fir. 2 #1 Erster» Erscheint täglich, nutzer Sonn- und Feiertags. Verlagen: GiehenerFumilicnb kälter Heimat im Bild. Monati-Kezugrpreis: 2 GoldmarK u. 20 Bold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5e r n f p r ech-Änfchlüsje : Schriftlcilung 112, Verlag undGefchästsstellebl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeiaerGiebei,. pofischeckkonto: Kranifurt a. Ul. 11686. Blatt V4. Jahrgang Mittwoch, lO. Dezember 1924 General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühvsche Universitätr-Vuch- und $tcinöniderei R. Lange in Stehen. 5chrif1leitung und Geschäftrftelle: Zchnlstrahe 7. 'tunahme van für die lagesnummer bi» zum Nachmittag vorher ohne jedeVerdmdlichKeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich^, auswärts 10 Doldpfennig; für Re- blame-2ln zeigen o 70mm Breite 35 Goldpfennia, Platzoorfchrift 20°,Auf» schlag - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede Wilh Lang«; für den übrigen Zeit: Ernst Blumfchem; für den Anzeigenteil: HansBeäi, sämtlich in G»etzen. iwinnnii Die Frage der Regierungsbildung. Die Möglichkeiten. — Ueber Preußen zur Rechtskoalition. Eigentlich merkwürdig, was man mit Zahlen alles anfangen kann: die Preffe der gesamten Parteien und auch die Führer soweit sie sich äußern, amüsieren sich jetzt seit 48 Stunden damit, die Ergebnisse der Wählen solange hin und her zu jonglieren. bis cs ihnen möglich ist, für ihre Partei einen besonders großen Sieg herauszulesen. Mit Ausnahme der Rationalsozialen wollen sie alle gesiegt haben. Aber dieser äußere Stegesjubel übertönt den inneren Katzenjammer doch nicht vollständig. Sozialdemokraten und Demokraten sitzen vor einem Reichstag, mit dem sie nicht recht etwas anfangen können, ihre große Hoffnung, daß die Weimarer „Derfas- s u n g S m e h r h e i t" als Herrscherin zurück- kehren würde, hat sich nicht bestätigt: sie rechnen zwar aus. daß im Vergleich zu den Reichstagen von 1920 und 1924 die Minderheit der Weimarer Koalition sehr viel geringer geworden sei. aber das nützt ihnen nichts, denn mit einer Minderheit können sic nicht regieren, weil sie bei der ersten Gelegenheit über ein Mißtrauensvotum des Reichstags stolpern müßten. Also schwenken sie langsam ein und besinnen sich daraus der Rot gehorchend, nicht dein eignen Triebe , daß es doch einmal so etwas wie eine Große Koalition gegeben hat. Die Deutsche Volkspartei, an der sie in den letzten Monaten kein gutes Haar ließen, erscheint ihnen mit einem Schlage wieder als ein immerhin erträglicher V u n d e s g e n o s s e , zumal wenn sie einen republikanischen Wohlverhaltensschein ousstellen will. Sie mögen auch darauf hoffen, daß die Verschiebung der Mehrheitsver- hältnisse innerhalb der Koalition den Sozialdemokraten die Führung sichern und die Deutsche Dolkspartei im günstigsten Falle zur Rolle eines Feigenblattes herunterdrücken würde. Der Plan ist sehr hübsch gedacht, wird ober verzweifelt wenig Gegenliebe finden. Innerhalb der Deutschen Volkspartei sind die Stimmen, die sich für eine "Beteiligung an der Regierungs- gemeinschast mit der Sozialdemokratie ausspre- chen, so gering, daß sie sich im entscheidenden Augenblick überhaupt nicht werden durchsetzen können. Ein Zusammenarbeiten mit der Sozialdemokratie ist nicht nur deshalb unmöglich, weil 's binnen kurzem über der neuen Steuergesctz^ gebung wieder auseinander brechen müßte, sondern ebenso sehr deshalb, weil die Deutsche Dolkspartei den Eindruck gewonnen hat, daß die Sozialdemokratie in den gegenwärtigen Einstellung überhaupt nicht vcrhandlungssähig'ist. Es bleibt also als aussichtsreiche Mehrheit lediglich die Konstellation, die den Ausgangspunkt des Wahlkampfes gab: die Verbindung der Mittelpa rteicn mit den Deutschnationalen. Freilich, auch das wird nicht ganz lcich» sein: nachdem im Mai und im Oktober die Verhandlungen gescheitert sind, ist auf beiden Seiten ein gutes Teil Mißtrauen geblieben, daS j t)? Möglichkeit c ner neuen Aussprache ungewöhnlich erschwert. Die Deutschnationalen stützen sich darauf, daß sie ein neues Dertraucnsvotum ihrer Wähler in der Tasche haben und werden deshalb nicht geneigt fein, von ihren Forderungen auch nur einen Schritt obzuweichcn. Das Z en li u in — auch wenn es dem Reichskanzler selbst nicht bis zum Ende des Weges folgen sollte — wird schon mit Rücksicht auf seinen linken Flügel alles vermeiden müssen, was den Deutschnationalen innerhalb der neuen Koalition ein Uebergewicht einräumen konnte. Eine Vermittlung von außen her, wie sic vielleicht unter anderen älmständen der Reichspräsident unt rnehmcn könnte, ist nicht zu erwarten. Wenn aber die Verhandlungen von vornherein mit unbegrenztem g gcnseitigen Mißtrauen beladen sind, steht zu befürcht.n, daß sie scheitern, auch wenn sie an sich fachlich nicht zu scheitern braucht n. Vielleicht wäre es deshalb gut, wenn man Lin Augenmerk einmal nach Preußen richt te und sich überlegte, ob nicht cvtl. hierdergegebene Ausgang c- punkt einer neuen Derständigungsmöglichlett liegen könnte. In Preußen hat zwar die gegenwärtige regierende Koalition eine feste Mehrheit, die Reigung zur Fortsetzung der Koel lion ist aber mindestens bei der Deutschen Volkspartei nicht groß Sie hat das Opfer gebracht, um eine ruhige Regie- rungszcit in Preußen 'ich. rzustellcn d-s ist ihr gelungen, damit ab r ist die Koalition er« le digr Wenn cs jetzt m. glich wäre, durch Vermittlung der Deutschen Dolkspartei eine Ver- bin düng zwischen dem Zentrum und den Deutschnationalen in Preußen hcrbeizusührcn und die Grundlagen für eia gemeinsames Ministerium zu schaffen dann wäre damit derer st cSchritt für die Llcbertragung der gleichen Koalition ins Reich geschehen. Man weiß, daß die Deutschnationalen auf Preußen besonderes Gewicht legen. Wenn sie sehen, daß man hier loyal ihnen gegenüber handelt, werden sie im Reich um so eher bereit sein. Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Man soll nich' davon sprechen, daß darin die Eitelkeit nach Ministersesseln zum Ausdruck käme. Der Vorwurf ist zu billig, ist auch sachlich nicht begründet. denn für die Deutschnationalen ist das System Severing Ausgangspunkt ihrer ganzen Opposition gewesen, sie können sich also erst befriedigt erklären, wenn Herr Severing verschwunden ist. Eine neue bürgerliche Acra in Preußen aber, wie sie in ihren Ansätzen schon einmal unter Stege rwald zu verzeichnen war. muß ihre Schatten auch hinüber aus das Reich werfen und würde wahrscheinlich das beste — möglicherweise sogar das einzige - Mittel sein, um der Krise im Reich ein Ende zu machen. Die Frage der Regierungsbildung. Die Möglichkeit einer Rechtskoalition. DieDemokratenfürdieGrosteKoalition Berlin, 10. Dez. (Priv.-Tel.) Zur Frage der Regierungsbildung im Reiche schreibt die *3eit“, als Antwort auf eine Aeußerung des früheren sozialdemokratischen Reichstagspräsiden- ten Löbe. in denen dieser sich für die Bildung der großen Koalition ausspricht, die Deutsche Dolkspartei hat im alten Reichstag eine geradlinige Politik verfolgt, die in die Linie einer gesamtbürgerlichen Regierung einmünden sollte. Soviel wir wissen, wird sie diese Linie den Demokraten und Sozialdemokraten zuliebe jetzt nicht ablegen, sondern sie wird bei dem bleiben, was vor der Auflösung das Mögliche war und auch heute noch geblieben ist. Berwirilichen läßt sich diese Möglichkeit nur, wenn d i e Deutschnationalen sich zur Fortführung der bisherigen Außenpolitik bekennen, wie sie es vor der Auflösung des Reichstages vorbehaltlos getan haben. Im Gegensatz zur „Zeit" schreibt das „Be r l. Tage bl.": Es gilt jetzt, die große Koalition auf die Deine zu stellen. Der Reichskanzler braucht, wenn das Kabinett ihm zustimmt. nur an die Sozialdemokratie heranzutreten und sie zum Eintritt in die Regierung aufzufordern. Mit dem Ausscheiden des Herrn Iarres wird der Posten des Innenministers frei. Das Perkehrs- und das Iustizministerium sind ohnehin unbesetzt. Es blieben also noch vier Portefeuilles übrig, darunter das Ministerium für die besetzten Gebiete, das gegenwärtig nebenamtlich von dem Reichspostminister Höfle mit- verwaltel wird. Die Dinge liegen also so einfach und so klar, daß man die neue Regierung und die damit verbundene Große Koalition in wenigen Tagen zustande bringen könnte. Zum Schluß seiner Betrachtungen unterstreicht das Blatt, daß die Demokratische Partei weder direkt noch indirekt mit einem Bürger- block mit Einschluß der Deutschnationalen etwas zu tun haben will. 3m ähnlichen Sinne äußerten sich auch führende Demokraten einem "Vertreter der T. U. gegenüber. Sie waren der Ansicht, daß eine Minderheitsregierung d e r M i t te nicht in Frage kommt. Voraussichtlich werde das bisherige Rcichskabinett nach einer mit dem Reichspräsidenten zu vereinbarenden Frist zu - r ü ärt:g ein weihnachtliches Aussebe''. ileber^U werde^ * e,ne fluiK 4e» in ou. 5'hna-t«. ^achljvk. und Dg-, lu4lman2 *■« iedvch Ä"- denn 2r di- Ui'uni flro ’ 4Xc noiwen ,°«r Searn ■l'cn $3, J «hi» Xi- 'buhne 0B "n Äalh “M treten >us ftlollitem M und cdu, el- CinieltQiy, , als» ein $ri>. Öligkeit - ;n W ört "n latt; bau u.-r her >tl- donbetc Mjye mehreren hun- M kr gewinn. gnaden- vrm Pralls, eine Freude w Lertvirllichuna niedrig gcbal- ■ der Lage lind Der Polizei. 924 haben der Amalie PI e l e '8 /Betrügereien in VIKnbur- gereicn wurden r bei Fahrrad- ift und für die gegeben wurde auch in Tieften! vollen daher bei Men. li Mittwoch' eine Stau“. - liihrung.Mar- Aula bet Hnt rabt unb Canh- >auS, 2ahnhv'> aterbutm orgigcn Erstau' t an Ai Dal von Frl. Liebe: riedrich vm . werden. ologenschall jenteil zu einem t. Nitibabcn n. Aäheres in ßc. bitweise dunstig öden CIL Dez. Hier Möt Aeichsltti' l guten -BtW Weile haben& neu Schullal ic yie Aiehzab' die 3ifl«n gestellt - d Aindvieh. 328 312 (298l» eh. - 21J: tjung ip «u erben lanj. ™ Meinung. M t'Äl* sDx. »J^termt ^P-lhauS 'N« «??■ K Seim ' ' ccklp^nve au treffen uhb d-r SarK' e durch ^Achreiben ?'SK •titie tnuak ' ehr ssLÄ- diele au’ !)ie e;“hi wc-r^ qe’^^entag wP ekg- 7 9itc>stet Siefiiif'j'i. r t ft b a a m e jenaoen, um na$ Gteyen, Frankfurt usw. befördert zu werden Hesscn-Nanau. dH. Rodheim a. B. 8. Dez. Der TB a b l- ta mb f verlief hier in gemäßigten Dahnen. Während die Sozialdemokraten Dor ben Wahlen einen sehr großen Werbefleiß entwickelten, wurden von den bürgerlichen Parteien nur zwei LSerfammlungen, und zwar von der Demokratischen und der Deutschen Volkspartei je eine, veranstaltet. Vs kann den bürgerlichen Parteien be»toc?en der Dorwurf nicht erspart bleiben, daß sie die hiesige Gegend sehr vernachlässigt haben. Dei den Wahlen beteiligten sich von den 966 in der Wahlliste eingetragenen Wählern und Wählerinnen 617, wa» einer nicht ganz 64prozentig»n Wahlbeteiligung entspricht. Die Ctimmcn der ausgeblichenen Wähler sind, Haupt« lächlich den Parteien der Rechten verloren gegangen. Die 617 abgegebenen Stimmen für den Deichstag verteilen sich folgendermaßen: Sozialdemokratische Partei 296. Deu schn tionale DollSpartei 108, Zentrum 2. Kommun sten 22, Deutsche Volkspartei 134, Dationalsozialiftifche Freiheitsbewegung 13, Deutsche demokratische Partei 34 Wirtschastsparlei des deutschen Mittelstandes 7, Unabhängige Sozialdemo- Iratische Partei Deutschlands 1. Für den preust i I ch e n Landtag wurden nur 613 Ltim- nten abgegeben, und zwar für Sozialdemokratische Partei 296, Dculschnativnale Dolkspartei 105. Zentrum 4. Kommunisten 22, Deutsch? Volks« Partei 128. Dationalsozialistifche Freiheitsbewegung 14. Deutsche Demokraten 35. Wirtschaftsbartei des oeutschen Mittelstandes 8. Unabhängige Lozialdemokratifche Partei Deutschlands 1. Gin Vergleich zwischen den heutigen Wahlen und den Wahlen am 4. Mai 1924 laßt sich nicht ziehen, weil damals noch ungefähr 250 Wähler von Dieber hier ihrer Wahlpflicht genügten, während Diebcr heute einen selbständigen Wahlbezirk bildete. — Die Wahlen in lieber hatten für den Reichstag folgendes Ergebnis: Sozialdemokratische Partei Deutschlands 208, Deutschnationale Dolkspartei 84, Kommunisten 1, Deutsche Dolkspartei 65. Rational- sozialistische Freiheitsbewegung 2, Deutsche Demokraten 12. Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschland» 3. Für den preußischen Landtag liegt auch hier eine kleine Stimmenverschiebung vor. Es wurden abgegeben für Sozialdemokrat sche Part i 2C9. Deulschn. tionale Dolkspartei 85. Kommunisten 2. Deutsche Volks- partei 63, Dationalsozialistische Freiheitsbewegung 2, Deutsche Demokraten II und Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands zwei Stimmen. dH. Diebe», 9. Dez. Wie schon mitgeteilt, wurden auf dem hiesigen Friedhof die beiden Schleifen von den am Kriegerdenkmal zu Ehren der Gefallenen niedergelegten Kränze gleich in der ersten Dacht gestohlen. Trotzdem überall angenommen wird, daß sich mehrere Personen an diesem schändlichen Unternehmen beteiligt haben, ist es unverständlich, daß es der Polizei bis jetzt noch nicht gelungen ist, den Tchandbuben aus die Spur zu kommen. Auch wundert man sich allgemein, daß von den inter- fsierten Kreisen noch keine namhafte Belohn ung ausgesetzt wurde: denn im Zeitalter de» Materialismus kann Geld in solchen Fällen noch Wunder wirken. bl. Dillenburg, 9. Dez. Die Bautätigkeit hat sich in der letzten Zeit auch in den Gemeinden unseres Kreises -echt stark entwickelt. Greifen wir nur unsere Dachbargemeinden Diederscheld und Sechshelden heraus, in welchen in naher Zukunft acht bis zehn Wohngebäude erstehen werden. Durch die Mittel der Hauszins st euer oder unter Zuhilfenahme von Darlehen wurden den Baulustigen allein oder zu zweien die Durchführung ihrer Bauvorhaben ermöglicht. C Lchlüchte r n. 8. Dez. Wenn man von Gießen über Fulda nach Steinau im Kreise Schlüchtern fährt, hat man noch dreiviertci Stunden Fußweg, um zu einer Tropfsteinhöhle, der sogenannten Teufelshöhie, einem Daturdenkmal von gigantischer Schönheit, zu kommen. Die Hohle liegt an einem der letzten Ausläufer des Vogelsberges und hat zu ihrer Entstehung Iah. tausende gebraucht. Sie ist durch das Versickern von Bächen in dem dortigen Kalkgcstein entstanden Ihr Eingang ist jetzt verfallen und man kann nur unter besonders günstigen Umständen bei ortskundiger Führung durch Abseilen in das Innere gelangen. Der größte Hohlraum mißt in seiner Tiefe 24 Meter und im Durchmesser 35. Der schönste Teil ist der Dom mit einer Apsis, der 20 Meter im Durchmesser mißt und ebenso hoch wie der Hauptraum ist. Besonders im Dorn befinden sich Tropfsteingebilde von wunderbaren Formen. Ein großer Teil ist von Bubenhand abgebrochen worden, doch zeigen sich Ansätze zu neuen Bildungen. Sachverständige sind der Meinung, daß die Teuselshöhle noch die größten Erwartungen rechtfertigt, daß sich in ihr noch viele Räume mit Tropfsteinhöhlen und auch Seen sinden werden. Dachdem beantragt worben ist, die Teufelshöhle unter Denkmalsschutz zu stellen stehl zu hoffen, daß man bald auch ihrer weiteren Erforschung nähcrtritt. C Gelnhausen. 8. Dez. Eine t$nt- b c d u n g von kulturhistorischer Bedeutung machte ein Landwirt in Dieder- grün d a u. Beim Ackern stieß er auf einen großen Stein und fand beim weiteren Dach- graben eine ganze Deihe derselben die shstemat.sch zusammengesetzt waren. Allem Anschein nach uanocll es srch um e,ne Veg rav nr» hätte oder Wohngrube aus ältester Zeit. Es wurden unter anberm Tontöpfe und eine Menge Knochenrefte. allerdings vollständig zerfallen, gefunden. fpd. F r 0 n k f u r t a. M , 9. Dez^ Ein folgenschwerer Unscrll. dem ein junges Menschenleben zum Opser fiel, trug sich heute vormittag an der Haupt wache zu. Ein achtzehnjährige» Mädchen wollte au» einem Wagen der Linie 12, die über einer Baugrube an der Hauvtwoche unmittelbar vor der Haltestelle stilthalien mußte, abspringen. 3m gleichen Augenblick zog der Wagen an. das Mädchen stürzte nieder und geriet vor den Anhänger, der eS mit solcher Gewalt gegen d i e Bordsteine quetschte daß Ducken und Unterleib furchtbare Verletzungen erlitten. Das Mädchen wurde sofort dem Heiliggeisthospital zugesührt. wo eS kurz nach der Einlieferung verstarb. In dem neulich gegen den Kaufmann Geißelbrecht verband lien Prozeß kam auch zur Sprache, daß her Bankier Graf Günther Dernstorfs. der mit einem gewissen Schiller in der Goethestrah? ein Bankhaus unterhielt, bei der Ausleihung von Geldern feine Kunden in wucherischer Weise auS- gebeutet habe. Die Wucherabteilung hat nun hinter den Grafen und seinen Genossen einen Steckbries logelassen. Beide sind feit einiger Zeit spurlos verschwunden. Als vor einigen Wochen die Mitteilung durch die Presse ging, daß her ®ra< Bernstorfs im Düse eines Wucherers stände und daß er deshalb wohl nach her Schwei; gegangen sei, wurde das sofort von feinem Rechtsbeistand prompt unter Berufung auf Paragraph 11 des Paßgesetzes widerrufen, wobei man erklärte, daß der Herr Graf lediglich seines angegriffenen Gesundheitszustandes wegen bei Verwandten in der Schweiz weile. Der Graf führte, solange er in Frankfurt war. ein sehr feudales Leben. Die von ihm gegründete Dank war eine Inflationsgründung. K. Frank f u r t a. M., 9. Dez. Zur Erforschung der Geschichte des Versicherungswesens hat das Seminar für Derfiche- rungswissenschaft an der Universität Frankfurt eine Rundfrage an alle deutschen Archive gestellt, deren Ergebnis mehrere tausend Akten waren. Um der Bevölkerung mehr Gelegenheit zur Ausübung des Wintersports zu geben, hat das städtische Amt für Turn- und Sportwesen in verschiedenen Stadtteilen Rodelbahnen vorgesehen, hie unter Aufsicht eines städtischen Deamten stehen werden. — Der Frankfurter Verkehrsverein läßt zur Hebung des Fremdenverkehrs einen Film »Leben und Treiben im Taunus" ausnehmen. -- Der Stadtv. Vogler hat eine interessante Statistik ausgestellt über die Folgen der Wvhnungszwangs- s ch a f t. Am 1. Juli 1914 hatte Frankfurt 445000 Einwohner und 2700 leere Wohnungen. Dis zum 1. Juli 1924 sind 7076 neue Wohnungen erstellt worden, in denen 30 000 Personen hätten untcr- gebracht werden können. Die Bevölkerungszahl! Frankfurts ist aber nur um 15 000 Personen gestiegen. so daß für 15 000 Personen Wohnungen frei fein müßten, während tatsächlich nicht eine Wohnung frei ist. 25jähriges Bestehen des Hessischen Nichtervereins. Die Feier des 25jährigen De stehens des Hessischen Richtervereins fand am Samstag zu Darmstadt in den Räumen her »Bereinigten Gesellschaft" statt. Der Vorsitzende des Vereins, ^Landgerichtsrak Dr. Schneider, begrüßte hte erschienenen Gäste: Die Vertreter des Hessischen Justizministeriums, den Dekan der Juristischen Fakultät Gießen, die Vertretungen des Reichsrichterbundes und des Preußischen unb des Badischen Richtervereins, der Anwaltschaft, der Dotare, der hessischen Landesgruppe des Reichsbundes höherer Beamter, die Verleger der „Hessischen Rechtsprechung" und den Vertreter des Referendarvereins. Sodann gab er seiner Freude Ausdruck, daß weit über 100 Mitglieder des Vereins, darunter die um ihn hochverdienten Senatspräsident Geheimrat Dr. Kell er und Oberlandesgerichtsrat Helder, der Einladung gefolgt seien. Er wies auf die organisatorischen, ideellen und materiellen Bestrebungen des Vereins hin und sprach big Hoffnung aus, bah her Verein auch in Zukunfi sich seine Bedeutung erhalten möge. Die Glückwünsche der Lanbesjustizverwaltung überbrachte Ministerialdirektor Dr. Schwarz. Er hob die mannigfachen Verdienste hervor, die sich der Verein nicht nur um die Besserung der Lage der Richter, sondern auch durch Vorträge unb wissenschaftliche Leistungen bei bet Deuord- nung des bürgerlichen Rechts erworben habe. Die Zeitschrift des Vereins, die »Hessische Recht» sprechung" habe sich einen angesehenen Damen im Schrifttum zu verschaffen gewußt, das Iustizmini- fterium habe daher beschlossen, dem Verein als Ehrengabe zu seinem Jubiläum einen Betrag von 1000 Mt. für die Zwecke dieser Zeitschrift zur Verfügung zu stellen. Professor G m e k i n - Gießen gratulierte namens der juristischen Fakultät der Landesuniversität. her die lebendige Fühlungnahme zwischen Wissenschaft und Praris willkommen sei. Unter allgemeinem Beifall der Versammlung gab er bekannt, bah die Fakultät zum 3ubi- läumstage zwei verbiente Richter zu juristischen Ehrenboktoren promoviert habe: ben Präsibenten bes Oberlandesgerichts Ludwig Lang wegen seiner Verdienste um die Verknüpfung von Wissenschaft und Rechtsprechung, besonders auf dem Gebiete deS Gewerberecht» unb Patentrechts, unb ben LanSgerichispräki- denten mm Mainz. Heinrich Dee» al» För- berer der Gießener HochschulgefeUschasl unb in i Würdigung des Abwehrlampfes her Richter in dem besetzten Rheinhessen. Weitere Glückwünsche übermittelten Land- gerichtspräfidein Grimm- Hanau namens he» Deutschen Richterbundes und he* Preußischen RichterDerems unter Ueberreichung einer Bücher- gäbe. Lanbgerichtsrat Winter für ben Badischen Dichterverein. Iustizrat Bender für die Hess. Anwälte unter Hervorhebung her guten Beziehungen zwischen Dichtern unb Anwälten in Hessen, Rotar ötäbcl namenS her Dotare, Oberstudienbirektor Altend 0 rs für die 2an- besgruppe Helsen de» Reichsbunbes höherer Beamten. Verlagsvuchhänbler Di cm er als Verleger der „Hefs. Rechtsprechung' und Referendar Dr. Braun für ben Deserendarverein. Tiefen Feierlichkeiten schloß sich ein überau» anregender und int restanter Vo trag von Prof. G m e 1 i n - Gießen über hie staatsrechtliche Stellung de» Reichspräsident rn an. Er gab einen ebenso fefklnbeu wie übersichtlichen Ueberbl.cl über die Stellung, welche der Prälid.-ni der Vereinigten Staaten von Dordamer ka und der Präsident der Republik in Frankreich nicht nur nach der Verfassung, sondern auf Grund d r Staats- praris im Staatswesen dieser Länder einnehmen. Daraus war ersichtlich, daß der Präsident in Amerika eine einflußreiche in Frankreich eine gegenüber den anderen Staatsfaktoren wenig Der- vorragende Rolle spiele. 3 m Zusammenhang damit schilderte er die Rechte welch: die neue Deichsverfastung dem Reichst' , al identen in Deutschland eingeräumt habe, und kam zu dem Ergebnis, daß der Reichspräsident keineswegs die monarchenähnliche Stellung habe, wie der Präsident der Vereinigten Staaten, wenn auch seine Machtbefugniste größer fc.en, als ö ejenigen des Präsidenten der Französischen Republik. Die Ausführungen des Gieh.ner Staatsrechtlers. welche eine ebenso neue wie staatsrechtlich und politisch bedeutungsvolle Frage in anschaulicher und ausgezeichneter Darstetlung behandelten, fanden allseitigen Beifall. Diesen geistigen Genüssen folgte ein ebenso stark besuchtes Miitagefsen, bei welchem der Vorsitzende das Vaterland. Ob:rlandesgerichtspräsi- bent Dr. Lang ben verdienten Vorstyend n hochleben ließen. Die würdige Feier des Vereins, zu welcher bie „Hessische Rechtsprechung" eine größere Festnummer mit wertvollen Beiträgen heraus« gegeben hatte, wird allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben. Dr. M Kunst und Wissenschaft. „®et Tokaier", Komödie von Hans Müller. Zwet Männer, zwet Frauen sind die H lupt- personcn dieser neuen Komödie Hans Müllers. Die eine Frau will sich ihren Kollegen und Freund von ehemals, den Kammersänger Beppo Lutz, zurückerobern. Der Freund und Schieber Stanislaus streckt seine Fühler nach der Frau des Sängers aus. Aus diesem Kamp» geht das Kammersänger-Ehepaar als vereinte Macht hervor, der Tokaier selbst ift Vorspiegelung falscher Tatsachen, denn es handelt sich nicht um allen Wein wie alles im Stück und auch das Publikum glaubt, sondern um die junge Frau Agi Luy. iv. ' . neu' Eiks ersonnen, um in den Belitz von Geldmitteln ,irr das geliebte Morphium tvmnr n Dach dein neuesten Schwindel verschaff . fid) uir be ;. Vorwand, sein Gepäck zu fuchcn. ' nging zu Lee und überklebte dort h.'.mlidr C-Vi- dftürfc i vorbereiteten Zetteln, di an eine.. Ort dirigierten an dem e- <\r Schwindle, dann in Empfang nahm, schließlich wurde er gefaßt, als er auf diese W?>', n Koffer statt nach Lugano nach Darnifindt g?hcn i.ß Von Darmstadt ließ er die Koffer br ch ein Fuhrwerk nacn Fianlsurt bringen, unb er wurde verhaftet, alj die Eisenbahnkrimlnalponz. 0. Fub>wer v vefiyei nachforlcyt- Unl?r Pcrüdf cfat g.:ni le :i< * Leidens würd', der 2lngetl.iqic wegen miebe**- Holter Unterfchlagung und ilrlrmdeiif.ii'd ung zu zwei Jahren drei M 0 n a t e 11 G c ■ n g n i s verurteilt Büchertisch. In her gestrigen Bücherzusaininenftellung für dep Weihnachtstisch linb verfehentlrch b i Ättfei Bücheranzeigen hi1* Verlage irichi genannt. Frank Thieß Der t? c l b b a H. i g ." erschien bei I. Engelhornc Rach' in ©tutiaan. Blei; D e r Knabe Gannmed" be> Ernst Rowohlt in Berlin. Der beuksche Zeitschriftenhandel wirb . n Augenblick von Magazinen bcherrschk. in deren Kreis jetzt der Verlag Scherl mit einem neuen getreten ist. das er kurzweg Scherls" nennt. Der Inhalt des ersten Heftes ist kurz mit drei Worten gekennzeichnet amüfcint spannend interessant 141.1 Die ausgezeichnete Heinratszeitfchi „Spessart" 'Verlag der Ißailanbtidy? । Druckerei in Aschaffenburg' bringt in ihrem Ro vernberhest wieder ei-n Reihe inter Sanier Bei träge mit guten Abbildungen 14t. Vom Heger, der belangten Jagdzeit- schrift des Verlages W. G Korn in Breslau er scheint soeben Heft 2fi mit vielseitigem Inhal Der Heger ist unentbebriid) fü; j den Forn mann, ein Iahresb<.zug das schönste Geichen auf dem Weihnachtstisch des Weidmanns 1442 Auch Heft 2 von „11 n | c 1 03 a t e 1 l a n b". Monatsschnst für alle Deutschen, li.'icnisgegebeu von I. D. Laßleben, Kallmünz iPrei/- 35 Pf das Heft, zeichnet lich durch Gediegenheit des In haltes in Wort und B'ld aus, l d.-uttche Heimat uns nahe bringen, ßtjaiabüigcrtug.’nö ,öi/ dem, Streit und Hadc, jeglid । Art vermeiden Das will diese Zeitschrift, von de. un 0I?it jtb?b vorzüglicher edler Kräfte des deutschen Schrift tums slcherlich noch viel Gutes füt unfei Voll zu * erwarten ist. 1440 t#-. 2icgrc Weihnachts - Beschenke Emaille, "lliuninium in sehr starker LluS- fitbvung. Eol nge -) orrat ^1O°/o Rabatt! Spielwaren Eisenbahnen. Baukasten. BaumschmuL MeraetL äußerst billig. 31 N fr. 66A Eiseumäbellabrlk Suhl (Thar.). 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Neueren,en sowie Angaben über ltzebalis nforüche und heu frühesten Eimrittstermin an keyligenstaedt&comp. WtrkeengmatehineBlebrlk o. Eleeaaleflert- AfctieeeeMll»elK!t. WeBeo I98goß ar. 2’1 02500;’ Haus. Gießen, den 9. Dezember 1924. 9896V 7~ 9881V innigsten Dank. Gießen (Sonnenstraße 8), den 8. Dezember 1924. Mark Summa der Aktiva 011991 Karte 0 30 Mk. Sie (Siegener MMWWlt. ÄmelMtt.MMk »I S1VNI VMU nlLU Gießen, im Dezember 1924 Zum liefert 5836c genommen. 011984 ftangelber.Krankf.str.IlZ Lichtspielhaus Bahnhofstraße 9902c SSW« M 4 861 131.53 16 995 699.94 23 639 498.71 15 542 178.70 Zrische und preiswerte 20 333 304.42 5 691 129.34 77 577 236.09 Das beste aller Sdiuhputzmittel Altes Blei (Blelröhrew fnuft Brühlsche Druckerei eu7D Schulstr. 7/9. Stadttheater Donnerstag, 11. Dez., 9. Doiinerslng- yüuiiiigment-BorfL voitO 4b.ßen-9 »Uhr Mei! WMjet Operette tu 3 Akten uon Veo Ascher. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Fritz Friedrich, Dentist. 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Veihnacht. >• i. d. GkitWk: e d. G. A. «'*• '! Öet Ghpfn r,,n« h«Z W Und «siDttte iiiitoi itire 101 Nfltnmf; ‘'«liiven ac, '">« V. revar. Mliiöifiiui kaa i n Kriege und nachher immer machtoo ler auf:retend. Das war nötig. Denn gleich d n früheren ethischen Fächern bildet die Deutschkunde d a g:- meinsamen Kem der verschiedenen Schularten. Durch die Ramenswandlunz ist aber dessen W - sen deutlicher hervorgetreten, und die Fächer Deutsch, Geschichte, Erdkunde und Religion lind mehr auf das ihnen innewohnende gemeinsame Moment hing-wiesen worden. Worin besteht diese Gemeinsame? — Die Frage stellen, heißt gleich eine F-lle von Schwierigkeiten h.r- aufbeschwören. Nicht als ob man sich nicht einig Wäre über die Grundnatur der b er vorhin genannten Fach r In biefer Beziehung gibt es nur Meinungsverschiedenheit.n über di. Mengen des zu bietenden Stoffes, in der Sache selbst kommt man bald überein. Aber das G - meinsame, was des gt das? — Die le te Tagung der .Gesellschaft für deutsche Bildung" hat so recht gezeigt, wie weil die Meinungen in diesem Punkte doch noch auseinan^ergehen. Gewiß, man war sich einig über die Hervorhebung d s spezifisch Deut chen in Literatur Kunst. Geschichte und Land chaft, m n tarn and? immer wieder zu dem .deutschen 'Menschen", stellen. 5362»| Durchdringung der selbst die Aufschwung des Handels, die Bildung van Jn- dustriebezirken und nicht zuletzt durch die immer mehr erwachsende deutsche Wanderlust geschah duften mit Auownrf mimen 2ie scdrellttenS befei igert. Wir m en Ihnen, In der Apotheke .7) g eUen ,>agoio:-E--rakt zu tauten unj durch Aut- kochen mit1 4 Md. .Sutter undI Wasser eine vrels- w.rie, prompt wirkende Hunenmedijin selbst herzu» an dem Wohlergehen feiner Schüler den ©cgfll der Tiefatmung." Aus jeden Fall scheinen die in Braunschweig mit der lnstemaiischen Atemgymnastik erzielten Erfolge so beackenSwert, daß die Sache bet allen für die körperliche und geistige Gesundung unseres Volkes Verantwortlichen auf ernsthafte Nachprüfung rechnen darf. Das Amt für Politische Bildung der D. St. Die Notwendigkeit, daß den jungen Akade» rnikern die Kenntnis der großen politischen Fragen vermittelt werden muß. mit denen daS Geschick unseres Vaterlandes verknüpft ist. kann heute wohl von niemandem mehr verkannt werden. Der Versailler Vertrag und seine Auswirkungen. die Reparationsfrage. das Problem deS Völkerbundes, auf der anderen Seite die Grundlagen der großdeutschen Idee, die Verhältnisse unserer jenseits der Reichsgrenzen wohnenden Volksgenossen und der fremden Staatswesen, denen sie angeboren, das sind einige von den Dingen, deren Kenntnis zum mindesten zum eisernen Des! and eines jeden Akademikers gehören sollte. Von vielen Seiten wird an der Erreichung dieses Zieles gearbeitet. Der Deutsche Hoch^chulring, die studentischen 'Verbände, studentische Parteigruppen und andere stellen ihre Kräfte in den Dienst der Sache. Auch manche Dozenten lesen Kollegs über die genannten Themen. DaS neu eingerichtete Amt für politische Bildung der Deutschen Studentenschaft will nun nicht etwa den genannten Organisationen die Arbeit abnehmen, sondern sie vielmehr ergänzen. Das geschieht ei imal durch Vermittlung lückenlosen Materials als Grundlage des ilnterricbto, wozu das Amt durch enge Verbindung mit allen dafür in Frage kommenden Stellen befähigt ist. Dann will es aber an möglichst allen Hochschulen die B ldung von Arbeitsgemeinschaften, an denen Dozenten und Studierende aller Richtungen beteiligt sind, anstreben, um dadurch der ganzen Arbeit eine Dauerwirkung zu verleihen und die allmähliche Aufnahme bief-r Gebiete ir den ilnterridjt . plan durch usetzen. Natürlich muß unter diesen Umständen die Behandlung aller Fragen — es kommen wohl hauptsächlich die eingangs genannten in Betracht — auf überparteilicher Grundlage erfolgen. Hieraus ergibt sich schon ohne weiteres, dah die Arbeit des Hochschulringes, der Verbände usw. nicht überflüssig, sondern erst recht notwendig wird. Denn diesen bleibt es Vorbehalten, im eigenen Kreise das im Hörsaal Vorgetvagene zu verarbeiten und im nationalen Sinne die Schlußfolgerungen aus der wissenschaftlich-neutraler Darstellung zu ziehen. Von diesem (hesichtSpanki aus hat sich, wie wir hören, auch die Leiten- des Deutschen Hochschulringes zur Zusammenarbeit mit dem neuen Amt bereits erhärt. lich zum einheitlichen Deutichen führen. Herrlich stand der im August 1914 auf — — leider nur ein Jüngl.ng! Schwere ManneSnot konnte er nicht ertragen. Und so zerbrach er 1918, nachdem er schon lange Jahre vor dem Kriege in seinem kulturellen Leben sich verloren und von neuem rückhaltlos die Vorwürfe verdiente, die Lessing hundert Jahre vorher seinem Zeitalter gemocht. Das ist nun unsere Lage, kulturell unsicher, politisch gebrochen! Da ist der Ruf nach deutscher Art, der heute so laut ertönt, nur allzu verständlich. Allein, daß ich es noch einmal sage: zuerst gebrauchen wir den politischen Deutschen, nicht den kulturellen! Bei diesem tonnen wir wohl einmal ein paar Jahrzehnte von der Erinnerung zehren, in Ermangelung jenes sind wir in wenigen Jahren erledigt. Deshalb muh der deutsche politische Mensch im Mittelpunkte der Deutschkunde stehen. Nur er schafft das Nationalbetoußt- f e in der Tat, nicht das des Gefühls. Die von mir kurz gezeichnete Linie durch die Jahrhunderte zwingt durch ihren Verlauf zur Betonung des politische:'. Menschen. Wir dürfen den Gewinn von 1914 nicht einfach wieder zerfallen lassen. Die preußisch-deutsche Idee vom Dienst am Staate und für den Staat darf nicht einer unferm innersten Wesen fremden Ichsucht und Parteienwirtschaft zum Opfer fallen. Der Jüngling von ehedem muh endlich zum Manne werden. Alm mit einem Aufschrei Spenglers aus feinem „Preußentum und Sozialismus" zu sprechen: „W:r brauchen keine Ideologen mehr, kein Gerede von Bildung und Weltbürgertum und geistiger Mission der Deutschen. Wir brauchen Härte, wir brauchen eine tapfere Skepsis, wir brauchen eine Klasse von sozialistischen Herrennaturen ', wobei sozialistisch na ü Ich nicht im partei'^o.itischen Sinne gemeint ist, sondern in dem feiner eigentlichen Wortbedeutung, wie sie die beiden großen preußischen Könige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich der Große verkörpert haben. Mit einem Wort: der deutsche politische Charakter ist das Ziel der Deutschkunde, ist der Inhalt des Rat onalbewußtseins, das wir heute brauchen, ein Charakter voll Härte und Kühle. Zu ihm muh sich unsere Jugend auch schon deshalb hinfinden, weil sie unter dem Joch von Versailles steht. Wir sind vom Schicksal nicht so bevorzugt, auf einer Insel zu liegen wie England, oder einen staatlichen Entwicklungsgang hinter uns zu haben wie Frankreich, wir sind politisch ein junges Volk, das zudem das Alnglüd hat, in der Mitte eines Erdteils zu liegen, dessen Hauptstaaten nur dann vom Frieden sprechen, wenn sie sich auf unsere Kosten satt gegessen haben, so im 17. Jahrhundert, so heute in Genf. Wir können da nicht widersprechen, aber wir können durch zielsichere Deutschkunde unser Rational- bewuhtsein Härten zu Stahl. eine derartige gegenseitige einzelnen Dolksteile. daß ganz von selbst öi< vorhandenen Gegensätze nachliehen und schließe Volkswirte in kaufmännischen Betrieben. Tie Angehörigen des neuzeitlichen Berufe- der praktischen Volkswirte, die ihre national- ökonomische Vorbildung und ihre luristischen Kenntnisse mit Verständnis für die Bedürfnisse des wirkschaftl-chen Lebens herein’gen, gewinnen ellenthaltrn an Dodn. D e g.w rbl’chen AIntcrnch nungen s nb in wachs nbern Maße ba*u übcrgcgcing.n, n b.n kuusmänn scheu und technischen Krälten auch vrakt ich? Volkswirte — nach dem Vorb.lde der Fichv rbände, Kartell?. Handelskammern usw. als ständ gen M.tarbeiter (Syndikus) oder von F ll zu Fall alS Beratenden Volkswirt heranzuziehen. Schon die Fälle von Verordnungen aller möglichen Behörden, sowie die v e fachen Verhandlungen zwischen F r-nen und B Hörden pffm die M tarbeit e nes nitionalökonoi. isch°:uristt ch geschulten Volksto i s. der das W'r schaf Sl ben kennt, besonders ratsam ersche nen. Hierzu gehört insb sondere das G b ei des S teuer wesens. Sodann sind es alle mit dem Konvention s- und Syndikat w sen zufcmm rh ng nden 5cg?n und Verhr' dlung n Zew r s ch sei, Be- tri bsräte, Ange : llt.n. uslchüss . Sozialv.rsiche- rung u. dgl. genügen als Stichwort, um den sozialpolitischen Aufgabenkreis zu kennzeichnen. Auf dem Gebiete der Statistik des Betriebes vermag d r praktisch: Volkswirt neue Anregungen zu geben, die Statistik auf wissenschaftliche Grundlage zu stell n und systematisch auszuwerten. Die in der Presse erschemenden Inserate, durch die Erwerbsunternehmungen enen .Statistiker" suchen, lassen häuf g nicht mit der wünsch r.swerten D stimmthe t crs.hen ob bibei an einen rein kaufmännisch vorg b [beten Angestellten gedacht wird, 6er b c Statistik wesentlich als D u ch h a l t e r zu b?arbe ten hätte oder ob eine Durchführung der Statistik im Sinnedermode-rnenHandelswissen- schaf t beabsicht gt w rd. Allerdings gehören zur Lösung solcher Aufgaben voll ausgebildete Volkswirte mit entsprechender Prak s. Zu ihrer äußeren Kennzeichnung hat der Reichsverband her Rutschen Volkswirte die einhe t'iche Verufsbe e.ch- nung .Volkswirt R. D. V ' g sch. sfen Denn die akademischen Grade, wie Doktor una d.e verschiedensten Arten von „S blamierten . sind wissenschaftliche Qual: ikationsmerkmale d. h. lediglich im Hinblick aus die theoretische Vorbildung. Atemgymnastik und Schule. Gewiß wurde bisher in vielen Schulklassen bereits Atemgymnastik getrieben: beim Turnen, von 10-Minuten-AIcbungen und der bes. Klassenzimmergymnastik, beim Gesanaunterricht, in den Artikulations- und Sprechübungen im ersten Grundschuljahr. Darüber hinaus ist man jetzt in den braunschweigischen Schulen zur Durchführung einer planmäßigen Atemgymnastik geschritten, lieber deren Gestaltung und die damit erzielten »sehr befriedigenden Ergebnisse" berichtet der dortige Stadtarzt Geh. San.-Rat von Holwede in Nr. 7 der »Zeitschrift für Schul- g e s un dhei t s p s l e g e". Diese hygienische Bereicherung der Jugenderziehung stützt sich auf folgende Richtlinien: 1. Die Atemgymnastik soll Bestandteil des Turn-, Gesang- und Sprachunterrichts sein. 2. sie ist in allen Schulklassen forg- * fähig zu pflegen. 3. die Alebungen müssen stets bei geöffneten Fenstern (nicht in den Pausen) vorgenommen werden, 4. die täglichen Alebungen müssen auf die Fälle beschränkt bleiben, wenn zwei Unterrichtsstunden ohne dazwischenliegcn!>e Pause hintereinander erteilt werden, 5. es darf keine Störung des Alnterrichtsbetriebs eintreten, 6. die Auswahl der Kinder durch die Schulärzte muß sehr sorgfältig erfolgen, damit nicht bei einzelnen Kindern mehr Schaden (z. B. durch Blutungen) angerichtet wird. An 12 Knaben im Alter von 10—14 Jahren hat Geheimrat von Holwede ein halbes Jahr lang täglich die Alebungen planmäßig vorgenommen und nach deren Verlauf folgende Ergebnisse einwandfrei festgestellt: »Vergrößerung der Atmungsoberfläche, Zunahme der Spannweite zwischen Ein- und Ausatmung! die Gewichtszunahme war nachweislich stärker als im vorangehenden Halbjahr bei Nichtübung. Hebung der Ernährungs» und Atmunasnote (Quäkermessung). Besonders ausfallend erscheint die Beseitigung des krummen Rückens, der schlaffen Haltung, hervorgerufen durch die bei der Einatmung notwendige Streckung. Gradrichtung der Wirbelsäule." Endlich ist festgestellt worben, daß sich als Folge der planmäßigen Atemübungen auch »eine erhöhte Schulleistung (Merkfähigkeit» ergeben hat, die sich in einer Besserung des Schulzeugnisses ausdrückte. — offenbar die Folge der Befreiung des Gehirns von Ermüdungs- stosfen." Schließlich wird betont, daß »es sich bei den in dieser Riege Alebenden (die aus den untersten Volksklassen kommen und vielfach erblich mangelhaft bcanlagt sind), dahin gebracht wurde, daß die vom Reichsgefundheitsamt oufgestellten Ziffern über Größe und Gewicht der Dolksschul- kinder erreicht wurden, zum Teil fcirüber hinaus- ragten, ja. dah trotz der angeführten körperlichen Minderwertigkeit der Zustand der gleichaltrigen Kinder der g-hobenen Bürgerschulen erreicht, zum Teil übertroffen tourbe.“ Es wird ausdrücklich betont, daß die Lehrerschaft die Neuerung mit Begeisterung ausgenommen und in geschickter Weise durchgeführt hat. »Mit Verständnis und kraftvoll geleitet fühlt der Lehrer alsbald an feinem eigenen Leibe und und Minister D o e l i Y k nnte mit Stolz die starke B tvnung d s d utfcheu We ns als ben bedeut ndsten Vorz-g fener Schulres rn p elfen. Ee> ist sicher m.t Freuden zu beg üßen. dav in Zukunft die deutsche Jugend mit größerer Eindringlichkeit in das Westn ihres Vol.Stums eingeführt werden soll. Zweifellos wird durch das fortgisetzte und zielstredende Vertiefen in deutsche vg nart ein gesteigertes Ratio- nolbew'.-ßtsein erlogen. Denn die deutsche '23ergimgcnh.it ist derartig reich an großen und erhebend n Werten, daß Ile in Fülle Racheife- rungswärdiges bietet Dadurch wirv der Alnter- gründ für ein Ziel der Deutschkunde gescha.fen, für die Erziehung zur deutsch n Kultureinheit Aber so schön und erstrebenswert dies.s Z el auch erscheint, höchstes und letztes Ziel kann eS nicht sein, dafür ist es nicht faßlich genug. Es ist allzusehr Sache deS Gefühls, zu wenig Gegenstand des Willens, des Verstandes. Mit diesem Ideal konnten wir uns vor hundert Jahren begnügen, wo es nur ein kulturelles D utsäl nd g b heute wo des politische Deutschlmrd um Sein urtb Nichtsein lt mpst. muß der kulturelle deutsche Mensch zurüätreten vor dem politischen. Ganz richtig stellte darum auf der Tagung der „Gesellschan für deutsche Bildung" Ministerialrat Schellberg d.e Forderung: „Heute müssen wir unser Dildungswefen auf den nationalen Staat einstellen!" Ihm gebührt der Vorrang unter allen Lebensfragen. Deshalbe muß zum Ausgangspunkt der bc-tid)- kundlichen Facher der deutsche politische Mensch genommen werden, nicht der kulturelle Beide sind Ergebnisse der Erziehung, ater der eine mehr als der andere. Zwar ist der politische vorwiegend die Folge einer traffen Da- feinsnotwendigkeit, wodurch er ursprünglicher, triebhafter wirkt, der kulturelle Mensch dagegen braucht Zeit zur Entwicklung, zum Erleben, Gestalten, tritt also im Grunde später auf alS der politische. Dakür ist er aber auch in sein-m Wesen örtlicherer und infelgedess n in 'einem Besitzstände weniger bedroht Der politische Mensch reckt sich schon im Mut laitcr bald zu starker staatlicher Entwicklung, ohne jedoch in Deutschland an das Ziel, die politische E.nheit, zu gelangen. Der jeder deutschen Polüik im Mjttela.ter beigc üjte Zug einer kirchlichen oder imperialistischen Richtung wurde verbängnlrvolk weil er unausgereift abbrach und statt (in s Staates ein Trumm rfe d von Territorien hint.r- lieh. Doch hatte sich der K u l t u r d e u t s ch e ' schon so weit entwickelt, daß von einer gewiss n Blüte gesprochen werden kann, die sich nicht b oh bis ins ausg.hende Mittelalter hielt, die fog.a: die weltbewegende Reformation Luthers zu gestalten vermochte. Aber der politische Deutsche war rettungslos verloren. Vielleicht, dah er nie im eigentlichen Sinne bestanden hat! Derrn welche Empfindung gab bei Karl dem Großen den Ausschlag, die deutsche oder die christliche, wovon waren die deutschen Kaiser, die Sachen S Ler und Hohenstaufen, m chr d herrscht, von den Gedanken der deutschen Ration oder dem Jn.p -- rtum Romanum? — In beiden Fällen si h' m n sich oftmals veranlaßt. dcS letzt re anzunehm n, w nn nicht zuviel Ei z l.r igniffe auf lulttrel. m Gebiet dagegen sprachen, vo i dem Heilandvichler angefangen über Otfr.ed von We ß nburg bis zu Walther von der Vvg Iweide uni> seinen Zi - genossen sowie einer B.ukunst, die sich aller politischen Ohnmacht zum Troy entwickele, die n ihren Domen am Rh in, in Süd- und Westdeutschland noch heute uns re Bewunderun; herverr fi. Selbst das Lehnswcsen bringt, so sehr es auch die pcl.t sche Zertrümmerung Deutsa,lands he.- beigeführt und g fördert h.t. doch vorwieg nd den Bew is eines deutschen Eharekt rs d s h ch mittel.alteilich n m eriums. Zwar k mmt gec oe durch seine Auswirkung^ der furchtba c politische und kulturelle V rf H, des en Tiefpunkt toi: im dreißigjährigen Kri g sehrn. Ganz langsam setzt erst wieder die Gesandu g ein.- Roch Le s - fing muß 1769 cm Schlus e »einer »H:mburgi» schen Dramaturg e" bitt r b te n:n: ,xl der den gutherzigen 6i.it all, dn D utschen ein R-tional- ter zu versch ffen di wir De tsche roh k ine Ration find! Ich rede nicht von d r pol ti chen Verfassung, sondern bloß von d.m sittlichen Charakter. Fast sollte mm feg n, di■ er fei, keinen eigenen Raum h ben zu wo len. Wie si d noch immer die geschworenen Nachahmer a,les Ausländischen, besonders noch immer d.e un e - tänigen Bewunderer der nie genug bewunderten Franzosen^ alles was uns von jenseits l'S Schnhiabrik Herz . . , . . . Sichel ......... Elision ffiniubof...... Ztickeriabrik nrankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Schlich- Amts ! Schluck. ;Mhenb» | dürfe Schkuh. ftU. 5 Schlichk. Mittag» dSrf« . 1?. S. 12. O-1’- 9 12. 0,76. 0,81- 0,795 0,790 — — J,980 0,955 _ — 0,955 0,956 <*- — 1,30 1,8 <— —• 0 456 041 — »» 1.0! 1,03 — — 1.30 1,4 — — 1.2 1,27 — — 1,20 1 — c— 94 25 94,76 — — 88.2, 88,50 10,5 9,4 9,5 -- 40,25 42.5 131 130 150 131,75 6,?6 6, 0 G 13 6,25 11,5- 12,3 12,25 12,30 — 12 12.1 *■ — — 10,50 16.40 16,50 16,70 16 9 18,2 —— 1,-sO 1 9 1.9 1,9 10,5i 10,33 10,25 10,50 —- * Ö,3 0.275 80 79 87 9 18,75 16,9 16,6 17,13 12,50 1? 11 60 •w — 81,60 83.5 87.t 8? 8i.5O 8J 25 HO 110 1 S HO 6 15 25 1 15.4 1 ,65 20 20,2 20 23,25 — 7 7 — 14 138 53 54,75 52,75 54 9 45 — 45,-0 46.5 44.80 — 42,30 43,10 3,10 3,5 26 - 26 26 3,25 3,6 3,50 3,5 — — e— 24,50 25,25 — r»-~ 5,10 —• 4,9 5 —- —— 1225 12,40 27,60 28,25 27,4 28,25 w M ■ ■e 21,75 20,76 20,13 20,4 23.25 2 >,2? 24,25 25,13 - 25.5 25,50 25,10 26,25 8 8 ** 18 17,75 18 18 — 21,75 — *■ 10,7 10,7 10,6 11 18,25 18,2'> 18,75 18 —• 1C,6 w. 60 2: 60 59 81 — 70 72,25 2,8 2.90 2.7 28 3,24 3,5 3^ 3,5 — r ■ — MB — — 8,5 8,75 — —■ «— 0,9 0,9 *- 16.5 - 1.7 1,7 1,6 1,7 w 2 7 2.6 — 2.75 2,90 10 10.3 10,25 4,15 3,60 Zur R o t iz: Die Berliner Wertpafrier» börse notiert noch folgenden Grundsätzen: 1. für Aktien und Ante.le, a) die noch nicht auf Goldmark umgestellt sind, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) die bereits auf Goldmark umgestellt sind, in „Reichsmark für 100 Goldmark^: 2. für festverzinsliche Werte, a) soweit sie nach der bisherigen Rotierungsart über 15 Milliarden Prozent notierten, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) soweit sie b i s 15 Milliarden Prozent nach der viSherigen 2wtierungsart notiert sind, in „Reichsmark für eine Million Papier» mark", c) 8—15 Prozent Reichsschatzanweisungen „K" von 1924 in „Reichsmark für eine Milliarde Papiermark"; 3. für die festverzinslichen wertbeständigen Anleihen, die bisher in „Mark für eine Gold» mark" notiert wurden, in „Reichsmark für 100 Godmark": 4. für die Anleihen, die auf Dollar lauten, in Prozenten: 5. für die nach Sachwert verzinslichen Pfand- briefe und Schuldverschreibungen, die bisher tn Billionen notiert wurden, in „Reichsmari". Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSgedrückt. voenoS-SirrS, London, Ne» 6 ort. Japan, Rio de Janeiro für eine Tin bett. Wien nutz Vudavest für 100000 Lindenen. olleS übrige für 100 LmhetLN.! Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 8. Dczbr- 9. Dcz-'r. *' Vnitlich» Geld iotkrung Brief Amtttcht J Äelo | 0Uit4 I i Bnr« 8. 9. Dmir.-Ron 1.0,09 .70, .1 170,08 1?U,3l voll voll Srn.-s?Intrt) 20 79 20.85 20,82 20^3 voll voll Sbriftinnia 63,02 63,18 63,57 63.73 voll voll Kovendaaen 74, 6 74,74 74,66 74,84 voll voll ©torfbolm . 113,11 11..39 113,05 113,34 voll voll Helfirigfor-. Italien. . . London. . . 10,545 18,25 19,71 10,565 1d,2J 10,56 18,21 10,59 18, 6 voll voll voll voll 19,76 «.78 19.83 voll voll Neuyork .. 4,195 4,205 4.1)5 4,80. voll voll Paris. . . . 22,70 »2,7 »2,74 »2,8! voll voll Schwei, . . 61,26 81,46 81, >0 61,50 voll voll Spanien . . Wien in D-- U8.41 66,41 18^, voll voll Oest. abgest 5,907 5,927 5,91 5,93 voll voll Prag Budapest. . Buen.-Sire» 1E,64 12,69 12,69 11,72 voll voll 6,71 6.73 5,7 5 6,77 voll voll 1,618 1,6' 2 1,618 1J6?2 voll voll Bulgarien L,0"» 8,075 1,612 8,085 3,675 voll voll yavan . . - 1,608 1,608 1>12 voll voll Wo de Jan 0,418 0,490 6,485 6398 uou voll Belgrad . - 6,22 6.24 6,29 6^1 voll voll L'fsadoa . . 18.94 194)2 19,23 19,27 6jU voll ®an f n atta Fn-rfH 9. Dezbr. (Sffh Briet Revart °/. «meriranische Raten * 4,177 4,197 voll Belgische Note» . . . . Danilche Noten . . • • • • 20,75 74,45 20,85 '4,81 voll voll Englische Noten. . « » 19,775 19.88 voll Französische Noten . » 72,7 728 voll Holländische Noten . . 169,67 170.53 voll l'.l (8,41 18,28 voll Norwegische Noten ' ' 63,73 voll Deuisch-Oesterr,»100 Kron« b,ö^7 8,917 voll Rumänische Noten . . 2,07 2,0) voll Schwedische Noten . . - * * * 112,77 113,33 voll Schwei,er Noten . . . 81,20 61,60 voll Soanische Noten . . . 68,2", «,65 t8,56 12,71 voll Tichechoslowalische Noten . « voll Ungarische Noten . . . • • e 6,73 5,76 voll Märkte. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gievener Anzeiger^.) Frankfurt a. M., 9. Dez. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 20,50 bis 23. Roggen, inländ. 20,50 bis 21,75, Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 26, Hafer, inländ. 17,50 bis 21,50, Mais (gelb) 21, Weizenmehl, inländ. Spez. 0 36 bis 38,50, Roggenmehl 31,50 bis 34, Weizen- lleie 13, Roggenkleie 12,25. Tendenz: befestigt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 9. Dez. Der Produttenmarkt wurde im Einklang mit den ausländischen Märkten heute fester: das Geschäft blieb aber in engen Grenzen. Es notierten pro 1000 Kilo: Weizen, märf. 214 bis 220, Roggen, märf. 209 bis 213, Gerste, mark. 225 bis 250, neue 190 bis 200, Hafer, märt. 165 bis 176, fromm. 155 bis 167, Mais (1000 Bln.) 203 bis 206, Rafrs 385 bis 390, Leinsaat 400 btd 405, pro ICO Kilo: Weizenmehl 23 bis 32,25, Roggenmehl 28,50 bis 31,75, Weizenkleie 14 bis 14,20, Roggenkleie 12,20 bis 12,40, Viktoriaerbsen 30 bis 32, Heine Erbsen 21 bis 22, Futtererbsen 19 bis 20, Peluschken 15 bis 16, Ackerbohnen 19 bis 20, Wicken 17 bis 18, Lupinen, blau 11,50 bis 13, gelb 15 bis 16, Serradelle, alt 10 bis 12, neu 15 bis 17, Rapsluchen 16,20 bis 16.80, Leinkuchen 24,50 bis 25, Trvckenschn hei 8,80 bis 9,20, Torfmelasse 8,60 bis 9, Kartoffelstöcken 18,20 bis 18,50 M. R gf An der Spitze stehen KrüaerolÄ mit demanh septisch wirkenden Zusatz, Frehe richtete sich auf. Mühselig, sie fühlte in ihrem Herzcl id sich auch körperlich gebrochen, wie ein mihhand.ltcs armes Tierchen. Der brodelnde Kops suchte nach Ausflüchten — sie tonnte' der Mutter die ganze Wahrheit unrneg'ich sag.m — ein Wolkenbruch von Vorwürfen wäre dann über sie hereingebrochen, und auch ein neuer Rervenanfall hätte die Folge sein können. Sie küßte ihr die Hände und küßte sie auf die Stirn. „Muttchen," b gann sie zach, „ich d nke dir für deine Liebe, ich danke dir innigst. Aber sieh, es geht so nicht, wie du möchtest — nein, so geht es nicht. Ich kann an Gerhart nicht schreiben, weil. . .“ sie stockte und begann dann schneller zu sprechen . . . „weil ich nicht weiß, wo er im Augenblick ist. Es heißt, er sei nach dem Ausland abkommandiert — oder er stehe dicht vor seiner großen Reise — oder . . und wieder suchte sie.nach einer neuen klärenden Wendung, die der Wahrheit wenigstens nahekommen konnte . . . „Machen, und ahnn wir denn, wie er heute denkt? Du wolltest nichts mehr von ihm wissen — und ich war dir eine gehorsame Tochter und habe ihm gesagt, daß ich iyn nicht lieben könne — und da ist er schweig mb geg ng?n . . Machen, darüber ist lange Zeit verflossen — wir sahen ihn nicht wieder, wir hörten kaum noch etwas von ihm. Er ist jung, er ist ein Mmn und wird mich vergefm haben — und kann n chl inzwischen eine andere gekommen sein, die ihm gefällt, besser vielleicht, als ich ihm gefallen habe?" Sie sank wieder auf die Kissen zu Füßen der Mutter und umfaßte streichelnd 'ihre Härde. Run kam sie über die Formlosigkeit ihrer D.helfe hinaus und gewann festeren Boden. Die Rotlüge geboren aus Liebe und Mitleid und der Hllflofigkeit gegenüber dem dg.-nen Schme-z nahm Gestaltung an. Dabei st igrrte sich unbewußt ihre Gemütsb toegung. Flieg nde Rrte f h in ihre Wangen und vcrbl.,ht.> wied r. cn ©aja - iensaum rann um ihre Aug n, us ihrem Blick i tropften Gefühle wie wirre Rätsel. i . „Muttchen, kann ich den Mmn zu mir rufen " )agte sie, dm ich von mir tot 8? Selbst wenn | er mich noch hären könnte, muß er sich nicht fragen I ob das etwa« Besseres als eine launische Ein- | gebung ist, vielleicht nur ein posthumes Reueempfinden über meine rasche Absage? ilnb ich habe doch auch meinen Stolz — soll ich mich vor ihm entwürdigen? älnd habe mein Herz, das seine eigene Sprache hat und das nicht" . . . mit einem keuchenden At mzug fti h sie dies letzte hervor. . . „das nicht lügen Willi . . ." Sie barg das Gesicht im Schoße der Mutter ob dieser doppelten Lüge und weinte. Die alte Frau legte die Hand auf das lichte Haar ihres Kindes und sagte mit einer Stimme, die wie von weit her Hang und so fein und dünn gleich dem Zirpen einer Grille im Wiesengras „So liebst du ihn nicht mehr, Fr.he?" „Rein, "-rief Frehe hart, und alle ihre Sieber bebten unter der Selbstgeißelung dieses Rein. „Wen liebst du, Kindchen?" „Mutter, quäle mich nicht!" „Ich quäle dich nicht. Ich teilt beinern Vater Rede stehen. Er kommt wieder im Traume. Ich will ruhigen Herzens mein Ende vorbereiten." „Liebes Machen", bat sie, „laß mich, laß mich!" Sie schluchzte wild. Aber im Hirn der Kranken Irammte d:r Wckle nach Wahrheit sich fest. Sie war ihrem Traumg.b.lb Rechenschaft schuldig. „Weine dich aus. meine Kleine, sagte sie, „und dann gib mir Antwort. Gert ist jung und ein Mann. Auch du bist gottlob noch jung, aber ein Mädchenh.rz vergißt eine verstörte Liebe erst dann, wenn eine neue sich regt. Din ich nicht deine Mutter, der du dich anvertrauen kannst ?..." Frehe hob sich auf den Kissen. Sie stand auf und wischte die Tränen vom Gesicht. Sie war wieder ruhig g Word n. Sie muhte der gereizten Llnerbittlichkeit d.r Mutter gegenüber das Spiel fortseyen. So erwiderte sie denn: „Ich wollte nicht davon sprechen, weil die letzte Entscheidung noch in der Zukunft liegt Der Bruder, dm du im Garten sahst. Bruder Dorotheus Fiedler, hat um mich geworben. Ader höhere Pflicht ruft ihn noch auf zwei Jahre ober darüber hinaus zu b:n Heiden. Dahin k. nn ich ihm nicht folgen, ich kann auch von dir mich nicht trennen ich muh auf feine Rückkehr warten." Eist aufmerksam lauschender Zug schärfte di» gelben wie von seelischem Edelrost gefärbten Züge der alten Dame. „ünb du hast diesen Bruder lieb?" fragte sie wieder. Frehe wich aus. „Er ist mir sympathisch." erwiderte sie, „ich habe Reigung für ihn, ich wühle bet ihm mich tn sicherer Hut Er hat Landbesitz ich glaube in Oesterreich oder in Sad- deutschland den will er übernehmen, wenn seine letzte Mission beendet ist.' „Was zwingt ihn zu dieser Reise?" „Vielleicht innerer Drang, vielleicht etit Schwur, vielleicht Befehl des Gpiflopats. Ich weih eS nicht." „Du sprichst von seinem Landbesitz. So ist er also vermögend?" Frehe wurde ungeduldig. „Du fragst mich zu viel, Muttchen. Ich kann das nur vermuten. Ich habe ihn nicht ausgeforscht." „Ist er noch in der Kolonie?" „Er rüstet zur Abreise." „Bringe ihn zu mir. Ich will ihn sehen und sprechen. Das kann ich verlangen, wenn er mein Schwiegersohn werden will. Es wäre richtiger gewesen, er hätte zuvörderst an mich sich gewandt." „Er hat das vermieden, weil er noch gar nicht weih, was ihm dje Zukunft bringt. Wir wollten dich nicht nutzlos erregen." „Du siehst, dah ich meine Herben in Zucht habe. Geh' Frehe, imd hole ihn. Frehe schüttelte energisch den Kops. „Ich kann ihm nicht nachlaufm, Mama. Das widerspricht meinem Gefäbl. Aber ich weih, er ist morgen noch frier. Ich werde Gel gmheit finden, ihm zu begegnen — und dann bringe ich ihn fr er." ‘Sie Mutter nickte zustimmend. Sie beg nn nun mube zu teerb.n. Die Zusammendrän;ung der Gedanken war eine ungewohnte Arbeit für fie. Ihr Gesicht verlängerte sich, der Ausdruck der Augen verblaßte. „Du bist angegriffen. Machm" sagte Freye. „Ich schicke dir Katharine, sie soll dich zu Bett bringen. Ruhe dich aus bis zum Mittagessen. Ich muh in bic Anstalt, mein Llnterricht beginnt." (Fortsetzung folat) von „Rahma buttergleich" gratis verabfolgt wird. Die besten Rezepte für allerlei Weihnachtskuchen, -Torten und -Gebäcke finden Sie in Nr. 9 der Kinderzeitung „Der kleine Coco", die beim Einkauf KM W*. . 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Diese Tatsache muff doppelt anstöffig erscheinen, da ich selbst Mitglied der Schuhmacherzwangsinnung bin. Es handelt sich also um das Vorgehen gegen ein eigenes Innungsmitglied, dessen zwar nicht abzuleugnende Betriebsvergvöfferung auf Grund zuverlässiger Lieferungen schon längere Zeit mißgünstig betrachtet wird. Däff man nachweislich nur auf den Augenblick wartete, um es hinterhältig anzugreifen, dürfte sich öffentlicher Kenntnis entziehen. Ich muh daher den Weg und die Hinterlist dieses Kampfes als auherhalb der Grenze der guten Sitte betrachten. Später werde ich an dieser Stelle auf die Angelegenheit zurückkommen, einstweilen habe ich meine Lieferanten, eine der angesehensten Lederfirmen, von der Sache verständigt und bitte meine Kundschaft, sich durch diese in ihren Motiven so durchsichtige „Aufklärung" meiner Gegner nicht beirren zu lassen. Kurt M. Frener Schuhmachermeister bei der Studentenhilfe Giehen 9886D Schöne Aussicht. 6a6 Me 1 Die I uni ein & 2erlin gehn Donfiati anständigen richtige schätzen vornehm Di lautet 2v' Politik, vv die vorneh nehme o Gesinni einem Aw 5*5«« für den < zu Wähler dieser M um nur < dvner 6oj Tage do Tluhemnt »vsische C ihrer Pa licher übereinge nex Zoi die cng(' englischen Genossen j Wie daZ Qlußb es stellt fu mit dem i land schre so gefährd seit wurde französisch« fresserisch । 5ält: „Tut mit dem W T.r vrrzeich lchr der rc wie z.D. 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