorwärts" wurden auch die Schutzzollpläne der Regierung erörtert. Graß- m a n n vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschasts- bund, wandte sich dabei mit aller Schärfe gegen die neue Schutzzollpolitik und wies den Gedanken an jede Konzession auf diesem Gebiete ab. Der „Vorwärts" berichtet weiter, daß der Reichsernährungsminister für bie nächste Woche die Gewerkschaften zu einer Besprechung über bie Zollfragen eingeladen habe. Große Ferien, Tage und Wochen der hör a rn fix ungebundensten persönlichen Freiheit! Welch -UOtjtOg oct Ä. >p, D. gegen die herrliche Musik liegt in diesen paar Worten, 3tCOicriniG« hüpft da bas Herz vor Freude! Linsers y ' Kleinen bibberte meist schon seit ein paar Wochen, denn so lange berauschen s i e sich schon unv ergötzen auch uns Große mit allerlei lockenden Bildern von Ferienfreuben. Das größte Vergnügen der einen ist, morgens lange schlafen zu können und dann hinaus za wandern in die Wälder der Llmgegend. Das sind die ganz Bescheidenen, sie sind auch die Mehrheit, bei den Kleinen sowohl, wie bei den Großen, bei Arbeitern so gut, wie bei Beamten, Angestellten und Ge- Aum I schäftsleuten. Diese Seßhaften sind aber durch>- aite nicht arm an Ferienreiz zu nennen, ihnen bietet sich die schöne engere Heimat dar und mancher lernt sie da erst richtig entdecken. Die nächste Abteilung der Ferienfrohen interessiert sich schon für den Eisenbahn-Fahrplan. Sie zieht wohl den Harz, den Thüringerwald, bie Bergstraße, allenfalls noch den Schwarzwald für die Ferienzeit in Betracht; an den alten deutschen Rhein zu ziehen, dazu gehört schon etwas Schweineglück, von wegen der Einreiseerlaubnis, die die „Kulturträger" ber granbe Nation ja fo gern zur — seltenen Ausnahme machen. Die ganz Großen der Ferien- und Reisegemeinde aber gondeln an die See, oder in die Berge Bayerns, I Tirols oder der Schweiz. Aber ganz egal zu welcher Gruppe von Ferienmenschen man gehört und wie und wo man seine schönsten Tage oder Wochen des Jahres zubringt, all» werden da wieder andere Menschen,' weil sie eben mal für einige Zeit auf ein anderes Gleis geschoben werden. Dienstag, den 15. Juli, abends 7 Uhr, ist Schluß meines Benutzen Sie noch die wenigen Tage zum Einkauf erstklassiger Schuhwaren zu außergewöhnlich billigen Preisen NO ET | C, Q frankfurter schuhlager ■ eHL En i mäusburg « GIESSEN ferhspr. «wo „ - , Alleinverkauf Gegründet 1889 der „Hammerschuhe" und bet wirkliche Zweck und ©tun Der Zeichnung völlig fiar wird. Den Zusammenhang zwischen Werkstück und Zeichnung muh der Lehrling kennen und nach Zeichnung arbeiten lernen. Deshalb ist es unbedingt notwendig, daß der Schüler einfache Arbeitsstücke, welche in der Schule zeichnerisch churchgebildet und ausgearbeitet wurden, in der Werkstatt unter Aufsicht des Lehrmeisters praktisch nach der gefertigten Zeichnung auch aus- ,führt. In den Dauberufen wird man zweckmähig die ruhigen Winterhalbjahre verwenden, um Werkstatt und Schule gemeinsam an der methodischen Ausbildung des Lehrlings wirken zu lassen. Im ersten Winter mit ganz einfachen Arbeitsstücken an fangend, wie sie der Lehrplan im Fachzeichnen vorsieht, wird man im zweiten Winter zu gröberen Arbeiten übergehen und auch evtl, zwei oder drei Lehrlinge derselben Werkstatt mit einer gröberen Ausführung beauftragen. Der gesamte Zeichentunterricht wird nun befruchtet und den Schüler viel besser wie bisher in den Stand sehen, nicht nur technische Zeichnungen lesen, sondern auch einfache technische Zeichnungen selbständig anfertigen zu können. Besonders im zweiten Halbjahr des letzten Lehrjahres wird, wenn der Llnterricht in der Arbeits- und Konstruktionslehre zur Besprechung der Herstellungsweise, der ülnterricht im gewerblichen Rechnen zur Berechnung des Materials, des Lohnes und der Sinkosten der auszuführenden Arbeiten verwendet wird, recht viel gewonnen und dem Schüler manches verständlicher werden. Sv wäre diejenige Konzentration erreicht, die sich mit dem Leben deckt und ein wirklich fruchtbares Arbeiten der Schule und Werkstatt zum Wohle und weiteren Gedeihen unseres Handwerks .und 'Gewerbes sicher gewährleistet. Bornotizen. — Tages käsender für Samstag. Kriegerverein: Festkommers anläßlich des 50. Stiftungsfestes 8 Ähr auf der Liebigshöhe. — Rundfunkhaus, Löberstrahe: 8*/» -Uhr Konzertabend. — Zirkus Otto Mark: 8 Uhr Eröffnungsvorstellung an der Schühenstrahe. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Taras Dulba". — Astoria- Lichtspiele: „Das Piratenschiff". — Tageskalender für Sonntag. Gießener Hvchchulgessellschaft: Festsitzung, Dortrag von Professor Dr. Becher 11 SIHr im groben Hörsaal der Umversität. — Kriegerverein: Ge- fallenen-Gedächtnisfeier 11 SIHr im Hofe der Zeughauskaserne, nachm. 4 Uhr Familienfeier auf der Liebigshöhe. — Goethe-Bund: „Goethes musikalische Entwicklung" 81/2 Uhr im Kaufmännischen Dereinshaus. — Zirkus Mark: 4 SIHr nachm. und 8 SIHr abends Dorstellungen. — Lichtspielhäuser dasselbe wie Samstag. — Aus dem Stadtthealerbureau wird uns geschrieben: Nach allen vorliegenden auswärtigen Pressestimmen handelt es sich bei dem am Dienstag, 15. Juli, stattfindenden ern- maligen Gastspiel des grob russischen Dalalaika- Orchesters unter Leitung von Dr. Eugen S a> e r- kv f f um eine ganz außergewöhnliche Veranstaltung. Das Orchester, das soeben von einer amerikanischen Tournee zur-üdckommt, hat bereits 12C0 Konzerte in Europa. Amerika und sogar Afrika absolviert. Die Orchestervorträge, Tänze, Männerchöre usw., die geboten werden, sind arrangiert aus Werken erster russischer Komponisten, wie Mvussorgsky, Skrjiabin, Rimsky-Korsakow, Liadow, Tschaikowski), Glinka usw. Wer echt russische Volkskunst in Musik, Gesang and Tanz kennen lernen will, findet am 15. Zull eine seltene Gelegenheit dazu. — Der Akab. Ausschuß fürLeibes- Übungen lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zu einem Vortrag des Staatsministers a. D. Dorn i n i c u s ein, der über „Die Pflege der Leibesübungen an den deutschen Hochschulen" sprechen wird. Räheres in der Anzeige. .— I m Goethe-Bund findet Sonntagabend im Kaufmännischen Vereinshaus ein Vortrag statt über - „Goethes musikalische Entwicklung". (Siehe Anzeigenteil.) — Ein Vortrag für die Frauenwelt, in dem über Chemlsch-Rrinigen, Färben, Batiken und Entfärben gesprochen werden soll, wird in unserem heutigen Anzeigenteil angelün- bigt. Man beachte die Ankündigung. Mettervornnssage für Sonntag: Stärker bewölkt, wenig Temperaturoeränderung, Reigung zu Riederschlägen. In Westeuropa ist starker Darometerfall eingetreten. Das langgestreckte westliche Depressionsgebiet gewinnt nach Osten an Raum. Die Verschlechterung der Wetterlage nimmt langsam zu. * "Sanitätsrat Dr. Heinrich Zin- v.er. t- Der seit 35 Jahren hier praktizierende Eanitatsrac Dr. Heinrich Z i n h e r ist seinem Leiden, das im April 1923 einsehte, erlegen. Er wurde geboren am 7. März 1858 in Lampertheim, woselbst sein Vater als prakt. Arzt und sein Großvater als Kreisarzt tätig waren. Nachdem er die Realschule in Darmstadt und Alsfeld besucht hatte, bestand er im Jahre 1877 als Exn 20 M Eft* NmlllgCe^ki. Muft C |c für fts- ncu der gettictf,, u°8sschul?. "b' chum*). L Berufe her. h ik • baa9 .^erufg. « pvckisqe Leruis. Wlcmente an erster mit Ltzh, f^isschuie tag >7?““« und über ,chen" fap das a. • t'€ tot) •?' s!5c gilt c ^bö'-lr lind auch n Severblichem Chn- chuten in die Erfchej. im ein Seloerbe, dem tbasirage ist. ,^s r Berfüntt, tne- sie Lis ©teilt und iiter." n? ift eite 'ehr alle; ®ntcn neber. der 2ßa» - jedoch i't aus die- kn wenig be!am! und ichnungen primilidster .ung drr Malerei und en Zeitalter erfahren .omatische Liünenden rh.rn. Im römischen rerc dnüDidhing der öer Pevpckkioe, gr- im klassischen Mer- mnt war, so fehlte (er die machematisch nde Künstler des 16. sich eingchender mit üch-.eü: so Mrecht xi Sinei Im' Laute : sich das aus vissen- te Iächnen mehr und ei Lien tot Zeichen vter ortlvgrcllch-- und die terijMvi- nchnung gibt Punkte. - die i c.öxapbiföe -per. Di: r:r.nschaft- i schuf der französische tn ehrte des 18. Ichv • _nd ter Kanst an- [e 2m des Zeichnens <• -.der,Pr)Mns- ter Iennalprojektion >- darsüllenden Seo- sach in der gewerte in 5rage- - aew-rblichen öt>n* - Schaft des W Frischen Icichnen und Ml die tec Grundlage. So ,a -er gewerblichen n;i den meisten 6tin- -, belle einnimmt, m toi Zeich- .. ^i'ckulmännern ge- biert und terbe's^ -1 stnden. ’L-Lmi Desul- richtiger front dem « J'd Aed. Verantwortlich für Politik und Feuilleton. I. D.: Heinz Gorrenz. Geschäftliches. In der heutigen Rurnrner befindet sich ein Preisausschreiben Der Kukirol-Fabrik Groß-Salza. Der erste Preis ist eine 14tägige Erholungsreise für 2 Personen (freie Fahrt und Hotelaufenthalt) nach dem Meer, Thüringen, dem Harz oder in die Alpen. Eintritt frei 674c am Dienstag, den 15. Juli 1924, nachm. 4 Uhr, im Saale des Kathol. Vereinshauses Ecke Frankfurter• und Liebigstraße wozu alle Damen ergebenst eingeladen sind. Der Vortrag wird erläutert durch praktische Vorführungen und verspricht allen Besucherinnen lehrreiche Stunden. Es wird empfohlen, kleinere leichte Stoffe zu den Vorführungen mitzubringen. Ueber Chemisch-Reinigen, Färben, Batiken und Entfärben der Stoffe, Entfernen ausgelaufener Farben aus weißet und bunter Wäsche und dergleichen im Haushalt veranstalten die Farben- u. Chem. Fabriken Gebr. Heitmann, Köln und Riga, einen j Kaufgesuche | Suche zwei ent- Hofft ne 55801) Belgier SaiWi (Slutem zu kaufen. H. Brügmann rleukros-keitzgeskecn. Gebrauchtes, aber gut erhaltenes Gobelm- Sofa nebst 2 Sesseln ZU kaufen gesucht. Sciir.Llngeb. U.5611D an den Gien. Anz Gesucht antike BicbcrmeicrniSbcl für Schlafzimmer, Kirsch, bauncholz, Kommode, IL Tisch, ltachUtich, wasch, lisch und Kleiderschrank. Angebote m. prctran pube unter 02H3T an den Tietz. Anzeiger erbeten. Yv lt hatte und die Vttcche betrat, -ging ein fein» gekleideter Herr auf ihn zu, stellte sich ihm als Kriminalbeamter vor und erklärte dem jungen Manne, eS bestehe der Verdacht, daß er kommunistische Gelder erhoben habe. Er, der junge Mann, müsse ihm auf das Gericht folgen, damit die Angelegenheit dort geprüft werde. Wenn er einen Fluchwersuch unternehme, würde er auf der Straße nieder- geschossen. In dem Gerichtsgebäude öffnete der „Kriminalbeamte" eine Tür und rief in ein Zimmer, daß er den Gesuchten mit der Mappe habe. Dann wandte sich der Herr an den Sistierten, warnte ihn nochmals vor einem Fluchtversuch, nahm ihm in dem Zimmer die Mappe mit dem Geld ab und hieß ihn so lange warten, bis er mit einem anderen Beamten wieder käme. Es kam aber kein Beamter. Der junge Mann war das Opfer eines unerhört frechen Raubes geworden. Dem Schwindler ist man auf der Spur. — In deq Rizzaanlage fand man heute früh einen nur mit einem Hemd bekleideten Arbeiter. Der Mann behauptet, Laß er nach reichem Alkoholgenuß mit einer Dirne in die Anlagen gegangen und dort von dem Weibe bis aufs Hemd ausgeplündert worden sei. — Mit zwei Rossen und einem Wagen fuhr Donnerstag mittag gegen 12 Ahr der Fuhrmann Ernst Stephan auf einen Fabrik- hof der Gutleutsttaße, lud unter dem Vorgeben, daß et bestellt sei, Holz für!5QKisten auf seinen Wagen und fuhr dann davon. Erst später wurde der ausgeseimte Schwindel entdeckt. Stephan konnte in dem Augenblick verhaftet werden, als er das Holz verkaufen wollte. Kassel, 11. Juli. (WB.) Der durch seine Landung in Berlin Unter den Linden bekannte briktor der Dietrich-Gopiet-Flugzeugwerke in der briktor der Dietrich-Gopiet Flugzeugwerke in der Körner st raße in Kassel nach kurzem Start zu einem Rundflug über Kassel auf und landete später glatt vor der neuen Flughalle in Kassel-Waldau. Dies ist der erste gelungene Abflug eines Passagier-Kleinslugzeuges von der Straße einer Stadt aus. Aus cüüer Wslr. Alkohol-Piraten vor der amerikanischen Küste. Reuyork, 11. Juli. (WB.) Funkspruch.Emern Bericht aus Halifax zufolge ist der f r a n z 5 - sischeDarnpfer „M ü l h a u f e n" in der Höhe von Rewjersey vor zwei Wochen von Rum- piraten angehalten worden, die Alkohol im Werte von 500 000 Dollar raubten. Wie die mit der Durchführung des Alkoholverbots befaßte Behörde heute erfähtt, ist noch ein z w e i - t e s Schiff von den Piraten angehalten, der Kapitän ermordet und über Bord geworfen worden. Alkohol im Wert von 250 000 Dollar fiel in die Hand der Piraten. fung und AbsteNung Mögliche geschieht, and vay, wenn auch vielleicht nicht wir, so doch bestimmt unsere Kinder die Folgen etwaiger älnterlassungs- sünden auf sich nehmen müssen. Die Gegenwart gerade zeigt jedem, der Augen hat, was ülnterlas- sungssüuden bedeuten. Man weih, daß alle Für- sorgemaßnahmen, Dolksbildungsbesttebungen, Bemühungen zur sittlichen und geistigen Hebung unseres Volkes bei durchgreifendem Erfolg haben können, wenn nicht zunächst an allererster Stelle für ausreichende gesunde Wohnungsgelegenheit gesorgt wird. Man hofft, daß jede Gießener Familie, die im Besitz einer Wohnung ist, alles tun wird, um den weniger glücklichen Volksgenossen zu helfen.^ Die Sammlungen werden nächsten Montag beginnen. Wir wünschen dem edlen Werk besten Erfolg, vielleicht wird ©iefpen damit bahnbrechend für das ganze Vaterland. (Siehe den Aufruf im heutigen Anzeigenteil.) _ ** Listige Insektenstiche. Fälle von Insektenstichen, die schwere Erkrankungen oder gar ben Tod zur Folge hatten, werden während des Sommers häufig bekannt: sie sind darauf zu- rüchuführen, daß die Inselten alle möglichen Gislstofse und Krantheitsleisre beherbergen können, die sie durch die kleinen Verletzungen, welche sie setzen, in die Haut gelangen lassen. Von allen den Mitteln, deren Anwendung alsbald nach dem Bemerken eines Insektenstiches Erfolg verspricht, wird von ärzllicher Seite die Jodtinktur empfohlen, die auf die betretende Stelle aufgetragen wird. Auch bei allen Verletzungen, wie sie z. B. aus Wanderungen sich ereignen Tonnen, wird sich dieses stark desinfizierende Mittel bestens bewähren. Das Mitnehmen eines kleinen, mittels Glasstöpsels verschlossenen Fläschchens Jodtinktur kann daher für die nun beginnenden Ferienwanderungen und -Reisen sehr empfohlen werden. Kreis Friedberg. s. f. Friedberg, 11. Juli. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurde der neugewählte Beigeordnete Repp in sein 2lntt eingeführt, an seine Stelle rückt als Stadtverordneter Schriftsetzer Baue r ein, an Stelle des nach Darmstadt versetzten Bellos tritt Staötv. Eh emann ein. — Der vor kurzem gewählte Sparausschuß hat sich in neun Sitzungen betätigt und dabei lediglich feststellen können, daß z. Zt. keine erheblichen Ersparnisse zu machen seien, ebensowenig eine Erhöhung der Einnahmen zu erzielewsei und ein Personalabbau möglich wäre. — Der städtische Voranschlag ergibt Ausgaben in Höhe von 779 000 Mark, Einnahmen 515 000 Mark, so daß 264 00 ungedeckt bleiben. Zur Deckung dieses Betrages müssen die städtischen Steuern herangezogen werden: es war in einer früheren Sitzung beschlossen, die Hälfte der staatlichen Sähe zu erheben. In dieser Sitzung wurde jedoch beschlossen, die Grundsteuer auf 60 Proz. der Staatssteuer zu erhöhen, die übrigen Steuern sollen auf 50 Proz. der Staatssteuer bleiben. Die sogenannten kleinen Steuern (Hundesteuer usw.) tragen etwa 45 000 Mk. ein. Die Sozialdemokratie ließ durch ihren Sprecher erklären, ftimm en werde, obgleich si e doch> die daß sie gegen die sämtlichen Steuern Ausgaben ebenfa l l s bewilligt haben. Schließlich wurde der ganze Voranschlag mit 15 gegen 7 Stimmen genehmigt. — Für R e u h erst c l l u n g von Fußsteigen in verschiedenen Straßen wurden 23 000 Mr. bewilligt, wovon die Anwohner 24 000 Mk. beiftcuem müssen, so daß für die Stadt noch ein Zuschuß von 1000 Mark bleibt. — Der Bahnhofs platz soll nunmehr gärtnerisch angelegt werden, was sehr zu begrüßen ist, nachdem der Platz jahrelang in ziemlich wüstem Zustande war. — Für D r a v nierung des Sportplatzes wurden dem Verein für Bewegungsspiele 300 Mk. bewilligt: die Herstellung soll ungefähr 600 Mk. kosten. Dem Verein wurde anheimgegeben, die andern 300 Mark sonstwie zu beschaffen evtl, sollen ihm im nächsten Jahre weitere 300 Mk. bewilligt werden. Kreis Büdingen. ** Büdingen, 11. Juli. Einbrecher statteten in der letzten Nacht dem Rathaus einen unerwünschten Besuch ab. Die Spitzbuben warfen Akten und Einrichtungsgegenstände wild durcheinander und stahlen 2 00 Mark. Die Kerle hatten mittels einer Leiter den Treppenturm erstiegen und darauf die weiteren Türen mit Nachschlüsseln geöffnet. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 11. Juli. Linser Städtchen steht zur Zeit ganz im Zeichen der Heidel- beerernte. In Scharen strömt Jung und 2llt hinaus in die Wälder, um die köstlichen Früchte einzu heimsen. Hcssca-Nassau. spd. Franksurt a. M., 11. Juli. Als am letzten Dienstag ein junger Kaufmann aus Anterliederbach bei Höchst a.M. auf der hiesigen Reichsbank in der Iunghofsttaße für seine Firma 6000 Rentenmark abge- terner das Abiturientenexamen am Ghmnanum zu Gießen. Nachdem er 2 Jähre am Polhtech- nifum Darmstadt Naturwissenschaften studiert hatte, wechselte er das Studium und wurde Me- dlziner. Di. Approbation erhielt er 1883 zu ©icften Er wirkte ms pralt. Arzt zunächst in Herrstein a. d. Mosel und daraus in Schotten, s *1 Herrstein verheiratete er sich mit der Tochter Les Großkaufmanns Nvwack in Gießen. Aus die- fer Ehe stammen eine Tochter und ein Sohn. Letzterer erlag jedoch im Kindesalter der Divl>- therieund acht Tage später starb auch die Gattin und Mutter an derselben Krankheit. Vom Jahre 1889 ab war Zmßer ununterbrochen als prakt Arzt und Dahnarzt in Gießen tätig. Hier verheiratete er sich zum zweiten Male, und zwar mit der Schwester seiner verstorbenen Gattin. Er war em tüchtiger fleißiger, stets hilfsbereiter Arzt mit großem Wissen und durch sein freundliches ll^sen hochgeschätzt bei seinen Patienten. Dom Jahre 1906 ab beschäftigte er sich mit Vorliebe auf dem Gebiet der Orthopädie und Rönt- gendiagnostit'und erwarb'sich durch die vielen glücklichen Heilungen der angeborenen Luxationen ernen Rus, der weit über die Grenzen un'eres Hessenlandes hinausging. Als Kollege wurde er allseits geschäht wegen seiner kollegialen, standes- treuen und organisatronstüchtigen Gesinnung. Er war sowohl Vorstandsmitglied des ärztlichen Kreisvereins, wie des ärztlichen wirtschaftlichen Provinzialverbandes. Als Mensch und Freund war er allezeit vorbildlich für jedermann. Aber auch von feiten der Behörden wurde seine ärztliche Tätigkeit in hohem Maße anertannt. Den Santtatsrats-Titel erhielt er im Jahre 1908, 1914 wurde ihm als Dahn- und Kassenarzt das ^Erinnerungszeichen für 25jährige Dienstzeit" überreicht. Während des Welttrieges in verschiedenen Lazaretten Gießens als Stationsarzt und Vorstand der orthopädischen Station mit Erfolg tätig, erhielt er das Eiserne Kreuz und das Sanitätskreuz am Kriegsbande. Zum Schluß des Krieges wurde er zum Generaloberarzt befördert. Für die lebende Aerzte-Generation war er ein Vorbild und wird es auch bleiben. ’* Das Ausscheiden Pros. D. Dr. Schians aus dem hessischen Staatsdienst wird in der gestrigen „Darmstädter Zeitung" amtlich bekanntgegeben. ** Ernennung. Kreiskommissar Wilhelm Kösinger wurde mit Wirkung vom 10. Juli zum Gendarmeräe-Inspektor ernannt. ** Aufhebung der Hundesperre. Das Kreisamt Gießen hat mit Ermächtigung des Innenministeriums die über den Kreis Gießen verhängte Hundesperre mit sofortiger Wirkung wieder aufgehoben. Wie werden sich da nun die lieben „Scherenschleifer" freuen! ** Die Straßenbahn führt von Montag ab versuchsweise den durchgehenden Minuten-Verkehr wie vor' dem Kriege wieder ein. Zur Durchhaltung dieser Verkehrsbesserung wird es natürlich erforderlich sein, daß die Inanspruchnahme der Bahn, die bisher erfreulich war, auch weiterhin sehr rege bleibt. Die Dahnhofsttaße-Linie wird aber nicht befahren. Aus besonderen Anlässen stellt die Dahn auch einen Sonderdienst. So stehen g. D. heute, SamStag, und morgen, Sonntag, abends lP/2 Ahr, anläßlich des Krie,gerver- einsfestes auf der Liebigshdhe Sonderwagen am Schützenhaus zur Heimfahrt der Festbe- sucher bereit. '*DerKampfgegendieWohnungs- nvt. Man schreibt uns: Dem schlimmsten Aebel der Zett, der entsetzlichen Wohnungsnot, will man in unserer Stadt auf eine neue Art und Weise zu Leibe gehen. Es hat sich ein A u s s ch u h s ü r Wvhnungsnothilfe gebildet, der, aus der Siebergeugung heraus, daß nur Neubauten Helsen können, mit der Stadtverwaltung ins Benehmen getreten ist und die Zusage erhalten hat, daß die Stadt Gießen das für eine größere Zahl von Bauten erforderliche Gelände und die in ihrem Beph befindlichen Baustoffe xur Verfügung stellen und die Bauleitung übernehmen wird. Der Ansschdß für Wohnungsnothilfe will seinerseits die nötigen Baugelder beschaffen, und zwar durch Sammlungen, Veranstaltting von Konzerten und Vortragsfolgen. Die fertigen Häuser sollen in den Besitz der Stadt übergehen und so eingerichtet fein, daß sie auch späterhin als Heirnstätten ausgegeben werden können nach den Bestimmungen des Reichs- heimstättengesetzes, sie sind auch dann jeder Spekulation entzogen und können nur mäßig belastet werden. Alle Eingänge aus diesen Wohnungen sollen, soweit sie nicht für Anterhattung der Gebäude nötig sind, zur Errichtung weiterer Wohnungsneubauten verwendet werden. Man sagt sich, daß, nachdem die Versuche des Staates, auf dem Weg der Gesetzgebung dem Hebel zu steuern, in der Hauptsache gescheitert sind, es Pflicht des Staatsbürgers ist, in die Dresche zu springen. Nicht allein aus einem warmen Herzen heraus, nein, auch aus kalter, nüchterner Sieberlegung I Denn es ist klar, daß aus diesem Elend Furchtbares her- vorgehen muß, wenn nicht alles zu seiner Dekämp- Dr tahmanns- c Bieber, den 11. Juli 1924. 6640V Mte-kri, Mrtschastsvei Gießen, den 9. Juli 1924. 021668 Der Vorstand. Möbel Die M Reformverbindung Adelphia LV.Ö.B. 021722 I.A.: H. Rhein XXX- 6619V Wohnungstausch Wohnungstausch. Gießen—Offenbach 850.- für Reparaturen so- Aellerer Herr sucht tasZimir'K,.,- 021731 Konzert Glänzende Spar- u.Uapitalsanlage! Stille Beteiligung an großzügig. 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Juli, nachmittags 3 Uhr, statt , . , .„.Marine-toi AOMklMMeiß Hei Tausche meine 3Zimmer-Wobn. mit Küche gegen aletchwertige.Schr. Angeb. unter 021695 an den Metz. Anz. evtl, auch Mansarde. Schrift!. Angebote unter 021711 an den Gieß. Anz. erbeten. Schlafzimmer i. Mahagoni od. Birke, poliert, groß. Spiegelschrank, echt Marmor Mk. Schlafzimmer in schwer Eiche, Kommodenschrank m. ovalem Spiegel, echtem Marmor Mk. gesucht. Offerten an AddisW.Ges, m. b. H«. Bcrlin«teglitz, Albrechtstrabe 131. Angebote mit Aufgabe von Referenzen er« beten unter 9106 an die Annoncen-Exped. A. Baumgarten, Barmen. 5589V Mk. 26.- an . . Mk. 38.- . . Mk. 65.- . Mk. 125.- . . Mk. 95.- . . Mk. 65.- . . Mk. 75.- Mk. 15.— an Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Rudolf Schlierbach. Allen denen, die unserem Liebling in den Jahren seiner Krankheit Freude bereitet, und die uns bei seinem Heimgänge Beweise ihrer Teilnahme gegeben haben, sagen wir aufrichtigen Dank Ernst Schmidt und Frau Luise geb. Lapp Besichtigung erwünscht Lieferung frei Haus Besichttgen Sie meine Schaufenster MeWsZ.Mm Inhaber: A. Brumlik, Gießen Bahnhosftratze 29. 5634c 875.- tor Augen t Mrischeisl fff Ziel dienen, i ruhenden Kch zu überwinde! -es Staates erschüttert toii mntarsten Gr für die Ernähi Möllerung s Es gibt ■ Laß unsere « AMigung Ebensowenig Verden, dah ' lande dort 1 haben, ixch - ^bewahren I ^,Wir bitten unsere Mitglieder, sich recht zahlreich an denBer- anstattungend.Krie- gerveretnö zu beteiligen (s. Festplan). Sonntag vormitt. 11 Ubr Antreten z. Gedenkfeier beim 1. Vorsitz. (5636v Der Vorstand. a. Ul. Kgen schöne 4-Iimmer-Wohnung in Offenbach wird gleiche Wohnung in Gießen gesucht. Offerten an Rudolf Haas, Offen- büch a.M., Frankfurter Str. 101. 66tunz Laden in bester Lage gegen Friedens- Miete gesucht. Schrift!. Angebote unter 021646 an den Gießener Anzeiger. Heute abend um 10 Uhr starb plötzlich und unerwartet unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Marie Schlierbach geb. Will im Alter von 51 Jahren. bM- tas Löberstr. 12 Sanitätsrat Dr. med. Heinrich Zinßer verschieden ist. Veschlagnahmefreie Wohnung von U Mm mit Küche zu baldigem Bezug gesucht. Schriftliche Angebote unter 55100 an den Gießener Anzeiger erbeten. Leistungsfähige Großhandlung in Barmer Artikeln (Wäscheband, Spitzen, Seidenband) sucht für Gießen und Umgegend bei der einschlägigen Kundschaft bestens eingeführten Vertreter Danksagung Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem plötzlichen Hinscheiden unserer teuren Entschlafenen, sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir allen, insbesondere dem Herrn Pfarrer für seine trostreichen Worte, den Herren Beamten des Reichs-Eisenbahn-Verkehrsamts, dem Kavallerie- und Fahrbeamtenverein, auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Carl Haas. Wir suchen einen bei Schuhmacher-Bedarfsartik.-Geschäften u. Schuhwarenhandlungen nach- weislich eingeführten Bezirks- Vertreter für den Derttieb der Gummi-Absätze Fabrikmarke „holsatia" gegen hohe Provision u. Spesen- Zuschuß. Gefl. Angebote erbitten unter N. 24 an die Annonc.-Exp. S. SMMWN, DüffMorf. 661,,d Gestern abend verschied infolge eines Herzschlags unerwartet meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter und Großmutter WM Wilttb Weimer geb. Hitz im 71. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Weimer, Univ.-Rentamtmann i, R. Gießen (Bleichstr. 32), Heppenheim a. d. B., Darmstadt. Ohlau i. Schl., den 11. Juli 1924. Die Beerdigung findet in der Stille statt Man bittet von Trauerbesuchen abzusehen. 021703 M brich Don A. b: Hl. 3m e _ Für de» DemblehS I HEen, in kn kommen, einen teufte glicht kl ^lbst in ihv,: S-fÄ JsVS S&Ä Öicien, die , SW Ss-Ä Hs ^nn ü* gi lnNÄto Allein iP;? D-inbi^r ■ Dvhi f Nmt Westen- SÄ' JJH di Don großer, gut eingeführter Zigarrenfabrik wird für Oberheffen, Hessen-Nassau und anschließende Gebiete ein intelligenter sttcbsamer Kaufmann als Vertreter gesucht, der mit der besten Händlerkund- Ichaft gut bekannt und erfolgreicher Ber- Käufer ist. Schriftliche Angebote mit Bild, Angabe des Alters und seith. Tätigkeit usw. unter 5606V an den Gieß. Anzeiger erbeten. Äddjalor-TaschGnrecheDinasGlilneri „Für den Verkauf eines HausbaltungS- MaffenartikelS werden 10-15 tüchtige MmteiiMm Schlafzimmer in Mahagoni, Kommodenschrank u. Frisier- toilette........Mk. 1500.- Schlafzimmer, Birke, poliert, Kommodenschrank u. Frisier- toilette........Mk. 1490.- Speisezimmer, echt Eiche ge. beizt, Büfett, Kredenz, Zug, tisch, Lederstühle . . . Mk. 490.- Speisezimmer, Büfett 180 cm, Dittinen-Tisch, echte Leder- stühle..........Mk. 750.- Speifezimmer.echt Eiche,schwer. Büfett 200 cm, Zugtisch, sechs Lederstühle.......Mk. 750.-. Speisezimmer Mk. 850.-, 950.-, 1200.- Herrenzimmer, echt Eiche gebeizt, breit. Bücherschrank mit Schnitzerei, Schreibtisch, Seffel und Tisch, zwei Lederstuhle ..........Mk. 500.- Herrenzimmer Mk. 650. -, 850. -, 985. -, 1200. - Küchen von Mk. 110.-, 140.-, 250.-, 350. - Büfett, nußbaum poliert Mk. 150 - Büfett, Eiche, gebeizt. . Mk. 125.- Einzelmöbel ZuStzleMrmlsen verlause Ich vom 13.3üliüi5 25. jun Schlafzimmer, mit 3teiligem, großem Spiegelschrank Mk. 280.- Schlaszimmer, Eiche gebeizt, breit. Spiegelschrank, Marmor-Waschkommode, Nachtschränkchen.......Mk. 550.- lauch Damen) für Private gesucht. ES kommen nur fleißige Leute in Frage. Gitter Verdienst zugesichert. Vorzustellen Montag, 14. 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Man erkennt hier trotz vieler Bedenken den ersten brauchbaren Versuch für eine wirtschaftliche Reparationslösung. Rur da, wo wirtschaftliche Verbände sich in den Dienst parteipolitischer Gesichtspunkte gestellt haben, ist eine Ilneinheitlichkeit auch innerhalb der Haltung der deutschen Wirtschaft der entscheidenden Gegenwartsfrage gegenüber zu beobachten. Auf der Hamburger Tagung des Hansa- Bundes habe ich mit allem Rachdruck die auster- ordentlichen Schwierigkeiten, vor allen Dingen aber auch die zahlreichen volkswirtschaftlichen Fehlschlüsse des Sachverständigengutachtens hervorgehoben. Ich habe aber dabei auch ebenso nachdrücklich betont, dast diese Fehlschlüsse und ^leberlastungsmöglichkeiten uns nicht veranlassen können und veranlassen dürfen, das Sachverständigengutachten abzulehnen, bzw. der Reichsregierung ihre Arbeit bei der Durchführungsgeseh- gebung zu erschweren. , Die heutige Lage der deutschen Wirtschaft wird durch die Tatsache bestimmt, dast sie jetzt in wachsendem Umfange wieder den Anschluß an die Bewegungen des Weltmarktes zurückgewinnt. Die schwere Weltwirtschaftskrise des Zafaas 1920 ist ohne äusterlich merkbare Anzeichen an Deutschland vvrübergegangen, da sich bei uns die tatsächlichen wirtschaftlichen Kräfteverschiebungen, die Llnrentabilität unserer wirtschaftlichen Ar^it hinter dem Schleier immer stärker anwach^ender Inflation verbargen. Aber auch unabhängig von den produktionswirtschaftlichen und austenhcurdels- politischen älrnwälzungen, die sich in den letzten 10 Jahren in der ganzen Welt vollzogen haben, und die die älrsache der Krise von 1920 waren, muhten im Augenblick der RüÄehr stabilerer iWirtschaftsverhältnisse in Deutschland die schweren wirtschaftlichen Wirkungen des Versailler Vertrages klar mit allen ihren Konsequenzen uns vor Augen treten. Alle Arbeit in Staat und Wirtschaft kann im Augenblick nur dem einen Ziel dienen, die auf diesen beiden LIrsachen beruhenden Krisen des Gegenwartszustandes so weit zu überwinden, dast die innere soziale Struktur des Staates fest bleibt, dast sein Bestand nicht erschüttert wird und dast die Wirtschaft die elementarsten Grundlagen für ihre Weiterarbeit und für die Ernährung und Arbeit der 60-Millivnen- Devölkerung sich bewahren kann. Es gibt überhaupt keinen Zweifel darüber, dast unsere eigenen wirtschaftlichen Kräfte zur Bewältigung dieser Aufgabe nicht ausreichen. Ebensowenig form aber auch daran gezweifelt werden, dast wirtschaftliche Erwägungen im Aus- lande dort endlich zu der Erkenntnis geführt haben, dast es hecht, sich vor eigenem Schaden zu bewahren, wenn man sich in der Form der Kredithergabe mitarbeitend an der deutschen Volkswirtschaft beteiligt. Eindeutig und llnzwei- felhaft steht daneben die Tatsache, Last nur bei schnellstem Beginn wirtschaftlicher Reparations- Verständigung der internationale Finanz markt für seine Beteiligung die Sicherheiten als gegeben ansieht, die die erste DorauSsä)ung jeder Kreditbereitschaft darstellen. Handel, Industrie, Gewerbe und 'Landwirtschaft stehen tagtäglich unter dem ungeheuren Druck der Kreditnot; die Preisgestaltung leidet an der ungeheuren äleberteuevung, die sich aus den zu hohen Generalunkosten der Produktion angesichts der vielfach noch nicht öOprozentigen Ausnützung der vorhandenen Produktionskapazität ergibt. Erneut droht das Gespenst sich täglich übersteigernder Arbeitslosigkeit. Lind all' diesen großen Gefahren, denen wir gegenüberstehen, können wir nur begegnen durch Herbeischaffung internationaler langfristiger Kredite oder durch Mitarbeit an der Regelung der Reparationsfrage auf der .Basis des Sachverständigengutachtens. Eigentlich sollte es sich erübrigen, diese selbstverständlichen und jedem sichtbaren Zusammenhänge an dieser Stelle mit dieser Dringlichkeit 3m Flugzeug zur britischen Neichsausstellung. Don A. von Knobelsdorfs, Berlin. I!!. Im Schaufenster des Weltreichs*). Für den geschäftlich interessierten Besucher Wembleys haben natürlich die beiden großen Hallen, in denen Technik und Industrie zu Worte kommen, einen besonderen Reiz. Die Maschinen* halle ist das zur Zell größte Betvngebäude der Welt. Es ist sicherlich keine leichte Aufgabe, eine Liebersicht der englischen Industrie und Technik selbst in zwei Hallen mit einer Bodenfläche von etwa 1 Million Quadratfust zu geben. Das Gebiet ist zu ungeheuer, der älmfang der Produktion zu vielgestaltig. Man sand einen Ausweg darin, daß man sich an die Spitzenverbände der einzelnen Industrien wandte und sie aufforderte, von sich aus die betreffenden Gruppen zu arrangieren, die Ausstellung ihres betreffenden Zweiges vvrzunehmen. Dadurch erzielte man eine organisch gegliederte Ausstellung von größter Äeber- sichtlichkeit. Eine andere schwierige Ausgabe war der Charakter der Ausstellung. Sollte sie einen mehr wissenschaftlich technischen oder mehr Volts- tümlichen Charakter erhalten, sollte Fortschritt in Industrie und Maschinenwesen mehr in wissenschaftlicher Form oder in populären Bildern vorgeführt werden? Man entschied sich für die zweite Form und betonte damit, daß sich die ganze Schau -rehr an das große Publikum als an den Fach- nann wenden will. Daher ist Wembley eine Ver- rnstaltung von ganz besonderer Eigenart; vor »llem keine Messe etwa im Sinne der Leipziger Messe. Wer mit solchen Erwartungen nach Wembley kommt, wird schmerzlich enttäuscht sein. Wohl sind Vertreter der ausstellenden Firmen anwesend, um zu erklären und Geschäfte abzuschließen — es sollen auch bereits erhebliche Hm= sähe gemacht worden sein — aber der Anpreisungscharakter tritt doch sehr vor dem Schaustellungscharakter in den Hintergrund. Wembley gleicht dem Riesenschaufenster eines vornehmen Warenhauses, das mit vollendetem Geschmack seine Waren zur Schau stellt und es absichtlich ver- *) Siehe die Ausführungen in Rr. 155 und j|5Z unseres Blattes. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) erneut zu betonen. Aber wir Wirtschaftler stehen im Augenblick vor sehr schweren Gefahren. So grundsatzlrch die Handelsteile all derjenigen Zei- tungsorgane, die in ihrem politischen Teil gegen das Sachverständigengutachten aniämpfen, sich zu der hier gekennzeichneten AnnahmenolWendigkeit vekennen und einfach zwangsläufig aus jeder vb- lekttven Erkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse bekennen müssen, so groß wird doch die Schwie- rrgkert fern, diese wirtschaftliche Erkenntnis über- all da durchzusetzen, wo Parteipolitische Zerrissenhell die Klarheit und Objektivität der Urteils- btldnng getrübt hat. Es darf nicht verschwiegen werden, daß dre Politik des doppelten Bodens, E tour hier vielfach beobachten können und die Wirtschafter tagtäglich zu besonderer Sorge Ver- anlasfang gibt, dazu führt, daß breite Kreise ^Wirtschaft in dem Augenblick der endgültigen Entscheidungen sich von diesen parteipolitischen Bindungen, die sie vielfach mit unterstützt haben. Nicht mehr befreien fonnen. Ablehnung oder gar nur weitere wochenlange Verzögerung bedeutet aber für die deutsche Wirtschaft in vielen ihrer stärksten Gruppen den sofortigen Zusammenbruch. Wir alle wissen, daß die ungeheuren Leistungen der Mioumverträge es erforderlich gemacht haben, den ohne Gegenleistung eingetretenen Warenverlust durch Einfuhren auszugleichen, damit die inflatorischen Wirkungen der Preissteigerung infolge der Minderung des Warenangebots auf dem Inlandsmarkt vermieden wurden. Wir wissen, in wie großem Umfange Die Micum-Industtien auch zu diesem Zweck — Finanzierung dieser Ausgleichseinfahren — ausländische kurzfristige Kredite ausgenommen haben. Wir wissen, daß in Frankreich und Belgien die Konkurrenten der deutschen Schwerindustrie die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, durch diese Verschuldung der deutschen Unternehmungen die ■Unterlagen zu deren teilweiser Besitzergreifung zu gewinnen, damit sie, gestützt auf ihre Anteilsscheine am Unternehmungsbesih, auf die Führung der Betriebe den Einfluß gewinnen, der ihnen zur Beseitigung der deutschen Konkurrenz auf dem Weltmarkt notwendig erscheint. Es ist nationale Dienstpflicht der deutschen Wirtschaft in ihrer Gesamtheit, auch nur die geringsten Erfolgsmöglichkeiten dieser Tendenzen der französischen und belgischen Schwerindustrie za verhindern, die hierbei Hand in Hand mit den imperialistischen politischen Strömungen arbeitet, die jetzt durch das Sachverständigengutachten mehr oder weniger auf das tote Gleis geschoben werden sollen. Es ist aber auch weiterhin nationale Dienst- spflicht der Wirtschaft, ganz abgesehen von den einzelnen gleichlaufenden privatwirtschastlichen Interessen, nichts unversucht zu lassen, um die Voraussetzungen dafür herzustellen, daß mit Hilfe der Ausländskredite wir baldmöglichst zu der Ausbeute unserer Produktionskapazität gelangen, die die Eingliederung des deutschen Preisniveatus in die Preisgestaltungen auf dem Weltmartt wieder ermöglicht. Es ist unser aller Aufgabe, jetzt dafür zu sorgen, daß Deutschland leben und arbeiten kann, und daß es durch seine Arbeit den Weg zu voller politischer Freiheit zurückgewinnt. Das leere Faß. Auf der Tagung des Reichselternbun- des in Leipzig hat in der Debatte zum Thema „Staatsrecht und Elternrecht" ein Redner — es war kein Deutscher — den Satz auf gestellt, daß der Staat auf dem Gebiet der Erziehung impotent fei, daß der Staat ein Phantom fei, ein Rahmen, ein leeres Faß. Und er hat in allem Emst die Frage gestellt: Wie kann so ein leeres Faß erziehen? Eine solche Auffassung vom Staate und von seinen Ausgaben fann nicht scharf genug zurückgewiesen werden. Da ist unser deutsches Volk: das geschichtliche Schicksal läßt es wieder einmal durch Rot und Rächt wandern. Und in diesen Stunden des Elends kommen alle zentrifugalen Kräfte hemmungslos heraus: der Partikularis- mus der Stämme meldet sich und will sich dem Zwange, ja der Einsicht, das Auseinanderstrebende zusammenzuhalten, entziehen; da werden alle Gegensätze religiöser und weltanschaulicher Art unerhört betont und der Gegner oft auch moralisch angegriffen; da stehen klassenkämpfe- | rische Gedanken zwischen den verschiedenen Berufsständen und lassen die Menschen derselben Heimaterde nicht zueinander kommen. Gefallen und gesprengt sind eine Anzahl Klammern, die uns Jahrzehnte und Jahrhunderte hindurch zum mindesten' äußerlich zusammenhielten. Während rings um uns die Völker alle Werte und Güter benutzten, ihre Einheit und Einigkeit zu vertiefen und zu verstärken, bieten wir ein Bild der, Selbstzerfleischung und Auflösung. Der Staat — das leere Faß! Demgegenüber bekennen wir uns mit allem Rachdruck zu einer andern Auffassung über den Staat: er ist nicht eine Hülle, die nur äußerlich hundert oder tausend Dinge zusammenbringt, die innerlich nichts miteinander verbindet, er ist der Baum, der von allen Lebenskräften und Tätigkeiten unseres Volkes genährt wird, er ist die Zusammenfassung unseres Willens. Der Staat ist uns ei ne Idee, nicht ein le eres Faß. Und darum haben wir auch eine andere Stellung zu den Kultur- und Dildungsaufgaben dieses Staates. Der oben erwähnte Redner konnte in allem Ernste behaupten, daß der Staat den gesamten Unterricht zu bezahlen und die Möglichkeit der Lehrerbildung zu schaffen hat, daß aber die Art der Einrichtung der Schulen ihn nichts anginge und er die Lehrer nicht zu erziehen habe. Eine solche flache Staatsgesinnung führt dann zur Konsequenz eines für die Erziehung impotenten Dinges, dem zu dienen und zu opfern natürlich auch« wenig Sinn und Zweck hat. Man denke, wie Fichte dem Staat einen höheren Zweck seht und ihm „em unbezweifeltes Recht" gibbt, alles für ihn einzusehen, toie Treitschke Den Staat als sittliche Gemeinschaft zu positiven Leistungen für die Erziehung des Menschengeschlechtes berufen bezeichnet. Wir müssen zur Lösung unserer Aufgabe: die Stämme zur Ration und die Einzelmenschen zum Volk zusammenzu- schmelzen fortan auch« die geistigen Werte fest und zielbewußt einsehen. Keine Festigung im Innern und keine Stärkung nach außen ohne eine solche vom Reich«, vom Staate betriebene Kulturpolitik! Aus diesem Gedankengang ist es völlig unverständlich, daß das Reich fortan auf seine Kulturkompetenz ganz oder zu einem großen Teil verzichten will und die kulturpolitischen Aufgaben den Einzelländern überlassen will. Gewiß können sie auch dort gepflegt und gelöst werden, aber es geschieht einmal unter Preisgabe der Einheitlichkeit auf dem Schal- und Erziehungsgebiete: schon zeigt das Bild der künftigen Lehrerbildung in den deutschen Ländern starke und stechende Unterschiede, schon gibt es auf dem Gebiete der Schulorganisation so grelle Verschiedenheiten und Gegensätze, daß sich neue geistige Zollgrenzen mitten durchs deutsche Vaterland legen. Zum andern aber: welche Wirkung muß diese Unübersichtlichikeit und Verschiedenheit auf die jenseits der Grenzen wohnenden Deutschen ausüben l Wie können wir uns der kulturpoli- ttschen Einwirkung auf jene vom Körper des Reichs losgesprengten Teile unseres Volkstums begeben! Ist die deutsche Geschichte nicht voll ergreifender Lehren und heiliger Mahnungen! In zwei Jahrhunderten sind mehr als 12 Millionen Deutscher allein nach« Rordamerika gegangen und zu einem starken Teil dem Deutschtum verloren gegangen; von dem Gebiet, das vor 500 Jahren Deutsches Reich war und das deutsche Stämme bewohnten, ist heute mehr als ein Drittel nicht mehr bei uns; allein im Herzen Europas liegt ein Block von fast 100 Millionen deutschen Menschen — wir haben es nicht vermocht, die äußere Scheidung durch eine innere geistige Verbindung zu überwinden. Jetzt wandern wir durch eine Schicksalsstunde unseres Volkes: wir haben die Wahl, noch einmal durch« eine großzügige Kulturpolitik den deutschen Er- ziehungs- und Dildungsgedanken zu Pflegen und unsere geistigen Werte bewußt einzusehen, oder aber wir verzichten auf die werbende Kraft unseres nationalen Dildungsgedankens und auf die Schule als positive Volkskvaft. -Unser Volk steht heute vor dieser Entscheidung; soll unser Staat ein Faß sein, in das wir äußerlich hineinwerfen, was hier und dort vorhanden ist, und daß sich abschließt mit hölzerner Wand gegen alles, aas nicht bei uns ist, oder aber soll unser Staat >dre meiden möchte, aufdringlich zu wirken. Eine Heerschau dessen, waswirdenDätern danke ü, heißt es in den riesigen Rellameschildern in Londoner Straßen. Die Maschinenhalle, deren innere Ausstattung durch den Verband englischer Ingenieure vorgenommen wurde und die durch unterirdische Geleise mit dem englischen Eisenbahnverkchrsneh in direkter Verbindung steht, zerfällt in eine Reihe klar von einander geschiedener Gruppen. Da ist das allgemeine Maschinenwesen und der Schiffsbau, die Elektroindustrie und das Transportwesen. Letzteres zerfällt wieder in drei Unterabteilungen, den Wasser-, Land- und Straßentransport. Hier wird vor allem der heutige Stand der Reisetechnik in jeder Form gezeigt. Ganze Promenadendocks von Ozeandampfern, Inneneinrichtungen von Schlaf- und Speisewagen und das weite Gebiet derjenigen Gewerbezweige wird gezeigt, die sich um den Fremdenverkehr bemühen. Und das alles nicht etwa in Modellen oder Rachbildungen, sondern in den Originalstücken, frei zum Besuch und zur Besichtigung einladend. Die Londoner Hafenbehörde ist in einer besonders interessanten und würdigen Ausstellung vertreten, die die Bedeutung Londons als Umschlageplatz in vorzüglichen Modellen und elektrisch belebten Tableaus vorführt. Alles, was der schöpferische Geist der Menschen zur Lleberwindung der Materie ersann oder was menschliche Geschicklichkeit an wunderbaren Erzeugnissen schuf, wird vorgeführt. Don der Riesenpresse zur Bearbeitung schwerster Panzerplatten bis hinab zur Präzisionswage, von der großen Oelfeuerungsanlage, wie sie auf modernen Ueberseedumpsern Verwendung findet, bis zur elektrischen Glühbirne ist alles Dertreten. Das stampft, dröhnt, faucht und singt den Gesang menschlichen Fortschrittes. Die Elektroindustrie hat über 400 Aussteller. Besonderer Wert wurde hier auf die Vorführung arbeitssparender Maschinen gelegt und zu zeigen versucht, wir die Betriebsunkosten durch Anwendung der Elektrizität in Fabrik und Haushalt herabgedrückt werden können. Das „elektrische Haus", ein Anziehungspunkt jeber englischen Ausstellung, fehlt natürlich nicht, äänd die englische Hausfrau freut sich, wenn sie sieht, wie von der Teebereitung bis zur elektri- sAen Aufwäsche, vom Dakuumreiniger bis zur Kartoffelschälmaschine die menschliche Hand durch diese Kraft erseht und der Dienstbotenmangel bekämpft wird. Furck- und Radiowesen sind natürlich in einer Reihe bedeutender Stücke und praktischer Dorfühurngen würdig vertreten. Alles, was nicht in das Gebiet der Technik fällt, hat dann in der Industriehalle seine Aufstellung gefunden. Die größte und wichtigste Ausstellung ist natürlich die Textilabteilung, in der die Erzeugnisse Cheshires, Vvrkshires und Lancashires vorgeführt werden. Hier wird der Werdegang des Baumwollstoffes praktisch vorgeführt und dargestellt, inwieweit sich das Reich in Baumwolle unabhängig gemacht hat. Die Wollindustrie zeigt die Verarbeitung der englischen und australischen Wolle, während in der Abteilung für Kunstseide der ungeheure Aufschwung dieser Industrie und ihre Aussichten für die Zukunft dargestellt werden. Für den deutschen Besucher bietet natürlich die chemische Abteilung einen besonderen Reiz. 80 Proz. des Inlandbedarfes behauptet die Farbstosfindustrie heute selbst Herstellen zu können. Man hat jedoch den Eindruck, daß hierbei der Münd reichlich voll genommen wurde. Was staatliche älnterstützung und eine zielbewuhte Gesetzgebung zu leisten imstande sind, geht aber aus dieser Abteilung mit Deutlichkeit hervör. Don.sonstigen Zweigen sind die Gurnrni- und Lederindustrie, die Glas- und Porzellan-, sowie die Papierindustrie zu erwähnen. Alle diese Erzeugnisse präsentieren sich in der ungezwungensten Form urrd in einem systematischen Aufbau, der sich dem industriellen Herstellungsprozeß anzupassen sucht. Sie geben ein beredtes Zeugnis von der Vielseitigkeit der englischen Industrie, deren Erzeugnisse sich in bewundernswerter Weise dem Weltmarktgeschmack angepaßt haben und deren Versendung in alle Teile der Erde Aufgabe von Englands Handel und Schiffahrt ist. Und wieder ist es die Regie- iling, die mit feinstem Verständnis sich den Bedürfnissen der Praxis anzrftoassen sucht, indem sie in einem großzügigen wirtschaftlichen Informationsdienst die jeweilige Lage des Weltmarktes zu zeichnen sucht. In ständiger Hilfsbereitschaft berichtet der englische Konsul oder Handelsattache über all das, was der ausländische Markt bedarf, er verfolgt die Entwicklung der ausländischen Konkurrenzindustrie auf das genaueste und ist bestrebt, «alle feine Beobachtungen; Samstag, 12. Juli 1924 fruchtbringende Kraft deutschen Wesens zur inneren Festigung und äußeren Stärkung zielbea-uht benuhen? Die Entscheidung sollte ihm wahrlich nicht sch,wer fein! Französische Entvölkerungs-Angst. Neben der Angst vor der „deutschen Gefahr", die gerade jetzt wieder in Frankreich künstlich genährt wird, und mit ihr tm engen Zusammenhalt g steht ein anderer Alpdruck, unter dem die Franzosen schwer leiden: die Angst vor der Entvölkerung. Die neuesten -Ziffern, die über die Bevölkerungsbewegung in Frankreich bekannt werden, geben zu neuen Besorgnissen Anlaß. Die Bevölkerung von Frankreich ist von 41 467 272 im Jahre 1913 auf 39 209 518 im Jahre 1921, dem Jahr der letzten Volkszählung, gesunken. Die Bevölkerung Frankreichs hat sich also in den letzten 10 Jahren um etwa 2 Millionen verringert. Es wären daher 20 Jahre mit einem durchschnittlichen Aeberschuh von 100 000 Geburten über die Todesfälle notwendig, um die Zahl vor dem Kriege wieder zu erreichen. Aber es ist sehr unwahrscheinlich, daß Frankreich je wieder auf diese Ziffer kommt. Du die Geburtsziffer während der Kriegsjahre um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist, so wird die Zahl der jungen Männer und Frauen, die zwischen 1935 und 1940 das Heiratsalter von 20 Jahren erreichen, plötzlich in demselben Verhältnis verringert sein, und dadurch wird auch der Geburtsüberschuß verringert. Nach vorsichtigen Schätzungen rechnet man also höchstens mit einer Zunahme der Bevölkerung um eine Million in 20 Jahren. Man erwartet aber, daß Deutschland in dieser Zeit um 10 Millionen angewachsen sein wird. Die Entvölkerung Frankreichs wird aber nicht hauptsächlich durch die geringe Zunahme der Geburten hervorgerufen, sondern durch das beträchtliche Anwachsen derTodesfälle. Diese Erscheinung macht sich erst in der letzten Zeit stark bemerkbar. Im ersten Viertel des Jahres 1923 übertraf diese Zahl der Geburten die Zahl der Toten um 6069. Im ersten Viertel des Jahres 1924 aber gab es 24 039 mehr Tote als Geburten. Nun steht die Säuglingspflege in Frankreich nicht auf derselben Höhe wie etwa bei uns oder in England, und daher ist die Kindersterblichkeit dort größer. Aber die hohe Kindesterblichkeit ist nicht der einzige Grund für die größere Ziffer der Todesfälle in Frankreich. Der Franzose ist durch sein ganzes Leben, wie die Statistik zeigt, größeren Gefahren ausgesetzt als der Engländer oder der Deutsche. Dabei spielt die Tuberkulose eine sehr wichtige Nolle, und im allgemeinen ist es die Vernachlässigung der hygienischen Maßnahmen, die zu der größeren Todesziffer führt. Frankreich ist eben im wesentlichen ein ackerbauendes Land, und auf dem Lande ist die Sterblichkeit größer als in den Städten. Man sucht nun in Frankreich dieser Gefahr mit den verschiedensten Mitteln zu begegnen. So werden große Geldsummen verteilt, um die Erhöhung der Kinderzahl in den Familien anzuregen. Man schätzt, daß jährlich 730 Millionen Franken unter 2700 französischen Arbeitern verteilt werden. Die französische Akademie hat kürzlich mit einer „schönen Geste" einer jungen Frau, die Vierlinge zur Welt ihre Dewunde- unter dem Gesichtswinkel des Vorteiles für fein Land zu machen. In- und Ausländer müssen in der Tat ein eindrucksvolles Bild von der Leistungsfähigkeit der englischen Industrie belommen, wenn sie vor der Riesenreliefkarte Englands stehen, die im Regierungspavillon ausgestellt ist und nun die einzelnen Industriezweige in feurioen Lettern an der Wand erscheinen sehen. Stahlwaren heißt es da zum Beispiel, und schon flammen auf der Karte in Sheffield, Birmingham und anderen Städten des Industriebezirkes die Lichter auf. Textilwaren: und in den Städten und Städtchen Cheshires, Vorkshires und Lancashires beginnen die Glühlämpchen aufzuleuchten; Papier: London und Maidstone, Porzellan: Shelton und Stoke upon Trent werden wach. Lind nun Schifffahrt: rings um die Riesenkarte erglühen kleine Leuchttürme und in den Hafenstädten die Lichter. Das alles ist mit kindlicher Naivität, aber in glücklichster Anpassung an den Geschmack des Massenpublikums hingestellt und gerade deshalb Don durchschlagend propagandistischer Wirkung. Ich habe verschiedentlich Gelegenheit genommen, mit Ausstellern über die Wirtschaftslage des Landes zu sprechen. Hierbei gewann ich den Eindruck, daß die wirtschaftliche Lage alles andere als rosig ist. Auch England steht noch stark unter den Nachwirkungen des Krieges und den Rückwirkungen französischer Gewaltpolitik. Die Zahl der Beschäftigungslosen beträgt noch immer ettoa 1 Million, und der Maschinenbau, einer der besten Barometer für das Wirtschaftsleben, klagt über mangelnden Absatz. Einer baldigen Wiederbelebung steht die älngeklärtheit der politischen Lage entgegen. Die Haltung Deutschland gegenüber ist tm allgemeinen günstig. Der Engländer ist zu sehr Geschäftsmann, um den Wert einer guten Verbindung nicht schätzen za wissen. Aller- dings bestehen noch gewisse Hindernisse. Die Preise sind in manchen Artikeln nicht wettbewerbsfähig, und die üblen Erfahrungen, die die englische Industrie vielfach während der Infla- tionsperivde mit deutschen Firmen machte, sind noch unvergessen. Trotzdem habe ich den Eindruck gewonnen, daß die Aussichten sich bessern. Trotz Imperial proserance wird genügend Raum für Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern verbleiben, sobald einmal die Grundlagen für et.ni normales Geschäft gegeben sind. rung ausgesprochen. Aber damit ist es nicht getan. Der Zustrom an neuen Menschen, den Frankreich nicht von sich auS befriedigen kann, wird durch die immer anwachsende Einwanderung gespeist. ES gibt gegenwärtig 2 Millionen Fremde in Frankreich, die aus etwa 32 verschiedenen Nationen herstammen, und man nimmt an, daß ihre Zahl jährlich um 600 000 bis 700 000 wächst. Seit die Vereinigten Staaten die italienische Einwanderung eingeschränkt haben, kommen immer mehr italienische Arbeiter über die französische Grenze, und auch die Levante, Rumänien, Polen, Spanien und Belgien geben viele von ihren Einwohnern an Frankreich ab. Man hat viele dieser Arbeiter für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete gebraucht, aber der Wiederaufbau ist nun fast vollendet, und die französischen Arbeiter sehen sich bereits zur Wehr gegen die Aeberflutung mit fremden Kräften, die ihnen das Brot wegnehmen. Am diese Einwanderer für die französische Nation zu gewinnen, erleichtert man die Naturalisation und will andererseits Kindern, die von französischen Eltern außerhalb des Landes geboren werden, die französische Nationalität errhalten. Schöffengericht. Gießen, 9. Juli. Der Arbeiter Ehr. K. in Alsfeld war fcntm aus dem Zuchthaus entlassen worden, wo er eine zweijährige Zuchthausstrafe wegen Blutschande verbüßt hatte, als er sich an einem abgelegenen Ort in Alsfeld an ein dreijähriges Kind hevanmachte und an ihm unzüchtige Handlungen vornahm. Er leugnete die Tat, wurde aber durch die Beweisaufnahme, insbesondere die Aussagen zweier Zeugen überführt. Da er bei der Begehung des Verbrechens ziemlich stark angetrunken war, wurden mildernde Amstände angenommen, der Vorstrafe wegen aber auf eine empfindliche Strafe erkannt. Er erhielt ein Jahr sechs Monate Gefängnis. Gleichfalls wegen Sitllichkeitsverbrechens an einem Kinde wurde der Schlosser K. L. in W i e - seck zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Er war geständig. Nach dem Gutachten des Gerichtsarztes ist er, wenn auch minderwertig, so doch nicht geisteskrank und daher für seine Tat verantwortlich. Seine Veranlagung wurde mildernd berücksichtigt, strafschärfend aber die grobe Ansittlichkeit seiner Tat und eine Dorbestrafung auf gleichem Gebiet. Wegen Doppelehe wurde ein verhältnismäßig junger Mann aus Wisselsheim zu der gesetzlichen Mindeststrafe von sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er war, wie er glaubhaft angibt, als junger Ehemann in den Krieg gezogen und in Gefangenschaft geraten: als er zucücttam, fand er seine Frau als Verhältnis eines andern, trennte sich von ihr und heiratete, ohne sich um seine bestehende Ehe zu kümmern und auf Scheidung bedacht zu sein, von neuem. Geldstrafen von je 75 Gvldmark wegen Betrugs erhielten zwei Eisenbahnschalterbeamte, die in der Inflationszeit, kurz vor einer Fahrpreisverdoppelung, Fahrkarten für eigne Rechnung entnommen, nach der Preiserhöhung an Reisende verkauft und den Anterschied zur Deckung eines Kassenfehlbetrags verwandt hatten, für den sie verantwortlich waren. Die Geringfügigkeit des Schadens, wenige Goldmark, wirkte strafmindernd, schärfend der grobe Dertrauens- mihbrauch. Den beiden Beamten hat der Betrug außerdem die Stellung gekostet. Vermischtes. Ein merkwürdiger Mumirnfund. Der amerikanische Forschungsreisende Kapitän I. F. Sheridan berichtet in amerikanischen Blättern über einen sonderbaren Mumienfand, von dem er die kühne Behauptung ausstellt, er bringe das von Darwin geforderte „misst n g link" bei, das „fehlende Glied" zwischen Mensch und Tier. Es handelt sich um die gelblich braune verschrumpelte Mumie eines neugeborenen Kindes, dessen Kops und Deine menschlich sind, dessen Hände und Füße aber Klauen zeigen und ganz tierisch geformt sind. Sheridan hat die Mumie in den noch wenig erforschten Darien-Gebiet des Isthmus von Panama gefunden, wo man jetzt auch die „weißen In- bictnet“ entdeckt hat. „Ich stieß auf eiire Grabanlage, die schon dem Aeußeren nach besonders Wichtiges zu enthalten schien, und fand in einer Tiefe von etwa 88 Fuß einen Hohlraum, in dem eine Art Krypta angelegt war. Die Mumie, die in einer Kiste lag, war meisterhaft embal- samiert. Es war augenscheinlich das Kind einer besonders mächtigen Persönlichkeit, das hier bei- gesetzt war. Das Kind muß einer Rasse von Daumbewohnern angehört haben, deren schöne Tongcfähe bereits eine hohe Zivilisation ernennen lassen. Die heutigen Sanblas-Indianer, die das Gebiet bewohnen, haben noch denselben langen Körper und die kurzen Deine, die sich auch! an dieser merkwürdigen Mumie finden. 3m Schlangenpark. Das Schlangen-Museum von Port Elizabeth in Südafrika bietet einen der merkwürdigsten Eindrücke, die man auf dem ganzen Erdball bekommen kann. Ein Besucher L. G. Green schildert diesen größten „Schlangenpark" in einem Londoner Blatt: „Es ist ein anmutiger Fleck Erde, dieses mit dichtem Gras bedeckte Gebiet. Büsche mit leuchtenden Blüten erheben sich über dem Grün, und ein tiefer Graben umgibt das Terrain, um den sich wieder hohe Mauern ziehen. Aeberall, wo man hinblickt, gibt es Schlangen in durcheinander kriechenden Massen und Klumpen. Kobras lauern in jedem Dusch und hungrige Riesenschlangen liegen am Wasser, lauern auf Frösche mit schlauen blinzelnden Augen. Anter diesen Haufen giftiger Reptilien spaziert ganz gemütlich ein großer Zulu umher, der sich zum Vergnügen der Besucher mit den Schlangen alle möglichen Späße erlaubt. Als er sah, daß ich ihn beobachtete, bückte er sich nieder und griff zwischen den Büschen herum, bis seine Arme mit schillernden, langsam sich bewegenden Schlangen gefüllt waren. Der Tod züngelte nach seinem Gesicht. Aber er gestattete sogar den kleinen vorschnellenden Köpfen, bis nahe an seine Augen heranzukommen. Im Inneren des Museums befindet sich ein Vorrat an Serum, und der Zulu muh gar- häufig sich mit diesem Serum impfen lassen, wenn er gebissen worden ist. Aber er hat es eigentlich gar nicht nötig, denn das Gift ist in 9ür die Speise! Mey’s Kragen mit feinem Wäschestoff Leichtes Durchziehen de* Selbstbinders bei den Sorten Standard, Gloria X Für die warme Jahreszeit, da besonders niedrig: I nternational Amsterdam 1 Dutzend in Schachtel M. 1.80-2.20 je nach Form Erhältlich in allen .durch Plakate kenntlich gemachten Verkaufsstellen. Prima 1277D WiMeMeomWe wieder aus Lager. Karl Suos ji.,Baiiina Wen öhö SMMlWg.AMsNklelSlr.58. Achtung! Grobe Sendung 021705 Kirschen, Heidelbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren eingelrofsen. Verkauf: Montag von 8 Uhr an, nm Felsenkeller, Bahnhofstraße. A. Frosch, Telephon 1051. Kalk Gran-1 MsM von hervorragend. 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Mayer; Prof. Dr. Meigen; Geh. Rat Prof. Dr. Mittermaier; Frau Berta Mues; Stadtverordneter Rektor Valenttn Müller; Frau Stadtverordnete Naumann; Landgerichtspräsident Neuenhagen; Geh. Nat Prof. Dr. Olt; Med.-Rat Dr. Ostwald; Verwaltungs-Inspektor Pairan; Landgerichtsdirektor Prätorius; Dr. med. Reinewald; Rektor Reul; Ober- tudiendirektor Prof. Dr. Roller; Frau Iustizrat Rosenberg; Rabbiner Dr. Sander; Kommerzienrat Schirmer, Handelskammerpräsident; Amtsgerichtsdirektor Sch mahl; Leiter des Rentnerbundes Gustav Schmidt; Prof. Dr. Hans Schmidt; Prof. Dr. K. L. Schknidt; I. Schmücker Nachf.; Lehrerin Elisabeth Schonebohm; Amtsarzt Dr. Schüppert; Kaufmann Schüstler; Beigeordneter Dr. Selb; Stadtverordneter Seng; Geheimrat Prof. Dr. Sommer; Priv.-Doz. Dr. Spiro; Telegraphendirektor Tetzlaff; Landgerichtsrat Trümpert; Telegraphendirektor Venus; Redakteur Deiters; Medizinalrat Dr. WaIger; Weistbindermeister Karl Wagner; Frau Rektor Weitzel; Ober-Regierungsrat Weicker; Landgerichtsdirektor Wiener; Regierungs. baurat Wilke; Stadtverordneter Winn; Sparkassendirektor Jach eis; Regierungs- baurat Zwilling. (Die Wohnungsnothilfe hat ein Konto bei der Mitteldeutschen Creditbank und » MmimiMZ ° Langjährige Garantie. Günstigste Zahlungsbedingungen. AUGUST FÖRSTER Gießen, Bahnhofstrasse65B und Lieh (Oberhessen) Gegründete. Bürger und Bürgerinnen von Gießen! Auf unserer Stadt lastet, viele erdrückend, eine schwere Wohnungsnot. „Eine Familie von 5 Personen bewohnt ein kleines Zimmer. Betten können nicht ausgestellt werden. Die ganze Familie schläft auf der Erde. Drauhen vor dem Fenster ist ein Misthaufen, so dast das Fenster nicht geöffnet werden kann." „Tine lungenkranke Witwe mit 4 Kindern bewohnt ein Zimmer. Die 5 Personen schlafen in 2 Betten, weil Platz für weitere Betten nicht vorhanden ist." Zwanzig derartige Fälle wurden neulich als Bilder aus der Giestener Wohnungsnot in den Giestener Zeitungen erzählt. Aber diese 20 bilden nur einen kleinen Ausschnitt aus der Gesamtheit des Elends. 1046 Familien haben gegenwärtig (am 1. Juli) in (Siesten überhaupt keine wirkliche Wohnung. Die Stadt soll helfen! Jawohl, sie tut, soviel in ihrer Macht ist. Auch in diesem Sommer baut sie, wie in den vergangenen Jahren, aber ihre Mittel reichen nicht aus. Bürger und Bürgerinnen von Gießen, die Ihr in guten und behaglichen Wohnungen lebt, und auch Ihr, die Ihr zwar eigentlich eine größere Wohnung haben mühtet, die Ihr aber, wenn Ihr Euer Los mit dem der menschenunwürdig Hausenden vergleicht, doch sagen müßt, daß Ihr es besser habt, - könnt Ihr das Elend in Eurer nächsten Nachbarschaft, in den Straßen und Winkeln, an denen Ihr und Eure Kinder täglich vorübergeht, mitansehen? Ist es nicht eine Gewisfenspflicht, hier zu Helsen? Gewiß, wenn es eine Möglichkeit gibt. Nun so überlegt: In Gießen wohnen etwa 6000—7000 Familien in ausreichenden Wohnungen. Wenn von diesen auch nur 7S - und wer möchte nicht glauben, daß fast die Gesamtheit den Anttieb fühlte, hier zu handeln - sich dazu auftaffen, zunächst einmal für 6 Monate jeden Monat im Durchschnitt eine oder zwei Mark zu spenden, so bekommen wir , monatlich 6—8000 Mark, in sechs Monaten 36-48000 Mark. Vielleicht werden aber doch nicht wenige sein, die über die genannte Summe hinausgehen, nicht wenige, die eine einmalige höhere Spende zu geben in der Lage und guten Willens sind. Vielleicht wird auch einer oder der andere bereit fein, ein Dar- lehen zinslos zur Verfügung zu stellen, das später zurückerstattet wird. Kurz, es kann, ohne daß jemand eine wirkliche Entbehrung auf sich nimmt, eine noch viel höhere Summe erzielt werden. Was soll dann geschehen? Wir wollen eine Straße einfacher Reihenhäuser auf Grund und Boden, der der Stadt gehört, errichten. Was der Stadt ihre Mittel im Augenblick nicht erlauben, das wollen wir schon heute beginnen. Die Stadt hat sich bereit erklärt, den Grund und Boden kostenlos zur Ver, fügung zu stellen. Sie will Baustoffe liefern und die Bauleitung übernehmen. Die fertigen Häuser sollen in ihren Besitz übergehen. Sie werden so der Spekulation entzogen. Der Regimentskommandeur hat sich bereit erklärt, soweit es der Dienst zuläßt, durch seine Truppe zu Helsen. Wir rechnen auf tätige Mithilfe aus der Bürgerschaft, der Arbeiterschaft und der Studentenschaft. So muß es gelingen, mit verhältnismäßig sehr geringen Mitteln schon bis zum kommenden Winter eine ganze Reihe von Häusern im Rohbau fertig zu stellen. Sollte das nicht möglich sein? Dann kann es nur darin seinen Grund haben, daß die Mehrzahl der Bürger von Gießen kein Herz hat für die bitterste Not. Gewiß, heute gibt es wenige, die aus dem Überfluß geben können, aber wer, der diesen Aufruf liest, und ein Dach über seinem Kopf und Platz für sein Bett hat, kann sagen, selbst die geringste Summe sei für ihn zu hoch! Sonntag, den 13. Juli, nachmittags 3 Uhr im Philosophenwald: ÄOMmOMlW für die Mitglieder von Gießen und Wieseck Sperrholz I in Gaboon, Erle u. SHefer 3-25 mm, schwcd.u.baver. Hobelbretter Brrtteru.Dielcn in ollen Stärken, sowie Eichen-, Buchen-und Kic- scrnschnittware liefern franko jeder Station 6383D EMMLÄ Diesten • Tel. 149 50 Zentner Abfall- hoUz L Zentner 1 Mark abzugeben. Käserei 5590h Sommerkorn. Dr.Meyerhof! Ph|fi vom14.Juliabverreist * HUlU 3oni 2. Metnii ÖeS K WMMWWMLWW | Koepressoriose Dlesefmotom Jederzeit betriebsbereit Unbedingt betriebssicher bei garantiert gefahrlosem Betrieb Konkurrenzlos rationell in Brennstoff- Schmieröl verbrauch (2Va Pfennig pro Stunde) sind in allen Betriebsverhältnissen die wirlscbaniifili bochwertigste Äntriebskrafl Ortsfest macht der M.W.M.-Motor unabhängig von fremden KraftqueUen (K.-W.-Stunde 4—6 Pfennig) als Schiffsmotor eignet er sich für alle Schiffszwecke bis 500 P. S. 5544c < Ä 4624D J ft ' r ö E K o Klein $ Sei Fulda Gl Sämtliche Minen für Schreiner, Wagner w,