nr. \?>b Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GiehenerFamiliendlätter MonatL'Srzvgspreis: 2 Goldmark u. 20 Bold- psennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AvzeigerSieh««. Postscheckkonto: Zrankfvrl a. M. 11686. Erster Blatt ^ayrgang Donnerstag, 12. Juni (92< GietzenerAnzeiger * General-Anzeiger für Gberhesten vrvS und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Stdnöruderel R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite crtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v.70mn> Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/„Ausi schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen 2eil. Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Vor der französischen Präsidentenwahl. Das Anglücksministerium M a r s a l, ein „Kabinett der CBetlorenen“, wird seine Erlösung Dor= aussichtltch am Fceitag in der Reu wähl des Präsidenten der französischen Republik finden. Gewählt wird der neue Präsident bekanntlich nicht vom Volke, sondern von der absoluten Mehrheit der im Ratio nalkon^ greh vereinigten beiden Kammern des französischen Parlaments, also von 300 Senatoren und 594 Abgeordneten. Die Abstimmung findet in Versailles statt, weil man das Wahlfieber und allerlei Tlnzuträglichleiten fürchtet, wenn die Wahl in Paris stattfände. Jeder der 894 Wähler hat seinen Wahlzettel persönlich in die Arne auf der Tribüne des Wahllokals zu werfen. Die Abstimmung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge der Ramen. Das Los entscheidet, mit welchem Anfangsbuchstaben begonnen wird. Jede abgegebene Wahlstimme wird zweifach kontrolliert. Infolgedessen währt ein Wahlgang mindestens zwei Stunden. Mit einem Wahlgang war es bei den bisherigen elf Präsidentenwahlen nicht immer getan. Dei der Mehrzahl waren drei oder mehr Wahlgänge erforderlich, bis ein Rame die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigte. Gleich im ersten Wahlgange gewählt wurden nur Casimir P e r i e r, Emile L o u & e t Armand Falliere s der unglückliche Paul D e s ch a n e l und dessen Rachfolger M i l l e r a n d, dieser am 23. September 1920 mit 695 von 892 abgegebenen Stimmen. Ob der Rachfolger Millerands gleiche im ersten Wahlgang gewählt werden wird, ist sehr fraglich. Stehen sich doch scharfe Rivalen gegenüber. P a i n l e v 6 ist der Kandidat der Kammer, D o u- m e r g u e der Kandidat des Senats. Die Parteien der Rechten werden alles versuchen, um die Stimmen der Linken zu spalten und vielleicht durch eine Zufallsmehrheit in der Rationalversammlung im dritten Wahlgange ihren Kandidaten — man nennt sogar Poincars und Millerand für die Präsidentenschaft — durchza- b rin gen. Liber es wird voraussichtlich doch nicht gelingen. Poincars und Millerand sind angesichts der groß gewordenen Linken in der Abgeordnetenkammer endgültig erledigt. Das zähe Festhalten Millerands an dem Buchstaben der.Verfassung war nur ein taktisches Manöver, um der Linken ihren Sieg möglichst schwer zu machen. Millerand hat in den knappen vier Jahren seiner Präsidentschaft das nicht erreicht, was neben der „Fortsetzung der Politik des Sieges" sein Hauptziel war, nämlich seinem Amt durch eine Verfassungsänderung einen größeren Einfluß auf den Gang der Staatsgeschäfte zu sichern. Das wäre natürlich nicht ohne Beschneidung der Rechte der Volksvertretung gegangen. Poincarä hat, als er selbst Präsident der Republik war, eine Schrift über die vcr-fassungsmähigen Rechte des französischen Staatsoberhauptes veröffentlicht und darin die Frage aufgeworfen: „Soll der Präsident der Republik dem Parlament verantwortlich sein?" Frankreich hatte diese Frage vom Jahre 1871 bis 1875, und es haben sich dadurch, wie Poin- care meint, „ernste Aebelstände" entwickelt. Poin- oare schrieb: „Das Staatsoberhaupt kann dabei wegen der geringsten Zwischenfälle in Prozesse verwickelt und sogar gezwungen werden, auf die täglichen Interpellationen,zu antworten; so würde er zu einer persönlichenPolitik getrieben, imb die unvermeidlichen Folgen dieser Verantwortlichkeit wären, daß der feste Bestand der Macht in Frage gestellt und Frankreichs Vertre- ung dem Ausland gegenüber unterbrochen würde. Millerand hat die Verfassungsänderung nicht her- beigeführt. Aber er hat die bestehende Verfassung benutzt, um eine geheime Diktatur seinerPolitik einzurichten. Die größte Rolle spielt der Präsident von Frankreich — und dies ist für Deutschland das wichtigste — bei den internationalen Beziehungen. Er kann unter dem Vorwand des Staatsinteresses unumschränkte Ge- heimdiplomatie treiben wenn er sich dabei nut dem verantwortlichen Außenminister verständigt. Das 'hat er getan. Millernnd und Poincarä haben sich trotz mancher Zwistigkeiten in diesem einen Punkte glänzend verstanden. Da Poincarö gehen mußte, kann Millerand nicht bleiben. Er hätte von jedem neuen Außenminister die Billigung der bisherigen Politik verlangt. Damit ist es unter der Her-rschaft der Linken endgültig vorbei, und deshalb darf ein Millerand auch nicht wiederkommen. Der Personalabbau. Berlin, 11. Juni. (Wolff.) Im Reichsfinanzministerium wurde Über den Personalabbau eine Denkschrift verfaßt, die demnächst dem Reichstag zugestellt wird. Die Denkschrift, der als Stichtag der 1. April zugrunde gelegt wurde und deren Angaben durch beigegebenes Uebersichten erläutert werden, stellt fest, daß von den am 1. Oktober 1923 im Reichsdienst einschließlich der Reichsbahn und Reichspost beschäftigten 825 955 Beamten, 60 747 Angestellten und 705 512 Arbeitern gleich 1 592 214 Köpfen, bis zum 31. März 1924 134 507 Beamte, 30 217 Angestellte und 232 134 Arbeiter gleich 396 858 Köpfe mithin 24<) Prozent abgebaut and außerdem 1114 Wartegeldempfänger und kommissarisch beschäftigte Landes- und Gemeindebeamte entlassen wurden. In der Kopfstärke vom 1. Oktober 1923 sind 64 454 weibliche Beamte, darunter 2955 verheiratet, und 19192 weibliche Angestellte, darunter 745 verheiratet, und in den Abbauzahlen 9899 weibliche Beamte, darunter 8901 verheiratet, und 9908 weibliche Angestellte, Kampfansage Millerands an die Linke. Noch keine Klarheit über die Präsidentschastskandidatur der Linken. — Englische Erleichterung über den Abgang Millerands. Paris, 11. Juni. (Wolff.) Es wird folgendes offizielles Communique ausgegeben. Die Minister sind heute vormittag im Elysee zum Mini st er rat zusammengetreten. Mille- r a n d hat das Demissionsschreiben verlesen, das er an die Präsidenten des Senats und der Kammer gerichtet hat. Es lautet: Herr Präsident I Ich habe die Ehre, dem Bureau des Senats bzw. der Kammer meine Demission als Präsident der Republik zu überreichen. Genehmigen Sie, Herr Präsident, die Versicherung meiner Hochachtung. gez. Millerand. Rach der Aeberreichung seiner Demission an die Präsidenten des Senats und der Kammer richtete M i l l e r a n d folgende Kundgebung an seine Mitbürger: „Meine lieben Mitbürger! In dem Augenblick, wo ich die Vollmachten niederlege, die am 23. September 1920 die Rationalversammlung mir mit mehr als Dreivierteln ihrer Stimmen übertragen hat, möchte ich mich an Euch wenden. Als erster Beamter der Republik unmittelbar nach Beendigung des grausamsten und ruhmreichsten aller Kriege berufen, über die Geschicke Frankreichs zu wachen, wußte ich, daß Euer einmütiger Wunsch sich in einem Wort zusammen- fassen lieh: Friede! Friede nach außen durch Einvernehmen mit unseren Verbündeten, durch Entwicklung der internationalen Abmachungen unter der Aegide des Völkerbundes, durch Ausführung des Versailler Vertrages, der uns die Sicherheit und die Reparationen gewährleisten sollte, durch die Anwendung der diplomatischen Akte, die das neue Europa geschaffen haben, Friede im Lande selbst durch Vergessen der inneren Zwistigkeiten aus der Zeit vor dem Kriege, durch Respektierung der Glaubensbekenntnisse und der Meinungen, durch den Schuh aller Rechte und der berechtigten Interessen in Ruhe, Arbeit und Ordnung, durch unablässige Förderung des materiellen und moralischen Fortschritts. Die Regierung sollte dieses Programm durchführen und gleichzeitig die gehäufte Schuld tilgen, die Frankreich seinen zerstörten Gebieten und den Opfern des Krieges gegenüber eingegangen war. Am diese abzutragen, hat der französische Steuerzahler an Stelle des versagenden Schuldners nicht weniger als 100 Milliarden vorgeschossen Alle Ministerien seit demjenigen, dessen Ministerpräsident ich zu sein die Ehre hatte, haben sich dem Werke gewidmet, das ich hier umreihe. In diesen vier Jahren hat die Welt dem eindrucksvollen Schauspiel des arbeitsamen, friedlichen Frankreich, das sich den Aufgaben des Friedens gegenüber ebenso mutig erwies, tote den Prüfungen des Krieges, Anerkennung gezollt. Am 11. Mai ha büre die allgemeinen Wahlen flattgefunden. Getreu der ersten Pflicht des Präsidenten der Republik, gewissenhaft den Willen des allgemeinen Wahlrechts zu respektieren, habe ich mich denjenigen Politikern zugewandt, die es in den Vordergrund gerückt hat. Ich gedachte mit ihnen in aller Loyalität bei der Führung der öffentlichen Geschäfte zusammenzuarbeiten. Auf mein Angebot haben sie mit einer Weigerung geantwortet. Sie haben meinen Rücktritt verlangt, ein nicht zu rechtfertigender Anspruch, der in entscheidendem Gegensatz zum Geist und zum Buchstaben des konstitutionellen Gesetzes steht. Wenn unsere Verfassung die Wahl des Staatsoberhauptes ausschließlich in die Hände der Parlamentarier legt, so hat sie wenigstens die Vorsicht walten lassen, dasirr zu sorgen, daß dieses Staatsoberhaupt, wenn es einmal gewählt ist, während seiner siebenjährigen Amtszeit, abgesehen von dem Falle des Hochverrats, niemals Rechenschaft abzulegen hat. Ein Beschluß, der einigen Rädelsführern durch den Parteigeist eingegeben worden ist, hat diese Garantie niedergerissen und unter ihrem Druck ist in außerparlamentarischen Versammlungen erklärt wordm, daß der Präsident der Republik der Mehrheit der neuen Kammer nicht gefalle und sich deshalb sofort, ohne den gesetzmäßigen Ablaußseines Mandats abzuwarten, zurückziehen müsse, dürfen, nicht zu rechnen ist, sie beschicken die Aus- i stellungen trotzdem, um die Liebe zur Kunst zu wecken und zu vertiefen. Es bereitet ihnen De- •* Gegen die Verunreinigung der Straßen. Vom Polizeiamt wird uns geschrieben: Seit einiger Zeit ist wieder die ünsitte eingerissen, Papier, Obstschalen, Obstkerne und sonstige Abfälle auf Bürgersteige und Fah.buhn zu werfen. Hierdurch werden nicht nur die Straßen verunreinigt, sondern auch Gefahren, für die Passanten hervorgerufen, die durch Ausgleiten auf Obstresten und dergleichen zu Fall kommen und sich erheblich verletzen können. Es muß erwartet werden, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um den Üebelsland abzustellen, widrigenfalls müßten die Pvlizeibeamten mit Strafanzeigen vorgehen. ** Das Reichsbahn-Papiermarknotgeld verliert mit dem 16. Juni seine Gültigkeit. Wer sich vor Nachteilen bewahren will, suche es bis dahin los zu werden. Es handelt sich hierbei aber nur um das auf Papiermark lautende Geld, die auf Dol- l a r lautenden wertbeständigen Rotgeldscheine bleiben bis auf weiteres noch in Kraft. ** Zur Einführung der Stenvgra- p h i e b e i d e r R e i ch s b a h n. WTB. berichtet: In einer Heinen Anfrage im Preußischen Landtag wurde darauf hingewiesen, daß durch den Erlaß der deutschen Reichsbahn, durch den das Kurzschriftshstem Gabelsberger für dm gesamten Bereich der deutschen Reichsbahn zum Einheitssystem wurde, das in Preußen vorherrschende System Stvlze-Schreh zu n Schaden der wirklichen Förderung der Kurzschrift benachteiligt werde. Das Staatsministerium wurde gefragt, ob cs bereit sei, auf die Verwaltung der deutschen Reichsbahnen hinzuwir-ken, den Erlahm dahin abzuändern, daß für den Bereich der Reichsbahnen in Preußen Stolze-Schreh als Einheitssystem bis zur Einführung einer etwa kommenden Einheitskurzschrift bestimmt werde. Wie der amtliche preußische Pressedienst meldet, führte der Kultusminister in seiner Antwort aas, er habe die Hauptverwaltung der deutschen Reichsbahnen gebeten, die Ausführung des Erlasses vor< erst a u s z u s e h e n , um nicht das Zustandekom- men eiyer Einheitskurzschrift zu gefährden. ** In der 4. Klasse der Preußisch- Süddeutschen Klassen-Lotterie wurden alle Losenummern von 1 bis 300 000, die j auf die Endzahlen 03, 05, 10 enden, mit dem planmäßigen Gewinn gezogen. Auf Rr. 56710 fielen die 100000 Mark Hauptgewinn. Ruderpreise. Die Preise zu der am kommenden Samstag und Sonntag stattfindenden 44. Regatta des Süddeutschen Raderverbandes sind im Schaufenster des Schuhhauses Süf (Krämer) ausgestellt. (Siehe Anzeige.) Borriotizen. — TageskalenderfürDonnerS- tag: Gießener Radfahrerverein 1885: 9 ühr im Hess. Hof außerord. Hauptversammlung. — LiebigShöhe: 8 ühr 1. Abonnementskonzert der Reichswehrkapelle. — Rundfunkhaus, Löber- straße: 8Vs ühr Lieder und Duette. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mutter." — Astoria-Lichtspiele: „Kronprinz Rudolf." — Palast-Lichtspiele: „Die Finanzen des Groß- Herzogs." Wettervoraussage Allmähliges Rachlassen der Riederschläge, später etwas kühler und schwächer bewölkt. Landkreis Gießen. ri. Lich, 10. Juni. Gestern trafen sich fyier dieWa rtb'u rg vereineGießen und W i e- seck mit dem hiesigen Mädchenkranz und hielten I auf dem Hardtberg eine fröhliche Jugend- tagung ab. Damit verbunden war ein Post» I kartenverkauf der besonders in der Bahnhofs- I Mission tätigen, allerorts bekannten „Freundinnen junger Mädchen". , ri. Kloster Arnsburg, 11. Juni. @tn« I Böllerwanderung von Tausenden von Menschen axtr gestern in Bewegung "hierher, um das Iah- I ressest der Arnsburger Anstalt zu feiern. Rach einer von Stiftspfarrer S ch o r Lern = rner-Lich gehaltenen Pfingstliturgie spracht Pfarrer Trommers Haufen aus Frankfurt über I „Das unbewegliche Reich" und Misßonar We l s ch I aus Barmen über die Forderung, Jesus Christus I anz unehmen. Die gemeinsamen Lieder- wurden vom Posaunenchor Dorf-Gill begleitet. Rach einer Kafseepause versammelte sich ter größte Teil der Frstbesucher noch einmal im Klosterhof, um den Jahresbericht des Rettungshauses zu hören den Stiftstechant Lenz-Lich e.-ftattcte. Mit dankbarer Freute konnte der Bericht schildern wie die Erziehungsanstalt im vergangenen Jahr durch eine Zeit beispielloser Rot hindurchkam; das war nur möglich durch die tatkräftige Ünterstützung mit Lebensmitteln durch die Gemeinten der üm- gegend und durch Dollarspenden aus Amerika. Bemähe 50 Kinder sind zur Zeit in der Anstalt, tue von vier Diakonissen und einer Lehrerin treu und liebevoll leiblich und geistig gepflegt werten. 2m vergangenen Jähre hatte die Anstalt einen großen Verlust durch das Hlnscheiden der vielen , Besuchern Arnsburgs in guter Erinnerung stshen- ten Diakonisse Wilhelmine Malkemus, die 25 Jahre lang in Arnsburg tätig gewesen war. Rach dem Jahresbericht erzählte noch Missionar Welsch von feinen Erlebnissen unter dem Stamm ter Ovambo in Afrika. Irn Anschluß an das Iah- resfest findet ein mehrtägiger Kursus der D o l k s» | Mission für Oberbessen ftatt in Berlin zu dem Lohnangebot des Reichsverkehrsmini st eriums für die Eisenbahner in einer Entschließung Stellung, in der das Verhandlungsergebnis vom 4. Juni infolge seiner ünzulänglichkeit abgelehnt wird. Den Eisenbahnern sei damit ter Kampf um die Erhaltung ihrer Existenz aufgezwungen Worten. Zur Vermeidung eines Kampfes macht dann die Entschließung einen Vorschlag, ter sich sowohl auf die L v h n f r a g e als auch auf die A r - beitszeit bezieht. Zur Frage ter Beamten» besvldung erklärte die Konferenz, daß die Desoldangsregelung vom 22. Mai wegen ihrer äußerst unsozialen Wirkung entschieden zu verwerfen sei. Reichsregierung und Parlament werden auf- gefordert, die Desvldungsregelung einer Rachprüfung zu unterziehen, mit dem Ziel, die Gehälter der geringst besoldeten Deamten- gruppen ausreichend zu erhöhen. Wie mehrere Blätter Mitteilen, werden heute die drei Spitz enge werk schäften der Eisenbahner zusammentreten, um die e Forderungen auf eine einheitliche Formel zu bringen. Den Blättern zufolge sei auch anzunehmen, daß noch eine erneute Besprechung zwischen ter Regierung und den Eisenbuhnvertretern ftattfinten werde. Die Völkischen nicht in der bayerischen Regierung. M ü n ch e n, 12. Juni. (Priv.-Tel.) Dlät- termeldungen zufolge ist der Versuch der deutschnationalen Landtagsfraktion, den Böl- ki scheu Block an der Koalition und Regierungsbildung inBahernteil- zu tragen ^jabe. Wenn die deutsche Republik versuche, den Vertrag zu erfüllen, so setze sie sich Widerstreben eines Teiles des deutschen Volkes aus: wenn sie dagegen in Verzug gerate, der Rache ter Alliierten. Fisher ist der Ansicht, daß die deutsche Republik trotzdem eine bes- sere Garantie für die Republik Frankreich bildet als die deutsche Monarchie. Die Verwendung farbiger Truppen im Rheinlands und für die Besetzung des Ruhrgebiets hätlen zweifellos die monarchistischen Parteien gestärkt. Viele Franzosen glaubten, daß es zur Sicherheit Frankreichs beitrage, wenn die deutsche Republik immer mehr in das Chaos sinke und das _ Leben der deutschen Regierung in dauernder Ge- nehmen zu lassen, als gescheitert anzu- fahr schwebe. Die separatistische Bewegung ^hen, nachdem die Bayerische Volks- «b"Ät p°rt-i die für gestern nachmittag angesetzte ternünftigere und wirksamere Methode, um das Fuhrerbesprechung mit den FraktwnSvorstän- ,Mächtegleichgewicht herzustellen. Es sei die den der Deutschnationalen, der Völkischen und klassische französische Politik Richelieus, des Bauernbundes in letzter Stunde abge- MGorins, Cvlberts und Rapolsons, Deutschland sagt hatte. zu zerteilen, um es zu kontrollieren. Demgegen- ---------- über betont Fisher, daß sich , die Entwicklung Sozialdemokratische Deutschlands im Gegenteil rn einer größeren i tL *7 ' ' Zentralisierung bewege. Man könne nicht Parrerrag. glauben, daß irgendein nennenswerter Erfolg zu- I Berlin, 11. Juni. (WTB.) Im großen tage treten würde wenn Teile d^ Deutschen Sitzungssaal öes Preußischen Landtags trat heute Reiches vom Vaterland losgelöst wurden. ter diesjährige sozialdemokratischePar- ‘ teitag unter sehr starker Beteiligung zusammen. Eine neue oetgtsche I ©Hfbien würdigte in einer Ansprache vor allem die Bedeutung der Rürnberger Einigung, wniiajaoigungsttiuyc. bic auch die Reparationsfrage günsttg beeinflusse. Genf, 11. Juni. (WTB.) In Genf haben Sozialisten aller Länder, so erklärte ter Red- ble Verhandlungen in dem großen, vom bei» n€L- weiter, wirkten auf ihre Regierungen dahin, gischen Staat gegen die deutschen Verstche- foifr Vernunft sich durchsetze gegen die Ge- rungsgesellschaften und der mit diesem solidan- waltpolitik. Die Reparation müsse sich beschränken schen deutschen Staat angestrengten Prozetz auf Wiederherstellung der zerstörten Gebiete, wegen der Mit der Annahme des Sachverständigengutachtens Verluste die die belgischen Versicherten in- würden auch die Sozialisten in Deutschland den Mno hoÄ Mtirksturres erlitten Boten unter den Füßen erhalten und dann für folge des Marrsmrzes etltnen eine zechte Verteilung ter Lasten kämpfen haben, begonnen. Diese Verluste belaufen sich können. auf ungefähr 50 Millionen Goldmartt Rach der Wahl von Wels und Ditt» Der belgische Staat hat, gestützt auf den § 12 mann zu Vorsitzenden sprachen verschiedene Verdes Art. 313 des Versailler Vertrages, die lau- I te^er tes Auslands, deren Ausführungen ter Zu- fenden Lebensversicherungsverträge aufg^oben bei sozialistischen Bewegung aller Länder und von den deutschen Versicherungsgeselllchasten I g^ten und von der Versammlung mit lebhaftem die Auszahlung der R e s e r v e n verlar^t, I Dräfall ausgenommen wurden Es wurden außer- die den Inhabern ter annullierten Polizen recht- tem verschiedene Degrüßungstelegramme verlesen, lich zukämen. Der Betrag wird in belgischen $.€r Dorsitzente Wels schloß nach 9 Ühr mit den Franken verlangt. Das deutsch-belgische Schieds- Worten des Dankes an die Gäste die Eröffnungsgericht wird von Prof. Paul M o r n a u d brafi- fi^ung während ter er in bezug auf den Antrag teert. In der ersten Sitzung sprach der Per» I MarkNald- Frankfurt, die Wahl des tretet des belgischen Staates, Advokat May reu, I Reichspräsidenten . zum Austrag. Die Leichtathleten des Gießener S. C. 19 0 0 gaben in den von ihnen belegten Konkurrenzen fast stets ebenhürttge Gegner ab. Tffe 4xl00-Meter- Staffel, die nach ihrem vorjährigen sensationellen Sieg über die Mannheimer Turngesellsch.ift diesmal den für die Staffel ausgesetzten Wanderpreis zu vetteidigen hatte, lief wiederum ohne Fischer in der Aufstellung Langloh, Wallenfels, Decker, K r e u t e r ein ebenso blendendes Rennen. Mit 2 Meter 'hinter dem süddeutschen Meister 1922 und Vierten auf den Deutschen Meisterschaften 1923 kann man sich schon sehen lassen. Einen nicht minder hoch einzuschätzenden Erfolg errang die 4X100 - Meterstaffel für Anfänger. Sn der für diese Konkurrenz guten Zeit i»n 48 Sekunden blieben die Gießener vor Sp. V. Riedereibenbach und Mannheimer Turn-Gesellschaft Sieger. Die Eintracht Frankfutt die als Erster mit Handbreite vor den 1900ern das Ziel passierte, wurde wegen Schneidens der Bahn distanziert. Für den S. C. 1900 liefen Lang loh Dirkenstock Seipp Bachmann. Auch die Jugendsiaffel konnte sich — obwohl sie nicht in stärkster Besetzung erschienen war — hinter Ein- ttacht und S. C. 1920 Frankfutt einen dritten Platz sichern. In den Einzelkonkurrenzen belegte Becker mit 31,27 im Diskus und mit 5,70 Meter im Weitsprung jeweils den dtttten Platz. Der Turnverein 1846 Gießen bei der 100-Jahr-Feier des Tv. Offenbach. Am 1. und 2. Pftngstfeiettag fanden in Offenbach vom Tv. Offenbach aus Anlaß seines 100jährigen Bestehens veranstaltete Wettkämpfe auf allen Teilgebieten der Deutschen Turnerschaft (Geräte- und volkstümliches Turnen, Schwimmen und Spiele) statt, an denen sich auch der Tv. 1 846 Gießen beteiligte. Die Wettkämpfe waren offen für die ganze Deutsche Turnerschaft. — Es nahmen u. a. Turner aus Würzburg, Halle, Magdeburg, Fulda, Mar.rz, Darmstadt, Stuttgart, Frankfutt und Saarbrücken teil "Aur beste Kräfte waren es, dte sich im edlen dei ; wr bie Pes, ^flfeitcn auf ltnmen uab sich erwartet wer. ^tf, um mühten Vorgehen. l°Papjer- 16- Juni Steilen be- bs zu werden. 1M das auf i die auf Dvl - Avigeldfchrinr kraft. ^r Etenvgra« MG. berichtet: ^uhischrn Land- 1 M durch den l durch den das g-r für b;n g> AeAbichu zum mPrechmvor- wreh zu n Scharr Kurzschrift be- mnsieriunr wurde Terwaituntz der irten den Criah- ereichderDrichs- -ch a'L Einhrits- : etwa kommenden immt werde. Die enst meldet, führte Antvott aus, er deutschen Äeichs- ] des Erlasses ddc das ZustandekvM' u gefährden ’.r Zlreuhkfch- ßotterte tour» bis 300 000, die enden, mit dem L Auf 71t. 5671C ligewinn Preise zu der am ntdfl slatfindenden n Audewerbundes Schuhhuuses 6üf Anzeige) I. fürDonnerS« rein 1885 : 9 Uhr Versammlung. - Mntskonzertder unkhaus, Löber- Duette. — Llchh „Mutter." - rinz Rudolf." - anzen des Grv^ Gietzener Stadttheater. Julius Pohl: Der Ehestreik. Einige Stunden frohen und herzlichen Lachens boachte die Aufführung von Julius Pohls „Etze- flreik" äm Dienstag abend. Ein heiteres Dorf- begebnis nennt es sein Verfasser, der dattn voll sprudelnden Humors eine lebenswahre „Ehechronik" bringt. Er schildert uns die Röte und Sorgen der Ehefrauen im Kampfe für die „Gleichberechtigung", für den „Kommunismus in der Ehe". Um schneller und wirkungsvoller zum Siege zu Amtsgericht. Gießen, 11. Juni. Ein Straß en bahn- schaffner von hier hatte im vorigen Jahr einen Versicher ungsagent, der seiner Eh§- ftau unerlaubte Beziehungen zu einem früheren Metzgermeister nachgesagt hatte, wegen Beleidigung verklagt. Die Sache war damals dadurch verglichen worden, daß der Agent die Beleidigung mit dem Ausdruck des Bedauerns zurücknahm. Bald darauf schrieb der Agent dem Strahen- bahnschasfner einen Brief, in dem er ihm mitteilte, eine Frau von hier habe die gleiche Beleidigung gegen feine Ehefrau ausgesprochen, und ihn auffordette, diese wegen Beleidigung zu verklagen. Es stellte sich nun heraus, daß 6er Agent diese Angaben nicht beweisen konnte, und daß es ihm mit seinem Schreiben offenbar nur darum zu tun gewesen war, gegen die Ehefrau des Straßenbahnschaffners, dieselbe Beleidigung in der Annahme, er könne hierfür nicht bestraft werden, nochmals auszusprechen. Hierin hatte er sich abcr geirrt, denn er erhielt jetzt wegen Beleidigung eine Geldstrafe von 1 00 Go 1 dmark. Ebenfalls wegen Beleidigung wurde eine Frau von hier zu einer Geldstrafe von fünf zig Gvldmark verurteilt. Sie hatte in einem Ftt- feuilahen erzählt, eine Ehefrau von hier habe von ihrem jetzigen Ehemann ein voreheliches Kind gehabt und dürfe deshalb nicht zu ihren Eltern kommen. Ein Händler von hier erzählte in einer Wirtschaft eines Rachbardorfes, ein Mann von ba habe fein Dienstmädchen in andere Umstände gebracht, die Frau eines Eisenbahners habe ihm dies erzählt. Diese Erzählung wurde dann in dem ganzen Dorfe weiter verbreitet und auch geglaubt, obwohl an der Sache kein W ) r t wahr war. Der Eisenbahner erhob gegen dm JKtarktnburg und Weinheffen. • Darmstadt, 11. Juni. Das »Darmstädter Tag blatt" ist im besetzten Gebiet auf die Dauer eines Monats verboten worden. * Of f enbach, 11. Ium. Die Fremden- steuer und die Wohnluxussteuer sind hier aufgehoben worden, weil die Erhebungsk)sten tu hoch waren. — Hier starb der Komponist Ludwig Andrö. Don seinen Schöpfungen sind seine Männerchöre am bekanntesten geworden. Er stand jahrelang an der Spitze des Maintal- Sängerbundes, der ihn nach seinem Rückttttt zum Ehrenmitglied ernannt hatte. fpd. Frankfurt a. M., 11. Juni. Dor einigen Tagen wurde in Coblenz ein junger Mann dabei betroffen, als er erhebliche Men gen einge schmolzene n Silbers verkaufen wollte. Der Mann behauptete, das Silber von einem in einer Frankfurter Fabrik fes unter Führung der Bürgermeisterin, in den Ehestreik zu treten . raus mit fein Bett . . . den Riegel vor. . . und zappeln lassen . . Aber . . . der Streik bttcht zusammen. Reue erfaßt die Streiklustigen, daß sie „eine ganze Rächt haben allein bleiben müssen". Die flotte Aufführung, die unter der altbewährten Spielleitung Karl Volcks stand, verhalf zu einem durchschlagenden Erfolg und lieh Die Lachmuskeln des Publikums nicht zur Ruhe kommen. Auguste Marcks und Rudolf Goll als die „Alten", Elfriede Basedow und Karl Juhnke als die „Jungen" hatten ein köstliches Zusammenspiel. Else Koop als die aushetzende und treibende Kraft des Generalstreiks und Luise Schubert- Jüngling als das temperamentvolle „Mannweib" schufen großartige Figuren. Ebenso verdienen die übrigen Mitspielenden volles Lob. Das Haus dankte ihnen mit stürmischem Beifall uni) ließ die leider wieder sehr großen Lücken im Zuschauerraum etwas vergeben. Es wäre in Anbetracht der b^grühenswetten Einrichtung der regelmäßigen Gastspiele doch sehr zu wünschen, daß unsere hiesigen Theaterfreunde auch einmal durch einen Besuch zur Sommerzeit unserem Theater etwas unter die Arme greifen würden. age xr Dcderschlage, cher bewölkt. men. m traft" sich nnt« ,8«“*“’ VW* röen ton brach Mr- St*1 M.^„-Welsch a>* ‘iShte Teil )er grotzte & M aenen x)°u , lstige. Ä 11m- nden aus jatät^^S SsS'g -'n starr Mi vi Sie bei Ihrem Kaufmann nicht einfach „Suppen - Würfel“, sondern stets ausdrücklich Steife). 1.50 nur bei «8 von ^—9 Ubrabdö geöffnet. (Sonn1 abends völlig geschlossen.) 4831’ Der Vorstand, HM- tas Löberstr. 12 Ein Schimmer von romantischer Tragik umgibt das Geschick der Einsamen, die mit warmen, menschlichen Herzen in der eingefrorenen seelenlosen Feierlichkeit eines Fürstenhofes aufwachsen und verurteilt sind, an der goldenen Kette verknöcherter Tradition zu ersticken. Einmal ist es ein junger König, den sein lebens- und schönheitsdurstiger Geist durch das Märchenland seiner Träume zum Selbstmord treibt, - das andere Mal ist es der Thronfolger eines großen Kaiserreichs, der sich, weidwund und umstellt von den Intrigen einer schonungslosen Hofkamarilla, mit der geliebten Frau aus einem Leben flüchtet, das ihm nichts mehr bieten kann. StistunM Nur durch Karim eingeladene Gäste haben Zutritt. 0MI< Der Vorstand. veriäuseriimen für die Konfitürenbranche, nicht unter 25 Jahre alt und an selbständiges Arbeiten gewöhnt, gesucht. 4817A Norddeutsch.SciiokoladeniiausG.m.b.H.Magdeburg - Am 5. ds. Mts. verschied nach kurzer Krankheit unser früherer Teilhaber und Aufsichtsratsmitglied Herr Wilhelm Seipp II, Wir betrauern in demselben einen Mann von hervorragenden Charaktereigenschaften und werden ihm ein bleibendes Andenken bewahren. Wohnungstausch 5-Zimmerwohnung mit Zubehör in guter Lage gegen 6—7 ° Zimmerwohnung zu tauschen gesucht. Umzug wird vergütet. Schriftliche Angebote unter 020854 an den Gießener Anzeiger erbeten. der Regatta: Konzert derWellerfchen Kapelle einfriffSDreife: Vorrennen 40 Pf., ßaupfrennen 1 Ulk. Dauerkarten • y-- für beide Tage 1 Ulk. im Vorverkauf Zigarrengefdiäfte 3anz, Ularktitrafje, Kock, Seltersweg und Stephan, Bahnhofftrafje. Tausche meine S-Ziimotag schöne freie Lage in Gießen, HMMuemtaBg Nähe Bahnhof oder Stadtzentrum. Schriftl. Angeb. unter 48240 an den Gießener Anzeiger erbeten. Außerord. Haupt Versammlung Freitag, 13. d.M» abends 8 Uhr in der Stadt Lich. Sonntag,15.V.M., Familienausflng nach dem Jagd- schlöstchen Tuten- bösen. Zusammentreffen m. dem Verein Wetzlar. Abmarsch 3^ von der Eisenbahnbrücke bei Klein-Linden. Nachzügler Abfahrt: 3" n. Bahnsteig 6 nach Dutenhofen. 020853 Ter Vorstand. Mner Zigmtirt «dlMtzWöv der in der Branche schon mit Erfolg tätig war und gute Fühlung mit der Kundschaft Offerten unter T. M. 365 an Rud. Moste, Frankfurt a. M. 4836ss Ferner: Generalvertretung der WIPPERMANN-~™. KETTEN GUMMI zu besonders vorteilhaften Preisen Zweigniederlassung Gießen: ROBERT ZEITZ Ttiep^höa Usl! Samstag, 14. und Sonntag, 15. 3tmi 1924 Ruder=Regaffa auf der hahn, kestplatz Schürzfdie Bleiche Beginn der Vorrennen: Samstag nadim. 5 Uhr, Sonntag vorm. 8 Uhr Beginn der ßaupfrennen: Sonntag nachmittag 3 Uhr Ein Bild, das von der Welt erwartete, wurde - so haben lournalisten den prachtvollen Fox-Film „Die Mutter“ (Over the Hill) charakterisiert Nur wer dieses einzig dastehende Werk gesehen hat, kann die ungewöhnliche Begeisterung begreifen, die sich des Publikums überall dort bemächtigte, wo dieser Film zur Vorführung gelangte; nur er wird es auch ohne weiteres verstehen, daß bisher mehr als 100 Millionen Menschen das wundervolle Stück andächtig betrachteten. Es schlägt an Beliebtheit alles, was das Kino bis zum heutigen Tage gebracht hat; die Premierenzahlen legen davon das klarste Zeugnis ab. Er wurde in Boston 13 Wochen, in Chicago 11 Wochen, in Cincinnati 7 Wochen, in Columbia 4 Wochen, in Philadelphia 8 Wochen, in Pittsburg 9 Wochen, in San Franzisko, Toledo, Toronto, Los Angelos und Cleveland ca. 8 Wochen gespielt. Mutter wurde unter dem Titel »Over the Hill" ein ganzes Jahr lang ununterbrochen in ein und demselben Lichtspielhaus Neu- yorks zur Aufführung gebracht! In Detroit spielte man „Mutter" zu gleicher Zeit in 45 Theatern, ebenso in Chicago; Cincinnati gab sie in 30, Philadelphia in 40, Boston in 25, Paris zugleich in 15 Theatern usw. In all diesen Kinos zeigte man „Mutter" ununterbrochen ganze Monate hindurch bei ausverkauften Häusern und die Darstellerin der Titelrolle - Mary Carr wurde der populärste Star Amerikas. Denn die rührende, dem wirklichen Leben entnommene Handlung brachte auch in den härtesten Zuschauern Gefühlssaiten zum Tönen, jene Saite, die vielleicht seit ihrer Jugend in ihnen nicht mehr erklungen war. Die Freuden und Leiden der Mutter, einer der Millionen Mütter, die in der ganzen Welt das gleiche Schicksal haben, sind mit hier unvergeßlicher Treue und Realistik gestaltet. Mary Carr erweist sich als eine Künstlerin, die das Herz jedes einzelnen gewinnen muß, denn was wir in ihrer Leistung sehen, ist nicht einfach eine vorzügliche Schauspielerin, sondern eine echte Mutter, das treue Mütterchen, dessen wir uns so gerne erinnern und das uns allen so nahesteht. Mary Carr schuf in „Mutter“ ein Werk, das sich allen, die es sehen, unauslöschlich ins Gedächtnis prägt, sicherlich immer künstlerisch wertvoll bleiben und nachkommenden Generationen ein heiliges Vermächtnis der zeitgenössischen Filmproduktion bedeuten wird. ®lt Kunst &:S‘ Den» Qi !Qnn Wut V.H.C, Gießen SonntDC 15.3uni: Nodheim-Bubenrod—^ech'.ipgerTal -21b lar. 5 Sid. Abf. 8.30 Uhr Biebertalb. — Den Mitgl. zur Kenntn., datz der „Frischauf von jetzt ab durch die Post überwiesen wird, das Bezugs - geld ist daher nicht mehr an den Bries- träger zu entr. 4B>;v Die - Ion * 2lls eine^ Jn l/lv 1 nie vor A'ie heut'! loird m E weit« von dem w S-Sfe 'S-* ^Mchbenvvrl und - M jungen berufener ^anttbilb: Lem Deutsche an Vertriebenen} aus dem Ausland tomen . • aus Slsaß-Lothrv Saargebiet , aus den abgetrei -er Oftmarf . aus den abgetret Oberschlestens aus AorMesM mebt) und de, Ländchen . aus den besetzten A-etn und Au Zusan Sm automatisch sen in den innerdeul sich bei dem sponta treten der einytnei verantwortlichen At muhten eingreisen, triebenen, eine gei im Interesse des A Da charitative shringenösten mären amtlichen Vertriebe/ ersten Mchtslnge in ten Äreujti gelegt. ■ gewordene Mandat schluh, das herht bis gemeinen Spamahi Peilung der amtlich landvertriebenen, bi gaben waren, den über 20 000 Kopse gen eine vorläufig, zweckmäßige Veriei Aeich durchzufüHren gültiger Mpnung . etnglieöeiung der ' deutsche Wirtschoftsl Atcht unerwähni yeunfebtlager, deren gehen lieh, als es de M Ilnlertunstsmögl, dalhgen Zustroms j me dec Verwaltung , «000 Köpfe Gesanilb deffüobarer > Klassen diese L V ?? 1924) bm &T6iee* der Heinere ^ü^hat sich mi 250—300 G.-Mk. von Beamten in sicherer Stetig. geg. gute Sicherh. u. hohe Zinsen ges. Rückzahlung i.monatl.Raten. Lchr. Angeb. unter I 020857 n. b. Gieb.Anz.1 Astorla-Lislitspiele Seltersweg Lichtspielhaus Bahnhofstraße M-tittpä, liötaM Ab morgen Freitag: Lebende Buddhas Dazu: Pat und Patachon Auf vielfachen Wunsch nochmals Oie Liebe Im Schnee Ab heute Kronprinz Ws Die Tragödie von Mayerling Gut erhaltener, stark gebauter Wagen preiswert zu verk. Bieber, [o2Mm Schulstrahe 16. Ein leichtes, gut erhaltenes goiherW mit abnehmbarem Bock preiswert zu verkaufen. 4809D Mfred Katz Laubach. Für sofort gut ■Hfl an Geschäft zu beteiligen. Schriftl. Angeb. unter 020848 an den Gieh. An- zeiger erbeten. SdjiMrjt Tasche utrlortn. I Ehrl. Finder wird gebeten, solche gegen gute Belohnung im 8-nndbureau (1aä wünschst du dir? ' Er geht auch nicht erst im letzten Moment in die Läden um einzukaufen. Wer recht zu schenken versteht' erkennt die Wünsche anderer aus kleinen unbeabsichtigten Reu Herungen, oft aus einem einzigen Mick. Er beobachtet mit dem Auge der Rächsten- liebe. Sein Interesse entdeckt da, daß so manches fehlt, was gut gebraucht werden könnte. Ec no= tiert dies in seinem Herzen und in seinem Kopf und schaut sich, sobald es ihm möglich ist, nach den Gegenständen um, die er als Geschenk gewählt, nicht erst dann, wenn die Geschäfte überfüllt von Käufern und leer an Waren sind. Warum kann ich nicht ebensogut im Hochsommer ein Weihnachtsgeschenk und im April eine Geburtstags- gäbe für den Oktober besorgen, wenn ich weiß, was ich schenken will? Ich kapr i es nicht nur ebenso gut, sondern sogar besser, weil ich geduldiger bedient werde, größtenteils mehr Auswahl vorhanden ist und ich wenn kfji nicht das Richtige finde, Zeit genug habe, mich in Ruhe danach in anderen Geschäften umzusehen. Sehen können, wählen können, das heißt, es mit Liebe und Verständnis zu tun. Das ist das A und O des Schenkens. Aber auch, wie man schenkt, ist von großer Bedeutung. So zu geben daß der Beschenkte dir Freude des Schenkenden durchfühlt, daß jener dadurch sich selbst gleichsam als der Gebende erscheint — es braucht ihm das nicht bewußt zu Werden — weil er dem anderen das Glück, das Hochgefühl verleiht, schenken zu dürfen, ist rechtes, wahres, wohltuendes Schenken, And wirklich ist j« oer richtig Schenkende im Grunde seiner Seele beglückt und froh. Auch den andern fühlen zu lassen, daß e8 so ist, löst in dem Beschenkten ein viel größeres Maß der Freude und Zufriedenmit der durchgeführten Wiederseßhaftmachung im deutschen Mutterlande abgefunden. Abgesehen von den Vertriebenen aus den besetzten rein deutschen Gebieten an Rhein und Ruhr, die täglich ihrer Rückkehr harren, lebt bei dem weitaus größten Teil aller Vertriebenen der heiße Wunsch fort, in Zukunft einmal wieder zurückkehren zu tonnen’ Mag der Augenschein den Feinden den Triumph lassen, durch rigorose Maßnahmen in wenigen Zähren die ihnen durch Diktat gewordenen Gebiete Die GeschM ist ob 12* Don 3-9116« fltöfmet- l» abenöS vollij schlossen.» Der Doch Die Vertriebenen Von Dr. Rudolf Meier. Irin . tniti ’ Hals, sondern auch bereits als Ohrringe, fo klein wurden sie angefertigt. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die Ahr in Paris modern. Sie wurde zu einem Teil der Hoftracht, und jeder vornehme Herr, jede elegante Dame mußte eine Ahr besitzen. Aber es war streng verpönt, in Gesellschaft nach der Ahr zu sehen, denn dies galt als ein Zeichen dafür, daß man sich in der Gesellschaft langweilte, ihn trotzdem neugierigen Leuten die Möglichkeit zu geben, unbemerkt festzustellen, wie spät es sei, brachte ein erfindungsreicher ilßr® macher an den Ähren erhabene Ziffern und deutlich fühlbare Zeiger an, so daß der Besitzer durch Ab tasten des Zifferblattes in der Tasche die Zeit herausbekommen konnte. Lange Zeit hat man sich damit geplagt, U&ren herzu stellen, die im Finstern sichtbar waren. Bevor die im Dunkeln leuchtenden Zifferblätter erfunden wurden, kam man auf die merkwürdigsten Einfälle. So verfertigte ein Mitglied der französischen Akademie de DU- layer eine Ahr, die er direkt über seinem Kopf am Bette befestigte. An Stelle der Zahlen befanden sich in der Ahr kleine Räpfe, die mit 1'2 verschieden schmeckenden Flüssigkeiten gefüllt waren. Wollte Villaher in der Rächt wissen, wie spät ^s sei, so fuhr er mit dem Finger an dem Zeiger entlang und steckte ihn dann in den Raps, auf den der Zeiger zeigte. Dann kostete er die Flüssigkeit, und wenn er Zimt schmeckte, war es 3 Ahr, wenn er Zucker auf der Zunge verspürte, 4 Ahr usw. Aber leider wurden die Flüssigkeiten manchmal durcheinandergemischt, und dann konnte er sich nicht auskennen. Die Repetieruhr, die die Stunden und Minuten schlug, wurde zuerst in England gemacht und blieb auf dem Kontinent lange ein Geheimnis, bis Karl II. von England Ludwig XIV. eine solche üf)r zum Geschenk machte . Der Sonnenkönig übergab die Ahr einem geschickten Ahrmacher namens Carme, der sie zerlegte und damit in den Besitz des Geheimnisses kam, worauf die französischen Repetierubren die englischen verdrängten Lamstag flbtt 8Ubr im Verrinöbaui , 36. EM Nur durch F" eingelabene w haben Zutritt - Ter Mir gen eine vorläufige Anterkunfk zu geben, eine zweckmäßige Verteilung der Massen über das Reich durchzuführen und durch Beschaffung endgültiger Wohnung und Arbeit auf die Wiedereingliederung der Vertriebenen in das innere deutsche Wirtschaftsleben hinzuwirken. Richt unerwähnt bleiben dürfen die großen Herrnkehrlager, deren Einrichtung sich nicht umgehen ließ, als es dem Roten Kreuz an vorläufigen Anterkunftsmögllchkeiten fehlte. Trotz des gewaltigen Zustroms sind diese Massenunterkünfte, die der Verwaltung eines besonderen Rrichskorn- mrssars unterstanden, nicht über insgesamt rund 35 000 Köpfe Gesamtbelegung angewachsen. Mangels verfügbarer Mittel werden die bedauerns- werten Insassen dieser Lager jetzt (das heißt bis zum 1. Juli 1924) durch rein schlüsselmäßige Verteilung über die einzelnen Länder und Provinzen verstreut. Rur der kleinere Teil der unmittelbar Betroffenen hat sich mit den gegebenen Tatsachen, zwecke der deutschen Wirtschaft im Laufe der Zeit insgesamt für 500 Mill. Kredite zur Verfügung stellen kann. Ebenso.wenig wie von dieser Seite bcrr Finanzpolitik des Reiches eine Gefahr für die Mark zu befürchten. Es muß anerkannt werden. baß. die Regierung mit größter Energie ihren Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen versucht hat. Tatsächlich hat das Reich in den letzten Monaten sogar Aeberschüsse heraus' wirtschaften können, die sie zur Tilgung ihrer Schulden verwendet hat: die Reichsschulden einschließlich^ der vom Reich ausgehenden Rentenmarkwechsel haben sich, infolgedessen von 2 280 Millionen auf rund 1 925 Millionen verringern tonnen. Ob allerdings die Steuereingänge in der nächsten Zeit in dem bisherigen Ausmaß an» halten werden, ist fraglich. Man bars nicht übersehen, baß die meisten Steuern bisher aus der Substanz genommen werden mußten, und daß mit dem Verschwinden der Substanz natürliche auch die Steuereingänge sich verringern müssen. Außerdem sind bisher eine Menge einmalig erhobener Abgaben eingegangen (insgesamt ungefähr 6 bis 1 Prozent des Gesamteinkommens), die in Zukunft in Wegfall kommen werden. Schließliche ist auch noch zu bedenken, baß durch. Reparationsleistungen ein nicht unerheblicher Fehlbetrag entstehen Richt so günstig liegen die Aussichten der Marr vom wirtschaftlichen Gesichtepuntt aus gesehen. Hier ist der Amstand bedenklich daß wir m s h r e i n s ü h r e n als a u s f ü h r e n.’Wic sind deshalb genötigt, zur Deckung der Einfuhr unsere (allerdings sehr zusammengeschmolzenen) Auslandguthaben heranzuziehen oder durch langfristige Auslandkred-ite die Einfuhr zu finanzieren, oder aber durch Verkauf der deutschen Zahlungsmittel uns die benötigten Beträge zu verschaffen. Alse diese Methoden wirken währungsschwächend, zumal wir über Erträgnisse aus Mitteln, die im Ausland angelegt sind, kaum noch verfugen, daher in der Hauptsache durch Verlauf von Mark die Einfuhr bezahlen müssen. Das darf jedoch wegen der damit verbundenen Währungszerrüttungsgefahr nicht geschehen. Es sind vielmehr zwei andere Wege vorzuziehen. Der eine besteht in der rücksichtslosen Dr o ss e- I u n g aller unnötigen Einfuhr. Daß dies sehr gut möglich ist, ergibt sich daraus, daß dl? Gesamtausfuhr nur die Hälfte derjenigen von 1913 beträgt, die Gesamteinfuhr dagegen zwei Drittel. Allein die Textilindustrie, die im Zahoe 1913 für 500 Goldmillionen mehr aus- als ein- führte, hat in den Beiden ersten Monaten dieses Jahres ungefähr für 200 Goldmillionen mehr an Rohstoffen eingeführt als sie an Fertigfabrikaten arisführ-te. Dieser Zustand ist unhaltbar. Außerdem ist zu versuchen, die Ausfuhr möglichst zu fteigern. Das hängt nicht zuletzt davon ab, daß mit allen nur irgendwie anwendbaren Mechoden eine stärlere Steigerung der Arbeitsleistung des einzelnen und in der Wirtschaft im ganzen durch- zusehen versricht wird. Die Großhaudelsmdexziffer. Die auf den Stichtag vom 10. Juni berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ergibt gegenüber dem Stande vom 3. Zuni (110,4) einen weiteren Rückgang um 1 Prozent auf 114,2. Von den Hauptgruppen sanken Lebensmittel von 100,9 auf 99,4 oder um 1,5 Proz., darunter die Gruppe Getreide und Kartoffeln von 87,8 auf 86,0 oder um 2,3 Proz., Industriestoffe von 151,1 auf 150,6 oder um 0,3 Proz., davon die Gruppe Kohle und Eisen mit 144,7 unverändert. Inlandwaren gaben von 108,7 auf 107,5 oder um 1,1 Proz. nach, Einfuhrwaren von 166,8 auf 166,2 oder um 0,4 Proz. * • Amerikanische Kredite f ü*r die deutsche Wirtschaft. Reuhorter Bankkreise, die an dem kürzlich gegründeten Syndikat zur • Aebernahme von 5 Millionen Dollar Akzeptkredite beteiligt sind, geben die Aebernahme von 1 Million Dollar deutscher Handelswechsel bekannt, die von den industriellen Konzernen auf deutsche Banken gezogen wurden. Die Wechsel haben eine Laufzeit von zwei bis drei Monaten. - Wie die „Magdeburgische Zeitung" von zu- Zusammen: rund 1 985 OOODeutsche. Gin automatisches Sicheinfügen dieser Massen in den innerdeutschen Volkskörper war natürlich bei dem spontanen, unvorhergesehenen Auftreten der einzelnen Wellen nicht möglich,. Dis verantwortlichen Reichs- und Landesregierungen mußten eingieifen. Eine Fürsorge für die Vertriebenen, eine geordnete Anterbringungsaklion im Interesse des Reiches selbst wurde notwendig. Da charitative Aufgaben zunächst die hervor-- springendsten waren, so wurde die Ausübung der amtlichen Dertriebenenfürsorge mit Eintreffen der ersten Flüc^linge in die Hand des deutschen Roten Kreuzes gelegt. Das Rote Kreuz hat das ihm gewordene Mandat bis zu einem gewissen Abschluß, das heißt bis zu Der im Rahmen der allgemeinen Sparmaßnahmen durchgeführten Einstellung der amtlichen Fürsorge für die Grenz- lanfroertrtebenen, durchgeführt. Seine Hauptaufgaben waren, den sich zu Zeiten auf monatlich über 20 000 Köpfe belaufenben Reuankommlin- Die Kunst des Schenkens. Einer der shmpathischsten Züge am Menschen Ift der Wunsch, andern eine Freuds zu bereiten. Dieser Wunsch äußert sich u. a. im Schenken. Woht beinahe jeder hat diesen Wunsch, aber nicht jeder besitzt die Kunst zu schenken. Kunst zu schenken? Za, freilich. Richtig schenken ist eine Kunst. Zum richtigen Schenken gehört Herzenstakt und Herzenswärme, gehört ein sich Cinfühlen- können in die Bedürfnisse und Wünsche anderer. TBer das nicht versteht, wird niemals recht und feiten das Rechte zu schenken wissen. Der Wunsch, andern wohlzutun, andere zu beschenken, äußert sich, wenn er wirklich tief und wahr ist, natürlich unabhängig von besonderen Gelegenheiten. Allgemeiner Brauch ist das Schenken aus Anlaß von Geburtstagen, Hochzeiten und anderen Festen: zu einer ganz verbreiteten Sitte, ja zu einem Rausch, zu einem Paroxismus, einer Orgie des Schenkens ist es bei uns zu Weihnachten geworden. Gerade da hat man oft Gelegenheit, ?u sehen, wie unverständig, ja wie lieblos von vielen Geschenke besorgt werden. In Eil» wird für den oder jenen das erste Beste — es ist wohl das erste, aber keineswegs immer das Beste — gekauft. „Es kann ja umgetauscht werden!" An- befümmert lyn Bedürfnisse oder Wünsche desjenigen, der beschenkt werden soll. Ist es rührend, wenn ein Kind fein liebstes Spielzeug der Mutter oder einem kleinen Freunde schenkt, so ist es wirklich gar zu kindisch gedacht, wenn ein Erwachsener etwas, was er selbst schön ober wünschenswert findet, jemandem bringt, dessen Lebensweise, dessen Stand, dessen Bedürfnisse von den seinen ganz verschieden sind. Der' Wert des Geschenkes liegt nicht in feinem Preise. Ein ganz kleiner, an sich wertloser Gegenstand kann für den Beschenkten großen ideellen Wert besitzen weil er eben mit Liebe und Verständnis gewählt ist, oder weil er eine Lücke aus- bei Ostmark .... rund 800 000 aus den abgetretenen Gebieten Oberschlesiens . . rund aus Roroschleswig, Eupen-Mal- mebt) und dem Hultschiner Ländchen ..... rund heil aus als eine gleichgültig erwie'ene Aufrnerck- famfeit. Geradezu verletz m) aber wirken mürrisch gegebene Geschenke, Geschenke, denen man das Schenkenmüssen, die Verpflichtung anmerkt. Wer nur so zu schenken vermag, sollte es bleiben lassen. Wer gern und freudig gibt, hat zumeist auch den Chic zu schenken, es in netter äußerer Form zu tun. Hübsch verpackt in buntes ober weißes Papier, mit einen Bande zierlich gebunden oder mit ein paar Blumen geschmückt — fo offenbart schon die «äußere Form das Gefühl, aus dem heraus gegeben wird, und den Wunsch, Freude zu bereiten. Ein wenig Zeit, ein bißchen Rachdenken und viel Liebe! Dessen bedarf es. um recht zu schenken. ^«ufenberg, Niichsbund \ \ jy Hornhaut, SchwielenWar^i X beieiugr,chnell _ SCukirol „v. , , Ael-rliU) cnwfo&icn Millionenfach b-. - B "o A.otdeken und Drogenen e>haliiia> y'eacn .vUbfcfctoelB Brennen und Wu ■ uui.n Kulirol-Fuhbad. Drogerie H. Noll, Neustadt 28. Drogerie Wlnterhoff, Kreuzplatz 9/10. Herold. Versäumung Mag, 13. b.® ^ladl öich. j '""ntag.lF.d.H ^amilienausslnj Ä dcm Jag! °»oi,chrn Tut» dosen. 8S8SL! iUfllet Abiahr,' ? TuShci9 6ni: -i-uienhoien. M V.H.C SW 15.18 Rodheim-Aw rod-^echlingnr -äfelüt 5Std. Abi.SW Bieberialb. - ft Mttgl. zur Sto: dah der »fttiitr von jetzt ab tei die Post übern wird, daS Str: geld ift dabei ij mehr an denk? träger zu enlr.1 vorsichtigen Bewertung der wirtschaftlichen Verhältnisse doch klar und dringend die b a l d m o g ° lichsie Wiederingangsehunq der Bahn wünschten. Man geht wohl auch nicht fehl, wenn man zu der Mehrheit in diesem Falle die sozialdemokratische Fraktion mitrechnet, deren Wortsühier in seiner EtatreLe allerdings die Straßenbahnivage überhaupt nicht berührt hat: unsere hier ausgesprochene Annahme gründet sich auf die Erwägung, daß die Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebs neue Arbeitsmöglichteiten erschließen wird — sei es nun bei der Bahn selbst oder in den Verwaltungszweigen, denen die früheren Straßenbahner jetzt wieder den Rücken kehren und anderen Leuten Platz machen würden wozu die Sozialdemokraten ihre Zustimmung sicherlich geben werden. Die Vorfragen, deren Klärung die Stadtverwaltung abwartcn will, sind in der Generaldebatte im Hintergrund geblieben. Ihnen wird jetzt wohl der Finanzausschuß, dessen Haushaltsberatungen morgen beginnen, seine Aufmerksamkeit scheiiken müssen. Wir vermuten, daß es sich hierbei neben den Lohn-, Arbeitszeit- und betriebstechnischen Angelegenheiten vor allein um die Frage handeln türfte, ob die Festigkeit unserer Währung erhalten bleiben wird. Der Stadtverwaltung muß man zwar volle Anerkennung dafür zollen, daß sie mit der größten Vorsicht an diese wirtschaftliche Aufgabe herangeht, man muß aber doch auch erneut den Wunsch aussprechen, die löbliche Vorsicht nicht zu weit zu treiben. Wenn man die politische Lage betrachtet, von deren Gestaltung ja die entscheidende Einwirkung auf unser Wirtschaftsleben ausgeht, so muß man auch bei vorsichtigster Bewertung der politischen Tatsachen, frei von jeglichem über das gebotene Maß hinausgehenden Optimismus, doch feststellen, daß mancherlei kleine Ansätze zu einer Erleichterung bed Druckes auf uns vorhanden sind Diese günstigeren politischen Möglichkeiten strahlen natürlich wirtschaftlich stützend auf unsere Währungsverhältnisse aus. Freilich, eine absolute Gewähr für die Festigkeit der Mark kann heute niemand geben, ein gewisses Risiko wird immer bleiben. Aber unter genau den gleichen Bedingungen muß ja auch unsere ganze Wirtschaft heute arbeiten, und hier sind doch wahrhaftig .überaus oft Entscheidungen erforderlich, die_ in ihrer finanziellen Tragweite sehr erheblich über das Maß hinausgehen, um das es sich bei unserer Straßenbahn handelt Mutig zu- packender Antemehmungsgeist, kaufmännischer Wagemut durfte doch aber um so leichter feSn, wenn mau sich bei seiner Betätigung sagen kann, daß es sich bei dem Gegenstand des Unternehmens um eine Sache handelt, von der man gute Entwicklungsmöglichkeit für die Stadt erwarten kann, und für die man im Rotfalle noch städtische Mittel zur Verfügung hat. Also auch die finanzpolitische Vorfrage, die wir vermuten, kann u. E. der Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebs heute nicht mehr als unübersteigbares Hindernis ent» gegenstehen, und wenn die Stadt für eine Straßenbahn, die nicht fährt, 20 000 Mk. Zuschuß auf- bringen will, so dürfte die Beschaffung von wei° Der 400. Geburtstag der Taschenuhr. Es ist schwer zu sagen, wann die erste Taschenuhr fertig wurde: wir wissen, daß ihr Ersinder, der Rürnberger Peter Hele, schon im Zahre 1511 bas erste seiner „Rürnberger Eier" den staunenden Ratsherren vorführte. Aber wirklich in Gebrauch genommen ist diese deutsche Erfindung erst ein Zahrzehnt später, und es ist daher nicht unberechtigt, wenn englische Blätter jetzt den 400. Geburtstag der Taschenuhr feiern. Die „ tragbaren Ähren", die wegen ihrer Herkunft und ihrer runden dicken Form den Ramen „Rürnberger Eier" führten, waren eine sehr gewichtige Last für den glücklichen Besitzer, und nur wenige Auserlesene konnten einen solchen kostspieligen Zeitmesser bei sich führen. Anter ihnen war König Franz I. von Frankreich, der auf seine Taschenuhr sehr stolz war. Gegen Ende des 16. Zahrhunderts wurden die Ähren kleiner: sie wurden damals in kostbar verzierten Gehäusen getragen, die manchmal sehr merkwürdige Formen hatten und durch ihre Gestatt von Totenköpfen und Särgen an die Vergänglichkeit alles Irdischen erinnern sollten. Die Damen trugen diese Ähren nicht nur an Bändern um den Heute ab 8.30 Liedfi und Duett' von Schiit' Mor^l sJöH be. A ! VUnbbutenUnfl8|5 teren 10 000 ober 15 000 Mk. für eine Dahn, die to i e b e r f ä h r t Wohl auch nicht unmöglich sein. Lolalwirtschaftttche Erwägungen sprechen so- garbafiir, die Bahn m o g l i ch st sch n e 11 wieder in Oßetlieb zu sehen. In den Sommermonaten werden wir viele Gäste aus allen Teilen des Reiches m unserer Stadt haben, die sich natürlich um- sehen wollen. Diese Leute werden auch bereit sein manchen Groschen für die Bequemlichkeit des Straßcnbahnfahrens auszugeben. Der neue Sportplatz hinter dem Schützenhaus, an dem zur Zeit tüchtig gearbeitet wird, dürfte demnächst auch fertig werden und dann allsonntäglich das Ziel von Hunderten von Sportfreunden sein die zweifellos gerne 15 ober 20 Pf. opfern werden, wenn sie sich bamit den immerhin nicht unbeträchtlichen Fußmarsch ersparen können. Auch von einer regen Veranstaltungsfolge auf der Liebigshöhe kann die Straßenbahn manche gute Einnahme erwarten ganz xu schweigen von dem früher schon und zweifellos auch künftig sehr ansehnlichen Zuspruch unserer Garnison zur bequemen und schnellen Straßenbahnverbindung. Das sind immeryin nicht unbeträchtliche Einnahmemöglichteiten auf nur einer Strecke der Straßenbahn, und manche Am- stande sprechen dafür, daß auch die andere Strecke noch allerlei einbringen dürfte. Freilich wird ein Teil der hier gezeigten Einnahmequellen seine besonders starte Ergiebigkeit nur in den Sommermonaten und allenfalls noch zu Anfang des Herbstes haben. Ruht man diese Zeitspanne durch den Verkehr der Straßenbahn aus, bann toirö man den finanziellen Vorteil erzielen, versäumt man diese Möglichkeiten durch die wertere Hinauszögerung der Betriebswiederaufnahme, dann wird eben die Rechnung am Schlüsse des städtischen Haushaltsjahres ein weniger erfreuliches Aussehen zeigen. Einige Worte muß man in diesem Zusammenhang noch zu den Aeußerungen des demokratischen Redners bei der Generaldebatt e im (Stabt- Parlament sagen. Er meinte, bet Mittelstand habe fein Geld mehr zum Straßenbahnfahren, kleine Entfernungen werbe er lieber laufen, um bas Geld zu sparen. Die Ansicht, daß kleine Entfernungen Wohl eher gelaufen, statt gejahren werden, ist an sich nicht unrichtig, aber früher dürfte bas wohl auch schon meist so gewesen fein. Entfernungen aus bei Stadtmitte ober aus bem Bahnhofs- viertel bis zum Schühenhaus ober bis zum Friedhof werden aber auch die Angehörigen des Mittelstandes sicherlich lieber fahren als laufen, denn beim Fahren sparen sie Zeit und Körperkräfte demgegenüber 15 Pf. Fahrgeld nicht in Betracht' kommen. Obwohl er ja viel verloren hat, wird der Mittelstand u. G. immer noch 15 Pf. für eine Straßenbahnfahrt aufbringen können. Zunr Mittelstand gehören ja doch nicht nur die natürlich bedauernswerten Kleinrentner, sondern auch die Geschäftsleute, die Beamten und Angestellten und )ie Angehörigen unserer Garnison, die doch alle- ämt über Einkommen verfügen wenn auch meist etwas vermindert gegenüber der Vorkriegszeit, und deren Kaufkraft doch nxß nicht so auf dem letzten Loch pfeift, wie es narb der demokratischen Aeußerung den Anschein haben könnte. Trotz einer ganz vereinzelt stehenden Ansicht wird also die Stadtverwaltung nach wie vor auch den Mittelstand als zahlungskräftigen Faktor in die Straßenbahn-Rechnung mit einstellen müssen. Wirtschaft. Zur Stabilisierung der deutschen Währung. Wenn man vom politischen Gesichtsspunkt einmal absehen will, sind für die Beurteilung der Aussichten der Währung folgende finanzielle und wirtschaftliche Gesichtspunkte maßgebend: Zweifelsvhne hatte die Reichsbank dadurch, daß sie im ersten Quartal dieses Zahres den Rv- tenumlauf aus das Fünffache vom Dezember 1923 brachte die Gefahr einer neuen Inflation herauf b schworen Schon die Möglichkeit einer neuen Inflation brachte aber eine weitere Gefährdung der Marck in Gestatt der za Sicherungszwecken erfolgten Käufe von Devisen: diese Devisenanmeldungen betrugen im März rund das 4- bis 5fache der jetzigen. Durch die völlige Amstellung ihrer Politik hat die Reichsbank bie en Gefahrenpunkt für die Währung glücklich überwunden. Ihre Tätigkeit geht jetzt dahin, durch die straffe und rücksichtslose Kontingentierung der Krebste und Roten keine zusätzliche Kaufkraft zu erzeugen, da diese die Gefahr einer neuen Inflation zweifelsohne in sich schließt. Anterstützung findet die Reichsbank durch die Gründung der Golddiskontbank, die allerdings nur für Ausfuhr2US eine der traurigsten Kriegserschernungen setzte mst Beginn des Völkerringens eine Bewegung ein. die später als Kriegsfolgeerschernung wuchs, nie vorausgesehene Ausmaße annahm, und die heute — fast sechs Zahre nach, Kriegsende! — noch nichlt ihren Abschluß gefunden hat: Der Zustrom der durch direkte und indirekte! , , ------- Zwangsmaßnahmen feindlicher Mächte aus jahre- ent germanisiert zu haben. Das innere Verbundenlangem Wirkungskreis, von jahrzehntelang be- [em mit den Kolonien, der Ostmark und den an= wohn ter eigener Scholle vertriebener Deutscher in I beren uns entrissenen Gebieten lebt fort bleibt das Mutterland. In der deutschen öffentlichen unauslöschlich in den Herzen der Vertriebenen, Meinung wirb diese Vertriebenenbewegung, die ^ie einst als deutsche Kulturträger zu neuer Pio- m ihrer Gesamtheit zwei Mrllionen Menschen verarbeit berufen fein werden, umfaßt, bet weitem noch nicht genügend gewür- ---- ötgt. Beispiellos als Symptom unserer Ohnmacht und Schwäche, als Symptom der Gewaltpotttik unserer Gegner, ist sie ein entscheidender Faktor in der Gestaltung der inneren deutschen Wirk- WlvQvalo schäft geworden. Kurze amtliche Mitteilungen r . c m über den augenblicklichen zahlenmäßigen Stand Sau8fKittd,CBor= der Ruhr-Verdrängken. Berichte von der macht- t924 tzA der Oberbürgermeister u. a. vollen Kundgebung der Kolonialdeutschen in Der- € .. rt’ ,,in Angelegenheit der W jeder- lin. eine Meldung, wie die von dem kürzlichen n“£t9 6 6 r i>cr (Straßen^ Beschluß des polnischen Sejm, sämtliche noch im ^^rwattung zunächst eine polnisch gewordenen Teil Oberschlesiens verblie- ?bwartende Hawrng ernnehmen. bis etnrge V o r° benen Deutschen auszuweisen, sollten zu denken flefuitben haben Diesem geben, 0 Standpunkt der Stadtverwaltung ift bie demokra- Rüchteme Zahlen geben am besten ein Bild in ber @e- von dem Umfang der seit Kriegsbeginn in das * JxlT Haushaltsvoranschlag durch den innere Deutschland gestromten Vertriebenenwellen Sprechers utteingeschrantt beigen-eteii, Was diese Zahlen für einen wirtschaftlich a?= ötoei andere Redner, die allem schon die schwächt«!, Ätisch SnM unter ^gebeue^n I Mehrheit des.Hauses hinter sich haben, bei aller Lasten zusammenbrechendqn Volks körper bedeuten wtrb jeder ermessen können. Man denke nur an den Wobnungs- und Arbettsmarkt. Rach den vorhandenen amtlichen Unterlagen und — wo diese fehlen — naeß vorsichtigen Schätzungen berufener Stellen ergibt sich folgendes Gesamtbild: Dem Deutschen Reiche' sind seit Kriegsbeginn an Stert eichenen zugewandert: aus dem Auslande und den Kolonien ......rund 800 000 Deutsche aus Elsaß-Lothringen und dem ©aargebiet .... rund 175000 aus den abgetretenen Gebieten ständiger Seite erfährt, ist es durch Vermittlung der DevisenbeschaffungsfteNe möglich geworden, von fünf amerikanischen Großbanken Kredite zur Finanzierung des Zuckerexports von 1924/25 in der Höhe von mehreren Millionen Dollar zu erhalten und zwar bis zum Höchstbetrag von zehn Goldmark für den Zentner Zucker, der vom Reichswirtschaftsministerium für die Ausfuhr freigegeben wird. * Deutsche Effekten- und Wechsel- bank Frankfurt«. M. Zn der Diianzsihung wurde beschlossen, der auf 30. Juni 1924 anb& räumten o. G.-D. vorzuschlagen, den Aeberschuß der Papiermark-Dilanz per 31. Dezember 1923 in Höhe von 275 260 500 702 Millionen Mk. v-)r- zutragen, also von der Verteilung einer Dividende abzusehen. * Dingwerke A.-G. Nürnberg Der Aufsichisrat genehmigte die vorgelegte Papiermarkbilanz für 1923 und beschloß, der auf den 2. Juli einzuberufenden G.-V vo.zuschlagcn, von der Ausschüttung einer Dividende Abstand zu rrehmen und den ausgewiesenen Reingewinn von 623 931 Billionen Mk. auf neue Rechnung dor- zu tragen. Gebäude, Maschinen, Einrichtungen und Beteiligungen stehen wieder mit 1 Mk. zu Buch, alle übrigen Altiven erfuhren die übliche vorsichtige Bewertung. Die für den 1. Januar 1924 o.ufzustellende Goldmarkbilanz soll einer später einzuberufenden G.-B. vorgelegt werden. • Wachs ende Stick st offerzeugung. Die Stickstofferzcugung ist nach dem Bericht des Slickslvffsyndikates nach Wiederinbetricbnahme Les Werkes.. Oppau im Mai gegenüber dem Vormonat gestiegen. Die Nachfrage hat nachgelassen, war aber unter Berücksichtigung der Jahreszeit gut. Die eittgelaufenen Aufträge tourten prompt erledigt. • Konkurs, Aeber das Vermögen der Frma Taunus-Möbel-Zndustrie G. m. b. H. in Dornholzhausen bei Homburg d. d. H. wurde der Konkurs verhängt. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSaedrückt. BuenoS-AireS, London, Neu- K Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und apest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 10. Juni 11. Juni Rcparl. Amtliche Geld Notierung Briet Amtliche Geld tarier 111 Briet 10. 11. Amst.- Rott 156,6', 157, 9 156,61 157,39 voll voll Brss. ’/Intro 18,20 19,-0 18,65 16,95 voll voll Gbriftioma. 56,56 58,81 56,: 6 56,64 voll voll Kopenhagen 70,57 70,93 70,57 70,93 voll voll Stockholm . 110,-2 111,28 110,72 111,28 von voll öelfineforS. 10,47 10,53 10,47 10,53 voll voll Italien. . . London. . . 18,20 18,30 18,20 18, E0 voll voll 18,055 18,145 18,055 18,145 voll voll Neuyork . . 4,14 4,21 4,13 4,21 voll voll Pons. . . . 20,95 21,05 21,85 21,95 voll voll Schweiz . . 73,52 73,88 73,52 73,88 voll voll Spanien . . t6,11 56,39 65,86 56,14 voll voll Wien in D-- Sest- abfleft. 5,89 5,91 5,89 5,91 voll voll Prag . . . . 12,195 12,255 12,22 12,2a voll voll Budapest. . 4,59 1,345 4,61 4,59 1,345 4,61 voll voll Bu^n.-AireS 1,355 1,355 voll voll Bulgarien 2,59 3,01 2,985 2,985 voll voll Japan . . . Rio de ftan-l 1,665 1,675 1,665 1,675 voll voll 0,425 0,4-5 0,425 1,435 voll voll Dclirad . . Lissabon . .| 4,99 5,01 4,94 4,96 voll voll 11,97 12,03 11,72 11,78 voll voll Banknoten. (Ohne Gewähr.) Berlin, 11. Juni Geld 1 Brief Repare. Amerikanische Noten..... Belgische Noten........ Dänische Noten........ Englische Noten. ....... Französische Noten ...... Holländische Noten ...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Ccfterr ,aioo Kronen Rumänische Noten ...... Schwedische Noten...... Schweiz Noten....... Spanische Noien....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... 4,19 18,65 70,12 17,99 21,85 155,86 18,05 53,0 5,94 1,74 110,92 73,17 55,51 12,12 4,i9 4,21 18,75 70,48 18,09 21,95 158,64 18,1 5 56,34 5,86 1.76 110,98 73,63 56,89 12,18 4,21 voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Berliner Börse. Berlin, 11. Juni. (Wolff.) Die Verkäufe, -bis jetzt täglich an der Börse erfolgen und die in der allgemein herrschenden Geldknappheit sowie r in offenen oder stillen vorhandenen Zahlungsverlegenheiten einzelner Firmen ihre Arsache haben, ziehen täglich weitere Kreise. Da durch die anhaltenden Kursrückgänge die Deckungen für gewährte Kredite aufgezehrt werden, gesellen sich zu ihnen freiwillige und erzwungene Glattstellungen. Hierzu kamen heute noch große Abgaben der Spekulation, da wieder allerhand Gerüchte von bedeutenden Zahlungsverlegenheiten hier und auswärts umliefen, über die aber ebensowenig etwas Bestimmtes zu erfahren war wie auch über die bei großen führenden Gesellschaften angeblich bestehende Notwendigkeit einschneidender Zusammenlegungen des Aktienkapitals bei Aufstellung der Goldmarkbilanz. Am meisten betroffen waren wiederum die verhältnismäßig noch hoch im Kurs stehenden Montan- und Industriewerte, die Einbußen von 1 bis vereinzelt 4 Billionen Prozent erlitten. Stärkeren Schwankungen unterlagen die Berlin-Karlsruher Industrie-Aktien, so Ludwig Loewe, die per Saldo 7 bzw. 8 Billionen Prozent verloren. Bei anhaltenden geringen Schwankungen bekundeten die Kurse auf einem ermäßigten Stande dann eine gewisse Widerstandsfähigkeit. Das Geschäft hielt sich auf allen Gebieten in sehr engen Grenzen. Am Geldmarkt ist die leichte Anspannung der letzten Tage anscheinend bereits wieder behoben. Bei der Devisenfestsetzung zeigte sich erneut verringerter Bedarf, so daß der Reichsbank die Aufrechterhaltung der vollen Zuteilung bei Devisen und Banknoten mühelos möglich war. Dorfen kurte. Rranffurta *Ul.| Berl'n ün Billionen Prozent ') Dom RuctzahlunLZ'recL. Datum: 5°/j Deutsche Reichßanleihe . 4% Deutsche Reichsanletye . 378% Deutsche Reich sänket he 3°/. Deutsche Reichsmleibe . Deutsche Svarpramienanleihe 4% Preußische Konsuls . . . 4° o Hessen........... 3’/«% Hessen 3°/» Helsen Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll. Schay-Anweting.') 4% Zolltürken 5% Gvldmcxikaner -Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Pnvat-Bank. Darmst. und Nanonaldank . Deutsche Bank......... Deutsche Bereinsbank .... Diseonto Commandit .... Metallbau!........... Mitteldeutsche Creditbank . . Oesteireichische Creditanstalt. Westbank............ Bochumer Guß........ Buder.iS............ Caro .............j Deutsch-Luremburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Haroener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte........... Oberbedarf...... Pbönir Bergbau....... Nyeinstahl......... . Nie bell Montan........ Tellus Bergbau........ Hamburg.Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont -Guano..... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alapia . . Goldschmidt.......... Gries! eimer Eleetron . . . . Höchster Farbwerke Holzverkohlung..... Rütgerswerke......... Scheideanstalt......... Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Mainkraftwerke........ Schuckert Siemens & Halske...... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren....... Heyligenstaedt......... Meguin............. Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'chaft Frankfurt. Per. Union A.-G........ Schuhsabrik Herz Sichel Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . SO)lufj Schl u fiir a Schluß- stu » Schluß fbt-A 1J. 6. 11 >. 10. 6. 11.5. 0,067 0 0 5 0,0j8 9,067 0,3? 5 0 3 0 —. 0, 65 0/00 0,’70 6,188 0,190 0,62 0 6,0 0,690 0,6. 5 0,0 0 0,0 6 0,115 0,095 0,195 0,190 — 0,190 — — — — — — _ —— —— 4,2 4,2 4,2 4,2 73,40 73,2 73,4 73,2 3,65 3,13 3,65 3,13 40 40 37,75 38 — _ 17,9 13,1 3,65 3,4 3,5 3,37 6,75 5,S 6 5,9 7 6.87 7 7 0,480 0,40 J — — 7,65 7,2 7,6 7 11 11 — — 1,2 1 1.1 1 0,375 0,350 0,37 — 0,300 0,300 0,425 0,35 39,1 37,65 7 7.6 8 6,75 8,75 8,2' 8,75 7,8 36,25 34 36,5 34 40 36,25 39,1 37,17 — 46,25 48, b 47,37 6,26 6,25 6,5 5,6 10,25 9,25 9,65 9.1 3,75 3.87 3.75 8,6 9 7,5 8 7,13 20,5 19 19,65 19 17 16,25 17,25 16,75 33 31 32,75 30,5 1 1.1 — — 18,8 18,75 18,75 18,1 4,2 2,65 4 3,75 — — — 7,1 6 — — 2 1.8 2 1,75 8,6 8,75 8,25 7,87 11,75 11,5 11,65 11 1 —- — 8 6,75 8 5,3 8 8,25 8,2 7,5 8,5 8,13 8,2 8 6,3 5,8 — 8,75 8 8,8 7,75 11,a 10,5 — — 6,75 6,1 6,6 6,13 9 8,5 9,5 8,25 4,76 4 ,/s ■. 26,5 26,25 26 24 — 31 34,5 38,26 1,25 1 1 0,85 2 1,87 2 1,75 1.75 1 75 * 10,5 8,25 8,75 8,75 0,610 — — — M- _ ■■ 11,5 10,1 — — 1 1 035 0,9 2 1,9 — 1.7 4 3,87 — 6 5 6 5 2,9 2,6 — 2.7 2,^5 2 — — Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 11. Juni. Tendenz: Baisse. — Der heutige Dörsentag kann als ein schwarzer Tag allerersten llcangeS bezeichnet werden. Die Flucht auf dem Effektenmarkt hat heule einen noch größeren Umfang angenommen. Anlaß dazu waren die neuen finanziellen Schwierigkeiten in Berlin, die durch die Geschäftsaufsicht über das Bankhaus Herzer in Berlin zum Ausdruck kommen. Don Berlin aus wurden dann auch immer wieder neue Liquidationen vorgenimmen, denen sich auch die hiesige Spekulation anschlvß. B)n den Vorgängen in Frankreich, die jetzt endlich zur Demission Millerands geführt haben wurde keine Notiz genommen und der Markt blieb hiervdn vollkommen unberührt. Die Spekulativ hat durch die fortgesetzten Abgaben in Effekten jetzt noch größere Kapitalien freibekommen, die nunmehr auf dem Geldmarkt arbeiten sollen. Dadurch ist auf dem Geldmarkt eine weitere Herabsetzung des Zinssatzes eingetreten. Monatsgeld wurde mit 2i/i Prozent, tägliches Geld mit 2-> Prozent pri Mille gegeben. Das Effcktenang >bvt war schli h- lich so groß, daß die Kurse ganz gewaltige Ab- striche erfahren muhten, wenn nur ein Teil des Angebots untergebracht werden sollte. Die Verluste verteilen sich in gleicher Weise auf alle Gebiete besonders aber aus den Montanmarkt, wo vor allen Dingen die oberschlesischen Werke stark abgenommen wurden. Vom freien Verkehr ist das gleiche zu berichten. Api 13/4, Decker-Stahl 21/4. Becker-Kohle 37s, Drown Deveri 1, Entreprise 30, Krügers hall 27s. Petroleum 81/4, Ufa 27s Auf dem Devisenmarkt konnte sich der französische Frank, nachdem die Krise mit Millerand durch den Rücktritt des Präsidenten b endet ist, etwas Scholen; er notierte gegen London 83. Berliner Produktenbörse. Berlin, 11. Juni. Infolge der scharfen Prcissteige.ungen an den amerikanischen ® et verte» Märkten ist naturgemäß eine Erhöhung der cif» Forderungen von drüben eingetreten; da aber die zweite Hand noch mit billigeren Offerten im Markte war, hat die bisherige Leblosigkeit Im Hantel mit Auslandsget.eide angchalten. Dasselbe war auch mit I'nlandgetreide der Fall, denn das Mohlgeschäft hat sich noch nicht gebessert; und für Rohprodukten fehlt daher die Kauflust. Roggen war für Mitteldeutschland gefragt. In Gerste waren die Umsätze ganz belanglos. Hafer war in gutem Material gesucht, in gelber Ware vernachlässigt. Es notierten je 1000 Kilo: Weizen, märkischer 147 bis 151 (stetig), Roggen, märkischen 129 bis 135 (stetig) Braugerste 148 bis 154 (stell), Futtergerste 140 bls 147 (still), Hafer, märkischen 126 bis 133 (behauptet), Raps 250 (still); je 100 Kilo: Weizenmehl 21,50 bis 24 (still), Roggen- mehl 19 bis 21,25 (still), Weizenkleie 8,70 brs 8,80 (stetig). Roggenkleie 9 bis 9 10 (stetig), Vrk- toriaerbsen 18 bis 20, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 10,50 bis 11, Ackerböhnen 13 bis 14, Wicken 10,50 bis 12, Lupinen blau 9,50 bis 10, Seradella alt 13 bis 13 50, neu 11 bis 13, Rapskuchen 9 bis 9,20, Leinkuchen 12, Trockenschnihel 6,40 Mark. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurta. M., 11. Juni. Getreide ohne Sack. Weizenmehl, Roggenmehl und Kleie mit Sack. Es notierten je 100 Kilo: Weizen, Wetterau 16,50 bis 16,75, Roggen 14,75 bis 15,25, Sommergerste für Boauzwecke 16-bis 16,50, Hafer, inl. 14,7 5bis 1525, Weizenmehl, südd. Spezial 0 26,50 bis 28.25, Roggenmehl 22,50 bis 23, Weizen- und Roggenkleie 8,50 bis 9 Mark. Büchertisch. — Der blutrote Strom. Roman aas der Zeit eines Titanen. Von Otfrid von H a n ft e l n. (In der Sammlung Der .Abenteuer- Roman". Gebunden 3 Gm. (Stuttgart, Deutsche Derlagsanstalt.) — Der „$itan“ ist Dschingizz Khan, der gewaltige Mongolenkaiser, ter sich ein Reich eroberte vom Schwarzen bis zum Ehinesi- schen Meer. Die Gestalt dieses „Uebermenschen" bildet den geistigen Mittelpunkt des großzügigen, farbenprächtigen Gemäldes aus der Geschichte Zentralasiens, das ter Verfasser vor uns entrollt. Die dramatisch bewegte Handlung fessell den Leser ebenso tote die abwechselnden Bilder aus bet mächtigen Dergwelt und den fruchtbaren Ebenen Asiens, aus der so hochentwickelten Blütezeit des islamischen Kultur, die Dschrngizz Khan in Staub und Asche warf. Der Gegensatz zwischen Buddhismus und Islam spielt in dem Schicksal der Hauptfigur des Buches eine entscheidende Rolle. Haustein hat mit diesem Roman ausS neue seine starke Begabung für Bert historischen Roman bewährt. — F. O. Dilse, Gottes Mühlen. Roman. Verlag Dr. Cysler u. Eo. A.-G. in Berlin SW. 68. Geh. 3,50, geb. 5 Mk. In die ersten Pariser Gesellschaftskreise führt die Handlung, zeigt Kultur" ter moralisch und physisch in ter Auflösung begriffenen „Großen Nation", die durch die immer zunehmende Durchsetzung mit dem Blut ihrer „neuen Brüder", jener afrikanischen Neger Horden, aud> als Rasse gerichtet ist. Wir erleben, wie durch wachsende Gegnerschaft des übrigen Europa dem französischen Volle endlich die Augen über die Katastrophenpolitik seiner Regierung geöffnet werten, wie es die Schuldigen vor ein neues Revolutionstribunal zieht, während gleichzeitig das vereinte Europa zum endgültig vernichtenden Schlag gegen Frankreich ausholt. (In einem Dell ter Auslage wieder holl.) Die Pariser Presse zum Sturz Millerands. Paris, 11. Juni. (WD.) Zum Rücktritt tes Präsidenten Millerand schreibt das „Echo de Paris": Die Botschaft Millerands, die in einem so edlen Tone gehalten und so frei und ohne jede nebensächliche Sorge sei, sei viel mehr als ein Akt von persönlicher Bedeutung. Sie sei eine hohe Lektion ter kommenden Politik, in ter einzig das mit dem Schicksal ter Gesetze und ter verfassungsmäßigen Garantien verbundene Nationalgefühl vorherrsche. Die Linke hätte das nicht begriffen. Äe Konsequenzen des Rücktritts würden rasch in Erscheinung treten und sich inner-, wie außenpolitisch austoirken. Jetzt sei der Weg für die schlimmsten Forderungen ter Ex- tremistem und für die schlimmsten Kapitulationen ter Radikalen Partei, die sich an Händen und Füßen gebunden ausgeliefert habe, frei. Das „Petit Journal" schreibt: Die gestrigen Vorgänge hätten, so deutlich man sie auch voraussehen konnte, einen wahrhaft dramatischen Charakter gehabt, und die Kammer habe, wenigstens während eines großen Teiles ter Sitzung, ein Schauspiel von wahrer Größe gehabt. Das „Oeuvre" sagt: Auf die Spitzfindigkeit von Geschäftsordnungspolitikern und Advokaten, die für mildernde Umstände plädierten, habe die Mehrheit mit einer Tat geantwortet: die Weigerung, mit einem gegen den Willen des Landes konstituierten Ministerium in Verbindung zu treten. Ruhig, würdevoll, entschlossen habe die Linke den Sieg davongetragen. Sie habe gestern die Verteidigung der Republik gesichert und die Verfassung garantiert. Die Legislaturperiode habe einen guten Anfang genommen. Die „Sie nouvelle" schreibt: Millerand geht, nachdem er alles getan hat, um zu bleiben. Wersen wir keinen Stein ihm nach. Stellen wir allgemein fest, daß die Abstimmung In Senat und Kammer ein prachtvolles Beispiel republikanischer Disziplin war. Schlagen wir dieses jämmerliche Blatt ter Geschichte um, das von ter Herrschaft tes Nationalen Blocks so gefüllt ist. und beschäftigen wir uns mit den PÜnen von morgen. Weitere Verschärfung zwischen Amerika und Japan. London, 11. Juni. (WD.) Die »Daily Expreß" berichtet, daß die Anu f r i e de n heit in Japan über die amerikanische Ein- wanderungsbilldrohenbeGestalt an» nehme. Ernste Folgen würden vom japanischen Dvtschafter in Washington, Hanihara, vovausgesagt, wenn ter Wortlaut der Note der amerikanischen Regierung auf den Protest veröffentlicht werde. CBeridjte aus Tokio zeigten, dasß das japanische Auswärtige Amt ernstlich über die Lage beunruhigt sei. Die Amerikaner bekundeten eine gewisse Nervosität, und wer eS ennägluSen könne, verlasse Japan ohne Verzug. MLKUMWU Pelzen, Möbeln, Gardinen, Tepvichen usw. tötet sicher, ohne die Sachen anzugreisen, Dr. Weinreichs Mottenäther. Seit über 20 Jahren vorzüglich bewährt. In Apotheken und Droaerien erhältlich. 3904s» Pbarmakon A.-G., Frankfurt kleiner wertendes Rund in der Tunnelröhre hinter ihr erlosch Der Daumeister hatte ihr keinen Dlick mehr gegönnt. Er stand mitten im Kampf um das Leben ter Mineure, die vorn im harten Gestein faßen und durch den Einbruch einer Schwammschicht von ter Außenwelt abgeschnitten waren. Pometta war gerate auf dem Wege zu ihnen gewesen, als ter Einbruch erfolgte. Beinahe lautlos wälzte Jid) die aus Geröll, Schwemmsand und vertorftem Erdreich gebackene Masse plötzlich vor ihm herab. Er sprang zurück, riß den Kärrner beiseite, der dicht vor ihm zu Boden geschlagen wurde, und sah sich dann von stürzendem Balkenwerk und riesenhaft schwellendem Erdteig vom Stollen getrennt. Als Gottfried Dantiger erschien, war der Einbruch schon in den ausgeschachteten Tunnel getreten, und immer noch quoll es klatschend aus der Tiefe nach. Erdbrei tvälzte sich kniehoch über die Gleise und deckte die ganze Breite ter Sohle, braunes Wasser gurgelte im Geschiebe, eingedrückte Eisenblenden und abgeknickte Balken lagen zwischen Gesteinsbrocken und Schwemmsand verkeilt vor dem abgequetschten Stollen. Der Baumeister fand seinen Sohn schon im Kampf mit dem entsessellen Element und überzeugte sich rasch, daß Lorenz dem Anheil entschlossen begegnete. Er stützte die Zimmerung, richtete ck-Träger und Rundhölzer auf und riß mit Pickel und Schaufel eine Furche in den Erdteig, um dem Wasser Abfluß zu verschaffen. Pometta war schon zweimal ins Dalkengewirr geklettert und hatte sich Schultern und Knie blutig geschunden, ohne mehr als zwei Meter Raum zu gewinnen. Der Baumeister rief ihn zurück. „Es nützt nichts, Pometta, wir müssen warten, bis sich alles gesetzt hat." „Meine Leute sind drin," antwortete der Tessiner und flieg zum dritten Mal ins Chaos. Ein Bauführer, sieben Mineure und drei Erdarbeiter lagen verschüttet. „Es hat sie nicht erdrückt," sagte ter Oberingenieur zu Dantiger, „sie sitzen so sicher im harten Gestein, wie der Fuchs im Bau. Nur die Röhre ist verstopft." „Wenn daS Wasser sie nicht ersauft und wir binnen drei Tagen zu ihnen gelangen, soll's gelten," entgegnete Dantiger ruhig. Daraus wußte niemand etwas zu erwidern. Das Rettungswerk ging seinen mühsam schlli- chenden Gang. Es wurde Abend. Kreidiges Azethlenlicht stach in die Verwüstung, unaufhörlich saugten die Pumpen Wasser und Schwemmsand an sich, in vascher Folge wechselten die Mannschaften, damit keine Ermüdung aufkam. Lorenz Dantiger verschmähte Ruhe, Speise und Trank. Er leitete die Arbeiten mit verbissenen Zähnen. Der Dau- meister, der um des Beispiels willen unerschüttert aushielt, aber aus der Hand aß und trank, hatte ihn noch nie so gesehen. And mitten in all dem, was auf, ihn einstürmte — er wußte, daß der Dau weniger gefährdet war als elf Menschenleben, und daß seine eigene Lage nahezu verzweifelt tvar —, fand er Zeit, sich zu sagen, daß Lorenz seinen Mann stand, erlabte er sich an dem Gedanken, daß fein Sohn in diesem Kampfe über sich Hinaustouchs. Es war alles geschehen, einen Anfall zu verhüten, aber die Tücke tes Gesteins hatte alle Vorsicht zu schänden gemacht und die Erdmänner hatten Recht behalten. Doch nicht dort, im sie Gefahr gewittert hatten, fontern an einer anderen Stelle war das schwimmende Gebirge einge- brvchen und hatte sich wie ein Kropf entleert. And nun hieß es die Zähne zusammenbeißen, wie sein Junge tat, und dem Anding ins Auge sehen. Gegen Mitternacht ließ Pometta sich noch einmal fortreißen und drang an der Spitze ter Erdarbeiter durch eine Zyste des Einbruchs ins Innere der Staumasse. Da riß Lorenz dem Capo, der mit dem Horn neben ihm stand, das Instrument aus der Hand und fließ hinein, daß ter Don sich grell überschlug Die Arbeiter warfen sich zurück, aber ter Tessiner hörte den Warnruf nicht. Er war an einen Karren gefloßen, sah im Irrlichtschein feiner Brust lampe einen nackten Arm und ein verzerrtes Gesicht au stauchen, griff zu, packte den Mann, ter halb unter den Karren gedrückt lag, und krallte sich an ihm fest. Er zog ihn mit übermenschlicher Kraft zu sich herüber, riß ihn in dem hohlen Raum der Dresche zu und ließ ihn auch dann nicht los, als plötzlich das Erdreich schwer nachsackte und beide begrub. Doch der Nachsturz setzte sich rasch, und eine Viertelstunde später legten die Arbeiter die Verschütteten bloß. Pometta war noch bei Bewußtsein. Er hatte eine Drustquetschung und einen Bruch des linken Vorderarmes babongetragen. „Einen," flüsterte er, als Lorenz sich über ihn beugte, und lächelte dabei. (Fortsetzung folgt.) 8 PAQ&MEN Ö PFG,! PÄCKCHEN