M.88 Erscheint äglich. außer Sonru und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: ® ieb«n«rFamil»en b leitet Wonats«l ir.c von Lnzeiorn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Freis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Dreite örllidjS, auswärts 10 Goldpsennig; für Reklame-Anzeigen o 70(i m Breite 35 Toldpsennig, Plutzvorschrist 20u/„ Ausschlag. - Beraniwortl'ch für Politik u. Feuilleton: Dr. 5riebt. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen. Die Gutachten. 3m Dezember vorigen IahreS war es nach schier endlosen diplomatischen Debatten, die die von England gewünschte unabhängige Sachverständigentonserenz zu Dunsten des französischen Planes hatten scheitern lassen, schließlich der Reparationskommission geglückt, von sich aus zwei Sachverständigen- a u S s ch ü s s e zur Prüfung der deutschen Leistungsfähigkeit und zur Feststellung der deutschen Auslandsguthaben einzuseyen. Rach annähernd dreimonatiger Arbeit hinter mehr oder minder verschlossenen Türen liegt nunmehr das der Reparationskommission erstattete Gutachten des Komitees Dawes im Auszug vor, hinter daS ja der Bericht Mac KennaS an Bedeutung wesentlich zurücktritt. DaS Gutachten besticht aus den ersten Blick durch Vermeiden jeglicher langatmigen theoretischen Erörterung, jeder hohlen Phrase aus dem reichen Wonschatz zünftiger Diplomaten. ES macht statt dessen praktische Vorschläge, die im wesentlichen von rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten diktiert sind. ES stellt einen völlig neuen Reparationsplan auf, den die Sachverständigen einstimmig gefaßt haben und als Ganzes behandelt wissen wollen. Die einstimmige Annahme spricht dafür, daß der Plan ein Kompromiß widerstreitender Ansichten ist. Die Forderung, den RcparationSplan geschlossen anzunehmen oder abzulehnen ist bedenklich. Deutschlands stetiges Verlangen, während aller Repara- lionSverhandlungen, endlich die Gesamtsumme der deutschen ReparativnSschuld zu erfahren, kommt das Gutachten auf Betreiben Frankreichs nicht nach. So kann auch dieser Plan nicht den Anspruch machen, die endgültige Lösung deS ReparationSprobkemS darzustellen. Dieser Mangel ist geeignet, den Wert des Gutachtens auf das stärkste zu beeinträchtigen. Rur wenn das deutsche Volk ein Ziel seiner Anstrengungen sieht, sich von den Reparationslasten zu befreien, wird es psychologisch allein die Einstellung finden können, unter Zusammenfassung aller moralischen und wirtschaftlichen Kräfte eine Arbeit zu vollbringen, die sich nicht von vornherein als Danaidenarbeit präsentiert. Immerhin ist das Gutachten insofern ein Fortschritt, als es im übrigen gesunde wirtschaftliche Grundsätze erkennen läßt. Einmal setzen die Sachverständigen die volle Einheit der deutschen Wirtschaft, deS deutschen Verkehrs und der deutschen Verwaltung für die Durchführung ihrer Vorschläge voraus. Vermeidet der Bericht auch über die Ruhrbesetzung als politisches Moment sich zu verbreiten, so läßt er doch keinen Zweifel darüber, daß die Politik der Sanktionen, die Frankreich seit mehr denn fünf Jahren an Rhein und Ruhr beliebt, als produktionshindernd den Anschauungen der Sachverständigen zuwiderläuft und ein Ende haben muß, soll der vorliegende Reparationsplan Erfolg verheißen. Zum andern spricht der Bericht aus, daß nur ein l e b e n S f ä h i g e r S cd u.l d- ner zahlen kann, daß an einem totkranken, völlig ruinierten Schuldner die Gläubiger Hopsen und Malz verloren haben, eine wirtschaftliche Binsenwahrheit, der sich nur Frankreich bisher hartnäckig verschlossen hat. weil es eben kein Geld haben will, sondern Fleisch vom Herzen Deutschlands. Die Sachverständigen sehen deshalb auch nur Reparationsleistungen aus dem Ae der schuß der deutschen Wirtschaft vor, bei einer unbedingten Stabilerhaltung der deutschen Währung und Sicherstellung einer Lebenshaltung des deutschen Volkes, die nicht unter das europäische Gesamtniveau herab- gedrückt ist. Ganz abgesehen davon, daß das Existenzminimum der breitesten Volksschichten in Deutschland seit langem weit unter dem der Nachbarländer liegt, daß Tausende von Volksgenossen der Hungersnot zum Opfer gefallen sind, zeugt daS Gutachten, unter den obigen Voraussetzungen betrachtet, in mancherlei Hinsicht von einem unbegreiflichen Optimismus der Verfasser. DaS gilt vor allem von den finanziellen Leistungen, deren man Deutschland fähig hält. Als Grundstock für die künftigen deutschen Reparationsleistungen denkt man sich in der Hauptsache die Erträgnisse der Reichsbahn, die zu diesem Zweck in eine Aktiengesellschaft übergeführt werden soll. Die deutsche Eisenbahnhoheit erscheint trotz der in weitestem Umfange vorgesehenen ausländischen Kontrolle und Beteiligung gewahrt. Wenn man aber die ihr zu Gunsten der Reparationskassr auferlegte Obligationsschuld von 11 Milliarden Goldmark mit sechs Prozent zu verzinsen und amortifie’^ gedenkt, so ist dem entgegenzuhalten, daß die Reichsbahn wohl mit einem beträchtlichen Ueberschuß arbeiten kann, sobald ihr — wie das Gutachten ja auch voraussetzt — die Ruhr- und Meinbahnen wieder zur vollen Ein Beschluß der Reparationskommission. Die Sachverständigengutachten werden den alliierten Regierungen zur Annahme empfohlen. Deutschland zur Stellungnahme ausgefordert. PariS, 11. April (WB.). DieReparcttionS- kommission hat, nachdem ste eine offiziöse Sitzung abgehalten hatte, sich heute nachmittag zu einer offiziellen Sitzung zusammengefunden. Sie hat einstimmig folgende Entschließung angenommen: DieReparationS kom Mission hat nachKennt- niSnah.ne der Berichte der Sachverständigen sich auf den Standpunkt gestellt, daß sie eine praktische Grundlage für die rasche Lösung deS Reparationsproblems bilden. Sie ist deshalb geneigt, schon jetzt im Rahmen der ihr zustehenden Befugnisse die Konklusionen zu billigen, und die vorgeschlagenen Methoden anzunehmen. Um die Durchführung der Vorschläge der Sachverständigen zu erleichtern und zu beschleunigen, beabsichtigt die Reparationskommission den interessierten Regierungen die Entschließungen der Berichte, die der Kompetenz der Regierungen unterstehen, zur Annahme zu empfehlen, jedoch sieht sich die Reparationskommission in die Notwendigkeit versetzt, ihre Zustimmung und ihre Initiative zurückzustellen, biS die deutsche Regierung bereit ist, ihre Mitarbeit an dem Plan der Sachverständigen stcherzustellen. Zu diesem Zwecke wird die Reparationskommission die Delegierten der deutschen Regierung am Donnerstag, den 17. 4. anhören, es sei denn, die deutsche Regierung wurde eS vorziehen, eine schriftliche Antwort zu erteilen. Mitteilung dieses Entschlusses ist bereits der deutschen KriegSlastenkowmisston zugegangen. Zu dem Beschluß der Reparationskommission schreibt der „Petit Parisien", die Reparationskommission billige das System der Sachverständigen im ganzen, was nicht besagen wolle, daß der Plan, den sie aufstellen werde, sich in allen Einzelheiten demjenigen der Sachverständigen an schließen werde. Das Blatt glaubt zu wissen, daß die belgischen Delegierten ebenso entschlossen wie die französischen seien, die wirtschaftliche Besetzung des Ruhrgebiets und des Rheinlandes nur freizugeben nach Maßgabe der deutschenBarzahlun- g e n. — Das „Echo de Paris" behauptet, der französische Delegierte habe folgende zwei R e- s e r v e n im Laufe der gestrigen Beratung vorgebracht: Der Bericht der Sachverständigen mü f : ver- vollstän' i t werden durch dir Festlegung eine- KontrollshstemS und gewisser Sanktionen, dir dann in Tätigkeit treten sollen, wenn, tote man zu befürchten berechtigt sei, Deutschland gegen seine neuen De s Brechungen verstoße. Die Hauptpflicht der Reparationskommission bestehe drr.n, die durchgreifende K o n t r o l le derGoldnotenbank zu organisieren, die den Wihrungsverkehr regulieren, sowie die Kontrolle der verschiedenen Einnahmequellen, die für die Reparationen dienen: Eisenbahnen, industrielle Hypotheken, Zölle, indirekte Steuern und Monopole. Daß in den Augen der Sachverständigen selbst die Reparationskommission tatsächlich berechtigt sei, die Vorschläge des Berichts zu vervollständigen, könne niemand verkennen. — DaS „Petit Journal- Verfügung stehen, daß sie aber nicht einmal im letzten Friedensjahre den jetzt vorgesehenen Aeberschuß erzielte. Ferner sollen Industrie, Handel und V e r k e h r mit einer Schuld von fünf Milliarden belastet werden, eine Summe, deren Höhe man erst in ihrer ganzen Tragweite er- messen kann, wenn man sich durch einen Blick in den Kurszettel davon überzeugt, auf welch minimale Goldwerte die Träger der deutschen Wirtschaft zurückgcfunken sind, nachdem die trügerischen Schleier der Inflation auch hier fielen und ein entsetzliches Bild deutscher Verarmung enthüllt haben. Bedenkt man außerdem, daß es die gleichen Schultern sind, die die Rentenmark tragen, denen die Sachverständigen nun diese neue Belastung aufbürden wollen, vergegenwärtigt man sich ferner, daß aus der gleichen Quelle, aus der die Sachverständigen schöpfen wollen, das Reich durch schärfstes Anziehen der Steuerschraube sein Budget finanziert, hält man sich schließlich die I herrschende Kapitalnot vor Augen, der die deutsche Wirtschaft in diesen Wochen schier zu erliegen droht, so wird man sagen müssen, daß schreibt, im Geiste des denkbar größten Entgegenkommens erklärten die alliierten Regierungen Deutschlands feierlich, daß sie für ihr Teil die von den Sachverständigen vorgeschlagene Regelung der Reparationskommission annehmen werden, eine Regelung, die ihnen nicht alle Genugtuung gewähre, auf die sie ein Anrecht hätten, namentlich Frankreich und Belgien. Jetzt sei eS Sach« der Deutschen Regierung, sich dieser Regelung anzuschließen und zu erklären, daß sie auch ihrerseits entschlossen sei, endgültig den Frieden in Europa herbei- zuführen. Der „Figaro" schreibt, eS sei nicht zweifelhaft, daß der Bericht der Sachverständigen der Ausgangspunkt einer Regelung werden könnte. Er unterstreicht die Zahlungsfähigkeit, was offenbar der Kern der ganzen Frage sei. — Das „Echo national" schreibt, wenn Deutschland mit seiner Zustimmung nicht allzu lange warten lasse, könne die angekündigte und immer wieder vertagte Konferenzder Ministerpräsidenten nicht lange auS- bleiben. Man h^be den Eindruck, daß sie noch vor den französischen, vielleicht sogar noch vor den deutschen Wahlen stattfinden werde. Als Ort werde ohne Zweifel Paris gewählt werden. (Eine Sitzung des Reichskabinetts. Berlin, 11. April. (WB). DaS Reichs- kabinett trat In Beratungen über die Sachverständigengutachten ein. ES nahm Dorträge über einzelne Teile der Berichte entgegen und beschloß, die Vorarbeiten zur Durchprüfung aller Einzelheiten der Gutachten mit größter Beschleunigung fortzusetzen. Am Montag soll eine gemeinsame Sitzung deS ReichstabinettS mit den Staats- bezw. Ministerpräsidenten der Länder stattfinden. Die Enifchliehung der Reparattons- kommiston ging den Berliner amtlichen Stellen erst nach Beendigung der KabinettS- sitzung zu, sodaß eine Stellungnahme der Reichsregierung hierzu noch nicht erfolgen konnte. Der offizielle Bericht der deutschen Kriegslastenkommission über die ihr von der ReparattonSkommisston mitgeteilte Entschließung wird erst heute vormittag in Berlin erwartet. Entscheidendes über die Haltung der ReichSregierung zu dem Beschluß der ReparattonSkommisston ist von der auf Montag anberaumten gemeinsamen Sitzung mit den Ministerpräsidenten der Länder zu erwarten. Die Industrie zur Mitarbeit bereit. London. 11. Aprl. (Wolff.) Dr. Sorge, Vorsitzender d^s Präsidiums des Reichsverbandes der Deutschen Industrie und M.tgl.ed deS Direktoriums der Kruppwerke, erklärte dem Derlinec Vertreter des Reuterschen Bureaus: Rach Durchsicht des Auszuges des Berichtes der Sachvcrständ gen bin ich der Ansicht, daß d i e Vorschläge der Sachverständigen angenommen werden müssen. Die Lasten, welche den deutschen Industriellen aufgebürdet werden sollen, sind riesig schwer, aber die Vorschläge der Sachverständigen bedeuten einen beträchtlichen Schritt vorwärts ge- die Sachverständigen sich auch hier von einem erstaunlichen Optimismus haben leiten lassen. Auf dies schwankende Fundament baut das Gutachten nun einen Zahlungsplan auf, der die deutsche Leistungsfähigkeit nach dem einmütigen Urteil der deutschen Finanzwelt bei weitem überschätzt. Von einem Moratorium bleibt in Wahrheit nicht mehr als der Rame. Während die erste Jahresrate von einer Goldmllliard mit H.lfe einer Ausländsanleihe tragbar erscheint, ist es kaum glaubhaft, wie die unter den oben geschilderten Verhältnissen schwer leidende deutsche Volkswirtschaft sich bereits nach einem Jahre soweit erholt haben sollte, um von sich aus mehr MS 1,2 Milliarden Goldmark zu zahlen. Das „B. T.", daS gewiß nicht in Verdacht steht, Gegner der Ersüllungspolitik zu sein, weist mit Recht auf die ungeheure Gefahr hm, die uns droht, wenn wir heute einen neuen Vertrag unterschreiben, eine Verpflichtung einqehen, von der wir nicht unbedingt Überzeugt sind, daß wir sie auch wirklich erfüllen können. Wir würden wiederum als böswillige Schuldnerverschrien und m’t genüber allen Vorschlägen, die bisher gemach! wurden, vor allem insofern sie losgelöst s'md von mili> tärischen und polit fljen Erwägungen und sich nur auf dir wirtschaftliche Basis stellen. Und da wir kaum bessere Bedingungen erhalten können, müssen wir sie annehmen. Dr. Sorge betonte, bjt) die volle Wiederherstellung der deutschen wirtschaftlichen Hoheit in den besetzten Gebie- t e n, nämlich die Abschaffung der französisch-belgischen Regie und der Zollschranken zw scheu dem besetzten und dem unbesetzten Gebiet absolute Vorbedingung für die Erfüllung der von den Sachverständigen festgelegten Bedingungen ist. Dr. Sorge erklärte ferner, daß es für die Industrir eine Erleichterung sei, wenig st ens aus einige Jahre im voraus endgültige Zahlungen festgesetzt zu setzen, obgleich es vorzuziehen gewesen wäre, die Gesamtsumme der Reparationen festgelegt zu sehen, da dadurch die deutsche Industrie in den Stand gesetzt würde, ihre Pläne dementsprechend aufzustellen. Dr. Sorge erklärte mit Rachdruck, bin die Ausführung der Vorschläge der Sachverständigen nur möglich sei, wenn ei le Internationale Anlethe ausg.bracht werden könne, drückte sich aber über diese Angelegenheit etwas skeptisch aus. Er fügte hinzu, er sei sicher, daß, sobald die Vorschläge der Sachverständigen von der deutschen Regierung angenommen worden seien, die deutschen Industriellen ihr Aeu- herstes tun würden, um der Regierung bei ihrer Ausführung zu helfen, obwohl er sich keiner Illusion Hingabe angcs chts der ungeheuren Lasten, die die deutsche Industrie ans viele Jahre zu tragen haben würde. Britischer Pessimismus. London, 11. April. (WTB ) Reuter berichtet aus Paris, die Schwierigkeit, Einstirn- migfv'U zwischen den Regierungen über die Anwendung des Sachverständigenplans herzustellen. werde deutlicher. Troy des offiziellen Schweigens der französischen Regierung lüfte die inspirierte französische Presse weiter den Schleier von den Absichten der Regierung. ES scheint danach, daß dasRuhrgebiet die Stumpf Earte Frankreichs bei den interalliierten Verhandlungen bilden solle. Der Sachverständigenplan setze die wirtschaftliche Räumung des Ruhrgebiets voraus. Frankreich werde unter folgenden Bedingungen zu- ftimmen: 1. Versprechen der Alliierten Frankreichs» sich Frankreich bei der Auferlegung von Sank- t i o n e n anzuschließen, falls Deutschland ber* fehlt, den Plan auszufuhren. 2. Teilweise, wenn nicht vollkommene Streichung der interalliierten Schulden, besonders der Schuld Frankreichs an Großbritannien. Auch in der britischen Presse macht sich bei der Beurteilung der Sachverständigengutachten, namentlich was ihre finanzielle Seite anlangt, ein gewisser Pessimismus be- merkbar. So berichtet die „Time 3“ in ihrem Finanzteil, daß die Londoner City die Aussichten für ein baldiges UebereinEommen keineswegs sehr günstig beurteilte. ES sei darauf hingewiesen worden, dast der Sachverständigenausschuß wahrscheinlich keine Schätzung der Höhe der deutschen Leistungsfähigkeit gegeben habe, well eine Einstimmigkeit in diesem Punkte nicht erzielt werden konnte. Sie sei jedoch der Ansicht, daß eine Festsetzung der deutschen Reparationsverpsiichtungen für MI»MIII»W»III|||!I!|| ■ । !■ ii m ri. i im .....rrr-------— gemalt tätlgenSanktlonen bedroht werden. Dem dürfen wir uns nicht erneut aus- setzen ,daS hieße neue Ketten schmieden, die Sklavenbande des Versailler Vertrages verewigen. In den kommenden Verhandlungen muß Deutschland daher mit aller Energie eine Festsetzung unserer Gesamtreparationsschuld zu erreichen suchen, nachdem die von uns bis jetzt geleisteten Reparationen in der vollen Höhe von 41 Milliarden Goldmark gutgeschrieben sind, von denen man uns bisher kaum mehr als acht angerechnet hat. Auch das Schicksal der vertragswidrig besetzten deutschen Lande an Ruhr und Rhein und die Frage der Besatzungsfri st en bedarf in diesem Zusammenhang einer Klärung. Mögen dies Fragen politiscl-er Art sein, denen die wirtschaftlichen Sachverständigen in begreiflichem Respekt vor dem französischen Gastgeber in wei em Bogen aus dem Wege gegangen sind, für eine Regelung der Reparationsfrage, die mehr als ein für Deutschland unerträgliches Provisorium fein soll, sind sie von ausschlaggebender Bedeutung- ttnen befriedigenden und Durchführbaren Plan wesenllich ist. Ein anderer Punkt, der in der City kritisiert worden sei. sei der, daß eS sich wahrscheinlich als schwierig erweisen werde, im ersten Jahre eine auSwärtigeAnlethe von 800 Millionen Goldmark aufzubringen. Die Ansicht der City sei, daß der Dienst dieser Anleihe den Dorrang vor den Vertragszahlungen haben müsse. Der diplomatische Berichterstatter der «Westminster Gazette" glaubt, die britische Ansicht, die sicher zur Kenntnis gebracht werden wird, gehe dahin, daß dieBedingun^ gen des Moratoriums zu scharf sind und daß Deutschland eine wirkliche Atempause gegeben werden sollte. Der ehemalige Schahkanzler int Kabinett Lloyd George, Sir Robert Harne. dagegen sieht in den Berichten der Sachverständigen den besten Weg, auf ihrer Grundlage weiterzuschreiten und zu versuchen, einen dauernden Frieden in Europa zustande zu bringen. Der einzige Weg, um das Kapital in Deutschland zu halten, oder das im Ausland befindliche deutsche Kapttal zurückzubringen, fei, Deutschland zu einem Lande zu machen, in dem d i e Kapitalisten leben können. Gr freue sich zu sehen, daß Deutschland eine Last tragen wolle, Die mit der Last Englands vergleichbar sei und daß dem deutschen Volk Steuern cuferlegt werden sollen, die den Steuern, die England infolge des Krieges tragen müsse, «entsprächen. Er könne sich nicht denken, daß Deutschland die ihm angebvtene Regelung ab» lehnen werde. Wenn es dies tue. so würde dies bedeuten, daß alles in Deutschland aum Stillstand gebracht werde. Grvhbritan- nien werde sie sicherlich annehmen und was Frankreich betreffe, so habe er die größten Hoffnungen, daß es dasselbe tue. Ein neutrales Urteil. Stockholm, 11. 2Ip.il. (Wolff.) Der be> fanntc schwedische Finanzfachmann Prof. Cassel gibt im „Svenska "SXigbLibet * den ersten Eindruck vom Galachten der Rcparaiionssachverständig n wieder und erklärt, daß das Schwergewicht te5 Gutachtens in Len allgemeinen woraus- feyungen liege, auf denen cd ruhe, also in ter Aushebung oder Abänderung der die d würden sie stiller, stärker und glück- lid>er fein. In einer Zett, in ter den allerme sten ihre Habe zerronnen ist tote Wasser, das das fpiefente Kind aus dem Bache schöpft, beobachten wir eht wildes Jagen nach ®etohtn. Die Pietät, die man ungeteiltsten Etnrichrungen entgegen- bringt, die Ehrerbietung, die man den 2aten zollt, ter Getersanl, den man denen leistet, die sich im Leben bewährt haben, die Treue, die man dem Freund hält, sinb feiten ^euwrten Die Chaiakterftärfe, die tem Druck der älmsiändc nicht weicht und nicht dazu zu bewegen ist, den Mantel nach dem Winde zu hängen, wird nich! mehr gebriefen. Die Me.rsch:n habe.» die Zähigkeit verloren, sich in das Seelenleben der anderen hineinzudenken und ihre Sprache zu verstehe!', älcberall tiefgehende Gcgenfatze, die mit großer Leitenfchastlichk,-it ausgetamp.n werden. Man rr- ivartet Befjerung von einer unteren Gestaltung der europäischen Politik, man stehl das Heil in günstigeren Wirtschastsverlrägen Demge^enüte mag an das Wort ter durch schweres Leid gereiften Königin Luise erinnert tixrten: ^Ss kann nur gut werden in der Welt durch die Guten." — Als die Befreiungskriege zu Ente waren, hat Joseph Freiherr von Eichend>r-f, den wir als Dichter der Sehnsucht und Lobredner des fröhlichen Wairterns kennen, in einen g?i>an cn reichen Gedichte seinem Balke den rechten Weg zu zeigen gesucht, dieses Gedicht trägt den an= spräche losen Titel „An die Freunde". Der Dich ter gibt zunächst dec Freute über die D.frciung des Vaterlandes und den toietererlaAgten Fr e- den Ausdruck. Dann sagt er, daß es dem Menschen niemals tergöitnt ist, die Hände m den Schoß zu fegen und zu ruhen. Run, da ter Krieg zu Ende sei, müßten sich die Deutschen, im Geisteskampf lebendig rühren, das Schlecht bekämpfen, brüderliche G^imrung Pflegen und untereinander Frieden hatten. Wenn uns in ten Jahren 1914 bis 1918 auch nicht wie in ter Zeit von 1813 bis 1815 Sieg und Heil befchteden wurden, so paßt doch aus die Deutschen Der Gegenwart, was ter tief empfindende aufrichtig fromme schlesische Edelmann damals gesungen hat: „So laßt uns unser Deutschland denn umstellen. Bewachend brüte Hut) in treuer Hut, Mit Lehren, Rat und Sang die Herzen schwellen, Daß sie bewahren rein die hetl'ge Glut, Den Ernst, ten sie erkämpft in DluieSwellen. Der Ehre Hort, Eintracht und freub gen Mut! Friede dem Herd und ew'ger Krieg tem Bösen — So mag uns Gott »an aller Schmach erlösen." H. B Die Reichs-DenernngSziffer. Die Reichsinderziffer für Lebenshaltungskosten (Ernährung. Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Bekleidung) beläuft sich nach den Feststellungen des Stattstischen Reichsamtes für den 9. April auf das 1,11 billionenfache der Vorkriegszeit. Gegenüber dem 31. März. Grhebungstage der Vorwoche (Inder 1,07 Billionen) ist demnach eine Steigerung von 3.7 Prozent zu verzeichnen. Die Steigerung des IndereS ist in der Hauptsache auf die Erhöhung der Mietsätze zurückzuführen; allerdings kommt die Belastung durch die Mietsteuer im laufenden Monat noch nicht voll zum Ausdruck, da in vielen Erhebungsstädten die Sätze noch nicht feststehea. " Die Wählerliste für die ReichStagSwabl kann heute noch von 3 bis 6Va Ahr und morgen, Sonntag, vormittag von 8 bis 12 Ahr auf dem Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 14, eingesehen werden. Wer sich sein Wahlrecht sichern will. Überzeuge sich davon, daß er in der Wählerliste steht, die morgen mittag geschlossen wird. " Weitere Schutzmaßnahmen gegen die Tollwut. Mtt Rücksicht daraus, daß die Hauptgefahr für die Drrbreitung der Tollwut von den im freien Felde umherfchwärmenden Hunden auSgeht, hat das Kreisamt, unter Aufrecht- erhaltung der bisher erlaffenen Anordnungen, noch folgendes bestimmt: Alle Hunde, die auherhallr der Stadt und geschlossener Ortschasten offensichtlich aufsichtS- oder herrenlos sich umbertreibent betroffen werden, werden sofort getötet. Die Behörden deS Kreises find angewiesen, auf die Durchführung Der Anordnung schärsttens zu ad)ten. •* Die Diebertalbahn nimmt vom kommenden Montag. 14. April, ab ten vertragsmäßigen FchrplandienN für den P"rsonen eckehr wieder auf. Di- Züge fahren we folgt ab Gießen: Werktags 7.50 Uhr vom»; 120 Ahr, 3.30 Uhr. 6.15 Uhr nachm. Sonntags 83) Uhr vom».; 120 Uhr, 3.30 Uhr und 7 Uhr nachm Ab Bieber: Werktags 6 45 Uhr vom»; 12.10 Uhr, 2.32 Uhr, 5.10 Uhr nachm. Sonntags Z.30 Uhr vom» ; 12.10 Uhr, 2 32 Uhr, 6.10 Uhr nachm. Man beachte, daß die Zuge ab Dieben 7.50 und 6.15 Uhr, ab Bieber 6 45 und 5 10 Uhr nur Werktags, die Züge ab Gießen 8 3) und 7 Ahr, ab Diever 7.30 und 6 10 Ahr nut an Sonn* und Festtagen gefahren werten: die übrigen Züge verkehren alle Ta.;e. 0H:rfa>üd>iger- weise betont die Betr ebsfüh^ttn b einer Anmerkung zu dem Fahrplan, sie feiste keine Gewähr dafür, daß die in dem Fahrplan verzeichneten Züge verk.hien. Untere QHltbüner dürften Wohl mit uns der Meinung fein, daß etn Fah.plan zam unbedingten Einhalten da ist und daß er andernfalls keinen Sinn hat. •• Der Berke hrSverein. testen Tätig- kett durch mancherlei Umstände zum (Srlfe-en gekommen war, soll nun weder zu neiwm, kräftigen Leben erweckt toerten. Einige BürKr haben fich aus rein ideellen Gründen in den Dienst Meter Ausgabe gestellt. Sie erstreb.m, durch Maßnahmen mancherlei Art unserer Stadt wieder einen größeren FrenOenverk he zuzuführ n. ter n cht nur ten an diesem Verkehr in erster Linie In teuflierten, den Gast Hofbesitzern, sondern auch ter Geschäftswelt in weitem AuSmaß Vorteile bringen dürfte. U. a. Plant ter VereinSvvrstan) für diesen Sommer einen B umenfchmuck-Weitb w xb dec Häuser, ter das Bild unserer Stadt zweifellos wieder, wie schon früher bei solcher Gelegen- bett, recht hübsch gestalten und sicherlich auch manchen Schaulustigen von auswärts hier erführen wird. Zur Durchführung seiner Ardett für die Allgemeinheit braucht ter Berfeh-verein aber f ALTERS WEJNß/tfM WCoBhas. Mcht rtur Me mvraMche UnterlHktjung bet 'Bürger- Ichast, inSbeftmöere der Geschäftswelt, sondern tn hohem Maße aud> die materielle Förderung, da die Arbeiten ctitd den Mitgliederbeiträgen allein nich: bestritten werden können. We..n -ich der Verein in der nächsten Zeit mit einer (Bitte um Hilfe an die Bürgrn-schaft wenden sollte, fr möge man dieser Bitte im Hinblick auf d e Gemeinnützigkeit der Arbeit allseitig eine freund- pche, gebefreudige Aufnahme gewahren. "AufdeckungeinerFalschmün- tzerwerkstatt in Gießen und Fest- vahme des Falschmünzers. Bereits Während der kürzlichen Schaumesse wurden verschiedentlich falsche E i n - D i l l i o nen- scheine verausgabt und später derartige Stücke bei Behörden anqehalten. Gestern gelang es der Polizei, den Falschmünzer bei einer erneuten Verbreitung von Falschstücken abzufassen. Es handelt sich um den arbeitslosen Zeichner Willi Mohr aus Frankfurt a. M., der seit einem halben Jahr hier wohnhaft ist vnd in seinem Zimmer eine förmliche Falschmünzerwerkstatt errichtet hatte. Eine Anzahl Falschscheine wurden noch im Besitz des Täters vorgefunden. Die zur Herstellung gebrauchten Platten, Farben, Papier und sonstigen Gegenstände wurden beschlagnahmt und sichergcstellt. Der Täter wurde dem Gericht zugeführt. i * Kleber die Politik der Tat sprach am Donnerstag abcnd in einer von der Deutschen 'BoltsPartei einberulenen öffentlichen Wählerver» fanunUng in der Turnhalle der Lartotagsadg. .Dr. Singelbet) von Darmstadt. Aachdem der Versammlungsleiter, Prof. Dr. Eigener, In seiner Eröffnungsansprache eine gedeihlichere Führung der Veichsgeschufte seit der Anwesen- teil der Deutschen Volkspartei in der Reichs- Regierung kurz fest gestellt und fe uer betont harte, daß ein Reichstag, der Ermächtigungsgesetze unnötig macht, besser und wichtiger sei, als ein solcher, der derartige Gesetze gibt, stellte 2lbg. Dingeldeh an der Spitze ferner Ausführungen die Tatsache in den Vordergrund, daß unsere ganze Politik zwangsläufig unter tem k estimmenden Einfluß der Aulie tposttik steht. Diese Tatsache dürfe bei der Beurteilung aller Llegierungsmahnohmen nie übers he.i w'rden. Gegenüber den Behauptungen, Lh Deutsch: Volks- Partei treibe heute b und betonte hierbei, daß der Einbruch ter Franzosen in das Ruhrgebiet nicht etwa durch mangelnden Leistungswillen dec Rc- -xierung Cuno, sondern lediglich durch die geringen Fehlmengen von Avhle und H)lz bei ten Reparationslieferungen veranlaßt worden s. t. Bei der Liquidation des Ruhrlampses habe Cttefemann nur die Folgerungen gezogen, de sich aus dem harten Zwang der furchtbaren Tatsachen von selbst ergab.it, andernfalls wäre das Reich an seiner Finanzkatastrophe zugrunde gegangen. Die maßgebenden Entschlüsse zur Stabilisierung unserer Währung feier von der damaligen RetchSregteru-ng unter dem bestimmenden Einfluß ©tcefemannS gefaßt worden, und das sei doch noch wichtiger alS die Frage, wer das Projekt der Rentenmark zuerst vocgebracht habe. 3n ten Unruheherden im Reiche, in Sachsen und Thüringen, sei unter Stresemanns Regierung Ruhe und Ordnung geschassen worden, und diese Beruhigung des Reiches sei doch sicherlich von großer Bedeutung. Die Mißstände beim Beamtcriabbau verurteile auch die Deutsche Volks- Partei, aber hauptsächlich kämen die Klagen doch aus den Verwaltungen, die unter demokratisch r Leitung (Eisenbahn, bzw. unter Zentrumsleitung (Post) ständen. Die Dolkspa>-tei habe mit der Sozialdemokratie zusammeng.'arbeitet, um diese auch mit vor die Vercurtworturrg zu stellen, dabei sei die Sozialdemokratie aber gesch itert. D»e Politik der D^eutschvölkischon set schäo.lch für das Reich, we.l diese Politiker über wichtige Belangs des Reiches nicht zu schweigen verstanden. Die Deutsche Volkspartei werde auch wei er bin bestrebt sein, nur zum Wohle der Gesamthnt unseres Volkes zu arbeiten und unserem Valeria n de in mühevoller, wenn auch opserreicher Arbeit eine bessere Zukunft zu erkämpfen. 3m Geiste der Volksgemeinschaft mit dem Ziele der Befreiung von dem heutigen Druck möchten alle Volksgenossen mit ihr zu amnren weiter an die Arbeit gehen. Dem Vortrag der mit starkem Beifall ausgenommen wurde, folgte eine kurze Aussprache. Bornotizen. — TageSkalender für Samstag. Bauerscher Gesangverein: 8 älhr in der Aula der Universität Wohstättgkettstonzert zum Besten der hiesigen Schwesternhäuser. — M. T. V.: 8älhr im Hotel Köhler Mitgliederversammlung. — Gießener Ruderges. 1877: 8V3 älhc im Bootshaus Generalversammlung. — Kaufm. Ve ein: 8*/5 Mbr im Vereinshaus 2. Steuervortrag. — Lichtspielhaus Bahi hojstraße: .Der Kau mann von Venedig". — Palast-Lichtspele: „Menschen -and Masken". — DeutschnationaleDolksvartei. Montag abrnd im Gewrrbthaus MitgUederver- fammlung. (Siehe Anzeige.) Landkreis Gieren. ch Wies eck, 11. April. Der Schriftsetzer Karl Körber von hier feierte gestern bei der Firma von Münchow'sche ^Inivrrsitäts-Druckerei Otto Kindt in Gießen sein 25jährlges Arbeit s j u b i l ä u m. Seitens der Firma wurde dem Zubilar ein freier Tag gewährt und ein ansehnliches Geldgeschenk überreicht. * Oppenrod, 11. April. H'er ist die Maul- und Klauenseuche amtlich sestgc- stellt worden. Die Gemarkung Oppenrod ist Sperrgebiet, zum Beobachtungsgebiet geh ren die Gemarkungen Durchar^sfel.en und Gvoßen- Duseck. df. Langsdorf, 10. April Dieser Tage sand hier eine Vorstandssitzung des im borgen Hahr gegründeten Wettertalsängerbundes statt, dem 6 Vereine angeboren. Auf der Tagesordnung stand daü diesjährige Wertung s s i n g e n. Es soll am 11. Mai in G r ü» n l ng e n stattfinden. Rach Erledigung der Tagesordnung trug der hiesige Verein noch einige Lieder vor. KreiS Friedberg, * Friedberg, 11. April. Veranlaßt durch eine plötzliche und einseitige Herabsetzung des Milchpreise« durch die Milch- versorgungS-Altiengesrlischaft zu Frankfurt a M. traten beute auf Einladung des Hessischen Bauernbundes die Milcherzeuger und Milch- lieferanlcn aus der näheren und weiteren Umgebung Frankfurts hier zu einer zahlreich besuchten Versammlung zusammen. Rach den Aas- fübrungen der Hwren Oekvnom.eoat Hensel- Dotzelrch, Geschäftsführer K r a u S - Limburg, Molke>.eldtrektor Schmidt- Dchze.l, Molkerelbesitzer Rack-Dorheim, AWürgermeister Herbert- Obererlenbach und Mottmeibesitzer Berger- Gallshausen wurde etnfthnmig die nachstehende Entschließung angenommen: „Am 7. April spät abends hat die MilchversorgungS-Aktiengesellschaft Frankfurt, ohne irgendwelche Verhandlungen mit den Milchlieferanten der näheren und weiteren Umgebung Frankfurts gepflogen zu haben, durch eine fernschriftliche Mitteilung den Preis der nach Frankfurt zu liefernden Milch um SPsennig mit Wirkung vom anderen Morgen herabgesetzt. Dies Vorgehen verstößt nicht nur gegen öie guten Sitten, sondern stellt durch die Ausschaltung der Milcherzeager und Milchlieferanten bei der Festfetzung der Lieferungsbedingungen eine nicht zu überbietende RückstchtSlofigleit gegen den Bauernstand und eine anmaßende Ucberhebltchkeit der großstädtischen Verbraucherschaft dar. Wtt jedem Arbeitnehmer wird heute verhandelt, aber über Zehntausende von Bauern glaubt man diktatorisch hinweg- schretten zu können. Eine überaus zahlreich besuchte Versammlung von MrlcherzcuZern, die am 10. Aprtt in Sriebberg tagte, legt gegen die Zurücksetzung der Dauern nachdrücklichst Verwahrung em und beschließt, so lange keine Milch nach Frankfurt zu liefern, bis die Milchversorgungs-Mtiengefell- schaft Frankfurt mit den Vertretern der Milcherzeuger und Milchlieseranten in Verhandlung über die Preisfestsetzung der Milch eintritt Es ist gerichtsnotorisch, daß die Frankfurter Milch- versorgungs-Mlicngesells'chast deshalb fo schroff borgeyl, weil sie durch die Möglichkeit der Anlieferung von täglich 50 000 Liter dänischer Milch und überaus starker Milchbelieferung aus der Umgebung Frankfurts fichergestel.k zu fein glaubt. DaS Verhalten der Frankfurter Derbraucher- Dtganifation stellt ein frivoles Spiel mit der Bauernschaft dar und gibt erneut Veranlassung, die vollständige Freigabe der Milch von allen Fesseln der Zwangsbewirtschastung von der Reichs- und Landesregierung mit allem Buchdruck zu fordern. Da in Frankfurt Ueberftartb an Milch besteht, sieht sich die Landwirtschaft veranlaßt, andere Derwertungsmöglichleiten zu suchen. Die Versammlung fordert alle Milchlieferanten und alle Milcherzeuger auf, von nächsten Sonntag, den 13. d. M ab keine Milch mehr nach Frankfurt zu liefern. Die Li: erung kann erst wieder etnie&en, wenn in gemeinsamen D.-r- handlungen zwischen bem Vorstand der Aktiengesellschaft und der Bauernvertverung eine Einigung erzielt Ist." Starkenburg und Rheinhessen. • Darmstadt, 11. April. Polizeihaupt- mann Dehmer von der Sicherheitspolizei ist vorläufig feines Amtesenthoben worden. Ihm werden Unregelmäßigkeiten 'bei Lieferungen für öie Polizei zur Last gelegt Dehmer ist eine Smingenschaft der Revolution: er war früher Qlrbriter un) hat keinerlei Vorbildung für seinen jetzigen Beruf, In den er durch die Sozialdemotratie hinein^ebracht worden ist — Der 33jährige Händler Fritz Michel aus Hahn, der unter dem Verdachte verhaftet wurde, den Kaufmann Heinrich Landmann aus Frankfurt vor etwa einem Dierieljehr ermordet zu haben» hat jetzt de« Mord ein* gestanden. Bücherttsch. — Der getreue Eckart. ReuzrtMcher Schülerin lender für das Schuljahr 1924—1925. Mit vielen Bildern von Ubbelohde Ludwig Richter u. a. sowie mit zahlreichen teils unterhaltenden, teils belehrenden Beiträgen. Heraus- gegeben von Dr. Afved Odin. Auf weißem, schreibsestem Papier gedruckt. Taschenformat. Zwei Ausgaben: a) für Spüler, b) für Schülerinnen. Preis jeder Ausgabe, fein gebunden und mit gutem Bleistift versehen, 1 Goldin. (Zaegerfche Verlagsbuchhandlung, Semtfl.) — »Der getreue ©darr1 ist auf gebaut auf den Bestrebungen der neuzeitlichen Schule und trägt den Strömungen, die in letzter Zeit unter den höheren Schülern aufkamen, vollauf Rechnung. Er versucht auch das Znteresse für Körperkultur, Sport, Turnen, Gyck- nastik usw. zu axden. Belehrende Aufsätze sind nebenbei noch in reicher Fülle vorhanden, die sich auf statistisches Material beziehen, aus erste Hilfe bei Unglücksfällen, Berufsberatung ufa>., und so ist denn der Inhalt des ganzen Büchleurs ein ungemein anregender. Besonders dankbar muß die ästhetisch-künstlerische Ausstattung begrüßt werden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, 13. April 1924. Palmarum. Landes-Buß- und Bettag. Ltadtkirche. 9'/,: Pst. Mahr. 11: Kinderkirche für öie Matthäusgem. Pfr. Mahr. 6: Pfr. Becker. Johanneskirche. 9'/,: Pfr. Dechtolsheimer. 11: Kinderkirche für öie Lukas- gem., Pfr.Bechtolsheirner. 3: Vorstellung u. Prüfung öer zu konfirmierenden Mädchen aus der Lukasgem. Pfr. Bechtolsheirner. 6: Pfr. Ausfeld. Beichte und heil. Abendmahl für öie Lukas- unö Zohannesgem. 8: Bibelbesprechung. Pfr. Decker. — Kirchberg. 10; 11: Heilig. Abendmahl für Lollar: l*/t: Kollekte. — Wieseck. 9d/t (Chorschule); 11: Kinöerkirche. Abös. 8. Katholische Gemeinde«. Gießen. Samstag, 12. April. 4'/, u. 7 Beichte. Sonntag, den 13. April. Palmsonntag. 6l/t Beichte, 7 Messe, Kom. ö. Jungl., 8 Komm., 8'/, Palmweihe, 9 Hochamt, 2 Jünglings-Koagregatt, 5‘/, Christenlehre u. And. — Drünberg. 9*/, Messe. — Dienstag 6 , Fastenanöachtt Ohne Kochen werden Dlusen.Waschstosse,Bänder, Spitzen, Sommer- Handschuhe, Flosstrümpfe usw. rasch und prachtvoll gefärbtnur mit den weltberühmten echtenHeitmann'S Dlusenfarben, Marke Fuchskopf im Stern. Heitmann'S Farbe spart den Färber. w Zu haben in ApotiteLenu-Droyerien Pascoe, A.-G., ehern, pharm. Produkte, Gießen, G. VI. USW. 2878V Damnislr. 25 p. fieto taveo. 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Sa Mel ranffurtcr mit Dorzyg Mittwoch« innen, ent: 1, d.nächst n Mik milcht Cutt n Slotom. ischikttvril W uw- 'M Ml: fnaeaeaS: SA r »q.2 ».Avril 'tfonntaub DiJdcocnih evten Äaie ß’Ofl. ^21. Avril wnonMfli bn< ntfl- tWiM itt) mrow woi-Drl. bi-^Ubr: eilten Maie: i^elellen- atmetung. m>ch'^Avrv l'i, Ubi: rmättbf« ? qiitbertotll. nlMflid 'm Men. 'flenifnben «1(1(15 uon „ 7ointtifl5 von -12'/, ilbr. ;at)lfib?nMe Landwirtschaft und Gartenbau na । fern W.tter, oder wenn im r Lee "Boten 3n Billionen Prozent Datum: Danknoten. ran Kinderwagen tagen eingefteltt, Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Don and- alles .'iheke. SW 2. 7‘-'2, Teck^r Daveri 2.4, 5JA, Hansa Sind welfberühmt und unerreicht Modelle i92*i in höchster Vollendung OberaU erhältlich noch naß. ist. Das Land ttxcJ dadurch aui lange Zeit verdorben. Man grabe mindestens 3) Zentimeter tief, nehme nie zuriel auf einmal auf den Spaten und kehre dabei das oberste zu unter ft, damit die Bodenschicht richtig auögeaxch- selt wird. Dabei wird dec vorher gleichmäßig ausgebreitete Dünger vollständig unte.gebracht, dknkrautwurzeln, besonders Quecken. Steine, die braunen Pupp.n der Minteriaalealen, Znger- linge, Drahtwürmer sind dabei auszutesen, die flachen Wurzeln der Dee ensträuchec u ib jungen Zwergobstbaume aber zu schonen. Richtig gegraben ist halb gedüngt, Hacken und Graben den Menschen verjüngt. Das Belecken und Benagen der Krippen bei Rindern. Wenn die in einem «Stalle unlergebrachten Rinder auffällig dazu neigen, ihre Är.p ea zu belecken oder zu benagen, so ist dies immer ein Deweis dafür, daß mit ihrem Futter etwas nicht ganz in Ocjnang ist. Es erscheint deZhalö auch durchaus verfehlt, das ite.el durch Anwendung noch oft empfohlener künstlicher, zum Teil etei= erregender Mittel beseitige r zu wol.en. wie z. D. durch Bestreichen der Krchtei un) Wände mit Teer und anderen Dingen, durch Einschlagen ton Rägeln in die Krippen, durch Benutzung ton Krippen aus Stein o.er Ton u. dgl. m. Eine dauernde Abhilfe ist h.ervon nicht zu erbos en, vielmehc kommt es daraus an, weil die ülrsach.n in einem nachteiligen Einfluß res gereichten Falters auf die Ernährung zu suchen sind, nach dieser Richtung hin en.sprechende Maonahm^n zu treffen. Zn erst er Linie wird die «Schuld am Mangel an Kochsalz liegen, dann am Fehlen deÄ ebenfalls wichtigen phosphorsauren Kalks, oder sie ist auf ungeeignete, ungesundes Fritter un> daraus folgender fortgesetzter Reizung der Ber- dauungsvrgane zurückzufuhren. Oar nicht selten üben auch verschiedene di.s.r ülrsachrn zu am- men eine ungümtigr? Wirkung aus. 3n solch r Hinsicht kann besonders nachteilig eit Futter ,e.n, dos vzn sauren, torfigen und moorigen Wiesen stamm.- dann Futter von tro Jenen, hu nusarme i, f dotterigen, hochgelegenen Boden; ferner har.- stengeliges, nähriiofsarmes Fu.ter, beispielweise Winteritroh, Klee, namentlich bei vorherg hender Verabreichung einer leicht verdaulichn Qiaß-rung; ungleichmäßige Fütterung, d. h. einmal wenig, einmal viel, und Bersch e>m?s durch inander, w e Küchenabfälle mancherlei Art, zusamretcesuchtes Futter, wie es in Iteinen WinschaftsbettiBm der Fall zu sein pflegte; we.ter nährslofs- und salzarme aromatische Pf tanzensorten, w.as haup - sächi ch für Gebirgsgegende ' zutrißt; endlich üln- reinlichkeiten in Krippen und «Stallungen. Hiernach dürfte jeder Viehbesitzer wohl ohne weiteres in der Lage fein, sich ein Akte l darüber zu bilden, welchen ^Ursachen das bei seinen Rindern beobachtete D.magen und Belecken der Krippen und auch der Wände zuzuschreiben ist. Will er sie beseitigen, so muß er folgerichtig auf eine zweckmäßige Aenderung der Fütterung bedacht sein, und efienfo wichtig ist die Anlage einer «Sal^lecke, damit die Tiere ihr Salzbedü.f- nis zu befriedigen vermögen. Die ülmstände können es sogar mit sich br.njen, daß schon allein durch die Benutzung der Salzlecke eine Wendung zum Besseren eintritt. Man sollte also dieses einfache Mittel vor allen 5>ingcn anwenden, wobei nur zu berücksichtigen ist, daß die Tiere nicht gleich nach der Salzaufnahme getränkt werden dürfen. Zeigt sich einige Zeit nach der Salzgabe oder vorgenommenem Futtcrwochsel noch keine merkbare Wirkung, so versuche man, mit anderen sog. säurewidrigen Mitteln zum Ziele zu gelangen. Als solche Haden sich Kalk, Pottasche und Kreide bewährt, die man dem Futter oder «Sausen beimischt. Aatürlich sind nicht alle drei Mittel gleichzeitig anzuwenden, sondern man muß immer erst abwarten, ob eins davon anschlägt oder nicht, ehe man, wenn noch erforderlich, zu einem äußeren übergeht. Als Saufen reiche man beispielsweise klares Kaltwaßer. Man kann auch Kcchsalz oder bittere Mittel außerdem zufetzen. Oswald Hanger.» bescheiden. Agi 4Vs» Decker Stahl Kohle 8, Benz 43/4 bis 5, Drowa Entreprise 41, Growag 0,175, Ufa Lloyd 1,6, Holsatia 1,3. Berliner Börse. Kleingärtner. Die britte umfaßt die Arbeit derjenigen, welche aus Ersah, aag oder Einsicht wissen, daß aus einem Garten ohne Mühe und Sorgfalt lein Ertrag erwartet werden tan.i, und dementsprechend handeln. Rue mit guten Werkzeug kann gute Arbeit geleistet we.den, deshalb muß ein Spaten fest im Säri sitzen und ohne diesen mindestens 25 Zenti.i e er lang, sauber und blank fein. Abgearbritetes, stu.np.x), ver rostetes Werkzeug ist ein Feind des Gartens und ermüdet den Arbeitenden. QUan grabe nie bei Grind (Ruhkrankheit) der Ferkel. Britische Stimmen zu Cfmnes' Tod. London, 11. April (WTD.) Die Blatter ve».ösfentlichen Bilder und eingehende Lcbens- beschreibungen von Hugo Stinnes. Die .Times" bezcichnet Stinnes als eines der größten Finanzgenies seines Zeitalters. Dank sein cs Weitblickes und seiner Organijations» sähigkeit habe die deutsche Industrie die Rach- kriegskrise so erfolgreich überwunden. Stinnes habe stets den Ehrgeiz gehabt, für dieWieder - gebürt Deutschlands zu te sich bei Beginn aber gut behauptet, teilw iso fester. ES tarn zu keinen größeren Umfaßen. Festzustellen war, txxß der Monlanaktienmarkt eine abwartende Haltung einnahm. Harpener waren gesucht, auch sonstiges befestigt. An Ma- chineitaktien.narkt Ware i Dai nler tehauptet, Adlerwerke etwas a.zi-hmd, Karlsruher Ma- chinen besser. Rvrddeutscher Lloyd un) Hapag bei einiger Rachfrage h h r. Einige Ban ak i n tagen etwas lebhafter. Boa den chemischen Ak en eröffneten An.linwerte ca. 1 Di.l. hoher. Gut behauptet sind «Scheideanstalt. Clektropapüre tendierten mit wenigen Ausn-ahae i mäßig nach oben. Dhckerh ff, Zement Sy io lb rg fester S n t sind zu erwähnen Phil. Holzinann. welch: sich leicht erholten. Die Werte der Zuckerindustrie zeigten leiryte Kursbeseiiigung'-n. Wal^hos behauptet. Die bpaoz. Reichäanleil.« eröffnete mit 94 Milld. Im Freiverkehr w treu die Umsätze heute ab wird der amtliche Handel und die liche Dotierung van deutscher üoertbeflänUger Aa- teißv, d.ut ch.n Dollanchapuiaweifungea, an Sams- Die Gefährlichkeit dieser auf inneren Ursachen " " ‘ bi- •) Dom Rückzahlungswort. • Don der Frankfurter Dorfe. oder Futterfchweine von V» bis Vs Jahr halten es länger aus, Saugferkel aber gehen ohne Hilfe meistens ein. Die Krankheit ist sehr a n st e ck e n d. «Saugsorlel ziehen sich den Grind durch die Muttermilch zu, wenn die Mutter daran erkrankt ist. Man sieht dann viele zuckerige Ausschlagsstellen an dem Gesäuge. Deshalb stellt sich der Grind bei den Ferkeln auch zuerst am Maul und Kopfe ein und verbreitet sich dann rasch über den ganzen Körper. Anfangs saugen die Tierchen noch, nach und nach weniger, woraus sie bald eingehen. Ein Stall, worin einmal der Ruß gewesen ist, behält den Ansteckungsstoff solange, bis er gehörig gereinigt und mit Kalkmilch desinfiziert ist. Also bringe man keine Schweine in einen solchen ungereinigten Stall, sie bekommen sonst unfehlbar diese Krankheit. Vorbeugen ist besser als Heilen. Die Behandlung ist eine äußerliche, wie innerliche. Eins allein nützt nichts. Die Ferkel werden von der Sau abgenommen und bekommen Kuhmilch. Dann werden sie mit der sogenannten Pockenseife gewaschen. Man seift sie mit derselben gehörig ein und läßt den Schaum 10 Minuten stehen, worauf er mit lauem Wasser abgespült wird. Dieses wird alle paar Tage wiederholt, bis die Haut vollkommen rein ist. Mit dem Futter wird pro Schwein, je nach der Größe, dreimal täglich ein Tee- bis Eßlöffel voll von der sogenannten Lebertran-Emulsion gegeben. Es ist dies ein blutreinigendes Mittel, besieheiad aus Lebertran und verschiedenen phosphorsauren Kalk.'alzen. Größere «Schweine erhalten im Sommer außer Grünfutter, namentlich Klee, leicht verdauliches Schrot, hauptsächlich Aiferfchrot. Ferkeln gibt man, wenn man es kann, reichlich süße oder Magermilch, Buttermilch dicke Milch usw. Die Kur des Grindes dehnt sich oft auf Monate aus. Eine kräftige, lebcht verdauliche Ernährung ist nicht zu urngeben. Tierarzt Ehlers, Soltau i. H. Ein Kapitel vom Graben. Die Art und Weise, wie daese wichtigste aller Gartenarbeitcn ausgeführt wir), läßt sich in dr i Rubrcken teilen. Dre erste ist für den Stuaden- lohn die zweite für das Auge, die Dritte für bie Pflanzen. Heber die erste braucht weiter nichts gesagt zu werden, sie ist zu bekannt. In die zweite zählt die 2lrbeit dar meisten neuen 74,0R 17 07 70,17 111,48 U7.33 6,22 4,2) 13,30 21,0, 21,»lb 6,12 12,61 LS.'.b 2,4S L6.44 ?Hcuan. »/, 2 2 2 2 1 1 1 1 voll 2 2 1 2 voll 2 Der 21’iHh '» n-> •'"■'mt.J 73,7? 26,0' 69,83 110,92 156,51 1,13 4,13 18,20 20,95 2 ,95 6, 8 V,56 57,83 M4 66,1 c Berlin, 11. April. (Wolff) Jrn Anschluß an die gestern eingetre.ene B:ie tigung eröffnete der heutige Derkehr in zu.er ichtlicher Haltung. Auf allen Gebieten überwogea die Auftrage, was sich aus dem Anreiz, den der niedrige Kursstand bietet, erklärt. Der Tod von Stinnes bildete keinen Moment der Beunraihigung mehr, weil man auf das Ereignis feit mehre.«, Tagen vorbereitet war. Auch die Gerüchte von Zahlungs- schwierigk.iten cin^rir.e' Firmen warm v rschwan- den. Die Kurse stellten sich auf al ei Gebt.>ten vorwiegend etwas hoher. Von den Montan- werten crfaßren besonders einige Stinn spapie e nach den vorausgegangmen Rückgängen eine namhafte Erhöhung, so D ustch-Lupembu ger und Siemens & Halske, die sich um 2,Z5 bezw 2 5 Biltto» neu Prozent bei den ersten Kursen höher stellten. Bochumer setzten dagegen 1 Bcklion P.ozent niedriger ein. Kattowitzer gewannen einen namhaften Teil der (eßtägigen Te.lüfte zurück, nämlich 4,5 Billionen Prozent. Das G-eschäst war nicht besonders lebhaft und vorübergehend machte sich auch bald eine Erschlaffung geltend. Dann aber zeigte sich erneut Kauflust, Devifenmarkt Drrl'm—Frankfurt a. M. (ftn Billionen Mark auSaebrücft. BoenoS-MreS. London, «Reu. York, ftapan. Rio be 3ai’etro für eine Eiiideii, Wien unb Puvaveii für 100000 «giutjeiten. alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewährst_______________ Fragekasten. Frage 13: An einer Birke meines Gartens läuft nach item Abschneiden eines Astes der Saft heraus. Was kann ich tun, damit der wertvolle Baum nicht absiirbt? Derstr.nchen mit Daumwachs oder Teer war vergebens. Antwort: Das „Muten" der Birk«m und Ahornbäume nach Derwundungen durch verspätetes Abschneiden von Ae'le i läßt sich durch Der- streichen oder ähnliche Mit el nicht stil en, dafür ist der Druck des Saftstromes zu stark. Man' muß deshalb mit dem Verstreichen der Wunden mit heißem Teer warten, bis e3 von selbst aufhort, was der Fall sein wird, sobald die jungen Blätter sich entwickeln. Ein mittelgroßer Daum verliert auf diese Weise etwa 30 bis 50 Liter «Säst, und wenn er davon auch nicht zu Grands geht, so liegt es doch auf der Hand, daß der dadurch geschwächte Daum weniger kräftig aus- treiben wird. Man hüte sich darum, den Fehler des zu späten Ausästens in den folgenden Jahren zu wiederholen. Dasselbe gilt vom Weinstock, der bei verspätetem Schnitt stark blutet Die Winzer beginnen deshalb mit dem Reoenschnitt schon im Fchruar oder Anfang März. War feine Weinstöcke noch nicht gaschni ten hat. beeile sich, in diesem Hahre ist es jetzt noch Zeit. basierenden Hautkrankheit ist noch zu wenig laimt. Richt, daß dir Ferkel in kurzer Zeil da sterben, im Gegenteil, sie halten sie Lange aus, bevor sie eingehen. Aber wie kommen sie in ihrem Aussehen und Ernährungszustände zurück; es ist ein Jammer, die Dinger anzusehen. Zu° fanrmengetauert, von gelber Hautfarbe, spitz und abgenKigert, die Haut mit schwarzen, festsitzenden Schorlen bedeckt. Cs ist trotz allem Futter kein Weiterkommen damit. Die sogenannten Stangen- Wirtschaft. • Berlä ngerung der bprozenti- gen Aussuhrabgabe bis zum 15. Juni. Der zwischen England und Deutschland am 25. Februar abgeschlossene Vertrag bezüglich der 5prozen1igen AuSsuhrabgabe ist bis zum 15. Juni verlängert worden. 'ErhöhungderRoheisenpreife. Der Roheisenverband hat mit iosoctiger Wirkung die Roheisenpreise um 3 vis 6 Goldmark je nach Sorte erhöht. 3n den nord- und ostdeutschen Absatzgebieten ist die Erhöhung mit «Rücksicht auf den englischen Wettbewerb geringer. 3n Süddeutschland, wo bisher Aus- nahmepreise bestanden, beträgt die Erhöhung für Gießerei- und Hämatitroheisen 1 bis 9 Goldmark per Tonne. Auch die neuen Roh- eisenpreise decken, wie berichtet wird, bei den meisten Werken nc»ch nicht die Selbstkosten, zumal die ausländischen Erze sich in den letzten Monaten nicht unwesentlich verteuert haben. Onfolgedessen können sich die Hochofenwerke trotz der starken Nachfrage nur schwer entschließen, weitere Hochöfen In Betrieb zu nehmen. • Zusammengebrochene Banken. Die Dankfirma «Sachs. Warschauer u. E o. in Berlin, über bereit finanzielle Schwierigkeiten schon seit einigen Tagen an der Berliner Börse Gerüchte umliefen, hat Stellung unter Geschäftsaufsicht beantragt. Die Schwierigkeiten sollen dadurch entstanden fein, daß Frankguthaben der Firma bei ihrem Variser Korrespondenten nicht honoriert wurden. Man glaubt, daß die Berliner Börse vorläufig von diesen Schwierigkeiten kaum berührt werden wird. — Die Bankfirma Semmi Hesse in Hamburg, die 1920 gegründet wurde, hat ihre Zahlungen eingestellt. Die Börse schätzt die Verbindlichkeiten auf 503 000 bis 803 000 Goldmark. Man führt die Insolvenz zum guten Teil auf verfehlte Frankenengagements zurück. Auch die 1919 gegründete Hamburger Bankfirma L i - pinSky u. E o., hat ihre Zahlungen eingestellt. Die Erekutionsverkäufe in Hamburg nehmen von Tag zu Tag größeren Umfang an. Dor allem kleinere und jüngere Bankfirmen sind Spekulationsengagements eingegangen, die nicht im Verhältnis zu ihren Mitteln stehen, so daß mit weiteren Schwierigkeiten zu rechnen ist. Der Hamburger Warenhandel ist hierdurch in einer außerordentlich schwierigen Lage. • RhenaniaVereinigteMetall- toerke A.G. Düsseldorf. 3m Geschäftsjahr 1922/23 verbleibt ein Reingewinn von 4,3 Milliarden Mark, der auf neue Rechnung dorgetragen werden soll. Die Werke sind gegenwärtig gut beschäftigt. Rach der Bilanz betragen Gläubiger 8,03 Milliarden, dagegen Schuldner, Kassenbestand und Wertpapiere 12,4 Milliarden Mark. besitzt des reine Äatmeroma der Kalaedohns und wird dsher nie zum Überdruß getnrnfea '—'— BiraffirvBL. ms* ... ---------- , Gen.-Berir u ^rnbrittimer. Albert Vorbei. Gaffel, Wörchstrav« 23» Kernruf 722L 27DUA Berliner Produktenbörse. Berlin, 11. Apr l. (Wclst.) D.-r Produkten- markt ließ wicd.r j.gl chs Lebhoft gkrit vernnssen. Rach wie vor war das Angebot vom Znlande gering und die Käufer b:obocht:ten Zurückhaltung. Der letztere cklmstand hat seine älrsache in der Geldknappheit. Die Mühl.m kaufen nicht wegen der Konkurrenz der Reichsgetreidrstelle und des immer schwieriger werdenden Mehlibsahes. Auch Gerste war sehr still und lustlos. Für Hafer will der Konsum die geforderten Preise nicht anlegen. Rur nach der Küste wurde etwas verkauft. Futterartikel und Hülsenfrüchtr wurden wenig umgeseht. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt, 169 bis 175 (still), Weizen, pornrn., 165 bis 167 (still), Roggen, mark. 135 bis 142 (ruhig), Roggen, pomm., 130 bis 135 (ruhig), Roggen westpr., 130 bis 132 (ruhig), Sommergerste, Braugerste 170 bis 190 (still). Wntergcrste, Futtergerste 155 bis 165 (still), Hafer, märt. .124 bis 131 (ruh'g), Hafer, pomm., 120 bis 128 (ruhig), Raps 310 (ftill). Leinsaat 410 bis 415 (still); für je 10) Kilo: Weizenmehl 25 bis 75 (still). Roggenmehl 21 bis 23.25 (ruh g). We'-zenkleie 10.70 bis 10 8) (rußig\ Roggenlleie 8.60 bis 8.70 (ruh'g). D ftoriaerbfen 27 bis 29, Kleine Erbsen 16 bis 17, Futtererbsen 13.50 bis 14. Peluschken 12.50 bis 14, Ackerbohnen 16 bis 18 Wicken 12 bis 14, Lupinen, blau, 12.50 bis 13, Seradella.alt, 16 bis 17, Seradella. neu, 15 bis 14. Rapskuchen 11.50 bis 11.60. Leinkuchen 22 bis 23, Trockenschn'ihel 9.60 bis 9.70; für je 50 Kilo: Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb., 0.80 bis 1.00, Hoferstroh, drahtgepr., 0.65 bis. 0.80, Stroh, strohse'lgeb., 0.60 bis 0.80, Häcksel 1.80 bis 2.00, Wiesenheu, gut gesund und trocken, 1.00 bis 1.15, handelsübliches Heu 1.20 bis 1.40, Kleeheu 2.50 bis 2.90. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11. Apr.l. Es notierten pro 100 Kg: Weizen (Wetterau) 18 bis 18.35, Roggen 16 bis 1650, Sommergerste für Brau- zwecke 20 bis 21, Hafer (inlänS.), 15 bis 1550 Weizenmehl (südd. Spezial 0) 27.75 bis 28.50, Roggenmehl 23 25 bis 23.75, Weizen-undRoggen- kleie 9.75 bis 10.50, Mats (gelb) 1925 bis 20. Tendenz ruhig. 11. Avril \ iRottn ..... Branjflildjf Worts ........ 8Nlni«<6t Notrn ....... Lchwtdilchk .............. tzvllSndltcht Roren ........ Scatfäi-Cffterrcich, i 100 Krone» kmrrtkantlLe ‘Jlotcn ....... englische 'Moten ..... n^-Uenische Noten......... velgische Noten .......... Nnaarisch« Noten......... LschechoNowaktsche Noten Norwegilcde Noten ....... Rumänisch« Noten ■ Spanische Roten ... • - - Flo Dent1ol;ver'oiMtttg........ SiiilaerSwerke Ccheideanitall CHo riektrt»it«l».»«Ieafchafl Brrpmann ...... . , . MatnkraUweeke . . deburftrt........... Siemen» & Haltt, ..... LdleNverie Kley« ..... Daimler Motor« . vevligeiistaedt ...... D.eguin............. prankkurter 9fnuotnren . .. flonfrn'enfrtt'rif Brann . . . Metnllaeselllchaft Frankfurt. Bet. Union ....... Sei udfadrik Her; Sichel Zcllitosf Waldhof Bnctcrinbrif ssr"ukentf>al . . Zuclerfudrik Waghäusel . . . V 10. April 11 Avril Siepart. °0 Sinnliche 'Jioticrum ’lmtlt kv Jion.-r 111 (*rlh ‘■Hrie' (Vi-ln 10. 11. Nmkl.Non. 15j,61 1s7,3j 133,61 157,39 1 1 Brss-.?lit"v. 21, *5 21,55 2>95 21,05 1 1 GhrifUnnta £7,85 58,25 57,85 £8,15 1 1 ^lovenhagen £9,82 70,18 69,82 70,18 1 1 Stockholm 110,92 111,41 110,9? 111,43 1 1 Helsingforr (Vtnlieit. . 10,57 10,63 10,57 10,63 1 1 18.70 18,80 18.55 18,65 18,295 1 1 1 London . . 18,205 18,29 18,205 1 1 V.'enyork . . 4,1) 4,?1 4,i 3 4,21 1 1 Ü'nrij ... • 25,64 25,76 24,74 24,CB 1 1 Schwei; . 13,72 <4,C8 72.72 74,08 1 1 Spanien ■ 16,33 86,6. 56,1 i 56.44 1 1 Wien in D-- L tiüdbd< t r,03 6,12 6,08 6,12 2 1 Brog. . 12,71 12,7- 12,56 12,64 1 1 Budapest 6,03 ’S? 6,0-* 6,12 25 5 Burn^Äires 137. 3,23 1,735 1,375 1,385 1 1 Bulgarien Japan .. ä, ii 1,(0 5,29 1,775 8,31 1,7'5 5 1 10 1 p>io oe Jan L,48j 1,43- 1,47j 0,48 5,-.7 1 10 Belgrad - 5,6) 5,67 5,63 13 1 ri'iadon 13,41 '3.29 '2,98 13.04 1 1 IVrnitffitri a M | Berlin Sajlufj.i finrs Ddjlui . Scylutz» Hu s Schluh. fin-i 10. 4. | 111. >0 4. 11.4 0,090 0,0- 9) 0,-91 0,510 ' F • n 0,4 0 0 2 5 0.2 0 0.273 0^6.» 0,950 0,960 0,95$ 0,970 0,152 — — - 0,310 CSC i,i9> 0,276 e ■ —. ■ — 0,270 — 0,300 .. . V — — 4.2 4 i 4,2 4,2 83 IS 83 13 6.5 6,75 6,5 6,5 68 — — £6 33,25 32 3i,5 93 4,33 4,65 4,15 4,5 7,5 8 7.75 7,9 8.5 8 8,75 8,5 0,8’0 0.8 — - 9,5 9,7 9,25 9,75 15,6 16 — - 2,4 2.1 2,4 2,5 0 48'i 0,4625 0,4-0 0,435 0,b25 0,325 — 0,65 — 37 40 40 12 12 7 12.5 13,3 73,7 21,5 19,9 20.5 32 '6,5 51,6 35,5 37 39,7- 36 39,25 52 54,7' 50,5 5 ,5 1! 12 11,4 te 15,25 V 16,25 18,25 9,’5 10,5 10 10,13 18,75 16,2- IS,5 17,1 ! 22 24 21,75 24,5 23 24,5 22,75 23,75 32,5 36,25 31 36,5 2.3 2,7 . — — 22.1 23,5 22,'3 23,1 5,25 5,4 5 5,6 3,5 3,5 _ 9,5 9,87 ■ — 2,25 2,6 2,75 2,8 26 22,”5 73 22,5 1 >,38 15,13 14,25 15 — 2 — —— 11 11,87 10,75 12,3 11 i: 11 11.87 il 33 12,25 11,38 2, 3 83 9,2 — «■ 11,75 12,38 11,25 12,25 16,3 16,7b -- — 8.3 8,6' 8,2 8,07 13,25 14 12,9 — 6, 5,7 * • — 28,5 37 23,1 29 84 31 33,18 2 2.2 1.8 2,2 3,6 3 45 3,25 3,3 3,3 3.1 — 13 18,75 18,5 18,5 1,1 1.15 — — 1,2 1.35 1,125 1,3 16/ 15,5 — — 1,65 1,7 1,5 2,2". 2,5 2,7 3,5 2,6 7.6 7,7 — — 8,5 9,1 8,25 9 2,8 2,3 3,4 8,9 3,3 3»4 — *• MWkMWlW.Wn. ®in Roman aus dem 21. Jahrhundert von Han- Dominik. 70. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Schon unter dem Kommando des Generals Effingham toar das Verhältnis zum Petersburger Hauptquartier nicht reibungslos gewesen. Der temperamentvolle Bülow war fast ständig auf Kriegsfuß mit dem Oberkommando. Dessen An- Ordnungen erfolgten stets unter dem Gesichtspunkt. unbedingt die sibirischen Grenzen zu schützen, während Bülow in erster Linie darauf bedacht war, die turkestanische Grenze zu sichern. Für Rußland waren die gciiuLigen Gruben- und Industrieanlagen im Gebirgsstock des Altai von größter Wichtigkeit. Ihre Vernichtung durch etwa plötzlich oorstoßrnde Luftstreitkräfte der Gelben war daher mit allen Mitteln zu verhindere. Die starken Kriegsgeschwader Rußlands waren deshalb nach den Anordnungen des Petersburger Oberkommandos ausschließlich zur Sicherung Der sibirischen ©übgrenxe angefetzt und nur die schwächeren Geschwader Der anderen europäischen Staaten zur Verteidigung der turkestanischen Grenzen bestimmt. Gegen diese Kräfteverteilung kämpfte Bülow schon seit langem Immer wieder versuchte er es durchzusehen, daß die Hauptkräfte auf die tir- kestanische Linie konzentriert wurden. Die Gebirgszüge des Thian-Schan, Alatau und Tarbagatai boten an sich eine gewaltige, Saum überschreitbare Schutzmauer. Jedoch nur so lange, als es gelang, die drei Durchgangs- bforten abgrmgdxx. Der Übergang von Kazcy» garten nach Ferghana war verhältnWmähig leicht durch Sprengung der Kunstbauten an der Gebirgsbahn Kaschaar—Osch zu sperren. Diel größere Schwierigkeiten bot die dsungarische Pforte, jenes Dor, durch das sich schon einmal im Mittelalter die mongolischen Schwärme über Europa ergossen hatten. Der dritte gefährliche Punkt aber blieb die chinesische Angrlfssbastion, das Ilidreieck. Ein großartig angelegtes Dahmvetz, das von Chami aus strahlenförmig zur Grenze führte, gab hier den Gelben Gele^onyeit, ihren Rachschub schnellstens durch die offenen Pässe zu leiten. Der Kirgisenaufstand im Siedlungsgebiete hatte Europa notgedrungen den Anlaß gegeben, seine Streitkräfte im Osten zu verstärken. Während die russischen Abteilungen in Sibirien in volle Dereitschast gebracht wurden, sammelten sich jenseits des Urals Teile der vereinigten westeuropäischen Heere. Abcr die immer noch diverg'erenden Einflüsse der verschiedenen europäischen Kabinette ließen gründliche und umfass.' nde Maßnahmen, wie die Lage sie erfordert hätte, nicht zu. Ein überraschender Äirgriff von chinesis-Her Seite nach Westen hm hätte mit den vorhandenen Mitteln nicht lange aufgehalten merben können. Dülow verlangte daher immer wieder, daß wenigstens das Gros der russischen Lustslotte zurVer etdigrmg der turiestanischen Grenze airgesetzt würde. Jetzt, nach einem letzten langen Kampf mit dem Obersten Poposf sah er das Vergebliche seiner Bemühung en ein. „Mehre Mcinung von Ihnen, Herr Oberst, ist viel zu doch, als daß ich annchmen könnte, Sie billigten die Pläne des Hauptquartiers. Ihre ®egenargumenre tragen p- wenig den Stempel der UebetAeugung, daß es eines besseren Beweise' für die Richti-gteit meiner Ansicht nicht bedarf. Wenn nicht in kurzer Zeit erhebliche Verstärkungen aus Westeuropa ankommen, stehe ich hier auf einem verlorenen Posten. Gnade Gott den Siedlern und ihrem Landl" „Sie sehen zu schwarz, Herr General," er- not bette der Oberst, indem er feine Verlegenheit nur schlecht verbarg. „Ist es doch noch ganz ungewiß, ob und wann die Gewitterwolke zur Entladung kommt. Heb eigens sind, wie mir vor kurTjem gemeldet wurde, starke deutsche Truppenmassen vom Ural her im Anfliegen. Darunter viel Spezialtruppen für den Gebirgskrieg." „Ratürlich! Deutsche Soldaten allzeit vorneweg!" brummte Bülow vor sich hin. „Sichern Sie hauptsächlich das Ilital, Herr General. Für das Ittyschtal körmen Sie im Falle der Rot auf russische Verstärkungen rechnen." „Das Ilital! Sehr schön, H.ur Oberst," entgegnete Bülow In bitterem, sarkastischem Ton. „Ich lärmte es, wenn ich mehr Flugschisfe hätte. So werde ich voraussichtlich das S^evenstromland preiSgeben müssen." Sein Adjutant trat ein und überbrachte ihm eine Karte. „Georg Iserbrandt" las er. Ging hinaus, um ihn zu empfangen. Der streckte ihm die Hand entgegen und begrüßte ihn. „Immer noch die gefurchte Stirn, Herr Genera! ?“ „Man verliert die Lust, Herr Isenbrandt, wenn man immer wieder gegen Unvernunft und Eigemrutz anrennt.“ „Kommen Sie mit mir, Herr General! Zu einem Heinen Gang MS Freie. Vielleicht seho» Sie danach etwas freundlicher aus." „Gern, Herr Isenbrandt. Troy der fommer- lieben Wärme kann es mir draußen auch kaum heißer werden als hier briarten über der Karte!" Sie verließen die Stadt und schlugen den Weg zu einer kleinen Anhöhe ein, von der man nach allen Seiten el'.km freien Duck hatte. Weithin sichtbar dehnte sich die in doller Frühlingspracht stehende Landschaft vor ihnen aus. Richt umsonst galt das Siebestromland als die Riviera WestsibirienS. Sange ruhten die Blicke der beiden auf dem gDttgcfegneten Flecken Erde da vor ihnen, „Wieder war mein Kampf umsonst, Herr I'enbrmrdt, dieses Paradies vor dem Untergang zu bewahren. Der Russe will keine Dernunst an- nehmen. Solange es geht, werde ich es zu verteidigen suchen. Aber ich weih bestimmt, daß ich eines Tages das game Gebiet bis zum Dee bin räumen muß. Bei Seiet will ich den Gelben ein Thermoptzlcn errichten. Dean ich glaube nicht baß ich es länger als ebne Woche halten kann Ist harai nicht genügend europäische Hilfe da bann werden die gelben Horden über die Leichen ber Detteidiger hinwegsiurmea. D.e Bewohner müßten schon jetzt zur Räumung veranlaßt werder Man möchte verzweifeln, wenn man daran denk, baß die russischen Luftstreitträfte uns das alle) ersparen fennten. Vermögen Qie nicht noch einen letzter Schritt zu tun?" *" Er blickte aus und sah, daß Isenbrandt ihm kaum zugehvrt haben könnte. Dessen Auge hing w'.e weltverloren an den fernen grauen Kämmen des Gebirges. Minuten verstrichen. Dan« fielen die Worte von IsenbrandtS Lippen: (Fortsetzung folgt.) Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. Rach dem Gesetz vom 27. März 1924 über eine vorläufige Gewerbsteuer für das Rechnungsjahr 1924 findet eine Erhebung der Gewerbsteuer nach den Vorschriften des GemeinLeumlage g setzes vo n 7. August 1920 in der Fassung der Abänderungsgeseye für das RechnungZ- jahr 1924 vorläufig nicht statt. An die Stelle der auf der Grundlage des ©e- meindeumlagengesetzes zu erhebenden Gewerbsteuer tritt vorläufig für das Rechnungsjahr 1924 für die in Art. 7, Abs. 1, Ziffer I und 2 bezeichneten Gewerbsteuerpflichtigen eine vorläufige Ge- werbsteuer. Diese wird nach den Bestimmungen des vorläufigen Finanzgeseyes für das Rechnungsjahr 1924 auf 80 vom Hundert des Betrags festgesetzt, der nach den Vorschristen der zweiten Steuernot- tetorbnung der Reichsregierung vom 19. Dezember 1923 (Reichsgesetzblatt I, Seite 1205) und den zu ihrer Abänderung, Ergänzung und Durchführung ergangenen 'oder noch ergehenden Bestimmungen für das Einkommen aus gewerbsteuerpslichti- gern Betriebe als Dovauszahlung auf die Reichseinlommen- oder Reichskdrper- fchaftssteuer zu zahlen ist. Wird daS Einkommen auS einem gewerbsteuerpflichtigen Betriebe von mehreren Mit- unternchmern (Gesellschaftern, Teilhabern) versteuert, so beträgt die Abgabe 80 vom Hundert des Betrags, den Die sämtlichen Mitunternehmer insgesamt als Vorauszahlung sür daS Einkommen aus diesem Betriebe zu entrichten haben. Besondere Vorschristen gelten für die gewerblichen Unternehmungen, bei denen sich Detriebsstätten außer in Hessen auch in anderen Cän- ^rn besmden. Die Zahlung der Abgabe (vorläufige Gewerbsteuer) hat erstmalig am 10. April 1924 und, soweit eine Verpflichtung hierzu besteht, gleichzeitig mit den Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaslssteuer an die hierfür zuständige Zahlstelle zu erfolgen. Zu diesem Zeitpunkte haben die Gewerb- freibenben, die monatliche Vorauszahlungen aus die Einkommensteuer oder Körperschaftssteuer für 1924 zu leisten Haben, die Abgabe mit 180 vom Hundert der Vorauszahlung auf die Einkommensteuer ober Körperschaftssteuer für den Monat April 1924 bzw. die anderweit bu berechnende Abgabe in doppeltem Betrage zu entrichten. In gleicher Weise ist am 10. Mal von den letztgenannten Gewerbetreibenden die Abgabe In doppeltem Betrage zu entrichten (am 10. Juni und 10. Juli 1924 mit 80 v. H.). Im übrigen hat die Zahlung im gleichen Zeitpunkte wie die Dovauszahlung aus die Reichseinlonnnensteuer bzw. Körper- schastsstcuer und mit dieser äu erfolgen, mithin für die Gewerbtreibenden, die vrerteljährliche Vorauszahlungen auf die Einkommen-' und Körperschaftssteuer zu leisten haben, zunächst jeweils am 10. April und 10. Juli 1924 mit je 80 vom Hundert der entsprechenden Beträge. Es steht auch diesen Gewerbetreibenden frei, monatliebe Zahlungen gleichzeitig mit den Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer ober Körperschaftssteuer zu Triften. Der Steuerschuldner hat gleichzeitig mit der Einzahlung eine Erklärung über die Höhe der Abgabe abzugeben: bi2fe@tflärung kann mit der Voranmeldung übet die Einkommen- oder Körpec- s chast giften er-Do rauSzahlu ngen verbunden werden. Eine besondere Erklärung ist dann abzugeben, wenn der Gewerbebetrieb von mehreren Mitunternehmern (Gesellschaftern, Teilhabern) betrieben wird. Zu nähererAuskunstssttellung sind die Finanzämter bereit, Steuerbescheide werden nicht ausgefertigt. Im Falle des Zahlungsverzugs muh die Beltrei- bung eingeleitet werden, außerdem sind Zuschläge in Höhe von 5 vom Hundert des Rückstands für jeden auf den Zeitpunkt der Fälligkeit folgenden angefangenen halben Monat zu entrichten. Darmstadt, den 27. März 1924. Hessisches Ministerium der Finanzen. Henrich. 2cO5D Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die ßrühfechc Dnlv.-Drutkerci, R-. Lan^e- Metallbetteu Stnblmnkr., Kinder betten, dir. an Brio., fint.HIN frei Blsai- Dsöbellabr. Sahl i.Th. Beknnntmachnnft. 3n unser Handelsregister Abt B. wurde heute bezüglich der Firma Bergwerks» und Baubedarf'Desellschaft mit beschränkter Has» tung, Gießen eingetragen: Hermann Heide ist als Geschüftssührer ausgeschieden. Alfred Achenbach in Gießen ist jetzt alleiniger Geschäftsführer. Gießen, den 5. April 1924. [2838B ___________Hessisches Amtsgericht.___________ Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. B. wurde heute bezüglich der Firma Lackfabrik Gebrüder Löb, Aktiengesellschaft in Gießen eingetragen: Die Prokura des Julius Bär in Gießen ist erloschen. Gießen, den 6. April 1924. |2837B ___________Hessisches Amtsgericht.___________ BergeOnnq m WWeikiiW- nnö fianflllfalloosarUeiieiL Für die Herstellung der De» und (Ent» Wässerung der Straße nach Holzheim in Lanqgön» sollen die Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen auf dem Amtszimmer des Unterzeichneten, Landgraf • Philipp» Platz 3, Zimmer No. 22 offen. Angebote sind daselbst gegen Erstattung der Selbstkosten erhältlich und bis zum 23. d. Mts, vormittags 10 Uhr, einzu» reichen. Iufchlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 8. April 1924. Der Regierungsbaurat bet der Kreisverwaltung. 2729B Cellarius. Mit Genehmigung des Ministeriums des Innern sind die Schlachtbosgebühren geändert worden. Räheres siehe im Aushang des Schlachthofs. 2876B Gießen, den 8. April 1924. Der Oberbürgermeister. I. V.: Kltngspvr. DerVoranschlag der Gemeinde Obbornhofen für 1924 liegt von Dienstag, den 15. d. Mts., ab eine Woche auf dem Amtszimmer deS Dürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen lärmen wäbrend dieser Zeit schristlich od. mündlich erhoben werden. Ts ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker belzutragen haben. 2868D Obbornhofen, den 11. April 1924. Bürgermeisterei Obbornhofen: ____________Philippi. lktzle MlMWß-WWUkiW ött SM ßeröfiein. Dienstag, den 15. April 1924, vormittags 9 Uhr, kommt folgendes Stamm» Holz zur Versteigerung: Distrikt Hegwald: Elchen: Klaffe Neieuäcker und Fichte: Klaffe tt n h n Kiefer: " Zusammenkunft vormittags 0 Uhr tm Distrikt Hegwalü. Bei ungünstiger Witte» tung findet die Versteigerung im Gasthaus „Zum ßamm“ statt. Das Holz kann vorher durch Herrn Förster Rühl besichtigt werden. 2873O Kübel, Beigeordneter. 1 Iacodswald 3 4 5 6 1 2 3 4 13 F 11 13 12 4,34 0,30 7 Fstm. 11 „ 23 „ 41 „ 5a 39 5b 28,38 2 1,70 3 8 4 13 Holzsrrbmission. Die Gemeinde Londorf verkauft im Wege fchriftlichen Angebots: 1. Eichen-Schnittholz: 2 Stämme 2. Klaffe = 2,75 Fstm 6 „ 3. „ 6,24 2. Etchen-Stammholz: 2 Stämme 3. Klaffe — 2,61 Fstm. 4 „ 4. „ = 2,19 „ 3. Fichten-Stammholz: 5 Stämme 4. Klaffe = 5,58 Fstm. 37 , 5a» „ = 27,08 , 102 „ 5b» „ = 34,80 „ Angebote sind in Goldmark, getrennt nach Sortiment und Klaffen, mit der Auf» schrift „tzolzsu b Mission" bis spätestens Dienstag, den 15. d. Mts., nachm. 3 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzu» reichen, woselbst auch die Verkaufshe» dingungen eingesehen werden können. Zufchlagsfrist 6 Tage. 286ID Londorf, den 8. April 1924. Bürgermeisterei Londorf. fl u m a n n. LUK-WWMSS. SiontüS, h. 11 ilm'il, e«it 2 Uhr itl) versteigere ich Asterweg 59 0lV1W 3 Briten, 12t. Äleiderschrank, Kommodr Waschtisch, Nachttisch, Tische, Stiidle, Kiicheuschrank, Porzellan, Kiichcngeratt, Gartensierätr, 2 Wasch- tten, 1 Waschtopf und verschitdcnrs andere. ^$tniictll.,1iiiftioiiator». Taxatsr Auch schwer lernende Schüler werden erfolgreich gefördert im Gießener Pädagogium Kleine liesse» ÄrbJIsstciitlan Beste Empfehlungen aus allen KreiscnGießensu.derUmgegend AllesNäheredurch die Direktion Liebigstraße 46 Fernruf 2075 _________ _____________ 2614h Berfteiienim. Dienstag, den 15. ds. Mts., oorm. 10 Uhr beginnend, laffe öffenUich gegen Barzahlung Derfteigrrn: Bienenhaus mit Wohnungen, 7 Völker, Bußschleuder, Wabenprefle py. Ver. schledene Möbel, Kücheneinrichtung. 2 Nähmaschinen, Waschmaschine mit Ofen, Wäschemangel, Badeeinrichtung, Wellenbad, Fässer. Einmachständer, Bücher, Zentrifuge und anderes mehr. Freihändiger Verkauf ab Montag nachmittag. 019126 hie, MMMlslek. 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Institut der Landesuniversität gewonnen haben. $ Dir Sttam-ltal ta Mite Santa 1. Klavier-Quintett in Es-Dur 2. Lieder 3. Violin-Sonate in D-moll 4. Lieder Vorführung ausländischer Stationen nnmmnntnminffliiiiiuiiiiiiiuuiiuiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiimiiiiiiiiiiiiiiinmnmimnmmn Täglich geöffnet Programm wird jeweils bekanntgegeben. Brandplatz Nr. 1 GIESSEN Fernsprecher 36 2862a W* Karten von 1 Mark an. 2859V Iriolin-Fußbodenbelag hergestellt von der Köln-Rottweil A. G. \fr\V7HCTP • Aus deutschen Rohstoffen hersrestellt. durchgefärbt, VvlLUgC. glcichbleibeude, glatte Oberfläche. fußwarm, schaII- Bicher. bei stärkstem Gebrauch sehr geringe Abnutzung unempfindlich gegen LuflSauerstoff, Wasser, schwache Laugen u. verdünnte Säuren, leicht zu reinigen, braucht nicht gebohnert zu werden, preiswert. 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Die tatsächlichen Inhaber der Reichsgewalt forderten dann auch, schon ehe die Weimarer Verfassung zustande gebracht war. Vehcrsam und haben ihn gefunden: eben in jene Frühzeit der jungen RvveinberrepubM fällt das Zusammentreten der drei „Mehrheitsparteien": gerade das Zentrum, die Partei des Dr. Marx, hat sich gleich im Rvvember 1918 auf den „Boden der Tatsachen" gestellt. — Freilich wird man ^oeifeln dürfen, ixdj das Zentrum oder gar die Gozialdenrokvatie befugt seien, ihrerseits nun jeglichen Widerstand gegen eine bestehende Staatsgewalt abzulehnen. Das katholisch-kirchliche Raturrecht kennt ein solches Widerstands recht gegen hie weltliche Obrigkeit sehr wohl, und Wilhelm Liebknecht wie August Bebel haben das Recht zur gewaltsamen Beseitigung bestehender Verfassung beansprucht, sobald nur die Mehrheit der Bevölkerung Gegner der bestehenden Reichsverfassung sei. Im Leipziger „Hochverratsprozeh" von 1873 haben Wllhelm Liebknecht und Bebel Das Recht zum Hochverrat ausdrücklich proklamiert: der Hochverrat regiere recht eigentlich die Welt: nur dann werde er bestraft, wenn er miß- ürnigen sei. Eigentümlich genug zu sehen, wie Parteien, sobald sie selber erst zur Macht gelangt sind, Das Recht zur Revolution verleugnen und ihre eigene Verfassung mit dem LNantel unverbrüchlicher Legitimität bekleiden wollen. Diel eher sollte man meinen, daß Kreise, denen die Verwerfung jeglichen Widerstands rechts im Blut liegt, ihrem legitimistischen Denken treu blieben und jede Obrigkeit, als von Gott verordnet, grund- sätzllch gelten liehen. Jene Lehren Martin Luthers von der Obrigkeit, wie sie im preuhisch- protestantischen Staat fortlebten, kennen in der Lat nirgends und niemals ein Recht der Revolution. Der Philosoph von Königsberg, Kant, hat den Untertanen jegliche Spur einer Auflehnung nachdrücklich untersagt. Friedrich der Drohe. Schleiermacher, Bismarck — sie kennen nur den Dienst, Me Hingabe an den Staatsgedanken. An dieser Gesinnung sind die Schichten der Beamten, Geistlichen und Leh er auferwachsen, die im Bismarckischen Deich recht eigentlich als innerste Stützen und Vermittler nationaler Bildung gelten durften. Diese nationale Gesinnung gestattete das Frontkämpfergeschlecht von 1914. 3n bedingungsloser Hingabe an des Reiches Einheit und Freiheit ist es in den Tod gegangen. Indessen zerbrach das Reich. Schweigend fügten sich jene Träger des Alten in das Reue. So wenig wie beaaffneten Widerstand kannte ihre Erziehung etr Streikrecht der Beamten oder Lehrer. Es bezeichnet das Zerbrechen der staat- lrchen Formen, wenn — in der Gestalt politischer Parteien — Kräfte sich erhoben, die gecoaltiam den neuen Staat und seine Verfassung sprengen wollen. Gb^n jenes Recht zum Widerstand, das Liebknecht der Vater, wie Liebknecht der D^hn behaupteten, behaupten die radikalen Fraktionen bis zu den Rational-Sozialisten hin. Hiller hat im Münchener Hrchverratsprozeß daS Recht zum Widerstand mit fast den gleichen Wirten pcokia- miert, die einst Wllhelm Liebknecht im Leipzig r Hrchoerratsprozeß gebrauchte. Die Rollen sind seit 1918 vertauscht worden. Den Rechtsraoi- kalen genügt die reine Rationalgesrnnung Oer früheren Staatsträger nicht mehr. Zwischen selchen Freunden und solchen Feinden hat das Werk von Weimar in der Tat emen schweren Stand. Denn Wil ensträge. der Ration kraft allgemernen Stimmrechts smd seit 1919 eben jene Parteäm geworden, deren tttecnatunale Grundkräfte jeder getriebenen Derfa sun; nur allzu leicht verderblich werden. Kern Wunder dann, wenn die Worthalter der jungen Republik — z. D. Minister Haenisch — versuchen, die sogen. Intellektuellen als Träger d utfche.- Bildung für den Parteislaat innerltch zu gewinnen. Za, sie meinen, daß erst mit dem Sturz des sogenannten Obrigleitsslaats den Gebildeten der ZuMng zur Staatsleitung freigegeben worden fei: Gerhart Hauptmann steht neben Präsident Ebert. Als soziale Demokraten gehören beide „Söhne des Volks" freilich zueinander. Dah aber ihr Bund etivas Linerhörles sei, kann nur Fe.ndschast gegen den alten Staat behaupten. Wenn einst der Lichter mit dem Fürsten ging, wenn schließlich Raturwissenschaftler und Kaufleute kai,erlich r Gunst genossen, — die Gestalten der Fichte und Humboldt, der Hegel und Ranke, der Lreilschke und Schmoller lassen sich am allerletzten aus un- gMBMaUKrWBK ■ ■■ —II11111 WilliIIIW1II-P———B Goethes Tat für die deutsche Buhne. Unter den so zahlreichen Segnungen, die die deutsche Kultur dem Lebenswerk Goethes verdankt, befindet sich auch die Schöpfung der deutschen Theaterkunst, eine Tatsache, die bisher noch nicht genügend hervorgehoben worden ist. Der bekannte Regisseur und Lheaterschriftsteller Friedrich Rosenthal betont in seinem soeben bei Gunthw Langes in München erschienenen, hier schon kurz besprochenen „Versuch einer Kultuvg^chrchite der deutschen Bühne", der er den Titel „ülnsterblich- teit des Theaters" gegeben Hot, dah die Geschichte unseres praktischen Theaterschaffens eigentlich erst mit Goethe beginnt. Wohl hatte die deutsche Bühne schon vorher einige grohe Schauspieler, begabte Regisseure, bedeutende Kritiker, aber keinen genialen Theaterleiter, der das gesamte Bühnentunstwerk mit der Fülle einer genialen Persönlichkeit durchdrang. Goethes Tätigkeit als Theaterdirektor ist eine neben vielen Arbeiten, die er als Leiter der geistigen Angelegenheiten des kleinen Weimarischen Staates übernahm. Aber diese Tat, die er nicht gern begann und von der er sich leichten Herzens trennte, wär doch ein Werk, das ihm allmählich ans Herz gewachsen war und von dem er wohl ahnte, dah es genug Fort- und Fernwirkung besah, um unsterblich zu sein. Er trat an dieses Werk heran, ohne eigene praktische Erfahrung, ja fast ohne Vorgänger. „Die bisherigen geringen Spuren eines deutschen Rationaltheaters wiesen Dach Wien, Hamburg, Mannheim und Gotha," feier Staatsgeschichte tilgen. Was ist es, das dem Liebes werben der neuen Machthaber den moralischen Erfolg zutiefst versagt? Am wenigsten stumpfe „Roaktivns"-Ge- sinnung. Bei Männern, die das Alte völlig wiederherzustellen hoffen, pflegt eben darum die Achtung und das Verständnis für geistige Arbeit nicht allzu tief zu sitzen. Wir selber waren feineg» Wegs blind für die Schwächen des Ancien regime, obgleich wir unser Wissen darum nicht zu Markte trugen; es widerstrebt uns, aus der Opposition ein literarisches Gewerbe zu machen und mit dem Schlechten auch das Gute in den Staub zu ziehen, wir sind durch das Fronterleben weder verroht noch verhärtet worden. Vielleicht sind wir weder wirtschaftlich potent noch finanziell „seriös". Aber wir lehnen ab, Parteiführer als unsere und der Toten Worthaber zu dulden, die „kein Vaterland kennen, das Deutschland heißt". Wir lehnen ab, mit Parteien gleich der 11. S. P. D zu paktieren, deren Dasein zugestandenermaßen auf der Lüge von Deutschlands Kiregsschuld ruht. Wir lehnen ab, Verrat und Spionage mit. unserem Ramen zu decken, tote dies der alte Reichstag schon 1917, anläßlich der ersten Matrosen- Meuterei, vermochte. Unwahr war es, wenn Haase den Geist des August 1914 als Partei- Vorsitzender bejahte, er selber hatte in der Fraktion gegen die Kriegskredite gesprochen. Unwahr war es, wenn die Unterzeichner von Versailles den abgetretenen Gebieten zuriefen: Wir werden euch nicht vergessen; unter dem Schweigegebot des Versailler Friedens sind eine Million Deutsche in Posen und Westpreuhen ausgerottet worden. Wir fühlen uns tiefer verpflichtet. Mögen alle „Herren Kollegen" im Reichstag eine s-oziologische Gruppe gegenüber der Auhenwclt bilden, mag der Parlamentarierberus persönlicher, selbst geschäftlicher Chancen die Fülle bieten; wie einst der Markenzwang, hat ja die Abbauverordnung vor dem Parlamentshaus halt- gemacht. Wir wissen, daß Verantwortung vor dem Wähler oder vor der Geschichte mangels verantwortlicher Gesinnung eine Phrxrse bleibt; daß Fraklionen nur dann Bruchstücke einer Ration darstellen, wenn und soweit sie sich zum Geiste der Ration bekennen — zum Geiste, der aus ihr r Geschichte und aus ihren großen Tradi.ionen aus- steigt. Wir sehen solchen Geist im England Macdonalds wie selbst im Frankreich Poincares am Werke. Er lebt im Italien des Faslio und im Rußland Lenins. Lebt er bei uns? Des ist keine Frage, die mit geschriebenen Derfassung.m, mit bloßen Staatsformen, mit Tallik oder Propaganda sich erledigen ließe. Glauben wir, daß Wirtschaft unser Schicksal sei. so erttären wir dadurch alles Staatliche für käuflich. Rehmen wir Demokratie zum Schiboleth, so müssen wir in Frankreich und in England unsere geistige Heimat ehren. 3n wenigen Wochen ruft das Reich d:e Wähler an die Arne. Die F.-agen werden ihnen von den Parteien vorgelegt. Werden die Parteien selber eine Antwort wissen? Der koloniale Gedanke und die deutsche Jugend. Don Bardo totek. Wie dieser Tage durch die Presse bekannt wurde, ist einige Zeit vor Reichstagsschluß eine Ansrage der Deutschen DolkSpartei ergangen, ob und wie die Reichsregierung den 24. Aprtl zu einem kolonialen Gedenktage aller Deutschen, insbesondere der schulpflichtigen Jugend aaszuge» stalten gedenke — eine Anfrage, die inzwischen zustimmend beantwortet worden ist. Was bedeutet der 24. April für uns? An diesem Tage sind 40 Zahre vergangen, seitdem Reichskanzler Fürst Bismarck an den deutschen Konsul in Kapstadt folgendes Telegramm schickte: „W. A. Lippert. Deutscher Konsul, Kapstadt. Rach Mitteilung des Herrn Luderitz zwei ein die Kolonialbchörden. ob seine (Svtoerbunie.i nördlich des Oranjeslusses auf deutschen Schatz Anspruch haben. Sie wollen amtlich erklären, daß ec und seine Riederlassungen unter dem Schutz des Reiches stehen, von Bismarck." Damit war Deutschland in die Reihe der Krlonialvötker eingetreten. Wie es dann der Welt den Beweis seiner kolonialen Befähigung erbrachte, wissen wir. And kein Versail'ei' „Friedlmsoertrag" wird uns dieses Wissen nehmen! Ebensowenig den Willen, dermaleinst den Platz an der Sonne wieder einzunehmen, der Deullchland gebührt — zumal ja im Laase der Zeit trotz aller Koloniallügen Zeugnisse auf Zeugnisse sich angehäuft haben, was Deutschland kolonisatorisch geleistet hat — und was seine Sukccssär-Staaten nicht fertig bringen! So erklärte „Anited Empire" 1912: „Eine so alte Kcllonialnation wir auch sind, wir können sehr viel lernen aus dem, was Deutschland ruhig und unauffällig in China Ltt Das spricht in beredter Weise zu dem erwachenden China von einem Lande, das ihm wie eine aus dem Dunkel sagt der Verfasser. „Als Lessing in Hamburg weilte, sah Goethe in Leipzig. Mit Wien verband ihn nichts. Iffland hatte er zufällig einmal in Mannheim gesehen und betounbern gelernt, und Echos war bereits 13 Jahre tot, als Goethe seine Weimarer Unternehmung anfing. Es lag für ihn also alles außerhalb jeder Erfahrung, jedes Vergleichs und jeder Tradition." Goethe unternahm die Arbeit lediglich um der Sache willen. „Wir haben für unsere Bemühungen weder von oben noch von unten eine Spur Dank zu srnxtrten“, sagte er einmal zu seinem Helfer, dem Hofrat Kirms, „und im Grunde sehe ich täglich mehr ein, daß das Verhältnis, besonders für mich ganz unanständig ist." Trotz der vielen Hemmnisse und Aergernisse hat er aber doch unermüdlich an der Durchbildung der Weimarer Bühne gearbeitet, die zu dem Musterinstitut in Deutschland wurde und die späteren Höchstleistungen der Bühnenkunst richtunggebend bestimmte. 3m Reperboir verband er klug das Ideelle mit dem Praktischen. Reben der Betonung der deutschen Oper, also Mozarts und des deutschen Singspiels, finden wir Huldigungen an Shakespeare, an Schiller und seine Welt, an Calderon und die .Romantiker. Daneben läuft manches andere, so die Wiederbelebung Molieres, manch literarischer Versuch und — als das „tägliche Brot" — die Aufführung der Tagesschreiber Kotzebue und Ifsland. Am meisten litt Goelhr darunter, daß er fast gar keine bedeutenden Schauspieler besaß, denn die lleine Weimarer Bühne konnte materiell nicht viel bieten. Dadurch fehlte es ihm selbst an dichterischer Anregung. Hier ausgesticgene Reue Welt vorkommt: China empfindet nicht mehr Kiautschou wie einen Dorn in seinem Fleische, sondern wie eine Stelle, aus der das gesunde Beispiel westlicher Zivilisation über das Himmlische Reich strahlt." Oder „Guide to South Afrika" 1914; „3n ökonomischer Hinsicht ist die deutsche Kolonialregierung un'.ernehmrngs« lustiger als unsere eigene gewesen." Rach der „Times" vom 24. Mai 1916 wurden in Deutsch- Ostafrika „niemals halbe Maßregeln ergriffen; die Möglichkeiten des Landes wurden nach kaufmännischen Gesichtspunkten ausgebeulet". Schließe lich Nehme man die chauvinistische „Depeche Coloniale" vom 19. Oktober 1916, die sagt: „ Untere Leser erinnern sich, daß wir von einem Tage zum andern die Fortschritte der deutschen Kolonien und die beständige Anstrengung, sie zur Blüte zu bringen, verzeichnet haben, denn es wäre kindisch gewesen, das zu leugnen oder zu verschweigen. Durch das Aufblühen Togos, Kameruns, Ostafrikas, ja, sogar der kleinen Schutzgebiete im Stillen Ozean, schließlich auch Kiaut- schous waren die Deutschen nahe daran, den höchsten Rang unter den Kolonialmächten ein» zunehmen." Die vierzigjährige Wiederkehr des Tages des Eintritts Deutschlands in eine aktive Kolonialpolitik ist der gegebene Anlaß, um unserem Volke ein Bild über unsere Kolonialarbeit während der verflossenen Zahrzehnte vor Augen zu führen! Vornehmlich werden die Kolonial-Vereine und -Verbände im Deutschen Reich zum Gedenken an den Beginn der kolonialen Betätigung Deutschlands vor vierzig Zähren am 24. April große Kundgebungen veranstalten. Dankbar begrüßen wir es, daß die Koloniale Reichsarbeitsgemeinschaft eine Festschrift herausgeben wird. Für diesen Tag hat man besonders an die Heranwachsende Zugend gedacht. 3n den Schulen aller Art muß auf die Bedeutung des 24. April als kolonialen Gedenktag hingewie en werden. Möge sich das, was an diesem Tage auf Herzen und Sinne unserer Zagend einstürmt, in ihren festsehen und für die Zukunft mit lebendigem Willen nach Betätigung drängen: denn die Zugend von heute ist das Staatsvolk von morgen! Gehe es am 24. April hinaus in alle Welt: Weder unwürdig noch unfähig ind wir Deutschen, Kolonien zu b s h n D nen d e ie g riubt laben, rufen wir zu: der Wahrheit itie Ga,se! Heraus mit unseren geraubten Kolonien! Die deutsche GoLddiskontbank. Einer amtlichen Mitteilung über die Errichtung der Deutschen Golddiskontbank entnehmen wir folgende Angaben: Tie Deutsche Golddiskontbank ist am 7. April errichtet worden. Vorsitzender keS Au sihtsra'es ist der Präsident des Reichsbank-Direktoriums Dr. Hjalmar Schacht, stellvertretender Vorsitzender der Vizepräsident des Reichsbank-Dirck- toriums Dr. v. G l a s e n a P P. Den Vorstand bilden: Gcheimer Oberfinanzrat Kaufs mann. Geheimer Finanzrat Dr. Bernhard, Geheimer Finanziat Dr. Friedrich und Reichsbank^irek- tor Fuchs, sämtlich in Berlin. Die Geschäftsräume befinden sich im Gebäude der Reichs- hauptbank in Berlin. Der Geschäftsbetrieb wird am Mittwoch,, 16. April eröffnet werden. Sie „Deutsche Golddiskontbanf' hat den Zweck, aus Grund in- und ausländischer Kapitalbeteiligung und Kreditgewährung, sowie unter Rutzbar- machung verfügbarer deutscher Goldreserven mit Hilfe des ihr verliehenen Rotenausgaberechtes berechtigte Kredilbedürfniife der heimischen Wirtschaft zu befriedigen. Die Deutsche Golddiskontbank ist als reine Privatbank einer in- oder ausländischen Kontrolle nicht unterworfen. Sie darf in keiner Form dem Reiche, den Ländern oder Kommunen Kredite gewähren, ober Garantien für sie Übernehmen. Gegenstand des Anternehmens ist der Betrieb von Dankiergeschäften und die Ausgabe von Banknoten. Die auszugebenden Banknoten dürfen nur aus Beträge von 5 Pfund Sterling, oder von einem Vielfachen die'es Betrages lauten. Die Ausgabe von Roten in höherem Betrage als 5 Pfund Sterling bedarf der Zustimmung des Aufsichtsrates. Das Grundkapital der Deutschen Golddistont- bank beträgt 10 Millionen Pfund Sterling. Es ist eingeteilt in Aktien über je 10 Pfund Sterling und zerfällt in zwei Gruppen, Gruppe A und Gruppe B. Die Gruppe A in Höhe von 5 Millionen Pfund Sterling wird von der Reichsbank übernommen und von ihr voll eingezahlt. Die Aklien der Gruppe B von insgesamt 5 Millionen Pfund Sterling lauten auf den Inhaber. Sie werden von den Gründern übernommen und in Höhe von 25 Prozent jeder Allie sofort eingezahlt. Die Einzahlung der Aktienbeträge tfl in Weimar hat man mir wohl die Ehre erzeigt", sagte er 1825 zu Eckermann, „meine „Iphigenie" und meinen „Tassv" zu geben, allein wie oft? Kaurn alle 3—4 Zahre einmal. Die Schauspieler sind nicht geübt, die Stücke zu spielen, und das Publikum jst nicht geübt, sie zu hören. Hätte ich Wirkung gemacht und Beifall gefunden, so würde ich ein ganzes Dutzelld Stücke wie die „Iphigenie" und den „Daßo" geschrieben haben. Allein, wie gesagt, es fehlten die Schauspieler, um dergleichen mit Geist und Leben darzustellen." Trotzdem hat er in seinem heißen Bemühen nad> Erziehung und Bildung der Schauspieler nie nachgelassen. In Pius Alexander Wolf fand er den einzigen wirklich hervorragenden Vertreter seiner Ideale; aber auch noch dem jungen Karl La Pocke gab das Studium unter Goethe die Weihe für sein ganzes reiches Schaffen. Sein Vermächtnis für die Schauspieler aber hat Goethe in den so viel verkannten und doch so gcoifc artigen „Regeln für die Schauspieler" niedergelegt. „Was sie wollen und bezwecken", sagt Rosenthal, „ist etwas unendlich Hohes, Festliches, etwas das movalisch für unsere heutige Sehnsucht dem Theater gegenüber geradezu beispielgebend sein kann “ <Äine tiefe Erkenntnis vom Wesen des Theaters sprach Goethe gegen Ende seiner Geltung 1815 in den Dag- und Zahresheften aus: Das Theater hat, wie alles, was uns umgibt, eine doppelte Seite, eine ideelle und eine empi» rische; eine ideelle, insofern es seiner inneren Natur gemäß gesetzlich fortwirkt; eine empirische, welche uns in der mannigfaltigsten Abwechslung als ungeregelt erscheint, älnd so müssen axr £ fit 3s$ias, Kopfschmerzen Togal stillt die Schmerlen und scheidet die Harnsäure aus. Klinisch erprobt. In allen Apotheken erhältlich. 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Der Reingewinn ist, soweit er nicht zur Ergänzung von Dividenden vorausgegangener Zahre verwendet werden muß, in folgender Weise zu verteilen: Zunächst wird eine Dividende in Höhe bis zu 8 Prozent für die Aktie an die Aktionäre ausgeworfen. Soweit das Geschäftsjahr kürzer ist als 12 Monate verringert sich dieser Divi- dendensatz entsprechend der Verkürzung des Ge- schästsjahres. Soweit die Attien noch nicht doll bezahlt sind, berechnet sich die Dividende für die einzelne Aktie verhältnismäßig nach Zeit und Betrag der geleisteten Einzahlungen. Don dem nach Ausschüttung der Dividende verbleibenden Eewinnbetrage sind 50 Prozent an das Reich ab- zusühren, über die restlichen 50 Prozent beschließt die Generalversammlung. Im Falle der Liquidation toirb das gesamte Vermögen einschl. der angesammelten Reserven der Eolddiskontbank unter die Aktionäre nach dem Verhältnis der eingezahlten Allienbeträge verteilt. _________________________ Gicht, Rheuma, Nerven- und Tabletten hervorragend bewährt bei hexenjchiitz, dos beste und sparsamere flOHNEa WACHS erhält ihre Fußböden dauernd schön weil aus besten Edel wachsen und tnil anierikan. Terpentinöl hergeslellL Zu haben bei Emst Noll, Kaiser-Drogerie. Mwoa. 6 Zylinder erfolgreichster Wagen 1923 Dupont A.-G. Frankfurt am Main l j Messe-Ausstellung Kaiserstr. 64 | Telephon Hansa 6836 u. 4694. vnnnf, onin? Noin Gegen Grippe u.schwere Katarrhe hilft M ßua uulu: Nullt bestimmt Karlsfprubel virllrchen H. 6 i | 27710 Die feine Zigarette •SchloDAmerongeni GroßformatStück5 PYg. | || Rihofa - Zigarettenfabrik • Frankfurt/M. | dasselbe von beiden Seiten betrachten, wenn wir davon richtige Begriffe fassen wollen. Von der ideellen <^eite steht das Theater sehr hoch, so daß ihm fast nichts, was der Mensch durch Genie, Geist, Talent, Technik und Hebung hervor» bringt, gleichgestellt werden 6imt .* Das neue Forschungsinstitut in Davos. Zu Anfang dieses Zahres wurde in Davos das „Institut für H o ch g e b i r g s - P h h - siologie und Tuberkalvseforschung" eingcwriht. Die Hochgebirgs - Physrolvgie, die schm über reiches Forschungsmaterial verfügt, wird in dem neuen Institut hauptsächlich dadurch vervollständigt werden daß man die Anpassung des Körpers an das Höhenklima, die bisher nur in großen Höhen untersucht wurde, auch in niedrt- geren Höhen beobachtet, um festzustellen, ob die gleichen Anpassungserscheiirungen auch hier j.t finden sind. Auch die Strahlungserscheinungen müssen in ihrer hohen Bedeutung für die Gesundheit noch weiter erforscht werden. Ein viel weniger bebautes Gebiet ist die Tuberkulose- fr rschung im Hochgebirge; hier gilt es, dre Beziehung zu ermitteln, d'e zwischen den Im kranken Körper ablaufenden Vorgängen und dem Verlauf der Krankheit im Hochgebirge besteht. Auch den Krankheitserregern und ihren ^Beziehungen zu den verschiedenen Faktoren des Höhenklimas wird in der balleriologischen Abteilung ein genaueres Studium gewidmet. BRENNABOB WM Brennahor-Kinderwagen und -Klappwagen sind weltberühmt und unerreicht in Qualität, Schönheit und Preis Niederlagen in Gießen nur bei August Kilbinger ..« Berthold Kühne Seltersweg 71 Seltersweg 26 1,520 8REHMABOR Hansa-Handels-Schule Telephon 821 von J. Kunzeimann, Diplom-Handelslehrer, Gießen. Stundenplan fttr die 1. Mal 1924 beginnenden Kuren. Stunde Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag I Rechnen Deutsch Rechnen Deutsch Rechnen II Handelsbetriebslehre Handels- Briefwechsel Wirtschafts- Erdkunde Handels- Formulark. Wechsel und Scheckkunde III Buchführung Buchführung Handelsrecht Buchführung Buchführung IV Kurzschrift Kurzschrift Kurzschrift Kurzschrift Kurzschrift V Masch.-Schr. Schönschreib. Masch.-Schr. Schönschreib- Masch.-Schr. Vorstehender Stundenplan ist von der Hess. Regierung genehmigt und wird von Ihr überwacht Anmeldungen und Auskunft tätlich im Schulhause: Bleichstraße 5 oder im Bureaut Seitenweg 73. Prospekte frei. 2836c Zur Beachtung! Die Hansa-Scbule ist die alleinige Privat-Handelsschule am Platze, deren Inhaber Lehrer und Fachmann ist und daher die Befähigung besitzt, die Schulleitung selbst zu übernehmen. zu Engros-Preisen. Futzdodenlatkfarden 2B18D Oelfarben Sl. 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