fir. 266 Erstes Erscheint täglich, außer Somu und Frierlag». Beilagen: ViebenerFamilirnblLtter Heimat im Bild. monat$>Bejngsprei$: 2 ©olbmark u. 20 Gofd- pfennig für Trögerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der» lag undGeschäftsstellebl. Anschrift für Drahtnach» richten: AnzeigerSieste«. Postscheckkonto: Zrankfurt a. M. 11686. Blatt Dienstag, XV November 192$ V$. Jahrgang ietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk und Verlag: vrühl'sche UniverfitSls-Vuch- und §1eindruckerei R. Lange in Glehen. 5chriftleitung und Geschäftrstelle: Zchulstra^e 7. »»Nähme H» Inje.ucii für die Tage»nummer vis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichüeil. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichü, auswärts 10 Goldpfennig: für Reklame-Anzeigen d 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20", Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton Dr. Friede. Will). Lange; für den übrigen Teil. Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Han» Beck, sämtlich in (Bieben. Deutsche Steuerpolitik Die Steuerreform Die Handelsverträge während der letzten Baldwins Programm er< na< - <9 n einer S 5 S cf <9 2 ä n 9 T 1 1 d s n ft % <9 & er n* <9 A 0 ft Cf o «st <9 'Ms = =c ä Ö= & „■ & « S 5» 0 o sh 2 C London, 11. Rov. ($11) Gestern fand das lang ertvartete Bankett zu Ehren des Lordmayor von London in der Guildhall statt, auf dem der Premier traditionsgemäß eine politisch bedeutsame Rede hielt. Dor dem Bankett fand ein glänzender Empfang in der historischen Bibliothek der Guildhall statt. Der Lordmavor und seine Gemahlin empfingen die Gäste, darunter die Botschafter der auswärtigen Mächte, den Erzbischof uni> die Mitglieder der Regierung, unter denen Churchill, Da ldwin und Chamberlain besonders warm begrübt wurden. Rusten Chamberlain brachte einen Trinkspruch auf d i e auswärtigen Botschafter aus, in dem er betonte, daß er als britischer Staatssekretär des Aeuhern nicht nur im Ra men Großbritanniens, sondern auch der britischen Dominions spreche. Rachdem dann der Premierminister mit lautem Beifall und großer Herzlichkeit von dem Lordmayor begrüßt worden war, sprach Baldwin für sich und seine Kollegen den Dank für den Empfang auS. Der Premierminister führte dann aus, weder er noch ferne Kollegen ständen dem Wahlergebnis mit M.ßver- ständnis gege rüb.-r. Der gute Eindruck der öff.nt- lichen Meinung müsse ihn sa.en, da'; das neue Kabinett lci Vergleich mit len Dor usg gMienen standhafte So habe er zwei Giganten auf den Posten des Schatzamtes und des Auswärtigen Amtes g.-stellt, Len einen,- um in der Kasse des Dolles hausz^chalten und den anderen, um die auswärtigen I.iteese x zu behüten. Da er erst kürzlich seii Amt über-om- mcn habe, so sei er noch nicht imstande, über alle Probleme zu sprechen, aber er könne sagen, daß die Regierung in der auswärtigen Politik ihre Hauptaufgabe in der Erhaltung der Stabilität und Festigkeit erblickt. „Ich stehe aufdemDoden des Friedensvertrages und werde die guten Beziehungen mit allen Mächten auf der Grundlage dieses Der- träges pflegen." Daß diese Politik keine Politik der Versumpfung fei, zeige das Dorgehen der letzten unionisti- schen Regierung in der Frage des Dawes-Gutachtens und der Londoner Konferenz, die unter der fähigen Leitung Macdonalds einen so groben Erfolg gebracht habe. Diese Konferenz habe den bedeutungsvcllen Wiedereintritt der Vereinig- ten Staaten in die europäische Politik gebracht. Die fiskalische und wirtschaftliche Einheit Deutschlands ist im Sinne des Londoner Abkommens wieder hergestellt. Dieses sehr zufriedenstellende Ergebnis sei größtenteils durch die Mitwirkung der französischen Regierung und Herriot erreicht worden und dieser habe die Dankbarkeit Europas für die Loyalität der Mitarbeit erworben. Er möge versichert bleiben, daß die Regierung Seiner Majestät darin fortfahren werde. Herriot mit praktischen und verständigen Dorschlägen zu helfen. Die englische Regierung beharrt darauf, daß das Londoner Abkommen Deutschland in den Stand sehen werde, wieder ein Faktor für Frieden und Stabilität zu werden. Der Erfolg dieses Abkommens hänge aber in erster Linie von D e u t s ch lan d s e lb st ab Die englische Regierung vertraue aufrichtig, daß die Entwaffnung Deutschlands, soweit ihr letztes Stadium in Betracht kommt, ohne weitere unbillige Verzögerungen beendet werden würde. Die englische Regierung erkenne gleichzeitig den Wunsch Deutschlands zum Eintritt in den Völkerbund an rmd vertraue darauf, daß die Erfüllung dieses Wunsches nicht lange verzögert werden wurde. Ein unschätzbarer Dorteil des Volkerbmü^s be- stehe darin, daß er ein Clearing-Haus für internationale Streitigkeiten sei, wie es z. D. die Mossulfrage beweise. Wir stehen, sagte Baldwin, auf der Grundlage des Dertrages von Lausanne und wir erwarten von der Türkei das gleiche. Wenn es eine Meinungsverschiedenheit in der Interpretation des Vertrages gebe, so sei die englische Regierung bereit, die Entscheidung dem Döllerbunde zu überlassen. Dann wandte sich Baldwin der arabischen F r a g e zu und erklärte, daß die Regierung eine Es ist jetzt schon vorauszusehen, daß der kteuerzidzack der letzten Jahre noch lange nicht zu Ende ist. Im kommenden Frühjahr düsten d.e Handelsverträge m.1 Fra'.k.eich, England. Belgien und Italien fertig sein. Dann müßte die Prob: aufs Crenpel gemacht werden, ob der Steuerabbau wirklich die deutsche Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt zu steigern geeignet ist oder ob der Kampf um die Revision des Da wes-Programms für uns der einzig mögliche Rettungsweg ist. Spätestens nach Dre.vierteljah en wird der Kurs, den die R. ichssteuerpolitik einschlagen m> ß, w e er im scharfen Winkel vom gegenwärtigen K.ues weg- führen. Es wird sich dann darum handeln, die im Dawes-Programm vorgesehenen unmittelbaren Leistungen des Reichsfisius an die R e p a r a t i on s la s s e aus der deutschen Wirtschaft herauszuholen. Die Der Pf än- LungderZölleaufTabat und der innerem Abgaben auf Alkohol, Bier und Zucker a5 2^' cDs 2. d 1 n * rt S et; n c das Besoldungssperrgesetz sofort, also vor seinem am 1. April nächsten Jahres bevorstehenden gesetzlichen Ablauf, aufzuheben sei. — Dem vorerwähnten Anträge soll nicht statt- gegeben worden sein. Man will erst die A u s - wirkungdes Finanzausgleichgesehes abwarten. Lohnverhandlungen bei der Reichsbahn. Berlin 11. Rov (Xil.) Gütern sand eine Besprechung Der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft mit den am Lohntarifvertrag beteilig e i Geweil > chaf- ten wegen LohrforXrungen statt. Da die Ent- sch.üdung über die Aenderung der Löhne ge etz- mäßig dem Verwaltungsrat zusleht. w rd von der Hauptverwaltung Dem te chl unig! ein e iufenen 'Derwaltungs.at eine Vorlage auf Erhöhung der Löhne gemacht tre oe.i, über Die Liquidierung des Marokkokrieges. Unterhandlung mit den Rifkabylen, Gibraltar, 11. Rov. (TU) In Gibraltar sind Den Hadschu Ali und der Schwager Abd el Kerinis, Den Runa, der Saltan von Tetuan, eingetroffen. Obgleich sie ernarc'’, ' aß ihre Reift durchaus inoftizrell ser, rst dies kaum anzimchmen, da gleichzeitig mit ihnen der de»- d rt < d <■'£ i 2 ®. (Jt Eine Tagung der Beamten- organisationen. Berlin. 11. Rov. (TU.) Am Montag trat der geschästsfährende Ausschuß der De- amtenspitzenorganisationen in Berlin zusammen, um zu der *on der Regierung angekündigten Erhöhung der Beamtenae- Hölter Stellung zu nehmen. Die Derhandlun- gen konnten noch nicht zu Ende geführt werden, da innerhalb der einzelnen Richtungen offenbar keine vollständige Uebereinst immun g herrschte. Man war sich jedoch allgemein darüber einig, daß vor einer zu erwartenden Regierungserklärung über die Aufbesserung der Beamtengehälter eine Abordnung d r Beamtenschaft beim Rcichssinanzminister und beim Reichskanzler vorstellig werden soll, um der Regierung gewisse Mindest wünsche der Beamtenschaft vorzutragen. Lieber die Höhe dieser Forderung ist iroch kein Beschluß gefaßt. Ties soll erst in der nächsten, am 12. d. Mts. stattfindenden Sitzung erfolgen. Das Besoldungsgesetz. Berlin, 11. Rov. (Priv.-Tel.) Auf Einladung des Reichsfinanzministers fanD, wie wir erfahren, eine Besprechung der Landesfinanzminister unter Hinzriziehung der Innenminister der Länder darüber statt, ob der vom Reichstag angenommene Antrag der Deutschnationalen und der Demokrattschen Partei. fen. Aas Experiment sei insofern von größter Bedeutung. als es vielen, und nicht zum mindesten den Parteigängern der Arbeiterbewegung die Augen geöffnet habe. Gerade jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, wo der Kampf der liberalen Partei um eine politische Machtstellung notwendiger denn je geworden sei. Die Behauptung, daß die liberale Partei sich entweder den Konservativen oder der Arbeiterpartei anschliehen mühte, betrachte er als unvernünftig und unpolitisch. Falls solches je geschehen sollte, so würde das die schlimmsten F o l g e n für die nationalen Interessen zeitigen. y <> d?, P § 2 2(5,22 0 setzt die Reichsregierung vor die Rotwendigkeit, durch anderweitige Steuern das dadurch im Reichshaushalt entstehende Loch auszustopfen Die durch d.e letzte Regierungsverordnung eingeleitete und hoffentlich durch Verfügungen der Länder ergänzte neue Steuerabbaupolitik kann also nichts anderes sein als eine Episode von nicht einmal einjähriger Dauer. Sichert auch dieser Schritt nicht einen lebhaften und gleichmäßigen deutschen Warenabsatz auf dem Weltmarkt, so ist damit der Dew is erbracht, daß für die Erfüllung des Dawes-Programms die unentbchriichste Voraussetzung fehlt. Der deutsch-italienische Handelsvertrag. Eine Entschließung des Deutschen Industrie- und Handclstags. Berlin, 11. Rov. (T.U.) Am 10. Rovember nahm der Auhenhandelsausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstages in Berlin Stellung zur deutschen Außenhandc ft Polftlk. Haupt- gegenstand der Tagung war ein Dort.ag des Generaldirektors der Dingwerke Rürnberg, Kommerzienrats Schwarz, über die bevorstehenden Verhandlungen mit Italien, der in einer Entschließung gipfelte, in der es u. a. heißt: „Der Deutsche Industrie- und Handelstag nimmt mit Desriedigung von den deutsch-i.alienischen Besprechungen Kenntnis. Eine beiderseitig befriedigende Regelung der Handelsbeziehungen ist nur auf der Grundlage der allgemeinen Meistbegünstigung mögllch. Einen Vertrag ohne volle Meistbegünstigung glaubt der Industrie- und Handelstag nicht befürworten zu Birnen. Die knutsche Ausfuhr nach Italien hat nach Abschluß des Krieges so viele schwere Belastungen durchgemacht, daß von einer halben Lösung der Verhandlungen die beiderseittg ersprießliche Belebung London, 11. Rov. (2. U.) Da Asquith Im Tiff steht, eine mehrmonatige Erholungsreise ____p Aegvplen anzutreten. hatte er gestern zahlreiche Mitglieder der liberalen Partei zu einem Frühstück geladen. In seiner Ansprache wies er daraus hin, daß die liberale Partei keineswegs im Sterben begriffen fei. Der Krieg habe die Stellung der Partei erschüttert. doch müßte ihre Arbeit im Hinblick auf die Vergangen hell fortgesetzt werden. Die Bedeutung des raschen Aufstiegs der Arbeiterpartei und das Fortschreiten des so- zialistischenGedankenSsei nicht zu unter» schätzen, doch habe das Experiment einer Arbeiter- regierung bewiesen, daß ihre Interessen nicht mit denen des Staates und der Ration zusammenlau- streckt." Die deutsch-belgischen Wirtschastsverhandlungen. Berlin, 11. Rov. (TU.) Die am 21. September vertagten deutsch-b.lgischen Wirtschaftsverhandlungen sind am Montagnachmittag wieder ausgenommen worden und Haban bereits eine Annäherung der gegenseitigen Standpunkte ergeben. Don amtlicher Seite wird hierzu mit- geteilt, daß eine Verständigung darüber erzielt worden ist, das Prinzip der Meistbegünstigung als Verhandlungsgrundlcrge anzu- erkennen. Reden Fragen des beiderseitigen Warenverkehrs sollen auch Wirtschaftsfragen allgemeiner Ratur geregelt werden. Die Angst vor dem deutschen Export. Kopenhagen, 11. Rov. (211.) Der dänische Industrierat sich kürzlich, mit einem Schreiben an Staatsminister Stau ning gewandt, in dem der Minister auf die deutsche Dumpinggefahr aufmerk am gemach wird. Der e^aoatSminifter hat daraufhin du.ch seine ausländischen Verbindungen mehrere lln'er* suchungen einleiten lassen. Er erklärte in der ..Berlinske Tidende", daß noch kein Entschluß irgendwelcher Art vorliege, daß die Refieru:g aber tatsächlich an eine Importregelung denke, wenn die Verhiltiiffe eS erfordern sollten. Auf Ersuchen der dänischen Textilindustrie, die auch die deutsche Konkurrenz fürch e', Hai man feine Aufmerk amkeil besniders cw kir Dumping- gefahr in der Textilindustrie gerichtet. deren Umfang mit den GewerkschaftSvertreter.i eine vorläufige Verständigung erzielt ist. Arbeiterschaft und Regiebahnen Berlin, 11. Rov. (Priv.^Tel. deS WTD.) Wie die „Germania" mitteilt, haben zwischen einem Beauftragten des Ha uptverwas- tungSrats der Reichsbahngesellschaft und den Gewerkschaften Besprechungen über die Rückführung der Regiebahn und die daraus für die Arbeiterschaft sich ergebenden Maßnahmen stattgefunden. Da unter dem Regiebetrieb eine Vertretung der Arbeiterschaft im Sinne der BetriebSräteordnung nicht möglich war, will die Reichsbahngesellschaft. um die Vertretung des Personals erneut zu ermöglichen, voraussichtlich im Januar Reuwahlen der Betriebsräte vornehmen lassen. Inzwischen sollen durch Mehrheitsbeschlüsse in allen Dienststellen Vertrauensleute ernannt werden, die die Vertretung der Arbeiter crnxi im Sinne der Betriebsräte zu üb.rnehmen haben. Es wurde ferner beschlossen, den Arbeitern, die von der Regie entlassen oder auSgewiesen worden sind, die Zwischenzeit, in der sie nicht im Dienste der Bahn standen, voll alS Dienstzeit anzurech ne n. 1 a fl u n g zurückzuführen sei. In zahlreichen Einzelfällen laßt sich nachweisen, daß der Zwang zur Ableistung einer Steuerpflicht zum bestimmten Termin den Landwirt zu überstürztem Verkauf von Feldftüchten ober Vieh veranlaßte, und daß gewerbliche Unternehmungen hochverzinsliche Darlehen aufnehmen mußten, um fällige Steuerraten zu begleichen. Im September ds. IS. erfolgte der erste Steuernachlah, und zwar b.n der 11 msatz- steuer die von 21/» auf 2 Prozent ermäßigt wurde. Schon damals ließ die Reic^regierung erllären, daß ffc? für später eine Wei te re Herabsetzung deS plrn >^st arersahes ins Auge gefaßt fr-tbc. Damals erfolgte g'eichzeitig eine allgemeine Ermä higung der Frachten u d als Folge davon eme Herabsetzung des Kohlenpreises. Ein gleichzeiiges Anziehen der Preise auf dem Weltgetreide- unb Weltrohstoffmarkt verhindere, daß di-se erste VerLilligun fsaktion der Reg eru ig E - felg Hatto. Auch die später erfolgenden Kreditbeschränkungen für Lio Landwirt ch ft und die C o der u n g her Einfuhrverbote kamen nicht in einem Rachlc^sen ter Warenpreise zum Ausdruck. Die Indexzahlen für die Lebenshaltung und für die Großhandelspr ~i"e kamen selbst im Oktober noch nicht zum Stillstand. Die Reg elung Maix Stresemann wurde i t ter Pre se d>v Linken wogen ihrer vergebliche.i Verblligungs- manöver verspottet und der llnternehmerschaft wurde aufs neue der alte Vorwurf gemacht, sie sabotiere eine Politik zugunsten der verbrauchenden Massen. Jetzt, nach Auflösung des Reichstages und vor den Reuwahlen. hat die Reichsregierung auf dem Verordmungswego eine Reihe von Steuerermäßigungen verfügt. Zum Teil erst reden sich diese Ermäßigungen auf Herstellung und Verkauf der Waren, z. B. die Herabsetzung der Steuervorauszahlungen für gewerbliche, landwirtschaftliche und kommerzielle Unternehmungen, vor allem aber die abermalige Herabsetzung der Umsatzsteuer von 2 auf l1 Proz. Zum anderen Teil soll der Steuernachlaß den verbrauchenden Arbeitnehmern die Dedung des Lebensunterhaltes mindestens im bisherigen Umfange ermöglichen. ohne daß Lohnerhöhungen stattzu- finden brauchen. Das Roichssinanzministerium hat einen Druck auf die Regierungen der Länder während der letzten «hn bis zwölf Monate geradezu als „brutal“ bezeichnet. Die alten Steuerschulden wurden durch Abschsagszahlungen abgegolten und an Stelle dep früher üblichen nachträglichen Veranlagung und nachträglichen Steuerzahlung für das vergangene Rechnungsjahr trat die Steuervorauszahlung für das ab- Belanfenc Quartal bzw. für den abgelaufenen Monat. In einer Zell, In welcher alle Produktionskosten stiegen, nahm die Steuerlast bisher unbekannte Dimensionen an. Immer wieder hört man Die Behauptung, daß ein großer Prozentsatz der Geschäftszusammenbrüche während der Sommermonate auf die steuerliche Heber- Politik der Richteinmischung in die Streitigkeiten über den Besitz der Heiligen Stätten deS Islams verfolgen werde. Die Erörterung der Fragen über Rußland und Aegypten sei noch verfrüht und er könne Darüber nichts sagen. Die Lage in China bereitet schwere Sorgen, aber Die englische Regierung werde, sofern sich eine Möglichkeit dazu bietet, den englischen Einfluß in China wirksam stärken. England werde keine Zeit verlieren, sich mit den anderen Mächten zu diesem Zwede zu verständigen. Die Regierung sei sich über die Schwierigkeiten im übrigen vollkommen klar. Die Sorgen bet indischen Regierung feien nicht gegen die Erreichung verfaßungSmL^ tiger Ziele durch verfassungSmäy g? Mil el, sondern gegen alle Verbrechen gerichtet: die englische Regierung werde die rnbische Derwal u g in allem unterstützen, waS diese zur Unterdrückung von Verbrechen tun müsse Auße.dem we de de Regierung all7s, was in ihrer Macht steh', mn, um die Be'chlü.se der ReichSkonfevcz auszufü^- reu. Tas Genfer Protokoll mass clr Regierung n ch einmal prüfen. Urber Wembley sagte Baldwin, daß er Die Hoffnung fribe, die Ausstellung im nächsten Jahre wieder zu eröffnen, sofern er auf die Unterstützung Der sc lomalen und anderen Gruppea rechnen könne. Dann wandte sich Baldwin zu der Frage der inneren oPlitik. Er versprach durchgre.sen^e Maßnahmen zur Förderung des Wohnungsbaues zu ergreifen, wodurch er glei chze tig d e Arbeitslosigkeit zu steuern fr f,t Rach einigen Worten über das Regieiungsp ogramm Les neuen Kabinetts und über oie Ro we Dijfeif Der Verwendung wissenschaftlicher Erf h u igen in der Industrie, schloß BalL-win mit eil em Ap.eft an Die Selbsthilfe. Das Wahlerzeonis :c. sei ein Bekenntnis zur geordneten Staatsführung. Ein Wehst!i ftn e solch: Armut und fr lches Elend bringen, wir es sich der englische Arbeiter wohl kaum vorstellen ----- könne und wie er es noch niemals erfoh en habe Die Bes.rung könne aber nur auS dem Volk« selbst kommen. Die Fukunft der Liberalen (Sine Rede Asquiths. ausgeübt, daß diese ihrerseits eine Steuer- eimaßigung eintreten lassen. Der Zweck dieser Aktion ist der. der Deutschen Wirtschaft Die Bedingungen für den bevorstehenden schweren Konkurrenzkampf auf Dem Weltmärkte soweit wie irgend möglich zu bessern. Hat der jetzt ein- ßclcitete Steuerabbau Erfolg so besteht Aussicht, daß dem Reich Die gleichen Einnahmen -- oder doch nur um weniges geringere Einnahmen zuftießen wie bisher, Denn die Verbilligung der Waren würde zu einer Ab- fahbelebung und diese wieder zu Vermehrung Der Steiierfälle führen. ip ■ 2 S $ SO §5 2^2? Steuerzickzack. Der häufige Regierungswechsel in Deutschland hat es mit sich gebracht, daß dieReichssteuer- Politik in den letzten Jahren alles andere als zielbewußt und stetig war. In Der Zeit Der Inflation bildete in den Volksversammlungen Die Behauptung, daß „die Besitzenden überhaupt keine Steuern zahlen", ein gern gehörtes und viel beklatschtes Schlagwort. Darüber, wie der Schleuderexport, zu welchem die finkende Währung Anlaß gab. das Vermögen aufzehrte, sprach niemand. Mll der Stabilisierung der Währung im Rovember vorigen Jahres begann ein großer Angriff auf den Steuerzahler. In der Wirtschaft wurde die Steuerpolitik des Reiches des Warenverkehrs nicht zu erwarten ist. Es ist selbstverständlich, daß sich die volle Meistbegünstigung außer auf den Warenverkehr auch auf alle persö«i lichen und rechtlichen Fragen ' « 5. : s r» । fr r t> 2 F > 5 n 0 cf p 3 L- Vv1 5 „ cf lafatte spanische Großindustrielle Tchevar- r i e t a nach Gibraltar g?f )mmen ist. Schevarcieta, der persönlich in den besten Beziehungen zu Abd el Kerrm steht, hat bekanntlich nach der Diederlage der Spanier im Jahre 1921 mit den Riskabylen wegen des Loskaufs der spanischen Gefangenen v-erhandelt. Es ist daher anzunehmen, daß es sich um eine verabredete Zusammenkunft handelt, durch welche Echevarrieta feinen langgehegten Plan ein cd Modus vivendi au wirtschaftlicher Grundlage herzu- stellen, zu vcrw.rklichen beabsichtigt. Dach einer Meldung des „Petit Parisien" aus Madrid "hat Spanien in den letzten drei Monaten 2000 qkm Gelände westlich von Arzila und Tetuan geräumt. Dan Marokkanern seien 2800 Mann spanische Soldaten und Offiziere i n die Hände gefallen. Abd el Kerim sei bereit, die Gefangenen gegen Zahlung eines Löse- gelües frei zugeben. Der Putsch in Barcelona. Paris, 10. Dov (SH.) Die „Daily Mail" veröffentlicht über den mißlungenen Putsch in Barcelona nachstehende Einzelheiten: Die Verschwörer hatten am Donnerstag im Einverständnis mit den Artilleristen einen Angriff gegen die A r t i l l e r ie kas e rne von Atarazanas vorbereitet. Die Polizei bekam aber Kenntnis von dem Vorhaben. 5 Personen, die mit Bomben und automatischen Pistolen bewaffnet waren, wurden f e st g e n o m m e n. Die Artilleristen leisteten hartnäckigen Widerstand, wobei ein Polizist getötet wurde. Die verhafteten Artilleristen wurden vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt und beim Morgengrauen erschossen. Außerdem erfolgten noch 7 andere Verhaftungen Die Stadt stlbkt ist ruhig. Die serbische Krise. Raditsch wegen Hochverrat verfolgt» Belgrad, 11. Dov. (TH.) Eine amtliche Meldung erklärt, daß die Hmbildung des demokratisch - kroatischen Kabinetts Davide- witsch daran gescheitert ist, weil Raditsch offen seine Beziehungen zu den Bolschewisten erllärte, und sein Hnterhändler, der Vizepräsident des Parlaments Dr. Mad - sek, gleichfalls zugab, daß er während der Verhandlungen zweimal nach Wien gereist sei, um mit der dortigen bolschewistischen Gesandtschaft in Fühlung zu treten. Gestern wurde in der Skupschtina durch den Vertreter des Ministerpräsidenten Pafitsch der königliche Beschluß verlesen, der das jetzige Parlament auf- l ö st und De u. Wahlen für den 8. Februar ausschreibt. Die neue Skupschtina wird für den 7. März einberufen. Die Regierung hat beschlossen, Raditsch wegen Hochverrats verhaften zu lassen, es gilt aber als sicher, daß er bereits gefluchtet ist. Es wird von der italienischen Grenze gemeldet, daß Raditsch bereits in Triest eingetroffen sei. Die Regierung will versuchen, feine Parteiorganisation aufzulösen. Der österreichische Eisenbahnerstreik. Wiederaufnahme der Verhandlungen Wien, 10. Dov. (WTB.) Dach der formalen Besprechung, die heute zwischen dem Präsidenten der Bundesbahnen, Günther, und den Vertretern der drei Sisenbahnergewerkschaften ^stattgefunden hat, wurde eine Vereinbarung getroffen, morgen mittag die Verhandlung e n Awifchen den Vertretern der Gewerkschaften und der Gen eraldi r ekt ivn Der Bundesbahnenwieder aufzunehmen. Die Generaldirektion hat einen neuen Vorschlag ausgearbeitet. Man hofft sowohl in parlamentarischen als in Gewerkschaftskreisen, daß die Verhandlungen zu einer Einigung führen werden. In diesem Falle werden die neuen Vereinbarungen am Mittwvchvormittag der Ber- tnmensmännerverfammlung vvrgelegt werden. Stimmen die Vertrauensmänner diesen Vereinbarungen zu, dann könnte nach den getroffenen Vorbereitungen der Eisenbahnverkehr in der Dacht vom Mittwoch auf den Donnerstag wieder aufgenommen werden. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen wird als eine wesentliche Entspannung der politischen Lage angesehen und dürfte nicht ohne Einfluß auf die Haltung der parlamentarischen Parteien bleiben. Der Fall Nathusius. Der deutsche Standpunkt. Paris, 11. Dov. (TH.) Der „Matin" hat sich auf der deutschen Botschaft nach ien Sa ad- punkt der deutschen Regierung in der Angelegenheit des Generals von Da-thu ius erkundigt. Dem Blatte wurde folgende A.ttwort erteilt: Die im Zusammenhang mit der Wtnah.ne teZ Ge. erais entstandenen Rechtsfragen bilden zur Zeit den Gegenstand einer Erörtern ig der Rech tss.nch- verständigen des Auswärtigea Arn es. Ihr Gutachten ist uns noch nicht zugegaug.n. Wie dem auch fei, müssen mir ausdrücklich betonen, daß General von Dathusius das Vergehende st reitet, dessen er beschuldigt wird und daß er selbst feine Verte i d i g u n g in die Wege zu leiten wünscht. Aus rein menschlichen Gründen — der General ist 68 Jahre alt und leidet an einer Hals- und Leber- ertranhing — haben wir Herriot gebeten, in eine provisorische Haftentlassung ein- zuwilllgen. Von Dathusius bleibt s-lbstterständ- lich bis 8ur Revision feines Prozesses in Frank- voch mußte er volle Freiheit haben, um alle Maßnahmen zu feiner Verteidigung zu treffen Wir geben der Erwartung Ausdruck, daß die französische Regierung die Ditte des alten Mannes erfüllen wird. deutscher Seile toirb gegenüber unrichtigen Prcsse-Jnfvrmationen ausdrücklich daran fest gehalten, daß General von Dathusius nichts von seiner Verurteilung gewußt habe. 3m 3ahre 1919 ordnete die amerikanische Desahungsbchörde in Koblenz auf Antrag des Herrn Mett, der als Kläger gegen General von Dathusius auftrat, eine Haussuchung bei dem General an, die aber vollkommen ergebnislos verlief. Dach Auffassung der amerikanischen Behörde ist die Anschuldigung damit hinfällig geworden und General von Dathusius erhielt anstandslos die Erlaubnis nach Kassel überzufiedeln. 3m 3ahre 1921 verurteilte das Kriegsgericht in Lille den General in con tumacium. Das Hrteil wird wahrscheinlich nur in den Lokalblättern veröffentlicht worLen sein, denn va/enerai von DathusruS gao lern Ehrenworr, nichts davon gewußt zu haben. Da er ferner auch nicht auf der Liste der Kriegsschuldigen stand, wußte er, daß er keine Gefahr lief, als er sich nach Frankreich begab. Die deutschnationalenReichs- tagskandidaten für Hessen. Darmstadt, 10. Dov. (Eigen. Der.) Zum Reichstag hat die Deutschnationale Volkspartei in Hessen folgende Kandidatenliste ausgestellt: Abg Dr. Ferdinand Werner, Butzbach, Reichstagsabgeordneter. Oberlandesgerichtspräsident L R. Dr. Best, Darmstadt. Dr. jur. Cornelius Freiherr Hehl zu Herrnsheim, Worms. Arbeitersekretär 3 ö r g , Homberg. Frl. Antonie Baumann, Lehrerin und Stadtverordnete, Darmstadt. Schlossermeister Georg Werner, Reichelsheim L O. Oberpostinspettor Kohlhase, Gießen. Oberbauinfpektor Flecken st ein, Höchst i. O. Fabrikant Kautz, Offenbach a. M. Oberst a. D. Carl Krause, Darmstadt. Die beiden Spitzenkandidaten Prof. Dr. Werner und Oberlandesgerichtspräsident Dr. B e st sind außerdem an hervorragender Stelle, direkt hinter Großadmiral v. Tirpih, auf den Reichswahlvor- schlag der Partei gesetzt worden. Die deutschnationaien Landtagskandidaten. Darmstadt, 10. Dov. (Eig. Ber.) Die Kandidatenliste der Deutschnationalen Volkspartei für die Landtagswahlen weist folgende Damen auf: 1. Provinz Starkenburg: Abg. D. Dr. Diehl, Prälat, Abg. Kindt, Schriftsteller, Frau 3ulie Heraeus, Offenbach a. M., Süß, Geschäftsführer des D. H. V., Darmstadt, D i e r s ch, Forstmeister, Erbach i. O., Schwenk, Fabrikdirektor, Auerbach a. d. B, Frl. 3rene Koester, Sekretärin, Darmstadt, Arras, Landwirt, Langstadt, Kr. Dieburg, Dr. B e st, Oberlandesgerichtspräsident i. R., Darmstadt. 2. Provinz Oberhessen: Abg. Dr. Ferdinand Werner, Vissel, Bürgermeister und Landwirt, Griedel, Dr. Otto Lenz, Studienrat, Gießen, Dr. Zentgraf, Forftrat, Lauterbach, Lind, Mehgermeister, Grebenhain, Frau Frida K l e w i h, Hausfrau, Gießen, Dr. Löffler, prakt. Tierarzt, Ortenberg, Loh, Lehrer, Leihgestern, Kissel, Oberbademeister und Beigeordneter, Bad-Dauheim. 3. Provinz Rheinhessen. Böhm, Amtsanwalt, Alzey, Schönfeld, Landwirt, Wendelsheim, F o r ck, Buchhändler und Stadtverordneter, Mainz, Hartmann, kaufmännischer Angestellter, Worms, Gastell, Fabrikant, Mombach, D a a b I., Landwirt, Schwabs- butg, Kirnberger, Fabrikant und Stadtverordneter Mainz, Frau Rosa Durst, Armsheim, Lucius, Rechtsanwalt, Mainz. Landtagskandidaten des Hessischen Bauernbundes. Darmstadt, 11. Dov. (Eigener Bericht.) Die Wahlvvrschläge beä Hessischen Bauernbundes tnö jetzt für Oberhessen und Starkenburg festgesetzt. Die Kandidaten für Oberhessen sind: Abg. Dr. von Helmolt, Dieder-Wöllstadt, Abg. Fenchel, Ober-Hörgern, Dr. Leucht- gens Seminarlehrer urrd Beigeordneter, Friedberg, Abg. 3o ft, Bürgermeister, Dermutshain, Abg. Wolf, Effolderbach, Schröder, Landwirt und Bürgermeister, Elbenrod, Abg. Diehl, Landwirt und Bürgermeister, Hochweisel, Abg. Stein Landwirt, Stumpertenrod. Die Kandidaten für Starkenburg sind: Abg. Glaser, Landwirt in Dordheim, 21hg. Dr. Dehlinger' Weilerhvs, 2lbg. Dr. Müller, Darmstadt, Bär II., Landwirt, Langmbrombach, Göckel, Landwirt, Langen, Kauth, Diplom-3ngenieur, Gernsheim, Heid, Gast- und Landwirt, Wald- michelbach, Grünewald, Landwirt, Harreshausen. Die nationalsozialistischen Landtagskandidaten. Darmstadt. 11. Dov. (Eig. Der.) Für die 2lationalfozialisten kandidiert zur Landtagswahl an erster Stelle voraussichtttch der seitherige Landtagsabgeordnete Landwirt Hauck- Schaafheim, an zweiter Stelle der frühere sozialdemo- krattsche Reichstagsabgeordnete Hasenzahl- Erbach. Die Krisis in der sächsischen Sozialdemokratie. Dresden. 11. Dov. (TH.) Die sozraldemo- krattschen Krelsverfarnmlungen inChem- nitz, Zwickau und Plauen nahmen am Sonntag Stellung gegen die 23 Abgeordneten, die im Landtag gegen die Auf -- lösunggestimmt hatten. Die Kreis versamin- lung in Chemnitz erklärte die Abstimmung der 23 für einen neuen Disziplin bruch und für ein frivoles Spiel und stellte in einer Entschließung est, daß sich die 23 Genossen außerhalb der Partei gestellt hätten. Doch schärfer ist die Entschließung des Bezirkstages Plauen: er bean- tragt, die vier Abgeordneten aus dem Deyirk, die gegen die Auslosung gestimmt haben, als Abgeordnete abzuberusen. Bereits am Samstag hat in Dresden eine Sitzung stattgefunden, in der eine Entschließung anienommen wurde, die den Ausschluß der 23 Abgeordneten aus der Partei fordert. Der Rote Tag in Gotha. Weimar, 11. Dov. (TH) Für S-nntag, 9. Dovember, hitte der Rote F ontk impser'und nach Gotha einen Roten Frontkämpfer- 1 a g ein berufen. Da auf Grimo dec Ankündigungen in der kommunistischen Presse eine Gefährdung der öfsentlich-m Sicherheit und Ordnung zu erwarten war, hatte das thür ngische 3nne.r- Ministerium für die Zeit vom 8. bis 10. Dovember alte öffentlichen Hmzüge sowie auch das Auftre en des Franzosen Marty verboten Der Land- tagsabgeoichnete Senner sicherte bei einer Rücksprache im thüringifchen 3nne.im nisterium zu, daß er die Verantwortung für einen r uhig e n D er laus der gesamten Feier übernehme und bat darum, daß mevg'te.id der geschlossene Anmarsch ter Teilnehmer ge- ftattet toürbe. Diese Erlaubnis Wirde ihm erteilt unter dm: Vorausfeh ing daß die Ankommende ohne F hnen und München in geschlof e- nem Zuge unmittelbar zum DolkShause geführt werden tollten. Dieses Versprechen ist jedoch nicht innegehalten wor en, denn im Zuge wurden rote F:hnen mitgeführt, so daß dis Polizei eingreisen und die F chnen beseitigeni mußte. Dachm ttags gegen 3 Hhr strömten plötzlich von allen Seiten auf den Markt Teilnehmer des 2toten Frontkämpfertages zusammen und überfielen ein aus 7 Mann bestehen es Polizeikommando. Es kam zu einer blutigen Schlägerei. Ein Kommando d.r Landespoli ei verjagte daraus die Demonstranten, die sich fluchtartig in das Volks Haus zurück 7g en und von dort aus die Polizeibeamten mit Di.r eidrln, Bri etts und ähnlichem bewarfen. Der Rote F ontkämpfer- tag nahm so ein vorzeitiges En.e. Die Teilnehmer fuhren in den Lastautos, mit denen sie gekommen waren, schleunigst wieder ab. Der rote Sonntag in Dortmund. Dortmund, 11. Dov. (TH.) Der vergangene Sonntag war ein Fiasko. Aus hem gan- sen Ruhrrevier fanden sich nur etwa 202 Personen zu einem Marsch nach Dortmund zusammen. Sie wurden, noch ehe sie das Weichbild der Stadt erreichten, auseinander gebracht. Von den Dortmunder Kommunisten fanhon sich nach und nach etwa 300 Mann auf der Stadtwiese ein. Als sie den Platz abgesperrt sahen, zogen sie sich zurück. Aus aller Welt. Die Beisetzung von Hans Thoma. K a r ts r u h e, 10. Dov. (T. H.) 3n besonders eindrucksvoll feierlicher Weise fand am Montagnachmittag auf dem Karlsruher Friedhof die Beisetzung von Hans Thoma statt. Die Friedhoss- kapelle sowie der zu ihrem Eingang führende Vorhof war im Auftrage der Stadtverwaltung mit Trauerfchmuck ausgestattet worden. Von schwarzem Grunde leucht fte den Eintretenden in frellem Silberglanz das Signum entgegen, mit dem Hans Ahoma feine Bilder zu zeichnen Pflegte. Zu der Trauerfeier waren außer den Vertretern der badischen Regierung, der Hniversität Heidelberg und der Technischen Hoch- schuleKarlsruhe sowie der S tadtKarls- r u h e zahlreiche Angehörige der bildenden Künste von hier und auswärts erschienen. Dach der Trauerfeier in der Kapelle wurde der Sarg von Schülern der Akademie der bilden den Künste zu Grabe getragen, wo nach Einsegnung unb Gebet das von Volksschülern gesungene Lied „O Schwar-zwald, v Heimat, wie bist du so schön!", dem Meister als letzter Gruß erklang. Offizielle Trauerreden wurden nicht gehalten" Hüter den in übergroßer Zahl niedergelegten Kranzspenden bemerkte man solche der badischen Regierung, zahlreicher Künstlerlorporationen von hier und auswärts und der ehemaligen Groß- herzöge von Baden und Hessen. : 43, 10, 20, ' 5\ 25 Pfei Gießener Wochenmarttpreise am 11. Dovember 1924 (Händlerprei e). ©g fofteten: Du.ter Pfd 203 Pf., Mat e r!® Ä. Wirsing 8, Weißkraut 4, Rotkraut gelbe Rüben 7—8. rote Rüben 10 Spinat Hnta:-Ä hrabi 4-5, Grünkohl 15 Rv enko l F ldsalat 50, Zwiebftn 12—15, Meer e tich bis 40, Schwarzwurzeln 50 Ka toff in 5 21 : 15^-22, Dirnen 15. Honig 40, Gän'e 93— OO 2r einem solchen Zuzug wird dringend gewarnt. Bei der überaus un= günstigen Wirtschaftslage des rheinisch-westfälischen 3ndustriebezirks mit seiner immer noch riesigen Zahl von Arbeitslosen müssen die Zu- ziehenden damit rechnen, das herrschende Elend noch zu vermehven und auf die Arbeitslosen- fürforge oder Armenpflege angewiesen zu sein. ** Eine Schuhmacher- Fachschule wurde in der hiesigen Gewerbeschule in Gegenwart von llZertretein der 3ntereffen-Gemeuischaft der Schuhmacher - 3imungen von Oberhessen, Hessen-Dassau, Westfalen und des Kreises Wetzlar, sowie des Lehrkörpers der Gewerbeschule feierlich eröffnet. Der Vorsitzende der 3ntereffen- Gemeinschaft, Wa 1 dschm 1 dt - Gießen, hielt die Ansprache, in der er auf die hohe Bedeutung der Fachschule hinwies. 3n Vertretung des abwesenden Direktors Gewerbeschulrat Brüning richtete Architett Schuchhardt herzliche Begrüßungs- Worte an die neue Schulabteilung. Der Hnterricht wird von einem Fachlehrer in Gemeinschaft mit dem Lehrkörper dec Gewerbeschule erteiü; er erstreckt sich auf praktische Arbeit (Boden- und Schäfteanfertigung), Fachzeichnen, Anatomie des Fußes, Kalkulation, Geometrisches Zeichnen, sowie Buchführung und Geseheskunde. '* AllerleiDieb stähle. 3n letzter Zeit wurden nachstehende Fahrräder entwendet: Marke E. K. G., Fabriknummer unbekannt: Marke Mars, Fabriknummer 335 531; Marke Drennabor, Fa- brifnummer 953 8Z8. — Außerdem wurde i in der Dacht zum 5. Dovember eine grau-weiße Häsin mit zwei 3ungen, und ein gelbes Huhn gestohlen: letzteres wurde am Tatort abgeschwchtet. — Ferner wurden ein mittelgroßer, graugestrichener Handleilerwagen und zwei Sturmlaternen entwendet. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei entgegen. * Fe st genommen wurden hier je eine Person wegen Hrkundensälschung, wegen Diebstahls im Rückfall, wegen Paßvergchens, toegen schwerer Körperverletzung, und eine Prostituierte wegen Hebertretung der Kontrollvorschristen. * * Der Goethe-Bund fand sich am Sonntagabend zu einer Feier zusammen, die dem Gedächtnis Schillers geweiht war. Aus einen Vorspruch von Gerhart Hauptmann, den Herr Fries mit dem warmen Ton innerlichster Durchdrungenheit vortrug, und Beethovens Eg- montouüertüre, folgte die festliche Ansprache des Herrn Dr. W a 1 b r a ch. Schirs herausgearbeitet vor die Zuhörer das Bild des Dichters als ^s Volkserziehers, der als erster mit umfassender Klarheit eine Erziehung des Menschen durch die Kunst forderte, der überbauet als erster die ästhetische Erziehung als Problem fixierte. Das weitere Programm brachte Schubertsche Vertonungen von Gedichten Schillers, deren Gehalt ßin6e bidfttdj 1 ZL ■ftÄ fM&S» Sa ibenb«. PL n26tr”kr. **, «1 tel .^"flburltc ^tanftoi. !n.«W in ewschlietzlich ^>uge ntfiflei Mter'm Avdrmbrc , '^Wtrtifri lum m Dam- ®^totl^lägc ^deS Ms. Ec bon 500 lle glaubet; tzr Urte 2n- Mge nrülkr emger Ms rbinbong von 25- November >en X M. rrium) schA. Mlvorschlag stimmen einem nö. Diese 6r- n dem Areis- icht sein, orge unb Äach einer )er Finanzer ldungsgeseges ift getretene ' Oie Durch- mabgebenb. »ahnreNe- : Mchrbihn- 1 mit: Di: im bti Mever g eingesuhrler ük sind, nach- « infolge der llen ist, wn morden. Ton ?cifcft>3tfir‘ei r ö.s-er cui* 1924. A«h en mehr von ig in baf ibuflriege ehlen Wochen ich ganze Zo aus den Dtr aus gut Tlück Mrbe;trs zu» Intcrfunft und solchen Zuzug - überaus un- einisch-vesisüli' t immer ntri lüffen die Zu- rschmde Slend Lbeitslosen- oiesen zu sein -Fachschule )ute in Gegen« en-Aemeiirschast m ObaWI®- Aewerdeschult der Znt^skn- sieben, hielt d« Dedeutung der , des abmesen' Irünmg i DeMimA Der 1WW erdnlN ' «Loden- und Anatomie d» z ZeichM, P* % letzter N S? N Igen NlNNNl m Sieb' licher Berusstveue. In seiner Feldmark sah er auf strengste Zucht und Ordnung, und das mit einer Rechtlichkeit, vor der alle gleich waren. Und war es einem eingefallen, in feldlichen Angelegenheiten die geraden Geleise des bürgerlichen Lebens 311 reißen, so rußte er nicht eher, bis er den Schuldigen gefaßt und gerechter Vestrastuig entgegeng?fuhrt hatte. In sonstigen Angelegenheiten der Gemeinde hatte sein Manneswort guten Klang und war gewichtig in der Wagschale der öffentlichen Meinung. ______________ Ureid Büdingen. ■+• Aid da, 10. Aov. Die Dürgermei st erwähl ist auf den 14. Dezember festgesetzt. Dis jccht werden 2 Kund da len g mannt, aber man nimmt an, daß biS zum Wah.termm noch weitere auftreten werden, denen das Dürgerme.steramt begehrenswert erichernt. Kreis Alsfeld. 0. AlSfeld, 10. Aov. Die Alsfelder Feldbereinigung, die im Jahre 1909 in Angriff genommen wurde, hat nunmehr nach 15- jähriger Dauer im Herbst dieses Jahres ihren Abschluß gesunden. Die Zuteilung der Ersatz- grundstücke ist erfolgt. Aachdem nun auch der Re- klamationstermin verstrichen ist, hat das Schiedsgericht seine Tätigkeit ausgenommen. Die einzelnen Gewanne der weitausgedehnten Gemarkung zeigen allenthalben ein verändertes Bild. Dei der Acu- gestaltung der Fluren hat man den allergrößten Wert auf bie 6 r ß a 11 u n g bet alten Flurnamen gelegt. Eine neue Flurbezeichnung ist geschaffen worden. In Anbetracht bes Umstandes, baß bie Felbbereinigung unter ber Amtsführung bes Bürgermeisters Dr. D 0 l s i n g zustande kam. hat man diesem zu Ehren einen Hügel an der Landstraße nach Aeibertenrod mit dem Aamen „D 0 l s i n g s b e r g" bezeichnet. In der Aähe der Schwalm, bei den sogen. Erlen, wurde ein großer Teich neu geschaffen Am vergangenen Samstag wurde dieser zum erstenmal gefüllt. Die neue Anlage trägt zur Verschönerung deS Landschastsbil- des wesentlich bei. Kreis Lauterbach. hml. Lauterbach, 10. Aov Am Samstag veranstaltete dir ßi^ige Bruderschaft des Iungdeutschen Ordens et .en tojtlrer e- reiteten und bis ins kleinste gelungene.1 vaterländischen Abend. Die geräumige Spieß- Turnhalle konnte die große Zahl der Gäste, unter denen sich auch eine Reihe Aahbarb udc icha tea befanden, kaum fassen. Es war eine würdige, von echt deutschem Geist durchwehte Fei?r, bie der Großmeister Dr. I 0 ck c l in den mi; Fah icn unb Tannengrün relchgrschmückten Festsaal. mit berzlichen Begrüßungsworten eröffnete. Jeder Der bei dem veichhaltigen unb die Zuhörer bis zuletzt fesselnden Programme Mitwirkenden Halle das Beste geboten, was auch der in reichern "Maße gespendete Beifall bezeugte. Die Da bietungen ter h efigen Ctabtlob II\ die Ge anasvorttäge ber beiden Konzertsänger Arnold u.id De l l st e i n aus Wiesbaden, die Kapellmeister O t e r m 0 h - len aus Wiesbaden rnnsterhaft begleitete, die Lieder der Ge'angsabtei^u ig ber Bruderschaft Lauterbach, sowie bie Aufführung ber Aütliszene aus „Wilhelm Teil" standen durchaus auf der Höhr. Den Höh punkt te3 Abends büri e w hl der tiefernste, die gegenwärtige Lage unseres DolkeS würdigende unb mit tr udrut che-n Herz n fühlende Dorr rag des Ordensbruders Dr. phrl. G ramsch aus Marburg gebildet hibrn. Aach dem mit großer Degnste ung aufgcn^mme ’.:n Vortrag würbe von den Anw f-nden ftefenb das Deutschlandlieb an gestimmt. Aicht u erw Hit bü.- fen wir bie tief ergreifenden Gedichte lassen, die Dr. G r a m s ch aus seiner Gebich sammlung von Ahein und Ruhr vortrug. Die schöne und wohlgelungene Feier, auf die der hies.gr Jungdeutsche Orden mit Befriedigung zuiückbi cken kann, wurde mit dem Fribericus-Rex-Marsche beschlossen. Starkcuburq unv Rheinhc^en. ♦ Darmstadt, 10. Aov. < Eigener Bericht, s Die Stadtverordneten-Bersammlung in Offenbach, in der bekanntlich die Sozialdemokraten die Mehrheit haben, hatte vor einigen Monaten bei einem Ausstand ber Portefeulller den Streikenden 50 000 Mark als ilnterßüßung überwiesen. Die Summe ist auch ausbezahlt worden. Das Kreisamt hat gegen diesen Beschluß Widerspruch erhoben, und der Provinzialausschuß in Darmstadt entschied in feiner letzten Sitzung, daß der Deschtuy rechtswidrig sei. Für eine Erwerbslosenunterstüyung komme nicht eine allgemeine Anweisung von Geldern in Frage, sondern jeder einzelne Fall müßte geprüft werden. Die Stabt Offenbach wurde auch zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. y. Offenbach, 10 Aov Hier fand im Gemeindesaale ber FriebenSkirchc eine von Land- unb ©tabtgemcinben des Kreises Offenbach gut besuchte Frauenversammlung statt, einbcruicn vom Verband ber evangelisch-kirchlichen Fraue n vereine in Hessen und eröffnet von deren Vorsitzenden, der Fürstin Elisabeth von Erbach- Schonberg. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag von Dekan G u ß m a n n . Kirchberg, übet die Aotwendigkeit und den zeitgemäßen Zusammenschluß evangelisch-kirchlicher Zrauenver- eine zu einem Kreisverband. Derselbe wurde gebildet und als Vorsitzende Frau Pfarrer Schneider, Offenbach, und als stellvertretende Vorsitzende Frau Johanna Bieget, Mühlheim a. M. gewählt Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M. 10. Aov Heute abend gegen 6 ^Ihr brach in den Kellerräumen des Fernsprechbauamtes in Borken heim ein Brand aus. der an den dort lagernden Papier- unb sonstigen Vorräten reiche Aahrung fand und sich rasch auSbreitete. Die Feuerwehr hatte mit der Lokalisierung des Brandherdes mehr als eine Stunde zu tun. — Fast seit zwei Iahten verkaufte ein Kaufmann unter ber Hanb toc r tüolle Schmuckfachen an AnkaufS- gcschäfte, besond.-rs viele Brillantringe. In seiner Wohnung fand die Polizei noch größere Vorräte dieser kostbaren Güter. Wahrscheinlich wurden die Sachen, die vorerst der Deschlag- nahme verfielen, vor Jahren gestohlen und kommen nun auf den Markt. — In ber Schweizerstraße stießen cm Sonntagatend zwei Autos in voller Fahrt gcgencinanber unb wurden babei vollständig zertrümmert. Die Insassen kamen mit dem Schrecken davon. — Auf dem Main wurde heute früh die Schiffahrt wieder iit vollem Umfange au f genommen. Auch ber durch bie Hochwaffer- katastrophe ' unterbrocyene Straßenbahnverkehr zwischen Frankfurt unb den nördlich an der Aidda telegenen Dororteir Hausen und Praunheim konnte heute früh wieder in Betrieb gesetzt werden, wenngleich die Landstraße noch überflutet wird. — Die im Vortaunus telegenen Dörfer werden feit einiger Zeit von Hühnerbieben in schwerer Weise heimgesucht. In dem Dorfe Seulberg bei Homburg wurden z. D. in wenigen Tagen mehr als 10 0 Hühner nächti.chwweile aus den Hühner- ställen herausgehvit. Wahrscheinlich Haven die Diebe bei Dorstewohnern LInterüyung. Es wird angenommen, baß bie Täter aus Frankfurt kommen. S. 5 r a n f f u r t a. M. 10 Aov. Die ®e- sam'zahl ber Wohnungsuchenben, iie am 1. Oktober noch 16 874 de rüg, ist auf 17 058 gestiegen. Unter bi Ze t haben 9315 te.i Dringlichkeitsschein. — Die Frankfurter Gewe rbetreibenden haben an die Bevölkerung einen Ausruf erlassen, in dem diese aufgeförtert wird, zum Preisa bbau dadurch te.zutragm, daß alte Rech nungen sofort bezahlt werden. weil hierdurch eine Unzahl von Spesen in Fortfall kämen. — In Frankfurt wurde ein Verein Kinderschuh und Jugend Hilfe gegründet, der selbständige Aufgaben ter Kin.er- pflege unb ter Jugendhilfe lö en, vor allem aber den Humanitären Vereinigungen ein S.ühpunkt sein will, bie burch bie Kriegs- unb Jnflations- jahre ihrer H^mptrni tel beraubt wurden — Um neuen U.ber chw.mmu gen voiz^beugen, wird geplant, innerh -Lo des Sta^tb^irkes an den U f e r n des Mains einen zwei Meter hohen Damm zu errichten. Hochschulnachrichten. Gastdozent der Landes-Universilat Gießen. L.U. Dr. albert Russell, Professor ber Theologie und Direktor des Quäker-Er liege in Swartmnore in Pennsylvanien, hält als Gastdozent ter Universität Bvrles ungen in e ng- lischer Sprache über .Tte Religious and Social Ideals oi tte Eolonists in Pennsvivanir and tbett Jnfluence on Americae Life" Miittvoch 12. Aov., 5—6, Freitag. 14 Aov., 7—8. Mittwoch 19. Aov., 5—6. Freitag. 21 Aov., 7—8 «Hör- faal 54). Professor RuNekl iß einer ter geistigen Führer ber Quäker bei Der.'iniften Staaten Dis Vorlesungen werden vom Englischen Snninar ver- anftalfet unb sind allgemein zugänglich Landwirtschaft. Stand ber Jeldsrüchte in Hessen Anfang Aodember. Aus den Berichten ter Saatenstandsbericht- erst alter geht hervor, baß sich die Aussaat durch bie seitherige schlechte Witterung im allgemeinen verspätet hat. In vielen Gemeinden konnte sie sogar biS jetzt nicht vt>rgenommen werden. Es fehlen batet viele Saatenstandsnoten Aus benjenigen Gemarkungen, die üb. r einen günstigen Stand ter Aussaat berichten, wirb ater über Schneckenploge gelingt. Die Soalenstandsnoten betragen für Winter- weizen 3,0, Winterspelz 2.5., Winterrvggen 2.7 unb Wintergerste 2,5. Hierbei bedeutet 2 gut und 3 mittel. ---- Büchertisch. * E i n neues Buch des Kaisers Unter dem Titel „@rinn c runge.i an Korfu" wirb Mitte Aovemter im Berlage von Walter de Gruyter & Eo. in Berlin ein neues Buw Wilhelms II. erscheinen Es schildert bie Ergeb Nisse unb Beobachtungen, die er während seines AusenthalteS auf Äorfu gemach! hat. und berichtet über bie Ausgrabungen, die er dort hat vornehmen lassen. Ein reicher Dildschmuck wird zur Ergänzung des Wortes beitragen. Friedrich List, Fried errkeDrion Ein Beitrag zu Goethes elsässischer Schuld und zur Psnchologie seiner Liebe. De lag der Fc.berschen Un vers.tätsbuchhonUung, Inhaber Dr. phll Walter Huch. Gießen. 3 Auslage mit einem Dor- spruch von Werner Dock. — Dec junge, geniale, stürmisch vorwärtsdrängende Goethe Hst sich dir Qiatur ber Mädchen- und Frauen gestalten, bix in seinen Lebe ns kreis traten, ungeadjtel ter Verzauberung. bie ihn ergriff, zu pafstv gedacht Gewahrte er bann, tr e der eben be.ührte und bald verlassene blühende Zweig sich senkte und verdorrte, überkam ihn das Gefühl der Schuld, bedrückte ihn bittere Reue Schuldbewusstsein strömt sich in bewegten Rhythmen, in unfterb- lichcn Liedern aus. ^Jch fühle nun erst den. Verlust, den sie erlitt", schreibt er über die Stunde der Trennung von Friederike Drion. „unb ich sah keine Möglichkeit, ihn zu ersehen, ja ihn zu lindern. Ich konnte mir mein eignes Unglück nicht verzeihen." Friedrich List geht mit feinem Spürsinn ter Sesenheimer Idylle nach, aber ei ist west entfernt davon, zu richten oder gar zu verdammen Da« Ichmerzl.che Drld des schuldlos verlassenen Mädchens wird por uns lebendrg, ein Denkmal der sanften Dulderin ragt vor uns auf. Wir gewahren, wie di«s Erlebnis da« Innerste de« Dichters erschließt, wie er ahnungsvoll die Pflichten fühlt, die „auf dem Haupt der Ausertvählten lasten". List löst das Rätselvolle ter Sesenheinrer Vorgänge auf. zeigt die Wege zum Verständnis des GeniuS und gelangt, Unschuld und Schuld alS Magneten des Schicksals erkennend, zur Synthese. Der Schr st hat Werner Doll einen Geleitspruch vorangesetzt. ber das Sesenheimer Erlebnis, ferne Harmonie u.rd Dissonanz, mit lyrischem Schwung und dramatisch ersaßt. 1303 Die Magei-Oe ellschaf< hat ihre Erzeug isse die ausgiebigste deshalb die billigste! I Wimmln «kN m «MMN» (E. ®. m. b. H. WWMillSWM»! Wer in diesem Jahre seine Umsahmarken abgeliefert hak, wird fiebeten, seine Rückvergütung bis zum 15. November in einer Derteilungsstelle abzuholen. Je- den Pfennig dreht die rechnende Hausfrau dreimal in der Hand um, ehe sie ihn ausgibt, deshalb tut gut, wer auch den letzten, wenn irgend möglich, in den Konsumverein trögt. Wer sein eigenes Geschäft nicht vorzieht, nicht unterstützt und somst nicht ehrt, nützet nur anderen und schädigt sich selbst, denn er ist sich nicht bewußt, welche ungeheure Starte in der Kaufkraft der Verbraucher liegt. (Er ist auch selber schuld, wenn er jetzt zusehen muß, wie Hunderte treue Genossenschafter den Taier in Igroßer Menge in den Derteilungsstellen abholen (Rückvergütung für entnommene Waren) als Belohnung genossenschaftlicher Treue. Trotz dieser Vortelle gibt es noch viele kleine Verbraucher, die halten es der Mühe nicht wert Mitglied unserer Genossenschaft zu sein. 8845c M löt H( roiitte es viel Heiler lein, fit tollen w wimmeln. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Am 29. Oktober 1924 bei der Firma Gießener Oel- und Fettfabrik Lamm & Eo.» Gießen: Das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft ist in die Aktiengesellschaft Gießener Oel- und Fettfabrik in Gießen eingelegt und von dieser übernommen. Die offene Handelsgesellschaft ist somit erlösten. Am 30. Oktober 1924 bei der Firma Peter Heß, Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 1. Aovember 1924 bei der Firma Hermann Wiesen, Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 5. Aovember 1924 a) die Firma Herz & Eo, Gießen. Gesellschafter sind: Bankier Moritz Herz in Gießen und Hanna Herz geb. Meyer, dessen Ehefrau, daselbst. Die offene Handelsgesellschaft hat am 30. Oktober 1924 begonnen. Hanna Herz geb. Meyer ist aus der offenen Handelsgesellschaft ausgefchieden und diese erloschen. Moritz Herz treibt daS Geschäft als Einzelkauftnann unter ber seitherigen Firma weiter: b) bei ter Firma Theodor Pfeffer. Gießen: KaufmannAlftebUlbrich in Gießen ist mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Oktober 1924 begonnen. Die Firma ist geäntert in Pfeffer und Htbridj. Gießen, den 8. Aovember 1924. 8850C Hessisches Amtsgericht. ein körfähiger SisimMMe etwa 18 Monate alt, zu kaufen gesucht. Angebots an den Gemeindevorsteher in Dollnstirchen (Kr. Wetzlar). 8847D MW MM! Wir machen unsere Mitglieder auf den Vortrag des Seevereins über $le MA am Stoma! am Freitag abend in der Aula aufmerksam und bitten um zahlreiches Erscheinen. *e$6c Der Vorstand. 3000 Goldmark Lebe SverstcherunnSschuy Qenen eine Iabresvrämie von nur 60 Mk.. wich m öierteljäbrL Raien zahlbar. Näheres durch bie Gcu. Agentur deS etutt artet Nouzerns, Dr. Rulan d.Plockstr. 13,Irl.632. ,Ä6 Nutzholz-Submission Aus den Waldungen der Gemeinde Steinbach sollen folgende Holzsortimente vergeben werben: a)Äiefem-6tämme 3. ÄI.~ 16f.= l,13Fstm , 4. . --1 , 0,74 „ b)Fichten-Stämme3. „ =26, =42,84 „ 4. . =29, =27,82 , 5a-, =21. =12,44 . 5b-„ =10. = 2,20 . Das Holz ist im Winter 1923 24 gefällt. entrindet, jedoch mit Rinde gemessen. Angebote stnd in G^M. nach Klaffen ge- trennt pro Festmeter bis zum Donnerstag, dem 13. Aovember d. IS., nachmittags 3 ilbr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo anschließend die Oeffnung ftattfintet. Die Verkaufsbedingungen werden vor dem Termin be» lanntgegeben. Auf Verlangen wird das Holz durch Förster Herbert vorgezeigt. Steinbach, den 7. Aovember 1924. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. 8820V 1 Paket Seifenpuiver IpakeiDlXin müssen Sie verlangen-dann haben Sie die Sichedieieinwni Ikh hochwertiges Erzeugnis zu erhalten'. DiXin ist ein preis- Handarbeiten 77331 nur im SpniaL-Laden. Mäusburg 1 016920 Gießen, den 10. November 1924. Statt Karten. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Martha Nold geb. Böhm. Verein für Luftfahrt in Gießen Mitgliederversammlung Donnerstag, 13. November, abendö 8' , Ubr, im großen Hörsaal des Physikalische» Institut- (Stcpbanstraße 24). Tagesordnung: 1. Rückblick auf den Flugtag. 2. Vortrag des Herrn Dr. H. Müller: „Fünf Jahre Rhönsegelflug" (mit Lichtbildern). Gäste willkommen. 8853D CAFE AMEND Mittwoch, den12. November, abends 8 Uhr 7. Sonder-Konzert 8415c Scbilz- ö. NlaM-tyr Imeio Mm 1322 Fernspr. 3oi Geschäftsstelle Kreuzpiatz 11 Fernspr.301 Dressurstunden: 016933 Mittwoch abends von 8—10 Uhr Reitbahn Sonntag vormittags von 9—12 Uhr Gelände Trieb Alle Bekanntmachungen erfolgen durch den Gieß. Anzeiger. | Mietgesuche ftür meinen ehemaligen Buchhalter, Herrn Ferdinand Slevhameine bessere ^standesgemäße Wohnung gesucht. Vermittler erhalten Stoff zum 'Winteranzug nach Auswahl. [8861D Weberei Hch. Schombert, Weickartshain am Bahnhof. Laden 1)6. größeres Zimmer Sn guter Geschäftslage gesucht.Schrifti. Mn geb. unter 016931 a- d. Gieff. Anz. erb. Möb!. Zimmer in gutem Hanse zu mieten gesucht. Schriftl. Angebote unter 88380 an den Gieß. Anz. fllllllllllllllllllllllllllllllllll) Raum ztim llnttrütBtn eines Sailaufos gesucht. I BingellrölMilp iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Tüchtige Pflastersteinrichter b. gutem Akkordlohn für sofort gesucht. Logis wird bezahlt- 3u melden bet [<,,«,^ Betriebsleiter P. Heinzmann, Gedern tOderhess.i. lüditige Helfende oöer Vertreter für den hiesigen Bezirk in Bür- stenwaren bei gutem Verdienst gesucht. '"‘»id Hch. Heinzemann Kassel HolländischeStr.86 Die lacht der illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Finsternis llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllli nach dembekannten Schauspiel von Leo Tolstoi llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Der große Film von Sünde, Reue und Erlösung, dargestellt von den ersten Mitgliedern des Moskauer Künstlertheaters. Außerdem: Fix und Fax als AMslose iiimiiiiiiiimmiuifiiiiiiuiiiiiiiiiniiiiuiniuiuiuiuiiuiuiiiumuiiiumiiH Heute letzter Tag abends 8.20 Uhr Auf dem internationalen Tournee: Fred Marion •........................................................................................... ilergroReGedankaR- teseriN Hellssher Aufsehen erregende Experimente. Neues Programm auf allen Gebieten des Okiadtismus. Heue okkulte Wunder Hess. BildeMne 1 Pakei Dreiring- Sprühseife ersetzt 5 Pakete Seafenpulver Sprühseife ist frei von Wasser und Soda und hat einen Fettgehalt von 82-84 °/o Preis 45 Pf. das Paket. 8766c In allen Geschäften erhältlich. Dauerglanz auf MetaSEen zu erzeugen Kein Pufzwasser, sondern Oel-Politur! Überall zu haben I Äcli hohen-i Verdienst erzielen Herren u Damen durch leichte Neiseiatigkeit irinarbeiig erfolgt Anfragen unt F. T. 5616 a. Ala-Baasen- eteln & Vogler, Franktnrt l». W1OA 3-4 Mtige Küfer über 20 Jahre, so fort gesucht. 8864D Lhlcimitz & 3:tito Farbfabrik Sich (Oberbessen). Vertroter, bei In- dnstr.u.Handw. gni einges., f. Gieheu u. weit. Umgeb, für Aatbenu.Vmfegef Angeb.i!.F.8.Z0501. A.-E Invalidendank Kasse!,.fturfürftcir itrahe 6 erb. b8‘",8id Perfekte Krisense sofort gesucht. 8862D Friseur Briel Wetzlar, Fischmarkt 13. Putzfrau ebrL,flei(i., gef. Älsterweg 44 v. 2 Hcta nichtunler18Jahren (1 für Küche und Haus, 1 zur Umer- stützung für die Praris» sofort gesucht Dr. Reinewald Zahnarzt «a-.D Friedrichstraße 15. NähuiliWen gesucht. 8848c ___6onlfllnit_ Zuverlässiges llleleieb ober Ltätze für sofortigen Ein- tritt gesucht. Frau Direktor Yniner Lauback. Wegen Erkrankung deS Mädchens maos? Aushilfe gesucht. Borzustellen abends nach 5 Uhr Tiidanlaae 22 p. M b W II ZS MKS SW Donnerstag, den 13. November, abends 8 Uhr Lröffmmgs-rtonzert ausgeführt von der Kapelle des I. (Hess.) Bataillons 15. Jnf.-Regts. unter persönlicher Leitung des Herrn Obermusikmeisters Loder. 01 Aushilfe. Auf hiesiges Geschäftszimmer zwei im Rechnungswesen, auch im 016941 lausen Ltepbamtr.^r4 I. Krankenkassenwesen erfahrene Aushilfen aus die Dauer von zwei bis drei Monaten alsbald gesucht. Schriftl. Angebote unt. 8854c an d. Gieß. Anz. zu verkaufe». Wieseck 016911 Nabenauer Str. 22. WWMlne lind MenWelver für Handbetrieb, fast neu. wegen Anlage von Kraftbetrieb zu verkaufen bei 016925 Ph. Weisel I. Eberftadt. MeMe zu verkaufen [016945 Heuchelheim, Schillerstraffe 10. Geir. Damen- etiefel- u. Blnlb- schnEie, Gr. 36 bis 38, billig zu ver {Stellengesuche! Saubere i'ran sncktBesckäst guiig von 2—6 Uhr. Schr. Angeb. linier 016921 g. d. Gieß. Anz. erb. BcMs gräuiein (22 Jahre), das in allen Hausarbeiten erfahren, kochen u. nähen kann u. Lust bat, alle Hausarb. zu verrichten, sucht Stellung als Stütze oder Haustochter. Sckr'ftl. Angebote mit Gehaltsangabe unter 8863D an den Gien. An;, erbeten. I Verkäufe | Hochiräch.ige Voaelobcrger Kuh zu verkaufen 16927 Wißmar 182. Eine schöne 2jährige Herren-Lportiiklz und sehr elegante, kaum getragene Herren-schuhe Gr. 42, echte graue Llinköjncke zu uerfauien ouws Seltersweg 53 II. Ein fast neues MMR mit Platten, preiswert zu ve kaufen. Näh. Hillebrand- strak^H^^ Zirka 100 Zentner Stroh eine ganz schwere und eine leichte Dezimalwage eine gut erhaltene Zentrifuge sehr preiswert zu verk. Großen-Llnden, Bahnhos'tr. 35. 616935 8'eliies Ans mit heizbar. Lagerraum, zwtsch. Bahnhof u. Marktplatz, bei 2000 Mk. Anz. und monatlicher Abzahlung zu kaufen gesucht. Schöne 3-Zim.- Wohn. in Tausch. Schriftl Angebote unter 016932 an den Gies;. Anz. erbeten. Aktes Blei (BlelrödreM lauft Brühlsche Druckerei "17D Schulstr. 7/9. KohleohiigeloieD für Schneider gesucht. Karl Nikel, Sonnensir. 31. 616939 [Verschiedenes! Sonderongeiol Weinbrandverschnitt Mk. 2 55 v. Ltr. echter Weinbrand Mk. 3.10 p. Ltr. Zwetschenwass. 50°/o Mk. 3.10 v. Ltr. .Kirschwasser 50 Vo Mk. 3.60 V. Ltr. Obstbranntwein50°/o Mk. 2.55 p. Ltr. EdenkobenerWeih. wein 0.75 v. Ltr. Rheinweine 0.85 v. Ltr. Rotweine 0.85 v. Ltr. Sowie alle sonstigen Weine, Sviritnofen n. Liköre liefern lau= send stets preiswert Jockel & Fav Welnen.Spiritnosen FrankSart a. M. Schulstraffe 16 22 Tel. Sveffart 40u.41. Für einzelne Plätze Vertretung noch zu vergeben. |8719id MWm- unö hnnWriitlilhe Aebeiten aller Art, Vervielfältigungen, Reinschriften miffenschaft- licher Arbeiten nsw., sowie BitchhaltnngS- und Korrespondenz- arbeiten, Mahn- u. Klageschriften werden sauber u. preiswert ausgeführt. Zu erfragen 8819D Nrankfnrt.Str.36l Maschinen- X / schriftl. Arbeiten \ f Vervielfältigungen \ jeder Art 1 l Franx Vogt & Co. j \ Gießen / Vooethestraße 32 J -1. 264 tonsiiiifflonsloger 6ö8e. welle imö UlemeMellieii zu üerfauicn [8483D ___Echnlftraffe 7, Herrenschneiderei liefert b.Anfertigung Mantel . . 28 Mk. Anzug 30 „ nach Ma ff, gute Arbeit. 016918 Karl Bender Bahnhofstr. 29 III. 3000 M. zu leihen gefnflt, auf 4—v Jahre, geg. l.Hi)polhekanf landwirtschaftlichen Besitz und hohe Zinsen. Schriftl. Singt bote unter 016938 an den Gieff. Anz. erbeten. Stenograph. - Gesellschall Gabelsberger undDamenableilung(E.V.) Wir eröffnen Montag, den 17. November 1924 in der Etadtknaben- schule Nordanlaae neben oen laufenden Kursen in Gabels- bergerStenographie einen Anfängerlehr- gang in der WWtllZslWl (QinijeiisnenofjraDhie) Unterrichtsgeld 10./< Anmeldungen an Herrn F. Balken. Goeiheitr. 48 I oder zu Beginn des Unterrichts erbeten. Niederlage: Otto Schmidt, Gießens Bahnhofstraße 48. ,w*ss Offeriere zu den billigsten Preisen in Fatz und Flaschen jedes Quantum la 1922*r u. 1323*' üenheimer lÄWMlIIMlNS Walter Wolkewitz Dienheim beiOppenheim a.RH. Weinbau und Weinhandel mi8d MittillM, iltn 12. Nmnibtt 1924, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neuenweg 28 (im Löwen) zwangsweise: 5 Rollen Dachpappe, 1 Standuhr, 1 Nähmaschine, 2 Sofas, 1 Nachtschrank, 1 Weidentisch, 1 Chaiselongue, elektr. Iigarrenanzünder, Steckerfassungen, Wechselstromlampen, Doppellochstecker, Haarkämme, Bügeleisenzuleitungen, Wandschalter, Rauchservice, 1 Föhn- apparat, eine größere Partie elektr. Birnen von 10 bis 200 K., Taschenlampen und Batterien dazu. Die Versteigerung findet voraussichtlich bestimmt statt, insbes. der elektr. Sachen. 8857 D Junker, EerilbtSvollziclitt. Gute Existenz! 3n einem Badeort Oberheffens ist eint Kleinere gutgehende Pension, verb. mit neu eingerichtetem Konzert-Cass einziges am Platze, und Ladengeschäft wegen Uebernahme eines größeren Objekts per sofort an kapitalkräftige Leute zu verkaufen. Schriftliche Angebote unter 016944 an den Gießener Anzeiger erbeten. »1. ans industrielles Unternehmen geg. gute Sicherheit u. Hinten zu leiht» gtsiM. Schr. Ang. u. 016926 an den Gieff. Anz. ■-■01 gegen erste Hypothek zu leihen aes. Schr. Ang. u. 016928 an den Gieff. Anz. Gutes Klavier für längere Seit zu mieten gekuckt. Schriftl. Angebote unter 01 939 an den Gieff. Anz. erbeten. Junger Nerno (Hündin) zugelanf. Abzuholen 016940 Crcdnerktr. 50 v. Suche f. Freund, Jungges., Ende 3tter, ftrebf. ver» trägl. Charakter, selbst. Restaur., ein gr. Untern., eig.Wlm. m.Cinr. d. Bek. ein. Lebensgefährtin reif. Alt. m. ver- trägl. Ghar.j'tatt» liebe repräf. Erschein. tu. Lust u. Liebe a.Restaur- Gesch. zw. später. Mol. Diskret. Ehrens. Ausf. Zttschr. m. Bild u. 8849D an den Gieff. Anz. Stadttheater Mittwoch, ir.Nov. 6. IllilllllOkh-AV.-Vksl. ucnu /i—9l/l Uhr- Nome und öct 3uloll. Operette in 3 Akten von Gilbert. Förster^ W fliigdHarnumlunK Pianos W .... (jißp6ri/Babnhof[fraße 656undLichinOberheflen vQegr.1876 8856c" Nr. 266 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Dienstag, U. November (924 Belgrader Krisenrummel Don unserem Dallrnkorrespondeate ia Peter Twiel Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Belgrad, 2. Dov. 1924. Was wird cnrS diesen ewigen Re;ierung5- fiifen herxausl'mmon, frag .r sich täglich he.' alle besorgten Polit.ker, und nc finden kaum eine befriedigende Antwort. Die Mehrzahl der südslawischen Bevölkerung ist seit langer Zeit schon von der Auffassung abgekommen, daß es sich bei all diesen ewigen Krisen lediglich um ein törichtes freventliches Parteisviel handele, und sie ist der bestimmten Aufsalfung. boß de'e Krisen tiefer gehen und daß sie ans Sein des ganzen Staates rührten. Eine kleine Hoffnung vor einiger Zeit. Der König hatte einen energischen Schritt getan, und er hatte eine Regierung zugestanden, in der d i e Vertreter aller drei Stämme oder Rationen und alle drei Glauben dieses Staates vertreten waren. 3n der Regierung David o w i t s ch , die vor etwa drei Monaten gebildet wurde, gab es Serben, Kroaten und Slowenen, und es gab in ihr orthodoxe Prawoflawen, Katholiken undMulel- ma ne n. Diese Regierung trat mit e nein bedeutenden Schwünge und mit einer großen Hoffnung in die Oeffentlichkeit. Sie wollte eine .Regierung der Harmonie" und eine „Regierung der reinen Hände" fein Sie wollte, so war ihr Pivgramm. Len seitherigen unerhörten unrd die Existenz des Staates bedrohmden Mißklang zwi'chen Serben, Kroaten und Slowenen aus der Welt schaffen, und sie wollte die öffentliche Korruption, die nach ihrer Meinung lebensgefährlich am Mark des Staates nagte, vernich en Die'e Regierung brachte zur Lösung dieser Aufgabe gute Vorbedingungen mit: sie war aufrichtig dem Werke der Versöhnung ergeben, und sie war aus untadeligen Männern zus-ammenge'etzt. D'ele Tatsache sicherte ihr denn auch, wie es schien, von Anfang an das Vertrauen der Krone, die ebensowohl eine brüderliche Versöhnung als auch „reine Hände" wünscht, und sie sicherte ihr das Vertrauen namentlich derjenigen weiten Strömungen im kroatischen Volke, die seither intransigent gegen jede Belgrader Regierung sich verhalten hatten. Raditsch, der kroatische Bauernfuh er. der so ungefähr der Ausdruck des ge amten kroatischen Volkes ist, bekannte sich offen und mit Wärme zu dieser Regierung, und er bekannte sich namentlich zu deren Führer, dem De'grader sechischen Demokraten Davidvwitsch So v rügte die'e Regierung im Parlamente übe' die Mehrheit, und sie konnte mit ihren 180 Mandaten gegen nur 130 der Opposition ihr Werk parlamentarisch beginnen. Aber es war von vornherein klar, daß das Werk der Versöhnung nur durchzuführen sei, wenn auch von feiten der Serben wesentliche Zugeständnisse in der Richtung der kroatischen, slowenischen und bosnischen Föderativwünsche gemacht wurden. Dazu waren Davido- witschs demokratische Serben bereit, — aber es war nicht dazu bereit, die Mehrzahl der im sog. oppositionellen „Rationalen Blocke" vereinigten radikalen Serben und „selbständigen" serbischen Demokraten. Ganz in der Auffassung befangen, daß nur eine zentral! st ische Einrichtung des Staates die südslawische Einigung stützen könnte, bekämpften deren Führer, der greife 84jährige Rikola Paschitsch und der junge nationalistische Feuerkvpf Swetosar Pribi« t s ch e w i t s ch diese „Dersöhnungsregierung". und Paschitsch sprach sogar davon, das; es ein Fehler gewesen sei, den Kroaten nach dem Kriege Gleichberechtigung mit den Serben gegeben zu haben. Wäre alles nur streng nach parlamenta- rischen Grundsätzen gegangen, so hätte die Regierung Davidvwitsch bei ihrer Arbeit den „Rationalen Block" schimpfen und rumoren lassen können. Aber es ist ja genügend bekannt, daß dieser Rationale Block, der heute noch die Mehrheit des serbischen Volkes in sich schließt, immer schon nicht viel auf eine parlamentarische Lösung der grundsätzlichen Staatsfrage gab und dah er gegenüber den Wünschen der 1918 neu gewonnenen Kroaten, Slowenen, Muselmanen und Montene- griner immer zuvor das rein serbische Interesse wahrte. Dieses serbische Interesse aber gründete in einer Staatseinrichtung, die für alle Zeiten den Serben die Vorherrschaft im Staate sicherte. — und «eine solche Staatseinrichtung wollte der Rationale Block gegebenenfalls auch gegen den Willen der anderen und gegebenen- falls auch gegen eine parlamentarische Mehrheit durchsetzen. Zu diesem außer- oder unparlamentarischen Durchsetzen freilich gehört Kraft, — aber der Rationale Block glaubt, über diese Kräfte zu verfügen. In der Meinung, dah er sich auf die Mehrheit des serbischen Volkes und — was mehr ist — auf die Mehrheit der Armee stützen kann, ist er in seinen Forderungen unnachgiebig. — und diese llnnad>giebigteit zeigte sich in der letzten Zeit vffenllchtlich auch gegenüber der Krone. Es war im Verlause der Regierung Davidvwitsch. die ruhig und fleißig an der Vorbereitung wichtiger Staatsgesetze, dem Invalidengesetz und dem Gesetze gegen die Korruption, arbeitete, klar geworden, dah die Krone in ihrem Vertrauen auf die Arbeit der Dersöhnungsregierung schwankend wurde, — und der Rücktritt des Vertrauensmannes der Krone in dieser Regierung. des Kriegsministers und Generaladjutanten des Königs, des General Hadzitschs. war einzig in dieser Richtung und zugleich auf ein Mihtrauen der Armee gegenüber der Regierung Davidvwitsch zu deuten. Wenn man Material zu Anschuldigungen gegen eine Regierung wünscht, ist solches Material meist leicht zu finden und Stephan R a d i t s ch , der kroatische Dauernsührer. ist ja seinem ganzen Temperament und seiner politischen Psyche nach jeden Augenblick für den serbischen Egoismus zu verwenden. Es war vorauszusehen gewesen, dah Raditsch, indem er zu einer „ehrlichen und dauernden" Versöhnung zwischen Serben und Kroaten der Regierung Davidvwitsch die Hand reichte, nichts oder nur wenig von seinen kroatischen Forderungen aufgeben würde, — wie er dann in der Tat auch weiter auf dem Grundsätze der Republik nerbarrte (er wollte zwar diese Frage vorläufig zurückstellen und mit der Monarchie ein Kompromih schlichen), und wie er weiter im Rahmen des südslawischen Staates ein autonomes Kroatien mit einem autonomen Landtage forderte, höhnten die serbischen Rationalisten über eine solche „Verhöhnung" und sie forderten vor der Oeffentlichkeit und vor dem König Rücktritt der Regierung. Dieser Rücktritt ist vor etwa 14 Tagen nun auch erfolgt, und er ist nicht auf parlam ntalichcm Wege, sondern, wie die Regierungspre e fehr eb, durch den „Druckder Krone" herb igeführt worden. Kein Wunder, dah Kroaten Slowenen und Muselmanen nun doppelt erbt tert sind, dah Raditsch der Krone das Wort „Staats- ft r e i ch" entgegenschleuderte, und dah er drohte, er werde nunmehr wieder seine 70 Abgeordneten von Belgrad zurückrufen. Das ist die Vorgeschichte dessen, was sich ereignete, und im Augenblick, da diese Zeilen getrieben werden, stehen wir hier in Belgrad noch mitten in der weiteren Entwicklung der Dinge. Der König griff in diese Entwicklung selbst mit energischer Hand ein und rief die großen Parteien zur Beratung in das königliche Schlot', aber lein langfristiger Plan, die b id.n zerstr ttenen grol en serbischen Parteien, die Raditalen Pusitsch und die Demokraten Davidowilschs, in einer s erbischen Koalitionsregierung zu samm ln, ist bis jetzt noch nicht gelungen. Cs mag sein, dah gegen das Prinzip einer solchen Regierung weder Radikale noch Demokraten etwas einzuwenden haben, aber wie das nun einmal bei dem ausgesprochen parteipolitischen Getriebe in Belgrad ist, (tretet man sich gegenseitig um den Vorrang in dieser Regierung. Die Radikalen Pasitschs möchten drese Regierung und damit die Demokraten beherrschen, und das wollen sich natürlich die Demokraten nicht gefallen lassen. Unb so geht der Streit der Parteien hin und her — und die Staatsinteressen leiden. Aber es gibt natürlich auch sachliche Hindernisse für die Bildung dieser Regrerung, und daS nationalistisch-serbische Programm der Radi- kalen verträgt sich natürlich schwer mit dem versöhnungsbereiten, nachgiebigen Programm der Demokraten. Dazu kommt die Ertoägnmg, dah eine Versöhnung der beiden großen serbischen Parteien noch keineswegs die innere Unausgeglichenheit des Staates regelt, und dah nur ein Ausgleich zwischen Serben und Kroaten und Slowenen das Problem Südslawen wahrhaft zu lösen imstande ist. Diese Lösung ist — die Jahre haben es gezeigt — nicht einfach. und gerade gegenwärtig ist man anscheinend wieder weitem, denn je von dieser Lösung entfernt. Drei Möglichkeiten eröffnen sich jetzt. Die eine ist die Bildung einer Konzentrationsregierung, die sich wieder gegen Raditsch wenden müßte. Das wäre also keine Lösung. Die zweite Möglichkeit ist das Ausschreiben von Reuwahlen. Qlber auch sie bedeuteten nur ein Aufschieben der innerpolitischen Regelung deshalb, weil nach den Wahlen im neuen Parlamente die Gegensätze zwischen Serben, Kroaten und Slowenen sich voraussichtlich nur noch schärfer zeigen würden, und weil man dann alle seitherigen Streitfragen — nur drei Monate später — erneut aufrollen müßte. Die dritte Möglichkeit wäre die Fortsetzung der Da - vidowitsch'schen Versöhnungsregierung. aber auch sie hätte nur ein^ hoffnungsvolle Zukunft, wenn das Dersöhnungswerk von allen Serben mit allein Ernste und mit möglichster Rachgiebigkeit gefördert würde. Seltsame Flitterwochen. Roman von Arnold Fredericks. 43. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Sechzehntes Kapitel. Als Lefevre in dem Speiehaus am Boule dard des Italiens Richard Duvalls Arm berührte. war er von großer Arrg l geplagt: trotzdem täuschte er freudige Hebe ra chung rb:r dar unerwartete Zusammentreffen vor. Schon seit dem vorhergehenden Abeed hatte er nichts von Grace gesehen oder gehört. Er latte von Stapleton erfahren, daß sie lein Haus kurz nach neun Ußv verlassen hatte, se.ther war sie völlig verschwunden. Irrer st dache der Präfekt, sie habe ifreVe - kleidung rhrem Manne nicht länger verheimliche i Können und sei bei ihm. Später erfuhr er von Bernet, daß es nicht der Fall tojr. Run war der alte Herr- wegen ihrer langen Abwesenheit ernstlich um sie besorgt. „Wie geh: alles, mein Freund?" fragte er, ausgesprochene Sor,..'o!igkeit vor rauschend. „Haben Sie die Räuber schon entdeckt?" Duvall lächelte. „Roch nich: aber ich zä'ie darauf, sie zu haben, ehe der Aberd herum ift" „Wirklich? Ich beglückwünsche Sie! Hab n Sie etwas von Fräulein Goncourt ge'ehen?" „Rein. Warum?“ „Ich Lachte, Sie hätten sie vielleicht getroffen. Wie Sie wissen, sind Sie beide hinter derselben Sache her." Duvall lächelte geringschätzig „Ich glaube picht, daß sie die Fährte verfolgt, auf der ich bin,“ sagte er. „Ich wlll die Wette gewinnen, Herr Präfekt." Der Präfekt schien unangenehm berührt. „Der Abend ist noch nicht vorbei," erwioerte er. „Aber jedenfalls hoffe ich, daß Stapletons Dvh.r ohne weiteren Zeitverlust zurückgebracht wird — gleichviel, wer tum Erfolg kommt." „Kommen Sie haute abend zu ihm! Ich habe eine llttne Geschichte mit Bernet a^rsgemach. d e Sie überraschen dürfte, Und dann werden wir Lazu noch den Knaben holen." Duvall stand auf und setzte den Hut auf. „Wir nehmen Sie gerne mit." „Auf jeden Fall bin ich dort. Welche Zeit bestimmen Eie?" „Spätestens halb neun Ußr.“ „Gut," sagte der Präfekt „Ich werde dort fein. Auf Wiedersehen, mein Freund!" „Auf Wiedersehen: empfehlen Sie mich Fräulein Goncourt!" Duvall ging aus dem Speifehaus wog und in fein Zimmer im Hotel, um Grace einen large r Briet zu schreiben. Er machte ihr Vorwürfe. i»ß sie hm noch gar nicht geschehe i habe Er war jer.t vier Tage hier in Paris und hatte noch kein Wort von ihr erhalt:n Ein 2r.es hätte, nahm er an, mit dem Schiss kommen müßtet, mit dem er selbst gefahren war. Er beschrieb ihr, wie sehr sie ihm fehlte, wie innig er sre liebte und wie bald er in ihre Arme zurückzueilen gedachte. Und während er schrieb, stand Grace. Halo tot vor Müdigkeit, in dem Kleider schrank in Pa y. nicht weiter als eine Merle von ihm, versteckt und beobachtete mit ängstlichen Augen den Räuber. der auf dem Sofa schlief. Daran ist aber gegenwärtig noch nicht zu glauben, und es muß deshalb jede der drei Entscheidungen, die die Krone dieser Tage wählt, als vorläufig nur zeitweilig betrachtet werden. Die Lösung der innerpolitifchen Dinge in Eüd- slawien ist immer noch nicht reis Anm. der Red. Inzwischen bat nun der König Pasitsch mit der Bildung eines Konzentra- tionslabinetts von Radikalen und Demokraten beauftragt. nachdem die dritte oben aufgezeigte Möglichkeit, Fortsetzung der Dersöhnungspolittk durch ein Kabinett Tirnotejewitsch, gescheitert ist. Ob es einem alten routinierten Staatsmann wie Pakitsch gelingen wird, die südslavische Krise einer befriedigenden Lösung en! gegentu- führen, erscheint angesichts der ablehnenden Haltung der Kroaten gerade diesem Manne gegenüber äußerst zweifelhaft. Philipp Eulenburg. Unter der Fülle dec in den letzten Jahren erschienenen Literatur, die sich mit der de ilschen Politik in der Vorkriegszeit befaßt, beansprucht das Buch Hallers über den Fürsten Gutenberg*), t 1921, den bekannten Freund des Kaisers, besondere Aufmerksamkeit. Sowohl um des Verfassers als auch um des Inhaltes willen Haller, der frühere Gießener, jetzige Tübinger Historiker, hat schon durch seine historisch- potttischc Studie „Die Aeca Bülow" (1922) sich als ein scharfer Beobachter der deutschen auswärtigen Dorkriegspolitik erwiesen. Für viele Einzel- hecken in dieser Studie war ihm — das sehen wir jetzt durch dies 'Derk — Eulenburg der Gewährsmann, dessen LcbenSerinnerungen er auch bereits vor einem Jahr herausgab. Ec hat auch jetzt mit innerer Wärme das viel ve.schlungene und nicht gewöhnliche Leben dieses Firsten bar- gestellt Fußend auf einer Fülle von Briesen und Auszeichnungen Eulenburgs läßt er diese — sie geschickt verbindend und erläuternd — vornehmlich zu dem Leser sprechen. So führt uns das Buch die Entwicklung und die einztlnen Lebensstadieu dieses Mannes klar vor Augen. Sein Wesen. Künstler und preußischer Beamter zugleich, das Verflechten seines Lebensweges mit dem des Kaisers, seitdem dieser ihn schon als Prinz zum Freunde erkor, seine diplomatische Laufbahn, die ihn nach Münchm. Stuttgart und Oldenburg führte, schließlich seine Dot- schaftcctätigleit am Wiener Hoß von der er 1902 gesundheitshalber zurücktrat. Wir gewinnen interessanten Einblick in die politischen Verhältnisse der Bundesstaaten, vor allem in die Bayerns mit seinen partikularistischen und ultramontanen Strömungen. Roch bedeutsamer wird daS D.ld, seitdem Eulenburg, wie er selbst einmal ausdrückt, „als Dorschafter der Reg erung beim Kaiser" zugleich auch Einfluß und steigernde Bedeutung für die Innen- und Außenpolitik des Reiches gewinnt. Mit der Darstellung des bekannten Prozesses, in den der Fürst durch Harden verwickelt wurde und in dessen Verlauf er als todkranker- Mensch nach Hause zurückgebracht wurde, schließt die aufschlußreiche Darstellung. Haller will durch sein Werk, wie er schon zu Anfang sagt, eine Rechtfertigung des viel verkannten Menschen und Staatsmannes Eulenburg bewirken, zugleich auch eine Quelle für die Geschichte der Zeit bieten. In dec bekannten Prozeßsache ist es ihm gelungen, soweit man die verwickelten Vorgänge durchschauen kann. Eulenburgs Unschuld zu rechtfmtigen. Das Bild Hardens wird dadurch noch trüber, wie es bereits ist. Guten Einblick erhalten wir auch in die Kanzlerzeit Caprivis und Hohenlohes: hier fließen die Quellen besonders reichlich. Bis in die ersten Jahre Bülows ist Eulenburg der vors chtige, aber keineswegs schmeicheln e kaiserliche Berater unb Vermittler zwischen R g evung und Monarch. Hinter allem aber steht anfänglich noch drohend die Furcht vor dec gigantischen Gestalt Bismarcks. Ebenso plastisch tritt die kluge, aber dämonische Gestalt Holsteins hervor. des eigentlichen Lenkers der auswärtigen Polttik Deutschlands von 1890—1926. Wie wenig glücklich seine Außenpolitik für das Reich war. vor allem durch seinen Gegensatz zu England, wird uns auch hier wieder klar. Anschaulich wird dec stille Kampf zwischen dem Auswärtigen Amte und dem temperamentvollen, in seiner Art jedoch durchaus ehrlichen Willen des Kaisers geschildert. Richt zuletzt ist es Bülow, dessen geistvoll vornehmes, aber auch vor allem im Hinblick auf die Außenpolitik leider so wenig tiefgründiges Wesen uns h ec lebendig vor die Augen tritt. Fürst Eulenburg ist, wie Hallers Buch deutlich zeigt, ein Mensch von scharfer Deobachtungs- * Aus dem Geben des Fürsten Philipp zu Eulenburg-Hertesel) von Johannes Haller. Berlin 1924. (®ebr. Pätel.) 1146 Duvall wollte am Abend etwas vor acht Uhc bet Stapleton sein: es waren noch zwanzig M.- raiten brs dahin, als er die Treppe au des Bankiers Wohnung hinaufstieg und rn die Dibliothel geführt wurde. Stapleton saß in verbissenem Schweigen da und erwartete die Ankunft seines Be uchecs. Er sch.ien über Duvalls Ankunft nicht sonderlich erfreut. Da es dem letzteren of'entac nicht gelungen war, mit der Entdeckung seines vermißten 9tr. Hornmanbü 123 \ bis 131/8, Mitteldeutlche Kredit- | den Anschein, als ob die 'Bewegung l.65, ReichSbrnk 53 plus Vs, Rheinische Wahlen in Fluß bleiben sollte. Auch I Börsenkurse. 0,7öd 0,840 1,57 ,30 19,50 7,90 37 3 0,8 3,05 1. Novbr. Nepart. (Ohne Gewahr.) Gekd I BrI?' Anzeiger".) 11,75 15,25 2,25 2,75 7,75 voll ■'Oll voll voll 19 14 17 17 15 2.8 2.75 8,61 0 770 1,'1O 1,93 1,545 0 615 1,250 V0>- VvU voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll 14 8,5 13 25 8,4 9,75 24 6 4.9 9 50 11,4 12,75 1,65 0,.40 1l8, 2 20,27 61, 0 74,06 112 88 10,-9 18,04 19,37 4,21 22,17 81,15 06.69 5,935 12,65 6,62 1,67,75 3,07 1,62' C/7 6,1u 16.84 20,25 73,98 19.35 22.14 «8.17 17,96 61,52 5,95' 2,3° 1'2,63 61,09 66,6' 12,59 5,59 9,65 23,5 4,75 9,25 10,85 12 1,62 0,3 0 0,115 4,8 9 18,6 > 13.9 16,70 16,60 14,50 7,75 11,50 37,25 44,25 1,76 2.60 7. I 10. 10,50 10,4 59,6 19 7- 16 10 41,25 36,2b 2,40 26 4,2 19,75 6,13 19,9t 15,25 17.75 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener in Tübingen, Freiburg und Halle geschieht. Dec Zweck dieser älntersuchungen liegt aber nicht allein auf sportlichem Gebiet, sondern es soll in erster Linie der allgemeine Gesundheit s st a n d sestgestellt werden, und es sollen nicht nur Ratschläge für die sporlliche Betätigung, sondern hauptsächlich auch zur Erhaltung und Mehrung der Gesundheit und der körperlichen Widerstandskraft erteilt werden. Eine ganze Reihe von krankhaften Veränderungen des Herzens, der Lungen und Vieren, die den Betreffenden selbst bisher nicht immer zum Bewußtsein gekommen waren, konnten so der rechtzeitigen Behandlung in den Kliniken zugeführt werden. Ferner wurden unterernährte oder kränkliche Studierende für den Krankentisch der Studentenhilfe bestimmt bzw., wenn sie aus Gießen stammten, mit Zusaßnahrung versehen. Bei den Untersuchungen schnitt der Vachwuchs aus Gießen im allgemeinen besonders schlecht ab. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir diese körperliche Minderwertigkeit nicht zum wenigsten auf die geringe Berücksichtigung, welche die körperliche Erziehung auf den Gießener Schulen findet, zurückführen. 20 1 .3, 2 19,2a ; 2,02 1.7,37 17, ..b 61,2 5,8 6 2, 7 112,12 80,69 50,36 12,4 8,57 Leitungen über die Bildung eines Rohstahl-Ver- banoes bekannt, die einen weiteren Anstoß zur Kauflust gaben. 3n wenigen Lagen wurden große Mengen in allen Fabrikaten abgeschlossen, und so kam es, daß auch die Preise wieder aufwärts gingen. Zwar ist die bis jetzt eingrtretene Erhöhung nur ganz minimal, da ein rechtes Vertrauen in eine dauernde Besserung der allgemeinen Marktverhältnisse noch nicht aufkommen will. Die eingetretene kleine Preiserhöhung bedeutet dahcir auch nichts weiter als eine vorsichtige Preisregulierung nach oben. Der tatsächliche Bedarf im Znlande in der weiterverarbeitenden Industrie läßt noch viel zu wünschen übrig - -» tlleber die Höhe und den Aufbau der Eisenbahnfrachttarife wird seitens der Wirtschafts- kreise weiter geklagt und die Anpassung an ihre berechtigten Bedürfnisse dringend verlangt. Es geht auf die Dauer nicht an, daß die weiten Entfernungen in unverhältnismähiger Weise auf Kosten der nahen begünstigt werden, so daß die nahen Entfernungen, die gerade für den rheinisch-westfälischen Bezirk eine ausschlaggebende Rolle spielen, die Hauptlast der hohen Frachten zu tragen haben. voll voll vollvoll voll voll DouluoK Kn Pfanne. Topf und Kuchenteig gehört nm Rahim a bullergleich 1,475 4.2 88,5 9,25 36,5 24,25 4,75 9.25 10.625 11,875 1.6 0,325 0,3 60 9 9,25 65 65 13 82,25 11,65 14,90 5,5 8,171 ‘8,375 32,80 32,75 24 3,80 Kreditbank 23/s, Oester.eichische Kreri ak ier 0, 4. Ron Transportwegen notierten Hagag 26 plus 1 Billion Prozent. Vordd. Lloyd 4,2. Alte Lombarden 7. Lllrtoaktien konnten sich weiter befestigen. Daimler 3. Veckdrulmec 5%. Sonst gingen noch um Aschaffenburger Zellstoff 19 p us 0,5. Frankenthal Zucker 3,05. Holzmann 5Vs. ©€>&. Iunghans 93,i. Lechwerke 14,4 minus 0,2. Spinn. Sammersen 18'A plus 0,5. Inag VV, Rheinische Metall Si/4. " Ehemische Mainz 9,15. -3ement Heidelberg 193/4. Thüringer Elektrizität 83A Plus 0,15. Die Abendbörse schloß für Aktien in fester Halbung. 8.0 1,250 1 19 1,590 0,6 j 1,370 1,425 1,5 1,525 4,2 88 5 9,r0 38 24/0 4,75 9,40 11,13 12,70 1,62 0,321) 0.3 54 60 10.4 1) "8,62 59.10 84,50 13,75 16,75 6,30 9/0 41.13 34,75 33,40 25,6 4,1 Bnithcfje Wotierum <-s' c 11> i '4'ritr 5,52 9,60 19,76 15 17,50 17,75 16,62 8.4 12,70 99,80 46,25 2 2,8 7,6 0,9 Rerlrn, 10. Vov. Die Schritte der Reaie- nmg auf steuerlichem Gebiete, die jetzt zu dem Ergebnis geführt haben, daß der Wirtschaft nicht unbedeutende: Erleichterungen gewährt werden, ha- den der der Börse gute Aufnahme gefunden, und Ne eröffnete daher in der neuen Woche in recht fester Haltung. Am Rentenmarkt hat es vvltzvoll voll voll voll voll voll voll voll voll voll uoll voll voll voll - -—-J vrs zu de« ------ -------sollte Auch lagen bereits vorbörslich größere Kauforders vor, Jd daß die Kurfe eine weitere Steigerung erfuhren. Aber auch am Markt der übrigen heimischen Renten, Städte-Anleihen und Industrie- Obligationen blieb das Geschäft rege. An den Aktienmärkten war es vor allem der Montanmarkt, an dem sich das Geschäft lebhaft gestaltete. Die neuerlichen Gerüchte über die Beschäftigung sind etwas freundlicher gehalten, und es liegen ziemlich umfangreiche Kaufaufträge vor, besonders aus dem Rheinland und Westfalen. Von den übrigen Märkten war das Geschäft wieder etwas lebhafter am Kalimarkt, sowie am Markt der chemischen Werte. Auch in Kolonial- werten hat sv Christinnia. Stockholm . HclsingforS ufaflen . . . London. . . V?eul)ort . . Ports.... Schwei; . . Svanii-n . . Wien in D-» Ccft. abgell Prag ... Budapest. . Buen.-Aires Bulgarien Japan . . . Wo bc Jan Bclirad . . Lissabon . - Selbstschutz bei Erkältungen. Durch Auskochen mit 1/4 1 Wasser, e was Zucker und 50 n echtem ^aaoiot-Grt akt. in jeder Avotheke erhälilich, können Sie sich eine sicherwirkende Hustenmedizin selbst berste llen. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des .Gießener 'Anzeiger".) Frankfurt a. M, 10. Vov. Es murcen notiert: Weizen 21,50 bis 22 50, Roggen, inlä.d. 21,50 bis 22 50, Sommergerste für Drauzwecke 24 bis 26. Hafer, inländ. 18 bis 21,50, Mais, gelb 20,50 bis 21, 'Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 35,50 bis 38, Roggenmehl 32 bis 35 Weizenklcie 12 bis 12.25, Aogge.ckleie 11,75 bis 12, Erbsen 30 bös 38, Linsen 45 bis 50, Hm, süddeutsches, gut. trocken 11, Weizen- und Roggen» skroh 7 bis 7,50, Treber, getrocknet 20 bis 21. Tendenz: Fest. In Rogaen und Weiten ftnden Abschlüsse je nach Feuchtigkeit zu bis zu 25 Prozent .geringeren Preisen statt, iki sich die vbmgenaimten Votierungen auf gründe handelsübliche Ducchschnit.sware bez'.ehen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des »Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 10. Vov. Auftrieb: 1368 Rinder, 272 Och'en, 42 Bullm, 1054 Färsen und Kühe, 324 Kälber, 437 Schafe, 3244 Schweine, einschl. 154 holländische. Es wurden bezahlt pro Zentner Lebendg.wicht: Rinder: Ochsen: vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 52—58. junge, fleischige, nicht aus^mästete und ältere ausgamäste e 45—51, mäßig gmähr.e junce und gut genährte ältere 40—44. Bullen: voll- fleischige ausgemästete Färsen höchsten Schl.xh- wertes 44—50, vollfleischige jüngere 38—43. Färsen und Kühe: vollfleischige au&jemäfte'e Färsen höchsten Schlachw.r es 50—58, vollf.ei- schge ausg mästete Küh» höchsten Schüachtne es bis zu 7 Jahren 42—50, we üg gut entwickel e Färsen 40—49, ältere ausg. mäste e Kühe und wenig gut entwick lte jüng.ce Kahr 33—40, mäßig genährte Küh) und Färsen 25—33 geri g genähr'e Kühe und Färsen 14—24. Kälber: feinste Mastkälber 74—80, mittlere Mart- und beste Saugkälber 65—73, geringere Mast- und gute Saugkälber 54—64, geringe SauMlstec 45—52. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 35—40. geringere Masthämmel und Schche 3J—34 mäßig genährte Hämm l und Schafe (Merz"chafe)18—28. Schweine: vollftorschige von 80 bis 100 Kilo: 73—76, unter 80 Kilo 65—72, von 100 bis 120 Kilo 76—79, von 120 bis 150 Kilo 76—79, Fett» schweine über 150 Kilo 76—79, unreine Sauen und geschnittene Eber 60—68. Marktverkauf: Langsamer Handel, bei Schweinen geringer Lieberstand. Berliner Produktenbörse. Berlin, 10. Vov. Der Produktenmackt verkehrte in fester Haltung hauptsächlich auf hohe amerikanische Preise. Im Inlandgeschäft war vorwiegend Vachfrage aus der Rheinprovinz. Andererseits hatte das Provinzangobot nachgelassen. Mehl noch ziemlich still. Es notierten pro 1000 Kilo: Weizen, märk. 214 bis 224, Roggen märt. 214 bis 224, Gerste, märk. 224 bis 253, neue 198 bis 210, Hafer. märk. 179 bis 180. pomm. 164 bis 171, Raps 390 bis 400, Leinsaat 390 bis 400; pro 100 Kilo: Weizenmehl 30,50 bis 33.25, Roggen- mehl 30,50 b.s 33. Weizcnkleie 12 bis 12 20 Roggenkleie 11,80 bis 12, Viktors necbsen 32 bis 35, kleine Erbsen 21 bis 24. Falter erb en 19 bis 20 Peluschken 16 bis 16,50. Ack.cbohnen 21 bis 21,50 Wicken 17 bis 20, Lupinen, blau 14 bis 14,50, gelb 15 bis 18, Serradelle alt 13 bis 13 50, neu 18 bis 20, Rapskuchen 16 bis 1620, Leinkuchen 25 b s 25,50. Trockenschnihel 9 bis 9 40 Torf- melasse 8, Kartoffelflocken 18,50 bis 18,90 Mk. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die bayrischen Offiziersverbände gegen Ludendorff. München, 10. Vov. (Tül.) Die bayrischen Offiziersverbände veröffentlichen folgende Grllä- rung: Die bayrischen Offiziersverbände (Verband der bayrischen Offiziere, Reg.mentsverein Landesverband Bayern, Deutscher Offiziersbund und Vationalverband deutscher Offiziere) haben sich ln ihrer 33ertrererb:riamm(ung dec in dec Presse veröffentlichten Erklärung der bayrischen Generale über ih.e Einstellung zu General Ludendorff auf Grund des Verhaltens Er. Exzellenz gegenüber Sr. Königlichen Hoheit dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern rückhaltlos angeschlossen. Sie verlangen, daß die in ihren Verbänden zu^amme^ge'chlos senen bahri- chen Offiziere diesem Standpunkt unbedingt bri- treten. Eine japanische Erdbebenanleihe. Paris, 10. Vov. (WB. Funkspmich.) Der „TempS" meldet aus Tokio: Der japanische Außenminister hat Schritte unternommen, um die Bedingungen festzustellen, unter denen die fremden Mächte bereit sind, eine Anleihe von 130 Millionen QJen zum Wiederaufbau dec teilweise zerstörten Hauptstadt zu gewähren. "DerOktober-Abschluß der Reichsbank. Zum Ultimo Oktober traten, wie zu den vorhergehenden Monatsschlüssen, sehr beträchtliche Ansprüche an Z.chlungsm tt.ckn an dri Reichsbanl heran. Sie wurden, wie der Aus weis vom 31. v. Mts. zeigt, zum größeren Teil durch Abhebung von Giroguthaben, zum kleineren durch neue Kreditforderungen befriedigt. Die Wechselanlage stieg in der Derichtswoche um 166 auf 2339,7, t ic Lombardanlage um 16,7 auf 33,4 Mill. Reichsmark. Von den außerhalb dec Dank red skontier- ten Wechseln flössen dabei 21,8 Mill. Reichsmark in das Portefeuille dec Bank zurück, so daß die Summe der weiterbegebenen Wechsel auf 255,7 Mill. Reichsmark abnahm. Der ätt.imobe>acf an papiernen Geldzeichen wurde diesmal fast ausschließlich durch Veuausgabe von Reichsbanknoten bestritten, deren Umlauf um 467,8 auf 1780,9 Mill. Reichsmark anwuchs. Die Bestände der Dank ein Renlenbankscheinen weisen eine Verminderung um 1,8 auf 360,5 Mill. Reichsmark auf. Don den fremden Geldern dec Dank wurden im ganzen 277,7 Mill. Reichsmark abgehoben; ihre Bestände gingen demgemäß auf 708,7 Mill. Reichsmark zurück. Der Goldbestand erhöhte sich in dec Derichtswoche um 63,7 auf 694,2 Mill. Reichsmark. Entsprechend d:esec Zunahme wurden weitere 21,2 Mill. Reichsmark an deckungsfähigen Devisen aus den Devisenbeständen dec Dank abgesondert, ihre ausgewiesene Summe stieg somit auf 231,4 Mill. Reic^mari. Die Deckungsbestände an Gold und Devisen haben sich also insgesamt um 84,9 auf 925,6 Mill. Reichsmari vermehrt. Sie deckten den Votenumlauf zu 52 Proz., die Deckung durch Gold allein stellte sich auf 39 Proz. ** Das Ergebnis der deutsch- schweizerischen Wirtschaftsverhandlungen. Wie der „Berliner Böi-senkurier" von zuverlässiger Seite erfahren hat, ist am Samstag das Verhandln, ngspcotoivll in den deutsch-schweizerischen Wirtschaftsverhandlungen von beiden Seiten angenommen worden. Das Ergebnis kann im wesentlichen dahin zusammengefaßt werden, daß die Schweiz sich bereit erflärt, bis zum 30. September 1925 die einseitig gegen Deutschland gerichteten Einfuhrbeschränkungen abzubauen, während wir die Erklärung abgegeben haben, unser gesamtes Ernfuhrsystem abzubauen. * Konkurs. Ueber das Vermögen der Firma Bernhard Schwab jr. Vachfolger in Bad-Vauheim wurde dc^ Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 3. Dezember beim Amtsgericht Bad-Vauheim anzumelden. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 10. Vov. Im heufigen Abendverk.hc war interessant zu beobach en, wir sich die scharfe Abkehr vom Anle.hemai.kt und die Zuwanderung dec Spekula.ion auf das Gebiet ter Ak ftnmärkte vollzog. Heimliche Ai leihen eröffneten unsicher, doch lejte sich alsbald eine leichte Erholung durch bpcvzentige Reichsanleihe.i gingen zu 850 bis 840 um. 3pcoze ttig? Re chsan- teihr notierte 1575 minus 25 Milliarden. 3 chco- zentige Preußische Kon ols 1540 plus 3 M l iar- den. 4pcozentige Preußische Schatze 1000 minus 25 Milliarden. 41,2ör?8entige 1924er Schatzan- leihe 550 minus 20 Mill arren. Zwangsan ei e 153A bis 16. Ausländisch: Renten lagen ruh g und gleichfalls veimachlässigt. Zolltür.en 9 1, 1914er .Ungarn 65/g. In Vachwirkung ter Ermäßigung der Dörsenum'atzst uer konnte sich auf dem Aktienmarkt ein au Hergewi h ll ich lebhas es Geschäft entfalten bei neuen teilweie gaiz er etlichen Ku ssteigeruvgen. Von Mo.itanwe. en, die im Vordergründe des Interesses standen, waren namentlich die westlichen Werte stärker gefragt. Gelsenkirchen zogen um 0,75 auf 59'/» an. Mannesmann um 1 Billion auf 421 », Buderus 10V» tlus 0.25, Mansselder 33/8, Phönix 41'/4—41'/», Rheinische Braunkohlen 29'/4 plus 0,75, Rhrinst.chl 36‘ 4 plus 1,25, Tellus 2.4. Auch Oberschlesische Werte streb len weiter nach oben. Oberbedarf 10 plus 0.5, Earo 103/s plus 0,4. Von Kaliwcr en gewannen Aschersleben 0 5 (133A). Westeregeln 16'/» unverändert. Romoacher Hütte notierten 18'/g. älnverändert gu‘e Meinung erhielt sich für chemische 'Werte. Da i'che An li i 19?/s pl^s 0,4, Scheideanstalt 14 plus 0 1. Elberfelder Färb n 177/s Plus Vs, Th. Goldschmidt 151/4, Höchster Farbwerke 17% bis 18 plus 3/8. F^ste Haltung ließen auch Elektcoak.ie 1 erkennen, AEG. 8' 2 plus 0,1, Bergmann 131/1, Licht und Kraft 73/8, Lah- meyer 103/i bis 11 bis 111/4 plus 0,65, Main- kvaft 83/8, durch besondere Festigkeit zeichne en sich toieiemm Felten aus, die wei ere 2 Billionen zu ihrem Mittagsgewinn hinzugewannen. Auch Bantwerte waren lebhaft im Geschäft. Berliner Handetsgesellschaft 241 » plus 0,75, K mn e.z- bank 47/8, Darmstädter Bank 9'/» >bis 9 7g plus 0,35 Deutsch eBank 113/8 bis 11V2 Plus 0.4, Diskonto Strafkammer. * Gießen. 7. Vov. Der Landwirt Heinrich Schneider II. von Stornfels hatte am 13. Juni 1924 mit dein Landwirt Wilhelm Edelmann von dort Streit wegen emes Pfluges bekommen und in dessen Verlauf fernen infolge einer Verschüttung im Kriege an der Wirbelsäule schwer verletzten Gegner auf den Pflug geworfen, so daß dieser besinnungslos liegen blieb. Das Amtsgericht Schotten hatte Schneider wegen einfacher Körperverletzung zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt: die Strafkammer erhöhte die Strafe wegen gefährlicher Körperverletzung auf 1 00 Mark: von der Verhängung einer Freiheitsstrafe wurde nur wegen der verminderten Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten abgesehen. Das Amtsgericht Altenstadt hatte den Lehrer Karl Heinrich Jung von Lindheim wegen Körperverletzung im Amte zu 40 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Berufungsverhandlung ergab, daß Jung Mitte Vovember 1923 einen 11jährigen Schüler, der trotz aller Ermahnungen im An- gehorsam verharrte, mit einem Haselnußstöckchen durchgehauen hatte, so daß der Junge am Oberschenkel und an den Schulterblättern dicke Striemen und größere blutunterlaufene Stellen davongetca- gen hatte. Auch die Strafkammer war dec Auffassung. daß Jung das ihm zustehende Züchtigungsrecht überschritten hatte, ermäßigte aber der besonderen Verhältnisse halber die ©träfe auf 20 Mark. Der häufig vorbestrafte „Arbeiter" August Frei von Weinsheim hatte sich anfangs September d. I. in Butzbach in angetrunkenem Zustande gerühmt, im Juli 1922 mit dem deshalb bereits abgeurteilten Heinrich Keller einen Hammel gestohlen und abgeschlachtet zu haben. Die von dem Amtsgericht Butzbach erkannte Strafe von 9 Monaten Gefängnis wurde bestätigt. 5»/,. 3)eutTd)e ’Retdtfanreibt . «°/o DeuNche Retchsanleihe . z)ieid)6an(eibe 3% Deutsche Reichsmlethe . T/ulchc L-varprumienanlethe i®/° $r«UBifd)e KousolS . . . »'///..cheslen . 37o Helsen........... Deutsche Nertb. Dollar-Slnl. bto. Doll -'Schay-Anwetlnga> <*/( Zollturlen........ ,1 6 /0 Su(bnicri!anet | Berliner HandelSocsellschasl Kommerz- und Privat-Bnuk Dannit. und NaNonaldauk . Deiitiche Bant Deuische Bereinsbank .... Tis.oiuo Commundtt ... Mekalldank........... Miileldeutkcke Creditbank. . Ocsterreichische Lredilanstalt Weslvmik. ........... Bochumer Gutz ...... BndcrnS j Koro .......... ’ , DcutschLuremburg...... (Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvcner Bergbau...... jtalnverke Stschersleben.... Kaliwerk Westeregela Laurahiitie Cbcrbchatf Phönix Bergbau....... Rheinllabl........... Riebell Montan ....... Tellus Bergbau..... Hamburg-Amerika Paket. . . vtvrddeukscher Llovd..... Cheramische Werke Albw . Hcmeimvcrf Heidelberg . . Pbilivv Holjmann ...... Angla Tont -Guano .... Badische Anilin Cbemische Mayer Alavtn . . Goldschmidt......... Gries eimer Electron . . . H^chlter Farbwerke Holzverkohlung . . ...... öiütgerswerke bcheideanstalt ........ «llg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann...... Mainkrastwerke Schuckert...... Siemen- & HalSke...... ildlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Leyligenstaedt. ....... Meguin........ Frankfurter Armaturen , . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell'chaft Frankfurt. Pet. Union Ä.-G. . ..... Schuhfabrik Herz Sichel Benftoff Wardhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 10. Nov r. Amt» h- Boki.-r 11 - Gclo FctTI". 10. Novbr. Amerikanische Noten . Belgische Noten . . Dänische Noten...... Englische Noten ..... ’ . Französische Noten ..... holländische Noten .... italienische Noten.....' Norwegische Noten Deutsch Ocfterr .a 100 Kronen Rumänische Noten ...... Schwedische Noten Schweizer Noten Svanische Noten Tschechoslowakische Not,» . . Ungarische Noiea 1 e) Dom Rückzablungswert. f Devisenmartt Berlin—Frankfurt a. M. m?^'"iE''^niltt^vueno«.«trrS, London. Neu. kür eine Tin he«,. Wien und vudavell für 100000 Eint»e,teu. olle« übrige für 10Ö Tiobettrn.- Telegraphische Auszahlung. Revark. °l» voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Mao verlange gratis die Kinderzelfung MARGARINE "Der klelne Coco” ür Dkllionen Prozent Frankfurt a. M Berlin Schluh. Aura SdilublL Abenü- börse 5?u s Mittag. Ru,a 1 bö-ie Tihrmt '.11. 10 11. 7. 11. | U.11. 166,78 167,62 167,48 70,13 2J.23 20 17 £0,70 7.,2’ 61,00 61,40 73,63 73,72 72,22 112,78 112,32 10, 3 10, 9 10, 3 18,13 18,. 3 17,95 19,14 19,24 19,27 4,1) 4,21 4,1 J $1,99 $2,11 22,05 80,77 £1,1 80.75 W.31 69,79 66,41 5,903 5,931 5,901 12,48 12, 4 12,49 3,56 1,6 ".6 ,s ‘.69 1,56,7, 3,06 "> 3,£85 3,05 1, 1 1,62 1,615 t,46 < .47 1,46 6,07 6.10b 6,075 16,; 6 '£.,84 lv.76 Bantnotea